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Dritter Band (1833) M bis R
Entstehung
Seite
837
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. Rußland seit dem Jahre 1829 837

erlegten 15jährigen Zwangsarbeit einen Erlaß von fünf Zähren erhielten; 14 der-selben aber, die noch 8 Jahre bei den Zwangsarbeiten bleiben sollten, von densel-ben befreit und nach den Ansiedelungen in Sibirien versetzt wurden.

In der Finanzverwaltung wurden die bisherigen Einrichtungen und derdurch die Erfahrung erprobte Geschäftsgang mit Recht beibehalten, ,'n.dem derCredit des Staats darau-f beruhte. Die großen außerordentlichen Ausgaben, welcheder Krieg mit Persien, dann der mit der Pforte, hierauf der Feldzug in Polen unddie fortwährende Bekämpfung der räuberischen Gren^ölker am Kaukasus verur-sachte, erschöpften jedoch die gewöhnlichen Einnahmen und machten neue Anleihenunvermeidlich, wenn anders der Fortgang der Verbesserungen im Innern und dieAusführung nützlicher Unternehmungen nicht unterbrochen werden sollte. Schonder Feldzug 1828 gegen die Türken hatte dem russischen Staatsschätze 'an104 Mill Papierrubel-gekostet. Für die Kosten des Feldzugs 1829 wurde da-her eine Anleihe von 24 Mill. Gulden, in 37 Jahren zurück zahlbar, mit 5Procent Verzinsung, in Amsterdam mit dem Hause Hope und Compagnie abge-schlossen; 1831 wurden, da der Krieg den Staatskassen so viel Baares entzog, für30 Mill. Rubel Bankassignacionen, jedes Stück zu 250 Rubel, mit 4 ProcentZinsen, nach unL nach im Umlauf gebracht *); zugleich ward bei Hope eineneue Anleihe von 30 Mill. holländische Gulden negocirt, und am Ende desJahreS 1832 mußte zu Ergänzung des Reservecapitals des Reichsschatzes eine neueAnleihe unter vem Namen der vierten fünfprocentigen eröffnet werden. Die imFrieden zu Adrianopel stipulirten Entschädrgungsgeldrr konnten jene Kosten um soweniger decken, da sie in verlängerten Terminen bezahlt und durch die Großmuthdes Kaisers bedeutend vermindert wurden. Auch die den Landesgesetzen gemäßdurch Urtel und Recht ausgesprochene Confiscarion der Güter der nicht Ämne-siirten im russischen Polen sowie die Sequestration der Güter der nicht Am-nestirten im Königreiche Polen gewahrte nur ein trauriges Hülfsnrittel, umeinen Theil der Kosten zu bestreiten, die auf die Wiederherstellung der Ordnungund des Anbaus, auf die Versorgung der Witwen und Waisen und auf diePensionnirung der polnischen Offiziere gewendet werden mußten. Bei dem Stei-gen der Einnahme gewisser Zweige der Finanzverwaltung und bei der strengenOrdnung in dem Staatshaushalte des Innern war es möglich, daß während desKriegs kein Unternehmen und keine Zahlung stockte; sogar die planmäßige Ab-zahlung der auswärtigen Schulden dauerte ununterbrochen fort. Da nun auchder Finanzminister, General Graf von Cancrin, in Gemäßheit des Manifests vom7. (19.) Mai 1817, jährlich dem Conseil der Creditanstaltcn des Reichs die Rech-nungen derselben zur Durchsicht verlegte, und der Bericht darüber jedesmal veröf-fentlicht wurde, so blieb der Credit des Staats im Auslande unerschüttert. Nachder vvn dem Minister am 26. Jun. 1833 gegebenen Übersicht über den Stand derFinanzen beliefen sich am 1. Jan. 1833. 1) die Reichsschulden in Termin- undReinenschulden auf 863,249,849 Rubel in Bankasftgnationen. Zur Tilgung derSchulten hatte die Commission im vorigen Jahre zusammen 15,909,791 R.verwandt; im Tilgungsfonds waren 18,080,224 R. verblieben; 2) die in Um-lauf befindliche Masse von Assignationen blieb unverändert 595,776,310 R.;3) die Operationen der Reichsleihbank betrugen 1832 zusammen 335,110,000N.; 4) die Commrrzbank, deren Capital 30 Mill. R. beträgt, hatte 1832 einenreinen Gewinn von 1,852,441 R. Was den jährlichen Stand der Reichs-rinkünfte und der Staatsausgaben überhaupt betrifft, so sind die genauem Über-sichten desselben nicht zur öffentlichen Ken-ntniß gelangt. Man schätzt die Ein-künfte, ohne die von Polen, in runder Summe auf 300 Mill. Papierrubel.

*) Don diesen ReichsschatzbllletS wurden lm Nug. 18SL fünf Mill. vcniich'ttund im 2u . L8SZ ebkn'o viel, sodaß noch M Mill. in C>rcu!ation,bkiden.