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Die Reisen Jesu oder Beschreibung u. Schilderung des jüdischen Landes u. seiner Bewohner : mit 12 Kupfern u. 1 Kt.
Entstehung
Seite
350
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wegten das gefühlvolle Herz des göttlichen Menschenfreundesnoch mehr. Er fragte nun nach dem Grabe des Lazarus,und wurde alsdann zu demselben hingeführt, das wie gewöhn-lich in einer Felsengrotte bestand, die man mit einem Steineverschlossen hatte. Als Jesus dabei angekommen war, geboler, den Stein hinwegzunehmen. Martha wollte dieses ver-hindern, denn sie meinte, weil der Leichnam schon vier Tagegelegen hatte, werde er in Fäulniß übergegangen seyn unddaher stinken. Allein Jesus cntgcgnete:Habe ich dir »ich!«gesagt, wenn du volles Vertrauen zu mir hättest, so würdest!du sehn, was Gott Herrliches zu vollführen vermag?" Hier-auf öffnete man das Grab, und Jesus wendete sich mit in-brünstigem Gebet HU seinem himmlischen Vater, daß dieserihn auch jetzt als seinen Gesandten verherrlichen möchte. Durchdas Gebet gewann er freudige Zuversicht zu Gottes gnädigerMitwirkung, und rief alsdann mit lauter Stimme in dasGrab hinein.Lazarus komm heraus." Nach diesem Rufekam Lazarus wirklich zum größten Staunen aller Anwesende»hervor, eingehüllt in die Binden und Tücher, mit denen »nurdie Leichname und zwar jedes Glied besonders zu umgebe»/pflegte. Diese ließ Jesus dem Ncubelebten abnehmen undsdenselben hierauf nach seiner Wohnung gehn. Dieses Ercig-niß bewirkte bei Vielen, daß sie Vertrauen zu Jesu gewan-nen; Andere aber eilten zu den Pharisäern und machten siemit der Begebenheit bekannt.

Noch jetzt zeigt man ohngefähr 60 Schritte von Be-thanien das Grab des Lazarus, das in der Mitte einer ge-wöhnlichen, niedrigen Felsenhöhle sich befindet, in welche manauf 21 schmalen verfallenen Stufen hinabsteigt, die ohnge-fähr 18 Fuß lang und Z Fuß breit ist und in der ein klei-ner ärmlicher Altar steht. Dieser Altar soll aus dem Steineaufgerichtet seyn, mit welchem ehemals der Eingang der Gm-beshöhle verschlossen war. Der Stein ist 6 Fuß lang, ^Fuß breit und eine Handbreite dick. Alljährlich wird a»dem Altare am Magdalenentage Messe gelesen. Bei dieserGrabeshöhle hat sonst ein Kloster gestanden, das die KöniginMelisenda, die Tochter Balduin 11. und die Gemahlin desKönigs Foulques von Jerusalem soll haben erbauen lassen.