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Die Reisen Jesu oder Beschreibung u. Schilderung des jüdischen Landes u. seiner Bewohner : mit 12 Kupfern u. 1 Kt.
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Viertes Buch.

das Wasser auch hernach den Kranken noch Nutzen gebrachthaben, wenn man es anhaltend gebraucht hatte. Da die Ju-den die Ursache jener Bewegung des Wassers nicht kannten,so schrieben sie dieselbe einer göttlichen Einwirkung oder derThätigkeit eines Engels zu.

Dieser Teich lag in dem nördlichen Theile der Stadt,auf dem Berge Bezetha nicht weit von dem Tempel. Nochjetzt wird er ohnwcit der nordöstlichen Ecke der großen Mo-schee gezeigt, enthält aber kein Wasser mehr. Von den Ge-bäuden, die sich sonst um ihn herum befanden, sieht man abernur wenige Spuren noch. Er bildet ein Viereck von 120 FußLänge und 40 Fuß Breite. Seine Liefe beträgt 8 Fuß. Ander nördlichen Seite dringt noch jetzt etwas Wasser hervor,das sich aber bald in den Rissen des Bodens verliert. An sei-nem Rande wächst hie und da Gesträuch. Er wird von denTürken in Ehren gehalten und sie betreten ihn nur mit ent-blößten Füßen.

Während der Dauer des Passahfestes, an dem in dieFestzeit fallenden Sabbathe, kam Jesus in die Nähe des Tei- 'chcs, wahrscheinlich nicht von seinen Jüngern begleitet. Hirrtraf er einen Kranken an, der schon 38 Jahre hindurch in ,dem an dem Teiche befindlichen Krankenhause zugebracht hatte, ^ohne daß er zum Gebrauche des Wassers gelangt war, weiler, wie er selbst sagte, wegen seiner Lähmung die günstige Zeit ^nicht benutzen konnte. Vielleicht aber hatte er auch eben kei-nen großen Trieb gezeigt, zur Genesung zu gelangen, weil!er in seinem Aufenthalte sich hinlänglich versorgt sah. Zudiesem wendete sich Jesus und befahl ihm, aufzustchn und mit °seinem Polster, auf welchem er gelegen hatte, davon zu geh»,was der Kranke auch that.

Da es Sabbath war, so siel es den Juden auf, daß !dieser Mensch mit seinem Polster umherging und also eine Laß ^trug; und daher verwiesen sie es ihm und sagten ihm, daß ier am Sabbathe nichts tragen dürfe. Allein er kehrte sichdaran nicht, sondern erklärte, daß derjenige, der ihm von sei-ner Krankheit befreit hatte, ihm auch sein Polster davon zutragen geheißen habe. Dieses erregte die Neugier der Mengeund man wollte nun gern den Arzt kennen, der ihm geholfen