Druckschrift 
Die Reisen Jesu oder Beschreibung u. Schilderung des jüdischen Landes u. seiner Bewohner : mit 12 Kupfern u. 1 Kt.
Entstehung
Seite
147
Einzelbild herunterladen
 

Reisen Jesu der ersten Periode rc. 147

Einige hundert Schritte von dem Dorfe zeigt man nocheine Quelle, aus welchem das Wasser geschöpft worden seynsoll, das Jesus in Wein verwandelte. Sie ist schön und gibt soreichliches Wasser, daß sie einen Bach bildet, der längs durchdas Dorf fließt und dessen Gärten bewässert. Man steigt zuder Quelle, die mit gehauenen Steinen umgeben ist, aufzwei Treppen ziemlich tief hinab; daher ist aber auch dasWasser frisch und sehr erquickend. Sonst war eine Kapelledabei, die aber von den Türken verwüstet worden ist.

XIII.

Jesus reist von Kana nach Kapernaum.

<Joh. 2 . 12.)

Nach der Hochzeitsfeier zu Kana begab sich Jesus mitseinen Jüngern, die jetzt noch festeres Vertrauen zu ihm ge-wonnen hatten, in Begleitung seiner Mutter und seiner Brü-dcr, wie der Evangelist sagt, nach Kapernaum. Ob die er-wähnten Brüder leibliche Brüder, Söhne seiner Mutter, odernur Stiefbrüder, Kinder aus der ersten Ehe Josephs waren,läßt sich nicht völlig entscheiden; doch ist es wahrscheinlich,daß Jesus keine leiblichen Brüder hatte, und daß der Evan-gelist hier nur nahe Verwandte meint, vielleicht leibliche Vet-tern von Jesu, die nach Sitte der Juden seine Brüder hei-ßen konnten. Diese Reise ging ostwärts, da Kapernaum amSee Gcnesareth lag, und betrug ohngefähc 16 Stunden.Warum Jesus diese Reise unternahm, wird nicht gemeldet;vielleicht veranlaßten ihn diejenigen seiner Jünger dazu, die dortzu Hause waren; oder er begab sich nach Kapernaum, weildort ein lebhafter Verkehr war und er um so mehr bekanntwerden konnte, noch ehe er nach Jerusalem zum Osterfeste ging.

Nördlich von Kana findet man jetzt einen Ort Saphet,der die Stelle der ehemaligen Festung Bethulicn, die durchdie Judith berühmt wurde, einnehmen soll; doch setzen MancheBethulicn eine Stunde weiter ostwärts. Dieses Saphet solleine alte Stadt im Gebiete des Stammes Naphthali gewesenseyn. Sie lag auf einer bedeutenden Höhe im Gebirge Naph-thali, und zog sich an dem Abhänge eines Berges, herab,

10 *