Druckschrift 
Die Reisen Jesu oder Beschreibung u. Schilderung des jüdischen Landes u. seiner Bewohner : mit 12 Kupfern u. 1 Kt.
Entstehung
Seite
229
Einzelbild herunterladen
 

Reisen Jesu der dritten Periode rc. 229

lonitis gehörte, welche sich von dem südlichen Fuße des Her-men bis an den Fluß Hieromax erstreckte, größtenteils, ei-nige hügelige Stellen ausgenommen, ziemlich eben war undjetzt Dscholan heißt. Die Stadt Bethsaida befand sich amnordöstlichen Ufer des Sees Genesareth, nicht weit von derStelle, wo sich der Jordan in denselben ergießt. Früher warsie nur ein ansehnliches Fischerdorf gewesen, was auch ihrName anzeigt; der Tctrarch Philippus aber hatte dasselbe be-trächtlich erweitert und verschönert, mehrere Einwohner dahingezogen und es zu einer Stadt erhoben, welcher er zu Ehren derTochter des Kaisers Augustus, Julia, den Beinamen Juliasgab, durch welchen sie sich auch von Bethsaida in Galiläa,am westlichen Ufer des Sees, unterschied. Wahrscheinlich»ahm Philippus selbst in ihr seinen Aufenthalt. Jetzt soll einärmliches Dorf Telia nihje auf ihrer Stelle liegen. Nahedabei befindet sich eine Gegend, die zum Theil eben, zum Theilwild und hügelig ist und die zu Jesu Zeiten die Wüstevon Bethsaida genannt wurde. Damals war der ebeneTheil gutes Weideland (Joh. 6, 10.), jetzt aber ist er größten-theils wüste und unangebaut.

In jener Gegend lag wahrscheinlich auch eine kleine Stadt,welche Chorazin hieß (Matth. 11, 21. Luk. 10, 13.), diejedoch Einige an das westliche Ufer des Sees Genesareth setzenwollen, nicht weit von Kapernaum, etwas südlich von dieserStadt. Manche hingegen wollen Chorazin gar keine Stadtseyn lassen, sondern darunter nur die gebirgige Weidegegend»erflehn, die sich von Kapernaum bis Tiberias an dem west-lichen Ufer des Sees herab erstreckt. Welches die richtigeAnnahme unter diesen sey, läßt sich jetzt nicht entscheiden. Soviel ist gewiß, daß es ein Ort gewesen seyn muß, wo Jesusviel sich aufhielt, wo er häufig gelehrt und Thaten verrichtethatte, weil er es nebst Bethsaida in den oben angeführtenStellen, von Schmerz ergriffen, ernstlich tadelt, da dessen Be-wohner auf seine Lehren und Thaten nicht geachtet und seineMessiaswürde nicht anerkannt hatten.

Aber auch in jener Gegend konnte Jesus die gewünschteRuhe und Erholung nicht finden. Denn als das Volk ver-nommen hatte, daß er sich in die Gegend von Bethsaida Julias