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Zweites Buch.
das Kloster zum heiligen Kreuz, in welchem sich grie-chische Mönche befinden. Es ist schön und hat eine ange-nehme Lage in einem Cypressenhaine. Die nächste Umgebungist fruchtbar und reich an Oelbäumen. In der Kirche dessel-ben, welche von mittlerer Größe ist und durch die KaiserinHelena erbaut wurde, zeigt man die Stelle, wo der Baunigestanden haben soll, von der das Kreuz Jesu verfertigt wurde*).Diese Stelle ist durch einen Marmorstein bezeichnet auf deinGrunde einer kleinen Nische, die sich unter dem Hochaltar«befindet und von einer immerwährend brennenden Lampe er-leuchtet wird.
Weiter nach Bethlehem zu ist jetzt das Riesenthal ein«öde Ebene von ungleichem und dürrem Boden, auf welchemnur hie und da ein Oelbaum steht. Ohngefähr drei Viertel-stunden von Jerusalem bemerkt man auf einem kleinen Hügelim Thale die Trümmer eines Gebäudes, das man das HauSSimeons nennt. Man glaubt nämlich, daß hier der alteSimcon, der sich über die Erscheinung des längst erwartete»!Messias freute, seine Wohnung gehabt Haber
Hierauf kömmt man zu der Cisterne der heili»gen drei Könige, oder des Sternes, einem Brünne»,!der an der Heerstraße sich befindet, und wo die Magier ausihrer Reise nach Jerusalem den Stern, der sie leitete, aus de»Augen verloren und erst als sie von Jerusalem nach Bethle-hem reisten, wieder erblickt haben sollen: Früher stand dabei
eine kleine Kapelle, von welcher jetzt aber nur noch einigeSteine vorhanden sind. Vor ohngefähr hundert Jahren sollnicht weit von dem Brunnen in der Mitte zwischen Jerusa-lem und Bethlehem noch eine Terebinthe gestanden habe»,die selbst von den Türken in Ehren gehalten worden sey, weilMaria auf ihrer Reise nach Jerusalem unter derselben mit
*) Won jeher gab es verschiedene Meinungen über das Holz, aus wel-chem das Kreuz Jesu verfertigt worden seyn soll. Wiele nehmen an, daßes von einem Oelbaume genommen worden sey. Dagegen behaupten Manche,man habe zu dem Kreuze nur Holz von Bäumen verwendet, die keine eßba-ren Früchte tragen, und daher will man Jesu Kreuz aus Cypressenholz be-stehn lassen. Beda glaubt, es sey aus Cypressen-, Cedern-, Fichten - undBuchsbanmholz zusammengesetzt gewesen; Chrysostomus aber will es wieaus den drei ersten Holzarten bestehn lassen. Nach der Meinung Neuer«bestand es aus Holz von der Stecheiche. !
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