228
Fünftes Buch.
ertheilten. Als er nun mit ihnen an dem westlichen Ufer des iSees Genesarcth umherwandelte, bekam er Kunde, das; der -Letrarch Herodes AntipaS auf ihn aufmerksam geworden warund ihn näher kennen zu lernen wünschte. Diese Kunde »er.- ,setzte ihn in Besorgnis;, da er von dem Tetrarchen eben das ! iBenehmen gegen sich fürchtete, das derselbe gegen Johannes 1den Täufer bewiesen hatte. ^
Dieser edle Kämpfer für Wahrheit und Recht war »am- ^sich in seinem Gefängnisse endlich ein Opfer der Rache eines ^gegen ihn erbitterten Weibes geworden. Noch immer hatteeine gewisse heilige Scheu vor der edlen Würde Johannes desTäufers den Tetrarchen abgehalten, das Aeußerste zu thun unddenselben todten zu lassen; allein Herodias hatte einen glü-henden Haß auf Johannes geworfen; sie wollte dessen Tod, ;und wußte eine günstige Gelegenheit zu ergreifen, um ihre 'Nachtust zu sättigen. Ihre Tochter mußte das Werkzeug wer-den, die Bedenklichkeiten des Tetrarchen zu beseitigen, der inseiner Verblendung durch ein übereilt gegebenes Versprechensich verpflichtet glaubte, eine ungerechte Forderung befriedigen ,zu müssen. Johannes mußte nun bluten als ein Opfer des ^Eifers für die gute Sache, und sein Haupt wurde eine Beute ^schändlicher Rachsucht» Sein Leichnam aber wurde von seinentreuen Schülern zur stillen Grabesruhe gebracht, die alsdann ,auch Jesu von dem Schicksale ihres Lehrers und seines Freun- ;des Kunde gaben. Was konnte nun Jesus wohl von einem °solchen Manne, der einen Schuldlosen dem Tode überliefert -hatte, für sich erwarten? Er hielt sich in dessen Nähe nicht ^für sicher; seine Stunde aber war noch nicht gekommen, das swußte er, und so beschloß er, die Gegend um Tiberias zuverlassen. Zugleich wünschte er, sich selbst und seinen Jüngern ^einige Ruhe zu gönne», die sie am westlichen Ufer des Sees 'Genesareth jetzt nicht haben konnten, weil das von dem Pas- lsahfeste zurückkehrende Volk sie fort und fort umlagerte. Er zschiffte also über den See hinüber und begab sich in das Gc- fbiet des Tetrarchen Philippus. f
Hier hielt er sich in der Nähe von Bethsaida Zu- flias auf, einer Stadt, die in dem östlichen Gebiete des Stam- xmeö Manaffe lag und zu Jesu Zeit zu der Landschaft Gau- s° !