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Die Reisen Jesu oder Beschreibung u. Schilderung des jüdischen Landes u. seiner Bewohner : mit 12 Kupfern u. 1 Kt.
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171
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Reisen Jesu der zweiten Periode rc. 171

Kakham genannt, wegziehn darf. Am ersten Tage des Pas-- sahfestes schlachten und braten die Samariter ein Lamm undverzehren es um Mitternacht in ihrer Synagoge; beim Gebetrichten sie sich mit ihrem Angesichts gegen den Berg Garizim.Sie sind nicht vermögend und leben von einem unbedeutendenHandel und von Handarbeiten; auch gibt es Wechsler un-ter ihnen.

In Samaria verweilte Jesus bei und in Sichern oderSychar, einer alten Stadt, die jetzt Naplusa, Naplosa,Na blos oder Naplus genannt wird. Der Name Sichernbedeutet Schulter, und diesen Namen bekam die Stadt wahr-scheinlich von ihrer Gestalt. Manche meinen hingegen, derFürst Chamor habe sie erbaut und nach seinem Sohne Si-chem genannt. Sychar aber erklärt man durch Lüge oderdurch Sitz der Trunkenheit, und dieser Name wurde jenerStadt von den Juden aus Spott gegeben und war alsdannbei ihnen der gebräuchlichste Name Sichems geworden. DieseStadt lag 7 Meilen nordwärts von Jerusalem und 2 Stun-den südlich von Samaria. Ohngeachtet der Verwüstung, welchePalästina in verschiedenen Zeiten, vorzüglich durch die Türken.erlitten hat, zeichnet sich das heutige Sichern doch noch vor-theilhaft unter andern Städten des gelobten Landes aus undist nicht viel kleiner als Jerusalem. Die Stadt liegt zumTheil an dem Abhänge eines Hügels, zum Theil breitet siesich in der Ebene oder vielmehr in einem Thalgrunde aus,der gegen Mittag von dem Berge Garizim, und gegen Mit-ternacht von dem Berge Ebal eingeschlossen wird und nichteine volle Viertelstunde breit ist. Die Häuser der Stadt sindniedrig, aber hübsch gebaut und zwar von einer Steinart, dieihnen fortwährend ein neues Ansetzn gibt, wovon sie wahr-scheinlich auch den Namen Neapolis, Neustadt, bekam, auswelchem durch Abkürzung Naplus gemacht wurde. In derStadt findet man einen schönen Brunnen, in welchen manauf 12 Stufen hinabsteigt und der aus einer Art von Grottebesteht, die 45 Fuß ins Gevierte mißt und in deren Mittesich die Quelle befindet, die einen Umfang von 4 Fuß hat.Von ihm gehn Wasserleitungen aus, die das Wasser in alleTheile der Stadt führen. Die Reisenden sind entzückt von