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Die Reisen Jesu oder Beschreibung u. Schilderung des jüdischen Landes u. seiner Bewohner : mit 12 Kupfern u. 1 Kt.
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360
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zwar so, daß man jetzt fast keine Spur mehr von ihr fin-det. Auf ihrer Stelle liegt ein elendes Dorf Namens Ri-cha, das aus ohngefähr 50 Hütten besteht, die aus Erdeund Schilf aufgerichtet und mit dürrem Heidekrauts bedecktsind. Unter denselben erhebt sich ein alter viereckiger Thurm,der auf der Stelle, wo das Haus des Zachäus stand, er-baut worden und in dessen unterem Theile eine Kirche gewe-sen seyn soll. Unter den wenigen noch vorhandenen Trüm-mern zeichnen sich die von einer Kirche aus; von den Stadt-mauern aber bemerkt man kaum eine Spur. Früher zeigteman noch den Maulbeerfeigcnbaum, auf welchen Zachaus beider Ankunft Jesu gestiegen war. In den erbärmlichen Hüt-ten wohnen ohngefähr 200 Einwohner, die in Arabern undMauren bestehen; auch liegen 50 sogenannte Soldaten da-selbst, welche die Umgegend vor den Räubern sicher stellensollen. Die Ebene, in welcher Jericho lag, ist jetzt ziemlichwüste, da sie wenig angebaut wird, und trägt nicht mehrals sie von freien Stücken gibt. In der Nähe des todtenMeeres aber trifft man viele umgestürzte Palmenstämme an, !die mit einer Salzrinde überzogen sind, und noch Zeugniß ^für den ehemaligen Reichthum der Gegend an Palmen ablegen.

XXXXVIII.

Jesus begibt sich von Jericho nach Bethanlen.

cMattl). 20 , W-A. Mark. 10, 48-52. Luk. 1!', 11-28. Loh. 12,

Da Jesus jetzt auf dem Wege nach Jerusalem sich be- -fand und die Verhältnisse überhaupt so sich gestaltet hatte»,daß man ein entscheidendes Ereigniß in Jesu Leben erwartenkonnte, so gericthen Mehrere auf die Meinung, daß Jesusnun nicht länger säumen werde, sich entschieden als den Mes-sias zu erklären und das Messiasreich aufzurichten. Da manaber immer noch die Errichtung eines irdischen Reichs vonihm erwartete, so suchte er abermals durch ein Gleichniß die-sem Vorurtheile zu begegnen und seinen Zuhörern darzulegen, >daß sein Reich nur ein geistiges sey. Zugleich gibt er inseinem Gleichnisse zu versteh», daß seine Diener uyd Stell-vertreter nach seinem Scheiden mit allen ihren Kräften für