Reisen der Eltern Jesu.
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ihrem Kinde geruht habe. Jetzt zeigt man nur noch dieStelle, wo sie gestanden; denn die Araber sollen sie vernich-tet haben.
Wenn man in dem Riesenthale, nach Bethlehem zu, soweit vorgeschritten ist, daß dieser Ort dem Auge sich bietet,so beginnt das Thal wieder angenehmer und fruchtbarer zuwerden, und nun kommt man zu dem Kloster des heili-gen Elias, das ebenfalls durch die Kaiserin Helena erbautwurde. Es hat eine ansehnliche Größe; seine Pforte wirdaber nur bei außerordentlichen Fällen geöffnet, und die Rei-! senden und wer sonst in dasselbe hinein will, werden daher in.! einem großen Korbe, den man aus einem Fenster herabläßt,gegen 50 Fuß hoch hinauf gezogen. Dem Kloster gegenüberzeigt man in einem Steinfelsen eine Vertiefung, welche derGestalt eines der Länge nach ausgestreckten ruhenden Menschenähnlich ist. Diese Vertiefung läßt die Sage weder als einNaturspiel, noch als durch Menschenhände verfertigt gelten,sondern sie macht daraus einen Eindruck, den der ProphetElias zurückließ, als er bei seinen Wanderungen durch Judäaauf diesem Steine ruhte. Auch behaupten die Mönche desKlosters, daß ihre Kirche auf der Stelle stehe, wo der Pro-phet Elias geboren worden sey.
Wahrscheinlich nahmen Jesu Eltern bei ihrer Rückkehr! nach Bethlehem ihren Aufenthalt nicht wieder in der Geburts-höhle. Diese hatten sie wohl bald nach der Geburt Jesu ver-lassen, um eine bequemere Wohnung sich zu schaffen, in welche^ sie auch jetzt zurückkehrten und in welcher sie alsdann von denMagiern aufgesucht wurden, da Matthäus (2, 11.) ausdrück-lich sagt, daß diese in ein Haus zu dem Kinde gegangenseyen*). Auch zeigt man jetzt, ohngefähr ein Viertelstünd-
.*) Magier wurden damals die Gelehrten des Morgenlandes genannt,vorzüglich solche, die in geheimen Wissenschaften erfahren seyn sollten undsich mit Sterndeuterei beschäftigten. Man kennt die wahre Heimath derMagier nicht, welche Jesum besuchten, daher halten sie Einige für Chal-daer. Andere für Araber, und noch Andere für Perser, weil es unter diese»Völkern Magier gab. Die Bibel gibt ihre Zahl nicht an, die Sage abernennt ihrer drei und ertheilt ihnen die Namen: Kaspar, Melchiornnd Dalthasar. Auch berichtet die Sage, der heilige Thomas habe siegetauft und sie hierauf zur Verbreitung des Christenthums in Indien ge-braucht, wo sie den Märtyrertod erlitten hätten. Mailand und Köln am