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Die Reisen Jesu oder Beschreibung u. Schilderung des jüdischen Landes u. seiner Bewohner : mit 12 Kupfern u. 1 Kt.
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Reisen Jesu der ersten Periode rc. 135

Nächte verweilte. Während dieser Zeit er äußerst wenig«nd begnügte sich mit der kärglichsten Speise, wie sie die Wüstebot, z. B. mit Pflanzenwurzeln, Heuschrecken und wildem Ho-nig, wovon Johannes lebte. Hier trat auch der Versucher *)zu ihm, der oft aus dem Menschen selbst hervortritt und ge-meiniglich die Vielvermögenden mehr heimsucht, als die Nie-drigen und Geringen, um ihn von dem heiligen Pfade abzu-ziehen und eine falsche Richtung ihm zu geben. Allein Jesuswiderstand jeder Versuchung, denn er räumte weder der Sinn-lichkeit Macht über sich ein, noch fröhnte er der Eitelkeit unddem Ehrgeize, noch ließ er Habsucht und Herrschsucht in sichhervortreten; er richtete seine Gedanken hin auf seinen himm-lischen Vater, hielt dessen heiligen Willen sich vor und be-dachte, daß Gott jedem eiteln Bestreben und Unterfangen sei-nen Beistand versagen muß, und so hatte der Versucher keineMacht über ihn, sondern mußte von ihm weichen.

Die Evangelisten berichten nicht, wo die Wüste lag, inwelche Jesus sich zurückzog; daher nimmt man allgemein an,daß es die wüste und rauhe Gegend war, die, nicht weit vomJordan, von Jerusalem nordöstlich gegen Jericho sich hinzieht,und welche die Reisenden nicht wild und traurig genug schil-dern können. Sie ist voll kahler, steinigter Berge und un-fruchtbarer Thäler, in denen wilde Thiere und Räuber Hau-sen, weshalb auch der Weg, der durch sie von Jerichonach Jerusalem geht, der blutige Weg heißt. Derhöchste unter den Bergen dieser Wüste, der auf der Mitter-nachtsseite derselben steil emporsteigt, wird Quarantania,der Berg des vierzigtägigen Fastens, auch wohl der Teu-fclsberg oder der Berg der Versuchung genannt. Erbesteht aus einem weißem, zerklüfteten Kalksteine und gewährteinen grausenvollen Anblick, da er völlig kahl ist und sich anihn eine Reihe von zackigen Felsen anschließt, die von Abend

*) Ohne Zweifel hatte Jesus seine Wersuchungsgeschichte seinen Jüngernselbst erzählt, und es war von ihm unbestimmt gelassen worden, wer die-ser Versucher gewesen, und durch welche Veranlassung oder aufweiche Weisedie Versuchung entstanden sey. Daher kommen die verschiedenen Vermu-thungen, durch welche man die Sache zu erklären sucht. Uebrigens kannman mit Match. 4, 10. die Stelle Mark. 8, 33. vergleichen, wo Jesus sei-nen Jünger Petrus auch einen Satan nennt»