Die Leidtragenden folgten der Bahre mit großem Klaggeschrci,auch mietheten sie Klageweiber, die ebenfalls unter Schluch-zen, Aechzen und Heulen die Leiche begleiteten. Verwandteund Freunde des Verstorbenen zerrissen ihre Kleider oder ritz-ten sich auch wohl in die Haut (Jerem. 16, 6. 41, S>).Die Trauernden gingen barfuß und mit entblößtem Haupteeinher, verhüllten den untern Theil ihres Gesichts mit demOberkleide (Ezech. 24, 17.), rauften sich das Haupthaar undden Bart aus, schoren auch wohl beide ganz ab, streuetenAsche, oder Sand, oder Erde auf den Kopf, rangen die Händeüber demselben (2. Sam. 13, 19.), stampften mit den Fü-ßen, schlugen unter lautem Wehklagen Brust und Hüften mitden Händen und walzten sich auch wohl auf der Erde imStaube herum. Acht Lage lang währte die tiefe Trauer;um sehr geliebte oder angesehene Verstorbene aber trauerte manauch länger. Während dieser Zeit trug man besondre Trauer-kleider, welche Sack genannt wurden, und die von geringemZeuge und wahrscheinlich von schwarzer Farbe waren. Außerden Verwandten und guten Freunden folgten auch andere Ein-wohner der Stadt der Leiche, ebenfalls in Trauerklcider geklei-det. Wer dem Lcichenzuge begegnete, trat in die Reihe derBegleiter und stimmte in das Klaggeschrci mit ein, löste auchwohl einen Träger der Bahre ab. Bei Vornehmen und beiAndern, die sich allgemeine Achtung und Liebe erworben hatten,war die Begleitung sehr zahlreich, denn man sah diese alseinen vorzüglichen Liebesbeweis an. Da die Begräbnißplaheund Gräber bei den Juden für unrein galten, so legte mansie vor den Städten und Dörfern an. Die Gräber bestandenin Grotten oder Höhlen, die entweder schon von Natur vor-handen waren, oder in Felsen cingehauen wurden. Der Ein-gang der Grabhöhle wurde mit einer Thür, oder mit einemgroßen Steine verschlossen, damit kein Naubthier zu dem Leich-name kommen konnte; denn man hielt es für sehr schimpflich,nach dem Tode von wilden Thieren gefressen zu werden. Manüberstrich aber alljahrig den Eingang des Grabes mit frischemKalke (Match. 23, 27.) und setzte auch wohl Grabmäler, umdie Begräbnißplatze schon aus der Ferne bemcrklich zu mache»,damit die Reisenden sie vermeiden konnten und sich durch das
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Die Reisen Jesu oder Beschreibung u. Schilderung des jüdischen Landes u. seiner Bewohner : mit 12 Kupfern u. 1 Kt.
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