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Die Reisen Jesu oder Beschreibung u. Schilderung des jüdischen Landes u. seiner Bewohner : mit 12 Kupfern u. 1 Kt.
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Reisen Jesu der zweiten Periode rc. 199

theils aber auch Kranke von ihm heilen lassen wollten. So-gleich begann der edle Menschenfreund, den Wünschen der Ver-sammelten nachzukommen, heilte die Gebrechlichen und befreiteauch die sogenannten Besessenen von ihrem Uebel. Aber erwollte auch auf ihren Geist wirken, und so begab er sich wie-der auf die Anhöhe und hielt nun an die versammelte Mengejene ausgezeichnete Rede, welche die Bergpredigt genanntwird (Matth. 5 7), und von welcher eben jene Höhe derBerg der sieben Seligkeiten genannt wurde, weil Jesus imAnfange seiner Rede mehreremaleSelig sind u. s. w." sagte.In dieser Rede sprach er die allgemeinen Grundsätze seinerLehre aus; erklärte er, in welchem Sinne und in welcher Be-ziehung die Gebote, die durch Moses gegeben worden waren,von dem Bürger des Gottesreichs beobachtet werden müßten;warnte er vor Heuchelei und suchte er überhaupt zur ächtenMenschenliebe, zum würdigen Gottvertrauen und zur wahrenGottergebenheit zu bewegen. Auch ertheilte er mehrere Be-lehrungen, die seine Jünger insbesondre angingen und lehrtesie beten. Alles dieses that er auf eine so ergreifende Weise,daß seine Zuhörer abermals bekannten, sie hätten noch keinenLehrer also sprechen gehört.

Man kann zwar nicht mit Gewißheit behaupten, daß dersogenannte Berg der sieben Seligkeiten auch wirklich derselbesey, auf welchem Jesus jene Rede hielt; aber neuere Reisendeversichern, daß er zu jenem Vorgänge am besten gepaßt habe,weil er einen abgeplatteten Gipfel hat und seine Seiten sehrsanft abwärts laufen, so daß die Menschen recht gut an ihmherum stehn konnten. Die Stelle, wo Jesus damals, wäh-rend er die Rede hielt, gestanden haben soll, nennt man dieSteine der Christen, weil sich einige Felsenstücke dort be-finden. An diese soll sich Jesus während seines Vortragsangelehnt haben. Noch jetzt sieht man an jenem Orte aufder Morgenseite des Berges, die Ueberreste einer Kapelle,welche zum Andenken an Jesu Verweilen aus diesem Bergedaselbst erbaut worden war. Nahe dabei befindet sich eineCisterne. Sonst soll dort auch ein Kloster gestanden ha-ben, wovon jedoch gar keine Spuren mehr vorhanden sind.Der Berg ist größtenteils steinig und rauh; aber da, wo