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Die Reisen Jesu oder Beschreibung u. Schilderung des jüdischen Landes u. seiner Bewohner : mit 12 Kupfern u. 1 Kt.
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Reisen Jesu der dritten Periode rc. 223

gemeine Elend der Juden, die er zerstreuten Schaafen ohneHirten verglich (Match. 9, 3536.), näher kennen lernte,beschloß er, seine Apostel, und zwar je zwei und zwei, in dieStädte umher zu senden, um durch diese sowohl den geistigenals auch körperlichen Gebrechen der Menschen abhelfen zu las-sen. Dadurch hoffte er vielleicht auch zu verhindern, daß dasVolk in so großer Menge, wie bisher, um ihn sich sammelte,was großes Aufsehn erregen und ihm noch mehr Feinde er-wecken mußte. Ueberhaupt aber war es ihm darum zu thun,für die Verbreitung seiner Lehre so viel als möglich zu wir-i ken, so lange er noch auf der Erde wandelte, und zugleichauch seine Jünger an Selbststandigkeit zu gewöhnen, damitsie nach seinem Scheiden seine Stelle besser ausfüllen könnten.Vor ihrer Aussendung aber rüstete er sie mit den nöthigen! Erfordernissen zu ihrer Wirksamkeit aus, lehrte sie die Kran-^ kcn heilen und gab ihnen auch heilsames Del mit. Er be-i fahl ihnen, mit eben der Uneigennützigkeit den Menschen wohlzu thun, wie er sie selbst gegen sie geübt habe. Er verbotihnen, Geld, Waffen, Lebensmittel und viele Kleidungsstückemit sich zu nehmen, weil man zu jener Zeit leicht sein Un-terkommen fand. Er gebot ihnen, nur zu den Juden, haupt-sächlich in Galiläa, zu gehn, und nicht Samaria oder heid-. nische Länder zu betreten, weil er sie in seiner Nähe zu be-halten wünschte, und auch bewirken wollte, daß sie wenigerAnstoß bei den ächten Juden fanden. Zugleich sagte er ihnenim Voraus, daß sie bei der Verkündigung des Evangeliumsmanchen Gefahren und Verfolgungen ausgesetzt seyn würden,und ermähnte sie daher, klug und vorsichtig zu seyn bei allerAufrichtigkeit und Wahrheit. Er ermunterte sie, nicht vonFurcht vor Menschen sich erfassen und beherrschen zu lassen;auch nicht darüber bekümmert zu seyn, was sie vor der Obrig-A keit, vor welche man sie bringen würde, zu ihrer Verantwor-f tung sagen sollten; denn in diesem Falle würde ein höhererGeist aus ihnen sprechen. Endlich forderte er sie auf, allesLeid geduldig zu ertragen und sich stets bereitwillig zu zeigen,ihr Leben der Wahrheit und der guten Sache zum Opfer zubringen. Nachdem ihnen Jesus diese Belehrungen und Er-mahnungen mitgetheilt hatte, reisten sie in die umliegende