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Die Reisen Jesu oder Beschreibung u. Schilderung des jüdischen Landes u. seiner Bewohner : mit 12 Kupfern u. 1 Kt.
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Viertes Buch.

über die noch vorhandenen Samariter. Ihm haben wir fol-gende Kunde von ihnen zu verdanken.

Die Samariter haben sich unter allen Stürmen und Um-gestaltungen, welche Palästina erfahren hat, bis zum heutigenLage, freilich nur in geringer Anzahl, erhalten. Sie besitzennoch ihre Religion, ihre Sprache, ihre heiligen Bücher undden Hauptort ihres Gottesdienstes. Man trifft sie nur nochin Naplusa, dem alten Sichem, und in Jaffa, obgleich sieselbst meinen, daß sie noch Glaubensgenossen in Aegypten undin Frankreich hätten. Sonst soll es auch Samariter in Da-maskus, Gaza, Askalon und'area in Palästina gegebenhaben, die nach der Behauptung der noch Vorhandenen vor !

600 Jahren nach Frankreich geführt worden wären, wovon '

aber die Geschichte nichts weiß. Vor ungefähr 100 Jahren '

verschwanden die in Aegypten befindlichen. Die Zahl der setz! i

in Naplusa und Jaffa noch vorhandenen Samariter beläust ^

sich^ Männer, Weiber und Kinder zusammengerechnet, auf l

200 Personen, die 30 Familien ausmachen. ^

In ihrer Kleidung zeichnen sie sich durch einen weißen ^Turban aus, den sie an den Sabbathen und Festtagen auf-setzen. Wenn sie ihre Synagoge besuchen, so tragen sie weiße '

Kleider, und beobachten überhaupt Alles, was das Mosaische !

Gesetz ausdrücklich vorschreibt, auf das Genaueste; verwerfen '

aber den Talmud und alle rabbinischcn Zusätze. Uebrigens '

haben sie die Verehrung des einen wahren Gottes, die Be- ^

schneidung, die Reinigungen und die Feste, außer dem Lein- '

pelwcihfeste, mit den Juden gemein. Auch glauben sie an ^

Engel, an die Auferstehung und eine Vergeltung nach dein ^

Tode, und hoffen auf einen Messias. Sie halten sich abgk- i

sondert von den Türken, Juden und Christen, und verhcira- i

then sich nur unter einander. Sie bewohnen in Naplusa einenbesondern Theil der Stadt, der Bhadexa heißt und JakobsEigenthum gewesen seyn soll. Ihre Häuser stehn unter einan-der in Verbindung. In einem derselben, in dessen ersten Stock-werke ist ihre Synagoge. Diese besteht aus drei Andachts-zimmern, von denen das mittelste das Allerheiligste ausmacht.

Hier liegen auf einem Altare die fünf Bücher Mosis, die miteinem Vorhänge verhüllt sind, den nur der Hohepriester,