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Pücller-Muskau
und die fortwährend gespannten kriegerischen Aussichten blieben indeß größer« Pla-nen hinderlich, die nur.entworfen und theilweise eingeleitet wurden. In diese Zeitfällt auch die Erscheinung eines Bandes Gedichte, als deren Herausgeber er sichnannte und deren eigenthümliche Vortrefflichkeit Grund gab, ihn auch für denVerfasser zu halten; dieser jedoch war der nachher berühmt gewordene LeopoldSchefer, ein geborner Muskauer, und dort sein täglicher Lebensgenüsse. Alsdie Russen rm Frühjahre 1813 in Berlin einrückten, hatte P. schon zum wei-tern Feldzuge sich angeschlossen, verfiel aber in eine schwere und langwierige Krank-heit, die ihm erst im Oct. an den Kriegsereignissm Theil zu nehmen gestattete; errrat als Major in russische Dienste und wurde Adjutant bei dem Herzoge vonSachsen-Weimar. Nach den Niederlanden vorgerückt, zeichnete er sich dorr inWaffenthaten und sonstiger entschlossenen und kraftvollen Thätigkeit aus. Unter demBülvw'schen Armeecorps focht er in mehren hitzigen Gefechten bei Antwerpen, mitden Engländern war er bei dem Sturm auf Merxen, mit den Russen unter GeneralGeismar zog er gegen Kassel; er nahm dem Feinde mehre Kanonen ab, und einemfranzösischen Husarenobersten, der weit vor die Fronte vorgekommen war, ritt er ganzallein entgegen, den angetragenen Zweikamps unter dem ruhigen Auschauen derbeiderseitigen Truppen ausnehmend, focht eine Zeit lang mit ihm herum und hiebihn zuletzt nieder. Er empfing für seine vielfachen Auszeichnungen mehre Ordenund die Ernennung zum Obecstlieutenant. In der nächsten Zeit beschäftigte er sichmit Errichtung eines Jägerregiments und verwaltete zu Brügge das Amt einesMilitair- und Ekvilgouverneurs. Nach dem Frieden von 1814 sandte ihn der Her-zog von Sachsen-Weimar als Courrier nach Paris an den Kaiser Alexander, wor-auf er wieder in die Freiheit des Privatlebens zurücktrat und zunächst England be-suchte, wo er über ein Jahr blieb und sich mit den Vorzügen des Landes, mit sei-nen Einrichtungen, Sitten und Tätigkeiten gründlich bekannt machte. Er kehrte1816 nach Muskau zurück, und begann nun dort nach selbsterdachten großartigenPlanen seine Parkschöpfungen, die er in den folgenden Ja -ren mit unverdrossenerBeharrlichkeit und muthiger Selbstanstrengung thätig fortsetzte, und die mit Rechtdie Bewunderung jedes Beschauers ansprechen; ein großes Gebiet Landes ist in einreizendes Paradies umgefchaffen, und der Werth dieser Schöpfung noch dadurcherhöht, daß mineralische Quellen von bedeutender Heilkraft dort die Errichtung ei-ner vollständigen Badeanstalt möglich machten, die unter dem Namen Hermanns-bad bereits in verdientem Rufe steht. In den Zwischenzeiten seiner schöpferischenArbeit befand sich P. abwechselnd in Dresden und Berlin, und an leyterm Ortewar es, wo er 1817, aus alter Neigung zum Gewagten und Abenteuerlichen, dieGelegenheit ergriff, mit der Lustschifferin Reichard eine Luftfahrt zu machen, dieganz glücklich ablief und ihm eine neue Art von Eelebrität gab. Der StaatskanzlerFürst von Hardenberg suchte damals die thatkrgftigen Talente für den Staat inAnspruch zu nehmen, und hatte in dieser Hinsicht auch P. schon längst ausgezeichnet.Dieser trat aber bald auch in verwandtschaftliche Beziehung zu ihm, indem er sich mitder Tochter desselben, der bisherigen Reichsgräsin von Pappenheim, vermählte. Er be-gleitete darauf den Staarskanzler zum Congresse nach Aachen, und reiste von hier nachParis, wo er mit seiner Gemahlin einige Zeit blieb. Der Staatskanzler dachte ihm1820 den Gesandtschaftsposten in Konstantinopel zu, dann aber wollte er ihn beiseiner Person in einem hohen Wirkungskreise für geeignete außerordentliche Fälleanstelle«, allein beiderlei Vorhaben kam nicht zur Erfüllung. Wegen persönlicherAuszeichnung sowol, als auch sich vereinigender Verhältnisse und besonderszum Ersatz mancher Gerechtsame und Vorzüge, welche P. bei Vereinigung derLausitz mit Preußen eingebüßt hatte, wurde er 1822 von dem Könige von Preu-ße» in den Fürstenstand erhoben. Immer aufs neue zu seinem schönen und.großenWirken in Muskau hingezogen, fuhr er. fort, mit. persönlicher Thätigkeit dort ein-