Reisen der Eltern Jesu. 127
: ein Minareth steht noch vollständig, auf das 125 Stufenführen.
Auf jenem Wege, den jetzt die Eltern Jesu eingeschlagenhatten, soll auch die Stadt Michmas oder Machmas ge-legen haben, und zwar eine Tagereise von Jerusalem; alsonicht weit von dem heutigen Rama, Michmas war eine alteStadt in dem Gebiete des Stammes Ephraim, in der Näheeines Fclsenpaffes, der in militärischer Hinsicht wichtig warund wo Jonathan die Philistäer schlug (1. Sam. 14, 4.
> u. 5.). Zur Zeit des Kirchenhistorikers Eusebius war sie nochansehnlich; jetzt aber findet man keine Spur von ihr. Zwarwollen manche Reisende das Dörfchen Elbir auf ihre Stellesehen; allein Elbir kann nicht wohl das alte Michmas seyn,weil dieses in einer fruchtbaren Gegend gelegen haben soll,jenes Dörfchen aber in einer dürren Landschaft sich befindet,die voll nackter Berge ist. Die Sage nennt Michmas alsden Ort, wo Jesu Eltern auf ihrer Rückreise erst bemerkten,daß ihr Sohn zurückgeblieben war. Nach Andern soll diesesin Beer (Richt. 9, 21.) geschehn seyn, einer Stadt, dieManche auf den Weg von Jerusalem nach Sichem versetzen,und die ebenfalls eine Tagereise von der Hauptstadt entferntgewesen seyn soll. Die Stelle dieser Stadt nimmt wahrschein-lich das jetzige Elbir ein. Dieses ist ein kleines armes Dörf-chen, das auf einem Hügel liegt und von wenigen Arabernbewohnt wird. An dem Fuße des Hügels befindet sich eineQuelle, die reichliches und treffliches Wasser gibt, und aufdem Hügel sieht man mehrere Ruinen, unter denen sich dieeiner Kirche auszeichnen, welche die Kaiserin Helena auf derStelle, wo Jesu Eltern ihren Sohn vermißten, erbaut ha-ben soll.
Ferner konnten Jesu Eltern auf ihrer Rückreise.Lyddabesuchen, eine alte Stadt im Stamme Ephraim, auf der EbeneSaron. Sie wurde von dem Syrischen Könige DemetriusSoter von Samaria getrennt und an den Makkabäer Jona-thas gegeben, worauf sie zu Judaa gehörte (1. Makkab. 11,34.). In Lydda heilte -Petrus den gichtbrüchigen Aeneas,der acht Jahre lang darniedergelegen hatte (Apostelgesch. 9,32—35.), bei welcher Gelegenheit viele Einwohner der Stadt