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Die Reisen Jesu oder Beschreibung u. Schilderung des jüdischen Landes u. seiner Bewohner : mit 12 Kupfern u. 1 Kt.
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Zweites Buch.

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deutlich, die sie umgab und die aus großen rothen Backstei-nen besteht« Diese Mauer ist ohngefähr 60 Fuß dick und12 bis 16 Fuß hoch und hat beinahe eine Stunde im Um-fange. Innerhalb derselben liegt eine Menge Schutt; auchtrifft man viele Mauer-reste daselbst an. Sonst stand in He-liopolis ein berühmter und prächtiger Sonnentempcl, von wel-chem nur noch wenige Bruchstücke übrig sind. Man bemerkteinen großen prächtigen Obelisk, der aus einem einzigen Gra-rütstücke besteht, ohngefähr 60 Fuß hoch ist und an seinemGrunde 12 Fuß ins Gevierte hat. Er steht einige Fuß tiefin der Erde und hat Hieroglyphen. Auch findet man nocheinen, aber ziemlich verstümmelten Sphinx daselbst von gel-bem Marmor und ricsenmäßiger Größe; denn er ist gegen 30Fuß lang. Er ist ebenfalls mit Hieroglyphen bedeckt. Jo-sephs Gattin Asnath war aus Heliopolis, die Tochter desSonnenpriesters Pothiphera.

Kaum eine Viertelstunde weit von Heliopolis, am Wegenach Kairo, liegt das Dorf Matarea, in welchem JesuEltern wenigstens einige Tage, wenn nicht die ganze Zeit ih-res Aufenthaltes in Aegypten, verweilt haben sollen. Diemeisten Gebäude dieses Dorfes sind Ruinen, werden abervon den Christen aller Confessionen, ja selbst von den Tür-ken und Arabern in Ehren gehalten. Nahe bei dem Dorfebefindet sich ein reichhaltiger und trefflicher Brunnen, der 10bis 12 Fuß tief ist, und dessen Wasser durch besondere Vor-richtung herausgehoben wird, worauf es sich in ein Beckenergießt, das von einem Gebäude umgeben ist. Dieser Brun-nen ist fast der einzige in jener Gegend, der trinkbares Was-ser enthält. Sonst lag dabei ein Garten, den man den Bal-samgarten nannte, weil man den BalsamstrauchoxodalsaMurri. darin zog, der einige Aehnlichkeit mitdem Granatbaume hat, dessen Blätter aber denen der Rautegleichen und dessen Holz röthlich ist. Seine Blüthen sindklein, weiß und wohlriechend. Er liefert den sogenannten Bal-sam von Mekka. Dieser Garten wurde durch jenen Brunnengewässert; er ist aber schon seit zweihundert Jahren einge-gangen. Noch jetzt zeigt man in der Nähe von Matareaeinen alten Maulbeerfeigenbaum, den die Franken den Mut-