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Die Reisen Jesu oder Beschreibung u. Schilderung des jüdischen Landes u. seiner Bewohner : mit 12 Kupfern u. 1 Kt.
Entstehung
Seite
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Drittes Buch.

nach Mitternacht läuft, hie und da von tiefen Schluchten durch-zogen wird und Höhlen von verschiedener Gestalt und Größeenthält. Man gelangt von dem Fuße des Berges bis zu demvierten Theile seiner Höhe nur durch mühsames Emporklim-men an einer ziemlich steilen Felsenwand, die mit vielen klei-nen Steinen bedeckt ist, welche unter den Füßen des Empor-steigenden fortrollen und ihn leicht ausglciten lassen können.Sobald man den vierten Theil der Höhe des Berges erstie-gen hat, gelangt man auf einen engen Fußsteig, der zu einerschmalen Treppe von 30 Stufen führt, die an einem schauer-lichen Abgrunde hinaufgeht, an dessen Rande man mit dergrößten Lebensgefahr weiter klimmen muß. Denn es befindensich daselbst nur einzelne hervorragende Steine, auf welche mandie Füße setzen, und an denen man sich mit den Händen an-halten kann. Man muß also auf allen Vieren hier cmpor-klettern; wenn aber ein solcher Stein wankte oder losriß, sowürde man rettungslos in den Abgrund hinabstürzen. Vieleder Reisenden steigen daher auch nur bis zu dem vierten Theileder Höhe des Berges, und danken alsdann Gott, wenn sievon da wieder wohlbehalten hinabgekommen sind, weil dasHerunterklettern noch weit gefahrvoller ist, als das Hinauf-steigen. Vielleicht war in frühern Zeiten der Zugang zurHöhe bequemer und weniger gefährlich, und wurde erst durchRegengüsse, Erschütterungen, oder menschliche Zerstörung er-schwert. Hat man aber jene gefährliche Stelle zurückgelegt,so gelangt man zu zwei natürlichen Felscngrottcn, in denenJesus seinen Aufenthalt während der 40 Tage genommen ha-ben soll, und von denen die eine das Vorgemach der andernbildet. Die letztere ist kleiner und sehr dunkel. In dem Hin-tergründe derselben zeigt man eine Nische, in welcher Jesus seinGebet verrichtet haben soll. Nach Andern hat er das in einerhöher gelegenen Grotte gethan, zu welcher man nicht minder ge-fahrvoll, als zu den vorigen durch Felsen emporklcttern muß.Diese Grotte ist beinahe vollkommen viereckig und hat fünfSchritte im Durchmesser. In der einen ihrer Wände ist eineNische angebracht, als hätte man eine Bildsäule hineinstellenwollen; vor derselben befindet sich eine Art von Altar und inder ganzen Höhle bemerkt man alte fast völlig verwischte Bil-