128 Zweites Buch. Reisen der Eltern Jesu.
und der Umgegend zum Christenthum sich bekehrten. In demKriege mit den Römern wurde Lydda vom Cestius zerstört.Nachdem die Stadt wieder erbaut worden war, hieß sie Dios-polis, Stadt des Jupiters, weil man diesem wahrscheinlicheinen Tempel daselbst erbaut hatte. In der Folge wurde sieder Wohnsitz eines Bischofs. Jetzt ist Lydda ein Dorf, inwelchem die Griechen eine Kirche haben, die der König Ri-chard von England, als er in Palästina war, erbauen ließund dem heiligen Georg weihte, der dort den Märtyrertoderlitten haben soll. Früher befand sich eine Kirche dort, dieder Kaiser Justinianus hatte erbauen und reich ausschmückenlasten, die aber schon vor der Ankunft Gottfrieds von Bouil-lon in Palästina von den Arabern zerstört worden war. Auchzeigt man daselbst noch eine Marmorsäule als Ueberrcst einerKapelle, welche die Kaiserin Helena auf der Stelle des Hau-ses, in welchem der gichtbrüchige Acneas wohnte, erbaut ha-ben soll.
Von Lydda konnten die Eltern Jesu nach Antipatris gehnund nun in ihre Heimath auf demselben Wege vollends zu-rückkehren, den wir bei ihrer Rückkehr aus Aegypten kenne»gelernt haben.
Dieses ist die letzte uns bekannte Reise, die Jesus i»Gesellschaft seiner Eltern machte. Hinfort sehen wir ihn selbst-ständig auftreten, aber freilich erst in seinem dreißigsten Jahre.Von der Zwischenzeit schweigt die evangelische Geschichte. Nurdas wird berichtet, daß er als guter Sohn seinen Eltern folg-sam war und fortwährend an Einsicht und Kenntnissen zu-nahm, wodurch er Gott und Menschen wohlgefällig wurde.