Druckschrift 
1 (1832)
Entstehung
Seite
416
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Die Stalaktiten hängen in der Regel einzeln herab; sie wer-den nicht zu Gruppen verbunden getroffen, nur sieht manzuweilen zwei mit ihren Seitenflächen zusammengewachsen.Die Lava der Decke ist feinkörnig, etwas blasig und bestehtvorherrschend aus Augit; Feldspath- und Hornblende-Theile,auch Olivin - Körner finden sich darin. Gegen die unterestalaktitische Oberfläche werden die Blasenräume häufiger. —Ueberhaupt ist die basaltische Lava auf St. Michael ausge-zeichnet durch ihre eigenthiimlichen Gestalten *. Auf ihrerAussenfläche stellen sich die Massen ungefähr so dar, wieBlei, das im flüssigen Zustande in Wasser geworfen wor-den. Die Wandungen der Höhlen sind stellenweise, soscheint es, ganz bedeckt mit versteinerten Vegetabilien; manglaubt kolossale Trauben u. a. Früchte zu sehen, und da-zwischen nehmen gewisse Bau - Zierrathen ähnliche Theileund Nez - artige Gewebe ihre Stelle ein. Die glatte Ober-fläche der rundlichen Ilervorragungen hat das Aussehen vonunverglastem Porzellan und die gewöhnliche schwarze Farbeder Massen sticht mitunter ins Rothe. Nichts ist mehr ge-eignet, als diese vielartig gewundenen Tropfstein-Gebilde,um den flüssigen Zustand der Lava darzuthun. Wir besiz-zen ein Handstück schlackigen Basaltes, reich an Olivin-Theilen, von ausgezeichneter Stalaktiten-Form **. Die rundenTropfsteine, mitunter über 2" lang und im Durchmesserwechselnd von 3 bis 7" Linien , sind aussen rothbraun ge-färbt, stets zu mehrern miteinander verschmolzen und derLänge nach an einander gewachsen. Das Exemplar stammtvon Bourbon. — Hierher gehören ohne Zweifel auch diePhänomene vohFreycinet *** auf Ile-de-France in der basal-tischen Grotte de ia Petite-Riviere beobachtet, und E. IIof-mann f gedenkt entschiedener Laven - Stalaktiten, welche

* Imitative Lava nennt Webster das so geformte Gestein.

** S. oben S. 176. Nr. 45.

*** Vuyage autour du munde. Histurique. T. I, l re partie. pag. 378.

f Karsten , Archiv für Min. I. B., S. 309.