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Reisen Jesu der ersten Periode rc. 155
6) Das St. Stephansthor, ebenfalls auf der Morgen-seite in der Nähe des ehemaligen Tempels und auf der Stelle,wo früher daS Viehthor war. Stephansthor heißt es, weilStcphanus vor ihm gesteinigt worden seyn soll. Es heißtauch das Thor der Jungfrau Maria, weil es zu dem Grab-male der Maria führt. 6) Das Ephraim- oder Hero-des-Thor, das auf der Mitternachtsseite steht, und nebstdem Mistthore das kleinste ist. Es ist dem Publikum nicht ge-öffnet, sondern führt in den Garten eines Privatmannes. 7) DasDamaskusthor, ebenfalls auf der Mitternachtsseite, durchwelches sonst die Pilger einzogen. Durch dasselbe geht derWeg nach Akka und nach Damaskus.
Unter den Straßen Jerusalems sind: die Straße desSäulenthors, die von Nord nach Süd durch die Stadtläuft; die Straße des großen Bazar, welche von Westnach Ost sich erstreckt, und die Schmerzensstraße, dievon dem Stephansthore bis zum Calvarienberge geht, die vor-züglichsten. Außerdem gibt es noch: die Türkengasse; die Chri-stengasse, welche von der Grabeskirche bis zu dem Franzis-kanerkloster geht; die Armeniergasse von dem Schlosse der Pi-saner morgenwarts; die Judengasse, in welcher sich die Fleisch-bänke befinden; die Gasse bei dem Tempel; die Gasse derMorgenröthe und die Gasse der Barbaresken oder Abendländer.
Die Zahl der Einwohner von Jerusalem soll nach neuernNachrichten bei weitem nicht so hoch steigen, als man gewöhn-lich angibt, sondern nur gegen 10,000 betragen. Sie bestehnin Arabern, Syrern, Türken, Griechen, Juden, Armeniernund Kopten. Römischkatholische Christen befinden sich gegen200 Familien daselbst. Die Türken und Araber haben Bc-zetha und den ganzen östlichen Theil der Stadt inne, wohnenaber auch zerstreut in den übrigen Stadtvierteln. Die Judenhaben in Jerusalem das traurigste Loos; denn sie müssen sichin dem Theile der Stadt zusammendrängen, der zwischen denBergen Zion und Moriah liegt. Hier haben sie drei Syna-gogen, aber unter der Erde, und ein Hospital und Pilger-haus» Sie sind beständig Gelderpressungen und den ärgstenMißhandlungen ausgesetzt; daher schleichen sie gebückt undarmselig einher. Die übrigen Einwohner kümmern sich wenig