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Die Reisen Jesu oder Beschreibung u. Schilderung des jüdischen Landes u. seiner Bewohner : mit 12 Kupfern u. 1 Kt.
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Drittes Buch.

um sie und behandeln sie verächtlich. Sie müssen zur Aus-zeichnung, so wie auch die Christen, einen blauen Turban tra-gen. Sie haben sieben Vorgesetzte, welche Prokuratoren oderBevollmächtigte heißen und von ihnen selbst ernannt werden.Ihre Todten begraben sie heimlich bei Nacht in dem ThaleJosaphat. Viele Juden kommen erst in ihrem späten Alternach Jerusalem, um in diesem Thale begraben zu werde»;auch glauben sie gewisser Strafen nach dem Tode überhobenzu seyn, wenn sie in Palästina ihr Leben beschließen. Uebri-gens hoffen sie noch immer auf die Erscheinung des Messias.

Die Christen trieben sonst einen einträglichen Handel mitReliquien, Heiligenbildern und heiligen Geräthschasten, alsCrucifixen, Rosenkränzen und dergleichen mehr, und gewannendadurch den ziemlich hohen Tribut, den sie entrichten müssen.Jetzt aber geht jener Handel nicht mehr so gut, und deshalbsind sie übler daran. Viel bringen die Pilger ein, welchehauptsächlich zum Osterfeste in Jerusalem eintreffen, wo sichihre Zahl auf 4000 beläuft. Die meisten davon sind Gcle- l

chen und Armenier; aus den andern Landern Europas kom- <

men vorzüglich Spanier und Portugiesen; Franzosen undDeutsche sind seltener, und die Jtaliäner am seltensten. Unter lden Pilgern sind freilich auch eine Menge Bettler, die Nichts ^ 'einbringen. ! r ^

An Lebensmitteln ist in Jerusalem kein Mangel; denn ^ -Früchte und Küchengewächse sind hinlänglich zu haben, vor-züglich Datteln, Feigen, Granatäpfel, Limonien, Pflaumen, >Weintrauben, Pomeranzen, Citronen, Melonen und Olive», ' ^auch Kohl, Blumenkohl, Spinat, Lattig, Endivien, Rüben, -Rettige, Gurken und Zwiebeln, wovon jedoch das Meiste ausRama, Jaffa und Gaza kommt. Die Hauptnahrung der Ein-wohner Jerusalems besteht hauptsächlich in Linsen und großen ;Bohnen und in Pilau. An Fleisch hat man vorzüglich Schöpsen- z,und Ziegenfleisch, Wildpret, Hühner und Tauben; Rind-und >Kalbfleisch aber und Gänse und Enten sind seltner. Der Wein, sbesonders der von Bethlehem, ist gut. !

Oberherr der Stadt war bisher der Pascha von Da-!maskus, der einen Aga als Stellvertreter darin hatte, zuwei-len aber selbst hinein kam, um die Steuern einzutreiben, wo-