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fällt uns gar selten ein, daß sie Tro.pcn find.
Man kann aus gar vielerley Ab-sichten die Begriffe verwechseln. Ent-weder scheuet man sich die Sache ge-radezu zu sagen, weil sie etwas an-stößiges oder beleidigendes, oder auchblos etwas zu rohes hat. Daherentstehen mancherlei) Tropen. Sohalt man für anstandiger von einemMenschen zu sagen, er habe errvaaeilig gelcbr, als geradezu zu sagen,er habe sich mancherlei) den Körperschwächenden Wollüsten ergeben.Durch dergleichen Tropen kann manmanches sagen, das'sich geradezugar nicht sagen ließe. Diejenige ArtMenschen, die ein besonderes Stu-dium daraus machen, in dem gesell-schaftlichen Leben alles rohe, anstvs-sige, widrige zu vermeiden, die über-all Gefälligkeit und Zierlichkeit auzu>bringen suchen, haben ungemein vieltropische Redensarten, die ihnen ei-gen sind. Sie fallen aber auch leichtin das Gezwungene und Gezierte.
Man braucht aber auch Tropen inAbsichten, die jenen gerade entgegengesetzt sind z nämlich weil der unmit-telbare Ausdruk nicht stark, nichttreffend, nicht wählerisch genug ist;oder mit einem Worte, weil er dieSache nicht nahe und kräftig genugdarstellt. Im vorhergehenden Fallwerden alle Sachen mit einemSchleyer bedekt, der das Unange-nehme verbirget, und nur das Artigedarin sehen läßt! in diesem aber wer-den sie in ihrer nakenden Gestalt ge-zeiget; und wo dieses noch nicht ge-nug ist, wird ihnen sogar die Hautnoch abgezogen, damit alles und je-des noch deutlicher und treffender mö-ge gesehen werden. Der unmanier-liche Mensch wird alsdann zum Ba-ren, der grausame zum Tiger.
Endlich hat man be» Verwechs-lung derAusdrüke bisweilen auch blosdie Absicht, die Vorstellung leichterund sinnlicher zu machen. So sagt
Tro
man von einem Menschen, der vor-theilhaftc Verbesserungen seinerGlüksumstaiide zu hoffen hat, er ha-be schöne Aussichten.
Aus diesen verschiedenen Absichtenentstehen so unzählige Arten derVcr.wechslnng in den Vorstellungen undAusdrillen, daß es ein kindischesUn-terneymcn wäre, sie alle herzählenund bestimmen zu wollen. Noch im,gereimter würde es ftyn, die Erfin-dung und den Gebrauch der Tropendurch Regeln lehren zu wollen. Alles,was hievon überhaupt mit einigemNutzen kann gesagt werden, bestehtin allgemeinen Anmerkungen, welcheeinige Kraft haben können, den Ge-schiuak in dem Gebrauche derTropenzu lenken.
IMrTropus hat etwas ähnlichesmit einem Zeichen. Denn ans derVorstellung, die er unmittelbar cr-wekl, muß eine andre hervorgebrachtwerden, so daß die erste einigermaas-sen tms Zeichen der andern ist. Ausdieser Vorstellung lassen sich verschie-dene nützliche Anmerkungen herleiten.Die Zeichen müssen verstandlich, auchnicht Aar zu weit hergcsucht scyn; siemüssen von Dingen hergenommenseyn, die allgemein bekannt sind, nichtaus Gegenständen einer besondcpn Le-bensart, am allerwenigsten aus sol-chen, womit allein die geringsteClaffe der Menschen sich beschäftiget,sondern aus solchen, die etwas schätz-bares, etwas edles haben; aus denWürkungcn derNatur, aus National-gcschafften, aus allgemeinen mensch-lichen Verrichtungen, aus Künstenund Wissenschaften, die etwas allge-meines und edles haben.
In Ansehung ihres Gebrauchs mußman auf die Ursache, die sie hervor-bringt, sehen. Wie die Roth nir-gend ein Gesetz erkennt, so ist es auchhier. Wo sie aus Noch gebrauchtwerden, da sind sie unvermeidlich,und in diesen Fallen dienen allein die
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