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Warme dabey fühlt, der läuft Ge-fahr troken zu werden. Bei) denmühsamen Arbeiten ist man iw die-sem Falle; deswegen jeder Künstlerwohlthut, das Werk von derHand zulegen, so bald ihm die Arbeit müh-sam wird. In Werken des Ge-schmaks alles nach Regeln abpassemanstatt dem Feuer des Genies zu fol-gen, macht ebenfalls troken. Nurdie, die ihrer Materie völlig Meistersind, und die Mittel zur Ausübunggänzlich in ihrer Gewalt haben, ver-meiden die Trokenheit.
Tropen.
(Redende Künste.)
Könnte im Deutschen durch Ablei-tungen gegeben werden. Denu dieTropen sind nichts anders, aleä Ab-leitungen der Wörter und Redensar-ten auf andere Bedeutungen *). Sowird in der Redensart: Sie g;an;eStadt ist bestürzt, das Wort Ejtadrvon feiner eigentlichen Bedeutum; aufdie Bezeichnung der Einwohne e ab-geleitet, und ist in dieser Redensa ,rt einTropus. Es giebt, wie wir baldsehen werden, sehr viel Arten dieserAbleitung; jede Sprache hat e ine un-jahlige Menge derselben, und sie ent-stehen. aus verschiedenen U rsachen.Eine der gewöhnlichsten ist diwMan-gel eigentlicher Wörter. Mein sagt:vicserMensch hat eine harr^? Seele,weil man kein eigentliches W ort hat,dasjenige auszudrüken, was iser Tro-pus Karthier bezeichnet; anftrcMaleentstehen sie, weil man in der Eil,und um kurz zu styn, einen Ausdrukstatt einer Umschrribung, vdcr auchnur, weil er sich der Einbildungs-kraft eher, als der eigentliche dar-stellt, gebraucht; wie in dm Redens-arten: Europa har mehr Künste,als jeder andre U?cl ircheil; er
") Verhi vU seemoniz a prvpriz iizni»nc»uone in aüsm cum virtule mutH«tio. VM.6.
Tro
führt hundert Pferde an, anstatthundert gewaffnete Reuter. Garoft entstehen die Trope» aus demBestreben, nachdrüklich zu sehn, unddas, was man sagen will, dem an-schauenden Erkenntnis' vorzubilden.So sagt man : !Lr brennt vor Aorn.
Es ließe sich leicht zeigen, daß dergrößte Thcil jeder Sprache aus Tro-pen besteht; davon aber die meistenihre tropische Kraft verloren haben»und für öle eigentlichen Ausdrüke ge-halten werden. Wir wollen aberhier keine Abhandlung über die Tr»,pen schreiben; wer diese Materie mihrem ganzen Umfang gründlich be-handelt sehen will, kann darüber baSWerk eines französischen Schrififtel-lers lesen*). Wir betrachten sie hiernur in Absicht auf ihre ästhetischeKraft, in sofern sie der Rede eineästhetische Eigenschaft geben, die(Uuimilian in angezogener StelleVn-rucem nennt, und die unserDaumgarren zu sehr eingeschränkt,da er sie unter das ästhetische Lacktsetzt. Wir halten uns aber hier nurbei) dem Allgemeinen auf; weil wirdie Kraft der besonder» Gattungc»der Trope», in dem jedem besondersgewidmeten Artikel betrachten.
Alle Tropen haben das mit einan-der gemein, daß der Begriff oder dieVorstellung, die man crwckcn will,nicht unmittelbar, sondern vermit-telst eines andern erwekt wird. DieseVerwechslung geschieht entweder ausNoch, weil mau kein die Sache un-mittelbar ausdlükendes Wort hat,odcr ausAbstchtc». Aus Noch nenntman unsichtbare Dinge nur Namender sichtbaren. So bald man aberdieser Tropen nur in etwas gewohntwird, so verlieren sie ihre Kraft undsind wie eigentliche Ausdrüke. Veyden Ausdrüken, fassei,, sehen, be-greifen, sich vorstellen, erwägen,
fällt
') r-Aile ckes levxes z>i>r Klr. «Zu Kl»r.
kl».