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Viertes Buch.
Johannes des Täufers zu Jesu kamen, von ihrem Meisterdahin abgesendet, der noch immer in Machärus gefangen saß,und die entweder gewisse Nachricht einholen sollten, ob Jesussich öffentlich als Messias erklärt hab., oder durch welche erJesum mahnen lassen wollte, nicht länger zu zögern, sondernbald als den erwarteten Messias sich bekannt zu machen, daer jetzt überall großen Ruhm erworben hatte (Match. 1l,2—19.). Jesus erklärte sich aber gegen die Jünger seinesFreundes nicht geradezu, sondern wiest auf seine Thaten hinund auf seine ganze Wirksamkeit, weil er nicht ein irdischesReich gründen, sondern ein Gottesreich in den Herzen derMenschen errichten wollte.
Als die Jünger sich entfernt hatten, sprach Jesus zu demversammelten Volke über Johannes den Täufer und würdigtedessen Verdienst mit voller Gerechtigkeit; unterließ aber auchnicht, die Verstocktheit der Pharisäer und Schriftgelehrten zurügen, die weder den strengen Johannes, noch auch ihn selbst,der auf eine weit mildere Weise die Sünder zur Buße auffor-dere, hören wollten.
Da das folgende Ereigniß sogleich nach dem Vorherge-henden von Lukas erzählt wird, so kann man leicht annehmen,wie es auch Manche wollen, daß es in Nain vorgefallen sey.Dagegen wollen Andere es in Bethanien geschehn seyn lassen;allein Simon der Aussätzige (Matth. 26, 6. Mark. 14, Z.),kann nicht wohl eine und dieselbe Person mit dem PharisäerSimon seyn, von welchem Lukas spricht. Auch nehmen Ei-nige an, daß dieses Ereigniß während der Anwesenheit Jesubei der Feier des Passahfestes zu Jerusalem sich zugetragenhabe, wo man noch die Stätte zeigt, auf welcher das Hausdes Pharisäers Simon (Siehe Seite 159.) gestanden haben soll.Wie dem aber auch sey, das Ereigniß selbst war folgendes.
Ein Pharisäer Namens Simon, hatte Jesum zu sich zurMahlzeit geladen, und dieser war auch bei ihm erschienen,weil er nicht leicht eine Gelegenheit vorbeigehn ließ, wo erBelehrungen mittheilen und Gutes wirken konnte. WährendJesus nun zu Tische saß, kam ein Weib, wahrscheinlich Ma-ria Magdalena, die man nicht mit Maria, der Schwester ^des Lazarus verwechseln darf, und bewies Jesu, nach morgen-