weisen Jesu der zweiten Periode rc. 201
den Aussätzigen für rein erklären und ihm den Zutritt unterMenschen wieder gestatten. Wenn daher ein Aussätziger ge-sund geworden war, so fand er sich an dem Stadtthore ein;hierher kam alsdann der Priester und unte ''lchte, ob er wirk-lich geheilt wäre. Wurde der Genesene für rein erklärt, sobegab er sich in den Tempel, nahm zwei reine Vogel, machteeinen Büschel von Cedern und Jsvp und band diesen mit ei-nem wollenen scharlachrothen Bande zusammen. Hierauf füllteman ein irdnes Gefäß mit Wasser an und band einen vonden beiden lebenden Vögeln an jenen Büschel. Der andereVogel aber wurde von dem Genesenen getödtet, der das Blutdesselben in das mit Wasser angefüllte Gefäß laufen ließ.Alsdann nahm der Priester den Büschel mit dem lebendenVogel, tauchte beides in das mit dem Blute vermischte Was-ser und besprengte den vom Aussatze Befreiten damit. Wardas geschehn, so ließ man den Vogel fliegen, und der Gene-sene durfte nun wieder unter die Menschen gehn und Theilan den gottesdienstlichen Gebräuchen nehmen.
Als Jesus wieder in Kapernaum angekommen war (Matth.8, 5 —13.), schickte ein römischer Hauptmann, der wahr-scheinlich jüdischer Proselyt war, einige jüdische Aelteste zuJesu, um ihn zu ersuchen, daß er doch zu ihm kommen undseinen gichtkranken Knecht heilen möchte. Dir Abgeordnetenertheilten dem Hauptmanne große Lobsprüche, damit Jesusum so mehr bewogen werden sollte, dessen Bitte zu erfüllen.Jesus war auch sogleich zur Hülfelcistung bereit und ging nachdem Hause des Kranken zu. Als er nicht mehr weit davonentfernt war, traten einige von des Hauptmanns Freunden zuihm und eröffneten ihm in dessen Namen, er brauche sich nichtin das Haus zu bemühen, weil der Hauptmann einer solchenEhre sich nicht für würdig halte und überzeugt wäre, daß nachJesu Ausspruch: „sey geheilt!" der Knecht gewiß seine Ge-sundheit wieder erlangen würde, weil Jesu Wille nicht uner-füllt bleiben könnte. Ein solches Vertrauen von einem Manne,der kein Jude war, rührte den göttlichen Lehrer innig, under konnte sich nicht enthalten, dasselbe öffentlich zu rühmenund zugleich zu bemerken, daß wohl mehr Fremde als JudenEintritt in das Gottesreich erlangen würden« Hierauf erklärte