Reisen Jesu der dritten Periode rc. S49
trauen zu ihrem edlen Freunde und in dem Bewußtseyn, daßer schon Todte in das Leben zurückgerufen hatte, setzte sieoch hinzu; „Ich weiß jedoch, daß dein Gebet von Gottird erhört werden." Hierauf versicherte ihr Jesus, daßhr Bruder auferstehn werde; allein Martha glaubte, er sprecheon der Auferstehung am jüngsten Tage; daher sagte Jesusnun: „Durch mich erfolgt die Auferstehung und ein neuesbeglücktes Leben. Wer mir mit ganzem Vertrauen sich hin-gibt, der wird selbst, wenn er stirbt, zu einem seligen Lebengelangen; ja wer in seinem Leben mir vertraut, der hat denLod durchaus nicht zu fürchten. Glaubst du dieses?" —Diese feierlichen Worte begeisterten die Martha, so daß sieJesum für den Messias erklärte und einer frohen Hoffnungsich hingab. Von ihr erfüllt eilte sie zu ihrer Schwester; Maria, die zu Hause saß, wo nach Gewohnheit viele FreundeBekannte aus der Nachbarschaft sich versammelt hatten,die beiden Schwestern in ihrer Trauer zu trösten. Sietheilte der Schwester insgeheim die Nachricht mit, daß derFreund vor dem Flecken sey und sie erwarte. Denn umhin Aufschn zu erregen war Jesus nicht in den Flecken selbsthineingegangen. Kaum hatte Maria die Kunde vernommen,'daß Jesus vor dem Orte sich befinde, so eilte sie hin zun Lehrer und Freunde, siel zu dessen Füßen und von/herbem Schmerz ergriffen, konnte sie nur die Worte ausspre-: „Wärst du hier gewesen, er wäre nicht gestorben."Unterdessen waren auch die Juden herbeigekommen, die jetztbei Martha und Maria weilten; denn als Maria plötzlichaufgestiegen und fortgeeilt war, hatten sie geglaubt, sie wolleM Grabe ihres Bruders sich begeben und dort ihren SchmerzÄiöweincn; daher waren sie ihr nachgeeilt; und vergossenWn mit der tiefbelrübteu Maria die bittersten Thränen überdm geliebten Entschlafenen. Das erregte bei Jesu die in-igste Wehmuth und rührte auch ihn zu Thränen, so daße anwesenden Juden auf ihn aufmerksam wurden und zu»rüder sagten: „Da sieht man, wie lieb er den Lazarus
gehabt hat." Einige aber äußerten, da er den Blinden dasGesicht wiedergegeben habe, so hätte er ja auch wohl seinen8>eu»d von dem Tode retten können. Diese Aeußerungen bc-