Reisen Jesu der ersten Periode rc. 157
durch er die Einwohner jedesmal in Schrecken setzte, weil ersehr hart war. Ob aber jetzt diese Einrichtung bleiben wird,ist die Frage, da der Pascha von Aegypten ganz Palästinaund Damaskus erobert hat.
Unter den heiligen Oertern und merkwürdigen Gebäudendes heutigen Jerusalems ist die Grabeskirche für die Chri-sten das wichtigste, die später beschrieben werden soll.
Ohngefähr 200 Schritte von dieser Kirche erblickt man' die Ruinen des Hospitiums der Johanniter-Ritter,die später die Rhodiser- und Maltheserritter hießen. Sie neh-men einen Raum von 500 Schritten ins Gevierte ein undzeigen, daß das ehemalige Hospitium eine Art von Festung, gewesen ist. Der Platz steht fast ganz öde, und nur auf deröstlichen und westlichen Seite desselben sind kleine Häuser an-gebaut. Hier war jener geistliche Ritterorden entstanden,der sich zur Beschützung der Pilger bildete, noch vor der christ-lichen Herrschaft, und von dem Khalifcn in Aegypten die Er-laubniß erhielt, in Jerusalem ein Haus zu bauen. Unter derchristlichen Herrschaft wurde dieser Orden sehr begünstigt.
Das lateinische Kloster St. Salvator oder das Fran-ziskanerkloster liegt zwischen dem Bethlchemer- und Da-maskus-Thore und bildet die nordwestliche Ecke der Stadt.Es ist das vornehmste Kloster in Jerusalem und besteht ausmehreren mit einander verbundenen Gebäuden. Es hat einendüstern Eingang, einige unregelmäßige Klostergänge, an denensich die ziemlich düstern Pilgerkammern befinden, drei Höfeund zwei kleine Gärten. Auch besitzt es eine schöne Kirche.In diesem Kloster findet jeder Christ, zu welchem Bekenntnißer auch gehören mag, eine freundliche Aufnahme. Jeder be-kommt ein kleines Gemach und Mittags und Abends jedesmaldrei Gerichte mit einer Flasche guten Wein. Man kann ei-nen, auch zwek Monate darin bleiben und bekommt keine Ko-stenrechnung; sondern die vermögenden Pilger geben bei ihrerAbreise dem Procurator des Klosters ein ihren Mitteln ange-messenes Geschenk, mit dem Bemerken, dafür Messen lesen zulassen. Sonst bekam das Kloster reichliche Almosen aus allenchristlichen Staaten zugeschickt, jetzt geschieht dieses aber nurnoch von Spanien, Portugal und Italien. Auch hatte es