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Die Reisen Jesu oder Beschreibung u. Schilderung des jüdischen Landes u. seiner Bewohner : mit 12 Kupfern u. 1 Kt.
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Reisen Jesu der ersten Periode rc. 143

Die Reise von Bethabara nach Kana betrug gegen 30Stunden; und da sie Jesus in drei Tagen vollendete, so hatteer sie wohl auf dem kürzesten Wege dahin gemacht. DieRichtung desselben ging gegen Mitternacht von Bethabara aus,und zwar anfänglich längs dem westlichen Ufer des Jordanshinauf. Hier kam er wohl nach Bethsitta (Richt. 7, 22.),einer Stadt im Gebiete des Stammes Manasse, nahe amJordan, bis zu welcher einst Gideon die Midianitcr verfolgte,von der aber jetzt keine Spur mehr zu finden ist.

Ueber Bethsitta lag Scythopolis, das früher Beth-sean, Haus der Ruhe, hieß (Jos. 17, 11.). Es gehörtedem Stamme Manasse, befand sich aber in dem Gebiete desStammes Jssaschar. Später war es die südliche Grenzstadtvon Galiläa; doch nennt es Josephus auch eine der ansehn-lichsten Städte in Dekapolis. Die Lage am Jordan war fürdie Stadt sehr Vortheilhaft. Den Namen Scythopolis, Scy-thcnstadt, soll sie von den Scythen bekommen haben, die denMetrischen König Cyaxares besiegt hatten und auf ihrem Zugenach Aegypten, 633 vor Christus, aus dieser Stadt eine Fe-stung machten und in ihr eine Kolonie zurückließen. Auchwar die Stadt größtentheils von Heiden bewohnt. Manchebehaupten jedoch, sie habe eigentlich Succothopolis, Hüt-tenstadt, geheißen, weil früher Nomaden in der dort befind-lichen fetten Weidegegend ihre Zelte oder Hütten aufgeschlagenhätten, und aus diesem Namen sey jener: Scythopolis, durchZusammenziehung entstanden. Auch nehmen Einige an, dieStadt habe auf beiden Seiten des Jordans gelegen und zwardas alte Bethsean an dem westlichen, die neue Stadt aber andem östlichen Ufer, und diese habe zu den zehn Städten ge-hört. In der Folge wurde sie die Hauptstadt von kalas-«rinn sscuncla, und später ein Bischofssitz. Jetzt findet manauf ihrer Stelle am westlichen Ufer des Jordans ein DorfNamens Bysan, das gegen 80 Häuser zählt, und bei wel-chem die Ruinen der alten Stadt liegen, die einen bedeuten-den Umfang haben, aber nur in großen Haufen behauenerSteine und einigen Bruchstücken von Säulen bestehn. An denTrümmern fließt ein Bach hin, der jetzt Mojet Bysanheißt. Die Einwohner des Dorfes sind den Räubereien der