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Drittes Buch.
so daß ein Haus über dem andern hervorragte. Auf demGipfel des Berges sieht man noch die Trümmer eines großenSchlosses mit einem Thurme, und anderer Gebäude, auch dieUeberreste eines großen viereckigen Thurmes, der wahrschein-lich zum Schutze des Ortes errichtet worden war. Uebrigensscheinen sonst noch mehrere andere beträchtliche Gebäude dagestanden zu haben, und man findet noch einige Kirchen, diein Moscheen umgewandelt worden sind. Saphct war mehr-mals erobert worden. Zur Zeit, wo das Christenthum dortherrschte, war es eine sehr ansehnliche Stadt; und daraufwurde es für die Juden gleichsam ein zweites Jerusalem ; dennes wohnte eine beträchtliche Anzahl derselben in Saphet; auchhatten sie dort ein großes Gebäude errichtet, in welchem sicheine schöne Synagoge befand, und die verschiedenen Sektender Juden besaßen Collegien daselbst. Die Juden drängtensich deshalb in so großer Menge nach Saphet, weil die Rab-biner, vorgaben, daß zu jener Zeit der Messias erscheinen werde.Noch im 17. Jahrhunderte versammelten sich mehr als 2000Juden am Psingstfeste zu Saphet. Dort sollen auch die Grä-ber einiger ihrer Heiligen seyn, nämlich der ersten Ver-fasser des Talmuds, welche in großer Armuth in einer unter-irdischen Höhle daselbst gelebt haben sollen. Diese verfaßtenden Talmud, das neuere jüdische Gesetzbuch, auf eine sehrgelehrte Weise und in kurzen Sätzen, um ihn allgemeiner ver-ständlich zu machen. Die Rabbinen zu Babylon aber erklär-ten ihn in langen Abhandlungen, und bildeten so den baby-lonischen Talmud, den viele Juden dem ältern, welcherder Talmud von Jerusalem heißt, vorziehn, weil derletztere etwas dunkler ist. Jetzt ist Saphet nur ein großerFlecken, der von Arabern und Juden bewohnt wird. DieJuden besitzen noch einige ärmliche Synagogen dort. Da dieJuden von den Türken sehr gedrückt wurden und immer Geldan sie zahlen mußten, so zogen sie sich nach und nach vonSaphet weg. Demohngeachtet ist es jetzt noch einer der an-sehnlichsten Flecken in Galiläa, weshalb auch die ganze Pro-vinz nach ihm benannt wird.
Manche setzen zwischen Kana und Kapernaum eine StadtNamens Naphthali, die zu den Zeiten Salomos bedeutend