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Die Reisen Jesu oder Beschreibung u. Schilderung des jüdischen Landes u. seiner Bewohner : mit 12 Kupfern u. 1 Kt.
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Reisen Jesu der zweiten Periode rc. 203

schieden werden, das 3 Stunden lang und L Stunden breitist, sich südöstlich hinzieht und in der Jordansebene endigt.Das Gebirge Gilboa liegt an dem südöstlichen Ende der EbeneEsdrclon und macht den nördlichsten Theil des GebirgesEphraim aus. Es ist durch die Niederlage berühmt, welcheSaul dort erlitt (1. Sam. 31, 1>), und nach welcher er sichselbst entleibte. Das Gebirge Gilboa ist ziemlich dürr undunfruchtbar, während die benachbarten Berge Bäume undSträucher tragen und mit Gras bekleidet sind.

Als Jesus bei Nain ankam trug man eben einen Todtenzu dem Stadtthore heraus, einen Jüngling, den einzigen Sohneiner Wittwe. Bei den Juden waren die Leichenbegängnisseziemlich feierlich. Zu Jesu Zeiten erfolgte die Bestattung derLeiche gewöhnlich sehr bald, oft schon 3 Stunden nach demTode (Apostelgesch. Z, 6.), was in frühern Zeiten nicht derFall gewesen war (1. Mos. 25.). Allein seit der babyloni-schen Gefangenschaft hegte man den Glauben, daß die denKörper noch umschwebende Seele nicht eher zur Ruhe kommenkönne, als bis der Leichnam bestattet worden sey. Auch mochtewohl das warme Klima Palästinas ein schnelleres Beerdigennöthig machen, da die Leichname schon nach 8 Stunden inVerwesung überzugehn anfingen. Wenn die nächsten Verwand-ten oder Freunde dem Verstorbenen die Augen zugedrückt hat-ten und während die Musiker die Trauermusik machten unddie Klageweiber ihr Geheul anstimmten, wurde der Leichnammit lauwarmem Wasser gewaschen (Apostelg. 9, 37.); als-dann mit wohlriechenden Salben eingerieben oder begossen, oderauch mit gewürzhasten Kräutern belegt und hierauf mit lei-nenen Tüchern und Binden umwickelt. Um den Leib wurdeein großes Tuch geschlagen, der Kopf mit dem sogenanntenSchweißtuche umgeben und alsdann der Leichnam von obenbis unten mit Binden umwunden, auch wohl die Füße be-sonders umwickelt. Alles dieses besorgten die nächsten Ver-wandte, oder die besten Freunde des Verstorbenen. Wenn dieLeiche nicht sogleich bestattet wurde, so brachte man sie erstin ein oberes Gemach. Bei der Bestattung wurde sie in ei-nem offenen Sarge, oder blos auf einer Bahre fortgeschafft,die von einigen Verwandten zur Grabstätte getragen wurde.