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Die Reisen Jesu oder Beschreibung u. Schilderung des jüdischen Landes u. seiner Bewohner : mit 12 Kupfern u. 1 Kt.
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Reisen Jesu der zweiten Periode rc. 191

gelesen werden muß, wie man es auch richtig bei Lukas undMarkus findet. Die Stadt Gadara, die zu den zehn Städ-ten gehörte und die Hauptstadt von Peräa und befestigt war,Nag an dem Flusse Hieromax, der jetzt Scheriat-Ma-- nadhre genannt wird. Sie war um einen Hügel gebaut,i der die größte Höhe in jener Gegend ausmacht, und bildete/ beinahe ein Viereck, das sich eine halbe Stunde in die Längeerstreckte und etwas weniger in der Breite hatte. Nach Jo-sephus war diese Stadt durch Pompejus ausgebaut, vergrö-ßert und verschönert worden. Jetzt liegt das DorfOmkeis^ auf der Stelle des alten Gadara, in dessen Nähe man nochviele Höhlen in dem dort befindlichen Kalkfelsen antrifft,die früher als Begräbnißgewölbe benutzt wurden, jetzt abertheils zu Wohnungen eingerichtet sind, theils leer stehn undnoch Bruchstücke von Sarkophagen, oder auch noch vollstän-dige steinerne Särge enthalten. Von der alten Stadt trifftman noch ansehnliche Ruinen an. Man findet Trümmer vontrefflichen Bildhauer-arbeiten aus Basalt, eine Menge von Säu-lenschästen, auch Spuren von zwei Theatern und sogar stel-lenweis noch das Steinpflaster der Hauptstraße der altenStadt daselbst. Die Einwohner von Gadara waren Juden,Griechen und Syrer; von denen die beiden letztern starke Vieh-zucht trieben und besonders auch viele Schweine hielten.

Eine Stunde nördlich von Gadara befinden sich heißeSchwefelquellen, welche die Römer sehr schätzten und allen! andern Heilquellen, die Bäder von Bajä ausgenommen, vor-s zogen. Die eine dieser Quellen, welche jetzt Hhammam-s el-Scheikh, die Herren-Quelle, genannt wird, befindet sich! in einem engen Thale und sprudelt in einem Becken hervor,>s einen Umfang von 40 Fuß hat, 5 Fuß tief ist und von; den Ueberresten alter Mauern und Gebäude umringt wird.Diese Quelle enthält so heißes Wasser, daß man kaum dieH6,d darin halten kann. Sie bildet einen kleinen Bach, der, an seinem Rande eine dicke, gelbe, schwefelhaltige Rinde ab-seht und sich bald in den Fluß Hieromax ergießt. Ueber demBecken der Quelle steht ein offenes gewölbtes Gebäude mitdem Bruchstücke einer Säule, an welches sich hinten noch meh-rere gewölbte Gebäude anschließen. Noch jetzt wird diese Quelle