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Drittes Buch.
da es bei dem Mahle bald an Weine fehlte, wahrscheinlichweil man nicht auf die fünf Jünger gerechnet hatte, die Je-sus mit sich brachte. Maria machte ihren Sohn daher aufdiesen Mangel aufmerksam, weil sie durch ihn Abhülfe hoffte;und Jesus bat sie, deshalb völlig unbesorgt zu seyn. In derNähe standen sechs steinerne Wasserkrüge, die nach der Sitteder Juden Wasser enthielten, um vor und nach der Mahlzeit diegewöhnliche Reinigung der Hände vornehmen zu können, unddie von einer solchen Größe waren, daß jeder 7 bis 10 un-serer Maße fasten mochte. Diese Krüge ließ Jesus mit Was-ser füllen und überlieferte sie hierauf dem Speiscmeister vollWein, ohne daß wir misten, auf welche Weise dieses ge-schehn konnte ^).
Die Kaiserin Helena ließ auf der Stelle des Hauses, inwelchem jene Hochzeit gefeiert worden war, eine Kirche er-bauen, die noch steht, aber von den Türken als eine Moscheebenutzt wird. Diese Kirche, die eine ansehnliche Größe hat,gleicht einem Saale von 40 Schritten Länge und 20 Schrit-ten Breite. Die Kuppel in der Mitte desselben wird vonSäulen oder Pfeilern getragen, durch welche die Kirche gleich-sam in zwei Schiffe ohne Seitenflügel getheilt wird. Unter-halb derselben ist eine Kapelle, die sich an dem Orte befindensoll, wo die Krüge standen und wo Jesus das Wasser inWein verwandelte. Am Portale der Kirche sind drei Krügein halb erhabener Arbeit abgebildet, die an Gestalt den Blu-menvasen gleichen, mit denen man bei uns die Altäre zuschmücken pflegt, nur daß ihr Bauch nicht so rund, sondernetwas viereckig ist. Der mittlere ist auch etwas größer alsdie beiden andern.
Von Kana sind jetzt noch Trümmer vorhanden, unterdenen Hütten stehn, die ein Dorf bilden, das von ohngcfähc100 Arabischen Familien bewohnt und Kcfer Kann« ge-nannt wird. Die Umgegend ist fruchtbar und reich an Oel-baumpflanzungcn und Obstbäumen.
*) Johannes, welcher die Begebenheit erzählt, hatte wahrscheinlich keineKenntniß von dem Verfahren; Andere mochten eben so wenig davon wisse»,da, weil das Hochzeitsmahl bei Nacht gehalten wurde, die Dunkelheit ihnenkeine Beobachtung dessen, was geschah, gestattete.