Reisen Jesu der dritten Periode rc. 361
kl die festere Begründung und den Bestand dieses Reichs wir-II ken müßten.
^ Hierauf verließ er Jericho und eine große Menge VolksE begleitete ihn auf seiner weitem Wanderung nach Jerusalem-.A Nicht weit von Jericho traf er auf zwei Blinde, die seine8 Hülfe begehrten und von denen der eine Bartimäus, Sohn desA Timäus, hieß. Jesu Begleiter wollten sie zum Schweigen> bringen; allein die Blinden ließen sich durch keine DrohungenI einschüchtern und riefen noch lauter um Erbarmen. Als Je-» sus ihren Ruf vernahm, stand er still, und mitleidig undV menschenfreundlich gewahrte er ihnen, was sie wünschten *),dafür schloffen sie sich auch an diejenigen an, die ihn be-gleiteten.
Wenn man von Jericho aus nach Jerusalem zu die umjene Stadt befindliche Ebene durchschritten hat, so geht als-dann der Weg eine steile Anhöhe hinauf und man kommtnun in die sogenannte Wüste von Jericho, welche auch^ Quarantania heißt (vergl. Seite 135.), und durch welche'i der Weg zwei bis drei Stunden lang führt. Sie bestehtaus kahlen, steinigten Bergen und öden unfruchtbaren Thälern,in denen kein Baum grünt und keine Hütte zu finden ist.Hier hatte Jesus jetzt Gelegenheit, die Gegend selbst kennen, zu lernen, die er in seinem Gleichnisse von dem barmherzigenSamariter, das Manche für eine wahre Begebenheit halten,1 erwähnt (Luk. 10, 30.). Vier Stunden von Jericho besin-det sich die grausenvollste Stelle, welche (Jos. 15, 7.) Adu-1 mim, der Aufgang der Blutigen, oder der Blutweg genanntwurde, weil die dort hausenden Räuber daselbst viele Mord-thaten verübt hatten. Sie besteht aus einer zerklüfteten An-höhe und aus einer tiefen, düstern und schauerlichen Schlucht,
*) Da Liese Heilung der sehr ähnlich ist, welche Lukas (19, 35—43vergl. Seite 355.) erzählt, so ist sie vielleicht nur einmal erfolgt und vonden Evangelisten durch einen Gcdä'chtnißfehler in verschiedene Zeiten verlegtwrden. Auch spricht Matthäus von zwei Blinden, während Markus nureinen nennt. Waren es wirklich zwei, so war vielleicht Bartimäus derdreistere, der vorzüglich um Hülfe rief, so daß er nun deshalb von Markus>md Lukas allein hervorgehoben wird. Hatte aber Jesus bei seinem Ein-1 Mge in Jericho einen Blinden, und noch einen bei seinem Auszuge aus der- Stadt geheilt, so könnte es leicht seyn, daß Matthäus beide Fälle in einerl Erzählung zusammengefaßt hätte.
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