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Die Reisen Jesu oder Beschreibung u. Schilderung des jüdischen Landes u. seiner Bewohner : mit 12 Kupfern u. 1 Kt.
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Viertes Buch.

Während er noch seine Gegner abzufertigen suchte, kamJairus, der Obcrvorstehcr einer Synagoge, und bat ihn in-ständig, sich zu seiner Tochter zu begeben und diese von, Todezu retten. Jesus, der gern dem Vertrauen zu entsprechensuchte, das man ihm schenkte, stieg sogleich auf und folgtedem Bittenden. Aber kaum war er aus dem Hause getreten,so umringte ihn auch eine große Menge Menschen, die mirihm zogen. Unter diesen befand sich eine Frau, welche seitlanger Zeit öfteren Blutverlust erlitt, ohne daß ihr die znRathe gezogenen Aerzte Hülfe schaffen konnten, obgleich sieihr ganzes Vermögen daran verwendet hatte. Diese hegte znJesu das Vertrauen, daß sie blos durch die Berührung seinesGewandes Genesung gewinnen würde; daher drängte sie sichzu ihm und faßte den Saum seines Kleides an; und was siegehofft, erfolgte wirklich; sie sah sich geheilt. So unbemerktsie dieses aber auch gethan zu haben meinte, so wußte Jesusdoch, was vorgegangen war. Als er daher fragte, wer ihnberührt habe? so bekannte sie furchtsam ihr Unterfangen.Jesus aber, erfreut über ihr Vertrauen zu seiner Kraft, lobtesie und bekräftigte ihre Heilung.

Dieses Ereigniß hatte ihn auf seinem Wege nach desJairus Behausung etwas aufgehalten. Als er hernach weiterging, kamen Leute des Synagogenvorstchers und brachten die-sem die Nachricht, daß seine Tochter gestorben sey. Da siemeinten, daß er Jesum nun vergeblich in sein Haus bemühe,so suchte dieser den betrübten Vater zu beruhigen und eilte,nur von demselben und seinen vertrautesten Jüngern begleitet,vorwärts. Als er in der Wohnung des Jairus anlangte,hörte er schon Trauermusik und Klaggeschrei. Denn die Ju-den pflegten, sobald Jemand von den Ihrigen gestorben war,Musiker und Klageweiber zu miethen, damit jene bei der LeicheTrauermusik machten, und diese weinten und wehlklagtc»,weil man viel Werth darauf legte, bei seinem Tode rechtbeklagt zu werden. Der dadurch entstandne Lärm gefiel Jesunicht,Was soll das?" rief er;das Mädchen ist ja nicht j

todt, sondern sie schläft nur." Und während er so sprach, ^

trieb er Alle aus dem Gemache hinaus und rief nun in Ge- -gemvart seiner Jünger und der Eltern des Mädchens die leb-