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Die Reisen Jesu oder Beschreibung u. Schilderung des jüdischen Landes u. seiner Bewohner : mit 12 Kupfern u. 1 Kt.
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359
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Reisen Jesu der dritten Periode rc. 359

Die Stadt lag in einer schönen Ebene, die 3^ Stun-den lang und 1 Stunde breit ist, sich auf dem westlichenUfer des Jordans von dem todten Meere an nordwärts er-streckt und ringsum von Bergen umgeben wird. DieseEbene zeichnete sich durch Anmuth und Fruchtbarkeit ausund wurde von mehreren Bächen und Kanälen, die von demJordan ausgingen, bewässert. Vorzüglich schlängelt sich durchsie der Bach des Elisa hin (vergl. Seite 138.). Sieenthielt Anpflanzungen von Oelbäumen und Weinreben, Pal-menhaine, ja sogar einen ansehnlichen Palmenwald und Gär-ten, in denen die vorzüglichste Balsamstande gezogen wurde.Auch fand man auf ihr die schönsten Rosen *), (Sir.24, 18 .). Wegen des Reichthums blühender Gewächse warsie der Bienenzucht sehr günstig, die man dort vorzüglichtrieb. In dieser Ebene wurde der König Zedekia von denChaldaern, vor denen er geflohen war, eingeholt, und vonihnen gefangen genommen (2. König. 23, 3.).

Während des letzten Kriegs der Juden gegen die Rö-mer, vorzüglich während der Belagerung Jerusalems, wurdeJericho gänzlich zerstört und blieb bis zur Zeit des KaisersHadrianus in Trümmern liegen. Dieser aber ließ die Stadtzum drittenmale wieder ausbauen, so daß Hieronymus, alser dahin kam, sie von ansehnlicher Größe fand. Aber auchjetzt stand sie nur einige Jahrhunderte hindurch; denn zurZeit der Kreuzzüge wurde sie abermals gänzlich zerstört und

Diejenige Pflanze, welche man gewöhnlich Rose von Jerichoiänaswtical>i«i-oo!>m>'oi> I-.) nennt, ist keine eigentliche Rosenart, sondernsie gleicht, wenn sie völlig aufgeblüht ist der Blüthe des schwarzen Hollun-dcrß, die man gewöhnlich als Schweißtreibendes Mittel anwendet. Sie istei» unansehnlicher Strauch, nur 5 Zoll hoch und theilt sich gleich über derWurzel in mehrere Zweige, welche wenige, kleine Blatter, aber viele kleineBlüthen tragen, deren Farbe anfangs riithlich und später weist ist. Nachder Blüthezeit fallen die Blätter und -Blüthen ab und es bleiben nur einigekleine Samenkapseln an den Zweigen übrig. Nun krummen sich in derConnenwärme die Zweige einwärts und ziehen sich in eine Art von KnäuelMsammen, an welchem die Wurzel als Stiel sich befindet. In dieser Ge-stalt hat die Pflanze den Namen Rose bekommen, und in diesem Zustandehält sie sich eine lange Reihe von Jahren, ohne zu verderben. Auch besitztIst die Eigenschaft, daß wenn sie in das Wasser gestellt, oder feucht wird,sie ihre Zweige von einander breitet. Sobald sie aber wieder trocken wird,rieht sie ihre'Zweigc auch wieder zusammen. Sie ist in dem wüsten Arabiens» Hause, um Jericho aber findet man sie nur selten, oder gar nicht.