Reisen Jesu der zweiten Periode rc. 177
Sebaste ihr gewöhnlicher Name. Ihre Lage war sehr vor-theilhast; denn sie stand auf einem langen eiförmigen Hügel,war von einem fruchtbaren Thal umgeben, welches anmuthigeHügel ringsum einschließen, und lag 8 Meilen nördlich vonJerusalem entfernt. Nach Jesu Tode wurde in ihr eine derersten christlichen Gemeinden gegründet (Apostelg. 8.); auchbefand sich in der Folge der Sitz eines Bischofs daselbst.Bon dieser einst schönen Stadt trifft man jetzt nur wenigeRuinen an. Man sieht auf ihrer Stelle mehrere Marmor-säulen, die zum Theil noch stehn, zum Theil aber darniederliegen, die Trümmer einer Wasserleitung und einzelne Mauer-überreste; aber anstatt der prächtigen Paläste und schönen Häu-ser, die sonst hier dem Blicke sich boten, sieht man jetzt nurerbärmliche Höhlen, in denen arme Araber wohnen. In Se-baste soll Johannes der Täufer von seinen Schülern begrabenworden seyn; wenigstens hatte die Kaiserin Helena eine demedlen Vorläufer Jesu geweihte Kirche daselbst erbauen lassen,die jetzt zum Theil verfallen ist und aus deren einem Theiledie Türken eine Moschee gemacht haben. Das Grab des Täu-fers Johannes zeigt man daselbst in einer unterirdischen Ka-pelle, in die man auf 23 Stufen hinabsteigt, zwischen denGräbern der Propheten Elisa und Obadja.
Vier Stunden nordöstlich von Samaria lag die alte StadtZesreel, auch Esdraela und Stradela genannt, aufeinem Hügel in der Ebene gleiches Namens und in dem Ge-biete des Stammes Jssaschar. Es war eine ansehnliche Stadti» der Provinz Samaria. In ihr hatte der König Achabeinen Palast, aus dessen Fenster die Königin Jsebel, AchabsGemahlin, herabgestürzt wurde (2. König. 9, 33.). Zur Zeitder Kreuzzüge soll auf der Stelle dieser Stadt ein FleckenNamens Klein-Gerin gelegen haben.
Nordwestlich von Jesreel lag Sunem, eine Stadt imGebiete des Stammes Jssaschar (Jos. 19, 18.), südlich vomBerge Thabor, bei welcher die Philistäer sich lagerten, alssie gegen Saul zu Felde zogen und jene Schlacht lieferten,»ach welcher Saul sein Leben durch Selbstmord endigte (1. Sam.28, 4.). Aus dieser Stadt war die schöne Abisag gebürtig,die oer König David in seinem hohen Alter noch heirathete
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