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Die Reisen Jesu oder Beschreibung u. Schilderung des jüdischen Landes u. seiner Bewohner : mit 12 Kupfern u. 1 Kt.
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200 Viertes Buch.

die Kapelle gestanden hat, ist er eben und mit Gras be-wachsen.

Nach Beendigung seiner Rede kehrte Jesus, von demgrößten Theile seiner Zuhörer begleitet, nach Kapernaum zu-rück. Als er nicht mehr weit von dieser Stadt war, warfsich ihm ein Aussätziger zu Füßen (Match. 8, 14. Mark.1, 4045. Luk. 5, 1215.) und bat flehentlich, daß Je-sus ihn heilen möchte. Der Aussatz, eine der übelsten undlangwierigsten Krankheiten, war bei den Juden sehr gemeinund stellte sich gewöhnlich ein, wenn der Körper nicht sehrsorgfältig reinlich gehalten wurde. Er war sehr ansteckendund daher wurden schon von Moses sehr strenge Maßregelnergriffen, um seine weitere Verbreitung zu verhüten. DiePriester mußten die Kranken besichtigen, und fanden sie, daßdie Krankheit wirklich der Aussatz war, so wurden die Kran-ken aus aller Gemeinschaft mit andern Menschen ausgeschlos-sen. Wenn der Aussatz sich einstellte, so zeigten sich kleineFlecken auf der Haut, die ein wenig vertieft waren. DieHaut wurde dabei schuppig und runzlich, auch sprang siehie und da auf und bedeckte sich an verschiedenen Stellen de§Körpers mit einem gewissen Schorfe. Wenn die Krankheitnicht geheilt wurde, so griff sie die innern Theile an und ver-zehrte das Fleisch, ja sogar auch die Knochen, so daß dieGliedmaßcn am Ende abfielen. Dabei wurde der Kranke vongroßer Schwermuth beherrscht. Er wurde aber auch vonallen Menschen geflohn und durste keinem nahen; daher werderjenige, der zu Jesu trat, wohl schon in seiner Heilungbegriffen. Er durfte sich nicht in den Städten und Dörfernaufhalten, sondern mußte fern von den menschlichen Wohnun-gen weilen. Damit man einen Aussätzigen sogleich von wei- ,tem erkennen konnte, mußte er seine Kleidung an der Seiteaufreißen, sein Haar wachsen lassen und seinen Mund ver-hüllen, um nicht durch seinen Athem den Nahenden gefährlichzu werden. Kam ihm Jemand zu nahe, so mußte er rufen:Ich bin unrein!" Jesus berührte den Kranken, der zu ih">getreten war, und vollendete an ihm die Heilung. Hieraufforderte er ihn auf, sich dem Priester zu zeigen und das ge-setzliche Opfer darzubringen. Denn nur die Priester konnte»