Allgemeine Theorie der Schönen Künste in einzeln, nach alphabetischer Ordnung der Kunstwörter auf einander folgenden, Artikeln abgehandelt, von Johann George Sulzer, Mitglied der Königlichen Acadcmie der Wissenschaften in Berlin zc. Vierter Theil. Neue vermehrte zw eyte Auflage. I I « ff Leipzig, in her Weidmannschen Buchhandlung, 1794. ,28 S a r Sat Sae S. Sarabande. (Musik; Tanz.) ^?in kleines Toiistük zum Tanzen. ^ Es ist von ungeradem Takt H oder fängt mit dem Niederschlag an, und hat zwcy Theste, jeden gc. meiniglich von acht Takten. Die Bewegung ist langsam, unddcrVor- trag muß wie in einem ansgezicrten Adagio geschehen: übrigens vertragt es alle Gattungen von Noten. Es gehört zum Charakter der Sarabande, daß sie die Modulation in Tone führe, die der Haupttonart etwas fremd sind! doch muß der Gesang natürlich bleiben. Deswegen erfordert dies Stük schon einen erfahrnen Tonsetzer. DerAusdruk muß Wurde haben, und alles kleine, niebliche muß dabcy vermieden werden. Der Tanz, der spanischen Ursprungs scheinet» ist ernsthafter, als die Menuct; kann also zu den ernst, haften Charakteren, die mir großer Würde, oder mit Majestät verbunden sind, gebraucht werden. Satire. (Redende Künste.) Aa die Neuem den Namen der Sache , wovon hier die Rede seyn soll, den Römern abgeborget, seine Bedeutung aber so weit ansgcdehnet haben, daß sie etwas unbestimmtes bekommen hat: so werden wir am besten thnn, wenn wir erst auf die alte Bedeutung zurüke gehen, und hernach aus derselben den Begriff festsetzen, den wir gegenwärtig durch diesen Namen ausdrüken. Ohne auf die zweifelhafte Etymologie zurüke zu gehen, begnügen wir uns anzumerken, daß die Römer gewissen Gedichten, darin die Thorheitcn und Laster einzeler Personen und ganzer Stande scharf, beißend oder spöttisch durchgezogen, und mit einiger Aus- führlichkcit in ihr haßliches Licht gc- setzt worden, den Namen der Satiren gegeben. Die Satiren des Horn;, Juveualis und Persius sind jedermann bekannt, und können hier als Beyspiele der römischen Satire angeführt werden. Die Römer geben sich für die Erfinder dieser Art des Gedichtes aus *). Da aber die Namen 8at)wa» Natura oder 8atira weit älter sind, als Lucilius, so erhellet daraus, daß Horaz nur von der Form der Satire spricht, die er und seine beyden Nachfolger beybe- halten haben. Auch Ennius, Pacu- vius, Varro und andre haben Gedichte geschrieben, die den Namen Latlrae tragen, aber von einer andern ») Horaz sagt vom Lucilius, — ka-m iimarivr qu,m ruäis ertZeveciiinraR czrminiü guHc»-, und bezeichnet vcr» muthlich den Ennius dadurch. Quin« tilian sagt: 6»«,» -zuillem to,n noltis elt, Init. l., X. ^c. l. und Divmcdes schreibet davon: Sirir» eil Carmen »pull Xomonos, nvn guiciem »puli Qr»cco!, m»leäicum er »ij cürpenll» dominum viriii, »ickseze Lowo-Ui»« caezüs-e compvlirum! gu»Ie tcripte. runr I-uciliu» er blc>r»rius er t^rtius. Lecl olim ssr>l>cn, guoä ex vsrüspoe» muribui conltzbir, .^»kir» llicedsrur, qu,Ie tcriplerunl kaeuviu» «l Lnniu«. viom. I.. IU. , Sa t dernArtwarcn. Der ausbrükli'chcu Zeugnisse, die wir so eben angeführt haben, ungeachtet, halten einige Neuere die Satire für griechischen Ursprungs. Wein mit einer ausführlichen Untersuchung hierüber gedient seyn nikg, den verweisen wir auf Drydens Abhandlung von dem Ursprung und Fortgang der Satire *). Wir wollen die critische Untersuchung dieser Sache den Gelehrten überlassen, und hier nur einige Beobachtungen beybringen, die uns auf Entdekung der eigentlichen Quelle, aus der dieses Gedicht entspringet, führen werden. Ich habe bereits anderswo **) erinnert, es ftp bei) gewissen Festen und Feierlichkeiten der Griechen und Romer eine alte Gewohnheit gewesen, die Zuschauer mit allerhand Schimpf- undSpottredcn zu belustigen. Die Sache selbst scheinet mir etwas so merkwürdiges zu haben, daß sie ein gründliches Nachforschen ihres Ursprunges wol werth wäre. Meine Kenntniß reicht dazu nicht hin; indessen will ich das Wenige, was ich hierüber zu sagen im Stande bin, anführen. Lucian sagt ausdrüklich, daß die Schimpfreden einen Thcil der Feyerlichkeiten der Bacchusfeste ausgemacht haben. Es scheinet aber, daß dergleichen bei) mehren. Festen vorgekommen ftyen. Herodot erzahlt, daß bei) den Epidauriern an einem ») Sie ist in der Sammlung vermischter Schriften zur Beförderung der schönen Wissenschaften und sreycn Künste, die in Berlin be» Nicolai herausgekommen ist, in drin VTHeiie, deutsch zu finden.- Der so gelehrte, als scharssinnige Verfasser des Werks, das unter dem Titel: u- lcwmch pi-i- milit unUile ete> heraus kommt, hat in dem Theile, der die Geschichte des Talendees cmwikclt, wahrscheinlich gemacht, daß das Wort sinur» doch von dem Namen der Sntyoe abgeleitet worden. S. 5-2. S. Aristophancs; Comödie. Vierter Theil. Sat 129 gewissen Opferftst der Chor keine Mannspersonen, sondern blosZrauen mit Schimpfwörtern habe anfallen dürfen Hier sehen wir also, daß gewisse Personen, nämlich der Chor, zu erwähnten Schimpf - und Spottreden bestellt gewesen. Es scheinet, daß diesem Chor an, gewissen Festen besonders aufgetragen gewesen, das Volk auf mancherlei) Art zu belustigen. Dieses hat allem Ansehen nach den Ursprung der Com.'die veranlasset. Denn wir sehen nicht nur, daß die altern Comödim des Aristophanes Beschimpfungen bekannter Personen zum Grmide ha, den; sondern wir finden auch noch in dem CurcuUo des Plautus die Spur der ursprünglichen Art der Comödie darin, daß zwischen vcin dritten und vierten Aufzug der Choragus hervortritt, und den Zuhörern viel schimpfliches vorrükt. Es ist schwer zu sagen, auf was für eine politische, oder psychologische Veranlassung eine solche Gewohnheit ausgekommen ist; aber wir treffen etwas ähnliches auch bey andern Völkern an. Die saturmuischen Verse der alten Römer, und was Horaz kssösnuiusu iicentinm nennt, da cbei,falls bey religiösen Freudenfesten schlmpfuche Verft gesungen, oder nur hergesagt wurden; 01c Schimpflicder der Soldaten auf ihren Heerführer, die-zu der Feyerdcs Triumphs gehörten, verrathen eine ahnliche Gewohnheit. Hieber rechnen wir auch die Fastnachtslustbar- keicen der mittler» Zeiten; denn wir treffen dabei) Possenreißer an, die jeden, der ihnen in Weg kommt, durch Worte und selbst durch Thatcn beschimpften; wovon ich selbst in meiner Kindheit noch Ueberbleibftl gesehen habe. Jch vermuthe sogar, daß dabey etwas gewesen, das mit dem Wagen *) N-rost. I..V. Ä rgo Sak Wagen des Thespis große Aehnlich- kcir gehabt. Ei» aus jenen Zeiten übr>g gebliebenes Wort, das itzt all- mahlig auch unbekannt wird, führt mich auf diese Vcrmuihnng. Jnmei- ner Kindheit nannte man in meinem Narcrlande ein lustiges Muthwillcn- treiben bey Znsaiiimenkünfttn junger Leute, cmeGugzelfuhre, das ist nach der Etymologie des Worts, zumPos- senreißcn gedungene Narren, die auf einer Karre herumgeführt werden. Bey öffentliche» Kriegesübungen und auch bey andern Fcycrlichkcitcn ist bis itzt an einigen Orten die sehr altt Gewohnheit geblieben, daß ein bestellter Possenreißer Mit einer Guz- gel oder Narrenkappe auf dem Kopf und einer Harlckinspritfche in der Hand, den Zug begleitet, und die Zuschauer beschimpft, ohne daß es ihm ubcl genommen wird. Und allem Ansehen nach hat dieser bey Festen bestellte Narr den Harlekin und Hannswurst der Comodien veranlasset. Ich glaube, daß diese Beobachtungen uns einiges Licht über den Ursprung aller Arten der alten Satire geben. Ein noch völlig rohes, dabey etwas lebhaftes und lustiges Volk, weiß sich bey Freudenfesten kein besseres Vergnügen zu machen, als daß die Witzigsten der Gesellschaft einan. der durch Anzüglichkeiten zu einem lustigen Streit auffordern, einander verspotten, uiid dadurch die ganze Gesellschaft belustigen, die denn dafür sorget, daß kein ernstlicher Streit daraus werde Diese, ganz rohen Menschen gewöhnliche Lustbarkeit herrscht noch bis auf diesen Tag überall, wo das noch rohe Volk Lebhaftigkeit und Much genug, sich lustig zu machen> behalten hat. Sollte nicht die Anmerkung auch hiehcr gehören, daß das deutsche Wort Schimvf. durch dergleichen Lustbarkeit auch die Bedeutung deS Wortes Spaß angenommen hat? Man sagt: im Schimpf und chenst. Sar Dieses wäre also die erste roheste Gestalt der Satire, deren Einfüh. rung sich weder die Griechen, »och die Römer zueignen können; allen, Ansehen nach ist sie allen Völkern des Erdbodens, die nicht zu phlegmatisch sind, gemein, So wie sich nun bey einem Volke die allmahligej Verfeinerung der Sitten einfindet, so wird sie auf die Satire, wie auf alles übrige; was zu den Sitten und Gebrauchen gehöret; auch ihren Einfluß haben, Alsdann entstehen aus dieser ursprünglichen Satire Comödien, oder andre satirische Schauspiele H, oder solche satirische Gedichte; dergleichen Pacuvius und Ennitts gemacht, odct dieVarromsche, oder endlich die Ho- razischc Satire, oder andre Arten. Mau ist gegenwartig gewohnt, alles satirisch zu nennen, was aufVcr- spommg gewisser Personen, oder gewisser Handlungen, Sitten und Mcy- nungcn abzielet. Man kann also überhaupt sagen; die Satire, in sofern sie als ein Werk des Geschmaks betrachtet wird, sey ein Werk, darin Thorheiten, Lasier, Vorurthcile, Mißbrauche und andre der Gesellschaft, darin wir leben , nachtheilige, in einer verkehrten Art zn denken oder zu empfinden gegründete Dinge, ans eine ernsthafte, oder spöttische Weise, aber mit bclnstigcnbcm Witz und Laune genüget, und den Menschen zu ihrcrBe- schämimg, und in der Absicht sie zn bessern, vorgehalten werden. Wir schließen von der Satire ans die schimpflichen oder spöttischen Anfalle auf cinzcle Personen, oder Stäube, die blos von persönlicher Feindschaft herrühren, und Privatrache zum Grund haben. Wir sehen auch nicht, daß die sogenannten Silli der Grit- che», die eigentliche Schmäh - und Nachgcdichte waren, die beißenden Jamben S. AtchilochuS. S a t Jamben des Archilochns *), die jDden des Horaz, darin er eine Canidia, oder andere Personen feindselig anfallt, oder endlich die spöttischen Sinngedichte, wodurch Mar- tial sichf an manchem Feind rächet, unter die Satiren waren gezahlt worden. Auch ist hier überhaupt zu erinnern, daß die Satirc nicht, wie die meisten andcrnWerke redender Künste, ihre eigene Form habe. Sie zeiget sich in Gestalt eines Gesprächs, eines Briefes, einer Erzählung, einer Geschichte, einer Epopöe, eines Drama, und sogar eines Liedes. Mo- lieres Tartüsse, des Cervantes Don Quipote, Swiffts Mahrchen von der Tonne u. f. w. sind wahre Satiren. Indessen hat der Gebrauch es eingeführt, daß man den Tartüsse eine Comodie, den Don Quixote einen Roman und andre Satiren nach ihrer Form und nicht nach ihrem Inhalte nennt. Igt eignet man durchge- hcnds den Namen Satire kleinem satirischen Slüken zu, die ihrer Form nach zu keiner der gewohnlichen clas- sischen Art der Werke des Gefchmaks gehören. Aber es ist Zeit, daß wir diese Ne- benbctrachtungcn abbrechen, und den Charakter der Satire näher zu ent- wikeln suchen. Hier merken wir zuvoderstan, daß ihr Stoff eine herrschende Abweichung von Vernunft, Geschmak, Tugend, von guterLcbensart, oder endlich von anstandigen Sitten sei), die zugleich Wichtigkeit genug habe, um öffentlich gerüget zu werden, damit die Menschen davor verwahret, oder die, welche davon angestekt sind, davon abgebracht werden. Wirfodern, daß diese Abweichungen herrschend seyen; denn ein einziges, oder selten wiederkommendes Versehen gegen Vernunft, Geschmak, Sitten u. s. f. wird keinen vernünftigen Menschen ,*) S. ArHilvPus. Sak iz! veranlassen, eine Satire dagegen zu schreiben. Aber ein eingewurzeltes Uebel, oder ein solches, das überhand zu nehmen drohet, ist dieser Bemühung schon wcrth. Wir würden auch unfern Bcyfall nicht gern solchen Satiren geben, die Thorheiten oder Laster ciiizclcr Menschen, deren Wür- kung keinen merklichen Einfluß auf die Gesellschaft hat, zum Gegenstand nahmen. Sic dienen zwar zur Belustigung, und können umer Werken, die blos Scherz und Ergötzung zum Zwek haben, und die witzige Köpfe, wie Horaz sagt, in voller Mast zum Spiel vornehmen "), mit gehen. Hiczu aber rechnen wir die nicht, die unter einer gewissen Gattung Menschen allgemein gewordencThor- heiten an einzeln Menschen durchziehen, von welcher Art Horazcns Schwätzer-ist Denn da geht die Satire auf die ganze Gattung, und bekommt dadurch ihre Wichtigkeit. Auch würden wir unter die unbeträchtlichen Satiren die rechnen, deren Inhalt außer der Sphäre der Leser, für welche man arbeitet, liegt, als Thorheiten des ganz niedrigen Pöbels, der nicht liest; oder wenn itzt jemand nachLucianischerArt, auf die griechische Eötterlchre Satiren schreiben wollte. Diese nnd die vorhergehende Art mag man immer Satiren nennen: wir zahlen sie in die Classe der blos scherzhaften Werke, deren einziger Zwek ist, zu belustigen. Der Endzwek der Satire ist, dein Uebel, das sie zum Inhalt gewählt hat, zu steuren, es zu verbannen, oder wenigstens sich dem weitern Einreißen desselben zu widersetzen, und die Menschen davon abzuschrekcn. Denn Privathaß, oder Groll macht die Satire cinigermaaßen zum Pas- I 2 quill. H OMZMVIS vseui. vä.l.6. Vseui gib umkra luginus. 06. I. Z». S,r. I..I. ?. ZZ2 Sat quill. Vielleicht mochte der Fall hicvon auszunehmen seyn, 'da man, aus patriolischer Feindschaft gegen große Bösewichte, kein anderes Mittel har, das Publicum an ihnen zu rächen, als sie der allgemeinen Verachtung oder dem Spott Preis zu geben 5). Aber wir sprechen hier überhaupt und nicht von ganz einzelen Fällen. Wegen dieses Endzweks gehöret also die Satire unter die wichtigsten Werse des Gcschmaks, und matt würde ihr sehr unrecht thun, sieblos in die Ciasse der scherzhaften und belustigenden Werke zu stellen, denen sie unendlich vorzuziehen ist. Die wahre und wolausgcführte Satirc-ist ein höchst schätzbares Werk. Jede im Verstand, Geschmak oder dem sittlichen Gefühl herrschende Unordnung, die sich unter einem Volke, oder unter gänzen Standen ausbreitet, ist ein wichtiges Uebel, oft viel ivichfi- ger, als eure blos vorübergehende Roth; wodurch die Menschen nur eine Zeitlang ihrer Bedürfnisse halber in Kummer und Leiden versetzt werden. Wie wichtig man sich auch immer gewisse, auf das äußerliche Wolseyu eines Volkes abzielende Ansialten vorstellt: so werden wir bcy genauen» Nachdenken über menschliche Angelegenheiten allemal finden, daß innere Zerrüttungen, sie herrschen in dem Verstand oder! in dem Willen, sehr fürchterliche Uebel sind, die, so bald sie eine gewisse Große und Ausbreitung gewonnen haben, ein ganzes Voik unwiederbringlich ins Verderben stürzen. Gar oft hat das, was man blos für lächerlich hielt, die schwersten Folgen für ein ganzes Voik gehabt. Diese Wahrheit wird keinem nachdenkenden Beobachter der Menschen bcy der Geschichte verschiedener Volker unbemerkt geblieben seyn. Wer demnach *) S. Lächerlich, am Ende des Artikels. S a t ein Volk, oder nur einen Stand in der bürgerlichen Gesellschaft, von einer Thorheit, oder- irgend einer andern verderblichen Abweichung von dem geraden Weg der Natur und Vernunft, zurüke bringen kann, hat ihm eine sehr wichtige Wohlthat erzeiget. Aber von der Würknng der Satirc wird hernach gesprochen werden, wenn wir ihre Art und ihren Charakter näher werden betrachtet haben. Dw Satirenschreiber hat mit dem Moralischen Philosophen das gemein, daß ei-, wie dieser, eingerissene, oder einreißende Schäden des sittlichen Menschen zu heilen sucht; aber in den Mitteln find sie verschieden. Dieser 'nimmt den ernsthaften, lehrenden, vermahnenden, warnenden Ton an, stellt das Uebel bisweilen nach seinem Ursprung, bisweilen in seiner allgemeinen Beschaffenheit, oft in seinen schädlichen Folge», aber allezeit unmittelbar in dein To» des Lehrers, vor. Ganz anders verfahrt gemeiniglich der Sattriste. Ihn selbst hat sein Stoff entweder in verdrießliche, oder in spottende, oder blos lustig scheinende Laune gesetzt, und diese theilet er seinem Leser mit. Das Uebel, welches er angreift, kommt ihm in gewisser Gestalt und Farbe vor, die jene Laune veranlassen; also schimpft, oder spottet, oder lacht er, und beschreibet seinen Gegenstand nach dem, was darin für seme Laune am meisten an-ffallend ist. Er verfahrt dabey, wie jeder Künstler, sinnlich, nimmt statt allgemeiner Vorstellungen besondere; es ist nicht seine Arc, die Thorheit, oder das Laster zu cntwikeln, sondern er schildert den Thoren und Lasterhaften nach der Absicht, in welcher er die widrigste, oder seltsamcste, oder lächerlichste Gestalt bekommt. Der Satiriker macht sich auch nicht zum Gesetz, sich sehr genau an die Nichtigkeit Sat ftgkeit der Zeichnung zubinden, sondern übertreibet auch wol die Sache ein wenig, und gwbt oft eine seiner Laune gemäße Carrikatur, statt der genauen Zeichnung. Dadurch sucht er durch dic Laune, in dic er seinen Leser versetzet, ihn über dic Ausschweifung, die er schildert, ver- chießlich zu machen, oder ihn zu Verspottung und Belachnng derselben zu bringen. So unterscheiden sich der Satiriker und der Moralist, bei) einerlei) rühmlicher Absicht, durch die Art der Ausführung. Frcylich sind sie nicht durchaus, in jeder Aeußerung cinzeler Gedanken von einander so verschieden, daß sie gar nie, einer des andern Bahn betraten. Der Satirenschreiber wird bisweilen in cinzelcn Stellen ein Moralisch, und dieser gerath bisweilen in das Fach der Satire. So wenig aber dieser, wenn er auch etwas unwillig wird, sich feindselig zeiget, so wenig nimmt jener den Ton eines väterlichen Lehrers an; auch da, wo er den Thoren belehret, thut er es als ein Zuchtmeister. Die Satire fahrt nicht nothwcndig in einem Ton durchaus fort; Unwillen, Spott und Lachen wechseln bisweilen darin mit einander ab; doch scheinet es, daß der lachende und spottende Ton ihr vorzüglich eigen sey. Der schiklichste Wahlspruch des Satiristen ist: Uilloulla llioere verum. Nur dieses bleibt innner herrschend, daß die Angriffe auf Unverstand, Thorhcit und Lasier wirklich feindselig seyen, und daß diese in ihrer widrigen, oder lächerlichen, oder schimpflichen Gestalt dargestellt werden. Der Satiriker verfahrt wie ein Feind, der seinem Widersacher den Tod geschworen hat, und es so genau nicht imiintt, ob er ihm durch einen geraden Angriff, oder durch Fechterstrei- che beykomme. S a t izz Dieses mag hier hinlänglich scyn, den Charakter der Satirc überhaupt zu bestimmen. Diese Gattung crfodert sowol einen starken Denker, als einen M um von warmem Gefühle. Großer Verstand und Scharfsinn helfen ihm, jede Abweichung von der Natur genau zu bemerken und richtig zu be- urrheilen; sie heben ihn m die Höhe, von der er dic Menschen übersehen . und auf ihren Wegen genau beobachten kann. Sein scbarfes Auge cntdcket die Folgen der Abweichungen, und ihre Wichtigkeit; er stehet das noch nicht vorhandene Verderben, und widersetzet sich ihm noch zu rechter Zeit. Seine höhern Einsichten setzen ihn m Stand, seine» Mitbürgern die Gefahr, die ihnen droht, und das Ucbel, das schon an ihrer Wohlfahrt wie ei» Wurm im Verborgenen naget, deutlich vor Augen zu legen; er weiß es gerade in das Licht zu setzen, in welchem es den größten Abscheu, oder den stärksten Unwillen, oder die gewisseste Verachtung, oder Spott und Gelächter crwekt. Die Wärme des Herzens ist seine Muse, die ihn zu dem nützlichen Kamps ermuntert, und ihn in die Laune setzet, dic dem Thoren so schwer wird. Da er Wahrheit, Gc- schmak und gute Sitten über alles liebet, so wird ihm auch keine Mühe zu schwer, ihre Rechte gegen jeden Angriff zu vcrthcidigen. Diese Eigenschaften aber hat er auch mit andern großen Künstlern und Lehrern der Menschen genuin. Ihm besonders eigen aber ist die Gabe der satirischen Laune. Wenn er wie Hcraklitus, über dic Thorheiten und Verblendung des Mcnfthen zu weinen, oder auch wie Dcmokrilus nur für sich darüber zu lachen geneigt wäre, so würde er nicht als ein Zuchtmeister öffentlich auftreten. Dazu wirb nothwcndig eine etwas I z schärft IZ4 S a t fiharfe Galle, oder die Lust laut auf. zulachen, erfodert. Der Satiriker nuiß etwas hitzigen Temperaments seyn, daß er sich von der verdrießlichen oder lächerlichen Laune über- nehmen, oder dahin reißen laßt; er nmß nicht traurig, sondern bos werden, wo er schwere Vcrgehungen sieht; er muß von dem Narren nicht zu einer trokenen Verachtung, sondern zum Spott gereizt werden; und das Lacherliche muß nicht dlos seinem Verstand ungereimt vorkommen, sondern sich seiner Einbildungskraft in einer wahrhaftig comischen Gestalt darstellen, darüber er sich nicht still ergötzt, sondern laut lustig macht, Ist er von solcher Gemüthsart, so tvird es ihm zur Lust an der Satire gewiß nicht fehlen, und dann wird ihm auch, wenn er sonst die dein Dichter überhaupt nöthigen Gaben einer lebhaften Schilderung sichtbarer und unsichtbarer Dinge hat, die Ausführung nicht mißlingen. Nur ist ihm vorzüglich der feine Witz nö- thig, geistreiche Aehnlichkeitcn zu finden, und das, was die Thorhcit dadurch, daß sie gewöhnlich ist, von ihrem Lächerlichen verlieret, recht auffallend zu machen, indem es durch völlig ähnliche, aber sehr lacherliche Gegenstande herausgebracht wird. Bedenket man, daß der wahrcZwek der Satirc bcy dem Dichter ein warmes Interesse für Wahrheit, Gc- schmak und Tugend voraussetzet, und auf der andern Seite, daß Lust zum Spott mit etwas von Verachtung der Menschen und lachende Laune gemeiniglich mit etwas Leichtsinn verbun- den sind: so wird man leicht begreifen , daß ein wahrer Satircndichtcr etwas seltenes seyn müsse. Einige gcrathcn in würkliche Bosheit, wie Aristophanes »ud Swifft; andere gcrathcn in Possen, wie Scarron, und suchen bjos uns lustig zu machen. S a t Man wird sich deswegen nicht ver« wundern, daß unter der Menge guter Dichter nur wenige zur Satire aufgelegt sind. Aber es ist nun Zeit, daß wir den Nutzen dieser Art näher erwägen. Ich getraue mir nicht zu behaupten, daß Bösewichte, Narren und Thoren von einerlei) Art, gegen die die Satire eigentlich gerichtet ist, sich da- durch bessern lassen, wicwol auch nicht zu laugnen ist, daß mancher von ih. nen wenigstens schüchtern gemacht, und in einigen Schranken gehalten werden könne. Die Hauptsache kommt auf die Würkrmg au, welche man aus den gesunden Thcil der Leser ma- cheN kann. Ich habe bereits an einem andern Orte, wo ich nicht irre, hinlänglich gezeiget, was für gute Würkung die lachende und spottende Satire haben *). Von der ernsthaftem züchtigenden Satire kann man mit Grunde diesclbcWürkung erwarten. Selbst der Bösewicht kann nicht leiden, daß er vor den Augen der Welt gepeitscht werde; und mich dünkt, daß nichts schreklichercs seyn könne, als öffentliche Schande: sie muß sowol für den, der sie leidet, als für den, den sie warnet, wenn er nicht völlig aller Empfindung der Ehre beraubet ist, von sehr starker Würkung scyn. Würde man also zu viel sagen, wenn man den wahren Satiriker, der dem Eudzwek der Satire Genüge leistet, für ein Geschenk des Himmels ausgäbe, womit einer ganzen Nation höchstwichtige Dienste geleistet werden? Ich sehe sie als Wächter an, die ihre Mitbürger vor jeder sittlichen Gefahr auf das nach- drüklichste warnen, und als öffentliche Streiter, die sich jedem eingerissenen Ucbel auf die würkfamsie Weife widersetzen. Sie vermögen mehr als äußerliche Gewalt, die nur den Ans- *) S. Lächerlich. S a t Ausbruch des Ucvcls auf eine Zeitlang heininet, aber die Wurzel desselben nicht abschneidet. Es wäre wol möglich, Erfahrungen darüber anzuführen ; aber dieses ist für uns zu weitläuftig. Ich getraue mir deswegen zu behaupten, daß die Satirc wol eine besondere Aufmerksamkeit von Seiten der gesetzgebenden Macht in jedem Staat verdiente. Ao wie die Selbstrache, in Fällen, wo die Gesetze Ge- nugthuung verschaffen, und das Pasquill, das in Privatfcindschaft gegründet ist, nothwcndig in jedem ordentlichen Staat verboten sind, so sollte auf dcr andern Seite der redliche Satirist von den Gesetzen geschützt werden. , Frcylich würden ihr Schranken zu setzen seyn, die ihrem Mißbrauch zuvorkamen, Gemeine Schwachheiten, Vergehungen und Beleidigungen, die aus Uebereilung geschehen, alles vorübergehende Schlummern, das keine wichtigen Folgen hat, verdienet Nachsicht und sreundschaft- liehe Erinnerung; und alles Böst, das durch Zuflucht zu den Gesetzen kann gehemmt werden, ist von der Satire ausgeschlossen. Die personliche Satire würde große Einschränkung crfodern. Niemand, als der ans Bosheit öffentlich sündiget, oder dessen Vergchungen seines Ansehens halber von schädlichen Folgen sinv, sollte in Satiren gencnnt, oder offenbar bezeichnet werden *). ') Es kommt bcy her Pcrsonalsatirc sehr viel auf den Charakter der Nation an; und hier verdient angemerkt zu werden , daß Key den Griechen und Römern persönliche Anzüglichkeiten ungc- rochen dahingiengcn, die gegenwärtig in den meisten Europäischen Ländern tödtlichc Feindschaft verursachen würden. Es möchte der Mühe wol werth seyn, den Gründen eines so merklichen Unterschieds zwischen jenen alten und den heutigen Sitten nachzuspüren. Berichch die gar zu große Empstndlicd- kcit für jeden Tadel nicht etwas Klei, S a t 1Z5 Allein wir können uns hier nicht in den ausführlichen Vorschlag zu einer Gesetzgebung für die Satire einlassen. Ich wollte nur erinnern, daß sie nützlich wäre, zugleich aber, daß sie große Vorsichtigkeit erfoderte. Auch möchte es nicht ganz ohne Nutzen seyn, denen, die sich unter uns öffentlich als Richter und Bcurthei- lcr dessen, was im Reiche der Wissenschaften und des Geschmaks vorgeht, aufwerfen, einige Grundma- ximen in Absicht auf die satirischen Züchtigungen, die sie bisweilen vornehmen, zur Ueberlcgung anheimzustellen. Doch es scheinet, daß man den Mißbrauch eingesehen habe. Es ist an unfern guten periodischen Schriften, worin die neuesten Schriftsteller mit republicanischer Freyheit bcurtheilet werden, über diesen Punkt wenig mehr zu erinnern, nachdem die scharfsinnigen Kunstrichlcr von dem ehemaligen Aristophanischen Muthwillen, auf eine bescheidene Vcurtheilung zurüke gekommen sind, Einzcle hitzige Köpfe, die sich da- durch ein Ansehen zu geben glauben, daß sie mit Muthwillen schimpfen und spotten, wo fie höchstens ihre Mcynung mit Bescheioenhcit und einiger Furchtsamkeit sagen sollten, muß mau ihrem Sinn überlassen, bis sie von selbst verständiget werden- I 4 Wenn neS in der GcmüthSart? Mir kommt es so vor, denn es scheinet, daß ein gesetzter Man» um so viel weniger den Tadel empfinde, je mehr er sich selbst fühlet, und je mehr Freyheit ce sich selbst nimmt, nach seiner eigenen Act zu handeln, ohne sich daran zu kehren, wie andre verfahren. Die allzugeoße Enipstndlichkeir scheinet erwaS kleinstädtisches zu haben; und die Erfahrung lehret, daß jn kleinen Orlen, wo die Gcmüths - Und Lebensart enge eingeschränkt ist, heftige Feindschaften über Kleinigkeiten einstehen, die un- - tcr Personen, die einen größer» Kreis übersehen, kaum scheele M^'nen würden veranlasset hahcn. iz6 Sat S a t Wenn man sagt, daß die Satire bey den Römern aufgekommen sei), so muß man es nur von der bcson- dcrn Art verstellen, welche die Satire in einem kleinen Gedichte, das eine moralische, bald lehrende, bald strafende Rede über dicSitten der Menschen in Versen ist. behandelt. Denn Anstophanes war unstreitig ein Satiriker. Die sehr verdorbenen Sitten der Romer unter den Casarn haben drey vortreffliche Dichter in diese? Gattung hervorgebracht. Horaz ist mehr zum Lachen über Thorhci- len- als zu ernsthafternAngriffcn der verderblichen Laster geneigt. Iuve- i.alis ist strenger, zieht scharfer auf die verderbliche Unsittliehkeit seiner Zelt los, und weiß sowol Unwillen» als Spott und Lachen zu crweken. Persius fällt schon etwas ins Weinerliche, straft und lehrt mit stoischem Ernst. Ich habe nicht Lust, diesen Artikel mit Anführung und Beurthcilung aller satirischen Dichten der neuern Zeiten zu verlängern. Wer sie nicht kennet, mag den sechsten Thcil der Briefe zur Bildung des Gefchmaks an einen jungen Herrn von Stande, darüber nachlesen. Wir sind in diesem Stükc etwas hinter den andern gelehrten europäischen Nationen zu- rüke. Von unfern Dichtern sind Caniz und Haller die einzigen, die sich in der romischen Satire hervor- gerhan haben. Liscov, Rost und Mabener, öornehmlich der erste, haben wahre satirische Talente gezeigt. Aber sie haben sich mcistcntheils an Thorheitcn von niedriger Gattung gehalten. Ware Liscov dreyßig Jahre spater aufgetreten, so würde er, allem Ansehen nach, dem guten Gc- schmak durch scmc Satirc weit wichtigere Dienste geleistet haben. Vielleicht erweket ein guter Genius auch tinter uns bald einige satirische Kopfe, die der Nation ihre wichtigere Lhorheikcn, Vorurcheile und unsittliche Arten zu handeln auf eine kraftig beschämende Weise vorhalten werden. An einzeln Spuren, daß m Deutschland Köpfe, die der Sache gewachsen mären, bereits vorhanden sind, fehlet es nicht. Von dem Ursprünge und Alterchum der Satire überhaupt: Joh. Duck. Menke (visserrar. cie verullilstmo, cc speist omnium scraium gentcz recepro lar^racum ulu, in seinen visl'ecrsc. licrcrsr. lchll. 17Z4.8. dicisteS. 154 u. f.)-—> Von der Satire überhaupt: Fr. ^koborrelli ( llxplicsciv eocnm omnium, guae zststsr^ram perrinenc, bei) s. In l.idi. ünllvr. stc lloec, Lxpli» csr. Flor. 1548. Bas. 15;;. 5. vorzüglich von der Aorazischen Satirc.) >—. Lrc. Sanfovino (Vilcvrtu sopra la msre. ria stelia Lsiira, vor den 8scice csc- colce stal Zsniuvinn, Ven. 156z. z.) —. ällud. Palermo (Ein Brief bey den Sa» riee ste' Vinguc poeri iiluiici, Vin, 1565. 11. stvve tl . . . s'inicgiisnv s!cun> svverciiriLiiri necessarf iiicornci all» scrivece stelle musterne iarire.) —» Jean Vauquelin Oe la Lresnape ( Vitevurs lue la Lsryce, vor seinen Satiren, in der Sanimlung seiner Gedichte, Cacn 160;. 10. Enthält Vorschriften wie die -Satire abzufassen ist. Der Verf. will, guon §'7 sdstienns stc stiilamer pccsvnne cc> psrcicu'lier. er gu'on ne lc lieeneie psr vengesnce c>u surcemenc ^ taste stez veca pleius ste mcstitance, st'inzure, erste men- rcric, reis gnc svnc Ie5 Logs-sl s- ne, lesguels prirenr piest er lucccste» renc aux K^Ivancei ste noz l'oerc» Wailons er lstnveiiceaux.)— Andre du Chesne (ve III narnre, c>ci»iiie ec exeellence stesZsr^rez vor seiner llebcrs. des Juvenal, Par. >607. n. Sehr unbedeutend) — Den. Lhalline (Oiic. st« ia Ssrste ... vor s. llebcrs. des Juvenal, Par.165z.1z. Enthält Vorschriften, aber äußerst weitschweifig und schlecht vorgetragen.) --- Joach. Feller (vis- terrae. S a t Sat ?z? fcrrsr. llc.^skyeis, Oipst. 16^6.4.)-— T)c ln Vniterie ( Oiste. stur les 8sk7- res, bev s. Hebers, des Pcrsluö und Iuvenil, Par. 1680. iz. 2 Bd. Gegen die Definition des Scaligrr von der Satire: I^uems liberum, stmile^ue stsr^ricso nsrurse, umnis stustque llo^ueKadens, mullo sliczuill llicsr u. s.w. ?ocr. Istb. I. c. 12. und Erweis, daß die Form der Satirc Kunst zulasse und erfordere.) — Abt Colin (Oecrre . .. tue Is 8srire er princigaiemenr tue Ic msllriAsl, ini etrn Bd. seiner Werke S. 451. Gegen die persönliche Satire; und einige gute llntersuchungcu enthaltend.) ^ I. p. Miller (Oanx stsrurs, st. Uiilerrac, lle Lsr^rs, 8sr)-ricis er Kar^ris » Vicreb. 1687.4.) —- Jol?. Pet. ^.tlöerviz (t)iisterrsk. eis Ill^liüs 8srir!c. Vireb. 1691. und in s. Opustc. orar. lstsl. >721. 8- S.Z95.)— Joack.H.Hen- rici ( Oisterrsc. lle stcripris stsr^ric. ^ipll iS9z.4.) — Pierre de Vtl- iiers (Vrsice lle Is 8ar^re, c>ü l ein exsmiue, commenr on lluir rcgrenllre ton prncksin er cvmmenr Is 8sr^re peuc stcrvir ü ccr ustsZe, ?sr. 169;. 12. ebend. >7>z. x. Die Satirc soll nur das kaster, nicht Mstngel und Schwach. Heiken rügen; nicht unehrbar sepn.) — P. ^>rtlM0)? (Obtcrvscinns stur ls 8s» k^rc, bei) s. Ausgabe des Drsice lle Is pveiie träne. psr ie ?. bllorgucs, ?sr. 1724. -2.) — Remonv de St. Mnrd (llestex. iuris 8arz're, in den Ziellex. iur is pueiie en ßenersl, ü I» illaye 17Z4. l2. und im gtrn Dandsri« Ncr Werke, Amst. 1749. iz. S. 259. llntersucht, in einem angenehmen Style, woher das Vergnügen an der Satire entsteht; bestimmt den Charactcr derselben überhaupt, will, daß man das Laster ernsthaft, wie Iuvenal, die Thorhcitcn lachend, wie Horaz, züchtige. Auch aas. diesem Aufsatz erhebt, daß er-nicht eben ein Freund des Boilcau ist.) — Are. Arouct v. Voltaire (kflcmmre iur Ig 8srire, geschrieben im I. 17Z9 und im 6-t»n Bde. s. W. AuSg.». Bcau- kugrchais. Handelt Oe ls erici^ue j>er» rnlsto; ''lle Oestpresux; lle Is stsrire spres le rcmps lle Oestprcsux; llcz is» rir. nummces cslnrrez; exss-.en ll'un likelie, inrirule Os Vnlrsiromsncc.) — Li). Datteux (In s. Einleitung m die sch. Wissenschaften wird, Bd. z. S. ig', gtc Aufl. von der Satirc gehandelt.) — Ist). Andr. Grosch (Regeln der Satire, aus ihren Gründen hergeleitet, Jena >750. 8.) — MrarS (O>stc. stur is 8srire, krall, lle l Irslien 176z. 12, Das Original ist mir nicht bekannt.) — T>. R. A. A. P. (Oistcuurs iur Is 8s» rire ... vor der franz. llebcrs. des Per- siuS, ?sr. 177?. g.) — Vic. R.nox (On 8srire snll 8srirists, im zten Bd. s. Lists^s mcir. snll lircersr^, 1778. 8. — Bde. 1784. Deutsch v. I. P. Bambcr- gcr, Berl. ,781. 8. 2 Th.) — — Für und wiöer die Satire überhaupt: Cab. Ntttt0e (kjsrsture, c>u llistcours cencre les likelies, ?sr. (1620.) 8. So führt Hr. Flbgcl, in seiner Geschichte der komischen Litteratur Bd. >. Liegnitz 1784. 8. S. -8°. dieses Buch aus dem Baylc a»; aber Bayle hat das Jahr der Erscheinung nicht bestimmt.) —- Jean 25. Nocette ( l'ouclier ceieste courrs les lillellcs lliiksmsroircs, ksr. lllz z. 4. I»^on 1664. 12. Ursprünglich Italic, nisch geschrieben; aber mir auch nur aus dem vorher angeführten Werke bekannt.) 25oileatl Despreaux (Oiste, stur Is 8a- ryre, ?sr. 1668. lZ. und nachher in s. W. Schuyschrist für die persönliche Satice, vermittelst der Beyspiclr anderer, alter und »euer Dichter; auch die neunte seiner Satiren selbst gehört hierher.) — Gegen diese beyden schrieb der gezüchtigte Colin cino Satire, und eine Oicicius llcsiucercstsll stue los 8017705 llu rems, welche beydc nicht des Lesens wcrth sind.) — Desmarest Ve Gaiitt Sorlin (Gab gegen den Bolleau eine Oosteuste llu pocmc kceoi^ue . . . I'sr. 1674. 12. heraus, in deren Vorrede, sowie in der Abhandl. selbst, einige gute Bemerkungen über bcn Character der Satire, und die Pflichten des Satlrenschrci« Hees vorkommen.) — P. 25a)'le (Vit- I 5 ster». zzß Sat S a t lercarion für lex lihelles ckilksmicoires st i'ncc-lion ci'un psifoge cle l'-cire . , »zpporre eians I ^rricle L-stius 8e?e- »us, cc czuinous -pprenci lZu'/ZuAuste für le Premier izui orcionna cque I on proceäsc per in loi r/e con- rre las libellcs, bcp der letzten Ausg. s. Wörtcrbuchiö. Auch finden sich in s. !V»uvciIes che Is republiczus chcs lereres, Zun. 1684. S. z6s u. f. feine De? nierkungen über de» Unterschied der alten und neuen Satire.) — Fcc> Ga^on (Apologie che lz 8ac^re, ei» Gedicht in s. Lueie f-ns farch, ou chiicours fa- eye. en vers, i^r. I7ol. 12. NittlMt alle Art von Satirc in Schutz, welches xe auch in einem Theil der Vorrede vor feiner liebersetzung deS AnakrconS und der Sappho, Rotterd. 1712. 8. thut,) -^> Job. Äset? (L>s L-r^r-, e re liccers- vis eümioanchz, im sten Bande der Xtiiceil. fiplienf S. 58-. Nur wider die littceariichen Satiren gerichtet; «der Nicht mit Scharfsinn geschrieben.) — Job. G- Änmsckke (Oc (Zuaelt. quich che Lzr^ris lenricnchum, cbend. Nimnitdie Satire iu Schutz, und unterscheidet sie von dem PaSquillc.) -- Ndillh. Rabe- per ( Von dem Mißbrauche der Satirc, vor dem ttcn Th. seiner Schriften.) ---- Frieveick öer zte Ron. v. Preust. (Itzeux Oifc. t un für tes Lsriricques, er l autre für les iibclles, LcrI. 1759. K. und im -tcn Bde. s Qcuvr. Lcrl. »789. 8- S.iu. Weil die Sarirc nicht hcssert, sondern nur Verbitterung erregt, ist sie unnütz.) — lieber die Geschickte der Satire überhaupt: Adr. Baillet (Oes Ssr. xerli'nnelles; Vesire Hittor. er cric. che ceiles 7. 4. Ohne hinlängliche Kcnntniß der Litteratur geschrieben.) — Juss. Rie- Sei (Her sechste seinerBnese über dasPubli- kum , Je«a >?6g> 8. S. »05 u. f.) C F. Flogel (Von f. Geschichte der tomischen Litteratur . .. Liegn. 1784 u. f. 8. gehören die drco ersten Bände hichcr. DaS Werk, wenn cö gleich, wie diese Zusätze zeigen werden, keincSwcges so voll» ständig ist, wie einige unsrcr kittcratorcn behauptet haben, ist nicht so bekannt geworden , als cS der Fleiß des Verfassers verdient.) Auch ist hierher allenfalls noch das „Schreiben eines guten Fecun- des, an einen guten Freund, worin er ihm einen Beytrag zu seiner cdtrcudcn IZibiioch, far^rico - murali mitthcilt, Franks, und Lcip». 174S. z. zu rechnen, weil es ein Verzeichnis satirischer Schriften enthält. — — Von der Satire der Alten, Griechen und Römer, überhaupt handeln: Is. Casaubonus ( Oe üsr^rici Lr-e^ corum Loch, er Lom-uoruin 8-rirs, Libri II. . . , Lar. 16c;. Z. JnVIi. Lrenii häufco puiioloAico orkittvricv, Lugä. Z. 1699. 8. S. 1. U. f. UNd von Hrn. Rambach, mit des Cecnius, und eigenen (guten ) Anmerkungen, und der Abhandlung des Spannhcim über die Cäsaren des Julian, Halle 1774. 8. lieber, setzt in das Italienische von Saivini, Flor. 17-8. 4. Vorzüglich will der Verfasser erweisen, daß die Sakoespiele der Griechen nicht der Ursprung der römi, scheu Satiee gewesen sind; in dem unten vorkommeichcn Wecke deS Heinfins wird das Gcgenthcil zu erweisen gesucht. Ich will hier zugleich bemerken, daß auch Sea, ligcr, Laer. I,ib. I. L> l z. S. 47. Lei. Z, dieser letztem Mcpnung, welche sonst von wenigen angenommen worden, war, daß aber von allen ein Zcugniß deS Donat (De ck'r-A. cc Lom. vor dem Lindcnbor, gischcn Teccnz ex eck. .1». Lsr. Tleunü l, S. XXVII.) übersehen worden ist, in welchem die Satiren des LuciliuS gerade von den Satyrspiclen der Griechen hergeleitet werden.) — Dan. Hcinsiuu (Oe Lsr^in Hor-cisna, Lib. II. in equo, inrcr -Iis, äe attiuic-rc equs cum-zr-cc. L-ciris ciiipurarur, zuerst bcv der -ten Ausgabe seines Hoeaz, LuZel. Ksr. >6,-. 8. 1629. S a c Sat »;y 76:9. 12.)---- I. Drydcn (Olscourle cvuceruin^ rtre Orig!» s»ci proZress ok Sscz-r, als Aueigmmgöschrift an den Gr. von Dorset, vor scinrr Ucberseyung dcS Juvrnal und Pcrsius, k.onä. 165z. fol. 7697. 1707. 17,1. 1726. 8.. Zeutsch , im ;ten Bd. der Sammlung vermischter Schriften zur Beförderung der sch. Wissensch, und frcycn Künste« Verl. >762. 3. S. »g8. Es ist sonderbar, das Cibbcr, in f. l>ives z. 76. und Johnson in seinen Biographien, Bd. -. E.77. Lond. 178Z. 8. in diesem Versuche etwas finden, wovon keine Svlbe darin zu finden istein Beweis, daß die englischen bittcratorcn gerade so flüchtig lesen, wie die Deutschen.) — AnSr. Dacicv > (Oilcours lue la Larirc, ou l c>n exa- znine svn origine, iez progroo er les cleonAemens czui lui lonr arrivez, im zten Bd. der ?>äein, lie I kkcad. des In- Lcripr. Engl, von Ch. Gildv», bc» s. leliicell. ?vem5 1691. 8. Der Vers, tritt Casaubons Äeynung bep, und leitet die römische Satire von den srühern Theaterstücken der Römer her.) — I. Dan. Heroen (Abhandlung von der satirischen Poesie der Griechen, und der Satire der Römer, vor seiner Ucbcrs. des Pcrsius, tcipz. 17z;. 8.) Wegen der besonder» Schriften von der Satire der Römer, f. die Folge. — Be» den Griechen war die Satirc, oder vielmehr diejenige Oicht- art, welche sich mit Rügung und Züchtigung menschlicher basier und Thorhciten abgicbt, nicht blos, Mrchcrr Eschenburg in seinem Entwurf einer Theorie und Lit« tcratur der schönen Wissenschaften, Verl. 178z. 8. S. 85. §. 10. sagt, dramatisch, wenn gleich, was unter dem Titel Satire geschrieben'wurde, bivs dramatisch war. Die Griechen hatten, meines B>e- dnnkens, so gut erzählende, lyrische und didactische, als dramatische Satire. Ich glaube nähmlich hierher den Margites dcs Homer, und ihn zu den erzählenden, oder epischen Gedichten rechnen zu können. Daß nur drey Verse davon übrig sind, ist bekannt. Eine Abhandlung darüber findet sich in dem ->?ten und zoten Bd. der ktem. de'lväcsd. des Inlcr. Quartausg. von te Beau. — Don der l/riscken Satire der Griechen sind auch nur Fragmente übrig; nähmlich von dem Archilochus (z-8;), welche sich, unter audecn, bep der Basler Ausgabe des C.allimachus, 15z-. q. und voll« ständiger in Hrn. Prunks Anolett. I. S. 40. k.«öb. S. 2z 6. befinden, lieber den Verf. siehe, unter metzrcrn, eine ' Abhandlung von Herrn Seviu, in dem roten B>d. der öäcm. de I'/^cod. riesln^ bcripc. so wie von Bürette, cbcnd. (Quartausg.) und E. L. D. Huchs Versuch über die Verdienste des Archilochus mndieSa- tyrc, Zcrbst 1767. 8. S. auch dessen Art. S. 205.—> ^ipponax (aus der 6otcn Olympiade, und jetzt als Satiriker nur noch bekannt aus dem Horaz, Lpod.VI. 72. und aus den, in der Anthologie Issb. III. c.z;. kfl. »Z. S. 56z. u. f. Ld. Lommel. befindlichen Grab- schrifteit. Er wird übrigens sür den Erfinder des Skazontischcn SylbcnmaßcS ausgegeben. Bavlc hat ihn» einen Artikel gewidmet.) — Simom'des(ausNi- moa, aus der Insel Amorgvs, und n>ih dem bckanutern von Ceos nicht zu verwechseln. Ein Fragment einer Satirc auf das weibliche Geschlecht ist noch übrig, das. sich, am vollständigsten, bcv dem Stobclus, 8erm. I.XXI. findet, und auch Hr. Vrunk in s. Ansleöla I. S. 124. >1. XVII. ausgenommen hat. Bavlc hat dem Verf. einen Artikel gewidmet.) — Zu der so genannten Oidacrischen Satire, glaube ich die Sifli, deren Hr. Sul- zcc in dem Texte gedacht, zählen zu kön. nen; Satiren waren sie allerdings; denn auf den Nahmen allein kann cS nie ankommen, wenn einem Gedichte seine eigentliche Stelle anzuweisen, und besonders nicht, wenn dieser Nähme, wie die Satire, sehr unbestimmt, ganz allgemein, und kcincSwegcs von der Form, oder aus der Natur der dadurch bezeichneten Sache, genommen ist. Auch waren sie kelncswe- gcs eigentliche persönliche Satiren, wie die Folge zeigen wird. Und nach dem wenigen zu urcheüen, was davon uns bekannt 14» Sak S a ( kannt geworden, Ivaren fle lrhrend, indem sie Afrerlehrr» verspotteten. Schon ondrc kitteratorcn haben sie mit der cl- Lcnllichen römischen Satire verglichen, als Casaubonus, hi!> II. c. z. S. 219 u. f. Lei. Komb. O. Hcinsius hih. I. Lryden G. zog. im ztenBd. der Verl. vermisch» teil Schriften a, a. m. Sie waren eine Sirc vn Parodie, in welcher Werse berühmter Sichter, auf eine lächerliche Art, ouf andre Gegenstände angewandt wurden. Die berühmtesten Verfasser derselben flnd A-enophaiics (um die ?stc Olympiade. Daß'er Sillcn geschrieben, erhellet aus dcm Stral>o< h-h. XIV. und aus dem Commcntar des Eustathius sei Hisel. /Z. G. 204. IZ.hr. kom ) — Timon (Dem Zeugniß dos Diogenes LaertiuS h. !X. c. 12. §. 2.. zu Folge, hat dieser zu den Zeiten des. Ptolemäus Philadelphus, lebende Skeptiker, drey Bücher Sillen, wovon die Heyden letzten in Form eines Gespräches abgefaßt waren, zur Verspottung der Logmatiker, geschrieben. Den Lilten scheinen sie wichtig gewesen zu scyn; denn Äpollviüoes von Nicäa, und So- tion aus Alexandrien schrieben, wie der angeführte Diogenes ebend. §. 1. und Ahe- näus I.!b. '»'III. c. z. erzählen, Com- mentarc daejiber; und die übrig gebliebenen Fragmente hat, unter ander», M. Js. Hcinr. banghcinrich in seinen drey Dissertationen, De l'imone Liilngrz- xlro, I.ijj>s. 1720 und 1721. 4. sowie Hr. Vrunk in den äuilett.1. 67. herausgegeben. S. auch Voilii Inllic. Heer. l.ib. II. c. 20. — Von der drainan- sckcu Satire der Griechen siehe den folgenden Artikel. — Prosaische Sa- tireir von griechischen Schriftstellern: Ancian (I. C. 1-2-200. Daß er jede Art der Betrügerei), Aberglauben, falsche Philosophie, u. f. w. lachend züchtigte, ist beknnnt; und daß seine Darstellung derselben größtenthcils mit dem launigsten Witze abgefaßt ist, erkennt jeder, welcher sich rmrhcr mit Denkart, Sitten, Cha- raeter her Zeit, in wclcbcr kucian lebte, lind dir Gattung von Menschen, welche cr züchtigt, so sehr bekannt gemacht hat, ' ^ als es uns jetzt noch möglich ist. Die,, diesem widersprechenden Urtheile, abgcrcch, net diejenigen, ivclche Zieligtonsciser erzeugt hat, scheinen nur aus dem Mangel jener Bekanntschaft» vielleicht auch aus sogenannter Gründlichkeit, welche nie dio Ausführung einer Idee in Erwägung zieht, entstanden zu sey». Die erste Ausgabe seiner Werke (von welchen Fabrieius^ vidi. gr. hih.IV. e. 1 6 §, 2. S.488 >>. f. ein alphabetisches Vcrzcichniß geliefert hat) ist Flor. 1496. k. gr. erschienen. Die folgenden, griechischen Ausgaben sind ebenda >5.>7.s Ven.l;oz.F. 15 -z.I. (welche letztere den mehrcsten folgende« zur Grundlage gcblcnt hat) >;z5. 8.2 Bd. Hag. >;-6 und >;z5. 8- Bas. 1545 und 1555.8 2 Bd. gedruckt; die griccinschlateinischen, Bas, i;6z und i6!9. g. 4 Bd. Paris i6r;.k. von Bourdelotz Saum. >6»?. 8. - Bd, von I, Benedict (sehr correet) Ainst. -687.8.2 Bd. srhr fehlerhaft; Amst. 174; -1746.4.4 Bd, von Tib.Henisterhniö Und I. Frirdr. Rcitz am besten, und diese Ausgabe, milden verkürzten Anmerkungen des Hcmsterhnis u. a. m. Mietau,7/-6 u. f. 8. (bis jetzt sie» den Bände) von I. P. Schmid herausgegeben worden. Die letzte ist Zwcy- brücken 1789 u. f. g. 5 Bde. erschienen. Die blvs lateinischen, so wie die Ausgaben einzeler Schriften desselben, sind bey dem Zabricius, a. a. O. und in Theoph. Christ. Harles Incruäuötio in Iäiil»r!oin hinKuos L-rsec. .Mr. >778. 8- S. 4^9 u. f. verzeichnet. UebersetZt in das Italienische sind hie sämnitiichen Werke des Lucian von Spieidione kusi zu London und Venedig 1764. z. 8 Bde. Einzeln sind übersetzt, von Nie. da konigo oder Leoniccno, die Tohtengespräche, die wahrhaften Geschichten, und die z Briefe! Von Giul. Roselli, die Schrift von den Mieth- lingen, Ven. 154?. 8.^ Von Lud. Domenichi, das Gastmahl, und diekebcnsauction, Ven. >548.8. Von Franc. Anguistara, die Ma- crobii bey seinem Diseorlo iogia . . . I »cla Fi Solo .... Ven. 1572. 4, Von Angel. Mac. Ricci der Jkaromcnipp, bey seiner Uebersetzimg dcr Batrachoni. Fir. 1741.8. Von dem Gr. Gasp. Gvzzi, Pro- mctheus, Sat Sat methcus, oder her Kaukasus, derTrauM oder dcr Hahn, der Lehrer, der Redner, der Tycanncnmördcr, das dem Lucian zeige, schricbcne Gespräch zwischen der Tugend und dem Merkur , Jkaromem'pp, der Fischer, und Timon, in dem leloncko, mo- küle Lc >uverft >2ioni ciella C 'ongrcga cke' IVüegrin!, Ven. 1760. 8- Zu den Italienischen llcbcrsctzungcn gehört ferner noch, die, auS dcm Timon, gezogene Comö- dic des Mar. Dojardk (f >494) Scand. >;so. 4. Den. i;>?. g. In das Gpa« nisiBe: FavrieiuS, Lid>Iic>rl>. gr. 1^. IV. c. 17. S. 507. nennt den Franc, de Her« rcra »Malvonato, und den Juan de Ja- rava, als Uebersetzte desselben; aber ohne zu bestimmen, was sie von ihm überseht haben. In das Französische, suuimtlich von Louis Bretin c . . Von P> Ablan« eourt, Par. >6Z4-4. Amst. 1S8Z. 8. 4 Bd. Von I. B. Massie», Par. >781-1787. 4. und z. 6 Bde. Von Belm de Ballu, Sttasb. >786- >792. 8. s Bde. In das Englische: Ausser einigen einzeln Stücken von Hiekes, selmmllich von Fcr. Spenee, Lond. >684. 8. 4 Bd. Vvn TH. Franklin, Lond. 1779. 4. sBd. >781. 8. 4 Bde. Von I. Laer, die Dialogen !77Z - >786. 8. z Bde. Auch habe ich noch eine Hebers, unter Dcpdcns Nahmen angeführt gefunden. -Verschiedene ganz lokale Aufs, sind indessen aus diesen sstmmt-- lichen llebeesetzungen weggeblieben.) In das Deutsche; Von Wascr, Zur. 1770 u. f. z. 4 Bd. (mir Weglassung verschic« dencr Stücke.) Von C. M. Wieland, Lechz. 1788->78S- 3. 6 Th. Einzelne Stücke: Oer Traum, oder von dem Leben des Lucia«, von S. in der griech. Sprachübung, Löthen 1S-0. 8. Har» uwnideS, von Hrn. Cschenburg, im -ftcn Bd. dcr llnterhaltungcn. Die Lcbens- onetivn, in den Bremischen Beylestgen, Bd. 1. St. 5. Da» Lob deS Oemosthe- nes, von Lotter, in den Schriften dcr deutschen Gesellschaft, Th. 1. Daß man das Böse nicht io gleich glauben solle, von Jae. Corner, in Reimen, Fest. ,;8y. gl Von Nie. Glaser, in Agapeti Regenten- büchlcin, Brem. 1619. 4» Von Hold? Hagen, im iten TH. des Greises; Eknzele Göttcrgcsprstche, von Köster tzdaS Urthcil dcSParis, Glessen >770. 8.) Von Sattler, im Wochenblatt ohne Titel, Bd. >. Von Goldhasen, im aten Th. der Anthologie. Einzcle Tvdtengesprstche, von Sattler, a. a. O. Von Goldhagcn, im zte» Th. der Anthologie und im Greise; das Bild eines schönen Frauenzimmers, und Vrrthcidigung desselben,; von Gott« sched, im aten TH. der Schriften der deut» sehen Gesellschaft; dcr Traum, von Stüb, ncr, ebend. Charvn, im ztcn Bd. der Carlsrnhec Bcytrstgc; Hcrmotimus von Kromavcr, Jena 171z. 8. Jkaromcnipp, von Hrn. Eschcnburg, im gten Bd. der Unterhaltungen; Wie man die Geschichte schreiben soll, die letzte Hellste von Abt, im aalen Th. derLitteraturbriefe, und von Hrn. Mensel, im oten Bd. von GatteeerS histor. Bibliothek; Lucius, oder dcr Esel, von Nie. Will, Strasb. >;o6. 4. und im »ten Bd. derCarlsruhcrBeytrstge; Dom Tanzen, im itcnBd dcr Berliner veem. Schriften; Oer Lehrer dcr Redner, von Lotter, im z ten Th. dcr Schriften dcr deutschen Gesellschaft; Toxaris, ein Stück desselben, von Goldhagen, im ztcn Th. dcs Geeiscs; Dce Lügenfrcund, Breslau 1762. 8>) Llavua LlauSins In» lianus (s zSz. Bon seinen Schriften gehören hierher: ,) Die Kaiser, oder das Gastmahl; ein treffendes Gemsthlbe seiner Borgclngcr, mit cingemischtcn eigenen und fremden Versen, und durchaus dramatisch; einzeln von C.. Chantelair, Par. 1577. 8. gr. und lat. Aon Pet. Cu- ustus, l^ugei. L. >t»a und 16Z2. 12. gr. >md lat. Von Hcuftnger, Gotha 17z 6 und >741. 8> Von T. C. Harles, Erl. 178;. 8- herausgegeben. Ncbcrsetzt in das Imlicniscbe, von G. F. Zanctti, J'.-iv. >764. 8. I» das Französische viermahl; zuerst von Ez. Spannheim, Heidelberg >ö6o. 8. Par. >68Z. 4. Amst. ,728. 4. mlt sehr vielen Kupfern; zuletzt von La Blctteie, Par. 17Z5. 8. In das Englische, von I. Ouncombe (Lelebb Works »L tftc Cmptiror stulisir, l.>>rxl. 17L4. L. « Bd.) In das ZVemsclie, von »42 Sai S a e von 'einem Ungen. Hamburg ,66z. i'z. Von Lottcr in dem oteuTheil der Schrii» tcn dce deutschen Gesellschaft; Von La« sius, mit der Menden zusannnen, Grelfsw. 1770. z. Von L. G. Bardili, Halle 1788. 8. 2) Oer Anriochicr, oder Barthasscr; so glücklich die Idee ist: so schlecht ist doch im Ganzen die Ausführung. Herausgegeben, einzeln, »on P. Martin, Par.'izS/. 8. gelech. und lat. Nie Ausgaben der fämmtlichen Werke des Julian sind von P. Martin, Par. ,58;. 8. Von D. Petau, Par. >6zo. 4. Von Ez. Spannheim, Lcipz. 1S96. f. sämnitlich gr. und lat. Die Erläncerungsschriften geben mehr seine Gesinnungen gegen die christliche Religion, iils selnc Schriftstelle» rey an, und gehören also nicht hierher. Nur Spannheim hat seiner Uebersekung eine Abhandlung beigefügt, welche Hr. Rainbach mlt dcni Casaubonus wieder herausgegeben hat, und die deutsch, Elb. '785- 8, erschienen ist. Littcr. Nötigen finden sich in Fabric. KIdl. Zr. l.il>. c. 8. Sein Leben hat, unter andern, La Blettrle, französisch, Amst. 17z;. 8> herausgegeben, und dieses ist denn mich in das Deutsche, sh wie in das Englische übersetzt worden, Satiren bep dcnRomeön: Ausser den, vorher bereits angeführten, von der Satire der Griechen und Römer zugleich handelnden Schriften, sind über die letzter» besonders geschrieben: De I'or.'Zlns er äu proZrez äs I» Lgc;-re äez Uumsiizz. er cke kons Ics ckanZemenz r^ui lui länr srrives, von A"i>. Dacier, als Vorrede des <5ten Bandes seiner Uebersekung des Horaz, k>ar. 1681 - 1689. >2. IN Bde. -—> /o. b.iber äs 8zrz-rae larinae nsrura er rnciane, rjusczue bcriproridciz, czui iupeelune» lsorario, I'crllo, stuvenoii, parav, 1744. g. »»» /o. Leidere äs komanor. lZiilercsr. ^diloluZica, Icn. >755. 4. — Von der Horazischen Sa» tire wird, aber nur ais Berichtigung einiger Urthcilc in den Litteraturbriefen, in den Fragmenten über die neuere deutsche Littcranir, zt-Samml. Riga-767. «. S.' -5-. gehandelt. — viscourr . . tur lez Saciri<^ues ranc läriuz que f,zn. , . . vor der französ. Ucbersctzung des Persius, von O. it. l-. t/72. Z. —. Oibcours iue lex b'ariri- qusz i-rin-, von Dcrsaulx, vor der-tcn Ausg s. Uebcrs. dcsJuvcnal, Par. 178-. g, (Ein allgemeines Gemählde^ der römischen Satirc, Vcrgleichung des Horaz, Persius und Juvenai, besonders in Ansc» hung des Geschmackes, der Sitten und dce Umstünde der Zeiten, in welchen sie lebten.) Von eben diesen, H. Dusaulx sin« det sich im 4Zten Bde. der btem. äs t'TLcsä. äcs Inlco. Quartausg. ein tckcm. tur las 8sr!ri^ucs l.scinx, worin er sich aber nur mit dem Horaz beschäftigt. — Die Satire, oder diejenige Lichtart, weiche sich, mit Nügung, Züchtigung, Verspottung menschlicher Laster, und Ungereimtheiten , Thörhritcn und Lächerlich» leiten abgiebt, hatte allerdings bep den Römern eine ctivas andre Gestalt, als be» den Griechen, uild erhielt ihren Nahmen, Satire, wohl nicht von den Satiren, oder von den Satyrspiclen dce Griechen. Aber der ganze Unterschied lag auch wohl nur im Nahmen, oder entstand auS dem Unterschiede in Cultnr, Sprache und Sittem Eine wahrhast philosophische Vcrglcichnng bepdcc findet sich, in Flegels Geschichte der komischen Litteratur, Bd. 2. S. 12 u. f. Die älteste Artder römischcnSpott - und Schmähgedichte sind die so genannten saturninischcn und fesccnliinischcn Verse, bc»dc vielleicht nur im Baue etwas von einander unterschieden, lieber den Bau der erstem s. unter andern, den Neiencisnu, hluuo, De lvlerriz, im >tcn Buche. Die letzter» blieben lange im Gebrauch; alle freche, unzüchtige Spöttereycn hießen scsceuuinischc Verse, besonders die bey Hvch- zeitfcpern üblichen. Noch im Claudian (t)p>er. N. l. S. >;6. cx cä. ^i. Lesn, I.il>5.1759. 8.) kommen, unter dieser Aufschrift, dergleichen Gedichte vor. Auch schrieb August dergleichen aus den Pvlli» lelacrnl). Zacurnsl. läl>. Ii, 0.4. S. 274. I-cmci. 1694. 8.) unS Cäsar selbst mußte c» Sae S a t 14z sich gefallen lassen, daß, ke» seinem Triumphe, seine Soldaten ihn auf solche Ziel besangen (Suer. in virs Oes. 49 und ;i, S. Z2. Lck.Llzev. 1671.16,) Hierauf folgte eine Art von dramatischer Lustbarkeit, welche den Nahmen Samre (Äischspiel) führte (S. den Art. Lomo- Sie, S. ;>?. b.) und aus dieser soll die Benennung Satire für diese Dichtart endlich gebildet worden seyn. Für den Urheber derselben wird ausgegeben : — Ennins (zzy. I. v. Ch. Bestimmen zu wollen, wie Ennius darauf gebracht worden ist, zum blose» Lesen, nicht zur Vorstellung, Gedichte zu schreiben, welche Verspottung und Züchtigung dcrThot- hcitcn und der Laster zum Zwecke hatten, und oh er den Stoff dazu, aus den vorher erwähnten satnrischcn Pvssenspiclcn, oder aus den regelmäßiger» Stücken des LiviuS AndronikuS genommen, ist eine leere Grille; denn keiner der alten Schriftsteller hat uns Nachrichten über die Entstehungsart seiner Satiren hinterlassen, und von diesen Satiren selbst sind nur noch Fragmente, und von jenen Posscn- spielen und regelmäßiger» Stücken ist, im Ganze», nichts übrig. Und wenn Darier, und seine Ausschreibet Dryden u. a. m. uns erzählen, daß er auf diese Lichtart gekommen se», weil er das Vergnügen t>cr Römer an den erwähnten Stücken wahrgenommen, und daß er ihnen dieses Vergnügen nun zu Hause, durch das bloße Lesen verschaffen wollen, u. d. m. so ist das höchst ungereimt: denn be» dem damahligcn Zustande der römischen Lultur, und bcy dem Mangel der Buchdruckcrey, läßt sich nicht eben sehr viel Cabinetlcscrcy gedenken. Alles, was wir von ihm wissen, ist, daß er Gedichte, in unbestimmten, ungleichen Versarten schrieb; welche, da sie gleichsam ein Gemisch verschiedenen Jnnhalts waren, Sa- ruroe haben heißen sollen (f. LsLsub. l,. 2. c. 4. p. 241. Lei. ksmk.) Die eine führte den Tirol Asotus, und scheint gegen einen erdichteten liederlichen, verdorbenen Menschen geeichter gewesen zu sepn; von den sichrem wissen wir nichts, als daß sie au» 6(vlcssekcht nur 4) Büchern bestanden» Die übrig gebliebenen Fragmente hat zuerst Hier. Columna, Neap. 1590. 4. und hernach Franc. Hcsselius, Anist. 1707. 4. herausgegeben. Littec. Notitzen finden sich in bsbi-ic. Lidl. Ar. Tili. IV. c. 1. Vnl. z, p. »27. lstps. 1774. 8 ) »-- äi.nc:lius (>;o. v. Eh. Geb. Daß seine Satiren von den Satiren des Ennius verschieden gc» wcscn, ergießt sich aus der Stelle des Diomedes : Ssc^rs eist carnien spuck IIa- msnas nunc quickem insleckicum, ei eck csrpencka dominum viris srckacsS comoeckiae cksrsökere compolirum» yusle icripierunc l^uciüllz er kkors- rius er ?erlius. Feck o/cm cnrrveu, e^c , X». cnmur er spuck kuricch. Lol. 482. Nun wissen wir, zugleich, auS den übrig gebliebenen Fragmenten, daß LueilluS seine Satiren in einförmigen Syi- bemnaßcn , obgleich nicht alle in eincrley geschrieben, denn einzeie waren auch in jambischen und trochcüschen abgefaßt; ivie sehen aus der angeführten Stelle des Diomedes, daß er seine Satiren »ach dem Muster der alten Komödie eingerichtet, und also Narren und Böscwlchtcc nahs mentlich ausführte (welches sich denn auch aus verschiedenen Stellen des Hvraz, als Sarve.!. 4. V.i.u.f. II. 1 .6z. des Per» sius Ssr. i. V. 114. des Juvenal, Ssr. 1.1. V. >6;. crgicbt) und auch zugleich, daß die so genannte frühere römische Satire ex vsrüs poemsrikus bestanden; folglich scheint er denn gleichsam auch Einheit dcS Planes hinein gebracht, ein eigentliches, zusammenhängendes Ganzes aus ihr gemacht zu haben; welches denn auch aus dem gewählten gleichförmigen Svlbcnmaße zu den einzeln Satiren wahrscheinlich wird. Und aus diesem Grunde ist er denn auch wohl nur für de» cigeutiichcn Stifter der römischen Satire von dem Horaz (Ssryr. II. 1. V. 48>) und von dem/Quiiitilian (Ichb. X. c. i.) von dem Oonat (Oc Vrs- Aoeck. er Lomoeck vor dom Lindenborgi- schen Tereuz, ex eck. ?cunü, I.ipL. >774.?. I. S.XXVII.) gemacht worden. Was 144 S a e S a t Was die Schreibart anbetrift: so scheint, weder aus den übrig gebliebnen Fragmenten; noch durch das lirtheil des Horaz selbst, 5sr. i. >°. V.-o. l. 4. V.3.U. f. die Meinung des Darier, Orhden u.a.m. daß er in feinerer und besserer Sprache, als Ennius geschrieben, bestärkt zu werden. Er soll der Satiren, 50 Bücher, oder ein- zele, verfaßt habe», deren Fragmente zion Frane. Dousa, Lac. 1597.4. und Joh. Ant. Vvlpi, Päd. i?zs. 8. und bei) der Zwcybrückec Ausgabe des Pcrsius und Juvenal, 1785.». herausgegeben worden sind. S. übrigens Laisi. 8-gircsrii Dommanr. eis Vir?, er lcripr. d,iv. ei», ckiunici, dlsevii . . . Air. 1672. 8. S. 48. und das vorher angeführte Werk des Volpi (Allspius) S. 106. und eine ital. Oiffertat. von Dom. de'Angrlis, Rom. «70». 8.) — G. -Horatiu« Flarcus (f >y I. v. Ch. G. Edlere, reinere, obgleich immer noch prosaische Schreibart, feinerer und lachender Spott, .und Ein« sörmigkeit des Svlbcnmasses scheinen ihn von seinem Vorgänger auszuzeichnen. Die Ausgaben derselben sind bcy dem Art. -Ho- ra; angezeigt. lLrläureruligusci?cis- tcn: Jac. Eruquius hat, einzeln, Noten dazu herausgegeben, welche Antw. 8. ges druckt worden sind. Dickerrsc. in Ho- rar. Zar^eas II. AuLt. Ic>. lac. Vlsico- vio, I.ips. 1^14 und 17l6. 4. (Inder erstem werden sie von der dichterischen, in der zweyten von ihrer sittlichen Seite untersucht.) De sulln precia Lar^ris dio- racian. ilsruencio, lcripiir lgaberlsnc!, I.ins. 1774. 4. S. auch den Stcn Th. der Ouschischrn Briefe zur Bildung des Geschmackes. Uebersekzt in das Itn-- lionisc!?e sind die Satiren dcö Horaz überhaupt sünsmahli Von Lud. Dolec, nebst den Episteln und der Poetik, und mit Abhandlungen über den Ursprung der Satirc überhaupt, über die Horazischcn Satiren, Episteln und Poetik, Ben. ,559. ' 8. in reimsreyen Versen i Von Fres. Vvr- gianelli, ASc. >?zo. Vm. >757. 1746. 8. Von Greg. Redi, im -tcn Bd. (Werke, Ven. 1741. 8- Von Stef. Paliavieini, im aten Bd. s. W. Ben. >744. s. Bor» Oresb/o Agino (Franc. Corsctt!) Sienm» >759- S. In das Lranxojiscbe, in Versen, von Fres. Habcrt, Par. >549. iz. (aber nur das erste Buch) cbend- >551.8. (sämmtlich) Von den Gebrüdern d'Äg» neaur, Par. 1588. s. Von verschiedenen (mit den sämmtlichen Werken, und einem l)iic. tur lez lssrire!.) gesammelt von Benzen de la Mariniere, Amst. 1727. ! 12. In Prosa, mit den sämmtlichen Werken des Dichters, von Mich. Maro!» lcs, Par. ,652. g. 2 Bde. Von Algay, Sicur de Martignae, Par. 1678. >0. Bon Irr. Tartaron, Par. 168,. >». >704. >0. >7 >z. >:. 2 Bde. Bon And. Darier, Par. >681->'689. >2. >c>Bde. 1709. >2. >o Bde. 'Amst. >7-7. >2. 10 Bde. 17z;. >2. 8 Bde. Von Silvccane, einzeln, Par. 1694. 8. Bon Nocl Et. Sanadon, Par. >728. 4. s Bde. Von FrcS. de Maucroix (mit den Episteln) in dessen Oeuvr. pvilk. Par. 1726. 12. (die ?tc und 8tc S. des ersten Buches fehlen.) Von Eh. Batteux (mit den sämmtlichen Werken, aberauslassend) Par. 1750. - Bde. Von Binet (mit den sämmtlichen Werken,) Par. >?8Z. >6. s Bd. In das Angliscko, von Tb. Drant, unter dem Titel, IVIeclirlu-ble! kcsoral». 15 66. 4. Von R. Fanshaw (LeleA ?arrs ot Iloiscc) 1652. 8, i Von Th. Creech, mit den übrigen W. 1S90. z. 1715. s. Von verschiedenen, nebst den Oden, aber nicht vollständig >?u. 8. Von Dunster, nebst den Episteln und der Dichtkunst >712. 1729. 8. ' Don Gcddes (eine Auswahl) >779. 4. Wegen der übrigen Uebers. s. den Art. Gve, S. 552. l>. I» dasDeutj'clie, ausser verschiedenen Uebersctzungcn cinzes ler Satiren, in der Uebcrsetzung dee sämmtlichen Werke dcS Horaz , von Rothe, Basel 1671. 8. Von Rulf, keivz. >698 und >707. 8. Von Groschuf, Cassel 1749. 8- 2 Th. In der Anspacher Uebers. 177z > 1775. 8. z Th. Von Iae. Schmidt, Gotha l78 <2 ->78z. 8. z Th. Einzeln, von M. E. Wieland, Leipzig > 786. 8-) — Anlius j^erslus Llac- cus (f 62. Seine sechs, auf uns gekommenen Satiren sind zuerst 4 s.a. eri. und, Sac Sat 145 und, dem Ansehen nach, von Dcndelln ums I. 1470. hierauf Brix. 147z. Feer. und Meyl. >474. töw. 147;. sol. gedruckt. Mit den alten Scholien gab ihn R, Stcphanus 154S. 8. El. Vinetus, Pict. i;üz. 8. Pct. Pithoeus, Par. >58; und 1590.8. und endlich Js.CasaubonuS, Par. 1S05 und 1615. 8. venu, von seinem Sohue, hvust. 1647. z. (b. A.) heraus. Wegen mehrerer Ausgaben s. hsdric. Uilzi. ist. Hill. 2. L. XII. Vol. 2, S. 164 u. f. l.ips. 177z. 8. Eine brauchbare ist, von Th. Marshall, nebst dem Juvenal zusammen, honst. 172z. 8. erschienen; und W. Reiz hat ihnc. xluih veree. l.ips. >789. 8. herausgegeben, tlrbcrseyt in das Italienische ist Per« sius viccmahl, von Giov. Ant. Ballone, Nap. -576. 8. mit einer, wie der Verf. sagt, cliisriiüms tp»i>cioiie; Von Franc. Stcllull, Rom rckzo. 4. Von Cam. Silvestri da Rovigo nebst dem Juvenal, Päd. >711. 4. Ven. 1758. 8. Von Ant. Mar. Salvini, Fir. 1726. 4. Von M. Aurel. Sorano, Ben. ,780. 8. In das Spanische, von Diego Lopez, Burg. 16-9.8. In das Französische, soviel mir bekannt ist, überhaupt zwanzigmahl, als, von Abel Foulon, Par. 1544. '2. Von Guil. Durand, Par. >575. 8. Von Nie. Lc Sueur, Par. >6oz. >z. Von And. du Chene, Par. 1607. 8. Von Mich, de Marolies, Par. 165z. 8. <671. 12. Von Gefrier, Loyson >6;8->2. Von I. Nicole in s. Werken, Par. iSüo. >z. Von de la Valteric, nebst dem Juvenal, Par.ickgo.iz. 2Bd. VonAlgay deMar- tignac, Par. lügz. Von Tartaron, nebst dem Juvenal, Par. 1639 und 1714. Von Constant deSilvecane, L»on >69Z. 12. Von Eust. Le Noble, Par. 170^. 12. mit Anwendung auf s. Zeit. (Von H. Sin- ncr) Bern 1765. 8. (nebst dem Text, und schr einsichtigen Erlstmerungcn, aber sehr frei) überseht.) Bon Carron Le Gibcrt, Par. 1771. 12. Von Le Monnicr, Par. >77i- 8. z Bde. Von Oreux Duradier >77>. 8- in Versen und in Prosa. Von Lusaulx, 1772. g. Von einem Ungenannten (0. K.7H pzi-. 1772. 8. Vierrep Thei!, Von ScliS, Par. 1776. «. Von Taista« de d'Hervilicrs 1776. 8. in Reimen. In das iLnglischc, von Bart. Holpday, Oxf. >6,6.8. und nebst dem Juvenal 167;. 5. Von Deichen, nebst dem Juvenal, honst. 169z. f. 172S. g. Won Ecl- beck, honst. 1719. z. Von I. Gen« housc, >7zo. 8. Von Brewstcr, honst. 17z,. 8. Von Th. Sheridan (s 17Z8) honst. 17Z9. 8. (ist nicht die erste Aus» gäbe) mit einem ganz guten Commentar. Von Edm. Burton 1752. 4. Von Th. Ncvillc, 1770. g. (aber nur Nachahmungen.) Von Edw. Vurnabv Green 1779. 8. (Mehr Nachahmung, als Ucbers.) Von M. Madan, mit dem Juvenal, >789. 8. 2 Bde. Auch sind noch Nachahmungen einzcler Satiren, als der ersten >784- 8. Der dritten von Sam. Dcrrick 17;;. 4. u. a. m. vorhanden. In das ^deutsche, von Joh. Samuel Adamk, Dresd. 1674.8. Von I. B. Draghcnio, Rost. 1725. g. Von Joh. Dan. Hevde, Lcipz. 1759. 8. (in elenden Reimen) Paraphrasirl, Bcrl. 1775. 8. Von G. G. Füllcborn, Züll. 179z. 8. Von I. A. H. Mühlh. 179z. 8. Besondre Erläu- tcrmigsschriflen: viorr. stiiilor. I!» rersr. in vcrlus adicurilh » hcis 8»r. I. cicar. von Joh. Jac. Breitinger, ViZur. 172z. g. Oilsvranvns sur Heise, por bckr. 8el!s, hzr. 1784. 8. S. auch drn 6tcn Th'. der Briefe zur Bll> duug des Geschmacks von Hrn. Dusch. Besondre sthebcnsbcschceibnngcn in den blilbor. hoerse. . . . des L. Greg. EyralduS, Lzs. 1545. 8- S. 5>8- In L. Ceusius Lebensbeschreibung röm. Dichter, Bd. 1. S. Z95. der Uebcrs.) —- Dermins Junins Juvenalis (s 120. Die erste Ausgabe seiner 16 Satiren ist, dem Maittaire zu Folge (I. S. 296.) Rom (1470) t'oh gemacht; cum Lvm- menrsr. Dom. Lalsterini: hom. 1474. s. Lum Q. b/lcrulse ensrrarionilzus, harv. 1478. sol. Lum Lommcnrar. T^nr. ^lüncinelli, d4or, 1497. tol. Vcn. 1498. k. Lum Lommenr. Iv». Lrirsnnici Lrixiani 1501. sol. Lum nor. Vbieost. hulmsnni, «r tssstr. )u> K «ü 146 S a t S a t nii Odlervse. Hnrv. 156;. 8. 1566. l 2. Oum Oomnicnr. Lilk. Hubini, ki-nov. 160z und 1619. 8. kx cel. l-Zenr. Lbr. hlonnini». UlrrZ). 1685.4. huZä. !l-r. 1695.4. (b.Ä ) Cum nor. z? pcrpe- ruz »nrerprec. ssuk. stuvcneü, libn- rom. I7>9- I^r. 1715. Lum vsrÜZ lett. per öllzorrsr. l-unä. 1716. 12. Bewndrc Üxrlaulerungüschrifren! ?z- IZÜUXZ in ^uvenzlem, Huich kViiA. La- bino, kam. >474. 5. knib. hubini in )uv. Lar^e. Ilbe. ccpbr»l-5 Luccinöta er pcrlpie. knil. 160 z. 8. Obtervzcin» ne in Invenolein er ?erlium, S^uLt. Wo, II. ^urumna, par. 1607, De 8z. rzirz )uvens>!5, Diiiercor. Iclic. liigsl» rn, worin denn auch von der Satire überhaupt gehandelt wird vor seiner Ausgabe des OichtcrS, l>sr. >6i6. -2. und be» der Ausgabe des Hcnninius. S, auch den 6rcn Th. von Hrn. Dm'chcns Briefen zur Bildung dcS Geschmackes. Ucber- seizr ist Juvenal in das Italienische: Won G. Summaripa, Parma 1480. k. hs--n lji L»rclz (>5zc>) 8. (in Terzinen, nebst dem Texte.) Won Camilla Sil- vestri da Rovigo, Päd. 1711. 4. Vcn. >758- 8. Fabricius führt noch, Oib. ll. c. >8- Libl. Izc. Vol. 2. S. züz. eine voll» ständige llcbcrsehung von Fed. Nornio an, von welcher aber die ltibliurk. stegli kluc. suricbi . . . volgzri??sr! nichts weiß. Auch hat er, cbend, einen Asca- niuS VarotariuS, und FraneiScus Nota als zwey vermiedene Personen genannt, und bepde sind in dem Dan. Warotari vereint, welcher die bcpden ersten Saty- rcn, Wen. >564.1:. so wie lud. Oolce die sechste. Wen. ixzg. 8. mehrere para- phrasirt, als überseht haben. In das Spanische: Won Diego Lopez, mit dem Titel, Oeclar. m,iAi iobrc Iz, Lar. .luv. Mab. 164-. 4. In das Französische : Ausser den llcbcrsehungen cin- zclcr Satiren, als vier, von Mich. d'Am- boise, p. ,544. 12. u. a. m. vollständig, so viel ich weiß, neunmahl; Von Andre du Chcnc, Par. 1607. g. Won Den. Challine, Par. ,6;;. >-. Don Mich, de Marvllcs,, Par. -65z. z. Won de la Valtcrle, Par. 1680 » >68r. 12. 2 Bd. Won Ct. Algay de Martignac, Par isgz. 12. Von Irr. Tartarvn, Par. 1689. >0. Ven Lonstant de Silvccane, Par. 1S90« 169». 12. - Bd. Von Dusaulx, Par. 1769. verb. >782. 8. Von M. M. Par. »779. 8. Auch hat Juvenal sich Stellenweise müssen burleSkisiren lassen, als von den, junger» Colletet, Par. 1657. 12. Von dem Abt Favmas u. a. »1. In das LLnglische: Vo» R. Staplcton, Lond. 1644. 8. >647. 8. Von Bart. Hol,Ha», Oxf. 167z. f. Von Lrydcn, 169z. t'. 1726.8. Von Stepney, 171 z. 8. Von Dunster, Land. 1779. 8. Von Greene, paraphrasirt, oder vielmehr nachgeahmt, Lond. 176z. 8. Von Th. Ncvillc, mit dem Persius, 1770. g. (aber nur Nachah- mungcn.) Von E. Owen, L. >78;. 8. - Bd. mit Erläuterungen. Von M. Modau mit dem PersiuS, 1789. 8. 2 Bde. in Peose. Laß auch Th. Sheridan ihn über, seht haben sollte, ist mie nicht bekannt, wohl aber die ilcbersehuiig cinzelcr Satiren von Nah. Täte. In das Deutsche. Ob die, von HenniniuS angezogene deutsche Ilcbersehuiig des Juvenal, durch einen gewisse» Johnson, wirklich da ist, weiß ich nicht. Ausser Uebcrschungrn ein- zclcr Stücke haben wir eine so genannte erklärende llcbcrsehung desselben, Verl. »777- 8. Eine metrische Ucbcesehimg, (von C. F. Bahrdl) Dessau 1781. 8. und eine von F. G. Abel, Lemgo >785. 8. Besondre L.eben.gbeschreibungcn fin« den sich in Georg. Gyraldi ttiüur. I'oe- rsr. S. 5Z5. ksl. 1545. 8. undinCrm sius Lebensbeschreibung römischer Dichter, Bund s. S. 106. d. Hebers.) — CI. Llauoianus (f Z95. In seincnWerket» bcstnden sich, in kussnum, hib. Ii. (Bd. l. S. 19. Lci. (sesn.) Und in l?u- rropium, hib. II. (S. 227. cbend.) Der, in diesen Gedichten herrschende, höhere, als der gewöhnliche satirische, Ton, und die Persönlichkeit der Satire, geben ihnen einen eigenen Reiz. Uebcrscht sind sie in das Italienische, mit seinen sämmtlichcn Werken, von Nie. Bcregani, Den. 1716.8. s Bp. In das Französische, her Fast de» Sat S a t ?47 des Rufin, 1781. 8. In das Englische, mit den sckmmtlichcn Werken, von k. Bigges; Lonst. ,628. 4. Einzeln, die er. stcrn von Will. King, Lonst. ,77°. 8. Ad» Hughes, Lonst. 1741. 8. Judas Deutsche, die ersten vvn Minander, Nürub. >756. 8. in Reimen. In den kicii'.ainz des W. King, Lonst. 17z 2. 8. findet sieh eine Lririclc upon s tavou- rice k^inistr^, pgrriculsrix rkac ot idu- finus .... gast bis coratler. S. übrigens den Artikel HelSengeVichr S. zu. -.) — — Zu der römischen poetischen Satire gehören übrigens noch des Valerius Tat» virse. — Das Fragment einer Satire des Turnus auf den Nerv. — Die Sa« tire der Sulpicia, ste corrnpro ikacu Itcipubl.' rcmporikuü lZioeleriani (Ivel« che vvn Maroiics, bcy der zten Ausgabe seiner Ilebcrsctzung des Juvenai und Pecs. Pae.hs?,. in das Französische, und vvn F. G. Abel, bei) s. Jnvcnal, in das Deutsche überseht werden.) — Die Verse der Dichterin» Evcheria — u. a. w. welche Marc. Zuerius Borhoen, unter dem Titel) Loci. Kgr^rici minores ste corr. reipubl. ilzru, Lugst. Lac. i6zz. 12. und Jvh. Chrstph. Wernsdorf in dem zten Band der Locigr, igcin. minor, ^ic. 1782. 8. z Bde. herausgegeben hat. prosaische, oder mit Versen untermischte prosaische Satiren bcp den Römern: Marcus Terenrius Varro ts -7- I. v. Ch. G. Wird für den Stifter dieser, nach dem griechischen Philosophen, MenippuS, von ihm selbst benannten Mcnippischen Satirc gehalten. Nur wenige Fragmente sind davon übrig. S. übrigens den Casaubonus vekocyr. Loci!, Istb. II. 0. S. 199. Lei. k-ml,. und loa. Lorrtr. Hauptmann!, eis Lsr^ra Varronians , L .VIenippe» Lommenrgc. in den Xliic. Lips. nov. Bd. 5. Th. 2. S. z;8'ZüS. so wie das angeführte Werk des Volpi, S. 64.) — K.uc. Annaus Seneca (h 6;, Seine kann seinem Witze Ehre machen; seinem Herzen macht sie keine; und selbst der Witz ist öfters plump. Sie wurde zuerst von Beat. RhenanuS, bcp den übrigen Werken des Seneca, Basel >515- 5. verstilndlich herausgegeben, und ist bcy mchrern Ausgaben derselben, wovon die bessern, die Pariser i<5oi. I. die Tom- meiianische 1604. k. die Antwerpner von 160;. i6zs. 16Z7.1652. 5. die Amsterdamer (Elzevirischc) -672. 8. - Bd. (b. A.) befindlich; auch einzeln, Bas. 1521. 8. Leipzig >720». 8. (J'cer kgr. ^lenippesc, L. 7Z. Ken. ^Trozro^oxe'r-T'coa'-c, loii. Liplii Lomnium. L. Lunge! Venglcs) gedruckt. Erlautcrungsschriften: Eine Abhandlung von Dan, HcinsiuS, beh s. Orsrion. Lugst. Lsr. 1627.8. S. 608. Anmerkungen in I». Lctiesseri Lebtion» siegst. Ligmb. 1675. L. G. 279. von Chefin. Aug. Heiimann, in den Lrustiror. Lupplem. Bd. 6. S. 296, Ucbcrseizt in das Französische, vvn Matth, de Chalvet, mit den übrigen Werken des Seneca, Par. ,6z 8. L Von dem Abt Esqnieu, in dem itcn Bd. der lolcm. ste Lirrer. er stUilloire des P. de Molctz, Par. 17-6. 8. Von I. I. Rousseau, im i4tenBd.fi Leu vr. S.142. Zlveybr. Ausg. In das Deutsche, von Chrstph. Ncuber, keipz. 1729. 8.) — Titus Petronius Arbiter (f 66. S. den Artikel Erzählung, S. >zz.) —» Euciu» Apirlefus (Sein Xleramor. piiobeon, das hierher gehört, ist bereits de» dem Art. Erzählung, S. >zz. angezeigt. S, übrigens Lgbr. k!k>I. I-r. Lib. III. c. 2. Vol. S. 28. Ausg. von >77Z>) — Marcianus Tapella (Oe bluprüz -Vlercurii er kkilologige, Lib. IX. heißen zwar, der Form wegen, Sa- czrg, sind es aber dcm Gehalte nach nicht. Gedruckt ist es zuerst, Vic. 1499. f. ex est. Lrocii, Lugst, k. 1599- 8. (b. A.) kern. 176z. 8. — — lateinische Satiren aus den Mittlern und neuer» Zierten: Joh. Gar- lan0(i--4o. Ein Buch Satiren vvn ihn», weiches aber nie gedruckt worden, führt I. Balstus in deil kcripr.krirr.Lenr.il. n. 48. an.) > Zbcrnarous Morla- nensis (iijo. Ein franz. Mönch, vs ,48 S a e S a r conremru wundi, l,ili. III. ÄN den, von Matth. Hlaccius herausgegebenen Vnem'ar. de cvrrupca Lccles. ikaru, L-s. ,557.8. S. 27. und einzeln von Chv- traeus, Lrxm. 1597- 8- 3» leoninijchc» Veescn.) — Johannes Galisderien- slS <1180. Lnlieraricus, I. De dlugis Lnrialirim er velki^iiz ?k>iil>soplic>r. Ickb. VIII. I^UAö. Lsr. - 595. g. A.m- üc>. 1664. 8.) — Gr,alt. Mapcs (>200. Die Varia Ooökorum Liorum» czue Vironnn de corrupro cccleiiae jkaru poemara . . . conicripra er edira c. praesar. Xlarrh. LIacci! 1>>/rici, Las. ,557. 8. enthalten, unter mchrern,-cilf seiner satirischen Gedichte, wovon die Ouerela ad Lapam in kcvscrs Idiikor. pnerar, . . . med. aevi . . . Hai. ,7:1. 8- S. 779- verbessert abgedruckt — Nigcllrrs Xvixeckcc (1200. Lrunellus, in speculo ikulrorum (s.a. er I.) 8. Cvl. 1471. s. ,499. 4. Var. 1506.4, ^s»Ifenl>. 1622. 8. Das Gedicht ist in elegischem Sylbcnmaße abgefaßt; der Held ist ein Esel, der sich selbst seinen Schwanz abnehmen, und einen andern sich machen will.) — Beer nardus Gc^stcnsis (1200. Lslgcm!- La, Lol. 1501. Lz'gn, 1660.8. Satire auf das Hoflcben in leoninischcn Vcr« sen.)— divilh.deSt Amour(fi-72. Satiren wider die Vettclmönche in Prosa, in seinen Oper. Lonlkanc. (Lar.) ,6za. 4. — iBcrnardus Xvcstcrodus (i;;o. klandluz, eine Satirc auf die Geistlichen in lconinischen Versen und Stanze» in dem angeführten Werke des Flaccius, 5. >01.) — Alvarcx Pelagiris (fizzz. Sein Werk, DcLlaiiökn eccleiiac, !,!!?. duo. sllmae 1474,5. Ve^ncr. 1 560. f. in Prosa geschrieben, cnthillt zwar eigentlich nur Wahrheiten; ist auch von dem Verfasser, als Wahrheit geschrieben worden; zeigt aber zu anschaulich den vcr. Kerbten Zustand der spanischen Geistlichkeit zu seineb Zeit, um hier nicht eine Stelle zu verdienen.) --» Nie. Brem (>Z77. Lpiliola da non spolkniicis «zuvrundam rrwribris > qui in ^^xziko- lorum locum sc luizcedills glorianrur, IN Woliii I,etl!onii>u5 memorslz. Bd. 1. S .654. lind IN des Llae. Illxric. Cara. Io!-. Dclkium Vericac. Las. 1556, 4, l'rcsc. 1672.4. 2 Bd.) '—- Nic.de Clemangis (14Z4. l)e carrupco Lc. clelise llaru s. I. er a. ) -—- Nic. Darthelemr (1450. Xlomiae 1514.8. Eine Spötteeey über alle Stclnde.) —> ^.anr. Valla (f 1457. Seine Anridori in LnZZium. I,ib>. IV. und der -Xpe>» loZus er Aökus Lcenicus in cundemz sein Aimorar. Ickdellus in 4nroniuin Laudeniem; seine Schrift gegen den BencdictuS Morandus (Lviisurario)und seipe Idecrimiiiar. l.!t>. IV. in Lsrrli. La» cium und Anr. Lankormiram sind persönliche Schmsthschristen, veranlaßt durch grammatische Streitigkeiten. Ein Thcil derselben ist Ven. ,481. 4. zusammen ge. druckt.) — Felix tNalleolus (eigentlich Hstmmerlein f >457. Seine Var. Obleetarionis oguscuia er rrsöiaruz, s. I. er g. s. von Seb. M'atit herausgegeben, und sein De noliiiiracc er ru- ikicirare OiaInAU5 . , . s. a. er I. s. sind grvßtcnthcils gegen die Mönche, und unwissende Geistliche gerichtet. Der, in den erstem befindliche, Lonrra validss' inendicanres, via!, ist von Goldast, in dem i?ten Th. der Rcichshclndel; und die Lnilkardorum I)elcrip>rio von Nie. von Wylc deutsch hceausgegcbc».) — pozgio Vracciolini ('s 1459. In seinen Oper. Las. 15zg. f. findet sich ein Liber in- vectivarum, welche gegen den Pabst Felix V. gegen den Philclphus, und Laue. Vaiia gerichtet sind.) — Franc. Phi- lelphns ('s >481. Lacxrar. ickecarviti- cticni IZccadesX. dded. 1476.4. Ven. I 502. 4. Lar. 1 ; 1 8. 4. Sie sind in ziemlich schlechten Versen geschrieben, und größtentheilS gegen den Cosinus de Me> dicis gerichtet. Mehrere Nachr. liefett Sass, in der kckiüvr, lirerar. rxpog!. »ediolan. S. 176.) —' Alexander, genannt Carpenter oder Ladr-cius, ei» Englllnder (Soll der Verf. der 8u,i.» ma, sen Deikrriötnr. virior. ?ar. 1494. s. Lar. 1516. Ven. 15Z2. einer stußerst seltenen, und gegen die Llerisey gerichteten S a k Sat 149 tcten Satire sepn. Andre, als z. B. Posscvin, schreiben das Werk dem bekannte» Ootstor irretragsdiiis, Alexander de Ales, oder Halesius zu.) — -L.ee> Bapriir» Albcrti (s 1480. öckomu5> Lom. 1520. 4. Jtal. in den Opulc. morali des Al- bcrti, Ben. i;üz. 4. Spanisch, von Ana. de Alaean, ?)«ad. 1598. 8. Eine ganz glückliche Spöttceep über Hof- und Für- steulebcn.) — Barth. Gribus (Sein, jucrlt in dem OircJor. Lracuum, stcu vcrius 1'riiiulario stacculi, Drßenr. >489 gedrucktes klonopolium Lstilo- stopkorum ist eine lachende Verspottung der unordentlichen akademischen Lebensart, welche unter dem Titel: LcJa dse>- nopolii, st. LongrcAarionis bonorum stociorum, alias die Schclmenzuuft i5>5- auch bcsopders, und unter dem Titel: Der Brüdervrdcn in der Schclmenzunft, Strasb. 15-Z6. >;oy. 1516. 4. in das Deutsche übersetzt worden. Ilebrlgens finden sich in dem Oiredlor. ckacuum noch zwcy hierher gehörige Schriften, Oc trister!» Luracorum, worin neun Pricsterteufcl, als Feinde der Pricsterschaft erscheinen, und kolcinopolium vulgn des Lichtschiffs, gegen die Aufschneider gerichtet.)'—Ant. Urccun, Covrus gen. (f 1500. In f. W- Lonon. 150-2. st. sind, unter mch- rcrn, auch Satiren enthalten, welche in den folgenden Ausgaben, Ven. 1506. st. Lar. 1514. Last 1540- 4- verstümmelt abgedruckt worden. Baplc hat dem Ur- ceus einen Artikel gcmidmet,) —- Paul EUcarius (Oclschlagel. Oc sticke Lon- cudinarum in Raccrckotcs (st. I. er -.) 4- sticickelst. >504. 4. L'rcstr. 1624. 8> Poßicrlich durch das affektirle Küchenlatein, durch viel eingemischtes Deutsch, und Reime aller Art.) —> -Heinr. Bebel (17riumpliuz Veneris 1501. 4. Di-genr. c. Lommcncar. loa. Dlrcu- ckaiZ 151 5. 1609. 4. auch in s. Oper. kstor^Ir. 1509. 4. In Hexametern und aus 6 Büchern bestehend.) Giovbat. Gpagnolo, MantuauuS gen.'(s 15 >6. In seinen Werken, Last. 1502. Lsr. 151z. f. Dnrv. 1576. 8- 4 Bd. ist unter andern ein Gedicht, AiphvnsuS, und eines, De calamiraribus stuorum rem» porum LiL. III. enthalten, worin, wie auch zum Thcil in seinen Hirtengedichten, die Fehler der Geistlichen seiner Zeit ge, züchtigt werden; aber seine Sprache ist niedrig und rauh. Die letztere ist auch einzeln, mit einem Commcntac von Jod. Badius Ascensius, Pac. st. a. 4. herausgegeben worden.) — Job Räucklin, Capitis gen. (s 1521. Sergius, vc! es- piris capuc, c. Lommenr. Li. kümler LVimpcnfls, st. s. erst) 4. Ldor/Ii, 1507.4. stub. 1515.4. Lost 1540.8. In Form einer Comödie, i» dre» Akren, eine Satire auf eine von Mönchen und Pfaffen geleitete Regierung.) — Ulrich voi» «Hurten (f > 5 -z. Liner unserer schärfsten und glücklichsten Satiriker aus den Mittlern Zeiten; seiner Satiren sind folgende: 1) dlcmo, Oc incpris stui iaec. ckucküs er versc ernckirionis contempru, Du^uck. 4. Last. 1519. 4- Lock. 1544. 4. stuAck. L. 162z. i2. in elegischen Versen; Französisch nachgeahmt von P. 5. A. L^on z. 2) Oialogus ckc Deila, DuZuck. 1518 und 1519.4. stipst. 1518.4. Zur Rechtfertigung dieser Satire auf das Hofleben schrieb Hutten eine» Beief an Bil. Pirkhepmcr, vicae stuao rarionem exponens Dug. Vinck. 1515. 1519. 4. und auch in den Oiste, popu- lar. . . . Lrcstc. lülo. 12. z) Lebris prima, Oial. kvloßunr. 1 519. 4 DmL. 1619. 4. Gegen das Wohlleben. 4)cke- Lrix stccuncka, Oial. IckoA. 1 5 >9» 4- llcbcr Hoflcbcn und Geistlichkeit. Beyde sind in das Deutsche, das erste zwepmahl um eben dieselbe Zeit übersetzt worden. 5) Vriaz Lomsna, st. Vackistcus, gegen den Röm. Hof, mit den drep lctztcrn, öckog. 1520.4. und im-ten Bd. S. 192- 270, dre l'ast^uillorum, fllcurstcr. (Last.) 1544. 8. (Deutsch, SlraSb. 1544. 4») Ferner mit ös. Lrani lipickola, roms- nae curia«? conrinens, (Smalcaldcu) >;88. 8. (S. FecytagSDck- parac. iirccr. V. III. S, 504 U. f.) 6) Instpicienres, Oiai. mit den vorigen, öckoF. 1520. 4. lieber die Geschichte der Zeit. 7) Lulla Occimi Leonis Mz conirs 15» S a t Sat eonrrs Lrrorex Durlieri et Isgus- eium, im oten Bd. der zu Wittenberg gedruckten lateinischen Werte Luthers S. mit Randglossen. 8) Disl. nov! per- ->) psiczuillux ^lsrsnux (folgende 5 Stücke enthaltend, Dpillols pslizuilü ltom. sä chstsrlorium Itom. kctponsso lelsrtorii; Lupplicsrio psl^uilii; Dccrcrum ?s- pse; Dpisluis hstsrkorü Ii. sä L-erms- I>ox principex, HI. er s. 4. und die auch, bis auf die letzte, in dcmstenBd. der pslczuillorum, Dieucker. (LsH)2;44> 4. abgedruckt worden sind.) 11) Disi. Septem. . . klomux, Dsrvlux, Piers- rix er Hupeillirionix pugnsc Loiicilis- dolum pcheolvgitlsrurn säv. bonsr. Ürrersr. tluäiolos! Hpopkrliegmsrs Vsäilci erpsHzuillü äs äcprsvsco sc» elelise llsru; läurcenux csprivux; llnrrenux illultrix, s^uöt. 8. Hbyäsno (ivrslio, H I. sc s. 4. und die drcv letzter» auch bey einigen Ausgaben der Dpi- tlolsr, odlcur. virvr. und im sten Bd. her angeführten ?slczuilinrum. 12) In Dlrickum Wirren!,. Disl. cui piru- lux phslsriimux, in srce 8cecl5>. 4. (Mit mehrern Schriften zusam- »nen. S. FrevtagS 2ÜnsIetts S. 47».) iz) Dxclsmsrio in incenäium Du'Ds- risnum 5. I. sc s. 4. 14) In Dlier. ^lesnäruni er >6srisnuin Lsrsccioluin lnvcöiivse stiiguise. In Lsräinsles, Lpilc. er 8sceräorcs, Hurker. VVor- rriscise impugnsnrcs, invetb. säDsrol. Impersr. pro HurDero» er verjrsrix er biderrscix cxDorrsrio, H I. er s. 4. 2;) Die Bvrrede vor der Donsc. guse tivnsssnrin! äieicur Privilegium erc. H I. 4- S. Frevtags Hnsl. S. -94. lind släpsrsr. lirrersr. I'. III. S. 514.) rü) Wegen des )uliux f. in der Folge Vulbi. Auch werden unten Hey den deutschen Satkrcn noch einige von Hütte» vorkommen. S. übrigens Isc. Iturck- bsrä Lommenrsrio äe Dir. äe Durren ksrix sc meririx, ^VolH 1727-172;. g. z Th. Nachdem in dem deutschen Merkur, Februar ,776. S. >74. von ihm etwas gesagt morden war, schrieb F. W. von Göthc ein Denkmahl desselben, welches auch im 4te» Dd. seiner Schriften, Verl. »779. 8. S. ;>. steht, und man fieng an, seine Werke, Leipzig 17» z. 8. herauszugeben; aber das Unternehmen ge- ricth bald ins Stecken, weil der uneigennützige Eifer des Herausgebers, Hrn. Wachenseils, schlecht unterstützt — vielleicht auch, weil dieser Band auf dem elendesten Papier und höchst fehlerhaft gedruckt wurde. Ein Aufs, über Ulrich von Hutten erschien, Leivz. 179t. 8 ) — Laust. AnSrelinus (t i;>9. De lugz Lsidi ex urde psriiis, psr. 1508. izl6. 4. und im >ten Bde. der Oper, ksiäi. De Hciolorum srrogsnci», Lpill. pro- veri». psr. >519. 4. Auch lassen sich mehrere s. Dpiiiulsr. proveib. psr. I. s, 4. 2499. 8. DuneD. 1720. 8. hieher rechnen.) — Hier. Emser (ch ,527. ^ vcnsrione s^egocerorix ollsrrio t. s. er 1.(1519.) 4. Gegen Luther, llpirds» Ismis däsrc. DurUeri, er los. cklsiiii 5. s. er I. 4. Deutsch in Cochlaci Histcr. Mark. Luthers, S>. 255.) — Bilib. Pirbheimer (s,;zo. trcciux äcäols» rux, t^ur. los. pr. (iorrslsmUergio, Imp. in Dropis 2529. 4. und in der Geschichte der, durch Bekanntmachung der Pclbstl. Bulle wider Luthern erregten Unruhen, Alt. 1776. 4.)—> Lonr. Rollin (> 5 zc>. /^ävertux csninsx I-isrr. Du- tUeri nuptisx. , . Pulling, izzo.z.) — Jost. Lronrs, oder eigentltch Jäger (Einer der Hauptverfasser der Dpitto- Isr. olzlcuror. viror. l. s. erl. (1 5 1 5) 4- 2 Dhcile 16 >6. 4. Donä. 1720 und 1742. 22. Der darin vorzüglich angegriffene Ortuinus GratiuS ließ dagegen Dsmenrsr. Lo!. 15 23. 4. und eine Dpi- Kols Spolcgerics drucken. Auch gehört zu diesen Dpili. noch: Dx oblcuror. viror. Islilous cribsrus Disl. in czuo in» rrväu- Sat S a c »;r rrostucuntur Lolon. I'lreol. Nl. vr- ruinus, QinZolpdus, I.upoläus; rres Zcem cetcbr. viri» I. Ueucklin» D. kirüimuz, Isc. baber, s. I. er 2.4.) — Hier, .Salons (>;z5. Seine, nun von I. v. Retzcr gesammelte Vper» . . . Vinävli. 1791-1792. 8- »Bd. enthalten mehrere saririscye Schriften, als 1) 'cktireiri däagiilri nnltri I»2. Lcleii in vdiru kägrZürerkac concubinae luae, die aber wohl nicht von ihm und noch weniger von S. Lemichen. sondern wahrscheinlicher Weise von Eob. Hcssus sind. 2) lddcror glori»iu5, ein Gespräch, gegen den vorher angeführten Andrctini und dessen t'uxa tZallzi gerichtet, z) l.il>cl. Ins äe obicu Julii ursprünglich schon i;,z. 8. und nachher noch sehr oft gedruckt, als unter der Aufschr. Julius 5. I. er z. (>517. 4 ) Bc>> der Orscio ach Llirill. Opr. ö/lox. pro Julio 8ec. . . . s. I. er 2. (Strasburg 15-z.) >2. In Wolfs l.ett. ^äemorad. Bd. 2. S.21. u. a. a. O. m. Auch ist eine alte deutsche »Übersetzung davon vorhanden. Es iss bekannt, daß dieses Gespräch öfterer Hutten zugeschrieben worden ist; und ausgemacht ist es noch nicht, daß BalbuS der Verfasser desselben ist; indessen findet es sich, wie gedacht, jetzt in dem ersten Band seiner Wecke. S. übrigens die „Nachrichten von dem Leben und Schriften . . . Gurk Hier. Baldus . . Wien 1790. 8. vcrgl. mit Ailg. deutscher Bibl. Bd.98. S. 5 55. und Bd. 11,. S. 222.) >—> Tl). Morus (f >5Z5. Von seiner tscopio, ^.ov. 1516. 4. gehören nur die, bcy dieser ersten, und zum Thcil, bcy der VaSlec Ausg. >5>8. 4. befindlichen satirischen Marginalien hierher. Vinäicorio läenr. VIII. lie^. AnZI. 2 eslUmuiis t.urkeri, I.onei. 15ZZ. 4. Grobe Schmähungen gegen Luthern.^ -- vyenr. Coru. Agrippn von Nettesheim (^ >5Z5. De lncercicueline cc vsniroce tcieirrior. er orrium, acczuc excsllcnria vsrbi Dei, IZeclamor. ^ncv. i;zc>. 4. L»I. 1568. 12. (bei) welcher dasorrzue excellenria vertu l)ei auf dem Titclhlatte fehlt.) Uebrigens ist es auch sehr oft verstümmelt gedruckt. Deutsch, durch Erasmus Frank von Wörb, erschien es, Ulm (ohne J. )g. Franks. 1619. 4. Cöln 171z. I. Französisch, durch Louis Turquet >58». 8. Durch Gueudc» ville, Leiden >726.12.) — Jodocus Sadiua Ascensius (f >;z5. Lrulrilerse noviculac, s. Zcoptiae facuarum mu- lierurn . . . Ar^. 1502. 4. mit Holj« schnitten. Eine Nachahmung des Vrand- schcn NarrenschiffcS; französ. von B. Mar« nes, ?or. 5. s. 4. Von Jean Droyn, I'ar. izoi.4. l.^on I58Z-4- mit Holz« schn.) — Desiv. Erasmus (f >5Zck. Lncomiuin Xäariae, ^rgcnr. l; 11. 4. mit den Fig. von Hvlbein, kos. 1514. 4. Französ. von Petit, t>. >670. 12. Von Gucudcville, 171z. 12. l'ar. >7;». 4, Englisch, von Will. Kennet; Deutsch, durch Seb. Frank von Word, Ulm f. 2.4. und ausser ein paar alten, noch von Gund« ling, Beel. 1719. 8- und von Wilh. G. Becker mit den Holbcinschcn Figuren, Bas. 1780. 8. mit Kupfern von Chodo« iviecki, Bcrl. 1781. 8. LvIIoquia von ihm selbst zuerst >;-z. herausgegeben, und sehr oft gedruckt. S. übrigens f. Artikei im Vaylc, Knight's Lebensbeschreibung desselben; Deutsch, Leipzig >?Z6. s. u. a. m.) — Germaiu de Srie ff iszg. Anti - däoruz 1520. und auch in den Oclir. pc-eror. Liullor. k-rcLc. 1609. Bd. 1. S. 720. in elcg. Versen, eine durch ein paar Sinngedichte des Th. Morus veranlaßt«! bittre Verhöhnung seiner Ge« dichte.) — pecr. Mouranus (8ar>7- rae, prima äc Noctis, tec. eis d/leäicir, rcrrio cle l?rincipibui, cznorra cie vir» bcaro, ^rZenc. 1 5 29. 8. ^«colie l Z95. 1606. 8.) — IgmlsAnissus (154°. Vari» poemar» sc Larz-rscs 2» t'i-mpe- ^cim Lolumnam, dlcap. 15 Zi und >;;6. 4. Lar^roe 1 ;z». 4.)— Et. Dolct (h >146. Grorivnez äu2e ir« l'dolc-izm L. 2. er t. 8- Gegen die Unwissenheit und Oummheit der Toulouscr.) — Sim. shsmiclicu (Lemnius f >;;o. Von seinen G.dichte» gehört hier nur I.urii pifoci luvenolis ^lonoclropor« nomacdi» äac» ex Aekajz Gl^mpisste K 4 von». IZ2 S a t S a t irona. z. her, eine Art von Komödie, bekanntermaßen gegen Luther gerichtet, und höchst unzüchtig geschrieben. Es ist bekannt, daß G. E. Lessing eine Rettung des LemniuS schrieb (im -ten Th. s. klci» ncn Schriften, und im ztcn S. > u. f. seiner verm. Schriften) wider welche eine Wcrtheidigung von M. S. V. H.. r.. i. .z. Franks, undLcipz. 1756. 8. erschien, welche aber wahrlich nichts vertheidigt; eben so wenig wie das, was Niederer, im 4tcn Bde. S. z;y s. Nachrichten zur Kirchen- Gelehrten, und Büchergesch. ^Icck. >768. 8. gegen diese Rettung erinnert hat. Denn wenn auch, wie C. F. Flöge! in seiner Geschichte der kom. Litteratur Bd. z. mepnt, persönliche Anzüglichkeiten, oder eigentlich Anspielungen auf Thorheiten und Laster allerhand nahinhaf, ter Personen, in den Sinngedichten des Lemnius vorkommen sollten: so erscheint dochLuther in einem etwas päbstischcn Lichte, wenn er in seiner Ernsten zornigen Schrift die Leute bittet, das Buch zu verloren, ncn, und den armen Dichter mit Kopf, abschlagen bedroht. Wo wäre denn der Epigrammatist, in dessen Gedichte sich nicht Persönlichkeiten hinein erklären liefst»? Wo ist denn das Epigram, das nicht, im Grunde, von einer Persönlichkeit aus, gicnge? Welcher unparthciischc Mensch würde denn die Deutungen der Herren Commilitoncn des Lemnius als gültig angenommen,; oder nur angehört haben? Und wo sind denn in jenen Sinngedichten diese Persönlichkeiten so stark, so grob ausgedrückt, daß sie eine Verbannung cum stnkomio und jene Drohung verdient hätten? Das darin, dem Churfürstcn von Maynz gegebene, übrigens ganz unschuldige, und für Luthern keincswegeS anzügliche Lob bleibt also wohl immer der Feuerfunkc, welcher Luthern zündete. Dadurch verlange ich aber kcineswcges die chson-ckiopornomocliia zu vertheidi- gcn. So natürlich, obgleich vielleicht der lieben Klugheit wenig gemäß, die Rache des Lemnius war: so unanständig ist sie doch abgefaßt. S. übrigens Leben »nid Schriften Sim. Lemnii ... von G. T. Strobcl, Nürnb. 179z. g. und auch im zten Dd. f. Neuen Veptr. zur Litte, rat. dcS >6tcn Jahrh.) — Pierre Ca« sstellan (s 1550. Lucius, s. Lonvivium iaruimale, unter andern in den Iilcz-su. rior. praclkzuc. viror. 8ar. LuAcl. 8. 1655. 12. 2 Bd.) — Joh. Coch- lans (s 155s. ^civerlus cricullscum >VIi. uocaurum WirrenherZcni'cm, Lol. 152z. 4. Lurkerus sepriceps ulsigus Llki conrearius 1529.4. lät. und deutsch. Lommenrsr. cie^ötis cr Lcripris lolorr. Lurlieri . . . 1549. 5. Alles elende Persönlichkeiten.) — Chr. Pierius (Zacz'ra, tcelcr. praes. Leculi mores raxaris , mvrc-Iesgue dlinlvi»rum cxemplo acl virae emcnäac. invirans ( I'ub. >554.) 8.) — Marc. Anr. Majorazius (ch 1555. Unter seinen Reden handelt eine, einzeln, Utrecht >666. 4. gedruckte, von dem Lobe des Goldes, worin die Klcriscp bitter gezüchtiget wird.) — Perr. Nannus (s -557. Somni-, unter andern in dem iten Bd. der blle» »anr. proesisnr. viror. 8arzris, Lu>>ci. Lac. 1655. 12. - Bd.) — Jul. Casar Scaliger (ch 1558. Uesiclerium Lrslmum vrar. ckuae, ?ol. 1621. F. Verthcidigung der, von dem Erasmus verspotteten Sucht der italienischen Gr, lehrten, durchaus Ciceronianisch zu schrei, ben, und Lästerungen gegen den Ecas, inus.) —. L.eo Capilnppi (s >560. Lcuro cx Virgilio cke vira .Vton-cdu. rum . . . (klom. s. s.) 4. Ven. 1 550. 8. Los. >6c ,l. 8. und in blenr. Zcspironi Leurvn. er U -roäiar. Lxemplis; in H. MeiboniS Lolleök. ?tuökorum, gui Leu» roMes VlrAjl. lcriplcrunc > Ickelmst. 1600. 4. u. a. m. Collus (auf die Lustscuche) bey der erster», in der venc- tianischen und cöstnischcn Ausgabe, und in den Lärm, biippolz'rj, Laelii, 7^l- plionli er lul. Lapiluporum, !k. 1527. 4. 1590. 4.) — Cham. Rirchmcser (Naogcorgus s >;6z. BrgAoeclia nov» I'ammacklius, Wirr. 1558. 8. Deutsch, 5. s. er I. 8- und durch Joh. Tyrvlf, zu Cala an der Saal >5z8. 8. luceucki- leu ?5>rgopolinices lLrsxoeck. recens nora» S a l Sat >5Z vor», netanäa czuorunstzm Pspifiici grcgis cxponcns fiacinora, VVirreb. 154,-8. Deutsch I54>-8. I'ragoeci. sli.-l novz, VIsrcaror, feu juäicium, in qua in Lonlpcckim ponunrur stpo» ttulica er ?spiüics äoblrina, quan- lum ucraque in conscienriac cerrsmi» ne valesr er eKciar, er quis urrius- que lic exirus, 1540. 8- 1560. 8- 1590. 8. Französisch mit dem Titel: l.e lVlarelmncl cvnverr! . . . 1558-8- den. 1561. 16. IlcAnum papilbicum pvsms, in quo Papa c. suis membris, vira, üäc, cu!ru,ririlnis arque caercm. hrevirer äelcribirur . . . . 155z. 8- Las. >559. 8- Lar^ra in Ins, cie la Lata; in LaraloZum lstaercricor. kx- postuiario A-Iular. cie lilzris a popa pro- tiibirisc Luäsrnockus Lurenl'eßuü, ncc non I.eo Tüquila er Oelptiinus puren» rillimi animal. rcßes, ?apae rom. exi- tium; Lara!. Iibrorum sureum cal!» cem L2I17I. ret'erenrium; ^uroscke» äiatmara plurima, bcy der letzter» 'Ausgabe der vorhergehende»; Lacyrsrum I.ib. V. . . öat', 155;. 8. Die Titel zeigen den Jnnhalt zur Gnügc; .die Ausführung ist bitter und schmähend.) —- Pier. Paol. Vergerio (f- >565. Lon- ciiium non moäo 'prillcnrinum, seä omne papiliicum perperuo t'ugien- äum sli omnibus püs, 155Z. 4- Ttötionez .... Lccrerar. ponrificii . . . ?5or?k. 1556. 8- vermehrt mit einer dritten äck ebcnd. 1559. 8. 5 i. 1607. 4. und in den Oper. 'I'ub. i;6z. 4. S. Frcyt. Tücipar. 1". III. S. 52z u.f. pollremus Lacal. blaercricor. noüri remporiz Ilomae contiacus, pfor^li. Iz6c>. g. De nußis er t'sl>. kapae t-re^. I. Ilesponliv sä lilirum 7^n- liebristi Ilomani, qui in eccleliss Oial. Lsor^ia; (luaelb. pasquilli U. a. IN. (Lafi) 5. 2. 11. Jtal. Rom, 0. I. 8. Franz. 1547. 8. Deutsch 154z. 8. Auch ist Curio wahrscheinlicher Weise der Herausgeber der pssquiliorurn l'omi 6uo .... Lleuctrer. (Haiil.) 1544. g. wovon der erste mehr, als 8« Gedichte, und der zwcyte z 2 prosaische Aussätze enthält. Daß diese Schriften größtcnthcils gegen das Pabstthum gerichtet sind, versteht sich vo» sich selbst.) — Mick. /!.'Hopital (f >57?- 8ar. bc» den ?ocr. 8sc;'r. minor. Inigä. 16zz. 12. auch bry s. Lsrm. T^mit. »7Z2.8-)— äl.ambcrrusHor- tensms (ch 1574. 8215-1-21-. i^it>. VIII.in aevi tui viria ec mores, l^lcraz. 1552» 8.) — Matck. Lrankorvitz Llacius Ill)?ritzns (-s 1575. Ist der Herausgeber folgender Sammlungen: L-i-min- vc» rusta anrc zc>o snnnz lcripra, quo« äeploranr inlciciam lrvangeüi er tz- xanc sbusus Laeremonirr. ^Virccb. 1548. 8. —- 85'lvi> Lsrminum in nv- Kri scvi corruprelas, prsescrrim re!>- ßionis . . . 155z. 8. — 85 -IvuI» Lzrminum «liquor . . . quibus vs.- riao äe reliAione lenrcnrize oc ccm- kroverliae explicsnrur, I55Z. 8- " Larai. 1"eiiium verirscis, qui snrc no» H1-2M acrsrem ?»r>r!tio. ldom, eorum. que erroribus reel2M2r2nc . . . Las. 155S. 4. krctr. 1 672. 4.2Vd. Deutsch, von Conr. Lautrrbach, I57Z- —- Varia äoblor. piorumque virorum de cor» rupru occlefiac tbaru poeinara, snre K 5 sersrem !54 Sak Saß »erstem nollrsm cc>n5cr!p» I . . Ilsf. 1557. 8- Und Verfasser folgender Sa» tiren gegen die Römische Kirche: De 8e- Hlis, äiilcnlionibur, conkrsäiölimii. bus, er contuiivnikus äoötrinse er icliZioni! kcmriiiciorum, Lsl. 1565.4. Korse quseäsm claritümse er verse äe Islllz relizionibuz quibriz elism ru- äiorcs tlscucre lzueunr, ?sp!llsr. esse Isllsm rciizionem, ?äzgäcl>. 1549. 8- ^urilo->is l'spse, kss. >;z;. 8- Tlmi- es» liumilis er äevors sämonirio sä zentern tsoötsm, rcZsIeczue ^iicicllrr- ssi 8sceräolium de corrißeuäv Iscro Isnöto Lsiione Xlissse sselsise, ^lsgä. >55° ) — In diesen Zeitpunct fällt 8im. ^lslmcäisui 8sr. in inrempessiv. quo- runäsm ciier. epuiss, ?sr. 1558- 4. deren Verfasser ich nicht näher zu bestimmen weiß. — Ferner bpissols äeäica» riv» VVolfZrsnZi cie Lemlliii sä )!sc. Osrpcncsrium, ksr^r. in Lsrpenrs- rium. it. 1564. 8. — -Hubert bangerer ('s >58>- Vinäioise conrrs B7- rsnnoz . . . Läimb. 1579.8- (eigentlich Basel, nach dein Tode des Verfassers. S. übrigens bey dem Baylcschen Wörterbuch die Oiss'err. concernsnc le iivre ä'bcienne ssunius Lrucus.) --- (öcorz Ducl^KNNN (-H >582. (Somuium 1566. 8. b 'rsncitcsnuo 1566. 8. franz. von Flor. Chretien, Gen. 1567.4. ?siinoäis frzsch.von ebcnd. I-rsrrcs bei) deni ssrsn. cilc. mit mchrcrn lat. Ged. von andern, Lsss lzög. In Libliop. Lommel. 1609, 8. Lsmeieon, in Lsräinslem l-orsssrinZium, IZereötio oder wie der Titel in den folgenden Auflagen heißt: . De Vlsris 8cvror. rcgins, rocrque esus conrrs lteßcm cvujurarioiic; säMMtl. in s. Oper. Läinb. 1715. toi. s-Vd. buzä. ö. 1715.4. sBde. Auch f. ?oem. sind einzeln, 8slm. 1621. 12. I.uZä. L. iü28> 16. gedruckt. Die erstem Sat. sind, indessen, zuerst früher erschienen. Baylc hat dem Verf. einen Artikel gewidmet.) — M. A. Muret (f >585- juvenilis, lcl. . . . 8sc^r. äuse, ?sr. 1552. 8. 15 5Z- 8- >590. L. frzsch. van A. P. Mvrct iägz. 12.) —. Achilles 58 2. 4.) — Joh. Nasus (.1588. Oencurise menäscior, inlignium, quss sb LvsnAci. jcriprse iunr, Ingulss, 1569. 8. Lsrmen cvnrrs ci^peum L^ciopum Loncoräism bei) seinem deutschen Txsmen cksrrscese l-urtierauoi-. Loucnräise . . . Ingolss. 1 ;81. 4.)---> Nicod. Frischlin (1590. Da virs ru- ssics, I'ub. 1580.4. (Gegenden Adel.) krilcisnuz vspulsn» . . TZ.rAeuc.158). 8. UNd bev f. Oper. poec. icen. Urgent. 1604. z. mit Holzschnitten. Der Titel sagt den Jnnhalt. 1'iislm» . . . t-'o- meäis . . . äe vsriis iiseressbu! er ?si riiercilsrctiis > qui cum luce re- nsicentiz . . . kivsnZeiii iiiice no- vissimis cemporibus exrircrunc 1592. und 1619. i2. Deutsch, durch Arn. Glaser, Griipsw. 159z. 8. >Zäv. )-c. Itsbune, novicium csrkol. tqusäem- que cslumniss, 8srz?r. VIII. Leu. 1607. 1612. 8-) Lcan; -Hocco- mann (ch 1590. kVl-rsAuniz äe ivlsrs- Zonidus Oecrecvrum ksccsisurei bäu. nirorisle . . . >575-8. Satir. Vre» theidigung seiner bekannten ssrsuc» Lisiiis gegen Ant. Matharel, Leu. 157z. 8. Krriuilis l>spirii käsllouii . . . 1575. 8.) — Franc. Benci (f 1594. ö>»> muium, unter andern in den lUcgsn» rior. prsellsnc. virorum 8»c. l.ui-ä. 8, 1655.12. - Bd.) — Jan. Dousa dec Sohn (f 1595. Bey s. Lpigr. I.id.Il. TVacv. 1569. 3. und in s. ?oem. I.ugä. Lsc. 16--7. 11. 1609. 8- finden sich zwe? Sat.)— Frieör. Deocbino (f 1598. Lrobisnus, chrctr. 1549. 8. bipi. 1; ; 2.Z. lä-I. 16148. I.u-;ä. L. 164s. >Z. Hsräerv.1650^ iz.Lrem. 1724. g. Deutsch, von Casp. Scheidt, Worms (15 5>.) 4- und 1557. 8- Verbessert durch Wendeln» Hellbach, 15S7. 8. Fest, i;?-- 8> Duech Wenzel Scherser, Vrieg 1640. 8- Englisch, durch Rog. Bull, bond. 17)9 8. Eine ironische Vocfpsttung grober Sitten, in elegischen Versen und z Büchern.) Johann Major (f 1600. 8>moäu5 avium Sak Sak >55 »v!um äcpingenx inileram fscicm Lc- clclise proprer cerrsmins czuvrunäsm oes (Ooufa ^1604. Lpißr. Sarz-rs», LIcZise, H^lvsr. d.id. III. -znrv. 1 570. 8.) — Theov. v. Beza (1° >605. kpi- jiols XtsZ. keneä. psliavsnrii relpon- jivs sä commiliinnem lidi äsrsm s Ve» ncrsd. O. pcrro k-^lero, ?lor. 5. I. (tl-en.) I554. >6. 1584. 8. VVilliord. 159z. Z- 1658. >z. lieber den Parla- nientspräsidenteii l'ijet zu Paris, und dessen Schrift, Hävers. pseuäo - P.VSN- ßclicsm läserclin, l.urcc. 1551- 4- in makaronischci» Stple. ^nsromis Lvedisei.) — Iuftus LipslUS (ff 1606. Lsrzrs Xstenippes, Lomnium, ^nrv. >581.4. p i;8;. 8. Ueber die Kritik.) — Jos. Infi. Scaliger (ff >609. Lpilstol. Vvonis Xlüliomsri -)remorici sä -4när. Ollenrum > (stuinpeurvnii Dominum (Fadius Paulinus) I.ur. 15 87. 4. ivozu auch die Itelpvnlio ^uöst. Lkisnco l)Iij-enio (Fab. Paulinus) Ven. 1587. 4. gehört. Lonffurzrio istulrillimse Luräonum ffsdulsc, ilmgä. Ilsr. iäc>8. II. und bey O. HeinslUs Lsr. Ilerc. rusin fiäem id. 1609. 8- gegen des Scioppius Lcsljl-er lä^pvbolimseus. lölenckuz urriusczuc Orsrionis Lllro» nol. I)sv. psrsei, I.uZä. Lsr. 1607. 4. be»dc höchst grob.) — Hcinr. Cn)E (ff 1609. Lpceulum Ooncudinsrlor. Ls- ccräorum, Xtonsedorum er Elcrico» rum, Lol. 1559. 8.) — Jac. Lalco (In s. Oper. poer. Xstsnr. 1600. 8. finden sich, ini ztcn Buche, einige Satiren.) — Andr. Jurgiewiciunspro- tcchorez (stuinr! levsnzelii, dlullu» er chlerno, Xllonnist. i 6o z. Ii.)— Jos), -^»arelai (ff >6n. Lupdvrmionil l.uli- nini Lsrz-ricvn, ?arz I. Donä. 160z. IZ. P.II. Dürer. 160z. 8- Dugä. ^r. 1657. iz. 1667. 1669. s. Franzis, von Vau, Par. 1626. 8. Von Jean Bcrault, 1640. 8. Gegen das Holle- ben, und vorzüglich den Hof Heinrich dcS vierten. Hierzu gehören üpol. p.upkor- mionis, Donä. 1610. li. Icon sni. inorum, Donä. 1614. Ii. Klero- pdiii Verirscis tser^msc, von El. Barth. Morisot. Auch seine TstrZeniz, psr. läii. 8- Dugä. 8sr. 1617. 8. ist im Grunde ein satirischer Roman. Sie ist in alle Sprachen, in die »ichresten öfter als einmahl, in das Deutsche von Mord. Opitz, Breslau 1S1S. 8. übersetzt.) Joh. Gellius, Scotus ( ^pologis pro--rsm. (stuevillisn! Loncrs -4är, gedorium, IdupclI. 1605. 8-) Aör. Dehotte (Mencdus ^poI.?roZr. (lnevill. ?sr. 1607. 8.)°»- ÄNt. tüer!» rus od. Cicerinus (Lscyrsr. (edvlztti. csr. Lcnrur. äuse . . Termini 1607, 8.) — Leonb. Lessirls (f 161z. polst, dumum (lslvini lsti^ms in rris lilis» live rres lidroz äilpsrcirum. 7^ Lost» Ic^iiz 8oe!cc. )elu, Brüx. 1611. 8. Schändliche und zugleich witziosc Sinngedichte auf den Calvin.) — Larl Gcri» banius (^1629. ^mpliirke.irruln do» noris in izuo Lstvinilstsr. in 8ociec. )e- tu criminsciones juZulscse, läd. III- pslseop. -^ävsr. 4 lstomsn! Vcro- ncnlis ^r-> rnenricnäi cslvinilstics»)^—> Iac. Grcrser (f >615. Einer der eifrig- stcn Verfechter der Jesuiten. und einer der ungeschliffensten Schriftsteller der Welt, ksvius ec Xssevius: Ille ur äelirus Tstlcd^milst, ^nrimonio» die rsnizusm inlipiens prseäicsns ststcllcboro niZro cnrscuz, nr rsnlzusm cxpurgsco ce- redro inreliigsnc, 9012 lir conrrvver. lisrum iiäei juäex et ezuse normo. l)cc. pnrriuncu!» 9>rseäsir> stäclledori pro mslessno cspirc cu^usäsm pseäo. rrikse Wirrend, er stärki Xlibeni Lsl- vinilstac, lnßollt. 1605. 4. stlonora» rilim pol^corp. l-aulero ( L ser ) äa. rum . . . 1606. 8. ll.urd ruz -sscs- äomicuü . . . Ini-ollst. l 610. 4. Ve- lpcrcilio dsererico - poliricus, In^ollst. 1 61 4. In dem letztem Werke lehrt 156 ^ Sat Sak der Verfasser ganz dreust, dast der Pakst die Untcrthanen von dem Eid der Treue lossprechen könne, und daß dieses sogar ein verdienstliches Merk sev.) — Jac. ^uine ( Lsnrzlconis voricinia, Lor. korkom. l<5ii. l6zz. 12.) — Jdl). Sc Manibus, d. i. Joh. Ztrlisiun, oder 2>arlis (ldiacceres, L /trlaicer re- rum, 8zr. 1614. 12.) — Janus ^)'pfetus (Lsgicra vvians in stie, L. 7ttli.iL 2trL!rrii, ?»e. 1Ü14. 12.) —» Th. Sngictarius(s>6i4. LipliusLro- ceus ex anrro dstepruni prorrsblus er claro doli expoiicus, l^rckr. 1614. 8.) Franc. Garage (f ,6zi. Von sei- neu lateinischen Schriften gehören hierher: itnstr. Lclnoopii» Lotporis Lra» rris, Liixir Lslviniiticum, tcu Lopis Liriloinpssioe rctorinoroe (Ttnrv.) 161;. 8. Llorotcopus Ttnri-Loronis, efus- lzue L-crmonor. klorrillerü, er blorsti- velicri vir», , mors, Lenorspinum, opockieoiis» Ttncv. 1614. 4. Ingollt, 1616. 4. Sie ans dein Titel genannten Schriften waren gegen die Jesuiten gerichtet.) — Poiienus ÄhoSlensin (Virrus vinstieoro, Lor. in stcprovoros orbis iucolos 1617. 12.) — Js. Ca- faulaouus (Don. Lremiroc Lpisl. zst L-oip. Scioppium» ^tug. Vinst. 1610. 4. kolituponer! Lot)iric. . . Lugst. IL 1617. 8») '— Just. Reifenbcrg(Bey s. Oilterr. polir. gcmino, ksterb. 1618. 4, findet sich ein Lpistigmo Lac. cnucl. in tellivos Laec. mores.) — 2öaldui- tius de Monte Simoncelli (kelercu. rius, Lgc)-rs, f. Lomnium, Llor. 1613. 4-) — Jul. Colardeau (Lorvinio, Lac. in Lkioresr. iotcivios cc perionoco tripustico, ?or. 1619. 8.) Lust. Srvartiun (Ttiini Lumon! strorercu» lus e Llouci elebtis cleötus 1619. g. Ich verbinde damit gleich die Antwort: Ttst Lenac, cririe. sstv. perlonscos^uoi» stom porevmoitigos provoc. pro ?Iouro er Liebt. Llour. g ). ). psreo nupcr cvulgoris, Lrctr. 1^20. 8-)j '— Jost, van ^avce (itrx virruciz, t. che Vera onimi rronquiilirore, Lac. cres, ktnrv. 1627. 4.) >— Leomempltionis Laurs> licnlis 8ac^r!c, 1628. > 2.)---Ungen.' Lothra prima, IZIoiius er I'riicus in «quenstom tzinivcrt. Loris. iidecoccin, L l. ec a. 4. — klenippi rcstioivi La- rz'ric. Ttiini vspulonris L I. er s. 12, — Nie. Villani (fi ,6Z2. dkos eani. mus turstis i. s. cc l. 12. und L)n vo> ström ststem, L a. er I. 12. zwcy lebhafte, aber ziemlich fein abgefaßte Me- nippische Satiren gegen die Laster seiner Aeit. Gegen die letztere schrieb Bart. Tortoletti die ktnritor^ro IWerions ne. glebti Ttcostemici stvm. . > . mit jener zusammen, Lroncot. i6zo. 8.) petr. Sebolier (f 16z;. OioZencs L^nicus, Zcrm.tamii, in cvrrupcos saeeuli mores, Lil>. III. e^nrv. 16z;. z. UNd perpcr. commcncar. iilulir. s!> ^ll>. lel^o^, tzlcrmop. (^nrvJ iügz. 4. Horaz ist allerdings das Muster des Verfassers; aber erreicht hat er ihn nun wohl nicht.) — Luseblus a St. Ju- sto, d. i. Jean Durcl (Lissgies cnn- rrabta ^os. Licxl, c. naevisj sppcn- stice er reiebtione, l.ur. >Sz6. z)—» Petr. Cunaeun (1 iüzz. Larsti Vena- ies, Lar^ra ö^enippca in iru^us teculi Itomines pleros^us incprc eruciiros It ipliei. 1612. 12. h-u^ci. 8. 1 6 z 2. 12. Vorzüglich über die, da» Außerordentliche und Wunderbare liebenden Gelehrten.) Janus Äoöecher (Lar^ricon in com. pros )uvcnrucis mores, Lu>-st. Lac, i6z i. 12.) — Lric du Pc,)'(ErveiuS Puteanus f 1644. Lomus > 5. Ließest. Poiia cimmeria, Lomnium, Lvv.lüii. 8. und auch in den LIeZanr. pracitanc. viror. Lsc^r. Lugst. iZ. l6; ;. 12, 2 B.) — Jeau 2öoucker (f 1646. ve zulta bstenr. st'crcii ttbsticar. Lac. 1589- L» Pasquill auf Heinrich den ztcn.) Giovvit. Rossi (Janus Nic .Ervthraeus (h 16Z7. Lustemia, Eulon. (Lugst. iL) 16Z7. g. verm. /tmltel. 1645. L> tirc auf den römischen Hof.) — Joh. Hottomann (stnriciroppinus, immo pocius Lpitt. congrarularor. kol. Ll>» costem! ste 'Lurlupinis ast Idlr. idena» cum Liroppinum . . . 1592. 4. und auch in den, von dem Verf. derselben, gemach- Sat Sat 157 gemachten Sammlung burlesker Satiren: Lcr. LusstrsAi s.ebtura super Lannne «ie ^vnsecrarivne; Dill. III. ele aczua deneäiöta .... VVilliorb/ >;9Z- 8- Jene itpiltal. congrar. in dem Stele der Lpillol. obscur. viror. ist gegen des Rene Choppin Orario grarularoria steLonri» jicioLtreAorii XIII. ?ar. 1591. 4. gc- eich>tet.) — xvenc. Schilling (Lcclc- iiae ineraptiz'licas mcäirario . . . . chlagstcb. 1616.8. Neun metaphysische Predigten ividcr den Gebrauch der Philosophie in Rcligionssachen, glücklich genug beantwortet in dem Kpccim. Loncionis sexrae Viltrarinnis ccclsiiac rricrapti. .. . Lliriit. Luein^iv, Wirreb. 1616. z. De noririis naruralibus succinöta cenlickeracio .... Xlanst. 1616. 8. ktunorar. merapli^iicuin . . » östs^cl. 16 >6. 8. Alles in der durch Dan. Hofmann erregten, berüchtigten Streitigkeit, daß die Philosophie bei) göttlichen Wahrheiten nichts zu thun habe, und für; diese Behauptung geschrieben.) >— Fam. Stra- öit (st 1649. kcstoinus, Kar. Varron. und rt.cacleinia I. er sec. in den LleZanc. pr. virvr. Kar. LuZei. L. 1655. 12. - Bd.) — Casp. Scioppins ist 1649. Er hat der Satiren, oder vielmehr Pas. guille, gegen sehr viele Personen, als den Sealigcr, gegen de» K. Jacob I. von England, gegen du Plcssiö Mornay, und vorzüglich gegen die Jesuiten abgefaßt, von welchen, unter andern, Hr. Flöget, in dem zten Bd. seiner Geschichte der komischen Littcratue S.Z9; u. f. ein Verzeichnis geliefert hat.) — Nic. Rizarrlt ('s >6;2. Lunuz stzaraltricum s l.uc!i Liderii Lurculiuniz Larsiiri morrualia, s^ugult. 1596. 4. I.urec. 1599. 12. 16° 1. 4. und auch im -ten Bde. der Lleganr. pracli, virur. Kar. /zliniaurei stlinus, s. ele scarurigine Dnocrenez, 1596. 12.) — Carl Fcramus (st 165z. Schrieb die erste der bekannten Satire» wider den Montmaur: östacrini Laraiiro ßrammarici sei Lelstum, l.ur. s. a. 4. welchen ich hier gleich die übrige» bepfügen will, als, von Balzac, In- ckignacio in Vtieonein I-uckimsgillruin Lx - lesuiram; Von Menage, Vi» Lar^lli! öckamurrae, I.ur, 164Z.4. und (-aigilii ^stacronis Laralirolupiiiltse meramorplioiis, I.ur. 4. in einen Pa- pagc»; Von Adr. de Valois Lcrrikcstonc. mauri Oper» .... noci« illusiraca, s.ur. 164z. 4. Bon Jean FrcS. Sar- rasin, e^ccici Kecuneli Orbiliux kctu. sca, s. bellum paratiricum, l.ur. 1644. 4. worin der arme Montmaur gehangen wird; Von einem Ungenannten, lest-an- muri Larsliros^cnpkancosnpliiltae^Tro- oder Verwandlung in einen Kochtopf, s. ». 8. Von Abr. Remi Xlecsm. Laralici in Laballum; Von einem Ungenannten, kwnmorri Lker. cke ^uötvr. Lacz-ra erlanirvrum stutte con- ^ucrenri, umbra, s. a. 4. Von Joh. Sirmond, )ul. Lomponü Ovlabellae in LampkaZum Qipnosuptriitam z Von Ungenannten, Las. Lcorgae in Lruri- ckiurn Lpigramma; ^larei blsrsii5 in Kuillium (tupiennioncm LpiZrsmma- ra; stani lsrtin! östanr, LleZia in Lc>r- cium I.arr»nem; tckurarii Lenrilis?e- rulini r. Nnnöe (st >ö;z. Likliorlieca m^itica l.uäov. 8ervini, 1624.4. Ein satirisches Verzeichnis von Büchertiteln ) — Joh. Valem. AnSrn (f >654. Oe Lkrillisni tsuimnxenii Zenicura, zu- ciicium, iVlumpel!-. 161z. 12. Wider das Nativitülstelien. I urim, s. mo- leite er Ii ultra per cunöta ctivaganz Ingenium (/^r-renr.) 16 l 2. 1 2.1621.12. in Form einer Komödie gegen Pcdante» rc» und Marktschreicrev aller Slrt. Ivle- nippU5, s. l)iaIr>Aor. 8i >rzr !cc >r. ccn- curia, Insniracuin nultracium spccu. tum. -58 S a t S a t Zum, 1617. iz. vcrm. (^i-xenr.)tFiz. »2. von neuem vorm. Lolon. 167z. z. Verl. 1676. 8. In dem >-ten dieser Gespräche ivird von der Rosenkreuzerey gehandelt, und gegen das izte Gespräch, worin Andccl behauptet, daß die Geichs ten dem Christrnrhum am mehreren widerstanden hätten, schrieb Lasp. Bücher, den ^„rimenippu5, l'ub. »617.4.) — Joh. Sageuesius fl)e l'srnsilv Oib. ZI. in den Lieg. xr. vir. Lsr. l»ugii. L. ,6z 5. »2. - Bde.)—' Dan. Heinsi»»!; sf>6;5. biercules cusm ssäem, s. Viuu- lierUs bz'pobvlimscus, ick eil» Lsr. iVienigp. cke viro, origino er moribus (zzsp. Lcivppii, Ougck. »6oz. 12. Vir- xuls ckivins, i. Aporbeoiis bucrer. Vetfillionis, l»UZck. L. 1609. 12. zu» saninien cbcnd. >6,7. 12. auch wider den ScivppiuS. Ose crecko, bockie niliil, j. muckus rsnckcm i!c inez'risrum, 8s. rzr. »enipp. l»ugck. bar. 1621. 12.) --- )Q?ilh. Hall sf >6;6. dckunckua slrer er Zckem .... blau. 161)7. UIcrs). 164z. 12. Deutsch, Leipz. >6>z. 8. Satire auf schlechte Sitten und Pabff» thum.) — Caft>. voi» Barth (f >6;8. ?srrse, lckebii, blobilis » 8peri-s, Ca» ve csncm, Oe virs, mvribus, rebus gelriz, ckivinirsre Liaig, 8eivpgü 8s» rziicvn, blsnov. (>6l2.) 12. 8ciop» piur cxcelien; . . . bchigr. bib. III. ebend. 1Ü1-.12. zu dcrVcrtheibigung Sca- ligcrs. Und bei) s. Lab. r^es. brctr. 162z, z. sindctsich cine8sr. in Lsvium ) -— Ungen. (bZercules ßsllicus f. I. (1640.) 12.) — Joh. ZVilh. L.an- reiiberg (f 1659. 821^12, gus rerum bonorum sbuius, er viria guseckam Zeculi pcrllrinßunrur . . . Kiion. »634. 4.) — Joh. Georg Dorsel? sf 1659. Usiiiuin exuisns in possessio» »rem reltirucum, e iomnio, 8srzira . . . (iürxcnr.) »629. 12. llrbce das Ablegen der Mäntel, und Tragen der Degen.) — Chart. Herfa»c ff 1660. lZplsri Lslli cie eavencko lcbismsre... 1-uZck. bar. (bsr.) 1640. 8. Diese, ge» gen den Card. Richelieu, und dessen enc. wsrsenc Trcmiuug von dem päbsthchcil Stuhle gerichtete Satirc, hatte die Ehre verbrannt zu werde». Auch sind Wider« lrgungcn derselben erschienen.) — Zach. Zhisserrr (f 1661. 8seculi Genius ., ?ar. 164z. »2. ?erri ?irmisni Gz-sc, L-sllu«, l-sr. ,659.12. 8omnia, ebend. >659.12. Gegen Finanzpächter, türger, liehe Unruhen und den Card. Richelieu.) Vinc. Fabritius ff- 1667. krsntuspz» racus in poccss, in den Lieg. Praest, viror. 8sr. CuZck. 8.1655. 12. 2 Bde. und in s. ?ocm.) — Jac. Balde (f >668. Der zte Bd. seiner ?oemsr. C'ol. Vibr. »66o. 12. 4 Bd. kNthlilt -2 Satiren über Quacksalber, Marktschreper, Tobakrauchcr, u. d. m. welche denn auch mit Tiraden gegen Luther und Melanch, thon angefüllt sind. Die letzte Ausg. f. Oper, ist dckonscb. »729. Z. 8 Bde. er- Ichienen.) — Ungen. (Lsr. blsnnesz» ns, f. l. >649. 4.) .— Oepick, ?liil». ierkis 6>s»nionis, lckcopicniis ^cscke» micus lomnians, 5ar. in lsuckem moüer» rise erueiirivnis, L. l. >659. 12.) —> Giu!. Clem. Scott» ( f »669. l .uc. Lorn. Lurvpsei lelonsrcbis Lotigsg- rum . . . Vcn. 164z. 12. Franzis. Amss. «77, und >772.12. Deutsch, Wa« remuud >66z. 12. Im Vogtland »679. 8. lieber die Jesuiten , und ein treffen? des Gemühldc dieses Ordens.) — Fever. !-7ornio ff 167-. 8eeieeim 8srz-rsr. bi- bcr , Oußä. Ii. > 70z. z. Auf dem Tb tcl dieser Ausgabe heißt der Verf. dlo- mius; sein Nähme war eigentlich blor. nio. Seine Satiren sind Nachahmungen der Juvenalischen.) — Giov.Lor. ^»rct?esl»i (Lpecim. eiillsic. Osrna. er Ssrz-rse, Itom. 1672. 12. auch blchsei- »cr knczclopseüis, Itom. »708. 8 ) — Phil. Anvr. Glvenburger (f »678. Lonitsnrini Lcrmsnici sei Init. Lin- ccrum Lgissois goücics .... L. l. er s. »2. lieber Fürsten, Minisscr, Äle« risey in Deutschland.) — Gerav. Fcr« rarius ff 168s. Lsr^r. I?rolulioiie5, unter andern in den blegs»». prseilsnr. vieur. Ssrzr. bugci. bsr, »6;;. >2. s Bd.) — Berrolini (i6gq. IHM schreibt man die Virae lob. Oinciti er Lac. S a t Sae iZA Am. dcksßlislzeccdi, ekaxrimü 4. lind xori Vidior. 1684. 8. zwcv Schmäh- st>)ristcn, zu.)»— Sam. v Puffendorf (s >694. Schrieb gegen Nie. Beckmanns Anfälle, unter andern, per. Dunsei, p. r. in Acsä. Lsroiins ?cäelli . . . Lpistol. ttvlm. 1678. 8. und gegen Jos. Schwarzens, unter dem Nahmen des Scv. Wildschütz, geschriebene Oilcut- l-c>, eine, unter SchwarzenS Nahmen abgefaßte Dill'errse. cpiiloiics ... sä Lev. VViiäicii^llium, und unter Beckmanns Nahmen, eine Lpiist. an edendcns. Dsmb. 1688. 4- indem Tone der üpi» liulse. obicur. vir. S. übrigens Nice» rons Nachr. Dh. 14. S. -5>.) — Guin- triö Sectanus, d. i. /L.uS. Serzardi (S. etnz. I'sbrnn. Vir lrsl. Lec. XVIII. Dec. ll. knm.' 1769. 8. S. züz.) iisr^-rse (19) Apuä ä'r^ption, Libliop. >11 t»ec> l^sllsäi» 1696. 12. Venn. und mit Anm. Dvj. 1698. 8. l). comm. I)/^nconisni, Amilci. 1700. 8. -Bde. Jral. nur sechs,SxirsiS98.>!. Achtzehn, dslorm. 1707. 8> Einige derselben in sehr guter Sprache abgefaßt. Sic find eigentlich gegen Gravina gerichtet.) — Lonr. Gaur, Scburzfteisct? (st >708. Die Ktts 8srl. 8 enthalten die Streitschriften, weiche über die Zuäicis äe noviliimis pruäcnrise civ. Icriprveilmx . . . . -669. 8. des Schurzficisch gcwechseltwur- dcn, so wie diese verniehrten Zuäicis selbst.) — Joh. Durch. Menke (f >7Z2. Orsc. II. äe Dlisrlscsneiis, Dipl. 171 5. 8- 17:7. 8- Duc. 1726. 12. Französ. s Is Dis^e 1721. 8> Deutsch, Jena 1716. 8- Lcipz. >7-6. 8- De tlilleione poinics, und äe -ravi. ISIS Lmäiror, in der d)äioze Drsr. dstenlienisnnr,) -»» E. Lranii von Frankenau ( 8sr. mcäiese XX. Dipl. 1722.8.) — Unzen. (b'ib^lls Dspico- lins l^ulil. Virziiii Xlsoonis . . Dxon. 1726. 8. Verspottung der Bulle Uni- xcnirux.)—ü.. Gecranus, d.i. den Atti« Druä. Dipii 1759. 8. S >?8 ZU Folge der Jesuit Hier. Largvmarsin, und nach Vjörnstahl Briefen Th. s. S. 37. der Jesuit Jul. Tvrdara (Ds'ror-cZrse» cuisr. tn^us sersriz liccersrurs sä Ls^. Lslmorium, .8crm. IV. Den. 17Z7.4. Disz. Vuip. (konon.) 17z8. 8> 6cr- mo V. c. ensrrsr. philocsräii, Lor, >7Z8. 4. Vcrm. mit einer Stcn, Hsz. Dom. 1752. 8.) — M. Th^molcon (Aäv. improbos iirrersrum bonorum- . III Vorn!. 17L7. gehört, dem größten Theil nach, zu den Satiren, oder vielmehr Pasquillen. S. Neue Bibl. der sch. W. Bd. z6. S. -40 u. s.) Sammlungen la- eeiniscber Gariren: Von altern Dich» tern: kuersc soryrici minorer, cle cor. rupco Ilcipulzl. bicaru c. I. vouise, L. Larclni, er kl. Ti. Loxssornii not. I.ugä. L. i6zz. I-. (Enthalten darin sind die Sat. der Sulpitia, eines Ungeu. Lac. äe Lire, und die IZiroo des Lato.) — Im zten Bd. der I 'oeror. I21. mi- Nor. ex eil. )oü. Lbr. VVernselorb, >IIr. 1782.8. finden sich die Oirae des Lato; kinzcle Stücke aus dem Petronius alsele mucor. licipudl. kom. und in avari- riam, luxum er vonirarem , das Frag- inent der Sat. deS Turnus aus den Nero; die Sat. der Sulpitia; die Verse der Dichtcrinn Eucbcria; und des Claud. Mar. Victor, äe perverfis tuse serar. muribur Lpiil. — — Von neuern lateinischen Lichtern : ?alizuillorum Vorn! äuu . . . LIeurkcr. (kos.) 154-N 8. (Las Vcrz. des Jnnhaltes findet sich in den Nachr. von einer Höllischen Vibl. Bd. 2. S. 495.) — kalguillor. Vom. III. (Zu diesem Bande rechnet man acht verschiedene, in den I. -;6l .i ;62. 8. erschienene cinzele Stücke. S. kiklio-r. inltruöl. Keller Becker. Bd. 1. S. Z97.) — Larmime verulla anre Zoo annos scripta, czuac elcploranr insciriamchvan- gelil er raxemr abusus ccremonisrum, c. peaesar. Klarrti. sslaclilllzir. VVirreb. 1548. 8- — Lzckva carminum in no- jlri aevi corruprelss, pracserrim reii- ßionis . . . I. I. i;zz. 8. — Sylvu- la corminum aliguor 2 »livertiz piis er «rmliris viris conscriptorum .... s.I. i z zz. 3.— Varia äoiitvrum pio- rumgue viror. eie corrupro eccleiiae llaru pocmsra, ante aerarcm noilram conlcripr-i, c. praes. kl. slacii III^- ric! , Lol. 15 56. 8- (Las Verz. des Jnnhaltes findet sich unter andern in Lei)- scrs Hill. 1'oe»r. meei. sevi S. «>»?.) —. (-er. Luselragi Lestura luper (Z,. none cle coiisecrarione; Dill. Iis. iZg Tlqua IzencstiJa; kiic. Vurlupini /^n- tickoppiuus; kl. Lencel. kassavancii Istpiiloi. respons. ail commiilionem lilii eliirsm 2 ker. Lyscro; Klaragouis ste klaragonilius klunirviiulc aciv. Iralo. toallum.erLrrigiliskapirii Klassoni .VVil. viliorkani 159Z.L.—> (Zusruor clsriss. ror. Sarz'roe, kiic. liigalri Lunus; ). Liplii 5ar. klenipp. Lomnium; s^. Lu» naei kareli veuales; )ul. Imp. Laesa. res 2 Ik Lunaeo riaiislari, Lugss. k. 1620. 12..— Lleganciores prseilanr. viror. Larz-rse, Lugst. L. 1655. 12. 2 Bde. (Enthalten oeS I. Lipsius KIc. nipp, in Ltiricoi; des P. Cunacus Larsti vcnaies; des K. Julian Laesa- res; ebendesselben lVlilopogou ; des Sc- ncea Lustus ste morre Llaustü ; des P. Nannius öepde k'omniz; des Fr. Bein Lomnium ; des Rigault s'unus parast- ricum ; des Eric du Purp Lomus ; des Pet.. Lafiellan Lvnvivium Karurnale; des Fani. Strada Klomus, und ^c -ul. pr. er lecunäa; des Jan. Bodecher 62. r^ricon ; des Vinc. Fabritiuö 82t. l 'ran- lus purscus; des Act. Ferrari Lar^r. prvlussones, und des Joh. Sagencslus ckc ksrnzllo I.i!z.II.) — Lpulum P2- rslir. 1. diorz'r. L. 1'erZmulii, ^egicl. klen.igii, go, kr. ^oraceni, Kic. kl- golri er I. l.. ksliacii in psrslicos, klor. 1665. 12. —. Vpulculv larvr. er lu- .I. lZill.II. Lop. VII. S. 544. Sic theilen sie in ^8srir2 leria und ^iocvl2 ein; die crfierc begreift die gewöhnliche Satire, welche sich mit Züchtigung des Lasters abgiebt,. und die Verbesserung der Sitten zum Zwecke hat, in sieh; die andere, die so genannten Lapicoli ollg kcr- aelc», deren Gegenstand, um mich mit den Sar S a t dcn Nörten des letzter» auszudrücken, e st'orstinariu czuslcke fgnroLa v cs» priccx», o czualctre mariera bssto, cke stsi?uera ü rracrsca, g m-rrivo sti mun- ver il rilo, c tolo per aocistenre vi c il vi^io roccoro. Sauren der ersten Art, in Versen, haben geschrieben: Antonio Vinciguerra s-ggo. Auch seine Satiren sind anfänglich nicht, unter dem Titel von Satiren, gedruckt. Die erste führt folgenden lateinischen: Zitier, ucrum ckeccac tapienrem sturere ux»- rcm, an in coetibaru vivere, 8on. 149;. und die erste Sammlung derselben folgenden Titel: Opera nuuva sti ^5. . . . Ven. >;Z7. 8. Sie finden sich auch in einer unten vorkommenden Sammlung.)— st!.uldov. Ariosto (f i;z z. Die erste Ausgabe seiner 7 Satiren ist, s. I. >5Z4. 8. erschienen. Nachher sind sie öfters einzeln, als Ven.izzz, g- >55-1. 8. mit den Satiren des Alamanni; ebend. 1560. >2. !ond. >7 >s. 8. gedruckt. Hr. Jagemann, in s. Znssttzen ;;6. In seinen Opere cosc. »5Z2- I5ZZ- 8. »Bd. Ven. 1542. 8. finden sich jivöls Satiren, deren Ton für diese Dlchtart ein wenig zu erhaben scheint.) — Pier. Nelli (Unter dem Nahmen, Andre da Bergamo . . Laura alla Oarlona, Ven. 1 546-. 1 547. 8. - Bd. ebend. >548 und i;66.8, das letztere mahl incorrekt, 1584. 3.) — Gabr. Simon» (Larire . , . Vor. 1549.4.) — lLrcole Äcnrivoglio (f 1572. Lacirs est alcre rime piacevols .... Viu. 1546. 1558. 12. auch in s. Opere, kar. 1719. 4.)— Savino Äobali SorOo (>;6o. Idime , . . e Lscire, Ven. 1539.4.)— Franc. Sansovino (f >584. Er gab seine eigenen Satire», mit den Satiren des Vineiguerra, Arivst, Vierter Theil, Bentivoglio, Alamanni (aber nur vier von diesem letzter») des Ludov. Dolce, Giros. Fenaruolo, Ant. Paec, und des Giov. Andr. dcll' Anguillara, in sieben Büchern (Serce libri sti Sarire) Ben. 1560. >;Lz. >;8). 8. heraus.) — std.rr0. Paterno (Seine >6 Satiren sind, mit denen dcö Ariost, Sansovino, Bentivoglio und Alamanni, in einer Sammlung unter dem Titel: Sarire sti ein- quc ?oeri illultri» Mit einem Briefe desselben, lopra la Ssrirs iar. e roteaua, Ven. >565. ia. zusammen gedruckt. Ob sie sich schon in s. kime, Ven. >;6o. g. befinden, weiß ich nicht. Ein Thril derselben ist übrigens in Octaven, und einer in rcimfreven Versen abgefaßt, dergestalt, daß Agn. Firenzuola weder der einzige, welcher deren in verst teivlri geschrieben hat, noch die rerVe rime ausschiießupgs- weise das, der Satire bry dcn Jtalteu>rn, bestiniiizfe Svibenmaß sind.) — In Viesen Zeirpunct gehören noch einige andre, minder wichtige italienische Satiriker, als st!.r»0. Leücrici l Verfasser einiger Satiren über Volkslastce) Albecro Zi .ave5- ;o!a (s. dessen ltime, Ver. >58Z. 8.) — Vinciolo Vincioli ( Er soll, dem Quadrio zu Folge, viele Satiren geschrieben haben; mir ist aus den, von Eiae. Vincioli, hcrauSgegebenep k>mo . . . ste'?«eci l'erugini, bei. 17 z 1. 8. 2 Bd. nur eine bekannt, und diese ist nicht schlecht.) — Virg, S.sarini (^»624. In seiner b'oeiie liricke» Ven. 1669. 8. ate AuSg. findest sich einige ganz gute Satiren.) — Aoc. Azzoüni (>629. Eine Satire übce de» Luxus, in der Lceicn sti ?ves. ical. Ven. i6z6. 8». in etwas holprichter Sprache.) —- Margharita Costa (In ihren Kedich- ten , ba Zelva sti Diana, ?ar. >647. 4. 1,2 Vrornba sti ?arnal'n, l 'ar. >647. 4. stehen einige Satiren.) — Ant. AbNtl (braickcrie, baici tre, Wn. 1651. 8. enthalten aucd einige nicht sonderliche Satiren )— Jac. Solöani (f >641. Eine Satire von ihm steht in den balii Oinlnlüri der Erusca. Gc« sammelt sind sie Fir. >?>5. L. erschienen.) -- L Salv. !k2 Sat S a k Saln. ?vosa ((>675. Larirc, kl,mlt. 1664. 12. 17,9. 8. 1770. 4. Es sind deren scevsc, in einem sehr harten, fast bacbarisck'cn Style. Eine derselben ist über die Musik, wider welche Mat- theson ein so genanntes „Mithridat, Hamb. l749.ü. «7 Bogen stark, schrieb; und die ans dir Mahlercy hat H. Fiorillo mit Am». Gött. 178;. 8. ital. einzeln abdrucken lassen.) ----- Giov. Bcporei (sto stinn-ko bei) s. 82M90ZN2 clel statt, stlpire», stuc. 1669.' IZ. besteht aus sechs Sal.) — Carl. Mac. Maggi (ss >699. I» seinen idimc varie . . . dckii. 1700. iz. 4 Th. finden sich einige Satiren.) --- Ben. Meözini (s 1704. Ob seine zwölf bekannten Satiren schon mit seinen poefie lirictre "stustcane, stir. 168°. 8- wie Hr. Schmid, in seiner Anweisung der vornehmsten Bücher der Dichtkunst S. 290. sagt, abgedruckt worden, weiß ich nicht. Mir ist nur die so genannte Amsterdamer Ausgabe derselben von 1719. 8> und die von Neapel,766. 4. bekannt.) — A.nS. Aoimari (f 1708. 8-irire, Hrnlt. 1716. 1764. 8. Fünft, lind mit Feinheit geschrieben.) — Bart. Dotti (tiarirc, Arnlt. st 2. 8- Leu. 17 5 7. 12.2 Bd.) — P. Inc. Mar- telli ( Unter dem Nahmen des ?ecrees- lio stlirernoce, 8or!rc, st l. er 2. 4. stecce 172.7. 8. Es sind deren sieben, und vorzüglich gegen die Thoren gerichtet, welche, ohne gelehrt zu seyn, gelehrt scheinen wollen.) — Nngen. (st-, Lcuckcnre eck sticreraru 2II2 mvsta, poe- incrri, 2 czuali prece-ic un ciisenrsto steilst »rigine c-I stul peogrelt-, ckclia Sa- rira, dlop. i/gz. z.) — B.Aoimari (8oc!rc, stivurnu 1788. 12.) — Un, g?N. (Ii Lnllune volonte, statin-,, eil Oavslli,, Ttpol. iZorgiani, 1929.1789. L.) — Tain. Brunoni (Bry s. k575. Von scincn Werken gehört die Invedtiva . . . cvnrra uns malvagio Ickunna, ckedti, staliirinr-, ck'amore e alrrimenci il Lorbaccio, st», erl. 4. hierher, die hernach unter dem Titel, stabilinro -stumure. stir. 1487.4» 1516. 8. 1524. 12. unter dem Titel, sturbacci-z, kar. 1569. 8. und zuletzt, in dem ilcn Th. seiner Werke, stir. (dlsp.) 1724. 8. Französisch, von Frcö. Belle, foreff, Par. 1571. >6. Von de Pec« mvnt, Par. >699 und 170;. ,2. crschie» nen ist. In dem sten Bd. S. 69 u. f. von Hrn. Fiögels Geschichte der komischen l'ittcratue findet sich ein weitlstuftiger Auszug aus dieser in Prosa abgefaßten Schmähschrift.) — Nie. Machiavclii (h i;zo. st'Alinu ck'oro. Das Jahr seiner Er, schcinung ist mir nicht bekannt. Einzeln ist er, mit einigen Novellen desselben, Flor. 154?. 8. und sonst, mit den übrigen Werken deS Vers. 1550. 4. Rom 1588. 8. ;TH. Eosmop. 1769. 12. 8 Bd. bvnd. >772. 4. z Bd. gedruckt worden.) — Mich. Angel. BronSo (/Zngulcia, I2 prima sturia ilel mancko; e Ooulia, I2 stcc. iuris, Vin. 1542. g..) — Franc. Negri (istragecila . . . inri- rulara stidcro arbirrio, st I. 1546. 4. vcrm. 1550. >2. tat. >559.8- Französisch, (Gcnrvr) 1558. 8.) — thrtensio L.an° So (Hr. Flöget hat seine, unter dem Nahmen stnonimo -Ii stropia geschriebene Sstsrza ckegli TZururi aiiricfti e mveler- ni . . . Viu. 15;--. 8. unter die Satiren gesetzt; aber, mich dünkt, als ob sie nur zu den übertriebenen Kritiken gc. hörte? Auch würden dann srine stara- ckotii, stivnc 154z. 8- und mehrere seiner Schriften hier angeführt werden müssen. Ehr noch verdienten hier seine Hcrmvni tuncbri in murre ck! ckivcril animali, Vin. 1548.1559. eine Stelle.) Piet. Avelino (Wegen seiner hichrr geHörle Sat Sat 16z hörigen Schriften s. den Art. ' Erzählung, S. >z8.) — Bern. Gckino (f 1564. ApoloZ! nelle cznsii Ii Icuo- prano Ii abuss, Ickiioclie^e, lupcrlki- ?!on!, error!, istolsrrie er impiera stell» SinsgoZ» stei ?sp», er special- menrc ste tun! ?reri Vlonsci er srsrr!» (Lcn. 1554. 8. bat. von Eastellio, s. l° er», z. Französ. (Genf) 1554. 8. Deutsch, von Chrstph. Wirsung, zuerst mur das erste Buch, I. 1.1557. 4. (Vogt in f. Lsrsi. O!t>r. rsr. S. 4?6. sagt zwar, chas eeste Buch fco bereits 1556. und das -meiste »557- 4. gedruckt; ollein ich Hube das erste mit der lcytern Iahczahl vor mir.) Fünf Bücher s. l. ,559. 4. und zum Thcil be» Hrn. Vcbclii sstcec. Frkft. 1589. 8. I6o6. 8. Wenn übrigens die angeführte italienische Ausgabe der Apvlogen die erste ist, so cristtrt schon eine frühere Schrift des Ochino, worin er dem Mabstlhum übel mitspielt; dieses sind s. >l'resticke . . . s. I. 154z. 8. 4TH. wogegen Muzioschon die Vlencice Octrinrane . . . Vin. 1551. 8. u. a. Nl. schrieb. Oialogostcl pu,A»rono . . . (.1. er 0. g.H.I.iz;6. 8. hat. I'. I. er ». 8. Vi^ur. 1555. 8. Französ. 1559. 8- Englisch, >657. g. Deutsch, Aür. 1555. Mühlh. s. ->. 8. Ob die, von Hrn. Flöget, Gesch. der komischen hitrcratuc, Bd.-. S. >4>. angeführte englische, sogenannte Vr»ßest!e wirklich von dem Ochino lst, getraue ich mir nicht zu behaupten.) Giovb. Eelli (^ 156z. I Lspricci stei Korr»- jo . . . ne' ^nali lorro X K»<-ion, morali cr» il corpo e I'anim», Ii stil'- corre eli ^uaiico stee opeiarc I'uomo per viver lempre telice, ^ui'scv e conrenro, ?ir. 1549. 1551. 8- castr. Ben. 160;. 8. Svanisch, von Fr. Mi- randa (l. /Zur. Lchl. Istisp. nuv. V. l. S. Z42.) Französ. ?!>r. 1566. 8.1575. 16. Os Olrce, I -ir. 1549. 15z«. 1562. 8- Ven. 1600 UNd 1609. 8. lateinisch, Amb. >609. >2. Französisch, von du Pare, tchon >57-. >6.) —> Prot, p. Vergerio (t 15Ü5. sc orro stilen- lioni , . . overo l'rarrsro steile in» perlnrionl st'Icsii» 0 .stell» zrsncla IZnoranti» ste' (»cerstori, kelinistri s s»ri(ci . . . (Hast.) 15 es. 8- Dells camera e Ksrn» stell.! dstastunn» > clr!»- mar» sti sorerro, wovon mir aber nur die lat. Hebers. Os Istn!» Osnrerano, Vub. 1554. 4. und die franz. Ucbers. i;;6. 12. bekannt sind. (sklnaromi» stell» Vlill», franz. Gen. 1555. 8. >562. 16. lat. i;6l. 8. S. übrigens die vorhergehenden lat. Sat.) — Nie. Franca (vcrb. 1572. k)i»l. p!»cevoli, Vin. 1542. 8. 1590. 8. Französ. (von,;??. >2. Gegen Pabstthniii und Clcrisep. S. von ihm auch die Folge.) — Am. Lrcs. 2)oni (s >574. I vlonsti . . . cioö ccielli, re, reskrr est inteeriali, Ven. '552-1555.4. 2 Bd. mit Kpf. verm. unter etwas andrem Zitel, cbend. >;6?. 8. Französ. Lyon 1580.8. von Gab. ChapnpS. s» Duce» , . . stiv, in V. listi-! . i . Vin. 1551. 8. 1670. 8- II Verro. muco . . . cun I» rovin» st un gr»n Lololl'o Lcüiale (Pirtro Arctllio) . . . stie. in lerre iidri. silaro primo Ii I. 1554.4. Nur dirses erste Buch ist gedruckt. Das Leben des Arctino, dessen He. Flöget gedenkt, steht nicht darin; es sollte das 6tc Buch dieses Werkes einnehmen; Uiid existirt indessen handscheifillH in einem Briese. S. Fontan. Hilst, stell» chlucz. Irsl. B. 1. S.210 u. f. Anm. 2. Ausgabe von 175z. )Auch die (cconst» Oivreria, Ven. I5?l. 12. IZ55. 3> und mit der prima Oibrerig zusammen, Ven. >557. 8. gehört hieehrr.) — Tom. Earzcmi (^>589. l.'tstoip!raleste't'22i- 21 incuratiili .... b'err. 1556. A' Ven. ido l. 4. Deutsch, durch G. Friede. Mcsserschmid, StraSb. >618. 8- Französ. Pgr. 1620. 4. Il Oearro ste' vorz e sti- verli Lervclli monstsn! .... ^en. 1605.4. OsLinaZoZz ste^l! lAnorun- r! . . . Ven. >594, 4.) — Otron. Bellt (Oo Leoiare, I^sst. 1558. 8» Ven. 1598- 8.) — Eicwb. tssrovio (Il conviro, vvero stel pein stell» moßlie, bstil. 1558. 8.) —' Erord. Bruno (verbr. >600. Zpaccio stell» Lelki» crionkiinre propoiko sti Liove, essercuaco stat Lonse^lio, revelsco st» L 2 !^er- i64 Sat S a t Uorcurio, reciraro cia Sopllia, ucliro cla 8aubino> regissraco 6a dlolano . . IVr. 1.-84. 8- Ob das Buch eine Satirc auf Laster, oder auf Pabstthum, oder gar auf Religion scyn soll, ist bis jetzt noch nicht ausgemacht. Hr. Flöge! führt in seiner Geschichte der komischen Litteea- tur, Bd. 2. S. 209. eine englische Ue- bersetzung davon an, und schreibt diese dem bekannte» Toiand zuallein in der, der Lolieüion ob several pieccs, o5 dclr. )ol>n 1'olanci, Lonss. 1726. 8. sBv. vorgesetzten, ziemlich ausführlichen Lebensbeschreibung desselben, mied dieser Slrbnt, nicht gedacht. — Ungen. In- Veniva ssel Sommeelo iiiscnlsro agü ^cass. Inlenlsri cli LcruAia . . . Lor. 1597.8. — Giov. Mar. BcrnanSo (La ^ulica, dfcsp. 1607. 4. Eine >0 genannte Mcnippische Satirc auf seine Frau.) — Troj. Boccalini (Do'itax. Kuagli eilLarnaso, Lenrurie II. Von. I'6i2-!6,z. 4. 2 Bd. vermehrt mit fünfzig Ähnlichen Ausssttzen von Girol. Briani, cbend. 1624. 4. zTH. Englisch, Land. >704. 8. z Bde. Deutsch, Frist. >655. 4.) — 2»nt. Mav. Spelt« ff 16Z2. La LsZZia e ssiierce ssclla pa. 2ia. Französiny durch L. Gm'on, Rouen 16z;. 12. Deutsch durch G. Friede. Mcft scrschmid, StraSb. ,ü>;. 8-) — Dom. Buoninsegni (II Lasso Oonnelco, Lar. IvZonippea, kelil. 16Z7. 12. welche zu vielen Streitschriften Anlaß gab, von denen Ouadrio Soor. e raZ. ss'oßni pve- Iis. Bd. 2. S. 570. Nachricht gicbt. Deutsch, durch Joh.Dan. Major, Hamb. ,6zz. 12.) — iLuzemo Rnimonvi ( Deila Sseria sselle Science e elei Scrirrvri, Dilcorss sarir Vcn. 1640. 12.) — Lcrr. Vallavicino (f 1644. k-accinaea ovverv liauaielia per le Api Saiberini . . . 1642. 4. Franzos. 1Ü44. 12. Il Lorricre svali- ßiaro .... Villasranca 1644. 12. Italienisch und sranzvs. Satiren über Pabst tirban Vlll und seinen Nepoten. II vi- vorrio celesse cs!>>nnaro cialle ssissolu» rc^2L ssella lgusz Itoiriana , . . In» Kolttassr 164z. 1Ü79. 12. Französ. durch Vrodeau d'OiseMc, Vill2kr.l644. ,2. Amss. 1696. 12. Oeuisch, Freyst. 164z. 12. Halle 17ÄZ. g. Verl. 1787. Z. La ltercorica clelle Lurrane, compossz conlorme s i preccrri cii Lipriano, Lamiz, 1642. 12, Villssr. ,67z. 12. Ueberhaupl lassen auch s. übrigen Schriften sich zu den Sat. zsthlen, als La La» leclea, Ven. 1677. Tlivss. ,6;z. ,6. Vur. 16^4. 16. II principe Llermalrossiro, Ven. 1640. 12. La pussiciria ictiernira, Ven. 16Z8. 12, La rerc cii Vulcano, Ven. 1646. 24, Seena recorica> Ven. 1652. 12. L a. niina ss! Leer. Lallsz cüv. in so! vi. ßilie, Lione 1664. 12. II 1'cssa- menio, Itegun. 1679. ,2. Ob diese alle in der Sammlung seiner Werke, >655. 24. 4Bd. sich befinden, weist ich nicht, da ich diese Ausgabe nicht gesehen.) — Grczor. ^.cti (^170,. II Linciicarn ssi TVIcilanärv VII. 1668. 12. Französisch 1669. 12. II dichoriimo ssi Idoma, Amlrel. le. Französ. 1669. 12. und dergleichen Satiren über den römischen Hof mehrere.)— Girol. Gigli (f>722. Vocabusario sselie Upere cii S. Lara, rina , l. I. cc a. 4. (gegen die Eeusca.) Doli Lolloßio pcrroniano sselle ballie larine, e cie! iolonne luo aprimenoo in quess' anno 1719 in Liena .... Siena 1719. 4. lieber dic Thorhcit, die Muttersprache zu vernachlstßigcn.) Eigentliche Schmsthgedichte, oder per- sönlichc Satiren (Pasquille), welche von Panquino, einem italienischen Schuster, den Nahmen erhalten haben sollten: AI- fonso Ve' Pg)5i (f >557. Gegen den Barch! eine große Anzahl von Sonetten, Epigrammen, n. d. m. in seinen Itime» lssr. izs/.L. gerichtet.) — Nie. Francs svcrbr. 1570. Seine H!me . . . cvn- rra Liocro Itrerino . . . erschiene», dem Titel nach, zuerst, Borino (Lalslc) i;4>. 8. L I. -546 und 1548. 8. Dem Apost. Zeno (ililss. ciella olvq, lral. B. I. S. 218. N-i». Ausg. von 175z.) zu Folge, cntblllt die letzte Ausgabe derselben 257 Sonette gegen den Arctino, lind die Pria- pejg brlauftk sich aus zwrchhundert. ) — Giamb. Sat S a t 165 Oiamb. Marini ( f 1625. Unter den mancherlei Streitigkeiten, welche er hatte, veranlaßre die mit Gasp. Murtola eine Satire dieses letztem auf ihn» welche, UNtcr dem Titel, Lompenäio ckells vir» ciel däarin! erschien. Hicgegen schrieb Marino, Ts.Vlurrvleicle, niblliscc ckel Lsvsi. däsrinn, und Murtola, Ts däs- renciäe, n'lare clei kckurruls, welche, unter andern, zusaiiimcn, unter der Auf. schrift, Frankfurt 1626. 4. Svcicr -ü-?. 12. gedruckt worden find. Die erste besteht aus g i. die zwegtc aus drcvßig So, netten. Auch hat Murtola noch ein ander PaSquist auf den Marino, unter dem Titel: ll Tslsgnuolo cki lvlonns Peers, vvvero Lsllonscurs elel Esv. däsrino tlsrsZIi eis Bits, ck'uss, Csiss, Bor. 1608. drucken lassen, welches 2? Sonette enthelit. Einen andern Streit hatte Marino mit dem Tom. Stigliani. Dieser Streit brachte die Lmorfie des erstem, Sonette gegen den letztem, hervor, welche sich bcy den oben angeführten Ausgaben der vorigen Pasquille befinden.) — Andr. Barba;;a (h >6;6. Schrieb, unter dem Nahmen von Rob. Pogom- mega, gegen den eben genannten Stigliani , und dessen Kritik des Monis von Marino, 8rri->!isce, 8pirs 16:9. 12. s'rclc. läzz. 12. Uebcrhaupt vcran- laßte der Monis eine Menge dergleichen Schriften, welche, unter andern, Qua- hrlo, in seiner Zlor. c ISA. ck uglll poe. fis, Bd. ck. S. Ü8Z. ausführlicher angezeigt hat.) — Bcrrolini (Schrieb, un. ter dem Nahmen Scip. Gastigamatli, Ts ^luleiste, 0 sss ele' Lscksreli illulbri Toems eroico 8scir. comicn» Ver. -68». i2. ein PaSquist auf den General eines Mönchsordens.) — Giov. Franc. A.a;;arclli (f 1694. Ts Licceicks Ie- ßirims . . . Tsr. 1692. 12. (2te Ausgabe.) Tonel. 1722.8. Amck.1780.8. Ein Pasquill auf den Arrighini, voller Zoten.) — Castore Montalbani (Ts Tsleologeiste, ovvero Oisns fisgel- Isrs st> Virbio . . . öpirrli. 1720. 8. Wer diese Diana ist, weiß ich nicht.) — Sammlungen: T 'Ambslciscs sti Ikomnlo s'koinsni, krux. 1671. 12. (Enthcllt Gedichte allerhand Art, die während dem Conclave nach dem Tode Clemens des yten bis zur Wahl Clemens deS loten geschrieben worden. — — Satiren in spanischer Sprache: Juan Rui) (izzo. Unter seinen, bandschristlich aufbewahrten Gedichten, findet sich eine Erzählung, Don Carnal, wovon Velazquez in seiner Geschichte der spanischen Dichtkunst, G. >z?. d. Ucbers. einen Auszug gegeben hat.) — Rodrigo deCora, el Bio gen. (Wird für den Verfasser der in der Form von Stanzen (Toplss) und als Unterredung zwischen Schäfern abgefaßten Satire auf den K, Juan den 2tcn und dessen Hof gehalten. Diese Loplgs sind mir denTioverbioa des M- de Santillana, ^nrv. izgi. und mit den Eoplas de» Jorge Manriquc, Mad. >6z2. gedruckt worden.) — Juan Boscan (1540. In s. 0brs5 .... T15P. IZ4Z. 4. dckocl. 1544- 4- Ancv. 1597. 12. findet sich eine'Satirc ausdcn Geizigen.) >— Barr. de Corres Na- siarro (Seine Tropslisstis . . . Lov. 1520 und >;zz. 4> enthalten, unter andern, auch Satiren, welche nicht schlecht sind.) '— Barohona de Goro (lzgo. Vier f. bis fetzt ungedruckten Satiren finden sich im 9ten Bd. S. ;z u. f. des I'srn. Tip.) Christoval de Castillejo ( s >596. In seinen vdrss . , . Anv. 1598. >4. 1615. 8« finden sich verschiedene sehr gure Satiren.) L.up. äheon. da Argcnsvla und Barth. K.con. sa Argenso!« (,6>z und >6zo. Nachahmungen deS Horas finden sich in ihren kimsz . . . . Zar. >6z4. 4. wovon eine von dem erstem, in dem gtcnBd. S. Z24 deSTsrn. Zsp. aufgcnonnncn morden ist.) —. stöst. Manuel 0e Villezas (Eine Satire von ihm findet sich im ?tcn Bde. S. >°; des ?srn. Tip.) — Miguel de Cervantes Saavcdra (s >üiü. Vists ze Tlecleoz fiel ingcnioio lstistslgo O. (hui- znrs ckc Is ^lsncles, kcksst. 160;. 4. i Bd. oder die zwcv ersten Theilc; die Fortsetzung des so genannten Avcstaneda, L Z l'arr. »66 S a k S a c Darr. 1614. Z. lind der ste Bd. von Ce» vantcs selbst, ^»6.1615.4. Ausanimen, ^s»6. 1655. L Bd. licux l66z.8.sVd. l.»n6.1758. 4. 4Bd. ^miicrci. 1755. L. 4 Bd. dt»6. 17z,. 4. 6 Bd. Jral. von bor. Franciosini, Von. >6-- und 16-s. 8. Fcanzös. verschiedentlich, zuerst, Par. i6>8. oBd. durch Frcs. Rosset; durch Cef. Oudin, Par. 1620. 8. -Bd. durch Fill. St. Martin, Pur. 1679. 4 Bd. u> a. »1. Englisch schon imJahrc -6Z->. VvnShelton, Oon6. 1751. 8. 4 Bd. Von Smostct, Oon6. 1781.8. 4 Bd. Deutsch, von Bnstrl von der Sohle. Franks. 164g. >z. Nur die-- rrsteu Kapitel; von H. Wolf, nach dem Französischen, Leipzig 1748. 8- Bon Frdr. Just Versuch, Weiniar 177;. 8. 6TH. Miev duukr, als ob von den meh< reiten dieser Uederschungeu das gilt, ivas D. S. irgcndnw selbst von llebcrsetzungen sagt: (Tue ei craäucir 6e UN» leiu>u» eu cur» . . . es cum» czuien mir» Ins rspucs Li»n)cncc>s pur ei reves, czue suurzue Ic ven i»s ssgur»s, tun Iicn»3 6e Nil,», czue i»s elcurccen, i nc> le ven cun i» iilur», i rez cie l» bsz. . , In Vopmers Betracütuugen über die poe- tiiürn Gemühibr, Zur. >741. 8. handelt der igte Abschnitt S. 5>L, von dem Cha- racter des D. Quipote und des Sancho Pausa. Auch von den dstuvelas Oizcm» plarez, lVl»ä. 1615.4. gehören, meines VedünkcnS, O» Lirsniii»; iiinconeco i Oc>rr»6iiic> ; LI Oicenciacin viciriers, ZNId ios Lerroz Oipiun 7 öcrZ»N2», hierher. Viz^e 6ei Lsrnsio .... stistaci. 1614. z. Sarire ans die Dichter seiner Zeit. Ein Leben des Cervantes von Greg. Mapans i Sisear findet sich vor der Loudnee AnSgabc des Originales vom I. 1751. und vor der Amsterdammcr vo» 1755.) — ^.tlis de Gongara y Argoto (f 1617. Seine, unter dem Titel, Oeiiciss 6ei Osrnslri . . . . k»rc. 1654. 12. Vt>r»s . . . iVUci. 1654. 4. krux. 1659.4. gesammelten, und von Veliicer de Sales, h,l»6. i6z°. 4. und von Gareia de Salecdo Coroncl, KZs6. 16:5 . ,64z. 4. commentirten Werke, enthalten, unter andern, 8nn«. r»3 burlelcas (Bl. >7. AuSg. vom Jahre ,654.) ^ercecnx liurlcsccis (Bl. 56.) I)c?.im»5 buiie(c»s (Bl. 60.) Ockrilla» burlelcas (Bl. 68.) UNd istomsnces Kur- lelcos ( Bt. 99.) aber keine besonderen Satiren.) — Tottis Martin , oder Martine; ve la Plara (s >6;;. Eine Sat. von ihm findet sich im 8ten Bd. S. z?8 des I'sru. Oi'p.) — AI. Car- ranza (Olle. conrr» m»lr>3 rr.oges ^ 26011103 Istcivos, Xst»6 1656.4.) —. Don Ane -Hurcado Ve Mendoza (Lueno polikicci, Oom»NLe Lsrz-iicc« eonrc» tos 603 ?riv»6o3 6el ltez' l). Okeüpo IV. et Lon6e ldurzue (Graf von Olivarcz) 5, Don Ollis cie d-t»ro, O t. er ». 12.) .— D. Francisco de Äuevedo (f- 1647. In s. vbrss . . . IZiuiisI, 1660-1671.4. 4Bd. >^nv. 1670.4^ q Bd dstscir. 1756 .4. 6 Bd. nehmen die prosaischen Schriften (in den Heyden ersten Ausgaben) die zwei) ersten Bünde ein, und unter dicse gehören der Lueno eis I»5 O»I'»vcr»5, Bd. 1. S, Z7Z u. f. Deutsch, von Hrn. Brrtuch in seinem Magazin der spanischen und por- tug. Litter. Bd.i. S. 99. Ol TLlZuazil ^Iguszilsli»; Oos ^»kurstss clc Li»- rvn; Englisch von Ed. Messervy, Ooncl. 1641. 8. LI b/Iunäk, poiciccienllro; Iiiftori» z' vici» fiel Arsnä O»c»üo, einzeln erschienen, unter dem Titel, Kis- rvri» elc I» vici» fiel Luficon, tlomvil» O. ?»!>Ic>s, V»I. 1627. 3. Französisch, unter dem Titel: /tv»nrurier buLcou, ?»r. 1644. i2. und, unter dem Titel, Oeuvrsü ste tT. Lrux. r6x8 und 17 18. 12.- Bd. Englisch von I. O. Lond. 1657. g. Villr» cie Icis Liiiftes; O»r- »5 fiel L»v»Icrc>5 cie I» Bens?», Deutsch, von Hrn. Berruch, a. a. O. S. 241. Engl. Lond. 1657. 8- Oibro iis rocjzz !»s cvs»? 7 »rrsi muckiaz m»3 ... Ol eiicremecici» / I» Oven», 7 ei Lopirin . . . Oucnco cie Oucnros, Ls(» cie los Oocos 6c r^mor > Orcm»- ric» fiel 'sOiempo, Lsrr» 6e i»s Lsii- cizciez 6s un O»ssm!enro, ZU den StU tiren» Der größte Thcil dieser Aufs, ist unter S ü k. S a t 167 unter'dem Titel, Suenes 7 l)ilcur?e» fie Veröltes, fielcudrirfiorss cic ^bullös , Vieles erc. en rnfios los eilicios fiel mnilfi», unter andern, Üuarii627. 8, zusammen erschienen, und dieseSamm- lung. in das Französische von LaKencstc, und in das Englische von Rog. keffronge ,668. 8. 1696. 8. übersetzt morden. Was die ldlevels et (suevefie, l-onfi. 1671. 8- enthalten, weiß ich nicht. Ins Deutsche hat solche, nach der französischen llc- Versetzung, aber mit inanchcrlcy weitschweifigen Erweiterungen, und Zusätzen, Hß. Mich. Moschcevsch von Wilstädt, unter dem Titel: Wunderliche und wahrhafte Gesichte PhilandcrS von Sitte- ivald . . . Strasb. 164;. 8. Legden 1646-1647. 12. 7 Th. (ivovon aber die letzten Theilc nicht von ihm sind.)c Strasb. ,650. 8. 2 Th. fdic ächte Äusg.) gebracht. Unter Qnevedv's Gedichten , Bd. z. finden sich satirische Sonette in derlckulall. so wie in ebenderselben ein Sermon ckoico D. Diego Gnnvedrn (f 1648. Lneuras fie llnru. xa, Oial. 164.5. Z. llepublica lire- raris, r^lc. 1609. 12. lckafi. 17Z5. 8. Engl. Imnfi. 1727. 12. Deutsch, Lcipz. >748.8.) — Balch, Gracian (ch >658. Von s. W. gehöret nur hierher das Lei- ricun, craranfio en la primera parte fie la sinnen v suvenrufi, en la t'c- ^unfia fie la varonil ersfi, / en la rcrcer, fie la vese, ursprünglich einzeln gedruckt, und hernach im iten Th. s. Dlzras, ölafi. 1664. 4. Larcel. 1700. 4. >ö.mb. >701. 4. 1725. 4. 2 Th. Französ. mit. dem Titel, I Komme fie- rrompe, ä la cklsys i z. z Vol. Deutsch, nach dieser, von Casp. Gottschling, Halle 1721. 8. Eine frühere deutsche Ucbcrsc- tzung, Frankfurt und Leipzig 1698. 8 soll nicht vollständig scpn.) — T>. Juan So A-anvegui (g 1650 Oilüurso eonrru es lisdiar cuicu ubtcuro-, öfiafir. 1628. Gegen Luis de Gvngara, und dessen angenommenen Ton in der Poesie. La Lu- mefiia fiel lderraifio, kck.1fi.16z4. eine Satire auf Quevedo, und eine cinzcle f. Sat. findet sich im 9tcn Bde. S. ?5 des k'arn. Llp.) Vsnico Aemigio Nordens (Ifiiss. mural fiel Dies Ickern o > enlenan^s fie Urineipes v Lulifil» tos . . . kcksfi. 1666.4.)— T>. Ä.nis de Nllo» (f 1674. Der eigentliche» Satiren sind in s. vbras .... öäafi. 1674. 4- sehr wenige.) —^ .D. Antonio de Golis 7 Riioadcnc^ra (f>686. In s. Varlas poeiias . . . .Vlafi. >692. 17,6. i6za. 4. finden sich einige, äusserst glückliche Satiren.)—' IlSephon- sns a Gancko Thonia (t >692. Lea- tro )csuirico . . . knLoimkra 1654. 4. Soll die bitterste Satire auf die Jesuiten scpn.) — Jorge Pilillax (Unter diesem angenommenen Nahmen, steht in dem 6ten Bd. S. Iy6. des Oiariu fiel», Lireralos fie Llpsna, eine Satire aus die schlechten Schriftsteller der neueren Zeit, welche auch in den aten Bd. S. 118. des l>arn. Llp. aufgenommen worden ist.) — Greg. Morillo (Von ihm findet sich, cbend. Bd. 1. S. 91. eine cinzcle Sat.) — Dion. Gnmbnso(Einc, vorher »och nicht gedruckte Sat. von ihm, findet sich cbend. Bd. 4. S. >44.) -- Ungen. (Ebendaselbst, Bd. 7. S. 8S ist eine Satirc von einem Ungen. eingenickt worden.) — Lranz. Isla (Seine erste satirische Schrift war: Vriunto fiel smor 5- fie ja lesliafi. Dia granfie fii bäavarra. Ln la kessiva, pronra ßlo- riola aelsmaciun cke! . . ltez' l). sser- nanfio, Lxecurafia en la Imperial Lorre fie ?amploiia . . . >746. 4. Sie gehört zu dcn feinsten glücklichsten Verspottungen; und geht, wie der Titel zeigt, auf die Feyerlichkeiten, welche beu der erwähnten Gelegenheit zu Pampclon^ L 4 «nge- -68 Sat Sat angestellt wurden, Histori, äel 5smola ?reciicscj<>r b'r. Lecunclio cie Lsmpa- 2SS . . Ilcr Th. ^lsck. 1758- 4. Awcy- ter (Lonelrs) Icksci. 1759. 4- Engl. Lvnd. 1772. 8. 2 Bde. Deutsch, nach der Engl. ilebers bcipz. 177z. g. 2 Bde. Das Werk machte, bei) seiner Erscheinung. viel Aufsehen; ei» P. Marquina schrieb einen penireore, Jos. Maymo » Ribes einen Xlccoclo che elicistisr ltel bsc- bscioro, u a. m. dagegen; auch Ivuedc eS von der Inquisition wirklich auf kurze Zeit verboten. Hegen die crstcrcn Schriften vertyeidigte der Verf. sich in ein paar Aull, welche in f. Lsrcss LgrNilisres . . chstsci. 1785 u. f. z. 4TH. zu finden sind. »Ind ein lingen. schrieb die änsromia äei Lueipo cici 1er. Lercincliu 7 ^pologia cke Ick sims zur richtigen Beurtheilung desselben. Lsrrss äe )usn cic In irn- rins . . . courcs un libio czue ctcci- diu ID. )vl. cie Lsrmuns , . . incicu- Isclo: Xlsrocio rscivusl cie cnrsr 8s» danunez, Xstaci. 1784. 8. Eine eben so glückliche Verspottung.) — D. Vil- larnciosa sLs kckosgues, hoer. iuvcöti- vs. kcksci 1777. 8.) — D, Juan ^adto Jorucr (8sr. contra los vicios inrrvciucicius en la poesss calleilsna, Zvlsck. 17Z2. 4.) — Lr. Moralin ILcccion poec. 8ar. cnnrrs los vicios änrroeiucickos en is pocsss cassellans, ikckaä. 1782.8. — — Uebrigcns gehören , von den spanischen Romanen, noch viele mehr zu den Satiren, als der La- Igrco Lipsnol . . . Vsliaci. 160z. >2. Vsi. 1769, z. Uf Diablo coivello, chlsci. 1641. z. von L. Velcz de Guevara (s ,646) den man aber ja nicht nach der Ucbcrschung des Le Sage bcurtheilen muß, da dieser nicht blos verckndebt, sondern auch den zweyten Theil aus eigener Macht hinzu gesetzt hat; verschicdne Ro- niane des Alonso Gevon. de Salas Bar- badillo, und viele a. m. welche ich, um den Raum zu schonen, blos allgemein nenne. — Mit der spanischen Satire, will ich hier gleich die portugiesische verbinden. Mir ist keine, als aus H. Diez die Dilgs- rares na In6!a des L. Camoens (-s,579.) eine poetische Satire auf den Vieekönig in Goa, O. Frc.Baeetto, und eine ähnliche von cbend. in Prosa bekannt. Ob sie sich in s. vbras . . . ?ar. 1758. 12. z Bd. befinden, weiß ich nicht. — — Satiren in französischer Sprache; Dem Pasquicr in s. kccbcrcke, cle >a drance; dem Juvcnel de Carlcneas in seiner Geschichte der Künfie und Wissenschaften, Th. 2. S. u. d. Ncbcrs. dem de Grand, in der Vorrede zu den hsbiisux er Lonres cku XII. er clu XIII. 8iccls. psr. 1779. 8. Z Bd. S.d. und Bd. t. S> zog. und dcni Diic. prcliminsirc vor der biltoire clcs Troubsciours, ?«,. 1774.12. z Dt». S. dlX. zu Folge bczeich, neten die Provcuzalischen Dichter ihre Satiren mit dem Titel, 8!,vebcei oder hirvsncois, obgleich Barbasan in der Vorrede zu s chabl. er Lonres ciu Xll. Xlll. XlV^er XV 8iecles, ?. 1756.12. z Bd. S. XIX. will, dag 8ervsnrois ein Bitte» lied gewesen, und die Satirc loc cksn» Ion benannt worden wäre, und Vaucquc- im de la Feesnape in seinem schon angc« führten Dilcuurs scir la barere, die Satiren dieser Dichter ^Ivsnrc? nennt, und ihnen die sogenannten Loczs-ü l'sno zu Nachfolgern giebt. So viel ist gewiß, daß die Provcnzaliscbcn Dichter sehr viele Satiren geschrieben haben, wovon aber die mehrcstcn mehr Pasquill, als Satirc sind. S. den angeführten Dilc. pcel. vor der kstist. cies Tckoub a. a. O. Die mehrstcn derselben sind über Pabst- thum, Geistlichkeit und Fürsten. Ich will, nach Maßgabe der oben angeführten kstiil. cies Nroubsänurs wenigstens einige anführen. Bern. Arnaud de Mont» cnc ( Bd. 1. S. 97.) Pierre Rvgicrs (iizq, ebend. S.ioz.) Pierre delaMula (ebcnd. S. i-y.) Pens Barba (cbend. S. 177.) Bertrand de Born (cbend. S> 2>o.) Gull. Rainols d'Apt (ebend. S. 251.) Ramband de VaquciraS (cbend. S. -57.) Dauphin d'Auvergnc (s i2Z4. ebcnd. S. zoz.) Ogicr (ebcnd. S. Z40.) Gaue. Faidit (f >-20. Ich weiß nicht, aus welch«» Grunde die ÄZcrfasscr der «ist. S a k Sat r6g Hist. stcz l'roubostourz in ihrem Artikel von diesem Dichter. Bd. >. S.'Z?4. nicdt seiner, in dramatischer Form adge. faßten, Satire auf die gegen die armen Albigenser ergangene» Verdammungen und Verfolgungen, welche unter dem Titel, I'lsteregia stez ke^rcz bekannt ist, gedacht haben. G. darüber, unter andern, de» itenBd. der slist. stu llskcarre frcz. TRost. 17 z12. S. 10 und 14.) Elias Cairels (ebend. S. z?8.) Berte/ d'Ala- manon (S. z?--.) Ferrari de Ferrara (1-64. S.4>>.) Cadenct (cbend. S. 4>6.) Folquet de Romans (cbend. S. 460.) Pierre d'Auvergtte (Bd. 2. S. >5.) Boni» face de Castellanc (S. z?.) Sordel (S. 79.) Guil. de Bergcdan (S. 12;.) Granet (S. >zz.) Folquet dc Lunel S. >Z8.) Lan- srane Cigala (S. 15z.) Huguns de St. C»r (S. 17-,.) Durand S. 2-6.) Mar- cabreö (S. 2;-?.) Bern, de Rovenac (S. 512.) Vonifaec Calvo und Bart. Givrgi (S. zag.) Pierre Brcmvnd Rieasnovas (S. Z77-) Raymond de Miravals (S- z<)6.) Austau d'Orlhae (S. 4Z0.) Guil. Figuei- ra (S. 448.) Lc Chevalier du Templc (S. 467.) Guil. Adhemar(S. 497.) Tvmicrö «nd Palazis (Bd. ;.> S.4;.) Arnaud de Cvmminges (cbend. S. 60.) Raimond de Castclnau (ebend. S.77.) Richard de Barbesieu (cbend. G.847-) Pierre de Bueignae (S. >54.) Der Mönch von Mvntauban (G. >;6.) Raimond Gaucclin (S. >87.) Bern, de Venzcnac (S. 2s;.) Pierre Cardinal (S. a;6.) Ponö de laGarda(S .Z >>.)u .a .m. woraus man denn, unter andern, sehen mag, wie falsch der gewöhnliche Begriff ist, daß die Troubadours nur von Rebe uns kiebeshändcln gesungen haben.) —> Helinnud (f>2-,. In f. von Ant. Leisel, Aar. 1594. herausgegebenen?ocl>cs finden sich kräftige Tiraden gegen den Röm, Hof. S. von ihm Vaillet, Bd. 4. Th. >. S. 29. Ausgabe von 17-;.)'—> HuondcMcsy (>22g. Vourno^, ou'Tourno^cmenr ste l ^nrickrilb, in Versen; nur in der Handschrift.) — Igcg. M. Gielee (Sein uouvean rcgnarst gehört ZU den Satiren. S. überhaupt über Reineckc FuchS den Art. Label S. 192.) — Hugo von Bercy (Schrieb um eben diese Zeit, das noch nicht gedruckte Gedicht, 1.0 liible Lu)'«r, eine Satirc auf alle Stünde, von welcher Mafficu in der Rist, sto >8 Woeste brcz. S. 124. des Verfasser der Vorrede zu den d'sbl. cc Lonres stez Xli. XIII. XIV er XV. 8ieclez» ?ar. 1756. 12. Z Bd. S. XXVIII. Caylus, im oitcn Bde. der Xlem. cie )Vl.c8st. stez Inicr. Quart- ousg. u. a. m. Nachricht geben. Auch Gottsched, in seiner Vorrede zu Panrkc'S Ncvptolem, Brcsl. 1749. 8. hat etwaK darüber gesagt.) — Gull. de Lorris und Jean de Meun (Verf. des bekannten kumzn eis lü Hole, dessen Fortsetzung von 'dem zuletzt genannten Dichter reich an Satire auf das weibliche Geschlecht, und die Geistlichkeit ist. Auch ist, von eben diesem Dichter, noch ein anderes, satirisch moralisch Gedicht, in Alexandrinern, le Losticille, vorhanden, und, bc» der Ausgabe des erster» von Lenglet du Frcsno», befindlich. Dieses, der Itoensn sto ia kose, machte zu seiner Zeit, das größte Aussehen; die Geistlichen predigten dagegen, die Advokaten führten es in ihren Reden an, und ein berühmter Mann, der Kanzler Gcr- son, schrieb eine lateinische Abhandlung, um die Gefährlichkeit desselben zu erweisen. So gar andre Gedichte erschiene» dagegen, als l'cknanc enrronr stanz l» soroc ste tristeste, worin alles Unglück in der Liebe diesem Gedichte zugeschrieben wird. Von der andern Seite fand ctz eben so eifrige Bewunderer. Die Alchys misten glaubten den Stein der Welsen, und andre eine Art von Moral-Theologie darin zu finden; verschiedene Vcrtheidi- gec desselben traten auf, als ein Probst von Montreueil (S. des Martcnc Vc. rcr, dtonum. Lolleöi. Bd. 2. S. >4>? u. f.) u. d. m. S- übrigens die Art. Allegorie, S. 84- und HelSenge- dickt, S. 547.) DerMonck'von Montcmasor (1 izzz. Nvfiradamus, L 5 und und nach ihm CreScimbcni, gedenken diöIes Mönches in ihren Nachrichten von den Provenzalischen Lichtern, mit dem Bc». nahmen einer Geißel der Troubadours; Ober, wie, wenn sie ihn mit dem schon vorher angeführten Mönche von Mon. tauban (Oilk. che,? '!>>ub. Dd.z. S. 156 ) verwechselt hüllen? Wenigstens hat dicstr, so wie schon vor ihm Pierre d'Liu- vcrgnc (cbend. Bd. 2. S. ») eine Sa» «Ire auf die Troubadours geschrieben.) — RaonlVePresie (Ihm wird der Longe «iu Verchice, czui psrle che Is Oitpurs- rinn chu LIerc er chn Oiievslier, er che Is puiilsnee ecciefisssigue er poii- ri-zuc, psr. 140t und >501. st. und Hey dcS I. L Brunei'strsire 62s Orr»'» er lideerez che I Lßich'c Asiiiesne, b'sr. 17z 1. befindlich, zugeschrieben, ungeachtet der Veewsscr desselben nicht mit Gewißheit bekannt ist. lateinisch erschien dieses Buch, da», in einem allegorischen Traume, die weltliche Gerichtsbarkeit gegen die geistliche vcrthcidigt, Par. izuS. 4.) —> Jean Ott Pin (h >572. Sein GNsmp vecrueux chc Uonne vie, sp- pelie kvlanuevie ... p. i. s. 4. halb in Prosa und halb in Versen, enthüit eine sehr sre-w Darstellung der Mißbrauche und Laster aller Stünde zu seiner Zeit. 5. übrigens die Uifii. kisnc. des Gvujet, Wd.s. S.9Z u. f.) — Pbil. Sc Mai- zneren ('s >Z97- Oe Longo 460. Sein Oocstri- Zlsl 6e Is Oour 4. Gen. 152z. g. lind seine Osnste 6es sveugies. 4> O70N i;4Z. 8. sind halb in Reimen, und halb in Prosa abgefaßt, und sollen Satire seil». S. Goujets Lidl. tcsnc. Bd. 9. S. Z4s.) Macheolus (Unter diesem angenommenem Nahmen ist eine, wahrscheinlich umS I. >450 abgefaßte, und vorgeblich aus dem Lateinischen übcrscktc Satire auf das weibliche Geschlecht überbrückt worden. Eine Widerlegung erschien mit der Aufschrift:,, llefiours st» Küscheolus st. I. 4. ?sr. 15 14. 4. G. übrigens Gvujet, a. s. O. Bd. >c>, S. l-9 u. f. Es giebt indessen wirklich einen lateinischen Auszug aus der.Schrift des Matheolus, welcher mit elner In. vestkivs coecus stoeminci conrrs ms. res, st. ->. 4. zusammen gedruckt ist. S. die tiibl. psrifins, l.umstr. l7As. z, S. 109,)— Fros. ^ illon (1461. Sein pcrir und sein Gcsnck stciksmenr, p,c. 1489. 4. ,'N s. Oeuoc. ä. I» Ists)-e 1740. (lcyce Ausg.) gehören zu. den Satirens Nachrichten von dem Verf. und Auszüge daraus sind in dem 9tcn Bd. der Lii>!. strame. S. 288. und im itcn Bd. der s^nnsl. s>ocr. S. >44. zu finden.) —» Gnil. Coguillart (1478. Seine ?o°» fies, ?sc. I ?Z2. 16. e/zz-L. athmeii fast aste eben so sehr den Ton der Ungezogenheit, als Satire, haben aber immer viel Licbhabce gesunden. S. übrigens Gvujet, a, a. O. Vd.io. S. 157.) -- Rod. (Noisin (>;oz. Seine Ooups rs» vlilsnz, surcemenc 6ic ic Ooölrinsl inorsl . . (1505.) 4. sind gegen den römischen Hof und die Klerisei) gerichtet. Mehrere Nachrichten liefert Gvujet, a, a. O. Bd. io. S. 177 u. f.) — Jean Neolinet (f 1507. In s. kaistLx ec O1Ä2. . . par. iZZl. t'oi. finden sich einige Satiren, als ies neust ! pceux 6e gourmanoiies, lind I'fipi» I riislsme 6e Is filie eie Oaiciin; sie sind eben so ungezogen, als plump. S. Gou« jct, a, a. O. Bd. ic>. S. c u. f.) —> Roger Ve College (>;z8. Seine Oeuvr. psr. l;z6. 12. enthalten, unter inchrern auch eine Lsiyre pouc len- rree 6s Is kdoznrc s tz.uxeire, worin die Wucherer der Zeit gezüchtigt werden. S. übrigens Gvujet, a. a. O. Bd. 10. S. z?) u. f.) —> Donaventura Oes Perriers (>;->;. Schrieb unter dem Nahmen Thomas du Clcvicr sein Oym» hslum dstunsti, concensnc czuscre Oisl. pnec. storr sncilzucs, zoyeux ec stsce. 1711.12. Sak Sat Z7» wovon' im 2ten Bde. S. 429 der Gesch. der kvinichen ßittecattic von Flöge! sich ausführliche Nachr. finden. kroZnoili- csrion 6es pro-nolilcaclons pour rous los rcms d ;2M2 >S, eine Verspottung der Astrologen» in dem koc. 6es Oeuvre» lie L. ei. k. b^on. 1544> 8< S. übrigens Goujet, a. a. O. Bd >-- S. 88 u. f.) — Pierre Eringoire (1544. I.es slius 6u mvn6e, k2r. 1504. 8- 1^5 tolles encreprites, 1509. lzo8. 1510. 8. ll-e iieiiamenr 6c I-ucit'er, bep >. Zplcnuz propvs, ?»r. »521. 8. l^V» teinriics 6u mon6e »527. 8- Oon- rreeiir» 6u krluce 6cs Kors > aurrc- mcnc eile KoNge crcux, fi. 2. >8. > 5Z°- Sind Satiren auf alle Stünde, vorzüglich aber aus das weibliche Geschlecht. S. übrigens Goujet» a. a. O. Bd. 11. S. ZI- u. f.)'— Gralien du po»t(Lon- rrovories 6cs lexes maiculin er ts- minin, Voul. 15Z4. t. Eine, aus allen möglichen Schriftstellern, alten und ncucrn, geistlichen und weltlichen zusammen geschriebene, langweilige Satirc auf taS weibliche Geschlecht. S. Goujet, 0. a. L>. Bd. >l. S. >84 u. f.) — Element tNarol (f 1544. Marot wird gewöhnlich für den Erfinder der, mit dem Titel, r/./'6tte bezeichneten Satiren, welche man für ein eigentliches Pasquill ausgiebt, gehalten. S. Anc. bull, ele Orar. Oib. VII. c. c. 296. Volt. 6s Inüir. 90er. l.ib>. z. c. 9. Oper Bd. Z. S. 145. Umlief. 1697.fi.) Aber seine sogenannten Zirres 6u. Oviz-Ä-l'ane (in, iten Bd. s. W. S. 12z u. f. Amlfi. 17zi. 12. ö Bde.) sind nichts als ein unznsanimenhüngendcs Gewebe von Spott, Scherz und Neuigkeiten; mit ei, nein Wort, Quvdiibettc. Satire ist eigentlich nur das Gedicht linfier, cbcnd. S. 24». Die Streitschriften zwischen ihm und den Reimern, Sagen und ia Hurte« rie finde» siä) ebcnd. im Stcn Bde. Auch hat man in den zten Vd. S. Z17 noch die Lisfions 6u corj's fieminin ausgenommen; aber, so viel ich weiß, ist diese schmm-ige Satire aus dem Italienischen gezogen, und milmehrern zusammen,5!>. gedruckt worden. 'S. Goujet, a. a. O. Bd.?. S. Z87. Ucbrigcns erschien die erste Ausg. s. W. Lvon I5Z4- >6. und die vvllstfindigste, Amff.4. Z Bd. und 12. 6 Bde. Nachr. von dem Verf. geben, Baillet, ins .fingemens dst. 1275. Bv. IV. Th. 1. S. 177. Aus«, von 17-5. Goujet, a. a. Ö. Bd. 11. S. z?. und die Annal. 90er. Bd. 2. S. I2Z.) — 11»- ge». (fi.es 6!vers prvpos er )o^eufies renconrres 6'un kricur er 6'un Oor» 6eller, cn M2n!ere 60 eoH Ifiouen, kl 2. 16.) -»». Lranc. Rabelais. (ch ,55Z. Die Ausgaben seines wunderbaren Buches find bcy dem Art. Erzählung S. 141. nach Maßgabe der Vorrede vor der Amsterdainmcr Ausgabe vom I. 172;. angezeigt, welche aber nicht völlig mit den, von Niceron, und aus diesem, von Hrn. Flöget, in seiner Gesch. der komischen Litteratur Bd. 2. S .444. angegebenen Ausgaben übereinstimmen» Uebrigens gehören, im Ganzen, die als Nachahmungen des Rabelais geschriebene» Werke hierher; fi .c nouvesu kanurgs 2vec ist naviZarion en lttsle imsAi» naire er fion razeuniifiemenc on I'su» rre mon6s, lfivcdellc fi. », 12. das auch unter dem Titel, l.c 6iiciple 6e ksnra-ruel, kar. fi.2. ,6. UNdl.evoz'n» ze er nsvigacion 2iix Isles incimnues . . . l^nnl55on, X!z-rk!üo!rc i)2» r2gouine 6e I2 v2leur 6e 6ix oromex, pocrr I2 reerc2r!oa 6e rvus oons ?2Q» trelucicilies, 920 Ouil. 6es Aurels, I.).on 1559. 5 1574. 16--- I.e trcs cloizucnc k2n62rn2lia» . . . czui kur rrznlporce en kserie 921 Obcron , . . 1,70» s. 2. 8. — kiistor. Moroni» gue 6e däerli» Locc2ie, kroror^ps I?2 S a s Sat 6c ksbelalz, ciü i! eist traite 6ez rute» 6c Lingsr, lcs roucs 6e Lacc.il, lcs svanruccs 6e Leonard, lcs Foccs 6e k>cancaile, les encliancemens 6s Lei- Fore er Lcndagrue, er lcs renconlces dieuccutes 6c iZalde; plus jliorciblc daiailsc encce les niouclics or Icstouc- inis, i^ac. >6o6. 12. — Aadelais re» Futciee, parLtorr7> Konen 161 l. 11. >— kubelais reFulcire, recicanc lcs Fsics cc comporremcns admiradlcs 6u rrcs vuleuieux Lrangosser . . pur Ifliida.elc ledstarricr, Fzc. 1614. 12. S. übrigens das bereits genannte Werk des Hrn. Flöget 0. a. O.) <— Ican Boucliet (>55e>. Die kegnardscraver- Fans lcs perilleules vo^ez 6e Follcs tiances 6u mnndc, F. welche, unter dem Nahmen unscrs Seb. Brand, aus dem Grunde herausgegeben wurden, weil dessen kilopeleiomacliiz, 6c tpeöfaculo conlliöluque vulpium, i^rAenc. 145z. 4. viel Aussehens gemacht hatte, gehören, von den vielen Werken des Verfassers, zu den Satiren, vorzüglich auf die Mönche und das weibliche Geschlecht. Im Grunde satirisirt er aber über alles. Nachrichten von dem Verf. sind in Goujcts Libliork. Franc. Bd. Xl. S. 242 u. f. zu finden.) — Cvil. öe le;Perricrc (1552. Invcölive Facjc. . . concre ics tuxpeAs Xtono- poles 6e plutieucs criinineux, larelli. res erc. iFliol. i;zc>. 4. S. Goujet a. a. O. Bd. iz. S.105. f.)— Barth. Aneau (st 1565/ L7NN tejarcssand. La» rice Fcan^oii'e Für la comparaison 6e karis, kolian, L70N, vrleans, er Für lex cliolcs nieinorables depuis l'sn Z 5 24, Loulis allegories cc cnißmes, parperFonnagezm7lliques,^ouees . . . Ä L70N en 1541. L70N 1562. lö.)»^ Iran Calvin (f ,564. Von den vielen Schriften dieses berühmten Reformators gehört der Vraice 6es celiques .... Lsn. 154z. 8. !at. von Nie. Gcllasius, >5 48. Deutsch von Jac. Eiscnbcrg, unter dem Titel: Der heilig Brotkorb der H. R. Reliquien . . . Greifsw. >585. 8. ncbii einem Gedichte von Fischart hierher.) — Des Loles (Lenker 6e Lu- p!6on, Lyon -55;. 8. S. Kouset ». a. O. Bd. 11. S 204.) — Jer. Bolsec (kliit. 6c la vic, niccurs, alles, 60c. rrine, conilancc ec morc 6c lezir Lslvin . . . L70N 1577.8- 1664.5. hat. von Jac. banigüus, Lol. 1652. z. kkilst. 6c la vic, moeucs, duölrine ec deporremens 6e st'ticod. 6e Lezs . , ?ar. 1577 und 15LZ. 8. hat. von Pant. Thevcniu, i;8g und 1589. 8. Ein paar elende Pasquille.) — Pierre Vicep (Tsrz-r. clireriennos 6e la Luissne pz. pale, avcc un Lnllogue . , . L70N i;6°. 8. Auch lassen sich mehrere seiner, gegen die Papisten abgefaßten Schriften vielleicht hicher rechnen.) Balth. Bnielst ( L'iinporcunics er inallicur 6c n»2 ans, 'Francs 1576. 8- S. Goujet, a. a. O. Vd.is. S. ie>8 u. f.) —. dingen. ( d.a I.egcn6e 6u Lsa-6. de d-orrainc ec 6c Fc^ kreres, ltcimz 1579- Eine bittre Sat. auf die H. v. Guise.) Jean L.e Masle (In s. idccrearions pncc. . . ?ar. 1580. 18. 'findet sich eine cinzelc Satirc. S.Gou, jet, a. a. O. Bd. io. S. z8c> u. f.) — Pierre Rsnsarö (f 158k. Sein Oilc. 6es miseres 6c cc ccms, in f. W. ent« hstlt so heftige Anfülle auf die Eülviuisten, daß Ant. de la Roche Chanhleu, und V, de Äd-ntdicu darauf eine l^spunle (Orleans) 1565.4. Florenr Thretien eine So- c-in6e rcplliilc (prl.) i;6z. q. ein Ungenannter eine Idemoiiltraace ü la lio/- ne . . 1.7011 156z. 12. drucken ließen, worauf Ronsard eine lange KcponFesux in)nres ec cslcmiiies 6e je ne ssis equel, ?rc6icanrecaux cc Xtinissreaux 6c Leiicvc schrieb, gegen welche Flo- rent sich mit einer ^puloZie . . 1564. 4. vertheidigte, S. Goujet a. a. O. Bd. 12. S. 252 u. f.) — Nic. Bar- nacie) (Wird für den Verfasser der Satire: F.e Lassinec 6u Idol 6e l eance, 6211s Isczuel il 7 » rroix perlcz pre- cieules 6'inellimalilc valeur .... i;8i- 8. gehalten.) — Gab. Bou- nin (8ac7ce an ldvi ccnrre lcz Ite- pnlzlicsinx bcy f. ^IcJriomacliie ou )sourcc 6cs Locus, ?ar, 15L6. 8- S. Goujet, S a k S at Geujet, a. a. p. Bd. >z. S. ?45.) Jacss. 0e Ronneu (In seinen ?«eiies» I^uli 1584. findet sich eine Satirc auf da6 weibliche Geschlecht, gegen welche seine Schwester,^ Marie, un briek siiist- cours , zu der Vcrtheidigung ihres Geschlechtes schrieb, Herker. 1531. 8- gedruckt werden ist. S. Gouiet, a. a. O. Bd. ,z. S.-7-.) —. sAm. DnverVier (l.es Oinvnimcs, Lar^-re sies moeurs cvrrempues sie ce iiecie, k-^vn 1572. 4 ) — Jean ve Ko^ssieres (1584. Ins. Qeuvr. ?ar. 1578-1579. z Th. findet sich, unter der Aufschrift, Liczie kur le uaruret sies Alle!! und 8rsnces sies Isinmeurs sie la kcmmc, UNd sie je i»x clu Mariane, einige Satiren. S. Geujet, a. a. O. Bd. iz. S. >98.) — Eloois Hcstean (1584. Seine Gcuvr. xver. k>ar. 1578. 4> enthalten eine Satirc cvnrre les pcrrucdareurs eis la krance. S. Geujet, a. a. O. Bd. I). S. -0;.) .— Phil. 25retin (f >595. Be>) s. I?oeck. amoureules . . . 1.7011 >576. 8. finden sich drei) Satiren. S. Geujet a. a. O. Bd. 1:. S. z6y>) Jean öe la Ieffee (1595. Osies-La- rzucs, kar. 1578. 4. Es sind deren zehn. S. übrigens Geujet, a. 0. O. Bd. iz. 'S. >74 u. f.) — Jean Anr. ve E>aif (f 1592. In s. Oeuvr. kas. 157Z. 8- 2'Bd. findet sich eine heftige und schmutzige Jnveetive gegen seine Verleumder.) — -Henr. Ericnne (h 1598. Inrrvsiuökiou au Vraice sie In Lunker- mue sies merveilles snc. er mosier» nos, c>u Vraire prepararik d I apolo- ^ie siour Isierusiure . . Gen, 1566.3. 157a. 3. Hernach unter dem Titel: ^I'divgie pour kkerosiore, zuletzt all klaze 17Z5. 12. zBd. gebruckt. Engl, bond. >c>o7. k. Der zwe:ite Theil besteht aus bittrer Satire, auf Mönche, Pstbste und dergleichen. Zugeschrieben wird ihm auch noch: viiceurs inerveiileuir sie la vie, aklions ec siepnrremens sie la lkeiue Larlisrine sie Iviesiieiz, (siar. 157 5 ) 8. bat. ebend. in ebend. Jahre.) — Theod. von Beze (f 1605. Bey seiner L^ilkola Leucsi. kallsvilii- ri! 1554. >6. Wir. 1668- >2. » . g. findet sich eine Lvmplsinre sie iVlessirö ?ierre Likec lue le rrcpas siu keu i»n nc?, und ein Gedicht, ä Is dckew. siu keu NC2 sie ?. L. Zugeschrieben werden diesem Verfasser auch noch folgende satirische Schriften: Le reveil marin sies kran^ois er sie leurs voiiins . . . Lsiimb», >574- 8> La Lumesiie siu ?ape malasie, a la czuelle fies re-rers er complsinres konc au vik repreken- res, ec leü cnrrepriles er macliina- rions rzu'il ksir avec Laran ec les tu^- pnrrs pyur mainrenir kon tieZe, kont siclcnuverrez (Gen.) 1584. 16. klis» roire sie Id hiappemonsis kapissilzue . . . 1576.4.) — Et. Pasquiev (ch 1 6 l 5. Le Lacecinsine sies ) ekuires^ c>u Lxamen sie teur siokkrine » . . » Villetr. 1602. 3.) — Jean Vouckcv (^ 1646. Lermvns sie la kimulee Lon- vcriion er nullice sie la prerensiue aiz- kolurinn sie Llenrl sie Lourben k'rinco sie Lear« . . . 1594. 8. eine Schmähschrift auf den guten Heinrich den gten, welche verbrannt wurde.) — Pierre Ae R07, Jean Passerat (fiüoo) Nie. Rapin (f 1609) Gilloc, Floi rent Chrerien (f 1596) Pierre Pi- thou, Duranc Ve la ^urgerie (k 1SI4) sind die Verfasser der bekannten Harare d-ienis>pee, deren erster Theil, Gsrkiolicon si Llpazne» im J. 159z. und deren zweyter, Abrege sies ürar« sie la I.itsue cunvv^uei! a ?sris. Mit dem ersten zusammen imJ. >594. erschien. Die letzte ist, idarisdone 1709 und 1726. 8. z Bd. von bc Duchat herausgegeben worden. Englisch erschien das Werk 1595. 8.) — Anr. Mage Oe Liefmelin (In s. Ocuvr. I?uic. lüoi. 12. findet sich eine Sat. cvurre ies vices sie les com^arriures. S. Gvujet, a. a. L>. Bd.l4. S. z?8.s.) Ungen. (G ^rchi- Luc, kiciiu lar/r. ?ar. 1605. Z.) — Franc. Daix (In s. Oeuvr. 1605. 12. sind einige Sac. S. Gvujet, a. a. ü. Bd. 14. S. 47-) — Jean Vaucgnelin se la Fresna^e (f 1606. Der erste srauzbsische Dichter, welcher Satiren, <74 S a.t S a t Vatiren, nach denh Muster der römischen Satiriker, schrieb; und schon dadurch, in der Geschichte dcr Litteratur, mcrkwiir- hig. Aber auch seine Satiren selbst, welche in s. Im I, iSiZ. und öfterer gc- Hruckte» ?oelies, aus fünf Büchern be« stehen, haben einigen Werth. Sie sind minder scherzhaft, als gedankenreich, und mir, im Ganzen, ein wenig zu prosaisch. Hr. Flöget hat ihm in seiner Geschichte der komischen Litteratur keine Steile gc- Zeben; waö vorher von ihm gesagt morden, Hütte ihn einer vorzüglichen Stelle darin merth gemacht. Sein Leben findet sich in dem igten Bd. S. 78. der lühiillrk. kranc. des Gonjct; im 5>tcn Bd. S. 95. der-ünnal. pocr. u. a. in.) — Jean Ae A>lanc (Bcy s. Isteopre-ma. ckis pocr. t'ar. l6i«z. 4. finden >ich drey Satiren. S.lGvujet, a. a. O. Bd. 14. S.94 u. f.) — Nie. K.e Zdizne (i6,v. Vc» des Beroald de Berviile Hpprekonilvnz tpiricuelles . . kar. i?8z. 12. findet sich, vonicDigne, ein Qü'c. sar^r. de eeux cqui cicrivcnc cl'amour ) — Jean Desplanckaes (l.e kckitoZine, ein Geb. in Stanzen, tu s. Oeuvr. poer ?oir. 1611. gehört zu den Sat. Mehrere Nachr. giebt Goujet, a. a. O. Bd. 14. S. 171 u. f.) -- Gnil. Oo Reboul (Enthauptet 1611. Lslmvnce, 159^. La- «und Lalmoncc, I.z'on 1597, 12, i.a Lsbale des rei'orme^ . . . kckourp. 1597.8. !>a 8arire öckenippee du S7» »ode oucles Aökes de ia taiure relor- marion, l^lonrp. 1599. 12. U. d. M. Satiren lind Pasquille auf die Reformir- ten.) — NcrnnrS Ve 2blnet O'Av- bece Tomtc Ve Permisfton (iinter diesem Nahmen schrieb ein schwärmerischer, halb verrückter Stellmacher satirische PortraitS von den berühmten Personen seiner Zelt, in der Zorn, von Büchcr- titcln, welche, unter der Aufschrift: I.'lnrirularivn er recucii de roürcs iez Oeuvres de Lcrnsrd de LIuer ci'ttr- lacrcs, Oomre de t^ermitlion .... «qui ne (air r>/ iire n/ ccrirc, er n'7 , jamst! sxiis; insis 1'ins^iracron de Dien er conciuire des Anxcs . ,600-160z. 12. mit Holzschnitten einzeln von ihn, ausgegeben wurden, und ans ioz Stücken bestehen, (.e Dombeau er Deckamenc du teu Lernard da Lluec .... k>ar. 1606, 8. in Reimen.) —' Artus Thomas ( Wird säe den Berfaficr dcr Isle des Llcrmspöro- dires, nouvelleincnc ciecouverre, svec las loix, mceurs, cöuKumes er or» douanccs des kiadicans d'icelle, puur servir de iupplemcnr au Journal d lsenri Iii. l. er I. 8. Lol. 1726. 8. eine Satire auf den Hof Heineich des dritte» und vierten, ausgegeben.) — Franc. Parin Ve Lnucquevanx (s 1611. L'elpsdou iarz-riiqus, Lar. 1619. 1626. ,e>8a. 12. enthält fünfzehn, höchst freu, und, was noch übler ist, schiecht geschriebene Satiren.) — dl?. A. D. ?v. (Lac. des Oames cou» rre les Okievsiicrs du Larou^ei, l 6 1 2. 8-) — Jean Prevos? (Bei) s. BiaZell. . . . Loic. i6cz. 12. 2TH. findet sich, mit dem Titel, Iv^i'ue» eine Arr von Satiren.) — Marhurin ^Regniec (f >6>z. Wenn Voileau und seine AuS- sehreibce, den Rcgnier zu dem ersten, eigentlichen Satirendichter der Zranzoscn machen: so verrathen sie eine große ilnbe- kunntschaft mit dcr alten französischen Litteratur. Die Satiren des Regniee, sechzehn an dcr Zahl, in der Manier dcr Alten, aber später, als die ähnlichen dcS Vauquelin, geschrieben, zeigen seine Bekanntschaft mir lateinischen und italienischen Dichtern. Sie sind, zum Thcil, sehr frei) abgefaßt. Zehne derselben erschienen zuerst Par. 1608. 4. Die besten Ausgaben sind die, von Brosscttc besorgten, Lund. I 729. 4. Lar. 1750. 8. l.ondr. 17ZZ.4. !>ar. 1750. 1 2.-Bd. Sein Leben findet sich, unter andern, in dein X!V Bande S. -99. dcr kidliurk. stranc. des Gvujer.) — Anr. Lust (Ls XlaltiAnpkore, ou Lrccurieur du To- diaczue, auczuel par mauiere apoloAL- riizue ionr briies lez drides a veaux . . . 1609. 8. Ein PaSquill auf den Jesuittn Vivirn.) — ve Gn- mc>» S a t Sat 175 p,on (1618. In s. Krämer ste ?oe- Lcs, b)-on lüoo. 12. findet sich eine Sat. auf eine böse Frau.) — Th. Oe «llonrval Sonner (Ssr. conrre leg Ltrgrlgrzns er kleuclo-Xllestecins, km. zi^r. ?gr. lülo. z. Oeuvr. lgrir. b'sr, 1622. 8. 5<>c. hstcnippec conrre les chernmes >622. 8. Die Oeuvr. ige. «nthaltrn zwölf Satiren, wovon die letz» lern sieben, mit einigen Veränderungen und Zusätzen, sich in der letztern Schrift befinden. S. übrigens Goujet, a. a. O. Bd. 14. S.-S8 u. f.) — Gcevola Se Sr. Manche (f >6-z. In s. Oeuvr. Poit. 1600. 12. findet sich ein Uilc. ü h,»uis che L. dckgrrlrc, welcher eine Satirc auf die Advokaten ist.) »» Th. öe äl.'Löupinoeil (d,e Lgnzuec äesLszes, chreil'e gu lozis er sux clepens eis ll.. Lervin, guczuel eck porre fugemenr lgnc eie des iiumeurs zue eic les plei- «lo^ers, Zoe. en prole er en vers. 1617. L.) — Unzen. (^ke Zgc^riczue che lg Guur, 1624. 8. H'-trion lo ioluie inlvrrunee conrre les troiäs vmiü äu reins, pgr le klar. che lg Guur, 162z. i2.) — Theophiie Viano (f >626. Sein kgrngcke sgc^r. 1622. lüüo. , 668. 12. der aber auch dem Gull. LcS Autels (f- 1570) zugeschrieben worden ist, enthält eben so viel Satire, «IS Unverschämtheit. An einzeln Satiren werden ihm zugeschrieben, ke rghlesu jgr. Ues pdres che Ig Zociere (1624 ) 8. Kuins richicule (1624.) 4. I. el ven» r.i>l ckrz-r. 162;. 8. Auch ist noch von einem Vtieopliile le feune, eine Sat. mit de», Titel, l.c L .... I che5 Kluses, on les neub l'uceiles ? . . . iUeyche h. g. 8. vorhanden. Von dem Verf. aber nicht von den angeführten Schriften giedt Goujet, a. a. O. Bd. 14. S.zelz u. f. Nachricht.) — Jean Se la siUeore (cke Argnch knipire che l UN er l gurre inonele, chivit's en crois cku^zurnes, ie cko^-gurne 66z. 8- lind einzeln von Suchat 169z und ,69s. ,z. herausgegeben, und ll.es r^vanrurcs str» Lsrorr cie bueuelke, .Vlgille 1618. 12, verm. (Qeir.) iSzo und 1640/8. durch Duchat, (.'vi. 1729.8. zu i?zl. 12. 2 B. zu,) — -Henri Se Gponoe s-f 164;. I.e listgAnc Genevois .... »6iz. F. x.,t. Lölii >6i4. 8. Satire auf die Reformirten.) — Franc. Saraffs (-f i6zi. d.g cieibtrine eurieule cies begux elprics cle ce rcmps . . . l^gr. 1624. 12. b.s ldccliercke Ues Ks- clierclres . . . edelid. 162z. 8. Gegen das Werk des Paoquier. l.e kghelgis retorine pgr les dä>nilrres er nvrnrne- rneur p. kicrre Uu dstoulrn, 1620. 12. Grgrn den grnannlrn Geistlichen. ke Lgnqucc Ues Lgßez . . . Gegen den Generalado. Serrin! allcS polsenhafte Pasquille.) — Th. Rod. Su ächaurens (f >648 llgrires lüzz. 4. 1646. 4. ES sind ihrer briiiiahe drcy- sig, auf die Sitten der Zeit, und besonders den Ehestand.) — Unzen, (ckn. vettives conrre Ig lebte ele Vgucieric, l, g. t.) Fasercau (Wird für den Werf. «76 Sab Sat Verf. des l'akleou cku Oouvcrnemenc xrefenr, ou klone clo fon kmineiice; xiece eis milie vers . . .Ks. er 1.8. 1649. 4. einer bittern Satice auf den Card. Mazarin und dessen Anhcingcr,' gehalten.) -- In diesen Zeitpunct fallen eine Menge andre Satiren oder Pasquille auf eben diesen Cardinal Mazarin, als LsIIscie concre le Oarst. Kls^ari» 1649.4. Ks clisile üu Klägerin 1649. 4. Kerrre ö Kis2. 9. fes nieces, Kurl. 1649. 4. Ke kliniltre ci'krsc gsmde 1649. 4. kes fsrieufes rellex. riu D. kl. 1649. 4. Ks clisile sux ioups er sux rensrks, Kurl. 1649. 4. kecic che ce gui s'elt psfis d Is couterciice 6e kuel . . . en vers Kurl. 1649. 4. Lxorcismc ilu L. Kl. 1649. 4. II. a. NI. Mehrere Nachr. davon finden sich in dem )ugeinenr eis rour es gui a eis iurpri- nie conrre le L. KIs2. stepuis le 6 )snv. ^usgu'^ Is Dcclsrsrion r!u 1 ktvril 1649. ou Ic KUfcsrsc, f. I. er a. 4. Dessen voilstckndige Ausg. 717 Seiten enthalten miw. — Luc. Jause (Ks Klelle rrouvee üsns IVcricure 1646. 8. >678- 8. und noch sehr oft; Engl, konci. 1704. iz. Auf die, von FrcS. Veron verbesserte, französische llebersctznng des N. Tcfiamentes, in welche er die Feycr der Messe hinein zu bringen gewußt hat) -—> Jean Louis Äal;ac ( s 1654) Garrasin ( 1655 ) Gilles Menage (f 1692) Th. Rion Dalibra)', und der Abt La Moche le Va/er, gehören noch zu den, wider den armen Mont- inaur verschwvrnen Satirikern, deren Werke mit den lateinischen, schon angezeigten Satiren zusammen gedruckt worden sind.)—> Macc.Ant. Ve Geraro, Gr. Ve Gr. Amant (f >66 >. In seinen poetischen Wecken, Deuvr. >629.4. Par. 164--1649. 4. Z TH. findet sich auch eine Satire aus Rom, welche mit der vorher angeführten, dem Thgophilc zugeschriebenen, cinerlep Titel hat, na'hm- lich kome risticule. Ob es gerade dieselbe ili, weiß ich nicht. Sic iff, von einigen höher, als die schnmtlichen Satire» dcS Boilcau geschützt worden z «her mir dünkt, daß, 'wer es kann, nur Nc, fallen an blos possenhaften, zum Thcil niedrigen Einfüllen finden muß.) — Pierre Jarrige (f 1677. Kes )esuire, mis tue l'eckssssucl . . . 1649. >2. Lat. kuZä. Kar. >66;. 12. Der Verfasser betheuert, daß diese Schandschrift nichts, als Wahrheit enthalten soll.) >— Uerrhoo (Karls, Kurl. 1652.4. >699. 12.) — Ungen. (klsstric! risticulc, Kurl. (165z.) g.) — Furetiere (ke Vo^sne 6e klercure, ksr.' 165 z. 4, 1678. 12.) — p. Thomas von Gi- rac unv Tofrar ( Der erfie schrieb eine etwas seeymüthigc, lateinische, Critik der Schriften des Voiture, worauf der letzte eine Defense 16;; bekanntmachte; nun ließ jence eine tteponle . . . d ls (lefenfe 1655, dieser eine Suire cke Is (iefcnfe, jener eine kegonie, ke^ste 1660. 8. und endlich eine kepli- gue, ?. 1664.4. drucken. S. Bayle, Art. Thomas.) — Franc. LLnSes oe Me-eray (Dieser bekannte Gcschicht. schreibet verfaßte ums I. ,662eineMengc Satiecn auf den Cardinal Mazarin, und die französische Regierung, wovon sich, unter andern, ein Verzcichniß im 2tcn Vd. S. ;L8 u. f. von Fiögels Geschichte der komischen ßitteratur findet.) — Tottis (l,s kleiisgcrie^ ou ckiv. pieccs fsr^r. en vers er en probe, conire KlensZe, f. s. 12. Kls^e 1666. 12.) — Ungen. (Ks Llirvnigue fcsnsts- leuie, ou Ksris ristieule, Lol. 1668. 12.) — Ungen. (k. ^pocsi^pfc 6e klcüron, ou lievelorivn elcs malleres cenobiclcjues, 8c. kcZer 166g. 12.) — Ungen. (koilcrre 6c KU. l Grelle- vegueckeSensoureponicsutsbtum fies iilles Sr. Osriisrine, conrre Ics K. Lvrlle. liers 1669. ,2.) — Monlfaucon de Villars (f 167z. Sein Lomce che Dsbslis, ouknrrcriens für!es lciences fecrcres, TZmIl. 167,. 12. nachher noch oft, und auch, vor einiger Zeit, deutsch gedruckt, soll unstreitig Spötterei) aus Geisterseher,' Schwürmer und alle Narren dieser Art segn. Die, unter dem Titel: kW» vesux Lmreriens, oder Suite äu Lomre «le Sat Sat »7? G-b-l!s . . . Lol. 1654. jznd I,so Geistes astistans . . Amst. 1715. 12. ö la tstzzee >7 >3- 12. crichienenc» Fvrt- sehungrn sind, was gewöhnlich Fortsenun. gc» sind, schlecht. Bayle, u. a. m. haben geglaubt, daß er sein Werk aus der Lkiave stcl Gahinecro stcl Lav. Guil. Pres. lZnrri . . . Lol. 1 6g l. 12. gezogen ; allein dieses Week scheint vielmehr aus dem erstcrcn gezogen worden zu seyn, wie es schon die Jahreszahl deS Titels sagt.) — LH. Sorel (s 1674. bester, ger exrisvaßanc . . . par. 1628. 8- z Bd. 165z. 8. 2 Bd. auch unter der Aufschrift: Anri-stoman, ou lstistvire stu stcr^er b^lis, psr. i6zz. 8. »Bd. Eine Epötterca über Romanensuchr, besonders eine siririk der bekannten Astrsta.) — Bercranv Ve la Loste (51676. l.e reveii-mar!» . , , peiur reveiiier Ics prerenstus Lavsns östarkiemasteicns «lc l Acast. lioz-, ste Paris . . llamst. 1674. 8. ldlc trampen plus pertonne, ou 8uire stu lievcii - marin . . ebcnd. 167;. 8. be östonste eietastute . . . ebend. 167;. 8. Ge n'cst pas iamorc aus rars, ni aux tvuris , mais c'est la mnrc lies lvlarstemae. eie Paris . . . ebend. 1676. 8. Satiren auf die Pariser Mathematiker.)— Gilles Menage (5 >692. Seiner ist schon vorhin bei) Gelegenheit des Balzac, Sarrasin u. a. m. welche gegen Montmaur schrieben, gedacht; hierher gehört seine Ileezuöre stes OiLtionnaires Hey Gelegenheit deS Wörterbuches der Akademie, und ans die französischen Akadcmistcn.) — Ungen. ^ba via lies östistnes 1676. 12. wogegen eine Oekenle ci0s steli ^icux 1676. 12. erschien. — propkerie lie la tstz-mplie pzrene s. a. 8.) —' Uligcn. (dlouvcl. les Rareres Zaianres, psr. 1679. 12.) — PoUtgtllt (be tsux bei sist, bar. (l6go.) 4.) — Ungen. (l.e)eiuice lecularile, Gol. l6gz und Gririczue Un .seluire lecularise, ebend. 168z. i?,) Ungen. (bc Thuine tecnlarils, Vilict'r. st a. (1678.) 12.) — A.KV- rogne s p-es molits veestastlez cie ia converston eie psstbs «je Ia trappe, Vierter Theil, Gol. 1685. 12.) — Aouis Petit (5 >69), llist-, sac^r. er morsux, ou starz res xcn. en vers, lloucn i6z6. 12.) — Ungen. (be cocston mirre, Oiai. ist 89. 12.) >— Roger Ve Raburin, Gr. von Busty (5169z. Seine Hilst, amnureuse ckes Gaules, >669. 12. gehört, so wie eine gewisse s.eZeirsts, deren Boileau in der achten Satire gedenkt, unstreitig zu den Satire». Die erste ist nachher durch fremde Auffitze so sehr vermehrt worden, daß der, ursprünglich, kleine Band, endlich p-r. >75«. >2. in 5 Bünden gedruckt worden ist.) Jean 0e la Fontaine (51694. Wer würde den guten Mann unter den Satirikern suchen? Dennoch hat er den klorenrin geschrieben, und nachher so gar aus das Theater gebracht.) — Jeai» 0e la Sri,)?ere (s 1S96. Seine . . . Laeaötöres »u les moours ste ce stecle, psr. 1Ü87 ,2. und nachher unzählig oft gedruckt, sind unstreitig, zun, Theil, Satiren auf seine Zeit.)— Nie. Boileau Despreaux Seine v. I. 1660 bis zum 1.1705 geschriebenen, so sehr bekannten, zwölf Satiren, sind, meiner Empfindung nach, einige wenige glückliche Verse abgerechnet, mehr trocken und kalt, als nachdrücklich; reicher an erborgten, als an richtigen und gut geordneten Gedanken, und haben wohl nur ihren Ruhm der menschlichen Bösartigkeit, und ihrem correeten, aber auch nichts, als correelen Ausdrucke zu verdanken. Selbst die, von den Dichtern des Allerthums erborgten Ideen, verlieren, unter seinen Hfindcn, ihre innere Wfirmc, und den größten Theil ihres fiußcen Glanzes. Bcy den mehre« sten Satiren komnit der Mangel des Interesse hinzu, der um desto größer wird, da wlr den Dichter so oft einen gezüchtigten Schriftsteller für einen andern vcr» wechseln, und also eigentlich immer mit seinen Reimen und sich, nicht mit dee Sache selbst, beschfistigt sehen, lind waS den Nachdruck anbctrisl: so vergleiche man nur seine achte, so gerühmte Satire auf den Menschen, mit dem fihnlichen Gedichte des berüchtigten Rschester. Wie M man »78 Sat Sat man ihn, den Verfasser dce Ode auf Na« tur Is czuerelle ä'auceurs, 8sr. concre mur, zu dem französischen Horax IIIS- les nauvelilües 1695.12. >—Unzen, chen kann, lst mir unbegreiflich. In der stpotozie pvur tZetpr. au nvuv. 8'sr, Sammlung seiner so oft gedruckten Werke cancre les tcmmes 169;. 12. — Un» ^wvvon die Ausgabe des Brossette, Lcn. gen. 82c. nvuv. conrre les temmes, 1716. 4. - Bd. und die nach ihr gemach, imic. cle )uven-l, pr. le 8r. 0. L.1698. ten, einen Commentar, und die Amstcr- 12. Unzen. Ssr. nouv.'7>L. k»I. und q. Kupfer haben) v . . . 169.8. 4. --- Ungen.L-r. tur finden sich noch einige andre satirische lcs promen-ftcs clu Lourz cle I- keine, Schriften» a!» ein ürrec burletque . . . cles Dkuilleries er «le l« porce 8r. ker. paar >e moinrien 6e la iladtrine «l'K- »srä 1699. b — Ungen. Lea lZvru- liüore; Lkspeloin kecaftks, (das aber res, 8sr. nouv. 1700. 4. Ungen. mehr demFuretiere gehöret,) und lesLls. 8,r. nauv. tur les iauhsiis cles Kam» ras «tu Kamin, Oi-I. d ls moniere cle mes, er tur les cspriccs ^e Is Kor- - Kurien, worin sich aber nicht eben viel rune, p. le 8l. cle l>. 1700. 4. — von LuciansGcistc find«. llebcigenS find Enlk.leNobleif>711. In dcrSaniml. die Werke desBoilcau vonGodcau, grö^- s. Werke» finden sich, im 7ten Bdc. fvj« tentheilö, in das lateinische, Par. >757. sende sat. Schriften, Le L-dismc ein >s. so wie von Nie. Rowc In das Engll» Gespr. wider den reinlichen Bischoff In» sche, Lvnd. 1711. g. -Bd. und die Saft- noeenz den ntcn. Le KanZe clei^stquin ren allein, in das Jtal. von Carlo Gvzzi au le Kol 728- 1752. 8. - TP. Lvurvnriemenc cle Luili-ume, auf stderseyt werden ) --- OaßBoiicau, durch eben diesen Gegenstand ; le teftin »le seine Satiren, Satiren auf sich ftlbst vcr» Luiilemar eben darauf; Ls cliamdre anialftc, ist natürlich. Die merkwürdig« cles campres chstftnacenr XI. Oer zte steil darunter sind : Le Ksryricque Herne Bd. cnthfllt die kierre cle rauche pullen prote er en vers i6Sg. 1 2. Le ciczue, eine Reihe von Gesprflchen, wel« 1'riumpke tle krsrlon, Lyvn 1684. che er in den Jahren 1690-1691. heraus z. Le 8-rir. trsn^ols expirsnr, Lol, gab, und der i;te L- krsclinc au le» 1689. I-. LurriZvr, kaemc her. onglcs ron^ees, eine Sat. auf einen cum. I'oul. ldzs. 12. Oespresux Apotheker.) -— Nie. Etln0eville ou I» 8ac. cles 8sr. t. s. 12. LeKorr« (s 171 -. S. Ltprir cles Lours cie I Ku- t-ncere, au les verirss clu sscclc > k. rope und diauvclles cles cvurs cis her. com. eliv. cn XIII. elfte, er X. l Lurape sind Nichts als ein lügcnvolleS LH. ^nv. 1698.12, Auch gehört noch Pasquill auf die Europäischen Milchte.)-^ die Lricilzue 6isinrerettee tur les 8sr. In diesen Zeitpunrt fstilt L ^lmsiiZc ftu cems 16S6. 8. von Colin hieher. Ida^sl, commcn^snc svec ls »ueire Die bessere von allen ist das Lustspiel des cie l'-n 1701 . . . oft eü cx-öd-menr EdM .Boursault (^1701.) Ssrire clesLar. oblcrve le cvurs clu soleil ci'in;uiliecs, im -ten Bd. s. Dkeurre, ?->r. 1725. -vcc les ecliples, s. I. er s. kol. ---> »2. zTH. Eben so wenig fehlte es ^.oms Ve Sanlecssne (f 1714- ?vcs. an Nacbalimern, die aber alle unbekannt der. mo». erlsc^riizues, ^mft. 1700.8. geblieben ftnd, als ein Ungei». Lft. äe Llarl. 1726. 12. Es fehlt s. Sat. nicht 8-rire nouv. iur les sureurs er tur les an Feinheit, und einzeln glücklichen Ein« vices clu stecie 1694. »' Unzen, silllcn; aber im Ganzcn lst sein Spott Les periiz msirrcs, 8sr. 1694. 4. — stumpf.) (Jab. Daniel (l' «7-8. Unucn. 8sr. coarre les msris, p. le Va^sgc clu mamle ile Ucicsrres, ?ar. 8r. Id. 1694.4. —- Unzen. 8-r. nvuv. 1691. 8- Satire auf das Svstem dcS conrre les rrsvsux 729. l,e soere lans fard, oll l)lic. larir. cn vers, Lol. (k-^on) lS^tz. >2. Lrux. 1701. l 2. Größtcnrheils eben so unschmackhaft, als boshaft. UebrigcnS wird Gagon für bcn ersten Verf. der Lrevcrs de la i,er» /orre gehalten; und die dahin gehörigen Schriften mögen also hier ihre Stelle einnehmen, alS svurnec c-1or!ue cn dcux 1)iaj. l ) lXssoeiacion de ja ftcpubj. Larbinienne au fteßk. de I- Olorre, 2) Orailon tunehre du (llencral /X!. lnvn l. t. a. 8. Lremiere Leancsdcs Lrars Lalorins, cnnrensnr j'Orailon tunehre de ?ii. Lm, de k'nrlac, Le. ncrslissime du liezt. de jaLalorre, La» b^I. 1724. 4. (Von dem llltern Mvrgan und Äimon.) ft-e Lvnleij de chkomus er 1» rcvuc de ton rczimenc, Loeme calocin, ^>. öckr. Lote. t. a. 8. Leja» rion de cc zu! s eit packe ö ja Promo- rion äe j'illuitrc Zr. .Vlarrin, proolame Leneralissime du ckczr. de ja Lalorrs je 28 ^»7 -7Z l. ftla^e 17zi. 8. von Launap. ^lem. pour tervir il 1'bliit. de j, Lajvrre Lasle >725. 8- 2 Th. Verm. mit 2 The Xkoropol. 17z 5. 12. 4 Bd. ftar. 1754. 12. 6 Bde. Auch finden sich IN den .Vkcm. du L. de hstau- rep-z, p. 1790. 8. 4 Bde. noch verschiedene dahin gehörige Lrevers de I- to» lic. Das letztere derselben soll gegen die Pompadour gerichtet gewesen scyn. Von der Gesellschaft giebt Flöge!, in s. Geschichte des GroteSkekomischcn S. z>z. einige Nachricht. S. auch die Ocu vr. de Vulr. Pd. 62. S. ara. AuSg. des Beaumarchais, wo er unter andern sagt, daß es jwep Samml. eine von 4 und eine von ; Bünden von dergleichen Satiren giebt.) -- Unzen. ( fte taux 8arir. puni . . Uyon »696. 12.) — Laur. BorSe- joil (tckiit. des imazinarions excrava- ßaiiccs dc btr. Lulle, caulees par la leöture des livres; zui crairenr de la bllazie, duLriuioirc, des Lemonia. zues ecc. crc. lchr. 1710. 12. 2 Bd. -7 54. L. ;TP. Engl-. >7-1.8. Deutsch, SM. .l?!-.,.». Diese Satire auf die Thorhelten der Einbildungskraft ist nicht «kräftig und glücklich, wie sie, zumahl in den gegenwärtigen Zeiten, geschrieben werden könnte, Oisloz. des Vivans» I'ar. 1717. 12. Persönliche Satire auf damahls lebende Personen.) — Ungen. 8ar. lue les tcmines buurZeoiles zui sc llonr sppeller ^ladame, p. leLkev, 0. bla^e 171z. 8. — fta kckecllan» cerö des ssiles, »u lonr dccrires plu» sseurs russes er tineckes . . . I'ro/. 1715. >2, fta malice des temmes, avcc Is tarce de ö-karrin - hsion, Lar, (l'rv^.) 171 5. 12.—- Lac. du Triom» phe de L^pris, ou idr. aux curieux de ce rems, s. I. er,. 8- 8ar. smourcules er ^alunrez, 9. le Lr. k. eXm.lt. 1721. ,2. — 25c»eck? OeCan- tennc (L,r. nouv. eXuul. s. g.) »-»» UllZen. (ftes avanrurcs de ?.,mpo- liiu«, ftiftev. Idom. Lome (ftar ) 1724, 12. Sat. auf den bekannten Regenten von Frankreich.) — Ich verbinde damit die, obgleich nie gedruckten, doch aus Handschriften genug bekannten» umS 1. 1720 abgefaßten Liiilipp,ques des K.a Grniige Shancel über eben diesen Gegenstand. Unzen. Verir-s larir. en ldisl. I'ar. 172; 8 —- Ign. Franc. ll!.imoson 0e Gr. Didier (f >7ZS. Seine Vo^,i-e gu ft,rn,ll'c, gehört zu den Satiren.) — Frc. Art» guli. Paraöis Oe Mioncrif (ftcr ckars, La^aielle larir. 1728. 8.) " Jean 2dapc. Roulseau (s 174,. Wird für de» Verfasser verschiedener Schmllh-- gedichtc ausgegeben, welche unter den« Rahmen soupier» bekannt sind, und dem Rousseau eine Verweisung aus Frankreich zuzogen.)— Unzen. Lltrcnncs hadj« lies, vu le Locie de la cour, rel». rion comizucmenc tidele, p. leLkev» de hstenr. . . 17Z9. 8. — Unzen, ftpicre du Lkev. des tll^gnes a v. cchuicssurre de la blanche .... ss. !. er a. 4. Line bittre Sat. auf Fürsten und Feldherrn. S. Frei,tags Nachr. von sellrne» und merkw. Bücher», Th. r. S. -iz. — Jean Äapc. Jos. Villa« öe Grecou« (s 174z. In seinen oft M 2 gedruck? Igo Sat S a t gedruckten Veuvr. als Iwus und l-en. 2747. ksr. ,76z. 12. 4 Th. l-uxemb. ,78°. 12. 4 Th. findet sich, Im ztcn Theilc, unter der Ausschrist Philvtanns, eine Satirc auf die dekaunre Bulle Uni« gcnltus, ncbfi eiuer tat. guten Ucbers. derselben.) — Pierre Frcs Quz?or ZOeufonraincS (f 1745. Seine erste satirische Schrift ist, meines Wissens, das vickon. ncolozique, ksr. >726. 12. worin der Styl der mehrestcn guten fran- zöfi Schriftsteller lstcherlich gemocht wird. Nachdem er den Hrn. v. Voltaire, durch venchiedenc Stellen in seinen vblervsr. tur lex ecrirx mofieinex gegen sich gc- reist, und das Vrci'ervao-t) welches sich in dem 6 -tcn Bd. der Beaumaechaischen Ausg. der Voltaicischen Werte S. 227. befindet, veranlaßt hatte , schrieb er im Jahre >?;? k.z Vvicsirorusnie, worauf das dtemviie tue Is 8srirc vdN dem Hrn. v. Voltaire (ebend. S. >?Ä. ) erschien, welche» , unter andern, verschiedene Nachrichten über die Satirc in Frankreich enrhillt. Aach wird OeSfon- taines für den Verf. oder Sammler der v »lrsiisi,2 , . . stzr. >748. 8. gehalten, einer Sammlung von Schmclh-und tügcnschriftcn auf Voltaire.) — Thc- niiseul Oe Sc-^/acincke (I.e cket fi'oouvre fi un Ineonnu ... . ö Is bis>e 17 14. 8- >744- 8. 2 Th. l.sus 1758. 8. 2 Th. Bekannte Satire auf die ekelhaften Comwcntatorcn alter Schriftsteller. Die dabei, befindliche l)ci. hcarinn fiu l). ^ristarrbux kcksss-- ist Spötterei) über diebicheelichkeitcn einiger Gelehrten; sie schien den H. v. Voltaire tnnzutrcffen, welcher deswegen den St. Hoacinchc lange Zeit verfolgte.) — Jos. Änr. Binouarr (Hg,. xvnree! lex Vlii. res ein I»ur fic I SN 1747. 12.) --- Jul. 2, z Bd. b.cx Lftaila. rsnx fieinsitzuex, ,111 Kluron verigeur fie ls l-ieiere che öfiefiecine, Kar. 1762. 12. Satiren auf Ar,meikuiist, und Pasquille aus Äeene.) — Fr. Mar. Aronec Se Voltaire (f- ,77g. Seine eigentlichen Satiren, als !e psuvro fiiable, is Kusse ö karix erc. finden sich in dem >4tcn Bd. s. Werke S. n; der Ausgabe von Beaumarchais. Die wegen ihcee Folgen merkwürdigste, im 3.1752 geschriebene, ist die berüchtigte Liatribe des O. Akakia, auf den Präsident Maupcr« tuis, ebend. im LxtcnBde. welche deutsch, mit den übrigen Streitschriften, in einer Sammlung 175z. 8. rrschicn. Eine chn- liche Sammlung sind die kvlarii-erruill»- ns, lfiamb. 175?. 8. Auch finde» sich, in dem angeführten Bande der Vvltalei- scheu Schriften, noch mehr, htchcr gehörige scherzhaft satieiftve Arrfsstke, >0 wie noch mehrere seiner übrigen Werke, als der (-anfiifie, ^fiicr»me°ax u. a, »1. sich hieher rechnen lassen.) --- Pclavien So Gnaseo (Ueberscker der 8arircx fiu keine« Lsnrcmir 1750. 22. 2 Bde.) — Jean Ant. Rigole)? Se Jm'izny (öfieiu. ^uur ,'^iie fie )acg. Kreeun ,75°. 22. Gegen die, so genannten, französischen Philosopdcn, welche der Gegenstand noch sehr viel anderer Broschüren dieser Art gcwcse» sind, als der letem. 4>oue tervir ä i diiss. fiex (Sacouscs, von Jacq. Nie. Moecau, u.V. a. 111.) — Robbe 0e Beauvcser ( 8ar. tur ie gouc 1752. 8- Lome« fiel-. 1776. 8.) — Jean Mich. SeSaine (Vcs s. kiccex tugirivex en vcrx 175z. 12. finden sich auch einige Satiren.) — Tiphaigne öe la Rocke (t 1774. T^milcc ou la graine fi kiommcz 2754. 12. Auf Svstcmmacher. l-a L-ixhanrie 176c,. 8. 2 Bde. Engl. ,761. 12.) -- ^.onis Gull. Baillet Se Sr. Jnlien (8ac!r. nouv. 1754. 8.) — Rockon Se Cs>abancs <8ar. iur lex Iiummcx 1758- >2.) — Daquin (^820. tue l2 corruprlon fin °»ür er fiu tk)-Ie 175?. 8.) — Jean!Lr. st!.c Orun Se Gran- ville (f 1765. l. Vtne iicceraire, l» Waxprie 2762. 12. Gegen Freren, Arnaud und Evlardeau.) — Franc. Rrc» coboni (l-e (>oür fiu 8,'eelc, 1762. 12.) — Eh. palijlot Se Monrcno)? (l.2 lluncisfie ou ls (fiuerre fies dops, l'oeme 1764 und 177t. l». ,c> Ges. rinc S a e Sat 18» eine Nachahmung Pvpc's, aber unter dem Werke dcS Engländers,) — Turgot (I,e5 Z7 verires, oppolees sux Z7im- xlire, de Leiilsire und bäicbci er däi. «ksu. S. den kicrcure vom I. 1792. Mon. Febr. S. 4?.) —. Gn^monö Se ja Tonctie (l,ex inupirz duLIoirreou je J'ciomptie du lsrisrizme, I^onlt. 1766. z. Gegen die Jesuiten.) — Jean Mar. Äernaro Clement (8sr. ü Vir. psjiilvr c!e häanreno^. Leu. »769.8. 5ur jez zbuz du luxe, Leu. 1770. 8. iloilesu a Voltaire 177Z.8. Vlon «iernicr mor 1775. 8- 5»r ls lsuile plnlolopkie, und lez ctisrmez de In recrsire 1778. 8. l^c Lri dun Lir-yen 1784. 8 Gesammelt sind sie, mit mchrcrn, überhaupt neun Stück -7»;. 8. erschienen.) — Unzen. I^e roue vercueux, p. en I V ck.l.sul.1770. 8>mit Kupf. — Unzen. 8sr. coutre ls Lsux Zone >772. 8. — Salaun (Inri- rar. de I» ueuvieme 8sr. eis Loilesu 2774-8. Lpicre ä un Ami 1775. 8, ) Gilbert (ch 1780. l.e dixkuiricme liecle >775. 8. däon spoloAie >778- 8.) — Chabanon (Seine Lpitre lur jz msnie des gsrdins srißlnis >775- 8. gehört unstreitig zu den Sat,) — Ungen. (I^e dixlnnrieme Liecle venge 2776- 8. Eine sehr schlechte Vcrtheidi- gung.) —. St. Marc (Lpicr. sux knsn^sis derrslteurs de ls prsnce 1776. 8.) —' MerarS Ve St. Iujr unter dem Nahmen von Tansumir (I,es deux Lieclcz, l)i,I. 1776. 12. und in s. Occsiion, ou ls momenr 1782.12.) Ungcn. l^es msuvsis Lsririgucs »778. —' Unzen. I,ez juvenile«, Leu. 1780. 4. Vier mittelmäßige Sat. Gu^ctaud (l,e Qenie vcnge, ttaye 1780.8.) — M. T. Rousseau (8sr. ö Vir. prsnzois pcinere 178t. 8. lieber die unzüchtigen Schriftsteller Ssr. ü Vlr. äs ls L. 178t. 8. lieber die lit- tcrar. Streitigkeiten.) — Barruel(p.e ckoux er le nsvcc 1782. Auf des de tisle Poeme des ssrdinz.) — Cl)osal (l.ez pxiicz du psrnsile >78Z. 8. Aävn Souze, iinic. eis l.uclcn 1784- z.) — Unzenannte l.z Vsesmerisde, in z Ges. 1784. 12. sehr mittelmäßig. — l^e Liecle de.« IZsIlons 1784.12. Gut, — Ungen. Vlem. de I'Acsd. de« Lcieu- ce«, Inlcripr. ljeile« lettre« er besux »rrz, ersbl. ci. devsnt ^ l'royc«, psr. >78;. >2. — Unzen. Lonieiiion xcn. de I'snriee 178;. 12. LxirrS ä bär. Ic L. (je kivsrol 1786. 8. — Aue promcneur, ou Lrire« promens lur lon ^ne 1786. 8. l^e bon bomme sux könne« zen«, Amst. 1786. 8. — Piis (l.e« ueuk« äs psczuczde wer cririzue« 1786. 12. in Prose und in Vaudevilien.) — Unzen. l/Almsnso »je ls 8sir>sricsine svec ler i'rcäiJiuns xour l'snnee 1787. ?. 16.^-- l.e» enrrerienz ciu pslsiz Kays! 1787. >2. 2 Bde. — Unzen. l.cs coups 6e psrce »je p'rcre dlicols5 »u rekormsccur krsnc. lere ellsiklsäe, ?. 1788. >2. in Prose, auf die Schauspieler. — Unzen. l.ez premigeg äe ms ^euneil'e, vu Ic pjeros du llo^. cle Lsrlisi, eisne I snneesoooo. 1789. Engl. Lvvd. >??>. >2. Eine witzige Verspottung des Hos« wcsens in Prosa; Harlekin wird Feldherr, weil er den Licblingshund der Ki« niginn geheilt hat; und verliert seine Würoc, weil er, als Feldherr, nicht auch ihre Katze in die Kur nehmen will. >— Ungen. Oolesnce cies lermiers zenersux >790. 8. »» In den (Zpule. pvcc. si. Dickel Xlerropiiite (Cubie- res) 1791. 12. finden sich einige hiehex gehörige Gedichte, als j,e» svcux Zu Lomre Lrilolin »u däsrzuiz Tiiixolin und l.s cour 6e t'sizle, ou ls Ou- ckeile ^lsrßor, das crstcre gegen dett peric slmsnsc 6e» zrsrxiz Kommc5, das letztere aus die Verschwendung des Hofes, und den Unfug der Hvfleute. —- Unzen, l-s rebellion (jcs bcerü >792. 8.) — l.es pls!llr5 (je 179;. 6sr. 8. — l^ez veillees du Louvcnr, ou le novicisr d smour , Poeme eroc! - tsri- rique 179z, 12. Auch gehören zu den Satiren noch die HJcs des Apärre« und mehrere, während der gcgcnwä rigen Revolution, erschienene Broschüren dieser U z Lrt. S a t S a c «rt. — — Satirische Romane, in französischer Sprache: Ausser verschiedenen hier angeführten, findet sich rinc ziemliche Anzahl derselben in der bekannten Li KI. ckes L»m»nü, Bd. 2. S. 25z verzeichnet, zu welchen noch: die Xäcin. 7Z2. I!. » Bd. von Guvvn Oesfontäincs; die Voz-zj-e merveilleux ciu Leince Liu- karsäin ckons I» Lomsncie 17z 5. >2. von Hiac. Baugeant; bliii. cio L->nurio ei^Ierc«, Ven. 17z6. 12. -Bde. — u. v. a. in. gehören. -- — Sammlungen fran;oslsct?er Satiren: l.e Lobiiier i-rz-riizue, ou Lec. eis Luc- iiee gziiisrciez ele cc rems . . . rire cke« cniiincroäe« Lro. LiZoZne, Leßnicr, Asorin, Lcrrhelor, diä^uorä er Sucres 16Z2. 1667. 1697. 12. 2 Bde. l—. Auch können allenfalls hierher noch ein großer Theil der französischen Lieder, besonders die VauVevillcs, gezogen wer» den. Satiren in englischer Sprache: Die älteste, mir bekannte, in Normännisch- fächsischcm Lalcktc, abgefaßte, und von Hickes, in f. Vires. bekannt gemachte, auch von Warton, in f. iäiltorz' ot poc- rry, Bd. ,. S. 8 u. f. angeführte Satire, ist auf dasMönchslebe», undeS fechlt ihr nicht an einzeln glücklichen Wendungen und Beschreibungen. Laß sie bestimmt war, öffentlich, bcp Festlichkeiten gesungen zu werden, zeigt eine darin befindliche Stelle an. Warton, a. a. ü. S- zS. bemerkt zugleich, daß die frühere, englische Satire, das mehrest? Mahl in Allegorie eingehüllt, und zugleich äußerst plump, und ungezogen gewesen. Sie Gegenstände derselben scheinen Geistliche und Recht-ge, lehrte, und die Satire fast immer per! sönlich gewesen zu scpn. — Aus der Milte des dreizehnten Jahrhunderte» (,-6g) >st «ine satirische Ballade auf den König Ri, chord, abgedruckt in den bekannten kcli- yuez, Bd. 2. G. 1 u. f. übrig, die ein« irle glückliche Stellen, und dem Vers. der Okisei-vsr, lipon rtze Lsrurcz cliietl^ rkic more sncienr, S. 71. Ausgabe von >?66. zu Folge, um ds» Jahr 1275, eiu Gest? gegen die Libelle veranlagt hak. Und ähnliche, politischsatirische Balladen, finden sich jetzt noch in Handschriften, und scheinen ini iztcn und >4ten Jahrhunderte, allgemein Statt und Einfluß gehabt zu haben. (Warton, a. 0. O. S. ;8.) — Rodert /(.onglanoe (>z;c>. Srinc Vi- iion ob Liercc hiocvmsn ist sichtlich eine Satirc auf die» den mehrcstcn Ständen eigenen Laster, besoudees aber auf die.«!c- riscy, und die Ungereimtheiten deö Aberglaubens. Lee Verfasser dichtet, daß Piercc Plownian auf einem Hügel enlschi.!« fen sep, und nun diese Gesichter, deren überhaupt 20 find, wclchc.aber auf keine Act zusammen hängen, gehabt habe. Auszüge daraus finden sich, im Warton, a. a. O. S. 2-6. aus welchen sich zeigt, daß es wirklich reich an allegorischer Erfindung, an Witz und an Laune ist.) Zu diesem Gedichte gehört Llerce rbo Liocvmon'! Lrcäe, von einer andern Hand, aber, wie das vorhergehende, Satire, und zwar auf die Bettclmönche» Auch diesem fehlt es nicht an Humor. S. Warton, a. a. O. S. 287 u. f.) — Jeffry LHaucer (f 14--0. Ihm wird Viic plocvman ü V»Ie, eine sichtliche Nachahmung der vorhin angeführten Vi- i!on » zugeschrieben; vielleicht ist er auch Vcrf. dcs vorhin angeführten Lreäe. (S. LV-rcon'z List, ob tsnßl. kucr. Bd. l. S. zc>6, N. X.) In der Erzählung, Sir Topas, macht cc die Ro, Manzen der Zeit lächerlich. Und, in so ferne drr kioman cie la kose virl Sarire enthält, und er Uebersetzer derselben ist, gehört er auch deswegen hierher. S. übrigens von ihm die Art. lLrzählung, S. 127.H. und-HelVengedicHt, S.55Z>) — Wegen der genauen Verwandlsillaft zwischen der englischen und schottischen Sprache, glaube ich hier am füglichstcn IVill. Dundac'u (>«6°) vzuuce (Tanz) der sirben tödlichen Sünden anführen zu können. Einen Auszug daraus liefert Warton, im -ten Bd. S. 27»- seiner täUiorz' ob lmgl. ?oecrz?. S. auch die Aucicnc Lcorcibki Loemü, löäimii. »770. ö. Luch sein Testament, c>5 /Vlsister S « < Sat igz Zcs»!fier ^nsiru Kennet/, wbrkn bke kcichcngebräuche der römischen Kirche ick» cheriich gemacht werden, gehört hierher. Es ist in dem sogenannten Maliaronischen Style (s. den Art. Scherzhaft) abgefaßt, und findet sieh in den Hne. 5con. ritt, Poems, Leiiob. 1770. S. Z5. —- Dav. L/nSesa)?, auch ein fchottländi- scher Dichter, aug diesem Zeitpunkte, gc« hört, ivcnigficns seiner Lompl-zmc, über hie traurige Verfassung SchvttlandcS, unter Jacob dem fünften, und der ähnlichen Oomplzz-nc ok tke p-pingo, so wie wegen seines Gedichtes in conremprion ok kz-cke raiitis ( auf die langcu Schleppen der Frauenzimmer) hierher. Auszüge liefert Warton, a. a. O. S. zi;u.f. aus welchen erhellet, daß diese Bedichte, für jene Zeiten, gleich glückliche Wendungen und Darstellungen haben. — Ein ungenannter Schottlclnder, umsJ. r;i6, hat ein ähnliches Gedicht, vuuc»s l.oi- äer, über dag Verderben der Sitten, hinterlassen. Es ist in Form eines letzten Willens, oder Testamentes, abgefaßt; seinem Curatus, z. B. vermacht er die Nachläßigkcit, im Unterricht seiner Äirchkindcr, Schmutz uud Unwissenheit; dem Abte Stolz und Dünkel; den Mönchen Schmcicheley und Heuchele» u. s. w. — John Skelton (5-52?. In seinen LVorics, Lörick. 1512. 17 z 6. 8. findet sich eine Menge, größtcnthcilS niedrig komischer, satirischer Gedichte, als satirische Balladen auf die Vcttclmönche (S. -00. der letzten Ausgabe) Spötte- rcycn auf den Card. Wolscy, auf das Hof. leben, sehr oft im Makaronlschcn Style, in der Form von allerhand Stanzen. Sein Leben wird in EibberS, oder vielmehr ShielS, k.!ves ok rtie poccs, Bd. 1. S. -7. erzählt. S. auch Warten, a. a. O. Bd.-. S- z;6.) — Gill bertPilLinzron (Unter diesem Nahmen, obgleich viel später, und erst unter der Regierung Heinrich des achten geschrieben, ist daü Vournsmenc ok l'okkenliam, von Will. Bedwcll, l.im557. Warton, a.a.O. Bd. z. S. zg nennt ihn rl,e tirlt po. iikb.eä ciiglikki 8-ririss, aber insLoux« »nä Lonneircs »557- 4 finden sich Nicht eigentliche Satiren, sondern nur cinzele satirische Züge in fi Episteln und Licdern. Einige Nachricht von ihm giebt Cibbcr, im iten Bd. S. 1 z u. f. s. l^iver.) -»» George Gasco^nesf 1577. VkieScecb» gi-ks >577. Eine allgemeine Satirc auf die Mißbräuche der verschiedenen Stände, in reimsreycn Versen. Einige Nachr. von dem Verf. giebt die kiogr. cki-am-r. Art. GaScoyne.) — Th. s!.o0ge (h 1615. >u»rm vkurers I Z84- Ob seil» pupiiuez ßoläen auch ZU der» Satiren gehört, weiß ich nicht.) >— hingen. ^ ple-l-nc ok poefie, menippi-cä ,595. 12.— Ungcn. Vtie Ll-ciie kiootie i6»4. 4. Aus die Vergnügungen der Zeit, das Theater, das Tabakcauchcn, u. d. m. — John Donne (f »6zi. In seinen Poems, l.. i6zz. z. 1719^ »2. finden sich sechs Satiren, wovon Pope zwcy, und Par- ncll eine modernisier haben, und dir, reich an Gedanken, und an glücklichen Wendungen, in einer größtcntheils un- dichtcrischen Schreibart abgefaßt, und zum Thcil schmutzig sind. Aber er ist keines. M 4 weget -84 S a « Sat wcges der Lucll d. h. der älteste Satiren« dichter der Engländer, wie die Folge zeigen wird. Hr. Flöget, im -tcn Bd. seiner Geschichte der komischen kittcratur, S. Z45. schreibt auch eine prosaische Satire auf die Jesuiten, Ißn-riu«, bis Oonclsve . . . Ooncl. »6z;. 8- ihm zu; in seiner Lebensbeschreibung, in den bekannten llives ok rke Poe« vkLieor lkricain ancl Irelaack Bd. i. S. >oz U. f. wird deren nicht gedacht.) —- Miel?. Drayron (f >6z,. In dem -tcn Bd. s. im Jahre 16-7. 5ol. gedruckten Gedichte findet sich eine Satirc, auf die Begierde der Frauenzimmer, einen männliche» Anstand zu haben, und auf die weibischen Bekleidungen der Mannspersonen.) — Rodert Anton (?dill>lopkers 8-r^rz, 1."N(t ,616.4.)— Jos. Hall (1647. Seine Satiren, in sechs Büchern, er, schienen unter der Aufschrift Viriäcmis- rum, zuerst im Jahre 1597. und zuletzt, I.c>nci. 175z. L. Im Grunde ist er der erste englische Satirist, der Zeit nach, und früher als Oonnc. G. Satiren fehlt es nicht an einzeln uortrcstichcn Zügen. Sein Leben wird im Cibbcr, Bd. 1. S. z-o. beschrieben.) — John Carsten (Ich setze ihn nach Hall (ob er gleich, wahrscheinlicher Weise, früher gestorben ist) weil seine Sammlung von Satiren, in z Büchern, unter der Aufschrift, 1Ae äcvurze okViilan),, Oonck. 155,8. g. später, als die vorhergehenden erschienen, und mit einem Auge auf jene, zum Theil, geschrieben sind. Warton, in seiner tti«. ,017 ob kocrr?, Bd. z. S. Z >8. N. 10. Hiebt ihnen den Titel: Lerr-^ne L-rzire«, Neu gedruckt find sie 1765. ,z. worden. Nachrichten von dem Verfasser finden sich I» Libbers l.ivez, Bd. >. S. >-0.) — U?> Rorvlands ('Ode lerring vs lstu- anourr Llovck in rhe Icke-ck - vsine 16----.) — s?et. -HausteS (s,64;. Bcp f. l.c6tu,e sck Imperium, Oxon. 1644,4. findet sich , 8ar. a^ainib se» «tirion. Nachr. von dem Verf. giebt Cib» der, a. a. O. Bd. r. S. zoc> u. f.) — Th. 5?ash (Er wird unter die bitter. Sen Saliristcn, zu den Icitca Sari des ersten, gesetzt; aber eigentliche Satiren von ihm finden sich nicht, wofern man nicht seine Streitschriften gegen Harvep, als Dave u icll ro 8-Kivn VV-Iäe, und die four lecrerz eontureck dazu rechnen will. S. Cibbcr, a. a. O. S. Z47. und die ki»gr. Oe -M. Art. Nash.) ssngen. 8-iiric-I Olizrsbtcr« 165 8. 12. — Adr. Corvle^ (f 1S67. Vb .e ?uri»n sncl li>e papill 164z. 4. und in s. W. 1777. 8. ; Bde.) — J0H1, Denham (f 1668. Ihm schreibt Cibbcr, a. a. O. Bd.;. S.8. die Direktion« r» a kainrcr 1666. 8. eine Satirc auf verschiedene, in dem holländischen Kriege verwickelte Personen zu.) — Unzen. Onlcinäe ckeferror ok lu^si men snä reue trienäs 1676. 8. Aus den Herzog von Ormond.) — John Birkenhcas» (f 167?. däercurius Aulicua 1642 - 1645. 4. dlecvi tkom ?emdrulce anck däonrAnmmer^ nr Qxt 'orci manche«, rereci 164g. 4. Auf den Gr. Pcmbroke. Vlre zl)emdl7 dtan 166;. 4. und in einer, mit dem Titel: Wirr -nck Ooy- slrx reviveci 1682. erschienenen Samm» lung von poct. und prosaischen Satiren vvnCowlcv, Butler, u.a. m. S.übrigens Cibbcr, a. a. O. Bd.-. S. 178 u. f) — S. Butler (s >S8e-. Wegen s. ttuclidr-z s. den Art. Scherzhaft. Aber f. pottkumous Worlcz 17Z0. II. Und s. kemsin« evirli nnres Hz' K. V6z,cr 1759. 8. 2 Bde. enthalten mehrere hie- her gehörige Aussätze.) — Unzen. 8»r. sAzinli Lepsr-rilts 167;. 8.-»» John dtvilmoc, Gr. v. Rpchcstcr (s 1680. Seine, verschiedentlich gedruckten Werke, als Oonä. 1710. 17z-. 1758. 8- enthalten verschiedene Satiren, als aus den Menschen, auf seine Zeiten, auf Tun« brldge Wells, auf die Shcn, HvrazcnS zehnte Satirc des ersten Buches, eine Nachahmung der ersten Satire dcsJuve« nal (welche Anpassungen alter Gedichte auf neuere Zeiten damahlS in Brauch kamen) und verschiedene Pasquille auf Carl den »trn, aus den Ritter Scroop, unter der Ausschrift, Vcrtheidlgung der Satire, welchen allen es nicht an kräf» tigee Tat Sat »8z tiger Darstellung und an Witze fehlt, die aber, zum Theil, höchst frech geschrieben sind. Man vergleiche indessen seine Satire auf den Menschen, und seine Nachahmungen der Alten, mit der ähnlichen Arbeit, und den ähnlichen Bemühungen dcS Bcileau. um zu sehen, wie weit die- frr unter jenem steht. Sein beben befindet sich in Etbbers bcbcnsbcschr. Bd. ?. S. -69. und ill-Johnsons pivcs ob rhc »Nock cmincnc lln^iil k Poe», Bd. l. S.-LS. Ausg. von 178z. u. a. m. Ucber seine endliche Bekehrung hat der bekannte Bischof Burnct ein eigenes Werk geschrieben.) — George ltvharron (f >ü8>. Seine issemertticvpivnr, oder chlima- nache, von den Jahren 1640. bis 1666. sind alle mit kleinen satirischen Gedichten ans die damahligcn Zeiten, gewürzt. Sein Leben findet sich in CibbcrS, oder ShielS bekannten Ickves, Vd. S.->S.) -- John Vlsham (ch »68z. War, ocbst dem Rochestcr, einer der ersten, welcher die Satiren der Alten, in Nachahmungen, angewandt aus die neuern Zei, ten, übersetzte, und, zu seiner Zeit, einer der ersten satirischen Lichter der Engländer. I» seinen Works, d.onä. 1686. z. ,7-2. 12. 2 Bd. 1770. 8. z Bde. finden sich verschiedene, welche nicht ganz schlecht, und unter welchen die auf die Jesuiten die nachdrücklichste ist; sie ist auch einzeln >6zg und 170z. g. gedruckt. Das Leben des Verf. findet sich beh Eibl der, a. a. O. Bd. 2. S. zz?.) — Un« gen. Lc-nckalum magnum, or porzps. ki s c-te, s 8zr. sgsinck pulisli op- xression, 5. I. cc ( 16g--.) 4. — John Cleveland (fi685. Ok-rstter ob 2 lkonänn Oiurn-l 1644. 1647. 4. ckche m!xr Tz/Iemdl^. 2^ commirree fckari, u. a. m. in s. pocms erc. »677. L. Gegen die damahligcn Rebellen. S. Leben erzählt Clbbec, a a. O. Bd. S. >6 u. f.) — Th. Gtrvay (st 1685. Poe» Lornplsinc ro liis ^iusc, vr 2 82c. sgsinck pibels 1680. 4. und im ztcn Bd. S. zz?. s. Works 1757. 8. z Bde. wo da» Gedicht den Titel Ode führt, weil es in Stanzen, deren 2» sind, abgefaßt ist.) — Villier», Herz, von Buckingbam x-z?. 1'K«- Ua» kc-riai, t.o»6. 1671.4 und nachher.' noch sehe oft gcdeucki, eine dekannte Satirc auf den damahlS. in den Trauerspie» len, herrschenden Schwulst und Unsinn, besonders in den Drvdcnschcn Stücken. Achnlichcn Zweck hat die Satirc U imon. Auch befinden sich in seinen Werken, b.. 1681. 8. -Bd. 171;. 1764.8. -Bd. noch einige Satiren. Sein beben findet sich in dem angeführten Werke de» Cib- bcr, Bd. 2. S-zo> u. f.) — George kLthcrcdge (1688. dl-elsm daVily'» Oo/npl-inr, und 1'ke l-äz-vt ple-ture, auf die bekannte Maitrcfie Kari dcsiten.) Xol>. Gould (poemsconiiitiliA ckieil^ vt 8arires snck fliriric. teilst. 1689. Z» ?ke corruprion ot kde rimes, » 82k. 169z. 4.) — Iohn Dryüen (fi?«». Eine Satire auf die Hoaändcr, geschric- den im J. 1662. soll feine erste Arbeit dieser Art scvn; sie findet sich im >ten Bd, s. Origiml Poems, Lt-Sg. 1756. 8- S. 1:6. s^htalom -r>ä ^ctiiroplrcl» ebend. S. IZZ. Eine Satire auf die Rebellen, unter Montmoulbs Anführung, erschien im I. 1631. und wurde vonWill- Cvward, und auch von Frz. Altcrburp, im I. ,S8s. 4. in einer lateinischen Uc- bersetzung herausgegeben. ES vrranlaßte verschiedene Satiren auf Drydcn, als von Sommers, vrz-äen's 8acire vn Uis d»äu5e; von Seltlc, 2^ dl-ckon senior; von einem Unbekannten, ^-ari- -nck Ickasli,!. An dem -ten Theiie des Ab- salon hat Oryden nur einigen Anthcil. In eben diesem Jahre ließ er IMe >le- cial, ebend. S.18Z welche ähnliche Zwecke hat, drucken. Auch diese wurde von Scttle durch die kieä-i reverieei beantwortet. Scln Ucbergang zu der rönii- schcn Kirche, und sein, zu der Vcrthei- digung dieser, geschriebener liinä -nck pancker (welches Gedicht wohl mehr Vertheidigung der röm. Kirche, als Satire ist) ebend. Vd. 2. S. i. veranlaßle eine Menge Satiren aus ihn, undSvöt« tcreycn über dieses Gedicht, als l'ii« Lirx käoute anä Oounrr/ däoule von M 5 Haiisax »86 S a t S a k Halifax und Prior, eine S-Srist von ?h. Brown, keasons vk klr. lisyez clisnzinz Kl5 keiißion u. a. m. Wie er, durch diesen Uebergang, seinen Po» ftcn al» Hofpoct vcriohr. schrieb er auf seinen Nachfolger, Sdadmcli, eine bittre Satire, bäsc KIcIcnoe, cbend. Bd. i. S. 1,7. da» Muster der Dunciadc. Sein Leben findet sich im Cibber, Bd. z. S. 64. in Johnsons l,ive5, Bd. s. S.iu. f. Ausgabe von 178z.) — Unzen, koliy ok Unve, »nerv 5sr. ZA»ii>il VVomev 169z. 4.—- S. S. I'ire lcijeai »1,6 impsrkial Zsk^rill, cont. eizlir misocl- Isncouo koemz 1654. 8. ThoM. Brown (f l/04. In seinen Wecken» I^ouä. 1707. i s. 4 Bd. finden sich eine poetische, aber noch mehrere prosaische Satiren, Pasquille, welchen es nicht an Humor, wohl aber an Feinheit fehlt. Sein Lcbcn findet sich im Cibber, Bd. z. S. Z04.) — I. Pomfret (>707. ke,- lon geschrieben im I. 1700. und nach seinem Tode herausgegeben. Auf die da. niapligcn Streitigkeiten über die Lehre von der Orepeinigkeit. Da» Lcbcn des Verf. findet sich bcy Cibber, a. a. O. Bd. z. S.->8.) — will- Walsh (f >709. ^etcul»piu5 or riie Llolpirsl ot' toolr erschien erst nach seinem Tode, f,onä. >714. ES ist eine Nachahmung des Lucian, in Prose geschrieben, und hat einige witzige Wendungen. In das Französische ist es im Jahre 7765. und in dat Deutsche, Wien 1771. übersetzt worden. Da» Leben de» Verf. H im Cibber, Bd. z. S. «5l. und in Johnson» LcbenSbeschrci» dung Bd. I. S. 45t. I.onä. I78Z. 8. 1 Bd. zu finden. — Chr. Gr. v. Dorsel (s 1706. Gelt der Zeit, daß Prior diesen, seinen Patron, und mehrere engli» schc Dichter diesen ihren Gönner, seiner satirischen Talente wegen, so hoch gcprie» sen haben, prangt er immer unter den englischen Satirikern vom ersten Range, und doch bestehen seine Satiren in ein paar leidigen unzüchtigen Pasquillen. Sie sind gewöhnlich bcv RochefferS Werken befind, lich; so wie sein Lcbcn im Cibber, Bd. z. H. 11-. und in Johnson, Bd. 1. S.4>5>) -»« Unzen. A 8sr. »z-inll Winetz-o^ L. — )ulin Ouncnns Wdippin-z ?o!l. or » 8»-7r 011 evee^ bociy >706. , — will. Ring (l .71-. 'IAe 1-r-ne- »ölioiieer, «r uiekuli ?r»n5söliun» 1708. 8- Eine prosaische, eben so lachen, de al» bittre Sat. auf SloancS Schriften Inden I>2lissöli<>iiz . . l'iiel'lisK, in Almon» L'ounälinß! Lioipirsl Lvr Witt, und dlcro,» ^ac. in s. pveins Bd.». S. 152 der Bellschen AuSg. Auch gehö« reu zu den satic. Gedichten noch s. k-gie snci rlie , und liobin lleciliresil ivirii rke kessle, cbend. G. 46 u. f. Da» Leben de» Vcef. findet sich bey Cibber, a. a. ü. Bd. z. S. -28. und im Johnson, Bd- 2. S. a;y. Ausg. von >?»;.) — Iohn Hnzhes (f 171s. Sein Liiaron, or riie kerrz? kvsr» » Villva 1718. 8. eine Nachahmung de» Lucian, gehört, im Ganzen, zu den Satiren.) —» Sheffield, -Her;, von Buckinzham (f 17:0. Sein im I. >675 geschriebener Lil-i on Saeire ist im Grunde eine Satirc auf die Satiriker, und einige seiner Zeitgenossen. Sic sin- det sich in seinen verschiedentlich gedruck» tcn Werken, als Bd. 1. S. 75. U»nä. 175z. 8. Bd. -. und hat ganz leidliche Stellen. Sein Leben wird vom Cibber, Bd. z. S. 28;. und von Johnson» Bd.». S. 429. erzählt.) — Unzen. In einer, im I. >722. i». erschienenen Samml. von bäilcelizuic» findet sich eine Satirc »zsuiil ZnuiL. ----- Will. Congreve (f 1728. Unter seinen vcniiischtcn Gcdich« tbn ist, unter der Aufschrist, Oori«, eine Sat. auf ein Frauenzimmer (Bd. iz. S. ,9z. Ausg. von 17» z) und cbend S. 259 eine llebers. der cilftcn Sat. des Juvenal. Sein Leben wirb von Cibber, Bd. 4. S. 8?. und von Johnson, Bd. z. S. 41. erzählt. Rieh. Blackmore(f 1729. Sur.-gsinll ^Vitt 1700. f. undins?ciems 1716.8. Diese Sat. vcranlaßte einige Gegenschriften, die mir nicht bekannt sind. S.Johnsons L.ives, Bd. z. S. 72.) — Lijisfp. Lflanlez? (f >7Z4- öelvmoii-5 ot iks necv /Vttisnris, kvnä. 1710.12. 4 Bd. Französisch, il ia ll-xe '7lZ- 8. z Bd. Deutsch, S a t Sae z«? Deutsch, f. I. et g. Nilegorksche Gs, »irc auf dic englischen Sitten, vorzüglich auf diejenigen Personen, welche die bekannte große StaatSvcrändcrung bewirk« tcn. Ihr Leben findet sich im Cibber, Bd. 4. S. 4 ) — Dan. von Los (st >7Z>. Unter seinen vielen, gegen da« Ministerium, dic Kirche, und die Schrift- steiler geschriebenen Pasquillen, zeichnet sich l'ke reue - Korn knßlii innen, eine Satirc auf die ganze Nation, veranlaßt durch eine Satire von Joh. Tutchin, die Fremden betitelt, durch lebhafte Darstellung ciu«. Die merkwürdigsten unter den übrigen sind, Reformation of mannet», Ickoee reformatio«, s k^mn ro rke kiilory. Sie finden sich in der, von ihm selbst besorgten Samml. f.. Werke ,705 »- 2 Bde. Auch findet sich daselbst der Lkorteit rvsyvvirk rtie tiisiencer», welcher einzeln, I.. 170;. 4. erschien, und einige Gegenschriften veranlaßt?, aber doch nur sehr uncigentlich zu de» Satiren gehört. l)e sture ciivino, 170S. 8. In neuern Zeiten sind diese mit seinen übri. gen, nicht hichec zu rechnenden Schriften in »4 Bde. ia. gedruckt worden, und G. Chaimcrs hat 1790. 8. eine Lebensbeschrel« bltng desselben herausgegeben. Auch im , > Cibber, Bd. 4. S. 51z u. f. ist sein Leben erzählt.) — John Dennis (st >?zz. Ausser vielen kleinen Aufsätzen gegen Steele, Addison, Pope u. a. m. gehört sein, in Prosa geschriebener Lssä)- upon public fpirit 17:1, 8. unstreitig zu den Sati' rcn auf dic Sitten und dic Ucppigkeir der Zeit. Sein Leben findet sich im Cibber, Bd. 4. S.21; u. f.) — JohnArbuth- not (st >7Z4. Seine käitocil-ineou» Boritz, konä. 1751. iz. 2Bd. enthalten größtenthcil« nicht«, al« satirische, ( mit vieler Laune, geschriebene Aufsätze über politische und littcrarische Begebenheiten seiner Zeit.) — Ntc. Amhurs! ! (st 1742. Sine Satire auf dic Universität Oxford, unter der Ausschrift, lZculu» Lriranniae, an keroi - ssncg^ricost 1'ocm, Oxf. 17 ,4. 8. Ein ähnliche« Werk ist daS Wochenblatt, 1>rrzessl!u»» or cke fecrer kiitor)' ot Oxtorij, I.vn«l. r?zr.' l !» » Bd. Auch findet sich in seinen kckilcclianio», ausser dem crstcrcn, noch ein satirisches Gedichts l'ko con- vocacivn, in fünf Gesängen gegen die Bt« schüfe, mid verschiedene kleinere Satirrn. Sein Leben wird in CibberS Oi vez, Bd. 5. S. zzx. erzählet.) — Rieb-Gavage (st 174z. ?chc progref» ok a Oivinc- 17z;. 8- Vorzüglich gegen dendamahil» gen Bischofs von London, l,onckon anck Lrilkoi äelincsrecl in der Samml. s. W. 0776. 8- 2 Bde. Auch finden sich daselbst noch einige kleinere Satiren, als auf den bekannten Richter, k»Ze» u. a. in. DaS Leben deS Verf. erzählt Johnson II. ve», Bd. z. S. 171 u. f.) ^ James Miller (st 174Z. Illorlcquin ttorace» eine Satire auf den damahligen Borste» her der Bühne, Aich, -^re rkefe rking» lo? Auf den Ministes Walpvle. Da» Leben des SZerfi findet sich in CibberS Oi« vc», Bd. 5/S. ZZ2.) Aler. s^ops (st 1744. Seine ersten satir. Schriften, verfaßt in Gemeinschaft mit Swift, waren dic lBemuir» of Oorifk Llerli,. zur Verspottung de« Burnct, a vek-irs upon blacle anck wkire korke», und l'kcH.rrof ssnIeinF in Roecr^ (Deutsch, Leipz. 17z;. 8. und mit Anwcnd. auf Deutschland, cbend. >7!4.8.) gedruckt in> den ktilcell. Oonä. 17 17. 12. z Bd» Dieses letztere Werk, in welchem unter andern dir Werte verschiedener Dichter, in gewisse Classcn gebracht, und dicVcr» fasser mit Buchstaben bezeichnet waren, vcranlaßtc eine Menge Pasquille und Satiren auf Pope, der vorher schon, bey Gelegenheit seiner llcbcrsctzung deö Homer, von verschiedrncn war gemißhandelt worden. Sich zu rächen, schrieb er, die bekannte Lunciade und Swift gav solche, l)ubt. -nst Oonst. 1727.8. und 12. aber nur drev Bücher heraus. Da sie indessen mit jenem Werke in Einem Jahre gedruckt wnrdc: so scheint sicwohj nicht erst, nach Erscheinung der, gc. gen dasselbe geschriebenen Satiren abgefaßt, sondern schon fertig gewesen zu seyn. Im Jahre ,7-8. kam sie mit Anmerkungen oder Erläuterungen, und erst im -8» Sak S ar im 1.174z. das 4te Buch heraus. Deutsch, Zür. 1749. 8. In den Jahren >7zc>-1740. ließ er s. zwey Nachahmungen Horazischcr Satiren, im I. 1745. den Prolog dazu an Arburhnot, und im I. »?Z8. den Epilog vrucke». Um dieselbe Zeit erschienen auch die Xäemoirs ot ^larr. Lcridlerus, «ine Satire auf den.PedantiSmuS mancher Gelehrten; deutsch durch H. L. Jb- bcckcn, Duisb. 178z, 4. Aber zu seinen Satiren gehören auch noch der größte Theil der blersi Lilays, und vorzüglich der Brief über die weiblichen Charaktere, dessen Werth man am anschaulichsten sieht, wenn man ihn mit der Satirc dcS Vvilcau auf das weibliche Geschlecht ver. gleicht. Pspe'S sämmtliche Werke sind deutsch (von Hrn. Dusch) Alt. 1758-1769.8. 5 Bde. herausgekommen; sein beben findet sich in Cidbcrs Hives, Bd. 5. S. 219. In Johnsons Invez l. B. 4. S. >. u. f. Ausg. von 178z. In dem bekannten kl- la)t on rke Lenins aml WririnZz vs handelt der X-XIII Abschn. B. S. 12s u. f. von den oben angeführten Schriften.) — Jon. Gunst (f 1745. Won seinen, so vielen satirischen Schriften, begnüge ich mich, die wichtigem anzuzeigen, als kde Kaie ok , "Dub. 1704. I'lic Larrcl c>t tke dooles. ^Auf den Streit über die alten und neuer» Schriftsteller, nach einer ähnlichen Idee tineS französischen Schriftstellers, l.e Lombac clcs livres) /^rZumenr a^ainli sl>^>l>tlilnl; Lkriitianir/, i/og. kro- pliecies os Licieeriiaik, 170z. Vin- «licacioa ol Licicerikais, 1709. I'e»' vels c>k Dem. Lulliver, 1727. kolits Luiiverszcioii 17 z 8. Kein Schriftsteller hat, meines Bedüukens, die Ironie so gut verstanden, als Swift- Von seinen Schriften sind verschiedene Sammlungen da, als von HawkcSworth, mit dem Leben desselben, Donä. 1755 u. f. in 14 Quart, und Octavbtlnden; die letzte, nebst seinem Leben von Sheridan erschien, im I. 1784. in 17 B. 8- Hie- zu kommen nochklilcell.kieces in Krale »ml Verse, 1789. 8. Deutsch find die heßten s. Schriften, Hamb. 1756 u. f. 8. S Bde. erschienen; und von dem Mähr, chcn von der Tonne ist mehr, al« eineUe« bersctzung vorhanden. Mehrere Nachrichten von diesem sonderbaren Manne geben die kemarlcs c>n rke l.ile anäWric» in»5 nt l). Lvit'c . . . Ii/ Lrrcr^^ l.on7Z7. 8- Eine allg. Sat.) -- A.eonh. llVels?e0(-fl749. ?ke Atrium, virace, vr a iecrer t 'r«m kaleman roLeii» 1717.8. auf Gay, Arbnthnol und Pope, wofür dem Verf. eine Steile in der Dun« ciade zu Theil wurde. Sein Leben findet sich, bc» Cibber. im 4tcn Bde. S. 205.) — Mar. U?orrlc/ Moncague (8ix ?ovn kcloßuei. . . l.. 1747. 4> wovon aber der angcsüheten Verfasserin nur 5, und der Lailer radle dem Pope gehört. Sie finden sich auch im lkcn Bd> der OodSleyschen Lolieökion c>k kocms, I17 8ev. llaiiiis.) —> (LH. (LHurcbill (f 1764. 1 'lie kolciacle 1761. 4. daS erste, und, meines VedünkenS, auch das beste seiner Gedichte, gegen die Schauspieler gerichtet. Apelexy dieses Gedichtes und gegen die kevievers 1761. 4. 'DKe dliglir 1761. 4. worin er, zu Rechtfertigung seiner AuSschmcisungcn, behauptet, daß der Mensch seine Thoe- heitcn nicht verbergen müsse; 1 'lie LKost in vier Büchern 1762.4. ein damahlSbekanntes Gespenstermckhrchen, daS ihm Gelegenheit zu Satiren auf allerhand Personen, besonders den bekannten Johnson, gab; 1'lie kroplies)'ok Kamine, 176z. 4. auf Schottland: krittle rv llesarrk ,76z. Sat Sat 18S ,76z. 4. l'ke Conference 176). 4. ststic lstuelliit 176z. 4. Lorksm, drry Bücher 1764. 4. st^keksrevvell 1764. 4. l'ke h-instistsrez 1764. 4. l'ke Firnes l 764. 4. lnstcpenstence 1764. 4. l'ke )vurnez? 1 764. 4. koecr/ Professors 1764. 4. stske ^urkor ,764. 4. Gesammelt in s. W. >765. 4> .,Bde. 1778. 8. z Bde. Auch schrieben Hm die lieviervs Noch st^ke zumkle, s 8-r. 1764.4. zu; und Flöget hat ihn Mit Unrecht zum Verfasser des lstvstonsto, or lkebrsre )ugßler! gemacht. Urbris gens vcranlaßtcn diese Gedichte eine Menge andrer Gedichte und Satiren auf den Verfasser, als l'ke ^nci ldotcisst ,761. 4. Lpissie tc> rke Sburkor 1761. 4. ^n hpissie Hz? l)r. lstsz?cz 1761, 4. Wo» man, an Lp. »76z. 4, l'ke pro» pkccz? ot Genius 176z 4, l'ke ru- isl cnntercnce 176z. 4. ?sZs repl/ ru Karton kruin 176z. 4. Lpiii. ro esse irreverenst (7K. 1764. 4. I'ke psrriociLoec 1764. 4. l'ke csp snst sssff 1764. 4. Okurckiil stilledtest ,764. 4. ?ke cnnrrsit 1764. 4. l'ke snii rimes >764. 4. u. a. IN.) — Das. Maller (f >705. Sein im Jahre I7ZZ. geschriebenes Gedicht, Verbal cri- ricism, ist keineswegcs eine schöne Sa- tiee; es ist im Grunde nichts, als Erweiterung eines, von Pope geschriebenen Fragmentes, das Malier nicht verstand, oder nicht verstehen wogte; und mit mehr Zuversicht, als Kcnnrniß, mit mehr Pe- lulanz alS Witz geschrieben; nur die Vcr- sifikativn ist ertrügiich. Las beben dcS Verfassers findet sich in Johnsons I.ive«, Bd. 4- S. 42z. in den angeführten Ausgaben.) -»» iLo. Pöring (h 176;. st ke hnivertsl k'aikon, in sieben Satiren, ln den 1.17s; -1728. und nachher unter der Aufschrift, Hove ot käme, in s. W. I^onst. 176Z U. f. 8. 6 Bd. 176s. 4. 4 Bd. Deutsch, von einem Ungenannten, und von Hrn. Eberl, nebst den Nachtgedam kcn , Brschw. 1760-1771. 8. im;len Bd. Der Lichter hat alle sieben Satiren in Ein Ganzes zu verbinden gesucdt, welches aber, meines Bedünkens, dadurch, daß alle sieben aus einzeln Epigrammen gleichsam bestehen, wieder aus einander füllt, und wohl bcy der ersten bcctüre unterhält, aber nicht leicht zu einer zwey. tcn, und um desto minder lockt, da eben diese Manier den Dichter natürlich vcr» hindern mußte, tief in das menschliche Herz einzudringen. Das Leben dcS Sich« tccs findet sich in Johnsons hive«, Bd. 4. S. zz?.) '—> Th. Nervcombe (sttko kisnners ok rke Sbge in ckirresn morst Kar. honst. 17ZZ, 8. und in s. Loems 1770. 4. Nur in einzeln Steilen Ist er Aoungö Nachahmer, und kci- neSwegcS glücklicher Nachahmer.) — Paul lvbireheno (f >77Z. In seinen llocms, honst. 1774. 8. 2 Bde. 1788. «. z Bde. stehen einige Satiren, als l'ke klsnncrz, ums I. >740. ungcfiZhr, und gegen Staatübcdtcntc geschrieben, stko ilsie stuncc«, u. a. m. welche sich durch nichts, alö Parthey - und Pasquillgel? auszeichnen.) — Sam. Johnson (f 178s. Houston, eine Nachahmung der zlen Satire JuvcnalS, >7; 8. 4. und im Ucn Bd. S. 18;. der bekannten Lodslco» schcn hoilctk. ;tc AuSg. st'kc tslkioa» ebcud. im zccn Bd. S. »74. l'ke vsnirzr ot kunisn vvit kcs, cbenb. Bd. 4. S. 152. Von seinen peosaischcn Schriften gehöret» noch zu de» Satiren: Visrmor Istortol- ciente, »n hssl,)? vn sn olst prvpiieri- csl Intcriprion I7Z9- 4. und com» piesc vinsticsrinn ot rke hicenter ot rke flöge trnm rke mslicious snst tcsnstslvus stperssonz ot dir. Lrook l?Z9 4> Sie sind in s. W. 1787. 8. 11 Bde. gesammelt; und sein Leben von Jos. Tower 1786. 8. Von HawkinS 178.7- 8- Von BoSwcll i??,. 4. s Bde. so wie im ksssz nn rke ktesnstLenius ot ). von Murphy 1792. 4. u. a. m. herausgegeben worden. Auch sind s. pocr. Works 1785. 8- einzeln erschienen.) — G. Icn)-ns 779. lde O-u- lrelicoclc 1748. lcho Uriumvirs8c 1749. llie proceltivnsclc 1749. ltre 'kitcopsäe, lslie Zcsnrlaliiaäe, lche k-rtguiosüe 175z. 4. Zusammen in den llemsrleable Zarirss 1760. 8. und tl> s. ttoems IiZtiicr. lsr. anck morst ^7^8- 8. Uexigksnes 1767.8. inProsc »Uf Johnson.) —- Ungen. l'de rlrea- oricsl Ivtansger, s rtrsm. Zar. 17 Zl. 8- Auf Garrik. — Ungen» Zwesring, » Zar. 1751.8»— LH. Warron (f I79>. dteivmarleee 1751. 4. und in s. i>oems > 791.8. — Ungen. lchn, s Z-r. 1752.8. l'llc lyrtiepig 1752. 4, --- ^buts ot Uocrr)' 1752. 4. 'Iche preienc Zscc vt Uircersci 1752. 4.-^- chatte, 2 Zar. 175 z.t. — Lhrstph. Smart (chtrc Uiilisel, -III exie ?. ,75z. i. und, so »icl ich weiß, in s. ?. 176z. 4. 1791. 12. « Bde. Auf den bekannten Vielschreiber, I. Hill.) --- John Hill (s>775 Zmarriaäe ,75z. t. Seine prosaischen Satiren, oder Pasquille sind: Oitterisr. on K07. Zociecies 1751. 8. Uevievv vt rtte Wortes ok ctre U07. Zoe. 1751. 4. Auch gehört seine Wochenschrift chde In- tpettoi -751 u, f. 8. 2TH. hicher, wel» chec ihm wieder eine Menge Spottschriften juzog.)— Ungen. Orets, -Lac. >754. 8- ^ de kt-niman, s Zar, 1754. k. '— ktr^iicians, -» Zar. >75 5» 8. bemale rattc 1755. 4. — Ch» (D'Drien (Oi-I. dccmccn rtre ?oec anck Iris tricnct 1755. 4.) ^ s^et. Pounce (lche liobinlroott - tocier^ 175 ü. 8.) — Ungen. Lvvcnrgartten >7>6. 4. —. lttie agc ot ltuilnets 1757.4.— 'tche capiral, » tarir. attmonirion 1758. 8. -» Iche ctiarstters ot rtre age 1758. 4. — Kirry's ttreanr >759- 4» .ltremittoctes, a Zar. vu moäcrn lionriage 1760. 4. 7!— Iche iienltc? V»us, or Lvvcnrgarttcn?ia2?.a 1760. 4. Johlt Stade ltie tlSlttmixrattnjZ toul, » Moral Zar.'1760, !i. Arth. Ulurph/ (Iche Lxaminer 176!. 4. Lxgottularion 176z. 4. und auch im 7tcn Th. s. Wortes 17 86. 8. 7 Bde. Zevenreen lluneicrä anck tdtineryone 1791. Eine glückliche Nach« ahniung der izten Sat. deS Juvcnal.)—> Ungen. chour tarrtiing canctles 1762. 4. — ttigkcatte 1762. t. Iche grogrets vt ch^ing 1762. 4. Ich« >iin!tter ot Zcare, 17^62. 4, chlie Ouacle Ovttor, >762. 4. — Iche ^>8> >7^2. 4. — Iche rriumpti ok drures 176z. 4. — Httgh. Dalr /M- ple ( llo8»nckv or riie Lrace )uAzler» 1765. >770. 8. Z Ges. in Ooggret ki- mer, auf den l'ord Major.) — Ungen. stire delercrriciatj 176z. 4. sUde ele- mirep 1766. 4. —. Zzr. on lde l'i» mos 176z. 4. ?de tcdcmcr, or universal Zaririlt 176z. 12. — Jam. Scott arr otriiing in rdeciiurck >765.4. — Ungen. t'rieneitiii'p, » Zar. 176z. 4. — Lsriricai triilex 1764. 4. — Ische Lsrrereer 1764. 4. — toll/ >764. <- chlle ?arrior ?ocr 1764. 4. — John Robinso» (tertermcnr >765. 4. l'tie Uvers kpt-nuol 1767. 4^ und IN s. ?oe>n5 ot vor iuris trinä 176 g. z.) — Ungen. lche teourge 1765.4. — Theoph. Thorn (chche OcmaAogue 1766. 4. Auf Pitt ) — Will. Stevenson (Im steil Vd. f. Original Uoems 1766. 12. finden sich einige Satiren.) — Ev. Alo^S ( Ude Lurace 1766. 4. l'tie mcrtiociitt 1766. 4. Lonvertirion 1767. 4.) ---> ^5. Alo^ö (.Iche pervers vt cke xen 1766. 4.) LH. Allst/ (Sein nerv tjarti-gmäe . . . 1766.4. gehvel eben so sehr hierher, als zu den Lehe. und scherzhaften Gedichten. Mehr Satire fit s. ?r!eit clissetlcä 1774. 4. UUd Zcheculacion, or - cletcnce vt manlcinil >7Z->. 4.) — Ungen. lche Itolib^ -trorte 1767^ 4. — Si. 1768. 4. — LIsin rrurli in plain Lnglikh 176z. 4. >— Lutb. Shaw (Oorruprion. 176z. 4.) — LH. Ne» ville CUhe XlVrh 8-r. ok )uveual jmiraccst 1,769. 4- Imicacions ok Oliven»! »nst Lerstus 1769. 8° Auch hat er schon >7Z8. 11. Imicsr. ok lchorsce hcr« ausgegeben.) — Ungen. Lke L-iry revell >770. 4.— Larrioric pcriist/ 1770. 4. — LH. Chatterron (f >770» Ihm werden ein paar Satiren, Apvstare Will, und Love snst msstnets zugeschrieben, welche ich nicht nsthcr nachzu, weisen weiß.)' — Lire 5sririst >771.4. — Love ok mone^ 17 71. 4. — Un» gen. Lhe lkenriclrisst 1772. 4. --» Mict).S>nith (Lkrittisnir7 unmsslrest, or unavoistsbie iznorsnce prekersble ro corrupr Lkristis»ir)> > 772. 8. Auf Frcpdrnker und Fanatiker mit Hudibrastr» scher Laune.) >— Lerö. Twigen (Lhe Klsccsroni 177 z. 4.) --- Ungen.Lti/- Lcisuz >77Z. 8. -— l'kc l4sbob > 77Z. 4>— Malcolm Mac Gregor, oder vielmehr Will. Mason (Seine kicroie Lpitlie ro VV. Lhsmberr 177z. 4. ge« hört so wohl, durch ihren Gehalt , al« dadurch zu den mcrkwürdigsten Satiren, daß diese Form derselben für mehrere ein Muster gewesen ist. Sie vcranlaßte so gleich die ksmiliar Lpistles ro rhe au. rhor . . . 1774. 4. Bon dem Verfasser selbst sind noch.' Sil heroic Lost- kcripc 1774. 4. Dste ro kir. Lincb- beclc on his psrenc knusterr >776. 4. An her. Lpistle ro Dr. Zhebbesre 1777. 4. Lhe Des» snst rhe 8 an poliricsl Lclogue 178 2. 4. KingZre- pksns warch, - rsle 1782. 8> Eine seine Verspottung dc6 Hoslebcns.) ---- Unzen. Vice 1774. 4. G.Wallis (l^urz, 1774. 4-) — Ungen. ?he Lsrron 1774. 4. — ''Liie )uvenslisst 1774.4.— ^LHe Dprimist >774, 4. Lonkcience, rtie laustest hncil 1774. 8. ---» 1"tie Dub sc dleu'msrker 1774. 4- " An heroic Lpistie ro a Zresr Drscor 177;. 4. — An her. Lpistie lo stunuin^ 8er^. krsstkksrv >77;. 4. —7 kromerheuii vr rti« raisc ok morai evil I775. 4. — l'h« 1"heo>rist« t ?75- 4» lmirar. ok ehe ehsrstker» vk l'hcvphrastuo 1775. 8. An her. Lp, ro Lorst Lraven 1776. 4. — Klöstern restnemenr 1777.4. — Ller. Lp, ro rke aurhor ok rkc Durchekz ok De- vonkhire <7viv 1777. 4 Lleroie Lp. ro stich» (kivils und eine Ansever daraus >777. 4.^» Levenceen hunsterch snst kevenr^ Heven 1777, 4. ein trefli» chet Geillsthldc, »— khs Diabolisch 1777. 1778. 4. » Th. I^he ivorlst ,« ir gocr 1779. 4. — Lrs^s-Inn Lsr- sten 1778.4.--» ^Vsrie^ in rivo psrrs 1778^ 4. — 1Ae Zsinrz »778. 4. — l'he rrsvellerr 1778- 4. —' Lriestekz vk Devvnkkire ivslt 1779. 4» Zarire kaririiest 1779. 4. -— kle» rhostism stikpls^st 1779. 4. — Istcr» Lpillle ro 8. )am. ^Vri^hr >779.4. ---- 1'ke csstte vk inksrn/ 1780« 4. — 17hc American l'imes 178«. —- Lpist. krom ^ohn Zurksce 1780.4. <—> l'ke Lenscoriai stikpcnksr)> l?8->. 4. l'he Lropkee)> 1780. 4. — A kicercli ok rhe rimcs >780.4. ^»- XVekiminstee Quiste in rrvo parr, 1730. 4. —- An her. Lpilile ro ltich. Wsrkon 1780.4. kleskvnnsble aniwsls 1780. 8. —° Lsrsstile rcgsincst, or che Larcle ok Astam snst rhe Lox 178--. 4. (auf Fox.) --- La belle »ilemblec or kcmsle prs- rers >780. 4. l^he rriumpk ok aikettsrion 1780. 4. — kkcr. Lpittlo krom 8erg. Lrssttharv 1780. 4. --»> Rog. Wittol CUba increstible bore >780. 4. Auf dir Londncr Lcbenöwcisr.) — Ungen. Lieölion stißkrz >780.4. ---» Lcmsie rerslisrion >780, 4. --»- Kiulic in klourning, or stststleslicle in rhe 8ustz 1780. 4. "Lhe 8rsr» klounccbsnh 1780. 4. — Livgraphi. csl ktemoirx ok cxcrsorstinsr^ Lain- rers i7io. 12. (Oaß die Schrift eine Sa» tlre auf Mahlcr scpn soll^ sieht man; aber wen oder welche der Verf. dadurch züchtigen wollen, ist nicht zu erra« thrn.) —> A Lecccr krom s Lürbkes» sc kkunrinzston 1780.^. — A curat kocm >78 0. 4. Sat. auf die Jacht. —- 1-h- »92 Sat S a t 9LLe Olsstiarors , an der, Lpiss!« Z7gl.f.— dstiniarure piUure, . . . ,781. 4. (in Prose.) --- Lcr. Lp. ro kvlarr. bckastsn 1780. 4. (Madan verteidigte In einer Schrift, mit dem ritel, 1 'kelxprkor» die Vielweiberei,; und Hierüber erschienen, ausser der angeführten, eine Menge Spottschriften, atS T^nci 9SeIvpSors, a 9Lule 17LI. 4. ^ poer. Lp. l>^ s nimpk ot rke Xin^s paiace 1781. 4. 9Sc poiicical priest, L/ a msrricstVVvman ,78». 4. .4 per- tian L.pistle tro>n 8olim Sc, Sick Lunuck sr rLe 8oraii ok lspadan 178t. 4. 9 ke LkiccUarr Xlarriszc anst icz vieevs stetcnstcst, U. a. IN. Es wurde so gar dagegen gepredigt.) — Unzen. Oonstazrarivn >78,. 4. l'Us l'rai- ror 178'. 4. (Gegen Franklin ) — -tn Ler. Lpistia kram lirclc Ikaae >78>. 4- (Gegen Sheridan.) — 8-riric UsIIasts 1781. 8- " 9Se cclcstial bests >781.4. (Auf die bekannte Erfindung des O. Graham, welche noch zu mchrcrn Satiren, LlS Orpheus, priest ok nacure anst propstcr ok jnststclic/ » Poem in III Oanr. Anlaß gab ) — xkm evkstribun- v!x^, or Sc 8auce pan 178«. 8- Eins Nachahmung des Juvenal. — Jolxnson ('Ltie remple ok kskstion, in V parcs »7«,. 4.) — UttZen. 9Ss criumpk ok stuUncls i?8>- Auf die Gebräuche der kNglischen Universitäten. — -g poec. Lp. in Sc st^Ie ok OLurckils ep. ro ksto- xsrS 17 8>- 4. eine sehr unglückliche Nachahmung. — 9S- LKelrenUam quicke, in a kerics ot poer. epistl. >78«. (Weit unter s. Malier, dem lZarst zuiste.)— Oonstolcnce, an elcZ. cp. fr. Oen. Lourzn^nc >782.4. London, a 8sr. 1782. 8. in Prose. — »n Ttrctiaeol. Lp. co )cr. xsilies 1782. 4. lieber s. Verteidigung der Gcd. des Rowlco. " Varicr)-, or vvkicti >8 Sc man? 1782. 4. UNd /S Lp. kromLast/ ^Vorslcv co 8ir V^SrsIc^ >782. 4. Auf eine bekannte Schwachheit der Lad» Worsley. Olocin» rriumpLanr, conc. kerra VVeststinA; ^nricip-rion, Lrun'-iliast». li tsmot» Oorcvr» Ks» stomonstaro, Istast^ puststinz, ?oin 9 'osporr, 'Liie mistsste 1782. Schade um den Witz, der auf solchen Schmutz verwandt worden ist. — S. -Hoolo (kckostern >nanners in s kcries ot poer. ep. >78». 8. und in s. Poems >790. z. -Bde.) --- Unzen. 9Sc temalcttist- nsppers >78- 4. Auf eine Geschichte der Zeit. — e^n Ostc ro Xlr. L Lienstris >78 z. 4. (Hendrik, eine Art von Char- latan, hat nur »en Nahmen hergegeben; sie ist gegen die Minister gerichtet.) — Ostc ro Oloacina >782. 4. Verspottung der Odcndichter. -— 9Se stcvil sti vorcest, or Sc Oi-dv. evtiore >782. 4." 8oinc Zceptiens l'ripori, or krjockcr 8k!prun in Sc lou'cr Loute <782. 4. (Prophc- jryungc», ungefähr in der Manier unser» dbwe; aber nicht eben sehr witzig.) 9Sc iorlorn Lope, conssstinA ot' Sc tollowinz Poems, l'Lc Lrazmeur, 9PLe Incanrariou, Lounce an Ler. väe, 8ur»eons, Vccai'. Lrol. anä Lpii. 1782. (Nicht ohne Laune; aber zu räthsclhaft und schmutzig.) — picaiürc, a 8»c. 1782. 4. — 'LLe parararian Lon^n her. Lp. ro t orä Zacirville «78z. g.^> TH. Browne (TSe cimes 1782. 4. sehr schiecht.) Uirgen. "Tke relcus «/!;. 4 (Gegen Foxens Gegner.) — A oriricism on rks Llcz. rvrircen in s counrr^ ctiurcL) arri 178). (AufJohnsons Eritik dieser Elegie.) — Drarvinzz from iivinz mvckcls 17LZ. 4. (Unverständlich.) — ippopsistia «78Z. 4- (Auf das Pferderennen.) — perer pinvar, oder vielmehr John N?oolcor (Eines seiner ersten, aber mir nicht bekannten, satirischen Gedichte soll 9Sc roalt porie ot oist rrunco seyN. Lyric Ostes ro Sc Uo)'ai ^caä. >782.4. drloreL^ric Ostes >78), 4. l -Zttic Ostes tor rks 5'»iir Sa k Sat 19z ^ezr 17Z5. 4 (Auf die Mahser-Aeade« inic.) 1'ke Lousssste SN irer. com. ?oem 1785-1792. 4- 4 Gcsstnge. ^e conZrsruisrnr/ Lpiiti. ro )sm. Losvvcil 1786. 4, 80221 snst Piv22i or rtte brirrittt Liogrspttcrs 1786. 4. Lsre- cveli Ostes 1786. 4. Oste upon Oste or s peep st 8t. sssmes 178?. 4- SpoloAeric potttcripc ro Olle upon Ocie -78/. 4. InttruK, ro s ce- lebrsrest Lsuresc, süss ciie prugrcts vt curiotlrv, sliss ^lr. WUiclzresstz LreevLoute 1787. 4> Lrortter perer ro öroriier Lom, sn exputtulsc. Lp. 1788- 4- perers Pension s tolcmn Lp. 1788- 4. pecers propiiec^, vr tke piciistcnr snst rire poec, or sn imporrsnr Lp. ro 8. Lsnies .... 1788. 4. )ot. Lsnies snst riee Lmp. ot Ivssrvccn » Lsle 1788- 4» ( Bcr Kaiser von Maroceo ist ein Schmetterling, auf dessen Jacht Banks ausgeht, und allerhand Ebenteucr hat.) ^ pver. Lp. ro s tsilinA bstiniticr (Pitt) >789- 4. (Bco Gelegenheit der Krankheit des Königes.) Lub^ctts tor psinrcrs 17 89. 4. Lxpottulsror^ Ostes ro s Aresc Onice snst s tie'rle Lurst 1789.4. (Ec- gcn Osborne, und Jenkinson, welche ihn, seiner Satiren wegen, des Hochver- raths beschuldigen wollten.) ^ Uene- voienc epiitle ro 87IV. l/rbsn, sl. ^ssti. ). Kickols . . noc. tnrx-erring östr. VV. Lis^Ie^ 1790. 4, (Beydc harten ihn, im Oenri. dstsgs^ine etwas frey behandelt.) ^ ttoevisnst tor sn Olivcr, vr s Lose, Ttnteeer 1790. (Unter dem Nahmen von 8ylv. OrUsn, aber von Pctern selbst.) T^stvics rvriec turure Lsuresc 1790. 4. 7^ con^rs- cujsror^ Lp. ro )smes Lrucs .... I790. 4. Ostes cv eVlr, psine 179a. 4, Lire tteneouttrsncs, ro evtncU is sststest sn osts cv M7 i^is; »lio cke östsgpie snst kottin, s rsle; an T^po- IvA7 tor ieinz-s snst sn sststreis ru m/ psmpiiler 179 1. 4. /V commlterscin» Lpiliie ro ssmcs LoevrUer, Lsri ot Lsnistsie 1791. 4, 1 'ke rigkrs ot Kin-s, or ioysi Ostes 1791.4. Ostes Vierter Theil, ro Lien»long, Lmp, ot Okins, rv ii4scmsmus U. n. N>. 1791. 4. 7^ I ^sir ot i^ric Lp. ro Lorst kelscsrrn^ snst ins^iinp 179z. 4. Lke l'esrs vt,9r. UsrAsrcrk , slio Ostes ot constolenco ro rlre UiZU snst mi^Lr/ mulicsi sti» rctiors . . rlis sststrcts r<> rke Ovvl . . . dststrs.Loiiinlon's Llsnstlterciiict snst JustAe Lulleis Wi^- ece, 1792. 4. Ostes vt inipvrrsnce. ro r!,e LUoems. Lers, ro lZurlee, cu Iron^ , L. Lsnt- stsle, rire XinZ, cire scsstemic LUsir, tos ,VIsr»sre ists^ ; oist 8imon s l'.iie; llre stustges s tsble 1792. 4. ^lore örlon/ or Ostes vt inltrutttou tor dstr. Lirc 1792. 4. ^ poericsl .... Lpissle ro rk>e ?«pe .... 179z. 4. Ein Theil dieser, mit vieler Laune, aber, hin und wieder auch nur zu viel Plumpheit abgefaßten Satire» ist, unter der Ausjchrift, VVories ot per, pinst. 1792. 4. 2 Bde. gesammelt worden. Einige Nachricht von ihm liefert die Neue Vibl. der sch. Msscnsch. Bd. -7. S. 155.) — Das Aufsehen, welches diese Satiren machten, veranlaßte eine Menge Nachahmungen, und Gcgenspöttereyen, welche hier ihre Stelle einnehmen mögen, als: Gstörs L/ric Ostes trom z couiin ot p. L. 1786. 4. 7^ cvngrsrulscoi^ Lp. 10 p. Pinstsr 1787. 4. lolore Ostes upon Ostes, or s peep sr p. p, 17L7. 4. "Ldc Uiitor)- ot p. p. 1788. 4» l'Ue .Vlvuiisst, »n kicroic com. Poem, t>y poil^ l^instsr 1787. 8. (GMU die Geistlichkeit; aber nicht in Per. Pin- dars Geiste.) 1'Ue Llecsst, sn leer. Poem, t>7 psul pinstsr 1787. 4, SV poer. Lp. trom s Laute ro per. Pin» stsr 1787. 4. Lire Kjn^'s Ostc > in ttnleeer ro per. pinstsr on ctie luli^ett vt Ins penlion >788- 4 Vulesns rebulee, sststr ro i-er. Linstsr, l>^ ins couiin psul )uvensi 1 -788 4- (Auf den König.) ein LpiUle trom pinstsr ro ins preienstest Lvuiln perer >78 8- 4. perer prvvistest tor vvirirour s peniion 1788. 4- (Eine der deßten Schritte'» gegen Pet. Pindar; der Verf. lllßr ihn heurarhcn^ Lop in rtte p.in N tor kor Ler. ?!ncl. 1788- 4- (Prdcr Hofnarr iverden.) Lirck kor her. Lin- eiar 1788- 4. I'he AnraANnilis ok ?. f'inei. cur inco stoikis, H7 Loin ?Ium!i, :78s-4. ( Eine schlechte Vcr- theidiguiiii PetcrS.) per. pinäars l'en!» rence 1789 4- kccorc kmarc npon Ler. l?!nei. Lpiss. ro a ka!I!nz?Vl!nilier, rvirhperersLaünoch)- 1789.4. Lrorker 'Lom ro llrorher Lerer, H7 s hlovn» rsteer 1789. 4- A poer. glitte ro ). Woolcur 1790. 4. LIcroic Lpilt. ro rhe liing, b) 'l'homas )?in6ar ,791 4, Aelmoniror)- Lp. krom klare)- kkvmcr 179a. 4- -4 Glorie Lle»)-, on rhe luppokecl clemile 011 p. I'inä. , 790. 4. u. a> m. — Unzen. An Lpiloi-ue ro rhe lacc peacc 178Z- z. (stiuf Washington.) —> Dhe Eon- rrsit, a poiiric passiccio, >78?. 8. (Auf die Verbindung von Fox und Bürde in Prose. ) — l'ke Ekriltmals» rate 17 Lg. 4. (Auf Pitt.) — Speech ro rke Sun ok rhe poiiric klemiiphcre 1784. 4. (Auf Pitts Gegner.) >— 'De kcinplc ok rvic snü rke remple ot koll^, a v>Non i784. 4> ( Auf Foxc'S Gegner.)— 8sm. Liauke snel s.sselker/ Ounlian, a Wettminlier Lei. 1784- 4. (Auf Fox.) — l'ke Skeep, rtie Ouclc anei rke Eoclr, a ciram. kahle 1784. 8. ( AVf Montgolsicrs ersten Ballon, in Prose und sehr gut.) — De volnnrar)- Lixile 1784. 4- (Auf die engl. Verfassung.) — De lv Sac. ok Lerlius imicareä 1784. 4- (Auf Pitt.) — Nke progrcks ok Lolirics 1784.4. (Auf die Verfassung.) — >'ox'sklzrl,)-rs 178Z.8. (in Prose und nicht schlecht.)—> Ntie (ich kfuecn snä Lh)chcians, a poer. rs!e 1784. 4. (Die kranke Königinn ist England.) — LH. Loleinnn (A kariric peeraj-e okLnZlanit, incl. a Sar. on kelorros 1784- 4- (IN Prose und schlecht.) — Dke coslirion ren» conrre anriciparcci, a poer. elial. 1785. 4. — Ichc IZalloon 1784. 4. Inrn. 10. k(eizh CLiie nerv LoiciaZe 1785. 4. Und in f. ?oems 1791. 8. Eine schlechte Nachahmung von Churchills Rtsciabe.) —> Unze». Dt: Llaliiniaele, an her. Loem 178;. 4. (Auf Mistr. Hostings.) >—> l'ke Losto» moncaele ok Lolicics, in a keries ok kables 1784. 4- — A poer. Lpilile ro a kricnei in rhe counrr/ 1784. 4. (Satirisches Geschivsty.) — Heinr. Wnltcr (A kamiliar Lp. ro lh. Lamt» . . on che msnners snel chüraktcrs ok rtre age >784. 4> A rump aNci AoTen 1784. 4. »v-aro anä 'Lra^, or rhe clist'erencs berrveen reakon snc! hrnrsl inssindk a rsle 1784. 4. Verb, unter dem l!itcl, Z'he rlay's Woniror 1785. 4. SstuiNitl. in OogLrel Idimc, Und nicht schlecht.) Uiigcn. ^Ctie Srivt- tiaä an lnniidraliic mirror 1785. 4. — A rvtiimlicsl r!i.ipkoil/ on raxez anä rimcs 178;. 8." An Lp. kroni Will. Ivl (Xtakon) ro Will. Lirr 1785. (Eine Verspottung des rrstern.) — d4e?n. okSir Silrion Supple I78;. 8. (Eine nicht schlechte Spötterey über vorgebl^ chen Patriotismus.) — ch'Iie tot lies «k Oxkorel 1785. 4. I tie hrvinAlcr 178 4. — As >ou lilee ir 1785. 4. (Auf Fox, North und Comp.)—^ pro- baiionar/ Oäes d)- rtie varions Ean» eintarcs kor rke oi-ice ok rko l'oer Lauresc 1785. (ES sind deren 16 oder >7 und nicht schlecht.) — Die Lcauries ok rtie lZrinI ieisN 1785. 8. An Lp. trom Lei. Asdurron ro Will. IL (?!rr) 1785. 4. ?t>e Liemonislt, or Lelis ok rtie lls/ 17L5. AufRorth, Gvrdan und Miste. SiddonS.) — Drim anal ^Ltiummini 1785.4. (Ebensosehr Satire auf Pitt, als Lob auf Fox.) — (Hhe rears ok rdc Lanrtieon, or rde kaltiok che moclern Icarus >78). 4- — ^he itees, che Lion, rhe Alles snei orher hestts, a kahle 1785. 4- (Auf L. North.) — Die L'irriach in V. Eanr. !785- 4. (Alis Pitt.) — ^he Lidercine 1784.8. — George Lrnboe (l'ke neevs paper 1785. 4. (Auf Zeitungsschreiber, sehr gut ) — Unzen. (Apoiozia tecuneia, or a kupplcmen» rar)- rlpol. tor conkorinir^ 178). 8- Aus die Verfassung der cnglischenKirche.)— Eri» S a t Sat 195 0!r!c!zw5 on rke kiollisst 1784. 8. Brem. >785. 8. 2TH. Ei» Gedicht, um tcr dem Titel, lioiiisst, und dieses Jnn- haltcS, hat eigentlich nie existirt; in den angcf Lricieisms wurde gleichsam ein Entwurf dazu geliefert, der erste Theil ist eine Satire auf das Unter - der zweytc auf das Oberhaus. Von eben diesem Verf. sind Orohacionar/ Ostes kor rhe Lanrearkkip 1785. 8. und die policical lstikcell. 1790. 8.^ — Oke Uerslstrx ok dstarure, or Inltrukk. kor che Kinz ^rsrms 1785. 8- —> Oke koflies vk Oxkorst i?85. 4.—' kieconst rkougkr on rke prekenc ketinilkr/ 1785« 4- " Oke anricipacivn ok rke revierv ok rke kstorke.zusrsts 1786. 8. — Oke Osriiast !n III. k. 1786. 4. --- Ike Impeackmenr. a moclr her. poem 1786. 4. (Auf Burke, wegen der Hastingsehe» Sache.)?--- Oke parriocs Viiron, or rkes rriumph vk oppoiirion 1786. 4. (Auf Pitts Gegner.) — 7t poer. Lp. trom rhe Ohof) ok 8. )oknkon ro kis kriensts, Lcrakan, Iloxevpll, ?io^?i snst Oourcoe^ 1786. 4. --- Oke La- inenrarions ok Lstmunst che hstarr^r 1786. 4. (Auf HastingS.) Von eben diesem Verf. sind Oke LKiistren ok Okespis 17 86- 1788. 4- Z Th. Auf die Schauspieler, und schlecht.— Miß Ulisre (Olorio, a rale, seist ehe haz Kiew 1786. 4. Mgem. Satire.) — Oke Oreen-rnom mirrour 178Ü. 3> (In Prose schlecht.) —» prokarionar/ Osts kor ehe Lauresrkkip ok rke kto^. Ttcast. H7 a O-iz - rag vk rke karrest Istine 178S. 4. — Oke Lo^al Ttca- stemicians, a karce 1786. 8- (In Prose «Nd plump.) -- Oste ro rke King »r klenkeim 17L6. 4. --- Th>. Äusi?7 (Oke aze ok Lenins l/86. 4. Nicht schlecht, obgleich nachlclßig.) — Unge». O0H7 rriumpkanc over tVisstom 1786. 3. (lehr unbedeutend.) — Oke Ttstven- rures ok Lnciter irr Lonston . . . . 1786. IZ. — Oka parrior bearst, an her. com, Poem 1786. 4. --- Oke ^ilaniacs, a rra^ic- comlc rale 1786.4. Auf den Staatsrath.)InstianVerrea 17Z7. 4. (Auf Hastings, aber schlecht.) — 7t probarionsry Oste kor ehe Lau. rcaikkip, L. Xesce 1787.4. (Auf sleate selbst.) — G. X. AitzzeralS (Oka riststlc 1787.4. Führt de» Nahmen mit der That.) — Ungcn. Oke LsrrieiaUe 17 87. 4. Oer Tircl sollte eigentlich Oarricstiaste heißen; schon daraus ist das Gedicht zu beurtveilen.) —> itanae comicae evan^eli^aores, or rke comic k/o^s rurncst m. rkostiits 1786. 8. in Prose. —' G. Colman (In s. proks anst Veerse 1787 8. Z Äde. finden sich allerhand satie. Geoichle, im -tcn und zten Bde. als Oste ro OK» keurir^, ro Oklcvion, rlie Overs, » Ovcvn Lclog, u. a M.) — Unzen. (Zherckes ot rhe stay 1787. 4. Auf Hosleben.) — ltek.ekt. on riastia 17. 7. 4. — Oke ünal karewell 1787. 4. (Auf London überhaupt, und nicht ganz schlecht.) — Theoph. Swift (Oke remple ok koil^ in IV Oanr. 1787. 3. Gehört zu den guten, allgemeinen Sat. Ohe temale parliamenr 1789. 4.) ---- Unzen. Oke Lrirics 1787. 4. —Oks Oribunal, anst restect. on IlnpcackinA snst Impeackers 1 788- 4. (.ÄUfHaiiingS Gegner.) — 7t "Orip ro l'arnsikus >788» 4. (Aus Schauspieler und Schauspicldich- tcr.) — steiezstl, a poiiricat kcl. >783. 4. Von eben diesem Verf. sino: Lxcrakts krom che Ttlkum ar8rrearha>n or ktinilterlal Ttmukemenrs >788. 4. (Eine der glücklichsten Verspottungen des Ministeriums.) — U?. Chapmann (Ohe b'.lrriaste 1788. q. Auf den bekannten Herausgeber der Schriften dcS Deilendcnus, oder vielmehr auf die Vor, rede, und die ZueignungSschrist, welche derselbe seiner Ausgabe vorsetzte. S. die Satiren in lateinischer Sprache.) — Unzen. Oka Oonrroverlwste, an Lpilkla 1788. 8. Auf die Pricstleyschci» Streitigkeiten. --- A crnique on rks poer, Lik. vk VV. Ttrleinkon 1787. 8. in Prose, und aus die Widersprüche zw!- scheu Atk. Predigten und Gedichten. Ohe Laltsru Oheacre ereötest, SN her. evm. Poem 1788. 4. Auf eilt neu er« N 2 richte, richtetes, aber gleich eingegangenes kö- rügt. Theater. — Th. Grisfies Die ^lourne^ roLrigkron, an ker. com. ?ocm 1788.4.— In dem häiöilioclion, vr s pocc. Diio 1788. >-, finden sich Sat. auf Hofdamen, Kritiker, u. d. m. Ungen. Ostc 8. )oAnson ro ^lissr. ?iirale 0» her opproscliing reuprial^ l?88> 4- Lilierslir^-, or rsss stechest .Viacaroni 1788. 4. (Eine der fchdnstcn Satiren der nenern Zeiten auf die modischen Ausschweifungen.) ^ Detters trom bimplein rke leconei ro his Lrorher, snc! Kimon's ansevers 1788.4. >785- 8- (Auf die Hafiingsche Sache, und sehr gut.) Von eben diesem W>rs. sind, Lerrers .... t 'ur cke Vc^- Ungcn. Orlacruz or a Icasli uk porrrairs ,788- 4. (Auf die Wahl der Parlaments - Mitglieder von Wefimin. 'Dke rriumpii os Voipons 178 8 - 4. (Auf eben diesen Gegenfiand.) — ko)-sl recoliebtion on g rnur ro Lkcl- "reukam 1788. 8. (In Prose; auf den König, und nicht schlecht.) " Lo'/al maZnificence, or rlie enulions os sen in III Lank. 1788. 4. (Auf die Reise des Könige» nach Worceficr, sind auf die Menge der zusammen gelaufenen Zuschauer.) — l'iie ablief o5 Isillekampron >788. 8. (Erschien ursprünglich bereits im 1. 1780. und hier in der achten Auslagen besteht aus Jnn- schbiftcn auf alle damahls lebende, große, oder berühmte Männer.)— (CiieV^'reclc vt VVeilminlicr Kbize)', alias csseOr- ckcal ob sepulcliral (stancinur .... 17 83- (Eben so schändlich al» schlecht. Auf den König, und das Ministerium.) K poer. asteiref« ro che tat tiionslile laclies os L. Lrir. «788. 4> (Auf die weibischen Sitten des männlichen Geschlechtes.) — 7^ brics snel poeric. che- clarsrioe« srom a recoverinj- hstinisser (Lirc) cv Iiis sriensts 1789« 4- (Auf die Wiederherstellung des Könige».) --» Idegcncy 1789.4. (Aus den Prinzen von Wallis.) — Lolirical astvrarion, or selstreis ro rtie Oovil 1789. 4> (Auf Pitt.)— Die stearli, ancl stisscstivn, suneral procelüvn sne! rvill ob stAissr. Legcncy 1789. 8. (Aus den Pe. von Wallis, und seine Anhänger ) — The iicle. Lanrear, or Larnalsus in contu» Lon 1789. 4. Tke ro^al assrono- mcr 17L9. 4. ( Aus Hcrschel.) Von eben diesem Verf. unter dem Nahmen Toni Plumb, sind: Terraclivmal-oLion h^pcrcriricum, a Liece vt ?oes)- mcrr^ snei scclace 1789. 4. (Ans die Kunstrichtcr.) — Regum Luistee ro Iste- Aum Lo>v 1789. 4. (Aus Durkc's fehlgeschlagene Hofnuug bcy der Wiederherstellung dcS Königes.) <— O^-iiomackig^ or a contcss Lereveeii tevo viel lasties D89. 4. (Auf Bücke.) conzzrarula. cor/ Lp. ro ehe Dukes os Lorrlancl 1789. 4. " Tiic expollulsrion 1789. 4. (Vorzüglich aus Fox.)— Abr.stcvil- sins (/^ Worst ro ehe wilc, or, Lei- ronz beevare 1789. 4- AufFox, Burke und den Pr. v. W. ) — Ungen. 7^ sraZmenr rvhick eiroppcci srom rho pociecr ot s lorä 1789. L- (In Prvse und Versen, auf Banks, Euiiiberlaud, Mistr. Siddon», dir Hofdamen, u.d.M. Nicht ohne Witz.) — The poers ro- ttriKivns, or rlie Lrince ob Waies's Laurear 1788. 4. Lour plealanr cpistles 17L9. 4. (In Pevse, und auf den Pr. v. Malis, !ßyx, Shrrida» und Vurke.) — Die I'llc 1788 4. — Dose sor rtie Ooötor8 1789. 4> (Eine elende Nachahmung von Sivists -iävice ro » servanr.) — K Loem in bustitna- ttic verse 1789. 8. — M'Donali) (In s. däilceil. (Voilez stnden sich Mehrere Sat. unter dem Nahmen von Matth. Bramble.) — Sackvillc Cottor (In s. koemi 1788. 2 Bde. finden sich mehrere lehr mittelmäßige Satiren. — Tim. phece Lstie conreist ot Liiiv, Oivinicy, Ltiylik erc- 1789- 4. (Auf die Quacksalber in dirsen Wissenschaften.) — Un. gen. (Tsse selilimcncal mortier, or rke S a i S a t 197 rlis lcgac/ co dckltrs Heller kz-nck cepz . ) , 1791.4. Eine treffende Sa» kioni >7i>9- 8- schändlich. — 'kks tirr auf die Jacobinrr.)— ?oel Aar- recovcr^ , or rke roars «k taötion low (ck^ke cnuspirac^ »k Xings 1792. 1789. 4.— ck'ke ttrugglcs ot'Skeri- 4. Auf den neucrn Krieg gegen Frank- «lan 1790. 4. (Auf die Voraussetzung, reich.) — llnaen. 1'ivo der. KnillI. daß man ihn in das Interesse des Hofes ro ). kriesllez- >792. 4 — 17ranssLt. ziehen wollen.)— Hncanaciaiis, or rke »5 rke Konckon häerkoiiilt I^artons sukltance ot' a Sermon in a ck>llenring >79? 8. Drei?, nicht schlechte Episteln, däeecing- kouse 1788. 4. —- koeiic. in Knittelversen. Hn Kor. kpilt. rc> lauckariuns on 11 populär prcacker 'kk. kaine 1791. 4. — Klag, Ilsrion 1789. 4. — vklervsr. on rkeprelenc ot' rke XVKigs 1792. 4. Eine schöne Srace ot' rke lio^al Heaci. 1790. 4. Nachahmung der >ten Sat. des Juvenal. (Auf Revnolds, wie er dle Prälidcnten, —> (kke t'ruirs ot taötlon, s teries Stelle niederlegte; in Prosa.)— Lke^r ot^ kiötures raiccn t'rom regenerareck LinZ 1790. 4 (Auf Hastings.)— Ult- Krone«- 1791. 4. ^— Siveckenborg gen. H poütcripc ro rke nerv Karle rriunipkanc 1791. 8- Auf die Aerztc (iuirie l79o. 8. Von eben diesem Verf. des Königes, in Prsse und sehr plump, ist! Slirove kkuetria^ 1791. 8. -b Vlcmairs ot'rke neiv Inlett 1791. 1 2. seine koems >789- 12. 2 Vde. (wo er sich Auf die modischen Herren. — Vke Ant. Pasquin nennt) auch Satiren entt Jaclcc^ OluKK 1792. 8. zTH. (Auf die halten, weiß ich nicht. — lAe KIun- höhern Stände.) — 'kkekaviaä 1791.4. ckcrs ot' Inhalt)' 1790. 4. — )acicanck Nachahni. der itcn Sat. des Perfius. —. ickarcin, a pocc. Oial. c>n rke pro- korst kräszors sts^, or Lirz.' kageanrrzr polest repeal ok rke 1'ell Att 179°. 1792. 4. — H speeck ar rke XVKig- 8. — A Oollett ok Ortes, Songs anst Lluk 1792. 4. — °kke ou I, rks kpigr. againlt rke XVkigs >790. 8. —' pcacoclc anst rkestove, a takle 179?« kemale ckarattcrs in marricst liks 4. Auf Burke.— kor rke Vear 1792. 1790. 4. Mit vieler Kraft und Wahrheit co rlic Henri, Kast kittures placest in geschrieben. — Die Original rnikcell. gonct ligkr 1792. 4, — k'avocac cin koems 1790. 8. enthalten mehrere, er- stiakle, or Sarsn verkus kidtor 1792. träglichc Satiren. — dstostern koers 4. (Auf L. Lansdalc, und dessen Stcc» »79>. 4. (Gehört zu den nachdrücklichsten ligkciten mit P. Pindar.) VKs Sat. der Zeit.) — Hnnnal lcäsgne. Oikrslrar käonicies, or rke rigkrs ok Vilm, a ksllarl 1791, 8. (Treffend und Vlan, s takle 1792. 4. Ga)7 gut ) — Hn ker. kpiitis co Krim, (kke proclamariun, or lke ksteecing kuriec 1791. 4. — Anna t(atit. ok rke Oorkamires, an kp. I 792. 4 ) Zöarbaulo (Ihre kpistle ro XV. xvil- — Ungen. I'ke sturst)^ retormer, a kcrt'orce 1791. 4. kann in so fern ZU de» new Long 1792. 4 Vke brockers, Sat. gerechnet werden, als fie darindie- s pulir. polem. kcl. 1792. 4. (Auf jcnigen, welche sich der Aufhebung dcS Pricstle» und f. Gegner.) — skecck Sclavcnhandels widersetzten, scharf züch- ok rke rigkcz ok koys anri giris 1792. tigt.— Ungen. lockern Li (kons 1 791. 8. — Spring in konäon 1792. 4. 4. (Auf die neumodischen Sitten der Eng. (Auf die Londoner Lebensweise.) — ländcr.) — Ungen. ck ke Lope s )our- John Trumbnl iingal, a inoäern nev ro rtie ocker rvorlri 1791. 8. Ist epic koem 1792. 8. Eine glückliche größtentheils aus dem Franz. gezogrn— Nachahmung des Hudibras, auf drnAme- EeSües (Seine Issvrkollc csle 1792- 8. rikanischen Krieg, welche zuerst >78? in enthält cinc Menge satir. Züge auf mch- Amerika erschienen scyn soll.) — G. rece englische Sitten und Gebräuche.) — Gcboen (Innovation 179z. 4. Auf die Tim. Thrum (lAe ^äcmlries in reä französische Revolution.) I. Delap N z (Zeäirion -9S Sat Sat (Seä!r!on 179s. q. Auf eben diesen Gegenstand.) — Ungen. I'opsy 'Lurve^ I7YZ. 8. Auf die feanz. Demokraten. — ?ke leveilerz , or Larsnz priv)' Lcmr»- cil, in III O»nr. 179z, 4. — ^ pnec. Lp. te>LH. Lrrlcine 179z. 4. — Li- vc >poc>l Ostes, c>r ssscölnmsre Ostes sor riie Vear 179z. 179;. 4. " . z o z> l). bstir, ldhnst.) den alten gallischen Barden dergleichen Schmähend Tadelgejängc zu; und waruui sollten die u-ssrigen nicht auch dergleichen verfertigt haben? lind I. Avenlinus, in sei- Nen deutschen Bäuerischen Annalen, Fekkt. 1566. 5. erzählt, daß, so wie Tuisco Lob- gedichte der Helden, eben so habe Haber EchmähgedichteousFeigherzige undEhren- tose verfertigen lassen, welche denn auch zur Abendzeit öffentlich gesungen, und davon Eefanglichreo genannt ivorden wären. S. auch Schniidts Gesch. dcrD. Uli» >77». S. 491 und 508. — In den Werken her Minnesänger finden sich zwar ge- «ug cinzelc satirische Stellen; allein kein einziges ganzes, hierher gehöriges Gedicht. — Eben so verhält es sich mit de»» Rew,er des Hugo von Tciemberg (s. Art. Lehrgedicht, S. »05. b.) der aber mehr zu den Lehrgedichten, als Satiren Kehhei,)) Auch Reinecke der Luchs tst mehr zu jenen, als zu diesen zu zählen. Die genauesten Nachrichten über dieses Buch finden sich in Hrn. Flügels Gesch. der kom. Litteratur, Bd. z> S. -L U. f. — Thesö. Schornbeck (1480. Ihm wird „Ein schon Spiel von Fraw Jutten, welche Bapst zu Rom gewesen, t»nd aus lhrein bäpstlichen ssceinin pekko- zsts auf dein Stucl zu Rom ein Kindlein Zeuget . . Eisl. >;ss? g/' von dem Herausgeber, dem M. Hier. Tikesius zugeschrieben.) Seb. ^rairdt (ff,50s. Da die erste, lateinische Ueberseyung seines Niv - oder Narrenschiffes , schon im I. »48g. 4. gedruckt sev» soll (s. Oekure LidlioZr. Leil. Oiccr. Bd. >. S. 428.). so sollte die erste Ausgabe des. Originals früher, als im I. >494, erschienen i'eyii. BiS jetzt aber hat sich nicht die geringste Spur davon gesunden; und H. Panzer (Annal. der äitern deutschen Litterat. S. 2»;. vcrgl. mit S. 27;.) bezweifelt daher das Daleyn jener lateinischen llebcr- setzung. Die Ausgaben des Originales selbst sind von eben demselben, und im >7ten Bde. der Vidi, der sch. Wissensch. S. 244. beschrieben worden. Es wurde in eben dem Jahre (>494) bereits vicr- mahl, als zu Basel 4, Nürnberg 8, Reutlingen 8, Strasburg 4 , aber auch das letzte Mahl, bereits mit Zusätzen und Veränderungen gedruckt. Siechte Ausgaben sind noch zu Basel 1506. 4. >;c>s. 4. erschienen. Plattdeutsch, Rostock 1519, Ueberietzt in das lateinisch!,', vonJac. Locher, (1488. 4.) ^cgcnr. »497. 4, Lot. 1497. 4. 149L. 4- 1^572.8. Von Jodoc. Badius, aber mit Zusätzen und Veränderungen, oder vielmehr nur, nach Brandts Muster (denn der Verfasser hat es nur mit den Thvrheiten drs wrtblicheu Geschlechtes zu rhnn) 1496. 4. Par. >695. k. In das LranzosisiBc, von einem un- gcn. in Versen , Paris 1497. 4- Vo» einem andern Ungen. in Prosc, um allerhand Veränderungen und Zusätzen, Lvou 1579. 4- Das Werk deS Jodoc. Ba. diuS, von I. Droyn, in Versen und Prosa, L»vn 1498. k. Par. >;c,i 4. Lyon >58z. 4, (S. hierüber GousetS öibl. b-ünc. Bd. X. S.. 19!. U. f.) In das Englische, von Aler. Barelay (f >552) in Oetaven, Oonst. 1509,. >590. to!. aus welcher Warton, im -ten Bd. seiner blittorze ick lingl. Luscr/» Abschn. Vll, S. 24QU. f. Auszüge liefert, woraus man sieht, daß diese Uebersetzung sehr freu ist. In das -Hollanoiscbc, Lcydcn,6»c>. 4. Doch muß eine frühere da seyn, weil Bar- ela» sich deren schon bei» seiner englischen bediente. Der Eindruck, ..welchen has Merk S L t S a t iy? Werk zu seiner Zeit gemacht, erhellt so wohl aus den angeführten manchcrlco tlebcrsetzungen, als noch mehr daraus, daß Joh. Geiler von Kavsersberg schlzio) Predigten darüber hielt, welche Jac. Other (Echer) zuerst, lateinisch, Strasb. 1510. ,5,,. 4. ( S. Puuzers Annal. S. 4Z4.) und Deutsch, Joh. Pauli, Strasb. »520, t', und Nie. Höniger. Bas. ,574.8. herausgab. Einer plattdeutschen Ucber- setzttng, Rostock »519. (>579) wird in C. F. Schmidts Necrolog S. >7- gedacht. Ton den vielen Nachahmungen desselben will ich nur das „Nurrenschiffvon Vundt- schuch (15,4)4." anführen. Nachrichten von Brandt selbst, und seinem Werke finden, unter mehrern, sich im iten Bd. des Alten und Neuen, aus allen Thcilen der Geschichte, IW. XV. In dem deutschen Merkur, Febr. und April 1776. Nov. und Dccemb. 178;. JnbemBür- gcrfreunde, Strasb. 1778. 8. In Hrn. Schunds Nekrolog, Beel. 1785. z. S. t. li. f. In L. Meister» Charakteristik deutscher Dichter, Zürich 1785. 8. >tcr Bd. S.Z55. In Hrn. Flögels Geschichte der komischen Litteratur, Bd. z. S.99 u. f. ti. a. m. Und von Geiler von Keysers- bccg, giebt dergleichen Jos. Ant. Rieggers., in den ^moanirac. Üccer. t'alc. I. S. 92. und L. F. Wierling in der Dil- jcrrsr. cke I. (steileri Script, ^erm. /tri-enc. 1786. 4.) Ie>k. L.lct7le»l- bcrg (Ich sehe seine Pcenosticatio . . . >49?. 4. mit Kupf. (S. Panzers Annal. S. 229) unter die Satiren, well sie wenigstens zu der bekannten Rabclaischcn ?r»Anolkic!>ri»n Anlaß gegeben zu haben scheint, (S. die 2tc Ep. vor H. Bebels b'acer. der Antw. Auög. v. I. >54>.) und es wenigstens nicht gewiß ist, ob die lateinischen und italienischen Ausgaben, clltcr, und llcbcrsctzungcn oder das Original sind. Daß sie inir Gengenbachs Nollhart . . . einem Fastnachtsspiel >5>7. 4. in einiger Beziehung steht, zeigt qer Titel der letzter», und die Aehnlich- kcit der Nahmen. S. übrigens N- Bibl. der sch. Wissensch. Bd.-;. S.s;u.s.)-^ Ungen. („Von den losen Füchsen dieser Welt,"... soll bereits >49; in braban» tischcc Sprache geschrieben worden seyn, und ist deutsch, unter andern, Dresden >58;. 4. gedruckt worden. S. Marhofs Unterricht von der deutschen Sprache . . . Lübeck ,7,3. 8. S. z ;8. und Hr. Flögcl o.a.O. G.>Z8.) — Unze».(DieWelsch Gattung, Strasb. ,;,z. 4. S. Panzers Annal. S. ?;?. dl. 76..) — Joh». von Morßkeim (Spiegel dcS Regiments in der Fürsten Höfe, da F.raw Vntrewe ge» waltig ist, Opvenh. 1515. 4. Mit ecwas verstndertein Titel, Fest, am M. 16,7.4.) — Dierricl? v. Plenninzcn (Von Klaffern . . . Landsh. 1516. 16I.) —. -Hier. b^mscr (f 1527. Seiner ist schon beo den lat. Satiren gedacht; er hat auch einige deutsche Schmähschriften auf Luther geschrieben, die Hr. Flögcl a. a. O. S- >;z u. f. anzeigt. S. auch G.F. Waldau Nachrichten von Emsers Leben und Schriften, Ansp. 178;. 8.) —- Birk. Pirkheimcr (Ii >5Z°. Eine Missjvc, oder Scndbetcf ... an den hoch- berühmten Bock Emscr . . . 152z.. 4)^ Ulr. v. Hutten (s izsz. Ausser seinen bereits angeführten, lateinischen Satiren,. werden ihm zugeschrieben: >) Ain schöner OialoguS von Wart. Luther, und der geschickten Pottschaft aus der Helle, die falsche Gavstlichkayt und das Wort Gottes belangen . . . 15-5. 4. 2) Klage über die unmäßige Gewalt der Päbste, 5. 2. er I. 4. z) Natürliche Abmalung des Pabstthums, 4. und , unter der Aufschrift, Aufwecker der deutschen Nation, >6z-. 8. 4) Karsthans, L. l. er 2. 4. 1522. 4. ;) Auf Murncr.) — Tkom. LNuuner (i;;6. z) Narrcnbeschwcrung, Strasburg 1514. 4. i;>8. >522. 4. modcr- nisirt von G. Wickram, cbend. ,;;6. 4. >6,8. 4. 2) Der Schclnienzunft anzci- gung alles weitlcinftigen Mntwilis, Schalck- heit.cn und Bübcrcven dieser Zahlt 1511, 4. Augsb. >;>z. 4 .15,4. 4. Strasb.,5,6. 4- >558. 4. Franks. 1567.8. ebend. >6r8.8. (Mit vielen Auslassungen) Lat. von Joh. Flitucr, Franks. 1620. 8. >6Z4. 1644. ,66z. 8. Holl. 5. I. er 2. (>645) 8. Mit Erlstut. Halle 1788. 3- z) Die Mülle 3! 4 von 2oo Sak S a c von Schwindelshcpm lind Gredt Müllem 4. Wider Hans Worst,Witt.lk4>. 4. rinn Jarzept, Srrasb. 4. mit (Auf den Herz. Heine, v. Beschm.) Dcs Hoizsonitken. 4) Die Gauchmatt zu straff Rom. Pabstes Ursprung und Weißaguug ollen wpbischcn Manne» . . Pas. >519.4. zulünsliger Ding 4.) — Iloh. Cock- Mit etwas veränderten, Titel, Frankfurt lau» (s >552. Ausser seinen bereits ans ,;6;. g. in Prosa, mit untermischt",, Ber- geführten tat. Pasquillen, Poctspiel M. seil. 5) Bon dem großen lutherischen LurhcrS . . . Maynz i;z,. In Form Narren, wi jn l). Murner beschworen eines Drama, in Jamben abgefaßt.) — hat, 4. in Versen. 6) Am neu Lied von Er. Alberus (h >zzz. >)Dec Barfüßer Andcrgang des christlichen Glaubens, in Mönche Euicnspiegcl und Alcoran, mit Prüder Veiten Thon, 4. l. s. er l. einer schönen Vorrede ll-Marl. Luthers, 7^ Xaicilüzn'um, im Grunde das Model ohne Dructorl und Jahrsz. ,2. (i;z> ) zum Kechrralmanachr. Auch werden in Witt. >542. 4. ,57z, g. Mit etwas ver- Pauzecs Annale», S. 4Z9 u. f, noch ei- ündcrtem Titel, und verm. 1614. 8. Annige Screittchristen von ihm gegen Luther ders geordnet und auch mit andcrm Titel, ongeführt, S. übrigens G. F. Waldau Halle 16,5. 4. Eine llebersetzung der Name, von Th. Murners Leben und verschiedenen, unter dem Titel, E»rito» Gmriften, Nürnb. >775,8,)»»? Pamph, rnirares 8. Wsncifci» bekannten, UN- Geisenbach (Ließ ist die Gauchmat sinnigen Mährchen, begleitet mir saci- . . . wioer den Eebruch und die sünd der rischcn Randglossen und Anmerkungen, vnkstschheit, s. I. er z. 4. S. Panzers welche aber tu der lchten Ausgabe fehlen. Ännaien S. 4Z,;. dst. 966.) — In die- Es gicbr auch französische und lateinische sen Aeitpunct fallen eine Menge, die Re- Ueberschungen dieses Alcorans. S. den formation betreffende. Streit, und Sstvtt- zlen Pd. S. -60 u. f. der Flögelschen schritten, als „Wider die Messe >;-g. Gesch. der komischen Litterat. z) Neue 4505« und im atcn St des >tenBds,von Aeiiung von Rom, woher das Mordbrcn- G. T Strubels Neuen Beute. zur L!t> nen konime . . . >>42. 4. z) ein Liaio» terat. Nürnb. 1790, g, — Pasqnillus in gnS, oder Gespräch etlicher Personen vom freundl. und auch ehristlicdcm Gesprllch Interim. Jteni vom Krieg des Anti- zwischen dem hotq. und Orcbnünx« . . christ zu Rom, Babst P.Iii. . . . Item j. i, er s. g. u, a, m. wovon im >!en Th. von den Zeiten des Jüngsten Tags, 1548. 4. der Beute, zur Geschichte der deutschen 4) Elend hoch wohl getroffene Eontrafaetur, Sprache, S. 259 und -98 nähere Nach, da Jörg WiZel abgemalet, wie er dcn Ju- richt gegeben wird, >— LNarrin L.u- das Jschariot so gar ähnlich sieht, 4. in ?her (Warnung an den Bock zu Leipzig; Versen. 5) . . . Von Jorg Wichels Le- Auf des Bock zu Leipzig Antwort, u.a.m. den, und dabei) Ludus Svlvani ver- Kegcn Emser; Bulla Lene Domini: deutscht... >5Zy. 8. 9) De grote Wol- d. i. Sie Bulla vom Abendfressen dcS dadt, so vnse Herr Godt, dvrch . . . M. olleeyevligsten Herrn des Babsts .... Luthrr . .05 der Wcrldt erlöget .... Wittenb. 1522. 4. Wider dcn neuen Ab- 1546. Jn Reimen, in welchen Erasmus, Lott, und alten Teufel, der zu Meißen Wichel, u, a. m. heftig gezüchtigt wee- soll erhaben werden, Wittenb. 15-4 4. den.)—>-Hier, Ranschep (1560. Hundert Gegen die Heiligsprechung des Benno, auserwcltc, große, unvcrschcniptc, . . . Ein neu Fabel Esopi . . . Halle 152z. 4. papistische Lügen . .. >562 -1564, g. z Th. (Auf Joach. Miriejanns, und Joh. Hau- tlebersedungen aus verschiedene» Legenden,, senberg, welche Luthers Verheuralhung mit brißcndrn, und groben Randglossen ongezapft hatten.) Etliche Sprüche ... und Erinnerungen.) — ?oh. Naftis, wider das Evncilium Oöstniitlrnse, wollt (1588. lieber srine Schandschriften gegen sagen Constantiense 15Z5. 4> Dir Legend Luther und die Reformation, s. Fiögcls von S. Joh. Lhrysostomo .... Witt. Geschichte der kvni. Littcratur, Bd. z. S.zso.) S ar Sat sei S. Z°2.) — Striae. Gpaiigenberg (f i6c>4. Wider die böse» Siebe» ins Teufels Karnoffei Spiel, Jena >562. 4. Veranlaßt durch eine and! c Satire, welche de» Titel hat: Frage des ganzen H. Ordens der Äartenspiclee, an das Conci- lium zu Mantua, 4. Jene sieben sind P. Pius, tstmprsiius, StaphviuS, Agri. sola, ContarenuS, und die Buchdrucker Gennep u-sd Hosius. lieber das Karnöf, felspicl selbst, s. den deutschen Merkur ,7 »z. >tes Viertels, S. 74.) — K.uc. g)s>an0er tf >604. Wegen seiner Schmähschriften, s. Hrn. Flögels Werk, a. a. O. S. — Ioh. Fiscbarr, Menzcr gen. (Ausser (schon gedachten Ucbersetzung des Rabelais, führt Hr. Fiögel, a. a. O. S. z-6 u. f. nachstehende Schriften von ihm an: ,) Von S. Oominiei des Pre, higerniöncks, und S. Francisci Barfüßers, arrlichem beben und großen Greueln . . . von I. F. Menyern >571. 4. 2) l^nvlni Beschreib - und wahre Abeontcrsiyung 28 Rom, Päbste in küustlicheui Holzschnitt ab annu iz^Z . . . . Strasb,. »7Z. tot. 5) Aster Practic Grosmutter. Die dick« geprockte Pantagruelinifthe Btrugdicke Procdic, oder Pruchnastikaz, Lastasist, Bauernregel oder Wettcrbüchle!» auf alle Jar und Lande gerechnet und gerieht .. . :;?4 und -; 98.8- Eine Nachahmung der, ursprünglich aus dem deutschen gezogenen 't'anragrneliNe?soAnnliicarion dcS Rabelais, ein satir. immerwährender Labender, 4.) Oer Barfüßer SecteN und Kuttenstreir, dem Je. P. Nas. und seiner Anastomy zu Liebe gestellt . , . . zum zwcpren Mahl abgedruckt be» der Ausg. des vorhin nngesührtcn^Barfüßcc Aicorans vom Jahr 1614. 5) Die wunderlichst, unerhörteff Legend und Beschreibung des abgeführten, quartierten, vier» hörnigen Jesuitcnhüttlcin, 1580, 1591. 159z. 6) Oc lVIagvruni Oaemono» msiiia. Von ausgelassenem wütigen Teu- felsheec allerhand Zauberern, Hexen und Hexenmeistern, Unholden, Tcufelsbc- schwörern, Wahrsagern, Schwarzkünstlern,'Vergiftern, Augenverblendern .. . Etrash. t5Sl. !9Z6. 8. i;9t. f. Aus dem Franzis, des Bodin. 7) Oarsl. Lars- Ii>i-or. peiperuo tiursbilis, d. i. ein eivigwerenlcr, Gordianischcr, Pergameni» scher, und Tirraninouischcr Bibliotheken gleichwichtigc, und richtige Verzeichnust und Registratur.. . >;so. 8- Eine Nachahmung heS bey dem Rabelais befindlichen Verzeichnisses der Bibliothek zu St.Bietvr., 8) OaS philosophisch Ehezuchrbüchlein... Strasb. i;s>. 1597. 1607. 8. nebst der Abhandlung Piutarcbs über die Kinderzucht , Erasmus Gespräch über den Ehestand und des Bischofs Guevara Schrift, Wie sich Eheleute verhalten sollen, Auszüge daraus finden sich in Hrn. MristcrS Bcytr. zur Gesch. der deutschen Sprache, >777> 8. Th. i. S. 2Z5. s) Podagram- misch Trostbüchlein . . . 1577. >!9>. 8. Strasb. 1604. 3. Die Rede selbst ist aus dem Lateinischen des I. CarrariuS über, sitzt; auch findet sich B. PirkhcinicrS Lat. Lob des Podagra, In Reimen über, sitzt, dabei). Eine aus dem deutschen wieder in das Lateinische gemachte Ucbersetzung findet sich in Dornavii Bmpki. rb-srr. l>arr. 2, S. -99. 10) b). Joh. FischartS, gen. Mcnzcr, Erklärung und Auslegung einer, von verschiedentlichcii zahm und wilden Thicren haltenden Meß . . . Strasb. >6c>8, 5. Hr. Flögest, a. a. O. S. z;>. glaubt aber, daß diese Er, klärung, die aus einem Foliobogcn, in dessen Mitte die Figuren in einem Holz, sticke abgebildet sind, schon vor dem I. >58-, erschienen sip. 11) Bienenkorb des Heil. Römischem Reicks JmwenschwarinS. aus dem Holl, des Phil. Marnix Herr von St. Aldegondc übersetzt, oder nachgeahmt, Christi. -579- >!8>. >586. Lestpz. >657. 8. Eine ncne deutsche Hebers, erschien Amst. >7ZZ. 8- >2) bstolce xo iplum. >;) Nachtrab, oder Nehclkrähe wider Geckest Rab (Joh. Jae. Rabe.) 14) Die Spiegekul Gesangweis. 1;) Stimmers biblische Figuren. l6) Ein Gedickt von dem kunstreichen Uhrwerk im Münster, in Schadäi Beschreibung des Münsters S. zy. >7) Schwalm, und Spatzenhcyr. >8) Grillekrottestischcgcyst- lose Mül zur Röm. Frucht. Hierzu kom. N 5 wen 202 S a t S a e tuen noch: 19) kalsllcuz ibLsllesscorum, krct'r. 1582. g. oBd. To) ScineEr- klsrung dcr lar. zu den biblischen Figuren gemachten Vcese des P. CrusinS, Strasb. >615, g. Ausführlichere Nachrichten von tiefen Schriften finden sich in der Flö- Helschen Gesch. der komischen Litrecat. Bd. z. S. z-6 u. s und in dem Bienenkörbe kommen noch Titel von einigen Bü« chern mehr vor, welche Fischart geschrieben hat. Das Leben desselben hat L. Meister, in s. Characteristik der deutschen Dichter, Bd. 1. S.?z. geliefert; aber es dürfte schwerlich den Geschichtsforscher befriedigen. S. übrigens die Art. lLrzäb- lunz und Gcber;haft.) — Gottl. Dacbtler (1) Affenspiel der Bettclmön« che mit dem heiligen Evangelio iü,z. 8. s) Von den Janitzarcn des Pabst (Jesuiten.) z) d-ederix ffeluicic», d. i. Jesuitischer Schlangcnbalg , . . Frankst. -4,4. 4.) — rvenc. Schilling (Der Lügcnmantel Jae. Mariini, ivelchen er ganz unverschämt dem Luthcro sich unterstanden zuzuschreiben, . . ) — Heinr. Graun (Rcsormir Spiegel des weltlichen Balis« und wahren Anticbristo zu Rom . . . lüzo, 4. 2Zch. Lateinisch, 162z. 4-) — Franc. Albanun ht iüzy. Ein- fstltigcr Röniischcatholiscder Münchscsel, Wittenb. 16Z7.4.)— . Unter dem Nahmen Erasmus Lhrysophilus: Schimpf und crnsshafte Clio, Jena >6.,2. 8. -Th.) — Joh. U?ilh. ^.gurenbcrg (ff 1659. Seine, im I. 1654 8. zuerst gedruckten, in niedersstchsischer Sprache geschriebenen, Satiren, sind, unter der Aufschrift; Weer olde Scherzgedichte . , . Cassel 1750. 8. iviedcr abgedruckt ivordcn. Sic befinden sich auch bey Rachels satirischen Gedichten, Bremen 1700. 8. und den folgenden Ausgaben derselben. Hochdeutsch erschienen sie, ff. I. 8.) ---- ?oh, Valrb. Selonppius (ff 1661. Seine Lehrreiche Schriften . . . Frkft. >677. !ü8a. 8. enthalten eine Menge satirischer Aussage.) — Iac. 2dalSe (s 1663. Ihm wird das?srscioxou musscum, d.i. neues geistliches Lied von einer wilden Sau « . Satire aus Luther, zugeschrieben.) — Joh. Miel). Moffcbe- rosi-h (f >669. Seine Bearbeitung der Trssume des Dluevcdo ist bereits S. 167.». angeführt.) — Anidr. Gx^ph (ff 1664. Bep s. Vermehrren teutschen Gedichten, VreSl. 1698. 3. finden sich „zwcv Elraf- gcdichre/' welchen es nicht an Werth fehlt. Auw kann der „Heldenbrics" dls. großsprechcriscycn Hauptmanns noch zu den Satiren gerechnet werden.) — Joach. Rachel rff >609. Sechs seiner Satiren erschienen zuerst Frist. >ü6g. 8. vermehrt mit vieren, cdcnd. iü6z. z, Frryburg 174z.g. (Berlin 17;?. 8. Sein Leben findet sich in Hrn. Schmidts Nekrolog S. >zo.) —, Ioh, Pcaloriun. (ff 1630. ffliilnffopiriz Lvius, oder Phi- lvsc Vieh der Weiber . .. . Leipz. 1662. 4.) — Mich. FreuSe (ff 1652. A la Mode Teufel, oder Gewissensfragen von der heutigen Tracht und Kleiderpracht, Hamb. 1S8T. 4. S. Journal von und für Deutschland, Jahrg. 1788. I. 4Z2., II. 25z u. f.) — Joh. Dan. Major (ff >6?;. Secfarth nach der neue» Weih ohne Schiff und Segel, Kiel 1S70. 4. Hamb. 1632. 12, Auch wird ihm ein, Aufsatz „von Pasquillen,^ zugeschrieben.) — Simpiiciun Simplicissimus odcr Samuel Greifenfohn von Hirfch- felb: zein angcnomnienec Nähme (der abentheurliche Simplicius Siiiipiicissi» niu§, Nürnb. 1669. 5 Bücher; Fortsetzung, cbcnd. 1671. iT. Mit Vercim, dcrungen und Wcglassungcn, (Wien) t7So. 8. Oer ewig wclhrcnde Caicndcr 1670. Oer sarnrische Pilgcam 1S70. Die Landstörzcrimi Courage >670. Der abentheurliche Springinsfeld 1670. Der keusche Joseph 1670. Die anmnthigr Licbs- und Leidsbeschreibung Dielwalds und Amc- linden >6?o. Der deutsche Michel; (In wie fern „des Weltberühmten Limpli- ciifimi Pralerep und Geprüng mit seinem teutschen Michel, 5. !. i6zz. 12." sich hierauf bezieht, weiß ich nicht; nach der Jahrszahl dieses Auss. zu urthcilcn muß der deutsche Michel schon früher crschic- km scyv.) Las Rathstübel Plutonis; die Sat S a. k 20z die verkehrte Welt; der fliegende Walk dersmann nach dein. Mond; satgr. Ge- sichr und Traumgeschicht von Dir und Mir'; kurze und kurzweilige Reiscbcscheeibung nach der obern neuen Mondswclt; das Galgcnmännlcin, oder vc»n Allräunchcn (ivogegen Fronimschmidt, odcrJ L. Hartman,! Anmerkuiigeu herausgab); der flolzc Welcher» Ungerechte Ursachen, warum Simpl. nicht katholisch werden könne; der erflc BflrcuhckutersanimtSinis'l. Gaukeltasche; klsnifcik» wldcr diejenigen, welche die rvth - und güldnc Bärte beschimpfen; das wunderbare Vogelnest: schnmtlich im atcn und zten Th. dcsSim- pliciuS, Nürnb. >e>8g. 8. Ebeud. mit dem erstem, und unter dem Titel, deutscher Simplicrus roäivivuz, 1.71z- g. z TI). Auch wird eben diesem Schriftsteller noch der Weltgucker >679- 4. so wie der über, aus kurzweilige und abentheurliche Mal- rolui von stiebendem 1686. 1-. und eine UebersclZung von Franc, 2 Lisultro t-essia civirarch 16z I. zugeschrieben. Noch bis seich ist, so viel ich weist, der wahre Nähme des Verf. unbekannt. Hie angeführ. ten Schriften, sind sämmtlich satirischen Jnnhaltes, und ihr Andenken, verdiente wohl wieder hergestellt zu werden.) —. FeLedr. -Xni). ^.uvewig Freph. von Canitz (f 169s. L» ftuien Gedichten, welche zuerst, unter dem Titel, Neben, stunden in Gedichten, Verl. 1700. 8, von Lange, zuletzt, unter der Aufschrift, Gedichte, von Joh. Illr. König, cbend. 1.7-7. 8. herausgegeben wurden, finden sich neun originale, und dre» übersetzte Satiren, Einige von jenen sind von Mich. Huber,, in dem LKmx in das. Französische, und die silmmtlichcn Gedichte, Flor. 175.7. in das Italienische übersetzt. Etwas feinere und bessere Sprache, als Rachel, aber sehr matte Darstellung, Sein Leben sin, det sich in der letzten Ausgabe, so wie in dem angeführten Nekrolog, S. >55. und in Hrn. Meisters Charakteristik, S. -:;..) — Chrstn. rpeise (f 1708. Die drey Ärgsten Erznarecn in der ganzen Welt .... 1676. 12. stcipz. 1704.12. AngSb. 1710. iz. ein satirischer Roman, Auch können noch hierher gerechnet werben, dessen kurzer Bericht von dem politischen Näschce, stcipz. 1680. 8-. und Phecopo- nandcrs böse Frau im I. 16.8;.) — p. v. Xvmkler (Orr Edelmann, Frankft und Leipz. 1696. s. mit Ä. Auf dieTbor- hciten des Adels.) AhraH. v. St. Clara ('Hl7°9. >) Ganz neu ausgehecktes Narrcnnest, ober curieuse Werk« stat mancherlei Narren und Närrinnen, Wien 1751. 8. zTH. Holl. Amst. >757. z. -Th. 2) Etwas für Alle, d. i. eine kurze Beschreibung allerley Stands. Amts und Gcwerkspcrsone» . . , Halle 178;. 8. N. Aufl.) Ungen. Hundert Ausbün- digc Narren in einer neu aufgewärmten Alapatritpastctcn . . . Nürnb. 1709. 4. Hundert ausbündige Närrinnen nach voriger Aiapatritpastetenart .... ebend- 171z. 4. Cl>rjkn. M?ccnicke(f i7io. Von seinen Gedichten rechne ich hier nur sein Heldengedicht, Haus Sachs, Sa« tirc auf Postel, her, .das unter dem Titel, Versuch in einem Heldengedicht, Alt. 1707. 8. erschien, und bei? den Ausg. seiner Gedichte, Hamb. 1704. 8. Zür. 175c» und 176z, z. auch in der Sammlung Crit. Poet, und andrer geistvollen Schriften, St. 1. S. 117. befindlich ist; das Leben des Dichters im Nekrolog S. 176.) —> Joh. Gottfr. Deisler (s, 1711. 1) Las verdeckte und entdeckte Eamaval .... fi. I. -r s. (vorzüglich auf dir lutherischen Geistlichen.) s) Neun Priesterteufel, d. i. Ein Sendschreiben vom Jammer, Elend, Noll? und Qual der armen Oorfpfacrer, wie sie von ihren Edellcutcn, Küstern, Köchinnen, Kirchvätcrn, Bauern u. d. m. .... geplagt werden, t. I. er a. 8- z) Sieben böse Geister, welche heutiges Tages guten TheilS die Küster, oder so genannten Dorfschulmcisier regieren . . . Cosmopel 8. 4) Die Wohlekrwürdige,. Großachtbare, und Wohlgclahrte d/lers- . , , 8, 5) Dlc Hochcdlc,, Vestc und Hochgelahrts Ewolke-tnAi-^ oder Allwissercy, uls Ober-Hosmarscbal- linn, und Geh. Räthinn der neunKpust« göttinncn . . 8. 6) S. Q Ihre k>»e. cLliou? die oder Vcrstehercp« eis 2z oder Communitüc-Cassr. . . 8. 8) i>/n> plis issiicc>!»Aics . . . . I.ugci. ö-r. l7-zi. L. y) Die Hochchr« würdige, geistreiche und Hochgelahrte I'iievmaeica ... 8- >c>) Die Hoch- rdie, Beste, Hochgelahrte und Hocher- fahrnc Phystea . . . z. ii)SicWohl- ehrbare, Viel Ehr- und Tugendsame Ethica ... 8. Hicse letzteren Schriften sind natürlich nicht gegen die Philosophie selbst, sondern gegen die damahls herrschenden tabellarischen Methoden gerichtet, und in lat. Tabellen, mit unge- reimt-n llcbersetzungc» derselben abgefaßt. So gut übrigens die Idee scnn mag, so niedrig und gemein und schaalwitzig ist die Ausführung.) — Icch. Riemer (s 1714. Renne dich, ober ich fresse dich, d. i. deutlicher zu geben, /)»r,s>Liiczramersnz- zzarbeu^eäöMjchiirchisicarinncz s-oe» ricse. oder Schellen und scheltenSwür- digc Thorhcit böotischer Poeten in Deutschland . . Northansen 167z. g. Auf die Riimsucht.)— 2ilia. Conlin(Oex christliche Weltiveise beweinet die Thoeheit der ncuentdeckten Narecnwelt . . Bobiburg (Augsd.) 1706. 4. 7 Bd. Mit Kupf. Ein anderer Abraham von St. Clara, und ungereimter noch, als jener.) — Lr;. LaUenbacb (1) Wucmland, nach kandesaet, Regiment, Religion, Sitten und Lebenswandel. . . vorgestellt . . . 8> (Ein Lustspiel, in welchem allerhand Würmer geschnitten werden.) 2) le.clipi'es polirlco m-irsla?, ficht- und unsichtbare Staatsfinsternisse . .. L. z) flri snce läse, auf die alte Hack .... oder die von den Todten erweckte alte Welt . . 8. 4) Ouaii, 5. muncius yusüücsrus, !d. i die guafifieirlc Welt . . . 1715. 8. 5) c)ualiverv, der hinkende Bolt hat sich wohl . . . 1715. 8. 6) L-enesluAlZ kssiiidirarum, des uralten dstiii Stamm- haaß, Geburtsbrief u. s. w. .. . 171;. 4. 7) l'acr e>.ncum annarurn ... hex bor Augen liegend Handel und wandelnde!! Welttflglich anhaltendes Kinderspiel. ..'8. g) Alnianach, Welt - Sitten- Staat, Marter Calcndee, gerichtet anfalle Schalt» jähr . . . 8 ) »- Chr. FrieSr. Hu-. nolo, Menantes gen. (f >721. Durch einige von Wcrnlckens licbcrschriften gereizt, und vielleicht von Pvstel aufgehetzt, schrieb er gegen den erster» die satirische Kombdie; Der thörichlc Pritschmeistcr, oder fchwernicndc Poet. . . Cvln (Hamb.) >704. Z. Ein elendes Ding. Auch fin, den sich, in s. so genannten Galanren und verliebten Gedichten, Hamb. >704. 8. mehrere Satiren, als der Poesie recht- müßige Klage (ebenfalls auf Wernicke) u. a. m. Sein sacycischer Roman, welcher im Ganzen ebenfalls hiehee gehört, ist öfterer, als Stade ,71g. 8. 2 Th. Fest. t/z:. 8. 2TH. gedruckt. Dieser Roman scveint, zu seiner Zeit, eine Art von Einfluß, ans nnsrc .Romanschreiber gehabt zu haben; wenigstens, erschienen! nach ihin, mehrere Arbeiten der Art^ als: „die kluge »nd nflrnsche Welt, in einem lustigen Roman, mit satiirischer Feder entworfen, von S. M. k. l. >7 22.8. u. a. m. S. übrigens Geh. Nachrichten und Briefe von Hrn. Menantes Leben und Schriften, Cöin >7Zi> 8. wovon sich ein Auszug in Gottscheds Bchtrflgen zur eeitilchen Historie der deutschen Sprache, St z. N-6. findet.) — Ungen. Poetische Frieassee, aus galant, verliebt und satirischen Gedichten von Perimonlani- queeano, Cöin 1715. 8. — Barth. Leino (s >721. Eine Sat. auf die Geld, sucht, im I. 1704. Mehrere Nachr. von leinen Streitigkeiten mit einem Ham- bnrgischen Geistlichen, I). Krnmbholz, und von mcheeen handscheifrl. hinterlasse- nen Satiren, flnden sich in Möllers (Sim- brio licrei'zra.) Joh. Chrjkn. Günther ('s 172z. In seinen vcrschie» deutlich gedruckten Gedichten (Becsl. 172z. 8. Glog. 1758. L. A.) finden sich auch mehrere platte Satiren.) — Benjamin Noukirci? (t 1729. Satiren von ihm sind bep Gvttfe. Vcnj. Hankens . . . weltlichen Gedichten . .. Dresden 17-7. 8. -7Z!. S. 4 Th. abgedruckt; und einzeln, S a k S a t heln» mit s. Poet. Briefen, erschienen sie, Frist, >757. 8. Laß sie höchst elend sind, ist bekannt.) — Unzen. (Vernünftiger MoinuS . . . 1725.8.) — Nic. Hier. GunSling (ff 1729. Satirische Schriften, Jena 17Z8. 8.) — Chrstph. Fridr. ähiscoo (Die in der „Sammlung satirischer und ernsthaften Schriften, Franks, und Leipz. ,759. 8-^ befindlichen, gegen M. Slevcrs und Philipp! geschriebenen zehcn satirischen Aufsätze waren vorher (>?;-->7Z/>.) einzeln gedruckt, und sind, was man auch zu ihrem Vortheil gesagt hat, und wenn man den Aussah: Ben der Vorlccflichkcit und Nothwendig- keit schlechter Scribentcn, S. 47z. ausnimmt, nicht, weil sie persönliche Satiren sind, sondern wegen des größtenteils verfehlten Tones der Ironie, jetzt kaum Mehr, im Ganzen, des Lesens wcrth, oder vermögend, den Leser, so gern dieser auch be» ähnlichen Werken eines Swift verweilet, fest zu halten. Ironie läßt, ohne feine Wendung, ohne Beybchaltung eine? durchaus naiven Tones, einer gewissen Kaltblütigkeit, sich nicht gedenken. Auch verträgt sie. Meines Bedünkcns, nicht ein wcitiäuftiges Ausspinnen einze» lcr Gedanken.) — Gvkczner, unter dem Nahmen Grimaldo (Abgestrafter Vorwitz eines unbesonnenen Lritici: d. i. Nachdrückliche Erinnerung an H. P. Philipp!, in Halle . . , mvbey seine letzte Schrift, Mathcm. Versuch von der Unmöglichkeit einer ewigen Welt . . . er. wogen wird. Frryb. 17z;. 8. Elende Rellin-! — Unzen. (Sendschreiben der fünf Schwestern, an H. P. Philippi, von diesem selbst, unter dem Titel: Wundersames Fündelkind . . . mit Anm. >7zz. 8. und auch im otcn Anhange zu s. Ei- coro; ebenfalls auf s. Malhemat. Versuch.) >— Ungen. H. L. Philippi drei Poetische Meisterstücke . . . d. l. ora. z. -- Ungen. unter dem Nahmen: Thom. MarLarvirstv: (,) Wohlmevnender Rath, dem H. I. F. Philipp! . . . . ertheiit .... Nürnb. 17;^. 8- Der Werf, rät!) dem unglücklichen Philipp!, Schauspieler Hey einer, schlechten (der Müllerschcn) Truppe zu werden, well er dort das Reich der Unvernunft am besten befördern könne. -) Glückaus! dem H. P. Philipp! wegen des von ihm angenommenen mohlmcyncnden Rothes, Nürnb» >7Z5. 8 ) — Icch. Arnsr Philippi (Seine zuerst im Druck erschienene Satirc, waren die Lvrniez zslanrcs >?zz. 4. die auch im -teil Anhange der sollenden Schrift befindlich ist. Seiner Uebcr. setzung von den Maximen der Marquise von Sable, Leipj. 17Z4. 8. sind z6S moralische Bildnisse bcygesügt, weiche zum Thci! auch satirisch scyn sollen. Cicero» ein großer Windbeutel, Rabulist und Charlatan . . . sammt einem doppelten Anhange: 1) der gleichen Brüder gleicher Kappen. 2) Von acht Verthcidigungs- schriften, Halle 17z;. 8- In diesem Anhange finden sich allerhand, zum Thetl schon berührte Schmähschriften auf Gottsched, Liscvv und einige Ungenannte. Gegen den ersten ist auch noch „Der ge, Heimen patriotischen Asscmblee anderweitiges Bedenken . . . nebst 2 Vcyl. Halle »7». 8. und diese Bcylagen gegen S. Gotth. Lange, und einen Ungenannten, F. W. gerichtet. Unter Philippis Nahmen gehen auch die „Regeln und Maximen der edlen Rcimschmiedckunst . . . Altenb. 174z. 8.) Joh. Nac. U?eis- linger (Ein V^zejchniß seiner elenden Schmähschriften auf die Reformation, Luther, Hutten, u. d. m. findet si.p im zten Bd. S. 491 u. f. von Hrn. Flögels Gesch. der kom. Litteratur.) — U"gen. Eines carhoiischcn Laye» Glückwunsch und Trostschreibcn an . . . Weißlingcr . . . Freich. 1752. s. (ztc'Aufl.) — Joh. Heinr. Lohnusei) (ff 1750. Satirische Gedanken von der Lies naii, oder der Sehnsucht der lüsternen Nase . .. Leipj. 1720.. 8. Auf den Schnupstvback.) — Lasp. Abel (ff 1752. Auserlesene satirische Gcoimte, Halberst. 1714. g. Schlechte Reime!) — Joh. Si»n. 2buct)L« (ff >752. Muffel, der neue Heilige . . . Bas. l??>. >757. 8. Satire auf die Pietisten, welche er aber in seine» evangelischen Bußrhrcknen ftyerlich widerrief.— Fried. Doö SaL Sae Fried. von Hagedorn (51754. Im inten St. des Pattstoten findet sich, in Form eines Briefes, eine prosaische Sat. von ihm, über die Sucht, nichts, als französische Bücher zu lesen; und in der ,tcn Ausg. s. Gedichte (Versuch, Hamb. 1729.8.) drcy poct. Satiren, Nr Arzt, der unvernünftige Bewunderer, der Poet, wovon er keine in s. W. aufgenommen. Von den Gedichten in diesen, gehören hichcr der Schwsttzec und der Gelehrte.) ?oh. FrS'r. Frcih. von CronegL (5 l/zz. Sie Parodie eintb Scene aus dem Canut, eine Satire auf Go'ftsched Und Schönaich, lieht im nten St. S. 9. des Theater - Journales-, die Sinngedichte aus die Gottschcdianer, in Knittelversen, im deutschen Merkur vom J .>7?4. Auch von seinen Lehrgedichten, (Schriften Bd. 2. S.?v u.f. Leipz. >767. 8-) können einige zu den Satiren gezählt werden) -- Louise Adelgunde Victoria Gottsched (ch 1762. 1) Eine satirische Lob- tcde auf Gottlob Sig. Corvinus, bcy ihrem Triumphe der Wcltweishcit, Leipz. >7Z8. 8. a) Die Pictistcrcy im Fisch- bcinrock . . . Rostock >756. 8. Eine Uebersetzung und Nachahmung der 5cmme elodteur des Bougcant. z) Horatii, als eines wohlcrfahrucn Schiffers, beweglicher Zuruf an alle, ans dem Meere der gesunden Vernunft schwimmende Wolfia- ner, entworfen von X. X. 2. (in Form einer Predigt auf den homiletische» Schlendrian) 179-0. z. 9) Der kleine Poet von Böhmisehbroda . . . Prag 175z. z. vorzüglich gegen die bekannte Operette, der Teufel ist los.)— Ioh.Lhrjrph. Ros? (5 >?6s. Das Vorspiel, ein episch satirisches Gedicht, Dresden 179z. 9. Bern 179z. 9. und 8. Ben seinen vermischten Gedichten, >769. 8. Schreiben eines Teufels an H. P. Gottsched, Utopien 1758. und im itcn Th. S. 21;. der S-dmidtschen Anthologie. Das Leben des Dichters findet sich im -ten Th- der Schmidtschen Biographic der Dichter, und im Nekrolog von ebend. S. 9Z?.) — Ungenannter (Sa- tyrlsche Abbildungen . . . durch ein Mitglied der deutschen Gesellschaft in Greift, walde, ,796. 8.) — Ui'gcn. (Satpreit, Franks, und Leipz. ,760.8.)— Th. Abo« (f 1766. Erfreuliche Nachricht von einem hoffentlich bald zu errichtenden protestantischen 'Jnquisltioiisgerichtc, und den, inzwischen in estigio zu haltenden evange, lischlutherischen Auto da Fe, Hamb-, (Berlin) 176S. g- vorzüglich aufdcnver» storbenen Sen. Götz in Hamburg, mors auf auch einige Gegenschriften erschienen.) Gottl- Will?. Rabenau (ch 1770. Voa seinen so bekannten satirischen Schriften, ist der „Beweis , daß die Reime !» der deutschen Dichtkunst unentbehrlich sind," die älteste, und bereits im I. 1757. geschrieben. Die übrigen in den 2 erstem Theilen enthaltenen erschienen zuerst in den Belustigungen des Verstandes und Witzes , in den Bremischen Bcytrcigen und in den vermischten Schriften > die satirische» Briefe im I. 17;,. und der 9-te Th. im I. 17;;. ScZmintlich sind sie sehe oft gedruckt. Seine Briefe, nebst eines Nachricht von seinein Leben und Schrif« ten, Leipz. 1770. 8. haben wir Hrn. Weiße zu verdanken. In das Franz. sind seine schiimtl. Sat. von duJardln und Scllius» 1759. l-. 4 Bde. und in das Englische die Briefe 1757. - Bde. übersetzt wo» den. Daß Rabener allmciblig minder UlS ehcdcm gelesen wird, ist natürlich. Die Originale zu seinen Thoren haben sich aus der wirklichen Welt verloren; und die Welt, aus welcher er sie vorzüglich nahm, die acadcmischc und litterarische Welt, steht bcy uns Deutschen nur bey denjenigen in Ansehen, welche selbst zu dieser Welt gehören.) — -Heins. Gottl. v. Justi (f 177 1. Die Dichtcrinscl . . . . Leipz- und Witt. 179;. 8. Scherzi).und satirische Schriften, Verl. >760-1765. 8. Z Bde.) — Jos. Ant. Bändel (f >771. Ein Verzeichnis seiner, ganz g» schmack.und zum Theil sinnlosen Schriften, findet sich in Hr. FlögclS Gesch. der kom. Littcratur, Bd.z. S.;>8u.f) — I. Friede. Lorven (f >771. Ein Hai» des hundert Prophezeiungen auf das I. 1756. Hamb. 1755. 8. Satirische Versuche, Hamb. I7ÜS. 8. in Prose. Das Leben Sat Sae 207 heben des Verf. wird im Nccrvlog S. 551 u. f. erzählt.) — Job. Senj. Micbaelis (t 177z. Zwcy seiner Satiren erschienen mit seinen Fabeln und Liedern , Lcipz. 17Ü6. 8. und diese uingcar» bcitct, und mit einer dritten ursprünglich in den Unterhaltungen, Vd. 5. St. z. abgedruckten , vermehr: in den einzeln Gedichten , Leipz. 1769. 8» Aber als Satiren können auch angesehen werden seine Phänomenogonic, in den einzeln Gedichten, und in dem ersten Musenalmanache; und seine, mit Prosa untermischten bey- den Episteln, an den Hrn. Jacobi, und die an Hrn. Gleim, Hslberstadt 1771. 8. Die von Hrn. Flöget, Geschichte der komischen Litteratur, Band S. 52z. angeführte Satire auf die Kunst, richtcr ist mir nicht bekannt. Ein mis- acrathencr Aussatz über sein Genie und Schriften findet sich im iten St. des -ten Bds. von des Hrn. v. Schwach Magazin z sein Leben gab Hr. Christ». Schmidt, Frkft. 1775. 8. hcrauö; auch findet es sich in seinem Nekrolog, S. ;,>> Hr. Gleim IM u»S noch immer auf seine Ausgabe seiner Schriften warten; und, unter dem Titel, Werke, ist ein Theil derselben, Gießen >780. erschienen, in welchem sich die zuletzt crwsthntcn Episteln befinden. Michaelis wäre, meines Be- dünkens, mehr als Persius für Uns geworden, wenn er länger gelebt hätte ) — I. M. v. äi.c>en (h 1776. Seine kleine Schriften, Fest. >749->752. 8. 4 Th. so wohl als s. Moralischen Gedichte, Frft. >?;c>. 8. enthalten mehrere hieher gehö, rigeAufsäyc.) — H.Ä.i>t0enborn(Der kölnische Diogenes '1740 u. f. 8, Mor- phcana 174» u. f. 8. Nachr. von dem Werf, siebt die Schrift, lieber deutsche Poeterep . . . Köln >791. 8.) -- I. T. Rasche (Oer Calender, Jcna 175z. 8.) — T. N. Naumann ( Empfindungen für die Tugend, in satprischcn Gedichten, Frst. a. M. 1752. 8. und nachher, unter dem Titel: Salyreu, Magdeb. >767. 8.) — Ic>h. Gorrl, Rrüger (Träume, Halie >754. g. Mit einer Vorrede von I. A. Eberhard, cbend. 1785. «.)-<» Albr. v. Haller (f >777. Die Falschheit menschlicher Tugenden, geschrieben im I. >7Zo. lieber die verdorbenen Sitten, im I. >??>. Oer Mann nach der Welt, im I. >7ZZ. Gesammelt erschienen seine Gedichte zuerst, Bern >7;-. z. und zuletzt, cbend. 1777. 8. Die llebcr- sctzungcn derselben sind, bey dem Artikel äl.ehrgeOicht> S. 209 ->. angezeigt. Sein Leben findet sich, unter andern , in Hrn. SchmidS Nekrolog, S. 698. In Hrn. Meisters Charakteristik, S. z>;.) — G. Lrievr. Msier (ch >777. Nerve? thcilung der Baumgartenschcn Anmerkungen zu der allgemeinen Weltgeschichte, eine Erzählung vom Blocksberge. Schreiben eines Vaters an fi. Sohn ... von der närrischen Weisheit einer kleinen philos. Sccte, t. I» >750. 8. AufErusius in Leipz.) — Gam. Gotth. ^ange (ch >78 >. >) Eincwuns Verschone Historie von dem gehörnten Siegfried dem zweyten .... Braunschw. >747. 8. Auf einen Herrnhutcr, der wider Baumgartcns Theologisches Bedenken über diese Gemeinde geschrieben hatte, und aus die Herrnhutcr überhaupt. 2) Seltene Verdienste Gottscheds um Deutschland. z) Ein paar satir. Oden in seinen Horaz. Oden, Halle l747. z.) — Dan. XVilk. Triller (f >782. Schrieb gegen Klopstvck, und den Messias eine Satiee. S. Hrn. Flegels Gesch. der kom. Litteralnr, Bd. ?.S. 5-S)— Lri'edr.Iust. Riedel (ch>78Z. Sieben Satiren, nebst der» Anhängen, Jcna >765. 8. Brivn- leS der ztc, 1765. 8. Launen an meinen Satyr, Erf. >772. 8.) — Icch. Jac. ^odmer (f 178?. Don sikÄcn gegen Gottsched, — und gegen Lessing, Weiße, Wieiand, Gleim, geschriebenen Aussätzen finden sich in seiner Lebensbeschreibung, in Hrn. SchmidS Nekrolog, S. 8» u. f. Nachrichten. ) — Joh. Joacb. Schrvabe (f 178s. >) Neuer Eritiichce Sack - Scheid - und Taschen- Almcmacl) auf das I. >744. gestellt durch Chrps. Mathanasium, Wintcrthur (Leip- i'S) Saß S a e zig) 5. Auf die Schweizer, und die Anhänger dce Schweizer. 2) Vir! Liau- roeckeiii voll eingeschenktes Titttensilsscl eines allezeit parat sryendcn Brieff-Se- -rerary . . . Kufstcin 1745. 8. AufEr- lcnbach, Bodmer, Breitinger, und lustig genug. Md. Gottsched hatte indessen den größten, und auch Mvlius einigen Aniheil daran, z) G. Chrstph. Kunzens Beleuchtung einiger Anmerkungen über dcS H. P. Gottscheds deutsche Sprachlehre von I. M. Hcinze, Brandend. 1760.3.) — Friedv. llVÜH. Gleim (Soll Verf. eines „Sendschreidens an das Pflanzstlldtlcin zu Hcrenhut scpn. S. tangens Samml. gelehrter und freundschaftlicher Br. Th. >. S. >05.) — LuS. v. Heß ( Satvrische Schriften .... Hainb. 1767. z. Beurrheilt sind sie, unter andern, in dem 4tcn Bd. S. 7?. der Neuen Bibl. der sch. Wissenschaften.) — Chrjsph. Vtto Lre)?b. v. Schonaicl) ( >) Die ganze Acsthetik in einer Nuß, oder NcvlogischeS Wörterbuch . . . 1754. 8. (Gegen Klopssock und Bodmer.) 2) Eellluccrung über die ganze Aesshetik in einer Nuß.. . Freys. 1755. 8. (Osch weiß ich nicht-, ob dieses von dem Hrn. von Schönaich ist.) z) Die ganze Aesshetik in einer Nuß in ein Nüßchcn gebracht, oder Nachlese der Ncologic >755. 8. (Enlhlllt verschiedene Auffiltzc gegen Hessing, der darin Gnisscl, und Hasser, der Ressah heißt. Las Anagrammatisircn bekam dem Verf. übel; Kästner, wie cö heißt, brachte aus dem Nahmen Schönaich, ein greuliches Anagram heraus, das in einem bekannten Epigramm« noch cursiet.) 4) Samml. von Sinngedichten s. I. 175;. 8. (Geößtentheiis auf G. E. Lcssing. 5) Ein Mischmasch von allerlei) ernsthaften und lustigen Possen . . . 1756. 8. (vorzüglich gegen Hessing.) 6) Oer Sieg dos Mischmasches. . . >75 5- 8. (vorzüglich gegen Aachariä und dessen kom. Epopöen ) 7) Oden, Sattren und Nachahm. teipz. ,7s,. g.) — Ungen. Bodmceiaö i. I. (17;r.) 8. — Versuch einer gcfassendcn Satire, oder etwas zum Hobe der Acsthe- tikrr, s. I. 8. — Ioh- Bens. Pfeil (In srincn moralischen Erzählungen, l'eipz. >757. 8. findet sich ein kurzer Auszug aus der Geschichte des Königreiches Hoang-th», welches eine satirische Geschichte der deutschen Dichtkunst von den Zeiten Gottscheds an, ist.) — Chrsipb. Marx. IVlelgnv x Ankündigung einer Dunciadc für dir Deutschen, >755. 4. Das Werk ist nicht ausgeführt worden.) — G Hindenlocrg (Moralische und satirische Versuche, BeeSl. 1762.8.)— Ungen. (Satiren, Franks, und Leipzig 1762. 8-)— Ungcnanincy (Satirische Versuche, Fekft. und Lechz. 1764- 8.) — Carl Frvr. Zhechrdc (Kirchen - und Ketzer-Älmanach auf das I. 178t. 8. fortgesetzt auf das I. >786.8, Standrede am Sarge .... Jvh. M. Götze, von Zigra, Hamburg 1786. 3. Zamor oder der Manu aus dem Monde, Verl. >7S7-, 8. Das Religions-Ediet, ein Lustspiel, Thcuakcl 1789. 8. Der dritte und vierte Aufzug des Religions- cdicts, Thencikel >789. 8. Ala Lama, oder der König unter den Schilfern 1790. 8. Mit Zimmermann Deutsch gesprochen, Beel. 1790. z. Zimmermanns Auferstehung 1791. z.) I«ch. Heinr.Mcri? (Rhapsodiecn von Joh. Heine. Reinhart dem Jüngern, 177z. 8. und im Rheinischen Most, so wie im etcn Th. des Taschenbuches für Dichter und Dichtcrseeun- dc. Zur Behcrzigung vieler deutsche» Lichter.) --- 2?eda Mepu (Ein Päckchen Satiren aus Ober. Deutschland, München 1770. 8.) Iol). -H. Campe (Satiren, Helmst. 1768. 8. Das Testament, eine Sat. 1769.8.) — ?. G. G. Lucius (Satiren 1771. 8. ) ^ ?. Ustlaixh. Drescr (Von seinen vorzüglichsten deutschen Gedichten, Alk. 1771.8. lassen sich manche hieher rechnen. Die schärfsten seiner Satiren sind, indessen, in diese Sammlung nicht aufgenommen worden.) — Unzen. (Joh. Ehr. Gottsched an Joh. Jac. Bodmer, aus den Elisäi- schcu Feldern, Brem. 1771. —- Wanderschaft eines Journalisten, Buxtehude >771. 8. — Skaesiue, Vresl. »77>. 8. -> G. Contius (Die Dardanellen, S a t Sat 209 tancllen, oder das Gebeth Mustapha des zicn, Fest. 177 s. z. Wieland und seine Slbbvncnlc» 177;. 8.) — ?ob- G.Hamann (f 1788. Don s. Krcuzzügcn eines Philologen 176z. 8. gehören das Kleeblatt hellenistischer Briefe, und die Rhapsodie in kabbalistischer Prose bicher. Neue Apologie des Buchstaben H. 177z. 8. (Gegen Damm.) An die Hexe zu Kad- monbor, Verl. 177z. 8 (Gegen Sebal- duS Nothanker.) Gefundene Blätter aus den neuesten deutschen Littcraturannalcn >77 z. 8.) — H. Wagner (Lieder für die Söhne der Duiiiinhcit, MorropvliS 177g. 8. Prometheus, Dcucalivn und seine Recensentcn, Wciinar 1775. Z.) — M. Lorg (Müßige Stunden, bestehend in Gedichte», Satiren und Brie, fcn, Landsh. 1775. 8. ) -— Unzen. (Der Milchtopf, ein altcS Gedicht, 5. I. 177;. z. Auf dlc kleinen Reichsstclnde.) — Ungen. Westphäliche Allcrthümcr, vdcr Beweis, daß diejenigen, so Christum gekreuzigt, und Johannen; enthauptet, Westphälingcr gewesen, Selm. >775- 8.) — I- <5. -H. Meyer (Die neue Dcutschheit nunigerZcitvcrstrcichun- gen, >z Pröbchcn, Gött. 1775 u. f. 8.) — Lhrstn. Fvr. Dan. Sckubarr (-H Zaubercven, Ulm 1766. 8. S. auch dessen Gedichte, Stuttg. 178;. 8. 0 Th.) — Frdr. Nicolai (Freuden des jungen Wcrthers . . Beel. 1775. 8.) — Ungen. Mcnalk und MopsuS, eine Ecel. nach der ;ten Ecel. des Virg. Fest. >775. 8. Gegen H. Wicland.) L.C. v. Lühe (Ouneiade der Deutschen . . . Leipz. >77Z. 8. ist unvollendet, und hat mit dem Werke des Pope nichts als den Titel gemein.) —> G. Lhrstph. Lichtenberg (1) TimoruS, d. i. Vcrthcidi- gung zweycr Israeliten, die durch die Keästigkeit der Lavaterischcn Beweisgründe und der Göttingschen Mettwürste bewogen, den wahren Glauben angenommen haben . . . Beel. (Gött.) -77z. 8. Auf LavaterS vorgehabte, so genannte, Bekehrung Mendelsohns. 1) In seinem Magazin finden sich einige äußerst glückliche spöttelnde Aussätze, als das Stndschkkjhcn Vierter Thei^. der Erde an den Mond, u. a. m.) — Ioh. R. Watzel (Bcy seiner Epistel an die deutschen Dichter, Leipz. >776. Z. finden sich - sehr gute Satiren, die un, vcrmuthetc Nachbarschaft, und die wahre Welt. Auch sind die satirischen Erzäh- lungen (in Prosa) Leipz. >777»>778- 3. — Bd. von ihni.) — ?oh. Wolfg. v. Gothe (Prolog zu den neuesten Offen, bahrungen verdeutscht durch l). Carl Frcdr. Bahrd, Gießen 1774. 8- Neu cröfnctcS moralisches und politisches Puppenspiel, Franks, und Leipz. 1774. 8. Götter, Helden und Wieland, Leipz. >774. 8. Sämml« lich in der, zu Berlin, gemachten Sammlung seiner Werke.) — Ungen. (Wahrheiten aus dem Saturn, Franks, und Leipz. 1778. 8.) ^ Aug. LrSr. Cran5 (Gallcrie der Teufel . . . Fest. 1776. 8. Fünf St. LiebllngSstundcn, Beel. >77?. 8- 5 Th. Scharlatanerien, cbcnd. 1781 8.) — Ungen. Die tausend und eine Masche . . . ein blaucS Mährchcn >777.8. (Soll von einem Engländer scpn; und ist gegen die Nachahmer Aorickscher Empfindsamkeit gerichtet.) — Ungen. Oidaetisches Gedicht über G ebrauch, Gesetz und Billigkeit 1777 .4.) — Ungen. Bcvlräge zue Geschichte der mcnschl. Narrheit, aus alten Papieren, Wien >778. 8. — Ungen. MarivnettcN- Theater, Wien 1778. 8. — Sat. nach dem Geschmack Rabeners, Wien >778.8. — I. W. v. Bcusts Bußfertige Abbitte an das Publikum, 1778- 8. — Ungen. Der Zanb-rer in der Flasche. AuS dem Spanischen des Quevcdo >78-. 8. (Nur dem Titel nach übersetzt; gegen dieMün, streiche Medicinalveeordnung.) — Ldr. Leop. G. zu Stollbcrg (Jamben, Leipz. 1784. 8- Die Ree. haben von diesen Jamben sehe viel BöscS gesagt; aber, wer nicht durch den, darin herrschenden Ton der Selbstgefälligkeit beleidigt wird, muß auch viele gute Stellen darin finden.) — Ungen. Seraphische Jagdlust.- d. i. vollständiges Porziunkula- Küchlein von P. Cochum, (. I. >784. 8- — Gor. Vloch (Sörcn Knudsens Hcldcrigeschichtr, oder »om Duellieen A Llensb 2ic> S a t S a t FlcnSb. 1784. 8. Die magische Laterne in drcymahl drcyßig Vorstellungen, Wesel 1784. 8. — Bruchstücke, moral. und satirischen Jnnhaltes, Frft. >784- 8. — Die Buchstaben, Bruchstücke über was sie wollen . . . Dessau 1784. 8- - Th. .— p. ZVciVemann Characteristische Satiren, nach den Temperamenten, Dessau 1784. 8. — Ungen. Marokkanische Briefe, Fest. 1785 8- — Hamids Meynungcn über die marokkanischen Briefe, Lcipz. l?«5. 8- -- Der reisende Jman, Dessau >785- 8. — Ios von Retzev (Der Beichtvater und Verjünge Geistliche als Beichtkind 1785. 8.) — Unzen. Der Jesuit in guter Laune, Mohilow l78;. 8- — Dos. Richten (Briefe eines Eupcldaucrs . . . über d'Wienstadt . . . Wien 178;. L-) — Unzen. Familienbuch für meine Nachkommen und Freunde ... aus den Papieren Ad. Ehrhards, Wien 1785. 8. — Mohammeds Reise ins Paradies, hcrauög. von Jak. Morder, Frft. 1785. 8- — P. Pavian, Voltaire und ich in der II», tcrwelt, Beel. i?85. 8.— beben, Meynungcn , Tod und Bcgrstbniß der Jungfer Susanna Oummpfaffin, Lcipz. 178;. 8. —. Unzen. Grenzstein der weiblichen Rechte in und ausser der Ehe, Basel 1786. 8- — Wunderbare Reise ins Land Terum, Philad. 1786. 8. — Beichtkind und Beichtvater, oder Kapuziner und Dorfpfarrer, Rom (Wien) 1786. 3. — Oer Teufel in der Franciskaner-Kut- te, oder Gesch. des P. Tempclfucys, Madr. 1786. 8. —> L.eonh. Meister (Erscheinung und Bekehrung des S. Quixottc im letzten Viertel des igten Jahrh. Wien >736. 8.) — Unzen. Ankündigung einer ritterlichen Reise um und durch die Welt, Bcrl. 1786. 8. — I. Ramenstrauch ( Las neue Wien, eine Fabel, Wien 1786. 8.) — I. ZV. A. Rosinann (Satirische Skizzen, Frft. >737- 8.) —' Unzen. (Ach!!! Oder die Menschheit in letzten Zügen, Bcrl. 1787. 8- -Th.) — Traum eines Anachoreten, Vresl. >787. 4. — Eom- »aenii philosophisch satyrische Reisen . . . Potsd. 1787. 8. — Reise in die andre Welt. Oder über - und untcrirrdischc Vi. sionen und Phantasten . . . Leipz. >787. 8- — I. ZV. Lucs (Lappalien 178 z- 1787- 8. Führen den Titel mit Recht.) — Unzen. Abdul Erzerum» neue persische Briefe, Wien >787. 8. Briefe eines reisenden Peuditen .... Leipz. >7 87. 8. — I- ZV. Tollberz (Briese eines Hottentotten ll l. 1787->788. 8. — Pakte.) — Unze». Korrespondenz der Heiligen aus dem Mittelalter . . Lcipz. >7870788. 8> Lrcy Pakete, wogegen der P. Fr. R. Jane ein Schriftchen mit dem Titel: Ist der Verf. . . . nicht der ehrloseste Pasquillant, Augsb. >788. 8. drucken ließ. -— Friedr. v. S. Trenck (Seine erste Satire ist, so viel ich weiß, der Makedonische Held, die schon in s. Gedichten, Frft. 1769. g. und im tten Th. s. Sstmmtl. Gedichte und Schriften, Leipz. 1786. z. 8TH. erschien, und einzeln wieder >788.8- gedruckt wurde. Das Schick, sal der Frau Justitia an allen Höfen Europens >787- 8- Letzte Unterredung Friedrich des Großen mit P. Pavian 1787. 8.) —' U»zo». Der Todtenkopf, ein Bcytr. zur Geschichte des menschl. Herzens, Berk. >787.8. — Das-Affenland, oder der O. Fanfarone, (Wien) 1787. 8.^ Der D. Simiv MidiaS, oder der Verf. dcS Affenlandes (Wien) >787. 8- — ?. D. r>. Alxinger (In f. Gedichten, Klagenf. >788. 8. 2 Th. finden sich mehrereStraf- gedichle.) -— Ungc». Almanach der Al« manache . . . Leipz. >787. 8- (Auf die vielen Almanachc, die ncucrn Pstdago- gen und über die Vortrcflichkcit elender Scribcntcn.) — Unze». Oer satirische Biedermann, Prag >788. 8. Ein Heft. -— H. ZV. ScyfricS (Gallcrie der Engel .. . Bcrl. >788. 8.) — F. 2t. ZVeishuhn (Satirische und scherz. Aufs, herausg. von einem berühmten Journalisten, Lcipz. >788. 8. Auf Erziehung, Romanschrciberey, Wundcrku- rcn, Luftschifferey,'u. d. m.)— Ungen. Karrikattiren, Fest, und Leipz. >788. 8-) — Reden und Dialogen, hintenan ein Receptbüchlein , herauSg. von Kas. Randglosse S a t S a t 2l! glosse I . . Cöln 1788. 8. <5H. A. Vnlpius (Glossarium für das achtzehnte Jahrhundert, Fest. 1788. z )— L. G. Gpranzer (Lobrede auf die Dummheit . . . EmstaltSthal >788. 8.) — Unzen. (Der Affcnkönig, oder die Reform des AsscnlandcS, Wien 1788. 8 mit K.) Narr Jak, Welt und Hof, ein satirischer Roman, Verl. 1788- 8. 2 Th. >— Äclch. Kolbenschlag, Schulmeister in Rappcls- dorf, Jesuitische Reise, Fest. >787- 8. — Gcmühldc 00m Heyralhen, eine Sar. in Versen, im atcn St. dcS Jahrbuches für die Menschheit, Hannover 1788. 8. — Spiel aus dem Wörterbuch«: eines Beobachters, in dem >tcn der Monatl. Hesre zur Beförderung der Lultur, Hau. 1788- 3. '— Fragmente der Geschichte und Mepnungen eines Meiischensohncs, Eisen. 1787. 8. (Auf die Philanlhropine.) — Unzen, (lieber Fdr. Wilh. den Liebreichen und meine Unterredung mir ihm, von I. C. Meywerk Churhannövc. tischen Hosenmachcr, Fest. 178L. 8- Eine Äußerst glückliche Persiflage auf die Selbst- gcfüliigkeit eines, einst berühmten Mannes. Eben diesem Vers, werden „des Scl. Geh. Etatsraths Sam. Conr. von Schaafskopf hintcrlasscne Papiere . . . Brest. 1792. 8-" zugeschrieben.) — Unzen. Qoctor Luther an den Ritter v. Zimmermann; 5.1.1788.8- Derbe Wahrheiten in launichten Knittelversen. — Unzen. Zimmermann der >tc und Friedrich der -te, von Joh. Hcinr. Fricdr. Quirenbaum, Bildschnitzer in Hanover ... London (Verl.) <790. 8- Ungeachtet die Schrift, wie der Titel zeigt, erst in der Folge angeführt werden sollte: so mag sie denn doch, als zu den vorhergehenden gehörig, hier ihre Steile einnehmen.) In Lilioor (Senfs ) Gedichten, Lcipz. >788. 8- findet sich eine Satire auf die Mode. — Unzen. Hl- rum Harum, ein satir. Roman, Scl. 1789. 8. — Unzen. Auswahl aus des Teufels Papieren, nebst einem nöthigen Aviso, vom Juden Mendel, 5. 1.1789. 8. — Gefundener Briefwechsel zwischen einem Baron, Amtmann, Advokaten und Comim'ssionSrathe, 5.1. 1789. 8.-^ Satiren eines Kapuziners über sein Zeitalter, vor f. Eintritt in den Orden, Wien 1789. 8- Lr>. Joh. VilliLns (Der HannSwurst und der Frosch >78?- 8>) Unzen. Schwedenborg der jüngere . .. Lcipz. 178?. 8- — Oer Teufel auf Reisen, Fest. (Wien) 178S. 8. 2 Th. — Die RathSherren, Wahl zu Abdcra . .. Verl. 1789. 8. '— Bittschrift des Papiers an die Gelehrten . . Philad, 1789» 8- —' Reisen in den Mond, von einem Bewohner des Blocksberges. . . Lcipz. 1789. 8- — Oer wohlgcnützte Hammel . . . >789.8.'—' Satirische Biographien der Altvürer und Apostel, Berk. (Wien) >789- 8- —' Die Prorcetvrwahl, in 2 Ges. Ol. (Halle) 1789. 8. ^ L. R. Grüber (Satirische Gedichte zum um schuldigen Zeitvertreibe, Deutsch!. 1790. 8.)— Unzen. Der neue Orlon, in Utopien (Haste) >790. z. Reise clneS Erdbewohners in den MarS, Philad. >790. 8. —' Bemerkungen auf einer Reise durch die Stadt und Landschaft Naercn- bcrg ... Abdcra auf Kosten des ges. Magistrats >790. 8- — Reifen einer Negerin . . . »ach dem Franz. Nürnb. 1790. g. - Th. — Frz. Äirmair (Fürstenbilder, s. I. >790 8 )— Unzen. Anselms und seines Freundes, dcS Magisters, poetische Reise nach Kaklogallinien. . . Leipz. >7^0. 8. — Die Vöotiee, in sGcs. Frfr. >790.8.— Die schöne Beate und der Km paun in 12 Ges. Wien >790. 8. — Auz. v. Rokzebue und Heinr. Matth. Marcaro (Dort. Bahrdt mit eiserner Stirnc, oder die deutsche Union gegen Zimmermann 1790. 8. Ein merkwürdiges Pas- quil, und als solches, auch ein merkwürdiger Beptrag zur Geschichte der Z?lt, dessen Gehalt und Ton Wohl nicht durch Apologisn und Entschuldigungen gut gemacht werden kann.) —- Unzen. (Pst- dagogische KriegSlicdcr. . . (Fest. a. M.) 1790. 8. Aus eine Streitigkeit zwischen de» H.H. Lampe, v- Äniggc und Trapp.) — Lrben und Thaten des wcil.Hochwnr- digm Pastor Rmdvigius, ans Licht gestellt von Kasv. Renatus Lcnarre, Och- O 2 senh. 212 S a t S a t scnh. (1790) 8. 2 Th. — Der Schrift- stellcrtcusel . . . Verl. 1791. 8. — Unzen. Lobrede von der Thoryeit auf die Thoracic, im -tcn Bde. der Frey, müthigen Unterhaltungen . . . Leipzig 1791. 8. — Das Narrenspital. . Leipz. 17S-. 8. — Raritäten, oder satvrische Aufs. Grätz 17?-. 8. 2 Bde. — <— Sammlungen.- Satirische Bibliothek auserlesener kleiner fatvr, Schriften, Frft. 4760,1765 8. Fünf St.--- — Laß, übrigens, von den scherzhaften» so wodl als Sinngedichten (S, diese Artikel) viele hicher' gehören, ist bereits erinnert morden. Aber auch mehrere unser Romane, als Scbaldns Noth- «nker, Epikbart, u. a. ni. so mic mehrere uusrer Monatsschriften, oder doch einzele Aufsätze dmin, u. b. m. >oür- dcn hier haben angeführt werden müssen, wenn derRaum es gestattet hätte.— Noch verdienen die satirischen Rn« pfor hier, wenigstens astgeniein, ermähnt zu werden. Ausser den bekannten von Hogarth, lind Ehvdowiecki, begnüge ich mich Roman v. Hooghc, Voeel, Bun, tury, zu nennen, Satyrisches Drama. Dieses war bei) den Griechen eine Art des Nachspieles, das entweder zwischen zwei) Trauerspielen, oder nach denselben aufgeführt wurde. Der Charakter desselben war, daß es eine bekannte HandkingeincsHeiden, zwar ernsthaft, aber mit Scherz untermischt, in einem anfgewcktcu Vortrag vorstellte. Dieses Drama hatte einen Chor, wie das Trauerspiel, der aber allezeit aus Eatyren bestund. Sowol der Inhalt, als die Ausführung zielte auf etwas lu° stiges ab. Die Scene war allemal auf frcyein Felde, oder in Waldei n, nahe an den Hohlen der Satyrcn. hat^ncae iceim«, (sagt Vitrilvius,) ornautur orborlbus, lpeluuci?, tncm- ttbus, reiigms az-reikibus rebus, in tzopiarü opeiis szieciem ciesorms- tls *); und so waren auch die Tanze, wie alles übrige, dem muthwilligen und wollüstigen Charakter derSaty- ren angemessen Wie ausgelassen dieses Schauspiel gewesen sei), laßt sich aus dem Cp- clopv des EulipideS, dem einzigen saryilscheu Drani», das übrig geblieben ist, abnehmen: da dieser so- kratlsche sonst so weise nnd so ernsthafte Dichter seinen Salyren viele wollüstige Reden, und sogar Zoten in den Mund legt, welches er gewiß aus Nothwcndigkeit, dem Charakter dicserSpiclc gemäß, nnd nicht seinem eigenen Geschmak zufolge ge- chan hat. Es ist wahrscheinlich, daß dieses Drama das alleralteste in Griechenland gewesen ist; und es konnte wol seyn, daß die andern, nämlich die Tragödie und Comodie, ihren Ursprung daher genommen hatten, und daß es seinem Ursprung nach eine Herbstlustbarkctt, nach Einsammlung des Weines gewesen. Aus diesem Grunde mag es nachher als ein Anhang bey Trauet spielen sepn beyde- halten worden. Denn insgemein wußte ein Dichter, wenn er ein oder mehrere Trauerspiele aufführen ließ, auch ein satyrisches Drama dazu geben. Ausführlichere Nachricht von diesem Lustspiel findet man in einer eigenen Abhandlung, welche Is. Ca, sauboi, davon geschrieben hat"), Die Römer hatten auch eine Art satyrischcr Lustspiele, die aber von den griechischen gänzlich unterschieden wärm. Die wenigen Spuren, welche man von ihrer Beschaffenheit hat, kann man in dem angezogenen Werk des Casaubons finden. Wir bemerken nur dieses cinziZe, daß aus den wenigen Nachrichten der römischen ») l., V. c «, 55) I!> ce»ü>uboni äeZot7riLi e-!nccorum poeli er kamgnorvm sor^r», I-ibri II, lüo;. tz. Sat S a scheu Scribenten zn!erhellen scheinet, daß dieses Schauspiel bey den Rö- nicrn wie eine Art der Fastnachtslust- barkeit gewesen, da die spielenden Personen einander durchgezogen, ohne daß in diesem Spiel eine würkliche Fabel oder Handlung zum Grunde gelegt worden. Uivius (Hmäroni- cus) pols aliguut annos ab satiris sulus elk primus argumenta kabu- lam Lerere "). Mit diesem kommt überein, was Val. Marimus sagt: ^ lstiris primus omnium poeta Ui- vius sck kskulsrum srZumenta Lpe- Asntlum snimos transtulit. Nachher ist aber von den Römern der Name der Satire einer Art des Gedichts gegeben worden, wovon im vorhergehenden Artikel gehandelt worden. ^ -H- Ausser der, von H. Sulzer angeführte» Schrift des Js. Casaubonus 1605. 8- kl-I. 1774. 8. und im itcn Vde. des Klus, pliiial. ec kill, des Th. Crcnius, bugst. k. 1699. 8. s Bde.) handeln von dem satyrischen Drama noch: Drum«?)? in dem vilc. Lur le O^clope cl'Luripiilc er lur le Lpeklscle lzr^r. bey f. l'dcscreckesLrecs Bd. 6. S. ZZZ. l'ar. 176z. 11. -- Tluavrio im ;tcn Bde. f. Lcor. e rzgione tl ogni poeli-, S. 277. — C. F. Flegel, im iten Bd. S. zzs u. f. f. Geschichte ocr komischen Litteratur ( aber sehr wenig befriedigend) — ?> G> Duhle: Oe t's. du!a Zsr^r. L-rsec. Löcc. 1787.4. — >»> C. A. Wchfrävr: Oe Oromocc (irscc. Lomico lac^ricc» . . . Uips. ^79Z> 8- (wo die Sache am bcßten aufS Reine gebracht ist, und vielleicht noch besser hellte ausgeführt werden können, wenn der H. Verf. im Allgemeinen den Gc, brauch der Satyrcn auf dem Theater der Griechen, oder in dem Drama der Griechen , untersucht Hütte.) — Auch Clo- dius, in f. Vers, aus der Litteratur -") 'T. Uv. I..VII. c.a. und Moral, St. >. S. 119. Leipzig 1767. 8. — und G. E. Lessing, in f. Collcctancen, Art. Satyr. Drama sagt etwa- darüber. —> llebrig ist, von ganzen griechische» Stücken dieser Art, uns wohl nichts, als der CvclopS des EurlpideS, welcher, ausser den Ausgaben mit den übrigen Wer. ken des Dichters, einzeln c. ttcnr. kum- pio, k-Iamd. >6,8. 8. gedruckt worden ist, und über welchen T.T>Kuinocl Lom» menrzi-. lpec. I^i'ps. 1787. 4. geschrieben hat. — Von Neuern haben einige Italiener mit sichtbarer Nachahmung des EurlpideS, ein paar Dramen dieser Art ge« schrieben, als Giamb. Giraldv Tin, thio, die Lglc, Ferr. 1545. 8. und Ort. Scamacca den polilemo, Palermo >6)9. ,z. Säule. (Baukunst.) Ohne Zweifel hat die älteste Art zu bauen den Gebrauch derSaulen eingeführt. Allem Ansehen nach bestunden die ältesten Gebäude blos aus etlichen in die Runde oder in ein Vier- ck heriimgcfttzten Stammen von Baumen, über welche man ein Dach gemacht hat. Also waren die ältesten Säulen Stamme der Baume; und von diesen haben hernach die Säulen sowol die Verjüngung, als auch die Verhältnisse der Dikc zu der Höhe bekommen. Der Gemächlichkeit halber habe» die ersten, noch von keiner Kunst unterrichteten Baumeister, eben nicht die dikcsten Bäume zu Unterstützung ihres Daches ausgesucht. Vanme von einem Fuß dik waren ihnen mehr als hinlänglich; und das Dach über diese Stamme ist ohne Zweifel nur so hoch gewesen, als der Arm, um es zu setzen, reichen konnte: sechs bis sieben Fuß; daher nachgchcnds das älteste Ver- O z hält- 2-4 Sau hältniß der Saulcnhöhe zur Dike, wie 5 bis 6 zu > entstanden ist *). Nur die gothischen Baumeister, die eine» Gesthmakam übertriebenen und erstaunlichen hatten, haben hernach dieses Vcrhälrniß geändert und die Hohe der Säulen vier und noch mehrmal großer genommen, als andre der Natur naher folgende Völker gcthan haben. Der überlegte Geschmak hat der Säule Theilc gegeben, die sie anfänglich nicht hatte: einen Kopf (Knauff, Capitcel,) und einen Fuß. Vielleicht ist aber auch dieser Theile Ursprung mehr in dem Zufall, als in dem Gcschmak gegründet. Der Knaufs ist älter, als der Fuß. Ver- muthlich sind die Baumstämme in die Erde eingegraben worden; oben aber war ein Bret »öthig, damit der Unterbalken fester auf der Säule aufläge. Man findet deshalb an ganz alten griechischen Gebäuden wol einen Knanff, aber keinen Säulenfuß. Aber der Geschmak hat bcy- de nothwendig gemacht; denn ohne diese Theile ist man ungewiß» ob man eine ganze Säule, oder nur einen Theil davon sehe. Der Geschmak fodert schlechterdings, daß das Schone ein Ganzes ausmache; dieses aber muß ausgezeichnete Schranken haöen *'). Eine Säule ohne Fuß könnte für einen verschütteten, oder in die Erde gesunkenen Theil des Gebäudes angesehen werden; und ohne Capiteel, würde man nicht gewiß seyn, ob das Gebälke nur darauf ruhet, oder wie in einen Zapfen eingestekt wäre. Also gehören der Fuß und Pas Capiteel als ganz wesentliche Theile zur Säule. 5) An einem sehr alten Tempel in To- rinch waren die dorischen Säulen so kurz, daß sie nicht vöUia viermal höher als dik waren. S. ves plus besux (le I» L>iöcc p-e iet-. le Unz», p^rr.II. p. 6. S. Ganz. Sau Der Haupttheil der Säule Ist der Stamm oder Schaft , der sich deswegen so auszeichnen muß, daß die Heyden andern Theile gegen ihn in keine Betrachtung kommen und nur als seine beyden Enden erscheinen. Durchgehends ist der Fuß die halbe Stammdike hoch; das Capitcel oder der Knauff aber ist etwas und bis zweymal höher, als der Fuß. Die genauen, Verhältnisse zeigen wir ig. andern Artikeln an. Die Art der Säule wird vornehmlich durch die Verhältnisse, und die Form des Knauffs bestimmt. Von allen Arten, die eingeführt worden, haben sich nur die erhalten, welche die Griechen, vic Tuseicr und die Römer eingeführt haben, und find an der Zahl fünf. Vielerlei) Artenegy. ptischer und syrischer Säulen, auch einige, welche die gothischcn Baumeister eingeführt, nebst einigen Einfällen neuerer Baumeister, sind entweder ganz in Verachtung gerathen, oder doch nicht durchgchends angenommen. Und es ist um so viel weniger nöthig, mehrere Arten einzuführen, da die erwähnten fünf Arten hinlängliche Mannichfaltigkeit geben. Die schlechteste und ungezierteste Säule, die der rohen Natur am nächsten kommt, ist die toscanische. Ihr Fuß besteht aus drey schlechten Gliedern; der Knauff hat ebenfalls nur wenige einfache Giicper, und ist mit einer ganz schlechten Platte be- dekt. Der Stamm ist siebenmal höher, als er unten dik ist. Nächst dieser folget die dorische Säule, die einen zierlichen und aus mancherlei) Gliedern bestehenden Fuß und Knauff hat, sonst aber nach denselben Verhältnissen gemacht ist Die ionische Säule hat einen schon künstlicher verzierten 5"! S. Schaft. Sau zierten Knauff, und ist durch die großen Voluten oder Schlicken desselben kennbar. Die romische Säule hat ihrem hohcrn Knauff, außer den jonischen Voluten, noch Laubwerk gegeben und ist überhaupt hoher. Die corinlhische, als die zierlichste und seincste, hatcincn mit schön aus- gezaktcn Akanthusblättern und vielen kleinen Schnörkeln ausgezierten Knauff, und dabei) ein feines und schlankes Ansehen. Der älteste Gebrauch der Säulen war vermurhlich bcy offenen Gebäuden, deren Dach nothwendig durch Säulen oder Pfeiler mußte unterstützt werden, welches bcy verschlossenen Gebäuden nicht nöthig ist, wo alles auf den Mauern ruhet. Hiernachst wurden sie zu Un-erstützung solcher Theile, die weit über die Mauer hervorspringen, gebraucht; daher die Säulenlauben ihren Ursprung haben, die bey allen prächtigen Gebäuden der Griechen und hernach auch der Römer angebracht wurden. Bey den Tempeln der Griechen waren die Säulen unentbehrlich, weil diese Gebäude allemal so angelegt wurden, daß eine, oder mehrere der Außenseiten derselben mit einem Vordache versehen waren, welches durch Säulen getragen wurde. Vi- truvius bestimmt die Bauarten der alten Tempel darnach *). Die Tempel, welche nur an der Vorderseite eine mit einem Vordach bcdekte Vorhalle (porticu«) hatten, welches die älteste Art zu seyn scheinet, wurden Ui-ostM gcncniit, und bekamen, nach der Anzahl der Säulen an der Vorhalle, noch ihre besondere Namen; als z.B. l'roil.^ios tetralk^Ios, und ?rost)Ua5 liox!»st)-Ic)s, waren die Namen der Tempel, deren einzige Vorhalle vier oder sechs Säulen -) i.. in. c. i. Sau 215 hatte. Wenn auch die Hintere Seite des Tempels einen Eingang mit einer Vorhalle hatte, so wurde er Hm- pliiprott/los genannt. Die dritte Gattung machten die Tempel, die auf allen vier Seiten mit Säulen umgeben waren, die ein um das ganze Gebäude herrschendes Vordach unterstützten, so daß ein bedckter Spatzicrgang, oder eine Säulcn- laube um den ganzen Tempel herum- gieng. Diese Gattung bekam nach derÄnzahl und Stellung der Säulen wieder besondere Namen. Ueber- haupt passet der Name k>erist^lium aus eine solche Anordnung. Diejenigen, die sechs Säulen an der vorderen, und eben so viel an der Hinteren Seite hatten, an den beyden andern aber eiise, (die beyden Eksäulen, die auch zur Vorder - und Hinterseite gehörten, mitgerechnet,) wurden?eri- pceri genannt. In diesen stunden die Säulen so weit aus einander, als sie von den Mauern des Tempels abstunden: folglich war die Säulenweite auch das Maaß der Breite der Laube. Wenn aber die Vorder - und Hinterseite acht, und die längern Ncbcnseitcn fünfzehn, oder siebzehn Säulen hatten, der Tempel aber nur so breit war, als die Länge von drei) Säulenweiten, so daß die Laube an den längern Seiten zwei) Saulenwci- ten breit wurde *), so gab man ihm den Namen stleullocllptsros. Die Erfindung dieser Anordnung schreibt Vitruvius dcmHcrmogcncszu. Das Wesentliche derselben besteht darin, daß die Säulenlaubcn an den beyden langen Seiten des stleuäoclipteros bey gleich enger Säulenweite noch einmal so breit werden. Wollte man noch größere Pracht anbringen, so setzte man zwei) Reihen Säulen um den ganzen Tempel O 4 herum, s) S. die IV. Figur, herum. Diese wurden vlpter! ge. nennt; und so war der Tempel der Diana zu Ephesus, den, nach des Virruvius Bericht, der Baumeister Ltesipho» angegeben hat. Wenn ein solcher Tempel, auch innerhalb seiner Mauern ringsherum eine Säu- lenlaube von doppelt übereinandcr- stehenden Säulen hatte, so daß der innerste Hauptraum, dem man auch itzt in unfern Kirchen den Namen des Schiffes giebt, ohne Dach blieb, so kam ihm der Name Oipteros H^pse- tkros, oder schlechthin H)-paetkro5 zu, welches so viel bedeutet, als ohne Dach. Denn da waren blos die Eäulenlauben bedckt. Von dieser Art war derTempeldes Olympischen Jupiters in Arhen. Dieses giebt uns überhaupt einen Begriffvon dem Gebrauch, den die Griechen von den Säulen gemacht haben. Sie stellten sie immer frey zu Unterstützung eines Vordaches. Dem in der Baukunst der Alten unerfahrnen Leser einigen Begriff von der Bauart der griechischeil Tempel und der Anwendung der Säulen zu geben, füge ich hier folgende Grundrisse bcy. Wobei) zu merken, daß die Punkte die Stellen der Säulen, die Striche aber die Mauern vorstellen. I. Ist ein «Tempel, der ?rost^Ios genennt wurde; II. ein ^mpdiprost^Ios; III. ein?eripteros; IV. ein pseuclo- tlipteros. Wenn bey diesem zwischen den Mauern und der äußersten Reihe Säulen noch eine Reihe stün- de, so wie vorne bcym Eingange: so wäre es ein Oiptero». O ch » » —< >— I. II. » » Sau Sau 2!? » « » 5 « »»»»»»» O O O O »- » Die neuern Baumeister haben den Gebrauch der Säulen als bloße Zierrathen eingeführt; stetragen oft nichts, sondern haben nur den Schein, als trügen sie ein Gebalke. Man vermauert sie, so daß sie nur um die Hälfte ihrer Dike über die Mauern vorstehen. Die Säulen auf diese Art anzubringen, ist ein Mißbrauch, den der gute Geschmak niemals rechtfertigen wird. Eben so wenig hat der richtige Geschmak der Griechen Bogen oder Gewo'lber aus Säulen gestellt, wie die Römer in den spätem Zeiten und auch die Neuem gethan haben. Die Säule ist ein Körper, der seiner Natur nach nicht so feste steht, daß er nicht leichte könnte umgestoßen werden, wenn er von oben einen Stoß bekommt. Er steht nur feste, wenn der Druk der Last, welche er trägt, bleyrecht auf den Knauff gerichtet ist. Ein mit beyden Enden auf dein Knauff ruhen« der Bogen drükt, oder scheinet immer etwas ans die Seite zu drükeir, und macht in der Baukimsi eine wesentliche Unschitlichkeit. Eine Reihe Säulen bekommt ihre Festigkeit von dem darüber gelegten Gcbälkc; daher sollte es natürlicher Weise eine allgemeine Regel der Baukunst sey», keine Säulen anzubringen, als wo sie ein Gebalke zu tragen haben. Es ist anch sehr zu zweifeln, daß der richtige Geschmak der Griechen ganz freystehende Säulen, als Monumente, wie Tralaus Säule in Rom, würde gut geheißen haben. Zu solchen; Behuf würden die Griechen vermuthlich den ägyptischen Gbelis- kus vorgezogen haben. Gewundene oder schnekenförmig ausgedrehte Säulen sind ein Einfall des verdorbenen Geschmaks; und es ist ein bloßes Mahrchen, daß die gewundenen Säulen in der Petcrskirche in Rom aus dem ehemaligen Tempel von Jerusalem herrühren. Vignola hat die Zeichnung derselben gelehrt, O 5 und 218 Sau «nd damit sich eine sehr unnütze Mühe gegeben. Verschiedene Formen der ältesten, noch sehr rohen Säulen hatPokok im l. Thcile seiner Beschreibung der Morgenländer abgezeichnet. (*) Ausser den, bey dem Art. Ordnung, S. Ssz angeführten, hier überhaupt her gehörigen Schriften, handeln davon noch Ioh. G. Dergmkller In dem „Geometrischen Maßstäbe der Säu- lcnordnung i?;?. 5. -zBl. — Säulenlaube. (Baukunst.) Iöird sonst auch mit dem italiäni- schen, voni Lateinischen abstammenden Wort portico bezeichnet. Im allgemeincsten Sinn bedeutet es einen offenen von oben bcdektcn Gang zwischen zwei) Reihen Säulen, oder zwischen einer Mauer, und einer Reihe Säulen. Die Griechen und nach ihnen die Romer hielten sehr viel auf solche Säulenlauben, und verwendeten erstaunliche Summen darauf. Im vorhergehenden Artikel ist gczciget worden, wie sie dieselben um ihre Tempel herumgeführt haben. Aber auch andere öffentliche Gebäude, die Theater und Amphitheater, die sogenannten Basilicä, und andere große Gebäude hatten Säulenlauben. Auch wurden gewisse öffentliche Platze, die zu Spa- tziergangcn, Zusammenkünften,Spielen bestimmt waren, mit Mauern umgeben, um welche hernach, wie um die Tempel, noch Säulen gesetzt wurden, die also Säulenlauben um die Mauern herum machten. Bey diesen war, wie man bcymVi- truvius sieht, insgemein über die untern Säulen noch eine Reihe gesetzt, und diese machte über den Säulengängen eine offene Galleric; oder es wurden auch verschiedene Sa u kleinere und größere Zimmer in diesem zweyten Geschoß zu öffentlichem Gebrauche gebaut. In Rom waren die schra oder Marktplätze mit Säulenlauben umgeben; und sowol unten neben den Säulenlauben, als oben an den Gallericn, waren die Contore der Wechsler, der öffentlichen Einnehmer, und wol auch Kramläden. Endlich hatten auch die grossen Wohnhäuser um die Höfe herum ihre Säulenlauben, nach Art der sogenannten Krcuzgängc der Klöster *). Hieraus ist abzunehmen, daß bey den Alten die Säulenlauben, die gegenwärtig außer Italien so selten gesehen werden, unter die größten und vornehmsten Werke der Baukunst gehörten. Die prächtigsten unsrer itzi- gcn Städte müßten einem Athcnien- ser aus den Zeiten des Periklcs, chdcr einem Römer aus den Zeiten derCä- sarn etwas ärmlich vorkommen, da er fast nirgend Säulenlauben anträfe , von denen die alten Städte in Griechenland und Italien ihre größte Zierde erhielten. Gar oft wurden die Mauern der Säulenlauben mit Gemählden gezieret, wovon das Pey- spicl der Saulcnlaube oder Gtoa in Athen, die pöcile gcncnnt wurde, jedermann bekannt ist. Die öffentlichen Säulenlauben dienten also zu Spatziergängen und Zusammenkünften, sowol müßiger als beschäfftigter Bürger; so wie etwa gegenwärtig in Handlungsplatzen die sogenannten Börsen der Kaufleute. Vitruvius will, daß bey jedem Theater eine Säulcnlaube gebaut werde, dahin sich die Zuschauer bey etwa einfallendem Regen von ihren offenen Bänken ins Trokene begeben könnten. Ueberhaupt schiket sich diese Bauart zu allen öffentlichen Gebäuden, wo sich Gcschäffte halber sehr viel Menschen versammeln, von denen *) S. Kmizgang. Sau denen nur wenige auf einmal in dem Innen, derselben ihre Geschaffte verrichten, da inzwischen die andern draußen warten müssen! folglich zu Gerichtshöfen, Zoll-Accis- und andern öffentlichen Hausern, wo die Gefalle des Staats eingenommen werden. Die Alten, die ohnedem sich mehr auf öffentlichen Plätzen, als in ihren Häusern aufhielten, verschaff, ten sich also durch solche Säulenlan- bcn die Bequemlichkeit, bey mancherlei) Geschafften zugleich, einen angenehmen Epatziergang zu genießen, Sie fielen um so viel natürlicher auf dergleichen Bauart, da es bey ihnen gewöhnlich war, daß sehr vielerlei) Geschaffte, die man itzt durch Bediente und andre gedungene Personen an öffentlichen Orten verrichten laßt, damals von den Herrn selbst verrichtet wurden. Gegenwärtig ist der Gebranch der Säulenlanben fast ganz abgekommen. Nur in Italien findet man noch Palaste, an denen eine, oder mehrere Außenseiten unten mit Säulenlaubcn versehen find, über welche an dem ersten Geschoß offene Gallericn, und sogenannte Loggie angebracht worden. Die prachtigste Säulenlaube der neuern Zeit ist die, welche der Vorhof der St. Pctcrskirche in Rom einschließt *). Säulensiellung; Säulenwette. (Baukunst.) Tie Weite, in welcher man die Säulen auseinander setzet: dieseWeite aber wird von der Mitte oder den Apen der Säulen gerechnet. Vicru- vius lehret, daß bey den Alten fün« ferlcy Saulenweitcn gebräuchlich gewesen. Die geringste war von fünf Modeln, so daß der offene Raum zwischen den Schäften, der Säulen D S. Kircbe. S ä ll 219 anderthalb Saulcndiken, oder drey Mode! war *). Diese Art nennten sie siksäulig (pvcmoll^ium). In der zweyten Art war die Säulenweite von sechs Modeln (lg-üg-Ion) nahe- faulig. In der dritten Art, die für die schönste gehalten wurde, und daher euüvlon hieß, war die Weite von Modeln; in der vierten (äla- war sie von Z, und in der fünften (greull^lon) von 9 Modeln. DieSäulcn noch weiter auseinander zu setzen, geht aus zwey Gründen nicht wol an. Erstlich, weil das Gebalk zwischen den Säulen sich ein- drüken könnte; und hernach, weil so weit auseinander stehende Säulen dem Gebäude ein gar zu mageres und armes Ansehen geben. Der griechische Baumeister Hcrmogenes, der diese Saulenweitcn bestimmt hat, gab auch dafür eigene Verhältnisse der Höhen der Säulen. Für die diksaulige Stellung gab er der Säule so Model; für die wcitsäuli- ge von 9Modeln gab er den Säulen 16 Model Höhe, und machte sie folglich diker. Dieses scheinet, ob es gleich gegenwärtig nicht mehr beobachtet wird, der Natur der Sache gemäßer, als daß bey cincrlcy Höhe die weit und enge stehenden Säulen glcichdik seyen. Bey großenSäulenweitm hat man bisweilen den Unterbalken von Metall gemacht. Die Kunst, die Steine so zu hauen, daß ein langer Un- terbalken aus Stüken kann zusammengesetzt werden, die sich selbst, wie die Steine eines Bogcms tragen, war den Alten nicht bekannt. Daher setzten sie bisweilen ihr e Säulen zu nahe zusammen. Vicrm.'ins sagt, daß die Säulen um ihre Tempel bisweilen so nahe an einander gestan. den Man muß hier das Wort Model in dem Sinne nehmen, den w r im Artikel darüber bestimmt hab;n, ynd nicbt wie es Vitrumns nimq n, 220 Sau den, daß die Damen, die sich ander Hand faßten, sich haben trennen müssen, um zwischen den Säulen durchzugehen. Das Wichtigste, worauf man bey Säulenstellungen zu sehen hat, ist das Verhältniß der Säulenweite zu der Eutthcilung der Triglyphen der dorischen Ordnung*), und der Eparrenköpfe oder Zahnschnitte in den Ordnungen, wo solche'angcbracht werden. Denn es ist nothwendig, daß allemal die Mitte eines solchen Gliedes auf die Milte einer Säule treffe. Um dieses zu erhalten, muß die Säuleuwcitc so beschaffen seyn, daß sie, wenn die Weite zweyer Eparrenköpfe, oder Zahnschnitte für die Einheit des Maaßcs angenommen wird, eine gerade Zahl solcher Einheiten enthalte, das ist, daß die Eäulenweitc 2, 4, 6, 8- ec. solcher Einheiten ausmache. Man hat demnach hicbey folgcndermaaßen zu verfahren. Durch die festgesetzte Höhe des Gebäudes, oder eines Geschosses, wird die Hohe der Säule bestimmt, und durch diese dieHöhc des Gebälkes **). Von der Höhe des Gebälkes aber hängt die Breite und Weite der Drayschlitze, Sparrenköpfe und Zahnschi litte ab. Diese wird demnach drisch die angenommene Höhe des Geba udes bestimmt. Man nehme also tue Weite aus der Mitte eines Drey schlitzes, Sparrenkopfs oder Zahnschnitts zum nächsten als die Unität an, und suche eine Säulenweite, di e, nach dieser Unität gemessen, sich durch eine gerade Zahl theilen la ssc. In de r jonischen, der römischen und der snrinthischcn Ordnung ist die Weite ke und Gewicht genau messen. Um aber der Nachwelt diesen Ton genau anzugeben, auch auf den Fall, daß unser Fußmaaß nicht bis auf sie kommen sollte, müßte dabey erinnert werden, daß die Lange der Sayte nach einem solchen Maaßc zu bestimmen sey, wovon z> 66 Theüe die Lange eines Uhrpcrpcudikels machen, der Secunden schlagt. Als- Say 22z dann wäre nach viel taustndJahren, wenn sich die Wissenschaften erhalten, ein Tonsystem gerade so zu stimmen, wie wir itzt es thun. Doch dieses sey im Vorbeygang gesagt. Man kann aus dem angeführten Grundgesetz der Schwingungen diese Folgen ziehen: Zwcy gleich lange und gleich dike Saytcn geben Töne, die sich in Absicht auf die Höhe verhalten, wie die Quadratwurzeln ihrer Spannungen, oder wie die Anzahl ihrer Schwingungen in gleicher Zeit. 2. Wenn die Sayten gleich lang und gleich gespannt sind, so verhalten sich ihre Töne umgekehrt, wie die Dikcn der Sayten; nämlich die nur halb so dik ist, als die andere, wird noch einmal so hoch, oder in der Octave der ersten seyn. z. Wenn die Spannungen und die Diken zweyer Sayten gleich sind, so verhalten sich die Töne umgekehrt, wie die Langen. Also hat man drcyerley Mittel, den Ton der Sayten zu andern, nämlich ihre Dike, oder Lange, oder ihre Spannung anders zu nehmen. Von diesen Mitteln kann man bcy Stimmung eines Sayreninstrumcnts eines, oder zwcy, oder alle drey zugleich brauchen. Allein es ist kcincs- wtgeS gleichgültig, waS für eine Wahl man dabey treffe. Denn da man angemerkt hat, daß der Ton der Sayte» am vollcsien und angenehmsten ipird, wenn die Sayte ohnge- fahr die stärkste Spannung hat, die möglich ist, so würde man sehr übel thun, wenn man bcy gleicher Dicke und Lange die Höhe deS Tones durch Nachlassung der Spannung vermindern wollte. AuS diesen Betrachtungen waren die Regeln zu der vollkommensten Beziehung, oder Bcsaytung der Instrumente herzuleiten. Da aber dergleichen praktische Materien außer der Sphäre dieses Werks liegen, so können 224 Say Saß können wir uns dabcy nicht aufhalten. Eine wichtige Erscheinung der klingenden Eaytcn ist es, daß jede, besonders wenn der Ton etwas tief ist, mehrere Tone zugleich angiebt. Davon aber haben wir im Artikel Rlang hinlänglich gesprochen. Endlich muß hier noch angemerkt werden, daß die Reinigtest des Klanges (nicht des Intervalls) einer Eayte davon herrühre, daß sie i.eine hinlängliche Spannung habe, 2 mit hinlänglicher Starke, nur nicht übertrieben, und z. an einer schiklichen Stelle angeschlagen oder gezupft werde, damit die ihr beigebrachte Bewegung die Caytc nach ihrer ganzen Lange in dieselbe Schwingung setzen könne, 4. daß sie durchaus einerlei) Dikc habe, ohne welches die Schwingungen nicht regelmäßig seyn können. Von der Vibration der Sayte» hau» dcl» ausführlich: kxe-cir. mus. se m-z- ru ckorszrum, . Lebt. II. S. 67 u. f. — -Honorar. Labri (De vidi-ar. cdoräsr. w s. Physik.) — Drook Taylor (De vidrsr. csscu-surum in f. lAc- rk»s. jncrcmencor. sieeöls er inverls, I^onä. 171;. 4.) --- ?ac. -Hermann (De vibrac, cssoi-sar. renstn-. Diign!» iirio, s. die irruciicoi-. 1716. Sappl. S. Z7--.) — Giorö. Riccatt (Disserrs?. tilico msrcmzr. seile vidra» xioni sei Tsmd-.ier,, im iten Bde. S>4>?. der Ssgzi Icienritici e ierrcr. seii'Acos. s! p-isevn 1786. 4. Auch gehört im Ganzen noch hiehcr eben dieses Verf. Aussatz seile vibrs^ien! toiinri sei tsslinsri, im iten Bde. der bisir. si ketorcm,. rica . . . Ver. 178». 4. so wie der 'I>a!re m»rde>n. se« cvises por i-op- pvrr sux inssxum. se !s sslussgue »oa Kost» Tgrre (S. IM- öe l'Acss. idoy. sez 8c!ences k^nn. !?<>4, S. 38.) - Satz; Setzkunft. (Musik.) Äas Erfinden und Ausarbeiten eines Tonstuks wird insgemein daS Geyen gcncnnt, weil der Erfinder eines solchen Stükes die Töne, ss wie er dieselben in der Harmonie und Melodie empfindet, durch Noten ans. drükt, oder scher. Oft wird dieses auch der Eoutrapunkt genannt, weil in ältern Zeilen die Noten bloße Punk- te waren, und die meiste Arbeit der Tonsetzcr darin bestund, daß sie zu einem bekannten einstimmigen Gesänge noch andere Stimmen setzten; da sie denn gegen einen vorhandenen Punkt noch andere zu setzen hat. ten *). Jtzt bezeichnet man durch das Wort Gay bisweilen gar alles, was zu Erfindung und Auszeichnung eines Tonstüks gehört; alles, was der Erfinder desselben zu thun hat, i»n es andern zur Ausführung vorzu- legen- Doch scheinet es, daß man insgemein dem Worte eine etwas eingeschränktere Bedeutung gebe, und nur die Arbeit dadurch aiisvrüke, die nach bestimmten und einigermaaßen mechanischen Regeln geschieht, durch deren Beobachtung die das Ohr beleidigenden Fehler vermieden wer, den. Man höret oft von einem Stük, das, nach einem gemeinen Aus» druk, weder Saft noch Kraft hat, sagen, es scy im Saye richtig, das ist, es sey nichts gegen die bekannten Regeln, nichts dem. Gehör anstößiges darin. Daher kommt es denn, daß mancher sich einbildet, er verstehe die ganze Kunst Tonstüke zu setzen, wenn er dergleichen Fehler zu vermeiden weiß. In ') S, Lonlrapunkt. Saß Zn diesem eingeschränktes Sinn genommen, ist der Satz für die Musik, was die Grammatik für die Sprache ist. Man kann vollkommen grammatisch, das ist, sehr verstandlich, deutlich und rein sprechen, ohne etwas zu sagen, das Aufmerksamkeit verdienet; und in der Mnsik kann man sehr rein setzen, und doch ein elendes Tonstük machen. Diese Kunst hat mit allen schonen Künsten das gemein, das sie erstlich Genie und Geschmak erfodert, um nach Beschaffenheit der Absicht das zu erfinden und zu wählen, was dem Werk seine Kraft geben soll, und denn die Fertigkeit, das Erfundene so vor- zutragen, oder auszudrüken, wie es die mechanischen Regeln der Kunst zu Vermeidung alles Anstoßes crfodern. Nur dieser zwcyte Punkt ist bestimmten Regeln unterworfen, die man, ohne Genie und Geschmak zu haben, lernen und beobachten kann. Wenn man also unter dem Worte Satz nur die Kenntniß und Beobachtung dieser Regeln versteht, so ist er eine leicht zu lernende Sache. Kenntlich der Harmonie, der Behandlung der Consonanzen und Dissonanzen, der Modulation, des Takts und Rhythmus, ist alles, was dazu gehöret. Aber auch dieses wenige nicht blos zu wissen, sondern nach denRe- geln auszuüben, erfodert, daß man außer der Kenntlich der Regeln, ein Gefühl derselben habe. Es wäre möglich, daß man einem tauben Menschen diese Regeln des Satzes begreif- lieh inachte, und daß er in einem geschriebenen Tonstük die Fehler gegen dieselben entdekte: dennoch würde er sie bcy Aufführung des Stüks nicht fühlen, noch im Stande seyn, etwas nach den ihm sehr bekannten Regeln zu setzen. Wcr demnach den blos mechanischen Satz nicht nur verstehen, sondern zur Ausübung besitzen will, muß doch schon eine große Fertigkeit ha- Hierrer Theil. Saß 225 5en, Gesang und Harmonie sehr deutlich zu vernehmen, das angenehme und widrige, das wolfließende und das harte darin mit voller Klarhei^ zu empfinden. Hiczu aber wird noch außer dem feinen Gehör sehr große Uebung erfodert. Man würde vergeblich unternehmen, einem Menschen, der weder singen noch spielen kann, die Regeln des Satzes zur Ausübung beizubringen. Es kann seyn, daß erste faßt und ihre Richtigkeit einsieht; aber ausüben wird er sie nie. Dieses Ausüben ist in der That nichts anders, als Gesang und Harmonie, die man empfindet, als hörte man sie, so in Noten zu setzen, wie man sie empfindet, und hernach das, was etwa darin anstößig und gegen die Regeln seyn möchte, zu vcrdessern. Hieraus ist abzunehmen,-daß nur derjenige den Satz zu Beurtheilung oder Erfindung eines Tonsiüks anwenden könne, der es durch ein gutes Gehör und durch Uebung so weit gebracht hat, daß er einer Seits, wenn er ein geschriebenes Tonstük sieht, den Gesang und die Harmonie desselben zu empfinden, und wenn er ein Stük höret, es in Noten zu schreiben, im Stande ist. Folglich muß die Fertigkeit der Ausübung der Musik der Erlernung des Satzes vorhergehen. Dieses wird auch überall beobachtet; und hierin zeigen dieMeister in der Sctzkunsi die verständige Ueber- legung, die den Schullehrern, zu erstaunlicher Quaal und zu unersetzlichem Zeitverlust der Jugend, fast durchgehends fehlet- Sie sind so unverständig, daß sie die Jugend den Saiz, das ist, die Grammatik der Sprache, lehren, ehe ihnen die Sprache selbst verständlich ist. Das heißt einen, der noch nicht höret, sondern dqs Hören selbst nach und nach lernen soll, den Satz der Musik lehren. Wenn man in der Musik s» P vcr- 226 Saß verführe, so Ware die Zeit des Unterrichts eben so verloren, als sie es in den Schulen ist. Man fangt also in der Musik mit Recht von der Ausübung an. Der künftige Tonfetzer lernt zuerst singen und spielen. Dadurch bekommt er Empfindung von Harmonie und Melodie; lernt einen melodischen Satz ins Gehör fassen, das leichte und schwere desselben empfinden; bekommt ein sicheres Gefühl von Tonarten, von dem, was die, entweder zugleich, oder nach einander ins Gehör fallende Töne harmonisches, oder unharmonisches haben; bringt es endlich so weit, daß er viele zugleich klingende Töne einzeln von einander unterscheidet, und zu sagen weiß, wenn auch ein mehrstimmiges Stük gespielt wird, was für Töne jede Stimme hat- Dieses ist gerade das, was man in Absicht auf eine Sprache nennt, sie können, das ist, nicht nur das, was andre sprechen, verstehen, fondern auch seine eigenen Gedanken in dieser Sprache ausdrü- ken können. So wie nun in Absicht auf Sprachen und redende Künste nur der, der eine Sprache würklich spricht, im Standeist, fowol die Grammatik derselben, als das, was zur Beredsamkeit gehört, deutlich zu fassen, so ist es auch in der Musik, wo nur der den Satz lernen kann, dem die Sprache der Musik bereits gelau- fig worden. Und hier zeiget sich noch eine Aehn- lichkcit zwischen der Musik und den redenden Künsten, die Aufmerksamkeit verdienet. Mancher, der eine Spra y e blos aus dem gemeinen Gebrauch gelernt hat, bringt es, ohne weitere Anleitung dahin, daß er ein guter Redner oder Dichter wird. Und so geschieht es auch, daß ein Sauger oder Spieler ohne weitern Unterricht ein Tonfetzer wird. Solche ungclehrte Setzer werden insge- S a ß mein Naturalisten genennt. Hier müssen wir um der Wichtigkeit der Sache halber anmerken, daß es weit leichter ist, in Beredsamkeit undPoe- sie ein guter Naturalist« zu werden, als in der Mustk. Der Satz hat cineMcnge solcherRegeln, dieschwer zu eutdekcn sind, und vielerlei) Kunstgriffe, auf die mau erst durch man« chcrley Erfahrungen gefallen ist. Es ist allemal höchst unwahrscheinlich, daß der beste Naturalist« sie alle eutdekcn werde. Der Tonlehrer, der sich ein eigenes Geschaffte daraus macht, alle vorhandene Regeln des Satzes zu prüfen, ihre Gründe zu erforschen, sie auf wenige einleuchtende Grundsätze zu bringen, alle Kunstgriffe in den Werken der lusten Tonsetzer zu eutdekcn, ihrem Ursprung und ihrem Nutzen nachzudenken u. s. f. ist im Staude, dem, der die Sprache der Musik versteht, in kurzer Zeit alle Regeln, Künste und Vortheile des Satzes beyzubringe», von de- neu er selbst vielleicht die wenigsten würde eutdckt haben. Es scheinet mir um so viel nöthi» ger, dieses denen, die sich um den Satz bekümmern, zu empfehlen, da es itzt mehr, alö ehedem,gewöhnlich wird, daß bloße Sanger oder Spieler sich einbilden, sie können zu einer hinlänglichen Fertigkeit im Satze kommen, wenn sie ihn auch eben nicht schulmaßig gelernt haben. Wir wollen nicht in Abrede feyu, daß es nicht hier, wie in andern Künsten, außer- ordentliche Genies gebe, die ohne fremden Unterricht zu großer Fertig, keit in Ausübung des Satzes gekommen sind. Aber wie kein verstandiger Mensch ans dergleichen außerordentlichen Fallen, da man ohne eigenes Bestreben sehr reich, oder mit aller Vorsichtigkeit um fein Vermögen gebracht wird, die Maxime ziehet, man soll sich keine Mühe geben, etwas zu erwerben, oder, es sei) völ- lig unnütze vorsichtig zu sepn, um das Satz das Seinige zn erhalten: so kann man dieses auch hier nicht thun. Wer den Satz nicht wol gelernt hat, lauft allemal Gefahr, daß er in feinen Sachen bey den angenehmsten, nach- drüklichsten und fürtrefflichsten Erfindungen Fehler begehen werde, die anstößig sind, und die Werke seines Genies verunstalten. Oft merket auch der Naturalist sehr wol, daß einem durch bloßes Genie ausgearbeiteten Stük etwas fehlet; aber worin der Fehler besiehe, oder wie er zu verbessern sey, hindert die Unwissenheit der Regeln ihn einzusehen. Manche Stüke, besonders wo mch- rere concertirende Stimmen zusammen kommen, crfodcrn ihrer Natur nach gewisse Kunstgriffe des Satzes, auf die nicht leicht einer von selbst verfallt *). Und auch in andern Stükcn ist es gar nicht selten, daß die schönsten melodischen Gedanken durch eine schlechte oder gezwungene Harmonie, die man aus Unwissenheit der Regeln dazu genommen hat, gar viel verlieren. Je mehr würkli- ches Genie man zur Kunst hat, je wichtiger wird es, daß man die Regeln des Satzes auf das genaueste studire, denn nur dem guten Genie werden sie recht nützlich. Ich kann mich nicht enthalten, diesen Artikel mit einer Anmerkung zu beschließen, die mir mancher übel nehmen wird. Aber die Liebe zur Wahrheit ist bey mir starker, als die Furcht getadelt zu werden. Haste, der mitRecht berühmte Haste, ist gewiß ein Mann von wahrem Genie zur Musik. Aber man merkt in seinen Duetten, besonders wenn man sie gegen die Graunischen halt, den Mangel dessen, was viele unnütze Künsieleyen nennen. Hatte dieser sonst große Mann den Satz so durchaus verstanden, wie Graun, so würde er in solchen vielstimmigen Sa- ») Doppelter Cvntrspuukt; Dutt; Quarte:. Satz sz? chen ihm den Rang eben so streitig machen, als er es in Ansehung der Arien thur- Aber in jenen ist er wahrhaftig weit unter ihm, blos weil er nicht alle Künste des Satzes so genau verstand wie Graun., Dieses sey allen jungen Tonsetzern zur Warnung gesagt. Uebtigens kann ich mich hier in keine nähere Betrachtung des Satzes einlassen, sondern verweise deshalb auf das Kirnbcrgensche Werk, das mir in allen besonder» den Satz betreffenden Artikeln zum Wegweiser gedient hat, und das, ivenn, wie bald zu erwarten ist, der zweyte Theil wird hinzugekommen seyn, das vollständigste, gründlichste und zugleich verständlichste Werk seyn wird, das bis dahin über den Satz geschrieben worden. Ausser den, bey dem Art. Musik, S. 45g. angeführten Schriften, von der theorcelschvn Mußt, so wie dem größten Theil der, von der praktischen Musik üverhaupr, ebend. S. 453 «»geführten Schriften (als welche, mehr oder weniger, hierher gehören) handeln von der Selzkunst überhaupt besonders: D. sAerro si'onrio (Ita-pon. cii däulica, ove il crarra Ue' pallü >>gi , eieile conto, nanrie . . . c etcl moelu eil tär Uo- rcrri, 8al>ni> .Vteile erc. 1405. 4. psrm. I ;8ti. 4- Wahrscheinlicher Weise ist der ihm zugeschriebene ldizl. Uclls^n- tic. reorec. e prarrics, par, 1591. 4. dasselbe Werk.) — Job. Galliculüs (liazo^e äe compoür. csnrur, t.ipsi i zio. 154,3. 8. Mit etwas verändertem Titel, Viicb. 154Ü. 155z. 8- OllS Werk enthält 1- Kap. deren Jnnhalt sich in H. Jockels Ailg. kitterat. der Musik S. 4>s findet.) — D. Vicenre oder VicenDio t,ui!r »no (Inrroliu?ione . .
  • 578. 4>) — Joh. Avittnus hKog. Ivlulic. poer. Lrpk. 15 81. 4)— Chrstph. Hilzc« «Auer (ksrio compon.j 8)nnpl>onia5, Loncenruxve mulicor, hsuinz. 1 z 8 ;. z.) — Sethus Tglvisins oder Call- rviy (^lelopveis, I. I9leloä!se cän- äenäsersrio . . . Lrpk. 1592.8. besteht aus -> Kap. und gehört zu den guten Werken jener Zeit.)—> P. K.000V. Fgconl (Lrsrics ä! Vlulics Utile e nc- cellsria, sr sl compoiitors per com» porre i Lanci luv! regvlsrsmente > or snco sl Lsnrore . . . äivits in IV libri, ne'i «zusli Ii rrsrcs äelle csuri- Icne oräinsrie, äe'rempi, ue prola- rioni, äe'pivpoirioni, äe'ruon! e «Zell» convcnicnTs äe'rnlti -Ii Inttru- menci krtuliculi, Ven. 1592. >596. 5. Leconäo ?srre, äiv. in IV likri, ne' iczusli lirrsrrs äeßi'LIcmenci mulicsli, cioe äc' primi principii come nccel- Isrii slis retlirurs äelle Lompoiirioni srmvnisli» äe' contrspunii lemplici eä srrilicioli erc. Vcnei. 1622, kol. S. übrigens Matlhes. Lrir. koluiic. Th. 6. S. 89. ) —' Joach. A>urmeijler (II)-pumnemsr. Ibtulic. poeric. . . . Holl. 1599. 4) — Joh. Grersch- mar (Deutsche Melopoeia, oder Com- poniekunst .... Leipz. 1605. 8.) — A. Ist). Nucius (Vlustc. poer. Ii äe compolir. Dsnrus, prsecepliones sb- loluliilimse, Keiile 161z. 4. Besteht aus 9 Kap. und gehört zu den bcßtcn Wer. kcn aus jenem Zeitalter.) — Thomas Äavcncrost (A driel äilcourle ol rhe rrue, buc neZIeökeä nie ok charslicr- in» clre äcgrees rtreir perlellion, im» pcrleAion anä äiminurion in meslu» rsble >luliclee . . . Lonä. 1614, 4>) Jerem. ^elO (Lcliema melopoer, lunäsmenrum conrcxenäi concenrus rsrionem re^rselcncsn?, I'rcfr. 1625,) Saß -»» Joh. Trüger (5ynopl. Italic. conrinens rsrionem constiruenäi er compon. melos ksrmonic. Lerol. 1624. 12. Derb, cbcnd, >6zo. 4. Einheilt >7 Kap. deren Jnnhalt in H. Forkcls Litterat. S 4-s. sich findet.) — Wolfg. SclionsleSei: (ArcKircA. I9tui>rer univcrs . . . InZolll. i6zl-4. 1684, 4. Oer erste Thcil besteht aus 28. drc zweytc aus 9 Kap.) — Am. Parcan (Vraire ste ö^uiicjus rkevrer. er prar. conrsnznc lcs precepre« ste In com» polnion, Lsr. >6z<5. 4. 1646.4.) -- Joh. Mic!?. Tocmmls (klepeackorci. elsnicum^ I. nov» lolliisr. in lzus.Vin» licae prstlicze ulus» rsm izu! ael ca- nenstum cjusm izui sä companenäum csnrum Iscit, oltenäirur, lästn. 164S. 4.) — Joh. ÄnSr. ^erbf? (Uulic. poec. Ii Lvmpenäinm meiopoer. . . . Nürnb. 164z. 4. Hrre piscrics e poe- rica . . . Frft.i65z. 4. Beydc Werke sind Deutsch geschrieben; und das letztere größtcntheils aus dem, mir weitet nicht bekannten Werke des Äiov. Chicdino gezogen.) — Lhrsrph, Simpson norsc. on rirc src o5 lecrinsz, or com» pvling IVIulicle, I.onä. 1655. 7^ Lom» pcnä, or Introäuöb. eo prsciicsi kelu- liclc, in V l'srrx . . . I.onä. 1670. 1722. 6tc Aufl.) — K.or. Penn» (I.i primi Albori mulicali . . , Hol. 1656. 4. Vrrni. der erste Th. cbcnd. 1672. 1674. 4. Der zmrptc Th- cbcnd. 1S78. 4. Der dritte Theik, cbcnd. 1684. 4. Nur der -te Th. oder das stc Buch, handelt, in -4 Kap. von der Coniposs- tion.) — L>av. Mignot öe la Vo/e (1"rsics äc dluli pour spprcnäre ^ compossr ü plulicurs psrciez, Lsr. 1659. 4. Vcrm. cbcnd. >666. 4.) — Gior>. 2lnvr. 2lngeliin Äontcmpi (i^vva Husruor vocidui. componenäi nieriioäus, Oresä. 1660. 4.) —> E»tb. Nivers (l^sire äe Is compv- lirion äe ^luliczue, Lsr. 1667. 8> hol« lflndisch und französisch. 'Anist. 1697. 8.) Tasp. Scl )0tt In s. VrZznv mzrLe» mst. Herdip. 1668. Ii handelt das vtc Blich in 9 Kap. von der Scykmist und dahin Satz Satz 229 dahin gehörigen Dingen; und das -4te Bull u> s. Ours. msrlicm. stlerbip, Iü6l. st Lamb, 1677. F. De llar- mouic», st lelulica,) — Anvr. tTo- renre (LI potque tle iz hstufica, Lsnro stl-uo, stziitci cie Oi^üno, Lourrs- puuro, 7 , Ale. 1672. F.) — Giov N?ar.Bononcri'i (^lulico ^»rsrriev, csti brevemenre dimolkra il modo di Aiungercslla pettetrs cogni- rrione di rune quelle coste, ctic con- corrouo ^lla compull^ione dci Oanri, e di cio cN'üll srre del contrspunro li ricerca, Lol. lü/j, 4. 1688. 4. Der erste Thetl enthalt >5, der zwcpte si alap. und dieser letzte ist Deutsch, Stuttg, 1701.4. erschienen.) — Icch. G. Ahle ( MusikahsPeS Frühlingsgc. sprach . . . Müplh. 1655. 8. Som- mce»espräch 1Ü97. 8. Hcrbstgespr. 1699.8. Winrergespr. 1704. g.) — Anvr. Werk- Mmßer (td^pomn. mullc. oder Mustkal. Memorial . . . Qucdl. >697. 4. bist- mun-'l. mulics, oder Kurze Anlelt. zur mustkal. Compostcldn . . . Franks, und Lcipz. 1702. 4.) — Lasp. Förster (Mustkal. Kunstspicgcl . . . S. Matthc- svus Shrcnpf. S. 76.) — A.oth. Anm- bacb vo» ÄoesfelS (f 1727. Wenn und wo s. ,/Anweisung, wie man vermittelst weniger Regeln die mustkal. Com- pvsttlon ganz richtig tractiren möge," erschienen ist, weiß ich nicht, wahrscheinlicher Weise in den Jahren 1685-1688. Ob übrigens die, in dem Art. Generalbaß, S. z6o. und in H. Ferkels Litte, rar. S. z;6. l>. angezeigten Inst-rur. mulic.in holländischer Sprache nicht eben dieses Werk sind, getrau ich mir nicht, Zu entscheiden. So viel ist bekannt, daß Aumbach lange Zeil in Leiden gelebt hat; ist er Verfasser von beydcn: so müssen die Instir. inui. entweder viel früher, zuerst, erschienen, oder, nach seinem Tode, ans-cinec Handschrist abgedruckt worden seyn.) — For. Erh. Nievt (Oer zte Th. s. Mustkal. Handlcitung . . Hamb. '717.4. handelt vom Contrapunct, Canon, Motetten, Choral, Recitativ und Csvatcn.) Franc. ?Lav. MurschHauser (Acad. Uulico-poer. biparrita, oder dst hohe Schul der mustkal. Composition .... Nürnb. 1721. st Oer Titel des Werkes vcranlaßte eine bittre Kritik von Matthe» son, in dessen Lrie. öäossc. Bb.l. S. 54- Bd. 2. S. 79 und 164.) >— IllstinuZ a Bespons (Mustkal. Arbeit und Kurze weil, d. i. Kurze und gute Regeln der Componir» und Schlagekunst, Augsb. 172z.) — Joh. Iss. Fucd« (Lrsdus ad parnaistim, st Ickanudutkio ad com» polir. dstustc. reAuiarem . . . Vier». 1725. st Jtal. von Castro, Carpi 1761. st Franz. von P. Denis >7?z.st Deutsch von L. Mltzlcr, Leipz. 1742. 4. DaS Werk ist in zwei) Bücher abgctheilt, wovon das erste 25 Kap. und das zwcyte 5 stxcrcitZt. in verschiedenen Leclionen enthält.) — I- Chrßph. Pepuftb (A lstorc 'sti-car, on stlatmon)- conr. rste eklest rules tor compostcion in tcvo, tkrce snd stour parte, stond. l7Zo UNd ipzi.q.)— LNcinr. Spieß (^rsstkat. mulic. compolitorio prstlicur, d, i. Mustkal. Traetat, in welchem alle gute und sichere stuudamenra zur mustkal. Composition . . . zusammen getragen, gegeneinander gehalten, erklärt, und . . erläutert werden . . . Augsb. 1746. >5. Der Jnnhalt der Z4 Kap. findet sich in Mitzlcrs Bibl. Bd. z. S. 754. und in ForkelS Littcrat. S. 428.) -- Ungen. (TLtt of cumpossnZ trlulilc 1751. 8.) Jos. Riepe! (>) Ansangsgr. zurmu, sikal.Sctzkunst . . de likzwkmopoeia» oder von der Tactordnung, Augsb. >752 und 1754. st 2) Grundlegung zur Ten- ordnung insgemein . . . Frft. >755- st z) Gründl. Erklärung der Tonvrdnung insbesondre . . . Frst. 1757. st 4) Erläuterung der betrügt. Tonvrdnung . . . Augsb. 1765. st 5) unentbehrliche An« merk, zum Contrapunct . . . Rcgcnsb. «7Ü8. st 6) Baßschlüssel, d. i. klnlcit. für Anfänger und Liebhaber der Sctzkunst, die schöne Gedanken haben . . Rcgcnsb. >7« 6. st Ein sehr gründliches, wenn gleich nicht gut geschriebenes Weck.) Gianotti (ste Luide du. Lompolireur k>ar. 1759. 8. Das Werk lehrt, wie P z ' der szo S a tz Saß der Grundbaß in einer jeden Compositko» zu finden,) — Giorgio Antoniotto (l^'srce srmonicz , VI 2 'prear. VN riie cvmgvfirion ot däufic in rlirce booics . . . l-oini. 1761. t'ol. s Z?dc) — Fvr. lvillh. Marpurg (Handbuch dcy dem Generalbaß und der Composition . . . Verl. 1755-175». 4. ) Th. Neue Aufl. 176-. Anhang zum Handbuchc ,760. 4. Oer Jnnhalt findet sich bcy Ferkel, a. a. O. S. 4-?,) — De Vis« Nies t^lieezze fies rcgles >ic compvfi- r!on . . . psr, 1767.4,) —, iVoeuf (vraire cie I'biarrnvnie er lies regles cie l'accvmgsgnemcnr, iervsnc Ä la cornposstinn . . . ?sr, ,76z.)— 2öordier (1'rsireliecompvfirivn . . . k-n-, 1770. 4.) — Joh. Lsr. Daube (Der musikal, Dilettant: eine Abhandl. von der Composition, welche nicht allein die neuesten Scharten ^cr zwo, drcy und »nchrstimniigcn Sachen, sondern auch die «leisten künstlichen Gattungen der alten Kanons, der einfachen und Doppelsugen deutlich vortrügt, Wien 177z. 4 ) Joh. Av. Gclocibe (lieber die musikal. Composition. Erster Theil. Die Theorie der Melodie und Harmonie, Lcipz. ,77z. q. Der Jnnhalt findet sich in H. Lorkels Littcrat. S. 4Z0 u. f,) — Joh. Phil. Rirn berger (Die Kunst dcS reinen Satzes in der Mustk . . . Verl. ?774->77?. 4. in a Th. in vier Ablhcil. deren Jnnhält sich bey H. Forkel, a.a.O. S, 4Z> findet.) — G. Jos. Vogler tfTvnwissenschaft und Tonsctzkunst, Mannh. 1776. ». I. M. Weißbeck schrieb dage- Scn eine „Protcstationsschrist" . . Erl. 178z. 4. auf welche I. H. Knecht (oder »vic cö hieß, Vogler selbst) eine Erklärung . . . Ulm 1785, 4. herausgab.) — Franc, ve Ganra Maria y Fnentes (OioleAos ^luficos . . . dflaci. 1778» G- )ourn. Knebel. Februar >779.) — Bemelzrieder (kxempiez äes prlnci- xaux ciemcns lie lz ovmpvssrivn mu- sicale . . . ?zr. 178c-.) — Job. ^einr. Rock ( Versuch einer Anleitung zur Composition, Rubelst, ,782-17??. 8. z. Th.) — D. Vincente Aoam (vo- cumcnkvs' pz'ra Inliruccion lie cos z- stlicionacios, gueincencan saber cl arrc cie conipvficion . . . dflaci. >786,k. Besteht aus Frag- undAntmort, welche nichts NeueS, oder Wesentliches lehren.) — Ernst TV. Tvolf (Unterricht in allen Thcllcn der zur Musik gehörigen Wissenschaften . . . Dresd. >7«Z. k. Besteht aus 10 Kap,) — Christian 'Ralk- brenner (Theorie der Tonkunst» Lerl. 1789. 4, Erster Theil. Diese Theorie, so weit sie fertig ist,,' dürste schwerlich für vollständig und ganz gegründet gelten.) — I. G. Albrechtnberger (Gründliche und vollständige Anleitung zur Composition . . . bcipz. 1790. 4.) Besondre Anweisungen zur Singe« composition: Ch. Masson hl'raire lies rec-les cie ia cvmpoficivn cie Is d/lu- figue par leizuel on z>'prencl ü taire sscilenienr un ckonr tür lies paroles . . . k'-r. 170;. 8- kiamb. l ?Z7. 4.) — Fdr. Tvillk. Marpurg (Anleitung zur Singeomposition, Verl. 1758. 4. >N 8 Kap.) — Jak. Schuback (Von der musikalischen Occlamation, Gött. 1775. 8.) — Joh, For. Reicharvt (lieber die musikal. Composition des Schäferge- dichtö, im deutschen Mus. vom I. »777. Bd. 2. S. 270. lieber den Wcttgcsang, ebcnd. Bd. 1. S, 27z.) — Joh. Phil. Rirnbcrgcr (Anleitung zur Singeomposition . . . Verl. 1782. si) — In den TAirr)- d.erccr» on various sub^ckts 1782. 8- 2TH. handelt einer, im itcn Th. t)n Larcdes. — Graf Oe la Ce- pcüo (d,a t'oerigue cie I» däufigue, k>ai-. 1785. 8- 2 Bde. Das Werk ist in 4 Bücher abgethcilt, wovon das erste, lie Ig öäus, en generali das zwepte lie ia iVluliizue cie vkeatre; daS dritte cie la htussgue ll ^ßiise; und das vierte lie la d/lufique vvcale cie Lvneerc er cie clismbre, er cie la Vlnfigue in- Krumcneale handelt.)— Joh.C. Fbr. Rellstab (Versuch über die Vereinigung der musikalischen und vratorischcn Dccla. mation . . . Verl. 178S. k.) '— ä(,e Sueur (Zxpvse ci'une ^iufigne imi- rarive er parrlculiere ü ciisgue 8v. icmnice See icmnlte 1787. 8> NM dt'ty Fortsetzungen; ein, im Ganzen, gut durchdachtes Werk, dessen Jnnhalt sich in H. ForkelS Ltttcrat. S. 441 findet.) — S. übrigens die Art. Arie und Recira- tiv. lind in Ansehung der Scy- kunsk überhaupt, noch die Art Lon- trapunct, Melodie, Phantasie u. d. Mi so wie, in Ansehung der Instru- mentalcomposition, den Art. Instrumentalmusik, S. 679 u. f. — — Scene. (Schauspielkunst.) Äöir nehmen hier das Wort nicht in der abgeleiteten Bedeutung für einen einzeln Thcil des Drama, den man sonstAustritt nennt*): fondern verstehen dadurch den Ort, wo die Handlung des Schauspiels vorfallt- Zu diesem Sinne hat das Wort eine weitere, oder engere Bedeutung, da es entweder das Land, und den Ort, oder insbesondere den Platz anzeiget, nämlich, ob die Handlung unter freyem Himmel auf einem öffentlichen Platz, oder in einem Hause vorgeht. Wir wollen jenes die allgemeine, dieses die besondere Scene nennen. Im Trauerspiel, das seinen Stoff meistentheils aus der Geschichte nimmt, ist die allgemeine Scene schon durch den Inhalt desSlüks bestimmt. Die Comödie aber, deren Inhalt erdichtet ist, oder die doch meistentheils erdichtete Personen wählet, trifft auch eine Wahl über die allgemeine Scene. Sie ist nicht gleichgültig: denn auch hier inuß nicht nur die Wahrscheinlichkeit beobachtet werden, daß die Sitten der Personen, und das, was geschieht, dem Ort angemessen seyen; sondern auch zur Tauschung und zur Würkung des Stüks kann die Scene das Ihrige beytra- gen. Verschiedene Dichter lassen die allgemeine Scene der Comödie völlig S. Austritt. See 251 unbestimmt, und der Zuschauer hat die Wahl, in welches Land und in welche Stadt er sich in der Einbildung versetzen wolle. Dies scheinet mir ein Mangel zu scyn. Wer einMahr- chcn oder eine Parabel erzählt, hat eben nicht nöthig zu sagen, wo man sich die Sache, die sich nirgend zugetragen hat, als geschehen vorstellen soll. Aber die Comödie kann uns schon durch den Ort, wo sie vorgefallen ist, zum voraus intcresstren, besonders wenn wir den Ort kennen, oder ihn zu kennen wünschten; und wenn uns die dort herrschenden Sitten schon bekannt sind: so kann die Uebereinstimmung dessen, was wir in der Vorstellung sehen, mit dem, was wir bereits wissen, viel zur Wahrscheinlichkeit beytragen. Wenn die Comödie nicht blos belustigen, oder nicht blos allgemeine, allen Menschen glcichnöthige Lehren geben, sondern auf die besondern Sitten der Zuhörer Einfluß haben soll: so muß die Scene nicht in fremde Lander verlegt, sondern in der Nähe genommen werden. Aber eine genauere Ueberlegung er« fodert die Wahl der besonder« Scene, und die Sache verdienet hier die Anregung um so mehr, da nicht selten betrachtliche Unschiklichkeiten über diesen Punkt vorfallen. Ich sehe zwar wol, daß man wegen der grossen Schwierigkeit der Sache, nicht alles so genau nehmen kann: doch kann ich, so nachgebend ich auch zu seyn mir vornehme, mich nicht enthalten, etwas widriges und unnatürliches dabey zu empfinden, wenn ich sehe, daß ein Vorzimmer, oder ein Flur des Hauses- der ein allgemei, ner Durchgang für Bediente und Fremde ist, bisweilen zu geheimen Bcrathschlagungcn gebraucht wird; oder wenn in einem Privathause so mancherlcy Personen, die dahin nicht gehören, durcheinander laufen, oder P 4 sich 2zs S cs sich so begegnen, wie nur auf Iffens« licheu Platzen gewöhnlich ist. Wenn das. was über diese Materie zu sagen ist, ausgeführt werden sollte: so müßte man sich in eine nähere Betrachtung aller Geheimnisse der dramatischen Kunst einlassen. Wir wollen von dem Wesentlichen des Drama nur so viel anführen, als nörhig ist, um das, was zu der Wahl der desondern Sccncn gehöret, zu bcurthcilen. Ich glaube guten Grund zu haben, aus der Beschaffenheit der griechischen Trauerspiele zu schließen, daß ihre Verfasser sich zur Hauptmaximc gemacht haben, eine bekannte, wichtige Handlung, so wie sie an einem bestimmten Ort hat vorfallen können, auf eine dem Zwck ihres Trauerspiels gemäße Weise zu schildern. Nach der allgemeinen Wahl der Materie scheinet ihre erste Sorge auf die Wahl einer schiklichcnScenegerichtet gewesen zu sey»; da sie es für ein Grundgesetz hielten, diese Scene durchaus unverändert beizubehalten, konnte ihnen nicht einfallen, etwas vorzustellen, oder dem Zuschauer etwas von der Handlung sehen zu lassen, das an einem andern Orte vorgefallen. Gehörte etwas, das außerhalb dieser einzigen unveränderlichen Scene vorgefallen war, nothwendig mit zur Handlung, so wußten sie die Erzählung, oder die bloße Erwähnung desselben, wenn diese schon hinlänglich war, den auf der Scene erscheinenden Personen auf eine schikliche Weise in den Mund zu legen. Nun gieng also ihre Hauptbcmühung dar, auf, wie sie diese einzige unveränderliche Scene, die gleichsam der Pol war, nach welchem sie ihre Fahrt einrichteten, würdig anfüllen könnten. Daß sie Genie genug dazu gehabt haben, liegt am Tage. Hingegen kommt es mir vor, daß die Neuer» nach einer andern Gnmd- maxime verfahren. Nicht die beson- See dere Scene ist der Pol, der ihren. Lauf leitet; sondern die Handlung, die Charaktere, und überhaupt das, was sie vorzustellen sich schon vorge- uommen haben. Nach diesem Bedürfnis muß dieScene, so oft es nö- thig ist, sich verändern. Wir haben sogar Stüke, die keine Haupthand- lung haben, wo der Dichter sich zur Grundmaxime gemacht hat, um den Charakter seiner Hauptperson recht zu schildern, aus ihren Thaten von mchrcrn Iahren das herauszusuchen, was zu der Schilderung dienet *). Kurz bey den meisten Neuer» hat die Betrachtung der Scencn gar keinen Einfluß aufdicWahl des Vcsondern in der Materie, sondern diese ziehet die Sccnen nach sich, da bey den Alten die Scene jenes nach sich zog. Es ist hier der Ort nicht, zu untersuchen , welche von diesen Heyden Arten zu verfahren die beste sey. Nur im Vorbeygange bemerken wir, daß die letztere für die Gemächlichkeit des Dichters bequemer, als jene sey, und daß sie auch weniger Erfindungskrast erfodere. Denn es ist ungleich leichter, aus der Geschichte eines Menschen das herauszusuchen, was seinen Charakter ins Licht setzet; oder wenn die Geschichte es nicht darbietet. etwas in dieser Absicht zu er. denken, wenn mau durch die Scene nicht gebunden wird; als solche Sachen gerade für diese schon bestimmte Scene, die für die ganze Handlung dieselbe bleibt, auszudenken. Dieses beyseite gesetzt, merken wir hier nur 5) Hievon ist das kürzlich herausgekommene Slük Göz vc>» Bcizllchinqcu die neueste Probe. Jchdabc nichts gegen den We:ch solcher Stücke, die man piece» z k!roirs nennen könnte, zu erinnern. Nur muß man sie nicht für Muster der Tragödie überhaupt ausgeben, sonst geht die Kunst des Sophokles gan; verloren; denn wäre der Perlust doch großer, als der gänzliche Mangel solcher Trauerspiele der neuesten Art. S e e nur so viel an» dfiß die Behandlung, nach der Maxime der Neuern» die bestandige Veränderung der Sccne nokhwendig mache. Wird dieses gehörig beobachtet, so ist alsdenn der Dichter» so bald man nur die Grundmaxime seines Versahrens gut geheißen hat» (und sie ist würklich als eine besondere Art gar nicht zu verwerfen,) nicht mehr zu tadeln. Nun kommt aber noch eine dritte Behandlungsart vor» welche sich eigentlich an gar kein Grundgesetz mehr bindet. Weder die Scenc» noch die Natur der Handlung» noch die Charaktere bestimmen dieWahl des Ein- zclen; sondern der Dichter nimmt von der Handlung alles mit, was ihm einfallt, wenn er nur glaubt, daß es dem Zuschauer von irgend einer Seite her gefalle. Da kommen Zeit und Ort gar nicht mehr in Betrachtung. Der Dichter hat, ohne die geringste Rüksicht, daß jedes, was geschieht, nothwendig eine gewisse Zeit erfodere, und an einem schikli- chcn Orte geschehen müsse» seine ganze Handlung so eingerichtet» wie es etwa bey einer bloßen Erzählung geschieht, da weder Zeit noch Ort der Handlung Einfluß auf die Erzählung haben können. Aus einem solchen Verfahren, das nun frcylich für den Dichter die wenigsten Schwierigkeiten hat, entstehen denn die. häufigen Unfchckllchkeiten in Ansehung der Scenen. Der Dichter denkt: „Sey es, wie es wolle; jetzt müssen die Leute nach meinem Platt dieses thun, und so sprechen. Die Zeit sey dazu hinlänglich, und der Ort schiklich oder nicht, daran habe ich mich nicht zu kehren." So gänzlich hatte man doch schwachen oder gemächlichen Dichtern zu gefallen, das Drama nicht von allen Banden losmachen sollen, weil zuletzt zwischen der dramatischen und epischen Kunst kein Unterschied mehr bleibt. See szz Wiewol diese Beobachtungen aus der verschiedenen Art, wie die Alten und Neuem die Tragödie behandeln, gezogen sind, so ist cs leicht, alles auch auf die Comodie anzuwenden. Man wird überhaupt daraus abnehmen, daß der Dichter sich schlechterdings nach dcr Scene zu richten habe, es sey nun, daß er sie unveränderlich durch die ganze Handlung bey« behalte, oder vielfältig abändere. Dieses schließt denn frcylich manchen Einfall, den er bey Ausarbeitung seines Stükes hat, als unbrauchbar aus, so gut er sonst auch seyn mochte. Aber eben darum, weil er ein Dichter ist, ein Dichter aber Genie und Erfindungskraft haben muß, fodert man von ihm, daß er anstatt des hier unschiklichen, was ihm eingefallen ist, etwas eben so gutes, das sich zugleich für diesen Ortschikct, z» erfinden wisse. Diejenigen, die den Dichter gern von gar allen Banden befrey?n, und seiner Einbildungskraft völlig freyen Lauf lassen mochten, (und diese Ketzerei) reißt bey uns immer mehr ein,) bedenken nicht, daß dadurch zuletzt alle Kunst aufgehoben wird, uud daß man auf dem Wege, den sie so sehr anpreisen, wieder auf die autosche- diasmatischen Werke, die der Kunst vorhergegangen sind, zurükckommt*). Wenn der Dichter von allem Zwang frey seyn soll, so muß man ihn auch von dem Vers erledigen, der ihm unstreitig Zwang anthut. -K- Du cbvlx tiebrigcns gchr das, was H. S. im Texte sagt, vorzüglich auf die Li,,heil des Geres; und zur Prüfung seiner Meynung können also die, bey P 5 dem *) S. Dichtkunst ITH. S.6--. f. 2Z4 Scha dem Art. Einheiten, S. zo angeführt ten Schriftstellern dienen. Schafft; Stamm. (Baukunst.) Ter eigentliche Körper einer Säule oder eines Pilasters mit Ausschliessung des Fußes und Knnuffes. Seine Theile sind: der Schafft, oder Stamm selbst; an seinem obern Theile der Ablauf und Obersaum; am un- tern Ende aber der Unterfaum und Anlauf*).! Der Stamm der Pilaster ist vom Anlauf bis auf den Ablauf durchaus gleich dik; bey der Säule aber wird der Schafft verjüngt, oder eingezogen, das ist, allmählig nach oben zu dünner **). Große stci- nerneSäulcn haben fchr seltenSchaff- de von einem einziacnStcin,weil solche Massen überaus schwer zu regieren sind. Man kann aber die Stükc so gut auf einander setzen, daß der Schafft so gut als aus einem Stein ist. Ein merkwürdiges Beyspicl hiervon, das zugleich beweist, wie wenig die Alten bey ihren Gebäuden, wo es auf Festigkeit ankam, die Kosten gescheut haben, führt Rod. N?ood in der Beschreibung der Ruinen von Baal- lbek an f). Eine sehr hohe Säule, deren Schafft aus drey Stüken zusammengesetzt war, fiel gegen eine Mauer, zerschlug den Stein, auf den sie stürzte, vom Schafft selbst sprang ein Stük ab, und die Fugen gierigen deswegen nicht von einander, obgleich kein Kütt sie verband. DiesebewundrungswürdigeFestigkeit kam von eisernen Tiebeln oder Dornen her, die in zwey aneinanderstos- scnde Theile des Schafftes eingelassen waren. Diese Tiebel waren über einen Fuß dik. Eine Probe, was für ein Aufwand auf die Festigkeit der Gebäude gemacht worden. Der -r) S.Anlauf. "*) S. Verdünnung, f) S. -Z. Scha Tempel, zu dem diese Säule gehörte, war mit einem Porticus umgeben, an dem 54 solcher Säulen stunden. Schatten. (Mahlcrey.) Ä5cnn ein Körper von einem unmittelbar auf ihn fallenden Licht, es sey das Sonnen - oder das Tages- oder irgend ein anderes Licht, hinlänglich erleuchtet wird, daß man seine Farbe erkennen kann, so sind immer Stellen an demselben, die das Licht nicht in dem vollen Maaße genießen, entweder weil ihre Fläche nicht gerade gegen das Licht gekehrt ist, oder weil eine andere Ursache einen Theil dessel- bcn auffängt *). Wenn nun gleich ein solcher Körper durchaus gleich gefärbt wäre, so muß er wegen des helleren und schwächeren Lichtes an den verschiedenen Stellen andereFar- ben zeigen, und an den Stellen, wor- auf gar nichts von merklichem Lichte fallt, finster, oder schwarz scyn. So lange nun das Licht in seiner Verminderung noch stark genug ist, uns die Farbe des Körpers in ihrer Art, obgleich immer etwas dunkcler zu zeigen, so kann man nicht eigentlich sagen, daß die Stellen, die diese geschwächte Farbe zeigen, im Schatten liegen; aber die Farben derselben sind sichatlirt **); eben so wenig nennt man die völlig flüstern Stellen, wo gar nichts von Farbe (Schwarz ausgenommen) zu erkennen ist,Schatten. Hierdurch wird der eigentliche Begriff vom Schatten bestimmt. Wir verstehen nämlich die Stellung eines erleuchteten Körpers darunter, wo das Licht so schwach ist, daß die Art der auf demselben liegenden Farben nicht mehr bestimmt ist, sondern in eine andere Farbe übergeht, wo z. E. das Schwefelgelbe, wegen Mangel deS ») S. Licht. S. den folgenden Artikel. Scha des Lichts nicht mehr schwefelgelb ist, wo das Meergrün aufholt meergrün zu seyn; wo das Weiße auf. hört weiß zu seyn. Von Lichc und Schatten hangen nicht blos die Farben ab, mit denen ein Korper ins Gesicht fallt, sondern auch ein Theil seiner Bildung, in so fern wir diese bemerke». Also hanget in einem gcmahlrcn Gegenstand Schönheit, Lieblichkeit und Harmonie der Farben, wie auch zum Theil Schönheit und Feinheit der Gestalt, von der Behandlung der Schatten ab, und sie macht einen höchst wichtigen Theil der Kunst des Mahlcrs aus: vielleicht ist die Behandlung der Schatten der schwcrcste Theil der ganzen Farbengcbung. Man kann füglich alles, was der Mahler bey Behandlung der Schatten zu beobachten har, auf zwei) Hauptpunkte bringen: >. auf die beste Wahl der Starke und Schwache derselben, und 2. auf ihre Ars und Farbe. Wie wichtig der erste Punkt scy, ist gar leicht einzusehen. Man kann flaches Schnitzwerk, Schaumünzen, auch ganz runde Figuren von Gips oder Erz so setzen, oder halten, daß die Schatten ganz schwach und an vielen Stellen kaum merklich sind. Alsdenn verlieren die schönsten Werke dieser Art einen großen Theil ihrer Schönheit. Setzet man sie so, daß alle Schatten sehr stark, und fast völlig schwarz sind: so heben sich zwar die hervorstehenden Theile, die im Lichte sind, ungcmcin, aber das Ganze verlieret ebenfalls sehr viel von feiner Schönheit. In beyden Fallen bleiben sehr viel feinere Erhöhungen lind Vertiefungen unbemerkt; im erster» an den hellen Stellen wegen Mangel des Schattens, im andern an den dunkeln Stellen wegen Mangel des Lichts. Oer Mahler, der solche Falle mit -Lcurtheilung beobachtet har, wird Scha 235. daraus den Schluß ziehen, daß die zu mahlenden Gegenstande allemal in einem gewissen Grad der Stärke der Schalten ihre größte Vollkommenheit erhalten, und dieses wird ihn überzeugen, wie wichtig ein unablaßiges genaues Beobachten der Natur in diesem Punkt sey So wie die Physik sich gänzlich auf Beobachten und- Experimente gründet, so siebtes auch eine lLrperimcinalinahlcrcy, die dem Mahlcr so wichtig ist, als die Experimentalphysik demNarurlchrer. Und es ist zu bedauern, daß die Experi- mcntalmahlerey, wozu L. daVinök vor mehr als 20c) Jahren bereits einen so vortrefflichen Grund gelegt hat, nach ihm nicht mit dem gehörigen Eifer ist fortgesetzt worden. Wie der Philosoph, um den Menschen im Grunde kenüen zu lernen, auf alles, was er im Umgange mit andern hört und sieht, genau Acht hat, so muß es auch dcr.Mahlcr machen. Ich würde ihm rathen, einige Gips - und Wachsbilder, nebst verschiedenem Schnitzwerk an einem dazu besonders bestimmten Orte, wo das einfallende Licht gar manchcrlcy Veränderungen unterworfen ist, täglich vor Augen zu haben, und die verschiedenenWür- kungeu der Schatten genau damn zu beobachten, damit ihm die kleinestcn Vortheile des Schattens bekannt würden. Ich weiß wol, daß gute Mahlcr dergleichen Beobachtungen täglich machen ; aber es ist zu wünschen, daß sich auch solche fanden, die sich die Mühe nicht verdrießen ließen, ihre Beobachtungen, wie da Vinci, aufzuschreiben, und bekannt zu machen, damit weniger scharfsinnige, oder weniger fleißige, zu dieser so nützlichen Art zu studiren aufgemuntert würden. Die Wahl der starkern oder schwä- chcrn Schatten ist aber nicht blos in Rüksicht auf die Schönheit der Formen, und des Herausbringcns der kleinem Schönheiten derselben, sondern sz6 S ch dcrn auch in Rüksicht auf das Colo- rit wichtig. Einigen Farben geben sehr sanfte und schwache, andern stärkere Schatten die größte Annehm- iichkeit. Darum muß der vollkommenste Colonst jeden Einfluß der Schatten auf jede Farbe genau beobachten Wir können aber auch hierüber nichts mehr thun, als ihm die sinnige Beobachtung solcher durch Schatten bewürkter Veränderungen der Farben empfehlen. Dadurch koinmr er in Stand, zu bestimmen, welche Gegenstande, in Absicht auf die Schönheit des Kolorits mit schwachen, und welche mit starkem Schatten wollen behandelt seyn. Wir merken über den Punkt der Starke der Schatten nur noch überhaupt an, daß durch fleißiges und nachdenkendes Beobachten, der Maliter zu einer beynahe vollkommenen Kennrniß der hieher gehörigen Dinge kommen könne. Weit größere Schwierigkeiten hat der zwcytc Punkt, nämlich die Art und Farbe der Schatten. Es ist eine zuvcrläßige Bemerkung, daß die Gemähldc die beste Harmonie, und wenn das übrige gleich ist, das angenehmste Colorit haben, dcrenSchat- ten durchaus einerley Arider Farbe und des Tones haben, das ist, ins gelblichtc, grünlichte» oder bräun- lichre u. s.f, fallen, wenn nur bey diesem durchgehends herrschenden Ton die Schatten nicht durchaus einfarbig sind. Sie müssen nothwendig, wenn sie nicht kalt, schwer oder troken seyn sollen, eben so gut ihre Mittelfarben haben, wie die hellen Stellen. Wie ein großer Flek von Roch auf einem Gesichte, das nicht hinlänglich durch Mittclfarben schatt.rt ist, unangenehm und hart wird: so ist es auch ein durchaus ohne Mittelfarben brauner, oder gelblichter Schatten. Das Wanne und Leichte der Schatten kann nicht anders, als durch Mitte färben, und zum Theil durch hinemspie- S cha lende Wiederscheine erhalten werden.- Dieses möchte wol der schwerste Theil des Colorits seyn. Den» da würde der Wähler, nachdem er den reichest«! Vorrath von Beobachtungen aus der Natur gesammelt hat, noch wenig gewonnen haben. Er muß in derAusüdung wol erfahren seyn. Es laßt sich wol bemerken, wie in der Natur angenehme und warme Schatten entstehen; aber die Farben zn finden, wodurch sie auch im Gemabl- de so werden, erfodert erstaunliche Hebung, oder ein besonders glükliches Gefühl. Vieles kann ein aufmerksamer Beobachter aus den Werken der vornehmsten Colorisien lernen. Wer -viel wol erhaltene Gemählde eines Van Dyk und anderer großen Niederlander studircn kann, wird maiichen Vorthcil über diesen Punkt entdcken. Aber dann bleibet doch immer noch die Schwierigkeit übrig, daß man gar oft die ursprünglichen Farben, die sie gebraucht haben, schwerlich erratben kann. Denn die Zeit selbst tragt sehr viel dazu bey, durch gewisse Veränderungen, die die Farben dadurch erlitten haben, die Schatten weicher, oder härter zu machen. Herr Cockin hat aus fleißiger Beobachtung vieler Werke einiger welschen Mahlcr Anmerkungen gezogen, die hier wesentlich sind. An den Gemählden desK.uc.GiorSano sind die Schatten bräunlich, und haben eine Hauptfarbe, die mit dem Braunen der Umbra übereinkommt; pet. Sa Corrona hat dazu durchgehends ein gräuliches Braun genommen; Daccino hat gelblichte Schatten; Paul von Verona hat sie ins Violette gemacht; Gucrcin blänlicht; der französische Mahler >Ta Loste brannroth *). Derselbe Ton der Schatten muß der gurcn Harmonie halber 5) Voyzxe ä'I»?. 5.1. p.-01. S ch a S ch a 2z? halber bc» allen Farben gebracht werden, sie mögen in den Lichtern roch, blau, grün oder anderer Art seyn. Hicbey kann eine wichtige Bemerkung nicht übergangen werben, die schon da Vinci gemacht hat, und die in unfern Zeiten von dem berühmten Herrn von 2öüffo», als eine merkwürdige Erscheinung angemerkt, und von Herrn Beguelin nach ihrer wahren Ursache erklart worden ist"). Da Vinci sagt, er habe oft an weißen Körpern rothe Lichter und blaue Scharten gesehen. Und im Jahr 174z kündigte der Herr von Büffon der Akademie der Wissenschaften in Paris als eine besonders merkwürdige Beobachtung an, daß bey auf- und untergehender Sonne die Schatten allemal eine bestimmte Farbe haben, und bald grün, bald blau sehn. Wie dieses zugehe, hat der scharfsinnige da Vinci schon überhaupt angemerkt; aber eine nähere Untersuchung und vollständige Erklärung d'er Sache hat Herr Vwzuclin gegeben, ans die ich den Leser Kürze Header verweise. Von oem Schlagschatten sprechen wir in einem besondern Artikel. Die, von H. Sulzcr- angeführte Abhandlung von N. de Vcguelin findet sich in den dkem. cie I'Hcsck. cie Lettin pciur koilnee 1767. S. 27 unter der Aufschrift, Lur iez vmdres coko» reex. — — Von dein Schatten überhaupt handeln, besonders: T>u Pain (lls lciencs llei. »>i>t>re5, pvr rspporc ou llessein, »ecetisire d ceux gui vculenr cieliiuer en /5rcdir. er en lleirir. psr. 1750.8. 17Ü0. 8. i^ur. 1762. 8- Deutsch, cbcnd. 1736. 8.) -» 'ä. LT. (Ob- *) S. I'rsiie cie pcinrure par I.. ä» Vinci Ldsp. LUVIII. lolemoires^lle k'^cüäemie N07. lies Zeiencrs cie ?2ii» /cn. 174z. Nein. cie i'^csci. N07. «ii» Lcicneüi cie Leriia /tn. 1767. scrvzr. llir le? ombree cvloi^cx, con- renaiir une kuice ci'sxpcricnces kur lex ciiiiecenrex couleurz cies ombrez» kur lex inu^cnx cie rencire lex ornbrc« colorecx, er tur iex coules cie ia ciik. kerence -ic Icurx cvuieurx, llor. »782. 12.) — S. übrigens den Art. K.icht, S. egg ». f. — und die, brv dem Art. bNahlere/, S. zaou. f. angeführten theoretischen Schriften von der -Nable- rcy, (besonders das -te Buch des Ar- ineiiini, die gtc der Loiitercncex cio kAcxcl. cie peinrure pcnckanr i'unne« 1667. u. a. in.) überhaupt, han- delndrn Schriften. — — Schattirung. (Mahlcrcy.) ^)nrch dieses Wort verstehen wir die Veränderungen, die eine Farbe nach den verschiedenen Graden der Stärke des darauf fallenden Lichts leidet, aber nur in so weit sie noch immer dieselbe Art, oder den Namen ihrer Gattung, roth, blau, gclb u.s. f. behält. Hieraus entstehet die große Mannichfaltigkcit der Mittclfarbcn, von deren vollkommenen Behandlung ein großer Theil des Colorics abhängt. Davon aber ist bereits besonders gesprochen worden H. Schaubühne. (Baukunst; Schauspielkunst.) Asi der Platz, auf welchem das, was im Drama vor den Augen der Zuschauer geschieht, verrichtet wird der deswegen über den Grund, worauf ein Theil der Zuschauer steht, erhöhet ist. Die Beschaffcnhcir der Schaubühne hat einen große» Einfluß auf die vollkommene Ausführung des Drama. Wenn alles so soll *) S. Mittelfarben. sz? S ch a foll vorgestellt werden, wie es in der Natur würklich geschehen wäre, so muß die Beschaffenheit des Orts der Scene jedesmal genau beobachtet, mithin die Schaubühne für jede Handlung besonders eingerichtet werden. Also muß schon in der Anlage der Schaubühne dafür gesvrget scyn, daß sie auf mancherlei) Weise veränderlich sey; weil die Scene bald groß, bald klein, bald ein offener, bald ein verschlossener Ort, bald einen Garten, oder ein offenes Land vorstellen muß. Hieraus ist überhaupt zu sehen, ' daß die Schaubühne in dem, was ihr Bau beständiges hat, ein sehr großer, breiter und tiefer Saal seyn so llte, der durch leichte, auf dem Boden des SaaleS hin und her zu schie- deirdc Wände und durch Vorhänge, vald zu einer großen, bald zu einer kleinen Scene könnte gemacht werden. Wenn dieses seine Richtigkeit hat, so ncussen wir nochwendig an der Einrichtung sowol der alten Schaubühne der Griechen und Römer, als der neuern verschiedenes aussetzen- Jene war so beschaffen, daß der Hintere Grund ein festes Werk war, so daß die Bühne nach ihrer Tiefe oderLänge, die ohnedem gering war*), nicht FylMte erweitert werden. Diese Hintere Wand stellte inSgemem Außenseiten von Gebäuden vor, aus denen die handelnden Personen durch drei) verschiedene Thüren hervortraten; und der Platz, wo sie spielten, war insgemein eine Straße, ein Markt, oder ein Platz außer einerStadt, aber immer gleich tief. Der Herr von Riedcscl sagt in seiner Reise durch Sicilicn und Großgric- chenland, S. 152. baß er die Scene in dem Theater von Tavvrniina, dem alten Taurommmm nur von ; Nca- voütanischcn Palmen gefunden, welches frcylich eine unbegreifliche Einschränkung ist. S ch a In unseren Bühnen macht ei:? bis ans den Boden herunterhängender Vorhang den hintern Grund der Bühne aus. Dieses giebt den Vor. rheil, daß nicht nur die Tiefe der Schaubühne nach Belieben größer oder kleiner kann gemacht werden, nachdem man den Vorhang von dem vordersten Ende der Bühne mehr oder weniger entfernet; sondern daß vermittelst der darauf angebrachten Mahlerci) die Scene sich fo weit ersticken kann, als man will. Hingegen haben unsre Schaubühnen noch verschiedene sehr wichtige Fehler. Erstlich sind sie, einige Opernbühnen ausgenommen, viel zu schmal: so daß sie zwar sehr tiefe, oder lange, aber mc keine breite Plätze vorstellen können. Die Schauspieler können sich zwar in Ansehung der Tiefe insgemein weit genug von einander entfernen, aber in einerlei) Entfernung von dem Zuschauer stehen sie immer nahe neben einander, ob gleich die Handlung oft das Eegm- theil erfodert. Denn hac liiifre Scene mit der alten den Fehler gemein , baß Strassen, öffentliche Plätze, und die inneren Zimmer der Hänser dieselbe Breite haben, weil die Schaubühne sich in der Breite nicht so, wie in der Länge größer und kleiner machen läßt, sondern immer gleich bleibet. Wäre unsre Bühne überhaupt viel breiter, als sie würklich ist, fo könnten die handelnden Personen sich nach der Breite weiter von einander entfernen, und man könnte nicht nur fthr tiefe, sondern, wenn die Mahlerey an de» beweglichen Seitenwändc» zu Hülfe genommen würde, sehr breite Plätze vorstellen. Frcylich entstünde denn eine neue Schwierigkeit, wenn die Scene in kleine Zimmer zu verlegen wäre. Doch wäre dieser größrcntheils da« durch abzuhelfen, daß die »obersten zwey oder brey Wände perspektivisch gescho- Sch a geschoben würden, wie die nachstehen« de Figur zeiget. c, v — L — — x — stellet das voderste Ende der Schaubühne in ihrer ganzen Breite vor; LI) den Vorhang im Grund. Die kleiner« Striche die gemahlten Wände; L ein kleines Zimmer. So konnten die Wände, die ? gegenüber stehen, einen Vorsaal, oder einen andern Platz vor dem Cabiner k vorstellen. Die einzige Unbequemlichkeit hiebey wäre, daß dergleichen kleine Zimmer etwas tief in die Bühne hereinkamen und die Schauspieler etwas lauter sprechen müßten, um verstanden zu werden. Unter der Menge der dramatischen Stüke der Alten sind wenige, die sich auf unfern gar zu schmalen Bühnen ans eine schikliche Weise vorstellen ließen; und auch von viel guten neucrn Stüken wird die Vorstellung dadurch, daß die spielenden Personen oft zu nahe bei) einander stehen müssen, sehr unschiklich. Solche doppelte Auftritte, dergleichen Plautus undTeren; bisweilen haben, und die sehr lustig sind, können auf unfern engen Bühnen gar nicht angebracht werden. Es ist Schade, daß der Herr von Riedesel, dessen ich vorher gedacht habe, da er in den Ruinen eines alten Theaters in Sicilien gewesen ist, nicht eine genaue Beschreibung von allem gegeben hat, aus welcher vielleicht einiges Licht über die wah. ren Ursachen des sich von der Scene so sehr leicht bis ans die entlegensten Stellen des Schauplatzes ausbreitenden Tones hätte gezogen werden können. Denn dieses scheinet noch ein ziemlich allgemeiner Mangel unsrer Scha 2ZS Bühnen, daß sie den Ton der spielenden Personen eher schwachen, als verstärken. -5- Von der Anlegung von Schaubühnen, und Schauspielhäusern handeln, unter mthrern: Nie. Sabattini (pr-ric- sti fzbricar icene e Uacckine ne'lpesrrs, kam. I6Z8. 4. Mit Kupf.) —- Fabr. Earino Motta (l ^arr -co loprs l» tkrurrura ste' l'eatri e Lcene, Quslk. 1676 .5.)— Gr. (LneaArnaldi (Iste» stun l'earro neile prineipsli tue psrri timile s'l'esrri »nricdi, ast ulo ino- sterno sccomostsro, Vir. 1762. 4. Mit Kupf. — prcher st'unc 8-lle st« 8petkacie pour un 1'dezrre ste Lome- stie, pur. 1766. 8. (Nach dem bekannten Theater des Palladio. Deutsch, bcy des AbtLaugicr N. Anmerkungen über die Baukunst, Leipz. 1768. 8. S. 287.) — Vue« tur I» Lontlrutkion inrerieure 6 un l'dcsrre st Opera . . . tuivsnr les principe« ste« Icsiion«, ?2r. 1766- 1767. sTH. Lxpotirion ste« princi- pe« gu'on stoie tuivre stanr 1'orston- nance ste« 'Llrearre« mosternc«, p»r dlr. . . . ?«r. 176p. ,2. (Ein Auszug daraus findet sich in der N. Bibl. der sch. Wisscnsch. Bd. ?. S. 105.) — Memoire kur la Lonilrutkion st'un Idesire pour la Lomestie trzn^oite, Lonst. 1770.3. -— Dumont (Suire ste prozecs sterailie« ste« 8zile« ste 8petkucle« psrcicuiiere«, »vec le« principe« ste conlirutkion , rsnc pour la .Vlecdsnchue st-z 1'kezcres, gue pour les stecorsrions en pluiisurs gen.- res, ?sr. - 77z. 5. 50 Bl.)— Ronh>0 ( > -e ste la Lvniirutiion stes Talles- rre« cc ste« kstzclunes rdesrrale«» psr. 1776. 5. mit >c> Kpf.) — Novcrre (vblcrvsrion« tur ts Lonikruttion st'unc nouvelle Lalle st'Vper-i, Uar. 1781. 8-) — Parte (Lil'ai kur l's^r- clnrctturc rliesrrale, ou ste l'orstan- nance Is piu« zvanrsgeute ä une8slle ste 8petkscle rclarivemenr sux princi- pe« ste l Vprigue er ste l'^couttigue »vs« 240 S ch? S ch a svec un cxsmen de, principanxl'hez. xres 6e l'Lurops, ec uns anal^-le 6«s ecrics les plus imporcins luc cerre lnsciere» ?sr. 1782. 8 ) — Vi»c. K.anibertl (v, reZolsra cvnüru^ivna 6e'Oearri, dl,p. 1787. b- 4 Bl>) » Aranc. Ricari (vella consscu^ione cie'^escri» leconsto il collumc 6'lca. Iis, vole s 6icl> in piccoli logi, llsl!'. 1790. 4.) — G. Saunvecs (Orcs» cilc on rhescrcs, 1790. 4. mit K.) Nachrichten und Abbildungen von den Schaubühnen der Alten unONencrii überhaupt: Brsrrsro 6e'I7cscri smicki e lnoeicrni, Ver. 1725.4. ---- ) Lspi 6'vpers 6el l'escro sntico c moste» no, irslisno c ltcsnieco, Von. 1789. — — Von den Schaubühnen ver Alten besonders: Boinvin ^vibc. 5ur I» tormesr I» cvnitruüion stul'hcsrrs 6es Ttuciens, oü I on exsmine Is Ii- rusrion» les pevporcions er les uls-es 6c rouces les psrries, im 2tcn Bd. S. >74 der d4cm. 6c 1Acs6. 6es In- lcripr.) —. 2lnr. Bocccbl (vllervsz. lopxs un ^I'esrco snricko, lcoperro in 7V6cis, Vcn. 1759. 4. mit K. und im ztcn Bde. der 8sgzi 6i cüllcrrsr. 6ell' 7^cs6. 6i Hortons , U. a. N. O. Nl.) — Militia, in s. ?rinc. 6i ^cckiir. eiv. (Bd. 2. S- Z79 der d. Ucbers.) führt eine Schrift des Gr. Girol. dal Pozzo 8opr-> i 1 'esrri clcgii /tncicd! an , welche ich nicht nüher nachzuweisen weiß. — Vor dem iten Bde. von Th. Franklins llebers. deS Sophokles, Lond. 1766. 8. findet sich, in der Villcrc. on snrienc "vra-geci/, auch ein Abschnitt, on rke construölion ob rke Zreclc Ttkescre, größtenlheils aus dem vilc. deS Boindin gezogen. — Auch finden sich Abbildungen von alten Theatern, in der Vo^sge picror. 6e blsples ec 6c Licile, psr. >78l U. f. f. ; Th. — I» der Vo)s -;c pircor. 6e Is 8icile, p. ^,lr. llouel, psc. 1785.1. u. a. m. — S. übrigen» den Art. Amphitheater:, S. >27 n. f. —- — Von den Schaubühnen Oer Neucrn de, sonder«: Gor». Monrcnari (vilcorlo 4el Oestro vlimpico 6>An6. l?s!l!>6>» in Viren?,, I>s6.175 z. 1749.1752. 8-)—' statte (vclcriplion 6u 1'kcscre 6e Is Villc 6s Viccn?e enlcslie, click 6'ocuvra 6'T^nc. ?slls6io, lcve er 6c5. Uns, ?ar. 1779.4.) —' Eben dicset' Theater in den bsdticke e vilc-n! äi ^»6r. Pslls6io . . . Vic. 1776-1785, k, ;TH. — visncs e Spsccsro 6ei Bescco 6! kolvgns, Lol. I/Üz. 5c>I, -Bl. (Ob die, in dieser Beschreibung angekündigte, ausführlichere Beschreibung und Abbildung dieses Theaters erschienen ist, weiß ich nicht. So viel ist bekannt» daß dasselbe, zu den beßtcn neuern Schaubühnen gehört. Oer Baumeister war Ant. Galii Bibicna.) —- Cas. Morclli (Bianca e Lpsccsro 6cl nuovo l'csrco 6'lmols in Homs, it. I78c>. ü) llons 6e Is 8zls tin^ale 6e l'Vpera, (zu Berlin) bar. p. le Laron 6e Kuohelsstort', Lerl. 1757. Queefol. >;Vl. — Beschreibung des neu erbaute» Komödienhauses in Breslau, Beel. >?8Z. 4. mit Äupf. — psrailels 6ss Plöns 6es plus heiles s-Iles 6es Lpedlseses publil^ues 6'Ourope» pir .Vir. Vumvnc, ?ar. 1760 U. f. 60 Fo> liobl. — — Schaumünze. Ä6ir begreifen unter diesem Namen nicht nur die, nach Art der gangbaren Geldsorten zum Andenken besonderer Personen oder Begebenheiten, geprägten Schansiüke, sondern auch die gangbaren Gcldsortcn alter und neuer Zeit selbst, in sofern ihr Gepräge die Aufmerksamkeit der Künstler verdienet. Sie sind, wie mehrere Gattungen, nur zufalliger Weise Gegenstände dcs Geschmaks und der schollen Kunst geworden. Ä?an kann gar leicht begreifen, wie die Nothdurfr die Gewohnheit eingeführt habe, kleinen Slnkcn Metall Zeichen einzuprägen, wodurch sie ein authentisches Zcugniß ihres Wcrrhes, oder der Lauterkeit des unverfälschten Metalles bekommen. Und S cha Und es gereicht dem menschlichen Verstand zur Ehre, daß er so vielfältige Mittel ausgedacht hat, Sachen, die bloße Nothdurft erzeuget hat, auch noch in höhern Absichten nützlich zu machen. Dieses ist- auch dem Genie der Natur gemäß, die sich nirgend begnüget, das blosnoth- wendige in ihren Werken anzubringen, sondern sie zugleich auch schön und zu Nebenabsichten brauchbar macht, ob sie gleich dabei) die Regeln einer klugen! Wirthschaftlichkeit nicht aus den Augen setzt. Da man also geprägte Metalle brauchte, war es ein verstandiger und glüklicher Einfall, sie zugleich zu Gegenständen des Gefchmaks zu machen, so wie man es mit den Gebäuden gemacht hat. Vielleicht hat man diesen guten Einfall den Griechen zuzuschreiben; wenigstens wüßte ich nicht, daß man vor ihnen Münzen geprägt hatte, an denen man eine unzweifelhafte Absicht entdekcn könnte, daß sie auch Gegenstände des Gefchmaks hatten seyn sollen. Die Schaumünzen haben in mehren, Absichten einen Vorzug über alle andere Gattungen der Kunstwerke. Ihre allgemeine, schnelle nnd leichte Ausbreitung; ihre Dauer,, die der sonst alles zersiöhrenden Zeit Trotz zu bieten scheinet; die leichte Art, sie in sehr großer Zahl zu v rmehren, sindiVortheile, die ihnen eigen sind. Zwar sind sie in Ansehung der Bearbeitung und Ausführung des Stoffes, den die zeichnenden Künste wählen, enger eingeschränkt, als die Mahlerei), die Kupferstecherkunst, die Bildhauerei) und die Baukunst. Aber jene Vorzüge ersetzen das, was ihnen von dieser Seite abgeht. Doch ist auch ihr Stoff nicht unbeträchtlich. Die Griechen kannten keine kraftigere Aufmunterung zu öffentlicher Tugend und keine größere Belohnung des Verdienstes, als die Sta- Vierter,Theil. Scha 24 r tuen. Ich getraue mir zu sagen, daß die Schaumünzen hiezu »och weit schiklichcr waren, als die Statuen. Man stelle sich vor, was für eine Ehre es wäre, wenn das Bildniß einer Privatperson sehr seltener und wichtiger Verdienste halber auf gangbaren und von dem Landeshcrrn geprägten Münzen erschiene. Ich glaube nicht, daß der ruhmgicrigste Mensch eine größere Ehie sich wünschen könnte. Außer dem Vorthcil die Tugend zu belohnen, haben die Schaumünzen vielerlei) Nutzen. Sie sind die sichersten Mittel die merkwürdigsten Begebenheiten, die in der Geschichte eines Volkes Epochen ausmache^, auf die späteste Nachwelt zu bringen. Zwar nicht mir allen Umständen, wie die Beredsamkeit es chnn könnte, aber doch mit dem Wesentlichsten, dadurch sie steh auszeichnen. Sie können auch, ohne Rnkstchc auf die Nachwelt, nützlich gebraucht werden, die Einwohner eines Landes auf gewisse Erfindungen, Stiftungen und neue Anordnungen aufmerksam zu machen, un^ für dieselben einzunehmen. Endlich dienen sie auch, die Nachwelt von der gegenwärtigen Beschaffenheit gewisser Dinge, die vergänglich sind, zu unterrichten, merkwürdige Gebäude, Maschinen, Instrumente und andre Erfindungen nach ihrer wahren Form, zum Unterricht für die spätesten Zeiten aufzubehalten. Also könnte eine Nation die Schaumünzen sehr vor- thcilhaft brauchen, der Nachwelt einen guten Begriff von ihrem Verstand, Geschmak und Tugend beyzu- bringen. Wollte man alle diese Vortheile, deren Wichtigkeit in die Augen fällt, auf das sicherste erhalten, so müßte man erstlich das, was die Erfindung, den Geschmak und die Kunst dieses Zweiges betrifft, zu einer gewissen Vollkommenheit bringen, und dann L>. auch Z42 ch a auch auf vernünftige Polizeygcsetze zur besten Anwendung desselben denken Da dieser zweytc Punkt außer den Grunzender allgemeinen Theorie der Kunst liegt: so wollen wir nur von dem ersten sprechen. Es hat sich, so viel ich weiß, bis itzt noch mcmand in eine wahre und auf richtigen Grundsätzen beruhende Critik der Schaumünzen eingelassen, obgleich die Sache dieser Mühe wol Werth ist. Wir wollen versuchen, einen Anfang dazu zu machen, und die wehere Ausführung der Sache andern überlassen. Von den verschiedenen Absichten, die man bey Schaumünzen hat, ist bereits gesprochen worden; und man muß sie vor Augen haben, um die Beschaffenheit dieser kleinen Kunstwerke richtig anzugeben. Das erste, was unmittelbar aus den erwähnten Absichten fließt, ist dieses , daß gangbare Münzsorten sich besser zu jeden, Zwek der Schaumünzen schikcn, als solche, die, ohne bekannten und gangbaren Werth zu bekommen, nur in geringer Anzahl für Liebhaber, oder für einen sehr eingeschränkten Gebrauch gepräget werden. Diese verfehlen ihren Zwek großtcnrheils; weil sie nicht allgemein unter das Volk ausgebreitet werden; weil sie vor ihrem Untergang nicht genug gesichert sind, den nur ihre große Menge und allgemeine Ausbreitung verhindert; und endlich, weil viele aus Mangel des öffentlichen Charakters, oder gesetzlichen Weyhung, nicht Aufsehens genug machen. In diesem Stük verdienen die Alten nachgeahmt zu werden, die sehr selten andere Schaumünzen machten, als die zugleich gangbare Gcldsorten seyn sollten. In Ansehung dcsJnhalts oder der Erfindung kann man die Schaumünzen in zweyClassen eintheilen, und sie durch dieB.enenttung der historischen S cha und der ästhetischen (es fallt nur kein schiklicherer Name bey,) unter- l scheiden. Historische nenne ich die, welche die Sache schlechtweg ankündigen, und es denen, für die sie gemacht sind, überlassen, was sie davon denken, und dabcy empfinden sollen: den Namen der ästhetischen aber würde ich denen geben, wo die Sache selbst schon in einem Licht vorgestellt wird, in welchem sie natürlicher Weise einen besonder,; vortheil- haften Eindruk machen sollte. Historisch sind durchgchends alle k griechische und römische Schaumünzen, ob sie gleich vielfältig mit allegorischen Bildern besetzt sind; denn diese Bilder dienen blos zur historischen Bildersprache, und drükeu das, was die blos nachrichtliche Umschrift sagt, durch andre Zeichen aus, oder vertreten die Stelle dieser Umschrift. Die ästhetischen Schaumünzen sind eine Erfindung der Neuer,,. 'Sie stellen die Sache nicht bloszurNach- richt vor, sondern geben ihr eine Wendung, die den, der die Schaumünze sieht, auf eine nachdrükliche ^ Weise rühren soll; dieses erhalten sie l durch würklich allegorische Abbildung der Sache. Zum Veyspicl will ich das Schausiük meines berühmten j Landsmannes Hcdlmger anführen, wodurch er der Republik Dorn seine Hochachtung bezeuget hat, wobei) er doch noch etwas von der Art der Alten bcybchalten. Aus der Vorderseite stehet man das allegorische Bild der Republik: eine Pallas, die sich an Berns Wapen- schild lehnet, in der rechten Hand ei- i ncn Palmen - und einen Oelzweig, in der linken aber den Speer hält, auf weichen eine Mütze, das alre Zeichen der Freyhcit, besitzt ist, nebst der Aufschrift: Ues pubiiou lZeruenkis. So weit ist das Stük historisch, und in, Gcschmak der Alten: weil in so fern blos der Staat, den, zu Ehren das Stük gepraget worden, sowol S cha S ch a 24z durch die Schrift, als durch ein bö- zeichncndesBild, geirennt wird. Aber dieses Bild ist nur die Hauptfigur einer reich zusammengcsetzren Gruppe, die im Grunde nichts anders, als eine allegorische Lobrede auf die Republik ist. Ein aus alten, itzt in Abgang gekommenen Waffen bestehendes, und mit einem,Lorbcerzweig umwundenes Siegeszeichen, deutet auf die Siege älterer Zeit; und neue Kriegeszcichcn, allegorische Abbildungen der Wissenschaften, der Künste, der Gerechtigkeit, der Ge- lindigkeit, desNeichthums, der Frey- gebigkcit, schildern den gegenwartigen Charakter der Republik. Dieses gehöret zum Aesthetischen. Auf der hintern Seite liegen ans einem steinernen mit einem Tcppich bedcktcnWürfel ein Lorbeer - und ein Olivcnkranz, und die Ueberschrift ist: Virtuti et prullentiae. Dieses kann auch noch als historisch angesehen werden; weil dadurch schlechthin ausgcdrukt wird, daß der Künstler diesesWerk ausHochachtung für die Tugend und Weisheit dieser Republik verfertiget habe. Die wesentliche Vollkommenheit der historischen Schaumünze besieht darin, daß sie die Sache, die sie blos zur Nachricht ausbreiten will» bestimmt, deutlich, und kurz ausbrüte, so wie es etwa eine histor ische Inschrift thun würde. Man könnte den Zwek in der That mit bloßer Schrift auf der Schaumünze erreichen, und in viel Fallen waren keine Bilder nothwcndig. Allein wolge- zcichnete und gut gearbeitete Bilder, wenn sie auch nichts zur Nachricht beitragen, welches der Fall der Hinterseiten auf den meisten antiken Münzen ist, machen die Schaumünze schätzbarer; veranlassen, daß man sie gern und oft betrachtet, und daß dadurch der Zwek desto sicherer erhalten wird. ' Die Bilder, die man auf histori« scheMünzen setzet, sind Portrait:'der Personen, die man durch solche Denkmale ehret; bildliche Vorstellungen der That oder Begcbenneit, wodurch das Denkmal veranlasset worden ist, oder der Personen, des Staats, der Stadt, welche das Denkmal gestiftet hat; bisweilen wahre Abbildungen von Werken, oder Erfindungen, die man für wichtig genug hält, zu vieler Menschen Kennt- niß, oder auf die Nachwelt zu kommen, dergleichen verschiedene merkwürdige Gebäude sind, die man auf alten Münzen antrifft. Hierüber haben wiraußer dem, was vorher über ihre Deutlichkeit, Kürze und Richtigkeit angemerkt worden, nichts zu sagen; weil sie ihre übrige Beschaffenheit, was die Schönheit und den Geschmak betrifft, mit den andern Werken zeichnender Künste gemein haben. Nur scheinet es, daß Würde und edle Einfalt wesentlicher zn solchen Werken, als zu irgend einer andern Gattung, erfodert werben; weil es meist öffentliche Werke sind, die ein ganzes Volk veranstaltet hat, und die für ein ganzes Volk, auch wol gar für die Nachwelt besonders, bestimmt sind. Hiezu findet mau die besten Muster in den Sammlungen griechischer und römischer Münzen. Die »euern Werke dieser Art fallen gar oft ins Schwülstige, ins Uebcr- triebene, ins Schwere, ober gar ins Niedrige. Mehr Nachdenken und Erfindung fodcrn die ästhetischen Schaumünzen; und es wäre der Bemühung eines Mannes von Geschmak nicht unwürdig, die Theorie dieses besonderen Nebenzweigcs der schonen Künste zu bearbeiten. Man trifft kaum in irgend einem andern Theil mehr Mißbrauch, schlechten Geschmak und so vielen Unsinn an, als hier. Unter der ungehenernMengc ncuererSchau- münzen sind die, denen ein Mann Q 2 von 244 S ch a Scha von Geschmak Beyfall geben kannte, höchst selten- Die Hauptsache kommt auf -wey Punkte an : i. Daß man einen wichtigen der Sache, angemessenen Gedanken erfinde, der, auch in sofern er durch Worte ausgedrukt wurde, der Sache anstandig, auch vollkcmmcn kräftig, oder ästhetisch sey. 2. Daß eine wolausgesonnene Allegorie diesen Gedanken nicht nur richtig ansdrüke, sondern lhn noch stärker und nachdrücklicher sage, als bloße Worte es vermöchten. Dies ist ein höchst schwerer Punkt. Ich will zur Erläuterung dieser Sache ein B-yspiel anführen. Man hat ein Schaustük, das, wö ich «ficht irre, auf den Erbsiatthalter der vereinigten Niederlande, Wilhelm V, geprägt worden. Die besondere Veranlassung dazu ist mir nicht bekannt, und ich habe das Stük auch nicht bcy der Hand, Nur erinnere ich mich , daß der Gedanken, den man hat vorstellet; wollen, dieser ist: daß der Prinz, vermöge des engen aber zwanglosen Bandes, das ihn an die vereinigten Republiken heftet, diese nicht als ein Herr beherrsche, sondern durch seinen Einfluß die Quelle einer dauerhaften Ordnung und des Wolstandes geworden. Der Gedanken ist an sich gut und wichtig. Die Allegorie, wodurch er sinnlich ausgedrukt wird, ist das Planetensystem, das blos durch den Einfluß der Sonne, dauernde Ordnung, Leben und Nahrung bekommt. Blos das allgemeine Gesetz der Schwere, folglich ein ganz natürliches Band, verbindet darin alles zusammen, und das Haupt, nämlich die Sonne, herrscht zwar, aber blos zum Wohl- thun, und nicht despotisch, indem sie selbst dein Zug der Planeten nach- gicbt und beständig von diesen aus ihrer Ruhe gerükt wird. Dieses wird durch die Umschrift: blnus tra- boleptem, trnbeirgne ab iliis, Wvl ausgedrukt. Die Allegorie ist vollkommen richtig und geistreich: aber sie ist etwas zugekehrt, und dann hat sie mehr die Kraft eines Gleichnisses, als einer wahren Allegorie; sie drückt den Gedanken nur deutlicher, aber nicht nachdrüklichcr aus, als Worte. Von der eigentlichen Beschaffenheit solcher Allegorien, wie sie hier nöthig sind, haben wir bereits anderswo gesprochen*), und überlassen, um nicht gar zu weitläuftig zu seyn, die nähere Betrachtung dieser Sache ei- ' nem andern Liebhaber der schönen, Künste. Die Kunst der Schaumünzen ist, wie die zeichnenden Künste überhaupt, von den Griechen beynahe ans den höchsten Mickt der Vollkommenheit getrieben worden. Doch haben auch die Neuer» etwas hinzngethan, und Werke gemacht, die mit den Alten um den Vorzug streiten. Aber hiervon sprechen wir in einem andern Artikel "). Wir haben aber hier noch einiges anzumerken. Die großen Schaumünzen, die einen erhöheten, und aus Gliedern, die den Gliedern der Baukunst ähnlich sind, bestehenden Rand haben, werden insgemein Medaillen gcnennt, die kleinern aber, deren Rand wie in den größern gangbaren Münzsortcn, kraus ist, bekommen insgemein den Namen tons, welches ohngefähr so viel bedeutet, als Zahl-oder Rechenpfennige. Es ist ein Vorurthcil zu glauben, baß eine Person mehr durch eine Medaille, als durch einen Zet- ton geehrt werde. Man könnte mit Mehrerin Rechte das Gegcnthcil behaupten; denn die Ehre scheinet um so viel größer, je weiter eine Schaumünze ausgebreitet wird. Dieses aber geschieht durch Iettons besser, weil *) S. Allegorie in zeichnenden Künsten. S. Steinschneider; Stcmpclschnei« der. S cha S ch a 245 weil mehrere Menschen, des geringem Preises halber, sie kaufen, als große Medaillen. Eben so scheinet es, daß kupferne Medaillen, weil sie dem Einschmelzen weniger, als silberne und goldene unterworfen sind, einen Vorzug vor diesen haben. Die vodcrc Seite, die insgemein das Brustbild oder den Kopf einer Person vorstellt, wird oft mit dem franzosischen Wort e^vers bezeichnet, die Hintere, die den Gedanken darüber ausdenkt, heißt dann der kevers, und wenn auf dieser noch unten ein kleiner abgesonderter Raum ist, so bekommt er den Namen Lxei Zus. Von dcnSckaumünzen überhaupt, d. i. von der Verfertigung derselben, ihrem Nutzen, u. d. m. handeln besonders: Andre Lebbien (De lo moniere cke grover en reliep er en creux, in s. brincipcs ecc. Inv, II. cd. 7. S. 249. Ausg. von 1697.) — Joh. D- Roler (Anweisung, Schaumünzen geschickt anzugeben, vor dem -ten TH. des dlumo- xkzl. Lurleliorck, Helmst. 1745. 4-) I. G. Lrdr. Rlein (Anweisung zum Medaillen und Münzcopircn, Beel. 1754. 8.) — iL;. Gpannheiin ( Dickerror. cke prsellonr. er ulu dlumismor. opri. guvr. It. >644. 4. 1671. 4. Sehr venu. boock. er ^mtl. 1706 - ,717. f. 2 Bd. In einen Auszug gebracht von Erasm. Fröhlich, mit dem Titel: Drilirss rci numorioe ver. Vieri. !7?Z- 8- >7Z7-4.) — ?ac. Spon (villerror. cke publice ckes öckeckoilles pvur l'crucke cke lo bliz/liognomie, in s. Itcclierclres ckAncig. . . . l^on ,68z. 4. Lat. Leipj. 1771. 8.) — Ehob. Cuper ( De urilirsre, czuom ex numismor. principex copere polluvr, pclieck. bxy s. Lommcnr. cke conlecror. Ickomeri S. 2g>. und in boleni 17kics.) — Nic. ^enrion (bxcrolc ck'un ckitc. lur purilire ckes meckoiller, in den ?elem. cke l'rcvuux vom I. 1702, Junius, S. 140.) —Oisc. iurlcz dleckoilles, er lur leur urilice, in der ^cockemie ckes kvlcckoiileü.) — p. de Äimiers (Dlckerror. pur I'upsge er lurilne ckes kcäeckoiiles por rspporc ü I kckillnire, ilt dcM7tcn Bd. S. -s des /5riss gevArspli. p. bck. cke LZucuckeviile. ) ?oh. Soll!. Aocb(De Kumismor. in iirrer. elcAonr. cnumeroncko, Dickert. k^eop. ock Dril, >74,. 4.) — Per. Vlaining (De ulu er proeckonr. . . ckuckii NU» inorii slmckel. (^ense) ,747. 4.) —> Th. Mangcarr (Inrrock. ä lo tcienes ckes Ueckoillez pour lcrvir ö lo cun- nvisponee cke lckiick. onc. bor. 176z. f. Eine Fortsetzung von Mvntfaueon.) —- lhl?or)-V'Elvange (bipoi pur I'urillce er l'oArernenc cke Perücke ckes meckoil» les, bei) der Ickoricc ck'uric colleöbiun mecoll. ckonnee ä lo Libi. cke dlsnc^, p. Lronisl. I. dlsncz- 1787-8.) Zu der Äciintniß und A>curthei- luug ver Sebaumüiizen der Alten führen: -H. Rouille (brompruoirc ckes ^lcckoilics ckes plur renommeez per- pvnnez gui onr eis ckepuis Ic commsn- cemenr cku moncks, P.70N 154z. 1577- 4. bor. 1581.4. Jtal. Lyon 1 ;;z und i;81. 4. Spanisch, durch I. M. Eoc» dcro, schon i;6i. 4. mit Kpf.) ^— En. Vico (ldipeurli lopro ls meckoglie ckegli Anrielri, ckiv, in ckue bibri, Vin. 154Z. 4. 1555. 1558- 4- 1619. 4.) ^ Seb. Eri;;o (Diseurlo lnpro le meckoglie ckc^ii onrickii cun lo cki» cliioro^iune cki mnlr! riverck .... Ven. 1559- 8. 1568.4. üo. (1571)4- Die letztere ist die vollständigste Ausgabe; sie besteht aus z Thcilcn; der crstcrc enthält eine Abhandlung über die alten Schaumünzen überhaupt; der zwepte eine Erklärung der alten römischen Consular- oder Familienmünzen (S. 65. 28s.) der dritte eine Erklärung alter kaiserlicher, sowohl gr. als römischer Münzen.) — Ant. le Pols ( Dikc. lue las meckoilles er gro- vcurez onriguez, principoicmenr lto- nioines. bluz uns expolirion porci- culiere cke guelgucs plonclics nu robles estonz pur lo (in cke ce livre, elguel- les konr monltreea ckiveries meckoillcs Q Z " 246 Scha Scha «r gravcures anriqucs rares I er exezu!» jes, ?sr. 1579.4.) — Matts». ^0- ß?US (Idid.rei nummar. Verer. Lid. V. ?rctr. i ;8°. 8-) " Ant. Zlgostilio (I)ialogos de keäedallas, Inscriciones ^ orras anrigucdadas .... l'zrrZA. 1587. 4- Lat. verm. mit einem Gespräche (dem istcn) von Andr. Schottels , Aiitw. 1617. t'. Jtal. s. a. er I, 4. Ton Dion. Oltav. Sada, und niit einigen hundert Schaumünzen, Koni. 159s. 4. 16-;. t. 1650- 5. Wieder vermehrt mit dem von Andr. Schott, seiner lat.llcber- sctzung beygefügten Gespräch» cbend. >657. :>7Z6. t.) — Morris Savot slZisc.sur des kvledaillcs snriizues, div. cn. IV xarries» ctezuclles il est rrsire Ii Ics anedaillcs anurzues estoienr monnd^es: che Icur mariere: de leur poids: de leur Prix: de Is valeur ou'elles peu- vcnr svoir auzourd'biui, seien -zu'cl. Je« lonc rares ou communes, anc!» cns er msrczues i! Ics szur recngnoi- älre . . . par. 1627. 4. Latein, von Lud. Ncocorus (Lüster) in dem XI Bd. S. uz-, des Graunischcn Thesaurus. — <ül). sdgtlll (blistoire des XSedaillcs, vu Inrrodudtion ä Is connoistance de cecrc tcience , ?. 1665. 1 2. 1695. r 2. kat. von ihm selbst, Anist, ,68z. 12. Jtal. von Franc. daConst. Belli, Vcn. >675.12. Deutsch, Nürnb. 175z. 8. So klein das Werk ist: so geHort es doch immer noch zu den nützlichsten.) — Joh. Man. GnnbeslUS (Oisterrat. de numismar. cr uummis ancicz. kom. >668. 4. ktinst. lägz. 12.) — Vaugl )NN (vifc. vf Loin snd ldoinaZc evick an accounr of irs lirst invcncion 1675. 12.) — Anvr. tst'»orclli(8pce. rei nummarise vnriq. per. 1685. 8. lnps. 1695. 8.) — handelst de Dairval (1,'uriiice des vo^axes, qui conccrnenr Is connoistance desldedaiiles . . par. 1686. 12. kouen 1727. 12. 2 Bde.) —> Dan. A.aiivringcr (blocir. dstumor. »nci^uor. ram Imperat. kom. eeQrae- cor. quam ^ugustsr. prour rar! sunc vct communes, Vrarisl. 1686. 4.) >— Joh. Chrssph. Xvagenseil ( De re Monreal! vcr. komanor. Air. 1691. 4. 172z. 4.) — Aouis Joberl (ba Lcicnce des bdcdailles» p. 1692. 12. 1715.12. Vermehrt mit historischen und kritischen Anmerkungen (von Jos. Bimard) Par. >759. >2. 2 Bd. mit Lpf. Jtal. von 5. Canturani, Ben. 17-8. 8> Engl. <695. 8. Lat. von Chrstn. Junker, Leipz. 1695 8. Deutsch, vonJoach. Nacgclcin, Lcipz. 1718.8. (beydcS nach der erstecn Ausg.) Nach der letztem Ausgabe» aber nicht vollständig, von M. I. Lhrstph. Rasche, Nürnb. 177g. 8. 2 Bde. (Das Bcßte darin ist aus der vorhin angesühr- ten kleinen Schrift des Patin ausgeschrieben; und der Text wimmelt von so viel Unrichtigkeiten und Ungereimtheiten, daß man, bc» jeder Seite, gcnöihigt ist, nach den hinzugefügten remarques des letzten Herausgebers hinzusehen. ES ist übrigens in so genannte instruüions ab- gcthcilt, deren 12 sind, wozu noch so genannte Kouvcilcs decouverces kommen.) — Dbas. Walker (lAeßreelc and roman ldistorz- iliustr. b^ Loins and medals . . .. 1692. 12. Ein, in seiner Art, eben so schlechtes Werk, al§ das vorhergehende.) — I. Evel/n (A dilcourlc ob medals, ancicnt and modern. VoZerker evirki someaccounrs o5 beads and cllrgies ok illuiirious and t'amous l'cilons, in scuips snd raills douce, os ivtrom eee liave no medals exranc, snd ob rke nie ro be dcrived srom rhcm. Vo vvliicti is adiled s digrellion concerninZ liognom^, i^ond. 1697. s. Aus andern ausgeschrieben; und doch unverständlich.) — Iii ?Z7 d un Oidiivnaire, cunr. Is connoillsnee . . . parcicul. des Xäe- daüies, ^es. 1700. 4. mit Kupf. —. Poitparr (itellex. sur Is lcience des Xledailles (in Beziehung aus Geschichte) ?ar. >705. 8.) — Jos. Aö0i- soil (lZialoAucs upon rlre usefulncss ob ancienc Xäcdals, especiali^ in re» 'tarivn ro rlie l»arin and Lreelc ?uers, geschrie. S cha S ch a -47 geschrieben im I. >702. aber erst nach des Verf. Tode, im 1.1719, in der 'Aufgabe seiner We r durch Zickel, 4. 4 Bd. und nachher öf rer gedruckt; Deutsch durch G. Wilh. pohinger, Bapr. ,74c». 8. Oitic. Klla^ vn rlie modern hficdsls virtr kome iniieÄ. vn rlie rskke snd fudgmenr vk'rke Anc, 1704. 8.) — lelsniöre d'cxpli^ucr Icz mcdsiile5 sn- rimillr; ( Kurze Einleil. zur Erkenntlich des nicht gemein edlen Srudii liumism. romsnor. snric^uor. WÜrjb. 1747. 8>) — Monge; (In den vi>- lcrvsc. iur Icklist. nsc. In kb^stezue, Is keine. ere. kor. 1752 u. f. 4. findet sich ein Aufs, von ihm über die Münz- kunfi der Alten.) — kci komsnor. campendium ort disudicsndos num- m«5 sdornsrum, vsriis vbkervsc. >1- tustr. lilorisrjue >zui esm rem copiolius ersdunr ex omni kcienrisr. gen. re» kerrum, Orcsd. 175z. 8 )— siörackin. Lroelicl) (dlocir. clemenrsr. d^umism. snri^uor. ilinr. czuse urbium liber. keg. er keine. sc kertonsr. illustr. sp» pell. Viennse 1758- 4-) — Äb>t 2?artl)elcM7 (Lstsi d'une kslsaZrs- picke numismsr. in dem 24ten Bde. der kdem. eie I'Acsd. des Inicripc.) — Dar». Penning!) (An Inrrodutk. rei riee Icnovledge ab medsls . . kirm. 1764. 12. Ohne alle Kenntlich'der Sache geschrieben.) —- Job -H, Gckoulxe (Anleit. zur filtern Münzmissenschaft . . Halle 1766. 8.) —> 2l. Rlotz (Beptrag zur Gesch. des GeschniackS und der Kunst aus Münzen . . . Alt. >767. z. vergl. mit den Krit. Wfildcrn III. S. 1 u. f.) — Matth. Napcr (Klie>uir7 inco rke volue »k rks sncicnc i-reeic anci romon lefiauc^, 1772.4.) — Mo- lialhllii (Isticu2ione onciczuor. numiz- mories, kam. 1772. 8. Ich kenne das Werk nur aus der Vorrede des, in der Folge vorkommenden Werkes von I. Pinkcrton, wo es, als eines der vo'rzügi lichsten dargestellt wird.) —- Th. AnSres öc Dusf'amc(l)!ceiori. numizmst, psr» Is peebeists inrelij-encis eis Iss ü/lLcisl» Iss snriguss, ins fignas, nvrsz, e in- icripeiones . . d/lsfi. 177z. 4. 6 Bde.) <— sdomsmet Ve Sivrx (dlauv. kc- cberelics sur Is Icience eie« kfiefisil- lez, Inleripc. ere. dckslkr. 1784. 4« mit Kupf.) — I. Piiiberroii (An tills^ VN chfiefislz . . . 1784 8. Sehe verm. 1789. 8. -Bde. Oer Verf. handelt, i» 24 Abschli. von dem rise snck pra^refi, vfi rlie stufig vt kejefislz; uri- lir^ vfi irz ikuelieü; conncK. vf rkio Kuck/ vt mceisls virk> rlic iine srrz ofi kverr)-, ksinc. Leuipr. sml Arelck» rcisinrc; cke vsrixus saurceü vt de» ligkic snfi smulcmenc sriiinZ kram ir; morsch nled in rlee ksbricsc. nb coinz snd medslz; rbe ciist'erenc kires snck vriZinsl vslue of cvins; rles eiisserenc fi^es snel orig. vstue ab r»- msn cainz; evnlcrvsrioii »t medsls; porrrsirs ro Iic tvunc! an rkem; rke 4 rcvcr- 248 S ch » Sch a reverkes ok medals; kz-mbols obker- X'gblc on rbem; rkeir I-cgends ; me» dsllions; medals called conrarniaci; greelc medals; roman medsl«; medals ok ociaer ans. narions; modern «oins and medals; coins and medals ok gr. Lrirain and Ireland; obkervac. vn cke progrcks ok rke kriciklr coi- nage; rarirzr o5 kvme snc. and modern coins; counrcrkeit medals; di- ?ekl, toi kvrming cabiners; prekenc xrices ok medals. Der Anhang (im aten Bde.) besteht aus dreyTheilen, wovon der erste, tu 7 Nummer», dic/Zbbrc- viar. on greclc coinü, rlre grecle nu- merals, rtic aeras ok ckiek greelc ci- lies occurring on grecle coinz, rke names ok rke gr. lotagiilrares, rks games mcnrioned on greclc coins, an sccounr ok rke raricz- ok rüe coins ok Stare« and Liries and Oolon. gr. lar. sndpunic, an accounc ok rlie raric/ ok grcelc coin« ok Kings; der zwcpte, in 6 Nr. abbreviar. occur. on roman rncdsls; abbrev. on che excrgue; a litt ot rom. colonie« rvlrvke coin« rc- ansin; rom. kamil. on contular coins z sn eitimare ok rbe raricz- cik all rbe voins ok rom. Lmperors; rke kcarceik legends and reverkes ok Korn. ?mp. Loins; der dritte, in 4 Nr. /Z valusr. «t cngliktr coins prcceding rlie con» «zueit; valuar. ok engl, coins tince rüeconguclt; rke proclamar. okKdvv. III kor coining guld; briet noriccs vk rbe kcvrikti coins cnthcllt. Das Werk «chört immer zu den vorzüglichsten. ) — ZdUlcns (Bey s. klxpiicar. deguelgues Zdcdailles gr. er pbenic. l-oud. >786. x. (ate Ausg.) findet sich auch eine La- Icvgrapkie numismar.) — tLtzhel (Kurzgefaßte Anfangsgr. zur alten Numismatik, Wien >788. z. mit 8 Kpfrt. aus welchen izz Münzen abgebildet sind. Für Schulen geschrieben.) — I.C. Rasche (Schchzbarkcit antiker Münzen in Gold, Silber und Bronze, Nürnb. 1779. 8. Kexicon univerkae rei numar. ve- «er. er praecipue L-raccor. sc Koma- mvr. . . . Kipk. 178z u. f. L. bis jetzt 6 Bde.) »»»1 Von einzelen Arten alter Mün« zen, als den so genannten Contornia. ten oder Ccoreniaren: Mabuöel (Oblervar. km les tded. concorniares, ini ztcn Bde. der kiilk. eis l'/tcad. de, Inkcripr. S. 42S. deren Jnnhalt sich in Ranibachs Archstol. Untersuchungen findet.) S. ^avercamp (L)c nummi« con-. rorniaris» bei? s. Oiikerr. elo T^lex. kch numisni. l -ugst. Lar. 1722. 4.) iHeinr. Cannegicrer (l)c Ix'umis con» rorniaris im 7ten Bde. Th. I. S. >z z. der bstikccll. olokervac. Orir. und im iten Bde. S. 1. der ^likccll. Odkcrv. nov.) — S. auch G. iL. Hessings Kollcct. Art. Crvtoniatcn. Von eigentlichen Meoaillons: Mahu- Vel ( Keilcx. kur ls carski^re cc I'u- kage des ipedaillsns anr. im 4tcnVdc. der lstilk. ds l '.^cad. des Inkcripr. S. 4>4) — — Von untergeschobenen alten Münzen: Gainoy (OK» kcrv. kur les dded. anr. kuppokees ce kourrecs im 6tcn Bde. S. 410. der ttilt. dc I'/Zcad, des Inkcripr.) — —- Von rviederhergestellcen Münzen: dl.e Vcan (lolem. kur les bdedsilles relti- ruees, cbcnd. im z?tcn Bde.) — — Von verdorbenen Münzen: lLrasm. Frölich (Oiikerr. de nummis mone- rarior. verer. culpa viriotis, Vien, 17z 6. z.) — — Von den Münzen einzelcr ^.airder: VuSinet (Kcilex. kur les letsdailles d^rkenes er de Ka. ccdemon, im 4ten Bde. der ktilt. de I'/^cad. des Inkcripr.) — Voze (Ks» tlex. kur les ^lcdsilles de Lrorone, cbcnd.) — A. Tpchsen (Eine Abhandl. über die Cusischcn Schaumünzen, in den Lommenr. 80c. (körring. 1787 cc 1788- Lörr. 1789- 4.) -- Lct.Cba« Mlliard (Oilierrar. li les Vledailles onc sre des monnoz-es ou non, in den ^lem. de Vrevoux, v. I. 170Y Mon. Jun. S. log; und vom I. 1709 Mon. Jan. S. 9Z f. — Ferner gehören, im Ganzen hieher, der vierte Abschn. aus I. För. Cliriffs Ab. handl. über die Litterat. und Kunstiv, des Werth. S. >Z5. Das 4tc Kap. aus S ch a Scha 249 aus I. ch. Arc/nieo/. Äeri'. S. 49 mit den dazu gehörigen Zusätzen, in der AuSg. von G. H. Martini, Leipz. ,78-0. 8. — und die, bei) dcmAtt.Auf- schrift, S> -z8. b. angeführten Schriftsteller. — Auch sind nicht allein in der Mist. er Ickem. äe lAcsäemie äcs In- scriprionz mehrere Erklärungen cinzclcr Schaumünzen, von Tilladet, dem clltcrn Vaillanc, Galland, Belli), Valoisj u. a. ni. zu finden, sondern es sind auch sehr viele eben davon handelnde Schriften, einzeln, gedruckt morde», welche anzu. führen hier der Raum verbietet. Ich schränke mich, der Seltenheit wegen, auf M. 'ckk. Lckistlcccii Oist'err. äe Orkane- i)U5 sereiz, Ttnrv. 1656,4. ein. Nachrichten von mehrern liefern: Lurck. Oorrk. Lrruvii Likliock. Mumismsc. snriez. . . . len. 1692, 12. — Ans. Vanduri Libliokk.'nummsris, f. SU- Aar. czui che re nummsr. lcripft vor tcni itcn Bd. f. Mumism. Imp. llom. IKer. 17,8. f. einzeln, mit Anm. und Registern, von Joh. Albr. Fabricius, Hamb. 1719. g. ( Echt nur bis auf das I. >707.) — Frz. Hcinr. Bruckmonns Likl. numistm. oder Vecz. der meisten Schriftsteller, so vom Münzwesen handeln, Wolfcnb. 17-9.g. ZweySupplem. dazu, cbend. 17Z2 - >741. 8. — stikliork, Mumismsr. exkik. Lscsl. Auchor. czui che rc moncesris er Mumis .... jcripf. coli, s lok, Lkr, Mirlck, teior. 1760. f. — — Von bcnSchaumünzen dcrNeucrn überhaupt: Inc. Tzspotiu.n (87ml). chivins er kumsns Tonrille. Impcrsr. keß. . . . prs^se >601. t.) — Ia!^. Audius (87>Ioj;e Mamizmsr. ele^snr. ezuse äiverti Imper. ftege«, ?einc. Oo- neirez, ilespukl. äiverlss ob csusss sb snno 1500 ach an. ulezue lüoo euch! lee. . . . Argenr. 1620.1.) " Job. Seifert (Medaillen der vornehmsten in Europa gelegenen Residenz - Reichs- und Handelsstädte, Zitt. > 698. 8-) — Joh. Eroeninz (Ncucröfnete Historie der modernen Medaillen . . . Hamb. 1701. 8. mit Kupf.) Jostch. Naegelein und !1?clch. Roernlein Clllkefsuruz nn. mism. moäernor, kuzus lsec. e^nikuz prsecipui evenrus er res ßestse ab A. 1700 usezue sä A. >709 iliustr. chlor. 1700 U. f. k. ?TH. EinLuppIem. dazu, ebend. 17,7. f.) — Joh. Dan. Rohier (Historische Münzbclustigungcn . . . Nürnb. 17:9-176;. 4. 24 Bd.) --- Joh. ^ier. /(ochner (Sammlung merkwürdiger Medaillen, in welcher ein curieuscs Gepräge, meistens von modernen Medaillen, ausgesucht, und nicht nur fleißig in Kupfer vorgestellt, sondern auch durch eine historische Erläuterung hinlänglich erklärt wird, Nürnb. 1757-1744. 4. 8 Th.) >— Casp. Gottl. K-ansev (Vcrz. aller Medaillen, welche so wohl die histor. Begebenheiten von 1679 bis 1742 ... als auch die vollkommene Reihe der römischen Päbstc enthalten, Nürnb. 174:. 4.) — Joh. Lrdr. Joachim (Neu ervfncteS Münzcabineh . . . Nürnb. 1761s 1766. 4. 4 Bd. mid Kupf.) — G. N. R >e0ner(Verzcichniß oller in Nürnberg geprägten Schaumünzen, vom 1.1697 bis 1787. Nürnb.l789° 4.) --- — Auch gehört hichee noch die Mist, meäslliiczno eis I'Lurope, ou. Lsrsl. äu csbiner äe ken Vir. foulst srre i) Visrleillc, b-^nn 1767. 8. —" —" Von den päbstlichen Schaumünzen: 9--. I. 5 Bdr.) — phif. 2oonain (M umistm. ?onrilic. komsnor. s rempoee KIsi c. V. ulque sei 7Z. VlOtSI-XXXXlX. IIvm, 1699. f. 2 Bde.) >— Aaur. ZHcgex (ddumism. moelern. Limcl. reßill- ciechor. Ilrsnel. 8ech. I. conr. ?e>nriiie. liomsnor. . . Mumiini. rsriov, Lol. Lr. 1704. f.)— RnS. Vcnutt (Mu- mism. komsnor. ?<>ncik. prsestanr. 2 käsrc. V. sä lZeneä. XIV, Ii 1744.4.) »— kleäsgli ä'alcuui (unami Z?vnrl- Q 5 üci 2)0 Sch a S ch a Le! . . . kom. 1780. k. —> S. auch vorher L. (ü. Lausfer. Voii franzosischen Gchaumün.zen: Jacg. de Die (I.Z krance meralliguc conc. les atlions cciebres ranc pul>I. lzue privees ches Kois ec keines, re- marrz. en leurs VIechailles ch'or, char- gcnc ec luonze . . . Kar. >6z6. s, unter welchen Schaumünzen aber viele erdichtete sind, l.ez tamilles che krance, illuchr. gar ches lesechsillcs anc. ec mnch. ?ar. >6zz. t. ) — LH. Doureroue (ideekerchez curieuses cies chlechaiilcz che kranec, Kar. 1666. k. I Bde.) —> sd. du Molincc (Idee. chcs lricchailles jes z>Ius curieuleS che krance, chepuis I^nuis XI. zusgu ä kouis XIV. gr. p. je Qlerc. t. In wie fern die Xleclail- jez, geccons ccc. trappeez en krance chepuis le regne che Llrarles VIII. zus- «zu'ä ecluichehouis XIII. von eben demselben Künstler, teClere, gestochen, t'. zo Bl. verschiede» sind, weiß ich nicht.) — -H. p. de Dinners (. LI. Franc. Menesirier (blich. che knuis le gianci, gar les IAe- chailles . . . Kar. 1689. d- Verl». 169z und 1700. b.) — dchechailies Kur les xrineigaux cveneincns clu Hegne che Collis le Qranch avee chez Lxglicar. hichvr. gar k.^csch. kapsle des Xlc- chaiiles ec Inlcr. Kar. 170z. b. mit 286 '"Schaum, ebend. 172z. 5. nut zig Schaumünzen. Druzen de la Martinicre (blich. comgi. clu regne ele kouisXlV ace. che zze dbechailles, 1^0^01740.4, 5 Bde.) — Xlechaiiles chu kegne che ibeuis XV. gar Qochvnnelekc, par. s a. 4. rViechailles clu Hegne che I-euis XV. pz,' bleurernnnc b. 54 Bl. /Zlrrege «je la Vie che knuisXV. cxgl. pur ches hjechaille-., gar Llr. b. Llacheg, heigb. 1749. t'. — Auch finden sich französische Schaumünzen noch in der blich. che krance . . . g. kr. Lucies — Auch hat T. Dub» noch die Münzen der franz. Barone, Bischöfe, Ststdte u. s. w. herausgeben wollen, von welchen ich nicht weiß, ob sie erschienen sind. Von Englischen Schaumünzen: Vlegzls t»r VInclaI s Lenrinuac. et ldz. z>!n, 5. Z7 Bl. — Lriglil lr Vlcüalz 1762.4. iz Bl. von Perrv und 6 von Window. — Th. Snelling knglillc ^jectals 1776. t'. zz Vl. — Necials, Loins ecc. c>t Ldarlcz lit. che krc>- cedtur anci Lharles II. brorn rlre VVvrlez c>t' kk. Linien, cngr. H7 Vertue, Dnnil. 175z. 4. 1780. 4. —> chlie. Chevalier (llilt. äe Quill. III. . . . psr ^legailles . . . Amtl. 1652. t.) — A. Doz-cr sl^lic kilt. ak che Iiis anci reign <>t (chuecn ^nne, illullr. cvirli clre meclals Idruclc in rliis reign 172z. t.) >— Vde iVZeäallic lrittvr/ nt' linglang krnm rks cvnguelt cc> rke revolucinn, 1790. 4. mit 40 Kur pfcrt. Von holländischen Schaumünzen: Dizot (bliit »!rs rnerali. cic la krovince KInUancle, Kar. 1687. toi. Verin. rZmlt. 1688. 8. z Bde. Holl. Amst. 1690. 4.) — Ger. v. ^hoen strich, incrall. cles XVII. Kröv, unics chez Kavs-I'as tlaz'e l ?Z2. t. ; Bde.) Jean le Llerc (blich, ches krovinces unies rlcs paz's-das, avee lez princ. ^lechailies . . cle^uis le cvmrncnce» mcnr ^usgu'au Vraice che lrarriere cenelu en 1716. TZrnch. 172z. kel. z Bde.) — — Von Savoyschen Sckaumünzen: Sam. Guichenon (llich. gen. che la Icchnlun che Lavoye, enr. che telechaillcs, H70N 1660. t. z Bde.) — — Von Neapolitanischen: Ma)-er (II Idegno chj dlspnli e cii Laladria, chelc. cen Xbechaglic, hinne 1717. tnl. Vcrm. kvm. 172z. f.) — — Von Vene- tianischen Schaumünzen : Joh. Pal- latiu» (kaili chucales alz TZnabecho II. ach L>Iv. Valeriurn, Venecor. Vuces, c. eorum hlumisrnac. Ven.lü96.4.) — Voll Sch a Scha Szk Von Sänvedischen Schaumünzen: Ehrengrdächtniß Friedrich des iten K. v. S. mit Medaillen und Schaumünzen, Cassel 1752. f. -» — Bon Dänischen Schaumünzen: Dänische Medaillen und Münzen, welche sich in dem K Münzkavinct zu Kopenh. befinden, in Kupier gefi. und in z Kl. abgcthcilt . . . Krpeich. 1792. f. 2 Bd. niit zz3 Kupst. Deutsch und Dänisch. Von'K.ochrinzschen Schaumünzen: AnA. Calmct fbülb. äe Horraine . . . äepuis (letar 17z 7. . - enricliie äe kcleäaiilcs, ldlaucze 174;. U. f. t. ; Bde.) — — Von römisch kaiserl. Schaumünzen: Jol). palatius (>Zlzuil2inrer ki- lis lud tjii2 chrancor. Lael. 2 Lar. Ich ileczue aäLimraäum . . . dstumismgr, L2K2 enarranrur » Ven. 1671. toi. ^czuils ksxonica, cbcnd. 167z. ssol. >i-zu!>2 ssranca, cbcnd. 1679. t'. TZczui- I2 5ucv2, cbcnd. 1679. t'. /Zc>uil2 lud . k. l. l. 172;. H) — Schau - und Denkmünzen, welche unter der Regierung der K. Ä. Maria Theresia geprägt worden .... Wien 1782-1734. t. 2 Abth. (Französisch und Deutsch.) Von Branücnlonr- gischen uns Preußischen Schaumünzen : G. D. Segler (Leben Wilhelm des Großen, Churs. von Brandenburg, mit Medaillen, Frst. und Lcipz. j. 2. 5) — Joh. Für. Eramer (Lliss. Kriäerici keA, Loruiss. ex numis il- lussr. k. 14 PI. Und in der Lolleöb. opu» seul. kissvr. Xänrck. ilinssr. k. I. (2(0. 8. und 9.) — Iol). R. Ronrav Gel- richs (Erläutertes Churbrandenburgi- schcs Mcdaillenkabinet . . . Perl. 1778. 4. mit Kupf. Ein Anhang dazu.) — Idecueil äe lZlcäoillez jinur lcrvir 2 tchäiltoire «ie chreäeric le Aianä, p. kromcrz- er sils, Kerl, 17^4. 4. — — Von sächsischen Schaumünzen : AVilch. iirrnjr Tenzcl (Sächsisches Mc- daillencabinct der Erncstinischen und Albertinischen Hauptlinien, Frst. und Lechz. 1714. 4. -Bde. mit K.) — von Ein- ficüel (Vcrz. eines vollständigen Cabi. nets Sächsischer Medaillen. Lcipz. 174z. 8.) Pfälzische Schaumünzen: Für. LEMr (Vers, einer Sammlung von Pfälzischen Medaillen, Zwepbr. 1759. 4, Fortsetzung, cbcnd. ,760-1768. 4. Neun St.) — — Von Braun- schroeigschen Schaumünzen: G. Anvr. v. Praun (Vollst. Braunscbwcig» Lüucburgisches Münz > und Mcdaillenca- binet . . . Helmst. 1744. 4.) '— Nie. St^lanver (Hich. 2c. Serenists. Qen- r',5 Lninluico-l.uneI)urA. dlumixmärs in 2es ine. k. 147 Bl.) — S. auch die OriZ. txuellic Ldr. b.uä. Sckeiäio, käoii. 1750 u. f. ss. 4 Bde. Bon Meklenburgischcn Schau» münzen: Vcrz. und Vcschr. einer an« sehnl. Sammlung von mchi-cnrhcils seltenen Medaillen und Münzen der Herzoge von Mekienburg, und der Städte Rostok und Wismar, Schwer. >792, ,g. — — Von /(übecb'ischen Schaumünzen: Joh. Schnoüel; Lübeckischcö Münz UndMedaillcneabinet. . . küb. 1790.8. Der Sammler war ein Patriot. Kaufmann, L. H. Müller. — — Bon Rußischcn Schaumünzen: Ilist. äe kicrrc I. . . cnr. äe lVlcäsil- les, TZmss. 1742. ,2. z Bde. '—> ^äe. äsilicr iur Ics princ. cvcuemeiis äe l'Ilmpire äe klustie, äcpuiz Ic re?no äs ?>orrs io Zronä zusyu'ü cclui äe LsrNerine II, p. Idicauä äe Mi exalle, I'orsä. >772- (- Schauniünzen auf einzele Personen: Abc Ragupnec (Illü. äu Vir. äe Vurennc, avcc XäcägiUez, blaz-e 17-3. 8- aBde.) — Hill, äu prince Ku--cnc . . . enr. äo IZäcäaillex . . . TZmss. 174°. 8- ;Bdc. — >— Joach. ?eav. Falcavi (lVurnism. Viror. il. Inssr. ex L2rl>2äic2 Lenre, ?sr. 17z z. sei. — —- Sckau- 252 Scha Scha Schaumünzen aufGelehrte überhaupt : Fr. Chr. Lesser ( Besondre Münzen, welche so wohl auf gelehrte Gesellsch. als auf gelehrte Leute, besonders auf v. M. Luther geprägt morden, Frft.^i?Z9 8. mit Kupf.) — I. I. Mazzuchelli (vacol. Kumismsr. Vi» ri? äoöir. proettonr. proec. Irsli», cu- sor. . . . in der kocc. ti'Opulc.lcicnr. « filoi. Bd. Z5- S. I. Bd. qo. S. 17. melebc Münzen nachhcp in den Klus. kloz. ^ucliell. Ven. 1761- 176z. s. 2 Bde. mit Kupf. wcitläuftigcr beschrieben, und zum Theil, aber schlecht, abgebildet worden sind.) — S. auch G. A. Willer Nürnbcrgischc Münzbelustigungcn, Alton. -764 u. f. 4. 4 Th. und I. I. SpicS Brandend, historische Münzbolustigungen ,768. 4> 4TH. — Nachricht von Medaillen auf die bebten Köpfe Deutschlandes, in der Neuen Bibl. der schönen Wissensch. — Auf einzele Classenvon Gelehrten: C. G. Sachse (ve blu» IMS in tionor. ^slieoloAvrum culi», s. I. 17z4. s.) — C. Ferv. Hommel ()uei?pruäencis numismotilius . . . iliuttr. vips. 176z. 8. Mit Kupf. UNd ein Ausluge. dazu von C. A. Klon, bips. 176;. 8.) I. C. !W. Moeh- sen (Beschr. einer Berlinischen Medaillen Samml. die vorzüglich aus Gedächt- liißmünzen berühmter Aerzte bestehet . . . Berl. >77Z->78>. 4. - Bde.) Auf einzele Gelehrte: Chr. Junker (Güldenes und silbernes Ehrcngedächtniß v. M. Luthers aus mehr als -00 Medaillen best. Frst. 1706. g. mitK.) Schaumünzen von einzeln Stem- pelschneiOerir: bxplicor. cles Klecloil. ies Ar. p steon vollier er filz, rir. cke i'LIili. linmzine; Deutsch, Leipz. 176z. Z. --- veuvr. ein Ltiev. Lstestünger , , . p. Lkr. cle Kleciieln Lg?Ie 1776. 4. trollest. cvmpl. ciez Klecloilles clc Klr, lseähnZer, ckels. p. ?ussli er Ar. en moniere noire p. Isaist, AuAsb. 1782. f. — Nachrichten von einzeln?) — — Von Brakteaten: -I. Chrstph. . 1760. 4.) — Joh. Alex. DocOcrliir (Lvmmenr. sts nu- mi? Lermonioe mestioe, czuos vuigc» Lrociescvs er Lovv? voconr . . blvr. 1729. 4.) G. Chcstn. Rre/sig (Nachr. von Blechmünzen verschiedener Völker, und dicken Münzen bcr lTeutschen in Mittlern Zeiten, Leipz. >749. 4») — und von Bracteaten cinzelcr Provinzen haben HeinecciuS, Hottingcr, Lcsser, Leuckfeld, Liebknecht, Sagittarius, und a. in. Nachrichten und Abbildungen geliefert. — — Von so genannten Ict- toiüZ (tamurerr) e Th. Snolliug (vir rlie uia oL )eccons c>r Louncers 1 769. sol.) -- — S. übri,7cns den Art. Sreinsckouei- der, Gtempelsckoneivcr. — lind da, in dem vorstehenden Artikel, nicht vom Münzwesen überhaupt, sondern nur von Schaumünzen hie Rede ist: so wür. den Scha den dir, von dem erstem überhaupt, handelnden Schriften hier an unrechter Stelle stehen. Auch finden sich Nachrichten davon in den, vorher bereits angeführten, Verzeichnissen von denselben. Schauspiel. Daß die Menschen einen starken Hang nach allen Gattungen der Schauspiele haben, ist zu bekannt, als daß es nöthig wäre, es hier zu zeigen. Mit großer Begierde und Lebhaftigkeit versammelt sich die Menge überall, wo sie etwas besonderes und außerordentliches zu sehen, oder zu hören glaubet, ob sie gleich kein anderes Interesse dabey hat, als die Neugierde zu befriedigen, oder eine Zeitlang sich in einem etwas lebhaften leidenschaftlichen Zustand zu fühlen. ES war sehr natürlich, daß die schönen Künste sich dieses natürlichen Hanges dcrMenschen bediente», ihnen künstlich veranstaltete Schauspiele zu geben. Die frommen Eiferer und die finster» Moralisten, die alle zum Zeitvertreib veranstaltete Schauspiele verwerfen, bedenken nicht, was für wichtige Gelegenheiten, dem Menschen nützlich zu ftyn, sie den schönen Künsten zu benehmen suchen. Würden sie die Sachen genauer überlegen , so würden sie finden, daß es besser sey, anstatt die Schauspiele zu hindern, auf Mittel zu denken, sie, ohne ihnen von ihrer Annehmlichkeit etwas zu benehmen, recht nützlich zu machen. Sobald die Menschen durch das gesellschaftliche Leben ihren Gesichtskreis erweitert, und ihre innere Würksamkeit vermehrt haben, wird ihnen der gedankenlose Zustand, da weder der Geist noch die Empfindung durch äußere Gegenstande gereizt und in einige Wärme gesetzt werden, unerträglich. Nur der noch Scha 25z halb wilde Mensch, der sich wenig über das Thier empor gehoben hat, kann einen solchen Zustand der Gedankenlosigkeit ertragen: stellt er sich aber bey dem schon etwas mehr gebildeten Menschen oft ein, so verlieret dieser dadurch seine Würksam- keit und die Warme desj Geistes und Herzens, die ihn eigentlich zu einem weit über die Thiere erhabenen Wc-. sen machen. Also hat der Mensch kein wichtigeres Interesse, als die beständige Unterhaltung und Verstärkung seiner inuern Würksamkcit. Dadurch wird er immer verständiger, immer empfindsamer , vermehrt die Masse seiner Vorstellungen und damit auch die Fertigkeit sie zu ordnen und Nutzen daraus zu ziehen. Was einzelcn Menschen begegnet, die, wenn sie in einem einsamen Cabinct, in Ruhe und Müßiggang erzogen worden, träg, unthätig, dumm, ungesellig werden, das würde auch einem ganzen Volke wiederfahren, das in thierischer Unthätigkeit lebte. Nun sind zu beständiger Unterhaltung der inuern Würksamkeit nur zwei) Mittel vorhanden: Geschäffte und Zeitvertreib. Zu Geschäfften wird der Mensch durch die Noch getrieben; aber wenn sie auch sonst nichts verdrießliches haben, so ermüden sie zu sehr, als daß man ihnen beständig obliegen könnte, und haben dabey den Nachtheil, daß mau sie meist einsam , oder doch in gar zu sehr eilige- schräiikterGescllschaft verrichten muß. Immer anhaltend würden sie den Menschen ungesellig machen, und außerdem noch seinen ganzen Gesichtskreis gar zu eng einschränken. Darum ist es nothwcndig, daß sie mit angenehmen Zeitvertreib abwechseln, und daß dieser die Menschen in größerer Anzahl zusammenbringe, als die Arbeit gewöhnlicher Weift verstattct. Was Was ist also natürlicher, nützlicher, wohlthätiger, als daß die, deren Beruf es ist, für das Beste der Gesellschaft zu sorgen, auch aufMittel denken, derselben angenehmen und zugleich nützlichen Zeitvertreib, der sie in größere Gesellschafren zusammenbringe, zu verschaffen? Ucber- iaßt man dieses dem Zufalle, so werden allerhand schädliche Folgen daher entstehen. Die Muße wird einige auf verderblichen Zeitvertreib führen; andere werden sich von gewinnsüchtigen Menschen entweder zu abgeschmeckten, unvernünftigen, oder zu unsittlichen Schauspielen verleiten laßen, welche die schlimmsten Folgen haben. Also gebe man einem fleißigen und arbeitsamen Volke wohl überlegte und nützliche Schauspiele. In großen Städten, wo insgemein die Anzahl der ganz, oder halb müßigen Menschen sehr beträchtlich ist, scheinen zweyerley Schauspiele nöthig: ein tägliches für eine geringere Anzahl Menschen, und ein etwas selteneres für die Menge, deren dringendere Arbeiten nur bisweilen einenRuhetagzuläßt. Einige überall eingeführte Feste und Feyercagc, öffentliche Spaziergänge und andere durch Gewohnheit eingeführte Zusammenkünfte, thun schon etwas zu gesellschaftlicher Vereinigung, und zum Zeitvertreib. Aber es ist weder hinlänglich, noch nützlich genug. Besondere Veranstaltungen, wodurch die Einwohner eines DAs veranlasset würden, in größern Gesellschaften zusammen zu kommen, und da einen wahrhaftig nützlichen, und jedem angenehmen Zeitvertreib zu genießen, scheinen allerdings der Ucbcrlegung eines Gesetzgebers würdig zu seyn. Seltsame Träumercycn! wird ohne Zweifel mancher hiebe«) denken. Man soll also in jeder Stadr und in jedem Dorfe Schauspieler unterhalten? Was für ungereimte Dmge nicht ein müßiger Kopf ausheket? Nur etwas Geduw, wir wollen die Sache ganz vernünftig überlegen. Noch ist hiev vom Schauspiel überhaupt, und nicht von Comödien die Rede. Ich kenne ein Land, wo bald jedes Dorf den Sommer über wöchentlich mehr als eine Art eines öffentlichen Schauspieles genießt, die ich selbst sehr oft mit großen! Vergnügen angesehen habe; theils die Gewohnheit, theils würk- lieh überlegte Veranstaltungen des Gesetzgebers haben mancherley Leibesübungen und Spiele eingeführt, denen ein ganzes Dorf mit Lust zusieht, und wöbet) Fröhlichkeit nicht ohne guten Anstand herrscht. Ich glaube mich nicht zu betrügen, wenn ich solchen Arten von Schauspielen einen sehr vorthcilhaften Einfluß auf die Gemüthcr zuschreibe. Auch darin nicht, daß ohne belästigenden Aufwand, und mit einiger Ucbet legung und Klugheit, solche Schauspiele all- mählig etwas mehr Form und Nutzbarkeit erhalten könnten. Also ist eben nicht alles, was von allgemein einzuführenden Schauspielen gesagt wird, bloßes Hirngespinst eines in Träumerei) versunkenen Kopses. Wenigstens nicht für die Lander, die das Glük genießen, unter einer nicht ganz brutalen Regierung zu stehen. Aber ich verirre mich zu weit ans meiner Bahn, da hier eigentlich nue von den scenischen Schauspielen die Rede seyn sollte. Indessen scheinet es doch nöthig, um das, was von dieser besonder!! Gattung zu sagen ist, einleuchtender zn machen, von der Nothwcndigkcit und der Würknng des Schauspieles überhaupt zu sprechen. Von der Nothwendigkeit ha- bcn wir gesprochen: aber die Wür- kung des Schauspieles ist noch näher zu betrachten. Es ist gewiß, daß der Mensch in keinerlei) Umstanden lebhafterer Eindrücke und Empfindungen fähig ist, als Sch « ais bey dem öffentlichen Schauspiel. Der Geist ist nicht nur da in völliger Freyheit, und durch Wcgräumung aller andern Vorstellungen bereit, jeden Eindruk, den man ihm geben wird, anzunehmen, sondern crwar- l tet dieses mir Lebhaftigkeit, und man freuet sich zum voraus darauf. Ein großer uud höchstwichtiger Vortheil, den sich bey andern Gelegenheiten, wo die Menschen aus Pflicht oder Zwang zusammenkommen, ein Redner mir großer Müh und Kunst kaum verschaffen kann. Hier ist jeder schon zum voraus auf das, was er hören und sehen wird, begierig, und zum stärksten Eindruk vorbereitet. Dann wird durch die Menge der Zuschauer, und wo dieses sich zugleich einfindet, durch eine gewisse Feierlichkeit der Sache, die Lebhaftigkeit der Erwartung, und jeder Eindruk unglaublich verstärkt. Große und feierliche Versammlungen haben dieses an sich, daß das, was nian dabey sieht und hört, in dem Verhältnis; der Menge der Zuschauer, und der Feyerlichkcit des Tages, Kraft auf die Gcmüther bekommt. Man sollte denken, daß jeder einzele Zuschauer das, was alle andre zu gleicherZeit fühlen, in sich vereinige. Nichts in der Welt ist anstekender und kräftiger würkend, als Empfindungen, die man an einer Menge Menschen auf einmal wahrnimmt. Also sind unstreitig öffentliche Schauspiele, vorzüglich aber die, die bei) feyerliehcn Gelegenheiten, und mit einiger in die Augen fallenden Veranstaltung, oder Parade gegeben werden, die vorzüglichste» Gelegenheiten, auf ein ganzes Volk die stärksten, lebhaftesten, folglich auch würk- samsten Eindrüke zu machen. Ein alltägliches Schauspiel, besonders das, was zu sichtbar das Gcpräg einer ärmlichen Privatveranstaltung hat, verlieret einen großen Thcil dieser Würknng, besonders, wenn die Scha 255 Anzahl der Zuschauer gering ist. I« Griechenland und Rom wurden anfänglich die Schauspiele blos bei) Gelegenheit feycrlichcr Festtage gegeben. Da thun sie allerdings die größte Würkung. Unsere scenischc Schauspiele, so wie sie meisienthcils sind, verlieren einen großen Theil der Würkung , die sie durch übcrlegtcre Veranstaltungen haben könnten- Wir wollen nun, ohne noch zu behaupten, daß die Sache sich würklich so verhalte, vorauosetzen, daß dem so vorbereiteten Zuschauer ein Schauspiel vorgestellt werde, das nach seinem Inhalt lehrreich und wichtig sey x das in seinem Verstand wichtige Vorstellungen, in feinem Herzen große und edle, oder doch wahrhaftig nützliche Gesinnungen und Bewegungen rege mache; daß er da Menschen handeln sehe, deren Denkungsart, Maximen, Grundsätze und Gesinnungen er sich könne zum Muster nehmen, odcrzurWarnung dienen lassen; daß er Handlungen sehe, deren einleuchtende Rcchlschaffenheit und edle Grösse sein Herz mir Liebe für die Tugend entflamme, oder auf der andern Seite abschrekende Beyspiekc von der Niedrigkeit, Abschculichkeit und den traurigen Folgen des Lasters: kann man alsdann an der großen Wichtigkeit solcher Schauspiele noch zweifeln? Keiil Verständiger wird sich getrauen, einem solchen Schauspiel die höchste Nützlichkeit abzusprechen: man wird vielmehr dem Aristoteles Beifall geben, der ihm die erste Stelle unter den Werken des Ge- schmaks anweiset. Aber noch zweifeln viele verständige Manner, daß das Schauspiel so seyn könne; oder daß dabep, wenn es auch so wäre, gewisse höchst schädliche und verderbliche Mißbräuche, die man aus Erfahrung nur allzugewiß kennt, können vermieden werden. Was hilft es, sagt man, daß man die innere Mög- 256 Sch a Möglichkeit eines wahrhaftig Nützlichen Schauspieles einsehe, nachdem man aus Erfahrung weiß, daß, bcy der Ausführung einer so nützlich scheinenden Sache, sich so viel schädliches nnd verderbliches mit einschleicht, das die Vortheile noch wcic überwiegt? Wir wollen nicht verschweigen, daß nicht ziemlich durchgchends sich würklich schwere Mißbrauche überall eingeschlichen, wo die scenischen Schauspiele gewöhnlich sind: wir wollen sogar gestehen, daß eben deshalb in manchem Orte die Schauspiele, so wie sie sind, mehr schaden, als nützen. Die verderblichen Folgen derselben sind zu bekannt, als daß es nöthig wäre, sie hier anzuzeigen. Wäre diesem Ucbel nicht abzuhelfen, oder wären die hiezu nöthigeu Mittel, ohne in anocre große Schwierigkeiten zu verfallen, nicht möglich, so wollten wir gerne die Sache aufgeben. Aber sie scheinet uns nicht ohne Rettung zu seyn. Es würde zwar eine sehr weitläuftigc Abhandlung erfo- dern, wenn wir uns über jede einzele Schwierigkeit dieser Sache einlassen, und die Mittclanzcigen sollten, sie zu übersteigen. Wir wollen also blos bei) dem Wesentlichsten stehen bleiben. Ohne Gründe und Gegengründe neben einander zu halten, und abzuwägen, begnügen wir uns, einige sehr leicht auszuführende Einrichtungen vorzuschlagen,wodurch dem größten Theil der den Schauspielen itzt anhangenden schädlichen Folgen abgeholfen würde. Leicht würden diese Einrichtungen seyn, wenn man einen ernstlichen Vorsatz bey denen, die allein öffentliche Einrichtungen zu machen berechtiget sind, voraussetzt. Dieses ist freylich ein Hauptpunkt, dessen nähere Betrachtung eigentlich nicht hiehcr gehört. Zuerst wäre nöthig, daß die Schauspiele von der gesetzgebenden Macht Scha nicht blos als Privatanstalten geduldet, oder geschützt, sondern als würklich wichtige öffentliche Einrichtungen besorgt, und durch Gesetze gehörig eingeschränkt würden. Dieser Vorschlag hat keine Schwierigkeit, weil er keinen, oder doch nicht zu achtenden Aufwand erfodcrt, als etwa ein öffentliches Gebäude zuSchauspielcn, wozu sich allemal leicht Rarh fände. Verständige und redliche Männer, die die Aufsicht, wenigstens wechfels- weise, und auf eine Zeit, ohne Belohnung dafür zu fodern, auf sich nahmen, würden sich wvl finden. Die öffentlichen Schauspiele müßten nur aufgcwisscTage eingeschränkt werden, (die täglichen Vorstellungen für die Menge reicher Müßiggänger in großen Städten lassen wir hier auch der Acht;) und vorzüglich auf Tage der Fcyer und Erholung, da ohnedem die wenigsten Einwohner Geschäffte treiben. Und ich würde es für nichts weniger, als gottlos halten, wenn selbst einige gottcsdicnst- liche Fcyertagc mit dazu genommen würden. Hiebes) zeigen sich keine Schwierigkeiten; es sey denn, daß man befürchten wollte, der Zulauf möchte zu groß feyu. Aber dieser Schwierigkeit, die nur in sehr grossen Städten vorkäme,; isi da so leicht abzuhelfen, daß wir uns dabei) nicht aufhalten. Kein Stük müßte auf die Schaubühne kommen, das nicht vorher von verständigen, redlichen und öffentlich dazu bestellten Männern, dazu für würdig, oder schiklich gehalten worden. Auch über diesen Punkt sehe ich keine Schwierigkeit, besonders, wenn diese Männer angewiesen wären,, nicht zu entscheiden, was vorgestellt, sondern was nicht vor« gestellt werden soll. Die einzige Schwierigkeit, die aber wol zu heben wäre, besieht darin, daß diesen Männern einige wahrhaftig gründ« licheMaximen der Bcurtheilung hal« Sch a her vorgeschrieben würden. Cs süßt sich doch wol, ohne ein Solon, oder Lykurgus zu styn, einsehen, was hier schädlich ist, oder nicht. Eben diese Männer müßten die Aufsicht auf die Policey des Schauspieles haben, und die Schauspieler unter ihnen, als ihrer besonder!! Obrigkeit, in Sachen, die zum Schauspiel gehören, stehen. Die Dichter, die das Glük hätten, Stüke, die die Erlaubniß der Vorstellung erhalten, gemacht zu haben, müßten, so wie es in Frankreich geschieht, nachMaaßgedung desBey- fallcs, den ihre Werke erhalten, aus den Einkünfte» der Schaubühne hinlänglich belohnet werden. An der Möglichkeit dieser Belohnung wird wol Niemand zweifeln. Die vorgeschlagenen Emrichtungen werden be- greistich machen, daß der Zulauf zum Schauspiel groß sey, daß folglich der Preis der Plätze sehr gering, und dicEinnahme dennoch hinlänglich scyn würde, Dichter und Schauspieler reichlich zu belohnen, ohne dem Zuschauer beschwerlich zu fallen. Ich halte dafür, daß diese Vorschlage allein schon hinlänglich wären, nicht nur die Schaubühne von der ihr itzt anklebenden Schädlichkeit zu reinigen, sondern sie in der That zu ganz wichtigen Anordnungen zu machen. Länder und Städte, die nicht völlig unter dem Druk der Ar- much schmachten, hätten immer noch Vermögen genug, den dazu erfoder- lichen Aufwand zu bestreiten. Aber es scheinet unnothig, sich über diesen Punkt ausführlicher einzulassen. Der allgemeine Charakter des guten Schauspieles besteht dann, daß sehenswürdige Sachen einer Menge Menschen zugleich vorgestellt werden, damit diese nicht nur einen sehr vergnügten, sondern auch zugleich in andern Absichten nützlichen Zeitvertreib dabei) genießen. Was auf der Schaubühne vorgestellt wird, muß der Viertex Theil. Sch a 2;? Menge verständlich und faßlich seyn; muß nicht blos wenige Menschen von besonder»! Stand und Lebensart, sondern das ganze Publicum intcreßiren; muß schon durch das Aeußerliche die Sinnen stark rühren, und schon dadurch interessant seyn. Was man sieht, muß hächst natürlich, aber auch lebhaft, das Auge weder verwirrend, noch ermüdend, folglich einfach und genau bestimmt seyn, damit man es schnell fasse, und der Eindruk davon nicht erst bey längcrm Nachdenken empfunden werde. Die erwähnten nothwendigen Eigenschaften muß man bey Verfer, tigung und Anordnung der Schauspiele nochwendig vor Augen haben. Man muß die versammelte Menge, für welche man arbeitet, nicht einen Augenblik aus dem Gesichte verlieren, sich beständig an ihren Platz, und in ihre ganze Lage stellen, um zu bcur- thcilen, ob alles, was vorkommt, die gehörige Würkung lhun werde. Ein Dichter, der für einsame Leser schreibt, kann vortreffliche Dinge sagen, und einen Ausdruk dazu wählen, der Höchst schiklich wäre, und beydes konnte in einem Schauspiele sehr nnschtklich seyn. So kann eine Handlung für den, der sie episch oder historisch behandeln wollte, vortrefflich, und zmnDrama sehr unschiklich seyn. Hier muß der wesentliche Theil der Handlung, auf den das meiste ankommt, nochwendig vor un- sern'Angen vorgehen, und nicht blos erzählet werden. Diese Fodcrnngcn betreffen nur das Interessante und Anlokende des Schauspieles. In sofern es nun zugleich ein den schonen Künsten würdiges und nützliches Werk seyn soll, muß es auch noch andern Foderun« gen genug rhu». Zwar muß man bey Verfertigung des Schauspieles nicht dcn unmittelbaren moralischen Nutzen, sondern jene, als die we> sentlichen Fodermigen, vorzüglich vor R « Augen 258 Sch a Augen haben. Der Schauplatz ist vornehmlich ein Ort des ledhaften Zeitvertreibes nicht eine Schule der Sitten; er nimmt diesen Charakter nur zufallig an. Aber das ist we« seurlich, daß der Zeitvertreib nicht zugleich schädlich sei). Der dramatische Dichter kann sich also dieses zur Maxime machen, daß er, um feinem Beruf gemäß zu handeln, die versammelte Menge unschädlich lebhaft zu belustigen, zugleich aber, so weit dieses mit jenem bestehen kann, nützlich zu unterhalten-habe. Hier gilt vorzüglich die Regel des Horaz: Omne tulrt puutbcuu, gar milault urlle llusci. Unschädlich wird das Drama, wenn guter Geschmak alles, was man dabei) sieht und höret, begleitet; wenn in Absicht auf die äußern Sitten, und die innere Gemüthsbeschaf- fenheit, nichts unanständiges, nichts unsittliches, nichts lasterhaftes, oder schändliches, als belustigend, angenehm, oder vortheilhaft vorgestellt wird; wenn das, was den Zuschauer hauptsächlich ergötzt, das, an dessen Vorstellung er das größte Wolgcfal- len hat, weder unsittlich, noch auf irgend eine Weise schädlich ist. Es gehört viel Verstand, Kennt- niß des Menschen, und große Erfahrung dazu, diesen Foderungcn genug zu thnn. Denn viel Dinge, die sehr interessant und unterhaltend sind, scheinen oft unschädlich, und können es doch durch ganz natürliche Folgen werden. So ist es nicht nur an sich gar nicht schädlich, sondern für viele Gemüther nützlich, durch Mitleiden gerührt zu werden. Man intcreßirt sich mit ungemeiner Rührung für die leidende Tugend, nimmt herzlichen Llnthcii an dem Unglük, oder widrigen Schiksal unschuldiger Menschen. Wir sehen daher, daß die zärtlich rührenden Schauspiele durchgehends großen Beyfall finden. Aber es gehört wahrhaftig Vorsichtigkeit dazu, Scha wen» sie nicht vielen schädlich werden sollen. Ein einziger besonderer Fall wird die Wichtigkeit dieser Anmerkung bestätigen. Gute, aber dabey etwas schwache Gcmüthcr finden die größte Wollust an zärtlichem Mitleiden; und man hat zu befürch. ten, daß junge Personen von solchem Gcmüthc, durch rührend traurige Sccnen, nicht nur von Vergebungen und Uebkreüuilgcn, dadurch sie veranlasset worden, nicht abgeschrekt, sondern sogar dazu verleitet werden. Ich könnte mehr als ein Beysp.el anführen, da schwache Menschen durch einen vermcyntlich erbaulichen, und daher bcneidungswürdigcn Tod Hingerichteter Missethater verleitet worden, sich einen solchen auch zuzuziehen. Auch hat man Veyspiele, daß offenbare und verabfcheuungswürdlge Laster blos ans Unvorsichtigkeit auf der Schaubühne etwas so lustiges angenommen haben, daßunbedachtsame Menschen nicht nur keinen Abscheu, sondern garRcizung, oder Anloknng dafür gefühlt haben. Hievon hat man ein merkwürdiges Beyspicl an der berühmten comischen Oper, die unter dem Namen che UeAgsrs Opera bekannt ist; darin die Lebensart und der Charakter des liederlichsten Rau- bcrgesindels auf eine sehr comische Art geschildert wird- Mall will in London, wodasStük seit vielen Iahren oft auf die Schaubühne kommt, zuverläßig erfahren haben, daß dadurch viele zu dieser verworfenen Lebensart verleitet- worden. Deswegen ist es voriges Jahr in ernstliche Uebericgung gekommen, dieses Lieb» lingsstük der Einwohner in London durch ein Gesetz von der Schaubühne zu verbannen. Daran hat der Verfasser des Stüks, der ganz andere Absichren dabey hatte, wol nicht gedacht. So - sind nach meinem Vedünken alle listige, und mit Genie ausgedachte Scha S cha Ssy dachte und ausgeführte Betrugereyen Cs wäre darum nützlich, diese Gat. der Bedienten, die so häufig in Co- tungenvon einander zu unterscheiden» mädien vorkommen, auf ahnliche damit die Dichter allemal bey ihrer Weise für den zuschauenden Pobel Arbeit den Charakter der Gattung» schädlich, wenn gleich der Dichter die sie behandeln, vor Augen haben die Vorsichtigkeit braucht, sie zuletzt kännten, um nicht blos aufs unbe- zu beschämen. Dieses beweiset nun stinnnte z» arbeiten. Uebcrhaupt hinlänglich, daß man große Vorsich. würde das Wesentliche der ersten tigkeit anwenden müsse, auch das Gattung darin bestehen, daß sie unmittelbar schädliche zu vermeiden. terhaltend; der zweytcn, daß sie lehr- Aber es ist Zeit, daß wir diesen zusammengesetzt sind-'-), können in Punkt verlassen, und nun auch die diese Classe gerechnet werden. Auch verschiedenen Gattuugen des Schau- die meisten Opern nach der gcwohn- spielcs betrachten. Man konnte liehen Art gehören hiehcr. Denn im drcycrley Gattungen desselben besiim- Grunde sind sie nichts anders, alS mcn. Die erste würde die blos de- schwach, auch oft gewaltsam an ein- lustigendcn und unterhaltenden ander gehängte Scenen, die zum an« Schauspiele begreifen, wobey man genehmen Gesang, zu unterhaltenden gar keine andere Absicht hätte, als Aufzügen, zu schonen theatralischen den guten Zeitvertreib; die zweigte Mahlcreyen sollten Gelegenheit geGattung konnte aus solchen bestehen, den. Dabei) kann man, ohne sich an die zwar den äußern Schem der blos- die strengen Vorschriften, die wir für senErgotzlichkeit hatten, in. dcr That cme höhere Art der Oper gegeben ha« aber auf Unterricht und Bildung der den zu binden , wenn es auch Gemüther abzielten. Die dritte Gat- nicht auf die natürlichste Weise zu- tung endlich würde aus solchen be- sammenhängt, alle schone Künste stehen, die ein besonderes National, zugleich in diesem Schauspiel zum zu cntdcken sind, daß ich cs fürüber- fiüßig halte, mich hierüber näher einzulassen. Es scheinet auch, daß Stüke, die diesen Dortheil haben, zu unser» Zeiten immer gemeiner werden, als sie ehedem gewesen sind, da man die bloße Belustigung, oderblos überhaupt leidenschaftliche Erschütterung der Gemüther zum einzigen Au- gcnmerk hatte. alle Comodien und Tragödien, die keine Haupthandlung zum Grunde haben, sondern gleichsam aus einzeln schwach zusammenhangenden Scenen intcresse zum Grunde hätten, und nur bey besondern Feyerüchkeiten aus einen wichtige» ihnen gemäßen Zwek abzielten. *) S. Secne. ") S. Oper. R - Bergnü- s6o Scha Vergnügen der Zuschauer jusammen- rufen. Es wäre leicht noch eine weit grössere Maiinichfaltigkeit dieser Gattung des Schauspieles einzuführen. Da es blos, einen ergötzenden Zeitvertreib zum Gruudc hat, so ist es gar nicht nothwendig, daß man sich auf sittliche, oder leidenschaftliche Handlun- gen der Menschen dabei) einschränke. Lebensart undEcbrauche frcmdcrNa- tionen, seltsame und wunderbare Begebenheiten, besonders von der Art, wie den Seefahrern bisweilenbegeg- neu, wären ein sehr reicher Stoff dazu, und man hatte dabey Gelegenheit, uns nicht nur die Sitten und Lebensart fremder Völker, sondern auch die sonderbarsten Sccnen der Natur in Ländern, die unter einem von dem unsrigen ganz verschicdncn Himmel ssinch liegen, vorzustellen. In großen Städten, wo das Schauspiel ein alltäglicher Zeitvertreib ist, würde diese weitere Ausdehnung des Stoffes den Dichtern die Erfindung neuer Stüke sehr erleichtern. Zu der zweytcn Gattung rechnen wir von den bekannten Schauspielen diejenigen, die sittlichen Unterricht undBildung der Gemüther zurHaupt- absichthaben! die so eingerichtet sind, daß der ganze Plan auf einen einzigen bestimmten Punkt eines allgemein sittlichen Unterrichts, oder einer bestimmten allgemeinen leidenschaftlichen Rührung, abzielet. Diese müssen so beschaffen scyn, daß unter beständiger angenehmen Unterhaltung des Zuschauers, alles auf den bcson- dern Zwek, den Zuschauer über einen wichtigenPunkt zu unterrichten, oder zu rühren, abzielet. In diese Classic gehören demnach die gewöhnlichen dramatischen Stüke, die Comödien und Tragödien. Weil ihr Zwck schon weit genauer bestimmt ist, als in der ersten Gattung: so ist auch die Erfindung und Wahl des Stoffes und dw Behandlung desselben, hier S ch a schon mehrern Schwierigkeiten unterworfen. Es gehöret schon viel dazu, eine Handlung auszudenken, oder anzuordnen, darin alles «inzcle auf den besondern Zwek des Dichters abzielet. Seiner Natur nach ist also diese Gattung des Schauspieles schon seltener, als die vorhergehende. Es wäre aber auch nicht rathsam, daß dergleichen Schauspiele täglich aufgeführt wü >i. Ein wichtiges Drama von dieser Gattung muß den, der es gesehen hat, lange beschaffti- gen, und mancherlei) Vorstellungen in ihm erweken, zu deren völliger Entwiklung und Festsetzung in dem Gemüthc Zeit crsodcrr wird. Darum ist es besser, daß es nur selten, als daß alle Tage ein neues vorgestellt werde. Da sie indessen nur auf allgemeinen Unterricht und auf Erwc- kung allgemein menschlicher Empfindungen abzielen, so ist nicht nothwendig, daß der Inhalt blos national sey. Es gicbt Stüke, die in England und Frankreich ebenso gute Würkung thun, als in Deutschland, und wo es überhaupt gleichgültig ist, aus welchem Land und aus welcher Zeit der Stoff genommen sey, wenn er nur die Menschheit überhaupt intereßirt. Hingegen können auch ganz bestimmte nationale Stüke aus fremden Ländern hier nichts helfen. Ganz französische, oder ganz engli. seheSitten würden »nter uns für diese Gattung nichts taugen. Ein Stük I von dieser Art könnte in Deutschland nur unter die Schauspiele der ersten Gattung gerechnet werden. Von der dritten Gattung haben wir wenige Bcyspiclc. Inhalt und Ausführung müßten die Absicht der Feyerlichkeit des Tages unterstützen und befördern helfen. Jeder Staat hat seine öffentliche politische Feste, zu deren Feycr die Gemürhcr sich von selbst etwas erwärmen, und wobcy dieMnschen insgemein in mehr, als gewöhn- S ch a S ch a s6i gewöhnliche Empfindsamkeit gera- selten einfallen, sie mit dem Fest then. Wenn nun bcy solchen Gele- übereinstimmend zu machen. Man genheiten noch ein öffentliches Schau- hat bisweilen' gesehen, daß ein öffent» spiel hinzu käme, das besonders ein- liches Fest, das bcy Gelegenheit der gerichtet wäre, den besondern Ein- Vermählung des Erben einesgroßen druk, den die Feyerlichkeit auf die Reiches gegeben ward, durch die Vor« Eemüther zu machen hat, zu unter- stcllung des Tartüffe von Moliere, stützen: so konnte man ohne Zweifel oder eines Schauspieles dieser Art be- ungemein viel damit ausrichten, schloffen worden. Wie abgcschmakt Man stelle sich z. B. nur vor, daß in eine solche Verbindung von unbedcu- einem freyen Staat jahrlich ein Fest tenden Lustbarkeiten sey, darf nicht zur Feyer der Evoche seiner Freyhcit erinnert werden, gefcyert, und mit einem Schauspiel Es scheinet überhaupt, daß die beschlossen würde, das besonders da- Gesetzgeber der altern Welt weit zu eingerichtet wäre, die Empfin- besser, als es in neuern Zeiten gedungen der Freyhcit lebhaft zu per- schieht, eingesehen haben, was für starken: so wird man leichte bcgrei- einen Einfluß öffentliche Feste auf die fcn, was für große Würkung ein Gemüthcr haben. Denn wir finden, solches Schauspiel auf die Gemüther daß ihre Feste beynahe in jedem ein- habcn müßte. zeln Umstände bedeutend und im Hiczu ist nun schlechterdings ein Ganzen sehr genau darauf eingcrich- Natioiialstoff nothwcndig, und da tct gewesen, die Bürger des Staa- wäre es ungereimt, einen fremden tes in den Gesinnungen der öffcntli» Inhalt zu Wahlen. Man stelle, sagt chen Tugenden zu unterhalten. Rousseau*), in Lern, Zürich, oder SchauspielediescrGattungwürden im Haag die ehemalige Tyranney des allerdings auch in ihrer Erfindung österreichischen Hauses vor. — Aber und Ausführung mehr erfodern, als des Corneille Trauerspiele schiken die vorhergehenden, und vielleicht sich zu Nationalfesten nicht, und wären nur wenige große Köpfe fa- Pompejus oder Scrtorius gehen ei- hig, solche zu entwerfen und auvzu« ncn pari fischen oder berlinischen Bür- führen. Da sie aber auch nur selten ger nichts an. Selbst der National- vorkommen, und da ein glüklich cr- sioff müßte für jede Feyerlichkeit be- fundenes Schauspiel auch bey der sonders gewählt werden, und eine Wiederkehr des großen Festes, wofür genaue Beziehung auf den besondern es gemacht worden, wieder gebraucht Zwek derselben haben. Alsdenn wür- werden könnte, so dürfte man um so de diese Gattung des Schauspieles weniger besorgen, daß es daran man- das vornehmste und sicherste Mittel geln würde, wenn die, die etwas darin scyn, auf öffentliche Tugend abzielen- zu leisten imStande sind, nur hinläng- de Gesinnungen und Empfindungen liehe Aufmunterung dazu hätten. ^ einzupflanzen und auf das lebhafteste So viel sey überhaupt von der nützfühlbar zu machen. Dieser höchst lichen Anwendung des Schauspieles schatzbare Vortheil, den man aus und von der klugen Nutzung des allen dem Schauspiel ziehen könnte, wird Menschen natürlichen Hanges nach dnrchgehends versäumet. Selbst an demselben gesagt, den Orten, wo würklich bey gewissen Es wäre ein nützliches Unterneh» großen Feyerlichkciten Schauspiele men, wenn sich jemand die Mühe aufgeführt werden, läßt man sich geben wollte, alles, was man von den verschiedenen Schauspielen aller 5) S. neue Hclvise ll Th. 7 Vr. und neuer Völker weiß, zu sammeln. R z Man s6s Scha Man kannte manches daraus lernen» und vielleicht würde dieses Gelegenheit zu Erfindung neuer Gattungen Aebcn. Aber da überhaupt das meiste, was wir hier angemerkt haben, mehr in die Elaste angenehmer patriotischer Traume, als würklich auszu. führender Vorschlage gehöret: so wollen wir uns auch nicht langer hierbei) aufhalten, sondern diesen Artikel mit der Betrachtung eines alten Grammatikers über gewisse Arten des Schauspieles beschließen, deren Erwägung wir denen, die unter uns stch mit Bearbeitung der Schauspiele abgeben, bestens empfehlen. Donat macht über die Spiele, die Aeneas seinem verstorbenen Vater zu Ehren anstellt, folgende Betrachtung*): Non cciicuntur blimi, gui solis in- stoucstis et sclultoris pwcent; per ilios euim öiscstur, guemallmollurn ülicita staut, aut lsbka uolcantur. iblon eüicuutur laltstiones lluxse, !n czuibus saltator ilie esi melior, «zui perllitorum julstciomemclorunc >irilium robur in saitstionem verteilt. dlon elllcitur snnis kntura te- ineritas, cujus auz-astnm iter, Sc penllulum in perieuium msZis.gUinn falutis securltatem cievexum est. Omittit Naee vir fertig et e^rezstns, nillil eumjuvst illerum, guas feirls ilils exllideri, gnibus postunt pla- «ere cum staut. Schauspieler; Schauspielkunst. Es ist dem äußersten Verderben und der höchst verächtlichen Gestalt zuzuschreiben, worein das Schauspiel unter den Cäsarn iu Rom gefallen war, »md dem höchst pöbelhaften und elenden Charakter, den es in jenen Zeiten der Unwissenheit und des schlechten Geschmaks, aus denen sich Europa noch nicht überall losgcwikclt, H S> Oco. in Virx. ^en. I..V. 64. S ch a angenommen hatte, daß noch itzt viele Bedenken tragen, dem Schauspieler und seiner Kunst den ehrenhaften Rang, der ihnen gebührt, zn geben.' Und doch darfer, sowoi wegen der ihm nöthigen Talente, als wegen des nützlichen Gebrauchs, den er davon machen kann, so gut, als irgend ein andrer Künstler ayf die Hochachtung seiner Mitbürger Anspruch machen. In den älternZcitcn der athenien- sischen und römischen Republiken waren die dramatischen Dichter auch zugleich Schauspieler, und Sophokles genoß die Ehre, eines der Haupter des Staates zu scyn. Obgleich nun gegenwärtig die dramatischen Schauspiele noch nicht wieder zu ihrer ehemaligen Würde gelanget sind, so haben sie sich doch meistcmheils itzt weit genug über die ehemaligen Possenspiele empor gehoben, um den Schauspielern ihre völlige Küustlerehre wieder zu geben. Daß es hier und da noch schlcchtcSchauspicle, undSchau« spieler von verächtlicher Lebensart gicbt, muß dem ganzen Stande so wenig zugerechnet werden, als man es dem Stand dcrDichter undMah- lcr zuschreibet, daß unzüchtige Gedichte oder höchst unanständige Ge- mahlde gemacht werden, und daß man unter Dichtern und Mahlcru Menschen von niedriger Lebensart antrifft. In Ansehung der Talente also kann der gute Schauspieler sowol, als ein andrer Künstler Anspruch auf allgemeine Hochachtung machen. Plaro fodcrt nicht nur von dem Dichter, sondern auch von dem Rhapsodisten, folglich dem Schauspieler, daß cc bisweilen durch ein göttliches Feucr ergriffen, in voller Begeisterung scyn müsse *). In der That scheinet ein mittelmaßiger Dichter, den Hora; für H In gone. S ch a für unerträglich halt, noch erträglicher, als ein mittelmäßiger Schauspieler, auf den man genau anwenden kann, was Quiimlian vom Red- uer sagt: „Wenn er nicht rührt, so wird er abgeschmakt. Denn die Miene, die Stimme und das ganze Ansehen eines in Affekt gesetzten Beklagten, werden denen, die dadurch nicht würklich gerührt worden, zum Eespötte. Hier ist keine Mittelstraße, entweder weinet man mit ihm, oder man lacht ihn aus *)-" Der bekannte Ausspruch des Demo- fihencs über die vorzügliche Wichtigkeit der Action, oder des mündlichen Vortrages in der Beredsamkeit, ist ein vortheilhaftes Zeuguiß für den Schauspieler; denn das, was bey ihm nur einen Theil der Kunst ausmacht, ist nach jenem Ausspruche bey dem Redner das Vornehmste. Deswegen hat auch Cicero sich angelegen scyn lassen, voll dem Schauspieler Rostiu-z in diesem wichtigen Theile der Kunst zu lernen. Man kann es demnach für eine ausgemachte Wahrheit halten, daß der Schauspieler so große Talente, als irgend ein Künstler, nothig habe. Worin diese bestehen, und was für erworbene Fähigkeiten er noch darüber besitzen müsse, um ein Meister seiner Kunst zu styn, hat Niemand besser entwikelt, als der Verfasser des Werks, das vor einigen Jahren in London unter demTitcl: ocr Schauspieler, herausgekommen ist s), dessen fleißiges Lesen wir jedem Schauspieler auf das nachdrüklichste empfehlen. Der Schauspieler muß so gut, als der Dichter oder ein anderer Künstler, zu seinem Beruf gebohren styn, >l!im et vullus er vc>x er ills cxcirsri rei kscie! tuclikiio elism plerumgue tunk tiominibus , quc« ncm permove» runr. kchec ilk» re5 mesium, s-ä »ur I-icb mererur »ui riluu». (Zuinr. Inlt, v Vl c i. f) /VÄor. I.onäoa >7x0 z, Scha 26z und kann, wo die Natur nicht das Beste an ihm gcthan hat,, so wenig als ein andrer durch Regeln gebildet werden. Aber er wird, wie jeder Künstler, nur durch Uebung vollkommen. Vey dieser Kunst kommt es zwar hauptsachlich nur auf zwey Hauptpunkte an: auf den mündlichen Vortrag, und auf die Sprache der Ge- behrden; aber jeder hat erstaunliche Schwierigkeiten. Die erste Sorge wendet also der Schauspieler aufdcn Vortrag der Roken, die er übernimmt; weil dieser zum wenigsten eben so viel zur Würkung eines Drama beytragt, als die Worte selbst. Dieses allein aber erfodert cine ausnehmende Urtheikskraft, weil es ohne diese unmöglich ist, sich so vollkomme», als hier nothig ist, in dicGedanken und Empfindungen eines andern zu fetzen, und scinenWortcn allenNachdruk.und jeden Ton zu geben, den sie in seinem Munde haben würden. Man muß so zu sagen in die Seelen andrer Menschen hineinschauen können. Und doch ist dieses nur erst ein vorläufiger Punkt zum wahren Vortrag. Denn der Schauspicker muß das, was er in Absicht auf die Richtigkeit des Tones und des NachdrukS fühlet,! auch würklich durch die Stimme leisten können. Daß hiezu erstaunlich viel gehöre, kann man schon daraus abnehmen, was uns Cicero, ein guter Kenner dieses Theils der Kunst, von den Uebungcn der Schauspieler sagt'). Noch mehr Schwierigkeit hat der andere Punkt. Zum mündlichen Vortrag sind Worte vorgeschrieben, denen man nur ihren wahren, demCha- R 4 ' rakter Lk snno» eomplurcs fcöenres ikecl». mirsni er riuoriUie »ncegu/m pronun- cienr vocem cud-nres scnkim exciranc, e»n6em »cuiillimo tono sci zrsvilltmum reci» piun^ ci r;uss> glloUiMlnocto colligual. v- ve»r. l.. I. 264 S ch a raktcr der Person und den Umständen angemessenen Ton zu geben hat. Aber jeder Mensch hat auch da, wo cr so spricht wie ein andrer, seine eigene Gebehrden, nimmt eine besondere Miene, Stellung und Bewegung an. Hier ist eö also nicht genug, daß der Schauspieler alles dieses mit den Worten übereinstimmend mache, es muß mit dem ganzen Charakter der Person übereinstimmen, der baldgroß und edel, bald vornehm, aber dabcy niederträchtig; bald gemein, aber höchst ehrlich u. s s ist. Ich gestehe es, daß ich von den Talenten der Künstler reines mehr bewundere, als dieses, sein ganzes äußerliches Betragen nach jedem Charakter völlig fchiklich abzuändern. Was für ein genauer Beobachtungsgeist, was für große Erfahrung und Kenntniß der Menschen, was für eine erstaunliche Bcugsamkeit des Geistes und desKor- pers w-rd nicht hiezu crfodert? Von den Regeln, die die Meister dieser Kunst vorschreiben, nicht um den wahren Charakter zu treffen, denn dieses kamt man nicht durch Regeln lernen, sondern einen gewissen theatralischen Anstand zu beobachten, und nichts zu übertreiben, halten wir nicht viel. Wir glauben vielmehr bty den meisten sranzosi. scheu Schauspielern, die auch am steißigsten nach diesen Regeln gebildet worden, eine nicht gute Wür- kung derselben beobachtet zu haben. Man merkt es nur gar zu oft, daß ein Arm gerade nur so Zweit und so hoch ausgestrekt ist, als die Regel es vorschreibt, und daß die Stellung der Füße und der Gang selbst wehr den Tanzer, als die ungezwungene Natur vcrrathen. Zwischen den gefälligsten und schönsten Manieren eines in der großen Welt vollkommen gebildeten Menschen, und des besten Tänzers ist immer ein erstaunlicher Unterschied, obgleich jener auch zum Theil von dem Tänzer ge- S ch a bildet worden. Gar viel Schauspieler haben noch etwas von dem Gepräge der Schule, wo sie die Kunst gelernt haben, an sich, so wie man gar oft an einem neuen Kleide noch cimge Spuren des Schncioers cnt- dekt, Dieses ist für den feinern Gc- schmak immer anstoßig. Eben so unnatürlich ist auch bey den meisten französischen tragischen Schauspielern der mündliche Vor- trag; sie sprechen nicht, sondern sie declamiren, und nichts ist bey ihnen seltener, als eine natürliche Sprache. Mau hat Ursache unsre deutsche Schauspieler zu warnen, daß sie sich durch den großen Ruf, den sich ein Ä,o Ram erworben, nicht ver- leiten lassen, ihren Vortrag nachzuahmen *). Wie Riccoboni habe behaupten können, der Schauspieler müsse sich hüten, sich zu sehr in die Emps.n- duug seiner Role hineinzusehen, aus Furcht, die Regeln darüber zu vergessen, verstehe ich nicht. Vielmehr habe ich geglaubt, daß der griechische Schauspieler Polus das wahre Mittel getroffen habe, seine Zuschauer zu rühren. Er hatte die Role der Elektra vorzustellen, die ihren vcr- meyntlich gestorbenen Bruder bc- wcuit, indem sie seine Asche in einer Urne trägt. Der Schauspieler hatte einen gelicbtew Sohn verlohrcn, und um sich in wahrhafte Traurigkeit zu versetzen, ließ er in bemeldtcr Scene die Urne, darin seines Sohnes Gedeihe lagen, sich bringen. Daß ihm dieses -») In der /cnnei Ifftiermre des Hrn. Freren vom Jahr^l7/6. r>. -z. steht auf der 177 »- b Seiten ein Brief über die iht (in Paris) übliche Art die Tragödie zu spielen, darin das Unnatürliche des gewöhnlichen Vortrages sehr - richtig angczcigct und sehr ernstlich gc- rügetwird. Ich wünsche, daß jemand sich die Mühe gebe, diesen vortrefflichen Brief zu übersehen, damit unsre Schauspieler die darin enthaltenen Lehren beherzigen können. Scha Scha 26;- dieses vortrefflich geholfen, versichert uns ein alter Schriftsteller^). Je mehr also der Schauspieler von dein wabren Gefühl seiner Role in sich cr- wekcn kann, Je sicherer wird er sie auch ausdenken, und Zuschauer, neu eS um würkliche Rührung zu thun ist, werden eS ihm sehr gerne vergeben, wenn der Schmerz oder die Freude ihn verleiten, die Arme hoher auSzustrckcn, oder die Füße weiter auseinander zu setzen, als der Tanjincister es vorschreibt. Von der Schauspielkunst handeln theoretisch, in italienischer Sprache: Angel. Ingegneri sUella poeii» rappre» lenrarivs, e rse/ ?e/oako e/i /c /rruo/cbcrr. 1598. 4. Veu. i ?jg. z.) — Lr. Leontino Vi Siracusa (Vracrarv prarico stell' lifo «Ii rspprcfenrare fopra il Voarro gual- tivoJia Drama , bei) s. pvostaro, Vra- gest. Laers Pastorale, Palcrm. 1656. 12. Ist indessen mehr historisch.) — Luigi Riccoboni ( Dell' arie rappre- tenrariva, (stapiroli tei, l .vnstr. 172g. — In dem, vor dem -uen TH. der Liblioceca rearraie dcö Dt. Diodati bc- ssndliche» Sagaio fopra ta pocssa stra- marica, sind, unter andern, auch nützliche und richtige Bemerkungen über die verschiedenen Arten der Oeelamation enthalten. — Gianr. Manfredi (l, Ar- rore in Seena, Ver. 1764. 8. ) -»» Dluadrio, in s. Srur. ella-r. stuAnipoc- lia, Vol. lll. S. 220 führt eine Arle rapprelenr. von Andr. Perucci an, wel- chc ich nicht mlhcr nachzuweisen weiß. — — In spanischer Sprache: Juan Am. Sonsalez Oe Salaa (Viage cu- rrerenisto . . . blast. 158z. z.) In französischer Sprache: Louis Ric- ") kyluz luzubli kabitu Mechacmstutus urnam c stpulckro rulir stlii er czuast Oecilis »mplcxus, opplevir oirmia non fmiutaciü nerzue imiramenns, lest luüu arque lamenri, ve.iz. A Lall. >1vÄ. Ainc. I.. VII. c. 5. codoni (pcnfees für la Oeclamarion, bcp s. llestex. bistor. er crir. für lez stiifercns Vkearres ste IVurope, ?ar. >7Z8- Amst. 1740,12.)— ?!emond> ve St. Albin (De Lomestien, ?ar. 1747. 8. 1749. 8- Ein Auszug daraus in G. E. Hessings Theatr. Vibl. St. >. S. 20?. Beel. >754.8-und gstnzlich übersetzt »on He». Bcrtucb, Altcnb. :77a. 8.) — Frc. Riccoboni sl, Arr stu Vbea- rre, l'ar. 1750. 8-)'—' Ell. Villaret (Loniistcrarions für l'Arc stu Vbeacre» l'ar. 1758. 8. — Lila! sur la stecta- macion rbearrale, ein Gedicht von Hrn. Dorat, s. den .Artikel Lehrgedicht, S. l?5 a. — Larrile, ou les AdstcuiZ Anglolz, ouvrsAe conrenanr stcs ob- fervarions lue I arr strsmarigue, für l arr ste la reprelenracion, er legen stea Aölcurs . . .l'ar. 1769. 12. Der Verfasser» der Schauspieler Sticoli, gab daS Werk für eine Uebcrs. aus dem Engl, aus, welches eS nicht, sondern nur aus dem Werke des St. Albinc gezogen ist. Deutsch erschien eS Kvppcnh. >771. g. -» D'-Hannetaire (vbtervariuns für I'Arr stu Lomestien er für st'aurrca ob^ers concernanr cerrc profetsson en General .. . l 'ar. 1774. 12. (2te Aufl.) ErößtentheilS aus den Werken des Ric- coboni und St. Albine gezogen. Ein Auszug daraus findet sich in dem Taschenbuch für die Bühne v. I. >775.) — St. Audi» ( f.a retmrne stez Vbearrcz, ou. vues st un Amateur für le mo^en st a» voir rou^ours stez ALleurz ü ralens ... er ste prcvenir lez abus stez rrou- pez ambulantes . . . l'ar. 1787. 8 ) — Frainerp (ve l'orgsnifarion stez Speftacles ste i'aris, ou lissai für ieur forme sdlueile, lur les mo^cirs ste fsmeliorcr par rapporr au public er aux suceur5 . , . 1790,8. Der Verf. glaubt, daß, unter ander», nur Con- curccuz dib Schauss'ielcr antreiben könne, alle ihre Krflftc auszubictcn.) In englischer Sprache: Aar. «Hill (Vbs prompter, ein periodisches Blatt, in den 1. 1709.1710. als in welchen er Vorsteher einer cnglichcn Bühne war.. Arr R 5 «c 266 S ch a S ch a «k söling, ein Gedicht von cbend. 1746. 8. und in dem 4M1 Bande seiner Werke ,754. 8. 4Bde.) — Ungen. KM)? vn Pöting 1744 8. — Ungen. (Tbe ^kstvr, vr »"Trc»tiie on tke ^rc ok xlsying, 175s. 12. 1755. l».) — Aschering ( ldoilex. on rhe»rr!c»l ex- xrcliivn in T'r»ßesty, 1755. 8. ) ^ Jos. plttarö ( Odlcrvsrions on G»r» rilez /ltiing 175z. 8 ) --- I. iVilkes (In s. General View vk lke 8r»ge, ^.vnst. 1759. 8- Handell der -tc Tb. S. 8> - >7Z- von der Schauspielkunst.) — G. S. Tarcy ((.cäiures VN dlimicry, 1776. 12.)—> Ungen. 8vms sstvivc ro rkesrrieal Managers 1789.4- lieber die Einrichtung derSchauspielergesellschSf- tcn. — Th. U?orris (On rke poeri- «»l vlocurion vt rkc 1'keacre, »nst rbe manner vt'»kling ?r»gesty, in s. ?sti(cell. 1791. 8.) — — In veut- schcr Sprache: I. LI?, v. Loen (Oer ;te Abschn. des gten Th. s. Gesammelten kl. Schlitten, Frst. 1752. 8. handelt von der Schauspielkunst.) — F. /Lowe» 78S ->79°. 8. ».Th. enthalten mehrere, in die Theorie einschlagende, gute Winke.)— Sluch kann dem Schauspieler noch der „Versuch, ei- ncc zahlreichen Folge letdcnschastl. Entwürfe für . . . Kunst - und Schauspiel- freunde ... von I. F. v. Götz, Augsb. 178;. 4. mit 160 K. nützlich scpn. — Bon der Geschichte Vec Schauspielkunst, und zwar, bcp den alten Völkern, als von ihrer theatralischen LUuslk: Giovb.Doni (Dl->rr»ro stell» dlulie» Lcenie» , im aten Bde. s. von Gori und Passer!, unter dem Titel l.yr» L»rl>»r!n» . . . I?ir. I74Z- >76;. t. - Bd. herausgegebenen Werke. Die Ab, Handlung besteht aus folgenden Vorlesungen: (che^ion!) 8e le s^ioni str»m». lictie l> 1 »ppreiLnr»v»no in rutto v!n parcez stel mvsto renuro st»gli/Znrielii nel r»pprelenc»re le TLragestic e Lv- mestic; sopi» I» rlwplvsti»: lopr» il dlimo snciclio; lopr» I» dlulic» kce. nie»; stile. stell» Kirmopoei» ste'vcrtl Isrin!, e stell» dlelosti» ste'Lvri rrs» gicku i Lr»mm. sti un Dr»rr»rv stell» d/lulic» stegl! k^ncicki, c stelle dl», cbine (eenicbe st» un >Znoni»iv.) --- In ^.. Trusiua Dives ot' rlie I(vm»n poers findet sich, vor dem beben des Genera (Bd. 2. S. 207. d. Ii.) eine kritisch, histor. Abhandl. von dem Drama der Alten , wovon der ztc Abschn. von einigen dasselbe betreffende» Stücken, als dem Kothurn, Soceus, u. d.M. und der 4te von der dramat. Musik der Alten handelt. — Der 9tc Abschnitt S. >;» in der, dem iten Bde. von (LH. Burneys Qene^l biliar/ nk dluiic, l.. >774- 4- vorgc, setzten t)islerr»r. on rlie dlulic »5 ctic ^ncienrs, handelt von der dramatischen Musik der Alten. — Im gtcn Bde. der Oeuvr. ste dlr. I.» bk»ipe. ?. 1779 8- 6 Bde. findet sich ein Aussatz lieber die thcateal. Musik der Alten. — lieber den theatralischen Tan;, vcn Anzug vcc Schauspieler u. d. m. Pollux (In s. Onvmalt. h ineelt das i ztc-iytc Kap. S cha Scha >6? Kep. des 4ten Buches, ve Lalcatorsec Lolrarionei äe speciekus salcarionis; äe ckoro, ckurazo ec caiidus; äs ckoricis carminidus: äs hislrionibus er kiiirionica; äe kistcion. appsraru i äs lskearro ec pcrlonis.) — S. übrigens den Art. Kaller. — — lieber die Art der Vorstellung ihrer dramatischen Stürbe überhaupt: Eine Abhandlung in den Kien,, äs Drevoux, )anv. 1709. S. -8. — I. V. Dubos (Oer zie Bd. der neuesten Ausgaben s. ldc- siexions cric. sur la pveste er la kein- iure. ?nr. 1719. IT. Nur-Bd. >75 5. 4. z Bd. Oresä. >760. 8- - Bd. Deutsch, in G. E. Hessings Thcatr. Bibl. St. z. Beel. 1775. 8. und im aten Bd. der Marpurgschen histor. kcit. Bepträge zur Ausnahme der Musik.) — Rene Vatr/ (iZilserrar.surlarecirarion äes Brazeä. snc. in den, Ilten Bd. der Kicm. äs !'/icaä. äes lnkcr.) — Ch. Burlos (Klem. lur lNrr äe parrazer I adlion rkcarraie, er sur celui äe nvrer laäe- clamacion, zu'on prercnä avoir ere en usaze che? les Ikomainz, ebcnd. im zoten Bd.)— L.ouis Racine (De la äeciamnkivn rkearrale äes ans. ebend. und auch das >Tte Kap. S. ;z6. seines Braice äe la puelie äeamacizus, welcher den zten Bd. seiner Armarzueskur les Draz. äe )ean liacine, par. 1752. i T. z Bd. ausmacht.) — Guil.H/ac. Bouzeanc (llilkecrar. sur la recirar. eu le ckanr äes anc. I'razeä. äes Lrccs ec äes idom. in den däem. äe l'revoux, d'cvr. 17 z ;. S. 248.) —' — Von den Larven oder Masken: Agosr. Mariscotli (De perlonis ec Darvis, earumzue spuä Vierer, uiu er origine, Lzniagmaricon, INI Aken Bd. S. 1097. des Graevischen Thesaurus.) — Aoinöin (8lir les Klaszues er Ics ka» bics äe Dticarie äes ^ncicns, in dem 5ten Bd. der lvlem. äe I'.Zcaä. äes In- icripc.) — Chr. H. Vcrger (Dom- inenrario äe perkonis, vulzo Darvis, s. inzsckcris, prctr. 172z. 4.) — Frc. di Ficoroni (De klasckere sce. »icke e ls li^ure cvmieke ä snricsii llomsni, kom. 17 Z 6. 174 F. 4. kat. ebcnd. >?;-> und 1756. 4.) — --- Von der Geschichte der Schauspielkunst, und der Schauspieler der Neuern: Das zote, zite und zate Kap. des löissy on rbe pcetenc Kare es rke Vkearre, in prance, DnZIanä anä Iral^ .... Donä. 1760. z. S. 150 u. f. handelt von den italienischen, franz. und englischen Schauspielern. — Oer Italie. ner: Frc. ^öarcoli (dlorizie istoricks äei Domici iraliani che siorlrono in. corno all' anno K4DD. kuv ai giorne prescnci . . . paä. 178Z. 12. Z Bd.) — --- Der Franzosen: Dauses äs In äecaäcnce äu ßouc sur le Vkeacre, oü IZ-n rraire äes äroirs, äes rslens er äes saures äes atteurs, äes äcvoirs äes Dumcäiens, äe cc zue la k'ociece leur äoir, ec äe leurs ukurpacions ku» nettes b l'arr ärsmariczue, ?sr. 176g. IT. 2 Bde. — Aava (iicgeneracion äes Lonreäiens cn drance- ou leurs äroics äans l'ecar civil, l^sr. 178A- 12.) IliK. äs rzucllzues Dome» äiens anc. ec moäernes äe l un er äe l'aurrs scxe er äes Hsteurs ec^sirices äe l'Opera, im aoten Bde. dcö l'ourer Donrre von Prevot d'Et'iles, und indem Supplcm. zu dcs Titon du Tlstet?arnsise tranc. 174z. f. — Auch stndcn sich Nachrichten von französischen Schauspielern, in dem Dikl, äes'Dheatres äe Paris, ?ar. 1756. 12. 6 Bd. Oer Anglönder: Unzen. .Vlem. ot' che litc ok Zinna tZiäiielä 17Z0. 12. Theoph. Cihher (Dives vk ^ssvrs anä zidtrciscs, I75Z. 8-)-- Der 4tc Th. des Den. Vierv vs che Lrazs, d), lär. iVillces, Donä. 1759. 8» ist s Drirical ltxaininarion ok rke mc- rirs anä äeinerirs ok che princ!s>al per- tormers in Lnzl. anä Irel. As, Grevens (Dram. läiir. ot klr. Lä^srä, dlits -inä anä orkcrs 176z. Ii. 1786. i 2.) —> l'he lite of hstr. Farnes (^uin, Dom. uirh rke hisior/ ok rke slaze srom kis commencinz Tiölor co kis rercear co öark. Donä. 1766, 12. — Hugh Rell)t ("Dkespis vr s criricat L»»- 268 S ch « Scha Lxxminstton inro rbe mer!t5 ok sli rlle prilicipsl pe^tormers delon^ing ro l)rur/ i ^Znc ^kdesric 1767. 4. UNd in s. VVoi-Ics 1779. 4. ein Gedicht, das, al» eine Nachahmung dee, bey dem Art. Sarire, S. 188 angeführte» kosciscie des Churchill, eigentlich zu den Satiren gehört, und welches eine Menge Widerlegungen veranlagte, als Hnri-I'kez- jus 17S7. 4. 1°ke Keti^aäe 1767,4. lind auf eben dieses Gedicht beziehen sich, 1'tic rsrionsl koscizlle 1767. 4. I'he Re-cue or 1'bezpian scourge 1767. 4. ktokcius vr cbe K^ourcrs (iompsnion ,767. 12. U. 0. M.) — l'kesrriezl IZiogropli^, k.on771. 8. 2 Bd. (Schandchconik der neuer» Schauspieler.) — Ichcarrical l'orrraic8 1774.4. -— Th. '«harvkins (Odkcivsrion? on rbe principiis pcrtormci5 okrkcl'llcs. rre lio^sl 177;. 8.) '— Tl). Zvavies (dgem. vk rtie kike ok lZsv. Lsrrilc kiicz. >iicerss>e> kocl evick Charatlers ancl ^ueollurcs ok Iiis rdeolriciil Lonrcm- xorsriez. I'de ivkiole korming s tllKoi)' ok tkic Lrzgc ivllicb inclucicz s kerivll ok rbirr^ ilx Vesr5, k.onll. 1780.8. 2 Vd. Deutsch, tcipz. 1782. 8. s Bd. Orsmorilc kclikcelksiiies con.» killinß ok crirical vbkcrv2lion5 on ke- versl pla^5 ok Lkaleespear, rvick s revievv vk bis principsl chzrsckers, snll rbokc okkevcrzl cmincnr evricers, S5 reyrokenrell t))' öür. Lsrrile; ivirti gncclloccs ok llromocic?oerz, Fötors «rc. l.onll. 1782. 8- Z Bdc) — Un- gcn. I'lle dcauricz ot öüiikr. Liääons 1785. 8. lieber sechs ihrer Rollen. — HpoloA7 kor rde like vk slnne Lellsm/ 178;. 12. 5 Bde. >— skde fLreen- loom dtirror, clearl/ llelincsrinA our prekcnr rireareic»! perkormera >786. 8- I. Ireland (verreis, kocms and like ok ). kkenllerkoa 2786.8.)— Tate>Vilkinson (dlem. okdis ovvn like 1790. >2. 4 Bdc.) — Am. pasqnin (kde kixcencriciciez ot )vlln Läcvin, Lomeclion 1791.8. s Bdc.) — Uttgen. I'be kecrec bis- tsrx ok rbe Lieea-illoom 1792. 12. s Bde. Verin. 179-. 12. - Bdc. — —. In Ansehung der Schauspielkunst in DeurscklanS, so wie wegen mehrerer, hier überhaupt her gehörigen Schrif. ren, s. den Art. Zvrama, S. 716 u. f. — — so wie den Art. Pantomime S. 649. — Scherz; Scherzhaft. (Schöne Künste.) Ursprünglich bedeutet das Wort Scherzen nichts anders, als sich zur Fröhlichkeit ermuntern, wenn auch keine unmittelbare Materie dazu vorhanden ist. Nicht diejenige» scherzen, die über fröhliche Begebenheiten vergnügt und lustig sind; sondern die, welche bey ernsthaften, oder gleichgültigen Gelegenheiten durch lustige Einfalle Vergnügen und Fröhlichkeit crwcken. Ob wir nun gleich hier den Scherz blos in Absicht auf die schönen Künste zu betrachten haben, so scheinet es doch nöthig, die verschiedenen Veranlassungen und Würkun- gcn desselben erst allgemein zu betrachten. Man kann überhaupt zweycrley Absicht, oder Veranlassung zum Scherzen haben: entweder sucht man blos sich und andere zur Fröhlichkeit zu ermuntern; oder man braucht ihn in der Absicht, etwas besonderes und naher bestimmtes damit auszurichten: in beyden Absichten kann er wichtig werden. Bey ernsthaften Geschafften, und bey mühsamen Verrichtungen thut oft ein beylaufi- ger Scherz ungemein viel zur Aufmunterung, und hindert das Er- , schlaffen der Aufmerksamkeit, oder das Gefühl der Abmattung. So kann auch eine mit Fleiß gcsuchle, etwas anhaltende Ergötzlichkcit vortreffliche Würkung thun, einem etwas eingesunkenen Gcmüth eine neue Spannung und neue Wurksamkcit zu geben- Dieses bestimmt also die eine Sche eine der beydeu Veranlassungen zum Scherz. Will man ihn aber als einen Umweg zu Erreichung andrer Absichten brauchen; nämlich dazu, daß man Personen, oder Sachen lächerlich macht, um dadurch gewisse ernsthaft te Absichten zu erreichen, die man sonst gar nicht, oder doch so leichte nicht wurde erreicht haben: so kann er auch in dieser Absicht wichtig werden. Gar oft kann man die Hindernisse, die Key Ecschäfften ein Zänker, oder ein Sophist in den Weg legt, auf keine kürzere Weise aus dem Wege räumen, als durch einen woi angebrachten Scherz, der entweder die uns im Wege stehende Person, oder die uns hindernde Sache so leicht macht, daß man ihrer nicht achtet. Dieses Mittels haben sich Sokrates und Cicero sehr oft mit großem Vortheil bedienet. So kann man bisweilen durch bloßen Scherz beträchtlichen Vorurthcilcn und sehr schädlichen Ue- bcln, die sich in dem sittlichen Leben der Menschen eingeschlichen haben, ihre Würkung benehmen, und sie wol ganz vertilgen. Die schonen Künste bedienen sich des Scherzes in beydcn Absichten: entweder nur beyläufig, und mitten unter ernsthaften Vorstellungen; oder sie verfertigen Werke, die durchaus scherzhaft sind. Ehe wir aber die Anwendung des Scherzes bekrachten, müssen wir seine Beschaffenheit und seine Würkungen an sich erwägen. Die eigentliche Natur des Scherzes besteht darin, daß man etwas lustiges spricht, oder thut, in der Absicht, andere dadurch zu belustigen. Wenn ein alter Mann mit einem jun- genMadchen verliebt UM, nicht um etwas von ihr zu erhalten, sondern sie aufgeräumt zu machen, so scherzt er: meynte crs im Ernste, so würde man sagen, er sey ein Gek. Wenn Anakreon sich wie von der Liebe ge- S ch e 269 quält anstellt, und sein Herz als ein Nest beschreibet, das voll junger Amorine sitzt: so scherzt er; aber der würklich verliebte Jüngling, der die Plagen der Liebe fühlte, aber auf eine lächerliche Weise äußerte, würde nicht scherzen, wenn man gleich über ihn lachte. , Einesley Gegenstand kann Scherz oder Ernst seyn, nach der Absicht, die mau dabey hat. Wer etwas einfältiges, oder lächerliches spricht, und meynct, er sage etwas kluges, spricht im Ernst; und eben dasselbe, in der Absicht andre zu belustigen gesagt, ist Scherz. Es scheinet also, daß das Lächerliche von dem Scherzhaften nicht wesentlich, oder nach der materiellen Beschaffenheit, sondern nach der Absicht dessen, der es an den Tag bringt> unterschieden sey. Da wir nun bereits die Beschaffenheit des Lächerlichen in einem besondern Artikel betrachtet haben, so wird dieser groß- tcnthcils auf die Anwendung des Scherzes eingeschränkt. Man kann beym Scherz, wie vorher angemerkt worden, zweyerley Absicht haben: entweder blos lustig zu seyn, sich und andern eine aufgeräumte Stunde zu machen; oder man scherzt in der Absicht, Thorheitcn zu verspolten, und Narren lächerlich zn machen. Es kann geschehe», daß man beyde Absichten mit einander vereiniget; aber wir betrachten hier jede besonders. Das blos lustige Scherzen, wenn es mit guter Art geschieht, wovon ich hernach sprechen werde, ist eine Sache, deren Werth die verständigsten Männer alter und neuer Zeit eingesehen haben. Hierüber denke ich, wie über viel andereDinge, wie Cicero , der in einem sehr ernsthaften Werke dem blos lustigen Scherz das Wort spricht, aber ihm zugleich seine Schranken anweiset. »Leichtsinnig, sagt er, unbesonnen und mit völliger Nachläßigkeit muß der Mensch s?o S che Sche nie handeln. Denn so sind wir von Natur nicht beschaffen, daß wirblos zum Spielen und Scherzen gemacht zu seyn schienen; sondern vielmehr zum Ernst, zu einigen wichtigen und großen Dingen. Zwar sind Spiel und Scherz nicht zu verwerfen; aber man muß sich ihrer wie des Schlafes und anderer Erholungen bedienen, nachdem man wichtigerem und ernstlichem Geschafften hinlänglich obgc. legen *).* In der That ist diese Munterkeit des Geinüthes, und, so bald man sich von wichtigem Geschafften losgemacht hat, ein Hang, sich an Dingen, die uns vorkommen, zu vergnügen, und sie von der leichten Seite anzusehen, gar keine verächtliche Gabe des Himmels. Ein Mensch von munterm Gemüthc zieht sich nicht nur besser aus allen Schwierigkeiten des Lebens» als ein ganz ernsthafter, oder gar etwas finsterer Mensch; sondern hat noch dieses zu gut, daß er nie zanz böse wird. Es giebt unstreitig ungleich mehr ernsthaftes als lustige Bösewüchter. Diese Gabe der Munterkeit kann, wo die Natur sie etwas kärglich gegeben, durch scherzhafte Werke genährt und vermehrt werden. Personen, die einen zu starken Hang zum Emst fühlen, oder die durch etwas lang angehaltene cmstlicheZlnstrciigung ihrer Kräfte die Munterkeit verloren haben, können scherzhafte Werke von großer Wichtigkeit seyn- Wer erkennt nicht, wie wichtig es für den sittlichen Menschen sey, nach vcrrich- >— ur ne qu!>r: leg M severiisrem pc>» tius er Sit gu»eo ».«rem er joco Uli gulciem Iic»> i keci. sicur kaum» er guieriku, ciereriz. rum, cum zrzvi. dus seriisque rebus kittlisecerimuj. «>c. ä« 0kl d. I. teten Geschäfftcn sich an eine Tafel zu setzen, wo Munwikeit und feiner Scherz eine Verrichtung, die wir nnt den Thiercn gemein haben, zu einer Geist und Herz erquikendcn Wollust machen? Den schönen Künsten liegt eben ja gut ob, diese heilsame Munterkeit zu befördern, als die Gesinnungen der Rechtschaffenhcit lebhaft zu erwe» ken. So wie den ehemaligen Arka- diern wegen ihres rohen Charakters die Musik zu einem Nationalbcdürf« niß geworden war, so könnten auch scherzhafte Werke, wenn nur die Musen und Grazien ihr Siegel darauf gcdrukt habe» , einer Nation, deren Charakter zu heftig, oder zu finsterem Ernste geneigt wäre, die wichtigsten Dienste thun. Man kann sie als Mittclzu vollkommnerer Bildung des Charakters einzeler Menschen und ganzer Völker brauchen. Und wenn wir auch ihre Wür- kung endlich blos als vorübergehend ansehen, wenn sie auch nur, inn mich des Horazischen Ausdruks zu bedienen, l-rboruin llulco le. nimen, und als schmerzstillende und lindernde Arzneymittcl zu brauchen wären, so würde dieses allein ihnen einen beträchtlichen Werth geben. Heil also den jovialischen Köpfen, deren geistreiche Scherze unfern von Arbeit ermüdeten Geist crquikcn, die uns die Stunden des Unmuths verkürzen, und die das von Arbeit oder Verdruß schlaffe Gcmüthe mit erquikendcn Arzncycn wider zur Munterkeit bringen. So verächtlich einem Philosophen der lechzende und nach Wollust schmachtende Schwann der Bacchanten und Faunen ist, die alle Flüsse der Erde in Wein, und jeden Ort. den sie betreten, in einen Hayn der Venus verwandelt zu sehen wünschten, so schatzbar sind ihm jene nüchternen Lacher, die ihm auch in einem SchS einem öden Hayn auf die Spuren scherzender Najaden fuhren. Es istanmcrkungswürdig, daß die wahre Gabe zu scherzen selten leichten Köpfen und Menschen, deren Charakter herrschende Fröhlichkeit ist, zu Theile wird. Die vorzüglichsten Schcrzcr sind diejenigen, in deren Charakter viel Ernst und große Gründlichkeit liegt, und die deswegen zu wichtigen Arbeiten aufgelegt sind. Der nüchterne, zu den größten Gefchäfftcn tüchtige Cicero, konnte mit Recht über den unwchigen Antonius, der sein Leben in Schwelge- rey und lustigen Gesellschaften zugebracht hatte, spotten. Dieses trifft in der That noch allezeit ein, und dadurch scheinet die Natur selbst angezeigt zu haben, wie nahe der wahre Scherz mit dem Ernst verwandt sey. Doppelt wichtig ist aber der Scherz, der Verspottung der Thor- heit und Beschimpfung des Lasters zum Grunde hat. Ein großer Kunst- richter hat angemerkt, daß der Scherz unwiderstehliche Macht auf die Gc- niüther habeWo ächrer Scherz die Thorheit angreift, da wird sie unausbleiblich beschämt. Wird der Thor nicht selbst durch dieses einzige mögliche Mittel geheilet, so wird doch gewiß der, der davon noch nicht an- gestekt ist, davor verwahret. Dieses mag von dem Werth des Scherzes überhaupt hinlänglich seyn. Nun sollten wir auch die wah- re Art und de», den schönen Künsten anständigen Geist desselben bestimmen. Aber da müssen wir mit Cicero sagen: Cujus minsm »rtem aligusm Ä-deremu5'. Ein Deutscher hat versucht, die Kunst zu scherzen zu lehren*'): aber wehe dem, der sie dar- ») Habet vim nelcio an imperlollllimiln er cui repuxneri mmime pvletb. (Dmril. lulbi.Zl. VI. c. Z. »*) Vlatthgus Oclius aus Hamburg, hcsscnj Werk äe tVere sich im Sche 57 r aus zu lernen glaubt. „Es gicbk zwey Arten des Scherzes, sagt Cicero, der die Sache wichtig genug hielt, sie in seinem vortrefflichen Werk von den Pflichten des Menschen, abzuhandeln: die eine ist unedel, muth- willig, schändlich und garstig; die andere von gutem Geschmak, feincrn Sitten anständig, geistreich und sehr belustigend *)." Er gicbt hernach noch als Kennzeichen des schlechten Scherzes nicht nur die Niedrigkeit seines Stoffs und Auodruks, sondern auch die Ausgelassenheit und den Murhwillen desselben an, der darin besteht, daß man ihn, zur Zeit, oder Unzeit, als ein Geschäffc treibet. Die wesentliche Eigenschaft des guten Scherzes ist ohne Zweifel das, was Cicero das Saft desselben nennt, und was nichts anders ist, als der feine Witz, der sich besser empfinden als beschreiben läßt. Je weniger in die Augen fallend, je subtiler die Mittel sind, wodurch das Lustige in einer Sache «n den Tag kommt; je verborgener es Mensche» von wcniA Scharfsinn, und von gröberem Gefühl ist: je mehr Salz hat der Scherz«. Sucht man das Lustige oder Lächerliche einer Sache durch eine Wendung oder Verglcichung hervorzubringen, deren Ungrund durch geringes Nachdenken cntdckt wird, so wird der Scherz frostig; braucht man dazu Begriffe und Bilder, die plump, grob, sinnlich sind und auch dcmun- witzigsten Menschen von blos körperlichem Gefühl einfallen, so wird er grob. Beruhet er auf Subtilitätcn, auf blos künstliche von keinem natürlichen Grund unterstützte Aehnlichkei- ten, zweytcn Theile der Sammlung, ble unter dem Titel Delicize p^ermU!« «o mAnvrum herausgekommen ist, befindet. ») Duplex omnino eib joc-näi genu«: illiber»!«, psruigns, gzziliolum, ob. scoenum; zlre-um ele^üns, urbanum, tnxeruoium, ftcecum. De DA. l.. I. 272 S ch 6 ten, Wortspiele u. d. gl. so wird er gezwungen und abgcschmakt. Wir haben leider eine so große Menge scherzhaftseynwollenderDich- ter in Deutschland, daß es leicht Ware, bcynahe alle mögliche Gattungen des schiechten Scherzes durch Bcyspielc, die man überall bey ihnen antrifft» kcnnbar zu machen. Es mochte bey dem so sehr ausgelassenen Hange zum Scherzen., der bey uns so hcrrschcjld geworden, heilsam seyn, wenn sich jemand die Mühe gäbe, diese Dcyspiele als Muster, wie man nicht scherzen solle, zu sammeln, und jungen Dichtern zur Warnung vorzuhalten. Bis cht kann man eben nicht ja- gen, daß der achte Scherz eine gemeine Gabe der deutschen witzigen Köpft sey. Die Alten glaubten, daß das, was bey den Griechen lel^ne. — Auch finden sich in dem Disl. stu Vlatcarar er ste 81 Sln^e, I'sr. 1649.4. dev Naude, eine Menge historischer Nachrichten über »inen Theit der scherzhaften Poesie, des Vierter Theil, Burlesken nikhmlich. — — In deutscher Sprache: G. F. Meier (Gedanken von Scherzen, Halle 1744. 1754- 8. Engl. 1764. ,2.) — I. I. Busch lAb. Handlung von der kölnischen Hclbenpoesie, in seinen vcrm. erst, und satyriscbcn Schriften, Ast. >758- vergl. mir der Bibl. der sch. Wiffensch. Bd. 4. S. 5Z7.) ^ Justus Moser (Harlekin, oder Verthci« digung des Groteske-Comischcn 1761. 8. vermehrt, Bremen >777. — Meiner« (Das i4te Kap. s. Gründe, der Theorie und Gesch. der sch. Wissensch, gehöret in so fern hieher, als cS von dem komischen Heldengedicht handelt.) >— F. plamcr (Der 896-905 §. des zweyten Buches s. neuen Anthropologie, S 406 u. f. handelt von dem Scherz überhaupt, und von dein Scherzhaften in den Künsten; er setzt den Scherz in die Vorspiegelung eines kleinen UebclS, welches schnell gehoben wird, um sich in Lust zu verwandeln.) — Scherzhafte Gedichte überhaupt sind geschrieben worden, bey den Griechen: Wenigstens mag, was der Scholiast des Eueipideö bey dem 9S:ten V. des Orestes eezsthir, als Sage, hice stehen, daß ein Müdchen, Jambe, die trostlose, ihre Tochter suchende, Ceres, durch Hcrsagung scherzhafter Verse zum Hachen bewogen habe. — Isomer (Uacrackom^omaciria 1.1. era<4.Ar. er l. (Kit. pr.) Ven. >486.4. ?sr.i 562. 4. Lr.erlar. D>ps. >550. 4. Dornt. 1721. 8. DemZ. >789- 8. und sonst bey den Werken des Dichters. 57;. 4. Von Malipiero, Ben. 1642. 8. Von Angel. Mar. Rieei, Flor. >74>- L- Von Ant. tzavagnoli, Ven. >744- 4 («e. lat. und ital.) Von Ant. M'gliarcse, mit dem PhlldruS 176z. 8- Von Aidolphi, Ven. 1776.8. Von Lesari, Vcr. 1788- 8. S Eine 274 Sche Sch e Eine Nachahmung derselben von Andr. Sarto, Flor. >788- 8- In das Französische; Von Ant. Macault, Par. 1540. 4. Von Sal. Ecrton, Par. 161;. 8. Von Gull. Rvyhier, Par. 165-2. 8- Won Bvivin, unter dem Nahmen JuniuS BiberiuS Meeo, Par. 1717. 4. In das Englische : Von G. Ebapmann mit der Odyssee i6>q.z. Von S. Parter 170--.8. Von Parncll 1717. 8. und in s. Lvems, Oonst. 1772. 8. S>. zz. In das Deur« sche: von I. Z. Damm (mir dem Text) Verl. 17ZZ. 8. Von Willamow (nebst dem Texte) Petersburg 1771. 8> Im iten St. des Journals für die Liebhaber der Littcrak. beipz. 1771. 8. DvnTheoph. Piper, Lcipz. 177;. 8. S. übrigens den Art. Homer, S. 642. — -— Auch lassen sich noch einige griechische Gedichte von Neuer», als die Lsleumyomaciiis, Lss. lz>8. 8- u. a. m. hieher rechnen. Scherzhafte lateinische Gedichte, von römischen Dichtern: P. Virgilius Maro (Oer, ihm zugeschriebene Luiex so wie die Eox>?., die sich bey den Ausg. s.Werte befinden.) Von nenern lateinischen Lichtern: Vinc. Vpso- poens (e ;Zc>. Viktoria Laclti > f. sta srre dibansti, Liiz. IV. Lu^st. L. 1648. I-. 1690. 8.) Nacalis Lome» oder de Tomilibns (f 1582. Xl>rmi- comyomach. Lid. lV. Ven. >;;o. 8- Jcal. Ven. >z;c>. z>) ^— D.G. Marhof (Lärmen ste Lnce rarioniz, die- roicum joculars, Itoit. 1664. 4. und in s. Oper. pnec. S. 88>.) — Ts). Teva ('s >7Z7- Da er selbst seinen Luer Dessls Lid. IX. für ein comico- Ucroi- cum cürmen ausgab: so mag er denn auch hier seine Stelle einnehmen.) —> Holdsrnorch (^iuteipula, englisch im ztcn Bde. der Ovdslcyschcn Sammlung. S. 258.) — Scherzhafte Poesien der Italiener: Sie leiten ihre scherzhafte Poesie überhaupt von den Provcnzaicn, und den Si- riliancrn her (s. Vcttinelli UilnrZimenco st'lraliz ne»Ii üii^i, neilc ^rre erc. t.2. L. z.S.i!i.0x>. V.4. Ven. 1781. 8.) ANd theilen sie in ?netia burclriel. leicka, pestanrelca, cnncastineic», bvictiereccia, maccliaronica U. d. M. (s. den l-tcn der Lcrcere iriglele des Bettinelii, Opcre, Bd. 7. S .ZZ7.) ein; im Grunde lügt sie aber auch in lyrische und epische scherzhafte Poesie sich cintheilcn, und die angeführten Arten gehören zu der ersten, in svfernc in ihnen nur Sonette, Lieder und dergleichen abgefaßt sind. — Di« Loessaburckielielcs, später derneiea genannt, wird, wie schon bc» dem Artikel Garire S. -So bemerkt worden, billig zu den Satiren gerechnet, und von den Gcschichtschtcibcrn der italienischen Dicht» kunst, Sarira ZioCoia genannt. Sie hat ihren Nahmen von Domenico idi Giovanni, Bnrchicllo gen. (weil er aiia bnrcssia , (au ssar .srst) schrieb; Und voll duriare lachen, spotten, f 14487 einem Flv» rcntinischcn Barbier, und sie besteht, um mit den Worten des Crcseimbeni (iitor. stelia vulgär ?ocss. Bd.i. S. 40. Ausg. v. 17z I.) mich auszudeükcn st'un viiuppo sti conccrri santsilieiti ammas. iar! insseme icne.' orstine, ien?s con- ceiiionc, s ien^a tperanza, ckc cht Icggclle svcsse mal avuro a cspirne il ienlo, perloche porrcbbe stissinirss, cssere un casuale accoi^smenro sti Pirole lacce in rimz. Auch Fvntaiiins, in s. Liizl. steil'Llo^. Iral. Bd. 2. S. 78. und Apost. Zeno, cbcnd. chaeacterisirenl sie nicht viel besser. Burchicliv war indessen nicht der erste, welcher dergleichen Unsinn schrieb. Schon Am. Pucci(f iz?») und Franca Sacchctti waren ihm in gewisser Art zuvor grgangen (s. den V»c- »ro steil» Lsrira Ital. stel O. (Z. Lisn- ckini, Llor. 1729. 4. S. ZS Und 56.) Die Gedichte des Burchicllo sind in der Form von Sonetten abgefaßt, und zuerst Flor. 1480. 8. und später mit den ähnli^ chcn Arbeiten des Ant. Alamanni, Fir. >552. >568. 8. Ven. >;5Z. >5;6. 8. (mit einem Commcntar von Doni) Vic. 1597. 8. gedruckt. Auch hat Giov. Ant. Pa- pini Le?ivne iopra il kurchiclln, I'ir. 170z. 4. geschrieben. Burchicllo hat indessen der Manieren eigentlich dreh vcx, Sche Sche »75 verschiedene, die nur darin gleich sind, daß die einzeln Gedanken auo Aäthseln, Sprichwörtern, poßierlichen Einsähen bc< stehen; die erste ist ganz unverständlich; das heißt, die einzeln Gedanken icdeS Ganzen hängen auf keine stiel unter sich zusammen, und die einzeln Gedanken selbst sind räthsclhaft, oder haben keinen eigentlichen Sinn; dergestalt, daß das Ganze sich schlechterdings auf nichts deuten läßt; mit einem Worte, es sind, was wir (läusö- libere nennen, und zwar von der schlechtesten Art: die zwcytc besteht aus einzeln, zwar verständlichen Gedanken, Einfällen, Schnurren, Sprichwörtern i aber diese sind so aufgehäuft, so ohne Ordnung und Verbindung zusammengesetzt, daß daS Ganze ohne Lommentac sich nicht verste. hcn läßt; daher beydc denn auch, wenn sie in einer srepcn, ungebundenen Form, und in ungleichen Verwarten zusammen, gesetzt waren, frorre oder prorrole (von ssrcire, wie Menage will) genannt wur» den; in der dritten machen die einzeln Gedanke», Einfäste u. f. w. endlich ein faßliches bestimmtes Ganzes aus. So ungereimt solche Arbeiten im Grunde auch sind: so natürlich haben sie doch bey einem Volk, Hessen Hereschendes Scelen- vcrmögen die EinbildungSkeast ist, Bey- sast finden müssen. — Von seinen Nachfolgern vdrr Nachahmern sind die bestrn: Sern. Vellincioni (ch >491. Woeste, bäil. 149 z. 4 ) —' Giov. dell Gtio- naio ch i;-?. ä!.or. SiFilippoScrox- ;i, Inc. Nardi, Franc. Forrini, Gianid. Gellt ch >;6z. Franc. Giam- bullari ch >564. Aless. Malcgonelle (Von diesen Verfassern sind die so bekannten Oanri Larnziciaiclefi, welche bey Gelegenheit der, von dem korcnzo de' Medici, in der Zeit der verschiedenen Caenavalc, veranstalteten Festlichkeiten und Maskeraden abgefaßt und dazu gesungen wurden, und größtentheilS ans solchen Possen, Einsähen, Sprichwörtern «nd Scherzen bestehen. Sie sind verschiedentlich gesammelt worden, als un. tcr dem Titel, London« per anclare in «nlcker», s. i, er ». 4. kallsrecc« ^lsAnitico l-orcn?o 6e' ^lsäici, e^ogeio pvii^iauo, c cli Lern. Lriam-- burlori, s. f. ec4. Die vshständigste, von Franc. Grazzlni, kasca gen. besorgte Sammlung führt folgrnde Aufschrift: 1 urri l Lrionfi, Lvrri, ttkasekierace, 0 csriri czrnolcialcsclri, anäac! per f'irencce eis! cempo 2o äe'iVäestici, czuanäo egii elrizerc» primo comincismcnro per inkino » czuclto anno prelenre 1559. fior. 1559. 8. Lormop. ( f'lor ) »750. 4. - Bde. mit K. Auch sind die Gesänge dcS Giovb. dcl Ottonajo, einzeln, mit dem Titel, Lsii2uni, 0 däotclrcrare carnol'cialclet,« . . . für. ,;äo. 8» gedruckt. Von diesen Fcstlichkciren selbst geben Nachrichten, Vasari, in den Vir«? cie' k'icrori, vorzüglich des Picro de Co« sino, Bd. z. S. 7:. ÄuSg. von 1771. 4. und des Zeane. Gcanaeci, Bd. 4. S.-z>. und CreScimbeni in seiner kllor. cieli, vvIZ. Loet'. Bd. 1. S. 095. Ausg. von >7ZI. — ächor. Se'Meöici (Unter sei» nein Nahmen gehen, zwcy, zwar in l 'er -e rime, aber IN derselben poßier« licheu Manier, abgefaßte Gedichte, l.» LompZi-nis riel! .Vlznreliuccio , Und l Leoni, welche bey den Ausgaben der Sonette des Burchicllo, Flor. 1568. 8. und bey den Opore burlckcbe, fuuä. >7-4. 8. - Bd. 1771 K. ; Bd. befindlich sind.) — Mattes Francs und L.uigr s^nlci (bonerri . . . ^ocot, e äa ri- clere, fir. ohne JährSj. L. VlN .i ;2o. 8) — Anton. Camiilo Vi Pisroja (Einige seiner Gedichte dieser Art sind in der Opero nuova ä> Viriceri ^o Lal- mers ... est zlrri /^ururl, bioneici, vi-clogi ? ls Vilicinelco, Lapicoll, Scritmkivci ere. Vrn. 1 507. 8. mit ab« gedruckt.) — Marc. Filoreno (5yl. ve, d-rrüml-orri juvenil,, b-onecri zu- veoili, Von. 1907. 8. L^Ivc, Lssii» rolizuvcnUi, Lspirvli (enili, Lcram- borci tenili, Oikpersce, 5zrirc, Ven. izi6. g.) — Teof. Folcngi (k! Laos äel Lriperuno, Vcii. 1527. 8-) 7— Franc Verni oder Vernich (H i5z6. Brachte diese TZichrerey, durch Reichtpuni S 2 cir» 276 S ch « Sche an glücklichen Einfällen, Witz n. s. w. zur Vollkommenheit, datier sie denn auch von ihm den Nahmen liernclca erhielt. Die erste Samml. s. Gedichte mit dem Titel vpcrc, erschien Ven. 15z 8 8- »nd hie erste cocrcele Ausgabe unter dem Titel, Operc burlcicftc, kir. 1548» »555. 8- 2 Bd. enthält «der schon hie Gedichte mehrerer Biedrer, dieser Gattung. Die ncuern sind vermehrt, Oonck. e dir. (Neapel) 172z. 8. Z Dd. I.onck. >724. 8 2 Bd. Utecht (Utrecht, oder melmehr Rom) >7:6. 12. zBd. (ft- e in- kvreeet) cbend. >771. 8. Z Dd. gedruckt werden.) --- äduo. Marteiii (d >527) Giov. Mauro cd > ;z6) Frc. Mar. Mc>l;a (f >5 .4) Agn. Fcrentzuola (1 1548) Marc. Lranceft (f >5551 G.ov. Vella Casa (f >;;6) Giovfr. ^>ino (fi >;;6) VeneS. Varel)» ;66). Dolce, Frc. Coppetra, Marrelli, Giro!. RuscNu, Pier. Arermo, Frc. Graz^ini, K.as- ca gen. gehöign zu den glücklichsten Nachahmern des Berni; und ihre ENdichte, in seiner Manier, finden sich? ncbünoch einigen ähnlichen Gedichten den andern Schriftfiellcrn, in den vorhin angeführ» ten Sammlungen. Auch sind sie, zum Thcil, in den Itimo pisccvoli cki cki- verli, Itain. >5Z9- 4. Vcn. 1540. 8. Ven. 1637. «. enthalten, zum Theil, in den Sammlungen ihrer ädrigen Schriften gedruckt. Mauro scheint der glücklichste Nachahmer des Berni zu scyn. — Die Zahl dieser Nachahmer ist überhaupt so groß, daß alle anzuführen, mir der Raum verbietet; ich schränke mich also nur auf die mir näher bekannten, oder merkwürdiger» , ein. --- Franc. Ferrari (Iti- rnr hurlelhke . . . Ven. 1570. 8-) — Cef. Laporali (f >601. Gicng PLN der Manier seiner Vorgänger in so fern ad, als diese, nach dem Muster des Ber, ni, vorzüglich immer unter dem Schleier der Allegorie, zwrvdcutige und schlüpfrige Gedanken vortrugen, Und er dies durch scherzhafte und lächerliche Einfälle, gefallen wollte. Zwar, in Rücksicht auf die Rcinigkcit der Sprüche, steht er un- tcr ihnen; allein dafür führen auch jene de» hefte oft auf einem etwas langweiligen , wcirschweistgen Wege zun, dachen. Seine It>me piscevole erschienen, zuerst ohne seinen Rahmen, Ben. 1589. -2. und nachher k-rm- 1592. 12. Von. 1608. >2. 1646. 12, l6r,i. 12.) Cef. Creme (fiSoy. kch-ldlicr-rr, Ven. z 621. 8. Nach dem Muster der vorhin angejührren v-nri o-iroalci-lcicki. Ferner I drcicki cke I- Vilin . . . Ouoeo 167z. 8 ) — AlejV. Megri (ftim- pi-ccvoli, Ver. 160; - 161 z. 4, 4 Th. fto t-nr-ckic- viiioiie cki korri cks ftm- ^olsricy, I.uccz 16 l ;.4.)— Eiamb. Viaiiati (Itime pi-cevolr: k»j,rs tr Oorre, ftocki 1606. 8. Velk-menro cki IVleccnste, ftocki lckop. 8. Ven. 164?. 12. d,e l-Zrimc ckc' doeri, Oocki 1610, rs. Alles in Terzinen.) Parm. Anselmi (Mumori . . . Lcn. »6077.8. Terzinen.)--- Giov.P. Falori ((Tustlro Vapicoli , . ckchenrn I Ü08. 4. Ickue dupxüchio e ckue ltinZrszig- mcnti .... 1'renco ickoZ, 4.) — Giro!. Ä.eoparsi (läockici O-pmull pi-ccvolc, dir. 161z. 4.) Ant. Aobondanti (II VisMi» cki Ovlon!-, Ool. ^gri^>. 1627. z. II Vi-i-j-io » ldreviri, Ven. ^627. 8. Q-22crr, Ncninpea cki?-rn»lo, Ven. 162z. 8> Alles in Terzinen.) — Giro!. Ma. gagltaci (L-picvl! hurletchi . . . . dipirs 1629. 12.) — ähalll (itime xil). co!e, chaligno 1679. 12.) — Nie. Villani (Vey s. angeführten ItaZion-- nienco loprs I- poetis aioc. . . Ven. 1644. 4. finden sich allerhand poetle ^iacevoli.) — Agsst. Coltellini (Iti- me pincevoie . . . chir. 1641.4.7 —. Franc. Melosio (War, wie Marin» aller übrigen, so der Verderbet der dve» ftil hernelca, tili l/tcn Jahrh. Seine im I. »67z. 12. gedruckten poefte bestehen ans ungereimten Gegensätzen und doppelsinnigen gcschrobenen Einfällen, welche sehr vielen Bepfall erhielten, und sehr viele Nachahmungen erzeugten, dergestalt, hast Meiosis gleichsam Stifter einerSchulc, und diese Schreibart von ihm Stil» däe- toliano S ch e S ch e 277 kokizno genannt wurde.) —' Dom. Darroll (Au seiner Zeil ficng man an, tcn Lrilu melossaiw wieder zu verlassen. Ilime giocose . . . d.uccs 170z. 12.) — Giovb. Lagivoli (War einer der ersten, welche die gute l?oelw bernescz wieder herstellten, und ein sehr sruchtba- rrc Schriftsteller i» mehr, als einer Dichtart. ftime piacevole, b'ir. 1729. 8» s Bd. und, unter der Aufschrift: 5a- xiuotasa . . . >z,lnlb. 1729. 12.) — Das?. Diai-cardi (ftime bernelcftc, Vau. 17-2. 12.) — Gins. Darclki (t'aellc piacevole, Vor. 1750. 4. 1764. g. - Bd.) — Carlo Go;)i(l.» 1'arraliz cleAli instussi, ?ar. 1757. 8- und IM 8ten Bd. s. vpeee, k^ir. 1774. 8- Die Arri grsnellelci, benannt von der, in Venedig errichteten ^csciemi- xianellcsca, und erschienen in den I. 1760 u. f. sind scherzhafte satirische Gedichte auf Gvldoni und Chiari, und finden sich größtrntheils gesammelt in dem Llen Bd. seiner Operc. S. >z; u. f. Sie sind indessen bey weitem nicht alle in dem Lcilo kueletcft» abgefaßt. Vorzüglich gehört zu den ernsthaften Satiren die Aftrazionc, in rcimfr. Versen, vperc, Bd. 6. S. ;Z. ftarro ciclie l^nciulle csllellanc, cbend. S. 7». Von s. kelar- fila. f. die Folge.) -— Gasp. Go;?l (Ii Vrionl'o elell' umilirä . . . Ven. 1764. 8- Glücklicher Nachahmer des Berni.) — Ilcbrigens handeln von dieser, zur Satire gewöhnlich gezählten I'vcliz liurctiiellesclis, oder bernesca, Crcscimbcni, im iten Vd. f. Iftor. ftella vulgär l'velia, S. 9z und Z5Y. Ausgabe von >7ZI. Quadrio in der Lcor. e rag. Ld.S. u. f. Bisso, in s. Inrro- tiu^ioric slla vulgär poelio, ?. z. L, 7. !. 4. S. -6l. ?tc Ausg. — — Die ?oc/m /,ee/ez»re/ca soll, dein Creö- cinideni zu Folge (a. a. O. S. 77.) durch Camillo Serosa (>;?6) eigentlich in Form gekracht, und zu einer bcsondcrn Dichtart gemacht, oder doch vorzüglich berühmt geworden sevn. Denn, dem Ruseeiii zu Folge, ist sie schon vorher v»n Dom. Veniero, in eben diesem Jahrhunderte , zuerst gebraucht worden. Sic besteht in Vermischung »erschiedrncr Sprachen , oder vielmehr in der Abänderung lateinischer Wörter und Endungen in Italienische. Diese Sprachenmengeeev ist aber schon sehr alt; ursprünglich wohl aus Unwissenheit, oder Mangel an Wörtern und Redcnsarten entstanden; hernach haben PeSanten, zum Beweise ihrer Gelehrsamkeit, sie getrieben, und endlich Spötter, zur Verhöhnung dieser, und alv Nachahmung derselben, sie gebraucht. Der erste Dichter, welcher diese Dichtart absichtlich bearbeitete, und zur Vollkommenheit brachte, war, wie gedacht, Ca, millo Serosa, der, unter der Aufschrist, Loririci
  • , bir. (i;6;) >772» iz86. 8- beer. (156«) 8- einen Band Gedichte in diesem Slplc, mit ähnlichen Gedichten anderer, herausgab. Sic sind, vermehrt mit Gedichten dieser Art» Vic. i6ll. 12. Iür. (d>Iap.) >72;. 8- Vic. 174z. 8- wieder aufgelegt worden. Weil er darin vorzüglich die Sokratische Liebe des Fiöenzio Glottocrlsio spöttisch besang: so wurde diese Oicdtart auch Li- dcnztnnischc Poesie genannt. — 2int. Mar. Garofani (I.'blii,pocieivaga bckula Invocaroria . . . ?er>-. 1580. 8.) — Agosiino Coleellini (f 169z. Liiäccssillolai Liaeu^iani, I'ir. 1641. 8. vermehrt mit einem otcn Thcile, ssir. 1652. l2. kvlanriftv lhistenriana, kir. 1669. 12. Auch wird ihm » k^t- ftula äel kckagiftro b'icarcko, l6;i, 12. zugeschrieben.) — Nngcnaimrer (Ln- äLcaltllsbi äi Llftonc ?orkico (lsllilila . . . Vin. 1684 und ,686. ,2.) Gtef. Vai (hat einen Dithyramben ip diesem Style geschrieben, welchen, Ulster andern, Quadrio, in seiner Sror. c rozione, Z)d. ;. S. >6z. eingerückt hat.) -»» Ucbrigcns geben besondere Nacheichten von der Voess» >aeäanrelcä, Nie. Villano, in s. Kagionamenco, Vln. 16Z4. 4. S. 85. Crescimbeni, in s. ürvria clells voigar s-oclla > Bd. t» S- 7Z. ZS^. Z79. Ausgabe von >7Zl. S z Quadrio, «7» Sche Sche Quadrio, in s. Lror. « rSss. Bd. t. S. -18 u. 5 — — Die ro»e-»cs/ue/rn>, auch vills- irelc» genannt, besteht aus hiebcSgedich- tcn und Erklärungen in bäuerischen Redensarten und Tone, und in mchrern Octavcn abgefaßt, dergestalt, daß, wenn jene Gedichte nur aus einer Octave beziehen, sie kiiperri heißen, ähon, Se lkNeoieis wird für den Urheber derselben gehalten, wenigstens ist kein früheres Gedichte dieser Art, als s. Lnäeäells dien- eis, bco f Lsnzoni s Kölln, k-ir. i;68. «4 — ähmgl pnlci (L-nleäells kcccs, »bend.) — Gabr. Simeoni (liimc e Lonccrri villinetchi . . . per i» Lo- ins eici '/'s»?!!,-, be« seinen Satiren, "l'ur. 1549. z.) — Franc. Demi cleli» Kpsrpszlis slls 8ilvsns ^ns Innsmorsrs, bev f. kiiiniinrci smo- Fni!, Ven. 1552. z.) E!ac. Cicognini (krsn^e lli, Lerco slla lLins, bey seiner Deicrizvune äel Loric» sl ?al!io äe Viilsui . . . kir. 1619.4.) — F^c. Batüooino (ll 1,omenro äi Lecco äs VsrlnnAo, I'ir. 1649. 4.) — Mch finde'n sich deren in der bekannten "k'sneis dest??lcl7, Aznoi. ^»uonarokti, sir. 1612 8- — »ebri> LenS liesern mehrere Nachrichten von der d'oeiis cvnrsäineics, oder viilsnescs, ^reScimbcni, im iten Bd. S. ---4. seiner lssor. äells volasr poests, ÄUSg. von >7)i. und Quadrio in f. 8r»r. e a^sZ. Md. z. S. 19z. — »— Die /'oeF-, Fo/e^ea-ercra ist, in safer- Sie, der Gegensah der kucsss kurckicl- Zelcks, als sie, indem der Ton dieser niedrig und gemein ist, den erhabenen, ernsthaften Ton annimmt, ober übrigens äst sie, in Ansehung der Unverständlich, äkrit, ihr völlig gleich, und wird zu ihr Sczählt. Crescimbeni glaubt, sie se» deswegen so benennt worden, well sie im Srunde einem, aus der Ferne, schön Meinendem, grünem, aber innerlich ver, wachsenem unwegsamem Gehölze gleich ist, »md erzählt, daß sie, im röten Jahrhunderte, zur Verspottung derjenigen Belehre k»i, weiche so scßiffentlich und gerne Com- «ncntarken schrieben, erfunden wurde. tNar. 2öuonincontro soll zuerst Sonette dieser Art geschrieben haben; sie scheint indessen, da jene Thvrheit sich all- wclhlig wenigstens gemindert hat, aus der Mode gekommen, und nie sehr stark betrieben worden zu seyn. S. CreScim- beni Lror. ciells volgsr poesss, Bd. l. S. ;6i. a. A. Eben dieser Schriftsteller, a. a. O. S. z6-> zählt zu der Poeiis burckiel. lescksnoch die sogenannten kunerri öäsr. rsccini, indem diese im Tone jeuce abgefaßt , und wohl nur deswegen besonders benannt worden sind, weil deren immer mehrere zusammen gehören, und der End» laut der Reime in allen gleich ist, dergestalt, daß sie einige Aehnlichkeit mit einer Reihe sich gleich bewegender Tänzer haben. Ann. Taro hat deren von dieser Art, und unter dieser Aufschrift verfaßt, Die mnecHrn-ou/ca unterscheidet sich vorzüglich dadurch von den angeführten, ähnlichen Dichlartcn, daß sie italienische Worte latinisirt. 6rs iss- poccics, sagt einer der ersten Macaro. Nischen Schriftsteller (Zolcngi selbst spuä öäensg. in dem l)iöt. krymol. AuSg. von >694. S. 462. Vc>e. öcäsesrvns ) nuncupsrur slrs rlä-re-Zi-a-zrc« s mscs- re>nll>U5 äerivsrs, >^ui -st ^«ra »'oner iuuc >zn»ä'- phiv (Düaxius (ch 1488. S. 5csräec»n. >znricz. ?srsvin. S 2Z9.) ein Paduancr, aus dem i;ten Jahrh. dessen Lärmen msesronicum 6e ksrsvlniz czuilmsäsm srre msgics äeluiis s. I. er s. 4. in der Lihsiock. ^inellisn^ ausführlich bcschcie« Sche S ch e 279 ken' worden "Ist. — Tesf. Folengi (1^ >544- Oer berühmteste seiner Nachfolger, und bekannt unter dem Nahmen Merlin Coccaie (Seine Vkoucofioe bäo- coronicse, nur 17 an der Zahl, oder vielmehr die eriicn 17 Bücher seines Balde, eines scherzhaften epischen Gedichtes, worin die Thatcn und Abentheuer des Balde da Cippada erzählt werden, erschienen »uerst, Vcn. 1517. 8. und sind nachher vollständig in 25 Ges. Vcn. i;s>. 12. unter dem Titel, Opus bäerliui Locoji, und vermehrt mit einem ähnlichen Gedichte, Tsnirolvllo, oder die kicbeshän- del deö Tvncllus und der Zanina, und der kstolckco, oder dem Kriege der Fliegen und Ameisen, und nach dieser AuSg wieder ebend. 1554.8. >564. 8. >6>Z. >2. Hmli. 1692.8. ebend. »77«. 4. 2 Bd. abgedruckt worden. Der Vers, gab indessen, bey seinen Lebzeiten, clnc sehr veränderte Ausgabe, unter der Aufschrift, KSocsrc» nicoruirr poemo ^ . . (VelZ. > 5Z0 ) 8, welche aber nicht den angeführten zur Grundlage gedient hat. Auch sind sie »nie nach den erstcrn, unter dem Titel: Istili. mscoroniczuc ste Vlerlin Loccoie, prorocz-pe ste ltobelois, plus I'iior» ilble iiocoille ostv. eucre los lnouckcs erstes tourmis, kor. >606.12. 17Z4. i z. 2 Bde. in das Französische gebracht worden. Ausser diesen, eigentlich Ma- earonischcn Poesien schrieb Folengi auch, unter dem Nahmen Limerno Pltvcco, den vrloustiuo . . . Vcn. 1520. 15Z0. »559. 8. Lond. 1775. 12. in 8 Gesängen oder Lopiroli , im 8riio bernelco, und das Loos stri peruno . . Vi». 1527. 8. tn drep Selve, nicht wie Warton (lull, ot LnZI. poec. Bd. 2. S. 557.) sagt, eine Parodie auf Dantc'S Inferno, sondern eiue allegorische Geschichte seines eigenen Lebens, und größtettthells in lat. Versen; auch bey einigen der vorhin angeführten Ausgaben befindlich. Nachrichten von dem Verfasser und den Werken geben Thvmasini, in den klag, ksrovinor. kor. 1644. 4. S. 71. (aber etwas fabelhaft.) Balltet in den .lug. fies 8ov. dl. 1276. r. ZV. k>. i. S. 187. Ausgabe von <725. und Fontanink, oder vielmehr Ap. Zwo, in der kibl. stell'klag. Irol. Bd. 1. S.zo, u. f. AuSg. von i?;z.) — Guarino Capella (Z^ockaroneo in Lsiirinum (Zzgnmagogse ltcgemcom- possro, niultum steleötobilis sst legen- stum er lex liluüs stiltinöto. Arimini ,;,6. 8.) — Barth, Bolla (1570. kstovo dlovnrurn novillimo, t. ?oc- ins» ltilo mocoronico conl'cripro, gui tociunr crcpsre leötores er lolrore ca» pros ol> nirniuin ritum . . . 1604. 1 2. De nvvo mogns stiligenrio reviss» coro er ougmcnroc», llomp. in itoin- porurs, Lcomporor. 1670. 12. De? Verf. lebte in Deutschland.) <— Bern. Scephc>nius(f 1620. Erpthraeus führt ihn in der kinococii. I. S. >60 alSVerf. macaronischer Gedichte an; ich weiß solche aber nicht näher nachzuweisen.) — Cef. (DrjlN! (^logilbri Lroppilli» koer. London. (topricio häocorouico, kost. i6z6. 8. Ven. l6zy. 12. Lrcm. 1640. IS. Vcn. 165z. >2. ^lestinl. 1662. 12. 1688. 12. L. nov. ^ppenst. Ven. 1700. >6. Der maearonischen Gedichte sind acht.) — partl). Aanclaio (Lir- rostiuus mocoronicns mecrificocus» ove» ruln ste pioaevoli cvnverlonris coltn- moncii, Lomnio rrencs czuinguo 1^47. 8.) —- — Sammlungen von dergleichen Gedichten: bäoclrarones vorla stiverssr lingu!» coulcripro, praeter» rim lotine, t. l. er s. 16. Die Verf. sind unbekannt. — Wegen der maearonischen Gedichte von Dichtern anderer Völker, s. die Folge. UcbrigcnS gehören zu der korst» kloccstzrouic» noch einige andre ähnliche Sprachmengc» reycn, und Sprachverstümmclungcn, als wenn Wörtern andre als die gewöhnlichen Bedeutungen gegeben, oder ganz neue Wörter erfunden werden, u. d. m. Mehrere Nachrichten von der koesta lnocckarollic» geben CreScimbcni, in f. Lrorio stell» volgsr pocsto, Bd. !. S. ?6?.d. a. A. Quadrio in seiner 8ror. e rog. Bd.,. S .216. — Auch handelt davon noch die Vorrede vor der in der Folge vorkommenden kvlemo Ickiststini», S 4 lo 2ijo Sch e S ch « so wie Oeblire, in derkiblingr. inssrnkl. LclI. l.eccr. Bd. >. §.6, S.445U.s. —- Die vorgcdachtcn scherzhaften Lichtarte» gehöre», wie gedacht, grdßtcnthcilS zu de» lprischen Pocsiecn dieser Art; auch Hude» sie deren sogar in der Form von Oi- thpramoen, z. B. von Nie. Villani, Key dem tMgelnhi'len kogionamcnro. — —. Zu den epischen scherzhaften Poc- siee» der Jraiicner gehören überhaupt: l., peoetijio vir» ckeli Iminockeraro I.ip- poropo, Ven. IZZ2. Z. — «L>ell0 Arcigbi (b.» Lii-onre», l^ir. 1547. »566. 4. und de» den Ätsnie ckel l.ss- es, sslor. i6ii. 12. Apostolo Zeno, bey den, Fontanini 294. N- x) schreibt sie demGirol. Anielonghi zu.) — L. Amima (h.!> k>s,lne», dir. 1048. und mir dem vorigen in den beyden setzten Ausgaben, zur Verspottung derselben geschrieben.) — Ant. Franc. Grazzini, cklmsca gen. sl s tckueera ckeVZtlollri > ?ir. 1584. 4. ^unvollendet.) — Euil. Dali (1^2 con- tet.^ eii p-liunc, dir. >556. 4.) — Ces Caparoll (H.2 vir» ui lvlccenoce , . . Vlil. 1604. ,2. Ven. 1608. 12. rcruZ. >6lz. 12. In Terzinen; eines der angenehmsten Gedichte dieser Art.) —> Eiamd. Anorsiiro (t.o ssorrunsco xvera, Ichs. 1626. 8- nur z Ges. vermehrt, unter dem Titel: IVLlivsssro, «wer» i> poers ttoicunsro . . . Kol. 1642. 4. in 24 Ges.)Girol. Nla- gagnals vir» eii ldomolo e eii chln- cma kompilio . . . Vcn. 1614. 8 ) — Franc. 2dracciolini (i)l.o scfteeno «Ie»ll Lei, iftr. 161 8. 4. Vcn. 1S18. 12. vermehrt mit einem Gesänge, liom. 1626. 12. Ven. 1627. > Kol.1686. 12. z) l.z ksllicke Liverins, bey dem vorigen, z) II ksrino, ebcnd. 4) lhiorce ckell Orviecsno, und 5) II Lon- viro et! Deco ^nronicn, werden vom ZHuadrio in s. 8cor. e rs^. Bd. VI. S. 72z. auch, als dergleichen Gedichte von ihm und als gedruckt in seinen?oefic, Hom. ,6z9. 12. angeführt; ob sie darin sich befinden, weiß ich nicht.)— Giamb. /^.afti (I.Z iZlofcsseicke ovvcro Lomi- sionv ii ^lolcklcicks , . . Vcn. 1619. »2. KÜI. La kttaircricie» Ven. »629. >2. bck!l. i6zo. 12. 6 Gek. der, so schlüpfrige Gegcnfiand, die großen Blattern, mit ziemlichen Anfiande behandelt.) --- Ungeit. Gpec? nuovo, piscevole c >Ia ricicrc in orrovz rim» , e cii loci» iillimc ligure »ckornzra cki un Villsno lavorsrore, nominor» Orillo, ii quäle volle ckivenrar Vlcckico, I'»r. 1622. 8.) — Alefs. Caftoni (f>6z;. I.» 8eccb>!l>, ?vcmo erolcnmico . . . . psv. ,622. 12. verbessert, und unter dem Titel, Lz Lccchi» ropirs, Kon» cißl. (komo) 1624. 12. Ven. lö;c,. 12, Vlockcn. 1744. 4. (b. A.) Vin. 1747. 8. Var. 1766. g. 2 Bd. Ven. 1777. 8. Ucbcrsetzt in das Französische, von P. Pcrrault, Par. 1664. 12. 2 Bd. Bon CedocS, Par. 17;-?. »2. z Bd. In daS Englische, Lonck. 17»;. 8. In das Deutsche, Hamb. >78i. z. von H. Fr. Schmitt vorher in der italienische» Anthologie; auch eine Peobe in dem Schirachschen Magazin. Das Leben des Lichters, von Mnracori geschrieben, findet sich beo der Modencser und den folgenden Ausgaben, so wie eines in den Vics ckes ickommes cr ckez Kemme« illussre» ck'Irolic, Vverck. 1768. 12.) — Vital. Salensi (Ii Vrissznei» 10 tuorusciro cii Lvlonis . . . krelc. 1624. 12. La der Verfasser dicseS Gedichtes schon um daS I. >z8z. gelebt haben soll: so ist eS, wahrscheinlicher Weise, auch schon früher zuerst gedruckt worden.) — Giul. Ces. Croce (Ks I'opeickc, TZHKscimenro smorolo cksnimsli ccr- ressri eck seiei, collc hstorze ckell» kons, c ckci ?»slcr!no, c >1 dstolci- mcnko ckeilz Lsvalercs, c ckei Lnllo . . . Kol. >6z6. g.)— Flau. Fieschi (l.a Valrelljns, Ven. ( l6zg.) 12. ein sehr mittclmckßiges Product.) —> Felice Milenzio (l.» Qi^oncomachi», s. l. er ». 8. in reimfrcpen Versen.) —- Carlo Corire (I bstumi Lluerrieri» Ven. 1640. zwölf Ges. in Octaven.) — Lulo. Ghcrardi (I ckue poeci con. rrsr) csriersri in karnslo, cke' quol! 11 p!ü lAnorZnre ö senrenzioco ck» ^xolto sila Lerlin» . . Kol. 1640. 8. I-, S chs Sche 28r In Octoven und im d'tilo bcrnefco.) ---» Laut. Boccbmi (l,e ?222ie steVav), ovvero II Vamberracciu .... Vcn. 1641. 12. Lnl. i6 ;z. 12. 1669. 12. Eine Sat. auf die Modenescr, zur Vergeltung des Tassvnischcn Wassceeimers, und der darin befindlichen Spotterctzen über die Bologneser. ) — Pietro Ve' Saudi (II kucmonc, ovvcrv Avino chvylio Ooeonc e Lerlinßkeri, Vir. 164z. 12. Eine Verspottung der Ro. manheldeii, oder Travcstirung romantischer Epopeen, die aber auch wohl «Itter fron muß, weil der Verf. »m das J. <;85> lebte.) — Carlo Dortori (l,Astnc> . , , Ven. ,s <2. I-, Zehn Gesänge in Octaocn, veranlaßt durch das Sinnbild eines Esels, daS die Viccntiner einst in einem ihrer Kriege führten, und daS zu einen, Sprichmortc Anlaß gegeben hat ) —> Franc. Lulvio Lrugoni (1,2 Ltiarstinranrciste . , Var. 165z. 12. Auf die Fischbeincöcke des Frauen- zimmcrs.) — A.or. Diltori (Val'roza rapica . . . össcer. 1662. 12.) — Lor. A.ippi (b 1-164. II Vlzimsnrils ractzciiibat» . . . Vinaro 1676. 12. Vir. l688- 4. cbend. >75°. 4- Vor. 176z. 12.) — Giov. Cam. Peresio (II romancle» ovvero II V2Ü0 cuiKzuillaro . . . Vcrr. 1688, 8- Ju römischer Volkssprache.) — Ippolico lhleri (-f 1709. I,z Vrcla sti L. öiv niaco in seinen TaZui sti Uimc, Vucca >7°8. 8.)— Giov. Mar. Xaperini (-Vlicliino . . . Vicistelli. 1718. 4.) — Art. Ascerti ( Vg Oliä»rs, ov- vero il Onverno sti Vlalmancilc . . . hie. -7Z4. 8. Acht Gesänge in Oktaven.) — Uercvlstr, c»n kerrolstin», e Oaestenno . . . Lnl. 17z 6. 4. Ven. '757. 8. Dressta 1779. 8. Ein, aus einem prosaischen Romane des Giul. Cef. Crvce gezogenes, und von zwanzig verschiedenen Personen verfaßtes scherzhaftes Gedicht. Es ist auch in den bolognesi- schen und venezianischen Dialekt übersetzt worden. — Giros. VaruffalSi ( Ii Oullc), Vor. 17Z8. 8. V!n. -7Z8. 8. Zehn Ges. Las vorher schon angeführte Werk ckneS Ungenannten, mvbcrnisirt.) — Giul. Cef. Beccelli (IIQonell» . . . Vcr. 17Z9. 4. Aus einem im I. >;8g. geschriebenen Romane gezogen.) —- Sauere Dettinelli (I,e Uaccol- le, Lank! IV. Ven. 175 1, 4. verbessert, Kill. >752. 4. Il ßiuoco stelle carte, Ven. 1778. 8. Ii mnnsto stellaVun», sämmtlich im Ven Bd. s. vp. Ven. >781.8)— Varl. Corsini (>l Vor. racliiune stesolacu, I!ol. 1750. 12. -Bd.) — Gian. Carlo passcroni (Il Liccrvne . . , dlil. 1750 U. f. 8. 6 Bd. u»s. 1775. 12. 6 Bd.) --- Ant. Fri))i ( 1) 1,2 kislamciste, Vcrr. 1772. 8- 2) II Vcgliane, sserk. 1776. g.)!— Adt Parin: (1) II Izlatrino, Ven. 176z. 8. 2) ll dl«?. 2» ginrno. z) 1,2 Ier2. 4) 1,» Issorke; Deutsch, unter der Ansschrift: Die vier Tageszeiten in der Stadt, Frist. 1778. 8-) — Carlo Go;;i (1,2 ^laiiiss, Vir. 1772. 8. und als der ?ten Bd. seiner Werke.) — Ottav. Girolami (II Veinpio stell» Vvlis, I-ucca 1778.8.) — Graf Durame (l,'ufii, Lerg. 1778. 8. >n rcimfrcyen Versen, und mehr zu den Satiren gehörig.) —» Clements Donvi (I.2 ziornara villaroccia, in Octaven, in s. Voemcrci, Ven. 1779. 8° V'uio, cbend. Auch dieses letztere, in rciinfrepcn Versen, abgefaßte Gedichts gehört eigentlich zu den Satiren.) —- Angel.Calassl (1,2?ium» recis2, Ven. 1778. 8 ) — Giac. Virorelli (Bcy s. lbimc, Kais 1784. 8. findet sich ein scherzhaftes Gedicht, I lelacckaroni.) —. Ungen. (II primn Vircnre, Lsnri V. Ver. 1792. 8- — Ucbrigcns ist zu Florenz, im 1.177z u. f. eine Sammlung der frühern heroisch cvniischcn Gedichte der Italiener, unter der Aufschrist, Voe. mi klrvjco-Lomici in 6 Bden. erschienen. — Und von dieser Poesie, zu welch«- aber einige der zuletzt angeführten Gedichte nicht, obgleich zu den scherzhaften überhaupt. gehören, handeln. Eres» cimbcni, in seiner 5rori-!. Bd. 1. S«Z5;> und Quadrio in s. 5tnr. e rag. Bd. 6. S. 7>9 u. f. — Auch will ich hier S 5 noch 282 S ch » Sche noch einige Gedichte wenigstens überhaupt nennen, welche gewöhnlich zu den scherzhasten gerechnet werden, ob sie gleich nur schmutzig sind, als von Luigi Tansillo (Ii Vüidemisrore, Kap. 1554.4. und unter dem Titel, Lran^e delia colrurs deZIi Oer! delle Ovnne, Ven. 1550. L. Auch werden eben diesem Verfasser die Lrsn?e in lode delia menra 1540. 8. zugeschrieben.) — Franc. Mar. IMolza (La Licbeide, öald. 1559. 4. mit einem Eommentar des An. Lara, und bcy den Lsgionamenci des Acetino, t. I. >;z8. L. Bayle hat dem Verf. einen Artikel gewidmet, scheint aber doch das Werk selbst nicht gesehen zu haben.) — Auch gehört das Lapicnlo del torno des T>cmbo, so wie das Lapirolo delia Zssava des Mauro hierher, welche sich aber bei) Opere burletcke befinden. Die verschiedenen Parodiecn und Travcstiruu- Ken epischer Gedichte sind bc» diesen selbst angeführt. — S. übrigens den Artikel Lirö. — — Scherzhafte Gedichte von spanischen Schriftstellern: Bc» dem Art. Romanze ist der scherzhaften Gedichte in dieser Form überhaupt gedacht, und die burlesken Romanze» des Gongara überhaupt angeführt; allein es sind deren noch von sehr vielen Dichtern mehr geschrieben worden. So enthält, z. B. in den Loctias des . Die tabula del Lenix, von Ebcnd. ebcnd. S. Z28. Die tabula de Atkson, von L. Barahena de Soto, cbend. Bd. 9. S. 89 u. a. »1. Vclazquez, S. 4Z8. d. Uebers. hat sonst noch einige burleske Komödien zu den scherzhaften Pocsiecn gezogen; allein mich dünkt, als ob dadurch immer die Kränzen der verschiedenen Dicht« arten verwirrt würden. S. übrigens seine Geschichte der spanischen Dichtkunst, S. 4Z4 u. f. Scherzhafte Gedichte von französischen jDichtern: In der Macaconi- schen Manier: Dem Vavassor (l)e lu- dicra lZitkione, S. 4Z7> Ld. Ixsppi!) und dem Mervesin (Lliti de ia poetle traue. S.izy. t^mtb. 1717. ia.) zu Folge war Anloine Arena, oder vielmehr eigentlich 0el»Sablc(fiZ44) wenn nicht in Frankreich der Urheber, denn doch der vornehmste Schriftsteller in dieser Oichtart. Sein, so viel ich weiß, erstes maccaronisches Gedicht ist, 7Zd tus« LompaZuoncs ltudianres czui tunr de pertona trianrez, baltaz dsntas in ga- lanri Kilo b!to»naiires, dessen Erscheinungsjahr mir nicht bekannt ist, das aber schon in der Lyoncr AuSg. von 15-9. >2. auf dem Titel de novo correttas er to- lirer »ugmenraras cum Luerra Somalia coruin ad ton^um sine re^uirs» cc S ch « Sche -8; «rl cum nncrrs dkeapollcan» et cum »cvolra Lenucli er Lucrra Aveno- nienli HM, und, nachher Noch, ebcnd. >5Z>. 8. >5Z). >2- >Z7- 8- >6,z. 8. s. I. 1670. >2. gedruckt worden ist. Auch soll «ine Ausgabe mit der bloßen Aufschrift, lSciliilimum Opus Ouerrarum er t)on- sarum, imprell^rum in bragarstistima Villa ste Paris per stilcrcrum ftumi- nem XkaAifter )ulium Deltinum ste kiemonrum ste Anno 1574. 8- vorhanden sehn; und in dem Ear. Libl. keß. kar. wird eine Ausgabe der Luerra kv- man», blcapolir. er Lienucnst, per, 1570. z. und eine andre, cum epiitol» est )oa, knsacsm, Kar. 1Z74- 8- angeführt. z) .Vk'iße, tsnrrepr!2Z Lsco- 'jiczui Ilnperacoris czuansto ste Anno D. l;z6 veniebar per provinciam bcne corrolaru? in poltam prenstere kranism cum Villi; cie provens» proprer ßrolla; er minuras ßcnrcs reso- bire (Avißn. r z z?) 12. örux. 1748. z. ^001760. 8.)--- RemyBelleau (f>5?6. schrieb, in dieser Mamer: Dikta- nien mctrikicum ste hello biußucnoiico er kciltrvrum pißliamine acl Lostale;, das, so viel ich weiß, bei) den beschule ste d'alcrne, rrast. . . p. )can ste bsti- lau, k. i. a. 1 z. 1 6;o. 4. 1 6; 1. I2. uns auch bey der Ausg. der Gedichte deS Arena v. I. 1670. 12. so wie einzeln, 172;. Z. abgedruckt ist.) — Lr; -Hollo« mann (s 1590. Seine Heyden, bey dem Art. Sncirc, S. 154 d>. angezeigten Schriften sind in diesem Stifte abgefaßt.) — Theos, v. Beza (-s 1605. Die, «ben daselbst von ihm angezeigte Schrift gegen den Präsidenten bizet, ist in eben dieser Manier geschrieben.) — — Sogenannte burleske Gedichte: Das Wort selbst wurde, in die französische Sprache, aus der italienischen (von bur- ls, s. Oi iß. stclla bftnßua Ical. . . . stsi L. fvlenaßio, Kar. I 699. 4. p. 207.) ungcsshr umsJ. 1670. eingeführt (s. Vitt. Livinol. . . . parkir. xsenzze, Kar. 1694. f. S. 140 u. s.) Es gab indessen schon frühere Gedichte in dieser Manier «nd das ältcße, mir bekannte, ist »on Berenzev de laTour (1551) und führt den Titel: dclslei 'ste stestiec ZU ßranst kozr Alcokriba; Kavier, bcp s. Llro- reiste, aurrcmenc I-ouen--e ste kal, lb),»n 1556. z. Indessen brachte erst I. Lrc. Sarrasin (f >655) das Wort Lurieftzue vorzüglich in Ilmlauf. Er schrieb in diesem possenhaften Style, die Oefaice ste; boucerimc;, ou Duloc vaincu, la Louriz U. a. G. III. Menage gab s. W. ft-r. ,6;6. 4. heraus. Einige Nachrichten von ihm finden sich in Bail» lers sturem, ste; Lav. Korr. Most. bk. 1502. 'V. IV. p. 0. p. 264. Amlt. 172;.12.) — Paul Scarron(fiü6o. Tp^pfton ou la Lißanromacftic, 1S44. 12. Ulld in s. (Icuvr. par. 1645. 4. z Bd. t6z;. ,z. ,0 Bd. so wie noch mehrere Gedichte dieser Art, als dicke- teuere au Larstinal. Sein Virzile rra- veNi ist bereits bey dem Artikel Aeneis angeführt. Einige Nachrichten finden sich im Baistet, ?oer. m»st. bk. 1499. 5. 252. a. a. O.) — Aug. Menage (f- >692. Seine, bereits in dem Art. Satire angeführte keizuere ste; Olötion- naires wird zu den Poesie; burlelque; gerechnet)-»-?. Mick, de Nismes (b kmbarras ste la, poire ste keau- caire, Amlt. >7-0. 8 ) -— Ungen. (bunerce; ü eclaircir ia vus, Poeme Kurl. 1769. l2.) — »ebeigens sind dieses bcv weitem nicht aste burleske Gedichte der Franzosen. Pelifion, in s. kelarion ccmrenanr lst-iiit. ste I'Acastemie kran- ^oii'e, S. 72. lest, ste Paris 1671. sagt daß, nachdem das Wort burleftzuc einmal)! durch Sarrafin in Frankreich eingeführt gewesen, il stcbvräs, quil > ssr stTcrangca rzvaAcs. sembloir- !I pas roure.>: ccs annees sternieres gue nous joualftonz s ce )cu oü qui gagne perst? cc la pluparc ne pcnsoicnc- Iis pas czue pour ecriie raisuansblcmcnr en ce ^enrc, !l sussisoic ste stire stcs ctioics conrre le bvn - lcns ec la raison ? Obacun 5'en cro>-o!c capablc, cn t un er en l'surrc lexs stepuis lcs Damez er Ics 8eigneurz ste la Lour, zus^u' sux kemmez ste ckambre er ,ux valera. Leu« 284 Sche S che L«cre kureur -lu burkellzue ckont^ Is ssw mous commcnzons d ^ucrir, ellvir vc» üue ii svanr, czuc les Ildrslres ne vou- loienrrien <^ui neporlar cenom; c»ue xar ignorance, ou pour mieux clediccr leur marckanüitc, ils Ic cionnoicnrsux «»hoses les plus lerieuie« clu monstc, Iiourventeulemenrczu^elles kullenr cn perirs vcrs; cl'oü vicnr czu'cnia Zucrre cle Paris en 1649. on imprima uns piece alle? mauvsise, inais lericule pourtanc, avec ce rirre .... /.« /'ri^so» b. A. gedruckt. Ausser den, zu den scherzhaften Satiren gehörigen pecir und tzranä rellamenc, enthalten sie mehrere scherzhafte Balladen und Rondeaux, so wie einen KlonoloZue ;g4. Die Ausg. seiner Werke sind bey dem Art. Satire S. >7>. angezeigt. Naude, in f. Masenrat, S. 166. Ballen , in seiner Oiilerrar. tur le liurless. e^ue, und Vavassor, setzen den Marvt unter die burlesken Dichters allein, wie mir dünkt, mit Unrecht, denn wenn gleich neuere Gedichte im Marotschen Style, zu den burlesken Werken ge«, rechnet werden könnten: so. schrieb doch Marvt selbst, zu seiner Zeit, in der gu» ten Sprache.) — Mellen Sc St. Gr.' lais (s >;;8. Seine vcuvr. lllyvn 1574. 8- I'ar, l6;8. >2. par. 1719. 8. bestehen au» Elegieen, Episteln, Ron« dcaux, Sonetten, und vorzüglich aus Epigrammen. Ille poere, sagt Sabotier, ell lo Premier c^ui aic t'aic pailer le östaciri. Aal lle ia Soests iral. clau!i la uorre, er c ell lui czui su a iixe Ic vcriradle csraillere; II l'a restuic au ienriinenr er ö la llnclle cis la galanter»?. Gou» jet in dem Ilten Bd. S. 456. Vaillct in den ssuu- ckes 8av. ?<>cr. most. dd. I28Z. 1°. IV. ?. 1. S- 20!. ülmll. 1725.12. und die Ännales poer. Bd. ?. S. 67 u. f. geben Nachrichten von ihm.) — Vinc.ve Voitnre (f i6g8. Veuvr. ?ar. i6;6. g. t.z poeile tranz. (sagt Pe- lissvn, in s. Oiic. vor dcnOeuvr. cie Lsr. rassn, S. 47.) »voir ere Aaz-e ertolbcre ciu cems cle dstaror er cie dstellin ckc8r. Lelais, er czuoirzue cieguis eile eüc encors paru rzuelezuekniz avecle nremo visaze, neanrnoins lez Arancks Lenies cle llonl'arck, lle äu Uellay, 6e tlellesu» cle ldezporres, cle Lerresu, clu tlsrci. ciu llerron er cle ^lallrerde eranr plus Graves er plus lerieux, llavciienr empörte par-ciessus les surrcs, er nos Ilstulss commsn^oienc a erre auili is» vere c^uece?t>ilotopke lle tz/lrnriczuire ^u'on nc voyoic gamais rire. lles cllolss eroienr en cer erar . . . lc>rs- czue Voirure vinr avee un etprir cres» Aalanc er rres - äelicac, er une Melancholie clouce er ingenieule ezui ctierctienr tans cest'e d s'egayer, U. s. w. Er erneuerte die Ballade, dag Triolet, Rondeau und dergleichen Oichtartcn. Laß indessen sein Scherz mehr Künstelei» und Witzelei» als wahrer Scherz war, haben die neueren feanzöstschen Schriftsteller, Voltaire, Marmontel u. a. m. selbst gesagt. Nachrichten von ihm finden sich in Ball. let'S Sche Sche ict'Ssu^. cher 8»v. ?c>er, mach. dl. 1467. J7.IV. h. 2. p. ,66 TZmlst. 1725.12.) — Wegen der übrigen scherzhaften lyrischen Gedichte , s. den Art. K.ied. — Scherzhafte französische Gedichte von Her erzählenden Art : Ausser den, bey dem Art. tLrzäblung bereits angeführte», gröötenthcilS hierher gehörenden Gedichten: Nie. BoileauDeupreauxichi^,. !.e st.urr>n, ü Ges. zuerst 4 Ges. im I. 1674. vollst, im I. >S8z. und nachher in seinen Werken, Len. 1716.4. 2 Bd. mir einem Eomment. von Brossette. rZmlst. , 718. t. und q. und 8. mir K. ebcnd. ,729. >-. 4 Bs. mit Anmerkungen von de Mvntrcuil, Oresd. 1746 und >767.12. 4 Bd. Par. 1747.12. 5 Bd. von St. Marc; Par. 17Z7. 12. z Bd. durch Renau- dvt und Valincour. Uebers. ist das Pult, in das Englücpc, mir der Dichtkunst des Verf. Lond. 1714. g. In das Deutsche von G. E. E. Müller, Leipz. ,?z8. und von Zrdr. Heinr. von Schönberg, Dresd. >75Z. 8.) — kLusr. le Noble (ch >711. b'oliee che I» LerinZue, ou Ics st>> 05 err, Loeme leer» » larir. Lr»nctiev. 1 690. 12. Eine schlechte Nachahmung des Lu- trin. st.» bi»ch>»e c>u le» on>-lez ron» x« z Ges. 1690. 12. Zus. >691.12. und im ixten Bd. s. Oeu vr. das letzte ist eine Sat. auf einen Apotheker.) >— Jean Jos. Vade (ch 1757. st.» h>pe csssee, in seinen Oeuvr. l'»r. 1756.1 2. 4 Bd.) --- LH. Gecondac B>. de Monte», quicr» (1° >757. be remple eie Lniche, pur. 172;. 12. sieben Bücher, 1772. 8. mit Kpf. und in Kupfer gestochen; versi- sscirt von Colardcau, mit einigen glücklichen Bcründerungcn, besonders des Ausganges, im iten Th. seiner Oeuvr. h»r. 177L. 12. z Bd. und von Leonard; übersetzt in das Jtal. von Vespasiani, Lul. >767. 8-. In das Deutsche von I. 8. Camecer, Hauib. >751. 8. übers, drey- mahl; am leidlichsten von Wagner, Wien »77-o> 8.)— Arouer de Voltaire (f >778. 1) ist» Lueeile ch'Orlesns, jetzt 21 Ges. und im 1 rten Bd. der Bcaumarchasschcn Ausgabe s. W. Uebers. in das Englische, 1780. 4, In Ovggrel itimei?85. I-. In dss Deutsche, Par. I787. z. (eine freye Nachahmung) Lond. 1788. is. (elend.) Travestirt (Wien) 179, u. f. z. z Bde. 2) l.» L-uerre civiie che die- neve, ou ier »mouri che ktoberc Oo. veile, l.onch. 176z. und im loten Bd. der vorhin angeführten AuSg. s. W. 5 Ges. Engl von T. TeveS 1769. >2. Auch gehören noch mehrerer s. Hoest. mel. im i4len Bd. s. Werke hicher.) — Jean B>. stbonis Grcsfek ff >778 st-c Ver- verr, 4 Ges. hl»)-« 17Z4. 12. und ilt seinen verschiedentlich gedruckten Werken, NlS ^mft. 1755. 12. 2 Bd. st-onch. 17z8. 12. z Bde. Englisch vonI Gilb. Coopec 1759. 4. und ein zwcyteS Mahl 179z. 4. Deutsch» von Götz unter den» Titel, Papeelc, 1750; unter dem Titel, der Papagey in Versen, 1779. Auch tömirn noch srin L»,cme, und s. l.u- rrin vivsnr hierher gerechnet werden.) -- Dencsie (ch 1767. b'bcvurnesu, vu Irr »vanrures chu Lanstonner, pue- me her. en V cti. 17ZÜ. 12. st.e Lu- ricux puni l/Z/. 12. U. a. M.) Ll. Marie Giraud (st)i-boc»nus 011 t Orv>er»n che Lslins h. Iierievm. 17?"» >2. in Prose. st.» Vtieri»c»che, ebcNZ falls in Prose, zus. 1769. 8. st.» stho» copache, ou lVZporlieole chu Idotst. hro- cope 1754. 12. 6 Gcs und in Versen.) — Frc. Ant. Lhevrier (b'Xcschische, i» öll»nchrin»che, I» hrulstioche, lVli- bionjche, er stBi»novri»cie, Poeme? fteroi-com. 1758-1759- 1^- 2 Bde.) — Bonlanger (be ö»isi, Loniisnr. 1761. 8. b» ckanchelie chVZrr»! . . en XVIII. Lti. Lerne 176g. iz.) --^-> Junguieces (Loczuer Lonbec, st'ouls ^ m» st »nre 176z. 8. Venu. 1764. 8. Sieben Gcs.) — K.e Jcune (Glovi- h. Iicroi-com. 176z. 12. z Bde.) ----- De la Granche (iste hstiaecon renverste, h. sticrvi-com. 1764. 12.) Jfard de sth'Jsle (b» L»rch>n»che, ou Ik.s noces che I» ftupichire 1765. 8. Zehn Ges. Eine Art von Lunciade.) — AlEx. Ma« ton ( her Innocciis, h. stier oi - ooin. cn IV cki. 1764. 12. V»nst,^c)cle> ou !e xecic liolanä, h. ftervi-oom. ea Viltc.ii. 286 S che Sche VIII Od. Lrux. 1776. —I.Sram. Rameau (1.0 kt-mcide, >766. 8.) — Ungen. Ucs ViUimes, hoeme dcrvi- cum. 176s. 8. — Ungen. (he Voyage de is htormandie > p. dervi-com. cn Nied. 1769 .12.) -— Ungen. (be VouxdsII ordinairc, ou ies söres de ia Luingerre, Poem. ^rlv. en V cd, 1769. 8.) — Desfomaines (bc« VSM! de Diane, ou ic rriomgde «je l'smour» en III cd. 1770. 8) — Hilgen. ( D'cczuigee, Poeme Ireroi- com. en VI cd. 177«. 8.) — I'u- «eile de Paris, cn XII cd. Dond. 1776. 8. — 1-cs )ournses de i's- mour 1776. z. — Gabiol (De DucI, tuivi de I'origine de la gaxc er de» boufi'anrcs 1773.8.) — Abt Favre (Des quarre deurcs de ia l'oilerke dex Dämcs cn IV cd. 1778. 8> >77?- 8 ) >»-- Unge». (1s Tournee de« Damcs 4?8c>. 8>) — Milon (D'evenraii en ZV cd. 1781. 8- gehört zu de» guten Gedichten dieser Art.) — Ungcn. (Dcs gidoulces de I'diver 178 >- 8) —' phanyr, en IV cd. Leu. >782.8 — Monragne (Da Device conquisc cn II cd. ,782-8.) — Ungen. (»Tournee de« ensans, Ic Vlarin >78Z- 8») ----- Joussceau Se stDageric (D. Dui-- xnrrc, poemc dcroi-com. 178). 3- Mns Ges. und mehr traurig, als lustig.) — Ungen. Dauxsde, ou samvur ü ia redouce, 178z. 8. Zwei? Grs. voller ivollüfiigcnGemählde. — Des Ldarrreux >78z. 8- Gräßlich durch den Jmchait. — Beffro)' de Rcign^, bekannt unter dem Nahmen des Cousin Jacques (dstaridorougd, Poem. com. cn >'rose rimee Dvndr. 17Z4. 8- Auch finden sich in s. Poes. diverses verschiedene hie- her gehörige Gedichte , als Duriubcrlu ou ie Leiibaraire, Vuriukeru U. d. NI.) — MiramanO (De Lsl eil Lsrcme 1784. 8 ) — Ilngen. De Xäomon, ou s» nuir du )oucur, p. deroicom. cn VI cd. 1784. enthält cinzcle gute Schilderungen. — Grainville (De Lsrne- vsl de pzpdo, 1784. 8. mittellllähig.) ' piis (Da Dario-kvberriadv vv Lgirre dadine de« ckcvsux , llnes et mulcrs au su^er des dsllons >784.8.) — Imberl oe la Placiere (Dlnven. lion des lzlobes acrultariqucs 1784. bieder zu Ehren der Erfindung.) — Ungen. Desquacresziions lirrerair. 1785. 12. ----- Des bsiisrs de 7NU 1786. 24. ----- De Vo^sge d'/^merique, Dvnd. >786. >2. — periitere, ou ia coiers o'amvur en V Lk. 1787. 8. —- Seriems (DVimvur er pl^cde en VUl Ld. >790. >2.) — Moussier (I.2 li- Herls du cloitre 1790. 8- De 3,c^0 de L)-rkerc 1790. g.) -— M. R. (1» ka/ocdcide, ?oeme Iruricico-gicrio» rico tieroique en Iii cd. >790. 8-) — Ungcn. I.2 ^ /^mourz d'un )cune l^acriole er dune dclls rgriistocrare, IV Iieroi-comi - gviiri- que en t'role 1790. 8- — Cubicrcs (I.r-5 Lrscs gcnersux de i'k-uroge >79 ,. 8. Loch mrhr lrhrreich, als schrrzhast. Ues rivaux au L,rdin»I,c . . . . »792. S.) Scherzhafte Gedichte von englische!» Dichtern, und zwar in der Maccaro» nischen Manier: XNill. Dunbar (1440. ein Schottischer Lichter: untcr s Gcd. in den iU,c. Scvcc. 1>. kdinb 177c,. 8» S. Z5 findet sich ein Gedicht, worin lateinische Zeilen mit englische» abwechseln.) I. Gbeiton (f 1529. Ii, s. Word» >7Z6. 8. finden sich mehrere, im eigentlichen Maccaronischcn Stvlc abgefaßte Gedichte.) — U?lU.DrummonS (t^olema-dt,ddinl2, 79-. 4.) — Dnrlesil« Poesien: Sam. L»i>t» ler (1 1680. Istudibr.1« in rdrcc fiorrs; der erste im I. ,L5z. Oer zwevte iin I. 1Ä64. Oer dritte im I. >678. Vollständig, sehr oft; mit einem Cvmmcnt. von Jacch. Gray 1744. 8. Z Bd. 17-S4. 8. 2 Bde. Vva Nash, 179z. 4. z Bde. ilcbrrs. Sch « Sche 28? Uebers. in das Französische von Tonnclap 1757. l». z Bde. In das Deutsche, von I. I. Bodmer 17z?. 8. (nur - Ges.) Von Wascr, Hamb. 1765. 8. Von S. W. Solthau, Riga 1787. 8- in Versen. Auch gehören noch Gedichte aus s. kc- Main» by it. 1759. 8. 2 Bde. Pieper. La» Leben des Dichters, mit einer, meines Bcdünkcns, im Ganzen richtigen Veurthcilung des Werkes, findet sich in Johnsons Dive» ok rkc molk emiuonc Luzliskpocr», Bd. 1. S. »6z. I.unst. 178z. 8- Das Gedichte vcran, laßtc übrigens allerhand jetzt vergessene Nachahmungen, wie einen falschen Se- const Part ob Hustitirs», einen Durch Und Scorck Lstustibra», Kurier» t-host, l'be Dcc^tionrl ist^poerire U. a. M.) Mach. Prior (ch >7si. Seine >ZIms, or lho prozrctz ok ehe minst , in rkree c->nru, ist, zu sichtlich, in der Manier des Hudibras geschrieben, um hier nicht seine Stetzc zu erhalten.) — Und mehr oder weniger haben noch in eben dieser Manier geschrieben: ??ick. Llccknoe (berühmt durch die Satire, zu welcher er den Nahmen hergab; sein Diarium vr rke Journal ist, indessen, in burlesken Versen abgefaßt ) — lLv. XVarS (Sein tstustibra» restivivu» gehört hie- her, so wie seine Uebers. des O- Quixotte in kustibrsllic verie; ob mehrere der ihm, von Cibber, (Dive» Bd. 4. S. »?z) zugeschriebenen Gedichte in dieser Manier sind, weiß ich nicht.) — -Hawking Brown (l'ke pipe ok l'obacco u. a. IN. in s. Poem».) — Unzen. 7Z 60^ ok vsc»rion in LnIIeze, Kurl» 1751. 4. — 5V- kNoffer (I'tie Irikti Hustikrs» 17;;. 8.) — Ungen. Ikke VVi^ a liurlekco - kscir. k'oem ,761.4. — phe Zvitst, s liurleiczue l 'oom 17 81 .4. Iwey Ges. und schlecht. — Instepenstcnce in iiustilirskiic vors« 17 8 z. 4. — XV. Sharp (/Z rsmble krom dlevvporc ro Lowe» 1784.4. Hudibrafiischcr Manier. ) — Unzen, 'lkiiopirriast an ker.in III Lank. 1786. 4. ebenfalls in dieser Manier. -— Ungen. ^1As l'evm-brvcliers 1787. iz. In Prose und Hudibrastlschen Versen. —- ^t'kinz;»!, » mostern kpic Poem irr IV Lsnr. »792. 8- Der Amerikanische Hudibras; die Helden sind Torysm und WhigiSm. — Allgemeine scherzhafte Gedickte: IDalter Sm^rh (1Ae mer^ Leü^s ok one csil^st pst^ck ctic l^enßrvistor^ 4. Der Jnnhalt sind weibliche Bctrügcrevenaber die Darstellung ist sehr schlecht.) — Abr. Lowleytchi667. Seine öch,ikrek» geschrieben im I. 1647. ISßt sich füglich zu den scherzhaften Gc-- dichtcn überhaupt rechnen. Wegen der Ausg. s. W. s. den Art. Lied.) — Ungen. (kacckanaii», or 1 Dekcripr. ok s struuicen Llut, l6zs. 8.) — A. IValler (ch1687. Seine L-rrcl ok rks Summer-Irlanst», zBes. gehört unstreitig zu den scherzhaften Gedichten.) — Ungen. Islingcan Well», or lks 1'k,eepenn7 eVc»stem/ 1691. 8- —» 7Z Learcki skcer ^Vic, or a Vificarion ok rlre /^urkor» ... 1691. 8. » J'iie kckool ok policiclc» or tke Hu. mvurs ob z Lakkeelrouke 1691. 8. 1Ac chacodire Lonvenricle 1691. 8, — John Philipps (ch 1708. 1As kplenstist SkillinZ in s. Poem», honst. 171;. 1761. 1776. 8. und auch in der Johnsonschen Ausgabe der Dichter, in reimfrcvcn Versen, und gcknzlich Parodie der Miltonschen Manier, die hier auf eil neu unbedeutenden Gegenstand angewandt wird. ES ist auch 1777. 4. in das Latci« Nische übersetzt worden: Das Leben des Dichters findet sich in Libbcrs, vdee Shicls, luve». Bd. Z. S. >4Z. Donst. 175z. 8- und im >tcn Bd. der Johnsonschen Dive», S. 425. Ausg. 0.178;.)-^- Sam. Garrh(ch I ?>8. I l>e Dii^eutbry» sechs Ges. erschienen im I. 1696. und in jeder Ausgabe, bcv Lebzeiten des Verfassers, verbessert; in der Johnsonschen Ausgabe der Dichter befindlich. Der Plan ist fehlerhaft; auch sind die Reden der Personen kcincswcges charakteristisch; aber einzeln ist es mit vieler Sorgfalt und Fleist ausgearbeitet, und, wenn gleich der La,-« stcliung die wahre poetische Wstriiic fehlt - s» fo sinkt doch der Dichter nie unter das Mittelmäßige herab.) — Iohn Gay (f 17z». 'Ode tan, in? Büchern. Dem Ganzen liegt mvthologische Dichtung zum Grunde; und mir dünkt, als ob Venus, Diana und Minerva nicht mehr inteecssiren können, wenn sie nichts thnn, als was al, lenfalls jeder sie thnn lassen könnte. Einzeln Stellen fehlt es nicht an Witz und Laune; Deutsch findet es sich in dem Taschenbuch für Frauenzimmer, Verl. 17z--. I'rivis, or rke /Ter ob Walking rbo kirrcers ob I^onclvn, ; Bücher; auch hier sind Gottheiten eingemischt, ohne daß esNoth wäre: doch ist das Ganze gefälliger, mqnnichfaltigcr und muntrer als das vorige. Die Gedichte des Verf. sind sehr oft gedruckt, als unter dem Titel Works, I.or >ei. 1775. !Z. 4 Bd. und sein Heden im Cibber, Bd. 4 .S. s;--. und iin zten Bd. S. 109. der Johnsonschen pives deschrie- den.) — TV. Somermle ((>742. In s. Oce-ilon»! poems, ponä. 1727. 3» findet sich ein scherzhaftes, in reimsreyen Jamben geschriebenes Gedicht, lstobbluoi, or rsse linral Lyorrs, das auch mit seiner vlmce einzeln, kirminßlmm 1767.8. gedruckt worden, und in der Manier des Lpleneliei LtuilinZ, obgleich vielleicht Nicht so interessant ifi.) — Alex. Pope (f >744. Vbe Pape ob ckic h.ocie geschrieben im I. ,711. in zwey Gesängen; und bald nachher auf z Ges. ausgedehnt. Der Werth des Gedichtes ifi entschieden, und meines Vcdünkens Übertrift eS an glücklichem Witz und Scherze alle ähnliche Produkte. Die Werke des Dichters sind sehr oft gedruckt; die befien neuesten Ausgaben sind, l .onä. l? 5 >. 8.9 Bd. >757- i Z. y Bd. 17^6.8. 8Vd. 1770. 8- 9 Bd. 1776. 12. 6 Bd. gemacht.. Ueberserzr in das Italienische ifi der hvckcnraub von Andr. Banducci, Flor. 17Z9. 8- In das Lranzösisckc, mit den Werten, durch Silhouette; einzeln im i-ztcn Bd. von Marmvntcl. In das Deutsche, von einem iingen. 17Z9. 8> in Prose; mit den Werke», durch I. I. Dusch, Hamb. 1760. g. ; Th. und in trochäiichen Verse», von Md. Gottsched, lckipj. 1744. 8. >7?l. 3.)-^- Ilngen. VarkiellsRIrclien, or rke Qa^s ob .4egypr, an der. Poem, honst. 17 IZ. 8- — Johl! Gzell (ck 174z. Sein Pape ob rlis Lucker wurde einst Pvpe'S Pape ob rbo hnek entgegen gesetzt, ifi aber jetzt vergessen.) >—- Math. Concanen (In s. Poems 1725. 8. findet sich ein scherzhaftes Gedieht, A Marek »c boorhail, in z Ges. eine sichtliche Nachahmung deck Lockrnraubes, die nicht ganz ohne Verdienst ifi. Das heben des Verf. erzählt ! Cibber, im zten Bde. S. -7 der lckvcs.) --- UlIZen. 1'sse Oavslcaste und riia Delixi,r ob rsse Lorrle 1710. Z. 'I'Ire Partie ob rke ckexcs, h. 172z. 8. — TV RlNg (^ 176z. Vke ck'oalb, an breroic Poem 1727. 4. 1747. 4. Und in AlnionS bounstlinZ Istobpiral bor wir. Las Gedicht ist eine politische Satire; aber, bep drm Art. Satire, S >86. Ii. a»S Versehcn einem andern Lichter gleiches Nahmens zugeschrieben worden.) — Rick?. Grven Camhriöge ('Dbe 3cri- laleriach, vxb. 1742. 8. >7; 1 .4. Daß dieses Gedicht später als der tockcnraub geschrieben wordrn, zeigt sich aus dcc Vorrede; aber, da die englischen hitlera- torrn dessen fast nie gedenken; so kann ich das Jahr seiner Erscheinung nicht bestimmen. So viel ifi gewiß, daß das Gedicht diese Vergessenheit nicht gänzlich »erdient, und wäre es auch nur der Bemerkung deS Verfassers wegen, „daß, in den Werken dieser Art, in komischrn Epo« pccn, im Grunde cS eine Unschicklichkeit ifi, wenn die Personen darin sich an die heidnischen Gottheiten wenden, Opfer bringen, Orakel fragen, oder die Sprache des Homer nachahmen; baß Cervantes seinen Heid auf eine viel wahrscheinlichere Art charaetecisirt bar, und daß das Wunderbare des Werkes viel natürlicher ifi, in« l dcni er drn Don Quixore keine anbre Ungereimtheit thun oder sagen läßt, als wie sie ein, durch das Hess» der Rittrrbüchcr, erhitzter Kopf thnn oder lagen kann." Auch dir Vrrsc selbst sind nicht schlecht, nur hat das Ganze zu wenig Interesse für die niedersten i'cser, und ist, obgleich mit S che Sche sg, mit hinlcknzlicher Wahrscheinlichkeit, jli gelehrt, um allgemein gefalle» zu können.) — Unzen. ck'he Scsnstsli^sste >75». 4. — l'tie Lsrrisst, t. 2 Ges. Chr. Whirliziz (phe (suseicsstc s moclc tier. Poem >752. 4. — I. Dmidombe ('phe peminisste 1754. 4,) — Uligcn, 1'he chkovisste, an der. Poem 175;. f. — Unzen. "k'tlv hkecsmorpkolls ot s pruste 1756.4. —» Wrizht ( sphe lots ot rke tstsnstlcer- ckiet 1757. L. Da ich das Gedicht nicht gesehen: so weiß ich nicht, ob eS Achnlichkeit nilt unsers Zachariä verloc- ncn Schnupftuche hat.) — IiizleServ (ploneli psngers prozrels 1765. 12. kstonell Idsuzers villi ro che icheal cvorlcl »76z. 4>) — Unzen. 1'he prih- blerisst 1761. 4. — 1'he häurph^sst, s moclc her. Poem l?6i. 4. — ps- rrioritm, s moclc her. Poem 1764.4. Th. Hallie Delama^ne (1'he Oliv.izste 176z. 4.) — Unzen. (hl- Herr/ snst Incereli, s Kurl. Poem 1764. 4.) I). Lodlero» or che moclc llsron 176z. z. —> Ungeil. 1'he ksccle ot cke (senil > 76;. 4. --»» V. Thormon (f 176z. Islce hscrel ot che Wigs (der Perücken, nicht der Whigs, dieser bekannten politischen Partei, in welche aber diese Perücken in der „Anweisung der vornehmsten Bücher in allcnThci- lcn der Dichtkunst, S. »29. N. 11. verwandelt worden sind.) T^n sstäicionsl tssnro ro Or. (sarchs Poem vi Olt- z-entsrzr, occsiioncst t>7 che Oitpu- res hervveen che pellocvs anä hicen- ciscez ot cke Loilege ot physicians, honst. 1767.4. Für uns Ausländer nicht ganz verständliche aber, wie mir dünkt, an Leichtigkeit, Wiö und Darstellung weit über dem Oitpentsry erhaben. Auch findet sich von dem Verf. noch ein scherzhaftes Gedicht, 1'he Lir/ Isrin indem liepofiror/ l ?77U f. 8. zBdc) — will. In!. Wickle ( k ke (.'«neu- hine, honst. >767.4. verändert 1769. 4. Zwcy Gesänge, in der Manier dc§ Spenler, und mit glücklicher Darstellung geschrieben.) — F. Whirlpool (Lsri- Vierter Theil. cacurs, orlhehsicleotrheLurcs 176g. 8.) Unzen. (l he häsizuersste 1768. 4. — Jam. Love ((.'liclcer, SN her. Poem 1771. 4 ) — Unzen. (I'heh'vsihcsvers s moclc her. Poem ^774. t.) — In den poeric, ^muie-- menrs sc s Villa »es, Usch, von Mlsir. Miller 1775-1778. g. z Bde. finden sich mehrere kleinere hieher gehörige Gedichte. --- Unzen. (1'he Llsmhlers > 777. 4. Zwep Ges.) -— hke Oisho-Isst)- 1777. 4- — chtie ^nci-Oisluilsst^ 1777. 4. ---» ünzennnnler^l'he pemsle hongrels, or rke I'emplo ot Loc^cro: /L hloclc kkeroic Poem, honst. 1779. 4. Ganj im Geiste des Petronius, auch schön geschrieben.) — Will. -Ha/le/ (llic rriumpk ot remper 1778. 4 und ins. Poems 1785. «. 6 Bde. Deutsch, Zur. 1788. 8.) — ^iob. s?rarr (Poems tor rke Vsle sc lisch psrun 1781. 4. und im sten Bd. s. hlitcell. 178;. 8 4 l^h. I'he srr ot rifinZ vn che lisße. ebend. im iten Bde.)— Unzen. 'VheLviust, s burlelzue Poem 1781. 4. — Un- gen. ( t he t^ocv - t.ksce> sn her. Poem 17L1. 4. Ein uiittclniäßigcS Gedicht auf G. Wapnes Unternehmung in dem Amerikanischen Kriege, Vieh wegrrcidcn zu lasten.) 'Vke hls^inz Lcsr, or Ve- ktms, lke Zi^anric rol/ Qocicietx c»k heairh 178z. 4. Eine Verthcidigung des weibliche» Geschlechtes. — t ho Opers ldumjni!,» or che hsciics in che ccronz-hox 1785.4. lieber einen Streit in der Dper. —- Sam. -^oole (7zuro> Iis, or che Gonceit 7^n heroic-comie Poem, honst. 178z. 4. UNdlNs.^oems -1790. Z. z Bde. Vier Gesänge, und in der. Manier des LockcnraubcS; nur dem Jnnhalte nach, so geringfügig er ist, in» tcrcstanlcr, und, wie mir dünkt, auch in der Aussührung dadurch, daß die Maschinen weniger in die Handlung verwebt sind, glücklicher.) — H. I. p)?e (kLeroxhorion, Oxt. 178;. 4. Und im Iten Th. s. Poems 1787. 8. -Bde. Ein artiges Gedicht auf die Erfindung der Luftballons. Amüsement 1790.4. Die Vergnügungen unsrcr Zeit so dargestellt, daß T, man man sie mit Vergnügen ließt.) Un- gen. Ulic War ofrlie Wizs 1785. 4- ein gutes Gedicht. — l'de papliiast, ein feines Lob auf die Herz, von Devvn- shire. In den Poems von ikSro. LovivonO 1785. 8. finden sich verschiedene, kleinere, hicher gehörige Gedichte. .— Unzen. bubin 1785. 4. ^ N?- Lorvper (piic Italic 1785. 8. und als der -tc Bd. f. Gedichte. Sechs Bücher, über das Sopha, und eben so lehrreich, als scherzhaft. st'tio Kistury »5 stolin Lilpin, ebend.) — Unzen. PKedstir» ror 1786. 4. ein feines Eomplimcnt an eine Dame.) — Rod. Bönens (S. Poems clncily in rlie scorrilli OialeÄ 1786. 8- enthalten mehrere hiehcr gehörige Gedichte.)— Unzen. st lie Lsisina ,78s. Auf das Bad zu Wc»bridge, in Ansty's Manier. — G. Rcace (^tie stiilrestest posr, 0 serio-cnmic Poem -787- 4» Drcy Ges.) — Unzen. Ich« Larric ob' kstattings 1787 .4. HastingS Geschichte vor dem Parlament, und nicht schlecht. — Will. WhitehcaV (f 1785. In f. Poems 1788. 8. z Bde. finden sich mehrere, hicher gehörige Gedichte, als rlie gvars besrst, Venus arririnz rtie Liaccs, variery U. a. M.). — I. Wcs! (stshe humvurs ob Lrißlirkelmllone 1788. 4- I" Anstii's Manier; aber weit unter dem Original.)— Unzen, 'tAe vstiast, or Harris os Istumplnies j anst chstensto^a, -> der. Poem. >788. 8. Auf die bekannten Faustkämpser und ganz gut. — ?t>e karric royal, or rlie es- LeUs of anciciparion 1788-8- — LH. Shiletto ( st che Oounrr)' kovlr - club 1788- 4. Gehört zu den launigsten Gs- dichtcn dieser Zeit.) — Lucia Strick- lanid (Llirillmsss in s corrazc 1790. 4. Ein gutes Gedicht. ) — Unzen, splie rour, or a l icercli ob mustern lits 1789.4. Nicht ohne Laune geschrieben. — ?ul. Juniper (plic llrinionisst, on. der. Poem. 1789. 4i Verspottung des SvstemS von O. Cullen, einem Arzte, Und seiner Anhänger.) — G. Cluster (A Ovis tur rlie IZoölors, vr rlie Aelculsp. Uab/rinrli exploresti789. 4.) Ungen. i'de l'Iieriast, an der» com. Poem. 1790. 4. Ein sehr mittelmäßiges Gedicht aaf de» Wolf in Gevau- dan. — Marm. Milcon (8r. stamez Ltrcec 1790. 4. In reimsr. Versen und nicht ohne Laune.) — ?am. Lanvenoe (Olie tZvtom-t'rienst 1791.^8. Fünf Bücher. Der besungene Busenfreund ist ein HcrmeliNstrcifec, und das Gedicht ist mit viel Geist und Laune abgefaßt.) Phil. Braccbrivze Homer (Anclio- lozis, vr a coileUion of iloever» Z790.4. In reimsr. Versen. Die Gedichte bestehen aus Anreden an Blumen, und sind, geößtenthcils, ganz artig.) — Unzen, dsto aboiirion ok LIavery, ok rlie universal eMpire ok love 1791» 4. — Unzen. U'be basty's Ais-race 1791. 4. — lplie tellival os bcaur/ 1791. 4. — staclr anst östaria, a Pia!» on rbc repeal ob rlie )pell-aü. 1790.4. Th. Warton (In s. Poems 1791. 8. finden sich mehrere, hieher gehörige Gedichte, als rbe plcasiirc os rlie ranlrarst or a pane^yr. on Oxtvrst alo> rlie Lallle izarbcrs foiiivlzuy, rlie Oxlarst Ix'crvx-msiiz vcrles, rlie pliaecvn anst tke one liorle clraii, rke Ari?.2>crviZ, rlie prozrcsx ot stisconrenr, U. a. M.) '— Unzen, iiazsliorc Lacrle 1792.8. — Anri - L-aliimania, vr stolm Lull in liylterics, an der. com. Poem. 1792. 4. ein mittelmäßiges Product.— Oalinv, a mocl< lier. Poem. 1792. 4. Trotz dem Titel mehr Lehr- als erzählendes Gedicht, und langweilig. — Wegen der scherzhaften lyrischen Gedichte, s. den Art. LieO. — — Besondee Sammlungen von scherzhaften Besichten überhaupt: Poems in Kur- ieiZue . . . 1Ü92. 8- — Lös repvlirory: a leleU Lolleft. ob tuZi- tivc pieces ot Wir anst liumyur» in prote anst veiie 1777-178;. 12. 4 Bde. (Enthält untee meheeen, rlie coransrion, cirestwarl, rlietanpainccr, rlie Liilliast, Uarriorilm. bllay on norkinz, ThventonsOiry lacin, u.a.m.) — 'Vlie nerv tounstlinz lstolpiral tor wir erschien zuerst >768 u. f. in 5 Bd. >784. Sche Sche ss» -784. >2. 6 Bdc. 179-. >2.? Bde. (Die Verf. dcr darin befindlichen Anfsstye sind, Townshrnd, Carmarthr», Carltslc, Char- lemont, Nugent, Buchan, Chrstrrsteld, Chatam, Palmcrston, Lady Cravcn, Mulbrave, Lyttclton, Harvey, Fox, Fiypacrik, Aorick, Walpole, Lady Man» tagu, Milir. Graviiie, Mllir. Lcnox, Mist Carter, Luttecl, Draprr, Moee, Jones, Aoung, Williams, Wilkes, Gareik, Sheridan, Tikell, ElliS, Cour, tenay, Colmann, CumbcrlaNd, Ansty, Hayley, Jenys, Thornton, Armstrong, Beattic, u. a. m. Sie besteht indessen nicht bloS au» Gedichten.) — /Uff- tum tvr bugicive pircez iu verle ancl prose, 1785.1788. 8. Z TH. — Lex zehnte Band von Beils Msstical orrsiij-e- menr »t'bugirivc poerr/ cnthstlt hirhcr gehörige kleinere Gedichte, als G. Rldlehs ?iffcde, W. MclmothS l'rauzbormor ob I,^eon znst Lupsiormiu», Mos. Mendcz Zguire ot'IDame5, u. d. IN. — Scherzhafte Gedichte von Veutschen Oichtdrn, in der Macaronischen Manier: Die Vermischung lateinischer und deutscher Verse ist bey uns sehr alt. Schon in der, ums I. 1216 von Everhardt, Domherrn zu Gandersheim gemachten, nicdcrsstchsischen gereimten llcbcrsetzung ei. ncr lateinischen Chronik des Stiftes Gandersheim (in Lruckfelds Gesch. von Gandersheim S. z;z.) wechseln wenigstens deutsche und lateinische Verse mit einander ab; und Barth i» seinen Welvers, lib. XXXI V. c. 17 fuhrt, aus einem Gedichte vom I. welches in einem Kloster bey Strasburg gefunden worden, Verse an, welche halb lateinisch, halb deutsch sind. Von eben dieser Ärt ist ein anderes, im 1.1517 zu Hanau gedrucktes, und von Hermann v. d. Hardt der Einleitung zum ztcn Bde. dcr Lutherschen Schriften, so wie von Gardcsius dcn Oenk- mahlen der Reformationsgcschichte drygc- fügtcS Gedicht, wovon si.ch in den Beytr. zur Geschichte der deutschen Sprache, Th'i- S. >8; einige Stellen finden. Auch haben wir dergleichen, schon umS Jahr 1410 von Peter von Dresden verfertigte, Kirchenlieder (S. Chr. Tomasiusvilpuc. cke?erro llresclenii 1678. 4 Freylich sind abert dieses keine eigentlichen Muea- ronischen Verse; und das erste bekannte Gedicht dieser Art ist die chioi'a. (.'»rcuin veeiicale, cke h'Ioiz f'rvsrcidua, illis! Oeiriculir, ezuze omnez vere Xtm» bckoa, dstznnoa, VVechrax, ffungtiar boiiuppere er ipizidu» iuir icUnoili» beduppeee crlui-. scknostiz tlecleeec er bircro lolent, /buk. (-ripkoiäo Knieic. icnalclo ex PIvilanstio, das im I. >5SZ. und 1614 so wie in den dWg, Vcnst. 1644. i?. gedruckt worden ist, und wovon L. Meister, in s. Charactcristik der Dichter Bd. >. S in der Anmerkung einige Stellen angeführt har. Eigentlich scherzhafte Geoichro: Gott Amur / herausg. von C. H. Müller, Verl. I78Z' 4. ( Aus drm schwäbischen Zcitpunct.) — Hermann v. Gaci?ßen« heim (Die Mbrin .. . Strasb. 1512. toi. Worms Grschr. umS 1.145°. S. Baumgartens Nachr. Pd. 2 S. oz?. und Panzers Amial. S.Z46^) — Ioh. Lischarc Ulcnzcr grn. (Die Nohhah, Weibertroh, drr Wunder uuwlchrige, und spottwichtigc Rechthandel der Flohe mit den Weibern ... b, I. er a. s. Strasb. 1577. 8. S. Brvtr^ zur Gesch. der tcutschen Sprache, Ch. ,. G. -26. Von S. Dominiei des PredigermünchS und S. Francisci Barfüssrrs artlicvein Lebe» und groben Greueln 1571. 4. Das glückhast Schiff von Zürich, b. i. er 4. wovon sich in drr Reise des Zürcher Brey- topseö, Bayc. 1787. 8. Nachrichten finden. Auch scheinen von den, ihm zugeschriebenen, aber nicht weiter bekannten Gedichten, noch die Schwalben und Spahrnhctze, das Gauchlob, der Rathschlag von Erweiterung der Hölle, die Hofsuppe, U. a. m, hieder zu gehören. S. übrigens den Art. Sarire, S. -vi u. f.) — George Rollenhagen (ff >609. Froschmausclrr, drr Frösch und M.use wunderbare Hofhaltungen . - . Magh. .159;. 8- Fest. iü8z. 8. Leipz. >7zo^ 8. Orc» Bücher, wovon jedes wieder in mchrrre Cahitel abgctheiit ist. Das Le- T 2 den 292 S ch e S che den des Vers, hat L. Burkhard, Magd. iSox. herausgegeben ) — Barth. Sckiunrr (Der Ameisen und Mücken« krieg . . Strasb. >6,2. 8.) Lör ^ampeecht (ch ,74z. Die Tän- zerinncn . . Verl, 1741, 8. und in den« eten Bd. S. >. der Anthologie der Deutschen in Prosen) — Ioh. Christian Rost (t >?6z. Oaö Vorspiel, DreSd. 174-. ». Bern ,54z. 4. Bei) den krit. Betrachtungen, cbend. 174z. 8. In s. v'." Mischern Gedichten, Lcipz. >769. 8. RvstS beben findet, sich in Hrn. SchmidS Nekrolog, S. 4Z5.) Mayer (Oer Granadicr, oder Gustav der Schnurbart, in 12 Ges.; ich kenne das Gedicht nur auö H. G Rcichardtv lateinischer IIeberschung> Leipz. >790 g. ohne den Verfasser und die Zeit der Erscheinung desselben näher bestimmen zu können.) — I. N. F. H. C. R. (Der unglückliche Raub , ein römisches Heldcngcd. in jwey Büchern, Ju- liuSburg '74S. 8 ) Lriedr. N?ilh. Zackaria >777- ') Oer Renommist, sechs Ges. zuerst in den Belustigungen gedruckt; dann in den scherzhaften epischen Poesiccn . . > Brscliw. >554 und 1761. Z. sm iten Bd. seiner Poetischen Schriften, cbend. >765-1765. 8. 9TH. und in seinen sämmtlichcn Schriften, ebend. >772. 8. 2 Bd. Merkwürdig, als erste deutsche Nachahmung der ähnlichen Ged. des Voi- lcau und Pope, und nicht ohne dichterisches Verdienst, obgleich viel zu lokal. 2) Verwandlungen, vier Bücher, zuerst in den Brem. Bevträgen, und nachher in den angeführten Sammlungen, llebcr- seht in das Französ. >764. z) Die La- gosiade, vier Gesänge in Prosa, in den vermischten Schritten von den Brem. Bevtr. einzeln, Leipz. 1757. 8. und in den verschiedenen Sammlungen. Einzclc Einfälle abgerechnet, ganz unbedeutend. 4) Der Phacton, 5 Ges. in Hexametern, in den gedachten Sammlungen; in das Französ. überseht von Fallet, Ute. 1775. 8. In das Lat. von H. G. Rcichardt, im Jahr 1780. 5) SaS Schnupftuch, ;Ges. in den angeführten Sammlungen. Unstreitig das beste seiner Gedichte; Französ. in'Hrn. HubcrS Lkiiix cke Evelies oll-, msustez. 6) Murner in der Hölle, Rost. ,757 und 1767. 4. und in den verschiedenen Sammlungen, 5 Ges. in Hexametern! Latein, von Bened. Ehrst». AvcnariuS, krnutv. 1771. 8. Französ. in Verse, unter der Aufschrift, ltoron oUx cniei5, im I. 1774. I» englische Mose, von Raspe, unter dcm Titel, l'i'bdy in Liyiinm, >732.8. Nächst dem Schnupftuch das beste seiner Gedichte. Das Leben deö Verf. findet sich im Nckro, log, S .656. Zachariä scheint allmähl g von uns vergessen zu werden. Und oder gleich die von ihm besungenen Gegenstände vielleicht nicht niit so viel Kraft und Leben dargcstelltchat, als seine Muster; obgleich sein Witz nicht so originell ist, als der ihrige t so verdienen doch seine gute und reine Vcr- ststkation, seine, immer mit den besungenen Gegenständen im Verhältnis bleibende Begeisterung, und die vielen, cinzele», glücklichen Züge aller Art, noch immer die Achtung unsees ganzen Publikums.) — D. i.V. Triller (Der Wursamen, ein Heldengedicht, Erstes Ges. . . . Leipz. >7;>. Eine Sat. aus Klvpstocks Messias. Ei» zwcytee Gesang, aber nicht Fortsetzung des Vorigen, und nicht von ebendemselben Verf. erschien 1752. S. übrigens Flegels Gesch. der komischen Littcrot. Bd. z. S. sag ) " Ioh. Per. Ux (Der Sieg des Liebesgottes, 175z. 8. und nachher in seinen lyrischen Gedichten, Leipz. 1756- 8. und in den Poet. Werken, cbend. >768 und 1772.8. 2 Bd. Das Cos mische liegt nicht in den Begebenheiten, sondern in den handelnden Personen ; und sichtlich sind die französische» Dichter das ! Muster des Verfassers gewesen. Die Vers sification ist vvrlrcstich. Weil die Verf. der Bibl. der sch. Wissensch, das Gedicht sehe gutgefundcn harten: so ließ He. Dusch, in seinen vermischten krit. und satirisch.n Schriften, Alt. >758- 8- einen Brief darüber drucken, wogegen sich Hr. llz in einem Schreiben, bey seinem Versuch über die Kunst stets fröhlich zu sey», Leipzig 17S0. g. vcrtheidigte, und He. Dusch, in s. Briefen zur Bildung deö Geschmackes, seine S ch e Sche 29z keine Mevnung durchzusetzen suchte.) -- Joh. Jac. Dusck (>) Las Toppee, in den verm Werken, Jena 17;». u. z) Der Schooßhund, Alt. 17,-6.4. Mich dünkt, daß das im iten Bd. S. z;;. der Bibl. der sch. Wiffensch. darüber ge. fällte itrtheil nicht zu strenge ist. Orr Geist der eigentlichen, und bloßen, est unschicklichen Nachahmung ist sichtbar fast auf all. n Seiten, ob es gleich nicht an einzeln gurcn Versen fehlt.) II. Boviner (Arminins Schönaich, ein Episches Gedicht 1756. Sat. auf den bekannten Hermann.) —> Joh. Lvr. Löwen (f >775- Die WalpurgiS-Nacht, Hamb. 1759. 8. und in f. Pect. Werken 176-. 8. s Bde. und in s. Schriften, Hamb. 176;. 8. 4TH. Die Marquise, in Prose mit ein- gemischten Verse», im zten Th. der letz, lern Sammlung.) — Chpstn. Gottl. -Hoinniel (f i78o. Sein Mcisterspiel im Lombcr, in s. Einfüllen und Begebenheiten, Lechz. 1760. g. und in s. Kleinen Plappcrcpcn, Lechz. 177z. 8. S. >qc>. Mag hier immer eine Stelle, zum Andenken seiner Beschäftigung mit der scherzenden Muse, einnehmen.) >—> F. L. v. d. V. (Die Margarctiade, d- i. Hohes und Niedriges, Niedriges und Hohes . . . Eött- >760. 8.) — -H. Millh. v. Gersienberg (Tündeleyen, Lechz. 1760. g. und nachher noch oft gedruckt.) — Joh. Jos. tLberlc (Der verlorne Huth, ein komisches Heldcnged. Prag i/Si. 4. Fünf Ges.) — Mor. Aug. v. Thümmel (Wilhelminc, in sechs Gesängen, Leipz. 1764. 8. 1766. g. 176s. Französ. von M. Huber, Leipz. 1769. F. so reich an originellem und glücklichem Witz, und an feinem Scherze, mit so vieler Kenntniß des menschlichen Herzens und der Welt gedacht, und mit so vortrefflicher Darstellung auegeführt, daß, meines Bedün- kcns, nur sehr wenig Gedichte dieser Galtung mit ihm eine Vcrglcichung aushalten dürften. — Lvr. Just, Riedel (Oer Trappcnschützc, ein kom. Heldcnged. in drcp Ges^ Halle 176;. 8. und im -ten Th. f. Sämmtl, Schriften, Wien l78?. 8. Sat. auf I. Chr. Fischer in Jen».) Ungen Der angehende Stu, dcnt, ein kom. Heldengedicht, in z Ges. Magd. 17S7. 8- I. Ebrikph. Rrau- seneck (Die Salovpc, Bapr. 1767 8.) I. G, G. Lucius ( Die Hanfeode -76». 8. 1770. 8.)— C. M Micland (JdriS und Zenidc, Lechz. 1768.8 Der neue AniadiS, Leipz. 1771. 8. 2 Bde. Der verklagte Amor, aber unvollendet, bcy F. A. K. Wcrthcs HIetenliedern, Leipz. 177,. g. Vollendet im T. Merk, v. I. >774. und in s. Auserlesenen Gcd. Bd. 1. S. >z z. Liebe um Liebe, achtBü- chcr, im Merk. v. I. 1776. und in s. Auscrl. Gedichten Bd. S. >67. S übrigens den Art. Erzählung, S. izs.) I. -H. Campe (Oer Candidat, ei» Heldcnged. 1769.8.) — -Heinr. G. v. Brct« sthneider (Graf Esan, cin kom. Heldcnged. 1770. 8-) —. R. Lt. Reckert (Der junge Held, in vier Ges. Münster >770. Z. und im iten TH. f. Verm. Schelf» ten.) L. F. v. H. ( Der Ursprung der Musik und Dichtkunst, ein scherzhaftes Gedicht, Leipz. 1770. 8.) — L, -H. v. Trauyfchen (In s. vermischten Schxisten, Ehem. 1771. 8. findet sich ein komisches Heldcnged.) —Uugen. Der Scku, ein heroisch kom. Gcd. Hanovee '772. 8 ) —- Aug. Chrstph. Mei« necke (Die Magdcburgischc Hcermeffc, ein heroisch kom. Gcd. Magd. 1772. 4. >780.8 Orcy Gcs.) — M. Sckiil- ling (Die Niederkunft eines gelehrten Mäuschens, in ; Ges. Wien >776. 8.) Ungen. Die feicassirte Nachtmütze, in 4 Büchern, Leipz. >776. 8- Ungen. (Das Lindcnanische Treffen, in vier Ges. Leipz. >777. 3. In Heramcteen.) — Ungen. (Hannchcn, cin prvs. kom. Gc, dicht, in vier Ges. Fest. >778.3.) —- Job. Aug. Meppen ( >) Der Liebesbrief ... in vier Ges. Äött. >778- 8. 2) Die Kirchcnvifitation ... in zwölf Ges. Leipz. >781. 8. ?) Das Städtische Patronat, Gött. 1787. 8.) — Ungen. (Die Seladvniadc, in ; Ges. Prag >779. 8. ursprünglich iin Wiener Allerlei» erschienen.) — . Ungen. Poetisch komische Bauernhochzeit, Potsd. >75°. 8. T Z Vict. 294 Sche Och« Vi«. Matth. Nübrer (Die Neujahrs »acht, ein kom. Heldenged. Rcutl. >78.4. L.) — 6H. A. Vulpius ( Histor. des Bombardenicnls . . von Algier (Berl.) !?85- 8) — 6. Arn. Schmi0t(Lev K. Biagus Jugendges.N. und Visionen, Beel. ,786 8 ) — Bo. M. Reiter (Herkules travestiet in 6 Büchern, Wien >786. g.) — Ungen. Die Luftfarth in Augsburg, ein kom. Helden». !n 4 Ges. z?87. 8 — Ungen. Junker Anten, in L -ies. -Heissenf. 1788. 8. — Ungen. (Bulrachaetomachia, die Froschiade . . Nimm. 1787. 6ine höchst elende Parodie des Honrerischen Gedichtes, auf den lehre» Holländischen Krieg angeivandr.) —> L. Bisforiu» (Krsnik der Heiligen . . Wittcnb. ».Wien) >787. 8.>— v. Tiel (Die Titanen, Frft. >790. 8.) — Ungen. Kordon der Heiligen, um den Bet- tciiark, Rom 1790. 8. — Joh. Anbr. Brcnnecke (Hhmcn, Gott der Ehe, ein kom. Ged. Athen. ,797. g.) — Unzen. (Oer Engelfall, ein kom. Ged. in 7 Ges. t. t. -79Z. 8 ) — Ungen. (Die Ouncias des Jahrhunderts, oder der Kampf des Lichte und der Finsterniß, ein her. kom. Ged. Beel. >7SZ. 8.) — — Wegen der scherzhaften lyrischen Gedichte f. den Art. K.ie0. Auch versteht es sich von selbst, daß Niedrere von den, bc» den Art Erzäh. lung, Romanze, SinnzeSichr, und d. m. angeführten Gedichten, zu den scher!haften gehören. Scherzhafte Schriften in Prosa. Ohngeachtet, unter den zuletzt anghühr- tcn Gedichten, sich schon verschiedene» in Mrosa abgefaßte befinden, und zugleich andre Gattungen von Schriften, unter welchen sich mehrere scherzhafte finden, wie z. B. die scherzhaften Romane, aus Mangel des Raumes nicht angeführt werden können: so scheinen die Sammlungen von Schrvanb'en, Scherzen, TischreSen nnv Einfällen u. d. m. doch eine besondre Stelle hier zu verdienen. Zuerst ist eine Art von Anweisung dazu, mit dem Titel? Praxis joe-mss!, hoc eil )iocor, s. ibsceriar. rite »älü- honcftrum vis er rarlo, ?re5k. l^oz. 8. vorhanden. lind gcschrievc» haben deren: in griechischer Sprache: Hie- rocles l. l^acerise, bc» den krvgymn. des Joe. Pontanus, ?rc5r. >6oz. 8. Einzeln Uußä. »60;. 8. gr.und lat. lägt. 1750. 1768. 8. Von I. de Nhocr, verni. in s. Ochl'ervsr. s-nilot tärou. 1768. 4. S.61. Deutsch, bcivz. >788.12.) In lateinischer Spra» che; Giov. Lr. PozzioBrucciolinl fch 149z. hacerisr. iil>. t I. er 0. 4. hsr. t a. 4. dl»r. 1475. k. öäcrlial. t477-4. (die einzige vollständige Ausg.) I^t 1480. 4. hsr. r-ii. 4.. Mit den h-cec. Heine. Bebels n. a. »1. ss'uh. 1544. 158.8-8. ^rgenr. -60z. 1605. Ii. Jtal. Ben. >;zz. »2. Franz. mit vielen Auslassungen, schon t a. 4. Par. 1549. 4. schon >;S8. >6. Amst. 1712. rs. Deutsch, ein Thcil bey der llebers. des Acfop, von H. Steinhöwcl t l. er a. t'. Augsb. 1487. t.Strasb. 1568. k»I Frcyb. >55;. 4.) — Alphonsus der zte (f 1458. Vlarza. rirs tacerisr. . . . sZigenc. 1503. 4. /Zmistel. 1646. 12. und be» den vorher angcf. letzter« Ausg. des Poggius; deutsch, bc» einigen früher» Ausg. des Aesop; einzeln vorr Seb. Leonhard, Kerbst >Siz. 8.) — Phil. Beroalb (f 1505. Oe- clamzr tbrioi!, 3corcar. sllearor. sts vicivticsrc cliseepranrium, ij»n. l.499, 4.) — -Heinr. Bebel ( össarzorira fa- ceriar. /Zrg. I 509. 4. 15 14. 4. Mit den t'ocer. des Poggi, und den ?ragnc>ss, I. Heinrichsmann, Ttuh. >542. >544. -5 83. 8- Bei) N. Frischlins kchcer. l-ipt l6ss. K. sZrzeur. 1609. lt. TZmib. 1660. 12. Auch in den Lehel, opulc. ?ar. 1516. 4. Deutsch , Frst. 1589.8.1606. 8.) — Ungen. (ve zcncribus Lbriotor. er ehrierare vi- raucia, focus guustiihcri grpkurclien- s>5 . . . Vorm. 1515. 4. Lrcl'r. i;8l. 8. t I. >757- und unter dem Titel: Laccti er Vencris fscer. 1617. 12.) -- tä. Domitius Brusonius (V-ce- riar. ex'cmplvrumzue tih, VII. Id. 151 8 b. Op. er ssucl. tlonr. tycosshe» N15, Las. 1559. 4. l.uxä. ö. 1560 A.) GttS Sche Sch e 295 — 524. 8. krib. 2529. 8.) — Adr. Äarlaud (locor. Vcrer. sc kecenr Ibili. III. Anrv. 1^29. 8. Lol. 1)29. 8.) — Ioh. Ga>k (Lnnvivisl. 8erm. bil). ex opr. Tlubt. colleAus, kst 154z. 8. 1554. 8. z Bde.) —- Job. Pcregrinns Petro- selanilS stlonvivisi, 8crn>. bib. meris ^ocis sc Islilzu; rcferrus, kst. 1541. Z.)—> Ungen. (L^lvs lermon. ^u- cunciiliimor. in czus Niliorise erexem- xI-> Iscecisr. rekerrs conrinencur, kst. 2568.8')' —' G. pictorius (8ermvn. convivsl. Cid. X. . . . ö»s. 1559. 2571. 8 ) Nie. Friseblii, (1 1590. kscer. leiett. . , . /Ir^enr. 1608. 8- 2609. l2.) -- Vehs Melrmder (locor. srizue terior bch. II. 1-icIi. t. s. 8. >604. 8- blovor. In- cor. er lerior. Lsnrur. nova . . Nsrp. 1S09. 8. 8mslc. 1611. g. Deutsch, Darmst. 1617. 8.) Andr. ArnauS (loci er tscerise. Aven. 1605. 12. stc Aufl. Veem. Ben. >609. 12 obl.) — Aarrb. ZvcglUS (hstomux er Vjsror. . . . Vieriiol. 161z. 12.) — ä(lb. Arülöniont (8»ruenslir. Loense, VZ. riscse iomno . . . I.ov. 1610. 12.) — langen, kscer. ?scerisr. . . krctr. 1615. >2. ?sckos>. 164;. 12. 16)7. 2 2. — Ocmocrirus ristens, t. tlsm- Zins recresr. >i>mii. >655. 12. Qeä. 1701. 12. Lolon. 1749. 12. — bin- Zse venslez, t. Dkclsur. riricuäi er jocsnrli 166z. l2. I-oncl. 2741. 12. --- Hnciciorum Vlelsncolise ^ocoter. ?rcfc. 1667. 12. —> — In itülieni- sciier Sprache: Piov. Arlotto (kAorri e ksce/.ie, l>ir. I. s. 4. Ven. >525. 8. Vcrm. mit denen von Gon, »ella und Barlachia, h°ir. i)6). Vin. 1602. 8. Frzsch. Par. 1650. T.) — K.ni?. Domoniclii (kscee. er mocri srgur! cii slc. cccell. inASAni, ?ir. 2548.8. 1562. 8. Verm. mit einem ?ten Buche, kir. 1566. 8- Und mit einer andern Sammlung von Th. Por- cacchi, Ven i;8>. 1584.8.)— Iu> nocenr Rjnghexi (Lenco giuacki Ii» bersi! e 6'!ngeßno, Kol. 1580.4)—' Poneino della Torre ( kiscev. e ri. ciicololc fgcecie, Lrem. 1581 8» Veem. Ven. 1607. 1618. 8.) —' Chr. Aabata (Oiporco 6e'Visncisnri, nel rzusle Ii IcZAono tsccrie, morri e burie, Vsv. 1596. 1:. I'rev. 1600. 8.) — (Liov. Tinti (8celrs rii fsce- ?ie, morri e burlc . . . bir. 1599. 8.) — Com. Cofio (II xnscevolilkmo tu>ZAil»2io nel Krisle 8 cnnccnAono mzii^ie 8eile temine, Iciocbe^^e 60 «liverii, 8ecci seZuri ecc. Ven. 1655. 12. Unter dem Titel, Ce orro j>i>,r. nsre . . . Von 16 . . 8 ) — Ant. ü.eipitZ (dsnrszme 8eII'inoe>;no, >vlil. 1675. 12.) — A. ÄettineUi (Seine gerrere 8i Oiocloro Oelieco , . Conci. 1750. 8. enthalten grödtenthcils Niets als Bonmots, Anekdoten u. d. m.) —. — In fran5oslsebcr Sprache: kec. lsilsncc5 er Iscerieule5 blouvel. lce, Anv. 1)5). 8- — baceries er mors Inbriles 8 »ucuns exccllenrz et- prirs . . . Ii.7012 1)74.8.— Indem Verzcichniß der Bibl. des Herzogs von Balliere, werden mehrere klecueib >Ie Ksceriei er klsitanrsriez, auü NichralS s°o St- in 8. angeführt, welche ich nicht näher zu bestimmen weiß. — Cc5 XV )o)re5 Nu mzrrisZe, ( (.70N ) t. s. t. Verm. ils/e >726. 12.1774. 12.—. Cez re» crssrions, rlcviz er ini^nsreliles, cio- msnilez er retpontes, czue lez smou- reux konc en I'amour, C70N 1592. lS. —. I. P. ( bs pogonologie 011 eiiic. tscerieux >Ier bsrbes, Ken. 2589. >2. In wie fern die Schrift Achnischkcit mit Ant. HokomannS Isl-v. Vcavi«, t. äe Ksibs, Oial. Anrv. 1 )8>k. 8. hat, weiß ich nicht.) — d'ormuisiro torc recrescit z«! I'konece recepcion ci'un moiiire love» tier, c-rlcur, repororeur cle Is clcouk» kurc kuwoine . . . kouen s. 2. 12. wozu noch le kellin koir ^ les 82- vericrs, Lorleurs, lteparsreur» ecc. >lox. kellctnc, cbend. l. s. 12. gc< höet. — Du U7ovli >2et (ksccr. 6e. vis er ploikans conres, kor. 2620. z.) «»» tilgen, ^klirekvr 6es recresrions, cvnr. kiill. kocer, er IronnZrcs pro- xos . . . kouen 2611. 12.)- — Des Sauriers shes nouvelle» er ploilsn- res imaginor. clo örukcombille . . . kerg. zSiz. -s. Unter demi Titel, veuvr. llouen 1646. 12.)-- Tabg- ri» (Invcnrsire univexkel clesveuvces «le koliorin, conr. kes konrailies, clis« Ivgues, paradoxes, gsitlorclikes, kar. 162z. 12. Unter dcni Titel! kec. gen. 6cs tZeuvr. er ksncoilies cle lk. . . . kouen 2660. 1664. 2 2.)»-- hesren- conrres, ksncsiliez er coz - ö - l'öne kocerieux clu Lsron Qrocelorci . . . kür. t. s. >2. —hes clelices c>u ciikc. zozeux er recresriks, svec les plus Helles renconrres er propos kerieux . . . p> Verlaozuer, kor. i6zo. 22. wozu die kudciles er kocerieukes renconrres cle ). k. ciikciple cle Verboczuer, kor. 26Z0. 22. gehöre». — l.s gihe. eiere cle hkorno, ou le rtirekor 8u ri» «licule, kor. 2644. 8. ko gollerie ioicre Lonin, k. 172z. 12.2 Th. --- ll.es keures. perciuc» «!u ^liev. iZe kior. k. 171L. 12.--» l.'orr 6e ne poinr sennuzer, k. >715. 22, -—> k'spres - clinee cies llsines ile lo )uit'verie . . . dlsnr. 2722. 12. --»» ke je ne tcsls zuoi . . . I^s^e >724. 12. 2 Bde. -» 8ermvn äu eure cls Lolignoc, pron. le jour 6es liois, k» 17Z6. 12.— I^es ecolleules ou >02 oeuts cles ksc^ues, 'kroz^. >7Z9. 2 2» — l^lomus fr»nc. ou les »venrures 6n l)uc cle iroczuclsure, Lol. (kor.) »7ZY. 2 2. — d.es crrcnnos cle l-c 8r, )e»n, 'krov. 0. 22» — idec. cle ces Uctiienrs . . . ^mli. 174;. >2» ---» l^es monrezux, kis^e 2746. 8. 2 Tl). llikliork. c^ollie 6e conces» koceries, lionmors erc. k»r. 1786. 8» 7 Bde. — l'ichleoux 6e Is lionne compsgnie, kor. >787. 8. 4 Hefte mit Kupf. — — I» englischer Sprache: Andr. Ädrde (8cngnißs )ctls> l. 2. 4.) Tl). Decker ()eils ro molcc: Von merr^ 2607» 4.) — E. sdccle (Kerrie conceireä )ells 2S27. 4.) --» Unzen, konguer vt )eils, honch» 26z0. 8- Lombricige )eils 2647, 8» ?»» Ant. XV00O colleöl. vt' picces ot'lrumourigzi. 8 ) — Tim. Sharpe (Lobiner kor wir 175 1. 8. Unzen, /^rr ot'jeiling 27;;. 22.— Xod.Belker (Wirricisms sncl tlrolces ot liu- mvur 2765. 8>) — ' Gam. Loote (^riilopkones, 2 Lnll. ot )ctls i778. 22.) — Ungen. I'ke compiere hnn- clon Jellcr, >781. 12.--» I'lie kellivol ok wir 278z. 2789. iz. — Ungen. lklie insgg2,ine ok wir, vr hidrory ok Lomus 2784. 8. 2 Bde. G. 2s. Stevens (/l leklure on kezcls 278;. 8>) —- s^cn. Bennet (klre rrcolur/ ok Wir 2786. 22. 2 Bde. Eine gute Samml. mit einer eben so guten Äbhandl. über Witz undi Laune.)— /V» /lcoclem/ kor grown kiorkemen ... 2787. k^ mit schönen Cacricaturen.) In deutscher Sprache: Joh. Pratocius (SorurnZliZ, d. i. WcihnachtSfrahcn, teipz. 266z. 8.) — Sim, Dach (Oer kurzweilige Zcitvertrcibcr 266g. 22. (-te Aufl.) —» kecueil von allerhand Lol. Icöl»- S ch ö S ch e 297 iekstzneiz Und Historien auch marsk- em-ieux-criric-und lustigen satvrischcn Einfällen, 1-26 Hundert, f. I. >719 bis 1748 Z Bd. — tstiiar. üempirerni kuez.veillgcr blickoricus, in welchem 600 auserlesene lustige, poßierliche, thcils scherz - theils ernsthafte Historien erzählt werden, Co-mop. >?zi.8- — Neue Feän- kiscde Iciiungcn von gelehrten Sachen, auf das 1.17ZZ->7Z<5, darinnen alle dlc sinnreichen Einfälle der heutigen Gelehrten .... zur Belustigung enthalten sind.... Erste» bis zwölftes Stück, ,7zz. 8. — Scherzhafte Einfälle und lustige Historien, s I. 175z. 8. — Historischer Bienenstock voller schalkhaften und inuthwilligcn Erzählungen (Hamburg) >75S- 8. — Der in der Einsamkeit und in Gesellschaften allezeit fertige schnackische Lustigmacher in anmuthigcn, curieusen und lustigen Begebenheiten . . . Eoö- M0P.17Ü2. 8. — Turrspelisr. l,ik>.lll. d.i. drevtaufendschöner nützlicher . . lustiger .Historien, Leipz. 1762. 8.— Anecdoten, oder Sammlung kleiner Begebenheiten und witziger Einfälle . . . Leipz. >767.8. s Th. — Vademecum für lustige Leute, Beel. 1767.1792. z. ,-?TH. — Samml. anmuthiger Gesch. und Erzähl. .... Bresl. 176z. 8. — DaS neue Vademe» cum, Frankfurt und Leipz. 1777.8. z Th. -— Neuer Bienenkorb voller ernsthaft und lächerlichen Erzählungen . . . Wit- tcnb. 1770 u. f. 8. >; Samml. — Vermischte Erzähl, und Einfälle, Berk. M)-l786. 8-o»St— MoßflecksDer Spasmacher 178z u. f. Z. 6 Th.) — Unze». Spaß und Ernst . . . Quedl. >784 u. f. 8. 4Samml. — Schnacken, Schnurren und Tharaeterzügc, Berk. >78; u. f. 8. a TH.— Anekdotculerlcon, Berl. ,784. 8. - Bd. Supplemente dazu, Beel. 178;. 8. — Nalvctäcen und witzige Einfälle, Gera 178? u. f. 8 Bde. — Angenehme Beschäftigungen in der Einsamkeit, Leipz. 17L4 u. f. 8. ;TH.— G. A. Resser ( AnrihypochondriacuS . > . Ers. 1784 u. f. 8. 10 Port.) — Unzen. Oer Gesellschafter . . . Magd. »?«Z u. f. 8. z Th. — Der beständig lustige Gesellschafter, Wien 8. >°Bde. —> Der Reisegefährte . . . Berl. 178; u. f. z Lieser. — Taschenbuch für das Ver« dauuugSgcschäftc (Leipz.) 178;. 8. — Neues Taschenbuch für lustige Leute, Lüncb. >786. s. — G. F. Rirstl? (Eehohiun- gen nach ernsthaften Stunden, Leipzig 1787. 8.) — Unzen. Anekdoten und Erzähl. Hamb. 1788. 8. z Samml. — Anekdoten, Schilderungen und Charactcr- züge, Hamb. 17S8. 8. — Säcke mit Anekdoten angefüllt, Fest. 1788.8. - St. -- Ein Sack voll Witz, Spaß und Ernst .. . Fest. 178S. 8. — Der Lustwandler, Leipz. >789.8.—' Anekdoten ausSchwa« bcn (Laybach) 1789. 8. — Der Freund des Scherzes und der Laune, Berl. >789. 8.— Apvphthcgmen, Erzähl-»nd Schnurren, Fccyb. 1789. 8. — A. L. Langbein (Scbwänkc, Dresd. >7S>.8. 2 Th.), Auch gehören, im Ganzen, noch die mancherlei? ü»a hiehcr, worüber ich, um den Raum zu schonen, auf I. C. Wolfs Borr, zu dem Lolsubc,». auf M, Lilicnthals Seiet). blick, er birr. I'. I. Obs. 6. und Juglers Lidüork. läick. lirr^ sei. Bd. 2. S. >430 verweise. —- —» Schiff. (Baukunst.) So nennt man in großen Kirchen, deren inwendiger Raum drei) Hwlpt- abcheilungen hat, den Hauptraum in der Mitte, zum Unterschied der bcyden schmälern Scitcnabtheilun- gen, die man Abseiten nennt, und die eigentlich nur als Gange nach dem Schiff anzusehen sind; wiewsl sie auch oft noch, wie das Schiff, Sitze für die Zuhörer haben. Es ist schwerlich zu sagen, woher dieser Raum den Namen bekommen habe, der auch im Französischen dies heißt, welches ehedem auch ein Schiff bedeutete. Denn es ist kaunz 7bal)r, schemlich» daß das griechische Wort vs-sy, welches den innern Raum ei. ncs Tempels bedenket, nm dem Worte das ein Schiff bcdeu- T 5 tet, -98 Schi S ch i tot, sollte verwechselt worden, und da« her der Name Schiff entstanden scyn. S ch i k ! i ch. (Schöne Künste.) M?a» nennt in überlegten Handlungen nnd Werken dasjenige schiklich, was zwar nach der Natur der Sache nicht ganz nochwendig, aber doch so natürlich erwartet wird, daß der Mangel desselben als eine Unvoll- kommcnheit wurde bemerkt werden. Es ist eben nicht nochwendig, aber schiklich, daß verschiedene Stande und Alter der Menschen auch in der Kleidung etwas unterscheidendes haben; unsehiklich ist es, daß eine alte Maironc sich wie ein junges Mädchen kleide. In Werken der Kunst muß das Schill!che überall mit Sorgfalt nnd guter Beurtheiluag gesucht, und eben so sorgfaltig alles Unschikliche vermieden wcrven. Denn außer den besonder!, Absichten, in denen solche Werke gemacht werden, müssen sie überhaupt auch dienen, unfern Gcschmak feiner Und richtiger zu bilden. Zudem ist ci» Werk, das untadelhaft wäre, 'wo aber Dinge, die schiklich gewesen waccn, weggelassen worden, nicso vollkommen, als das, wo diese noch vorhanden sind. Da noch Überbein der Künstler sich in allem, was er macht, als einen scharfsinnigen und sehr verständigen Mann zeigen muß: so gehört es auch zur Kunst, daß er genau überlege, nicht nur, ob in seinem Werke nichts Unschikliches scy, sondern auch, ob nichts Schikliches darsir fehle. So muß der Baumeister sich nicht blos vor der Unschiklichkeit in Acht nehmen, an dem Haus eines Privatmannes nichts anzubringen, was sich nur für Pallastc schiket; sondern auch überlegen, ob er dem Gebäude, das er entwirft, alles Schik- liche würkiich gegeben habe. Denn ganz schiklich ist es, daß jede Art der Gebäude durch das, was sich vorzüglich dazu schiket, sich von andern Arten auszeichne. So ist es schiklich, daß an einem Zeughans Kriegstrophaeu, an einer Kirche hingegen Zicrrathen, die andachtige Vorstellungen erwekcn, angebracht werden. Die Beobachtung des Schikkichen und Vermeidung alles Unschiklicheu ist eine Gabe, die nur den ersten Künstlern in jeder Art gegeben ist, die, außer dem nothwcndigen Kuust- gcnic, auch den allgemeinen Menschenverstand und allgemeine Veur- thcilnngskrafc in einem vorzüglichen Grad besitzen. ZurVermcidungdcs Unfchiklichen giebt Horaz dem Dichter viel vortreffliche Regeln, und seine Hrs paetioa sollte, auch blos in dieser Absicht, das tägliche Handbuch jedes Dichters seyn. Die größte Sorgfalt über diesen Punkt erfodert .die Behandlung der Sitte» im epischen und dramatischen Gedicht, besonders, wenn der Dichter fremde Sitten zu schildern hat. Es wird mehr, als glüklichc Einbildungskraft, erfodert, jeden Menschen gerade so handeln und sprechen ju lassen, wie es sich für seinen Gemüths- charakter, seinen Stand, sein Alter nnd für die imstande, darin er sich befindet, schiket. C) Von dcmSchicklichen überhaupt handeln: Home, im roten Kap. der lllemen» ok Leiricism, Bd. i. S. zzo der Ausg. von >709. — F. I. Riedel, im Xllll Absch. S. 2g: s. Theorie dcrsch. Kste. und Wissensch. Jena 1767. 8. — (5. Meiners^ Im 6lcn Kap. S. s. Grundrisses der Theorie und Gesch. der sch. Wisscnsch. lieber das Sckick- liche, in Rücksicht auf Baukunst: Militia, im qtc» Buche s. Grunds, der bürgert.Baukunst S. 207 u, f. d.d.Urbers. Leipj. >784. g. — Schlag- Schlagschatten. (Mahlercv.) Aer Schatten, den tvol erleuchtete Körper auf einen hellen Grund werft». Nicht jeder Schatten ist Schlagschatten, sondern nur der, der sich auf dem Grund, auf den er fällt, bestimmt abschneidet, dessen Große, Lage und Umnß nach den Regel» der Pcrspektiv können bestimmt werden, welches allemal angeht, wenn die Schatten von einem bestimmten Licht, als von der Sonne, oder dem durch eine Ocstnnng einfallenden Tageslicht, verursachet werden. Daher wird die Zeichnung der Schlagschatten in der Pcrspektiv gelehnt, deren Grundsätze man nothwendig wissen muß, um in diesem Stük nicht zu fehlen. Es ist ganz leicht, die Lage, Form und Größe der Schlagschatten auf einer Grundstäche zu bestimmen, so bald man die eigentliche Höhe und Richtung des Lichtes bestimmt anzugeben weiß; aber diese Schatten müssen hernach, so wie jede auf der Grundstäche liegende Figur nach den Regeln dcrPerspektiv aufden Grund des Gemähldcs gezeichnet werden. Wer sich angewöhnet, nach den Regeln der freyen Pcrspektiv, die Herr /Lambertgegeben hat*), zu arbeiten, hat diese doppelte Zeichnung nicht nöthig, und kann sich durch die sehr leichten Regeln, die der scharfsinnige Mann in ftincr Anleitung zur perspektivischen Zeichnung gegeben hat, leicht helfen. Von dem Schlagschatten handeln, vn- tcr mehre.n, ausführlicher: bairesse, in s. großen Mahlerbuche, Buch ;. Kap. 4- Wo» dem Schlagschatten nach den verschiedenen buttern ; Kap. 7. Von dein Schlagschatten in dem Sonnenschein; Kap. >a. Von dein Unterscheid der Schlagschatten, ') S. Prospektiv. welche aus der Sonne, oder dem Aus» puncte eiispririgen. Schluß. (Musik.) Aurch diesesWort verstehen wirble Cadenz. wodurch ein ganzes Tonstük gccndiget wird. Von den Cadenzen überhaupt, und den verschiedenen Arten derselben ist bereits in einem besonder» Artikel gesprochen worden*), so daß hier blos dasjenige in Betrachtung kommt, was die so genannte Finalcadenz, oder der Hauptschluß bcsoitdercs hat. Weil der Schluß eine ganzliche Befriedigung des Gehörs und völlige Ruhe herstellen soll, so muß die Ca- den; allemal in die Tonica des Stüks geschehen. Sollte aberaufdas Slük entweder immittclbar, oder balo hernach noch ein anderes neues Stük folgen: so gierige es eben deswegen an, daß der Schluß des vorhergehenden Stüks >n die Dominante der Tonica des folgenden Stüks geschähe. Da ferner die herzustellende Ruhe, und völlige Befriedigung einigen Nachdruk und einiges Verweilen auf dem letzten Ton erfodert; weil ein sehr kurz anhaltender und wicimVorbey. gehen angeschlagener Ton nicht vermögend ist, diese Ruhe zu bewürfen: so muß der eigentliche Schluß nicht auf die letzte Zeit des Taktes fallen, sondern in ungeradem Takt allemal auf die eiste, in geradem Z, auf die erste, oder mitten in den Takt, so daß der letzte Ton noch einen halben Takt lang anhalten und sich zur Befriedigung des Gehörs allmahlig verlieren könne. Diesem«ich ist eseinbetrachtlichcx Fehler, wenn man im Z oder 4 Takt, den Schluß auf d>e dritte Note des Takts legt. In den zusammengesetzten *) S. Labenz. zoo Sch? S ch l sitzten Taktarten, als Z, ?, t.iffc man oft dm Schluß in der Mitte des Taktes, als in Z auf dem vierten Viertel an. Alsdmn aber ist da» Rhythmische der Taktart von dem einfachen ATakt so unterschieden, daß das vicrre Viertel ein größeres Gewicht erhalt, und der Schluß darauf gelegt werden kann *). In schottlandischen Tanzen und Liedern trifft man häufig den Schluß ans dem letzten Takttheil an. Wenn man mit Fleiß etwas leichtfertiges, oder eine Eil zu einer andern Verrichtung dadurch ausdrürcn will, so ist ein solcher Schluß gut; sonst hat er in der That etwas widersinniges. Schlüssel. (Musik.) Ein Zeichen, welches auf eine der fünf Linien des Norensysiems gesetzt wird, vermittelst dessen man erkennen kann, was für einen Ton der Oclavc jede Note bezeichnet, und in welcher Octave des ganzen Tonsy- siems derselbe soll genommen werden. Weil also dieses Zeichen den Auf- schluß zu richtiger Kenntuiß der durch Norm angezeigten Töne giebt, so hat man ihm den Namm des Schlüssels gegeben. Der Schlüssel tragt dm Namm eines der Haupttöne unsers diatonischen Systems, und zeiget an, daß die Noten, welche auf der Li» nie stehen, die den Schlüssel durchschneidet, denselben Ton andeuten, dessen Namm der Schlüssel tragt; die andern Noten aber bezeichnen dann Töne, die uin so viel diatonische Stuft». Höher, oder tiefer, oer Schlüsselton liegen, so viel Stufen von dcr Schlüsscllinie bisanf die Stelle der Note zu zahlen sind. Folgendes Bepspiel dienet zur E» länccrung. *) S. Takt. Der Schlüssel tragt den Namm des vierten Tones, unsrer diatonischen Octave, nämlich lO Also bedeutet jede Note, die auf der Lime steht, welche diesen Schlüssel durchschneidet , den Ton ?. Die jwcyte Note des Beyspiels steht auf der vierten Stufe unterwärts, folglich bedeutet sie den Ton L, der von l? der vierte ist, wenn man diatonisch absteiget. Die dritte Note steht aus der zweyten Stufe über der Schlüssellinie, stellt also die Secunde von lft oder L vor u. s. f. Man stehet hieraus, daß ein einziger Schlüssel hinlänglich wäre, die .höhe der Töne anzuzeigen. Dennoch hat der Gebrauch drey verschiedene Schlüssel eingeführt, und sie noch übcrdcm auf verschiedene Linien gesetzt, und dadurch eine betrachtlich? Erleichterung des Notenlesens verschaffet. Ausser dem schon angezeigten Schlüssel braucht man noch diesen, fi'H, der den Ton e anzeiget; und diesen der den Ton A bezeichnet. Weil es nun zum Verstand der Notenschrift nicht hinlänglich ist, daß mau die Stuft der Octave, wo der Ton sitzt, wisse, sondern auch die Octave selbst, in welcher er sich befindet, angedeutet werden muß, so hat man dies s dadurch erhalten, daß man für jede der vier Hauptstim- mm, in welche der Umfang des Systems eingctheilt wird, entweder einen besonder» Schlüssel braucht, oder denselben Schlüssel für jede Hauptstimme in eine besondere Linie sitzet. Dieses wird durch folgende Beyspiele deutlich werden: Hier S ch i S ch l go» Hier findet man denselben Schlüssel '0 auf dreyerlcy Weise gesetzt. Die erste bedeutet den Umfang der Dis- canrstlmmc, woraus erhellet, daß die Noten auf der untersten Linie des Systems, den Ton« anzeigen. Die zweyte Art, da der C - Schlüssel auf der mittelsten Linie des Notensysiems steht, bedeutet den Umfang der Altstimme. Also müssen die auf der Schlüssellinie stehenden Noten ebenfalls den Ton c anzeigen. Die dritte Art , da der Schlüssel in der vierten Linie sieht, macht den Tenorschlüssel aus, und auf dieser Linie stehen, ebenfalls die Noten, die den Ton's anzeige». Hieraus nun werden auch folgende Schlüssel verständlich seyn; -"11 ! ^ !- — ^^ ^ ^ r 5 ? Die bcyden ersten werden insgemein Violinschlüssel gcnennt, wiewol sie auch für andre Instrumente, und selbst für Singestimmen gebraucht werden. Die andern heißen überhaupt Baßschlüssel. Der erste davon ist für den gemeinen Baß, als eine der vier Hauptsiimmenz der zweyte ist für einen liefern, und der dritte für einen höhern Baß. Hierher gehören dlc verschiedenen, über die tLinheit der musikalischen Schlüssel erschienenen Werke, als von Tb. Gal- mon ( lZn esso/ ro kkc sllvoncemcnr ot'^kulic, bx colking orvoz- rde per- plexic^ nfllisscrenr cUssz, snll uniring »II turis ukdstulic, bure, VinI, Vio- linr, Orgsn > bisrpssckurll, Voice «rr. in nne univerlol cbsiüÜer, Uvnel. 1672. 8. Statt der gewöhnlichen Schtüs. sei, will der Vers, für den Paß, den Buchstaben n, für die Miltclstimmcn, den Buchstaben , und für den Olseanr, die Buchstaben Br, gebraucht haben.) ---- u?attb. Lock (Schrieb Oblcrvorions . . . Donll. 1672. 8. gegen dieses Buch, die, unter dem Titel, Blie pretenc prodkice ot' lvlussc vemllicsrell .... l-c»nll. 167z. z. wieder abgedruckt worden sind, —- und worauf Salmon ^ vinllicorion ot on Lssb)- . » . bonll» 1672.8. herausgab.)^- Jndcnllrinc. lle tllsvecin von St. Lambert 1702, so wie in der schon illtern l^erbolle von Montclair wird eine Einheit des Schlüssels vorgeschlagen; ober ausdrücklich schlug ihn der Abt La Lassazue in s. ?r!»irs gen. ckes Llcrnens llu cdonc, ?or. 1766. 3. vor, wogegen f?. Äorer seine Uerire ü dir. Dillerar tue ie prcher lle l unirs lle ciet' llano ls össut. kor. 1767. 12. schrieb; und der crffere den Unicleiier muiical . . . ?ur. 1768. 12. herausgab. -— Jacob (Istuuvelle meriloll« lle irlus. iur UN nouvesu plsn, kor» 1769. 8. Widcckcgung von der Schrift des La Cassagne.) — IlebrigenS find, in dem Ickem. ttir lo ^ussizue lleo ^nc. k. 1770 die Ursachen angegeben, durchweiche die französischen Musikgelehetcn, wie ha Cassagne, Dumas (s. den Art. besten S. 529) u. a. in. veranlaßt worden sind, Dcrllndccungcn, in Ansehung der musikalischen Schlüssel, vorzuschlagen. Schlußstein. (Baukunst.) Ist der mittelste oder oberste Stein eines gemauerten Vogens, oder Gewölbes. Es gehöret zum Mechanischen der Baukunst, zu wissen, wie der Schlußstein müsse beschaffen seyn, daß der Bogen, oder das Gewölbe dadurch seinen festen Schluß und seine Haltniß bekomme. Wir betrachten ihn hier niw, in sofern er unter die Zicrrathen der Baukunst kann gerechnet weiden. Man ist gewohnt, die Schluß, steine der großen Vogen bey Portalen, Thürcu und Bogcnstcliungen von den andern Cremen zu unterscheiden, und gai-' oft wird er mit man- ZV2 S ch l manchetssey Schnitzwerk verzieret. Die besondere Auszeichnung des Schlußsteines, »renn sie auch in nichts bestünde, als daß man ihn über dieFläche der Mauer etwasher- uuStreten ließe, scheinet darin ihren Grund zu haben, daß es natürlich ist, das Ansehen der Festigkeit dadurch zu vermehren, daß man den Stein, auf den das «»eiste ankommt, dein Äuge merkbar mache, und denn auch noch darin, daß dadurch das nakende und etwas kahle Ansehen eines großen Bogens etwas gemindert wird. Wie denn überhaupt oicsc Aeußerung ei- nes etwas subtilen Gcschmaks steh darin überall zeiget, daß bey ganz einförmigen Gegenständen, da ein Mittelpunkt ist, dieser insgemein mit einem Knopf, oder einer andern Zicr- rath besonders ausgezeichnet wird. Will man ste etwas zierlich machen, und nicht glatt lassen, so werden sie nach Art der Kragsteine oben mit einem kleinen Gesims versehen, und wie doppelte Rollen oder Voluten ausgehaucn. Es ist an einem andern Orte angemerkt worden *)- woher die Gewohnheit gekommen, Schlußsteine als angeheftete Mcn- schcnköpfe zu bilden. Diese Zierrath, die in der Ruhm - und Rachsucht ganz wilder Völker ihren Ursprung hat, ist eben nicht zu empfehlen. Aber völlig ungereimt ist es, an die Schlußsteine lebendige Menschen- vder gar Engelsköpfe auszuhauen. Denn auch die ausschweifendste Einbildungskraft wird keinen Grund encdeken, warum lebendige Wesen den Kopf aus einer Mauer hcrauS- strcken. S ch in e l z. (Mahleccv.) Aie Schmelzmahlcrey, die man auch insgemein tLmailmahleroy nennt,hat ihre eigenen betrachtlichen Vorzüge, ') S. Matten lli TP. S.Z67. Sch M dereittbalben sie verdienet, als eine besondere Gattung beschrieben zu werden, ob sie gleich eigentlich in die Ciasse des Eiicaustischcn gehöret. Sie hat dieses eigene, daß sie mit glasartigen Farben, die im Feuer schmelzen, mahlt, die hernach auf den Grund eingebrannt werden, dadurch auf demselben sehr sanft verfließen, und also sehr dauerhafte, weder durch Wärme undKalte, noch durch Zeuch, tigkeit, noch durch Staub und andre den gewöhnlichen Gemahlden schab- , liehe kleine Zufälle schadhast werdende Gcmahlde geben. Der Grund, auf den gcmahlk wird, muß also feuerfest seyn. Er besteht entweder aus gebrannter Erde und Poreellain, oder ans Metall, welches mit einem undurchsichtigen, mcistenthcils weißen Elasgrund überzogen ist. Auf Gefäße von gebrannter Erde haben die Alten schon vielfältig gewählt, wie die häufigen Campani- schen Gefäße, die man unter den Ruinen der alten Gebäude «»Italienfindet, beweisen. Wir können dieses aber nicht wol zu derSchmelzmahle- rey rechnen, weil die Gefäße matt sind, und den glasartigen glänzenden Uebcrzug, den man Glasur nennt, nicht haben, auf den die Schmclz- mahlercy gesetzt wird. Die Mahlcrcy aufGlafurgrund an gebrannten irdenen Gefäßen mag um den Anfang des fechszehntcn Jahrhunderts aufgekommen seyn. Wenigstens sind mir keine altern Werke dieser Art bekannt. Aber viel später ist, wie man durchgehends versichert, die Erfindung, metallene Platten mit einem Glasurgrunde zu überziehen, und darauf mit Schmclzfarbcn zu mahlen. Sic wird einem französischen Goldfchmidt, Namens Ieai» Toutin aus Chateaudon zugeschrieben, und in das Jahr >6z2gesetzt*). Daß ') S. 'ir-ibS ä«s coutcurs pour l- p-!n. lur« en «m»il « kür l, xoec«»»in-, xr«. S ch in st)aß aber die Alten schon Schmelz- farbcn gehabt, beweisen die vortreffliche Antike, der ich im Artikel Mo- saisct? gedacht habe, und die alten Glaspasten *). Auch habe ich unter verschiedenen, in meiner Gegenwart aus den Ruinen eines romischen Gebäudes von den Zeiten der spatern Kaiser herausgegrabcncn goldenen Juwelen einen Ring gesehen, dessen Beschaffenheit mich auf die Vermu- khung brachte, daß anstatt eines Edelsteins, Email auf das Gold eingeschmelzt gewesen. Folgendes wird dem über diese Materie noch ununterrichtcten Leser einen Begriff von dem Verfahren bcy dieser Art Mahlcrcy geben. Man nimmt eine sehr dünn geschlagene und von allen stiemen Schieferchen wol gereinigte Platte, insgemein von Gold, oder Kupfer; auf diese streuet man erst auf der unrechten Seite, die nicht soll bemahlt werden, fein gestoßenen weißen Schmelz, oder eine in nicht gar zu heftigem Feuer fließende glasartige undurchsichtige Materie, setzt die Platte in ein Kohlfeuer, und laßt den Schmelz auf der Platte anstießen. Eben so wird hernach auch die gute Seite der Platte, aber etwas diker und vorsichtiger überzogen, damit diese Seite überall gleich, mit einem reinen weißen Grund, ohne Gruben, Ritzen oder Flekcn überzogen sey. Auf diesen Grund wird nun gemahlt. Die Farben sind Ebenfalls von glasartigen, durch metallische Theile gefärbten Materien, die aber leichter in Feuer stießen, als der Schmelz, den mau zum Grund der Platte genommen hat. Diese Farben werden sehr fein.gerieben, und mit Wasser, oder mit Lavendelöl gnge- pl Lcecie 6« N-p-müre sur l'emall elc, j-gr kt,-. cle g vin« 176;. iz. (Neutsch, Leipzig -767. 8. ") S^Ppsten. S ch M §oz Macht, damit sie mit Wasserfarben in dcnPenscl fließen, und zum Mahlen tüchtig werden. Die Umrisse zeichnet man mit einet rothcn Eiseufarbe, die denen darüber kommenden Farben keinen Schaden thut; und dann fetzt man die Platte ins Feuer, damit diese Umrisse sich auf dem Grund einbrennen. Erst hierauf werden die Farben aufgetragen. Die nun am sorgfältigsten verfahren, legen zuerst das Gemahlde nur mit leichten Tinten an, die sie wieder besonders einbrennen. Hierauf mahlen sie die Platte etwas mehr aus, und brennen die neuen Farben wieder ein. Und so wird die Bearbeitung vier bis fünf mal wiederholt, bis der Künstler mit feiner Arbeit zufrieden ist. Geringe Sachen werden aufeinmal ganz ausgemahlt und eingebrannt. Man mischt unter alle Farben mehr oder weniger Flus, das ist, in Staub zerriebenes, sehr durchsichtiges Glas? ohne alle Farbe, das nicht nur für sich sehr leicht fließt, sondern auch die Schmelzfarben leichter fließend macht. Wenn man alsv.ein schon ziemlich fer, tiges Gemahlde noch einmal bearbeiten will, so darf man nur etwas mehr Flus, als vorher unter die Farben mischen, damit die neuen Farben sich einbrennen, ohne daß die schon vorhandenen wieder ins Flief- sen kommen. Dieses ist überhaupt das Verfahren bey dieser Art. Es ist aber mit mancherlei) Schwierigkeiten verbunden, und erfodert viel Kunstgriffe, die hier nicht können beschrieben wer. den. Man hat nicht alle mögliche Haupt- und Mirtclfarben, wie bey derOelmahlercp; und weil viele Ar- ten der Emailfarben sich im Feuer andern, so gehört hier eine große Erfahrung zu guter Behandlung dcS Colorits. Mehrere Nachnch.'en hiervon findet man in dem vorher angezogenen Werk, und in dem Drairs xratr- S ch m xratiqus, den der Abt Pen,et/ sei- 5lem Oidtionuire portutil' cke pein- ture etc. vorgesetzt hat. Außer dem schon erwähnten Tou- e!n, haben sich vornehmlich Ienn Petitor ans Genf a), und dessen Schwager Iaques bordiert») grossen Ruhm und beträchtliches Vermögen durch diese Mahlcrey erworben") Nach diesen haben sich Aiiit c) ein Schwede, der lang in England gearbeitet hat, Marens ä) ebenfalls ein Schwede, und in Frankreich Rou- «zuec, äbiocorS und Durand besonders darin hervorgethan. Von der Schmelzmahlcrey hanteln: I. Vulenger (In f. Schrift llc?/ c. 5 U. f. S. >>Z. Lugä. k. 1627. 8- Smaico, t. Lncsuckv.)— Jacq. Phil. Ferrand (d Nu tcu> vu ckc peinärc en email, Usr. 1721. ,z.) —- Lecrrs cie X!r. Lcickur ü ton bis polli- lui servir äc guiäe stanz l'arr ste jicinstre cn email, Lar. 17 59- 8» -— Arclais ös Montamy (llLeaicestcz cbuleurz poue la Ueinr. en Lmail er tue la porcelainc» sireceste ste I'arc ste peinstre tur ickmaii . . . Lar. >765. 12. -Th. Deutsch, Leipz. 1767.8.) — Ferner de Pikes, in s. blem.stegxcknr. z>rar. Lb. XIII, p. 509. Ttmck. 176?» i,. — In deutscher Sprache: Ein Aufs, im Neuen Haniburgischcn Magazin, Bd.,. St.g. S.-90.—- Anfangsgründe der Emaillirkunst, in den Phpjikal. Oe- kononiischen Auszügen, Bd. 2. St. z. S. zz?. Auch gehören, im Ganzen, hier noch her, die verschiedenen, von der Glasmachcrkunst handelnden, de» dem Art. Glasmahlere)? S.4-4'. angeführten Werke, wovon besonders die /^rc ste la Vcrrerie p. tstausticczuer ste Ulan» cvurc ausdrücklich Unterricht von der Schmclzmahlcrep gicbt. — Uebrigcns ,) (f 1691). b) (s 1690). *) S. FücßiinS Leben der schweizerischen Mahler. -) (t,770). ä) (s 1770.) erhellet aus dem ytcn Bd- S. 22z. der blick, lirrcrae. ste I-, ssesnce > .daß ichon itn Itten Jahrhunderte die Rede von Mahlerevcn auf Glasurgrund gewesen, und daß ein, in diesem Zeitpunkt ungefähr, gemachtes Bildniß, noch jetzt in der Haupt» kirchc zu AanS vochanden iji. --- Und was die Schmelzarbeit selbst anbctrift: so scheint solche allerdings bereits den Alten bekannt, und ihr Lncauckum gewesen zu seyn. (S. den Bulenger, a. u. O. im 6trn Kap. S. 121 u. f.) Wenigstens giebt von dem so genannten Niellum schon der nun bekannte Thcophilus PrcSbvtcr, (Lil>. !ll. c. 27. 28 und zi. S. Z64 u- f. im 6ten Bde. der Less. Bcptr. zur Gesch. und Lirteratur) auschaulichec aber Vasari (lZella Lircura, c. XXX. S.61. vor der Bologneser AuSg. der Vice v. I. 1K48.) llnleecicht. lind die, in den olle-v»?, ickor. cki^es alcuni ö-sestaßlioni anriebt von F. VuoNarottl, lt. (1698) 4. angeführte Präsentierschale voll Erz, so wie der, von O. A. Bracci beschriebene Liy- peus vorivus (Dickerts^. toprs un Lli. pco vnrivn, Luc. 1771. 4.) scheinen zu erweisen, daß die Alten schon dergleichen Arbeit verfertigten; und die Lru- ckarii. deren Plinius (Lib. XXXIIl. 5;.) gedenkt, sind vielleicht Künstler dieser Art gewesen. Sollte, indessen, das Nicllum überhaupt, nicht che zu der so genannten eingelegten (eingegossenen) als zur eigentlichen Schmclzarbeit gehören? Im Deutschen heißt jenes Silberstick und Sil» Verstecken; und Doppelmavcr führt S. 205 Wenzel Jamitzer, als einen der berühmtesten Künstler darin an. — — Zu der Gesckickle Ver eigentli- ckei, Sckmelzmahlerey in ncucrn Zeiten (und selbst zur Theorie) liefert Ben» träge L erar peesenr lies /srrs cn ^n- ßlererre par Xlr. kouczuer, I^sr. i?55> 12. -—- und zu den merkwürdigen Künstlern gehören noch: Pierre Chartier, LouiS v. d. Brüggen, Hance gen.(f 1S58) LouiS Gernicr(fi659) Rod. Vougucc isiSzo) Jean Frö. Aedin (1700) Carl Boit (f 1700)- Joh. Cour. Schnell (f 1704) Elisabeth Soph. Eheron (f 17t,) Louis Lhatil- S ch Y Lhatillon (s ,7Z<) Jacq. Wl. ffer- raud (f >?zs) Jsm. MengS (f,764) Joh. Es. Niison (177°) Jean Jac. Passier u. a. m. — Schneke; Volute. (Baukunst.) Ein großes Haupcglied an den vier Eken des Knaufs der jonischen auch der römischen Säulen, nach Art einer Schurke gewunden. Es ist bereits im Artikel Ionisch hinlänglich davon gesprochen worden. Schnitzwerk. (Bildhauerei).) Unter den Ucberbleibseln der griechischen und römischen Bildhauerkunst findet sich nichts häufiger, als historische und allegorische Vorstellungen, da die in Marmor gehauenen Figuren mehr oder weniger erhaben aus demMarnior hervorstehen. Dieses Schnitzwerk, das die Jraliä- ner Kelievo nennen, stellt also Schilde-eye» in Marmor ausgehauen vor, abcr so, daß die Bilder, wie auf den Münzen, nur zum Theil über den stachen Grund des Marmors heraustreten, daher solche Arbeit der Beschädigung weniger unterworfen ist, als die Statuen, denen durch Stoffen oder Umstürzen gemeiniglich die Aerme, Beine oder Köpfe abgebrochen werden. Dergleichen Schnitzwcrk, das die Stelle der Gemahlde vertreten sollte, wurde an Tempeln und andern grossen Gebäuden an schiklichen Orten in die glatte Mauer etwas vertieft eingesetzt, und man konnte natürlicher Weise versichert seyn, daß diese Art Gemahlde ziemlich wvl erhalten bis auf die späteste Nachwelt kommen würde. Unser den römischen Kaisern halte man den Einfall, dergleichen Schnitz- Werk an den Schäften großer, zum Vierter Theil, S chv Z05 Andenken vorzüglicher Thaten oder Begebenheiten auf freyen Plätzen aufgerichteter Säulen anzubringen; und noch itzt stehen in Rom zwey solche Säulen, davon die eine dem Amo, »nur,, die andre dem Trajanus zn Ehren gesetzt worden. Aber sehr lange vorher halten die Egypticrfla- ches Schnitzwerk von Hieroglyphe» auf ihre Obelisken eingehauen. Man unterscheidet zwey Arten dieses Schmtzwerks : eine erhabenere, da die Figuren stark und oft viel über die Hälfte ihrer Dike aus dem Grund hervorstehen; und eine flachere, da sie unter der Hälfte ihrer Dike herausstehen.: jene Art wird von dew Jtaliänern alto relik-vc>; diese tmüc» relmvv genennt. Hievon haben wir an einem andern Orte mit mehrerm gesprochen *). Die, zu diesem Artikel gehörigen Nach, richten von dem Schnchwerk der Alten, finden sich dev dem Art. Flaches Schniy- rvertl. Schön. (Schöne Künste.) Aie Untersuchung über die Natur und Beschaffenheit des Schönen, die an sich schon schwer genug ist, wird dadurch noch beträchtlich schwerer gemacht, daß das Wort vielfältig von Dingen gebraucht wird, die gefallen , ob wir gleich von ihrer Be« schaffenhcit nichts erkennen. Wir müssen also vor allen Dingen versuchen, den eigentlichsten und engcste» Sinn des Worts zu bestimmen. So gewiß es ist, daß alles Schöne gefällt, so gewiß ist es auch, daß nicht alles, was gefallt, im eigentlichen Sinn schön gcnennt werde» kann. Das Schöne macht nur eine von den mehrcrn Gattungen der Dinge, ») S. AacpeS Schnitzwerk. U Zok Sch ö Dinge, die gefallen/ aus; und um sie von andern unterscheiden, zu können, müssen wir diese Gattungen alle betrachten. Wir wollen aber, ohne uns in schwerfällige und tiefsinnige Epeculatwuen einzulassen, blos bcy dem stehen bleiben, was die allgemeine und tägliche Erfahrung darüber an die Hand giebt. Diese lehret uns ohne Zwcydeutig- keit, daß einige Dinge uns gefallen, oder Vergnügen erweken, ob wir gleich von ihrer Beschaffenheit nicht den geringsten Begriff haben. Von dieser Gattung sind alle Gegenstände , die blos einen angenehmen Reiz in den Gliedmaaßen der Sinnen verursachen, an dem die Ueberle- gung und die Kenntniß der Beschaffenheit des Gegenstandes, der ihn verursachet, nicht den geringsten Ankheil haken. Im Grunde haben wir in diesem Fall nicht an der Sache, die uns das Vergnügen macht, sondern blos an der Empfindung, die sie bcwü.kt, unser Wolgefallcn. Wir wissen so gar oft nicht, wo der Gegenstand, der uns dieses Vergnügen macht, ist, noch was er ist; wir empfinden und lieben blos seine Würkung, ohne uns mit ihm selbst zu beschäfftigen. Dies ist um so viel unzweifelhafter, da wir mehrere Arten dieses Vergnügens mit den Thicren gemein haben, die sich gewiß nie bcy Betrachtung der Gegenstände, die aufsie würkcn, aufhalten. Diese Dinge haben eine unmittelbare, oder doch nahe mittelbare Beziehung auf unsrc Bedürfnisse, und machen eigentlich die Classe aus, der man den Namen des Guten gegeben hat. Nur Kinder sagen von Speisen, sie schlucken schön; wer mehr unterscheiden gelernt hat, sagt, sie schmeken gut. Hingegen giebt es auch Dinge, die nicht eher gefallen, bis man sich eine deutliche Vorstellung von ihrer Beschaffenheit gemacht hat. Zuerst be- S ch v schäfftigen sie blos den Verstand, und erst hernach, wenn dieser eine gewisse Beschaffenheit an ihnen deutlich erkennet, fangen sie an zu gefallen. Wer nicht im Stand ist, nachzudenken, oder jene Beschaffenheit einzusehen , dem bleiben sie vönig gleichgültig. Iu diese Classe geHort alles, was durch Vollkommenheit gefällt, wie die Maschinen, die so verstäüdig eingerichtet sind, baß sie dem gwek völlig entsprechen; ingleichen, was durch Wahrheit gefällt, wie ein Beweis, darin die einzeln Begriffe und Sähe so verbunden find, oaß emo völlige Ucberzeugung aus ihrer Vereinigung cnlstcht. Nun giebt es noch sine dritte Gaffe der Dinge, die Wolgesallen erweken. Diese liegt zwischen den bey- den vorhergehenden so m der Milte, daß sie etwas von der Art der einen und der andern an sich hat. Die Beschaffenheit der Gegenstande reizt unsre Aufmerksamkeit; aber che wir sie deutlich erkennen, ehe wir wissen, was die Sachen seyn solle», empfinden wir cm Wolgefallcn daran. Diese Gegenstände mache» un- sers Erachtcus die Gaffe des eigentlichen Schönen aus. Eine nähere Betrachtung dessen, was jede dieser dreyClasse» dcrDmge, die uns gefalle», besonderes und ei« genthümlichcs hat, läßt uns bald folgendes bemerken, i. Das Gare gefällt uns wegen seiner materiellen Beschaffenheit, oder wegen seines Stoffs, der, ohne Rüksicht auf seine Forin, eine natürliche Kraft hat, unmittelbar, angenehme Empfindungen zu erweken 2. Das Schöne gefällt uns ohne Rüksicht auf den Werth seines Stoffes, wegen seiner Form, oder Gestalt, die sich den Sinnen, oder der Einbildungskraft angenehm darstellt, ob sie gleich sonst nichts an sich hat, das den Gegenstand in andern Absichten brauchbar macht, z. Das Vollkommene gefällt Schö fallt weder durch seine Materie, noch durch seine äußerliche Form, noch durch seine innere Einrichtung, wodurch es ein Instrument oder Mittel wird, irgend einen Endzwek zu erreichen. Wir können uns diese dreyfa- chc Beschaffenheit an einem Diamant vereinigt vorstellen. Nach seinein Werth im Handel, geHort er in die Classc des Guten; nach seinem Glanz und dem Feuer der Farden, die darin spielen, in die Classe des Schönen; nach seiner Harre und Unzer- störbarkeit in die Claffe des Vollkommenen- Es ist aber hier der Ort nicht, diese drey Claffen der Dinge, die Gefallen erwekcn. naher zu betrachten, und das, was jede von der andern unterscheidet, genau anzuzeigen. Nur den eigentlichen Eharatter des Schönen haben wir hier naher zu cntwikeln- Einige Philosophen haben gelehret, die Schönheit sey nichts anders, als Vollkommenheit, in sofern sie nicht deutlich eingesehen, sondern nur klar, aber völlig verwikclr gefühlt werde. Aber diese Erklärung ist nicht allgemein wahr. Es giebt, wie wir hernach sehen werden, eine Schönheit, die diesen Charakter hat; aber nicht alles Schöne ist von dieser Art. Die Vollkommenheit einer Sache laßt sich weder deutlich erkennen, noch undeutlich fühlen, wenn man nicht entweder bestimmt weiß, oder doch mir einiger Klarheit fühlet, was die Sache seyn soll Dieses ist ans dem Begriff der Vollkommenheit klar'). Nun giebt es unzahlige Dinge, die wir schön nennen, ob wir gleich nicht den geringsten Begriff von ihrer Bestimmung haben, und weder erkennen noch fühlen, was sie eigentlich seyn sollen. Doch könnte man sagen, das Schöne sey die Vollkommenheit der äußern Form, oder Gestalt. Ob wir nun gleich die befsn- 5) S. Vviik»i»!Mffcit. S ch ö zo? dern Gestalten, als der Thiere und Pflanzen, nicht nach der jeder eigenen Vollkommenheit beurtheilen können, da wir das besondere Ideal, was jede seyn soll, »-cht besitzen, so wissen wir doch überhaupt, daß die mannichfalrigen Theile in ein wol» geordnetes Ganze sollten vereiniget werden; und in sofern haben wir einen allgemeinen Begriff von der Vollkommenheit der Form. Nach diesen vorläufigen Erläuterungen wollen wir versuchen, den Begriff des eigentlichen Schönen, so viel uns möglich seyn wird, zu cntwikeln. Es interessirc also durch seine Form, bloö in sofern sich die- selde den Sinnen, oder der Einbildungskraft angenehm darstellt, ohne Rüksicht auf seinen Stoff, oder auf seine mechanische Beschaffenheit, nach der es als ein zu gewissem Gebrauch bestimmtes^ Instrument angesehen wird. Für den Eigennülzigen ist Schönheit nichts, weil man sie durch bloßes Anschauen genießt; für den spcculativen Kopf ist sie etwas sehr geringes, weil ihre Beschaffenheit nicht deutlich kann erkennt werden. Der Liebhaber des Schönen steht zwischen dein blos materiellen, ganz sinnlichen Menschen > und dein, der blos Geist und Verstand ist, in der Mitte. An diesen granzt er wegen des Wolgefallens, das er an Spekulationen der Einbildungskraft hat, und an jenen, weil er lüstern ist nach ftineru Reizungen der Phantasie. Aber wie muß jene Form, wodurch das Schöne gefällt, beschaffen seyn? Auch in Ansehung dieser lieat das Schöne dergestalt zwischen dem Guten und dem Vollkommenen, daß es an beyde gränzet Ein Theil seines Wertstes wird durch unmittelbares aber feiners Gefühl bestimmt, wie der Werth des Guren, und ein Theil aus Erkcnntniß, die aber bc»m Schönen nicht bis auf die Deutlichkeit steiget. Darum wäre es ein vergeb. U s liches zo8 S ch ö lichcs Unternehmen, die völlige Eitt- wikluug seiner Beschaffenheit zn suchen. Doch ist eSnichtso, wie das Gute, daß man außer dem unmittelbaren Gefühl seiner Würkung gar nichts daran erkennte; nur muß man nicht eine völlige deutliche Entwiklung seiner Beschaffenheit verlangen, wie man sie von dem Vollkommenen geben kann. Wenn wir bey blos klaren Begriffen stehen bleiben, so läßt sich allerdings von der Form, daran die Phantasie Gefallen findet, verschiedenes angeben. So viel ich davon habe bemerken können, lassen sich die Eigenschafren dcS Schönen auf drey Hauptpunkte bringen, r. Die Form im Ganzen betrachtet, muß bestimmt, und ohne mühsame Anstrengung gefaßt werden. 2. Sie muß Mannichfaltigkeit fühlen lassen, aber in der Mannichfaltigkeit Ordnung, z. DaS Man- nichfalrige muß so in EincS zusammenstießen, daß nichtS einzclcS besonders rühret. Wir wollen, so gut wir können , diese drey Hauptpunkte ttwaS naher cntwikeln. i. Daß ein Gegenstand, der unS durch sein äußerliches Ansehen gefallen soll, ein Ganzes, und nicht ein Bruchstük von einem Ganzen seyn müsse, ist andcrSwv hinlänglich gezei- gct worden *); daß er wol bcgranzt und bestimmt in die Sinnen, oder in die Phantasie fallen müsse, ist daher leicht abzunehmen, daß daö Ungewisse in seiner Begränzung uns zweifelhaft macht, ob cS ganz sei), und daß cS der Klarheit der Vorstellung schadet. Die Ungewißheit, ob man eine Sache recht sehe, oder nicht, hat nothwendig crwaS Beunruhigendes, fplglich Unangenehmes an sich. Daß der Gegenstand ohne mühsame Anstrengung müsse gefaßt werden, ist nicht weniger klar; weil jede Bestrebung, so lange man ungewiß ist, ob S. Ganz. Sch » sie daS Ziel erreichen werde, etwaS unangenehmes hat. Dieses letzte ist aber nicht so zn verstehen, daß daS Schöne nothwendig auf den ersten Vlik, ohne An- strengung von Seite des Beobachters, in die Augen fallen müsse. Viel, mehr geschieht es gar oft, daß durch vorhergegangeneBemühung, die Sache richtig zu fassen, daS Vergnügen deS AnschauenS desto lebhafter wird. Der Sinn jeneS Ausspruchs ist dieser, daß die Gestalt der Sache, wenn eS gleich Mühe gekostet hat, sie zn fassen, nun, da sie einmal gefaßt worden, ohne anhaltendes Bestreben gefaßt werde. Man sieht hieraus zugleich, warum nicht jcdcS Schöne jedem Menschen gefallt. Ein kurz- sichtiger, der ein großes Gebäude nicht aufcinmal übersehen kann, wird eS nicht schön finden. Je ausgedehnter die Kraft ist, etwas bestimmt zu fassen, j« fähiger ist man auch Schönheiten zu empfinden, die gerin- ^ gcren Kräften nicht fühlbar sind. Daß die Größe der Schönheit von jedem nach dem Maaße seiner Fähigkeit, mehr oder weniger aufcinmal zu fassen, geschätzt werde, und daß daS, was für ungeübte, sowol innere alS äußere Sinnen die höchste Schönheit ist, dein, dessen Gcschmak eine weitere Sphäre umfaßt, nur mittelmäßig schön seyn könne, isteine wichtige Bemerkung. Wenn wir dieses auS der Acht lassen, so stoßen wir bey der Untersuchung über die Schönheit auf Widerspräche, die nothwendig verwirren. Denn daß ein Mensch Schönheit findet, wo ein anderer sie zu vermissen glaubt, kommt gar nicht, wie man sich oft fälschlich einbildet, daher, daß unsre Begriffe über daS Schöne wankend wären, oder daß die Schönbeit an sich nichts bestimmtes sey. Die Schön, heit hat dieses mit der Größe gemein; einer findet klein, was einem andern groß scheinet,, und ein im Ucbcrfluß crzo- S ch K erzogener Mensch nennt Armuth, was manchem andern Rcichthum wäre. Darum fallt es keinem Menschen von Verstand ein, zu behaupten, ein geringer Grad der Größe scy keine Größe, und ein geringes Vermögen sey kein Vermögen. Warum sollte man denn sagen, ein geringer Grad von Schönheit sey keine Schönheit? Was Aristoteles vom Schönen sagt, daß es weder sehr groß noch sehr klein seyn müsse, hat hierin sei- nen Grund. Was für uns zu groß oder zu klein ist, kann im Ganzen nicht ohne beständig anhaltendes Bestreben gefaßt werden. 2. Daß das Schöne Mannichfal- tigkeit müsse fühlen lassen , ist auch leicht zu begreifen. Was einfach oder ohne Theile ist, kann wol anfdie Empfindung, aber nicht auf die Vorstellungskraft würkcn. Was aber blos Menge der Theile hat, ohne Verschiedenheit, kann kein Nachdenken, kein Verweilen der Vorstellungskraft bey dieser Menge veranlassen, weil die Theile nichts verschiedenes haben; die bloße Anzahl derselben hat keinen Reiz für die Phantasie, die sie nicht beschafftigen kann. Denn sobald sie rissen gefaßt hat, hat sie zugleich alle gefaßt. Aber wo Mannichfaltigkcit da ist, da würkt jeder Theil etwas zum Ganzen. Man wird in eine angenehme Uebcrraschnng gefetzt, zu sehen, wie so vielerlei) Dinge doch nur ein Ding ausmachen. Damit aber das Mannichfaltige durch die Menge nicht verwirre, muß Eben- maaß und Ordnung darin seyn. Diese würken Faßlichkeit in der Menge'). z. Von diesem Mannichfaltigcn muß kein Theil besonders und für sich rühren; weil er die Faßlichkeit des Ganzen hindern würde, indem er die Kraft der Aufmerksamkeit auf sich zöge. Darum muß, in Absicht auf S. Ordnung» S ch ö z«y die Größe der Theile, jeder ein gutes Verhaltniß.'zum übrigen haben» und in andern Absichten, z E. Form, Farbe und anderer in die Sinnen oder Phantasie fallenden Eigenschaften, gute Uebcrcinstimmung oder Harmonie. Wo die Menge kleinerer Theile groß ist, da müssen sie in größern Gruppen zusammenhangen, damit man nicht das Mineste mit dem Ganzen, sondern mit dem Haupt« theil, davon es ein Glied macht, zn vergleichen habe. Alles dieses ist in andern Artikeln weiter ausgeführt worden *). Dieses erlaubet uns die Eigenschaften des Schönen hier bloS anzuzeigen, ohne die Sachen weit- lauftig auszuführen. Wo alle diese Eigenschaften sich zusammen finden, da ist Schönheit: aber darum noch nicht jene paradiesische oder himmlische Schönheit, deren Genuß Glükseligkeit ist. Das Schöne,, dessen Eigenschaften wir angezeiget haben, erwckt Wolgcfal- len; aber es bleibet in der Phantasie und berührt das Herz nur leicht und gleichsam an der Oberfläche. Nur Menschen ohne Herz und ohne Verstand, die ganz Phantasie sind, finden Befriedigung daran. Virtuosen von der leichtern Art, die gleichsam von Dünsten und Luft leben, und auch von bloßem Hauch der Luft in Bewegung gesetzt werden, sprechen oft mit Entzüken von dieser Schönheit; die Tauschung macht sie schon selig. Im Grund ist dic^ Schone nur die äußere Form, oder das Kleid, in dem sowol gute als schlechte Dinge erscheinen können. Es giebt ihnen noch keinen inneren Werth, sondern dienet bloS die Aufmerksamkeit zu reizen , daß mau mit Wolgcfallen auf diese schön bekleidete Dinge sieht. U z Eine *)S.Ebenmaaß; Einförmigkeit; GlledZ Gruppe; Harmonie. S ch ö Sch ö Eine höhere Gattung des Schonen entsteht aus enger Vereinigung des Vollkommenen, des Schonen und des Einen, Dieses erwekt nicht blas Wolgefallen, sondern wahre innere Wollust, die sich oft der ganzen Seele dcmachtigcr, und deren Genuß Glukseligkeic ist. Wir begnügen uns, die Art und das eigentliche Wesen ble-er Schönheit nur an einem beson- dern Hülle zu beschreiben, um ein sinnliches Bild davon zu geben, ver- un,reist dessen der Begriff dieser hoher» Schönheir faßlich werde. Dieses Bald ist derInhalt des folgenden Artikels. Von dem Gckonen, oder der Schönheit überhaupt, handeln: Pia. to (In dein tstippias maiur; frzsch. von Fr. de Mauccoix, im ucnBde. s. vpute. kor, i6g;. 12. und von Greu und La- ricr in der kibl. äes anc. KKilof. so wie von Erousaz, im otcn Bde. s.Draire ^u Leou, Si zoz. der Ausg. v. 1724. Englisch, von Sydcnhaiii, mit mehrern Grspr. des Plato, Lond. 1767.4. Deutsch, von Kleuker, im itrn Bde. der W. des P. Lemgo 1778. z. S. 207 u.f. Bekanntermaßen nur Widerlegung, daß weder das Anständige, noch Nützliche, noch Gute, »och Angenehme eigentlich schönst»,) -— plotinus (Lnneaä. I. bib. VI. unterscheidet das körperliche von dem geistig Schonen. Jenes setzt er nicht blos in körperliche Reize, und sichtbare Eegcn- ststnde, sondern auch in geschickte Verbindungen und Zusammensetzung von Worten, Tönen u.d. m. Das letztere entsteht und besteht ans geistigen Eigenschaften und Tugenden. Was er davon sagt, hat Th. Ta»ior, unter dem Titel: Loncerning rbe keaurifuli . . . 1787. 8, englisch herausgegeben.) — Augustinus Oer Kirchenvater (Sein, über Schönheit geschriebenes' Werk ist nicht auf uns gekommen; nack einzeln Stellen in s. übri. gen Schriften zu urtheilen, setzte er das Schone in hie llebcrclnstimmung der Thelle zur Einheit. Omnis pulcbrikuä!- nis forma unicas est sagt er in s. Igten kp. vcrgl. mit dem zo II. f. Kap. der Schrift De Vera stelig. und dem iztcn Kap. des 6ten Buches äe Mistes.) >—> August. Niphus (Istbri äuo, de primus, De amors fec. stom. i;zi, 4. bugä. L. 1549. 8- 1641. 12. und tll f. Opule. Kar. 1645. 4. Eigentlich eine bloße Beschreibung von der körperlichen Schönheit der Prinzessin» Johanna von Arragonien, welcher zu Ehren daS Buch geschrieben ist. llcbrigens setzt er die Schönheit in ein richtiges Ver- hcllrniß der Dinge zu ihrer Bestimmung: nichts ist schön, heißt cS, im 6ten Kap. czuoä Porres nun babear piures äistin- chstas, stguris äitormes, naruris ver» äilstmilarcs, es viäelicer rarione in- rer fe, er sä cotrim fe babenres, uc ex cuzusvis membri izuanrirsre rn- rius puiclrri corporis guanriras reääa- cur. Baylc hat dem Pers einen Artikel gewidmet.) —- Nie. Luauco (lZial. ove st ranio äclla belle22a, Lsl. 1542. 4. Ven. 1542. 8)— Gius Becussl (ba beonora, stsgion. . . . tl 'pra ta vera belle^zz, buc. lzsg. 8.) — Nie. Vit. oi So5;c (Oial. äeii- bei- Ie22a, Ven. 1581. 4.) — Torq. Tasio (Mnrurno, Oisl. äclla bei- Ie22S in s. Opere postume, Bd. 5. 2s>.) — Aug. Vogel (X0-X1X0710- f. stulckri Conrempiario, bipi. i6ol. 4.) — ürrufk Valnius (Draöl. äs pulebriruäine suxra es, quae äe tpon- lä in Lancier» pronunriancur, Krux. 1662. 8 ) — ?. p de Lrousay (Desire äu keau, Amst, 1714. 12, Venn, ebcnd- >724. ,2. 2 Bde. Deutsch (so viel ich weiß) Köuigsb. 1758. Die iz Kap. des Werkes enthalten llestein äs I'ouvragc; iäee generale äu Keau; caraLlercs reels er uarureis äu keau; exemples; I on previsnr les äiörcul- res cn pofanc äes prineipcs pour !ez refouäre; fources äes prevcntions für le keauZ äe I'empire äe la kraute für nus fenrimens; reponte ö äiver- fcs obzeökions; äe la benure äes feien- ces; S ch S S ch ö zu ces; äe I-> kcsure ä« Is vertu; äs Is Ucaure äe LLluczueuce; äe Ig keaurc, äs larelinien; äes esuLes czui obLcur» cilLsuc Ig Lcaure äe jg rcligian. Ansehungen ist cln Brief, worin dir Ideen idcö SvkrateS über die Schönheit untersucht werden, und eine Hebers, von dem Hippias major des Plato. Auch befand sich, -tcp der ersten Ausgabe ein, in der letzter« weggebliebenes, Kap. über die Schönheit der Musik, welches Deutsch, im iten und -teil Bde. der Musikal. Crit. Bibl. von H. Forkcl, Gotha 1778. 8. zu finde» ist. Der Verf. setzt die Schönheit in Mannichsaltigkcit, Einheit, Regelmäßigkeit, Ordnung und Verhält- niß; was er, unter Mannichfaltigkeitvcrl ficht, Hai er nicht näher erkläret; unter Einheit scheint er die Beziehung aller Thcilc aus einen Zweck zu verstehen; die Regelmäßigkeit besteht, in der ähnlichen Stellung der Thciie unter sich; die Ordnung in einer gewissen Abstuffung der Theile(äe^roäzciem) bell dein Ucbcrgange der einen zu den andern; und das Ver- hältniß erklärt er, als die unice gssgi- Luunee äe variece, äs regulsrile et ä'vräre äans ctwczue parrie.)—» äLouO Sbafrcsbtir^ (In s. Systeme ist,' bekanntermaßen , nur das Gute und Wahre schön; und die Schönheit eines Körper» kestcht also z. B. darin, wenn sein Ganzes, und die Verhältnisse der Thcilc unter sich, so beschaffen sind, daß sie ihm Kraft, Thätigkcit, Gewandtheit/Stärke u. s. w. gewähren. Die vorzüglich hie- her gehörigen Stellen finden sich in dem Moralisten, Th. z. Abschn. 2. Bd. 2. S. 260 u. f. der Ausg. von 1749. >6. und in den koii'Lcell. reffest. III, cli. 2. Bd. z. S. >24.) >— Lr;. Hutchinson (^n Inquirz- inro rlie original oLourläeaz c>5 leerer/)' gnä Virrue, L.onä. 1726. 8-175 z. 8. Französisch. Amst. 1749. 8- Deutsch, Frft. 1762. 8. Die Untersuchung über die Schönheit handelt, in 8 Abschn. Von verschiedenen Kräften der Vorstellung, die von demjenigen verschieden ist, was wir unter Empfindung ver- ßehen; von der ursprünglichen oder ab< soluten Schönheit; von der Schönheit der Lehrsätze; von der relativen Schönheit; von unfern Schlüssen, aus der Scdön» heit und Regelmäßigkeit der Wirkungen auf die Absicht und Weisheit in der Wirkung ; von der Allgemeinheit des Gefühls der Schönheit, unter den Menschen; von der Macht der Gewohnheit, der Erziehung und des Beyspicls bey unfern in- ncrn Sinnen; von der Wichtigkeit dce innern Sinne in dem menschlichen Leben, und ihren endlichen Ursachen. Nachdem der Verf. das Daseyn eines besoudern Sinnes für das Schöne und Gute vorzüglich dadurch zu erweisen gesucht hat, daß der Mensch, auch ohne eigentliche Wahrnehmung von Aehnlichkeiten und Verhältnissen, Vergnügen empfinden kann, daß das, was als schön auf uns wirkt, diese Wirkung auch, ohne unser» Willen, in uns hervor bringt u. d. m. setzt er das Schöne selbst in die Einförmigkeit des Mannichfaltigen, oder in dir, mit Mannichsaltigkcit verbundene Einförmigkeit, und unterscheidet das unbedingt Schöne von dem relativ Schönen in s» fern aus der Nachahmung oder sinnlichen Darstellung auch eines sonst nicht schönen Urbildes Vergnügen entspringen kann.) — Ungen. (^ Oial. oLLeaur/ in rks inanner ok ?larc>, L.onä. i?Z8- 8.) — p. Anöre (kiffai Lur le Leau . . . l'ar. 1741.12. -Minist. 1759. 12. (Von I. H. S. Forme!) herausgegeben, mit Auszügen aus andern, über die Schönheit gcschriebnen Werken.) Verm. von dem Verf. mit 6 Kap. oder Vits, und ohne die Formeyschcn Zusätze, ?ar. 176z. 12. 2 Th. Deutsch, nach der ersten Ausg. Altenb. 1757. es. Die zehn DiLcours des Werkes handeln, 8ur je Leau ei» general, er en parriculier lur le Leset Lenffble; Lue lelZeau äansles moeurs; Lur le Ueau äans ler pffcees ä'eLprir; Lur le Keau muffcal; Lur le loloäus; Lur le IZecoi um; Lur les lärsces; Lur lamour äu Leau, vu le pouvoir äs Lamour äu kcsu Lur le cocur lrumain; Lur I'amour äefinrcreffe in zwei) Abthei- lungen. Der Verf. thcilt Alles Schöne U 4 in ZI» SchK S ch z in das wesentliche, das natürliche undbaZ künstliche oder willkührlichc und diese wieder in das sinnliche und inrcSectuellc ein; das Schöne selbst überhaupt aber setzt er, mit dem Augustln, in dir Einheit.) ^ Den. Diverot (Sein, für die Encyclvpcdic geschriebener und auch darin abgedruckter Artikel, Leim, findet sich ini itcn Bde. dcrLollcök. complerre s. Werke, l.»nel. 177z. 8- ; Bde. K. Z09 u. f unter dein Titel, Vrwce stu keim; deutsch in s. Philosophischen Werken, leipj. 1774. 8. Nachdem der Verf. die Meinungen mehrerer der vorhin angeführten Schriftsteller über das Schöne beurrhcilt hat, erklärt er alles das dafür, was in dem Menschen den Begriff von Verhältnis? oder Beziehung erweckt, welchem gelnäß es dann so wohl ein moralisches, ein natürliches, ein musikalisches, ein littc- »arisches u, s. w. als ein wesentliches und ein relatives Schöne und zwar tn so fern Hiebt, als jedes einzelc Sing, entweder «n und für sich selbst betrachtet, oder mit andern verglichen werden kann, lind da zugleich jedes cinzele sich mit mehrcrn zicrgleichen läßt: so kann jedes auch, ans mehrere Art, Bcziehungs- odcrVerglei- chnngswesse, schön oder häßlich scyn.) — Die Artikel Lesu und Lesure in der Avcrdoner Ausg. der Encyclopcdie. -> Ebenderselbe Artikel in der Berncr und Tausanncr Ausg. der Encyclopedie, von Marmvntel, der die, zum Schönen aller Art erforderlichen Eigenschaften, inkorcs, lichellc und i'ureiliAence setzt. — ^einr. lAenumsnt (Lrito, or s ldisi. on Dcsutz-, l,or>6. 1752. z.)— Ungen. nck. ,757. 8. Vcrm. 1772. z. Französisch Von dem Abt Francvis, Par. 1765. 8. Deutsch, Riga 177z. z. Oer dritte Thcil des Werkes, S. >4, u. f. der Ucbcrs. handelt, in -7 Abschn. von dem Schönen, welches der Verf. überhaupt als diejenige Beschaffenheit oder Beschaffenheiten eines Körpers erklärt, durch welche er liebe, d. h. Vergnügen ohne Begierde, ober eine dieser ähnliche Leidenschaft, erregt. Er widerlegt zuerst, daß nicht Proportion, nicht Schicklichkeit (Nützlichkeit), nicht Vollkommenheit die Ursachen der Schönheit sind; sondern daß das, was Schön seyn soff, VcrgleichungSweisc klein, und zugleich glatt scyn, daß es, tn der Richtung seiner Theile, abwechseln; daß diese sanft In einander verschmolzen, daß es von zartem Baue sey» , daß es reine und klare, aber keine glänzenden und starken Farben, und wenn es deren hat, eine Mannichfaltigkeit derselben haben müsse. Indem folgenden, vierten Theilc, -yteu Abschn. S- 250 u. f. untersucht der Verf. die Ursachen, aus welchen die angcführ« tcn Eigenschaften, Liebe oder Vergnügen erwecken.) --- Im. Kam (Beobachtungen über das Gefühl des Erhabenen und Gckonen, Kömgsb. 1764. »771.8. Oes Jnnhalt deS Wertes findet sich, de» dem Art. Erhaben, S. m. Orr Verf. bestimmt die Natur des Schönen , in Vcr- glcichung mit dem Erhabenen, dadurch etwas näher, daß es auch klein, geputzt und geziert sepn könne; und erklärt unter andern, Witz, list, Sfierz für schön. Wichtiger ist ebcU dieses Verf. Analytik des Schönen, welche das itc Buch des ersten Abschn. von des Verf. Ccirck der ästhetischen UrthrilSkraft in dessen. Critik der Ilethcilskraft, Berl. 1790. 8. ausmacht. Er erklärt das Schöne, als das, was ohne Begriffe, als Object eines allgemeinen Wohlgefallens, dargestellt wird, was ohne Begriff allgemein gefällt, dessen Form zwar zweckmäßig erscheint, aber doch, ohne Vorstellung eines Zweckes, an ihm wahrgenommen, und, was ohne Begriff, als Gegenstand eines nvthwcndigen Wohlgefallens erkannt wird.) — Gpa- letti HLgAgic» lcn>ra lo hciie^zo, Low, 176;. g. Das Werk ist in 42 kleine Abschnitte abgelheiit; und der Verf. erklärt die Schönheit als die rnoäiffca^ione inersnce »Ii'o^Zetto oilorvsro, che cnn ink'oliihils czrorreriilicz, rzuale il weeieliwo spparirckeve 0II0 Inrcllerro che cvmpiacci» in ri^uarckarlo, rale glielo S ch S Schö zrz xlielo Preten», UNd ZUt flieste des Vergnügens, 'welches die Schönheit gewährt, macht er die Eigenliebe.) — Andr. Spagino ( Dill'crrar. de pul- ekrn, Pom, 1766. 4,) —-> In dem ztcn Stücke der Sammlung vermischter Schriften, Bützvw 1766. z. findet sich eine Abhandlung über die Schönheit. —> 5. E. Scbtr^ (De orlglne er fenlu pulcbrirudiois, Dil?. II. Hai. 1768- 4.) — S'Vrbess«n (In s. bdel-nZes bilkor. de Dircersr. er cie pvcfies, par. 176z. z. zBde. finden sich kellex. tue is liesure.) — Mareen«? ve Gb»? (Lfiai tue la Le-ure, pai-. 1770. 8. Der Verf. setzt die Schönheit in die ^u. stelle des proporrions donr ie cvn- cours karmonieux forme un roursulli p-rf-ic czu'ii peur örre en raison du mode atfedts ü ccs mümes propor- rions.) — In dem Werke , lieber die moralische Schönheit und Philosophie des Lebens, Altcnb. 177-. 8. findet sich eine Rede über die moralische Schönheit. — v. Catr (De ia narure du Leau, indem -ztcn Bde. der käcm. de l'Acad. de Lerlin, und in den blnuv. däem. v. I. >770.) — lieber Schönheit, ein Gcspr. in dem tcutschcn Merkur, Febr. 177S. (Lee Verf. sucht die verschiedenen Meynungen darüber dadurch zu rechtfertigen, baß jede derselben Wahrheit, aber Stückwerk von Wahrheit enthält; jedoch schränkt er dieses nur auf die verschiedene Systeme der Künstler ein.) — lieber die Schönheit des Einfachen, im roten Bde. 5. 1 u. f. der Neuen Bibl. der sch. Wis- scnsch. (Einfache Töne und Farben sind, dem Verf. zu Folge, nur in so fern angenehm für den sinnlichen Eindruck, als sie völlig abgemessen und bestimmt in der Vorstellung sind, und diesem gemäß also auch Nur die Mittlern Töne, und die Mittlern (d. h. die nicht zu hohen blendenden, und nicht zu tiefen schwärzlichen) Farben. Ucbrigcns erinnert der Verf. manches gegen den vorstehenden Artikel des H. S. und, wie es mir scheint, mit vielem Rechte.) Ucber das Gefühl vom Schönen, eine Abhandl. im deutschen Mus. v. I. »777- — 'H-p. Sturx (Fragment Über die Schönheit, in der ersten Samml. f. Schriften, Lelpz. <779.8. S.Z--. Bekannte Sachen über dicLdeaie der Schönheit verschiedener Völker und Künstler.) — F Donaloson (tri«, menrs ot Leaur?, tid. <780.8. Vcrm. b-oml. l?87. 8. Deutsch, nach derer« strn Ausg. im -?ten Bde. S. 1 u. f. der Neuen Bibl. der sch. Wlssensch. Das, was als schön auf den Menschen wirkt, entspringt, entweder, aus Licht, Schall und Bewegung, oder aus Gleichheit und Achnllchkeit, aus Ccntrast, Persvnifiea« tlvn, und Charactcr oder Ausdruck, aber gutartigen Ausdruck.) — Fragmente zur Encvcl. des Schönen, aus Winkclm. und Sulzcr, Prag 1780. 8.— In dem Göttinger Magazine deSH. Lichtenberg, Bd.z. St. 1. Gött. »7«2. 8. findet sich ein Auf, satz über Theorie der Schönheit. — Tay. Bettinesli (Deila Kellers elteriors dei corpo um-uo, e della belle??» d'esprellione, im iten Bd. S. >zo U. f. s. Qpere, Ven. 1782. 8-als Anmerkungen zu einem Versuch über die Geschichte des Menschen, nach der Erzählung Mo, fls. Dem Verfasser zu Folge besteht die Schönheit nellz propor?!one delie parri, cioe de'rrarci, e liucamcnr», e forme ed efprelfioni, e nclla unione di c>uclti parri piü ßraca all'univerfale.) Zh. Lavrone (lieber einfache und zufanimengcsetzlc Schönheit, nach Mendelssohns und Engel» Grunds. May»; 17S4. 3.) — R. P. Moritz (Ein Aufsatz von ihm über Schönheit findet sich In der Berliner Monatsschrift, März 1785. Er erklärt das Schöne, als das, in sich Vollendete.) —. M.Malespii,« (Delle Ic»xi deck Kelle, pavia 1791. 8. Das Werk ist in z Zhcile abgcthcilt. Im ersten untersucht der Verf. warum Schönheit einen angenehmen Eindruck auf das Gesichte macht; und setzt Einheit, Man« nichfaltlgkcit und Schicklichkeit als Be- standthcile fest, wodurch ein Körper schön wird; hierauf vergleicht er geistige, moralische und sinnliche Schönheil mit einander, erklärt das Feine, Oelicate, An« U 5 .muthige Zt4 S chö S ch ö muihlge und Erhabene als die Elemente der erstem, und schließt mit einer Analyse der Schönheit in Künsten. Im zwey- tcn Th. wendet der Verf. seine Grund, sähe auf die Mahlcrcy an, und erklärt «vori'n die Schönheit in der Erfindung, in der Anordnung, in dem Ausdruck, in der Zeichnung, in dem Helldunkel, und in dem Eclorit besteht. Im dritten Thcilc macht er die Anwendung auf Erfindung, Anordnung, und Ausdruck in der Bau, kunst.) — Ernst Platnee (Gr setzt, in f. neuen Anthropologie h. 809 u. f. den Chararter der objcctiven Schönheit in leichte Allmähligkeit, vdcr in das, was, durch seine Eigenschaften eine Verwandtschaft mit dem gcschlechtsmtißig Liebenswürdigen hat, und diesem gemäß die Empfindungen des eigentlich Schönen in eine, mit einem gewissen Grade der Lebhastigkeil verbundeue Allmähligkeit, unter welcher er das Sanfte, Stetige, Ununterbrochene, leicht in einander llebcrgchende in den Bewegungen der Seele versteht.) —F. Sa/crs (In s. Dittpiitttiouz mcropb^ila sucst lirrerorz', bunst. 179z. 4- findet sich eine Untersuchung über Schönheit, worin, nach einer Prüfung der verschiedenen Erklärungen derselben von Hogarth, Cvzcns, Vurke und Reynolds , der Begriff davon auf die Association überhaupt zurück geführt, und dassenige als die vollkommenste Schönheit, oder als das Muster (ttonstorst) derselben dargestellt wird, rvirbr rtte vvttvle op- peoronce, or cvictt rke componenc porrs ob cviiick ( rvken prvperr/ un- stertkoost) oll rtce cxceilencies oss icz leinst see nni^er/nf/)' ottociocest.") —- Grs. Dreves (Resultate der philos. Vernunft über die Natur des Vergnügens, der Schönheit und des Erhabenen, teipz. 179z. 8 ) Bon Schönheit in näherer Beziehung und mit besonderer An- rucndung auf die schonen Äunste überhaupt - Alex. Baumgarten (Erklärt, in s. Arsthetik, §. 14 u. f. die Schönheit, als sinnliche Vollkommenheit, pls Emheit im Mannichfaltigcn; und dieser Erklärung ist G. F. Meyer, in f. M fangögründcn aller scy. Wisscnsch. Bd. r. S. zz u. f. und Moses Mendelssohn, in den Briefen über die Empfindung, (Phil. Schr. Th. >. S. 27 u. f. Aust. von 1771) und in dem Aufs, über die Hauptgrunds, der sch. Wissensch. (LH. 2. S. i°4 u. f.) treu geblieben.) — Christoph Jos. Suero (De pulebrirustioi!., czuoe in iltreris elegsurioribui! czuoericur, na. rura, Lob. 4.) — Al. Geraus (Der dritte Abschn. des itc» Th. s. kilo^ on rotte, handelt von dem Gefühl oder Geschmack des Schönen, welches er in Einförmigkeit, Mannichfaltigkeit und Proportion , in Schicklichkeit der Dinge zur Erreichung ihres Zweckes, und in Glanz setzt.) — -Heiir- -Home (Das zte Kap. s. bekannten lttemcncs handelt von der Schönheit; er unterscheidet zuerst die eigene, d. h- die blos durch die Sinne empfundene Schönheit von der Schönheit des Verhältnisses, welche ans der Erkenntnis' der Zweckmäßigkeit oder Nützlichkeit eines Dinges entspringt; und setzt jene, die eigene Schönheit in ,ßarbe, Figur (Regelmäßigkeit und Einfalt, Einförmig- kcit, richtiges Verhältniß und Ordnung) Größe und Bewegung. Hierauf untersucht er, ob Schönheit zu den ursprünglichen, vdcr abgeleiteten Eigenschaften gehört, und erklärt sich für das letztere, oder die Subjeetivltät der Schönheit.)—> Gecran Sc la Tour (Er legt in f^rc ste lenrir ec ste fugor en moriöre sts gour, biv. I. Lti. I. 8e«tt. 2. S. 4 U. f. Ausg. von >788 die Eintheilung und Er» kläcung des P. Andre zum Gründe f. Schrift) — L. I. Riesel (Der zte Abschn. f. Theorie enthält eine Auflösung der Schönheit in ihre Bcstandtheiie, und der Verf. erklärt darin die Schönheit als sinnliche Einheit in der sinnlichen Mannichfaltigkeit, und als Probierstein derselben das an sich unintercssietc Gefallen. Auch gehören, von f. Schrift, lieber das Publikum, Jena 1768. 8. die örcy ersten Briefe hiehcr, in welchen der Verf. die Schönheit, als eine bloße Idee, bloßes'Mohlgcfallen in der Empfindung eines eines Sbjects erklärt, lind solche, folglich, gänzlich subjeclivisch macht! vcrgl. mit dem 8ten Bde. S. Z--g ». s. der Neuen Bibl. der sch. Wisscnsch.) — C.F, Flöget ( Versuch über vir Gcboiiheir und den Geschmack, in dem loten und iztcn St. der Klotzifchen Bibliothek.) — Joh. Lhrstph. Ronig (Der dritte Abschn. s. Uhilosvphic der sch. .Künste, S. z-> handelt, in ü Äap. von der Schönheit, als vom Schönen überhaupt; von den verschiedenen Gattungen der Schönheiten; von dem, was ouf die Dcurthcilung des Schönen Sin. flubhat, und haben kann; von dem eigentlichen Begriff der Schönheit; von der Schönheit im metaphorischen Slnn; von den verschiedenen Graden der Schönheit. Oer Werf, will nur sichtbaren und fühlbaren Gegenständen cigencliche Schönheit zugestehen , erklärt diese als diejenige Eigenschaft, wodurch dergleichen Gegenstände an und für sich gefallen, und theilt alle Schönheit in Natur - und Kunstschön- cheit.) — Gang (Von dem Wesen der Schönheit und den zufälligen Bestimmungen derselben, die behden Hauptstücke des ersten Theiles, oder der Erfindungslehre s. Ackhclik. Oer Verfasser erklärt die Schönheit als sinnliche Mannichfaltig- keit in sinnlicher Einheit; indem er sie zugleich als eine Eigenschaft ansieht, die nicht den Gegenständen, an sich betrachtet, sondern ihnen nur in Beziehung auf die erkennenden Subjectc zukommt, welchem zu Folge sie sich denn auch nach den Graden der Fähigkeit richtet.) <— C. Meiner» (Las ate bis 5te Kap. s. Grundrisses der Theorie und Gesch. der Wisscnsch. handeln von der Natur der Schönheit; von dem imaginativ Schönen, oder den schönen Werken der Einbildungskraft; vom verständlich Schönen; von den verschiedenen Arten des sittlich Schöne». Oer Verf. hält die Erklärung, daß die Schönheit in einer Zusammcnstim- inung des Mannichfaltigen zu einer gewissen Einheit bestehe, für diejenige, welche sich der Wahrheit am mchrcstcn nähert) — A. -H, Sckott (Er legt in f. Theorie der sch. Wisscnsch. Th.i. S. 14 ble Erklärung, daß das Schöne in der sinnlich vorgestcillm Vollkommenheit bestehe, zum Grunde, unt.rscheidel aber das «Nammen gesehte von dem einlachen Schönen.) — hingen. (Ingunz iure, rtie pi ireciptes »tra-e, oiiel rlie urivnr ot our ieieoz nt lzesurv, Imxiä. 17^0. 8.) — R. -H. -He)'o>cnreicd ( In der vierten Betrachtung des ersten Bds. s. Systems der Aestheiik theilt der Verf. alle Schönheiten in vier Elasten, als diejenigen , wobey das Wohlgefallen, durco unmittelbaren Eindruck, gewisser Gegenstände auf unsere Sinne, ohne Lazwi- sehenkunft irgend eines Urtheils erregt wird; diejenige», deren Reiz sich blos auf zufällige Associationen gewisser Bilder und Vorstellungen mit gewissen Gegenständen gründet; diejenigen deren Wirksamkeit auf einer wesentlichen Beziehung gewisser Gestalten und Töne auf gewisse Zustände des Menschen beruht; und diejenigen, welche durch Beziehung gewisser Gegenstände, Bilder, Vorstellungen, Gedanken und Handlungen auf die Gesetze des Verstandes, der speculativcn oder peaeti- schcn Vernunft, Vergnügen erregen, und von den Heyden letztem behauptet er, daß uns gewisse Gefetze desVcrfstandes und der practischen Vernunft zum Beyfall und Wohlgefallen bestimmen, und daß daS lletheil der Vernunft, mit welchem sie den Werth einer solchen Schönheit an, giebt, im Wesen derselben seinen noth- wcndigen Grund dergestalt habe, daß das Princip, nach welchem sie, bcp ihrem Urtheile handelt, jedem vernünftigen Wesen als wahr einleuchten müsse, so bald cS zur bewußten Eekenntniß desselben gelangt, (so bald es sich der Erkenntniß desselben bewußt geworden) ist. Unter diese Klasse rechnet der Verf. alle Kunst- schönhciten, weil sie Ausführungen gewisser Zwecke vernünftiger Wesen sind. Aber ist nicht auch das schlechteste Schau, spiel, der fadeste Roman, daS/ der Zu, sammcnsctzung nach, elendeste Gcmählde immer noch die Ausführung eines gewissen Zweckes eines vernünftigen Wesens? Kunstwerke sind diese sreylich, auch Werke der ZlS SchA S ch § der s» genannten schönen Künste, sver dcch noch nicht schöne Kunstwerke, oder, wenn sie, weil sie schlecht gerathcn sind, nicht als wirkliche Ausführungen eines Zweckes können angesehen werden, stehen sie selbst deswegen minder in Be. ziepung mir den Gesetzen des Verstandes, und der spcculativen oder practischcn Ver. nunft? Von einer einzeln dichterischen Beschreibung kann man fccplich sagen, daß sie, in sö fern nämlich der Verstand durch Ordnung, Einheit, Mannichfali tigkeit vergnügt wird, Vergnügen erweckt; aber diese Ordnung, Einheit, Man- nichsaltigkeit kann sich immer auch noch in den schlechtesten Versen finden, die höchst prosaisch sind, wenn sie gleich sonst kein Wort zu viel oder zu wenig enthalten. Auch ist ja jedes Kunstwerk der Mechanik die Ausführung irgend eines Zweckes eines vernünftigen Wesens.) >—> 2lrch. Alison (S. den Art. Geschmack, S. Z»o.) — In dem göten Bde. S. ,<5z. der Neuen Bibl. Oer sch. Zivis- fensch. findet sich eine Vergleichung des Vaumgartenschen und Kantischcn (s. vorher) Begriffes der Schönheit. (Oer Verf. setzt den Unterschied zwischen beyden darin, daß die erstere die objectiven Gründe, die das Geschmacksurthcil bestimmen, die letz, tere hingegen blas die subjcctivcn, oder die Verwilderungen und Bestimmungen aufsucht, die bcy dem Genüsse des Schönen in dem Gemüthszustande wirklich sind, lind von dem Kunstwerke hervorgebracht werden sollen.) — Sal. Maimon (In dem, in s. Strcifercyen im Gebiethe der Philosophie, Berl. ,79z, 8- befindlichen Aufs. lieber die Acsthctik, setzt der Verf. die Schönheit, ihrem objectiven Merkmahle nach, in Uebercinstimmung in einer Regel, und, dem subjektiven nach, in die Hervorbringung der größten Summe von Wirkungen der reproduktiven, und productiven Einbildungskraft. DasOb- jective ist entweder Uebercinstimmung mit einem Begriffe, oder mit einem Zweck, oder mit einer Regel in dem strengsten Sinne; auf der erstem beruht, ». Ä. hie Schönheit eines Porttaits (aberAehn- lichkelt allein macht ein Portrait noch nicht schön, wenigstens nicht, als Gc» mckhlde, als Kunstwerk, schön; und nur, als solches, kann es, in einer Acsthelik, in Betrachtung kommen.) auf der zwcy. teil, die moralischen und pathetischen, zur Hervorbringung gewisser Gesinnungen und Empfindungen, bestimmten Gemähl- dc; auf der dritten, die Schönheiten dee Baukunst, in so fern es dabcp aus Som« Metrie und Proportion ankommt.) Von der Schönheit, in näherer Beziehung auf Oie Poesie: I. G. Bock ( De puickii-iruäine Oarininum lZlllecc. II. ile^iom. >7ZZ. 4. Der Vcrf. setzt die Schönheit eines Gedichtes überhaupt in eine lebhafte, in die Gemü. thec der tzeser eindringende Abbildung der Sachen, und versucht zu zeigen, wie diese von äußern Olngeri (als Svlbcn- maß, Abschnitt, Wohlklang, Reime, welchen er jedoch nicht für unumgänglich uothwcndig erklärt) und von der inncrn Ausführung der Sache (als vom Gebrauch dcr Tropen und Gleichnisse, von Dcnt- lichkeit, von sinnreichen Verbindungen und Abwechselungen, von sinnreichen, unerwarteten Einfällen, figürlichen Ausdrücke» u. d. m.) abhängt.) — Bau. Zvedb ( itemailcs on cke beauriez c>k husrr/, h. ,761. 8- Deutsch» Aus» zugsw. bei) cbcud. Vcrf. Betracht, über die Verwandtschaft der Porste und Musik, Leipz. ,77;. 8.) — P. G. (Ucber die Schönheit des poetischen Enthusiasmus, Halle >766. 8.) — — Von der Schönheit, in näherer Beziehung auf vie Mahleresi unS BilOhauerez': Parent(lZc la besucs corporelje, im .soucn. lies Lsvarir, v. I. 1700. Bd.28 vcrgl. mit s. hfisisec llecherciies äs däacliem. er l^iiz't'. Bd.?. S. 91. Ausg. von 171z. dcr Vcrf. setzt die ganze körpcrl. Schönheit in in- iisxlons cknuces er lenres.) — German Ten Rate (Oile. kur leLeau icleal äes heinreez, Lculpreurs er hoeres. vor der frzsch. Ucbcrs. des Ac- councz ok Lraruee, Lssreliefs erc. by Schö Schö Zl? idlcksrälon, ^mib. 1/zZ. Z. Engl, von I. C. Leblon, Lond. 17z ,769. 8. Da dcr Verf. von dem Ideal der Dichter nichts sagt: so gehört sein Aufs, nur hieber. Er erklärt das idca« lisch Schöne dcS MahlerS als eine rou- «kanre länire, vu uns couvensnce parbecilzua, renn leulemenr äo ctia» v^uc häernbre, pgr rapporr öloncorps» msis mömaäc ciraizue parcle, parrop- porc su membre, äonc alle eik.porric, als eine variere inünie äcz psrrieü, czuvitzue contormes» por rapporr ä ciis. 175z. 1772.4. Jtal. Liv. l?6i. 8. Deutsch, von C. Mylius, Lond. 1754. 4. Beel. 1754. 1760. 4. mit K. Das Werk handelt, in 17 AbschN. Von dcr Nichtigkeit; von der Mannicbfaltigkcit; vo» der Gleichförmigkeit, Regelmäßigkeit oder Symmetrie; von der Einfachheit oder Deutlichkeit; von der Verwickelung; von dcr Größe; vo» den Linien; aus was für einer Art von Thailen, und wie angenehme Formen zusammen gesetzt sind; von Zusammensetzungen mir der Wellenlinie; von Zusammensetzungen mit dcr Schlangenlinie; von dem Verhältniß; von Licht und Schatten; von der Zusammensetzung in Ansehung des Lichtes, des Schattens und dcr Farben; von dem Farbengcbcn; von dem Gesichte; von der Stellung; und von dcr Handlung. Das System des Verf. ist, wenigstens allgemein, bekannt; und läßt, ohne Figuren, sich nicht wohl anschaulich machen. Was wahr daran ist, ist schon sehr alt. Eine, meines Bedünkens, sehr richtige.Prüfung derselben findet sich in der züten und 5?ten der Hagedornschen Betr. über die Mahte- rey.) — T. -ss.. v. Hagedorn (Die ite s. Betrachtungen handelt von dem Gc- schmacke und dem Schönen überhaupt, und erklärt eS, mit Baumgarten, als Einheit, Mannicbfaltigkcit und Zusam- mcnstimmung.) — IVarclet ( Bey s. ^rc äa peiiicirc, findet sich auch ein kleiner Aufsatz, l)a la besure, S. >05 her SimK. Ausg. Der Begriff von kirpcr, lichcr Schönheit entspringt, dem Verf. jlU Folge, aus dem r-ppvrr le plur par» tairemaar ^ulke cnrra la cont'ormscios elu corp» bumain et tes invuvemcns »zui lui tonr ireceilairea pour la con» teevaciom; er bemerkt aber auch zugleich, daß bey einem verweichlichten, in llep« pigkcit gefallenen Volke, diese natürlichen Bewegungen gleichsam außer Gebrauch kommen müssen, und daß daher ein solo chcs sich ganz andre Begriffe von Schönheit bilden werde. Er hätte in »es Werken dcr neucrn französische» Mahlrr, die Beyspiele zu dem letzter», Haufenweise finden können.) —. Dan. rvebd (Inczuir/ inrn rbe ksauciez ok?aincin^ . . . I.onä. -76s. z. Deutsch, Zür. >766. 8. mit einem Briese von H. H. Fueßli über die alten und neuen Kunst, werke in Rom. Das Werk ist ln Gesprächen abgefaßt, deren sieben sind. Das ite enthält den allgemeinen Entwurf des Werkes; das ite handelt von dcr Fähig, keit über die Mahlerey zu urthciltn; das zcc, vomAltcrthum und Nutzen der Mah« lerey; das4le, von der Zeichnung; ouS ;te, vom Colvrit; das Ste, von der Schattirung und das /tc, von der Com» Position. Der Titel dcS Werkes, wcl. ches an und für sich selbst sehr gllt ist, scheint etwas andres anzukündigen, als was solches enthält. Des Vers. Absicht war nur, einen bessern Plan in das Studium der Mahleccy einzuführen. Die Schönheil, oder Vollkoiinncnhcit cineS Semähldcs setzt er in die Vereinigung des mechanischen oder nachahmenden Thoi« lcs, mit dem idealen oder erfindenden, und sieht den Raphael, als das Muster darin an. — Anr. Raph. Meng» (Gedanken über die Schönheit und den Geschmack in der Mahiceey . . . Zür. >764. 1771. z. Jral. im iten Bd. s. Opera, S. 7. kam. 1780. 4. GpäN. cbend. 1780. 4. Frzsch. ebcnd. -787- 4- Der Verf. scheint die Schönheit überhaupt in das zu setzen, wodurch ein Ding zu seiner Bestimmung geschickt wird, also in Zweckmäßigkeit; oder vielmehr in hie UchereiustiMMig desselben mit unfern B?. Z!8 Sch v Begriffen von drr Brstimmung desselben, daher ihm denn auch das, was nur auf Eine Art fe»n kann, nämlich die runde Gestalt die vollkommenste, so wie die reinen Farben die schönsten sind. Da aber nicht a!!e Dinge einerlei) Art gleich sehr ihre Bestimmung erfüllen. oder auf mehr als eine Art se»n können, ohne ihre Natur zu verlieren: so nimmt er natürlich» viele Grave oder Arten von Schönheit an. Die Schönheit in der Mahicrey setzt er in die Auswahl und Zusammensetzung deS Bcßten» 'Nützlichsten, Bedeutendsten.) — Ant. Tischben» (Das zte Buch des zweiten Thls. S. 92 u. f. s. Unterrichts zur Gründl. Erlernung der Mahlcrey, handelt von dem Mahlcrischen Schönen.) — Frz.Ehrstph. v. Sclieyb (Oer ^tc Abschn. in s. Orestrio, S. 46. handelt von der Schönheit, größtenthcils in der Absicht, um die Unmöglichkeit einer richtigen Erklärung derselben zu zeige». Er verweist, indessen, die Künstler vorzüglich auf McngS angejeigte Schrift; und bringt in dem folgenden Abschnitt, S. 9) noch PoussinS Mcp- nvng davon bei), welcher solche in Ordnung, Verhältnis und Anmulh drrllm- risse setzt.) — Alex. Eozens (t?riirciples ot Ucsur)-, rclscive ro rire truman Isteaä . . . Onnci. 1778.5. mit Äupf. Der Verf. theilt die Schönheit überhaupt in einfache und zusammengesetzte ein. Die einfache, sagt er, ist ein und dieselbe zu allen Zeiten und an allen Orten» und kann ohne irgend eine herrschende Fähigkeit der Seele bestehen. Er vergleicht sie mit reinem elcmentaeischen Wasser» wel che» weder Geschmack» noch Geruch» noch Farbe hat. Die charaeteristischc entspringt durch dcn Zusatz unterschridender Eigenschaften , als der majestätischen, der weisen, der standhalten, der geistreichen u. s. w. deren er überhaupt r<5 festsetzt; vergl. mit dem az tenBdc. S. 8>u.f. der Ncucn Bibl. der sch. Wissensch.) — Et- Lal- conct (Ouelgues iciees kne le lsosu ll-ins karr» im ztcn Bde. S. Z7. seiner Oeuvres, kwus. 17 81. 8- Der größte Lheil des Aussatzes besteht ausJänkerehen S chö mit Baco, Bavle» dem Ucbersetzer des Ciecro, Burke, Mengs, Algaroiti, dem P. Andre, Winkclmann, dem Marg. d'Argens, Vettinelli u. a. m. alles zu Ehren der Kunst und der französischen Künstler. Ilebrigrns setzt er das Schöne in Proportion, cunvensnce und per- t'edtion, und das idcalisch Schöne, welches dadurch wirklich wird, daß die Einbildungskraft die Ideen und Formen, nach dem Muster derjenigen, welche sie erhalten hat, modificiet, in die Veredlung und Vergrößerung des Einzclen.) — -Hier. Riegler ( Das zte St. seiner Monatsschrift von den bildenden Künsten, Wien >78 Z 8. enthält Gedanken über die Schönheit.) — F. XV. 2?. v. Ramöohr (Abhandi. über das Schöne in der Mah- lcrrn, besonders in der Niederländischen Schule, bcy der Bildergalleric des Frcph. von Krabcck, Hau. 1792. 4. Chans, oder üdce das Schöne und die Schönheit in den nachbildenden Künsten, Leipz. 179z. 8. -Theile. Das Werk handelt, in 10 Büchern, von den Empstnvunge» und Affeeien und Trieben überhaupt in Rücksicht auf Aesthctik; vom Subjcctiv Schönen, oder von dem Schönen als einer Beschaffenheit unsrec sinnlichen Eindrücke, und der Vorstellungen unsrer Seele betrachtet; von dem Objeetiv Schönen, oder von dem Schönen als einer Eigenschaft der Gegenstände unsrer sinnlichen Eindrücke, und der Vorstellungen unsrer Seele bettachtctz von der Schönheit, oder dem Schönen als ein persönliches Ganzes betrachtet, und von dem Schön- hcitsgefühi oder dem Geschmack; von dem Schönen an sichtbaren Körpern und von ihrer Schönheit, besonders von dem menschlichen Körper; von dem Schönen und der Schönheit in den Künsten; von dem Schönen und der Schönheit in den nachbildenden Künsten; von dem Schönen und der Schönheit in der Mahlere»; von dem Schönen und der Schönheit in der Bildhauerkunst und einigen andern Mit ihr verwandten Künsten; von bei» Schönen und der Schönheit in den Schat- tirungSkünsten.) — ZV. Giipin (Einer s. Inres S ch ö S ch ö ZlZ ff'bree Lsssys . . Donll. 1792. 8. handelt vn piölurelgue Lesurz?. Auch grhö- rcn hichcr, im Ganzen, eben dieses Verfassers, Obiervarivnz relarive cliicff^ ro xitlurcigue Leaur/ . . . on feversl psrr- vk llnzl. psrriculsri/ rlie moun» rsivs sncl islccz of Lumderlsnll snll IVeffmorelsnA 1786 UNd 1792. 8» s Bde. Obtcrvsr. rclsr. cv piÄuref- ^uo kesucp ... vn rbs Higkisnäz vtScvrlsuä 178? und 1792.8. -Bde. Rem. vn toreff Zeener^, snä vrlier IVvvälsriä Views, reise, rv piöluref- ;z angeführten, Lcipz. >792.8.) — Ferner finden sich Bemerkungen über wählerische Schönheit in mehrern Schriften von Künstlern, und in Werken über Mahlerey überhaupt, als in des Armc- nini Rrecerci lleils piccurs (Buch i. v. 8.)^ der sie als uns -vnveirevvle e dciie «rchnsrs cvrrispvneienris s pro- pvrrione 8i mUure, tis le psrcivcrlv 8i fe, c fr» le psrri eä ii eucco, e rzueiic rii mvriv inileme cvmpvlie, cbs in esse nvn ii pvifi veäere ire cieiiäe- rsre perterriooe rzue Iis ms-giore, erklärt — in C. L. Junkers Grunds, der Mahlercy — u. v. a. m. — Bon der Schönheit, in näherer Beziehung auf die Baukunst: LNi- litia (In den Grundsätzen der bürgert. Baukunst Dd. >. S.-8;. d. d. Uebcrs.)— Unzen. (Vom schönenCharaetcr inGebäu- dcn m den Unters. übcr dcnCharacter derGc- bände, S. 124.)—- Ungcn. (Ueber die Schönheit in der-Architectur, im Tcut- scheu Merk. v. I. 1788. Mon. September.) — lieber wahre Schönheit in der Baukunst, im:te» Th. des sten VdS. von C. Huths Mag. der Baukunst. — S. übrigens die, bey dem Art. Baukunst, S. z-8. angeführten Schriften, von Brisenx, Laugier, La Font, Fee- Zier , u. a. m. — — Von der Schönheit, in näherer Beziehung auf oie Gartenkunst: L. L. K. -Hirschftls (In s, Theorie der Gartenkunst Bd. >. S. >66.) — R. H. HepOenreicl? (lieber das höchste Schöne in der Gartenkunst, beu der lstnd, liehen Natur nach dem Franz. des Mar- ncsia, Leipz. 179-. 8- — — Uebrigens versteht es sich von selbst, daß in mchrern philosophischen Werken, so wie in mehrcrn die Künste betreffenden Schriften, die Lehre von der Schönheit vorkommt, als, z. B. in Bonnets ssssä/ snslz r. Lk. X VII. §. z 5 1. u. f. —.il» I. H. Lamberts Architektonik, Bd. l. §. z;4 und in dem Anhange dazu, S.z68. -- in Tiedcmanns Aphorismen über die Empfindnisse, im Deutschen Mus. v.J. 1777. Mon. Lccembec. — I. G.H. Fe« der, im ztcn Kap. des ersten Abschn. im atcn Buche des ersten Th. S. 2--c> u. s. s. Unters, über den mcnschl. Willen. M. F. Hemsterhuis, in s. ferrre für Lculpcure, TZmss. ,769.4. Deutsch, in s. verni. Philos. Schriften S. i u. f. vcrgl. mit der Neuen Bibl. der sch. Wis» sensch. Bd. 11. S. 296 u. f. — u. a. m. Auch gehört hieher, im Ganzen, noch die Vlievrie sses fevrimens sgresdles . . . p. lsss.veczue 8e Rvulli/ 1 749. 8. und im 2tcnBd. S.ou des Vemplellu dvnkcur, Lvuil. 1769. 12. z Bde. Engl. Lonv. ,774. >2. Deutsch, von F. I. Biel, Leipz. >7;,. 8. Von Stockhausen, Verl. 175,. 8. Von -G. Drc- ves, Jen. 179z. 8.— Die Betrachtung über die Schönheit der Wissenschaften 176z. 8. — Ein Aufsatz von L. H. v. M« cvlai, über das Schöne, im ztcn Th. s. Vermischten Ged. Berl. 179z. 4. Schönheit. 2)aß die menschliche Gestalt der schönste aller sichtbaren Gegenstände fty, darf nicht erwiesen werden; der Vorzug, den diese Schönheit über andre Gattungen behauptet, zeiget sich deutlich genug aus ihrer Wür- kung, der in dieser Art nichts zu vergleichen ist. Die stärksten, die edelsten und die seligsten Empfindungen, deren das menschliche Gemüch zzo Schö fähig ist, find Würkunaen dieser Schönheit. Dieses berechtiget «ns, sie zum Bild oder Muster zu nehmen, an dem wir das Wesen und die Eigenschaften des höchsten und Vollkemincnsten Schönen anschauend erkennen können. Gelingt es uns die Beschaffenheit dieser Schönheit zu entwikeln, so haben wir eben dadurch zugleich den wahren Begriff der höchsten Schönheit gegeben, die das menschliche Ge- niüthzu fassen im Stande ist. Bey der großen Verschiedenheit des Geschmaks uyd allen Widersprüchen , die, sich in den Urthcilcn ganzer Völker und cinzeler Menschen zeigen, wird man nach genauerer Untersuchung der Sache finden, daß jeder Mensch den für den schönsten halt, dessen Gestalt dem Auge des Beurtheilers den vollkommensten und besten Menschen ankündiget. Können wir dieses außer Zweifel setzen, so werden wir auch etwas Gewisses von der absoluten Schönheit der menschlichen Gestalt anzugeben im Stande seyn. Gar viel besondere Bemerkungen über die Urtheile von Schönheit, beweisen den angegebenen allgemeinen Satz. Nach aller Menschen Urthcil sind erkannte physische Unvollkom- menheitcn des Körpers der Schönheit entgegen. Plumpe, zu schnellen und mannichfalkigenBcwegungen untüchtige Glieder, ein abgefallener schwacher Körper, Steifigkeit in Gelenken, kurz, jede Unvollkommenheit, die die Verrichtungen, die jedem Menschen nöthig sind, schwer oder unmöglich macht, ist auch, nach dem allgemeinen Urthcil der Menschen, ein Fehler gegen die Schönheit. Daß diese Begriffe überhaupt in unser Urthcil über Schönheit einfließen, ist ferner daraus offenbar, daß die weibliche Schönheit andre Verhältnisse der Gliedmaaßen crfodert, als die männliche. Auch der unachtsamst« S ch ä Mensch empfindet es, daß das männliche Geschlecht zu schwerern, müh. samcrn, kühnern Verrichtungen ge- dohren ist, als das weibliche; und eben daher entstehet das Gefühl, daß zartereGlicdmaaßcn. die etwas weich. lichercS haben, zur weiblichen, und stärkere, etwas dauerhaftes und küh, neres anzeigende zur männlichen Schönheit gehören. Auch das Vcr- schicdenc .n der Schönheit des Kindes, des Jünglings und des Mannes, das gewiß alle Menschen empfin- den, bestätiget dieses. Ein Kind, es sey von dem einen, oder andern Geschlecht, das die Bildung des reifen Alters hatte, würde für häßlich gehalten werden. Offenbar nicht deswegen, daß die Gestalt der Erwachsenen in der Größe des Kindes unangenehm sey; der Mahler bildet sie uns noch kleiner vor, und sie bleibet schön: also deswegen, weil dasAeußerc mit dem inncrn Charakter nicht übereinkommt, weil das Kind zu dem, was es seyn soll, solche Gliedmaaßen nicht braucht. Ueberhaupt also wird nach der allgemeinen Empfindung dieses noch- wendig zur Schönheit erfodert, daß die Form des Körpers die Tüchtigkeit sowol des Körpers überhaupt, als der besondern Giiederzu den Verrichtungen, die jedem Geschlecht und Alter natürlich sind, ankündigte. Alles, was ein Geschlecht von dem andern, als der Natur gemäß, erwartet, muß durch das Ansehen des Körpers versprochen werden; und die Gestalt ist die schönste, die hierüber am meisten verspricht. Aber diese Ansoderungen beruhen nicht blos aufäußerliche Verrichtungen und körperliche Bedürfnisse. Je weiter die Menschen in der Vervollkommnung ihres Charakters gekommen sind, je höher treiben sie auch die Foderungen dessen, was sie erwarten. Verstand, Scharfsinn, und «ist Gemüchseharakter, wie jeder Mensch S chZ Mensch glaubt, daß ein vollkommener Mensch ihn haben müsse, sind Eigen« schaftcn, die das Auge auch in der äußern Form zur Schönheit fodcrt. Ein weibliches Bild, das Wollust athmet. dessen Gestalt und ganzes Wesen Leichtsinn und Muthwillen ver- räch, ist für den leichtsinnigen Wollüstling die höchste Schönheit, an der aber der gesetztere und in dein Besitz seiner Geliebten mehr als muthwilli- ge Wollust erwartende Jüngling noch viel aussetzen würde. Auch die Urtheile über die Haßlich, keit bestätigen unfern angenommenen Grundsatz. Was alle Menschen für häßlich halten, leitet unfehlbar auf die Vermuthung, daß in dem Men. scheu, in dessen Gestalt es ist, auch irgend ein innerer Fehler gegen die Menschlichkeit liege, der durch äußere Mißgestalt angezeiget wird. Wir wollen der verwachsenen und ganz ungcstalten Gliedmaaßen, die jedermann für haßlich halt, nicht erwah« nen; weil es zu offenbar ist, daß sie überhaupt eine Untüchtigkeit zu nothwendigcn Verrichtungen deutlich anzeigen; sondern nur von weniger merklichen Fehlern der Form sprechen. Die Bildung eines Menschen sey im übrigen wie sie wolle, so wird jedermann etwas haßliches darin finden, wenn sie einen zornigen Men schen vcrrath; oder wenn man irgend eine andre herrschende Leidenschaft von finsterer übelthatiger Art barin bemerkt; und keine Gestalt ist häßlicher, als die, die einen ganz widersinnigen , mürrische», jeder verkehr, ten Handlung fähige» Charakter anzeiget. Aber auch darin richtet sich dasUrtheil, oder derGeschmak, nach dem Grad der Vervollkommnung, auf den man gekommen ist. Unter einer Nation, die schon zu Empfindungen der wahren Ehre und zu einem gewissen Adel des Charakters gelanget ist, ist das Gepräg der Niedertrachtig- Vierrer Theift Schö zs! keit, das man bisweilen tief in die Physionomie eingedrükt sieht, etwas sehr häßliches; aber es wird nur von denen bemerkt, die jede; Gefühl der Würde und Hoheit besitzen. Vielleicht möchte jemand zweifeln, daß jede Schönheit der Gestalt etwas von innerlicher Vollkommenheit oder Güte,' oder jede Häßlichkeil etwas von dem Gegentheil anzeigte. Wir müssen diesen Punkt näher erwägen. Jede Schönheit ist eine gefällige Gestalt irgend einer würklichcn Ma- teric, das ist, sie haftet in einem in der Natur vorhandenen Stoff, -che, ser, wenn er auch ledlos ist, har feine Kraft, das ist, er trägt das Semige zu den in der Narur beständig abwechselnden Veränderungen bey, und hat seinen Antheil an dem, was m der Welt Gutes oder Böses geschieht, kann folglich nach der besonder» Art seiner Würksamkeit (nach den eingeschränkten meuschlicheu Begriffen zu reden,) unter gute oder bose Dinge gehören. Ich getraue mir die kühne Vermuthung zu wagen, daß jede Art der Schönheit m dem Stoff, darin sie haftet, cnvas von Vollkommenheit oder Güte anzeige. Aber wir wollen, ohne uns auf Hypothesen und Spnmlationcn zu verlassen. den angeführten Zweifel, od innere Vortrefflichkeit uno Vcr- dcrbniß sich durch äußere Schönheit und Häßlichkeit ankundigen, aus nn- zweiseihaften Erfahrungen aufzulö. sin suchen. Es kann gar nicht gclaugnct werden, daß es verständige und unverständige» scharfsinnige und cmfäl- tige, gutherzige und boshafte, eole, Hochachtung -würdige und niedrige, recht verworfene Physionomien gebe, undtdaß das, was man aus der äus- serlichen Gestalt von dem Charakter der Menschen urthcilet, nicht b!os aus den Gesichtszügen, souoern aas der ganzen Gestalt geschloffen werde. T Die Z22 S ch ö S ch ö Die unlaugbaren Beyspiclc, da entscheidende Züge des Charakters sich von außen zeigen, sind völlig hinlänglich die Möglichkeit zu beweisen, daß die Seele im Körper sichtbar gemacht werde. Eden so nnläugbar ist auch dieses, daß das, was in der äußern Gestalt gefällt, niemals etwas von dem Inneren des Menschen anzeiget, was Mißfallen crwefte, es sei) denn, daß dieses aus Irrthnm oder Vornrthcil entstehe, wie wenn z. P. einer zärtlichen, aber etwas schwachen Mutter die edle Kühnheit im Charakter ihres Sohnes mißfiele, ob sie gleich den Ansdruk derselben in der Gestalr mit großem Wvl- gcfallen sieht. Dergleichen Ausnahmen schränken die Allgemeinheit des Satzes, daß hier auch das Zeichen gefalle, so oft die bezeichnete Sache gefallt, nicht ein. Also kann die äußere Gestalt den inner» Charakter des Menschen ausbrüten; und wenn es geschieht, so hat das Wolgcfallen, das wir an dem innern Werth des Menschen haben, den siärkstenAnthcil an der gefälligen Würkung, die die änßere Zolin auf uns thut; wir schätzen das an der äußern Gestalt, was uns in der innern Beschaffenheit gefallt. Wir sehen m dem Körper die Seele, den Grad ihrer Starke und Würksamkeit, und Unter dem Acht der Augen und unter den Rosen der Wangen Gch 'n wir ein höheres Liei't, ein helleres Sctlöncs hervorgehen *). Noch ehe sich der Mund öffnet, ehe ein Glied sich bewegt, sehen wir schon, ob eine sanftere und lebhaftere Empfindung jenen öffnen, und dieses bewegen wird. In der vollkommensten Ruh aller Glieder bemerken wir zum voraus, ob sie sich geschwind oder langsam, mit Anstand, oder unge- schikt bewegen werden. *) Die Sündfluth >r Eching. Hier können wir von der bloßen Möglichkeit der Sache auf ihre Würklichleit schließen; weil sie allen übrigen wohlthängcn Vcrausiulrun- gen der Narur vollkommen gemäß ist. Es war iiorhwendlg, wenigstens heilsam, dem Menschen ein Mittel zu geben, Wesen seiner Art, mit denen er nolhwcnvig in Verbindung kommen mußte, und die so sehr kräftig auf seine Glüksciigkcitwürkeii, sepnell kennen zn lernen. Die Seelen der Men- sehen sind es, die unser Giuk oder Unglük mache», nicht ihre Körper. Also mußten wtr ein Mittel haben, diese schnell zu erkennen, zu lieben, oder zu scheuen. Schneller, als durch das Anschauen der sichtbaren Gestalt, konnte cö nicht geschehen. Da dieses möglich war, warum sollreu wir langer daran zweifeln, daß der Körper nichts anders, als die sichtbar gemachte Seele, der ganze sichtbare Mensch sei) ? Kann es einem verständigen Menschen zweifelhaft seyn, daß die Natur durch die höchste liebliche und einnehmende Gestalt, die der Kindheit eigen ist, Wohlwollen gegen dieses Hüls- und Gunst- bedürftige Alrcr habe crwekeu wollen? Hat sie nicht sogar in die sichtbare Gestalt der Thierc etwas gelegt, das den Verständigen vor ihnen warnet, oder sie suchen macht? Freylich ist ei» Mensch scharfsinniger, als der andere, in der äußern Form zu sehen, was er sehen sollte. Die Gewohnheit, in der wir von Kindheit auf unterhalten worden, von dem Menschen mehr aus seinen Reden und Betragen, als aus ftmem Ansehen zu urtheilen, hat den ange- bohrnen Instinkt, ihn aus dem aus- serlichen Ansehen zu schätzen, sehr geschwächt; und wir sind überhaupt in unsrcr Dcnkungsart und »i unfe.n Sitten so vielfältig über die Schranken der Natur herausgetreten, daß unser Unheil über Menschen, und nnsre Ansprüche ans sie nvthwendig S ch ö in vielen Stäken willkührlich sind. Wenn aber diesem zufolge dos Ideal, das sich jeder von dem vollkommenen Menschen macht, von dem, wozu die Natur ihn hat machen wollen, abweicht, so werden nothwendig un- sre Urthcile über die äußere Gestalt in manchem Punkt unrichtig seyn. Aber so sehr ist der Instinkt, den ganzen Werth des Menschen aus dem Ansehen zu beurlheilen, nicht überall geschwächt, daß nicht selbst die ungeübte Jugend sich desselben oft gläkiich bediente. Wie oft ist nicht ein einziger Blik eines unerfahrncn, aber durch das Unnatürliche in den Sitten noch unverdorbenen Madchens weit glüklicher und richtiger, als die Ucbcrlegung ihres Vaters, zu unterscheiden, ob ein Jüngling sie glüklich oder unglüklich machen werde? Selbssin diesem Punkt beweiset eine oft fehlgeschlagene Wahl nichts gegen unfern Sah; weil in unserm etwas unnatürlichen Zustande das, woourch die Menschen hätten glüklich werden sollen, bisweilen ihr Unglük am meisten befördert; und weil Vor- urtheile, die allen Anschein der Wahrheit haben, uns oft zu falschen Erwartungen und widernatürlichen An sprächen verleiten, die nicht erfüllt weroen können. Noch müssen wir eine Hauptan- merkung nicht übergehen, die zu richtiger Beurtdetlung dieser Sache höchst nothwendig ist. Sowol das äußere Ansehen des Menschen, als sein innerer Werth, zwischen welchen unserer Meynung nach die Natur eure vollkommene Uebcreinstimmung bewarft hat, können durch Zufälle oder vorübergehende Irrungen so verstellt werden, daß ein überaus scharfes Aug und mehr als geineine Ur- theilskraft erfodert werden, wenn man sich in seinem Ureheil über die wabre Beschaffenheit der Sache nicht betrugen will- Krankheiten und andre nnglükliche Zufalle können die S ch ä zsz schönste Leibesgestalt entweder für eine Zeitlang verdunkeln, oder für immer verderben. Wie wenig Menschen sind in solchen Fallen im Stande, die ursprüngliche Anlage zu emer vollkommenen Gestalt unter der zufalliger Weise verdorbenen Form noch zu erkennen? Wer aber dieses nicht kann, wie soll er die natürliche Harmonie der Gestalt mit dem innern Werth bemerken können? Noch weit mehr betrügen sich nur zu viel Menschen in ihren Urtheilen über den inncrn Charakter. Wie oft geschieht es nicht, daß ein Jüngling, den eine vorübergehende Leidenschaft, oder eine blvs zufällige Verblendung, zu ällerhaud Ausschweifungen verleibet, die die Anlagen des edelsten Charakters so verdunkeln, daß schwache Bcurrhcilcr ihn für einen schlechten Menschen halten, sich doch bald hernach in dem vortrefflichen Charakter zeiget, den sein äußeres An sehn zu versprechen schien? Wie das schönste Gesicht durch Staub und Schweiß und eine vorübergehende Verunstaltung auf eine Zeitlang unkenntlich wirb, so geschieht es auch in Ansehung des inner» Charakters. Und so kann im Gegentheil der Mensch von einem würklich schlechten Charakter durch Zwang, Verstellung und aus andern ebenfalls blvs zufälligen oder vorübergehenden Ursachen, von Haiben Kennern der Menschen für edel gesinnt und rechtschaffen gehalten werden, ob er gleich im Grunde nichtswerth ist. Diese Anmerkungen können den, dem es der Erfahrung entgegen scheinet, daß die äußere Gestalt mir dem Innern des Menschen harmonirc, bekehren , daß es bcy den mannichfal- tigen Vorurtheilcn, die unnatürliche Sitten in uns veranlassen, und dcy den vielfältigen zufälligen Verdunkelungen der äußern und inneren Gestalt in manchem Falle gar keine X Z leichte z-4 Sch 5 leichte Sache sei), sowol über die Schönheit, als über den innern Werth der Menschen richtig zu nr- theilen. Man muß sich deswegen hüten, jeden anscheinenden Wider- spruch in dieser Sache für einen Beweis zu halten, daß das äußere Ansehen des Menschen kcineVersichc- rung seines innern Werths gebe. Aber esistZeit wieder auf die Hauptsache zu kommen. Da wir gezeiget haben, daß die niannichfaltig unrichtigen Urthcile und die betrogenen Erwartungen, denen zufolge man das äußere Ansehen für ein betrügerisches Kennzeichen des inner« Werths hält, nicht vermögend sind, unfern allgemeinen Satz verdachtig zu machen: so halten wir uns, alles wol überlegt, berechtiget zu behaupten, daß die Gestalt uuv das ganze äußere Ansehen des Menschen denen, die zu fassen und zu urtheilcn im Stande sind, seinen wahren Werth erkennen lassen, und ziehen daraus für denBcgriff dcrSchön- hcit diesen Schluß: saß derjenige der schönste Mensch sep, dessen Gestalt den, in Xükstcht auf seine ganxe Bestimmung, vollkommensten und besten Menschen ankündiget. Diesem zufolge müssen die Urthcile über Schönheit nothwcndig eben so verschieden ftyn, als die Begriffe über den Werth des Menschen von einander abgehen: diejenigen, die über diesen Werth einseitig urtheilcn, werden auch eben so einseitige Urthcile über Schönheit fällen; und indem einige blos auf Gesundheit, und eine athletische Gestalt sehen, werden andere blos auf den sittli- che» Charakter des Gesichtes Achtung geben. Sind wir nun gleich nicht im Stande, die sichtbare Schönheit dem Bild- haner , oder dem Wähler weder zu beschreiben, noch vorzuzeichnen, so können wir ihm doch sagen, was sie ausdrüken müsse, und wie verschie- S ch S den der Charakter de? weiblichen Schönheit von dem, der der männlichen eigen ist, ftyn müsse. Wae können ihm sagen, daß er die höchste - Schönheit nur in dem reisen männlichen Alter antreffen »verde, in welchem jedes der bcyoeii Geschlechter die höchste Starke aller natürlichen Fähigkeiten erreicht. Wir können ihn ferner versichern, daß die männliche Gestalt Nicht vollkommen schön ftyn könne, wenn sie mehr die Begriffe von voller Gesundheit und Lei, bessiärke, von Tüchtigkeit zu man« nichfaltigen Bewegungen der Glicd- inaaßcn, von Verstand, Much und Kühnheit, doch ohne Wildheit, und von Wolwollen, ohne Schwachheit, erwekct. Von der weiblichen Schönheit könnten wir »hm sagen, daß sie nothwcndig die Vorstellung von Saiiftmilth und Gefälligkeit; das Gefühl von dernichtmchrkindischen, sondern dem reifen Alter zukommenden Zartheit, oder Schwachheit, die versorgendes Wolwollen envekc; die Empfindung von Zärtlichkeit und Ergebenheit des Gcmüthes, ohne Schwachheit, und andre dem schönen Eeschlechte wesentlichen Eigenschaft ten, ausdrüken müsse. Wir können ferner aus jenem Schlüsse noch diese wichtigen praktischen Folgen für de» Künstler herleiten , daß zwey Dinge crfodcrt werden, «in sich ein wahres Ideal der' vollkommenen Schönheit zu bilden: erstlich vollkommen richtige und der Natur gemäße Begriffe von dcp Vollkommenheit des männlichen und weiblichen Charakters, und von allen äußern und innern Eigenschaften, die den vollkommenen Mann, und das vollkommene Weib ansmachcn; zweytens, ein Aug nnd eine Seele, die fähig seyen, jeden Zug und jedes Lineament der Form, das jene Eigenschaften wni klich anzeiget, zu sehen, und seine Bedeutung zu fühlen. Hat er denn bep diesen natürlichen Fähig- Scho Sch 5 Z25 Fähigkeiten das Glük gehabt, oft vor« Ich komme wieder auf die allge- treffliche Menschen von beyden Ge- meincre Betrachtung der Schönheit schlcchtern zu sehen, und besitzt er zurük. Wenn von allem sichtbare» sonst die übrigen no'thigen Kunstta- Schonen die menschliche Gestalt das jente: alsdann ist er im Stande, ein schönste ist, und wenn diese Schön« wahres Ideal der vollkommensten heie außer der Annehmlichkeit der Schönheit zu bilden, und das Bild Form, die von Mannichfaltigkeit, selbst durch seinen Pcnscl, oder Meis. Verhältniß und Anordnung der Thei» sel uns sichtbar zu machen; und die. le herkommt, und dadurch dem Zinses wird alsdann das höchste und erste ge schmeichelt, noch das Gefühl vo» Werk aller schönen Künste seyn. innerer Vollkommenheit und Güte Es wäre ein vergebliches Unter- erweket, deren Kleid die äußere Genehmen, wenn wir die Zergliederung stalr ist, so können wir uns daher der Schönheit, ju vermeintem Un- ein allgemeines Ideal von der Schön- terrichtdeszcichnendenKünstlerswei- heit überhaupt bilden. Sie Wirt» ter treiben wollten. Wer indessen durch blos sinnliche Annehmlichkeit glaubet, daß ihm diese Zergliederung die äußern Sinnen, oder die Embil« noch dienlich seyn könnte, den verwei- dungskraft reizen, und die Aufmerk« sen wir auf die Anmerkungen nndBe- samkeit an sich loken: bcy näherer obachtungcn, die Mengg und Vvii,- Betrachtung aber wird sie durch in« kelmann hierüber gemacht haben nerlichc, dem schönen Stoff inhaf« Die Hauptsache ist, daß der Künstler tende Bollkoinmenheit. den Verstand sich bemühe, edle und richtige Be- reizen, und ihn lebhafte Begriffe griffe von menschlicher Vollkommen- von Wahrheit, Weisheit und Vollheit zu erlangen, daß er die Spu- kommenheit empfinden lassen, an rcn und Zeichen derselben, überall in denen ein denkendes Wesen hohes der Bildung der ihm vorkommenden Wolgefallen hat; dann wird sie auch Menschen, in den Werken der größ- das Herz mit Empfindungen des En- ten Künstler und besonders in den ten erwärme»; sie wird einen Werth, besten Werken der griechischen Kunst eine auf Seligkeit abzielende Würk- aussuche, wol bemerke, und dem Aug samkeit zeigen, die uns mit Liebe und richtig einpräge. Aber bey dem Stu- inniger Zuneigung für sie erfüllet, dium der Antiken muß der Künstler Sie ist also gerade das, dessen Ge- wol merken, daß die griechischen nuß uns von allen Seiten her aufeilt« Künstler nicht allemal auf absolute mal beseliget, weil Sinnen, Ein« Schönheit gearbeitet, sondern oft bildungskraft, Verstand und Herz blos das Ideal eines besondern Cba- zugleich ihre Nahrung daran finden, rakters haben darstellen wollen, und In welchem Werke der Natur oder daß sie oft der Größe und Hoheit der Kunst wir diese dreyfachc Kraft, etwas von der eigentlichen menschli- die Sinnen, den Verstand und das chen Schönheit aufgeopfert, oder es Herz einzunehmen antreffen , dem dabey wenigstens aus der Acht gclas- können wir vollständige Schönheit sen haben. Darum muß er noth- zuschreiben; und die Würkungen der wendig die Beobachtung der Natur vollkommenen Schönheit sind diesel« mit dem Studium der Antiken ver- den, wie verschieden auch sonst die binden. Art des schönen Gegenstandes seyn 5) Meng» in dem kleinen, aber vor- mag. Wenn wür die Statue eines trefflichen Merk Über die Schönheit vortrefflichen Mannes, von Vhidias und über den Geschwak m der-Nah- ^ lere»; avinkelinann in smiee Ge- gealbrltct, betlachtUl f.imt.U, so schichte der Kunst de» Mcrthuin«. wurden wir eben das dabey empfin- X Z den, ZSß S ch den, was wir Key den vorzüglichsten patriotischen Reden des Cicero fühlen, nur mit dem Unterschied, daß dort das Aug, hier das Ohr der Doll- inetscher ist, der uns die Schönheit empfinden macht. Dort wird das Aug von einer hockest edlen, harmo- niichc» Form, durch tausend liebliche Eindrükc geschmeichelt; hier vcrnimmtdas Ohr einen höchst man- nichfaltigcn Wolklang. Aber Verstand und Herz werden in beyden Fallen gleich gerührt. In beyden sehen wir einen Menschen von hohem edlen Geiste, von scharfem Verstand und höchstrichtigcr Urtheilskraft, von einem großen Herzen, das die edelsten Neigungen und die wolthatigstcn Gesinnungen an den Tag legt. In Heyden Fallen finden wir unter dem Genuß des süßesten Vergnügens, daß unser Geist und Herz sich mit innigstem Bestreben empor heben, größer zu denken und zu empfinden; und in Heyden Fallen finden wir uns mit .Hochachtung und Liebe für den schönen Gegenstand erfüllt. Der Künstler kennt die wahre Schönheit nicht, dessen Werk, wie lieblich und einschmeichelnd auch das darin seyn mag, was den Sinnen und der Einbildungskraft schmeichelt, nicht zugleich auch den Verstand und das Herz einnimmt- Es ist, wie Jxions Juno, nur eine aus Dünsten gebildete Schönheit, eine bloße Larve, die nur so lange gefallt, als die Tauschung eines Traumes dauren kann. Die bloße Phantasie des Künstlers, wäre sie so lieblich, wie der schönste Frühlingstag, reicht nicht Hin, ein Werk, von wahrer vollständiger Schönheit zu inachen; es wird tmmcr eine blos schöne Form seyn, deren Würknng sich auch nicht über Phantasie hinaus erstrekt- Die vor- züglichsten Werke dieser Art dienen im Grunde doch nur zum Spiel und zum Zeitvertreib in verlornen Stun- dtn. Mt Werken von wahrer in- S chö nern Schönheit verglichen, sind sie bloße Zicrrathcn. Darum, »Jüngling! dem die Natur ein feines Gefühl für die Schönheit der Form , eine lachende Phantasie gegeben hat, befleißige dich die Schönheit höherer Art kennen und fühlen zu lernen, damit du den schönen Formen, die dein feiner Ge- schmak entwirft, auch schöne Seelen einflößen könnest. Wie wenig Hilst dir eine schöne Einkleidung, eine rei. zendeSchreibart, wenn du dem Verstand und dem Herzen nichts zu sagen hast? wie wenig die fcincste Zeich- nung, wenn du nichts, als leere Zierralhen darzustellen vermagst? Warum solltest du dich begnügen, schöne Larven zu machen, die das Aug nur so lang reizen/bio man gewahr wird, daß kein Gehirn darin ist? Warum solltest du deine Ruhmbegierde darauf einschränken, daß du vermittelst deiner Werke nur denn ein Gesellschafter der Verständigen und Weisen seyest, wenn diese von der Höhe, worauf sie stehen, herunter- steigen, um sich zur Erholung an leichtern, weit unter ihnen liegenden Dingen zu beschasstigen, und zu scherzen, da du im Stande ist, sie auch denn, wenn sie sich in ihrem Stand und Range zeigen, nach deiner Gesellschaft begierig zu machen? Was würdest du von dem Menschen denken , der sich begnügte der Lusiigma- cher eines Fürsten zu seyn, da er sein Freund, sein Rath, oder sein Minister seyn könnte? Vornehmlich aber hüte dich vor der Schmach, die Kinder deines Genies blos zum Muthwillcn in Stunden der Trunkenheit, mehr gcmißbraucht, als gebraucht zu sehen. Dießwürde geschehen, wenn du ihnen blos die unzüchtigen Reize einer Buhldirne gäbest, die jeder leichtsinnige Kopf in seiner Ausgelassenheit zu mißbrauchen sich berechtiget hält. Hast du nicht bemerkt, daß Männer von ei. Niger Niger Würde, wenn sie sich in einer Stunde des Taumels vergessen, und zum Umgang einer reizenden Dirne erniedriget haben, sie durch eine Hin- terthüre entlassen, sobald bessere Gesellschaft sich zeiget, und daß sie sich so gar schämen, die niedrige Gesellschafterin öffentlich von sich zu lassen ? Und du wolltest die Kinder deines Genies einer solchen Schmach aussetzen? Darum scheue dich, deine Werke neben den Schriften eines Crebillons hinter dem Vorhang gesetzt zu sehen, und trachte nach der Ehre ihnen auf den vor jedermanns Augen stehenden Tischen großer Manner neben Cicero, «Hora?, Rousseau oder -Haller, einen Platz zu verschaffen. Zu dieser Ehre wirst du gelangen, wenn dn nicht die blendenden Reizungen einer schlüpfrigen Venus, sondern die hohem Reize einer, Liebe und Hochachtung zugleich einstoßenden Person, dir zum Muster der Schönheit vorfetzen wirst. S ch r a ffi r u n g. (Zeichnende Knaste.) An Zeichnungen, Kupferstichen und Gcmahlden nennt man die iicbencin- andergesetztcn, sich auch bisweilen durchkreuzenden Striche, wodurch die Schatten ausgcdrukt werden,Cchraf- firungen. Weil die Schatten gemeiniglich von der dunkelsten Stelle gegen das Hellere nach und nach schwacher werden: so werden bepdenSchraffirum gen die Striche auch so gemacht, daß sie vom Dunkelsten gegen das Helle allmählig feiner werden und zuletzt in die feinesicn Spitzen auslaufen. Starke Schatten werden durch breitere, und schwache durch schmalere oder feinere Striche ausgedrükt. Die Schraffirung ist einfach, wenn auf einer Stelle die Striche parallel nebeneinander laufen z doppelt, wenn sie sich durchkreuzen. Im ersten Falle erscheinet das Weiße oder Helle zwi« sehen zwei) Strichen, auch wie ein weißer Strich, der vom Dunkeln gegen das Helle immer breiter wird; im andern Fall aber wird der hello Grund zwischen den Schraffirungen in kleine, gerade, oder verschobene rautenförmige Viercke cingetheilt. Die letztere Art hat etwas angenehmeres und weicheres, als die erster?, die deswegen auch nur zu Echatti- rung harter Körper von matterObcr- flache, als Holz, Stein und Erde, gebraucht wird. Es gicbt auch eine Schraffirung, da das Weiße zwischen den Strichen noch mit ganz kleinen abgesetzten Strichen, zu Verstärkung des Schattens , ausgefüllt wird. Eine gute Schraffirung crfodcrt nicht nur freye, dreiste Striche, wie sich mancher jungeZcichner oder Kupferstecher einzubilden scheinet; sonder» überhaupt eine sehr sorgfaltige Behandlung, die die Frucht eines genauen Nachdenkens und feinen Gefühles ist. Erstlich kommt viel darauf an, wie die Striche laufen, ob sie aufwärts, oder unterwärts, ob sie viel oder wenig gebogen seycn, weil dieses sehr viel beytragt, die höhere, oder flachere Rundung, und die wahre Gestalt der Korper auf die natürlichste Weise darzustellen. Die besten Meister sehen allemal darauf, daß ihre Schraffirungen so laufen, wie die Ansicht desTheilcs, der damit schat- tirt wird, und die abwechselnden Krümmungen es zum natürlichsten Ausdruk crfodcrn, bald in einförmigen Bogen, bald wellenförmig oder sich schlängelnd. So wie z. B'. bei) euiem in Falten liegenden Gewände, die Faden des Gewebes in ihren verschiedenen Krümmungen laufen, so ändert auch ein Zeichner dieWendun- gcn seiner Schraffirungen ab, selbst da, wo eigentlich kein Faden zu mcr- X 4 ' ken ZSL Schr ken ist. wie in der Haut des menschlichen Körpers, wo man sich doch allemal etwas dem Faden des Gewandes ähnliches vorzustellen pflegt. Zweytcns kommt das Harre und Weiche der Schatten, das von der Wahrheit oder Richtigkeit derselben ganz verschieden ist, größtcntheils auf das engere oder weitere Schraf- firen, auf die Starke oder Schwäche der Striche an. Nichts ist harter und uii.i»genehmer, als etwas kernhafte, dabey kurz abgesetzte Schraf- sirungen. Ganz feine und sehr enge einfache Schraffirnng hat etwas tveichliches; daher sehen in einigen Kupferstichen von Albrechr Dürer, der, wie alle Kupferstecher der ersten Zeit, so fein zu schraffircn pflegte, alle Gegenstände so aus, als wenn sie mir feinem Seidenpapler überzogen wären. Ganz feine und zarte Striche zwischen starken und eng an- cinandcrstchcndcn verursachen etwas glänzendes, das für den Ausdruk der fcincsten Haut der Gesichter doch zu glänzend ist. Die Stärke der Striche mnst sich nicht nach der Stärke, oder Dunkelheit der Schatten, sondern nach der Größe der Masse, die der Schatten ausmacht, richten. Wir zeigen hier blos einige Hauptpunkte an, ohne uns weiter darüber einzulassen, weil es ohne merkliche Schwerfälligkeit nicht möglich ist, dergleichen Dinge ausführlich zu beschreiben. Der größte Theil ver Kunst des Kupferstechens kommt auf den guten Geschmak der Schraf- Lirungcn an, weil die Harmonie des Ganzen meistens davon abhängt. Daher es für die Aufnahme der Kunst «» wünschen wäre, daß ein Meister tecselben diese Materie behandelte. Hör junge Künstler wäre es nöthig, dag man neu herausgekommene Kupferstiche in eigenen Wochen- oder Monat-Schriften mit der genauen Critik beurtheiltt, wie in einigen S ch r französischen Schriften die Schreibart und die grammatische Richtigkeit des Ausdruks neuer Bücher be- urthcilet werden. Noch nützlicher wäre es, wenn die verschiedenen Academien der zeichnenden Künjlv sich angelegen seyn ließen, durch solche critischc Peurtheilungcn der so häufig herauskommenden Kupferstiche , den jungen Künstlern an die Hand zu gehen. Von der Scheassiumg in Kupferstichen handelt Lairesse, im stcn Buche s. Großen Mahlerbuchcs, Kap. z u.». Bd. z. S. 406 und 414. deutsche Ausg. von 1784. — Schreibart; Styl. (Schöne Künste.) N!an pflegt in den Werken des Ge» schmaks dicMateric, oderdieGedan- ken, von der Art sie vorzutragen, oder darzustellen, zu unterscheiden, und das letztere den Styl, oder die Schreibart zu nennen. Aber cSist schwer, genau zu bestimmen, was in jcdemWerk zu den Gedanken, oder zur Schreibart gehöre, und daher auch schwer zu sagen, worin eigentlich die Schreibart bestehe. Daß bcym Schriftsteller nicht blos der Ausdruk, oder die Wörter, ihre Verbindung, ihr Ton und die daraus zusammengesetzten langern oder kürzern Einschnitte und Perioden, son- dcrn auch ein Theil der Gedanken zur Schreibart gerechnet werden müsse, wird jedermann zugeben; und eben so rechnet man zum Styl des Wählers nicht blos seine besondere Art der Zusammensetzung, Zeichnung und Farbengcbung, sondern auch etwas von dem Materiellen des Ee« mähldes. Da mir nicht bekannt ist, daß sich jemand die Mühe gegeben habe, das, was in allen Werken der Kunst eigentlich zur Schreibart gehöret, mit eink Schr einiger Genauigkeit zu bestimmen, so will ich versuchen, es hier zu thun. Die Sache scheinet um so viel wichtiger, da jedermann empfindet, wie sehr viel in Werkeil des Geschmaks auf die Schreibart ankomme, und wie wesentlich es für den Künstler sey, eine gute Schreibart in seiner Gewalt zu haben. Aber wie kann man ihm zur Erlangung derselben den Weg zeigen, so lauge man nicht recht weiß, was die Schreibart ist? Indem der Künstler ein Werk verfertiget, bemühet er sich, gewisse Vorstellungen, die er hat, das ist, einen gewissen Gegenstand andern darzustellen. Indem er aber dieses lhur, schildert er in dem Gegenstand auch sich selbst, die ihm cigenthüm- liche Art, die Sachen anzusehen, zu begreifen und zu empfinden, oder wenigstens die, die ihm bcy der Arbeit nach seiner Gemüthslage eigen ist. Das besondere Geprägt, das dein Werk von dem Charakter und der, allenfalls vorübergchcndcnGeniüths» fassung des Künstlers eingedrükt worden, scheinet das zu seyn, was man zur Schreibart, oder zum Styl rechnet. Das Wesentliche der Materie wird dadurch nicht verändert, sondern nurdasZufalligc. Wenn viclMcn- schen zugleich über einen Vorfall la. che», so drükt jeder die Empfindung der Lust aus, die wesentlich bey allen dieselbe ist; aber jeder lacht in seinem eigenen Styl, der von dem blos sanften ruhigen Lächeln, bis zum vollen Ausbruch des Gelächters mancherlei) Echattirung annehmen kann- Dieses wird uns auf die Spur führen, die verschiedenen zufälligen Eigenschaften eines durch die Kunst dargestellten Gegenstandes, die zum Styl des Werks gehören, von dem Wesentlichen zu unterscheiden. Wir werden uns aber hier hauptsachlich auf die Schreibart im engern Sinne, wie sie sich in den Künsten der Rede zeiget, einschränken, und können uns Schr 329 dieses Mittels, den gegenwärtigen Artikel nicht über die Schranken der Große auszudehnen, um so viel zuversichtlicher bedienen, da sich das, was von dieser Schreibart, als der wichtigsten Art des Styls, gesagt wird» leicht auf andre wird anwenden lassen. Hier haben wir nun vor allem andern zu untersuchen, was für Dinge in den Werken der redenden Künste zur Schreibart gehören, und als Eigenschaften derselben anzusehen seyen. Um dieses zu erforschen, wollen wir uns vorstellen, daß mehrere Menschen zugleich eine Scene, einen Vorfall, oder eine Begebenheit ansehen, und daß jeder der Zuschauer daher Gelegenheit nehme, das, was er gesehen hat, zu beschreiben. Wir würden also in kurzem verschiedene Schriften von cinercy Inhalt zu le- scn bekommen, die sich aber vielfältig durch die Schreibart von einander auszeichneten. Wir müssen aber, um in diesen Schriften einerlei) Inhalt zu haben, damit uns das Charakteristische der Schreibart deutlicher werde, voraussetzen, daß jeder den Stoff erzählend behandle, und zur Hauptabstcht habe, seinen Leser von dem, was er gesehen hat, zu unterrichten. Denn wo sich etwa ei» sehr empfindsamer» und leichte feucrfangendcr Dichter unter diesen Zuschauern befände, den die Eccne in die Begeisterung der Ode versetzte, so würde sein Soff nicht der seyn, den die andern bearbeiten, und wir würden desto mehr Mühe haben, aus Vergleichimg seines Werks mit den übrigen das herauszufinden, was zur Schreibart gehört. Hier können wir nun sogleich einiges bestimmen, was offenbar zur Materie und nicht -nr Schreibart gehöret. Denn wenn wir zu dieser nur das zählen, waS von dem besondern X 5 Zzo S ch r Charakter des Verfassers herrühret: so kann das Materielle, das dem Orte, wo er gestanden hat zuzuschreiben ist, nicht hiehcr gehören. Der, welcher die ganze Sccne übersehen hat, konnte mehr davon sagen, als der sie nur halb gesehen hat. Daß dieser die Sache nicht so vollständig als jener erzahlt, kommt nicht von seinem Charakter, sondern von seiner Stellung her; und der crsterc, der nun ausführlich ist, würde es auch nicht seyn, wenn er, auch mit Bey- bchalrung seines Charakters, an dem Platz des andern gestanden hätte. Diese und mehr ähnliche Umstände, die man sich an dcm znmBeyspicl gewählten Bilde geschwinder vorstellen kann, als sie sich beschreiben lassen, führen uns ans die Spur, was niaii zu überlegen habe, um von dem Materi.llen, oder von den Gedanken das, was zum Wesentlichen der Sache, und das, was blos zur Schreibart gehöret, richtig zu unterscheiden. Es ist kaum möglich hierüber besondere Grundsätze anzugeben; und wir müssen uns mit einem einzigen allgemeinen begnügen, davon doch nur die scharfsinnigsten Benrtheiler einen sichern Gebrauch machen können, weil die Sache an sich selbst schwer ist. Wer also bey jedem Schriftsteller das, was zu seiner Schreibart gehört, es liege in den Gedanken, oder in dem Ansdruk, von dem, was nicht Schreibart ist, unterscheiden will, der suche vor allen Dingen die Art des Inhalts, die Absicht des Verfassers, folglich auch den Standort und Gesichtspunkt, aus denen er seinen Stoff angesehen hat, genau zu fassen. Hernach überlege er bey jedem Gedanken und Ausdruk, ob er so wesentlich zur Sache gehöre, oder so natürlich damit verbunden sey, daß jeder Schriftsteller von Genie, Nachdenken und richtiger Urtheilskraft, Schr (denn diese werden bey jedem vorausgesetzt,) der jene Absicht gehabt, und aus jenem Standorte die Sache angesehen hätte, ihn würde haben finden oder bemerken können; oder ob er natürlicher Weise nur dem scherzhaften, oder dem witzigen, oder dem etwas boshaften, dem kaltblütigen, oder dem hitzigen Mann; kurz, ob er nur dem Schriftsteller von irgend einem besonders ausgezeichneten Charakter, oder einer besonder!! Laune, habe einfallen können. Alles, was zum letztcrn Falle gehöret, rechne er zur Schreibart; was aber zu diesem befondern nicht gehöret, das rechne er zum Wesentlichen der Materie. Wenn wir uns vorstellen, Teno« phon, Liniun und Tacicu» hätten einerlei) Stoff, die Erzählung von irgend einer Staatsveränderung, zu behandeln sich vorgenommen, und jeder hätte du bey die Hanplabsicht gehabt, ftlneu Lesern eine wahre und richtige Vorstellung von dem Vorfall und den Ursachen desselben zu geben: so werden wir leicht begreifen, daß jeder dieser drcy Männer nicht nur m feiner Arr zu erzählen, sondern auch in Anordnung der Malcricn, in dcr Wahl dcr Umstände, in Einführung oder Wcglaffnng dcr Personen, in Erzählung ihrer Handlungen, und Anführung ihrer Reden, feinem besonder» Charakter gemäß würde zu Werke gegangen seyn. Xenophon würde nur das Nöthige zum klaren und einfachen Begriffder Sache, und der natürlichsten Vorstellung derselben, ohne Leidenschaft, ohne uns für oder gegen die Sache einzunehmen, erzählen. Lstoluo würde, seinem ernsthaften-palhetischen und mit alt- römischer Wurde bekleideten Charakter zufolge, die Sache von der grossen, wichtigen Seite vorgestellt, manchen kleinem Umstand weggelassen, manches ernsthafte Wort seinen handelnden Personen im Mund gelegt ha- S ch v ten; so daß wir überall an den handelnden Personen die Patrioten? oder die schlecht und eigennützig gesinnten Bürger würden crblikt haben. Taci- rns hätte, außer den wesentlichsten Hauptsachen, vornehmlich solche Umstände gewählt, die uns tief in die Herzen der handelnden Personen hätten hineinsehen lassen, nicht um sie in ihrem öffentlichen Charakter als Patrioten, oder Aufrührer, sondern als gute oder schlechte Menschen zu erkennen; er würde einen Ausdruk gewählt haben, der uns geflissentlich für oder gegen die Personen hatte einnehmen sollen u.f.f. Also würden wir sowo! in der Materie, als in der Form und in dem Ausdruk dieser drey Geschichtschreiber eines jeden besonder» Charakter haben erkennen können. Dieses aber würde drey verschiedene Schreibarten verursachet haben. Dieses mag hier hinlänglich scyn, den Begriff von dem, was man eigentlich Schreibart nennt, überhaupt zu bestimmen. Ehe wir uns in nähere Entwiklnng dieses Begriffes einlassen, wollen wir anmerken, daß schon hieraus erhellet, was für Wichtigkeit die Schreibart nach dem verschiedenen Inhalt eines Werks haben könne, und was für einen besonder,, Charakter sie in besonderenFällen vorzüglich anzunehmen habe. Da überhaupt jede besondere Schreibart eine getreue Schilderung irgend eines besonder« Gemüthscha- rakters ist, der Charakter der Personen aber, mit denen wir, besonders in der Jugend, am meisten umgehen, sehr viel zur Ausbildung nnscrs eigenen beyträgt, so läßt sich hier sogleich dieser allgemeine Schluß ziehen: daß Werke des Geschmaks, die für den großen Haufen der Leser bestimmt sind, schon blos durch die Schreibart beträchtlichen Nutzen, oder Schaden stiften können; und es S ch r 5ZI ist zu wünschen, daß diese wichtige Wahrheit von unfern Dichtern und Prosaisten, die für den Geschmak arbeiten, in ernstliche lleberlegung genommen werde. Daß die Jugend, um nur ein Beyspiel anzuführen» durch gewöhnliches Lesen solcher Werke, deren Schreibart leichtsinnig, oder spöttisch, oder unnatürlich und geziert, spitzfindig, melancholisch, menschenfeindlich ist, an Geschmak und übrigerDenkungsart merklichen Schaden leiden würde, bedarf eben keines Beweises; allenfalls könnten vielfältige Erfahrungen ihn überzeugend darstellen. Es kommt also bey Werken des Geschmaks! nicht blos darauf an, ob die darin herrschende Schreibart, an sich betrachtet, gut oder schlecht sey; es ist auch wol zu bedenken, was für einen Charakter sie habe. Denn schon durch diesen allein kann ein Werk nützlich, oder schädlich werden. Das Lesen ist ein Umgang mit den Schriftstellern; ihre Schreibart hat ans die Leser dieWür- kung, die der persönliche Charakter, den sie ansdrükt, im würklichcn Umgang haben würde. Hieraus folget nun ganz natürlich, daß in Werken des Geschmaks, die für den großen Hansen der Leser bestimmt sind, jede Schreibart von verdächtigem, oder gar verwerflichem Charakter, so schön sie sonst in ihrer Art seyn mag, z» vermeiden ist. Ich gestehe deswegen, um ein besonderes Beyspiel anzuführen, daß ich mit Unwillen in einem Buche, das sich so allgemein verbreiten sollte, wie der deutsche Merkur, ein Gedicht über die Frey- gcistcrey, in einem höchst leichtsinnigen Ton, und in eben solcher Schreibart gefunden habe. Wie konnte es irgend einem nachdeis »den Mann einfallen, eine würklich ernsthafte Sache (denn derg'eiehen scheinet der Verfasser würklich zum Zwek gehabt zu haben,) in einer Schreibart zu behandeln, deren Charakter sich gleich durch die zwey ersten Verse ankündiget? Ihr Brüderchen, laßt uns fein christlich leben; Wir müssen dcch uns einmal drein ergeben! Dergleichen Ungereimtheiten und Unanständigkeiten dürfen eben nicht nui viel Worten gerüget werden; es ist völlig hinlänglich sie blos anzuzeigen. Es wäre zu wünschen, daß die witzigen Köpfe sich die Klugheit der alten Philosophen zum Muster vor. stellten. Diese hatten einen Lxorc- riscken Vortrag für das allgemeine Publikum, und er war vorsichtig, damit kein Anstoß gegeben würde: dann einen Esolcriscken für eine kleine Anzahl auserlesener Zuhörer, die ohne ^ Gefahr schon mehr vertragen konnten. In Schriften, die für die kleine Zahl der Kenner geschrieben sind, hat es mit der Schreibart, wenn sie nur reizend genug ist, weniger Be- denklichkeit. Denn für Kenner kann etwas blos belustigend seyn. was dem großen Haufen schädlich wäre. Man muß einen Unterschied zwischen den Personen machen, mit denen man spricht. Ein verständiger Mann er- tauber sich in einer Gesellschaft seines gleichen viel, und kann es sich ohne Bedenken erlauben, davor er sich in andern Gesellschaften sorgfältig hüten würde. Warum soll man diese Klugheit nicht auch in Schriften be- obachtcn? Eine andere Llrt von Wichtigkeit hat die Schreibart zur Unterstützung der. darin vorgetragenen Materie. Es sey, daß die Absicht des Schrift- stellers auf Belehrung, auf Belusti- gung, oder Rührung gehe: so läßt sich leicht einschen, daß die Schreib- art sehr viel zu der Kraft des Inhalts beytrage. Man darf nur bedenken, was für einen ungemein großen Unterschied eines und eben desselben Gedanken , der Ton und die Wendung desselben in feiner Würkung hervorbringen. Wo man nicht gänzlich für speculativcn Unterricht schreibet, wel. che Art außer dem Gebiet der schö- nen Künste liegt, da muß nothwen- dig ein großer Theil der Würkung der Rede von der Schreibart herrühren. Die Regel, welche Horaz für den rührenden Inhalt gicbt: — li vi; ms üere, llvlenllum ekk prlmum ipii ridi. kann ohne alle Ausnahme auf jede Art des Inhalts angewendet werden. Der Lehrer, welcher den Charakter einer inneren Uebcrzeugnng, einer auf sein eigenes Herz würkenden Kraft der Wahrheit in seiner Schreibart empfinden läßt, kann sicher seyn, nicht blos den speculativen Verstand zu überzengen, sondern die Wahrheit auch würksam zu machen; und wer durch seinen Ptoffsanft, oder lebhaft vergnügen oder ergötzen will, hat den Endzwek schon zur Hälfte erreicht, wenn seine Schreibart den Charakter dieserArt des Vergnügens empfinden läßt. Darum bedarf es weiter keiner Erinnerung, daß bey jedem Werke des Geschmaks besondere Sorgfalt auf die Schreibart zu wenden sey. Wir wollen nun versuchen, die verschiedenen zur Schreibart gehörigen Punkte etwas näher zu bestimmen. Hier entstehen also die Fragen: i. wie wir in einem Werke von dem Materiellen, oder den Gedanken selbst, das, was zur Schreibart muß gerechnet werden, von dem übrigen unterscheiden sollen, und 2. was auch im Ausdruk als eine Würkung der Schreibart anzusetzen sey? Allgemein haben wir diese Fragen vorher schon beantwortet. Wir wollen hier die gegebene Regel auf jeden der beyden Punkte besonders anwenden. 1. Man stelle sich bey jedem Werk die Materie, oder den Stoff desselben und S ch r und den Zwek des Verfassers, so genau und bestimmt, als es möglich ist, vor, und beurtheile jeden einzelen Gedanken, jeden Begriff, um zu entde- ken, ob er wesentlich zum Stoff und zum Endzwek des Verfassers gehöre, oder doch so natürlich damit verbunden sey, daß er jedem scharfsinnigen und nachdenkenden Verfasser, dem wir itzt keinen besonders ausgezeichneten Charakter, keine merkliche Laune zuschreiben, nothwendig oder natürlich eingefallen wäre, Ist dieses, so gehört er zum Stoff und nicht zur Schreibart; finden wir ihn aber von so besonderer Art, daß er mehr aus dem besondern Charakter des Verfassers, oder aus seiner besondern Laune entstanden ist, so müssen wir ihn zur Schreibart rechnen. Veyspiele werden dieses erläutern. Cicero sagt in seiner ersten catilinarischen Rede unter ander» folgendes: »Da nun die Sachen so stehen, Catilina, so fahre fort, wie du angefangen; be- gieb dich endlich aus der Stadt; die Thore stehen dir offen, zieh heraus. — Führ auch alle deine AnHanger mit dir heraus, wenigstens die meisten davon. Reinige die Stadt Unter uns kannst du nun nicht langer wohnen, das kann ich nicht ertragen, ich will und kann es nicht leiden Das Wesentliche ist hier die ernstliche Mahnung, Catilina soll mit seinem Anhang aus der Stadt weichen; weil er nach dem, was von seinem Anschlag cntdekt worden, nicht weiter darin könne gelitten werden. Dieser Gedanken stießt natürlicher Weise aus dem vorhergehenden; und jeder Mann von Ueberlegung, der die Sache aus dem Gesichtspunkt angese- -) <^ui>e cum i» imr, pe ze guu cvcpUti; c^rcäcr« sliguimäu ex urde; p-ierir xvrrse, pcvkcilcere. —- Lciuc recum eriam omne» tuos, ti minus gu»m pluiimcs, kurA» ur. dem — Kodiscum veeteri j»m öiu- eiui von sioics; van aon x» «i»r, nun tivinn. Schr zzz hsn hätte, aus dem der Consul sie sab, würde denselben gehabt haben. Aber die Nebengedanken: vie Thors stehen dir offen; die Wiederholung: zieh herarrs; der schinipfliche Vorwurf: reinige die Stadl; der letzte Zusatz — ich rvill und kann es nicht leiden, sind Gedanken der Schreibart, die auS dem bcsondern Charakter des Redners entstanden sind, der in allen seinen Reden etwas von diesem Uebcrfluß der Gedanken zeiget. Dergleichen Zusätze zu dem Wesentlichen der Gedanken, und solche Nc- benbegrisse, die nicht aus genauer Ueberlegung der Sachen entstehen, sondern in dem Charakter oder in der gegenwärtigen Gemüthslage des Redenden ihren Grnnd haben, mischen sich meistentheils ohne sein Bewußt- feyn unter die Hauptgedanken, und gehören deswegen zu seiner besondern Schreibart. Aufgewekten und lustigen Personen kommen scherzhafte, tu» stige Nebenbegriffe, indem sie an die Hauptsache denken; dem ernsthaften etwas finster» Manne fallen ernsthafte, auch wol verdrießliche Neben» gcdanken ein; dem Wollüstigen wollüstige, und so jedem andern solche, die seinem Charakter, oder vergegenwärtigen Laune gemäß sind. Diese Nebengedanken aber machen bcy der Schreibart eine Hauptsache aus. Daher kommt es, daß der speculative, metaphysische Kopf die Hauptsache, die jeder andere blos würde genennt haben, dnrch Beywörter oder ganze Satze, naher nnd genauer, als irgend ein andrer Schriftsteller bestimmt? daß der empfindsame Mann Gedanken und Begriffe, die feinem gefühlvollen Herzen bcy Gelegenheit der Hauptsachen einfallen, mit. einmischt; daß der witzige Kopf von sehr lebhafter Phantasie alles mit einer Menne sinnlicher Nebengedanken und kleinen Mablereyen anoschmü- ket; daß der Mann von gerader und kalter Vernunft mehr als alle andere ZZ4 S ch t dere bey der Hauptsache bleibet, und nichts einmischt, als was gerade zur Cache gehört; daß der pünktliche und etwas mißtrauische alles durch eme Menge Ncbenbcgriffe auf das angstlichste zu bestimmen sucht; — und mehr dergleichen Verschiedenheiten in dem, was zu den Gedanken selbst gehöret. Dieses ist so offenbar, daß wir nicht nöthig Haben Beyspiele davon anzuführen. Der Schwung und die Wendung der Gedanken, die emen wesentlichen Theil der Schreibart ausmachen, kommen von dem Temperament, von dem Stand und der Lebensart des Rebenden. Ein feuriger, hitziger Mann giebt den Gedanken einen leb. haften Schwung; ein feiner Hofmann, der gewohnt ist, überall die gefällige und angenehme Seite der Sachen zu zeigen, und gleichsam immer nur aufdcn Zehen zu gehen, wird auch allem, was er sagt, eine solche gefällige Wendung geben. Ferner gehören die Einkleidung, Ordnung und Verbindung der Gedanken ebenfalls zur Schreibart. Wer mehr Verstand als Witz hat, tragt alles, sozusagen, in seiner ttakenden Gestalt vor; der, dessen Phantasie lebhaft ist, kleidet sie hau. fig in Bilder ein. Die Wahl dieser Bilder richtet sich wieder nach dem Charakter des Redenden; sie sind lustig, lieblich, von gemeinen, oder seltenem Dingen hergeholt, nach der Gemüthsbeschaffenheit dessen, der sie braucht. Und so ist es mit der Ordnung und Verbindung der Gedanken. Ein Heller Kopf sucht na- türlichc Ordnung; ein hitziger versäumt sie oft; ein etwas ängstlicher Mann sucht die pünktlichste Verbindung u. s. f. Hieraus nun ist offenbar genug, was man von den Gedanken in den Werken der redenden Künste zur Schreibart rechnen soll. 2. Was ist aber in den Worten und Redensarten Schreibart? Um diese 7^ S ch p Frage zu beantworten, müssen wir nothwcndig auf das Achtung geben, was die Worte, außer dem Bedeutenden, dem Sinn und dem Geiste, der in ihnen liegt, sonst noch an sich haben, daraus man auf die Sinneö- an, den Charakter, die Laune des Sprechenden schließen kann. Und hier zeigen sich gleich mancherlei) Dingcvon dieserArt: denn ein Wort und eine Redensart kann bey einerlei) Bedeutung edel, oder niedrig; an- ^ ständig und schiklich, oder unanständig; gewöhnlich und also emiger- maaßen natürlich, oder gesucht und geziert; vergrößernd, ooer verkleinernd; fröhlich oder finster; comisch oder tragisch; platt oder fein, u. s. f. seyn. Außer den einzeln Wörtern sind auch die Redensarten und die daraus gebildeten Satze von verschiedenem Charakter. Sic können steif, gezwungen, vernachläßigct, wcit- sehweifend, hart nnd holpcricht, un- bcsiimmt u.s. f. oder fließend, leicht, kurz , wolbestimmt seyn, und noch auf verschiedene Weise ihre eigene Art haben. Kurz, der bloße Aus- druk kann eben so vielerlei) Charakter annehmen, als die Gedanken selbst. Dieses Charakteristische gehört nun alles zur Schreibart, die durch die Art des Ausdrnks so gut. als durch das besondere Gepräge der Gedanken, ihren eigenen Charakter bekömmt. Es wäre ein völlig vergebliches Unternehmen, und würde sich am wenigsten hieher schiken. die verschieb denen Arten nnd Schattirungen des Styls beschreiben zu wollen; sie sind so maniuchfaltig, als die Physiono- mien der Menschen selbst. So weit kann sich die ausführlichste Theorie der schönen Künste nicht einlassen. Was aber bey dieser großen Man-- nichfalligkeil der Schreibarten dazu gehöre, daß jede in ihrer Art gut, lind einem Werke des Geschniaks anständig sey, und wodurch sie, von welchcmChaeakttr sie sonst sey, schlecht i «ni> > S chr und verwerflich werde, verdienet be« sonders erwogen zu werden. Es lassen sich auch viel gute und schlcch. tc Eigenschaften derselben überhaupt angeben. Da wir hier in enge Schranken eingeschlossen sind, so können wir die Sachen b!vs anzeigen, ohne sie weiter auszuführen. Es ist aber sehr zu wünschen, daß diese wichtige Materie von wahren Kennern etwas umständlich behandelt werde. Unsers Erachtens verdienet keine Schreibart gut gcnennt zu werden, wenn sie nicht folgende Eigenschaften hat: >. Anstand, Schiklichkeit, oder überhaupt gur gesittetes Wesen; denn eine niedrige, pöbelhafte, ausschweifende. unsittliche Schreibart ist offenbar dein guten Gcschmak entgegen. Dieses bedarf keiner Ausführung. 2. Uebereinstiniiuuiig des Charakters mir dem Inhalt. Wenn dieser ernst. Haft, fröhlich, rührend, traurig, von hoher Würde, oder von gcringerm Rang ist u. s. w.: so muß der ganze Charakter der Schreibart, in Gedanken und Ansdruk, eben so scyn. Ernsthafte Sachen, mit scherzhaften Nebenbegriffen und einem leichtsinnigen Ansdruk vorgetragen, machen einen widrigen Gegensatz ans. Z.A est he tische Kraft, von welcher Art sie sei) *); weil ohne sie die'Schreib- art lroken, mart und völlig leblos wird. Wo nicht aus der Schreibart entweder vorzüglicheVerstandes- krafcc, oder eine schöne und lebhafte Phantasie, oder ein empfindsames Herz, oder gute Gesinnungen, hervorleuchten, da fehlet es ihr an Kraft, und sie crwckt gar bald Ucberdruß. Solche Werke gleichen den Gesichtern ohne Physionomie; wie wolge- bildet sie auch sonst scyn mögen; so haben sie doch keine Kraft zu gefallen , weil es ihnen an der Stele fehlet. Es ist demnach eine Hauptmann,c zu Erreichung einer gute» S. Kraft. S cht.' ZZ5 Schreibart, daß durch sie der Ve» stand oder die Phantasie, oder das Herz in beständiger Beschafftigunz unterhalten werde. Die Art dieser Unterhaltung aber miH durch den Inhalt bestimmt werden. Spricht man von Empfindung, so muß auch die Schreibart herzlich, und weder witzig, noch tiefsinnig seyn. Ist die Erleuchtung des Verstandes Vis Hauptabsicht, so muß die Schreibart weder witzig noch empfindsan» scyn. Einen gleichgültigen Inhalt mag man mit witzigen Einfallen beleben. D Auch ein gewisser Grad der Klarheit, Leichtigkeit, Bestimmtheit und Nettigkeit muß bei) jeder guten Schreibart scyn. Die Rede gleichet einem Instrument, das zn einem genau bcstimmtenGebrauch dienet: je genauer jeder klcincjce Thcll desselben sich zu bcm Gebrauch schi- kct; je leichter man aus der Form seine Tüchtigkeit erkennet; je mehr gefälltes. Entdeket man aber irgend etwas, das seinen Gebrauch unbequem macht; ist es da, wo es schneiden soll, nicht vollkommen scharfz da, wo man es anfassen soll, nicht vollkommen zur Hand; sind überflüssige Theile daran, deren Absicht man nicht erkennt; oder ist etwas, das feste seyn soll, wankend; passen die Theile, dir an einander schließen sollen, nicht fest auf einander u. s. f. so kann nur ein Pfuscher sich damit begnügen. So vollkommen, so reinlich, so richtig *) jedes Werk der mechanischen Kunst scyn muß, so de» summt, nett und klar muß auch jeder Gedanke „ und jeder Ansdruk ur der Rede seyn. Die vierte Foderung betriff« sowol das Ganze eines Werks, als' jeden cinzelen, größern, oder kleinem Thesi. Denn jeder cinzele Satz kann Klarheit und Nettigkeit haben, und doch kann dem Ganzen bcydes felsig,. Mas ') Reinlichkeit; Richtigkeit. zz6 Schr Was wir also anderSwo von der Anordnung d>?6 Ganzen, und von der Gruppirun.g der Theile gesagt haben, gehöret not »wendig htehcr. Dieses ist in der Schreibart vielleicht der schwereste Pmnkt; weil er ohne langes Nachdenken, ohne viel Verstand, schnelle Und r ichtige Bcurlheuung und ein überaus scharfes Auge, nicht kann erreicht werde». Wie bald entschlüpft uns in cinzeien Sätzen ein etwas unbestimmtes , ooer müßiges, oder in seiner Bedeutung etwas dnnkelcs Wort? Umd was gehört nicht dazu, das Wesentliche eines ganzen Werks sich aus einmal so vorzustellen, daß man die natürlichste Ordnung in der Materie entdcken könne? z. Auchi die Einförmigkeit ist eine Eigenschaft jeder guten Schreibart. In einer Rede muß man nicht von einem Charakter anfdcn andern springen, itzt gesetzt und kalt; dann lebhaft uiid feurig: an einem Orte scherzend; dann wieder ernsthaft, oder gar strenge seyn. Jede Rede hat nur einen Inhalt, und dieser muß einen bestimmten Charakter haben, auf den auch die Schreibart passen muß. Darum soll sie nicht abwechselnd, bald diese, bald eine andere Art annehmen. 6. Endlich können wir auch den Wolklang und die Rcinigkcit des Uuödruks unter die norhwendigen Eigenschaften der Schreibart rechnen.. Jeder Fehler gegen dje Grammatik, und jeder Uebelklang ist anstößig. Dieses braucht nicht weiter aufgeführt zu werden, da es fühlbar geimg ist. WaS nun diesen verschiedenenFo, Drangen entgegen ist, muß nochwen- dig die Schreibart schlecht machen. Nämlich, l. das Unsittliche, oder schlechte und geschmaklose in dem Charakter derselben überhaupt. Es h'Ms dem vorhergehenden gar leicht zu bestimmen, wie der Charakter der Schreibart sowol IN Gedanken, als S ch r Ausdruk niedrig, grob, schwülstig, ausschweifend, übertrieben, geziert, muthwilljz u. s. f. werden könne. 2. Das Widersprechende zwischen dem Inhalt und der Schreibart. Wie wenn jener ernsthast, diese leichtsm. nig; jener leicht und gering, diese pathetisch und vornehm ist u. d. gl. z. Das Kraftlose überhaupt. Die Materie kann wichtig und interessant seyn, und doch völlig in einer nichts- bedeutenden Schreibart vorgetragen werden, die uns klarsehen laßt, daß der Redende weder Verstand, noch Einbildungskraft, »och Gefühl hat. Man darf, um dieses zn begreisen, nur Achtung geben,, wie etwa ein Idiot, ein geschmakloscr und unempfindlicher Mensch, spricht, wenn et auch etwas würklich wichtiges erzahlt, das er gesehen, oder gehört hat. Aber diese Kraftlosigkeit ist vielmehr ein gänzlicher Mangel der Schreibart, als eine fehlerhafte Gattung derselben. Man muß sich abee sehr in Acht nehmen, daß man nicht die edle Einfalt der Schreibart, was die Alten den wahren -ümcilmus nennen, und davon wir in den Schrift ten des Xcnophons die besten Muster antreffen, für das Kraftlose halte. Das vollkommen natürlich, sanft- und lcichtfiießende, ist so wenig kraft- los, daß man ihm vielmehr, ohne müde oder satt zu werden, mit anhaltender Lust zuhört; weil der Geist ohne Anstrengung durch Ordnung, natürlichen Zusammenhang, Klarheit und die höchste Richtigkeit und Schiklichkcit der Gedanken und .des Ausdruks, sich beständig in einer angenehmen Lage findet *). 4. Auch das ') Wir wollen den Charakter dieser attischen Schreibart, wie ihn Cicero zeichnet, höher fetzen. LuKmiMiz rr bumili», coniuerudioern nnieaos, »b indileeriz re plui quam opiniono d ffeieno. lrsciue eum c>ui sudiom, quamvis ipii inkanrez iunr, mm«n Mo modo coniidunc is xolle dicsrr. dtam oratio- das Dunkele, Verworrene und Unbestimmte sind Fehler, die die Schreibart durchaus schlecht machen. Worin dieses bestehe, haben wir nicht nöthig, zu entwikelu. 5. Die Ungleichheit und Unbeständigkeit; wenn man nämlich bey cincrlep Inhalt, bald kalt, bald warm; bald witzig, bald empfindsam; bald scherzhaft, bald streng schreibt. 6. Endlich wenn es der Schreibart an Sprachrichtig- keit und Wolklang fehlet. Aber wie gelangt man dazu, daß man alle Mittel, wodurch das Gute der Schreibart erhalten, und das Schlechte vermieden wird, in seine Gewalt bekomme? Eine sehr wichtige Frage! Sie ist zwar leicht zu beantworten; aber das, was die Antwort fodert, ist schwer zu erhalten. Es erhellet aus allem, was wir über diese Materie gesagt haben, daß das Wichtigste davon in dem Charakter dessen, der schreibt, seinen Grund habe. 8cribenüi kons elk kapere. Kein Mensch giebt sich seinen Charakter, man hat ihn von Natur. Aber zweyDinge sind, die ein Schrift- steiler zu Erlangung der guten Schreibart, in Absicht auf seinen Charakter zu rhun hat. Das Gepräge, oder die Art desselben, die er von der Natur bekommen hat, kann er ausarbeiten, verbessern und zu einem gewissen Grad der Vollkommenheit bringen. Wer sicher seyn will, gut zu schreiben, muß seines Charakters gewiß seyn. Unfehlbar mahlt er sich selbst in seinen Reden; darum trete er nicht eher öffentlich auf, bis er gewiß ist, daß er seinen Charakter, es ftp nun von welchem Geprag er wolle, so weit bearbeitet orsrion!» subcillras imikibilis ill» gui- äem V!(icru>' «lie exittimsnri; leä ni- bil elt experiemi minus. Lisi enim non pluiimi lsn^umis elt, bsbesres» men tuccum »li^uem oportet, ut eliülnsi msximis illis viribus csresr, ti« ur ir» ciicsm inrexra v»l«uäia« «lc. Lic> vrsr. e. zz, Vierter Theil. und verbessert habe, daß der verstandigen und gesitteten Welt nichts darin anstößig ftp; bis er fühlt, er könne sich mit Ehren und Peyfall in derselben zeigen. Dies ist freylich eine schwere Fodcrung, besonders dir die hitzige und unerfahrne Jugend gerade den stärksten Reiz zum Schreiben empfindet. Dem, der in diesem Stük ernstlich nach Beyfall und Ehre trachtet, weiß ich nichts besseres über diesen wichtigen Punkt zu sagen, als daß ich ihn vermahne« ein bescheidenes Mißtrauen in sich selbst zu setzen. So viel kann man von dem, der sich einfallen läßt, als ein Schriftsteller öffentlich aufzutreten, fodern, daß er überlegende Bli- ke auf die verschiedenen Stande der menschlichen Gesellschaft geworfen habe; daß er wisse, wie ausgedehnt, oder eingeschränkt seine Keniuniß der Menschen, und jedes Stau des eigener Art fty Gehet er mit dieser Kenntniß in sich selbst, so sollte es ihm auch so sehr schwer nicht ftpn, zu merken, wo er sich ohne Gefahr anzustoßen und mir einiger Zuversicht zeigen könne, und wo er vor« sichtig und höchst bescheiden aufzutreten nöthig habe. Dergleichen Ueberlegungen werden ihm einiges Licht über das geben, was etwa in seinem Charakter noch roh, ungebildet, ungesittet, oder doch unzu- verläßig ist. Er wird aufMiktcl denken , die gefährlichen Klippen, daran er scheitern würde, zu vermeiden, und erkennen, was ihm zu weiterer Bearbeitung und Ausbildung seines Charakters noch fehle. Ist er so weit gekommen, so ist er auf dem rechten Weg, sich selbst immer mehr zu bil- den, und endlich dahin zu gelangen, wo er, ohne große Gefahr sich in einer unschikiichen Gestalt zu zeigen, vor das Publikum treten kann. Ist der Schriftsteller sich bewußt, daß er unter gehöriger Vorsichtigkeit es wagen könne, durch seine Schreib- S> «rt Z?8 Sch r art seinen Charakter an den Tag zn legen. so hat er nun auch ferner in jedem besonder,! Falle nölhig, das Verhältniß dieses Charakters gegen seine Materie genau zu überlegen, da- mil er nichts unternehme, das seiner Arr zuwider scy. Will er scherzen, ooer sich in ernsthafter Würde zeigen ; will er witzig, oder empfindsam schreiben : so muß er auch versichert scyn, daß der Charakter, den er anzunehmen gedenkt, seinen, Naturell, oder Temperament nicht zuwider sei). Denn durch Zwang und Nachdenken richtet man gewiß nichts aus, wo der natürliche Trieb fehlet. Wem die Natur eine lachende Laune versagt hat, dem wird es gewiß incht glüken, sich in seiner Schreibart als einen achten Lacher zu zeigen. Darum gl es höchst wichtig; daß jeder Sek, ifrsteller sich selbst kenne, und in seiner Arr bleibe. Dieses sind also die zwey Haupt- mapimcn, die man zu Erreichung einer guten Schreibart befolgen muß. Aber allein sind sie noch nicht hinreichend, zum Zwck zu führen. Zwey eben so uothwendige Eigenschaften müssen noch hinzukommen, nämlich eine völlig geläufige Kcnntniß der Sachen, über die man schreibt, und der Sprache, die man zum Ausdruk braucht. Die gute Schreibart erfodert ein völlig freyes und durch keine Art des Zwanges gehemmtes Verfahren. Wer seine Maicrie nicht völlig besitzt, kann nicht ohncZwang, ohne Ungewißheit, ohne einige Acngstlichkeit davon sprechen, er müßte denn ein völlig leichtsinniger Kopf seyn. So lange der Ge,st durch die Ungewißheit und Dunkelheit der Materie gehemmt ist, kann die Rede nicht frey fließen. So wie ein Tanzer die Leichtigkeit und Annehmlichkeit seiner Stellungen und Bewegungen nicht zeigen kann, wenn er einen ihm noch nicht gelausigen Tanz mitmachen soll: so kann auch S ch r ein Schriftsteller, wenn er sonst noch so gut schriebe , die Schreibart nicht iu ihrerVollkommenheirzeigen, wenn ihn» seine Materie nicht geläufig ist. Darum laß er es, ehe er die Feder ansetzet, seine erste Sorge seyn, alles, was zu seiner Materie gehöret, zu sammeln, wol zu überlegen, richtig zu ordnen, und sich so genau bekannt zu machen, daß er ohne Zwang und mit völliger Zuversicht davon sprechen könne. Eben diese vollkommene Kenntniß und Geläufigkeit, wird auch in Ansehung der Sprache erfodert. Dieses ist aber zu offenbar, als daß es einer nähern Ausführung bedürfte. Wem nicht die Wörter und Redensarten im Ueberfluß zu- ströhmen, der hat auch nicht die frcye Wahl, sie dem Charakter seiner Materie, und seiner Gedanken gemäß zu wählen. Aus diesem allen erhellet nun, was für eine schwere Sache es scy, zu einer guten Schreibart zu gelangen; wie viel uatürliche Gaben, wie viel Kcnntniß, und wie viel Fertigkeit im Denken dazu erfodert werde, lind doch muß nun zu allem diesem noch die Uebung hinzukommen, ohne welche man nicht vollkommen werden kann. Wer noch so geübt ist im Denken und im Sprechen mit sich selbst, wird allemal noch große Schwierigkeiten finde», das, was er sich selbst richtig und gut vorstellt, andern eben so zu sagen. Die Ausübung hat in allen Dingen ihre eigenen Schwierigkeiten, die nur dnrch anhaltendes Arbeiten überwunden werden. Wer zu einer wahren Fertigkeit in der guten Schreibart gelangen will, muß sich täglich darin üben. Hierzu aber braucht er nicht uothwendig Papier und Feder; es giebt noch ein begue- mcrs Mittel dazu. Man darf >mr in den stillen Unterredungen mit sich selbst, oder in Gesprächen, die man blos in Gedanken mit andern führet, auf- Schr aufmerksam auf das seyn, was 'zur Schreibart gehöret; da kann man in kurzer Zeit, und ohne Papier zu verschwenden, seine Redensarten und Sätze vielfaltig andern, bis man glaubt, das beste getroffen zu haben. Es ist sehr wichtig, daß man dergleichen Uebungen, mit sich selbst fleißig treibe. Wer mit sich nachlaßig spricht, und nicht bey jedem Gedanken, den er sich vorsagt, auf den besten Aus- drnk sieht, und so lange sucht, bis er glaubt, ihn gefustden zu haben, der wird auch schwerlich zu irgend einem beträchtlichen Grab der guten Schreibart gelangen. Sehr viel kann man auch durch den taglichen Umgang mit den besten Schriftstellern gewinnen, und, wer hiczn glüklich genug ist, durch den würklich lebendigen Umgang mitPer- soncn, die es in der Kunst zu reden, zu einem hohen Grad der Vollkommenheit gebracht haben. Wer da Gefühl genug hat, wird alle Augen, blike durch vorzügliche, bisweilen höchst glüklichc Wendungen der Gedanken und des Ausdruks gerührt. Das Vergnügen, das mau daraus schöpfet, crweket nicht blos kahle Bewunderung, sondern auch ein Bestreben, eben so gut zu sprechen; und dann findet mansch geneigt, jene Uebungen zu Entdekung des vollkommensten Ausdruks mit sich selbst vor. zunehmen. Ehe ich diesen Artikel beschließe, finde ich nvthig, zu erinnern, daß das, was hier von der Wichtigkeit der Schreibart gesagt worden, vornehmlich von den Werken des Geschmaks gemeinet seh. Zwar ist eine gute Schreibart überall etwas schatzbares, aber bey spccnlativen Materien und überhaupt da, wo es blos ans Unterricht, es sen dogmatisch, oder historisch , ankommt, hat die Schreibart so viel nicht auf sich, als in Werken des Geschmaks. Doch auch bey diesen muß man ihr keinen höhern Werth Schr ZZ9 beylegen, als sie ihrer Natur nach haben kann. Sie gehört immer zur Form, und muß norhwendig eine Materie zum Grund haben, die mit dieser Form bekleidet wird. Hat die Materie selbst keinen, oder nur einen geringen Werth, so kann die bloße Form in den Augen der Verständigen einem Werke wol Annehmlichkeit, aber keinen hohen Werth, keine beträchtliche Wichtigkeit geben. Es ist damit wie mir den Manieren und dem äußerlichen Betragen der Menschen , die bei) einem recht guten inner» Charakter von großem Werlhe scyu können, aber da, wo dieser fehlt, wenig Schätzbares an sich haben. Ob also gleich zu wünschen ist, daß man in der deucschen Littcratur mit mehr Ernst, als gemeiniglich gcschie- het, auf die Vollkommenheit der Schreibart denke: so möchte ich doch nicht erleben, daß es bei) uns dahin käme, daß man, wie itzt in Frankreich ziemlich durchgangig geschieht, be») Bcurtheilung neuer Schriften zuerst und vorzüglich auf die Schreibart sähe, und das Materielle des Werks wie eine Nebensache betrachtete. -ÄS- Von der Schreibart, oder dem Style überhaupt, handeln folgende besondere Werke: I» lateinischer Sprache: Ioh>. Schcffer (De tUIo ejusgus lixercirlis, Icn. 1670. >714. 8.) '—- S. ^eineccius (8rili culrioris üls- mcnni. Hol. 1710. z. lAps. 1756. z. sllil. VI.) c. Ic>. ?el. Lcsncri Odtervsr. er prset'sr. lucupi. ecaor. dkie.dliclsz subks, Uipk. 1766. g,) Ich begnüge mich mit Anführung dieser beyden lar. Anmclsnn« gen; aber bekannter Maßen sind deren sehr viel mehr geschrieben worden. —- — In italienischer Sprache: Sforza sdallaoicinc» CUrsrrsco llell» sUIv, e Ucl Dialoga, Uvm. 164s. 1662. l2. Im Ganzen ei» brauchbares Buch.) -- kicsrctie imvkno »Iis ns» I 2 rurs zqs S ch r S ch r r»rs Zell» 8r!Ie, telil. 1770. 8. s!h. Auch bat dcr P. Bartoli ein Werk darüber hcrauSgtgcbcn, das unter dem Titel, I btumme Ze lercres von dem P. deLivoy, Par. >768. 12. 2 Th. in das Franz, übers, worden ist. — — In französischer Sprache: Abt Äelle- gacOe (ktcstex. tur l'cle^snce «r Is po- l^reite Zu 8cyle, ?sr, 1695, 12. 1706. ,2. ü is tisze 1715. 17Z5. 12.) -- AI. Manviilon CÖrsire ZenersI Zu Lrzrle, svec un )trsice Zu br^Ie epit- lolsire . . . Amss. 1750. 8.) f^steve (l'rsice Ze Is OiKian, ?sr. 17;;. 12. Das Werk ist in zwey Bücher abgetbeilt, wovon das lte Zes prin» cipes essenriels cie Isciitiion, UNdjwar im ersten Thcilc desselben, lies clcincns tie is pbrste überhaupt und in 7 Kap. Zu ciüterenr Aenie Zes knAues; lies »MüZes; cie Is cksleur Zsns icsImages; lies rermes stZurss; cles mers- pliores, lie I'sIieAvrie, er cie izuei- «zues surres sszures cie Is Ziciivn; cie is pcripkrsie; lies rermes ncgsrits, Zes epirberes er lies sZzcdiits; der zweyte Thell Ze Is pbrsie cunssZeree en clle-mstmeec Ze ies pertedliuns, und zwar in z Kap. cies invsriions er Zes rours Ze pkrsto; Ze iksrmonie Zu Zjicours und Ze is vsriere Zons le it)-ie yandelt. Das 2te Buch, das Zes Zisserens liiles überschrieben ist, besteht aus vier Thcilen, wovon der erste Zu ibile ssmple, czui peinr, er lzus ies Anciens sppelioienr arri^ue und Zwar in 2 Kap Zu üile lublimc und Zu iiile nsit, der zweyte Zu üilc inZenieux er czui peinr, und zwar in » Kap. Zuüiie brAisnc und Zu ssiie stcuri; der zlc Zu itile qui nc peinr poinr, und Zwar in 2 Kap. lies Zivers csrstiercs czue peur svuir le liile czui ne peinr pvinr und Zes czusüres czu'on tsir luppleer su Ze- tsur Ze peinrure; der 4te Th. Zu tüle Zeccrulu handelt.) — G. le Clerc ve Ällff'on (.Oer, von ihm, be» seiner Ausnahme in die französische Akademie, im J> >7?z. gehaltene tditdours handelt (aber sehr oberflächlich) vom Style, und befindet sich hinter dem zten Bd,' seiner bliss. nsrurelle, AuSg. v^ ,765. >2. und Auszugsweise deutsch in dem deutschen Mus. vom I. >7««. Bd, 2. S. -;g.) — ?. X011S o'Alcmbert (licilex, iur lLiocurion ursruirc, er tue le Lrz'Ie cn Aenersl, in dem atc» Bd. S. Z>Z. s. ^lelsngcs Zo t-irrer. Z'tsili. er äs leitet'. /Zinss. 1760. li.) — Nie. Sl). I. Trubler svu Sryie, ein Aufsatz in dem zten Bd. S. Z42. s. Llisi-, t'sr. 1762. 12.) — I. Frc. Mar» monrel (L)e i tisrmunie Zu brz'Ic, dos 4tc Kap. des ersten Bandes s. l'oericzuo krsu^. deutsch mit Zusätzen, B ei». >768. 8- von G. B. v. Schirach.) — Deov. Thiebarilt ( ksssi tur le 8rzZe . . . Kerl» 1774. g. Oer Verf. unter, sucht z Fragen, als (Quelle eil Is ns» ruro Zu iiz'Ie en ßönersi er Zu bun ü; Ie en psrricuiier? (Quelles tonr ies czuslicss rares er precieutes czu exiZs ie rslenr Ze b!en ecrire, er Ies cvn- noistsnces czue ce memo rslenr prs- iuppnie? und czucis sunr les »vsnrs- j-es Zu bon sszlc? Oie erste ist in s Kap, als Zes Ziikcrenrs cdoix czue le bon Ü^Ie exixe und Zes murrt« czui Zvivenr Zerermincr Zons ies cboix on ll^Ie cunrribue ü Is celedrirc Zes surcurs; cumbicn le bun ssz-le cunrribue ü I »vsncemenc Zes srrs er Zes tciences und »ombien le bou üzZe cunrribue ü ls pertetiiun er ü Is pu» lircsse Zes mucurs behandelt. ) ---- In engl>scl?cr Sprache: I.Tonsfadle (liciietiiuns upun Kccursc^ ot Lcz-Ie . . . hunZ. 1754. s. OaS Werk ist in 5 Gespräche abgethcilt, worin der Bcrf. von den ckiet' rules ru be oblerveZ t'ur vkrsining sn sccursre KzZe; vt' bo rou trcizuenr uis vk snrirbeies; l>i rbe uses ut' merspburs; ut sssetiscion n Az-le; ut stsi b/ liiles; ut tbe uie > 5 toreizn rvarZs; ot' r!>e isconicictt7le; ut' S ch r S ch r Z4» c>Lrdo lonxftyle; c>k novelr^okft^Ie; of puoricol expressions ulell in gr>>le; ok ckc usc r>t »btolere wnrlls; ftz- xins ruler ob llz-le; vk c>l>lcur!rz- in Weiring; NN karmonz- of iounci u. s. w. handelt. Dic Bemerkungen des Verf. sind größtenteils aus dem Quintilian gezogen.) — I. B. MonboV0o (Oer Ate, gtc und ;te Bd. s. Werkes l)n rke oiiZin iincl z-rogrcsr oL I.snZUZge, Läink. 1766 u. f. 8- Handell von dem Styl überhaupt, und den verschiedenen Arten desselben, als dem Brief. Eesprckch- hissorischciii und didaetlschem Style.) In den Iessg/8 pkilol. kiftoric. snct licrerary 1789. g. findet sich ein Aussatz über den Styl. — D. lövichers (/^ri. flaeckcix or rke princis'Ies vt compo- iicinn, cnnttin. » merlinciical arran- xcnicnr ut rke imprnpriccicz kreguenc in eveiring »nä converlarion, wirk kelcök rules tc>r arc^inin» lo purir/ snel clegsnce »f exprestion 179?. 8» Enthüll eine Menge elnzeler, richtiger und scharfsinniger Bemerkungen.) Ln deutscher Sprache: Ckr.G. Glase/ (Anleitung zu einer weltüblichcn deutschen Schreibart, Franks, undLeipz. >750. 8.) — Joh. Gorlb. /(.inSner (Anweisung zur guten Schreibart überhaupt und zur Beredsamkeit insbesondre .... KenigSb. 175;. 8. Ist nachher größten- theilS in s. Lehrbuch der sch. Wissensch. >76'. 8. und in s. Jnnbcgrif der Aefihc- tik, Redekunst und Dichtkunst, 1771. eingewebt worden.) — ?oh. Heinr. Gottl. v. Jusii (Anweisung zu einer guten deutschen Schreibart, tcipz. >758. L.) — I G. P. Thiele (Grundsätze guter Schreibart, Gött. >774. 8.) —» ?. G. Schwarbe (Entwurf der Grundsätze des deutschen StylS, MoSk. 1780. L.) — Idh. Thrstph. Adelung (Ilc. bcr den deutschen Styl, Verl. 1784->785. >789. 8. z Th. in -Bden. Oer erste Th. handelt in 12 Kap. Von den allgem. Eigenschaften des Styls, als vom Gebrauch der hochdeutschen Schriftsprache; von Sprachrichtigkeit; von Reim'gkeit; Klarheit und Deutlichkeit; Angemessenheit; Präciflon; Würde; Wohlklang; von der Lebhaftigkeit olwr den Figuren; von der Mannichsaltigkeit; von der Neuheit dcS StyleS; von der Einheit des StyleS. Oer zweyte Thcll, von den besondern Arten des StyleS, als im >tcn Abscynitt, von der vertraulichen Schreibart; von der mitlern Schreibart, und den Arten derselben, dem Geschäftsstvle, demchistor. Style und dem didaktischen Style; »on dem bildlichen Style; rührender Styl; höhere Schreibart; von dem komischen Style; von dem poetischen Style, und im atcn Abschnitte in z Kap. von den verschiedenen Arten des StyleS nach der äußern Form, als von dem Gespräche, den Belesen und der feycrlichen Rede; der dritte Thcil, in 7 Kap. von den Er, fordcrnissen und HülfSmitteln der guten Schreibart, als von der natürlichen Fähigkeit oder dem Genie; von der gründlichen Sacdkenntniß; vondcmGeschmacke; von der Kenntniß der Regeln und Kritik; von den klassischen Schriftstellern; von Hülfsmittcin in einzeln Fällen; und von den unächten Hülssmitteln des schonen Glyles.) — Thr. )lv. Snell (Lchrb. der deutschen Schreibart für die obcrn Klassen dce Gymnasien, Frft. 1788. 8. Das Werk ist geößtcntheils aus dem vor. hergehenden gezogen. Oer tte Th. handelt von den allgem. Eigenschaften der guten deutschen Schreibart; der 2te von den bcsondern Arten dcS Styles für cin- zcle Seclenkrckftc; der zte von der verschiedenen Schreibart nach ihrem Stoffe; der 4te von der Schreibart nach der äussern Form.) —> G. A. Bürger (lieber Anweisung zur deutsche» Sprache und Schreibart auf Universitäten, Gött. 1788. 8. Enthält heilsame Wahrheiten. — Joh. Thrsiph. Rom'g (PractischeS Handbuch dcS deutschen Styles, Nürnb. >792. 8. Zwev Thlc.) — I;. PH. LNo- rih (Vorlesungen über den Stvl, oder practische Anweisung zu einer guten Schreibart , in Beispielen aus den vorzüglichsten Schriftstellern, Verl.>792. 8>) — — Uebrigens versteht es sich von selbst, daß in de» mchresten, der bey dcm A Z Slrt. S42 S chr S ch r Art. Redekunst angeführten Schriften, auch vom Style gehandelt wirb. S. auch den ztcn Th. von I. I. Sschcuburgs Entw. einer Theorie und titterat. der sch. Wissensch. S. der Ausg. von 1789. L> C. Mcincrs Grunde, der Theorie und Ecsch. der sch. Wisscnsch. Kap. -4 und S5. S. z->i. Blairs Vorlesungen u. v. a. m. — Ein Versuch über die Geschichte des Styls ist, Wien i?8>. 8. erschienen. lieber cinzclc Arten des Style» besondre Schriften: lieber den philosophischen Styl, eine lat. Dissertation von G- W. v. Leibnitz, vor Mar. Nizolii ^nribarbar. pbil. Krc5c. 1670. 8> und im 4ten Bd. S. z6. der Oper. Gen. 2768. 4. Deutsch, in den Vcrsl. vermischten Beytrclgcn zur Philosophie und den sch. Wissensch Dd. 2. S.Z09. Don dem historischen Style: Ü.U- c 'KNUS, Istco; im zten Bd. S. zz;. s. Werke, Aict. 1777. ». Deutsch, ein Thcil davon in den titteraturbricfen, vollständig indem stcn Bde. der Allgem. historischen Bibliothek. >— Keso^rr stuäicium äs Lcplo bitstor. Lorav. 16; 8. 4. ^rc. s?Ntri)l0 (Deila islvria, äieci äis- logbi ne' czuali ti rsAZiona äi curla le cole apparrcncnre oll üioria, c 0II0 scriverla . . . Ven. r;6o. 4. Lat. in Joh. Wolss Krris kistor. kenus, Lok. >579. 8. s Bs.) '— Vra;. Tos- cnncllct (II Duaärivio czuale conricne rin rrarraro äella tkraäa cbe ii ba äa rcnere in Lcriverc iltoris, uu inoäo cbe inIeZna z kcriver epiilale . . . eon I'arre äeiis cole e äelie psrole ebc c'enrrano . . . Ven. 1567. 8>) »»» Agos?. lichtnscnrdt (.4rce iüoricg, Idom. I6z6.' 4.) — pao. plchani ^Doäici Lapi apparrenenri all' Hrrs iistorica äi ^Aolk. dstalcaräi, con nun- ve äicbiara^ivne, Vcn. 1646.4.) — jch?Nr. Ro)- ( Dez vcrcuz er vicez äe I'biskoire, er äe la manicrc äe la dien ecrire, Kar. 1620. 4.) — Ren. Rctpin (Ivcssex. tue I'bilstoire . . . . km sten Bd. S. 195. s. Dcuvr. s Is 17-;- 12.) >— LNoore (et- sa)- VN ckeHIanncrok evricinZ biistorz-, ins. Lssa/S, Qiazz. 1759. g. Deutsch im 5tcn Bd. der Gattcrerschcn5?ist. Bibliothek.) — In C. Ren. Jansens Vermischten Schriften, Halle 1766. 8. findet sich S. > u. s. eine gut gedachte Abhandlung von dem historischen Style. —- Wegen Mehrerer Schriften dieser Art s. daS pcnuz ar'.is Instor.I. VVoltii, Lat. 1574. ,576. 1578. 8- - Bd. uuddcn itcnBd. von I. O. d-leutelii Libl. bitkor. Lrruviu» Luäerian». — -- Von drin Brief - St^l: ?c>.'v e?rt?o^ntco>/ chvTrcvv, hccanrgegeben von Sambuc, Las. 1552. 8. — Kncinz-meiz Depe z-ov r'neoei von cbend. cbend. — Ei» Briet des Gregor, von Nazianz (der io9te)bey Phil. Horsts Lpitkolo^r. Urgent. i6zz. 8. — so. ^sc-cr >^rz tcribenäi epiKolas, Kot'. i;z6.8. Lol. i;7z. 8- ex sä. ?cr. lelvlrae, Parin. 17Z0. 8. und im itcn Bd. der Oper. Las. 155;. t.) — De Scuäio, Le^Io er TIrristcio epiiknlico Lad. Duinttiiiani, Liazmi kor. 7^n. Lene- cae, klinii, Demerrii Lbst. Gregor. Ixlzzianzeni er kibanii . . . KlScica, Damd. 1614. 8- —» Lrc. San Sc- v!N0 (Del LcAreisrio, Vcn. i;68'8. vcrm. >578. 8.) — Torq. Tasfo (ll LeFeersri», Leer. i;87- 8-) '—» Dingel. Ingezneri (Dci dnon Legrecari» Did. III. Koni. 1594.4.) —> sdnns. sderjieo (Dcl8eueceario kid.IV. Ven. 1610. 4.) — Dinc. Granunza (II Lesrerario, Dial. Iii. 1620. 12. Eilt ganz gutes Buch.) — Icharraro circa ii moäo äi compor lerrsre, VVN Fr. Ehiari, bcy s. Dccecre chcclci äi Dice» rone, Vcn. 1751. 8.— Lrecccc! in» rorno sl inoäa äi lcrivcr terrere, Vcn. 1762. 8. — I. V. Pelicer (kss^Io z- Vlecoäo äe escrivcr Larraz initlivsz, Leuss. 1617.12.) — Am. Fnrelicro (Diicourz sur l'arr epiliolaire, Ijrux. 169z. 12.) — Grimaresr (lkraice sur la maniere ä ecrire äes leccrcz . . kar. 1709, 12.) —. Observation! tu: Karr S ch r S ch r Z4? j'zit ^'ecriic äc; lettre;, vor dm, von Richclct herauöpcgcbcncn französ. Briefen, Amtb. 17Z7. 12. — Ist Toloin !>U Tlos ( Uessex. er rcmuriz. tur ta insniere cl ecrire !c; lettre; . . (-orr. 1749. 176z. 8.) — Glievorf (kssoi cl'ua l'rsire clu ss^Ic llc; cours, L-örr. 1751. 8 ) — äl.e Roup (l^üäi iur le äk^le epitbiil. )cn. 1752. 8.) — S. auch das vorher angeführte Werk des Mauuillon. — Ddc nere Art ot Detter rvririn^, Uonci. 1764. 8. — ?. T. Srocrh.'.uscil (Allerneueste Anweisung, Briefe zu schreiben. Heimst. 1751. i?z ü. 8.) — T. F. Gelleccs (Briefe, nebst einer praetischcn Abhandlung von dem guten Geschmack in Briese», Leipz >7?i. 8. und im 4tm TH. seiner Sänimt- lichen Schriften.) — I. G. Val. Po- powitscl? (Entwurf einer Abhandlung vcn deutschen Briefen, Wien 17Ü0. 8.) -— R. Phil. Moritz (Anleitung zum Vriefschreiben, Verl. 178z. 8.)— H. Braun (Anlcit. zur guten deutschen Schreibart in freundschaftlichen Briefen und bürgerlichen Geschäften, München 1787. 8.) — D'. T. Adlers ung (Theo, ret. practifcher Briefsteller für mancherlei! Fälle des bürgert. Lebens, Prag 1790. 8.) — llebrigmS haben mir noch besondre Wiener- Berlinern, d. Briefsteller mehr, so wie der Anweisungen zum Briesülireiben so viele, daß ich, um den Raum zu schonen, mich auf die Anführung der mir bekannten bessern einschränke. Nachrichten von mchrcrn liefert das >;tc Kapitel der in Hrn. v. Murrs Journal zur Kunstgeschichte und zur allgemeinen Littc- ratur befindlichen Libl. rkecar. (Bd. 11. S. >-!?-) Vom Geschäfts?)-!: I. C. S. Rüdiger (Anweisung zur guten Schreibart in Geschäften der Wicthschaft, Handlung, Rechtspflege, Police!- Finanz-und übrigen Staatsverwaltungen, Halle 179-. In Ansehung des dichterischen Stilles überhaupt, s. die, bcp dem Art. Dichtkunst, S. 657 u. f. angeführten, von der Theorie der Dichtkunst handelnden Schriften, so wie, in Ansehung des Sty- les der verschiedenen cinzelm Gattm gen der Poesie, die davon handelnden Artikel, als Tomödie, Erzählung, Label, --Heldengedicht, Hirtengedicht, Tragödie u. a. m. — — Schreken; Schreklich. (Schöne Künste.) Aer Schreken ist eine der heftigsten und zugleich widrigsten Leidenschaften, und wird durch eine plötzliche Gefahr, oder unversehens begegnendes schweres Unglük verursachet. So lange der Schreken selbst anhält, ist er mehr schädlich als nützlich; weil er zur Ueberlegung, wie man der Gefahr entgehen, oder das Uebcl vermindern könne, untüchtig macht. Aber, da er ein lebhaftes und widri- ges Andenken zurüke läßt, se> kann er durch die Folge fürs künftige heilsam werden. Wer je vom Schreken eine Zeitlang geängstigct worden ist, wird sich hernach sehr davor hüten, wieder in ähnliche Umstände zu kommen. Daraus folget, daß die schönen. Künste heilsame Schreken verursachen können, wenn der Künstler die Sache mit gehöriger Ueberlegung anstellt. Die bequemste Gelegenheit dazu hat der dramatische Dichter, der uns Handlungen und Begebenheiten nicht blos erzählt, oder in einem Ge- mählde abbildet, sondern würklich vor das Gesicht bringt. In einigen tragischen Schauspielen empfindet man nicht, wie etwa bei) Erzählungen, ein bloßes Schattenbild, oder eine schwache Regung des Schrckens, sondern gcräth in die würklichc Leidenschaft, und fühlet den Schauder eines nicht eingebildeten sondern wahren Schrckens. Es bedarf keiner weitläuftigen Ausführung, um zu zeigen, wie der tragische Dichter sich des Vortheils, den er hat, Schreken zu erweken, N 4 zum ,44 Schr zum Nutzen der Zuschauer bedienen soll Ganz unschiklich wart es, sich desselben blos zum Zeitvertreib zu be. dienen, um durch vorhergegangenen Schreken das Gemürh blos in den Genuß der angenehmen Empfindung zusetzen, die sich bey glüklich über- standencr Gefahr einfindet, und eine Zeitlang dauert, wie das Vergnügen, das man beym Aufwachen auf einen Plagenden Traum fühlet. Verstandige Menschen wünschen sich solche Traume nicht, so angenehm auch das Erwachen davon ist. Dieses dienet also dem tragischen Dichter zur Lehre, daß er seine Zuschauer nicht mft solchen leeren Sebreken unterhalten soll. So oft er uns in diese Leidenschaft setzet, muß es so geschehen, daß das Andenken derselben uns eine nach- drüklichcWarnung sey, uns vom Bosen abzuhalten. So hat Aesculus, in seinen strumenioeu, die Alhenienser, in Schrcken für die Beängstigung des bösen Gewissens gesetzt- Der Schreken ist also für das Trauerspiel eine weit wichtigere Lei- dcnschaft, als das Mitleiden, da dieses selten so wichtig und so heilsam werden kann *). Und doch sehen wir zehen Trauerspiele, die nur Mitleiden erwekcn, gegen eines, das Schrcken inacht; weil jenes dem Dichter viel leichter wird, als dieses. Unter der Menge der Trauerspieldichter sind wenige, die sich glüklich bis zum Schrek- lichen erheben können- Aesehylus und Shakespear sind darin die zwei) grossen Meister, denen man, wuwol in einiger Entfernung, den Crebillon zugesehen kann- Und doch ist es nicht schwer in den tragischen Handlungen Vorfalle zu erdenken, die Schrcken verursachen könnten; aber die wahre Behandlung der Sache, wodurch der Zuschauer zum wahren Schreken überrascht wird, hat desto mehr Schwierigkeit. Es muß dazu alles in der höchsten S-. Mitleiden. S ch r Natur und Wahrheit veranstaltet werden. Wir lachen nur über den, der uns hat schrcken wollen!, und zu ungcschikt gewesen, die Sachen na- türlich genug zn veranstalten. Es gehöret nicht nur ein höchst pathetisches und wahrhaftig tragisches Genie dazu, sondern auch die Ge« schiklichkcit, die ganze Scene bis zur würklichen Täuschung wahrhaft zu machen. Und wenn der Dichter das Seinige völlig dabei) gethan hat, so bleibet noch die große Schwierigkeit der Vorstellung von Seite der Schauspieler übrig. Der Schrcken zeiget sich in so genau bestimmten und so gewaltsamen Würkungen auf Stimme, Gesichtsfarbe, Blik der Augen» Gesichtszüge und Stellung, daß es höchst schwer ist, alles dieses in der Nachahmung zu erreichen. Auch da, wo noch nicht der Schreken selbst, sondern blos das drohende Uebel dem Zuschauer vor Augen soll gestellt werden, kann nur all- zu leicht durch eine kaum merkliche Kleinigkeit die ganze Tauschung auf einmal verschwinden. Aus diesen Gründen halten wir das Schrekhafte für de» Stoff, der am schweresten zu behandeln ist, und vorzüglich ein großes Genie crfodert. Dieses bestätiget auch die Erfahrung! ' hinlänglich. Ich besinne mich nicht, in der Mahlerey etwas würklich Schrckhaftcs gesehen zu haben, als in Raphaels Arbeiten, denen ich noch ein paar Zeichnungen von Füstli, davon ich eine in diesem Werk beschrieben habe *!, beyfügen kann. Im epischen Gedichte hat nur unserKlop- siok das Schrekhafte erreicht, so weit es vielleicht irgend einem Menschen zu erreichen möglich ist. Unter andern verdienet seine Beschreibung vom Tode des Jschariots, als ein vorzügliches Beyspiel hievon angeführt zu werden. Einige andre haben *) S. .Worte. S ch r ben wir in einem andern Artikel bereits gegeben *). Es ist sehr zu wünschen, daß die, welche dazu aufgelegt sind, diese Leidenschaft für so manche besondere Fälle, da sie heilsam werden kann, im Trauerspiel, dessen Gebrauch sich immer viel weiter als der Gebrauch de-r Epopöe ersirekt, bearbeiteten. Schritt. (5an;kunjs.) Die Schritte sind die Elemente des Tanzens, aus denen der Tänzer, wie der Redner aus Redensarten, sein Werk zusammensetzt. Sie sind entweder einfach, oder aus zwey und mehr einfachen zusammengesetzt, wie der l'as cle lVlenuet, der .aus vier Fortschreitungcn besteht, der Uas äs t^oursnts u. s. f. Es wäre ein völlig unnützes Unternehmen, die Tanz, schritte mit Worten zu beschreiben. Also wollen wir uns gar nicht in solche Beschreibungen einlassen, sondern blos bey einigen allgemeinen, aber zum Wesentlichen der Kunst gehörigen Anmerkungen, stehen bleiben. Man muß das Tanzen überhaupt, um die wahre Theorie desselben zu geben, als eine Bewegung ansehen, die schon durch das Metrische und Rhythmische etwas sittliches oder leidenschaftliches ausdrükt. Um nun deutlich zu begreifen, wie dieses zu- gehe, muß man das, was von uns über die Natur des Rhythmus gesagt worden, deutlich vor Augen haben. Hierauf muß man sich den einfachen Schritt als einen Takt in einem Ton- siük vorstellen. Alles was wir von der Natur und Würkung des Taktes, und der damit verbundenen Bewegung in dem besonder» Artikel hier, über anmerken, kann leicht auf den einfachen Schritt angewendet werden, der, so wie der Takt, ernsthaft, fröhlich, mit Würde begleitet, leicht S. Entsetzen. Schr Z45 u. f. f. seyn kann. Der zusammengesetzte Schritt, pss cle lUeuuer, pal '35 lmFnarllös, die so genau charactcrisirt sind, als die Takte. Deswegen würde der, welcher das Tanzen so genau beschreiben und zergliedern wollte, wie man ein Tonstük beschreiben und zergliedern kann, noch sehr viel Namen zu erfinden, und sehr viel einzcle kleine Bewegungen besonders zu unterscheiden haben. Denn eigentlich sollte cs so vielerlei) einfache Schritte zum Tanzen geben, so vielerlei) einzele Takte es in der Musik giebt, diejenigen ausgenommen, die blos von der Hohe und Tieft der Tone herkommen. Aber daran fehlet noch unendlich viel. Schul e. (Mehlem).) Unter diesem Worte verstehen die Liebhaber der zeichnenden Künste eine Folge von Künstlern, welche einen gemeinschaftlichen Ursprung, und daher mich etwas gemeinschaftliches in ihrem Charakter haben. Die Künstler der romischen Schule haben das Gemeinschaftliche, daß sie sich in Rom vorzüglich durch das Studium der Antiken gebildet, und sich mehr durch Zeichnung, als durch die Farbe groß gemacht haben. Man nimmt es aber doch so gar genau mit der Bedeutung des Worts nicht; denn sonst konnte man nicht von einer deulschen Schule sprechen. Im engen, und bestimmten Verstand bedeutet Schule eine Folge von Mahlern, die ihre Kunst hauptsachlich nach den Grundsätzen und Regeln eines einzigen Meisters gelernt haben, und entweder unmittelbar seine Schuler, oder doch Schüler seiner Schüler sind. So sagt man die Schule des Raphaels, die Schule der Larrache. Im erster« etwas allgemeinen Verstand zahlt man bald mehr, bald weniger Schulen, nachdem man genau scyn will. Wir haben von folgenden Schulen in besonder« Artikeln gesprochen. Von der Römischen, der Llorcmmischcil, der A^unbarvi- schen, der Vcncrianiscben, der Hol, lanoisthei,, der Deutschen und der Französischen. Von den verschiedenen Schulen der Mahlrcci) handeln: I. Zboper, Lkrarg, d 'Argens ( llcücx. crir. sur le« »üllcrenrez ccolcz lle llcinrure, Na,-. 1752. z. IWrl. ,76z. g. worauf Venuti cinc kilpolla .... Lucca 17;;. 8. drucken ließ.) —- R. Strange (ldetcripr. Lara!. ok rbs llltiurez os rde moll eminent.?cbvslz in llurope, wirb remarfis c>n cke principai gainrcrs znä rdeir U'orlls, >769.8.) --- >—- lieber die verschiedenen italienischen Schulen findet sich, bei) der, durch Gins. Piacenza besorgten Ausg. dcS Baldimieci, eine Abhandlung, im ,tcn Bde. Hör. 1768. 8- — — Auch.gc- hörcn im Ganzen, noch die Gerrere so- pri, la pirrura, von Algarotti, im /teil Bde. s. Opere, so wie das, von dem Mahler Hamilton herausgegebene Kupfer- werk, Lcbola lralica Nitkurae, s. 8e. lectas guaellam tuinmor. e scllola Ital. llistur. 'siabul, . . . ld. 177z. s. hieher. — Schwäbischer Zeitpunkt. (Lichtkunst.) Ätan unterscheidet in der Geschichte der deutschen Dichtkunst den schwa-' bischen Zeitpunkt, als eine ihr vorzüglich ehrenhafte Epoche. Den Namen hat er von den Kaisern aus dein Hause Schwaben, unter deren Regierung die deutsche Dichtkunst in einer ausnehmenden Blüthc gestanden hat. Sie war ganz in dem Charakter S chw S ch w 347 raktcr der Provenzalischen Poesie *). Mit Anfang des vierzehnten Jahrhunderts nahm sic stark ab, und in der Mitte desselben war sie schon ganz schlecht. Die Vorstellung von Ritterschaft, von einer Liebe, die mit den Begriffen von Starke, Beschulung und galanter Dienstbarkeit verbunden war, veralterte, und kam nach und nach ins Vergessen. Die Turniere, bcy welchen vorher die Singer ihren guten Antheil gehabt hatten, kamen aus dem Gebrauch, und die Dichter wurden nun nicht mehr für nothige Personen bcy den festlichen Lustbarkeiten der Großen gehalten. Die Gönner des Gesanges hatten sich verloren, und dieses zog den Untergang des Gesanges selbst nach sich, der hernach nur unter den Pöbel kam Schwarze Kunst. (Kupfcrstechcrkunst.) Ast eine besondre Art, eine Zeichnung in Kupfer zu graben, die nicht nur in derBehandlüng, sondern auch in der Wnrkung von dem eigentlichen Kupfersicchen und dcm Radircn sehr merklich abgeht, und ihre eigene Vortheile hat. Das Verfahren da« bey besteht überhaupt in folgendem. Wenn die Platte, so wie znm Kupferstecher: oder zum Radiren, geglättet und polirt ist, wird sie mit einem eigenen Instrument so überarbeitet, daß sie nun ganz rauch wird, oder eine durchaus krause Flache bekommt, so daß sie nun, nach Art einer fertigen Kupferplatte mit Farbe eingerieben und abgcdrnkt, einen durchaus schwarzen Abdruk geben würde. Ehedem brauchte man dazu eine kleine stählerne Walze, nach Art einer sehr feinen Raspcl. bc- S. Pwvenzalisch. S. Dichtkunst. ITH. S. 6-7 ff. hauen. Aber itzt hat man andre Werkzeuge, die den Grund viel feiner bearbeiten. Auf diesen Grund wird nun die Zeichnung gemacht, und hernach werden die Hellern und ganz hellen Stellen durch feines Beschallen und Glatten des Grundes allmahlig herausgebracht. Wie also beym Stechen und Radiren, die Schatten und dunkclen Stellen in das Kupfer hin- eingcgraben werden, so wird hier das Helle herausgearbeitet. Für die ganz dunkclen Stellen wird der Grund so gelassen, wie die Walze ihn gemacht hat; fürSchattcn und halbe Schatten, wird er durch mehr oder weniger Bcschaben der Platte mehr oder weniger helle gemacht. Wenn die Platte fertig ist, so geschieht das Einreiben der Farbe und das Abdruken der Platte überhaupt, wie bcy den andern Arten der Kupferstiche. Das Vorzügliche dieser Art besieht in dein sanften Ton der gedrukten Blätter. Weil hier keine Striche und Schraffirungen vorkommen, so sieht ein solches Kupfer wie mit dcmPcn- sel bearbeitet und auf das sanfteste vertrieben aus. Das Nakcnde, und alles Weiche und Sanfte, wie Haare und Gewand, wird dadurch vollkommen wol ausgedrukt; und bcy dem Nakenden hat man das. Glänzende nicht zu besorgen, das im Kupferstich zu vermeiden ist. Daher sich die schwarze Kunst vorzüglich zum Portrait schikct, das m der vollkommensten Harmonie kann dargestellt werden. Freylich wird es bey dieser Vchand- lung höchst schwer, in klcinern Thei- len die höchste Genauigkeit der Umrisse mit der nörhigcn Leichtigkeit zu erhalten; da lvürkliche Umrisse, die von einigen Künstlern mit schlechtem Erfolg versucht worden, sich durchaus zu dem Sanften des übrigen nicht schiken. Wie- 348 Sch w Schw Wicwol diese Kunst viel jünger ist, als das Kupfcrstechen und Radiren, so ist man doch über ibre Erfindung nicht völlig gewist. Viele schreiben sie einem ehemaligen Heßischen Officio zu. Aber die gcmeincste Sage gicbt den berühmten Pfälzischen Prinzen Ruppert, der in England lebte, als den Erfinder derselben an. In stLvelzms etwas seltenem kleinen Werk über die Kupfcrstechcrkunst *), findet man ein Originalblatt von diesem Prinzen, das freylich noch etwas unreinlich» aber nicht ohne Schönheit ist. Einige geben die Ehre der Erfindung dem berühmten Ritter LVrcn. Solltees ungewiß seyn, daß diese Kunst in England erfunden worden, so hat sie doch gewiß in diesem Lande ihre höchste Vollkommenheit erreicht. ZVithe und Smith, die eine große Menge Porcraite nach dem berühmten Ämeiler in schwarzer Kunst herausgegeben, wurden ehedem für die vorzüglichsten Meister darin gehalten. Aber in unfern Tagen ist sie in England doch zu einer großen: Vollkommenheit gekommen *). Eure Unvoll- koinmcnhcit hat diese Art, daß die Platten, besonders bey dem itzt gewöhnlichen fein gearbeiteten Grund, viel weniger guteAbdrüke geben, als die radirten, oder gestochenen Platten. Hundert, bis hundert und fünfzig , und bey etwas weniger feiner Arbeit zweyhundcrt Äbdrüke schwachen diePlatte schon so, daß man ihr etwas nachhelfen. muß, um mehrere zu haben. *) ssoim IZvelyn's seulprui-, , or dlllory »nä »rr ok cd-IccAr-pkle elc, I.un)ecr- zcichniß ihrer besten Werke in Füß- lins raisonnireiidem Verzeichnis; der vornehmsten Rupfcrste- ch-r, das >771 in Zürich herausgekommen ist, auf der z ;o. und den sslg /ndcn Seiten. Von der schrvarzcn lLtunst, und den Eigenheiten derselben überhaupt, bandeln, Joacl?. von Sandrart (Ins. TZcallemiz, Th. 1. Kap. S. Z5 der tat. Ausg.) — I. Tvel/n ( Im 6tcn Kap. s. 8culprura .... S. 127 der Ausg. v. 17;?.^) — Ger. ^aircfiö, im Sien Kap. des izten Buches seines gros« sen Mahlcrbuches, Bd.z. S. g-z. Nürnb. 178g. Oer Verf. der Lculprurs historicci-rschnics, S. 109 der Ausg. von 1770. — Oer jüngere Lochin, be» s. Ausg. von Abr. Bosse Moniere fie gesvee ^ i'eau stuere, S. >77- dcr Ausg, von >7;Z. —. EilplN, in s. Vlizy upon I'rincs, S- 5;. steAuSg. tt. ,76z. 8- --- LvL. Lhrffph. von Schcyb (In s. Köremon, Bd. 2. Abschn. g. S. zo->.) —> L. F. Prange (In s. Entwurf einer Akademie der bildrnden Künste, Bd. 1. S. züz.) C. /b. Rcinhold (In f. Zeichen und Mahlerfchule, §. 1416 u. f.) — — Von der Geschichte dieses Zweiges der Kupfcrstechcrkunst: 7^ stlillurz- ost kke Arc vst Lngrsving in ström irz «rißin rc> rlle prrienc cimez, VVinck, 178S.8. (aber eigentlich nur In Beziehung aus England) Bekanntlich wird die Erfindung verschiedenen Personen zugeschrieben, als dem Hessischen Obristlicut. b. v. Siegen (S. Sandrart in s.Acaäcmia, a.a.O. Oop- pclmaycr, in s. Histor. Nachr. S. azzbb. und die läse gener. . . . S. ac>8 und 2Z5.) dem Prinzen Rupert oder Robert von der Pfalz (S. Evelpu, am a. O. Kap. 5 und 6.) dem bekannten Baumeister, W. Wren (T.die angef. ttiüory, I- i; u. f.) We Shcrwin (S. GrangcrS Liogr. stlistur. Bd. 4 S. tZ7.) u. a. m. Sandrart, indessen, steht, in Ansehung seiner Nachricht von dieser Erfindung, mit sich selbst in einigem Widerspruch; denn an einem andern Orte (W. Bd. 7. S. 40°. n. A.) sagt er: „Der Prinz Rupert hatte ihm (dem Bat. Vailianr) dieses Geheimnis; offenbart u. f. m." ein Ausdruck, welcher den Prinzen Rupert auch zum Erfinder zu machen scheint. So viel ist gewiß, daß, wenn man auch keine filtern S ch w S chw I49 Altern Blätter mit Gewißheit kennt, als die von dr»> Hrn. v. Siegen im I. 164z. rerfcrtigten Bildnisse der Landgräfiim Amalia Elisabeth und des Prinzen von Oeanien (G. Sandeart a. a. O.) sich denn doch aus dem Anblick eines BlarteS dcS P. Rupert (das sich in Hrn. Gcpsrr« Sammlung zu Leipzig befindet, und der bekannte, vor sich nieder sehende wcib» lichc Kopf ist) hinlänglich crgiebt, daß der Prinz nicht alS Schüler, oder Nachah. wer, ödes Lernender gearbeitet hat. Die Arbeit der eigenen Probe, oder des Vcr- srecs in dieser Manier ist daran sichtbar. Auch ist diese» Blatt nicht ganz so hart und rauh, als in dem on prinrz S.j6> von den ersten Blättern der folgenden Meister in dieser Kunst gesagt wird. Freyiich ist aber diese immer mehr und mehr zu einer größere Vollkommcnheidgc, bracht worden, wozu denn unstreitig die neue Act, die Platte zu gründen, sehr vieles beygetragen hat. Die berühmtesten Meister sind: Val. Vaillant (I1677) Fr. Plaee (>66; der erste Engländer, weicher Blätter in dieser Manier lieferte.) Gerard Valck (>677) A. Blooteling (1690) Andr. Wollgang Machte zu Augsburg die ersten Versuche, die auch nichts als Versuche sind.) George White (Verband zuerst das Mwn mit der schwarzen Kunst.) John Smith (i?s>) Chrstph. Weigcl(hi7-;) El. Chrstph. Heiß () >7Z>) Beenard Vogel (s>7Z7) Edw. Kirkall (17Z7. verband mit der schwarzen » die Acgkunst und die Formschneidcrep. S. Walpole TZnecäorez »b ?sinc. Bd. S. --8 der Octavausg.) Nie. Vcrkolin (s >746) John Faber (-H17;;) Pet. von Blank (^1760) Rich. Houston (f 1760) Thcod. Fry (f 1762) Pet. van Blcnk (f 1764) Val. Dan. Preißler (k 176;) Jam. Mae. Ardeil (f >76;) Joh. Jac. Hand (b >767) Jos. Boydcl — Iam. Walsvn — Th. Watson — Will. Di« ckinson — Joh. Lipon — Rich. Ear- tom — C. H. HodgeS -— Val. Green und Jukes — I. Walker —» — I R. Sniith — W. Pethcr — H. Hudson — - W. Ward H. Ber, che R. Pollard I. Jones»» I. Wright — Graham --- u. v. a. n,. hr- sonders Engländer, über deren Werke sich in der Neuen Bibliothek der schönen Wissenschaften Nachrichte» finden. — Schwulst. (Redende Künste.) Aie Schwulst in der Rede ist etwas, das ihr eine falsche blos scheinbare Größe giebt. ä^ongin vergleicht sie mit dem aufgedunsenen Wesen, wp- durch ein Wassersüchtiger das Arischen eines gesunden und wvlgenahrtm Menschen bekommt. Die Schwulst ist ein Fehler der Schreibart, der bisweilen blos im Ausdruk, bisweilen aber auch in den der Hauptsache beygemischten Begriffen liegt. Bios im Ausdruk liegt sie, wenn ganz gemeine Dinge mit prächtigen, volltönenden, nur in einer hohen pathetischen Sprache gebräuchlichen Worten, und in großen wolklingenden Perioden gesagt werden: in denbeygc- mischten Begriffen liegt sie, wenn man gemeine Dinge durch viel bedeutende und große Begriffe gebende Wörter ausdenkt; oder wenn man der an sich gemeinen Hauptsache hohe Gedanken oder große Empfindungen beymischcr, um ihnen ein wichtiges Ansehen zu geben. Beyspicle der Schwulst, die blos im Ausdruk liegt, sind folgende. Wenn man im gemeinen Umgang, wo man blos sagen will: es rviro Abens, anstart des gewöhnlichen Ausdrnks sagte: schon nähert sich Sie Sonne Sem -Horizont; oder wenn man anstatt von einem Menschen zn sagen: er fangt an grau zn merSen, wie jedermann im täglichen Umgang spricht, dieses poetisch sagte: oas Eis See Jahre zeiget steh ans seinem -Haupte. Schwulst von beygemischten Gedanken zeiget sich durch prahlende Vey- wörter, die weit über die Würde der Begriffe sind, die die Hauptwörter er« 3 5° Sch w erweken, wie wenn man sagte: die erhabene Corinna; die gottlicke Sappho; auch dadurch, daß mau gemeinen Gedanken eine hohe Wen» dung gicbt, oder sie durch Zusätze gleichsam mit Gewalt und wider ihre Natur groß vorstellen will, wie wenn junge Verliebte ihre im Grund ganz gemeine Leidenschaft als ein himmlisches Feuer, das ewig brennen soll, vorstellen. Wir haben schon in andern Artikeln von den verschiedenen Arten des Grossen und des Erhabenen gesprochen; uns daraus erkennet man, daß es auch eben so viel Arcen des falschen Grasten und Erhabenen gebe. Nämlich wie es eine wahre Große', die der Liegenstand des Verstandes ist, giebt: so giebt es auch eine falsche Große, die den Verstand zu rauschen sucht. Diese ist eine mystische Schwulst, die dunkele unverständliche Wörter braucht, die den Schein haben, als bedeuteten sie etwas Großes und Erhabenes, dergleichen man nicht selten von phantastischen geistlichen Redner n höret. Dem Erhabenen und Großen der Phantasie steht auch seine eigene Schwulst zur Seite, das sogenannte Phobus oder die schimmernde Pracht einer bilderreichen Schreibart, die im Grund der Einbildungskrast bloße Schattenbilder, ohne würklichen Korper, vormahlet. So giebt es endlich auch eine Schwulst, die in einer falschen Große der Gesinnungen und Empfindungen besteht, dergleichen man nicht selten in den altern Romanen antrifft. Die Schwulst entstehet entweder aus einem unzeitigen Bestreben, oder aus Unvermögen, etwas Großes zu sagen; in beydcn Fallen aber zeiget sieh Mangel der Bcurtheilung. Unzeilig ist das Bestreben nach dem Großen, wenn entweder der Gegenstand seiner Natur nach keine Größe hat, oder wenn er schon in seiner Natürlichen Einfalt groß ist. Es giebt S chw schwache Köpfe, die sich einbilden, daß in der Beredsamkeit und Dichtkunst alles bestandig groß seyn müsse; daß deswegen jeder einzcle Gedanken, jedesBild, jedes Wort, es sey nach dem Sinn, oder nach dem Klang, etwas Großes haben müsse. Daher sind sie immer gleichsam außer Athein, wollen immer in Begeisterung seyn, sich immer gedankenreich, prächtig oder pathetisch zeigen. Hieraus entstehet denn norhwcndig die Schwulst, die die gemeincsten Sachen mir grossen Worten sagt, den gemeinestcn Gedanken gegen ihre Natur etwas Großes anklebet, und sehr gewöhnlichen Empfindungen eine abenthcuer- liche Größe und Starke.beylegt. Dieser unglükliche Hang zur Schwulst hat eine Unempfindlichkeit für feinere Schönheit zum Grund. So wie Menschen von unempfindlichen, oder schon abgenutzten Werkzeugen des körperlichen Geruchs und Geschmaks durch diese Sinnen nichts empfinden, als was einen beißenden und gleichsam atzenden Geruch und Geschmak hat: so ist bei) jenen schwülstigen der Geschmak am Schönen zu grob, um von feinerer Wahrheit, Vollkommenheit und Schönheit gerührt zu werden; sie sind nicht empfindsam genug, durch, stillere, obgleich tief in empfindsame Herzen eindringende Leidenschaften gerührt zu werden; alles muß pochen und poltern, wenn es sie zur Empfindung reizen soll. Ein stiller Schmerz ist für sie nichts; er muß sich durch Heulen und Verzweiflung erst fühlbar machen. Bescheidene Großmuth ist ihnen nicht merkbar; sondern nur die, die sich durch äußeres Geprang an» kündiget u. s. f. Aber etwas ähnliches kann doch auch bey sonst guten Köpfen und bei) Gemüthcrn, denen es an Empfindsamkeit nicht fehlet, aus Mangel an Erfahrung, aus noch unreifer Bcurtheilung und nicht hinlänglich geübte nl S chw Ml Geschmak herkommen. Wer überhaupt von den in de» Werken der schonen Künste liegenden feineren Kräften, sie würkeu auf den Verstand, auf die Phantasie, oder auf das Herz, gehörig gerührt werden soll, mich entweder von Natur ein sehr glüklichcs und scharfes Gefühl, oder lauge Ucbung haben. Daher kommt es, daß junge Künstler, deren Urthcil und Gefühl noch nicht fein genug ist, am leichtesten in di.e Schwulst fallen. Darum ist auch das beste Mittel siel) davor zu bewahren, daß man bey Zeiten seinen Geschmak durch fleißiges Lesen der Redner und Dichter , die steh durch Einfalt und stille Größe, seine und nicht rauschende Schönheiten auszeichnen, zu einem scharfen Gefühl bilde. Wer früher den Seneca, als den Cicero, den Lmcanus oder Silins, als den Vir- gil liest, läuft Gefahr, aus Mangel des feinern Gefühles, der Schwulst günstig zu werden. Uebcrhaupt ist es sehr wol gcrhan, daß man in der Jugend die Schönheiten der besten prosaischen Schriftsteller fühlen lerne, ehe man an die Dichter gehe. Es ist nul dem Geschmak in den schönen Künsten, wie mit dem, der auf das Ileus etliche in den Manieren geht. Wer noch keinen Umgang mir Menschen von feinerer Art gehabt hat, wird an lebhaften, etwas wilden Manieren weit mehr Gefallen haben, als an dem feinern und stillem, obgleich höchst eleganten Betragen der Menschen von edler Erziehung. Wenn die Schwulst cm würkliches Unvermögen groß zu denken und zu empfinden zum Grunde hat, so ist ihr nicht abzuhelfen. Denn schwachen Köpfen kann kein Unterricht und kein Studium das Vermögen geben, groß zu denken. Und da nach ihrem Unheil das Große in äußerlichem Geräusch, Poltern und hochtrabendem Wesen besteht: so lassen sie sich durch S ch w Z5i nichts abhalten, das einzige Mittel, das sie haben, die Sinnen zu rühren, bey jeder Gelegenheit zu brauchen. Die Schwulst ist unstreitig einer der ärgsten Fehler gegen den guteil Geschmak, und besonders Menschen von etwas feinerDenkungsart höchst anstößig. Darum sollen junge Schriftsteller von etwas lebhaftem Genie sich vor nichts mehr in Acht nehmen, als der Gefahr, schwülstig zu werden. Wer irgend eine Anlage dazu in sich bemerkt, thut am besten, wenn er sich lange in der cinfachcstcn Art zu schreiben übet, um dem un« glüklichen Hang zu entgehen. Wir rächen solchen, daß sie mit der ernstlichsten Ucberlegung die Abhandlung des berühmten LVcrenftln tlslUeteo. ris orationii- fleißig lesen. ^.ongiu bedienet sich, wo er von der Schwulst spricht, verschiedener Ausdrüke, die einer genauen Ucberlegung wol wereh sind, weil sie verschiedene Arten der Schwulst anzuzeigen scheinen. Wir müssen uns begnügen, sie anzuzeigen, und hoffen, daß sich etwa cm Kenner ssinden werde, der diese Materie, wie sie es verdienet, in einer besondern Abhandlung gründlich ausführe. Die sehr bedeutenden Ausdrüke des crwäbnceir Kunsirichters sind folgende: «.Das falsche Tragische; 2. DasFalschenchnsiasiische; z. Das Hochtrabende; «55 57-lv5. g. Das Hochtönende; 55-iPo!-. Und endlich ;. das Blendende; das nur den Schein der Würklichkeit hat. Außer der, von h. Softer angeführten Abhandl. des WeienselS, Oe ^lerLoris Oranciniz. N.iili. 1692. Und im Neu Th. f. llZiilcrror. smtdel. 1716. 8. S. 269 kann, meines Bedünkcns, gegen dm Schwulst, auch die bekannte Satire, Trepi /Zo-.Aonp, von Pope, im I. 1727. geschrieben (im ?tm Vd. f. W. Uvnll. i?57- ZZ5 See >7!7> 8. S. x?.) Deutsch , Seipj. ,?)». 8. heilsame Dienste leisten. — S. übrigens die, bey den Art. Erhaben und Groß angeführten Schriftsteller. — S e c u n d e. (Musik.) An der diatonischen Tonleiter ist jeder höhere Ton die Secunde des nächst unter ihm liegenden Tones. Sie ist entweder klein, oder groß; die übermäßige*) liegt, wie wir hernach zeigen werden, außer der diatonischen Tonleiter. Die kleine hat ihren Sitz in der Durtonleiter von der Terz zur Quaete, und von der Septime zur Octave. Ihr reines Vcrhäitniß ist 4-5- Alle übrigen Secnndcn der Tonleiter sind groß, und ihr Intervall ist ein ganzer Ton, H oder ^ **). Die übermäßige Secunde entsteht, wenn die große Secunde aus bcsondern Absichten, davon anderswo gesprochen wird f), durch ein Versetzungszeichen noch um einen halben Ton erhöhet wird. Die Secunde ist die erste Dissonanz in der Harmonie. Denn wenn man auf die natürliche Entstehung der Intervallen Acht gicbt, so sind die Ocravc 4, Quinte 4, Quarte H, große und kleine Terz -f und^conso- nirend. Hiczu würde noch die ver- minderte Terz f gerechnet werden können: das Intervall H wäre als. denn die Granzschcidung zwischen den Consonanzcn und Dissonanzen. Da aber beyde Intervalle in nnserm heutigen System noch nicht cingeführet sind, so bleibet die kleine Terz die letz» le Consonanz, und mit der Secnnde fangen die Dissonanzen an. Wir haben schon anderswo erwiesen ff), *) S. Intervall. »') S. Ton. f) S. Ausweichung; tteberniilßlg. ff) In den Artikel» Consonanz uilh Dissonanz. See daß überhaupt alle Dissonanzen ih. ren Grund in der Secnnde haben. Die Septime z. B. dissonirt nicht gegen den Grundton, sondern gegen dessen Octave, mit der sie eine Secunde ausmacht. Desgleichen dissonircn alle zufallige Dissonanzen, wenn sie auch noch so weit von dem Grundton entfernt liegen, hauptsachlich gegen den Ton, dessen Vorhätte sie sind, und der entweder ihre Ober - oder Untcrsecuude ist. Da nun unter diesen Bedingungen zwey Töne, die um weniger als eine kleine Terz aus einander liegen, nolh- wendig dissoniren, und je mehr, je naher sie sich liegen, so folgt daß die kleine Secunde die allerschärfste Dissonanz sey. Bey der Resolution tritt der untere Ton einen Grad unter sich; denn eigentlich ist es nicht die Se- cunde, die dissoniret, sondernder Ton, gegen den sie eine Secunde ausmacht. Hierin liegt der Unterschied der Secunde von der Rone, die so oft mit einander verwechselt werden. Bey der None resolvirt allezeit der obere Ton, und zwar die None selbst in die Octave des Vaß- tones; bey der Secunde hingegen resolviret der untere Ton. Die übermäßige Secunde tritt, wie alle übermäßigen Intervalle, einen Grad über sich. Woher der Gebrauch der Secunde i» der Harmonie entstehe, wird aus folgendem Artikel erhellen. Secundenaccord. (Musik.) Es gicbt mehrere Accorde, darin eine Secunde vorkommt; aber nur der ist der eigentliche Secundenaccord, der aus Secunde, Quart und Sexte besteht, und die dritte Verwechslung des wesentlichen Scpti- men- alle wesentlich dissonirende Accorde herleiten ließen; sondern der Accord der wesentlichen Septime ist der einzige dissonirende Grundaccoi d aus dessen drcy Verwechslungen alle andern Accorde, darin eine wesentliche Dissonanz ist, entstehen. Gar alle andre Dissonanzen, sie kommen vor, wo und wie sie wollen, sind bloS Vorhalte, und bestimmen keincGrund- accordc* ''). Wäre der Secundenac- cord ein Erundaccord, so bliebe zu den vorhin gegebenen Exempcln kein Grundbaß übrig; weil der Baßlon rcsolviren muß, und in keinen Grundton resolvirec- Nach dem Sccundcnaccord folgt selten der Dreyklang, außer in folgendem Fall, wo eine harmonische Rükung vorgeht: menaccords ist *). Man beziffert ihn im Generalbaß durch 2, oder Z, und, wenn die Quarte durch ein zu- falligesErhöhungszeichcn übermäßig wird, durch A Die Dissonanz dieses Accords liegt im Basse, und ist eigentlich die aus den obcrn Stimmen dahin versetzte Septime, die bey ihrer Resolution einen Grad unter sich tritt, am natürlichsten in den Sexten oder Quintsextenaecord, zum Beyspiel: daher die Vorbereitung im Baß geschehen muff außer wenn in dem Se- cundenaccord die übermaßige Quarte befindlich ist: denn alsdenn braucht die Sccunde nur gelegen zu haben, und die Dissonanz im Baß kann frey eintreten, z. B. Hingegen hat folgender Gang u. f. w mit diesem cinerley Grundharmonie; ^ '-j- ^ ^ ^ Es verhalt sich hiemit, wie mit dem Septimenaccord von der Dominante, wo die Septime frey eintreten kann, wenn nur die Octave liegt, oder die Quinte bey dem Quintsextenaecord, wenn die Sexte liegt: denn vom Grundbaß zu rechnen, sind es die nämlichen Intervalle. Dieser Secundenaccord ist kein ursprünglich dissonirenderGrundaccord, wie einige vorgeben, aus dem sich *) S. Septimenaccord. Viertex Theil. u. f. w. Denn obgleich bey denen auf den Sccundcnaccord des ersten Exempels folgendenDrcyklängen dicSexte nicht angezeiget ist, so kann sie doch ohne Schaden der Harmonie mitgehört werden. ») S. Scptimenaccvrd. S. Verpalt. so ist klar, daß hier die erste Baßnote die None des eigentlichen wahren Gnmdconcs ist, die deswegen durch Hcrunterlreten rcsolviren muß, wodurch sie zur Octave des nächsten Grundtones wird. Die Secunde aber ist die Terz dieses Erundtoncs *). DcrAccord, darin die übermäßige Secunde vorkommt, entsteht aus der dritten Verwechslung des verminderten Scprimenaccords, und hat die zufällige None des Grundtones zum Baßton. Dieser Accord kann aber auch ein vorhaltender Accord des Drcyklanges bei) einer unterbrochenen Cadenz seyn, nämlich die Secunde vor der Terz, die Quarte vorder Tuiintc oder Terz, und die Sexcc vor derQnintt! alsdann ist der Baßtou der wahre Grundton dieses Accordcs. Beyde Fälle kommen in folgendem Beispiele vor: *) S. Septimcnac.cord. Selbstgespräch. (Dramatische Dichtkunst ) Ein Auftritt, wo nur eine Person erscheinet, welche laut mit sich selbst I spricht. Deswegen dieses Gespräch auch durch das griechische Wort Monologe bezeichnet wird. Man findet sehr wenig dramatische Stüke, wo nicht dergleichen Auftritte vorkommen. Man hat aber wol bemerkt, daß sie meistcntheils wider die Wahrscheinlichkeit seyn, indem es überaus selten ist, daß ein Mensch mit sich selbst laut spreche. Indessen ersodert es bisweilen die Nothwcndigkeit, daß der Dichter den Zuschauer von gewissen geheimen Gedanken und Anschiä. gen der Personen unterrichte, welches er aufkcmcrley Weise rhu» kann, wenn er sie nicht laut mit sich selber sprechen läßt. Ost macht es auch dem Zuschauer ein besonderes Vergnügen, einen Menschen zu sehen, der, weil er sich allein glaubt, den ganzen werden. Dadurch wird die Grund- Harmonie bestimmt. Die Secunde kommt außerdem so eben beschriebenen Falle noch in einem Accord vor, der aus einer doppelten Verwechslung des Scptimenaccords, der die None als einen Vorhalt bei) sich hat, entstehet. Man muß sich dii Sache so vorstellen: Wenn anstatt dieses gesetzt würde, ^ S- -n O-5 so daß itzt die Septime ein Vorhalt der Sexte wäre, und nun durch nochmalige Verwechslung dieserVor- halt in dem Baß zu liegen käme, Grund ^ ^ Da der Secundenaccord v on allen Verwechslungen des Septimenac- cordes die Härtesie an Harmonie, und durch die Dissonanz im Baß gleich, sam etwas männliches hat, so dienet er vorzüglich zum Ansdruk starker und heftiger Leidenschaften. Bey Ausbrüchen der Wuth, der Verzwei- ftlnng:c. wird er oft mit der übermäßigen Quarte ohne alle Vorbereitung frei) angeschlagen. S e l Sen zz; zen Grund seines Herzens ausschüttet, und seine geheimsten Gedanken an den Tag bringt. Es ist also unstreitig, daß das Selbstgespräch der dramatischen Dichtkunst nicht müsse untersagt werden, weil es uothwendig, und weil es angenehm ist. Aber der Dichter muß sich hüten, die Wahrscheinlichkeit nicht allzusehr zu beleidigen, sollst geht das Vergnügen verloren. Die Alten hatten in ihren Sitten etwas, das ihnen den Gebrauch des Selbstgespräches natürlich machte. Es war würklich gewöhnlich bei) ihnen, daß Personen in wichtigen, insonderheit traurigen Angelegenheiten des Herzens ihre Gedanken der Luft und den Sternen laut vortrugen. Um diese Auftritte so natürlich zu machen, als möglich ist, muß sowol dcrDichter als der Schauspieler das Seinige dazu bcytragen. Der crste- remuß sie niemals anbringen, als wo es so viel möglich natürlich, oder unumgänglich uothwendig ist- Natürlicher Weise spricht der Mensch laut mit sich selbst in starken Affekten, da er sich selbst vergißt, oder da, wo er in sehr wichtigen Angelegenheiten keinen Menschen hat, dem er sich anvertrauen könnte. Es ist eine sehr natürliche Neigung aller Menschen, daß sie gerne von dem reden, was ihr Herz ganz einnimmt. Sie suchen, auch sogar gegen ihr Interesse, Gelegenheit davon zu sprechen; und auch da, wo dieses würklich gefährlich wird, können sie sich nicht enthalten, wenigstens von weitem etwas davon merken zu lassen. In dergleichen Umstanden kann der Dichter ohne Bedenken sie allein reden lassen. Wenn er dabei) noch die Vorsichtigkeit gebraucht, dem Zuschauer die beschriebene Gemüthsvcrfassung der handelnden Person deutlich zu erkennen zu geben, so wird kein Mensch sich am Selbstgespräch stoßen. Ferner wird das Allcinsprcchen natürlich in großen Zerstreuungen des Geistes, wenn der Mensch sich in seinen Gedanken so sehr vertieft hat, daß er ganz vergißt, ob er allein, oder in Gesellschaft -sei). In diesem Fall ist das Allcinsprcchen auch ohne großen Affekt natürlich, und kann auch im Lustspiel angebracht werden. Außerdicseu Heyden Fallen wollte ich dcmDichter nicht rathcn, solche Auftritte anzubringen. Der Schauspieler kann nun das Meiste dazu beyrragen, dieselben natürlich zu machen. Er muß die Manieren, die Sprache und das ganze Wesen entweder einer unter brütenden Affekten liegenden, oder einer in Gedanken vertieften Perion annehmen. Wenn er sich aber zur Schau hinstellt, um recht merken zu lassen, daß er des Zuschauers wegen redet, so verderbet er alles. Er muß in allen Stüken so handeln, als wenn er allein wäre. Von dem Selbstgespräche handeln, unter mchrcrn, Aubiguac, in seiner berüchtigten t^seiguc eiu Ihesrre, Liv, IIb. Lb. 8. p. 229. Hmü. 1715 .8.—' Eail« hava, -in seinem ^rc stets Lvmestle, 1h I. Lb. 14. p. 2Ü0. S e n e c a. Aer Urheber, oder, wenn man will, die Urheber der zehn Trauerspiele, des einzigen Ucberrests von der lateinischen tragischen Schaubühne. Es ist hier nicht der Ort zu untersuchen, ob der Philosoph Scneca, oder ein andrer gleichen Namens, oder ob jeder von Heyden einige dieser Trauerspiele verfertiget habe; wir betrachten hier die Werke, und nicht den Verfasser. Wenn diese zehen Trauerspiele als Muster der römischen Tragödie anzusehen sind, so berechtigen sie uns zu Z 2 urlhei- z;6 Set» urtheilcu, daß die Römer in dieser Kunst weit mehr, als irgend in einer andern, hinter den Griechen zurükc geblieben sind. Denn kein Mensch von gesiinbeni Geschmak wird sie, wie Scalizer, den griechischen Trauerspielen, die wir haben, vorziehen. /Dps-us hat richtiger davon geur- theiil, wiewol er die Meoea und die Tchrbais noch zu sehr erhoben hat. Ucdcrhaupt herrscht in allen ein Ton, der sich besser zur Elegie, als zum Traucrsp el schilt. Die Empfindungen sind darin nicht nur weit über die Naiur gerrieben, sondern werden auf alle Seilen gewendet, damit nur der Dichter Gelegenheit habe, den Reichthum des Ausdruks zu zeigen. Denn in den Reden der Personen merkt man gar zu offenbar, daß nicht die Personen selbst, sondern der Dichter redet, der bei) kaltem Blute höchst witzig ist, und dessen Einbildungskraft keinem Gefühl Raum laßt; iyimer fürchtet, nicht genug gesagt zu haben. Seine Personen bleiben bcy dem heftigsten Schmerz schwatzhaft und witzig; sie wiegen alle Worte ab, machen Gc- mahldc, die sie auf das zierlichste ausbilden, gerade als wenn sie auf die Schaubühne getreten waren, um ihre Beredsamkeit zu zeigen. Die Charaktere sind fast alle über, trieben. -Herkules ist nicht der tapferste aller Menschen, sondern ein absurder Prahler, der es mit allen Gottern aufnehmen will. Mcht nur bey seiner angehenden Raserei) sagt er ungeheure Prahlereyen *); sondern da er wieder zu sich selbstgekommcn, sagt er noch: — ZI-MS nil> llznrur mikj, Aue omuc llirilli l'beüciz extcinllum nemu5, L.iccbiguc Iucc>5 er (Arllservuss fuAZ, blecumgue cremubo; rors cum Uu- mib'us luiz ttseculez kurens vs. 927 ff. Sen Oomlnisguere^z, cum vels rempl, omnibus 'lsbebaris lupis corpus cxcipiüm meum, Aegue urbe vcrsz conclsr U. sich Scin Arreus ist auf die ungchcurcste Art gottlos, dem gar kein Verbrc- chcn groß genug ist. Er bietet allen seinen Witz auf um etwas so gottloses zu thun, als noch kein Mensch gethan hat. dlullum reliugusm kscilius; cr nul. lum etk lsris. -»»- dise riefsz, t)uoll Oii cimeri'5 ^). Und nachdem er die ungeheurcste That auf die ungehcureste Art begangen hat, komnir er mit dieser unsinnigen Prahlerei) wieder hervor: Acguslis slkrls grzciior er cuutloz kuper Alrum lupcrbo vercice »rcinZe», polum, bluncclccorz reZni reneo, nunc lo. lium psrris. Oimlecc» luperos; llimms vororum scrigi, Lcne eil; sbunlle eil; fsm lsr ctk cciam miki Man sieht zugleich aus diesen letzten Versen einen fast in allen Ecenen gewohnlichen Fehler, daß die Personen in diesen Trauerspielen in dem heftigsten Affekt einen spielenden Witz haben. Dieser frostige Witz ist in bestandigem Widerspruch mit den angeblichen Gesinnungen, und dieser so gar offenbar, daß man dachte, der einfältigste Zuschauer hatte dieses merken, und die handelnden Personen, oder vielmehr den Dichter auszischen sollen. Eine einzige Probe kann genug hicvon seyn. In der Thebais sagt Äeoipus zur An- tigone, ') l'Ii^elte» v. :;6. ") lAyelte« v. zz; ff. Sen Sen 35? rigone, die ihn führt, sie soll ihn verlassen, er wolle sich selbst ums Leben bringen; die Tochter will aber mit ihm sterben, und erbietet sich, ihm Mittel an die Hand zu geben, bcyder Tod zu bewürfen. Sie sagt sehr poetisch: ksteic slcs rupes srstuc» lurgir jugo, Lpesisrgue lonZs ipsris subzeUi msriü. Vis ksnc persmus? dkustux beic pcn- ster tilex tsteic scists rcllux ssucibux rupris bisc. Vis bsncpersmus? Istcic rspsxtor- renx castir, Iii bsnc ruamus *) ? Ware es sein Ernst sich das Leben zu nehmen, so konnte er also wählen. Aber seine Antwort zeiget deutlich, daß er gar keine Lust dazu hat- Er wundert sich eine so großmüthige Tochter zu haben; und nachdem ihm drey oder vier Mittel seiner Roth ein Ende zu machen angeboten worden, fodert er wieder aufs neu mit einem sehr unnützen Wortgepränge, was er doch nicht angenommen hat: --- 8i ststs ex cvmes, Lniem psreuri crsste. ---- kstsmmsx - er vsllum sgZe» rem Lompone. In slrox iple me immir- rsm rogox. — Lbisscvumell msrc? Ouc, ubi llc slris prormum ssxix jugum Ltbi rorrs rspistux stucsc lsmcnu« vssts: Ouc, ubi serseimr, ubi krcrum, ubi prsecepz lucux. So handelt und redet in diesen Trauerspielen die Verzweiflung; und so widersprechen fast alle Reden den Gesinnungen, die den Personen angedichtet werden. ') rkebsiz ?t. 67 ff. Bey dem allen sind hier und da große Schönheiten, die aber nicht selten unrecht angebracht sind. Meisterhaft gezeichnete Gemählde, die sich aber selten weder zu den Personen noch zu den Umstanden schiken. Im einzeln findet man starke, auch sogar vortreffliche Gedanken, und diese meisterhaft gesagt. Die Moral der Stoiker ist an verschiedenen Orten vortrefflich angebracht. Die Denksprüche fahren oft wie Donnersirahlen durch die Seele, wiewol auch dagegen oft kleine, halbwahre, auch wol kindische Cprüchelchen vorkommen. Harre der Verfasser sich naher bey der Natur gehalten, hatte er allen überflüßigen Schmuk weggelassen, so wäre er einer der ersten tragischen Dichter worden. Den Dichtern, welche die Kunst bereits nach guten Grundsätzen stu- dirt haben, kann man das Lesen dieser Trauerspiele empfehlen, damit sie, von den häufigen Fehlern gerührt, sie vermeiden lernen, und in dem wenigen Guten, das darin ist, die Stärke des Ausdruks nachzuahmen suchen. Die, vcrmuthlich erste Ausgabe der zehn römischen Trauerspiele, ist, Ven. 1482. k. erschienen. Die folgenden mcrk- iviubigcn Ausgaben sind, llx LsüiZ-ir. Hvznrü, cum stiil'ercsc. ste generibux csrmiuum spust 8enec. Ven. 1517. 8. Lx rcc. ,Vl. T^nr. 0eIrionis, ^ncv. 1576 und-i 594.4. Usr. 160 l. 10:0. 4, L. lulli Lipin snimsstir. sc ccnturs sto l'rsZoestisrum 8cnprorc, Lugst. Usr. 1558-8. spuä Lammes. 1589. 8- LI. cslligsr. las. Lcsligeri er l)sn. blein. tii. und des letzter« Oislcrisr. cie fsrs- guestisr. suUor. Lugst. Lsr. 1611. Itx rec. k^srnsbii, Lcmst. i6zz. 12. ^mll. 1656.1s. Lx rec. la. Lrist. Lronvvii 1661.8- L. nur. vsrior. /^mik. ,6z!. 8. Lx rec, losn. Lsfi>. Lcbroesteri» L>cl. 17-8-4. -»> Ueberseyt in das It»-. 3 z lieni. S58 S e n Sep Zienifcbe, sämmtlich von ?nd. Dolce, Ben. 1560.12. Von Hott. Nini, Von. >622. 8. Medea, Obip, die Trojancrinnen und Hippolyt, von Ben. Pasqualigo, Ven. >7)0. 8. Die Trojancrinnen vonGasp. Bragazzi, Wer. -5S>. 8. Von Mar. Raparini, Col. ,700. 4. Von Carlo Mar. Maggi, in sten Bd. seiner Opere. Von Gir. Ca- passi, Carpi 1707. z. Von Mar. Fasa- nlo, Ven. 17-8.8. Die Medca, von G. Raparini, Col. 1702.4.. LcrAgamcmnon, von ebend. ebend. 1708.4. Die Trojancrinnen, von Mar Guarnacci, bey seiner I'veüe, huc. 1769. 4. nebst einer criti- schen Vorrede über die Übersetzungen, und die bcyden Seneca. Auch hat üud. Dolec, als Nachahmungen^ des Seneca, einen Thvcst, Ben. 154z. 8. und Troja- tierinnen, Venedig ,;66. 8. geschrieben. >— In das Spanische: Die Trojane« rinnen, von Jos. Ant. Gonzalez de Sa- laz, beo s. hlcievs Iciev cie 1a VraFSilia .... chjaci. l6zz. 4. — In das Aranxosische: Von Ben. Baudouon, Troj. >629. 8- Von P. Linages, Par. i6;>. 12. Von Mich. Marvlles, Par. 1660. z. - Bd. Der Agamemnon, von Cd. Toutain, Par. 1557. 4. Der Herkules auf Octa, von Nie. Ledignc, Con- des ums I. 1,84. Die Trojancrinnen von einem Ungenannten, Par. 1674. >:. Auszüge aus verschiedenen in dem VUearrs eZes («recs des Brümoy. ^ Buch haben die Franzose» sehr viele Nachahmungen von Stücken des Seneca durch die Herren Duchat, Robert Garnler, Jsol. Brisset, Jean Prevot, de lajPeruse, Sallebray u. a. m. erhalte». --- In das Englische : Die Trauerspiele des Seneca waren cineS der ersten classischen Werke, das in die englische Sprache übersetzt wurde. Die Übersetzung mar hie Arbeit mehrerer, und erschien, kond. i;8l. nachdem die mchrcstcn Stücke schon einzeln waren gedruckt morden. Nachrichten davon gibt Warten im zten Bd. S. Z82. feiner Hickory c>f kriFl. ?c>ecrzc. Ferner sclmmtl. von F. Eherburne, honck. '1702. z. wovon abcr mehrere Stücke auch schon lange vorher einzeln herauskamen. Einzeln, der Thycst, von Jam. Wright 1S74. >r. Hippolyt, von Cd. Prcstmich >651. Die Trojancrinnen, von S. Per. dagc >66°. 12. Von I. T. 1686.4. Der Agamemnon, von Blackmore, ins. dsit- ceii. p»cms 1718. 8. — In das Deutsche: Die Trojancrinnen, von Opitz, in seinen Werken; der Agamemnon, von Alpinger, im iten Tb. s. Gcd. Klagenf. 1788. 8. Vollständig, unter der Aufschrift : Tragische Bühne der Römer, Anspach 1777-1778. 8. 2 Bd.— Erlau- revungsftheifccn: Von den Trauerspielen des Seneca, von Gvtth. Evhr. tcs- sing, im otcn Th. selnce Theatral. Bibl. Beel. >754. 8. " Do viciis VraZoe- ciior. i^uae Lenecac rriduunrui-, Dick. pilZrsm, Löcc. 2767. 4. — Das üben des Dichters findet sich, unter andcrn, in Crusius Lbensbeschr. Nöm. Dichter, Bd. 2. S. -79. d. d. U. — und kiltcrar. Nachr. in Imdr. lZldl. lac. Bd. s. S. izo u. f. Ausg. von ,77z. Septime« (Musik.) Ein Intervall von sechs diatonischen Stufen, oder der nächste Ton unter der Octave. Sie ist nach Beschaffenheit des Grundtones und der Tonart dreyerlcy, groß, klein und vermindert. Nämlich in der harten Tonart ist sie ans der Tonica und Un- terdominante groß, auf den übrigen Stufen klein. In der weichen Tonart ist sie auf der Terz und der Sexte groß, auf den übrigen Stufen klein. Die verminderte Septime hat einen bcsondcm Ursprung, wie hernach soll gczeiget werden. In derUmkehrung wird die große Septime zur kleinen, die kleine zur großen, und die verminderte Septime zur übermäßigen Secunde *). Da die Septime gegen die Octave des Grundtons eine Uutersecunde ausmacht, so ist sie ihrer Natur nach disso- S. Dissonanz. S e p S e p Z59 dissonirend und muß in der Harmonie als Dissonanz behandelt werden. Sie hat aber vor allen andern Dissonanzen das voraus, daß sie nicht blos als ein Vorhalt zur Verzögerung der zu erwartenden Conso- nanz, sondern zu einem wesentlich dissonirenden Grundaccord gebraucht wird, um eine Veränderung des Tones anzukündigen. Wir wollen sie erstlich als einen Vorhalt betrachten. In dieser Absicht kann sie anstatt der Sexte vorkommen, und über denselben Baßton aufgelöset werden, z. B. I ^ ^ !— --j--N 5 ^ Sie wird hier blos durch eine Bindung aufgehalten, um sogleich in die Sexte zu treten, die erwartet wird, und in die sie bcy der zweytcn Hälfte der Baßnotc würkiich übergeht. Die große Septime kann auch als ein Vorhalt der Octave vorkommen und bcy ihrer Auflösung über sich gehen, in folgendem Fall: s t ^5 -^1 Sie unterscheidet sich alsdcnn von der wesentlichen Septime dadurch, daß ihr Grundton bey ihrer Auflösung liegen bleibt, anstatt daß bcy der Auflösung der wesentlichen Septime ihr Grundton, wenigstens ihr Funda- mcntalton H, nothwcndig in einen andern Ton fortschreiten muß, bey welchem sie einen Grad unter sich tritt. Endlich kommt auch die verminderte Septime als ein Vorhalt vor. Eigentlich ist sie von dem wabren Grundton die zufällige Rone, die statt der Octave steht: aber, von ihrem Baßton gerechnet, sieht sie allezeit statt der Sexte, worin sie entweder gleich übergeht, oder ihre Auflösung bis auf die folgende Harmonie verzögert, wie in diesem Vcyspicl: ^ ^ 7 s-j —— —S—-n Diese Septime kann nie den wesentlichen Septimenaccord ausmachen/ weil bey ihrer Auflösung der Baßton weder in den Dreyklang der Quinte fallen, noch überhaupt anders, als in den Dreyklang des nächsten halben Tones, dessen Subsemitoninm er ist, fortschreiten kann. Da das Subsemitoninm allezeit seine Unterterz zum Fnndamentalton hat, so ist die verminderte Septime die Rone dieses Tones. Nunmehr wollen wir die wesentliche Septime betrachten, die in ihrem Gebrauch von der zufälligen ganz verschieden ist. Diese nimmt neben dem Dreyklang ihre eigene Stelle, nicht, wie jene, die Stelle einer Cou- sonanz ein. Sie wird dem Dreyklang zur Zerstörung des Eousoni- rens noch beygcfügct, und geht erst ans der folgende» Harmonie in eine Consonanz über, wie in diesem Bey- spiel zu sehen ist. Z 4 Hier ') S. Consonanz; Dissonanz; Sccunde. *) S. Fnndamcntalbaß.. Z6v Se p S ep ijuiWsiit - — r -t s j Hier entsteht also zuerst die Frage, in welcher Absicht man dein Drcyklang zu Zerstörung seines Wolklauges die Septime bcyfüge. Diese Fraae haben wir bereits im'ArtikelDisi^nanz! beantwortet Wir merken hier nur noch überhaupt an, daß man das Consoniren eines Accords in gar keiner andern Absicht durch Hmzufü- gung einer Dissonanz zerstören könne, als damit das Gehör nun eine neue Harmonie, die ganz consouirend sei), erwarte. Tritt nun hierauf ein con- sonirender Accord ein, so verursachet diese Befriedigung des Gehöres einen Rnhepunkt, ober eine Cadenz in der Harmonie, die durch die blos vorgehaltene Septime, die sich auf derselben Harmonie aufloset, nicht bewür- ket werden kann. Hieraus ist also offenbar, daß die dem Drcyklang bcygcfügte wesentliche Septime eine andere Absicht und eine andere Würkung habe, als die blos vorgehaltene- Deswegen wird fieauch in der Auflosung ganz anders behandelt. Bcy der vorgehaltenen giebt sich die Auflosung von selbst, weil die Septime über denselben Baßton in die Consonanz übergeht, deren Vorhalt sie war. Die wesentliche Septime aber bringt eine neue conso- nirende Harmonie in Erwartung, auf welcher ihre Auflosung geschehen kann. Diese Fortschreitung der Harmonie wird nun mehr oder weniger befriedigend, nachdem man den Ruhepunkt mehr oder weniger vollkommen haben will. Hierüber werden die untenstehenden Bcyspiele die no- thigen Erlauterungen geben. *) S. I Th. S, 6?. u. ff Man stehet leicht ein, daß dieSep. time, die kein Vorhalt ist, bcy der Auflosung nur in die Octav, oder Sext, oder Quint, oder Terz des folgendcnBaßtones übergehen könne. Wir wollen die Würkung aller dieser Fortschreitungcn naher betrachten. Dic Fortschrcitung der Septime in die Octave des folgenden Baßtones kann zwar bcy verschicdeiitlichen Harmonien geschehen, wie unten bcy a zu sehen ist; sie hat aber allezeit etwas Hartes und Unharmonisches: außer, dem wird in allen diesen Fallen nur ein schwacher Ruhepunkt crwekt"-), bcy welchem mau nicht stehen bleiben kann; weil das Gehör von einer neuen Tonleiter eingenommen wird, und al- so noch eine Folge erwartet. Aus eben dieser Ursache sind die Fortschreitungcn bcy b, wo die Septime in die Sexte des folgenden Vaßtones übergeht, wenig befriedigend, obgleich brauchbarer. Bey a H und b IZ liegen zwar beyde Accorde in derselben Tonleiter; da aber der letzte Accord kem vollkommener Drcyklang, sondern nur eine Verwechslung desselben ist, so befriediget uns diese Fort- schreirungdoch nicht sosehr, daß wir nicht noch etwas folgendes erwarten sollten. Die dritte Art der Fort- schrcitung, s. c, bey welcher die Septime in die Quinte des folgenden Vaßtones übergeht, führt zwar zu einem Drcyklang, der ohne Verwechslung statt findet! aber er bringet ebenfalls das Gefühl einer neuen Tonart ins Gehör; folglich wird hiedurch auch keine gänzliche Ruhe bewürkt, sondern mir einklcinerRu- hepunkt, nach welchem wir eine fernere Fortsetzung erwarten. Nun bleibet nur noch die vierte Art dcr Fortschrcitung übrig, bey welcher die Septime in die Terz des folgenden Gruudtoncs übergeht, indem der Baß um eine Quinte fallt, oder um eine Quarte *) S. Cadenz. Quarte steigt, wie aus den Befielen ä, e und k zu sehen ist. Hier kommen nun zwcy ganz verschiedene WZürkungcn heraus, nachdem die Septime groß oder klein ist. iJin erstem Falle, nämlich bcy B. stl " 8 7 i"' — i! II Die Septime bietet sich bey dieser Gelegenheit so natürlich dar, und führt so uothwendig zur folgenden Harmonie, daß man hieraus Gelegenheit genommen, bey jedem ca- dcnzmäßigen Gang des Basses, nämlich, wenn er quartcn- lind quintcn- weise steigt oder fällt, dem vorletzten Dreyklang, die Cadenz mag so unvollkommen scyn als sie wolle, die Septime zuzufügen, weil sie, wenn sie auch nicht ans der Tonleiter des folgendes Tones genommen, doch allezeit eine folgende Harmonie uothwendig macht, indem sie die Ruhe zerstöret, die allemal weniger oder mehr bey Anhörung eines Drey- klanges gefühlet wird. Dicscmnach ist der Septimenaccord von viererlei)' Art; denn die kleine Septime kann sowol dem harten und weichen, als verminderten, die große aber nur dem harten Dreyklang allein, zugcfüget werden. Von diesen Septimcnaccorden ist der erste der vollkommenste, weil er ausser der Septime noch einen zweyten Leitton in sich begreift, nämlich die große Terz, als das Subsemitonium des Haupttones, welche mit der Septime eine falsche Quinte, oder in der Umkchrung einen Triton ausmacht, der auf die vollkommenste Weise auf der folgenden Harmonie aufgclosek wird *); die Septime geht nämlich unter sich in die Terz, und das Sub- sensttoninm über sich in die Qctave des Haupttones. Dieser Accord führt daher unmittelbar zum völligen Schlüsse. Da die übrigen drey Arten des Septimenaccords diesen Vortheil eines zweyten Leittones nicht haben, so sind sie auch weniger vollkommen. Sie führen entweder zu dem Dreyklang oder Septimenaccord der Dominante, oder eines von der Tonica noch entlegneren Tones, wie in diesen Beyspielen zu sehen ist. 1Q1 7 A SS 7. 7 --n ") S. Dissonanz.1 Tb. S. 691 u. f. ") S. das oben gegebene Vcyspiel. Z64 Sep S e p e? " 1^? — .l. - - ^ iiQ Sie können daher nur in der Mitte einer musikalischen Phrase vorkommen; der erste hingegen ist allezeit der vorletzte Accord einer vollkommenen Cadcnz. In Heyden Fallen ist die Septime gleich wesentlich, und giebt dem Accord, der ohne sie ein bloßer Dreyklang seyn würde, die Eigenschaft, die Fortschreitung thcils noth- wendig zumachen, thcils zu bestimmen. Da sie nun kein aus einem andern Accord entlehntes, sondern ein zu dem Grundton gehöriges dis- sonirendes Intervall ist, so ist der Septimcnaccord ein wesentlich disso- nirender Grundaccord, so wie der Dreyklang ein wesentlich consoniren- der Grundaccord ist. Daß alle übrige wesentlich consonirende und dissonirende Accorde aus den Verwechslungen dieser Heyden Grund- accordc entstehen, und außer diesen kein Grundaccord mehr in der Harmonie existire, hat Herr Kirnberger unlängst in einem Zusatz zu seiner Kunst des reinen Satzes, unter dem Titel: Sic wahren Grundsätze zum Gebranch der Harmonie, unwiderleglich dargethan. Der Septimcnaccord leidet, da er vierstimmig ist, eine drcyfache Verwechslung. Wird die Terz zum Grundton genommen, so entsteht der Quintscxtaccord »; ist die Quinte im Baß, der Terzquartaccord b; und der Secundenaccord, wenn die Septime zum Grundton gemacht wird, c. ' l 7 a 5 h 4 Z —'— -Q- Alle diese Accorde sind gleich dissoni- rend, da sich in ihnen die Septime vom Grund- oder Fnndamentalbaß befindet, die auf der folgenden Harmonie einen Grad unter sich treten muß. In den: Quintscxtaccord wird die Septime zur disso- nirenden Quinte, in dem Terzquartaccord zur dissonirenden Terz, und in dem Secundenaccord zum dissonirenden Grundton. Von dem Gebrauch dieser Accorde aber ist in ihren besonder» Artikeln gesprochen worden. Der Septimcnaccord bringt unstreitig die gr ßte Lebhaftigkeit in die Musik, weil er durch sinne rnhestv- rende Kraft allezeit die Aufmerksamkeit auf eine folgende consonirende Harmonie rege macht. Fügt man der folgenden Harmonie wieder die Septime zu, so daß ein Septimcnaccord auf den andern folgt, wie in diesen Bcyspielcn: S e p Sep 7 ^ —5^^ so kann man den Zuhörer dadurch in große Unruhe setzen, vornehmlich durch die Fortschreitung des zweytcn Beyspiels, wo die Tauschung um so viel größer ist, weil die bei) jedem Accord sich befindende kleine Septime und große Terz die Nothwendigkeil eines folgenden Haupttones desto mehr fühlbar macht. Da diese Fortschreitung zuu. s. w. gleich durch die sinkenden halben Töne in den Oberstimmen sehr traurig wird, so schikt sie sich vornehmlich zum äußerst bittenden und sehnlichen Ausdruk. Wem ist das rührende Duett von Graun: 1'e er^o guae. lumus, aus seinem To veum lsu. cismus unbekannt, wo diese Fortschreitung unterschiedliche mal angebracht ist? Z. B. s —cs«— ^ G—5^ — . . ^ .... j . z... tu-iL ks - mulis, !—i- ru ^ iL ^ i - . k».'iaults l'x « i^' D ^ chi» - K—« tu- i« 7 -»e tu - inulis, tu - iz 7 q ^ « » e. ^ ^ ' ' VS l Die erste von den oben angeführten Folgen der Scptimenaccorde ist nicht von solcher Kraft; sie verhindert aber, wie diese, den Stillstand, und befördert die Modulation. Denn dadurch, daß der Zuhörer durch eine Reihe von Septimenaccorden in Unruhe und Ungewißheit gesetzt wor. den, wird ihm der erste Drepklang oder Dominanlenaccord, der ihm vorkömmt, willkommen, und er setzt sich ohne Zwang in der neuen Tonart fest. Dieses Vortheils hat man sich aber bis zum Mißbrauch bedient; daher gute Harmonisien dergleichen Art zu moduliren, vornehmlich wenn jeder Accord einen ganzen, oder wol gar zwey Takte einnimmt, und deren mehr als höchstens vier auf einander folgen, nicht mchr.gut heißen, und sie ihren Schülern unter dem Namen der Quinrcntransposi- lionen ganzlich verbieten. Auf den Septimcnaccord folgt zwar am natürlichsten der Dreyklang der Unterqninte des Baßtones. Dennoch sind folgende Gange in der Mitte eines Stüks nicht allein recht, sondern können auch von Ausdruk seyn: ZI 7 C —- tt. s. w. Bey 366 Se p Bey dm zwoen ersten Fortschreitun- gm ist die Cadenz vermieden H, bey den übrigen aber übergangen worden. In Rccitaliven kommen dergleichen Fortschreitungen vornehmlich häufig vor. Noch frappanter wird der Ue- bergang des folgenden Drei/langes in diesem Beyspiel : s S e p !^I Dl . —'—m L Z s—V- « « s- -Ä M—^ S- 1 r-— I Mi PNI Hier fehlt bey dem zweyten und vier. tenAccordcderGrnndton des Septi« mcnaccords; denn daß sie keine Dre^klänge seyn, erhellet aus der natürlicheren Fortschreitung dcsFun- damcntalbasses: wo die Septime, statt einen Grad unter sich zu treten, einen halben Ton steigt. Diese Freyheit nehmen sich großeHarmonisten bisweilen, um etwas heftiges auszudrüken. Eigentlich ist das angeführte Beyspiel so zu verstehen: INI Man sieht leicht, daß der zwcyte Accord der vermiedenen Cadenz übergangen, und an dessen Stelle der darauf folgende angeschlagen worden. Bey dem Septimenaccord sind nicht immer alle Intervalle, aus denen er besteht, nothwendig. Die Quinte ist am entbehrlichsten. Im strengen Styl darf dicTerz nicht fehlen; in galanten Sachen wird auch diese weggelassen. Oft bleibt auch der Grundton weg, wie zum Beyspiel- S. Cadenz. Obgleich nach dem, was in dem vorhergehenden Artikel von dem Unterschied der wesentlichen und zufalligen Septime gesagt worden, kein Zweifel mehr übrig bleibt, wieder Septimenaccord von dem Accord der zufälligen Septime zu unterscheiden sey: so ist doch in dem einzigen Fall, wenn die Auflösung der zufalligen Scprimc erst auf der folgenden Harmonie geschieht, und der Accord dadurch das Ansehen erhalt, als ob er wesentlich wäre, noch ^folgendes hauptsächlich zu merken. Der zufälligeSeptimmaccord kann nur entstehen, wenn bey dem Quint- sextaccord die Septime ein Vorhalt der Sexte wird. Geschieht dies bey dem Sextaccord, so wird der Accord uncigentlich der Septimenaccord ge- nennct, weil er keine Quinte neben sich leidet; er kann daher niemals mit dem Septimenaccord verwechselt werden. Bey diesem tritt der Baßton bey der Auflösung der Septime ain natürlichsten in den Grundton des Dreyklangcs seiner Unterquinte, nach 'dem zufälligen Septimenaccord aber in Sep Sep z6? in deil nächsten halben Ton über sich. Zum Bcyspicl: Ml icüi ^ » In dem ersten Bcyfpicl istdcrSepti- mcnaccord der wesentliche Grund- accord, in dem zweyten aber der vorgehaltene O-uintseMccord , der aus der ersten Verwechslung des Septi- mcnaecords entsteht, und der daher nicht anders als ein Quintsext- accorb behandelt werden kann ^). Diese Bewandniß hat es allezeit mit dem verminderten Scptimenaccord**); er kann daher niemals ein wesentlicher Grundaccord seyn, wie Namcan irrig lehret, sondern hat allezeit die Unterterz des Baßtones mir dem Septlmenaccord zum Grunde. Ob nun gleich der zufallige Septi- mcnaccord in der Behandlung und in Rüksicht seines Fundamenralbas- ses nicht von dem Quintsextaccord unterschieden tst, so ist er doch von unweit großen» Nachdruk, vor- nehnilich wenn die Septime in der Oberstimme angebracht ist: denn alsdenn ist der Accord aus lauter übereinanderstehcnden Terzen zusammengesetzt, und dadurch faßlicher, als wenn statt der Septime die zu dem Grundron gehörige Sexte angeschlagen würde, weil sie mit der neben Ihr liegenden Omare eine Secunde ausmacht. Durch die gewaltsame Ucbcrsteigui'.g derOctavc des Funda- mentalroneo aber, von welchem die zufalbge Septime die None ist, erhalt dieser Accord seine große Kraft, wenn er frei) angeschlagen wird. Er ist in steigenden Affekten der sehst- lichste Accord, die äußerste Hohe derselben auszudrüken; er schikr sich in Eingstülen zu der letzten nachdruk- O S, QuilNsextaecord. *') S. den veehergehenden Artikel. lichsten Wiederholung starker Worte; wenn Graun nach einer Generalpause mit ihm Forte wieder anfangt, so setzt er unsre ganze Seele in Erschütterung : kein Accord nimmt so sehr den höchsten und stärksten Accent alier Leidenschaften an, als der zufällige Scptimenaccord; daher gute Meister sich seiner nur sparsam und bei) den nachdrüklichsten Stellen bedienen- Kommt er im Piano vor, so erhebt er sich aus eine unterscheidende Art von seinem vorhergehenden und folgenden Accord, und macht in dem Piano eine angenehme Schatti- rung. Oer verminderte Septimen» accord wird noch durch die Mollronart charakterisirt, und ist daher zum äußerst traurigen Ausdruk geschikt. Dieser Accord hat noch das ihm eigene Schikliche zu cnharmonischcn Ausweichungen *). Noch ein anderer uneigentlich be- neunter Scptimenaccord ist der durchgehende; er kommt vor, wenn der Baß und eine ooer mehrere Stimmen sich bey einem liegenden Ton in Eon« sonanzen durchgehend fortbewegen, der von den durchgehenden Baßnoten zur Septime wird. Z. B. - - ^ ^ Z Wlj 7 «5 «z « 7 6 7 Die Septime wird hier nicht alsDis- sonanz behandelt, weil der ganze Accord gegen den Fundamemalbaß blos durchgehend ist. Daher ist dieser und alle durchgehende Accorde in der Harmonie das, was die durchgehenden Tone in der Melodie sind **). Ramea» ') G. Enharmvnisch. S. Durchgang. z6K S e r Rameau giebt jedem Accord, der eine Septime in sich enthält, den Septimenaccord zum Grunde. Dadurch entstehen Ungereimtheiten, die Se? auch-ein Schüler dafür erkennen muß. Man sehe z. B. folgendes Cx- cmpel mit dem Rameauschcn Grund« baß '). -e^s- ^ 3 9 « .U! - 'Q> -.1- 7 -S- issi 7 -V- !— ^— -—^— Die Quarte bey der zweyten Note macht gegen die Q-uinte eine Secunde, oder umgekehrte Septime; aber Nie- mand, als Rameau und die, die ihm blindlings folgen, wird sich einfallen lassen, hier denSeptimcnaccord von ^ zum Grunde zu legen, da von diesem Grundton sich in der Harmonie eine verdoppelte Quarte befindet, wovon weder die eine noch die andere aufgeloset wird. Mit der Rone des folgenden Taktes hat es dieselbe Be- wandniß; die Quinte, die wesentlich zu dem Grundaccord gehöret, kann zu dem Accord gar nicht angeschlagen werden. Wer fühlt nicht, daß so- wol die Quarte als Rone hier blos zufallige Vorhalte vor der Terz und Octave seyen, worin sie alsbald aufgeloset werden, und daß dicGrund- Harmonien des Exempels folgende simple Dreyklange seyn? Serenade. (Poesie; Musik.) Ein Lied von einer besonder» Art, das bestimmt ist, einer Person zu Ehren unter ihremZenster abgesnngeu zu werden. Sic ist also von verliebtem oder wenigstens galantemJnhalt. Die Griechen haben sie vermuthlich eingeführt; und die Ausleger des Ho-> raz merken an, daß in der Ode au die Lydia *') die Worte: Pullis minus ec minus jzm, Hte rno auf eine solche Serenade sich beziehen, und daß die zwey letzten Verse vermuthlich aus einer damals bekannten Serenade genommen sind. Die Griechen Nannten sie sehr artig welches so viel bedeutet, als ein klagliches Lied vor der Thüre gesungen. In Spanien und Italien ist diese Galanterie gebrauchlicher, als bey uns. Die Mode der Serenaden macht einer Nation eben keine 'Unehre; wenigstens scheinet sie ein Beweis einer einfachen, natürlichen und unschuldigen Lebensart. In den Sitten , nach welchen ein Jüngling Scheue tragen muß, seine Liebe, oder auch blos unschuldige Galanterie gegen ein Madchen, die noch nicht die Sei- ") V. Qensrsrion lnulvoniaue. Lx. XXX. l.. I. oa. -5. Ser Seinige ist, durch eine Serenade an den Tag zu lege», ist schon etwas verdächtiges, oder würklich unrich. tiges. Man giebt auch bisweilen den Namen der Serenaden der Musik, wenn sie auch blos instrumental wäre, die mau etwa gewissen Per. sonen zu Ehren, oder als einen Glük- wuusch, bey angehender Nacht vor ihren Häusern aufführet, und die man insgemein im Deutschen Ständchen nennet. Eine solche Musik ist um so viel angenehmer, da die Stille der Nacht ihren Eindruk natürlicher Weise vermehret. Der Tonsetzer, der eine gute Serenade machen will, sie fey über einen Text, oder blos für Instrumente, hat sich vorzüglich eines einfachen, sehr fließenden Gesanges zu befleißt, gen, inehr consonirend als dissoni- rend zu setzen, und vornehmlich solche Instrumente zur Begleitung zu wählen, die in freyer Luft die beste Würkung thun. S e r e n a t a. (Musik.) So nennet man in Italien eine be- sondere Art der Musik, worüber mir folgende Beschreibung von einem Freunde mitgecheilt.worden. Die Sereuaca ist eine dramatisch vom Poeten abgehandelte Geschichte, oder andere Materie, welche, in Musik gesetzt, aufgeführt wird. Dies kann auf dem Theater oder im Zimmer geschehen. Ihr Hauptunter- scchcd von der Oper ist: daß sie nicht mit Action, und nicht mit theatralischen Kleidungen, auch nicht mit abwechselnden Decorationen, zuweilen nicht einmal mir eigentlichen Dekorationen, ausgeführet wird; und 2) baß sie nicht so ausführlich und lang ist, als eine Oper, sondern gemeiniglich nur aus zwo Abtheilungen Vierter Theil, S e >' 369 besteht. Den Namen hat sie von der Zeit, wenn sie gemeiniglich ausgeführet wird. Ist die Materie aus der Bibel, oder sonst aus der geistlichen Geschichte: so heißt sie Oratorium. Wenn, wie bisweilen doch geschieht, auf dem Theater eigentliche Acrion, theatralische Kleider, und veränderte Decorationen vorkommen: so ist ihre Benennung schon uneigentlich, und artet in die Ppcrerre aus. Ordentlicher Weife, besonders in Italien, sitzen die Sänger in einem halben Zirkel auf Stühlen auf dem Theater, und der eine, oder die inehreru, welche zn singsn haben, stehen auf, so lange als sie singen In den Werken des Metastasio findet man von allen Arten derselben, eigentlichen sowolals uneigentlichen, gute Beyspielc. Sexte. (Musik.) Ast der sechste Ton der Tonleiter, oder cinJntervaU von fünf diatonischen Stufen. Sie ist nach Beschaffenheit des Grundtones und dcr Tonart klein, groß und übermäßig. In der harten Tonart ist sie auf der Ober - und Untermediante der Toni- ca, und in der weichen auf dcr Tonika und Dominante klein, auf den übrigen Stufen groß. Die übermässige kommt nicht in dcr Tonleiter vors sondern entsteht, wenn die große Sexte noch durch ein Versetzungszeichen uni einen halben Ton erhöhet wird; diese wird in dcr Umkehrung zur verminderten Terz * und kann daher nicht wol für eine Consonanj gehalten werden: die kleine und große hingegen, wovon die erste aus dcr Ümkchrnng der großen, und die zwcyke dcr kleinen Terz entsteht, sind ihrem Ursprünge nach Consonanzen, und gegen ihren Grundton allezeit evnso- *) S. Terz. Aa consonirend *). Außer der Terz ist kein Intervall von so vielfältigem Gebrauch in der Harmonie, als die Sexte; sie kommt bei) jeder Verwechslung desDreyklanges und des Septimenaccords vor. Der zwey- stinunigc Contrapunkt beruht fast blvs aufTerzen- und Sextcnabwechs- S e p sungen Doch sind zwey kleine Sexten siuftnweise nach einander im reinen Satz nicht wohl erlaubt, weil sie insgemein einen unharmonischen Queerstand verursachen, wie bey a; besser sind die, wo bcyde Stimmen nur um einen halben Ton fortscheci. ten, wie bei) d: ^n derN.elodie ist derSextcnsprnng nicht gegen den Grundton a... von einiger ^.chwicr-zkeit, lind im dern gegen die Quinte strengen Styl gänzlich verboten. rcr Satt erwa^ . '. ^ Wenn d.e D'xte ein Vorhalt der der sie eine S Quinte wird, so dissomrt ste, aber Zum Beyspicl: ausuiacht. Bey dem ersten Quartsextaccord des zweytcn Bcyspiels ist sowol die Sexte als Quarte consonirend, weil sie bey- de zu dem Oreyklang von Q der zum Grunde liegt, geboren. Bey dem darauf folgenden Quartsextaccord aber liegt der Drcyklang von Q zum Grunde, wie dieses aus dem letzten Beyspiel erhellet, wo die Septime dem Drcyklang zugefüget wird: so- wolQuarre als Sexte sind hier disso- nirende Vorhalte, jene vor der Terz, und diese vor derQuinre, worin auch ihre Auflosung geschieht Die übermäßige Sexte ist in ihrem Gebrauch weit eingeschränkter, *) S. Consonanz. S. Quattsextaecord. als die große und kleine. Sie kommt vor, wenn man in der weichen Tonart einen halben Schluß mit dem Terzquartenaccord in der Dominante der Tonica machen will, wie bey s, und die große Sexte, um den folgenden Accord desto nothwendiger, und die Octave, worin die Sexte tritt, desto piqnantcr zu machen, noch um einen halben Ton erhöhet wird, wie bey b. Oft wird statt der Quarte auch dieQ-uinte zu diesem Accord genommen, wie bey a; alsdann ist die Quinte die zufallige Rone vom Fundamentalton **). 5) S, S. Nene z Septimeiiaccord. S e x Sex Z7, Die übermäßige Sexte ist von so großem Wolllange, daß zu vermu- then ist, daß man allezeit das Ver- haltniß 7: i2, welches aus dem umgekehrten Verhaltniß 6:7^) entsteht, zu vernehmen glaube. War- um aber das Gehör bey der übermassigen Sexte nachgicbt, bey ihrer Umkehrung, nämlich der verminderten Terz, aber nicht, rührt vcrmuthlich daher, weil die Sexte in einer gewissen Entfernung von ihrem Grundton liegt, und gegen ihn nicht so genau verglichen werden kann, als bey der verminderten Terz, die ihrem Grundton so nahe liegt, und in unserm hcu- ——^— —^ . —t ——gz ! 1- ^ ch Die Franzosen haben diese durchgehende Sexte zu einer dissonirenden Hauptnotc gemacht, und daraus einen Grnndaccord formiret, den sie l'^acorä cie 6ixts - szoutee benennen. Daß dieser Grnndaccord aber sehr überflüßig und eine bloße Chimäre sey, hat HerrKirn- bcrger in seinem Zusatz zu der Kunst des reinen Satzes außer allen Zweifel gesetzt. S. Cvnsonanj; Terz. tigen System insgemein nur eine reine Secunde, folglich gar nicht zu gebrauche» ist. Daher ist die übermäßige Sexte im contrayunktischen Styl, wo die Stimmen sich umkehren lassen müssen, ganzlich verboten; in der freyeru Schreibart aber ist sie von großer Schönheit, und oft von Ausdruk, wenn sie maßig gebraucht wird. Sie tritt, wie alle übermassigen Intervalle, einen Grad über sich *). Bey halben Cadenzen laßt man bisweilen in einer Stimme des vorletzten Accordes die große Sexte ' chgeheu, wie hier: ^^ tt ——- >—-— ^^ "ä ' I Sextenaccord. (Musik.) Er entsteht aus der ersten Verwechslung des Dreyklanacs, nämlich wenn die Terz desselben zum Grundton genommen wird; die Quinte wird alsdann zur Terz, und die Octave zur Sexte. Von diesen wird nach Beschaffenheit der Umstände bald die Terz, bald die Sexre, bald die Octave Aa 2 jn ») S. yeSermäßig. z?2 Sex Sex in der vierten Stimme verdoppelt, nen natürlichen Leitton in sich be- Mansche die dem Artikel DreManz greift, nämlich, wenn er auf der angehängte Tabelle, wo diese Ver- Septime, oder auf der Secundc der dovoelungen bey dem Scxtenaccord Tonica vorkomnit. Im ersten Falle unter den Buchstaben V, i, k, ausge- liegt der Leitton im Basse, im andern scyr sind. Diese Verwechslung oder ist die Sexte dieser Lcitton. Von die- UmkehrrnigdesDreyklangeshat alle- sein letzten Scxtenaccord wird aber maleineVcrmiuderung, oderSchwa- hernach noch besonders gesprochen chung des vollkommenen Consonireus werden. Alle übrigen Scxtcnaccorde zum Grund, wird also vornehmlich auf den andern Stufen oer Tonleiter da gebraucht, wo man die Octav, sind ohne Leittone, und vertragen da- oder die Quinte in der Hauptstmime her jede Verdoppelung, wovon doch mitten na Znsammenhang nslhig hat. diejenige die beste ist, die in der Fort- Da benimmt man Viesen vollkomme- schreitung gegen die übrigen Scim- nen Konsonanzen durch Verwcchs- men nichts fehlerhaftes enthalt, und lung des Baßrones ihre befriedigen- am natürlichsten den Gesang bcfor- dc Kraft, hebt den Ruhepunkt, den dert. Doch verdoppelt man bey keifte verursachen würden, auf, und nein Scxtenaccord ohne Roth die bringt folglich mehr Zusammenhang Octavc m dcrObcrstimnic, weil die- in die Melodie. se Verdoppelung in den äußersten Im vierstimmigen Satz kommt es Stimmen auch bey der vollcstcn Herr« hauptsächlich daraufan, wclchesJn- monie leer klingt, tervall bey diesem Accord am schiklich- Es konuntnoch ein Accold vor, den sien verdoppelt werde, damit nicht Unerfahrne für diesen Scxtenaccord verbotene oder unmelodische Fort- halten konnten, der aber ganz von schrcirungcn entstehen, lim hierin ihm verschieden ist: nämlich, wenn nicht zu fehlen, darf man nur darauf bey dem Terzquartaccord die Quarte merken, daß kein Lcittonverdoppelt weggelassen wird, welches vornehm- weroui müsse; folglich kann weder bey lieh geschieht, wenn die Quarte nicht deui Septenaccord, dcr aus demDrey- vorher gelegen hat, so bleibt ein Scx- klang der Dominante entsteht, noch tenaccorb, den die Franzosen !'soLc» ä überhaupt bey dem Scxtenaccord, 6a petire-dixts nennen, übrig wo der Baßton einen halben Ton Weil dieser nicht aus dem Dreyklang, über sich in den Dreyklang steigt, sondern ans dem Scptimenaccord die Qctave verdoppelt werden, weil entsteht, wenn nämlich die Quinte der Baßton als ein Leitton, näm- desselben Zum Baßtsn genommen lich als das Semitonium von dem wird, so muß man ihn von dem ei- solgendcn Ton anzusehen ist. So genrlichen Sextenaccord wol unterkann auch keine Sexte oder Terz, die scheiden. Er kommt nur auf der ein Lcitton eines folgenden Tones ist, zweytcn Stufe der Tonica vor, uno oder durch ein zufälliges Versetzungs- bestehr allezeit aus der kleinern Terz zeiche» dazu gemacht worden, ver- und großen Sexte, die gegen einan- doppclt werden. In allen benann- der den Triton, oder die falsche tcn Fällen würden entweder Octa- Quinte ausmachen, der aufgelosct vc», oder sonst eine unstngbare Fort- werden muß. Daher sind sowolTerz schreitung entstehen. Es sind aber als Sexte bey diesem Accord Ineer- sowol in derDur- als in der aufstei- valle, die nicht verdoppelt werden genden Molltonleiter nur zwey Stu- soll- fcn, ans denen der sextenaccord er- sehe die hernachstehcndcn Bey- ") S. lcitton. spiele in Noten. sollten: die Terz, weil sie die Septime vom Fuiidamentalton, und die Sexte, weil sie das Subsemitoniuin modi ist. Demohugeachtet wird die Terz oft verdoppelt, ja statt natürlicher Weise unter sich zu gehen, tritt sie bcy mittelmaßigen Harmonisten, auch wenn sie nicht verdoppelt ist, fast allezeit über sich, wie bcy n. In folgendem Bcyspiel ist daher die Behandlung dieses Accords bey cl und e der bcy a, d und o vorzuziehen. Weil der eigentliche Sextenaccord, der die erste Verwechslung des verminderten Drcyklanges ist, gerade so, wie der beschriebene aussieht, und dieselben Intervalle zu haben scheinet; so ist norhig, daß mau auch diese bcydc wol unterscheide, welches leicht ist, wenn man nur auf die Fortschrcitung der Harmonie Acht hat. Dieser gehört in den Durton der Untersecunde seines Baßtones, und führt zu dem Dreyklang derTo- nica oder dessen ersten Verwechslung; jener hingegen geHort in dcn Mollcon der Unterquarke des BaßtoneS, und- führt zu dem Dreyklang der Dominante. Z. B. Bey dem ersten findet die Verdoppelung der Sexte gar nicht statt; bey dem zweytcn kann sowol Terz als Sexte und Octave verdoppelt werden. Zu dem uneigentlichen Scxtenac. cord kann auch der übermäßige gerechnet werden, weil er ebenfalls aus der dritten Verwechslung desScpti- menaccords entsteht, und derselben Behandlung fähig ist. Cr kommt nur auf der sechsten Stufe der Molltonart, nämlich aufdcr kleinen Sexte vor, und führt, indem die übermässige Sexte einen halben Ton über sich, und der Baßton einen halben Ton unter sich geht, zu dem Accord der Dominante H. Die Sexte, als ein vorzüglicher Leittou in diesem Accord, kann daher nicht verdoppelt werden, sondern nur die Terz, oder die Octave; doch muß die verdoppelte Octave nicht über, sondern unter der Sexte liegen, wegen des harten Verhältnisses der verminderten Terz. Man schlägt aber oft, statt der Verdoppelung, die Quarte, weil sie im Grunde zu diese!» Accord gehöret, dazu au. Daher sind alle folgende Behandlungen dieses Accords in ihrer Art Aa z Bey ') S. den vecherüchcnden Artikel. 574 S e x Bey der ersten und letzten Behandlung dieses Veyspiels ist eben das zu erinnern, was wir von der Verdoppelung der Terz bey dem uneigentlichen Sextenaecord gesagt haben. Die Gewohnheit hat diese Verdoppelung nicht allein erträglich, sondern fast angenehm gemacht. Und in der That, da man bey diesen Accorden den Fnndamentalton vermißt: so wird auch das dunkle Gefühl der Septime, die hier zur con- sonircnden Terz wird, durch den angenehmen Wolklang derselben ganz ausgelöscht, und wir vertragen ihre Verdoppelung gerne, wenn nur eine davon unter sich geht. Der uncigcntlichc und der übermäßige Sepcenaccord schikcn sich vorzüglich zu den Fragcadcnzen ^); von der Absicht des eigentlichen haben wir oben gesprochen. Wir haben aber hier noch eine wichtige Anmerkung darüber zn mache». Nämlich , so vielfältig sei» Gebrauch in allen Arten der Musik ist, so behut- sam muß man doch mit ihm bey Duette», die von einem Baß beglci. tct werden, und überhaupt bey zwey hervorstechenden gleichen Be- glcirungsinstrumenren, als Floren, Hobocn und dergleichen verfahren. Denn wenn die Sexce in der ersten, die Terz aber in der zwcyten Stimme liegt, so machen beydc Stimmen gegen einander eine Quarte, die in zwey hervorstechenden Stim- men^ oder Instrumenten, zumal wenn sie frcy angegeben wird, von der unangenehmsten Würkung ist, geschweige, wenn deren mehrere auf einander folgen **). Man kann mit dem Sextenaecord, der aus dem Dreyklang der Dominante entsteht, ein Stük im Auftakt anfangen, z. B. S. Recftativ. S- Luett. S i ti aber kein Stük kann mit dem Sextenaecord beschließen, weil man nach ihm allezeit noch etwas folgendes erwartet. -Ä- In W. Ccisp. Prinz Lxercirsr. maiic. rlievrcric» - prütklc. oder uiusikal, Wissenschaft uudKuuffübilngcn von jeder Con- cordauz, Lrcsd. >ü87 ->ü8s. 4. handelt die 7te Knnffübu»g, von der großen Sexte, und die achte von der kleinen Sexte, deren Prüfung sich in Mstlerci Musik. Vibl. Bd. ?. Th. S. -47. und Bd. 2. Tb. z. S. 50. findet. Singen. Aas Singen, von dessen Ursprung wir bereits anderswo gesprochen haben 5), hat ohne Zweifel die Erfindung und allmählige Vervollkommnung sowol der Dichtkunst als der Musik veranlasset. Anfanglich hatten diese bcyden Künste keinen andern Zwek, als das Singen, wozu der Mensch in gewissen Umstanden durch seine Empfindung eingeladen wird, zu vervollkommnen; beydc arbeiteten eine Zeitlang blos darauf, dem kunstlosen, nur aus der Fülle der Empfindung entstandenen Gesang eine gute Form zn geben, jene durch schckliche Worte, diese durch zusammenhangende, den Ansdruk der Empfindung schildernde Tone. Ob nun gleich in der Folge beydc Künste sich allmäh- lig viel weiter ausgedehnt yabcn, so ist doch noch cht das Singen der Hauptgcgensiand der Musik.'und einer *) S. Gesang. S i n S i n 375 wer der wichtigsten Gegenstande der sanfte Singstimme völlig wieder auf- Dichtkunst"). Es scheinet zwar, daß gerichtet werden, viele die sogenannte Vocalmnsik nur Daß das Singen eine weit größere als einen Nebenzwcig dieser Kunst Kraft habe, uns zu rühren, als ansehen; und man arbeitet an viel jede andere Veranstaltung der schonen Orten zehnmal mehr für die Jnstru- Künste, ist unstreitig. Die ganze Nicntalmusik, als für das Singen. Knust der Musik ist eine Nachah- Dicses beweist aber nichts anders, mung der Singkunst; dcnndieschat als daß hier, wie in andern Dingen, zuerstAnlcitung gegeben, Jnstrumcn» das Vorurtheil die Menschen derlei- te zu erfinden, auf denen man die Tötet, die Bahn der Natur zu verlassen ue der Stimme nachzuahmen suchte, und Nebensachen zur Hauptsache zu . Hat man es nnn aufdcnJnsirnmen- machcn. ' ten so weit gebracht, daß man durch Das .Singen ist unstreitig das diese bloßen Töne so viel Leidenschaft- wichtigste und wesentlichste Werk der liches ausbrüten kann: wie vielmehr Musik, gegen welches alles übrige, muß nicht durch das Singen ausge- was sie hervorbringt, eine Neben- drükt werden können, da es noch die fache ist. Gewiß ist die Gabe zu sin- Worte zu Hülfe nimmt, und den Gegen ein wohlthatiges Geschenk der gcnstand nennt, der die leidcnschaft- Nakur, das vorzüglich verdiente, liehen Töne verursachet? Ob nnn durch Genie bearbeitet und zur Voll- gleich jeder Mensch singen kann, so kommcnhcit gebracht zu werden. Es singt doch einer vor dem andern bes- dicner, die vergnügtesten Empfin- ser, nachdem die Stimme des einen düngen zu unterhalten und zu vcrsiar- vor dem andern an Annehmlichkeit kcn, Mühe und Arbeit zu erleichtern, und Leichtigkeit einen Vorzug hat, und überhaupt jede Empfindung des und nachdem sie mehr geübt ist, und Herzens auf die kräftigste und nach- der Sänger einen bessern Vortrag deutlichste Weise zu äußern. Auch hat. Daher ist aus dem Singen eine blos der leichtere Gesang, der zum weitlaufttge Kunst geworden, die die gesellschaftlichen Vergnügen ertönet, Regeln eines guten Vortrages an die hat sehr schätzbare Würkung; weil Hand giebt. Denn da das Hülfs- dadurch jcdcs'gesellschaftlichc Gefühl mittel der Sprache die Gegenstande auf die angenehmste Weise unterhal- der Empfindung schildern kann, wetten wird. Worte, die für sich nur ches dieInstrumcnte allem nicht thun einen schwachen Eindnss machen wür- können: so ist das Singen mit der den, können, wenn sie gesungen wer- Musik nicht allein verbunden worden, den, zur Sprache des Herzens wer« femdern hat dadurch die Veranlassung den, und eine ganze Versammlung in zu Erfindung von Knnstformen, wo Rührung setzen. Da auch mehrere das Singen die Hauptsache ist, ge- zuglcieh die nämlichen Worte singen geben, welche zum Unterschied der Jn- können, so wird dadnrck jeder in sei- strumentalmusik die Vocalmusik ge- ncn Empfindungen durch die andern nennet wird. Daher ein Sauger bestärkt; woraus denn eine Fülle des sowol als ein Jnstrumcutisi dieselben Vergnügens entsteht, das durch kein Zeichen der Musik lernen, und sich andcresMittel in demselben Grad zu in denselben Regeln eines guten Vor- errcichcn wäre. Singen ist endlich träges üben muß; doch muß dieses die leichteste und würksamstc Arzeney nicht so weit gehen, daß er sich nach gegen alle Bitterkeit des Lebens, den Instrumenten bilde, sondern die- Eine betrübte Person kann durch eine se müssen sich vielmehr nach seiner ') S. l'icd. Stimme bilden. Das Vornehmste, Aa 4 wonach Z ?6 S i tt S t n wonach ein Sänger streben muß, ist dem Sangers von wenigem Ansdruk ein guter Geschmak; diesen muß er ftyu würde, das höchste Leben geben, sich gleich Anfangs durch Anhörung obgleich bcyde denselben Gesang vor- gucer Singstükc eigen zu machen su- tragen würden. Der Sanger de« chen. Har er erst einen guten Ge- fleißige sich auf leicht zu fasseiideund schmak, omni kann er zu seiner Uc- der Stimme angemessene Manieren: bung sich allerhand Schwierigkeiten denn ver güte Geschmak vcrlangtZier- ausJnstrumentalsiüken geläufig ma- rathen; er suche vornehmlich die vcr- chcu, damit er eine Fertigkeit erhal- schicdcnen Arten der Triller rund und te, alles ohne Zwang vorzutragen: deutlich zu macheu, und sie mit Ge. aber auch uur zu diesem einzigen End- schmak und Ucberlcgung in der Me- zwek: denn aus diesen Schwicrigkei- lodic anzubringen; "kleine Auszierun, ten sein .yauptgeschafftc machen, und ' gen der Melodie gehören auch hiehcr, damit nurBcwunderung erregen wo!. j„ sofern sie von der Art sind, daß !cn, heißt sie Stimme zu einem sehr der Tonselzcr sie nicht hingeschrieben unvollkommenen Instrument eruie- »iid sie der Willkühr des Sängers brigcn, und den Hauplvorzug, den überlassen hat; doch hüte er sich, über, sie vor allen Instrumenten hat, auf all mit Manieren zu prangen, und das Herz zu wurken , gänzlich aus darüber den Ansdruk des Ganzen zu den Augen setzen. Jede Schwierig- vergessen: denn dadurch wird sein kcit, sie sei) noch so groß, kann auf Vortrag jedemZuhörer von Geschmak diesem oder jenem Instrument nach- unausstehlich.' Er mache es, wie der gemacht und besser nachgemacht wer- gm? Baumeister, der die Menge und den; aber mit Ausdruk gesungene die Art der Ziei rathen nach dem Cha- Worte kann kein Instrument nach- raktcr des Ganzen anbringt, nämlich spielen. Hierbleiben für den San. so, daß das Ganze dadurch nicht ger Schwierigkeiten von einer an- verstellt, sondern dadurch nur reizende! n Art übrig, wozu die bloße Fcr- per wird. Eine Anette von leichtem tigkeit der Stimme allein noch lange «„d fröhlichen,Inhalt vertragt viele nicht genug ist; Schwierigkeiten, die Manieren, ein pathetisches Sing- so vielfältig sind, als es der Aus- stük hingegen fast gar keine, u. f. f. druk ist. Jeder Ausdruk crfodert Der manierliche Vortrag der Sanger seinen eigenen Ton der Stimme, und hat in der Musik den ersten Grund überhaupt feinen bcfondern Vortrag. z»m verdorbenen Geschmak gelegt, so So verlangen zornige Worte emen wie in der Gelehrsamkeit die manier- trotzigen Ton, und einen abgesioße- liche Schreibart. Veränderungen nen, ohne alle Manieren itachdrükli- dcrMelodic, nämlich wo ganze Satze chen Vortrag; zärtliche Worte hin- anders gesungen werden, als sie vorlegen einen sanften, einschmeicheln- geschrieben sind, können nur alsdenu den Ton, und , nach dem Grade der gut scyu, wenn der Sänger dadurch Zärtlichkeit, einen ziehenden und ma- yas Fehlerhafte des Ausoriits in der merlichcn Vortrag. Ein klagender Melodie ersetzt, und es folglich besser unsicherer Ton, der zwischen dem versteht, als der Tonfttzer. Da die- Rcinen und Unreinen schwebt, dringt ftrFallseltcn ist. zu geschweige», daß bei? rührenden Worten in die Seele, der Sanger bey solchen Auszierungen und ist den Sänger», die bloße Fer- die Harmonie in seiner Gewalt ha- tigkcic der Kehle besitzen, selten oder beu, und selbst ein Tonsctzcr seyu garnichtgegcben. So kann ein aus- muß, so kann es nicht fehlen, daß druksvollcr Ton der Stimme einem solche Variationen oft von dcm übel- Eesang, der in dem Munde eines an- stm Erfolg sind, und etwas ganz anders S i n anders sagen, als der Tonsetzer gewollt hat. Diese Sucht zu variiren ist den Operncomponisten zu statten gekommen, und hat die Passagen eingeführt, wo über bekannte Transpo- sitionsharmonieu eine nichtsbedeu- iende Folge von Tonen gelegt ist, die der Ganger nach Lust variiren, und dadurch eine noch weniger bedeutende Gcschiklichkcit zeigen kann, da es in der That eine leichte Sache ist, über eine bekannte Folge von Harmonien gleichgültige, blos das Ohr ergötzende Variationen in Menge zn machen. Dieser bunte und schekigte Geschmak hat heut zu Tage in Italien, wo die Singkunst zu Hause gehöret, so überhand genommen, daß zu befürchten ist, die Singkunst sowol, als auch die Instrumentalmusik, die jener Schritt vor Schritt folget, werden auch bey uns bald in eine völlige Tändelei) ausarten, wenn man nicht aufhören wird, dieCastraten für die ersten Richter des wahren und guten Geschmaks zu erkennen, und ihren Modcnkram für achte Schönheiten der Kunst zu halten. Man muß sich wundern, daß in den Büchern, die zur Singkunst Anleitung geben, wenig oder gar nichts sich auf dcn Ausdruk beziehendes ge- lehrct wird, da dieses doch Haupt- sachlich dasjenige ist, wodurch die Stimme sich vor allen Instrumenten am meisten auszeichnen kann. Mau lehrt den Sauger blos die Noten, Manieren und Passagen tt. Tost hat hin und wieder in seiner Anleitung zurSingkunst nützliche Anmerkungen über den Vortrag, wenn er Ausdruk haben soll, gemacht, und jeder Sänger sollte sie auswendig wissen. Daß der Sänger nicht mitten in einem Wort Athem holen,^ und daß er die Worte deutlich aussprechen müsse, versieht sich zwar von selbst; dennoch wird hanfig hicwider gefehlet. Dieses ist nirgends so unangenehm, als i» Recitativen, wo, wenn man die Sin 37? Worte nicht versteht, man aus der ganzen Musik nichts machen kann. Da das Recirativ blos für die Sing- stnnme gemacht ist, und auf keinem Instrument gespielt werden kann, so ist der Vortrag desselben eine Hauptsache für den Sänger. Er muß die Gemüchsbewegung und den eignen Ton eines jeden Affekts genau kennen, und singend sprechen; jede Abänderung der Leidenschaft bis austue feinsten Schaturungen in den Worten bemerken, und seinen Vortrag darnach einrichten; er muß die nach- drüklichstenWorte und dicnachdrük- lichste Sylbe solcher Worte genau kennen, und darauf den Nachdruk le- gen, aber über andere, die von keiner großen Bedeutung sind, wegeilen; jedes Eomma, und die übrigen Abteilungen der Rede, muß er durch schikliche Senkung der Stimme weniger oder mehr fühlbar machen. Dieses gehört zur Deutlichkeit des Vortrags; aber er muß immer in einer Sprache geschehen, die der leidenschaftlichen Person, die er vorstellt, angemessen ist. Stärke und Schwäche, geschwindre und langsamere Bewegung, Takt und Pausen, alles hangt hier blos von dem Sänger ab, der, wenn er sich nicht völlig in die Leidenschaft versetzt, die die Worte ausdrükcu, statt einer rührenden Sprache, der kein Mensch widerstehen kann , eine Misgcburt zur Welt bringt, und seinen Zuhörern Ekel und Langeweile «nacht. Jede Arie kann auch von einem mittelmäßigen Sänger gut vorgetragen werden; aber das Recirativ ist nur das Werk eines vollkommenen Säugers, der jede Leidenschaft kennt, und jeden Ton derselben in seiner Gewalt hat. Es ist nicht zu laugnen, daß eine schöne Stimme viel wieder gut macht, was am Vortrag fehlet. Den« kunst- gelehrtcn Sänger gilt diese Entschuldigung nichts; aber dem Liedhaber und vornehmlich dem Frauenzimmer, Aas denen Z?8 S i n S i n denen die Natur vorzüglich vor den Männern eine schöne und dauernde Stimme gegeben hat^ sollte diese Wahrheit eine Anreizung seyn, sich im Singen zu üben, und ihrem Ge- schlechte dadurch eine der größten Zierden zu geben. Die einsamen und stillen Verrichtungen, die daö Frauenzimmer hat, sind ihnen zum Singen so bequem, daß man glauben sollte, der Schöpfer harte ihnen darum eine so schöne Stimme gegeben, weil sie die Bequemlichkeit haben, sie zu üben und zu nutzen. Wie angenehm kann sich ein Frauenzimmer einer ganzen Gesellschaft durch ein einziges Lied machen, das sie mit Anstand und einer mäßigen Geschiklichkcit singt? Wie leicht vergißt mau beym schonen Gesang, daß die Sängerin nicht schön ist; und wie leicht kann sie dadurch sich eine ganze Gesellschaft unterwürfig machen? Ein Lied von der Tugend, von den Glüksiligkeiten des hauslichen Lebens, von der Freude, die aus reinen Duellen entspringt, u. d. gl. aus dem Munde eines tugendhaften Frauenzimmers würde aufmanchcn Menschen mehr würkcn, als die gutgemeintesten Warnungen, Vermahnungen und Lehren. Das Singen hat auch noch den Nutzen, daß man die Worte, die man singt, weit eher behält, als die man blos liest; denn durch das Singen dringen die Worte desto tiefer ins Herz: daher die Alten alle ihre Lehren und Tugendfprüche in Verse brachten, und sie sangen. Uebcr- hauot war bei) den Alten das Singen in großem Ansehen; ihre größten Festtage wurden mit Singen zuge. bracht. Von dem Singen, und zwar von dem Choral- und Liguralgcsang zugleich, Hameln in lateinischer Sprache: »äit.Vollieius, oderZbolliclus (Opus aureum teluticae csllißsriit. cle Lire- gorisns er irZursrlvs srque Contra- puntto tlmplici . . . Colon. izoi.q. Curer. 15IZ. 4. Auch so !i der Verf. noch ein Lncdiriciion Ktutiec«, IMdln- tlirurionea vluiic. geschrieben haben.) >— Glin. a Ctuercn, oder van der Eicken (Llputc. chtuiic. . . rle Cre. gorisns cc iigarsrivs stalle conrrs- puntto iimplici . . . Vicn. 1509. 4, Csnstzh. >516.4.) — Uüencesl. phl- lomathes de novo Domo ober L?eu- haust, (lüdet. . . öe regimine utriuz- qus csnrus et inoclo csncsnsti, lüpf, i ;>8. 3. In lat. Versen. Compea- cüum tolullees, LViricd. 1554.8.) —» Geb. von Desitin (Cputc. urriusque dstuiic. rsm cdorslis qusm crism inen- turslis .... Crsc. 15 ,9. 4.) — Dernh. .Bogentan5 ( ILuäim. nrrius- que Csncus, Colon. 1528.) — tbam- padius (Compencl. dtulicer rsm tigu- rsr! cznsm plsni csnruz, scl tormsm clislogi .... IZcrn. 15Z9. 8.) — ^:er. LNlelzeliuZ (Compenä. dtutiecz rsm cliorslie gasm tlgursl!»' .... ltsmd. 1660. 8. Deutsch und lat. in Frag» und Antwort.) In italienischer Sprache: Hier. Aaron (Dom- penstiolv ei! molri ciuddz, le»rcci e tenren^e inrorno sl esnc» terms e b- gursro . . . Ich!. (1516.) 8- bat. sehr verändert, von Ant. Flaminio, Von. >5:6. g. Das Werk ist in sThciic abgc- theilt, wovon der erste vom Choral - her zweytc vom Figuralgesang hantelt.) — Angel, da Piccüono (knor sn^elic» öi Klalles . . . V!n. 1547. 4. In s Bachern.) —> Vinc. Ä.usirano (In- trostu2. tscililtims e novÜtmis 554. z) — — I» «deutscher Sprache: Frz. ZLav. Murschhauser (Fundamen- talischc Handlcitung so wohl zur Figu- ral- als Choralmusik, München 1707. Querfol.) Die, von dem Choralgesange allein handelnden Sweiststetler, sind, bey dcm Art. Choral angeführt. — — Von dem Fizuralgesanzo, Italienische Schriftsteller: Franc. Caza ('I'rarrarn vulgare 6el Lanro siguraro, dckil. 149z. 4. Ungen. 1>zhtarus Zckussccs, Ven. 8. und mit dcm Titel, Oompencllum Iv1usice5 . . . 1509. f. Ein Werk mit ähnlichem Titel ist ebcnd. 1498 gedruckt.— Giov.Lam. Masfei (Oilcortu liluholico clella voce e cicl moclo eil caurare cli Oargaicra .... 156z. 8.) — Giovhar. 2öovi- cclli (ldcgoli cli Julien . . . Vcn. 1594.4.) — Hier. Cardanus (f 1576. Vraeccpra csncnci!, hil>. V.) — Ail- guino 2öresciano (II Vehauro illu. miuaro cli rurri i ruoni cl! Lanro jigu- rarn . . . Ven. i;8l. 4.) »— C)lt. Burante (/Zrie clevore Ic czuali con- rcngono in he la maniera 6! canrar ccur gra^ia, l'imira^lvne cielle psruls, e ll ncoclu cl! hcriver psssagg!, est alcri ekhcrci . . ldom. 1608- t.) — Sion. 2?ar. Tvossl (Organo cle' Lanrori per inrenclere cla je ilesso vgni passo cht- jicile cde si rrova nclla däussca, Ven. 161 8. 4 ) — Giac. Carissimi (Seine „Singckunst, und leichte Grundregeln, die Jugend in der Musik zu perseetioniecn," ist nur in dieser Uebcrsetzung, Augsb. ,696. 4. ztc Aufl. bekannt. Auch ist sie lcy dem „Wegweiser zur Kunst, die Orgel recht zu schlagen . . . AugSb. >700. 4." so wie ebcnd. im I. ,7;,. wieder zum sechsten Mahle gedruckt worden.) — Pier. Franc. Tosi (Opinioni cis' Lanrori anriclii c mvcierni, v liano Oh- herva^ione hopra il Lanro siguraro, hol. ,72z. 8. Deutsch, von Ich. Frz. Agricola, Berlin 1757. 4. Englisch von Galllard > 74a.) — I- Manzini henlicri e kissetlioni praricke. hopra il Lanro iiguraro, Vin. 1774. 4. Französisch von M. A. DesaugicrS, Par, ,77s. 4.) — — Französische Schriftsteller: iLmer^ BernarO (Ivlerhocie courre er hacile pour apprencire a ckanrer, Orl. i;ül. 4. Leu. 1Z70. 4.) — Pierre Julien sLo vrsi clicinin pour apprencire clranrer roure hurcc clc triuiiczue, hzmn 1570. 8 ) — Jean Miller sLa belle merbocle , »u I arc cle dien cbanrer, H70N 1666. 4.) — Von zwei) Ungenannten habe ich, in der Geschichte der Mnsik des P. Martini, zmeo, nm eben diese Zeit(>6Sü) erschienene ähnliche Werke, als lnüruhhon pour cvmprenclre cn brck lez preceprcs er les tonäe- mens cle la lVlullczue, I'ar. 1666. und lVlcrkocle hacile pour apprencire ^ ckanrcr 1a dckutique psr undäairre ce- leine, far. 1666. angefahrt gesunden. — Naill)? (liemarczues cur!eu5c5 lur l'arc clc ckanrcr ?ac. räckg. 12.) — Jean Tiousfeau (lvierlioclo clairc, cercalne er hacllo pour apprenclrc ä eksnier Is lvlcisiczuc, /Vmll. s. a. 8-)'— ^.'Afstlarl? (hrincipcs crcs t'zcilcs c^ui coucluironr . . . zuiyu'au poinr fls clranter roure horte clc klutic)uc ct livre ouvcrr, /Ziujb. j. a. ( 17 1 0 ) 8.) ^ Phil. Rameau (ldsllex. hur la maniers cke tormer la vvlx er ä'apprcnclre la dckuliczue .... l'ar. l?;i. 8.) — Dcrard (h'arr clu Ll.sur, har. 175;. 8. DaS Werk besteht ans z Th. wovon der ite von der Stimme, in Beziehung auf Gesang; der atc von dcr Articulation und Pronunciation; der zte von der richtigen Intonation, Verbindung der Töne, Ausdruck und den Manieren handelt.) — Älaiichct (Oer Viblioth. der schönen Wissenschaften, Bd. 4. S.gaa. ZnFolge, ist der vorhergehende mit diesem Eine Person; nach dem hss'ai hurla Vlusslzue, Bd. z. 5. 585. sind es aber »ivcy, und der letztere soll Z8» S i n S i n soll seine h'srt, ou Icz principe! pbi- jotopbiczues ciu cbsnc, psr. 1756. aus dem Werke des crstern entwendet haben. S. auch H. fforkUs kitkcrat. S. zrs.) — Morel de ^cscer (Science cie Is bstuticzue vncsle, ?-r. 1759. 4. Isscxo 1768. 4. ) --° Mösll. Duval (bjcrbocic szresbie er urile pour sp- prerieire tsciiemcnr d cbsnrcr zullecr svec gour.) — Sason (des LIcmen! cjc ^tuiiczuc, psr. 1772. 8-) — Un- Zen. (tte elcveioppcmenc ctei'ouiepsr je! Sons «je I» d.suticzue, lvurdc im Jvurn. Uncycl. M. May 177g angekündigt.) — F. Thieme (kliemens ste j^iuliijus prsr, er Soltegcz nouv. pour r.pprenstrc ls bjuticzue er le goüc ein cbsnc. psr. 1784.)— Martini (tele- lopcc mocicrne, ou I'src -in cksncre- rire -irr et tinZinß . . . ) — Will. .Balde ( brief Inrroäutlion rc> ibe reue src ol »u- ticke . . I-on-j. 1584. 4. Verändert unter dem Titel briete inrrociu^lion rc> rke blcili ob SvNZ . . .) — siUet. Rogzio (.^ Dresritc tri iinZ well snzr SonZ evksrloevcr, Oxk. 1677.) — Ilngen. (H nerv snel cst^'vs;' ro le-irn ru iinA b^ boole, l.unck. 1686. 8. S. den Osrsl. jjibl. hocii. 2krr. ^tuiics.) >— dlllge». (/^ briet etitcourie o5 rbo irslisn btsnner ob iinAing, rvbereiu i! ter ssoevn rbe use ob rkoie grsces in linZinz-, ss rbe tpriil snä Qrnppo . . .) —» Robinson (litls^ upon Vo- csl-bssutilc 171;. 12.) — Cyrn. Gil- son (hetlori! on rbe prstlice ok Sing- ing, Lrtinb. 1759.4.) — Nares (Dresrite c»i Singing, honst. 1770.) "» Äns. Ba^lez- (sie prsÄicsl Irrest, on Singing snst Itts^ing rvirb ^utb expretiion snst real elegsuce, honst. -771. 8.) -Holländische Schriftsteller: Gor. t'an Rov (Oonvivium Lsnror. Xton. 15 84. 4.) — Dirb van der Hoogh (die Lronstcn vsn bec Vocssl-dsur^k ^mtt. I75». 8.) — Nie. Lader (ldustim. dstu- tices, /^ug. Vinstei. 1516. 4.) Marc- Agricola (Eine kurze deutsche Mustea mit 6; schönen licblicheii Excm- pcln, in vice Stimmen . . . Mittend. 152g. 8. Besteht aus 9 Kap. liuciimcnr» bluiice! . , . Vircb, 1Z Z9> 8, t^rwet). vuIZZrior. in X-Iulic, pro KjzgcieburZ. tcbolae pueri! . . . tdls»ri. 154z. 8. Die Heyden letztern zusammen, mit dcm Titel: Duo libri tvluticc!, Vircb. > 5 61. g. Ob nicht die deutsche tdlutics iigurzli! desselben, Wittcnd. >5Z2. 8- und das Schristchcn, von den proporrioni- bus, wie sie in die Noten wirken, Witt tenb. t. s. 8. eben diese, und die angeführten lateinischen nur die Ilcbcrsctzun- gcn davon sind, weist ich nicht zu entscheiden.) — Mare. Croincr (tvluiic, tiAueariva .... Bc» Geb. Felstins Oputi:. dstuticez . . . Lr-rc. 15Z4. 4.) Joh. Spangenborg (Ousctt. mu- ticac . . . hloi rk, 1 5z 6. 8> Vircb. 1 542. 8- ttips. i;6i. 8. Lol. 159z. 1 Z.) — Seo. Heyden (BraK-uu! cie /zrre La- ncncli sc vcro tignor. in cancibu! rttu, hib II. dstor. 1 ;z7. 4. r540. 4 Das >tc Buch handelt, in 8 Kap. äc deluiics czuiä iic er uncle ciitts ; cie scsls , eis» vibaz er cor. uta; tie inrervsllis; cie tolinitsrione z cis rstlu; ele norulis; ctc punKis! 6e psrissü das zweyte Buch,, in 8 Kap. >is menturs; «ie pro. Isrione; cle rempore; rle masti!; rie proportionib'u-i ; lor. 1 5 5 a. ö.) — Nic. Roggius (bbusic. prg. btico, t. sLiris esnencli Llemenrs, Luclpbcrb. i;66. 8. kkamb. 1596. 8.) — Lbrsipb. Riv (Seine deutsche Musik, Nürnb. 157z. 8. ist aus Hpinr. Fabcrs latein. Lompcnci. gezogen.) — Valent. Gotting (LompcnU. ^lulic. moeiuiaror. Lepborei. l;87- 8-) — 2idam Gumpelshaimcr ( Lompenei. ^tulie. T^uguii. 1595. 4- Verb, und vecni. löii. 4.) — George (Z^uit- schreiber (De oonenili eicgoircio, ien. 1598. 4. Nur ein Bogen.) — Ivlutie» n«vo. Neue Singckunst, da sowohl Krauen - als Mannspersonen in einem Tag könne» lernen mitsingen, Steinfurt 160-. 4. — Heinr. Grgostni (Neue Sliigekunst, Lcipj. ,6oz. 8. latein. und deulich.) — Inrrnäubkio iir s^rrem bchulic. pio tckuls Valslicnll 1604.8- — Chrjiph. Dcmanrins (libgoge T^rris mui. Kor. 1607. 8. k^re^b. I6z6. 8- ?te Aufl. deutsch und lat ) — Heinr. Baryphonus od. Grobstimm (liogoZc chjutic. bstsgei. 1609. 8- Wahrscheinlicher Weise eben dieses Werk, unter dem Titel, r^rs csnencli, >lplio- rism. tuccinsiiz chei'eripra er vor. pbi- lvl. marbem. ph^iie. rc bilkor, iiluikr. bipb. iSzo. 4. Noch wird von eben diesem Verf. eine lureochuötio mulleo angeführt, weiche mir nicht nclher bekannt ist.) —Mar. Deringer (Die ftcye liebliche Singekunst, Nürnb. ,610.) — Jost. Schnchmann (Lompcncl. öchu- t-c. Hake,6,6. 8. deutsch.) Erh. Büttner (Ikuäi'm. öchullr. . . . Lob. >6,z. 8. Jena 16-5.8. deutsch.) Heinr. Grimm (Unterricht, wie ein Knabe nach der alten guidvnischen Art zu solmisiren leicht angeführt werden könne. Magd. ,6-4. z.) — Jost. Lrüger: (praercpca chlus. prach tigurolio, Korr 1625. s. Vermehrt und Deutsch, unter dem Titel, Rechter Weg zur Singekunst, Berlin 1660, 4. (huaelkion. ^lulic. prsdiicae, kervl. ,650. Z.) — Nic. Gengenbach (Neue Singekunst, Leipz. -6-6. 8.) — Joh. Lhrstph. pfreum- dcr ( Richtige Unterweisung zur Singckunst, Strasb. 16-9. z.) — tiuäim. pro Lisino. Lelctro - Volsioco, ^mikei. ,6z6. 4.) — Gigism. Tsteopst. Staden (llueiimenrumbslri» tic., d. i. Kurze Unterweisung des Sina gens . . . Nürnb. >6z6 und ,64g. 8.) ^.aurenc. 2?ibov (Lncbir. muff» oder kurzer Begriff her Singkunst, i6zz. 8. aber die -le Aufl.) —. Dan. Frrde- rici (Deutsche -Vluffic» ffgurslir, Rost. >6z8. 8. (;te Aufl.) 1677. 8 ) — Ambr. Proftus (Lomponä. belustc. darin gewiesen wird, wie ein junger Mensch . . möge singen lernen, Brest. 1641.4.) -— Xvolfg. Hase (Einführung in die Musik . . . . Gosi. 1644 und ,657. 8.) ---- Georg LrieSr. Äeinmann (Musik, büchleiu, Erf. 1644. g.) — Drro Gi- belius (Lcmuior. mociularor. vocal. d. i. Ein Pflanzgarten der Singkunst . . Zeile 1645.4. Brem. 1658.8.) — Jost, rveichmann (östustca, oder Singekunst, ,647. 8.) —> Job. Rad.2lhle (Teutsche, kurze Anleitung zur . . Singekunst, Ers. 1648. Mit Anw. von I. G. Ahle, Erf. 1690 und 1704. 8.) — Job. Andr. Herbst (lvluiicü möllern» prarrics, vvvero manicro eici buon csnro^ d.i. Eine kurze Anlcit. wieKna- ben . . . auf jetzige ital. Manier, mit geringer Mühe recht gründlich können unterrichtet werden . . . Nürnb. 1611. 4. 165z. 4. (sie Aufl.) 1658. 4. Auch wird in der Litterat. der Musik, Nürnb. 178 z. 8. S. 41. eine Aufl. v. I. 164- angeführt. Die vom I. l6ii besitzt H. Ka- pelimci? Ztt2 S i n S i n pcllmeistec Hiller.) — L?iL, Stetiger (^ävnveluöb sei ^luiic. rricorer. d. i. Kurze Anleitung zur Singckunst . . . . Erf. 165;. HildeSH. >S;z. 1666. 8 ) — Marc. Hemrici (loäyrri itsmus pro Oiicenrilius, oder deutsche Singckunst, Halle l6ü;. 8. Ivl/rri Id^mus pr» l)o- cenribur, ebend. 166;. 8.) — XDo'fg. Cafto. j/riir; (i) Anweisung zur Singekunst I66S. 1671. >68;. 0) Lompenä. k»iu>io. IiAnoeciriiie: cc mvcirrlocvriae vooalis, d. i. Kurzer Begriff aller derjenigen Sachen, so einem, der die Vo- calmusik lernen will, zu wissen von Nöthen sepn ^668. Dccsd. >6«?. 8. >714. 8- Besteht auü-z Th. wovon der erste, in 5 Kap. die Zetchenlchre und der zwcyte die Anweisung zum Singen in 6 Kap. enchlllt. z) i^luiicn moäuloriir. vves. dir oder Manierliche und zierliche Singc- kuust . . . Schweidn. 1678. 4. >68?. ». Besteht aus iz Kap. deren Jnnhalt sich in Ferkels Lirtcrat. S. z°y. und in I. Ad- lungs Anlelt. S. 740 der sten Ausg. findet.) — (Lrasm. Grrroer (bi^iropL. d^ntlc. oder Kurzer Jnnhalt, wie die Schuljugend kürzlich ... in der Sin- gckünst abzurichten, Negcnöb. 1Ü7Z. z. Grubcr hat aber eigentlich nur die Borrede dazu gemacht.) — -Hier. Graden- rbaler (klnrulnAlum öäulicum, oder Treu wohlgemeinter Rath . . Rcgensb. 1676. Nürnb. 1S87. 8.)— Joh. Ülick (Kurze Anleitung zur Singekunst in einer Tabelle, Wirtenb. 1678. t.) — Job. G. FlsGer (lvlonustutk. Izc. Zerrn. «et kelulla. vncal. Lörr. lvzo. 8.) —> N?olfg. Miel). Melius (Idueiimerira . . . Gotha 1686. 8. deutsch.) '— Job'Sasp. Aange (Vüerlroä. unv. er pcei'j'ic. in /)rre mur. . . . Hiides- pcim 1688. deutsch.) — Georg Fulde (lstca looni Lsncoris, d. i. getreue und grünol. Anleitung u. s. w. Nürnb. 1653. 4.)— Lbrsl. Hofmaim (Kurze Anweisung zur Singckunst, Jena 1689. g.) —- h?ic. oerleöer ((Vlussca iiAurslir . - . ) — Job. ?iu0. Srierlcin (Der erste Th. s. ?>!lü>Iium üsulic-rlo» Stuttgart -691. 4. bestehe auö einer „lln. terwelsung, wie ein Anfänger die Fundamente im Singen legen solle/') — Mo. ritz Feyerraz (k'^ncoxiz milinr zur Singckunst, Änderst. 169;. 4.) — Aoam Siglüin Marrini (Gründliche und leichte linterwcisung, wie man, nach Anleitung des deutschen Alphabeths die ganze Wissenschaft der heutigen Vokal- mufik fassen kann. Gießen 1700. 8.) —> Joh. Hier. Grav (Gespräch . . . von der Singkunst, Brem. -700. 8.) —> Job- Gam. Vc/cr (I'rimaa li-iezo b/Iul-o. vocaili.» d. i. Kurze, lrichte, grüudl. Anweisung u. s. w. . . . Feeyb. 170z länglg.i7zo.4.) — Hcinr. Fuhrmann (,) Musikalischer Trichter . . . Franks. 1706. 4. 2) d^uiica vocaiir!n nuce, d. I. Richtige und völlige lllnler« Weisung zur Singckunst . . . Beel. >728. 8. ) Job. sDuirsfelo (Leeviar. kistusso. oder Kurzee Bericht wie ein Knabe leicht und bald zur Singckunst gelangen ...kann, Dresden 1717. «. Ursprüngl. soll das Weck schon 167; erschienen seyn.) — Job.Casp.Ammerbachar (Kurze und gründliche Anweisung zur Vokalmusik .. . Nürnb. 17.7, 8.) — Jos Fr?. Äernh. Maier (In seinem Neu eröf- ncten theoretisch - und praetischen Musiksaal, Nürnb. 17Z! und vcrm. ,741. 4. wird auch vom Singen gehandelt..) —> Jos. Joack. Äe».M6»lker (keäuliccs Inlkrutk.. . . d. i. Kürkist, doch wohl gründlicher Weg.... die edle Singkunst .... zu erlernen.... Schwäi». Halle ,7zs. 4. Augsb. ,741. 4.1756. 4.) -- Frör. U?ilb> Marpurg ( Anleitung zur Musik und zur Singckunst besonders . .. Lcipz, '76z. 8.) — Jgu. Fr?. J-av. Arrrziiizer (Getreuer Untere. zum Singen mit Manieren . . . Augsb. -76z. 4.) — Job. Av. Hillcr ( 1) Anweisung zum musikalischnchtigri» Gesänge.... Leipzig 1774. 4. 2)Eren>- pelbuch der Anweisung zum Singen . . . Lcipz. 1774. 4. z) Anweisung zum musikalisch zierlichen Gesänge. . . Leipz. 1780. 4. Handelt, in g Kap. Von den Eigenschaften der Stimme und deren Verbesserung ; vom Mcn Vortrage in Ansehung des S i n Sin Z8z ter Gebrauchs der Stimme; vom guten Vortr. in Ansehung der Verbindung des Textes mit den Noten; vom guten Vortr. in Ansehung der Manieren; vom gute» Vortr. in Ansehung der Passagien; vom guten Vortr. in Ansehung der vcrsch. Gattungen von Tonstücken; von den Kadenzen ; von der willkührlichcn Veränderung der Arie, 4) Kurze und erleichterte Anweist zum Singen für Schulen in Städten und Dörfern, keipz 179-. 4) — G. Jos. Voglen (Slimmbildungskunst, Mannh. 1776. g.) — Georg Lrd. U?olf (Unterricht in der Singekunst, Halle >784. 8. Der Jnnhalt findet sich in den Beute, zur stitterat, der Musik, S. 90 ) — Christoph Friede, UVlh. Nopicscb (Versuch eines Glenientaebu- ches der Singkunst . . . Nvrdlingen i784> q,) — Joh. Gott!. Porrmnnn (Kurzer musikal. Unterricht.. . mit -8 platten Veospielen, Oarmst. 178;. 4.) —' I. I. tevnloer (Anlcit. zur Singkunst . . . Zür. <788- 4.) -- Singschule von verschiedenen Compvnisten, Wien i?89- — — G. übrigens die Art. Choral, LNnsih ( praktische, S. 458.) Solmi- sarion, u. d. m. S i l'. g e n d. (Musik.) Es ist für den Tvnsetzer eine Hauptregel, sowol in der Aocal-als Instrumentalmusik cantabcl, das ist, singend zusetzen. DieseRcgel schließt sowol die einzeln Fortschrcitungen jeder Skimnie, als überhaupt die Melodie eines ganzen Stüks ein, die, je cantablcr sie ist, je mehr dem leidenschaftlichen Gesang der Mcnschen- stimme nahe kommt. Will der Tonsetzer hierin glüklich seyn, so muß er vor allen Dingen selbst singen können. Hasse und Graun haben darum so singend setzen können, weil sie selbst große Sänger waren. Hat die Natur ihm eine reine Stimme versagt, so muß er wenigstens alles, was ihm vorkommt, in Gedanken singen können, daneben keine Gelegenheit aus der Acht lassen, gute Sänger zu hören, und auf ihren Vortrag zu merken; er muß die Ausarbeitungen solcher Meister, die das Singende in ihrer Gewalt haben, vorzüglich burch- stndircn, und sich in bloßen Melodien ohne alle Begleitung üben, bis er anfangt, singend zu denken und zn schreiben. Ohne dieses wird er harnionisch richtig, aber niemals singend zu setzen im Stande seyn. Das Singende ist die Grundlage, wodurch die Melodie zu einer Sprache, und allen Menschen faßlich wird. Fehlt einem Tonstuk diese Eigenschaft, so werden wir es bald müde, weil ihm das Wesentlichste fehlt, wodurch es unsere Aufmerksamkeit fesseln sollte. Man pflegt über Etüke, die etwas Ariciiniäßiges und eine mäßige Bewegung haben, noch Cantabils zusetzen, um anzudeuten, daß man sie besonders singend vortragen soll. Ein solcher Vortrag geschieht in einer mäßigen Srarke; die Noten werden mehr geschlissen, als abgestoßen, und man cnchalt sich aller solcher Manieren und Arten des Vortrages, die der Singsiimme nicht angemessen sind. Singsiimme. (Musik.) E)o benennt man in der Vocalmusik diejenige, oder diejenigen Stimmen *), die gesungen werden. Durch die Singstimme wird die Jnstrnmental- von der Vocalmusik unterschieden. Die menschliche Stimme hat vor allen Instrumenten in Ansehung ihres wahryaftig leidenschaftlichen Tones, der so mannichsaltig ist, aise's man- »ichfaltigc Leidenschaften gicbt; und vornehmlich wegen der Bequemlichkeit, mit dem Gesang zugleich Worte zu H S. Stimme. ZL4 Sin zu verbinden, die den Gegenstand der Leidenschaft schildern, einen so großen Vorzug, daß dieSingstimme in allen Tonstüken, wo sie vorkömmt, mit Recht die Hauptstimme ist, der die Instrumente nur zur Begleitung dienen. Wer daher eine vollkommen gute Smgstmime sehen kann, kann das Vornehmste in der Musik. So leicht dieses aber zu senil scheinet, wenn man eine Graunisehe Smgstim- me ansieht, so viel Schulen müssen doch vorher durchgegangen werden, ehe man die Kunst so in seiner Gewalt hat, daß man den Zwang der Worte nicht mehr fühlet, und sie in einem fließenden leichten Gesang auszudrüken im Stande ist, der dieselbe rhythmische Abthciiung, und denselben Ton und Charakter habe, die in den Worten liegen. Wer nicht selbst singen kann, und von Namr einen fließenden schönen Gesang lind feines Gefühl hat, ob er gleich Con- cerre, Fugen und Contrapunktc zu machen im Stande seyn würde, der ist zur Singcomposition untüchtig. Seine Singstimme wird eher das Ansehen einesEolfeggio zur Uebung, als eines leidenschaftlichen Gesanges haben, und seine Melodie entweder steif oder gemein seyn. Zur Singstimme taugt nur fließender, aus- druksvoller, mit den Worten übereinstimmender Gesang; dies aber ist nicht Jedermanns Sache. Wer dar. in glüklich seyn will, muß außer den Künsten des Satzes das Singen selbst wie Graun und Hasse völlig in seiner Gewalt haben. Außer dem aber wird eine gute Kenntniß der Sprache, der Prosodie rmd der metrischen Einrichtung des Textes ersodert. Denn es ist ungemein anstößig, wenn auch nur hier und da in einzeln Stellen die metrische und rhythmische Beschaffenheit des Gesanges der, die im Texte liegt, widerspricht. Im folgenden Artikel wird dieses ausführlicher gczciget. S i l» Singst ü k. Diesen Namen gicbt man allen Tonstüken , worin eine oder mehrere Singstiinmen vorkommen, sie mögen von Instrumenten begleitet sehn, oder nicht. Die Singstimme ist in diesen Sinken die Hauptstimme; auf welche der Tonfttzer sein ganzes Augenmerk richten muß. Aber nicht jedem ist es gegeben, in Singstüken glüklich zu seyn; am wenigsten denen, die selbst nicht singen können, noch das Singende in ihrer Gewalt haben. Denn hier kömmt es nicht bios auf harmonische Kenntnisse und auf den reinen Satz allein an, nicht blos auf Erfindung und richtige Anordnung mancher Satze, damit sie ein wol- klingendeö Ganzes ausmachen, nicht aufkünsciichaugcbrachteConrrapunk- tc, sondern auf einen mit Kunst und Gcschmak gesetzten fließenden Gesang: alles, wodurch ein Jnsirumciital- componisi sich hervorlhun kann, ist einem Singcomponisten, der uns rühren soll, noch nicht hinlänglich. Er muß überdem ein vorzüglich empfindsames Herz haken, das allen leidenschaftlichen Eindrükcn offen steht; er muß ein Beobachter der menschlichen Leidenschaften seyn, in sofern jede sich durch ihren eigenen Ton und durch die Gemüthsbewe- gungcn, die sie hervordringt, äussert; er muß im Stande seyn, diesen Ton und jede Gemüthsbewegung in den Worten, über welche er setzen soll, genau zn entdeken, und so deutlich in dem Gesang auszudrüken, daß seine Melodie zu einer leidenschaftlichen Sprache werde, in welcher kein Satz, keine Fortschrei- tuiig, kein Ton befindlich, der nicht, wie von der Leidenschaft erzeugt, da siehe, die überdem ein regelmäßiges Ganzes sey, dem die Worte nicht den geringsten Zwang aiithun; er muß auch noch ein vollkommener Declamator seyn, und Hauptworte von S in von Ncbenworten, .Hauptsatze von Nebensätzen nur ihren Unterarten schon in der Aussprache zu unterscheiden wissen. So viel wird von einem Insirumcntalcomponisten, der auch ergötzen kann, wenn er in seinen Etüken dl06 einer schwärmerischen Phantasie folgt, nicht gefodert. Es ist ungleich schwerer, für das Herz, als blos für die Einbildung zuarbeiten. Diese fangt bey der geringsten Veranlassung, bey ein paar auf einander folgenden Accorden, Feuer; jenes will gerührt seyn. Dein Sing- componisten werden zwey Hülfsmit- tel an die Hand gegeben, die ihn, sich des Herzens feiner Zuhörer zu bemächtigen. machriglich unterstützen. Diese sind: die Worte, und die menschliche Stimme. Jedes für sich vermag oft schon viel über das menschliche Herz; thut nun noch der Tonsetzer das Seinige, so wird ihm Niemand ungerührt zuhören; kein Herz wird den Eindrüken widerstehen können, die der Zusammenfluß der Worte, des Gesanges, der menschlichen Stimme, und der harmonischen Begleitung macht. Wie es scheinet, werden zu einem vollkommenen Singstük, es fty welcher Art es wolle, folgende Stüke erfodert: i) Es muß ohneNüksicht auf den Ausdruk einen Charakter in der Schreibart haben, der den Worten angemessen ist. Ernsthaft im Kir- chenstyl, glänzend im Kammerstyl, und affcktvoll im Theatersiyl. z) Die Singsiimme oder Emg- stimmen müssen den Hauptgesang führen, in dem sich die vorzustellende Leidenschaft vorzüglich schildert. Wird dieser Gesang von Instrumenten begleitet, so muß er niemals durch diese verdunkelt werden, sondern sie müssen ihm nur zur Unterstützung dienen *). ") S. Ripicnstimmen, Vierter Theil. S i tt ZS5 z) Unter den begleitenden Instrumenten sowol, als in der Art der Begleitung, muß nach dem Ton der vorzustellenden Leidenschaft eine ge- schifte Auswahl getroffen werden. 4) Taktart, Bewegung und Rhythmus müssen mit der Gemüthsbewe« qung, die die Leidenschaft erzeugt, übereinstimmen. Es versteht sich, daß die Worte auch darnach eingerichtet seyn müssen. 5) Die Melodie über den Worten > muß sich in Ansehung der höhern und tiefem Töne, der steigenden oder sinkenden Fortschreitung, der Einschnitte und Abschnitte, genau nach diesen richten, und einfach seyn, damit die Worte nicht zerrissen werden. 6) Die gewöhnliche Ausdehnung der menschlichen Stimme muß in den Singstimmcn nicht übe: schritten werden, es scy denn, daß man für Stimmen schreibe, die über die gewöhnliche Ausdehnung hinausgehen 7) Daneben muß ein Singstük nach Beschaffenheit des AusdrukS voll von sanften oder frappanten Modulationen, Abwechslungen des Einförmigen mit dem Mannichfalti« gen. immer unterhaltend, singend, aber nicht gemein, mit Kunst gewürzt, harmonisch richtig, und, ohn- gcachtet des Zwanges der Worte, ein vollkommenes und regelmäßiges Ganzes seyn.. Was zum Ausdruk der Singstüke gehöre, davon ist schon an einem andern Ort gesprochen worden *). Man theilet die Singstüke in solche ein. worin nur blos eine Singstim- mc den Hauptgesang führet: dergleichen sind wieder, die oft auch ohne alle Instrumentalbegleitung sind, die Arien und Rscicative; und in solche wo mehrere Stimmen zusammen singen, die wiederum in solche abgethcilt werden können, wo die Stimmen gegen *) S. Ausdruk l Th S. -71. und Melodie. Bd 386 Sin S i n gen einander conccrtiren, als Duette, Terzette u. d. gl- und in solche, wo die erste Singcstimmc den Hauptge- sang hat, und von den übrigen bcglei- tct wird, dergleichen sind Choräle, einige Morellei, und Chore. Von der Einrichtung dieser besondern Arten der Singsiükc aber ist in ihren Artikeln gesprochen worden. Sinnbild. (Zeichnende Künste.) Ast ein sichtbares Bild, das außer der unmittelbaren Vorstellung, die es erweket, noch eine andre allgemeine Bedeutung hat. Nämlich in den zeichnenden Künsten vertritt das Sinnbild die Stelle der Allegorie, des Gleichnisses, des Beyspicls, der Vcr- gleichung oder der Metapher in der Rede, und drükt etwas allgemeines durch das Besondere aus. Viel Sinnbilder sind allegorisch; aber sie sind es nicht nothwendig, und deswegen muß das Sinnbild überhaupt nicht mit dem allegorischen Bilde verwechselt werden. Man kann demnach jedes Gemahld oder überhanot jedes Werk der zeichnenden Künste, in sofern es dienet, etwas allgemeines anzudeuten, em Sinnbild nennen. Das Bild der Pallas, das ursprünglich eine ver- mepnte Gottheit vorstellte, ist nun ein Sinnbild der Weisheit. Die Abbildung eines Marcus Curtius, der sich in einen entstandenen Schlund der Erde stürzt, konnte ehedem die Vorstellung einer besonderen, wahrhaften, oder vorgegebenen Geschichte sepn; itzt wäre sie das Sinnbild eines für die Errettung seiner Mitbürger sich selbst aufopfernden Patrioten. Da wäre sie ein Veyspiel. Also dienen überhaupt die Sinnbilder dazu, daß sie die zeichnenden Künste in gewissen Fällen zu einer Sprache machen, die allgemeine Begriffe ausdrückt, ob sie gleich ihrer Natur nach nur Begriffe von einzeln, oder individuellen Dingen crwcken können. Aus dein, was wir im Artikel Allegorie gesagt haben, erhellet hinlänglich, wie die eigentliche Allegorie von dem Sinnbild unterschieden ist, und warum jede Allegorie ein Sinnbild, aber nicht jedes Sinnbild eine Allegorie ist. Ackillos, als das Bild eines kühnen nnd hitzigen Helden, Pplaves, als das Bild euics getreuen Freundes u. d. gl. sind keine Allegorien, aber Sinnbilder. Sic werden also überall gebraucht, wo die zeichnenden Künste allgemeine Vorstellungen envckcn sollen. Die Alten haben sie auf ihren Münzen, geschnittenen Steinen, auf ihren Gefäßen und Geräthschasten an Gebäuden vielfältig angebracht. Es ist allerdings cinc lobliche Bemühung, die zeichnenden und bildenden Künste dazu anzuwenden, daß Dinge, die wir zu unsrer Nothdurft täglich brauchen, wie das Geld, die mancherlei) Ge- räthfehafteu und uusre Wohnungen, etwas au steh tragen, das nützliche allgemeine Begriffe täglich in uns erneuere. Harten die Griechen Taschenuhren gehabt, wie wir, so würden sie dieselben unfehlbar nicht blos, wie jetzt'geschieht, mit unbedeutenden Zierrathcn, sondern mit allerhand Sinnbildern verschönert haben *). Hieraus erkennet man also die Natur und den Gebrauch der Sinnbilder. Es ist also in den zeichnenden Künsten eine wichtige Frage, wie man Sinnbilder erfinde, und wie eine besondere Sache zum Sinnbild könne gemacht werden? Dieses ist eigentlich das, was die sogenannte Icono- logie lehren sollte. Die Erfindung der Allegorie in zeichnenden Künsten, wovon wir an seinem Orte gesprochen haben, ist nur einThcil davon. *) S. Künste lUTl). S. 85 f. li.sa f. S i n von. Das, was wir in'verschiedenen andern Artikeln üder das Bild, das Gleichnis;, das Bcyspicl, und die Verglcichung überhaupt angemerkt haben, müßte für die Jcono- logie besonders auf die zeichnenden Künste angewendet werden *). Es kommt hier aufzwey Hauptsachen an, nämlichaufdie genaue, aber dabei) sinnreiche, oder reizende Achn- lichkcit zwischen dem Bild und dem Gegenbild, und auf das Mittel das Allgemeine in dem Besondern merkbar zu machen. Es ist nicht genug, daß man einsehe, der zwischen der Wollust und der Tugend stehende Herkules könne, als ein vollkommen ahnlichesBild eines edlen und tugendhaften Jünglings, der einen rühmlichen Entschluß wegen der Wahl seiner Lebensart faßt, gebiaucht werden. Man muß auch gewiß seyn, daß der, welcher das Sinnbild sieht, es verstehe. Ueber die Aehnlichkeit haben wir bereits hinlänglich gesprochen **); die allgemeine Bedeutung verständlich zu machen, ist eine Sache von großer Schwierigkeit. Wo man sich der Schrift bedienen kann, wie auf Münzen, Kupferstichen und bei) andern Werken, da fallen die meisten Schwierigkeiten weg; weil oft ein einziges Wort hinlänglich ist, die Deutung anzuzeigen s). Wo dieses sich nicht fehltet, da hat die Sache große Schwierigkeit. Die Allegorie, wenn sie glüklich genug erfunden ist, leitet natürlicherWeisc auf die Bedeutung. Doch muß der Orr, wo sie angebracht wird, oder andere Nebenum- standc dazu behülflich seyn. Eni Gc- mähide, darauf nichts, als eine Rose vorgestellt wird, kann Niemand auf die Gedanken bringen, daß es eine allgemeine Deutung haben soll. ch S. Aehnlichkeit; Bild; Beispiel; Gieichniß; Vei-gleichung, ") S- Achnijchkcit. 5) S. Aufschrift. S i n z8? Aber ein Kind, das neben einem Rosenstrauch stünde und wcinete, dabei) eine Mutter, die dem Kind etwas ernstliches sagte, würde die Vorstellung sogleich zum Sinnbild machen. Die jDeuruug desselben Bildes aber kann verschieden seyn. Es kann dienen, die Lehre zu sagen: man oll nicht ohne Vorsicht nach jedem scheinbaren Guten greifen; es kaim aber auch deu Sinn des franzosischen Sprüchworrs: nulle roie saus epine, ausdrücken. Für jenen Fall schikre sich das weinende Kind, mir der warnenden Mutter, um die Bedeutung zu bestimmen; für diesen aber müßte man schon einen Jüngling, und einen lehrenden Philosophen dazu mahlen; weil das Kind die wichtigere Lehre noch nicht fassen kann. Ich muß mich, dg die allgemeinen Grundsatze, zu verständlicher Deutung der Bilder, noch fehlen, mit Beyspielen dehclscu, um nur überhaupt begreiflich zu machen, wie die Sache zu erhalten sey. Hieher gehören auch ein paar Anmerkungen, die wir über das moralische Gemahldc, das im Grund auch em Sinnbild ist, gemacht haben Will man das Beyspiel zum Sinnbild erheben, so muß man suchen, das Individuelle der Vorstellung so viel möglich von dem Gemahldc zu entfernen, damit ^ man sogleich merken möge, das Bild stelle keinen besondcrn Fall vor. Wenn z. B. die Personen gar nicht, oder doch nach gar keiner bekannten, weder alten noch neuen Art gekleidet sind? so giebt dieses schon eine Vermuthnng, das Bild habe eine allgemeine Bedcmung. Und dergleichen Mittel giebt es noch mehr, wenn nur ein Mann von Genie das Bild behandelt. So kann bisweilen ein Zusatz irgend einer allegori- Bb - sehen S. Moral, Moralisches Gemähld. Z«8 S i n S i n schcn Person, die unter wirkliche handelnde Personen gesetzt wird, so- gleich anzeigen, daß der Mahlcr nicht «ine Historie, sondern eine Moral hat mahlen wollen. Aber wir können uns hierüber nicht weiter ausdehnen, und wollen nur noch über den Werth der Sinnbilder anmerken, daß es dabei) gar nicht darauf ankomme, daß sie hohe, oder wenig bekannte Begriffe und Lehren ausdeuten. Die Wichtigkeit muß hier nicht durch die Seltenheit, oder das Neue und Hohe, sondern durch die Brauchbarkeit bestimmt werden- Es gicbr sehr gemeine, sehr leichtfaß- lichc Wahrheiten und Lehren, wie z .B. die meisten sind, die durch ganz bekannte Sprüchwortcr ausgedrillt werden! die eine weit größere Wichtigkeit und Brauchbarkeit haben, als manche nur durch großen Scharfsinn, oder tieft Wissenschaft zu entdetcndc, und auch schwer zu sagende Wahrheit. Wir erwarten von den Künsten eben nicht Aufklarung des Verstandes, sondern würksamc Erinnerungen an ganz bekannte, aber sehr nützliche Wahrheiten ! nicht neue Begriffe, aber tägliche und lebhafte Erinnerung der wichtigsten uns schon genug bekannten Begriffe. Es war darum ein sehr guter Einfall, den unser gcschikte Hisiorienmahler Rohve hatte, gemeine Sprüchworter sinnbildlich zu zeichnen, wovon sein Bru- der, der Kupferstecher, verschiedene herausgegeben hat. -H- -H- lieber die Sinnbilder, im weitesten Umfange genommen, ist sehe vlckgeschrieben, und zur Erfindung derselben manche, obgleich wenige glückliche, Versuche gemacht worden. Zwar gehöret der größte Theil derselben nicht uniiitttelbar und eigentlich hierher ; aber, dein Litteracvr werden die Beytrstge zur Geschichte der Sinnbilderey überhaupt, hoffentlich willkommen scon. Theoretisch handeln davon überhaupt: f?gul JovlUlZ (kagionainento ffopr» i Ivlocci e stiffegni st'rrmc e st'-nnors clie coinuncinenre cbiamano iin> preffe, con un stiffeorffo sti (ffirul. Ituff. colli inrornoallo ffeffo ffoggcrro, Von. 1556. z. Vermehrt mit einem kagio- numenro von Lud. Domenichi, Fir. Ij57. 8. und mit dem folgenden von Gabr. Simeon!, Lyon >574. 8. Französisch, Lyon >561. 4. Span, ebcnd. i;6i. 4. lieber« Haupt ist dar Buch.sehr ofte und schon früher zuerst gedruckt morden. Es war das erste, worinn die Kunst zu Sinnbildern gelehrt wurde; aber die feühern Ausgaben weiß ich nicht nachzuweisen.)—- Gab. Giinooni (lZial. pio cc ffpecu- larivo .... l^one 1560. 4.) —- Darr. Tacgio (llifficeo . . . stove kl ragions stell'arre sti ffadricsr le im^ pretc confformi a i concenci stell'ani» mo . . . Xtil. 1571,4. ZweyBücher.) -- Seip. Zlmmirato (II kor», uv- verv stell'Imprele, Oi-il. dsap. 1562. fflor. 1558- 4. L.uca Tonrile (llagionsmenro. . . ffopra la propriccs eieiie lmprcffe . . ?»v. 1574. ff.) —' Giov. Anoc. palozzil ( viffcorff ... ffopra Ilmprele, Kol, 1575. 8>) Franc. Eaburacci (Disrraro . . . . stove ff stimolkra il vero e novo ino- ffo sti ffsre ie lmpreffe . . IZol. 158». 4.) — Torquato Tasso (Il L«nre, ovvcro stel' Impreffe, Oial. Ksp. ff. 2. 4. in s. beerere ffamil, pesgz 1617. 4» und im 5 ten Bd. der Florcntinischcn Ausgabe seiner Weeke. — Giul. Eos. Eapaccio (Oeile Impreffe, Brarraro. ffid. III. diap. i;x>2. 4.) — ürrc. Tasto (Oella Kesirü s perffcv.ion stell' Imprels, Nerg. 1612. 1614. 4.) — Lruc. Mauescotti (parerc ffeieoneerri ffsvoloff ff stcdduno sminecccre ne' cor» pi stell' l!nprcffe, Lest. 161z. 4.) —- Franc. Tonrarini (Delle lmpicte, Oiffeorffo, Ven. 1618. 4.)— Ud>0i>0 Nistelp (In der stslcn - 72tcn s. Leo- ginn. poec. des ztcn BdS. S. >7Z u. f.) — Franc. vAmboise (viffc. ou Ichsice stez Oeviffez . . . Lsr. ,620. 8.) — Marco Bolma (vift. »cast- Si n Sin z89 scaä. .... kopra l'Imprese, Kol. ,6;6. 4.) — Hmr. Ktienne (k'-u-r 6c ssicc Ics äevitcs, oü il est rcaice 6es bstieroalzcphcs, Lzuuhoics, km- Klemens erc. Kar. 1655. g. Engl, vo» Th. Blount, Lond. 1S46. 4.) — Doissiere Ckraire äcs ccgles 6e la ckcvite, bep s. Dcvises, Kar. 1654.8 ) ---» Km. Tesovo (Bep s. Lanuuckiiile Hiissnr. S. Ai't. Aufschrift S. 2;,. findet sich auch eine läca äcila pecsec- liiümz Imprcsa.) — Cl. Franc, hfse- nesfrier (karr äes kmklcmcs, k)-«n l66r.8- Kar. 1ÜL4. 8- Ks kkijulo- pkie lies Ima»cs, comp. 6'uu recueil che Devises, ec 6u znp-emeur 6e rous lex ouvrsAss mb>c,Io kcroica, Icalis /m^vre/e», Gallis De- I>s/e äiJu . . . Hic. 1686. 4. und bcv G. E. Gebauers Kid. Diilccrar. Hnrn»- logic.) — Georg Galcmann (De Lnihlcmacibus Dilp. Vicrela. 1691. 4.) — Jac. Zöosch (?^mboIoZrspkiz, k. 6c acte s^md. Lecm. Vit. . . . Hu». Vinäct. >7oZ.f.)-- 2lv. Für. rviub- !cr (Dc Lmhiem. Dispuo. stcnae >704. 4.) — Joh. Jac. Mnilcr (lurrci- 6uddio in Herein emkicmaricam, Icn. 17--6. 8 ) —' S. auch das letzte der Lurcecicus 6'HriAe ec 6'iZu»euo, von dem P. BouhourS, und die, in der Folge vorkommenden Werk?" des Petra- santa, Mssenius, P. Acest, Giov. Ferro und Zöcralli. — So wie die, bei? dem Art. Allegorie S. lio u. f. angeführten Schriften. — --- -Historische Nachrichten geben: ?uvcnel de Car- lencas (Im üten und igten Kap. des zweoten Thls. s. Versuchs einer Gesch. der schönen freuen und mechanischen Kün- Ar tt. S. >71. b. d. Ucbcrs. aber, wie gewöhnlich, sehr oberflächlich.) Es ist bekannt, daß die Alten bereits ihreSchil- de, Helme und anderes Gcräthc mit Figuren verzierten, welcde irgend einen Gedanken ausdrücken sollten. Das waren dann bloße Kmbleme. Aber man setzte auch schon sehr srüh eine Ueberschrift hinzu, um diesen Gedanken bestimmter auszudrücken; und so entstand das, was man Devise nennt. Schon die Helden vor Tvebcn, im Aeschplus, und eben diese Personen in den Phönizierinnen des Euripides führen dergleichen auf ihren Schildern. (S. unter andern des Fra- guier Abhandl. k'ancieuuece cicsZ^mk. er 6cs Devises, imatcnBde. derbstem. 6e I'Hcact. 6cs luscripr. Q.uartaNsg) llntcr den ncuern Völkern grif, indessen, dieser Gebrauch, sehr srüh, viel weiter Um sich, und entsprang wohl aus eben der Quelle, woraus die vielen ollegoni- schcn Lichlerepen entsprangen. Eine» der, meines Wissens, ältesten Bcnspicle von bildlicher Abbildung allgemeiner hehren, oder Wahrheiten, ist der, so oft und so mannichfalrig gemachte, gestochene , und beschriebene, so genannte ToS- tcnl«ii5. In Deutschland diente er schon im vierzehnten Jahrhundert, zur Verzierung der Kirchen; schon ums I. >486 war er in Holz geschnitten und der Inn- Halt in französische Reime gebracht (Ks Zcanc, Dause bstacalacc . . . la Dause btacalzre 6ss Kemmes, le 6cb>ar clu corps cc ste I'ame . . . ?ac. i486, k. S. De Bure llihüo^r. InssruJ. Bd. 1. S. 5>-. dl. z>o9) und noch in ganz ncuern Zeiten haben wir, von H. Schellenberg, Freund Hains Erscheinungen und km- blcms os bsturralirzc, ccprcicucin» . . . clearti leixing sil raubz anel 6c- !-cccs ut peuple . . koust >79°- »2. erhalten. — Noch allgemeiner wurden dergleichen Sinnbildereprn im fünfzehnten und sechzehnten Jahrhundert. Ein- zelc Menschen so wohl als ganze Stände, Fürsten, Ritter, Gelehrte so wohl, als ganze Geschlechter, Akademien 11. s. w. hatten jede ihre Emblemen und Devisen; Hey jeder, Festlichkeit, bcy Turnieren, Vb z Val- Walletten, Bermählungsfeyern, u.d.M. wurde Gebrauch von id»en gcniacht. Dieses veraiilaßrc unstreitig zuerst die Italiener, Regeln über dergleichen Zusammensetzungen pvn Figuren und Bufschrif- -tcn festzustellen, und die Sache in eine Art Svstem zu bringen. Andre Völker folgten ihrem Beispiel. — Und zugleich wurden deren für Liebhaber aller Alt von «mdern erfunden. Der erste, welcher de/ reu angegeben, und gcianimeit haben soll, war Anör. Alciari (Lmblem. bibel- lus, l>»r. 15z;. 8-mit Hotzschn. 154^ L. Mit Kpf. (s. Lvmmemor. Low. t^l. .^inois, b'i. L211J» ernuc. bour. kignorü .... par. 1621. und cbend. Iö6i. 4. mit Klips. bugcl. 17 >4. 8> Frzsch. von Joh. lc Fevre, >;z6. 8. von Wart. Aneau ,549. 8. Jial, AuSzugsw. kione 1549. 8. Spanisch, cbend, 1; 49. L. S. übrigens NleeronS öSemonei, Wd. ?2. S. 525.) Emil. Ve lapcr- rlece ( be'f'beocre eies t>«»5 blißins sucjuel s«»r c«nr, Dem liml>Ie»ice, kor. 1559. g. l.2 öclornsopliie, com, tlenc ilmbl. mor.iux, lb^on lzzz. 8. mit Kpf.) — Gab. Sirm-oni (Seine Impresc kicr. cc morale sollen schon im I. i;;i. erschienen seyn; mir ist nur die Lyoncr Ausg. v. I. >559. g. bekannt. Franz. und bat. erschienen sie bry den, in der Folge vorkommenden Devisen des Cl. Marrain. Wie H. Denis, in dcr Bü- chcrkundc, Th 2. S. 415 ihn, als den ersten Sinnbildsammlcc angeben können, weiß ich nicht?) — Bart- Anuliui! ?oest5, s. bmblcm. I.ugcl. L. 1552. 8- 1564. iz. mit Holzschn.) — 2scl)illen BoGiun (Z^mbolic. (chuaess, I-ib. V. lion. 1555. 1574. 158z. 4- !D«c dabei) befindlichen Kupfer, ,;o an der Zahl, sind von Ginl. Bonasone, und bcp dcr otcn Ausg. von Agost. Caracei susgcstosiien. Das Werk gehört bekannter Maßen zu den seltensten.) Cl. Harrain ( Oev. Iicroiczucz» 1.70» 8. Berm. mit denen von Gab. Simeon!, Antw. 1567. 16. Vcrm. von Fr. d'Amboise, Par. >621, g. Lat.Antm. 1567. 1600. 16.) I?h. Gam- bucci (Emblem, c. oliguor mimm!« 2»r. «per. Anrv. ,564.8. 1576. 16.) — Cub. Dolcc (lmprele cli cliv, l^rinc. Ouclil, Lign. eü nlrri perlon- N2gi illniti . »e >i '2rr »e e nclle lecrere, Vin. 1566. toi. i Th. 1578- 4.) — Tirol. ?iuö'eclli (be lcnpiete iilullri cvn iespuli^ivm c cjiscorti . . Van. 1566. 4. 1572. 4. Vcrm. mit einem atcnVuchr, ebend. >584. 4.) — Hadr. Junius (lrmdlemara .... Amv, 1569 und 1596. iz. Filsch, von. Jac. Grevin, cbend. 1570. >6.) —. Georgette Montena^ ( bmbi. ou Oevisci ckrcr. byon IZ7>. 4. bat. Fest. >s>9, 8. Die Kupfer sind von einem gewissen Pet. Vuärivt, und der Blätter überhaupt hundert, deren jedes durch vier lat. und acht französische Verse erklärt worden ist.) — Jul. Rone. Horum (>co- »es «per. misericorclioc . . . 2 lvtvr. (lnncori« seri i»c. itvm, ,586. t.) — fingen. (lVI-zc^oiloa/roo, bmbl. morsl. s, I. 1579. 4.^mi>. t. s. 4.) — vlic. Zfeimncr (Lml>Iem2,2 , , . I^rctr, i;g>. 4. ,602. 8- Argem. 1 5 87. 8.) — Camilla Camilli (Imprcteillulbri cli eüverti .... con le stgurc in- rsgliore in r2i »c 62 Llii ol. lKirro, Ve», 1586. 4 zTH.) — Joh. Jac. Bois- fapid (lrmblcm. Uber, sc. 2 s'beocl. clc Kr^, Alecis l ?88- 4. >596. 4. Unter dem Titel TAeaerum virse Immanüe, k^lcr. s. 2. 4. 6> Bl. Deutsch, Frst. >;?2. :;S7. 4.)— iDern. Percivallo (ki,nc eel Imprese, b'err. 1588. 8.) — Scip. Äargagli (Impret'e . . . Von. 1589.4. 1594,4.) — D.Juan Se Horo;co 7 Covarruvias sbinble, »125 mor2lcz . . . Leg. 15 89. 4.) — (loael>. Camcrariun (S^mbolor. cc kmblcm. cx re l>erb2r, er ex 2»im2l. clctü»>ryr. che»r. III. dsor. 1590.1597. 4. Vcrm. mit einem vierten Hundert ex 2cp.,2ci>. er reprilib, 1I'p. Voeg. 1605. 4. b'rosr. lüül. 4. b^ogunr, ,66g. 8 ) -- Stamm und Wapenbüch- lcin gest. von Theodor Bry, 1592. 4. 21 Vl. Vrrm. von Joh. Thcod. Bry, und Mit dcr Aufschr. ?rvlccn. virss iium. S i n Lum. st. Lmblcm. stscculsr. Oocsllez kcprcm. . . . Lrcstr. 1627. q. 74 Bl. Joaeb. !1?orcer (kmblem. Avsr. Lirur. 1592. 4.) — Äernh. Sellins (Lmdlem. stscrs e pirsecip. urriusigue lstesssm. Iiissnr. cnncinnsrs . . . Bugä. Lsc. 159 z. Qucrsol. Sic Kupfer find von Phil. Vvrcht.) — Nie. Taurollus (stiridlemscs pti^ticc» erlrics . . . dänr. 1595. 8. 1617. z.)— JuandeBo- ria (llmkleni. mnrslcs, deren Etschei- nmigsjahr, im Spanischen, ich nicht zu bestimmen weiß. Lateinisch gab sie ein k. C. C. P> kcral. 1597. 4. und Deutsch, E. F. Scharfen, Beel. 1S98.4. heraus.) — Joh. Lunzer (stiber rinud Sz-M- bmlvr. vsrior. Lrsnele. 1598. 4.) — ^crn. i>e Soto (llmiilemsa morsli. nsäsz . . . Vlsä. l)99.8.)— Sim. Veralll (Imprcce ieielie äe älvcrli sure-i, constorme alle regele, Vcn. 1600 1610. 4. sBde.) — Inc. T)'- porius und Ans. So Äoot (Zz'mli.äi- vins er Iium. Loniilic. Impersr. LcZ. ex idäust. sZdksvi! 8rrsäs , 8culpr. Aeg. Lsäclcr . . . Lrsg. 1 601 - 1 60z. t»I. Z Th. strcstr. 1652. st. Arnlr. 1666. An/st. 1680. 1690. 12. L^rnlr. vs- ris äiv. Lrinc. Arckiici, L>uc. Lom. er chssrclr. rurius Icslise . . . Amliel. ' 1686. 12. 1697. 12. Die Einleitung des lehtern Werkes ist von Boot allein; aber wahrscheinlicher Weise ist auch von diesem Werke eine frühere Ausgabe vorhanden.) — Ginr. Ggerius (Lymbvl. . . . Ancv. iSoz. 8.) — TheoO. Tornhertius .(stmdlemsrg morslis er veeon. äe rerum ustu er sbniu . . . iilussr. a ldicli. stuiilraco, Arnli. 1609. 4.) — D. Gebaff. Se Tovarrrwias Orozco (Lmlilciiiss inursl. d,lsci. 1610.4.) — G. A. Timermann (Lmlzlem. smsrur. st. s. 40 VI. Ich verbinde damit die Lmblemcz clsmonr... ä star. st. a. 4. Eine ähnliche Sammlung, mit lat. Host, und sranzös. Erklärung erschien zu Amst. 1611. in zc>Bl.—> Cabr. Rollenhagen (kstucleuz stm- Iilemsr. ielcstkiss. . . , Lolon. ex must. cselsror. Lristz>. hsistsei 1611.4. los Bl. S i n Zy! Frzsch. cbend. >6». 4. stlcnruris stee. vlrrss. 161 z. 4)— I. L. ve Villava (ssmprclss estpirir. ^morslc» . . . Laers 161z. 4.) — ^>art. ?vosff (Im- prcste stsrce in älvcrstc oecsssuni . . . Ver. lüiz. 4.) — (!)rh. v. Vacn (Arrivria äiv. Lmblcm. . . . Aurv. 161;. 1660. 4.)—- Dire .Vlirrour nst ^äffest)?, or Lmblcmz, stonä. 161g. 4. — Inc. Ärnck (Lmblcmsrs INN- rslis er bellica, ArZ. 1615.4. Eben« desselben Lmblemscs pnlirics, ebcnd. 1618.4.)'— Lmblem. poliries, in Au. ls Luri dstoriberß. äepitsts, er s Ler. Ilelliur^ stculprs, Istor, 1617. 4. —» Anvr. LrieSrichcn (Lmblemsc. novs . . . ssranksurt,617. 4. Fezseh. cbend. 1617. 4.) — Flor. Schoonhcw (Lm» blcni. psirilii mneslis, psrrim civi» Ii» . . . (Wust. 1618. Amsscl. 1649. 1645. 4. Holl, vsu Iac. Zeugcot, Dii»ri. L. 1626. 12.) — Snl. Neuze- bemcu (lseletkar. st^inlinlnr. kicrnic. Denruris z-cenins, Lrcstr. 1619. 8.) — 8pcc. pevisi. er säv. stvrrunse ex l'e- rrsrca ki». einlil. seri ine. p. /^.Xliol, st. s. 4. mit deutschen Versen, dlo. vz I'kiil»rkces Lerrsrcli. . . . conr. 124 ÜA. . . . ine. ab Ld. Istiestero . . -streir. 1620. 4. — Asr. d'Ain'ooije (kSevisteü L07. . . . Lsr. 1621.8-)"- Dan. Trainer (8uciecss stestu er Lc>. stesc Eruei>! Vers, Ii. e. Oecsäes IV. Lmlilcm. stscr. 8- »lit Kupf. Mit lat. deutschen, franz. und ital. Versen erklärt, ßfrkft. 162z. 8. Ebendesselben vcesäcs V. Lmlzlcmsr. ex 8. 8cr. Lrcstr. 1622. 8. mit Kupf. Ebend. 0 Aug iura Liii- blemars morslis novo, ni Versen aus verschiedenen Sprachen erklärt, ssrkft. i6zo. 8. In dem Verz. der Chrlstr- schen Sibl. wird das Werk zu den seltensten Büchern gezählt, und die Kupfer dem Matth. Mcrian zugeschrieben; sie scheinen aber »on dem Schüler desselben, Rud. Meyer zu sepn.) — L, M. G. Rlcp- PtsitlS ( llmlilLmsrs vsris, iiic. seri (von Conr. Grahlen) splinr. er epi. grsmmsriliuz illullrsrs 1 6«z. 4. 50 Bl.) ---- Per. Arcsi ( Im;>reste stpcri, con Bb 4 rrixlic. Z9» S i n S i n «r!pl!c. stistcorss illullr. Ven. 1629 » 1 642. 7 Bde. Da dieses nicht die erste Ausgabe, und das Werk »er dem folgenden erschienen ist: so glaube ich es, hie- her setzen zu können. Das Jahr s. Erscheinung ist mir nicht bekannt.)— Giov. Ferro (llstestro st'lm^rcstc . . . Von. 162z. st. s TH. >629. st.) '— kbilast. praösticz, var. incliusriones, onimor. slsteölus, srguc astea stivcrliist. liuma- «sr. sölion. strustiz, srrist. ii^ur, er verst. lac. Aerm. ec gsll. exprimens, krctr. 16 :4. 40 Bl — I»l. stvillh. oincgreff (stmblemsr. erbica- sioliricor.stenruria, oaclo i^s. ^äcrian!, strcstc. 1624. 4. nachgestochcn von Ciem. Amnion, stlci- «leib. ,666. 4.) — Zaeh. sLmblcm. cbriliiono er marsl. Kar. «erst. <625. 4.) — Dan. Meisebner (1'hest. stopienc. civilis, st. virse lium. sc virrnr. er vicior. lAeorr I rrste. 1626. z.) .— Paul Maccius (stmblcmsr. ^äar. kan. 1628- 4.) — Inst. Helfenberg (stmblcm. poiir. Rmll. ,6z2. 12.) — G. IVilHer collestl. ost Emblems, staust. ,6zz. st.) " Sflv. k Perrafanra (Ocstvm- bol. tier. st.ib.IX. Anrv. 16Z4. lözz. 4. Nach Rubens von l'or. Gaste gestochen.)^- Lrc. (üuarlcs (stmblems . . . 16Z9. z. 1777. 12.) — D. Zviego Saavedra Fasardo (.Isteo ste in, striocipe ^>oiic!ca - cbrill, cn stien Zmprcsts» . . . Vlan, 1640. 4. ^mb. z6)5. 4. Lat. Brüssel >649. st. Cöln ,669. 12. Jtast von Par. Eerchicri, Den. 1648. 4.) — Iac. Müller (stm- blemar. stocro .... strcste, ,1640. 8. niü 5? Fig.) rvilh. Xvesthoff (Lmblemsco, kstzsniae 164a. g.I — li bäusteo sti Fmna/nü, stiss. in lm^rcstc est stmblcmi, kam. 1644. 4. -» Flor, Lbona/e (vivcrrilst. oour, un kec. ste stiv. Ocvistes er Embleme«, Lkorr. 1645. 8.) — Zwei? Folgen Emblematischcr Blätter von Alb. Flamenton (t6;o) >;o an derZahl. —- Mar, 3. Boxborn sstmblcmsc. pali. ries. . . >l.mslel. ,651. 12.) —. I)e- vlstes er stinblem. ä'zmour morsl, ßr. p. 4lb. ksszmcn, Ist ,6xz. 8, 1672. 12. --- Ab. Fjl. s?icinelll (Gianda limbalico, 0 l!4 univeriitll st'lms-re e streite, stp. est illuilr. Xlil. l6zz. st. »669. st. l?at. von Aug. Erath, Cöln 1695 st.) Juan de Solarzono Pereira (bmbl. L, kegl- palirics . . . Xstzcl. tözz.st.) —» stes vcerus iuuo- con«, au leurs Lumbales laus stes bi-urcs st enst^ns, rec. po r stl. ?e/stc//», Kar. 1654. st. 15 Blatt auch zu Auasburg nachgestochcn. — Jan v. 0. Veens (Einnebcclsten ast 6st.ims -gjipcl , . , ämss. 1659. 8.) Jac. Borninus (stlnblemar. lacr. er civil, bzstla^e ststeistelb. 1659. 4. 1664. 4. Ebend, 8zmb»!s cc stmblem. ^>»l!rica stacra er biilor. polir. Uaßunt. 1678. 4.) — Chrsrn. Albr. Meiscken (Neu erfundene Sinnbilder .... Frkft. >661. 8. mit 8S Knpf. Gcößtentheils aus dem oben angeführten Werke Andr. Feiedri, chenS gezogen.)— Ein und dreyßig Em- blematische Blätter von dem ältcrn Georg Chrsstph. Wmarr ( f ,06z. ) — P. I. Mafenius (8f>ecui. imsZin. veri- raris acculrse, exkib. Lz-mb.stmbicm. lst!croF>v>'k. erc. . . . Lnlou. 1664. i6g> 8)— Lr. Nunetz de Eepcd» stlstcs ste ei buan potlar cas-iosta par los 8. 8. llostiarcs, represenrasta cn Improstes stacraz, stean 1680.4.) —- Delikts stor rbc IngcniaUs, in sbove ststr^ steieöl snst clioice stmbicms stivins »ast u.vroi, ancieur oust Mastern . . . stonst. 1684. 8-mir Knpf. Joh. G. GGiebel ( Neu erbauter Schausaal von Sinnbildern, Nürnb. 1684.8.) --- Ä.or. Vrtitz (Vcr, vir, ttier, Luslsr, J'ocar, stmprest. czue cnstenan z- pcrstuosten lu kene usta cn la pol!- rico 7 en la maral, stean 1687. 4.) —^ Marc. Raes (Lmblcmsr. pbilo- stopbica-moizlia . . , Dill, 1692, 8-) .— ^cnr. (Dsfelin (vevist. er stmbl, znc. cc masterues . . . /lmll. 169z, 4.) --- Eine ähnliche Sammlung führt I. E. Kavpe, in s. llebcrs. dcS Juv. de Earlencas, Th.-. S. >72. Anm. ff an, von Dan. de la Leuille (llevistes er Lmbl. S i tl Lmbl. snc. od moä. .. . mit» en lsrin , cn trsnc. en espagn. irsl. angl. stzm. er sltcm i 69;. 4 )— llimble- Ni4c. elegznrlor. cnrpulc. . . . Isr. bei- ^icisgue vcrs. clucid. bugci. k, 1696. 4. — Brco Aicher s^ocii-cus virse, ieer erliic. c»nr. 8^mb»I. morsl. de kninimz virg, studio sc mvribus »pri- nie lnsticuendls, exlibr. Lrtricor. ^ri- stur. deducka . . . 8sl. 1697. 12.) '—> I, Mick. v. V. Retten (Spelles lym- bei, exbibenz leriem smpiilstmZM L^mbnlnr, T^iustel. 1699. 8. 2 Bd. — Hendr. GraaumharO (bccr^sme ^iuncbeeldcn .... T^mst. 1704, 8.) -- I. Vi). Heckeuaucr (K^mbol. vsr. «stverti ?linc. 8. 8. Lcclestae er 8. l. liom. Imp. 8. 62 Bl. — L^mbel. er LmblcMiirs jussu srczue ^ulpiciiü 8. imp. delolckicivise» I'er. ^lexa- stis . . . ^mstcl. 1/n;. 4. (Oer Sinnbilder sind über Zoo; und so selten das Buch ist, so schlecht sind sie auch.) — A. Honbracken (8rickrcI),I Verrien (llec. ei kmblcmcs ciiv. cn ddcdzillez, ?->r. 17:4. 8 ) " T. Euft. Heraeus (lnicr. er 87m- bvl. vaiii Argum. bipst I7Z4. 4.) — Leliics nsrurslis, s. Oocum. mural, e variis rerum narnral. propriersri- das, virtutnm viriurumgue s^ml>. imzAinilzuZ cnllctia a LI>r. VVeigelio, !>1or. 4. 100 Vl. Mit deutschen Erklär, ebend. 1766. 4. -— Alle)? (Lmblcmr, 'narur. kiistor. kabul.moral snä clivjne 1781. 12.) U. v. a. m. — — Sinngedicht; Epigram n; a. (Dichtkunst.) Ein kleines Gedicht, darin der Dichter merkwürdige 'Personen oder Sachen nicht umständlich, sondern gleich, snm im Vorbcygang und mit wenig Worten in einem bcsondern und seltenen Licht zeiget. Die eigentliche Art dieses Gedichtes hat unser Les-- S i n Zyz fing zuerst aus Betrachtung seines Ursprunges mit gehöriger Genauigkeit bestimmt *). Es scheinet näm- lich aus den Aufschriften auf Denkmäler entstanden, wenigstens dadurch veranlasset worden zu scyn. Wie nun Denkmäler zum Andenken merkwürdiger Personen, oder Sachen gesetzt werden, über deren besondere und seltene Beschaffenheit insgemein eine kurze Aufschrift die nothige Auskunft giebt: so ist das Sinngedicht ein ähnliches poetisches Monument, das wir mit einem einzigen Blik übersehen. Das bekannte Distichon: Intelix Oidv! null! benenupcama. rirv: ldoc pereunre kugiz ! dac kugiente perls. bringt uns die berühmte Dido, als ein außerordentliches Beyspiel einer durch Heyrath unglüklichcn Person vor Augen, und zeiget in ein paar Worten, worin das Seltene ihres Schiksals bestanden habe. Der erste Vers ist gleickssam die Statue, oder das Denkmal, das uns die Person in merkwürdiger Stellung vor das Gesichte bringt; und der zwcyteVers ist wie die Aufschrift derselben, die uns die Sache iu zweyWorten erkläret. Dieses ist der eigentliche Cha- rakkp des Sinngedichtes. Es hat diesem zufolge, wenn es vollkommen seyu soll, zwey Thcile, die der angefübrte Kunstrichter Er. rvartuug und Aufschluß nennt, und die wir mit dem Monument und seiner Aufschrift verglichen haben. Nur dann ist es vollkommen, wenn es diese beyden Theilc hat, die man auch in der Sprache der philosophischen Schule das Subject und das Pra- sicat nennen konnte, und wenn jeder Bb ; genau, >9 In seinen Anmerkungen über das Epiaramma, im ersten Tkcil seiner vermischten Schriften, der 1771 in Verlin herausgekommen ist. 594 S i tt S i n xenau, nachdrüklich und kurz gezeichnet ist. Indessen nimmt »um die Sache nicht immer so sehr genau, daß man nicht auch solche kleine Gedichte, die eigentlich nur die Halste des vollkommenen Sinngedichtes ausmachen, mit unter diese Art zählte. Bisweilen besteht es blos aus dem zwcytenThcil, da der erste durch die Uebcrschrist an- gezeiget wird. Man findet z. B. in deissogenannten Nena^iams folgendes- Ucber ein kleines ^.ustrväldchcn, oe.s mir Wasser umgeben ist. IlicL^rkercs ruv poterss cum Käzr- re ssccre, Vulcsaus pimbibcrur sguis, .?ol pel- llrur umbriz. Diese zwcy Verse sind eigentlich nur die Aufschrift- das Denkmal , oder die Sache selbst wird durch die Ue- bcrschrift augezciget. Das Sinngedicht wäre vollständig, wenn in ein paar vorhergeheulken Versen gesagt würde: Dieses Wälschen ist mir Wasser umgeben und Sichre mir Baumen bepflanzt, unv Oer Henris gewezchc. Von dieser Art ist auch folgendes aus der Anthologie: 'Lx /xs skv.Zllv 'Llx Es ist blos die Aufschrift auf die Statue derNiobe von PraHtelcs. Der erste Theil fehlt ihm. Andern fehlet der zwcyteTheil; sie zeigen uns blos die Sache, und überlassen uns, eine anständige Aufschrift darauf zu machen- Von dieser Art ist folgendes von unscrm TUeist: AlS Mus auf Befehl des Kayscrs sterben sollte, Und ungern einen Tod sich selber wählen wollte: Durchstach sich Arria. Mit heiterem Gesicht Gab sie dcnDclch dem Mann,und sprach: ES schmerzet nicht. Etwas mehr ist folgendes; denn ob es gleich scheinet, als stellte es nur das Subjcct vor, so empfindet man doch besonders bey den zwey letzten Worten, daß es das Prädikat, oder die Aufschrift schon in sich schließet: 7?>?5>05, So viel fcy von dem Charakter und der Form dieses Gedichts gesagt. Der Dichter hat dabei) nicht allemal cinerlep Absicht; so wie auch die Denkmäler selbst nicht allemal einerlei) Endzwek haben. Einige dienen blos das Andenken wnrkiich außerordentlicher Begebenheiten, Glüks- lind Unglüksfallc im Andenken zu erhalten ; andere haben Lob, und noch andere Schande zur Absicht: und eben dieses hat anch bey den, Sinngedichte statt. Und da diese Denkmäler wenig Aufwand crfobcrn, so beehret man anch bloße Thoren damit, um den Klügern die Lnst zu machen, über sie zu lachen. Co zielt folgendes blos ab, das Andenken einer ganz besonder» und außerordentlichen Begebenheit zu erhalten. älsz bobios sä bellum milimsc cimnex, Aä bellum milloü pcrsiiliic cm- äics. In diese Classe rechnen wir alle, die blos überraschen, die durch das Seltsame der Sache, Verwundrung, oder durch das Ungereimte und Närrische Lachen crweken. Man sieht aber ohne mein Erinnern, daß die, welche ein feines, zur Nacheiftrnng reizendes Lob, oder einen recht beißenden Spott »nd empfindlichen Tadel zur Absicht haben, die wichtigern sind. Von dieserSeite betrachtet, kann das Sinngedicht, so klein S i n klein es ist, wichtig werden. Welches wolgeartctc Frauenzimmer wird ohne Rührung diese vier Verse von Bester lesen; Dies ist das sittsame Gesicht; Dies ist die Dario, die Geliebte, Die ihren Canitz eher nicht, SttS nur durch ihren Tod betrübte. Die Wichtigkeit des lobenden und spottenden Sinngedichts ist zu offenbar, als daß wir uns dabei) aufhalten sollten. Und wie leichtsinnig müßte der nicht seyn, der das vorher angeführte Sinngedicht auf den Ecktet , ohne heilsamen Eindrnk davon zu fühlen, lesen konnte: Dies ist Apikret, ein Sklave, lahm und hch-hst arm, a'^cr ven Gattern rverch. Es lassen sich aus allem angeführten, auch ohne mühsames Nachdenken, die vornehmsten Eigenschaften des Sinngedichtes abnehmen. Man findet sie in den angeführten Anmerkungen unsers A.essings gründlich auseinandergesetzt. Wir begnügen uns also, die Hauptsachen ganz kurz anzuzeigen. Da dieses Gedicht das kleineffc von allen ist, so leidet es auch nicht den geringsten Flcken. Gedanken und Ansdrüke müssen vollkommen bestimmt, vollkommen richtig und passend seyn. Der Gegenstand muß mit wenigen, aber meisterhaften Zügen so gezeichnet seyn, daß wir ihn schnell, nach seiner Seltenheit, oder Wichtigkeit, und in dem ihm zukommenden Ton der Farbe, ins Auge fassen. Und wie bey würklichen Denkmalen die Einfalt eine Hanpttngend ist, so muß auch hier nichts mit Zierrathen verbrämt, viclwenigcr überladen seyn. Man kann das, was wir über die Beschaffenheit des Denkmals gesagt haben leicht hierauf anwenden. Das Prädicat, oder was die Aufschrift vorstellt, muß uns die Sache S. Denkmal. S in Z95 in einem völlig interessanten Acht zei. gen, es fcy als besonders gut oder bos, oder blos selten, oder poßirlich. Wir müssen nothwendig dadurch überrascht, oder doch stark angegriffen werden. Dazu wird Kürze, Nachdruk, oder naive Einfalt, oder Witz, oder seltsamer Contrast, aber allemal der vollkommenste Ausdruk erfodcrt. Und hieraus laßt sich abnehmen, daß dieses kleine Gedicht einen Meister in Gedanken und Ausdruk erfo- dcre, und nichts weniger, als das Werk eines gemeinen Reimers sey. Aus dem Alterthum haben wir viele sehr schone Sinngedichte in dm bcydcn griechischen so genannten Anthologien. Aber der Hanptepigram- matisi, der diese Dichtart besonders und einzig getrieben hat, ist Martia- lin. Unter uns haben sich Ä.ogau und Wcrnike vorzüglich in diesem Fache gczeiget; und der letztere besonders konnte vorzüglich gencnnt werden, wenn die Frage vorkäme, wie weit es die Deutschen in dieser Art gebracht haben: obgleich zu seiner Zeit der deutschen Sprache der leichte und geschmeidige Ausdruk, den sie zu unfern Zeiten bekommen hat, Noch fehlte. -Hagedorn hat in dieser, wie in mehrern Arten, auch in Ansehung des vollkommenen Ausdruks, hierin den Deutschen die ersten Muster gegeben. Hier und da laufen einige Sinngedichte von Rastner herum, ans denen man abnehmen kann, daß dieser durch ernsthaftere Arbeiten berühmte Mann alle seine Vorganger in dieser Art würde übertroffen haben, wenn er sich vorgenommen hatte, das Sinngedicht zu seinem Fache zu wählen. Von licm Sinngedichte handeln besonder» in lateinischer Sprache: Th. Corres (iderncneopoemsris Zcncrc yuoll Lpigrsmms vulgo äicirnr, Ven. 156?. 4. Lon. zyS Sin S i n Von. Z59--. 4.) — Vinc. Gallus tve LxiZr. oputcul. in czuo llpißrzm. ma, Lclvo, Tlusgr. 87ml,. hsbul. sc jd gcnus »Iis eonficiendi prseccsirz iisduurur, Illodiol. 16Z2. 12. ist aber tercits die vierte Ausgabe. Ebcnd. 1641. — Joh. Torrunius (Oe confi- ciendo Lpigr. t. I. (Lun.) er s. 4. H2- mv. i6z2. 4.) — E. I. °Nossius(im ' lytcn und aoten Eap. des zten Buches s. lnitiiur. poecicor.) — Carl a St. Antonio (De arro epigramruar. . . . Illbcllus, C'nl. -lö;-,. 8. I'ini-cm. 167z. 8 ) —e Nic.Mercier (Vc cvn- Ii., ivendu hpigramm. Os>us . . . har. 165z. 8.)-- Franc. Vavasisr (De Lpi^-r. hib>, bep s. hpigram. har. I 669. 1678. 8. und in seinen Werken, ellMt. 1709. t. S. 8>.) — P. Nicole (Vit- te-cac. de v-era pulckiricudine, er ad- mndracs in <^ua cerns x-rinei^üs re. scdlioins ao loleciieuis hg-igr. cautae roddunrur, vordem Oeletl. llpigr. ex vvor. er reccnc. loer. par. 1659. 12. I^nä. 1686. 12. Französ. vor dem koe. cies plus heaux endenirs do ddar- riai. Voui. 1689. 12. Be» dem llcc. des ^>Ius bclics IcpHr. des tucr. trcs. dcpuis kllaror» ?ar. 1698. 12. und vor dem dlnuv. llec. des llpigr. trsn^. par Uh. Krumen eis la Illa-riuicro, /Imlt. 1720. 12. 2 Bd.)— C.A. Heumann (vo natura er vilturibus llpißr. vor s. Intimi. lar. lllanov. 1721. 8-) ^—- Auch gehören, im Ganzen, hiehcrChrsin. H. SckmiSts dcey Dissertationen, Oc pucll epi^razzamacico - paitoricia , Da I'neil epi ^rammacico - cpic» UNd de hoelv cpigrammarico - eieAiaca, Liest. l77>'l77Z-4 — — In italieni- sll?er Sprache: Ausser dem, was in den Werken dcSMimurno (hll>. III. S.278. AuSg. von i;84.) und (DuaSrio(VoI. 2. Dll>. II. S. z6, u. f. S- Art. Diclic- tiunsr, E. 064 und 667.) davon gesagt wird, handelt davon, Z5ac>. Verrinclli Ihoccere . . . tnpra gli Lpigrammi, ho-.;. 1788. 8.) — -- I» französischer Sprache: Guil. Collerct (vitc. de tstchigr. bey siLxigr. kar. i6zz. und auch in seiner /Irr pect. ?ar. >6 ;i. 12.) — Mich. Oe Marolles ( vitc. de I'LpiZr. vor seiner Ucbersctzung des Martial, par. 1 65.5. z. 2 Bd.) — Am. DauSecon SeScnece' (kraire tur la Lvinpetician de thpizvamme vor s. hpißr. er aurres poct ?ar. 1717. > 2.) — 2lnSreleA>rnn (lltrairede I'LpiAr. vor dem llec. tl'opiArZmmsz, kllaäriZ. er Lti-iit, ?ar, 1714. 8.) — Zbruzei, Sc la Martinicre (vbtsrvar. tur I'LpiZr. ... vor dcni dWuv. kcc. dos Itj'ilzr. tron^. /emll. 1720. 12. sBd.) — XcmonS Sc Sl. MarV (idcilex. tur titpizr. . . . bei) s. lletiex. tur !a Poesie en A-neral, bis 1127c 17Z4. 12. und im ;ten Bd. S.> >08. seiner Werke, /Imss. 1749. I8-) — 2öar:cnx (In seiner Einleitung in die sch. Wissensch. Bd.z. S. -28. Leipz. 1744. 8.) — — Von englischen Schriftstellern: Eine Oiiterrsr. darüber, vor einer LollcÄ, vt hjiigr. 1727. 12. sTH. — Jos. Trapp ( In der I2ten srincr Vorlesungen über die Dichtkunst S. >5Z. L. 1742.8.) — NcwScrr)? (In seiner clrc ot hocrr/ on z novo hlan, Lkap. VIII. p. ; 6. Vul. I. hvnci. 1762. g.) — Ein Versuch über diese Oichtart findet fich vor der, unter dem Titel, te- twsn erschienenen Samml. englischer Sinngedichte, Hund. 1765. 8.) — -- Von Deutschen Schriftstell rn: Chrsin. Gottl. Meisicr (Unvorg^cistichc Gedanken von deutschen LpiZraminscilius üi deutlichen Regeln und annehmlichen Stempeln, kcipz. 1698.8.)— Gorch. LLph. Kessinz (?tnmerlungcn über das Epi» gramni und einige der vornehmsten Epi< grammatisten . . . im itcn Th. seiner »cc)n. Schriften, Verl. 1777. 8. — I. G. Heuser (Anmerkungen über die Anthologie der Griechen, besonders über das Gr. Epigramm, in der ersten Sammlung S. 99. seiner zerstreuren Bldtter, Gotha 178;. 8. Anmerkungen über das Er. Epi, gramm, in der atcn Samml. S. 10z. Gotha 1786. 8.) — T. Meiners (Im 22tcn Kap. S. ?2.,. s. Grnndr. der Theorie und Gesch. der sch. Wissensch. Lemgo '787- S i n S i n 1787.8) S. übrigens die, Key dem Arc, Dichtkunst, S. 667 u> f. angeführten Schriften von Marhof, Hu- n°lv, Ncukirch, Gottsched, vorzügllch Wcstenrieder und Eschenburg, u. a. m.— Sinngedichte in griechischer Sprache sind, von sehr vielen Dichtern geschrieben, und diese, sehr frühzeitig, von verschiedenen, in Sammlungen gebracht worden, a!S von Mclcagcr, von Philippus, von Agatyias u, a. m. aber diese Sammlungen sind verloren gegangen. Einen Auszug aus ihnen, mit Zusätzen aus den Dichtern seiner Zeit, machte, im zehnten Jahrhundert, Constantinus Ce- phala; und einen andern, aber mit Weglassung vieler, welche Ccphala in seine Sammlung ausgenommen hatte, (oder, wie Veunk in der Borr, zu den /tnal. S. IV u. s, will, nur einen Auszug aus dem Cephala) der Mönch Planudcs im Anfange des igten Jahrhundcrtes. Gedruckt erschien diese letztere Sammlung früher, als jMc; zuerlt Flor. >4,94- 4- gr. und darauf ebcndas. >519. S.gr. Ven. 15-t und 8. gr. Von H. Stepha- nus vermehrt >566. 4. gr. Von Brodaus, Frkft.-6oo.ch. gr. ^pci. Lom. mal. 1S04. g. gr. und lat. nühmlich mit der Ucbcrs. des Eil!). bubinuS (Sie enthält Gedichte aus zwephundert und einigen vierzig'genannten und verschiedenen ungenannten Dichtern; und ist in sieben verschiedene Bücher, nach Maßgabe des verschiedenen Jmchaltcs der Gedichte, ab- getheilt. Aus ihr sind von Zeit zu Zeit, wieder einzele Bücher und cinzcle Auswahlen gedruckt morden, als Lvl. 1525.8. Loch. 1529. 8. von H. Slephanus, >570. 8. Laib. 1600. 8. chrelr. 1602-8- ch-anst. 1706. 8- u. a. m.) — Von der, ihr vorhergegangenen, oder ihr zum Grunde liegenden Sammlung des Const. Cephala, wurden von den Zeiten des Salmasius an, gelegentlich mehrere, bis dahin ungedruck- tc Epigramme, einzeln, von mehrern Gelehrten bekannt gemacht; aber I. I. Reiske gab zuerst, das, was solche mehr, wle die schon gedruckte Anrhvlvgir enthielt, zusammen, im 9ten Bande des Vlichcelloneor. chstpticnch. (59; St.) und den Ucbcrrcst (410 St.) mit der Ausschr. ^nrtrol. Ar. a Lonkk. Leptrsla corxl. . . . d.ipch. -754. 8. gr. und lat. heraus. Auch diese Samml. ist in verschiedene Bücher, nach Maßgabe des Inn- Haltes der Gedichte, abgetheilt, einhält deren von mehr als 120 Lichtern, und unter diesen mehr als drcyßig, von welchen, in der Anthologie dcS PlanudeS nichts vorkommt. — Was in deichen Sammlungcn sich findet, wurde endlich von R. F. PH. Veunk, zusammen, ans mehrern Handschriften sehr verbessert, mit der Aufschrift, ^noledts verer. koersr. Aroocor. ^cAenrorori (1772- 1776.) L. z Bde. gr. herausgegeben. Die Zahl der Lichter beläusr sich hier auf 288; und die, jedem zukommenden Gedichte sind, unter seinem Nahmen gesammelt. Unter ihnen finden sich auch Thcokrir, Vion, Moschus, Anakrcon, Caltima« chus, Clcanth und Proclus. Die nah- menlosen Gedichte, so wir die Räthses, sind unter besondre Rubriken gebracht, ttebrigens sind denn auch aus dieser Samml. wieder Auszüge crschioncn, als die Kleine Anthologie. .. Duisb. 17L9.8. Die Kleinen griech. Gedichte. . . Gotha 1789.8- (jedoch nicht gänzlich aus Brunk) und F. Jacobs hat den Anfang mit einer neuen Ausg. hips. 1794. 8. 2 Bde. gemacht.— Von den, sei jenen Sammlungen befindlichen Epigrammakificn sind ferner verschiedene', einzeln, herausgegeben worden, als Strato, von C.A.Klotz, Alt. >764. z. heonidas von Tarcnt (aber nur ein Lz>t.-c!meni oder einen Vers, über s. dichterischen Charakter, nebst einem Epigramm) von K. O. Ilgen, bcipz. 17«;. 8- Antimachus, von K. A. G. Scdeilenberg, Halle 1786. 8. Mrlea- grr, von A. C. Meincke, Lcipz. 1789. L. und von I. K. T. Manso, Jon. >789.8. — Ucb.rsttzr, und noch mehr nach» geahmt, ist ein großer Thcil dieser kleinen Erdichte in allen nenern Sprachen, als in der italienischen Sprache: Von Salvitli, (in den hlnvelle licrer. ä! Ve- neroia nezia p. I. 1729. Von Ant. Bnonglo- vanni und Gie. Zanctti (Vari Lpigr. «lella Areca Hncol. . . . Ven. 1752.f. übcehaupt izo St.) Von Avcrado de Mediei (Zeel» eii Lpigr. hiv. 1772. 8. Verm. Flor. 1790. 4.) Von dein Abt Felici (LpiAr. rrairi äal Qreco , brate. 1787- 8.) Von Gact. Cartani (ktacc. chi vari LpiAr. «liv. in VII. IVri, iVap. 1788. 4. Wie viel Bände davon erschienen sind, weiß ich nicht. Der erste enthält nur das erste Buch.) Von Ger. PoNIpci (im -ten Bd. s. Gpcrc, Vor. 1790. z. Hundert St.) Von I. K. Paffcroni (.im zten Bd. s. ftime, Vlil. 179--. 8.) In die fran5osisei)LSprache: Von P. Lainisiec (/Inrkniagic, ou liee. cteo ;4u!> beaux bpiZr. Gr. . . . mix cn verz . . . hz?un 1 5 89- >59?- iSzy. 12.) In das Englische: Von einem Ungen. (kpigr. rranslar, . . . trenn cbe oriAiual Greeic . . . hanei, 1789- 8.) In das Deutsche: Ehest». Gr. zu Stolldcrg ( In den Gedichten aus dem Gr. Hamb. ,78s. 8.) I. N. Götz (In s. Vermischten Gedichten, Th. >. S. 154.) I. G. Herder ( In den zerstreuten Blättern, Gotha 1785 - >786.8. -Samml.) I. Tvblcc (Fünfzig der schönsten Blumen aus der gr. Anthologie, im zweyten Jahrg. deS Schweizer. Museums S. 738. u. f. Mehrcrc, im zten Jahrg. S. 574 und 99-.) — Ein Unzen. (Gricch. Blumenlcse . . . Grotk. >788. 8- die Ucbcrs. sind aus den Werken anderer gesammelt.) K. G. Sonntag (Im zten Jahrg. von EanzlcrS und MeißncrS Quartalschrift; im deutschen Merkur; in der Beel. Monatsschrift, und im itcn Heft der Unterhalt, für Freunde der alten Litterat. Riga 1790. g. ) — Erlaucerungsschrifrc»: OaS >6te Kap. in Fr. VavassorS Schrift, OeLpigr. und auch im zten Buche Lap. 28 von IGbrie. Libl. Gr. — Itemarg. tut), er cric. tur l Tlnrbel. mannlcr. 777- 8- -- In den Opute. polknn. deö Nicoli soll sich eine Abhandl. über die ge. Anthologie finden. — Auch gehört, im Ganzen noch hicher: Iliit. koeteo» gr. brcvioris, ab /Inacr. usgue ach .VieleaAr. ex Slnrbol. Ar. achumbrat» /, . tcr. L. G. Lenurag (l.!ps.) >78;. 8. — Und littccar. Nachriclate» giebt h'abrieii hibl. Gr. Gib. III. e. 2Z. ss wie die Vorreden vor dem Ausgaben von Reiste und von Brunk, und die Liblienl,. cric. Vvl. I. lft 2. S. 20 u. f, — — UcbrigenS versteht es sich von selbst, daß die lateinischen, älter» und ncnern Epi- grammatisten nicht wenige ihrer Sinngedichte aus der griechischen Anthologie gezogen haben. — — Griechische Sinngedichte von Neuer»: Ich schränke mich auf den Jan. LascariS (Lpigr. Gr. Lab. >557. 8. bar. 1542. 4.) — und den Joh. CottuniuS (Gr. LzliZr. Gib. II. bar. 165z. 4.) ein. Sinngedichte von römische» Oich- tcrn: (Las. Valerius (Lacullus (Rur wenige seiner Gedichte sind, waS wir jetzt Epigramm nennen. Uebcr die Ausg. inner Werke s. den Art. ähieö S. 2Ü1. Zu den, daselbst angeführten deutschen Ue- brrsctzungen, gehört noch der von K, W. Ramler herausgegebene Auszug auS dcn Gcd. des Catuli, Leipz. 179z. g. lieber den Charactce dieser Gedichte, s. G. E, Hessings vermischte Schriften Bd. 1. E. 171.) — Marc. Valernts Martialis (>oc>. Seine, in 14 B. eiugctheilte Epigramme sind zuerst Ven. (>470) 4. und hierauf mit dem Comm. deS Äom. Cal- dcrinuS, ebend. 1474. 1480. t. btceliul, 1478. 1491. t'. Mit dem Eomment. des Pct. MaesiiS, Ven, 149a. I. ferner Ben. S i a S i n Z99 Ben. >5oi. 8. k^r. l;-8- '54°. -544> >554.8. Argcnr. I??;. 12. psr.lül/. (vi. Mit dem Comment. des Matth. RadcruS, Jngvlst. 1602. 1611. beioguur. iü-7. l. (aber auslassend, nachdem Franc. SdlviuS zuerst eine dergleichen Ausgabe, Par. i;>4- gegeben halte.) Von TH. Far- »abiuS, Jurist. 161;. g.Amib. 164;. 12. Dugli.Uar. 1744.12. BonPet. Sceiver, Dui-ä.Lar. lü'y. Amib. 1620. iz. Von Corn. Schrevcl, nach der AuSg. des Far- IiabiuS, Dugst. Usr. Iüz 6. 1661. 8. Amib. 1670. 8. herausgegeben worden. Auch befindet er sich unter den von Barbou gedruckten Ciassikern. Uebcrsetzr ist Mar- tial, Theilwclse sogar in das Griechische, von Neu er» nclhmlich, von Fr. Morest, Par. >6oc>. 4. Von Jos. Scaliger (iriorig. Isliur. ?ar. 1607. 8- auch in s pvcrnar. Du^ci. 15. 1619.12.) und beyde bey der Pariser Ausgabe dcö Martial 1617. t. In dasItnlpenische, von Gius. Graglia, Dunst. 1782. 12. 111it.se. (aber, wie es sich versteht, nicht völlig.) In das Spanische: G. E. Hessing, indeu Beim. Schriften 1.281. und aus ihm, Hr. Schund, in der Anweisung der vornehmsten Bücher in asten Theiien der Oichik. S. z;o. schreiben einem Emanuel de SäiinaS die Ucbersc- HUNg der, in die Arre stel InZenic, des Lor.Graciau eingewebten Epigramme des Marlial zu; aber, diese Uebersetzung muß sich in den spstrern Ausgaben dcS Buches finden; denn in der erstern, kcstost. 1642. 8. stehen sie, biS auf zme», ohne alle Uebersetzung, und jene zwey haben andre Verfasser. Aach sind der eingewebten Epigramme des Biaxtial überhaupt nicht so viele. In das Lranzssische: Alle Epigramme, in welchen die Rede von dem Titus, und dem Oomitianus, unter dem Titel: De Leisr Auguste stu UuereXIsr- rivl 4. um die Milte des 171c» Jahrhunderts, die einem Priester, Herb. Grisel, zugeschrieben wird; vollffchidig von Mich. MarollcS, zuerst in Prosa, Par.iü55. 8. -Bd. und dann in Verse, Par. 1675. 4. nachdem cinzele Stücke schon einzeln gedruckt waren, und so schlecht, daß Menage die Uebersetzung Dxi^rammsi cvn.» rre Assarrial nannte; ein LbwIx st'Lpi'gr. stc Xlarcial von Du Four, IN s. liecuei! st'Lpigr. ckes plus tameux puercr Da» rilis, par. 1665. 12. und von Cvstar ein Idccueil stes plus beaux cristroirs cks lvlsrrial . . . Vvul. 1689. '2. - Bd. In das Englische : Tim. Kendali lieferte zuerst, in s. piuevcis vk DpiAeammes vur ob' Dunckric rlie iiivib (luZuIar Au.» riiors (eietbest . . . Dunst. 1577. 12. einen großen Thcil der Sinngedichte des Martial; Th. Map (La!, Lpigr. ufi bchrc. 1629. 12.) Bon einem Fletschcr habe ich eine, im Jahr 1656. 12. ge» druckte (wahrscheinlich nicht vollständige) Uebersetzung angezeigt gesunden, und ähnliche Arbeiten haben Will. Hay, Dunst. 1755. 12. Thom. Scott 177z. 8. (doch mehr Nachahmung, als Uebersetzung) und JameS Elphingston -78-. 4. geliefert. In das Deutsche: Mehrere unsrcr stl- teen und neuem Dichter hatten einzele Epigr. aus dem Maetial übersetzt; diese sammelte K. W. Ramler, vermehrte sie mit eigenen Hebers, und gab sie, unter dce Aussehe. „Mare. Val. MartialiS, in einem AuSzuge, lat. und deutsch, Leipz. 1787-1791. 8. ;TH." und eine Nachlese dazu, Beel. 1794. 8. heraus. >— Er- läuleemigtischristcn : Anr. ste Idvv)- D'vn^cöinr. cric. .. . in bcl. V. dlarria. Ii» Dplgr. Dli>. XI V. . . ckckas. acl lili. 1764. g. Ebendesselben . . . nonstunr eclicae Anlmastv. crir. iu kcst. V. Xlarc. Dpißr. Dlb. XI V. . . . DDsrsternv. 1787. 8. — Der zte Absehn. von G. Ephr. !cs- sings Zerstreuten Anm. über das Epigram, ins.Vermischten Schriften Th. 1. S.isz. handelt vom Martial. — Auch gehört im Ganzen noch von dem , Hey Gelegenheit der Lcor. clella Dircaesr. iral. von Gir. TiraboSchi (S. Art. Dichtkunst, S. 6z 7.) zur Veethcidigung des GenieS der Spanier, erschienenen Schriften (S. ebend. E. üz8) hieher: Icki. Lerrani Du- pce iustiolu Ist. ckchchvichl ste XIarriale, 8en. Duc. ... acl LIem. Vanetium, ppiib. II. Kerr. 1776. 8. ° Das Leben des Dichters findet sich, unter andern, im 2tm Bd. der Lebensbeschreib. Röm. 4«o Sin S i n Röm. Dichter, von L. Lrusius, S, ?». b. Ueberseyuug. Auch hat Muff»» eines geschrieben. Littcr. Neichen liefert der uteBd. S. z?7- der Lil>I. lar. desZ'abcie. Oips. 177s- L>) Ausonius (Z87. In s. Werken, Ven. 15-". 4. (Lei. pr.) Lx eä. cksuliii, slmst. 1671. 8- (b. Ä.) Las. 1780. 8. ^)ve>-i,r. 178;. 8- findet sich ein leider Lpigr. und Littcrarische Nötigen in Lade. Libl. lar. Bd. z. S. rz y. a. A.) — Scunmlunge» von Ginngeoickren romischer Dichter: Die, dem Virgil verschiedentlich, aber gewiß fälschlich, zugeschriebenen berüchtigten I'rispe^s, sind bei) den Vlrßilli La- raietlis, Ven. 1472.10!. Ven. 1512. 8. und bei) verschiedenen Ausgaben der Werke des Dichters, als Hncv. zsäi.s. Ou°ä. Lar. 1 581. l2. so ivle bei) einigen Ausgaben des Eatuii, Tibull undProperz, alSi;oo. s. und des Pctronluö, stmilel. 1669 und 1687. 8. befindlich i auch einzeln, mit der Aufschrift: Priap, 1. sti- verlor. Loerar. in Lriapucniusus, Ven. 1517- I5Z4- 8- lilullr. eornmenc. Lasp. Lcioppii . . , Lrckc. 1606. 8. Und Lriape^a s. Infus er Lpigrammara in Lriapuni LXXXVIl. . . . L. Lcali- »cri » LinstenLrogü , Oasparisguo Lcioppü norrz, ?srav.(/linllel.) 1664. 8. gedruckt. Etwas darüber hat auch Hessing, a. a. O. S. -8?. gesagt. — Lpigr. er Loeinar. verer» . . , sxLidl. er c. emenstac. L. Liclioei, Lar. 159--. 12. Lugst. Lar. 1x96. 12. 2 Bd. .— LpiZr. er poein. verer. bei) den /rrnos- nit. Lbeolog. Ltiiiol. des Theod. Alme- loveen, Lugst. Lac. 1694. 8- — ^u- ltiol. lar. . .. seieg. L. ttenmsnn, Hau. 1721.8»-- ^nrbologia vec. lar. Lpigrsm. er Loemar cura L, Lurnrsnni, 2lmliei. 1749 . 177z. 4. - Bd. (Die vollständigste aller Sammlungen.) — — Lateinische Sinngedichte von Neuern : Alle Lichter, welche dergleichen geschrieben, anzuführen, würde schwer se»n; ich schränke mich auf diejenigen ein, welche Heren in größerer Anzahl verfertigt haben, und so ansehnlich auch schon die. Menge der mir bekannten ist: so wenig stehe ich doch, sie zu nennen, an, da, in einer ausgestorbenen Sprache, sich, unrcr allen übrigen Dingen, ein Einsall, noch am ersten auf eine erträgliche Art sagen läßt. Cantaihciu«) (Lpigr. Ven, 149z. 4.) — Miel). Marullus (h 1511. Lpigr. erll)inni, Lior. 1497. 4. T^rg. 1509. 4. Lpir. 1595. g.) — Dominus pallaöius (Lpigrainmara er Lieg. Ven. 1498. 4-) — Pamphilius Saxius (Lp>gr. Lid. IV. . . Lrix. 1499. 4.) — Äarcom. Ccorrus (Lpigr. . . . Lidel. lus, Leg. i j°o. 4.). — -Herm. Gg. daso (si5 --z. Seine l'oem. Lun. izsi. 4. enthalten aitch Sinngedichte.) —- Conr. Celles (f -zog- In s. Loem. Nor. i;o2. 4. finden sich fünf Bücher Epigc.) — flatus (Lpigrammara er Lieg. dlestiol. 1502. 4.) — CalcN- liUS (In s, Opulcul. ... liom. 15 0z, s. finden sich auch Epigramme.) —- Herin. Eusebius (Lpigr. Lib Iii. Lips. 1504. 4.) — Joh. Jov. Pon, ranus lI i;oz. In s. Vpsr.pver. Ven. -5lZ- 1518. 8- Z Bd. Las. 1556. 8. und öfter.)— Jan. PannoniusIzio. Lpigr. Ven. i;;z. 8.) — Lanc. Cur- lius ( f 1 5 l 1. Lpigr. Oee. II. Kiest, 1521. s. sind sehr kahl und stumpf. — Pictorius (Zwey Bücher Epigr. bc» f. Li ^uinvr. Lid. Lerr. >514. 4. Ob sie sich schon in s. Larmin. Lid. VII. klur. 1492.4. finden, weiß ich nicht. Von einem andern Pictorius sind Lpigr. Lib. VI. Ven. s. a. 8. gedruckt.) — Job. Am. Llaminitis (Lpigr. Lib. III. beps .L^Iv. Lib. II. Lon. 1515 .4.)— Henr. Cor- Vus oder Heinr. Urban (Lpigr. Lib. il. Lstorst. 1517.4.) — Ioh>. GapiOus (Lpigr. Leiell. 1520. 4 ) — P.dZau- ricus (LieA. Lei. 87IV. er LpiZrain. niaca, t. I. 1526. z.) — per. Gra- vina ('s i;-8- In seinen Loem. Nap. i;z2. 4.)— E. Ailsebnus (Anseloni liplgr. Dill. VII. . . . Ven. I 528. 8-) — Anvr. Nanzcrius (Navageri -s 1529. LpiZr. Oib>. Las. 1546. 8- und in den Osl» kosc. Ilslor.) —' Sine. San, S i n S i n 4«! SanniMr (f >5zz.' Lpigr. Lid. IN. Veii. 1555. 8. und ln f. koemsr. Ven. 15z;. 8. ^mKel. 1718. 8.)—' Morus (f 155-5. Lpißr. Lss. 1518. 4. Loml. 1658. 8.) — Jos. Scaliger (Lpigr. lidcc, Lsr. 15ZZ. 8« S. auch dessen ?oem. 1°. I. 1574. 3. Lx off. kisiir. 1615. 11.) — Cl. Rojseletti (L^>igr. Lugll. L. I5Z7-4-)—' Sim. Lemnius, oder L,einmichen (Lxigr. Lid. II. Viced, I5Z8. 8. Lid. IN. .. . LI. >;z8. 8. S. übrigens den Art. Satire, S. 152.)— Ducher(Lpigr. Lid. II. Lug. Lr^silr. IZZZ. 8.) ^ Marc. Theovoricns (Lpigr ?zr. 1559.8.) -— Vasolli (Lpigr. Lilvz, 1"ic. 1541. 4.) >— Joh. Sc- cunvus ('s ,;z6. Lgigr. Lid. in s. Oger. Vis). >541. 8. Lugll. llsr. 1619. 7. 1651. 8. I'or. (/.Icend.) 1748. '2.) — Joh. Vulteftis (Voutc 1557. Lpigr. Lid.IV. Lugst. II. I 5Z7. 8. Lac. >558. 8.) — Gasp. Urs. Velius (t 15z». Im 6ten Bd. der IZelie. hoec. (leim.) Aut. Gooeanus (Lpigr... Lugä. k. l;Z9.'4.) —» Nic. Bourbon(dlu- gsr. Ulli. VIII. . . . Lsl. 1540. 8 ) " Coppa (Lpigr. cc Lieg. Larrkcn. 1541. 4.) — Scaphenatus (Lieg, er LpigrimmstZ. Ven. 1541. 8-1 " Marc. Anr. Llaminius (f >550. Lpigr. Lid, II. Lugst. L. 1561. 8.) — Is. Gl'rarvus (dcicdoffrsria Lpigc. Lid. V. Lugst. 1552. 4. Auch ist von ihm noch ein Lpigr. legal. über Iscec. cbend. ,575. s. gedruckt.) — Mavoc (Lpigr. .smsror. . . , hisg. 1551.4.)—- Nie. Guerculus (Lgigr. Lid. II. .. . Lsr. 155z. 4.)-- Lorcarulus(Lpigr. Lugst. 1554.3.) — Franchini^oem. er Lpigcammsrs, 11.1554, 8.) —- Seb. ^uber (Lpigram. Libel. III. '557- 8.) -- Fauskns Gabaus (Lpigr. Lid. V. Ilom. 1556. 8 ) ^ Phil. Melanckrhon (f i;So. Lpigr. Lid. III. Viced. 1560. Vcrm. mit z Büchern, ebcnd. 156z. 8. >575. 1592. 8. Lrcfr. 158Z. 4. mit Klip/.) — Jean Vu Bella/ (s i;6o. Ein Buch Epigr. Hey den Oden des Salm. Macrin, Par. Vierter Theil-, ,546t z.) > Joack. St» Bellgy (f 1560. In s. ?ocm. Lsr. 1558- 4-) — Lad. Hembols (Lpigr. . . . . Lrpdorst. 1561. 8.) Eabr. 2l/ala (Lopuiiriz Lpigr. mesticz, 4nrv. 1561. 4.) — G. Gabinus, oder Sckiüler (Seine?oem. Lixl. 156z. 8» enthalten auch Sinngcd.) — Mauritius Martius (kipigr. Lurstig. 156z. 8.) — Joh. Mittel (Lxigr. I»cr. Lid. Lrpk. 1567. 8.) Malt.Hav» von (Ins. koemsr. Lonst. 1567. 4. 1576. 8.) — Johnparlhurst(si-74. Lpigr. 1er. Lonst. I 560. g. Lusticrs. 1. Lpigr. ssuveu. Lonst. 1572. 4.) —» Thcov. iL>c;a (Lpigr. . . . Lxc. Ick. Lrepd. 1565. 8. S. auch dessen Locm. ?->r. 1548. 8. 1597- 4 ) — per. Aphervianus (Lpigr. mar. Lid. IL Llll. T^gr. 1577.8.) — Äalth. Men» cius (L^Ivui- Lpigr. Viced. 1579. 8.) —- El. VerVier (I'eriperolZx Lpigr. l^ir. 1581. 8-) — Heinr. Conrad (Ljpigr. . . . Libelius. ^.nr. I 58 V 4.) — G. Buchanan (1 158». In s. ?oe- mor. 1101.(1564)8. Umticl. 1676. »4. Auch, ivofcrne ich mich nicht irre, einzeln, Par. 1594. 8. gedruckt.) — Steph. Pascbasius (Pasquier Lpigr. Lid.VI. ?sr. 1582.8. 1585. 8- l6>8» 16.) .—' Anvr. Calagius (Lpigr. Viced. 158Z. 8- Lpigr. Leiic. VI. , . . Lrclr. 1662. 8. Lpigr, Lrclr. 1609. Z. Die leizre Sammlung enthält nur das achte und neunte Hundert.) — Marc. Ant. Murer (f >585. In f. )uven. ?sr. 155z und 1590. 8. ) —' porsius (Bei? s. Ic. L^anr. Lrcfr. 158z. 8- finden sich zivcp Bücher Epigrammen.) — Gruter (Beil s. peric. . . . Hei. lleld. 15 87. 8. findet sich ein Lpigr. Li- deilus.) — Mich.Lcnv (Lpigr. Lid. Lov. 1587. 4.)'— Mich. Abel (Seine ?oem. 1590. 8. 1599. 8> enthalten zwep Bücher Epigrammen.) — Ava- inaeus (Lpigr. lid. Lrouelc. 1595. 8.) — Hiern. Acconatus (Lpigr. . . . Vieu. 1591. 8.) — Sal. Fren;el (Lpigr. .>. . . Vireb. 159Z. 8.) Jan. Dsusa S. (s 1595. Lpigr. E c.. Lid. 402 S in S i n I.ib. II. . I . Ancv. '569. Z. und Ledo I. I-lalcefinnio > Lslinor. s. dpiZr. Lid. V. HsZ. Lonc. 160z. 4. I'vem. huAcl. dsr, 1607. 12. 1609 g, Hoc. ,704. 8 ) — AicSr.Lrusius (Lpize. in Hoeeeric. Lul. 1600. 12.) — Tob.Aleuricer (fi)>>ige. Lenr. V. heclr. "1600. z.) — Mach Gothas Sec. (LpiAesinm. . . . Vncd. >6o>. g.) —- Joh. Gassari (Lsiigr, l.ik. Lue. Var. 1601. 8-)— Paul Melissus Gehe« Öius(si6c>2. Lpiße. dleicleld. 1592. 8.) —- Maxamilianus Vrientius (Lpize. h!>'. >^urv. 160z. 8.) — Tasp. pracorius (L^igr. Lid. II. V!. red 1604. 8.) — roilh. xvesthof (^9'lAe. inilcelloneo . , . fiectr. 160;. 8. ?orc. vsnr. 16; 7. 8.) —> <^einr. Stroinberz (ÜipiAe. Leuen. 1S0;. 8 ) — Franc. LiemonS (hlpizr. . . . . Z9ieä. 160;. 12.)— Tasp. Tunrav (Lpißr. Lenr. V. OeibN. 1609. 8.) — Änc. Fa^c (LpiAr. ... Leu. i6ic>. 8.) — Barch. Bclovius (kpiize. l^ib. X VIII. Vrefr. 160z. 8. dloZcl. iSli. 8) — Val. Ndener (. . . . ^8>gr. Wice. 161 1. 8») — Math. Ziuber (Cpige. Hol. ,6iz. 8 ) — Melch. ^auscus (I^piZr. Lcnr. II. Luc! ,616. z.) — Greg. Rleppis (. . . . kpizr. dips. 1616. 12.) — ^einr. Ihcuchter vsemll. 1616. 8.) — Berich. Bacchus (h^'i^e. InZulll. 1616. 12. Lol. 161 8- 12. ^ucv. 1620. l2. A.nrv. 1654. ,6 ) — Joh. Steuccius (Ls>igr. , . len. 1620. 12.) — Per. Marbeu» (hipi^e. !!!>. Lor. 1620.4.)'—- Tabil- lavius (Illj'iAe. ^nev. 1620. 12.) — Joh. G. Dorsch (Lpi-^r. Lenr. VIII. ^rgcnr. >621. 16.) — Dan. Srol;v. Stolzenderz (Lenr. III. dlpize. Lrctr. 1622. >2.)—' Joh. Torder(h»urer. s. LlpiZr. . . . I9nr. 16z 2.8 ) — Gcev. Se Sc. Marthe (f 162z. LxiiZr. Lid. II. in den »ei. Lvccor. Lull.) — /hev. Lischer (Lpizr, LruntV. 162z. 12.) — Joh. Phil. Ebel (Lpigr. . .. Lim. 162z. 12.) — Joh. Heermann (L^iZr. Lid. IX. lenue 1624. 12.) — El. ??uSel (filpizr. pcreAr>n»r. l.!ps. 1624. 12.)— Th. Securius (Cpigr. inilc. Lenrur. Liph 1626.12.)-— Joh. Grven AuSocnus (s>628. LlxiZr. Lid. X. Luncl. 161z. 8. Z Dd. hugtj. Lsc. 1642. >2. Llerdip. 16z 8- >a- eZmss. 1669.8- 0x011.1670.8. Vror. 1694. 12. Los. 1766. 8- Qcursch, von Vol. Löber, Jena 1661. 12. Englisch, von VicarS »610. Von I. Penketymann 1S24. Von Hcevc» 1677. 8. e^pacnch. von Fee. de la ^oree, Mad. 1674. 4. 1682. 4. Fezsch. von Änd. leBru», chor. 1709. 12. Äuch findet sich eine AuS'vcchl deeselben ubeesetzt in dem ilec >1 snc. I'se. 1669. 1^. von Dukone. und in dem gtcn und 6ten Bde. der HInuv. /imuiemens llu coeur er cle I'clpelr, von B. Loijuued.) —> Joh. Guhli- mis (Lpi^r. hid. II. . . . 1628. 8.) — Melch. S^lv. EekharS (LpiZr. shubing. >629. 8-) '— lAv. Tulsner (HpiZe. Lcnrur. Oeczä. 1629. 16ZZ. 8.)" Marc. Gpiy (SinBuchSpigr. findet sich bcv s. Lilv. hch>. III. krcl>. iüzi.8.)— Per. Xvlicsrcup (Li>igr. hlb. III. Icn. l6z2. 8 ) — )oh. Tcaucschcl (l^xiZr. inzxime Iscror. 8e>ni - Oencur. . .. Lud. 16z z. 12.) — d. III. hivfi. i6z6.12.)— Jac. Bioermanic (I 16Z9. LpiZr. hid. III. Dil. 1620. 12.) -— El. Rolb (Lpixe. hslc. ^r> uenr. 16 ;s. 8.) — Barth. Nihcisius (HpiZr. hid. II. Lul. HZrvr. 1641. 16.) — FcieSr. Zamel (Lpigr. hid. XV. lZ!b. 164z. 4)— Joh. Theos, von Tschesch (I^jlizr. üeroe. Lenc ir. XII. 1644. z.) !— Ign. D/ckcr (I)piZe. . . . Lol. 1646. 12.) — Jos. Baprista (Li>'Lie. Lenc. I. Ven. 1646. 12.) — Per Alois (kpige- Lencur. VI. dleo^. 1646. 8,) Paul Flein« nciicz (kpi^r. iar. Umfiel. 1649. 8-) — cLabr. NauSe (L^liZe. I.il>. II. Poe. 1650. 8.) — -Heinr. Iol)?(^igi. Vien. i6;z. 8-)— Joh. Milh. Ta- poferri (hidell. Inpige. v/ucend. 1660. z.) — Th. Parin (kp'ße, iu Iliexen» ^ozisnc, ?zr. 16K0. 4.) —» S i n S i n 40z T7ic. Cacharim (Llpigr. V111. Lirur. 1660. l2.) — Joh. Mich. Moscherosch (Lcncur. VI. lzpixr. frct'r. 1665.12.) — Frdr.Hofmaim (buium csiiZrsm. Lenc. Amllel. »66z. iz. 1665. z.) —- Jac. Heinr. Pau. jus (Lpigr. promilc. Iibellu5, Urgent. 1664. 8.) — XVilh. Speeve (ftlxigr. juvenil. lbpnci. 1669. 8.) " ^rc. Vavajpor (f IÜ8I. hlpiZt. . . . ?ar. 1669. 167Z. 8. und in f. Osler. Am- Lei. 1709. f.) — Fried. Xappolr (ch >676. Dpißr. hibell. I.is>5. 1670. 12.)— (lchrjiph. Gärtner v. Gar- renberg (1' 1689. l.ib. kig. 1680. iz.) — U?illh. -Hornius (^lsiiZr. l.ib. VI, Ilorcr. 1681. 12.) — per. Joffrcdl (Vlisceli. ApiZr. ibid. VI. AuZ. 4"auiini>r. 1681. 8.)— Anvr. Lorti (LpiZi-. ^less. 1682. 8 ) — Hiob. Trnsius (T'riga Oencur. vzr. epigr. lbnAei. Nsc. 168z. 8-) — Joh. Müller (^NZ -er Lpigr. I.!b.. VIII. Hmll. 1684. '2.) — (5es. Fa- nclli (VuZicnc. puericiae lulus, s Lpigrammsc. i^ora la. dlesp. 1685. 12.) — Alb. Ines (Hcroamat. epi- grammaric. Oenr. VI. Vrarisl. 1686, 12.) — Jac. Lubranus (^piAr. I.il>. X. bcy de» Lngvicuci. djular. sc! Leberiii ripain, dtesp, 1690. 8>) — Chrjrph. Bechtlin (Lpigr. kacisb. 1696.12.)— D. G.Morhof(sl69>. S. Opera poer. I.ub. 1697. 8- enthalten einige Bücher Spigr.) — Mich. Capellarius (Im itcn Bd. f. ?oem. hör. 1697. 8.) — Jean B. San- teuil (Santolinus I 1697. In s. Oper. AmlI. 1696. 8. k'ar. 1729. 8> 2 Bd.) Sam. Erich (Lpigr, Oenlur. sliquoc . . . I.is,c. 1698. 8.)-— Dan.Grück- ler (klslij-r. . . . I'ub. 1700. 8.) — Marr. -Hancke (ülpigr. I.>b. I.ipl. 17° 1. 8.) — von 8. V. Pictorius. — Oot lillnnoe. Irslorum Ülpigr. viel. les. /ichlaminii Qib. II. klsr. ^olt2e I.ib. I. Allste, dlangeeii I.il>. I. Io. Lorrae» lbsmsirieiii, Lzstulcri et alior. I.ib. I. lbucec. I. a. 8. — Ilorez LsÜAr. e^ osicim. su6torit>us cxcersiti per l.cost» s Ouercu, Vsr. 1 555 - 1560. 16. -Th. — Oelicise Oelirisr. I. itlpiAr. ex opcim. tiusu-i er nuviü'. isec. ?veti!» Op. I^iir. Wrivlit, Oxuu. 1657. 12. Ülpigr. Oeletlur ex omiiibus rui» vecer. cum recencior. Icheris äecer» prus(von P. Nicole) ?sr. 1659. iz» ibonci. i6jj6. iz. — ^ Sinngedichte in italienischer Sprache: Sie ist arm an Epigrammen, armer, als irgend eine neuere cultivirte Sprache, vielleicht weil die Station eine zu üppige Imagination hat, um sich auf Ausdil, dung eines einzigen Gedanken einschrllnkcn zu können? /l.uizi Alamanni (s 1556) wae der erste, welcher deren in der italienischen Sprache schrieb, und sein Bcy« spiel verleitete einen Theil der folgende« Lichter, ein regcliinlßiges, bestimmtes Splbcnmaß anzunehmen, und sie in zwcy, drcy, oder vielzelligen Cyuplets abzufassen. Er Z Ä.od. 4c>4 Sin S i n K.0S. .Ceporco dehnte, wie die Italiener wühnen» diese Regel» zu weit aus, indem er Epigramme von dreißig Zeilen verfertigte. In den ncmrn Zeiten scheint man der Form derselben alle mögliche Frcyhcit gelassen zu haben. (S. Qnadrio 8ror. e ra^. Bd. z. S. zbz.) Die Sinngedichte des Aiamanni sind gewöhnlich heg s. (X>irivZ2i590. ?,ri- riao, Lei,. 1Ü46. 8. und unter der Aufschrift: llZaciricaiiinocenre, Lpigr. rralportari cisll Qrcco all'Iraliano ,j. Ce». 1648. — Auch ist noch von tlNar. Colone,» eine ühnlichc Sammlung gedruckt. >— Einzeln finden sich deren noch, in den Werken verschiedener neuer Lichter, als des Roiü, des Bertold, dcs Coipani (Vic. 1788. 8> 4Bdc.) u. a. m. aber auch hier bcissust sich ihre Anzahl nicht hoch. Sinngedichte in spaniscüev Sprache: tNyccr Andres Rc/ de Arriadc (Vikcvrsos, lep-ssolss y »av/sr . . . ?or. 16--;. 4. Velazquez S. 4Z-. d. Hebers, legt seinen Epigrammen aber keinen hohen Werth beg.) — Franc, de Castro ( ölcramvrkolw a in moclerno, en varivs lüpixr. . . sslc». 1641. 8.) Einzeln sind deren auch dem .Hrn. Siez (Velazquez S. qZ-. Ann,, d.) zu Folge, in de» Llirov eiel lZacstiller h'rane, cie ia 1'orre (Qucvedv) klar!. lüzi. ,6. — in der Gebrüder, Lupcrc. UiibBar- tol. de Argensola, Ikimas .... l^ar. 1654. 4. — in den t)cio5 ssel L. cll lkebolleäo, 1661. 4.-— in den Odraz ci« O. Luis cie Silos ?ereira . . . kolacl. 1674. 4. — tu den Geb. deS Lope de Bega — Juan Ruso —. Eiievau Man. de Villegos — des Pachcco Algazar — u. a. m. so wie in den, bcy dem Art. ^.ieS, S. -S4 angezeigten Sammlungen zu finden. Sinngedichte in französischer Sprache: A-azare 0e Äa:f sf 1547.) sab das Wort, L^ißramme, zuerst in die französisch!! Sprache eingeführt (S. dcs du Beilav lllussrar. cie la I-anZue tran;. Sie. z. St,. 12.) und Maror seine Gedichte dieser Art, zuerst Epigramme gc« nennt haben. (S- Baistet )uZ. stcsSsv. 'S. IV. User. i. p. 20z. dl. 6. /^mss. 1725.12.) Nicht, daß es vorher an Gedichten dieser Art gefehlt Hütte; aliein, man benannte sie, nach der Anzahl dce Verse, ans weichen sie bestanden, Qua. krains, Lisino, u. s. Iv. Die vom Clem. Maeot (1 -Z5->.) finden sich im Zteil Bd. s. Oeuvr. ü In isaz-e 17,1. 12.— MellinVeSt. Gelais^izzs. In s. Oauvr. puer. I-van 1574. 8. I'sr., 1658. 8- 1719. ia. finden sich sehe viele beißende, aber, zum Theil, etwas plumpe Epigramme.) — Ct. Ntcr- «nec (So kahle Reime auch sonst sein 1'emz passe ettthcüt: so find denn doch die, in den ^nnai. poer. Bd. X. S. >. u. f. aufgcnvimmssicn Epigrammen nicht schlecht.) — Lrcs. Maynarv (f >6gS. Ins. Oeuvr. Uar. 1646. 4. finden sich viel glückliche Epigramme; nur hat der Herausgeber, Goiiibeevillc, einen großen Thcil unterdrückt, wcil sie ihm zu srep schienen. Uebrigcns wostrc der Verf. die Form dieser Lichtart noch unter bcssndte Regeln bringen, wodurch sie eben keinen Reih mehr dürste erhalten haben. Nachrichten von ihm giebt Baistct in den cles8sv.1X I V. h. 2. p. 14,. elmst. 1725. 12.) — De la GiranOicre ()»7eux LpiZr. ssar. 16,4. 8.) —- Guil.Collecet (Lpixr. l^ar.iözz. I» ) — Guil. Bredens (f i6Si. Seine Oeuvr. ciiv. liouen i6c>2. 12. nndber licc. ci^o Oeuvr. pvssl,. ?. 1664. I Z. eiilhal- S i n SiÄ 4» 5 enthalten eine große stlnzahl gcschrvöenep Cpigr.) Jean Vgierde Gombaud (1 i6ü6. Laigr. en IU l-iv. ?zr. 1657. iz. Langweilig, und größtenthcils ohne epigrammatischen Witz.) — Jacq. de Caill)' (s >674. Seine t'Lrire« poess. I'ar. 1667. beliehen füll aus nicht«, als Strammen, welche sich durch Naive- ist und Witz cmpfchlcn.) — Denis de Sr. Parin sf 1670. S. die Samml. s. W.) — N?atth. de Monrreuil (f 1692. In den versch. Samml. s. Gedichte.)— Andre le Brun (Lgigr. ?ar. 1714. z.) — Anc. Beauderon de Sencce ss 17Z7. ltipigr. er ourres koesie«, bsr. 1717. 12. 1776.8.) — Ausser diesen finden sich deren sehr viele, und zum Thcil glückliche, in den Werken des Boileau, de la Monnoye^ Jean B. Rousseau, Destouches, Piro«, Voltaire, de la Borde, u. v. a. m. so wie in den verschiedenen, bc» dem Artikel Lied, S. 268.0. angezeigten Sammlungen, von Jmbcrl, Thvarb, de St. Jufi, Pidou, Panitz, Morvilliers, Simon de Troxcs, Andrieux, Pons de Verdun, Sauterau de Bcilcvue, Guyctaud, Daillant de la Touche, Dupup, Sehosnc, Thcvenau, u. a. m. — Besondre Sammlungen von SinngeSickiken t lteeueil stcs giu« belle« Lpigr. stc« paerc« krau^. stegu!« bstaror, I'sr. 1698. 12. s Bd. von Varantc. — dstauv. Itec. ste« Lpigr. bran^.. . . /Zmst. 1720. 12. 2 Bd. — blauv. /^nrk. stanz. c>u Lkoix cies ^pigr. er östastrigaux cle tau« le« l'ocre« stanz. stcjrui« bstror jueizu 'a ee jour, bar, 1769. 12. 2 Bd. — I.e csbincc ste stamjriague, au cbaix st Lpigr. crarigue«, l>sr. 1784. 2 8. 2 Bde. — Tcrenne« ste drtnemo- syne, au ltec. st'hlgigr^ bar. 1788. 12. welche auch haben sortgesetzt werden sollen. — .— Sinngedichte in englischer Sprache: Das Wesse eigentliche Epigramm in englischer Sprache findet sich in den, den Gedichten des Surrey 1557 und 1565 a»- icha'ngtcn vermischten Gedichten von verschiedenen Verfassern (S. Waz^vn4bilt. o5 Ungl. poer. Bd. z. S. 55) und War- ton schreibt cS dem Th. LNore zu. — Ilnd ausser den bereits angeführten lleber- setzungen lateinischer Sinngedichte von K. Kcndall, haben deren noch geschrieben : John -Hc^wood (s 156s. Seine über Sprichwörter geschriebenen, und zum Theil einzeln gedruckten sogenannten sechs» . hundert Epigramme, finden sich vollstckn- dig in s. Warle«, 1.0116.1576 .4 2,9g. 4. und sind, größtcnrheils, grobe Spstß» chcn und fade Einfülle. Nachrichten von ihm finden sich in Warton's ttiit. ok engl. ?oer. Bd. ;. S. 87 u, f. ) -»» »5eNth (sbvvo Lsneuries v5 Lpige. 2610. 22.) — John -Harringcoir (1620. LpiZr. 1615. 4. Verm. 1618. 8. 1625.8. Sie bestehen ans vier Büchern, und erhielten, zu ihrer Zeit, großen Bey- sall.) »— G. U?ithers (baem« anck Ljn'grsm«, lb. 2617. 22.) ----- Johr» Donne (s i6;>. Seine Everns 262z. 165z. 4. 1654. 8. >7>9- 8. enthalten eine ziemliche Anzahl von Sinngedichten.) -- Bsnorofl (l'rvo koolcs of Lpierams onstLpiragkj! 1659.4.)— liV.Duum- mond (f 164?. Ein großer Theil f. baem«, s^stinb. 1616.4. 1.0116.1656. 8. Lst. ,711. 4. besteht aus Sinngedichten.) — Aston Lockaine (-H i6gz. Seine Lkain ak pulsten boem«, oder Lkoice boemz enthalten auch drey Bücher Sinngedichte, welche aber größtenthcils sehr mittelmstßig sind.) Einzeln finden sich deren in den Werken sehe vieler Dichter, als des Waller, Prior, u. a. m. so wie in den, bei) dem Art. Dichtkunst, S. 655 angef. Samml. vonOods« lep, Pearch, Nichols, u. a. m. — Sammlungen von Sinngedichten: (lallest. at hlpigr. wirb 0 Diilerrac. 011 rb!« ipecic« o5 bacrr^, >727. 12. sTH. Lullest. ob seiest. hipigr. b^ öst. blaclcer 1757. 12. — ?be bestaun: 4 Lolicstian ob hlgigramms snc. anst rnoüern; psneg^rical, sarir. smorou«, mural, bumarou«, manumenral . . .' I.anst. 1765. 8- — --- Sinngedichte in deutscher Sprache: Keine neuere Nation ist so reich in dieser Cc z Dich» qa6 S i n Dichtungöart, als mir; ich übergehe, was siu^ davon in früher» Dichtern finden kann, und fange gleich an mitRud.Xveckher- !in (S. dessen Gcifil. und Weltl. Geb. Anist. 1641. 8. 1648. 12.) — Marl. Gpiy (st i6zs- Die besten seiner Sinngedichte hat H. Ramlcc in die Sammlung der besten Sinngedichte der deutschen Poe» tcn, Riga 1766 8- und in s. Ausg. des Wemicke aufgenommen.) — G. Martini (LpiAe. Bremen 1654. 8.) Lernst Ehrst. Homburg (Oer-re TH. s. Schimpf- und Ernsthaften Clio s. I. >6zz. .645. L. -Th. besteht auS Epigr.) — Lrievrich von üLogan (st 1655. Deutsche Sinngedichte, dre» raufend (z;;z) Brest. (1654.) 8. Einen sehr schlechten Auszug daraus, ließ ein Ungenannter, unter der Aufschrift, S. v. >G. (Solomon von.Golau, als welchen Nahmen Logau angenommen hatte) Auferwccktc Gedichte, Arkft. 170-. 8. drucken; das beste aus diesen Sinngedichten (,284) in zwötfBüchcrn gaben endlich HH. Ramlcr und Lessing, Lcipz. 1759. g. mit einer Borrede, welche Nachricht von dem Dichter gicbt, und die Hr. Schinid in s. Nekrolog S. >o> u. f. denutzt hat, und mit Anmerkungen über die Sprache des Dichters heraus. Eine, mit z Büchern verm. Aufl. erschien 1791. S. in ?TH.) — Anvr. Tscberiiilig (st 16^9. In s. Teutschcn Geb. Frühling, Weesl. 164z und >649. 8. und Vortrab des Sommers, Rost. 1655. 8. finden sich «ine ziemliche Anzahl Sinngedichte; sein Leben im Nekrolog, S. 94.) — 2lu0r. Gryph (st 1664. Epigr. oder Veyschrif- tcn, Jen. 166z. 8- und in: -tcn Th. f. Teutschcn Gedichte, Brest. >693. 8. s Th.) — Ao. Vlearius (st >S7>. S. dessen Persisches Rosenthal, Art. Label, G. 178.)— DG.Morhof (S. Teutschcn Geb. Lübeck 170-. 8. enthalten, im zrcn Th. mehrere Bevschriften.) — Lhrstn. Hofmann von Hofmairns- rvaldan (st 1679. S. dessen deutsche Hebers. und Geb. Vcesl. 167z. 8. und Auserlesene Ged. Lcipz. 1697. 8. Th. 2.) — tlhrstn. Grypfnug (st 1706. S. dessen Nock. Wstltrr, Fest. >717. 8. 2 TH.) ,-»> S i n Thrstn. Lvcrnicke (f i?eo. llcbcr- schristcn .... Anist. 1697. 8. sechs. Bücher. Verm. mit zwey Büchern, Hamb. 1701. 8. und bcy Poet. Versuch in' einem Heldengcd, . . . Hanib. 1704. 8. zehn Bücher. Herausgegeben von I- I. Boviner, Zür. 1749.176z. 8. und eine Auswahl, mit vielen Vcrstndcrungcn, von K. W. Ramlcr, Lcipz. 1780. g. Das Leben deS Verf. findet sich im Nekrol. S. 76.) — Job. Ehrstn. Günther (st 172). S. dessen Ged. Vreel. 172z. >75'. 8.) — Phil. 2balth. Sinolo, SGürz gen. (st 1742. Äcistl. . . Poesien, Lieder, Son. und iLpigrammaea, Nürnb. 1720. g.) -- I. E. Lstl'eber- mayer (st Unter deni Nahmen Mg« riandcr, Sinngedichte, L. I. 1750. 8. Brem. 17Ü8. 8. Einen Nachtrag dazu >77;. 8. Sie bclausen sich auf -6 °oSt.) --- Lriedr. v. Hageoorn (st >754. S. dessen Werke.) — G. Eplir. Messing (Sinngedichte von ihm erschienen zueest in den Kleinigkeiten, Strasb. >750. 8- Jetzt finden sie sich im tten Th. s. Bermischtcn Schriften.) — Adr. Rast, »er (S. dessen Verm. Schriften, Aitcnb. >75;-177z. 8- 2 Th. S. Boricsungcn, edend. 176Z-1768. 8. 2TH. Ungedruckte Sinngcd. (Gießen) 178!- 8. und unsre Al- manache und Taschenbücher.) — Lor. (Lrvalo (Lieder und Gimigobiebte, Beel. >755. 8. >79>. 8 ) — Lrrv. von Rleiist (st >759. S. dessen Werke.) — Joh. Fc>r. Farven (st 1771. S. dessen Werke.) — Lc>r. 2t'ug. Earthenser (Sinnged. Gießen 1765. 8.) — 2öe»j. Michaelis ( S. dessen Einzclc Ged. Lcipz. 1769. 8. und Werke, Gießen 1780. 8.) —> L. N>. Gleim (Sinngedichte, als Mseept. Verl. 17Ü9. 8. S. auch unser Musrnalm.)— Willh.Hcinse (Sinnged. Halberst. «771. 8.) >— I. M. Drewer (S. dessen Vcrzügl. Gedichte. Altona 177'. 8.) '— Rl. Eb. R. GGmiSt (In s. Vermischte» Ged. Lemgo 1772. 8.) — Dan. Scbiebler (st >771. S. dessen Auserl. Gedichte, Hanib. 177z. 8.) LuS. 2tuz. Unrer (st.)775. Naivctstten und Einfülle, Gott. 177-. S i n S i n 407 ,77,-8. Neue Naivetcltcn und TinWe Rarl Bieffenbach (Sinn-und vcrm. !77Z- 8 ) s^et. Wilh. Hcnsler Gedichte, Fest. 1787. 8.) — Perinet (L 177?. Seine in den Almanachcn und (Sinngedichte, Leipz. >788 8.)— Sel- Taschcnbüchcrn etschiencncn Epigramme, mar, oder v. Drinlimann (Der 2te finden sich in drei) Büchern, in s Gc- Bd. s. Gedichte, Leipz. >789- 8- enthalt dichten, Altona 178T. z.) — F. Go- auch drei) Bücher Sinngedichte.)— Ldr. ciiingti (Sinngedichte in drcy Büchern, Aug. Wcifihuhn (Sinngedichte, tcipj. Leipz. 1778. z. enthalten die besten aus >790. 8^) — Lricdr, D. (Sinngedichte, einen, in dem I. ,77z. besonders gcdruck- Fest. >791. g.) — Ephr, Moses Ruh tc» zwephundcrt, und aus den in vcr- (Der größte Th. s. Gedichte, Zür. ,75s. schiedencn Zeitschriften zerstreuten Ep!» 12. 2 Bde. besteht aus Sinngedichten.) — granimcn.) — Theoph. von Murr Auch finden sich deren noch in den Werke» (Sinngedichte, Magd. 177z. 8. Nürnb. der Herren Weiße, Krcmsencck, Götz, >779. 8.) — Ungen. (Launen und Ein« Nicola», Gotter, Alringer, Boß, Arm» Hille, Gotha 177z. 8.) — Joack. druster, Blumaucr, G. Schatz (Blu« Chrstn. Älum (S. den tten Th. s. Gc, mcn auf den Altar der Grazien) Lang« dichte, Leipz. 1776. g.) — Jos. v. Retzcv dein, I. C. Engelschall, I. G. Schalter, (S. dessen Gedichte, Wien 1775. 8.) — v. Haugwiy, Pfeffel, Zinkernagel, in den Chrsrph. 2bccnh. Sckücking (Sinn, Eed. ziveoer Freunde, Wien >775. 3. gedichte, ein Vers. Münster 1775.8.)— in den Neuen Gedichten, Kvpcnh. 1777. 8. M. ) Chrsin. Aug. Lehre (Sinngedichte Sammlung der besten Sinngedichte der und Lieder, gesungen an der Böhmischen deutschen Poeten, iter Theil (ein stcr ist Grstnze, Leipz. 1776. 8. Vorher in ver» nicht erschienen) aus Opitz, Jeilec, Olea- scbicdcnen Zeitschriften zerstreut.) — Fr), rius, Tschcrning, Flemming, Andr. Gry- Ger. Haase (Versuche in Od. Sinnge- phius, Christ. Gryphius, Riga 1766. z. dickten und Fab. Münch. >778.8.) —F. — 2) Epigrammatische Blumenlcse (aber Sckmitt (S. dessen Ged. Nürnb. ,779. nicht lauter Blumen) Offenbach >776« 8.) — Ungcn. Kurzweil in Sinnge- >77 8. 8. z Samml. von E. F. Röhl, dichten, Frcyb. >779 8- — Gedichte von ans erneuern Lichtern. — z) Sinngc- epigrammatischcr Art, Leipz. >779. g. — dichte der Deutschen, Leipz. >78». 8- aus Albr. Wittenberg (Epigrammen, Al- 46 alten und neuern Dichtern, von K. W. tona >779. z.) — >Hier. G. v. Bret- I- Brumbe». — Sinngedichte der Oeut- sckneider (Fab. Rom. und Sinnge- sehen . .. Zür. >788. 8. von Hs. H. Fücs« dickte, >78>. 8.) — (6. v. iHacke lt, als der Stc Th. der Allg. Vlumcnlcfe (Fab. Lied, und Sinngedickte, Neu» der Deutschen. Sic bestchn aus scchs- brandenb. ,78z. z.) — Z. Trevies od. hundert und einigen sicbenzig, und sind Seivert (Hypochondrische Einfülle, Prcsb. in so Bücher abgetheilt. —> . Epigcam- '78g. 8.) — Ungen. (Für acht Kreu- mcnlesc .... Verl. «789.8. Der dabco Zer Sinngcd. Leipz. 1785. 8-) — I. befindliche Anhang enthäitrinc kurze Biogr. W. Luce (Lappalien 1787. 8.) — I. und Charaeterist. der angefüheien Dich» Ldr. Ä. Raizncr (Fab. Epigrammen ter, als Opitz, Logau, Wernike, Tschcr- und Erzähl. Frft. >786. 8. ) — Joh. ning, OleariuS ,. Hagedorn, Kleist, KD. Ldr. Gcklc) (Fab. und Sinngedich- ner, Ewald, Lcssing, Göckingk, Blum, le, Marktbr. >787. Frft. >792. S.) — Pfeffel und Hcnsler, K. H. Jördcns Cc 4 Blu- KvZ S i N Blumcnleie deutscher Sinngedichte, Verl. 1789,179'. 8. -Th. — -» Sinnlich. (Schöne Künste.) Eigentlich wird das sinnlich genennt, wac: wir durch die äußern Sinnen des Körpers empfinden; man hat aber die Bedeutung des Worts auch auf das ausgcdehnet, was wir blos innerlich ohne Zuthun der körperlichen Sinnen empfinden, wie Begierde, Furcht, Liebe u. d. gl. Dieses Sinnliche, das man auch empfindbar nennen konnte, wird von dem iürkennlichen, wenn ich dieses Wort brauchen darf, unterschieden. Man hat nämlich bemerkt, daß diese zwcy Arten, sich etwas bewußt zu scyn, da man etwas erkennt, oder da man etwas empfindet, sehr von einander verschieden feyen, und das, was man empfindet, finnlich genannt. Weil es zur Theorie der schönen Künste nothwendig ist, daß man den Unterschied zwischen Erkennen und Empfinden genau bemerke, indem diese Künste sich von den Wissenschaften darin unterscheiden, daß jene für das Empfinden, diese für das Erkennen, arbeiten, so müssen wir die Begriffe hierüber genau entwikeln. Wir sagen, daß wir etwas erkennen, fassen, oder begreifen, wenn wir feine Beschaffenheit wahrnehmen; nnd wir erkennen die Sache deutlich, deren Beschaffenheit wir andern beschreiben, oder erklären können. Bcym Erkennen schwebt also unserm Geist etwas vor, oder wir sind uns einer Sache bewußt, die wir als etwas von uns selbst, das ist, von unsrer würkenden Kraft, vorschiedenes ansehen, und wir nennen dieses den Gegenstand der Erkcnntniß. Hingegen sagen wir, daß wir etwas empfinden, wenn wir uns einer in uns, in «nsrer eigenen Kraft, vorfallenden S i n Veränderung bewußt sind; wenn wir uns itzt anders gcrühret, oder in ei. ncn andern Zustand versetzt finden, als wir vorher waren. Das Em- pfinden geht unmittelbar unsern in- nern Zustand an; denn bey jeder neuen Empfindung sind wir uns einer Veränderung in uns selbst be- wüßt; das Erkennen geht auf etwas, das wir als von uns getrennt ansehen. Beym Erkennen sind wir Zuschauer dessen, was vorgeht; beym Empfinden sind wir selbst das Ding, mit dem etwas veränderliches vor. gehet; und dieses Veränderliche be» obachtcn wir nicht als etwas, das von uns verschieden ist, sondern als etwas, das in unsrer Würksamkeit liegt. Bcym Empfinden ist die Aufmerksamkeit ganz auf uns und auf die Veränderung in unserm innern Zustand gerichtet; beym Erkennen aber geht sie auf etwas von uns ver- schiedenes. Am leichtesten zeiget sich dieser Unterschied in den beyden Fällen, da wir selbst vermittelst der äussern Sinnen etwas blos empfinden, oder erkennen. Wenn wir Wärme oder Kalte fühlen, und blos auf das Gefühl selbst Acht haben, ohne auf das Feuer, oder die kalte Luft, wo- durch es bewürkt wird, Achtung zu geben, so beschäfftigen wir uns blos mit uns selbst. Wir finden uns in einem Zustande, der etwas eigenes, von jedem andern Zustand verschiedenes hat. Hier ist nun nichts von uns verschiedenes, nichts als außer uns sich veränderndes gegenwartig; wir fühlen allein uns selbst; unsre uns gefallende oder mißfallende Existenz. Gefällt uns dieser Zustand, so nennen wir die Empfindung angenehm, genießen sie und wünschen darin zu verharren, oder sie noch stärker zu genießen. Mißfällt uns der Zustand, so äußert sich in der Kraft, die wir als unser eigenes Wesen Empfinden, ein Bestreben nach einem andern Zustande. Kurz, in beyden Fällen S i tt Fallen sind wir ganz mit uns selbst beschäfftigct, oder wir empfinden nur uns selbst. Mit diesem Falle vergleiche man den, da wir einen sichtbaren Gegenstand erbliken, dessen Beschaffenheit wir beobachten. Hier unterscheiden wir das, was uns bcschafftiget, sehr genau von uns selbst. Denn wir sehen es als außer uns an. Die Aufmerksamkeit hat hier ein Ziel, das außer uns zu liegen scheinet, undun- sre angenehme oder unangenehme Existenz nichts angeht. Je starker wir unsre Aufmerksamkeit auf die Beschaffenheit des Gegenstandes richten, je mehr vergessen wir uns selbst. Unsre Würksamkeit geht nun darauf in dem Gegenstand mehr zu sehen, das Mannichfaltigc darin zu entde- ken, und uns selbst Rechenschaft davon zu geben. Hiebcy äußert sich, indem wir zu erkennen suchen, nicht das geringste Bestreben, etwas in unsrcr Existenz zu andern; wir wollen nur sehen, mehr, oder genauer sehen, uns selbst wollen wir nicht anders fühlen. Dieses ist der Unterschied zwischen Empfinden und Erkennen. In sofern nun ein Gegenstand auf die Empfindung würket, oder das Empfinden verursachet, wird er sinnlich» genennt; und in sofern es uns zum Erkennen, zum Erforschen anreizt, wollen wir ihn crkcnnlich nennen. Man stehet hier sogleich, daß ein und eben derselbe Gegenstand sinnlich, oder erkennlich ist, je nachdem er auf uns würket. Ein schönes Juweel kann bey einem eitelen Menschen plötzlich den Wunsch erweken, es zu besitzen und sich damit zu schmnkcn; denn würkt es Empfindung, und ist in sofern ein sinnlicher Gegenstand: bey einem Juwclicrcr macht es vielleicht hlos die Neugierde rege; er will es naher sehen, genauer betrachten, giebt auf seine Form, auf den Glanz, auf die Beschaffenheit der ^einzeln S i n 409 Theile Achtung, schätzt seinen Werth u. s. f. Diesem ist es ein Gegenstand der Erkenntlich, und in sofern nicht sinnlich, ob er gleich durch den Sinn des Gefühls erkannt wird. Sinnlich Hecht also jeder Gegenstand, dessen Gegenwart in unsrec Vorstellung wir unmittelbar empfinden, und mit dessen Betrachtung, oder näheren Erforschung wir uns nicht abgeben, wenn wir den Ein- druk davon gleich durch keinen der äußern Sinnen bekommen haben. Jeder Begriff, jede Vorstellung in uns, sie sei) entstanden wie sie wolle, ist sinnlich, in sofern wir uns der Empfindung, die sie erwekt, allein überlassen, ohne näher zu untersuchen , wie die vorgestellte Sache beschaffen ist; das ist, in sofern wir blos auf ihre Gegenwart, auf das Empfinden derselben Achtung geben. Deswegen heißt auch jeder confuse Begriff, den ein Wort in uns erwe- ket und dessen Beschaffenheit wir nicht näher erforschen, sondern zufrieden sind mit dem, was wir dabey empfinden, ohne es weiter zu cntwikeln, ein sinnlicher Begriff. Es ist uns dabey, als ob wir ihn blos aus Anschauen, ohne Nachdenken gegenwärtig haben, und wir bcfchäffrigen uns blos mit dem Eindruk, den er auf uns macht. Vorzüglich sinnlich, oder stark sinnlich, wollm wir die Vorstellungen nennen, die starkes Empfinden erweken, bey dem wir uns verweilen; ein Empfinden, das nicht schnell vorübergeht, sondern uns gleichsam nö« thiget, auf unser Gefühl, oder unfern innern Zustand Achtung zu geben. Also sind nicht alle durch auf- sereSinnen crwcktc Begriffe vorzüglich sinnlich. Einige erweken ss schwache Empfindung, daß mauste kaum gewahr wirb, oder sie verursachen eine so schnelle Untersuchung ihrer Beschaffenheit, daß man dabey sogleich in den Zustand der Betrach. Cc 5 tung 4io Sin Sin tung und des speculativen Denkens daß die Gegenstände, die sie uns vor« gcrärh. halren, sinnliche Gegenstande ftyn Dieses aber hängt nicht allemal müssen, und daß derZwek desto sichc- hlos von der Beschaffenheit des Ge- rer erreicht werde, je mehr Sinnlich- gcnstandes, sondern gar oft von un- keit sie haben, fcrcr Sinnesart ab. So ist der Die zeichnenden Künste und die Grundriß eines großen Gebäudes für Musik können keinen andern, als sinn- cincn, der die Baukunst versteht, ei- Iichctt Stoff bearbeiten; man braucht ne geometrische Figur für einen Ma- also den Künstlern in diesen Gattun« thewatikcr, zwar im allgemeinen gen nicht wie den Rednern und Dich- Sinn em sinnlicher Gegenstand; tern zu sagen, sie sollen suchen sinn- aber er lokr ihn sogleich auf ftincna« lieh zu ftyn. Aber dieses müssen sie here Betrachtung und Erforschung wissen, wie ein an sich nur schlecht« des Einzeln darin; dadurch Hort er weg sinnlicher Gegenstand vorzüglich, auf sinnlich zu ftyn. oder stark sinnlich werde. Die re- LLrkennlicb oder fpeculativ ist je- dcnden Künste können sowol stnnli- der Gegenstand, den man ohne gc- chen als erkennlichen Stoff bear- naues Bemerken und Erforschen sei- beiten. Da ist also nothig zu wissen, ver Beschaffenheit nicht erkennen, oder wie dem nicht sinnlichen StoffSinn- im Geiste gegenwärtig haben kann, lichkeit zu geben, und wie sie den Bon dieser Art ist jeder deutliche Be> schwach sinnlichen noch mehr sinnlich griff; weil man ihn gar nicht faßt, zu machen haben, wenn man nicht seine Beschaffenheit, Wir müssen aber, che wir uns oder das Einzcle, was in ihm liegt, hierüber einlassen, nothwendig wie- durch genaues Beobachten und Nach- derholen, daß man auch sinnlich dcn- denken bemerket. Vorzüglich rech- ken, oder erkennen, und denkend ciii- ven wir zum Erkennlichen die Gegen- pfindcn könne. Jenes geschieht, wenn stände, die man zwar ohne Nachdem man beym Denken, bey blos klaren ken sich vorstellen kann, die aber so- Begriffen stehen bleibet; dieses, wenn gleich die Vorstellungskraft zu einer man von blos sinnlichen Vorstcllun« nahercnBerrachtungundErfo! schung gen so schwache Empfindungen be- ihrcrBcschaffeuhcit reizen. Die Ge- kommt, daß man nicht gereich wird gcnsiande, deren Gegenwart im Gei- ihnen nachzuhängen, sondern sich der sie, wenn man sie nicht näher kcünt, Betrachtung der Gegenstände, wo, gar nichts merkliches in uns wurkcn, durch sie verursachet worden, über- und weder zum Denken, noch zum läßt. Jenes sinnliche Denken müs- Empfindcn reizen, kommen hier als ftn wir gegen das speculative Den- völlig gleichgültige Dinge gar nicht ken, und dieses denkende Empfinden in Betrachtung. gegen das volle Gefühl der Empfin- Nach diesen vorlaufigen Erläute- dnng halten, um d-eVerschiedenheit rungen kommen wir nun näher zum der Wartung, die jedes auf uns hat, eigentlichen Inhalt dieses Artikels, genau zu beobachten. Die schönen Künste haben nicht den " Sinnliche Begriffe werden ohne Zwek uns zn unterrichten, sondern großes Nachdenken erlanget. Es uns zu rühren, oder in Empfindung wird dazu blos so viel Aufmerksam- zu sehen. Auch da, wo sie etwa in keit crfovert, daß man Dinge, die bcsonvern Fällen emen unterrichten- würklich verschieden sind, oder vcr- den.Stoff dearbcitcn, thun sie es so, schieden in die Sinnen fallen, von daß der Unterricht mit Empfindung einander unterscheide, wozu der ge- verbundeu ist. Daraus folget also, ringste Grad des Nachdenkens hinlänglich Sin länglich ist. Aber um deutliche und entwikelte Begriffe zu erlangen, muß man oft die'Vorstellungskraft ernstlich, anhaltend und auf mancherlcy Weise anstrengen. Man muß nicht nur alles Einzele, tvas erfodert wird, um die Sache dazu zu machen, was sie ist, genau fassen, sondern dieses Einzele der Ordnung nach wieder zusammensetzen, oder vom Zusammensetzen wieder entwikeln können. Die sinnlichen Begriffe, deren man gewohnt ist, stellt man sich ohne Mühe in einem einzigen untheilbaren Punkt der Zeit vor; deutliche Begriffe kann man nicht anders, als allmählig bekommen ; indem man das Einzele darin stükweis betrachtet, und gleich, sam aufzahlt. Hieraus entstehet nun ein merkwürdiger Unterschied zwischen sinnlichem und wissenschaftlichem Denken, in Absicht auf die Würkung. Weil wir den sinnlichen Begriff schnell uns ohne Anstrengung der Aufmerksamkeit fassen, so können wir uns sogleich dem Eindruk, den er auf uns macht, überlassen, und ihn ganz empfinden. Der Begriff, den wir deutlich zu fassen bemühet sind, wür- kct gar nichts in uns, als ein bloßes Bestreben, das Einzele darin zu sehen , oder zu fassen. Dort empfinden wir alles Einzele auf einmal, ohne es zu erkennen, oder zu unterscheiden; hier aber sehen, oder empfinden wir nur einen einzigen, einfachen Theil auf einmal, und sind so stark beschafftigct, diesen zu fassen, daß wir das Ganze darüber aus dem Gesichte verlieren, und keine Würkung davon in uns spüren. Derjenige, der einem Taschenspieler, oder Seiltänzer zusieht, und alle Au- gcnblik etwas unbegreifliches, widersprechend scheinendes, oder gefahrliches wahrnimmt, genießt die Cin- drüke davon, er wird in beständiger Bewundrung, Erwartung und Furcht unterhalten: wer aber dabei) sein Sin 411 Nachdenken anstrenget, um zu cnt- deken, wie alles zugeht, wie das unmöglich scheinende möglich ist, u. s.f. fühlt nichts von jenen Eindrükcn; seine ganze Aufmcrksainkeit ist auf das Erkennen der Sache gerichtet; er sieht nicht ein ganzes Kunststük ans einmal, sondern immer nur eine sehr kleine Bewegung und gleichsam nur einen Punkt. Man sehe auch zu leichtcrm Begriff dieser Sache die Anmerkung nach , die wir an einem andern Orte hierüber gemacht haben. Und nun begreift man leichte, warum den redenden Künsten dieses als eine Grundmaxime vorgeschrieben wird, sie sollen überall sinnlich sprechen. Denn da ihr Zwek ist, stark und lebhaft zu rühren, dieses aber durch Entwiklung der Begriffe nicht geschehen kann, weil dabey alle Aufmerksamkeit nur auf das Erkemrei» der Sachen gerichtet ist: so müssen sie sich dessen völlig enthalten. Je sinnlicher der Redner oder Dichter spricht, je schneller wird er gefaßt, und jc mehrWürkung thut das, was er sagt. Dieses kann als eine Grundlage dessen, was wir hier noch zum Behuf des Künstlers zu sagen haben, hinlänglich seyn. Wie das sinnliche Denken vor dem speculativcn einen großen Vorzug hat, wenn es aufpraktische Kcnntniß, und auf ein Wissen, das auf Handeln einfließen soll, ankommt: so ist auch ein denkendes Empfinden in manchem Falle dem gedankenlosen Gefühl vorzuziehen. Dieses Gefühl würfet weiter nichts, als die damit unmittelbar verbundene Lust, oder Unlust, und läßt, nachdem diese vorbei) sind, weiter keine Spur in derScele. Hingegen sind die Empfindungen, die zu- gleich mit klaren Vorstellungen ihrer Ursachen und Wüi kungen verbunden sind, ^ S. Lehrende Rede M Th. S. 167. 4 l Z» S i tt sind , von großer Wichtigkeit. Sie sind es, die uns Kemttniß oes sittlichen Guten und Bösen geben, Neigung zu jenem, und Scheu vor diesem ei np stanzen. Jenes gedankenlose Gefühl liegt blos in der thicrischen Natur, beziehet sich nur auf körperliche Bedürfnisse, und ist deswegen kein Gegenstand der schönen Künste. Für die Erhaltung, Vervollkommnung und Fortpflanzung der animalischen Natur ist ohne unser Nachdenken gcsor- gel; aber die allmählige Erhebung des sittlichen Menschen, die Ausbreitung und Fortpflanzung des höheren sittlichen Lebens, ist der ruhmlichen Bemühung edlerer Seelen überlassen. Diese machen die Seele für das sittliche Gute empfindsam, wie die Natur dem Körper für das physischeGute ein Gefühl gegeben hat. Und darin besteht der höchste und edelste Zwek der schönen Künste. Sic reizen die Empfindung zwar vermittelst der äußern Sinnen, aber nicht durch blos finnliche Gegenstände. Sie legen der Vorstellungskraft Gegenstände der klaren Erkenntlich vor, und in diese legen sie den Reiz zn angench- menund widrigen Empfindungen, damit der nicht blos thicrische, sondern vernünftige Mensch das Gute und Böse kennen, jenes suchen und dieses vermeiden lerne. Dieses ist nun alles, was der Kunstler von der Theorie des Sinnlichen zu wissen nöchig hat. Nun kommen wir auf die Anwendung desselben. Hier würde mm zuerst anzumerken ftyü, mit welcher Sorgfalt der Künstler sich des Sinnlichen bedienen müsse, um das Angenehme und Unangenehme, womit es insgemein begleitet ist, nicht am unrechten Ort anzubringen! davon aber ist bereits an so viel Stellen dieses Werks und so hinlänglich gesprochen worden, daß Wir diesen Punkt hier übergehen kön- S in neu. Es bleibet uns also nur noch übrig zu zeigen: r. Wie in redenden Künsten dem blos Erkcnnlichen das Kleid der Sinnlichkeit anzuziehen sey; und z. wie sowol diese, als alle an- dre schöne Künste dem, was nur schwach sinnlich ist, mehr Sinnlich, keit geben können. i.-Die redende Künste sind Nicht bestimmt, neue Wahrheiten zu erfor. scheu; dies ist das Amt der Philosophie; aber jede nützliche Wahrheit faßlich und mit eindringender Kraft begleitet vorzutragen und weiter auszubreiten, als diePhilosophie es ver- mag, dieses ist eine von ihren Verrichtungen. Dazu aber müssen sie nothwcndig einen finnlichen Ausdruk brauchen. Er besteht darin, daß für jeden nicht sinnlichen Hauptbegriff ein Wort gewählt werde, das einen sehr klaren und leicht faßlichen Begriff er- weket, vermittelst dessen durch irgend einen leichten Tropus jener schwerere Begriff sehr klar und faßlich werde. Ein solcher Ausdruk wäre esl, wenn statt des philosophischen WortcsVor« sebung, wo dieses nicht schon unmittelbar in der populären Sprache einen klaren Begriff crwekt, der Ausdruk väterliche Regierung Sorces gebraucht würde; ingleichen sehen anstatt erkennen; fühlen, anstatt überzeugt sepn u. d. gl. Hieher gehören alle Metaphern, Bilder, Gleichnisse, Vcrqleichungcn! kurz, alle Arten des Ausdruks, wodurch das anschauende Erkennen befördert wird. Es ist aber beyin Gebrauche dieser sinnlichen Sprache höchst nöthig, daß man beständige Rülsicht auf ihren Zwek habe, und diesem zufolge das Bekannte und Leichtfühlbare dem Unbekannteren und schwerer Fühlbaren vorziehe. Denn nicht jede durch die äußern Sinnen, oder durch unmittelbar inneres Empfinden erwette Vorstellung ist klar. Die zirkelrunde Figur faßt jedes Auge weit leichter, als die parabolische, oder hyperboli. sehe; S i n sehe; sie sind alle gleich sinnlich, aber nicht gleich klar. Vom angenehmen und widrigen Geruch hat jedermann klare Vorstellungen; aber in Heyden Arten werden sie weit weniger klar, wenn man das Besondere, oderSpe- cifische davon fassen soll. Wenn man also die Wörter Rosengeruck und K.iliengeruck tt 't blos zum allgemeinen Ausdruk der Lieblichkeit der Empfindung, sondern zur nahern Bestimmung der Art der Lieblichkeit brauchen wollte, würden, sie wenig nützen. Zu dem sinnlichen Ausdruk gehört auch der Wolklang, und das Empfindsame des Tones, nämlich das Feyerliche, Pathetische, Zärtliche, Fröhliche desselben, das sehr viel zum lebhaften Eindruk bcyträgt. 2. Die schon ihrer Natur nach sinnlichen Vorstellungen tonnen auf sehr vielerlei) Weise noch sinnlicher gemacht werden. Sinnlicher wird die Vorstellung einer geschehenen Sache, wenn man, anstatt sie zu erzählen, sie in Handlung verwandelt. Darum werden die epischen Dichter so oft dramatisch. So wird der Ausdruk einer Empfindung weit sinnlicher, wenn er als eine Handlung vorgestellt wird, besonders wenn die Hanölung an sich schon cewas Nach- drükliches hat. Wenn Genone den Paris erinnert, er habe sie ehedem herzlich geliebet, so ist die Sache völlig sinnlich, bekommt aber einen sehr hohen Grad der Sinnlichkeit durch die Art, wie Dvidius es ihr in Mund legt: Inclsiie lervsuc a re me» nomins üigi; Lc legvr tZcavne talce nocsrs ras *). Sehr vcrmeb-et es die Sinnlichkeit, wenn das Allgemeine besonders gesagt wird. Es ist schon sinnlich, wenn man sagt: ich wünsche nicht H tleroiclum V. io. Sin 4»z im Nsbcrflnß 5» leben, sondern begnüge mich am Norhdürftigen; aber sehr viel sinnlicher ist es, wie Horaz es ausdrükt: ---- Oives ec aurei'z Ktercsciu' extlcccc culullis Vius Lz-ra repsrsrs mercc. kle pslcsnr olivse, clckoreli lavezgae mslvsc ^). Ein besonderes Mittel die Sinnlichkeit zu verstärken ist auch dieses, wenn der Künstler, indem er einen der äussern Sinnen deschäfftiget, plötzlich auch einen andern zu rühren weiß. Dieses lhut Homer sehr oft, indem er mitten >n der Zeichnung seiner Ge- mählde, da sich unsrc Einbildungskraft blos mit Sehen beschässftgct, auch das Gehör durch das Rasseln der Waffen, oder andere Töne, rühret. So ist folgendes aus dem Horn; höchst sinnlich: Lpirsr allkuc smor, Vivunrgue ceimmiili -.slc-rez HeolisL tiäidus puellsc Hieher gehören auch die Kunstgriffe der Mahlcr, da sie neben dem Gesicht, auch andre Sinnen rühren, wie z. B. poufil» in seinem Gemahl- de von der Pest, wo auch der Geruch stark gerührt wird; over wenn ein Wähler in Landschaften dasKühle der Schatten, das Rauschen eines Wasserfalls, die höchste Stille einer einsamen Gegend, ober im entgegengesetzten Falle, die von dem Gesang der Vöget erfüllte Luft auszubrüten weiß; von dem allen aus den Werken der besten Mayler Beyspicle anzuführen wären. Uebcrhaupc wird die Sinnlichkeit durch die vollkommene Erreichung der Natur bey jeder Vorstellung ungemein vermehret. Das Gemähld ist ») oa.i, zr. 0ä,IV. s. 414 S i n S i t ist niestnnlicher, als wenn man dabei) vergißt, daß man einen gewählten Gegenstand sieht, und die Natur selbst zu sehen glaubt; wenn man im Portrait an dem Bilde Leben und Athem zu er st»den glaubt; wenn man in ep l und dramarischen Reden den Du,ter so völlig vergißt, daß man diePcrsonen selbst zuhören glaubt. Sitten. (Schöne Künste,) Die Bedeutung des Worts ist etwas unbestimmt. Bisweilen begreift man unter dieser Benennung gar alles, was zum Charakter, der Gcmürhs- art und Handlungsweise cinesMcn- schen, oder ganzer Völker gehöret, in sofern sie sich von andern unterscheiden. In diesem Sinne scheinen Aristoteles in seiner Poetik, und Wolf in seiner allgemeinen praktischen Philosophie die Wörter genommen zu haben, für die wir das Wort Sitten gebrauchen. Bisweilen aber scheint man dadurch blos dasjenige zu vergehen, was dem Menschen in seinem Thun und Lassen zufalliger Weise zur Gewohnheit worden, in sofern es von dem, was andere in ahnlichen Fallen äußern, verschieden ist, so daß Menschen, die im Grund cinerlcy Charakter haben, denselben durch verschiedene Sitten zeigen. Wir verstehen hier durch Sitten gar alles zusammengenommen, was dem Menschen in Absicht auf sein Thun und Lassen gewöhnlich worden. Die Sitten beziehen sich nicht auf den denkenden, sondern auf den handelnden Menschen. Richtigkeit oder Unrichtigkeit, Gründlichkeit, Scharfsinn u. d. gl. bezeichnen den Charakter des Menschen in sofern er denkt, und dieses rechnet man nicht zu den S. t'bllos. pi'sü. unft-erttl. 1°. II, Ll>.p. Ne cvnssKsr.äis 'ivmmum mo- Sitten. Hingegen alles, was er thut, in sofern es gut oder bös, schiklich oder unschiklich, rühmlich oder verwerflich ist, wird sittlich ge- iicimt. Also wird man durch die Sitten zum guten, oder schlechten, zum angenehmen, oder unangenehmen Menschen. Für den sittlichen Menschen arbeiten die, schönen Künste, da die Wissenschaften für den denkenden Menschen arbeiten. Diese haben den Un» tcrricht, jene die Bildung der Sitten zum Zwck. Darum ist eine lebhafte Schilderung der Sitten eine vorzüglich und unmittelbar nützliche Arbeit des Künstlers. Von allen Werken der Kunst aber schiken sich die Epopöe und das Drama vorzüglich zu solchen Schilderungen; weil sie nicht blos einzelc Züge des sittlichen Charakters, sondern den ganzen Charakter selbst schildern könusn. Von dieser Schilderung ist hier eigentlich die Rede. Wir haben aber sehr viel von dem, was hieher gehöret, bereits in dem Artikel Charakter naher betrachtet. Jeder Dichter, der sich an die Epopöe, oder an das Drama waget, muß vornehmlich eine große Kenntuiß der Sitten haben; weil die Schilderung derselben in diesen Dichrungs- arten den Hauplstoff ausmacht. Dieses muß man allemal bey dein Dichter als etwas außer der Kunst liegendes voraussetzen. Aber eigentlich zur Kunst gehört es, die Stttcn, deren Kenntlich man besitzt, zu schildern, und sie auf eine gute Art zn behandeln. Zur Schilderung der Sitten gehören die Handlungen, die man den Personen zuschreibt, und die Reden, die man ihnen in den Mund legt. Von den Reden haben wir in einem besondern Artikel gesprochen'). Die Schilderung der Handlungen ist eine der ") S. Reden. S i < der schwercstcn Arbeiten der schönen Künste. Bey denHandlungenaußcrn sich so sehr viel kleine äußerliche und innerliche Umstände, wodurch sie genau bestimmt, und individuel werden, daß es eine höchst schwere Sache ist, sie vollkommen auszubrüten. Es gehört ausnehmende Ccharfsinnigkeit dazu, davon gerade das, was die Handlung am genauesten bestimmt, zu wählen, und einen Ausdruk dazu zu finden, der auch das, was sich nicht sagen läßt, oder zu weitschwcifend scyn würde, den Leser empfinden laßt. Auch hierin ist Homer unstreitig das größte Muster; und wer seine Kräfte hierüber versuchen will, darf nur seine Beschreibungen gegen die halten, die in dcr Ilms und Odyssee so häufig vorkommen. In Ansehung der Behandlung der Sitten fodcrt Aristoteles, daß sie gut, geziemend, wahrscheinlich und sich selbst durchaus gleich seyn sollen. Seine Ausleger habeil sehr verschiedene Meynungen über das, was der Philosoph durch gute Sitten versiehe. Eine sehr vernünftige Auslegung der Regeln, die Aristoteles über die Sitten vorschreibet, hat unser Drcirin- ger gegeben, auf den ich den Leser verweist- *). Wir finden, daß die Regeln von Behandlung der Sitten überhaupt, sich auf folgende bringen lassen. Erstlich müssen sie wahrscheinlich sey»; weil wir gar bald die Aufmerksamkeit dem entziehen, was uns nicht wahr, oder würklich dünkt. Einen Römer ans den alten Zeiten der Republik so manierlich Handel» zulassen, als einen heurigen französischen Hofmann, oder einen König so bcdächrlich und so blöde handeln zn lassen, als einen spitzfündi- den Menschen, der nie unter Men- sehen gelebt hat, würde uns gleich H S. Vrcitingers kritische Dichtkunst. l.TH. !Z. Abschnitt. Sit 415 abschreken, weiter auf das, tvaS geschieht, Achtung zn geben. Zwcy« tens müssen die Sitten weder im Guten noch im Bosen, weder im Einfachen, noch Verfeinerten übertrieben seyn. Sind sie abscheulich, so wird das Werk anstößig, und mau finver sich gezwungen, die Augen davon wegzuwenden. , Sind sie übermenschlich vollkommen, so werden sie phantastisch. Dieses gilt vornehmlich von Sitten, die man zur Nachahmung als Muster abbildet. Und in dieser Absicht können sie auch schlecht werden, wenn man das Feine darin übertreibet, weil sie alsdann gar leicht in das Gezierte, Weichliche, oder Spitzfündige ausarten. Es gehört ungemein viel Verstund und Kenntniß der Welt dazu, iu deu Sitten nichts zu übertreiben. Drittens müssen sie in Ansehung der Zeit, des Orrs und der Personen, für die ein Werk vornehmlich bestimmt ist, nichrS unschikliches und anstoßiges haben. Auf unserer Schaubühne würden verschiedene Sitten, die Plaums auf seiner Buhne geschildert hat, sehr unschik« lich seyn. Das, woran gesetzte Männer sich sehr unschädlich ergötzen, kann für die Jugend sehr anstößig seyn. Die tragische Bühne erfoderc andre Sitten, als die conil- sche ü. s. w. VierienS müssen sie bey einer Person, dcyMenschen von cincrleyStand, von einerley Volk, mir dem allgemeinen Gepräge ihres Charakters übereinstimmend seyn- Ab'.r in den Sitten verschiedener Menschen, Stande und Volker muß auch Mamnchfal- tigkeir und Verschiedenheit herrschen. Man erkennet an jedem Helden des Homers die Sitten dcr damaligen Griechen; aber keiner gleichet dem andern, und die Ilms enthält bey der allgemeinen Aehnlichkeit der Sitten eine bewundrungswürdige Mannich- ' faltig- 416 S i t S i t faltigkeit derselben in den verschiedenen Personen. -H- -H- (*) Von den Sitten, in Rücksicht auf die Werke der schönen Künste, handeln, »mter niehrern: Aristoteles (In seiner Dichtkunst c. 15. (>6) und die verschiedenen liebers. und Erklärer derselben, vcr- vlichcn mit G. C. Lessingv Dramaturgie, dl. I.XXXIII. Ferner in s. Redekunst, l.ib.11. c. I.) I^orn; (S. die Erklär. und liebers. s Dichtkunst, zu deni ,;6ten u. f. Versen derselben.) — Rene le Bossel (im qtcn Buch s. I'rsiie ciu k'ocme Xpiguc s. Ärt. 'Heldengedicht, S. zoü.) —' Ch. Bacreux (In s. Einleitung, Bd.». S. 99. d. llcbers. AuSg. v. >774.)—' Maller (In den I'rinc. xour I» Oeökure iles Örar. im ztcn Buche, vorzüglich im ztcn Kap. desselben, Vd. 2. S. z6o.) — Cailhaoa (In den ersten Kap. des itcn BdS. s. /.rc lle I- Lcunvllie, S. Art. CoMS- die, S. 5-z.) — xvill. Cook (In dem 8tcn Kap. s. Llemencs vk llrumsr. Lricicism.) — Clement (Im gten Kap. des »tcn Th. seiner Schrift, eis I» legest, mit beständiger Rücksicht aus die Woitairschcn Stücke.) — und versch. am brrc mehr. Sittlich. (Schöne Künste.) bezeichnet zwar alles, was zu den Sitten gehöret, aber das Wort wird alich besonders im Gegensatz des Leidenschaftlichen gebraucht; so wie die Griechen das:/-Aoe von dem unterschieden haben; und in diesem Sinne haben wir es an vielen Stellen dieses Werks gebraucht. Demnach ist das Sittliche in.Werken des Gc- schmaks das, was uns Vorstellungen von Sitten, von Gesinnungen, Ge- mülhsart, Handlungsweise und Maximen erwekct, in sofern sich dabey keine merklich starke Leidenschaften äußern; oder überhaupt, was uns den Menschen in einem ruhigem Ge- müthszustand vorstellt. Es giebt also sittliche Schilderungen, sittliche Acnßemngen, eine sittliche Schreibart, wie es eine pathetische giebt. Das Sittliche rühret mit wenige^ Kraft, als das Leidenschaftliche; es kann nie erschüttern, nie das Herz zerreißen, noch in heftige Bewun- drung setzen. Aber man würde sich sehr irren, wenn man daraus schlics- seu wolle, es habe überhaupt in den schönen Künsten einen geringem Werth, als das Leidenschaftliche. Nur aufMenschen von etwas gröberem Stoffe, die nicht sehr empfindsam sind, kann man nicht anders, als durch das Leidenschaftliche wür- ken z aber feinere Gemüthcr werden auch durch das blos sittliche, zwar nicht ungestüm, aber doch unwiderstehlich angegriffen. Es geht in der sittlichen Welt, wie in der körperlichen. Wenigdcnkcnde, unachtsame und unwissende Menschen werden nur von außerordentlichen, sehr stark in die Sinnen fallenden Begebenheiten der Natur, durch Sturm, Donner, Erdbeben, Feuersbrünsie und dergleichen zu ciuigerAnftncrksamkeit und Empfindung gereizt; weniger in die Augen fallende Dinge, als die bc- wundrungswürdige Ordnung, nach welcher alles, was zur Erhaltung tmd Fortpflanzung der Geschöpfe nö« thig ist, unvermerkt bcwürkt wird, rühren sie nicht; abcrDenker, feinere und empfindsamere Menschen, finden in diesen stilleren Begebenheiten einen weit reichern Stoff zum Vergnügen und zur stillen Bewundrung, als in jenen rauschenden. So ist es auch in dem Reiche des Gcschmaks. Eine Comödie, eine Erzählung, ober irgend ein andres Werk dcr-Kunst, darin blos feinere sittliche Gegenstände geschildert woxdcn, wie belustigend oder rührend, wie edel oder wie groß sie auch an sich seycn, oder wie vortrefflich der Künstler ste behan- S i t delt habc, wirdMenschcn von etwas stumpfen Sinnen wenig gefallen: desto mehr Vergnügen aber findet der feinere Geschmak daran. So gefällt auch eine feurige oder pathetische Schreibart dem gemeinsten Leser; aber die blos sittliche, gelassene, wie vortrefflich sie auch sonst sey, hat nur den Beyfall der Kenner. Es ist aber auch leicht zu sehen, daß weit mehr dazu gehört, durch das Sittliche, als durch das Leidenschaftliche zu gefallen. Bey diesem ist es oft schon hinreichend, daß man lebhaft empfinde, oder einen sehr stark in die Äugen fallenden Gegenstand ergreife ; jenes aber ersodcrl schon feinere Bemerkungen, und folglich auch zum Ausdnik mehr Kcnntniß und Kunst. Einem Mahler muß es sehr viel leichter feyn, einen Menschen zu zeichnet», der sich vor heftigenSchmer- zen windet, unff das Gesichttverzer- ret, als einen, an dem man bey ruhiger Stellung und gelassener Mine allerhand sorgsame Gedanken wahrnehmen könnte. Und so ist es mit jedem andern blos sittlichen Gegenstände beschaffen. Das Leidenschaftliche erwekt mehr Empfindung als Gedanken; beym Sittlichen denkt man mehr, als man empfindet. Deswegen kann man sich auch mit diesem weil länger und anhaltender deschafftigen, als mit jenem. Denn in Gedanken herrscht weit mehr Mannichsaltigkeit, als in Empfindungen; und weil sie nicht so stark angreifen, als diese, so ermüden sie auch weniger. Damit wollen wir gar nicht sagen, daß für die Werke des Geschmaks jeder sittliche Gegenstand jedem leidenschaftlichen vorzuziehen sey. Es kommt hier auf die Absicht des Werks und aus die Personen an, für die es bestimmt ist. Ein Redner, der vor der großen Menge spricht, muß seinen Stoff ganz anders wählen und behandeln, als wenn er es blos mit Vierter Theil. Sok 417 feiner denkenden Köpfen zu thim hak; und wenn es darausankommt, schnell, stark und allenfalls auch nur vorübergehend zu rühren, so muß mau ganz anders verfahren, als wenn man den Zuhörer auf immer belehren oder überzeugen will. Eine ruhige und sittliche Schreibart, auch ein mündlicher Vortrag von oiesem Charakter, schikct sich zu einem ruhigen und sittlichen Jnbalt z aber feurig und leidenschaftlich muß bcydes seyn, wenn der Stoff der Rede stark leidenschaftlich ist. Ucber das Sittliche der Schreibart desRcdners giebk Quintilian einige gründliche Lehren, auf die wir uns Kürze halber beziehen ' S 0 l. (Musik.) Aie fünfte Syibe der Arctinischcn Soimisation, die die Quince des Hcxachords bezeichnete, wenn dessen Umfang von sechs Tönen nicht überschritten wurde. In der heutigen Soimisation bezeichnet sie unser c;; und bey denen, diedieTransposttion derselben in alle Tonarten annehmen, wovon in dem folgenden Artikel gesprochen wird, ist sie allezeit die Dominante der Tonica. Solfeggiren; Sol- ttusiren. (Musik.) Scheutet ursprünglich, vermittelst der sechs aretimschen Sylben, eine Melodie fingen; es wird aber auch überhaupt von jedem Notenlesen oder Singen gebraucht, wobcy man den Noien gewisse Namen aiebt In diesem weiten Sinne nehmen wir das Wort m diesem Artikel, m welchem voll diesen ersten Uebungen der künftigen ") inlk. u.vi. Dd qi8 S o ! S o z tigcn Sänger soll gesprochen werden. Anfänger der Siügkunst inachen mit dem Solfeggiren den Anfang, und werden ans mannichfaltige Art so lange darin geübt, b»s sie nach Noten singen, oder, wie man sagt, treffen können. I» den nichresten Orten Deutschlands bedient man sich zum Solfeggiren der nämlichen Sylben undBuch- staben, womit die Töne benennet werden. Man singt die Tonleiter von (?. über co cfgahjT', und die Fort- schreikungen durch halbe Töne über c cis d bis e u. s. w. ohne dazu andere Sylben zu gebrauchen. Diese Methode hat den Vortheil, daß das Gedachtniß des Sinaschülers nicht nm zweyerley Benenmmgen desselben Tones beschweret wirdindessen ist nicht zu leugnen, daß ewige Mitlauter und die vielen i in cis, diö, fts u. a. der Stimme im Singen etwas hart und unbequem fallen. Doch so arg ist es hicmil nicht, als Rousseau es vielleicht meynt, wenn er sagt, daß die Methode der Deutschen so hart und so voller Verwirrung sey, daß man ein Deutscher seyn Masse, um darnach solfeggiren zu koanen, und demobngeachtet ein Meister der Kunst zu werden *). Ein Franzose hat freylich keinen Begriff von der Leichtigkeit, mir der ein Deutscher das g oder h aussprechen, und darauf einen vollen Ton angeben kann, noch das Vermögen, es ihm nachzumachen; und was die Unordnung anbetrifft, die mit dieser Methode verknüpft seyn soll, so trifft dieser Vorwurf nur ewige wenige eigensinnige Sanguieistcr, die die fast durchgängig in Deutschland festgesetzte Benennung der Töne nicht annehmen, sondern zwcen verschiedenen Tonen oft dieselbe Benennung geben, z. B- diu für bis und es, si» für sis und gesec. wodurch der Schüler frey- OiQ. äe tviatiqae /vir. Svlllsr. lieh verwirrt gemacht werden muß. Bey Vernünftigen hat nach der einfachen Regel: bev allen durch R erhöhten Tönen den Namen c, d, e u. s. f. die Endigung ia, und bey allen durch d erniedrigten Tönen, außer bey de», h, welches b genennet wird, den Selbstlautern ein s und den Mitlauten, ein es zuzusetzen, jeder Ton seine ihm eigne Benennung, und kann daher weder mit andern verwechselt werden, noch im Solfeggiren die geringste Unordnniig verursachen. S6 ist wahr, daß ewige von diesen Benennungen, als vornehmlich eis und ais zum Singen ganz und gar unbequem sind: aber ist es denn ein Gesetz, daß der Sänger in allen Tonarten solfeggiren muß? uud wenn er in F uud B dur solfeggiren und die Noten treffen kann, wird er nicht, wenn man ihm einen Begriff von der Transpvsition der Tonarten gemacht hat, jedes Eingstük aus dem Fis oder H dur, wo diese Benennungen am häufigsten vorkommen, eben so leicht treffen? Da der Sanger mit keiner Applicatur zu thnn, sondern blos Intervalle zu treffen hat, die in allen Tonarten dieselben sind, so lehre man ihn solches in den, in Ansehung der Benennung der Tone, leichtesten Tonarten; und um ihn mit den schwereren Tonarten bekannt zu machen, lasse man ihn über verschiedentlich ausgesuchte, leicht und schwer auszusprechende Worte singen, und gebe darauf Acht, daß er sie deutlich und verständlich ausspreche. Dieses ist von größerer Wichtigkeit, als die Eubtilitaten über die Benennung der Töne, ob es für den Sanger bequemer sey, uc oder üo oder c zu singen. Diejenigen, die zu sehr für leicht auszusprechende Sylben und wolklwgeu- dc Vocalcn sind, bedenken nicht, daß der daran gewöhnte Sänger dadurch oft untüchtig gemacht wird, in der Folge über ein etwas hartes Wort einen reinen Ton anzngebcn. Noch schlim- S o l S v l 419 schlimmere Folgen hat die Methode, den Sanger, wenn er dieNvtcn und Intervalle schon begriffen hat, ganze Srüke über einen einzigen Vocal, wie z. E. über «singen zu lassen; dadurch wird feine Kehle zu einer Pfeife, die nur tont; er gewohnt sich zu einer lahmen Aussprache im Singen, und alle Worte, die er ausspricht, verwandeln sich endlich in Sylben, die alle nur das a zum Sclbstlauler haben. Statt leben, singt er: laban; statt fröhlich: fcalacl? :e. Ja bei) einigen Sangern» die sich taglich in dieser Art zu solfeggiren, oder vielmehr in Passagen üben, bemerkt man diesen Fehler der Aussprache schon in der gemeinen Rede, Selten ist die deutsche Singpoesie von einigen harten, odcrwcnigstcns imSingcn schwer auszusprechenden Worten frei); darum muß der angehende Sanger neben dem Solfeggiren zugleich in der deutlichen Aussprache leichter und schwerer Worte und allerVocalen am sorgfältigsten geübt werben, damit er verstandlich singen lerne: werden die Worte des Sängers nichtverstanvcn, so ist er für weiter nichts, als eine lebendige Pfeife zu halten. In einigen Provinzen von Deutschland wird noch nach den sechs areti- nischen Sylben at rs mi la lc>I la solfeggirct; daß diese Methode nur bcy den alten Tonarten mit Nutzen zu gebrauchen, hingegen in den ncuern wegen der unnützen Schwierigkeiten, die sie verursachen, mit Recht verwerflich scy, wird in dem folgenden Artikel gezciget werden. Die Franzosen, die diesen sechs Syl- ben, um dieOctave auszufüllen, die sicbcnte, nämlich st zuaesetzt haben, thun sich nicht wenig auf diese sieben Sylben zu guc, und preisen sie als die leichtesten zum Solfeggiren an. Wir finden diese Methode aber aus der Ursache, daß c, ces, eis. ur, d, des, bis, re, heißen, folglich drey Tone in unfern Nsttnsystem immer nur einerlei) Benennung haben, so unvoss-i kommen, und für den Schüler, zumal wenn er, wie Rousseau will, die Beiicnnung der Tone der Tonart l? in alle übrige Tonarten transponi- rcnsoll, so baß ut die Tonica, ml die Mediante, l'ol die Dominante jeder Tonart sey, ohnerachter des Nutzens, ben man sich von diescrTrans- position versprechen konnte, so schwer, dag wir sie den deutschen Sangmei- stern mit gutem Gewissen nicht anra. lhen kcstmeu. Will man sich aber doch wolkiuigeiider Sylben zum Solfeggiren bedienen, so wähle man solche, wo dieBeii-inuin.zen der natürlichen und der durch « ober b erhöhten und erniedrigten Tone unterschieden und leicht faßlich sind. Von dieser Art sind folgende von Grauns Erfindung: c d e f g a h I c äa ms ist pc> tu I-i de j cla deren Anfangsbuchstaben die zwei) Bnchsiaben <-s zugefügt werden, wenn die Note durch ein »um einen halben Ton erhöhet wird, nämlich äe5, mes, ues stc. und as, wenn sie durch ein t> um einen halben Ton erniedriget wird, cias, mss, uns etc. Herr -Hiller hat in einer vor kurzer Zeit h-ransgcgcbenen Anleitung zum mu- sienlisch richtigen Gesäuge von dieser sogenannten Dameiiisatlon Gebrauch gemacht; aber er nimmt wider die Absicht des Erfinders derselben, die blos statt der gewöhnlichen Benennung der Tone eine leichtere Und zum Singen bequcmcreSylbcneinführung zum Grunde hatte, wovon u» allezeit c, ms allezeit d, ni allezeit e u s. w. bezeichnen sollte *), mit diesen Sylben Mutationen nach -Art der Are- tinlschen Solmisitwn vor, wodurch dem angehenden Sänger die Schwierigkeit, die Intervallen t'-'cf- Dd 2 seit ") S. Marpurgs Singckunst S.4I.4-. ") S. den solsendcn Artikel. 420 S o l S o! fcn zu lernen, doch gewiß vergrößert wird, weil seine Aufmerksamkeit von den Intervallen abgezogen und auf die Mutation der Sylben gerichtet, wenigstens dadurch getbcilet wird. D>e Hauptabsicht des Solfeggi- rens, es geschehe nun auf welche Art es wolle, ist treffen zu lernen. Ich kann hier nicht umhin, kürzlich einer Methode zu erwähnen, die mir vor allen andern die bequemeste scheinet, um diese Absicht bey angebenden Sängern glüklich und geschwind zu erreichen. Nachdem die Noten und die auf-- und absteigende C dur und Amol! Tonleiter nach der gewöhnlichen Benennung der Tone gefaßt sind, mache man dem Schüler einen Begriff von der Transposition dieser Ton cirer in andre Tonarten, und der daher entstehenden Nothwendig- kcie der Verzeichnungen. Darauf wird der auf. und affsteigende Drey- klang eines jeden Moll - und .Durtones, der dem Gesauge nach sehr leicht zu lernen ist, gesungen, und der Schüler auf die in jedem Drcyklang enthaltenen Intervalle aufmerksam gemacht. In der Tonleiter und dem Dreyklang sind fast alle Intervalle einer Tonart enthalten. Kleine Ex- empel, wo diese Intervalle um einen halben Ton erhöhet oder erniedriget vorkommen, üben den Schüler in den übrigen Intervallen. Jede Lection wird endlich mit kleinen Singsiükcn über Worte untermischt, damit der Schüler sogleich gewohnt werde, von der einförmigen Benennung der Töne zu abstrahiren. Diese Methode empfiehlt sich dlirch ihre Einförmig- kesi und Gründlichkeit; auch wahrt es nicht lauge, daß nicht jeder aufmerksame Schüler, der nur einiges Talcne zum Siugcn hat, in maßiger Bewegung alles vom Blatt treffen komne. Die Transwsition der Tonarten ist allerdings das Schwercste in der Smgkunst. Mancher Sänger singt in C dur alles vom Blatt, und würde in Hdur unsicher treffen, weil er mit dieser Tonart nicht bekannt genug ist; und doch singt er ein ihm bekanntes Singstük in jeder Tonart mit gleicher Leichtigkeit. Diese Schwierig, keit könnte leicht gehoben werden, wenn bie Singcomponisten sich gefallen lassen wollten, die Singsiim- me eines Stüks', es gehe aus welchem To» es wolle, nach Art der Waldhörncrstimmen allezeit in C dur, oder wäre es eine Molltonart, in A moll zu transpouiren. Allenfalls konnte noch ein Schlüssel zu Hülfe genommen werden, um die zu violen Nebenlinien unter und über ocmNs- tensystcm zu vermeiden. Der Sanger würde alsdann nur zwcy Tonar, ten und zwei) Schlüssel sich bekannt machen dürfen, statt daß er, nach der gewöhnlichen Art zu schreiben, sich in zwölf harten und zwölf weichen Tonarten festsetzen muß, wovon die luch- restcn ihm das Solfeggiren so sauer machen, daß ihm oft die Lust vergeht, treffen zulernen, ob er gleich der Kunst zu singen nicht entsagt. Daher sind so viele Sänger von Profession, die zur Schande der Kunst urw der großmüthigcn Belohnung oft nicht eine Terz vom Blatt zu singen im Stande sind. Singstüke ohne Worte, dieblos zum Solfeggiren gemacht, und zur Uebung der Singstimmc und des Treffens dienen, werden Golfszgi geuennct. Solmisation. (Musik.) ^nter dieser Benennung verstehet man die Methobe, nach den sechs Aretinischen Sylbcn ut re ml Ca l'ol is zu solfeggiren. Guido von Are55o, ein eifriger Reformator der Musik seiner Zeit, führte im Anfang des eilften Jahrhunderts ein System von zwei) und zwau- S oi S o l 421 zwanzig diatonischen Tönen, nämlich von unserm großen G angerechnet bis ins zweigestrichene c, unter denen doch unser b schon mit begriffen war, ein, und theilte es in sieben Hexa- chorde, oder Leitern von sechs auf einander folgenden Tonen ab; drey davon enthielten die Tone gahcoe, zwcy die Töne cvefga, und zwcy die Töne fgabcd nach ihren verschiedenen Ocrav.cn, denen er die er. wähnten sechs Sylben, die die An- fangssylbender ersten sechs Zeilen eines damals gebräuchlichen Hymnus an den heiligen Johannes find, unterlegre, so daß mi 5a allezeit unter dem halben Ton, der sich in jedem dieserHerachorde von der dritten zur vierten Stufe befindet, zu stehen kam. Die drey Hexachorde von g bis e wurden in der Folge das harte, die zwey von c bis a das natürliche und die zwey von f bis d das weiche Hexachord gcnennet. So lange keines dieser Hcxachordc in der Melodie überschritten wurde, behielt jeder Ton seine ihm eigene Eylbe in der Solmi- sation; stieg oder fiel der Gesang aber über oder unter dem Umfang einer dieser Sexten, oder welches cinerley ist, gicng die Melodie in ein anderes Hexachörd über, so mußten die Sylben murirt werden, damit das mi ka wieder an seinem Orte zu stehen käme. Daher entstanden Regeln, wie die Mnrarion der Sylben bey den Uebergangen der Hexachorde geschehen müsse. Demohngeachtet konnten bey der Maiinichfalrigkeit der Fortschreitnngen des Gesanges, die Sylben mi t'a nicht allezeit bey einer kleinen Secuiidenforlschreitung ohne den Schüler zu verwirren, mög. lich gemacht werden; mnn bewilligte daher unter gewissen Einschränkungen noch die Sylben In iüznder Fortschreitung in einen halben Ton. Durch diese Benennungen wurden dem Schüler, wenn er erst die Regeln der Mutation inne hatte, sowol die Schwierigkeit, die halben Tone in den alten Tonarten zu treffen, als auch überhaupt alle Intervalle, insofern sie in jedem Hcxaedord nach denselben Sylben gesungen wurden, erleichtert. Als aber nach der Zeit durch die Einführung des chromatischen und «.'»harmonischen zu dem diatonischen Geschlecht das System der Muffk um vieles erweitert, und die alten diatonischen Tonarten um einen oder mehrere Töne höher oder tiefer transponier werden konnten, wurden dadurch, daß die Sylben mit allen Mutationen mit jeder transponirtcn Tonart zugleich transponirt werden mußten, die Schwierigkeiten dcrSol- misation so sehr vergrößert, und die Nothwcndigkcit der Octavengattun- gen so offenbar, daß ohngcachtct der eifrigen Solmisationsverfechter dennoch der meiste Theil der Tonkünst- lcr davon abgieng, und entweder wie dieFranzoscn den sechs Sylben noch die siebente zusetzten, oder wie die Holländer sieben neue Sylben erfanden, oder wie die Deutschen bey der natürlichen Benennung der Töne stehen blieben, und danach ohne Mutation solfeggirten *). Die Solmisation hat sich noch in Italien, und in einigen Gegenden Deutschlands erhalten, aber, wie man leicht denken kann, mit vielen Abänderungen. Selbst Dmtsterr, der ein eifriger Verfechter derselben war, und es dem Matthew» gar nicht vergessen konnte, daß er die ganze Solmisation, mit der man doch einst im Himmel mnsieiren werde, zn Grabe gebracht**), muß doch in seiner Verthcidigung derselben 7) zuge- Dd z den, ') S. bcn vsrherliehendcn Arti'cl. ") S. best n nme öffnete Orchester, iTH. 7) Unter dem Titel: Vc, re, mi. ks, lol, la, rcim kNulic» er ttünnom» »eiern». (Erfurt (1714 ) 4.) 422 St! S ol ben, daß bey den chromatischen Tonen eis» bis, fis, gis in C dur oie Stimme erhöbe'« werden müsse, weil sie keine eigene Benennung haben; auch erlaubt er statt l'a, m zu singen wenn vor f em stehet *). Er hat aber vollkommen Recht, wenn er behauptet, daß die Solmisation die leichteste Methode sey, den Gingschü- ler Stäke und Choräle aus den alten Tonarten, wo die chromatischen Töne nicht vorkommen, treffen zu lehren. In Fugen hat die Solmisation auch den Nutzen, daß sie lehret, wie der Gefahrte dem Führer durch die Anbringung des Ai ka zu antworten hat, doch nur in der Jonischen Tonart; in den andern Tonarten bestimmt das ülr ka die Antwort nicht allezeit, wie an einem andern Ort gezeiget worden **). -H- -K- Wegen des, in dem Artikel angeführten Urhebers der Solmisation, des Guido von Arczzo, s. den Artikel Musik, S. 45011. f, Von der Solmisation, und für und wider sie, so wie von andern Bezrich- mmgsarlcn, haben geschrieben: Er)-. >!.c,n rlikcii- inina vocurn .... dstii. 1559. z. Mit dein Titel, bluiarkicna . . . Hau. 160Z. 8. so wie in des Verf. ^mvcni- rar. >615. Ein Ausmg daraus, unter der Äusschr. pleias muiic», bry sirer Mnnionuln, Ven. 1S00. 8. Der Inn- Halt findet sich in I. N. Forkels Sliig. bit- kerat. der Musik, S. 268. Orr Verf. sebt zu den secbS Aretinischen eine siebente, Li, hinzu.)— Pankr.Crügcr (ch,6ig. scheint einer der crfien gewesen ,u sinn, welcher ums I, i;8o die Solmisation abzuschaffen angefangen. S. Seelens ^cbcn. l ^ubcrenl.) — Hip. Hubmeyer (In s. Oiffur. p.uaett. illultr. pbiloko^b. -) S Z4-. S. Zuge. mukicarum, len. «so?. 4. wird attch (Oec.l. vilp. z.) die Frage, anl'eprcrn tinc voces mulieales untersucht, und (Oer. II. Oiff. z.) von den sieben Sölden L<>, Le, O>, Oa, bn, Via, id^i gehandelt, und Guido heftig nerthcidigt. Ich will hier gleich bemerken, daß die Erfindung dieser Sölden, oder der E>0- bisimc»?, Bocedisation, einem Hubert Waeleaut (f 1595.) zugeschrieben wird.) —- Serbus Calvisius (bkulic. anis srraccepra npva er taciilima, per le- prero voces music. . . . gen. 1612. 8. Aue Vcrtheidigung der Bobisation. Ob diese Schrift die dritte s. Oxercirar. sey, weiß ick nicht; aber auch diese ist gegen de» vorhergehenden Schriftsteller gerich, kct.)— Andr. Slccbanius (Ins. lchuocll. miircll. . . lschf. 16)4.4. wird dir Frage untersucht: -n Vlucario (in der Solmisation) lic sz;,) Laurent. Gtipbelius (Er bedient, in s. Oompcnri. Vluiic. dlaumb. 1609.8. Icn. «614. 8- sich nur drcycr Sölden, als des ke. bsti, pz zum Aufsteigen und Oa. Lttl, lla zum Absteigen.) — Giov. V Doni (Will, in s. Ueux Nraires so kviuligUL . . . welche umS I. >6zs zu Paris sollen gedruckt worden seyn, statt der sechs Aretinischen, nur vicr, ke, dli, lla, 8o>, gebraucht wiffcn. S. Matthcsons Vul. Lrir. Bd.2. S, 102 und Forkel, a. a. O. S.-69.)—Pedro de Urcna vf 1682. Oc, ke, t-li, 5,, Lei, l,a, nova Vluirca, Vieri. 164;» 4. und unter dem Titel: /Vre nueva >te dkulica, invcncaäs Knolle OC'por 8. Oregon» , steleoucenasta /z!ro dk. XXVI. por Ouillon Arerino, re- tliruista a tu primera perkveiou /lno dIOLXX por I-r. i'eclro H. Büttstedt (Oe, Itc, KI!, dz, 8ul, Ü.Z, D»rs Kluücii er tizrmon!» sererns, oder m u eröfnetcs, altes, wahres einziges und ewiges k>unäiimencum kluliccs .... Cef. (1717) 4. Das Werk ist gegen Mat- thesons Neu eröfncteS Orchester gcrich. tet, worin der Solmisativn das llrtheil war gesprochen worden.) — Job. Mgt- theson (Las hsschühtc Orchester .... Hamb. 1717. ,s. Beantwortung und Widerlegung des vorigen.) — Gab. Ni-> vern (l.s Lamme kiu 8!, soll eine Untersuchung über den Erfinder dieser Svlbe enthalten. ) — lLuchero ein angenommener Nähme (kificss. wprs iZMSßgior tscilr^, cke rrovaii neli apprcmlcre !l csnrc», con l'ulo 6! un Lvlkeggic, cli chvclici mvnoliilabi, Veri. 1746. Die zwölf Splbcn sind, Ur, lic, Lo, keli, ?s, Bu, 8<>I, Oe, ch», dlo, Li.) — Anr. le Febürc (dlouv. 80I- feg», Von. 1780.8.) — S. übrigens eine Anm. von SIgricvla, bcp s. llebcrs. von Tosi Anweisung zur Singekunst, S. 17 u. f. und M. I. Avlnng Einweisung zur musikal. Gclahrtheit, S. 199 u. f. Ausg. von 178z. wo verschiedene der, an andern Orten, angeführten musikalischen Schriftsteller, welche für oder wider die Solmisation sich erklärt haben, angeführt worden sind. — Auch gehören, im Ganzen, die, bey den Art. Noten, Gcblüs. sel, u. a. m. angeführten Schriftsteller hicher. — Solo. (Musik.) N?an bedient sich dieses italianischen Wortes, um ein Stük, oder solche Theiie eines Slüks, wo ein Haupt- insinimenr mit oder ohne Begleitung sich allein boren läßt, zu bezeichnen. Im ersten Verstünde sagt man: fein Violin- ein Flstensolo; und von demjenigen, der ein solches Solo vortragt, sagt man: er scy cm Sols- spiolcr. Ein solches Solo, welches anch oft Sonate genennet wird, besieht wie diese insgemein aus drey Stäken von verschiedener Bewegung *), und hat gemeiniglich blos die Gcschiklichkeit des SolospielcrsSchwlerigkcitcn vorzutragen, und die Annehmlichkeit des Instruments zu zeigen, zum Endzwek. Daher wird bey der Composition desselben insgemein weniger auf einen reinen Satz und sangbare Melodie, noch auf Charakter und Ansdruk, sondern oft blos auf unerwartet» Fvrtschreitungcn, fremde und schwere Passagen, übernatürliche hohe Tone, Sprünge, Lauser, Doppeltrillerund dergleichen Schwierigkeiten, die auf das geschiktestc vorgetragen werden müssen, wenn sie gefaßt werden sollen, gesehen; und die Ausführung hat weniger den Zwek, zu rühren, als Bewnndrung zu erregen. Wenn ein Solospieler die geringste Anlage zur Composition bey sich fühlet, und es so weit gebracht hat, daß er das, was er ans seinem Instrument herausklaubt, zu Papier bringen kann, so setzt er sich seine Solos selbst, weil Niemand ihm sie zu Dank machen kann, und weil Niemand, als er selbst, besser wissen kann, was er auf seinem Instrument herauszubringen sähig ist. Er setzt das Adagio oft in ganz simpeln Noten, die, wenn man sie singt, ohne Rhythmus, ohne Gesang und ohne Geschmak sind: aber seine Phantasie wezß sie im Bortrag mit so vielen Feinheiten nndCo- loratnren zu verbrämen, daß es in Wahrheit eine Lust ist, zu sehen, wie andere ihm zuhören. Oft enthalt ein Solo auch blos anscheinende Haupt- schwierigkeiten: dergleichen ist das Dd 4 Flages- H S- Sonate. ^24 S o l Flagcolct oder das ?i^icsw während dem Spielen auf der Violine, das Harpcggio, oder das Händeübcr- schlagen auf dem Clavier, und lange Triller / oder Läufer durch die Tonleiter herauf und herunter, auf den mehresten Instrumenten; mit sechs solchen auswendig gelernten Solos erregt ein Solospicler oft die Bewunderung der ganzen Welt, Fehlet ihm gleich dadcy das Vermögen, einen einzigen Takt aus den Ripienstimmen, wie es sich gehört, mitspielen zu konneu: so wird ihn« dech nur von Weingen, die es verstehen, der Name eines Virtuosen versagt. So sind die schlechten und die mch- rcsten Solos und Solofpieler beschaffen. Ein guter Solospieler ist zugleich cm gmer Ripicmst: und hat er den Vortrag in seiner Gewalt, so sucht er Ansdruk darein zu bringen, und nicht sowol durch seine Fertigkeit zu frappircn, als durch die leidenschaftliche Tone, die'er seinem Instrument erpreßt, auf das Herz seiner Zuhörer zu würfen. Ein gures Soloisteben das, was wir eine gute Sonate nennen; hicvon wird im folgenden Artikel umständlicher gesprochen werden. Zur Uebung der Fertigkeit und des guten Vortrages sind die Solos von mannichsaltigcr Art jedem Jnstrumeutspieler die unentbehrlichsten Stükc. InConcerten heißen dieTheiledec Hauptstimme, wo die übrigen Instrumente blos aceompagniren oder xausiren, Solo *). In vielstimmigen Stüken, wo jede Summe mehr als einfach besetzt ist, bedient man sich, vornehmlich in den Singstimmcn, des Solo oft statt des Piano: alsdann singt nur einer von der Stimme, und die übrigen schweigen so lange, bis das Wort Lutti ihnen anzeigt, daß sie wieder Mttctm sollen. S. Concert, So n Solo's flnd gesetzt für die Violine, von Grau», Frz. Bcnda, Jos. Bcnda, Czarth, Sehfarth, Raab, K. Hvcth, Neruba, Haitasch, Slamiy, W. G. Enderle, Falco, «dr. Malter, Adr. Gro. nemann, I. B. Hcinpel, B. Hupfeld, I. Agrell, Oandrieu, I. M. le Clair, ScnaiUer, bc Ouc, Garnier, Ga>inirs, Fcc. la Mothc, I. A. Mathieu, Mon- donville, Gab. vuillcmain, Ant. Lolly, Varthelemon, Corelli, Mvaldt, Tarti- ni, kocatelti, L. Bvrgh!, Nir. Evstmi, Low. Frrcaci, Fr. Grininiani, Glovan- nini, Mich. Aasciti, Miragllo, Iii. Manfrcdi, Al. Mareelio, Avoglio, Bar, bclla, A'nt. Bcrari. — Zur das Clavier: Gack, Wagenscil, I. Agrell, I. W. Hüßlrr, W. B. de Cr-ft, G. F. Meißner, I. F. LolrS, M. Cleiiirnti. — Für die Flöte; Quanz, Teiemann, I. C. Älcinknecht, I, G. Graf, Riebt, Kirnbergcr, Frz. Bcnba, Abel, Czarth, Wagenscil, Chrstn. 8. Döbbcrt, Blavrt, Gins. Martini, Fr. Monranari, Grcmam, Aich Mahauit, Anna Ben, I. Cervtt- to, Florto. — Für das Violoncello: Massart, Matern, Gcaztani, Gretsch, Fr. Guerciui, Kloo, Ig». Uara, Ändert, I. B. Baumgürtncr, W. Flack- tvn, I. G. Bischof, I. B. Tupiö, Harb. — Zur die L.auce: Colombe, PH. Lu» rant. Ad. Falienhagcn, C. .stohott, I. Krcpfgaiis. — u. v. a. m. Sonate« (Musik.) Ein Jnstrumentalstük von zwey, drey oder vier aufeinander folgenden Theiicn von verschicdcncili Charakter, das entweder nur ciue oder mehrere Hauptstimmen hat, die aber nur einfach besetzt sind: nachdem es aus einer oder mehreren gegen einander concertirendeu Hauplstimmcu lusteht, wird es 8ön.na ü sulo , a ciue, a trs ete. genennet. DicInstrumc-ntalmiisik hat in keiner Form bequemere Gelegenheit, ihr Vermögen, ohne Worte Empfindungen So < Son 4,5 gen zu schildern, an den Tag zu legen, als in der Sonate. Die Symphonie, die Ouvertüre, haben einen naher bestiminten Charakter; die Form eines Conccrtes scheint mehr zur Absicht zu haben, einem gcschik- tcn Spieler Gelegenheit zu geben, sich in Begleitung vieler Instrumente hoten zu lassen, als zurEchilderung der Leidenschaften angewendet zu werden. Außer diesen und den Tänzen, die auch ihren eigenen Charakter haben , giebt es in der Insirumental- inusik nur noch dieForm derSonate, die alle Charaktere und jeden Aus- drnk anninnnt. Der Tonsetzer kann Hey einer Sonate die Absicht haben, in Tönen der Traurigkeit, des Iain- «ners, des Schmerzcns, oder der Zärtlichkeit, oder des Vergnügens und der Frölichkcir ein Monolog auszudenken ; oder ein empfindsames Gespräch in blos leidenschaftlichen Tönen unter gleichen, oder von einander abstechenden Charakteren zu unterhalten ; oder blos heftige, stürmende, oder contrastirende, oder leicht und sanft fortfließende ergötzende Ge- nmlhsbewcgungen zu schildern. Freylich haben die wenigsten Tonsetzcr bey Verfertigung der Sonaten solche Absichten, und am wenigsten die Jta- liancr, und die, die sich nach ihnen bilden: ein Geräusch von willkühr- lich auf einander folgenden Tönen, ohne weitere Absicht , als das Ohr unempfindsamer Liebhaber zu vergnügen, phantastische plötzliche Uebcr- gänge vom Frvlichm zum Klagenden, vom Pathetischen zum Tändelnden, ohne daß man begreift, was der Tonsetzer damit haben will, charaftcri- siren die Sonaten der heutigen Italiä- ncr; und wenn die Ausführung derselben die Einbildung einiger hitzigen Köpfe beschafftigct, so bleibt doch das Herz und die Cmvfindnngen jedes Zuhörers von Geschinak oder Kenntniß dabei) in völliger Ruhe. Die Möglichkeit, Charakter und Ausdruk in Sonaten zu bringen, beweisen eine Menge leichter und schwerer Clavicrsonatcn unscrs Hamburger Äacks. Die mchrestcn derselben sind so sprechend, daß man nicht Töne, sondern eine verständliche Sprache zu vernehmen glaubt, die unsere Einbildung und Empfindungen in Bewegung setzt, und unterhält. Es gehört unstreitig viel Genie, Wissenschaft, und eine besonders leicht fängliche und harrende Empfiuddarkeit dazu, solche Sonaten zu machen. Sie verlangen aber auch einen gefühlvollen Vortrag. den kein Deutsch- Jtaliäner zu treffen im Stande ist, der aber oft von Kindern getroffen wird, die bey Zeiten an solche Sonaten gewöhnt werden. Die Sonaten eben dicsesVcrfassers von zwei) con- ccrtirenden Hauptsiimmen, die von einem Baß begleitet werden, sind wahrhafte leidenschaftliche Tongespräche; wer dieses darin nicht zn fühlen oder zu vernehmen glaubt, dcv bedenke, daß sie nicht allezeit so vorgetragen werden, wie sie sollten. Unter diesen zeichnet sich eine, die ein solches Gespräch zwischen einem Me- lancholicus und Sanguineus unterhält, und in Nürnberg gestochen ist, so vorzüglich aus, und ist so voller Erfindung und Charakter, daß man sie für ein Meiftersiük der guten Instrumentalmusik halten kann. Angehende Tonsetzer, die in Sonaten glüklich seyn wollen, müssen sich die Bachischen und andre ihnen ähnliche zu Mustern nehmen. Für Instrumentalsvicler sind Sonaten die gewöhnlichsten und besten Hebungen; auch giebt es deren eine Menge leichter und schwerer für alle Instrumente. Sie haben in der Eammermustk den ersten Rang nach den Singstüken, und kennen, weil sie nur einfach belebt sind, aw'l in der klcincffen musicalischen Gesellschaft ohne viele Umstände vorgerea- D d 5 gen 426 ^ o kt S o n gen werden. Ein einziger Tonkunst« Icr tann mir einer Claviersonate eine ganze Gesellschaft oft besser und rvürk,sanier unterhalten, als das groste Concert. Von Sonaten von zwey Hanpt- stimmen, mit einem bios begleitenden oder conccrtircndcn Baß, wird im Artikel Trio umständlicher .gesprochen werden. llcbcr die Theorie der Sonate findet, unter andern, meines Vcdünkens, sich viel Gutes in einem, in dem Musikal. Almanache für Deutschland auf das Jahr >784. Leipz. 8- E- 22. befindlichen Briefe.— Sonaten sind, besonders jn neuern Zeiten, so viele, dem Titel nach, geschrieben worden, dast es schwer, wo nicht linmözlich, seyn würde, alle anzugeben; Lorclli war der eigentliche Vater derselben. Seine Nachfolger mögen alphabetisch folgen: Abel, Mar. Thcr. Agnes», Dom. Albert!, Gills. Almcrigi, Gier. Slntonivtto, Aspelmaycr, Babticocchi, C. P. Em. Vach, I. Chrstn. Bach, I. S. Bach, I. B. Bambini, L. Albr. Fr. Baptiste, Gills. Barecta, Barthele- mon, Vaun'.bach, von Becke, I.V. Beckmann, G. Bcnda, Frz. Bcnda, Benser, W, Ch. Bernard, Binder, I. C. T. Blum, Anna Bon, A. Vorghest, L. Vorghi, S. F. Brede, Breidenbach, Vrcitenfiem, C. Brunnig, J.G. Burk, höfer, Cainpioni, R. Tappeni, Carus, C. Chalon, Claircmbault, M. Clement!, G. Tomi, Conne, Giac. Croee, Cvu- pcrin. I. F- H. v- Sahlbcrg, Dandricu, Desvubey, Nie. Sothel, Suphly, Du- port, Frz. Duscheck, I. t. Dussik, Ebben, I- G. Eckart, Jos. Fr. Edelmann, G. Erda, Evans, Faber, Fasch, Fer- eler, Fiorilio, P. Fischer, Fisin, Fleil schrr, Ferkel, Fvrjimevcr, G. C. Fü. gce, Warth, Ealliard, Gillicr, I.E. Grclscr, I. O. Gerstcnbcrg, S. Grcß- lcr, M. C. Grobe, Nath. G. Gruner, G. Guiltcmam, Lod. Giufiini, Hadrawa, Händel, I. W. Häßler, S. Hartmann, ?p. H. Hartman», Hasse, G. Haybn, Hauelsen, Fcd. Hellmuth, S. Hcpp, Herold, I. W. Hertel, Chr. Hesse, Hu»« Mclbauer, Hinner, Joh. Fr. Hobein, L. Hofmann, L. Hanauer, C. F. Horn, Beruh. Hupfcld, Hurlcbusch, Gills. Jozzi, Seb. Irrig, I. A. Just, P. L. Kaiser, Chr. Kalkbrenncr, Ant. Kammel, I.V. Kchl, I. C. Kellncr, I. E. Kittel, Kirshaw, Äirnbcrgcr, I. F. Klcinknecht, I. F. Klöster, Kncferlc, Kornniachcr, v. Kospoth, L. Kcycluch, I. t. Krebs, I. V. Krumpsholz, Kühne, Küfner, A. C- Kunzen, LaCrsir, A»t. Legat, I. W. Lcndcr, H. G. Lenz, Lc'ue, I. F. Lichtensteigee, L- G. Lidarli, Lieber, Lolch, Mdc. Louis, A»dr. Luchcsi, G. Mado- ins, L. Maier, P. Mansrcdini, F. W. Marpurg, Mdsil. Martinez, Martin, Matthcson, Mehul, P.J.Meyer, G. F. Michelct, Mistot, Mondonville, C. Monza, W- A. Mozart, I. G. Mü< thel, Misllwczek, Bar. 0. Münchhausen, C. G. Neefe, Nichcimaiin, I. B. Nof- fcry, Oien, Pctßler, Petrin!, Platti, Plevcl, Pvdbiclsky, Poullam, Prot, Pugnan!, Pueeest , Ramcau, J.F. Rei-- chard, I. F. T. Rellstab, Allst, I. F. S. Sander, Seydelmann, Schafrath,Schach, S. Schmicdt, Schobert,Schröter, Schulz, Schwanbcrgcr, Seybold, Sirvers, Si, mon, Steffau, Stcekel, Tapray, D. G. Türk, Uber, I. G. Pierling, Vogler, And. Vondano, Wentel, J.Willing, F. W. Wolf, I. G. Witthüucr, F. Zelter, Ziclke, Zimmermann. u. v. a. m. Sonnet. (Dichtkunst.) Ein kleines lyrisches Rcimgedicht, das sich vorzüglich durch seine äußere Form von andern unterscheidet. Es besteht aus vier Strophen, davon die zwey ersten von vier, die Heyden andern von drey Versen sind, so daß das ganze vierzeheu Verse hat. Die Reime der ersten Strophe müssen scn eben so seyn, wie in der zweyten, und der erste Vers muß nicht nur mit dem vierten, sondern auch mit dem fünften; der zweyte „ist dem dritten und auch mir dem sechsten; der dritte mit dem zweyten und siebenten, und der vierte wieder mit dem achten reimen- In der dritten Strophe reimen die beyden ersten Verse; hernach kann der Dichter die vier übrigen Reime ordnen, wie er will. Dieses hat so ziemlich das Ansehen einer poetischen Tandeley. Bodmer l vergleicht es scherzend mit dein Bett des Prokrusts «); denn der Dichter muß seine Gedanken in die Fvrm des SonnetS hincinzwingcn, und sie also bald in die Länge streken, bald abkürzen. Man hat heroische und verliebte Connece, auch einige moralischen Inhalts. Vcy uns ist es völlig in Abgang gekommen; aber in Italien scheinet mm, noch darin verliebt zu seyn. Ohne Zweifel hat der unnachahmliche Pecrarcda dieses Gedicht seinen Landsleuten so schatzbar gemacht. Von der Theorie des Sonettes ham bcln Vincenzo Toraloo von Arra- gonia (k-s Vcronica, ovvero eiel 80- zicrro Disl. Leu. 1589. 4 ) — Fed. Menini (llirrskcn ciel Lonecco . . . biap. 1677. 12. Ven. 1678. 12.) — Mar. tLguicola (in den Intlirui. sl eomporrc in ogni 8orre
  • . 4') '— iL. Trissino (in der IV. Oiv. s. l'oeeica, im 2 Bd. s. Dpcre, Ver. 1725. 4. S. 44.) — S. Mill- *) Nicht Bodmer, wenigstens nicht zuerst, sondern lange vor ihm, Gravina, in dem Diso. Neils Divilione cl'^rca- n>2, bei) s. Werke Deila Id-x. poer. S. >IV. Verl. 17Z1. 4. Gottscheds eigener Einsall darüber (Crit. Dichtkunst S. ü-s. zreAnfl) ist, wcniostens eben soviel werth, als der, dem Hrn. Bodmer hier zugeschriebene. tnrno (im zten Buche seiner ?ocr. S. 240. Ven. >564. 4.) — Disto, (in s. Introstn^ionc slla Volkse pvelie, S. >ZZ« ttom. >777. 12.) — A. Derrlnelli (im 7te» Dd. S. z;>. s. vperc, Von. 1782. 8. u. v. a. m.) --- (vuil. Col- leret (l'rsice esuboneicr . . ttai. 165 z, 12. in einen Auszug gebracht MN Cva« kons, in scincn ide»icl cie Ii! pceilo tr->n^,) — 2öru;en Oe la Marti- Niere ( Ovlervsr. tur le 8onncr . » bei) dem Idee, üez Lpigr. trsn^. /zmtk. 1720. iz. 2 Bd.) — RcmonO de St. Mard (ldetlex. tur le 8onnec . . IN s. ttestex. tue la poetle en genersl, z la 1754. 12. und im 5tcn Bd. S. 8b. seiner Dsuvr. sz,nik. 1749. 16.) — In Seurscker Sprache: S. die, bcy dein Art. Dichtkunst, S>. 6?ü u. f. angeführten Schriften, von F. Hamann, Rothe, M. G. kudwig, McnanteS, I. S. Wahlen, I. Wokeniust, I. G. Neu« kirch. Auch H. Bürger sagt in der Dorr, zu der Ausgabe f. Gcd. v. I. 1789 etwa» zu ihrer Empfehlung. — >— Was, übrigens, die, Entstehungsart des SvncttcS anbctrift: so ist dieses Wort das Oim!» nutis von 8on, und 8on hieß bcv den Provcnzalcn ein Gedicht, welches zum Singen gemacht war. ( S. ttol eis chlsvarre, l'zr. 1742.12. Bd.?. S. >43- N. 2. S. -9z. und dcH Mintur- no I-oerics D. z. S. >?->» Ven. 1564. 4.) Auch kannten diese, unter dem Nahmen, Gonet, schon eine bc- sondre Dichtart, wie, unter andern, de» VcrS: Lc msinr Lonac ec M2!nre Ken- verciie ln der angeführten ?oet°. llu lloi lledsts. vsrro (S. 14g.) beweist; !n eben diesem Sinne kommt eS, in dein Nomon rle l» kose vor: lt.,!« ä'amour cc 8one» cnurrois. aber, ob diese Dichtart schon eine, und ob sie nur Eine, und welche Form sie hatte ? ist nicht bekannt. So viel zeigt sich nur aus einem, von dem Nosteada« MUS, in den Vies äes ?occ. Vrovnnc,, N. ;s 4-8 Svn Son N. 5?. S. l?9. aufbewahrten Gedichte von Gull. Amalrichi, oder Amerjghi, baß dergleichen schon in der jetzt am gewöhnlichsten Form dieser Gedichte geschrieben wurden. Denn diese Form ist kcineSwe. geS von cincrley Art; und war es ehedem noch weniger. Antonio da Tempo, in seiner, ums Jahr -zz-, abgefaßten Lumma Arcis Akirmici (bei) dem Mn- ratori, stell» pertcrr» hock!» , Bd. I. S. >6. Vau. 177». 4-) sagt, Lorrero- rum iunr ibiPecics; icilicec iimplex, stuplex, stimistlacuv, c»ustscus, cun- liuuus, inc»rvn»cuz, stuostenari'us, rcperirrrz, , cri oZrsstuz, Lemilireescus, lirecricuv, lsttinArils, muruz > tepre- n»7Z l. 4.) UNd Mehr noch bei) dem Quadrio (Leu-, er»!-, st'vgni pueti» , Bd. Z. S. 44 U. f.) Die von H. Snlzer angegebene Form ist indessen die allgemeinste und beliebteste, und diese Form soll denn Sonct von.dem Gui- öonc d'Aeezzo schon in der Mitte des zzten Jahrh. gegeben worden sc»n. (so Creeciinb. a. a. O. S. 17 und 1^4. vergl. mit den Hnuttwz. des Redl zu s. l!»cc!ru in ^I'oieiZno > und dem Vlcirü^e in den vri^. stell» linAua ir»l.) — Was die Italiener von einem guten Sonette übrigens eigentlich fordern, will ich mit den Worten eines ihrer eigenen Kunstrichter (Bcttinclli, Opere, Bd. 7. S. z6z.) sagen, nähmlich, novic» est unir» sti pcirlisrv, tpieustur st'imsßine e sti sau- psil», perterr» ArsstuAone e lcomps» rimeiiru, nubililiim» concluiione ins- jpe«»r», est »t reisto Heu rilpunsterire, cow loeuiione puriliim», krslc ele- Aance, Ailu puecico e bei cr»jst»ri, s color vivu , e ioprsrurco uu sitercu toavilrlmn e inlieme lopr»um»irn, e Ii Burru scn2Z uns rim» i 'ol» sor^ars, Vi» snl innstu imprupriu, un vertu 0 pestcltru, 0 rimdoulzonce, ost olcr» wocsliiie corrivir^ e ms»»AN». Aber eben dieser Schriftsteller sagt auch, an einer andern Stelle (Gpere, Bd. S> 8. A»m. ».) daß, als er einst die Quelle eines außerordentlichen Vergnügens , welches ihm eines seiner Sonette gemacht, aufgesucht, er sie in dem t'o» ruicu inconcro sti vocali e sti conto, nsnri gefunden habe, nach welchem Geständnisse zu urrheii-n, -d r Gedanke selbst, und die eigentliche Ausbildung dcö Gedankens , bcy den Italienern wenig in Betracht zu kommen scheint. — Geschrieben haben, unter ihnen, Sonette fast alle Dichter, und über alle nur mögliche Materien; sie haben Loire«! palicrsti, petcsrori, »r»ricüni, t»r!- rici, polikemici, pestswcelci, smu- rotl, eroici u. s. w. Sonette in Fori!, »on Briefen und Gesprächen, u. d. iu. Ausser denen, Key verschiedenen dieser Dichtartcn, bereits angeführten, bin ich also gcnbthigt uiich auf die wichtigem einzuschränken. Die Sonette der frühem Dichter sind in den Loire«! e Loneurri sti stiverli .4utori Anrietst, dir. I ;?/. g. Vcir. i;zz. 8. vcrm. 17z,. 8- UNd 1740. 8. gesammelt. — Fran; Petrarca (s 1Z74. Der von ihm geschriebenen Sonette sind hundert und achtzehn, deren vorzüglichste Ausgaben bcy dem Art. K-icS, S. oa». angezeigt worden sind, zu wclcben ich hier noch die Mobencser 17«. 4. Ven. 1707-4- 17z2. 8. setzen will. An Cvmmrntatvrrii, an Verehrern, und auch an Verächtern, hat es ihm nicht gefehlt. Bcy dem Fon- tanini (Lids, stell» Lluq. lral. Bd. -. S- 44. Ven. 17;;. 4 ) nehme» die Werke der vorzüglichsten, von ihm handelnden Schriftsteller zehn. Quartsciten ein, und die Anzahl derselben würde sich leicht vermehren lassen. Ueberseyc sind seine Senettc, in das Spanische, von Sa- lusquc (wie ihn Quadrio, Bd. 0- S. 41?. nennt) Ven. 1567.4. oder, nach Bertram, (Geschichte der Gelahehcit) Salomen lis- que, Vir,. ,564. 4. und von Henr. Gar- ceS, Mab. 159,. 4. In dasFranzoft« sehe: Zwölf Sonette von Jaeq, Pelletier, in seinen Oeuvr. pver. ?»>. l;47. 8. Lrcyßig von Hier. d'Avost de Lava!, in den Liisis (ur les Lonnecs stn Uivin ^arrsr- So« Son 429 ?e»orque . . . kor. 1584. Zll Sies benzig, von Et. du Trvnchet, bey f. !l.cc. rrez ornoureule5,?gr. 1575.8. SÜNlMt- lich von Nasq. Philicul, Avignon 1555. 8. VsnPHU. deMaldeghem, Urux. 16--0.8. vousy 160S. 8. Von Plac. Catanus» (in Prosa) lai^sor, 1669. 12. Sechs Sonette, bcv der kerrre che Veriwrizuo h ksure, ?ar. 1769. 12. Eine große Anzahl in den klein. pour la vie che?e- riorc>ue> kmk. 1764. 4. Z Bd. lind eine Auswahl in dem Ltroix ches Poes. che?e- rrzrquo 1774. 12. so wie Nachahmungen in dem Lenic eis pcriorczue, ?»r- ine. ( 4vign.) 1778. 12. In das !Lngliscke: Lonnerz anä Ostes vk ?err. '777. 8. von I. Nott. In das De-.lrsci?e: In dem itcn Bd der Versuche über den Char kter und die Werke der destcn italienischen Lichter, Vraun- schweig >76;. g. von Meinhard, so wie in der deutschen UebeeselMg der vorhin angeführten klernoires, viele in Prosa; unter den Gedichten der Herren Klanicr Schmitt, Hrdr. Schmitt, Unzers, viele in frcycn poetischen Nachahmungen. Las leben des Petrarca ist ose beschrieben worden, als von J.P. Tomasini (k'etioi-ch» restivivus, inregr. Cverae cejcb. vi. rsm ieonibus exlnbens .... ?or. 1650. 4.) In den schon angeführten kücm. pour lo vic che i'errar^ue. Deutsch, Lemgo 1774 -1778. 8- Z Bde. In einem (sehr gute») Lssoyon rkelike such cti»,>etcr ok Uecrorcli 1785. 8. Von Mcinert, Prag. 1794. 8. Die von ihm dem Sonet, gegebenen Eigenheiten, wurden Muster für die Nachkommenschaft; man forderte allgemein Darstellung von Empfindung, oder eines Bildes von allem, was eigentlich Sonet heißen sollte, und zwar Empfindung über geistige Schönheiten. Ein, wie mie dünkt, sehr richtiges Uerheil über seine Gedichte, findet sich in dem gten und 5tcn Br. der Serres chi Virßilio s' UeAislarori stell» UVV. Ärca, uon Bettinrlli (Op. Bd 7. S >66 u. f.) Auch in den Nachrichten von den elltcrn ccoischen Lichtern der Italiener, Hau. >774.8. findet sich S.-o u.f. etwas «kee den Charakter s. Gedichte, st wie in dem -pten Bde. S. 221. der Vg. rieres lircersir. noch retlex. lurlcz?oe. lies che l^eriailzue, —> ^>uonacorss da Montemagno (Großvater und En» kel, kime, Koni. 1559. 8. krole s kime che' chue Luonocorli . . . kir. 171g. 12.)— Giufio de'Conti(I^ della msna .... Kol. 1472.4 ?ar. 1595. 12. kir. l7>Z. 12. Ver. 175z. 4.) — L.or. de'Mcdici (^1492. ?oe. lre vvl^sri . .. Vin. 1554. 8- kerZ4 -76z. 8.) — Mar. Mar. Äo>aros (1 '4S9- kime, keZ-io 1497.8. X'en. izoi. 8 )— Am. Eornazzano (kirne, Ven. 1502. 8. Vlij. 1519. 8-) .— Am. Tibatöeo (fi 15Z7. t-oneci s Lapiroli . . . Vlost. 1499 .4. ,500. 4. unter der Aufschrist, Oxere st'k.. invre .... Ven. 15Z4. 8. >544. 1550.8. Lrel'c. 1559.4. Der Sonette sind szz, und alle tragen das Gcprcigc su» gendlichce Arbeiten; sie sind voll witziger Spicleeepen, voller Eoneetti, dergeaalt, daß Tibaideo für ven Urheber dieser Ma» »irr gehalten werden kann.) — Eiov. (LmOlttisni (s >541. k-mc, Kol. 1709. 12. l»ap. 1727. 8.) — cmrol. ^>e>- nivieni ('s 1542. Obrere, bir. > z 19. 8. b. A. Ven. 1522. 8. Oli sinvri chilecrevvli . . . 1527. g. 155z. g. Die in seinen Sonetten herrschenden Idee» sind petcarchisch, dieVeesification und dce Bau des Sonettes schön, aber der Ausdruck füllt ins Spielende) — Fr. Mar. Molxa (f i;4Z. Bei) den kune des Ant. Beocardo, Ven. -5Z8. 8. und einzeln, lZ->I. 17IZ. 12. koefie . . . . Ven. 1557. 8. 4Bd.) — Viktoria Colonna (s 1546, kirne, Ven.. 1552. 12. 1558. 8. Kcop. >692. 8.) s^ict. ^!ö>emb>o (^ >547. kirne, Ven. 1550. 4. Ven. 1548. 12. 1564. 12. kam. 1599. 12. und noch sehe oft.) — Franc. Äeccmi, Loppcra gen. (s ,55z. Kurie, Ven. 1558».) —' Am. Franc. Aanieri (kirne, klil. 1555.12. Ven. 1554. 12.) — Gl'00. della Casa (-s 1556. kirne e prol'e .... Ven. 1558. 4>. lbir. izog. 8. 1616. 4. kar. 4Zy Son Son Rar. > 66l.8. c>t'e5-, ?ir. 1697.4.5Th. Ven. 1728. 4. 5 Th. ?ro1e s Kirne, per l'/tssss-ire /in. ^ntoneni, Rar. 1728.8)-- t-Rngl Al«M«NNt(1-i556. vpere Voicanc, R>o»e i;zz -IZZ4. z.^Bd. Ven. 1542. 8 ) — I«c. Mar-nira (f>55l. Kim«, R-rrm. I 564. 4.) — Inn. Caro (s>;üü. Ven. ,569. 15S4. 4> !?>?. vpere, cbend. >757.3. 7 Bd.) — Ben.Varchl (sizst;. Sonerri, Rir. 1 z 5 5. 8-2 Bde. Lr>I. 1576.4. Zronecri lsiriruali, Rir. -;7Z- 4-) " Tanslllo(1 >576. Rime, Lest. 1711. ö. und auch bcv dm Ragrime sti 8. Riecro . . Ven. 17 z 8. 4.) — Sern. Rot» (i 1575. Lsnerri. Käeip, 1560. 8. Lipere, d^ap. 1726. 8- -Bd.) — Angelo 0lCost»n;o(>;9o. Rime, Kol. 1709. 12. Rast. 1727. L.) — Torq. Talso (f 1596- Kims e PI ose .... Ven. 1581-1587- 8. und >z. 6 Th. Kims. .. klauc. 1592. 4. Ogsrc non >>>ü ssampare .... Rom. 1666. 4. zTH. und iu dcnsämmte liehen Werken, Ve». 1722. 1742. 4. 10 Th. Rir. 1724- soi. 6 Bände.) — Celio Magno (s 1602. Kims .... Ven. >6°o. 4.) — Giovb. Guarini (t 161Z. Kims, Ven. 1592. 12. Ver. 17Z2 »1740. 4. 4 2id> Mit ihm, und durch ihn, fieng dcr verdorbene Geschmack dcr Jkalicncc im -7tcn Jahrhundert sich on.) — Giovb. Marino (s 162z. I.a Rira, II! Raici, Ven. 1604 >6:4. ,2. zTH. Voll den Nachahmern dieser tcydcn Dichter, und den folgenden, immer schlechtcrn, Gcschmackverderbern dcr Italiener nenne ich keine», denn, wenn man Dichter, wie Ächiilini u. ö. anfuhren wollte: so würde man mit eben so vielem Rechte, hundert andre aiisühren müssen , weil in dem unglücklichen sieben- zehnten Jahrhunderte vorzüglich und fast nur Sonette geschrieben wurden.) — Franc. ReOi (s >697. 6»»ecri> dir. 1702. s. 170Z. 12. Kurm» 1705. iz. lind in seinen Operc, Ve». e/e2 17Z0. 12. 7 Bd. 1762. 4. 7 Bö. Einer der Wiederhersteller der italienischen Dichtkunst.) — Carlo Mar. Magzi (1-1699. kime voris, lräil. 1688. 12. cbenb. 1700. 12. 4 Bd.) — Frc. L.emcne (f 1704. Aussrr den geistlichen, Unter dem Titel, s)i 1692. 4. vernn ebcnd. 1690-1699. x. - Bd. ÄUS dem Vlemorie st'alcuns vircü stei 8. Kr. sti t emcne, cc>r> al- cune risselssoni Ist 1s ras poesse, clpoüe sta! R. Bom. s.ev2. Irstst. 1706. hat Bodmer in dem 40 und 4itcn der Neuen Grit. Briefe S. )>z. Zur. >767. g. einen Ali-zug gegeben. Bettinelli erklärt indes- ! scn s. Sonette für schlecht.) — Vinc. Filicajo (s>707. Roesse, Rir. 1707.4. Lol. >703. z. Ven. >755. 12. s Bd.) — Carlo Aless (sömOi (s 1712. Roes, iir. Rarma 1631.12. K. >704.4. Ver. 1726. 12.) — Giovb. nappi ((>719. Kime stell . . . ^app! c sti Rarckiina l5saracr!, sua Loniorre, Ven. 172z. 12. 1760.12.2 Bd. Scherzhaft erotische So» nette.) — Carlo Barbieri (Knne, Lrelc. 1728. 8.) — Ben. Menxim (Kime, Rir. 1770. 8. z Bände. ) —- Dom. äTa;)arini (f>7Z4. K>me, Ven. 17Z6. 8- Kol. 1777.) — Fr. Mar. Aanotti (Koelie, Vir. 1774. 8.) — tLiijk. Manfrevl (f 1779. Kune, Kol. >7IZ. I2. 17Z2. 8. Ve» 174L. 8.) -— Giov. Anr. Baisani (s >747. Rezesse, Ren!. 1749. 4.) — Paolo Anr. Rolli >762. Kims, bonst. 1717. 8. Vsr. 1777 8- MitdcmTi- tel: Roerici (llomgonimenri . . Ven. 1761. 8. zBd.) — Giom^. oanotti (f >765. Roci. Kol. >7>z. 8- ebcnd. 1741- 8- zBd.) — Carlo Lrngoni (1-1767. Rims, ?zrm. >774. 8. und in s. Opere» ebend. 1779. 8. 9 Bd. Kues- 1779. 8. 15 Bd.) — Durantl (Kime, Lreic. >755.4.) — Bastians 0e'Valemim (Kims, Rvec» 1769. 8.) — G>ul. CassiaN! (8szzgio sti Kiene . . . bucc» 1770. 8.) — Rossi (Zecirs sti Kiene, Rast. I?82. 8.)— Gir. Murari (8o- n»c«i Son Son qzl ven! sior. s filot. (-ussi. 1789. 8.) —- L.. Brem»a (Lünern . . . fiir. ,790. z. ete Ausg.) — Aug. (fie ssculrc umiiric, Lon. fisrin, 1790. 8.) — G. Coureil (Oer 2tc Bd. s. vpero, fiir. 1790. 8. enthält 4 Bücher Sonetten.) — Eir. Pompe» (S. den ;ten Bd. s. Vpere, Vor. 1791. g.) — Wegen mehrerer s. den Art. FIed. — Besondre Sammlungen von Sonetten : Lonerri äi äiverfi 4csä. Ls- ncii . . , Liens 16c>8. Z. (VON 10Dichtern.) — Lsccolr^ äi Lonerri äi su- rori äiverfi, kov. »62z. 12, (vonsie- bcn Dichtern. ) Lcelco äi Lonerri, con vsrie eririeke vfiervs^ioni, eä rnis Oificrrsr. inrorno al Lonerro in ßenersle, I'vr. 17z;. 8. Ven. 17Z7. 8. Lünern riet Lurclnello, äel Lei- tincioni e ä' sirri fioeri fivrenr. sllo bprcfiiellelclis, fionä. 1757. L- Wegen mehrerer Sammlungen s. den Art. L.ied, S. -5z. — Einzeln finden sich" Sonette von diesen verschiedenen Dichtern in das Deutsche überseht, in der italien. Anthologie . . . Liegnih 1778-17«-. 8. 4 6H. (von Kciedr. Schmidt) und in den vorzüglichsten italienischen Dichtern des sechzehnten IahrhundcrteS, Hcidcl» bcrg 1781.8. Llttcrarischc Nachrichten über daS Gonct bey den Italienern geben, Creseimbeni in seiner Isturis äellv volzsr fioefia, Bd. I. S. 162. Ven. »7zi. 4. und Quadrio in seiner Lcoriz c rsg. ä'ognifiuefi. Bd. Z. E. 12 u s. — —> In die spanische Littcratur wurde das Goner durch Juan Boscan (f >5gq) eingesührt. Seine vbr. find hisfi. »54Z. 4. Sal. 1547. z. 4nv. 1597. 12. und noch sehr oft gedruckt. Es finden sich deren noch in den Werken des —- Garcilaso de la Vega (>;z6. Seine Werke sind milchen Werken deS vorigen, und einzeln, Lev. 1580.4. Lol. »58». dsop. »604 12. I^iliä. 176;. 8-erschienen.) — Diego-Hurtado Sc Mendo^a (f 1575. Okr. kolzä. iöio. 4) — Fern, de -Herrera (Ol,,-. Lev. »58?. Unter dem Titel/ Verlos äs l?crn. sie 1^. . . Lev. 1619. 12.) >—. LLskev. Mail, de Viliegas (figz fi.ro. 'icss . . . 1617. 4. - Th. imzter» Buche des otcn Thcils.) — L.uporcio und Bart, de Argensola (f 1614. und 16ZZ. Liinss . . . TsrsZ. >674. 4.) — Franc. Sc (Ducvedo (1 »647. In s. Obrss, Lrulfi 1 660 - 167 1. 4. 4 Bd. enthalten die 5 ersten Musen, im ztett Bande fast nichts, als Gedichte in Form von Sonetten.) — Laus de Ullo» (1674. In s. Odr. Vlsä. 1674. 4. find' scherzhafte Sonette, welche zu den besten spanfichen gehören.) — Laus de Göns gara (h 1627. Einer der Urheber deS vrroordencn Geschmackes der Spanier, und Stiftce der so genannten (,'ulros (Geschmückten). In s. 0l>rss, bäaä. 1654. 4. finden sich Bl. 1. Lonervs kie-- roicvs, Bl. 9. Lonccoz »morosos, Bl. 17, Lvnecos burlelcoz, Pl. 22. 80» nscoz kunebres, Bl. 25. Lvn. locror, Bl. 27. Lon. vsrios.) — Juan de Tar- sis 7 Peralla, C. de Millamedian» (Gin. Tsrvß. 1629. 4. k^lsä. 1S48.4.) — -Horr. Lei. de Arreaga ('s IÜZ5. Ohr. . . . Ivlaä. »641. 4) —, In der französische» Poesie ist, wie bereits gedacht, das Sonct sehr alt; allein es scheint mit der Provenzaiischen Dichtkunst zugleich in Verfall gerathen, und soll von Meli» de St, Gelais (s i558) wieder ausgeweckt worden scon. (S. Coilctet (firaire äu Lunnec, N. 6. S. 29 u. f.) La Bordc (fiL-i fiur ls» Zotuficzue, Bd. 4. S. Z26.) schreibt dieses sogar erst dem PontuS de Thiard (f >605) zu; allein so viel ist gewiß, daß sich der rcn in den Oeuvr. äe Lc. Qelsis, fi/on »574. 8. bereits finden. —- Isach. da Bellay (f 1560. In seinen Werken, P21. 1; 5 8. »;6i. 4. Lauen IP92. »2. finden sich allein aus ein einziges Frauenzimmer hundert und fünfzehn Sonette, sümmtlich in Pctrarchismer Sprache und Bilder»; nur ist diese Sprache nicht ganz so gebildet, so sein, so richtig, und diese Biider nicht so ausgearbeitet. Auch hat cr deren noch sehr viel andre geschrieben, NtOvdN i'.I dm Annale, xoerigues, Bd. s. 4Z2 S 0 N Son Bd. 4. verschiedene aufbewahrt worden sind; dergestalt, daß er im Ganzen der vorzüglichste französische Sonetdichtcr hris- scn kann. Uebcrhaupt war das Svnct jetzt Modedichtung; bis zum Ausgange des siebzehnten Jahrhundrrtes haben aste französische Lichtcr deren geschrieben; und diese Olchtart stand in so großem Ansehn, daß noch der Gesetzgeber deö französischen Parnasses, Boileau (^rr pocr. (lli.ll.) ein fehlersreyes Sonet für eben so wichtig und wcrth, als ein großes Gedicht erklarte, obgleich seiner Mcymmg nach ei» solches Meisterstück noch sollte gesunden werden! Das beben des du Btllm, findet sich lm Gvujct, Bd. Xil. S. u?» und die Urthcllc über ihn im Baillct, lloor. rnoei. dlv. izoz.) — Plivicr deMaznzr (i;6o. Einige nicht ganz schlechte Sonette von ihm finden sich im 6lcn Bd. S. >5 u. f. der Tliinsl, poec.) Et. de laBoc- lie (,ch 1561. Die von ihm im ?ten Bd. der rtrinal. pr-er. aufbewahrten Sonet« te, haben wirkliche Sprache der Empfindung.) — P. de Ronsard (s >535. In s. Oeuvr. llsr. 1609. t'. nchnien die Sonette zwei, Bücher ein, die aus eine Caffandra, Maria und Helena geschrieben , und zum Thcil von Mueet cvmmcn. tirt worden sind, auch ihrer Zelt so viel Slusschcns machten, daß der Cardinal du Perron ihrer, in der t'cichencedc dcS Ronsard, besonders gedachte, und französische Kunstrjchtcr der Zeit sie den Sonetten der Petrarca vorzogen. Aber sie sind schon lange vergessen, und verdienen es; sie sind voller Gpielereven und Witzcieyen, voller erzwungenen Wendungen und Zie- rcrcpcn; er vergleicht seine beliebte mit einem wilden Thicre, auf welches er Jacht macht u. d. m. dergestalt, daß die Verfasser der /tnnolcz pc>er. nur wenige (in den ;ten Bd.) ausgenommen haben.) — Rem? Bellen;» (f >577. Nachahmer des Ronsard , ob er gleich früher starb, und mehr Wahrheit und Natur in ftincn, als in seines Meisters Gedichten herrscht. Im 6ten Bd. der z^nnal. pucr. finden sich einige seiner Sonette.) ---- Jegn Ant. ds Bnif (f Die in der Sammlung seiner Werke unter dem Titel, ^mciui-5, befindlichen Gedichte bestehen vorzüglich aus Sonetten, wovon aber nur wenige einen Play in de» ^nnai. p«er. Bd> 7. verdient haben.) — Jean de la Josten (i;s;. Unter seinen, in den verschiedenen Samml. s. Gedichte, befindlichen Sonetten, sind auch reime sreye. S. übr>gcns Goujet, Ld. >z. S. 17g und die sliiusl. p»cr. Bd. XII. S. ii? u.f.)—- Ieanpast'erat(f,6oz. Im zten Bd. der ^nnal. poar. finden sich die besten seiner Sonette, welche iretz- lich viel falschen Witz, aber auch viel gute Stellen haben.) — Er. Pasguier (f tS>5. scheint den, zu dergleichen Spie- lereycn nörhigen Witz völlig besessen zu haben. Einige N'ußerst naive Sonette von ihm sind im Hton Ad. der züilnal. poer, anzutreffen.) — S. G. de la Rogus (»615. Seine, in dem raten Bd. der rünirsl. puer. aufgenommenen Sonette sind nicht ganz schlecht.) — Claude de Trellon (Sein Zeitalter ist weder von Goujet(llil>li»rb. t'r-,115. D. Xlll. p. 575.) noch tu dcn l^niral. posc. Bd. 10. S. 77. genau bestimmt; aber die letzte, unter dem Titel, I.e Lavoliee pacnsir .... I.;'nn 1797. 12. erschienene Sammlung seiner Gedichte berechtigt ihn zu dieser Stelle; sie enthält viel, sehe viel Sonette , wovon nur wenige in die Hnn-I. poer. aufgenommen worden sind. Aber er lebte in dem Jahrhunderte dieser Lichtart, wo, «er Dichter heißen wollte, ein paar hunderte der- gteichen auf seine Geliebte geschrieben habe» mußte.) — Jean de ia Teppeds (16z.cz. Merkwürdig durch die in zoo Sonette gebrachte Passion — gerade, wie Maöcarit! die Röm. Geschichte in Madrigale dringen wollte.) — Gcevvla de Gt. Marchs (ch iüzz. Die von ihm mi Sten B. der /ViZiioi. pe>er. ausbeivah, reu Sonette scheinen mir nur dadurch merkwürdig, daß sie eine reinere Sprache zeigen.) — Suy de Tours (In seinen in» «Ott» Bd. der sziin. po>er. bestndlichcn Sonetten sind glükliche Wendungen, har- »uenischer Schi, viel Zierlichkeit.) — ^hil. Son S 0 N 4ZZ pbil. Dosportes (5 ,626. SSgleich früher gestorben, als einige der vorher angezeigten, ist doch seine Sprache reiner, sein Ausdruck bestimmter und deutlicher, als seiner Vorgänger; aber frevlich ist sein Ton auch nicht mehr so naif, so herzlich; seine größere Eleganz hat er nur auf Kosten der Natürlichkeit und Wahrheit erworben. Seine mir vieler Empfindung geschriebenen Sonette finden sich im >>tcn Bd. der -iunal. pver. und sind zärtlicher, als in unser» Tagen ein Geistlicher, wie er war, sie geschrieben haben möchte. Es sind indessen auch geistliche darunter, und unter andern eines, (S. 28.) daö sichtlich das Muster des berühmten Sonettes des Dcsbarrcaux: Lrauei Oieu, res ^Ussemeus Cour rem^Iis ä'cczuire U. s. iv. gewesen, obgleich schwächer geschrieben, ist. Ucberhäupt sind unter seinen Gedichten die geistlichen die unbedeutendsten.) — Lrcs. N-alhcrbe (f röiz. Unter seinen Woestes, ?ar. >66c>. 12. 1757. L. finden sich auch Sonette.) — Frcs.May- nnrO (f 1646. Seine, nicht gänzlich in der, für das Sonet angenommenen, Form, geschriebenen Gedichte dieser Art, in seinen poel' ttar. 164S. 4. sind größ- tentheilS höchst mittelmäßig, und nähern sich immer mehr der Natur des Epigramms. Die besten darunrcr sind die Toners cbastrins gegen den Card. Richelieu.)— Pierre Gouvelin (5164?. Er hat deren ganz artige, in der Mundart von i'anguedoc abgefaßt.) — Ei. ve !Nallevilie lf >647. Seine ?oess C'ar. ,649. 4. und 12. bestehen fast aus nichts als Sonetten, wovon nur eines (das epte 8ur la belle iVIariueule) berühmt, oder vielmehr vorzüglich bekannt ist, weil es unter den, über eben diesen Gegenstand von Voituee und verschiedenen andern scbönrn Geistern verfaßten Sonetten, das beste wae. Nacbru.' c von ihm findet sich in Baillets suA. lies bav. poer. rnoä. 1464 V.ivc. p.:. p. i;8. Ii.) —> Vinc. 0e Voirurc (f 1648. Auch in s. 0cr,vr. s^ar. >6z6. 4. finden sich Sonette.) — Iccm (vgier ve Vierter Theil. Combaud (f >666. ?oef. 1646. 4. se h r viel mittelmäßige Sonette.) — Denis Sanguin Ve Sr. Pcrvie (5 >070. llntcr s. ltt asses finden sich einige, ziemlich glücklich gewandte Sonette.) —> Jecm Ehapelain (f 1674. Seine Sonette sind unstreitig besser, als s. Pueelle.) -— ?c»ii Henaulr (f >68-. Er gehört zu den Dichtern, an welchen Boileau sich ein wenig versündigt hat. Sein Sonet aus ei» zu früh gcbohrncs Kind ist noch bceühmt.) — Auch finden sich deren noch erträgliche untce den Gedichten des Den- secade (s >691.) Eg. Menage (f >692.) Matth. Montreul (f >692) RegnierDes- marais (f i/iz) u. a. m. — UcbcieenS haben die Feanzose» dem Soncttc die Lnurs rimes zn verdanken. Bekaunttr- maßen werden diese Endreime in der Horm des Sonettes gegeben. Daher sic de»» auchLonnccen blaue höißen. Tttr Erfinder diesir Spielerei» war ums Iahe 1646. ein gewisser Lulot, und die Erfindung erhielt so allgemein Bevfall, daß schone Geistee und .yofieute, um die Wette, dergleichen Louuec eu blaue ausfüllten, und sich einander ausgaben. Gussi - Rsbuci» beschäffiigte sich oft damit. Sarasi» machte dem Spaße, Uli, daSJ. 1654. durch seinen Ouior vaiu. cu , ein scherzhaft episches Gedicht, ei» Ende. — — I» lTnzlKuo wurde das Sonet, unter der Regierung Heinrich des achten, das heißt, sobald die Nation zu innerer Ruhe gelangt, und für zärtliche Empfindungen Raum war, mit der klassischen und italienischen Litteratur zugleich bekannt. Heinr. -HorvnrO Graf Sur« r?7 (f 1547.) war drc erste, weicher deren schrieb, und ungeachtet der Hauptgc- genstand seiner Dunges anä Louerrcs, k.ouä. 1557. 4. i;6e. 4. und öfter, auch einc Geliebte, und Petrarch sichtlich sein' Muster ist: so ist er doch von de» metaphysischen Schwärmcrcycn des Jta. liencrs, so wie von den gelehrten Anspielungen, und den erzwungenen Einfällen desselben frcy. Seine Sonette reden die natürliche Spräche des Herzens; und ei- E e lies 4Z4 So n S o n ncs seiner größten Verdienste ist, daß er einer der ersten war, welcher die Rauhigkeit der englischen Poesie verbesserte lind verfeinerte. Mehrere Nachrichten von ihm gicbt Warton, im ztcn Bd. S. i u. f. seiner Di stur-. okLnZI. paecrv. Auch wird ini Cibber Bd. i. S. 46. sein Leben erzählt. — Th. W)?ar (s 1541. Nebenbuhler des vorigen, aber unter ihm; er scheint zum Lchrdichter und Satiriker, nicht zu einem Lichter der Empfindung, geschaffen gewesen zu se»n. Seine Sonette tragen grbßtenthcilS das Gepräge der Künstele»; sie finden sich de» den vor. hin angeführten Ausgaben der Gedichte de- erster», und Nachpichten über ihn im Warten, a. a. O. S. 28. und im Cibber, a. a. O. S. ;z.) — Las Sonct war nun Modedichtercy geworden; be» den Gedichten der vorhergehenden finden sich Heren von verschiedenen Ungenannten, wel- che Warten, a. a. O. S. 41. für Frane. Brgan, George Vsle»>i, und den Lord Waulx, alles Hof- und Weltlcute jener Zeiten, hält. Sogar Heinrich-der achte soll deren geschrieben haben (cbcnd. S.;8>) —- LLom. Spenfer (s >598. In s. Werken, Bd. ;. S. 121. Ausg. von 171;. >0. finden sich mehrere Sonetten.) — Will. Shakespeare (-H >6 >6. Unter s. Gedieh» tcn sind auch hundert und einige fünfzig Sonette, welche zuerst im I. 1609 erschienen. Litterar. Nachr. davon giebt I. I. Eschenburg, m f. Schrift über W. S. S. 57-. wo auch mehrere übersetzt sind.) — Sam. Daniel (h >619. In s. ?ner. XV. l<5ol. l2. 162z. 4. finden sich 57 Sonetten an eine Oclia, welche zuerst schon im 1.1592 sollen gedruckt worden scvn.) Tb. Carerv (f >6z9. Gehört zu den berühmtesten Sonettcndich- tern f. Zeit. S. dessen Everns, 1651. 5654. 8. >772. 12.) — I. Milron (f 1674. Seine, mehrmals einzeln gedruckten, I'oernz 01, IcversI accziionz, als 178s. 8- >79>. 8. 2 Bde. enthalten auch Sonette.) — Indessen scheint diese Lichtart denn dock nicht sehr viel Beyfal! gefunden zu haben; wenigstens ist sie minder, als die übrigen, von den Engländern, betrieben worden, blS sie, in neuern Zeiten wieder ausgelebt ist. Die erster» Sonette gab nun, meines Wissens, ein Ungenannter, mit der Aufschrift, Sannerz 1770. 4. heraus. Ihn» folgte I. Äampsploe (Sixreen Lonners 1779-4-) Score (S. dessen pver. Warles.) — Ungcn. (Ichcöev/ ob Ue-ucies, -r colleöt. vt Sann. 17L1. 4. SS sind ihrer -4 St.) — Th. War. uaic (Er hat deren f. /Xlielarck raLjaiia 1784. 8- bepgefügt, und in einem prosai» schcn Aufsätze dabc», die ganze Oichtart in Schutz zu nehmen gesucht.) — Ungen. sSvnnecz ra erninenc ö/Ien. 178z. 4.) — Charlotte Smith (LIcßiac 8an- ners 1784.4. veem. 1786.4.)— Rick. sk>olu?hele (piöturez Irorn nscure in XII San. 1785. 4. verm. 1786. 4. und in f. paems 1791. 4.) — Sam. Attight (Irlcg. snä Sanners 1785. 1787. 4. gehören zu den guten.) — I. llhlack (Ve» f. Vals ob Innocencs 178;. 4. sinden sich Sonette.)—- LLgerc. llöriOges (Sonnerz zncl orstcr j^oemz 1785- 8.) — I. Whirehouse (In f. paems 1787. 8. finden sich Sonette.) — Ar. Tarr)- (Sonnerz snrj (Zeiez 1788» 4.) Rod. Merr/ (Lie ?oerr^ vk rdekVorlä 17 88. 12. 2 Bd. I'lre l 'oerr)- ok sXnn, iclsrilei-, 1788. 8- l'do Albuin 1790. iz. z Bde. enthalten sehr gute Sonette.) — Ungen. (Ichs Gsrlonrl 1788.12. enthält einige sehr mittelmäßige Sonette.) — Ungen. (Sannerz 17L9. 4. Es sind deren 6a, welche besser se »ll würden, wen» der Reim nicht zuweilen ungehorsam gewesen wäre.) — Th. Ruffel (Svnncrz 1789. g.) — W. stl.. Dorvles (Lornrecn San. . . . 1789. 4. Veem. mit sieben, unter dem Titrl, San- ncrz rvrirren an ^iölurettzuc Spors ckurinss -> taue 1789. 4.) -— I. Sterling ( S. dessen paemz 1789. 12.) —' W. GroombriSge (Sonnerz 1789. 4^ Unglückliche Mitteldlnger.) — Ungen. Lonnerz ra PIi/.o 1790. 4. sind schlecht.) — Miftr. f?carfon (S. ihre Poems >7?-o. 8 ) — W. Sorhek>7 (S. dessen Poem« 1790. 4. ) — Th. Warton (S. des- Son Son 4zz (S. dessenPoems 1781. 8.) — Albert (Lonuers beom Llizleostiese 179t. 8. Der Jnnhalt ist vorzüglich aus dcssi bekannten Tcspl. Romro und Julie gezogen.) — H. Zielt (In s. juvenile Poems 179z. z. stndeN sich Sonette.) — Die Poems l>7 Leorlemcn ob l>evon- jchire sncl Ooruwsllis >750. 8- enthalten deren von Bampsvlde, Emmel, Pol- ivhclc, Sweet, Marwick u. a. in. -» In den p. ob 8z.lv. Orwaz. finden sich deren so gar rciinfrcge, lind andre in >z Seilen. In deutscher Sprache sinden sich, so viel ich weiß, die ersten Sonette in G. Rud. Xvcckkcrlin üdcn und Gesängen, Siuttg. >6,8. 8. vermehrt unter dem Titel: Geistliche und weltliche Gedichte, Amst. 164t und 1648. 8. und die darunter zärtlichen Inhaltes sind, machen noch oben draus den besten Theil dieser Gedichte aus; sie sind so reich an feinen Ideen, als cS von seiner Zeit sich nur crmarte» läßt. — Hans Ziud. Rekmami (Ein lustig und ernsthaft poetisch Gastmahl und Gespräch zweyec Berge . . . Sonertenwcise gestellt 0620. verdient nur, als Vrvtrag zu der Geschichte unserer Poesie, nicht wegen seines Innern Werlhes, hier eine Stelle.) — Man. wpiy (f iszy. Ein großer Theil des qcke» Buches seiner Poetischen Wälder, Ii. G. 605. Trillerl- schc AuSg. besteht aus Sonetten (41) in welchen die Versisikation mir härter, als in seinen übrigen Gedichten, scheint; unstreitig , weil das Sonrt die dichterischen Fesseln verdoppelt.) — Paul Flcm- luinz ( 's 1640. In seinen Geist - und Weltlichen pvemsc. Naunib. 164Z.8. sinden sich vier Bücher Sonette, von verschiedenem Jnnhalte.)— Andr. Tscher- ninz (ch >6;s. Sein, Tcursches Gedichte Frühling, BrcSl. 1Ü4-. 8- ^649. 8. und der Vortrab des Sommers, Rostock 165;. 8. enthältauch Sonette.) — Andr. Grvph (s >664. Aus süns Büchern bestehen die, s. „Freuden. undTeauerspicle», auchOden," Becsl. l66z. 8. und unter der Ausschrist, Vermehrte deutsche Gedichte, ebend. 1698. 8. bcygefüglcii „Sonette." Sie sind grvß- tentheiss, obgleich ernsthaften Jnnhaltes, Jugcndwcrke, aus welchen cr, bcurthcilt zu werden, verbittet; allein, meines Ve« dünkcns, verdienen seine Sonette noch immer den Vorzug vor seinen Trauerspielen. Dem was sie seyn sollen, oder sepn könne», kommen jene weit näher, als diese.) — Dan. Sasp. von Hohenstein (chiSSz. In seinen Trauer/ und bustgedichteu, Drcsi. ,6»o. 1639. 8. und öfterer, sind denn auch Sonette, die durch Plattheit eben so ekelhaft sind, als durch Schwulst.) — Auch finden sich de» ren noch in Schock?», und anderer Reimer Gedichten mehr; aber, wir unsre Lichtkunst, gegen die Mitte dieses Jahr« hundecteö, wieder auflebte, hatten unsre besten Köpfe schon zu viel philosophische» Geist, als daß sie, an einem blvs spiele» rischen Kunstwerke, ihre Talente hätte» verschwenden wollen. Selbst Gottsched wagte es, hier dem Boilcau zu widerspreche». Erst im Jahr 176;. führte Joh. Xvestermann, mit s. Allerneuesten Sonetten, Brem. 8. den Nahmen des SonetttS wieder in unsre Poesie ein, und ließ bis zum Jahre 177z. vierzehn Stücke, oder Sammlungen drucken, wovon eine immer schlechter, als die andre ist. Indessen hat auch ein Ungen, im Teutschcn Merkur v. I. 1776. Mcn, April und September — Fried. Sckmit (In s. Gedichten, Nürnb. 1779. 8 ) -- G. A. Bürger (Im itcn Th. der AuSg. s. Gcd. vom I. 178S.) — F. XVerrhmz (Im ttcn Bde. der neuen Thalia, S. Z75-) — R. XV. Neukeck (In s. Ged. riegnil-179,. 8.)—- A XV. Schlegel — Schack v. Sraft'elö (in dem Bürgerschen Musenalm.) deren geliefert, wodurch diese Lichtart auch wieder unter uns empfohlen werden könnte. — — Sophokles. Ein bekannter griechischer Trauer- spieldichter, von welchem sieben Tragödien bis auf unsre Zeiten ganz erhalten worden. Dem Alter nach fällt er zwischen den Aeschyius und den Ee 2 Em i- Euripides, den er noch überlebt haben soll. Die historischen Nachrichten von ihn, lassen sich kurz zusammen ziehen. Er war ein gebohrner Athe- mcnscr von geringer Herkunft. Von den besoneern Veranlassungen, die ihn zum Trauerspieldichtcr gemacht Häven, wissen wir nichts. Die Anzahl aller von ihm verfertigten Tragödien soll sich auf >Z5 belaufen haben, und vier und zwanzigmat soll er damit den Preis oder Sieg davon getragen haben. Von allen feinen Sinken sollen die Anngono und die iLlektra, die wir beyde noch haben, seinen Mitbürgern am meisten gefallen haben. Zur Belohnung für die erster? soll er von dem Volke diePrä- fcktur von Samos bekommen haben. Wermurhlich geschah es auch mehr Ehren halber, als wegen seiner Ge- schikllchkcit in Staatsgeschafften, daß er dem Pcnklcs zum Amtsgenosscn in der höchsten Staatöbcdienung ist gesetzt worden. Er soll m einem Alter von 95 Iahren vor Freude über einen unverhofften Sieg, den er mit einer Tragödie erhalten hat, gestorben leyii. Man sagt von dem Bildhauer Po- lyklet, er habe eine Statue von so auserlesenen Verhältnissen, und so großer Schönheit gemacht, daß sie den andern Künstlern zum Niuster ge- dicnec, und deswegen die Regel ge- nciint worden. Fast jede der sieben Tragödien des Sophokles, die wir sioch haben,- verdiente den Namen der Regel dieser Dichmngsart. Wenigstens dünkt uns, wenn das Ideal einer ganz vollkommenen Tragödie zu entwerfen wäre, daß man es nicht besser entwerfen könnte, als wenn man die Stüke dieses Dichters zum Muster dazu nähme: wiewol wir damit gar nicht behaupten wollen, daß kcme Tragödie gut sey, als die nach diesem Muster gemacht ist. Dem Plan und der Anordnung nach sind diese Stuft vollkommen. S 0 p Jedes stellt uns eine Handlung vor Augen, die vom Anfang bis zum Ende in uiijrer Gegenwart so vorgeht, daß alles Heu höchsten Grad der Wahrheit, den natürlichsten und ungezwungensten Zusammenhang hat: so daß wir ohne Mühe mir der größten Klarheit den ganzen Zusammenhang der Sachen fassen, und, wie jedes geschieht, einsehen. Die Handlung selbst hat, wenn wir uns als Alhcnicnscr betrachten, allemal etwas sehr merkwürdiges, und ime- resstrt ohne Unterbrechung vom Anfange bis zum Ende, so daß es uns sehr leid thun würde, wenn wir nur einen Augenblik gehindert würden, das, was geschieht, zu sehen oder zu hören. Seine Personen sind eben so interessant, als die Handlungen. Jede hat ihren sehr wolbestimmten eignrcn Charakter, dem alles, was sie spricht und rhut, vollkommen angemessen ist. Alles, was wir von ihnen hören, und was wir sie verrichten sehen, Haidas Gepräge der Natur, wie sie sim in den Umständen, rmd nach dem Charakter würklich zeiget. Sie handeln und sprechen nicht mit der ganz leich. deuschafrlichen Energie einer noch rohen Natur, wie die Personen dcs Ae- schylus; sie setzen nicht in Erstaunen, und erschüttern nicht; aber durchaus fühlt man sich mit von tragischem Ernst ergrissen. Ueberall ist das Gilt- liehe mir dem Leidenschaftlichen ver« bundcn, und beydes hat einen Grad der Wichtigkeit, der uns durchaus gleich stark denken und empfinden läßt. Aber weder in den Gedanken, noch in den Gesinnungen, noch in den Leidenschaften, stößt uns etwas auf, das uns zerstreuet, oder aufNe- benfachen, oder auf den Dichterführet; weil nichts weder zur Unzeit geschieht, noch übertriebe», noch sonst unangemessen, unrichtig, oder un- schiklich ist. Dieser S o p Sop 4Z7 Dieser Dichter steht in allen Absichten gcrad in der Mitte zwischen der rohen Hoheit und Heftigkeit des Aeschylus, und der höchst rührenden, zärtlichen Empfindsamkeit, und wortreichen, sittlichen Weisheit des Eu- ripides. Man ist deswegen ziemlich durchgehends darin einig, ihm die erste Stelle unter den tragischen Dichtern zu geben. Doch finden wir es gar nicht anstoßig, daß Quintilian es unentschieden läßt, ob er dem Eu- ripides vorzuziehen scy *). So viel ist gewiß, daß er das Herz nicht so tief verwundet, als sein jüngerer Nacheiferet; aber er hat auch keinen einzigen von den Fehlern des Eu- ripides. Einzcle kleine Flcken kleben aller- dings seinen Stüken noch hier und da an, die mir der grüßten Leichtigkeit abzuwischen waren. Wir haben in einem andern Artikel ein Veyspiel des Spitzfundigen **) ans ihm angeführt; und es scheinet so gar, daß ihm in einem der besten Stüke ein Wortspiel entfahren sey; wenigstens kommt mir folgendes so vor. Antigene und Jsmenc sehen die von dem Creon verweigerte Beerdigung des Leichnams ihres Bruders mit sehr ungleichen Augen an. Da die erstere sich der Sache N'.it großer Wärme der Empfindung annimmt, sagt ihr Jsmene: T>u zeigtest bep einer so kalten Salbe viel -Hitze. Wenigstens scheinet es, daß hier ein schikUchcrcs Wort, als hatte gewählt werden sollen, um zu sagen, die Sache scy von keiner großen Wichtigkeit. Allein , selbst solche kleine Fleken sind H d/rsr ( Sopllocles sn Kun'pilles) lic poei» melwr, inrcr plurimos gaseii- rur. Illgue ezc> szr-.e, gnomum sä pl-ies-ncem m»r«rism niliil peiriner, injuüicsrum rclinguo. Infi. I.il>. X. c. i ^ 67. "') S. Spitzsündigkcit. höchst selten, und werden an einem Dichter, der fast bis in Kleinigkeiten vollkommen ist, kaum bemerkt. -H- -Hr- Don den , vorgeblich von dem Sophokles (Olz-Mp. 7, -?;) geschriebenen 12z Trauerspielen, (deren Aufschriften sich unter andern bcy dem Fabrieins, Mbl. Zr. hib. II. c. 17. §>z. vergl. mit den trsgm. clepc,llicor. lopd. Ursmar, bcy den Vrunkschcn Ausgaden, finden I sind nur sieben, 1) Der wüthcndc Ajax, -) Slcctea, z) Antigene, 4) Oedip der König, 5) Ocdip auf Kolon, 6) dieTra» chinerinncn und 7) Philoctetes, übrig, welche zuerst von Aldus, Ven. 1502. z. blos griechisch und eben so ^.nrv. 1579 und >59;. sp. plsnr. 12. LZIssss. 1745. 4. ferner, griechisch und mir den Scholien (die anfänglich allein, kom. 1518. 4. gedruckt wurden) I-l»r. 1522. 4. und nach einer andern Handschrift, und mit noch andern Scholien, von Adr. Turncbus, ?sr. 155z. 4. und von Heinc. Stephanus mit beyderle? Scholien, und mit mehrern Anm. ebcnd. >;6ü. 4. heraus gegeben worden sind. Griechisch und Ä.areinisth, ohne die Scholien, sind sie tteiclelb. 1597. 8. Uonä. 1722.12.2 Bd. Liss^. >74;. 8- 2 Bd. (schön aber sehr incorreet gedruckt) und griech. und lat. nnt den Scholien, Leu. 160z. 4. Lanlsbr. 1665, 8. Oxon. er honst. 1705-1746. 8. z Bd. Uron 1775. 8. 2 Bd, l -ar. ex est. Uspper. 1781. 4. 2 Bd. eZreank. ex est. IZrunicü > 1786. 4. 2Vd. 1786- 178S. 8. 4 Bde. 1788-8. ; Bde. (bcy welchen sich auch die Fragm. der verloren gegangenen Stücke befinden, und wovon die letztere, ob ihr gleich der, be» den erstem befindliche Instex fehlt, wohl die vorzüglichere ist) erschienen. — -—- UebersekZt in das Italienische: A>ax von Girol. Giustlni'aüo, Ven. >6oz. 8. Dic Elecrra, vonftid. Öolce, Ben. 8. Bon Erasm. diDalvasone, Ben. >588. 8. Don Dom. Lazzcrini, in seinen Poe. tie, Ven. 1756. 8- Bon Crist Gui- Ee a 4Z8 Sop Sop llccloni, kev den IhsAest. rrzsfortars «IsIIa (irecs nells Irslisnohsvell» . . . tmccs 1747. 4- ^sn Mich.Aug.GiacomcÜi, Rom. 1754. 4. Von Franc. AngiolinI, Rom. 17z-. z. GeSip ver Äenig, van Giov. Andr. bell' Anguistara, Päd. , 5 65.4. Von Orsatto Giustiniano, Ven. 158;. 4. und im itcn Bde. dcS Vc-nr» Zc-il. von Maffci. Von Pict. Nngcli Bar- «co, Flor. i ;8S- L. Von. >748- 8. Aon «Airol. Giustiniano, Ven. iü>o. ls. Von AM. Piovcnc, Vcn. 1711. z. Von kiranc. Anglolini, Nom. 1780. z. Bey tcn (ÜZjii st Opera stel Vearro anr. e vnost. Vcn. 1789. 8. Dic Antigene, von Lud. Alamanni, in seinen Opere «oicane, OnZst. (O^on) 159z. 8. S. ,Z4i Vcn. 1542. 8. und in der Sceic» ist, rare e celeliri Vrag. (x/zz.) 8. Von Franc. Angiolini, Uom. 1782. 8- Auch wird in der Oramarur^i» deS L. Allacci noch von Guido Guidi eine prosaische Uebersctzung angeführt. Pe- Dip auf Rolon, von Giros. Giustl- viano, Ven. >6u. >2. Die Tracht-, nerinnen, unter der Aufschrift: Ts Diorre sti Orcole, von Tom. Gills. Fat« setti, in s. Opere volßari» Vcn. 1764. 8. philoctereg, von ebcnd. Ebcnd. Z767. 8. — In daS Spanische, dic Elecira, unter dem Titel Agamemnon, von Oliva, im 6ten Bd. dcS Horn. Li'p. In daSLranxosifche: Oieliülectra, von ?az. de Baif, Par. 15:7. 8. Von Andre Oacier, Par. ,69z >2. Altenb. (unter dem verführerischen Titel Trage- stiex stc 8op!i.) 176z. g. Von BcU- tllvl>, In s. Tdesrre stex Orecx, par. 17z ->. 4. zBd. u. d. Die Antigene, von baz. de Bais, psr. i;?z. 8- Von Dvvu», ?ar. 1762. zu. Vedip der Renig, von Andre Darier, par. 169z. 12. Altend. ,76z. 8. Von Jean Boi, vin, par. 1729. 12. Von Brumoy, in s Tkiesrrc stex Orccz, par. 17 zo. 4 z Bd. Philoctctes, von Brumov, ebcnd. und von de la Sarpe, in z Akten, Par. ,78?. >2. Ajax, GeSip auf Rolen, dic Trackinerinnen, von Du- »u», (s vorher) par. 1762. 42. Sämmcl. von Rochesort 1788. s. - Bd. »nd in der neuen Ausgabe des Tlicatrv stex Orces. — In das lknglische: Ausser denjenigen Stücken , welche in der englischen Uebcrs. des TUcacre stcxOrccx vom Brumvv, «760. 4. z Bde. vo kom- men, dic Klectra, von CH.Wasc iögy. 8. Von?. Theobald 1714. 12. VvnTH- Shirlcy ,765. 4, (aber mehr Nachah, mung, als Uebcrs.) Geöip A. von L. Theobald 1715. >2. Von Tb. Maurice 177?. 4. Von G. S. Clarke >790. 8. philocter, von Th. Sheridan, Dubl. 1725. 8. Asax von Jakson 1714- >-. Sammtlich, von Adams, honst.1729. 8. Von Th. Franklin, honst. 1760. 4. 2 Bd.>765. 8. - Bd. 179z. 8. m reim- freven, und dic Chöre in gereimten Versen, mit einer Abhandlung über das alte Trauerspiel. Von R. Pottcr 1788.4. — In das Bemsche: Der Ajax, von S. M. Strasb. ,6°8. 8. Von I. T. Dam. mit dem Titel, der Ausgang des «eas; Von E. M. Goldhagcn, Mietaui???. 8. Von Bdrhcck, Gotha >781. 8- und Probe einer Uebcrs. von L. C. Grim in einem Progr. 1790. 8. Die Llectra, von Schlegel, in Versen, in seinen Theatralischen Werken, Kopprnh. >747. 8. und im -ten Th. seiner Werke, Koppcnh. 1762. 8. Von I. I. Steinbrüche!, Zür. i?>9. 176z. 8- Antigene, von Opitz, im itcn Th. S. >45. s. Geb. Teilt. Ausgabe. Von Steinbrüche!, Zür. 1759. 176). 8. Von E. M. Goldhasen, Aictau 1777. 3. Gcpip Vcr Aenig, von Steinbrüche!, Zür. 1759. >?6z. 3. Von Goldhagcn, im ;tcn Bde. der Klotzischen Bibliothek. Von I. C. F. Maus», Gotha 178;. 8. nebst cinee Abhandl. Geöip auf Asien, von Goldhagcn, cbend. Die Trachineeinnen, von E> M. Goldhasen, Mictau 177«. 8. Philoctetes, von Stcinbrüchcl» Zür. >759. >?6z. 8. Von Goldhagcn, Mietau 1777. 8. Sammtlicl) von G. Chrstph. Loblcr, Basel >73-. 8. 2 Bd. Von Chrstn. Gr. zu Stollberg, ?cipz^.i787. 8.-Bde. — Nachahmungen dieser Trauerspiele sind in den mehrcstcn neuer» Sprachen vorhanden; als in der italienischen eine Alfti- Sop Sop 439 Antigene von Ant. Mar. kuechink, Ben. 1717. 8. Von Pet. Mar.SuareZ, eben». a?>7. 8. Em Oedip K. von Dom. Lalli, Von. >7Za. 8, Ein Oedip z» Kolon, v. M. I. Mottolli im itenTH. s. ?eocro I»I. Em Orcst (Junhalr bor Elcctra) von Giov. Rucoollai, in dem itcnBdc. des ?czrro Irai. von Maffei 172z. In der frait- zosischen, eine Antigene, von Rob. Gar/ nier 1580. Von Rotroui6z8. 4- (welche jedoch zum Theil nach den Phönizic. rinnen des Eurip. gebildet ist.) Bon Asse- zan ,686. Ein Oedip von St. Matthe >s>4. Von I. Prcvvst >ü>4. Von P. Corneille >659. Don Voltaire 17>8. und ini »ten Bd. s. Veuvr. der Beau- tiiarch. Ausg. mit mchrcrn Briefen über die verschiedenen Trauerspiele unter diesem Titel. Von La Motte 1726. zwe»- mahl, in Versen und in Prosc; von dem P. Folard, um dieselbe Zeit; ein Phi- loetet, von Chateaubrun 1755. Eine Eleetra, von Pradon 1677. (nicht gtt druckt.) Don Lvngcpierre 1702. Von Crcbiilon i7°8. Von Voltaire 1750. und im 4ten Bd. s. W. mit einer Oik- seerar. sur lex princi^slex 1'esgeci. onc. er most. qui onr poru iur le ku^er ci L- leblro. Ein Ajax, von Uoinsinct de Sivry 1762, und in s. I'kieorre, boncir. 1764. 11. S.iil u. f. der aber mit dem Ajax des S. wenig mehr, als den Titel, gemein hat. In der englischen Sprache, eine Antigene von Th. Map ,6zi. 8. Eine Eleetra von Th. Franklin nach dem Stücke des Voltaire, 1761. Eine Oedip von I. Orpden und N. Lee 1679.4. u. a. m. Ävläuterungsschriften, über den Sophokles überhaupt: Franc. Por- tUS (In omnex 809b. 1'eagocci. ?ro- leg. in quibux ipso I^oerae vi», ge- nuxque eiicencii stsclorocue z cis l'ra- xoccl. esuxque origine, er rg. 1548. 4.) — Ioh. Lamerarius Oowmenrsc. Cxplicarion. omnium 19rsg»ell. 809I1. . . . Los. (i;;6 ) 8. Ein Theil davon befindet sich schon be» der gr. Ausg. des Dichters, klog. i;;4> und sstmmtl. bey den AuSg. des H. Sie« phanus 1568. und des P. Stephanns i6c>z. 4.) — Heinr. Stephanus(^n- unczc. in 8opdoclem er Lurip .... 'st^rockar. cle arrliogeapleia guorunci. vo» cobulor. 8. cum caccer. Bragieix com« munium . . IZillcrrac. cle Hopkoeica imirsr. klom. 156z. 4, auch bei) mch- rern Exemplaren der Ausg. des S. Ste« phanus, und bei) der Genfer Ausg. v.J. 160z. befindlich.) — I. I. Äeureu (Occonomiii 809k. . . bkoiiov. IZ9z, L>) — ?. Meursius (^ctchyi. 80. plioelex er buechici. f. cle ?esg»elj. eor. bib. III. bugci. k. 1619.4. und im loten Bde. S. Z9Z. des Gronovschcn Thesaurus; ein Eommentar über den Art. Sophokles im Suidas.) — Jac. Tol-> litis (Seine compaeacio 809I1. er 8c» necse findet sich in l. l>!>Imceü Iv/Z/ri» G.xnaupxmant! (progr. in quo 8. e)uxquc lü-agoeci. constcier. Lee. 1741. 4.) — I. ?. ?veiske (sdnimaclv. in 8vpl>. b'.9s. l7ZZ. 8.) — ?. Jacobs 8s>ec!m. emenciar. in -4ur. vec. . . . Loch. 1786. 8. A. Matthist Oiiseevar. cr!r. in Vesgieos . . . Lörr. 1789. 8. u. a. m. — —^ Besondre Arlauterimgsschriscen ein- zeler Stücks des Sophokles, als über GcSip R. AnSrs Dacieu (8! stsns I'Oestipe ste 8. le cliocur eib la cronps clex iscrificaceurz, ou li e'eil Ic peuple reprebence par lex principsux cirovenx, im ztcn Bde. der dstem. cle ciez Inlcripc. worin er sich für die crstcrc Mepnung crklstrt.) Ica>i Äoivin (Oikc. kur la Orag. cle 8. Oeäipe Idol dm 6ten Bde. der kvlcm. eic I'^caci. (lex Inkeiipr. QuactauSg. und vor s. llcbcrf. Ed 4 des ^46 S o p S op des Stückes. duelllon st äsns l'Oecl. «je 8. Is ckocur sll uns rroupe cle vicux iscriiiczreurs , ou st c'ell rour je peupie repreienre psr les princi- psux ciro^ens, bcy eben diksce llcbers. und gegen die Mconuug des Darier.) Ar. Acouec 0c Voltaire (Von s. !.crrrss d chi r. eis Qsnvnviile 1719, ?2. und IM >tcn Bd. s. Oeuvr. der Beauniarch. Ausg. bandelt der zte von idcm Ocdip seS S. Vergl. 'mit der Lu- z-ope isvsnre v. I. l?>?- Mon. Jlll. S. z und 6.,. und der Ausg. des S. von Caoerronicr.) Jean B. 0e Valin- court cf i^zo. vdservsr. crir. iur I'Os- »lips eis 8. im löten Bde. S. 2e der jSit»I, 1ran.-e>ilc. ) A.ouis Dttpuzc (Oillerrar. iur i'Oeelips, im 28tcn Bde. der dlem. cie l'/ecsei. äss Inserier. QuarrauSg-) Graf Talepi (^poln. Ais ciei Läippo ä> 8ui. conres le ceu. Lurc eiel 8. «je Vvlrsire, im Ztcn St. S. Z7 der Samml. Erit. Koet- und anderer geistvolle» Schritten, Aür. 1741.8.) Zoen. r>. Gckiraci? (Luper Oeci. 80- . . , lstelmil. 1765. 4.) Vic. Anox (In dem iteu Bd. f. Lss-ys mc>- rst snii lirrersr)' S. lgi- der 2tcn Ausg. von >779 findet sich ein Aufs, über den Ocdip.) Tb. Batteux (8ur I'Oseiipe «je 8. im gsten Bde. der ivlsm. che l'/j- cZli. lies Znlsripr. Quartausg.) -^einr. Zolnmner (De 8opk>. Osstipu iisAS, Tipi- 1788. 4 ) S. aucy die, bcv I. C. F. Mansv's Uebcrf. des Stückes befind!- Abhandlung. — lieber den Vcdip eluf Kolon: Tl. Sallier (lieklsx. Cur lOeei. Lulonc iln 5ten Bde. der XIsm. äse I'/Vescl. nc psru iur ls idjer cichietlre 1750.12. Ist eigentlich von Voltaire in dessen Oeuvr. Bd. 4. S. 1:7 sie sich auch findet.) —- lieber den Philoctet: Dripu^ (l)isscrr. Hn ^Iiilokierc, im zrtcn Bde. derchlem. 6e I'^csst. äes knicript. Quactausg.) . In VOieVeburgs Humanist. Magaz. St. 1. Jahrg. 178g. Ncoptvlcmus, ein Sittengcmühldc aus Soph. Philoctet. S. auch G.E. kcssings Laekoon S. z> u.f. vergl. mit den Krit. Wüid. 1. S. >6 u. s. und S. H. Ewald, über das mcnschl.- Herz, Bd. z. S. >19 u. f. undN. Bibl. der sch. Wisscnsch. Bd. zi- S. -04. 222. — lieber den Ajax: Hedelin o'Au- bignac (Bcy s. I^rariezue liu Dkczrisz, S. Z27 de'r Ausg. v. 171;. 8. findet sich eine -^ruilvie ou lixsmen «is >s , . . d^rsAsäis äs 8upk. iucirulse/^ssx.)—^ Auch finden sich noch cinzcle Bemerkungen über den Sophokles, und einzele^ Stücke desselben, in mchrcrn Schriftstellern, als in des Di. Rapin klellex.iur Is I^oer. §. XlX-XXIl. Oeuvr. Bd. 2. S. >Si u. f. Ausg. von >72;. — In. Baillets )uz. äss 8svzns dlc>. IIIZ. 1. z. psrr. i. S. Z48. Ausg. von 172;. 12. wo die llrthcilc i.iehre^r Littcratorcu gc« siimmelt sind. — In R. Hurds Am», zum zuteil Vers der Horaz, Epistel an die Pisone Br. 1. S. 226. d. Uebces. vergl. mitG. E. bessingsDramatttrgie, chlr. XEIV und XEV. — In P. N.SignorelliKrit.- Gesch. des Theaters, Th. >. S. 6z u. f. der llcbcrs. — u. a. m. — A,ittcram- >dhs ch^aci?cieizrcn finde» sich in l abri- cü Lidl. Er. chid. II. c. 17, Vol. 2. S. 19z dee 4len Ausg. — Las iTeben des Dichters haben, unter mchrern, geschrieben: G. GpralSi, (in der kiiilur. l'osrsr. Uiül. VII.) —. Tan. le Levre ( in den Vics äcs voe- rss Zr.) — G. Ephr. Tcsjmz (beben des Sophokles, herausg. von I- F. Eschcn- beirg, Berk. 1790,8-) S. übrigens die Art. Aesculus, Chor, iL», vlpiöes und TrazoOtc. Sparrenkopf. (Baukunst.) Eine hervorstehende Zicrrath unter der Krnnzlciste der jonischcn, co- rinlhischen und römischen Gebal» ke. Sp a SP 5 44i ke *). Man leitet ihren Ursprung untersten Ende der Dachsparren vor- nicht ohne Wahrscheinlichkeit von stellen, bestätiget, den hervorstehenden Dachsparren her. Ihre Form ist aus den Figuren zu Spltz fÜ N d lÜk 6 lt. sehen. Sie werden entweder ganz > einfach gemacht, oder mit geschnitz- (schone Künste.) tcu Zierrathen verschönert, nachdcin ^line unzeitige Scharfsinnigkcit, die die Zierlichkeit des Ganzen es zu er- die Begriffe über die Nothdurft und fodcrn scheinet. Die Eparrenköpfe über die Natur der Sachen entwikelt, kommen darin mit den Balkenköpfen und subtile, schwer zu entdekende und mit den Jahnen übcrein, daß sie Kleinigkeiten bemerkt die kein Mensch immer mitten auf die Säulen oder wissen will', oder wenn erste bemerkt, Pfeiler treffen müssen. Dieses ver- verachtet, weil sie auf nichts gründ- ursachet in Ansehung ihrer Große liches führen. Es fallt nur eben ein und Austhcilung manche Schwic- Bcyspicl hicvon ans einer Tragödie rigkeit. des sonst so gründlichen und überall Man thut wol, wenn man sie halb großen Sophokles ein. Folgende so breit macht, als die Zwischen- Stelle aus seinem Ajax scheint mir tiefen, und ihnen in -Ansehung der wenigstens, als ein Beyspiel hiehcr Größe 5 Minuten Breite giebt, wie zu gehören. Tekinosia hatte bemerkt, Goldmann rathct. Denn auf diese .. daß Ajax sich von seiner Raferey et- Art fallen bey allen Säulcnweitcn die was erholt hatte. Dieses vcranlas- Schwierigkciren derAustheilung weg. set zwischen dem Chor und ihr folgen- Hingegcn gehen die Maaße andrer de Unterredung: Baumeister nur auf einige Säulen- DcrLhor. Aber wenn er wieder zu weiten. Des Vignola Eintheilung sich selbst gekommen ist, so ist es z. B. paßt nur auf die Säulcnweitcn gut für uns. von 4. 8- l z. 16. Modell. Tckm. Was würdest du, wenn idu Die Sparrentöpfe werden doch in die Wahl hättest, wählen? Woll- oben erwähnten Ordnungen nicht al- test du lieber deine Freunde betrübt lemal angebracht. Man findet Ge- sehen, und selbst vergnügt scyn, bälke, wo die Kranzleiste gerade oder an ihrerBetrübniß Theilnch- über dem Boorten oder Fries an- men. schließt. Es scheinet, daß sie zuerst Chor. Das doppelte Ucbel scheinet in der dorischen Ordnung gebraucht, mir das größere, und daher in andern nachgeahmct Tccm. Und dieses leiden wir itzt, da worden. uns selbst nichts fehlt. Es ist eine artige Beobachtung, Thor. Wie verstehest du das? ich beiße der französische Baumeister greife dich nicht. Rop an alten Gebäuden in Athen Tekm. Da Ajax noch verrükt war, gemacht hat, daß die Sparrenköpfe gefiel er sich selbst in dieser Krank- fich von der waagerechten Lage ge- hcit, und wir, denen nichts fehlte,^ rade in dem Winkel abwärts neigen, litten für ihn. Itzt aber, da er den die Fläche des Dachs mit der zu sich selbst gekommen ist, wird waagerechten Linie macht. Daraus er von einer bösen Traurigkeit hinwird die Vermuthung, daß sie die gerissen, und wir leiden nicht weniger, als vorher. I Mansche die Figur im Art. Rranz. Das lateinische Wert für diese Zierrath ist lew'-ukir; im Französischen Heißt sie KWckiNon. Di.c Spitzfündigkeit ist ein Fehler, den die Redner am meisten begehen; ein besonderes Muster derselben, und auch Ee 5 44» ^ P k auch der besten Art sie zu'beantworten, hat uns Gexrus Lempiricu«^) aufbehalten, in dein Proccß, den ein Schüler des Redners Rorax gegen seinen Lehrmeister angefangen, und der sich dadurch endigte, daß bcyde Parthcycn von dem Richtstuhl weggejagt wurden. Die Epitzfündigkcit ist einer der schlimmsten Fehler des Geistes. Sie verleitet den Spitzfündigcn, -sich überall mir Rauch und Nebel, anstatt würklichcr und brauchbarer Begriffe und Gedanken zu beschässtigen, und sich gründlich zu dünken, wo er kaum die Oberfläche der Dinge berühret. Er halt sich überall an den Schein der Dinge, und dünkct sich groß damit. Der spitzfündige Witz drechselt und schleift so lange an einem witzigelt Einfall, bis er ihm eine nicht mehr sichtbare Spitze gegeben hat, die kein Mensch mehr fühlt, und nur eine verworrene Phantasie noch zu fühlen glaubet. Aber nirgend ist diese Schwachheit oder Art von Narrheit gefährlicher, und Menschen von gerader Ark zu handeln anstößiger, als in praktischen Dingen,z die un- mittelbar auf Handlungen gehen. Denn da thut der Spitzfündige nie, was die grade gesunde Vernunft zu thun befiehlt; darum trifft er nie auf dcnZwck, auf den er doch immer zu treffen sich einbildet. Es sind un- serin Denken und Nachforschen gewisse Schranken gefetzt,! die man nicht überschreiten kann, ohne sich ganz in Spitzfündigkeitcn zu verlieren. Wir müssen gar oft bcy klaren Kegriffen, die wir unmittelbar als einfache Vorstellungen empfinden, stehen bleiben, wenn es uns gleich dünkt, als sollten wir darin noch etwas cntwikeln müssen. Werden unglüklichenHang hat, da, wo sein Gefühl klar spricht, noch weiter nachzugrübeln, ob er auch recht fühle, der verfällt in ') ^äv. I.ib. n. S P t Spitzfündigkeitcn. So sagt uns ein unmittelbares sehr klares Gefühl, daß wir dem, der Noch leidet, zu Hülfe kommen sollen, und läßt keinen Zweifel übrig. Aber der Spitzfün- dige findet da noch sehr vieles zu untersuchen und zu bedenken, und hilft entweder gar nicht, oder auf eine so künstliche Weise, daß es eben soviel als nichts ist. In Werken des Gcfchmaks sagt uns ein sehr kleres Gefühl gar ofte, daß etwas gut oder schlecht, oder daß gerade so viel zum Zwek hinreichend scy- Aber der Spitzfündige sucht noch scheinbare, nicht mehr im Gefühl, sondern in einer verstiegenen Phantasie liegende Gründe, das Gute besser, das Hinlängliche noch starker zn machen, oder das Schlechte zu vertheidigen. Wir würden hier aber auch selbst uothwendig in Spitzfündigkeit gera- then, wenn wir unternehmen wollten, anzuzeigen, wo man sich mit den klaren Begriffen der gesunden Vernunft, mit dem bestimmten Gefühl des Gcfchmaks und der Empfindung begnügen soll, ohne die Gründe der Sachen weiter zu entwikeln, und wo man ohne Gefahr die Untersuchung weiter treiben könne. Man muß auch hier die Schranken empfinden, weil sie sich nicht zeichnen lassen. Der einzige Rath, den man denen, die noch Gefühl haben, geben kann, ist dieser, daß sie, wenn sie sich in Untersuchungen und in Zergliederung der Sachen vertieft haben, den Erfolg, oder die Schlüsse, die sie herausgebracht, wieder gegen das, was sie vor der Untersuchung durch blos genaue Aufmerksamkeit auf ihr Gefühl geurcheilt haben, hallen, und bcy dem geringsten Widerspruch, den sie zwischen beyden cntdckcn, eher dem Gefühl, als der subtilen Untersuchung trauen. Findet ihr, daß euch ein Kiinstrichtcr etwas, das ihr Hey guter Aufmerksamkeit auf alles dazu S p i dazu gehörige schlecht, oder anstößig, oder unschiklich gefunden habt, durch sehr künstliche Entwiklung als gut und stMlich anpreist: so vergleichet das, was ihr von feinen Gründen klar fühlet, gegen das, was ihr vorher von der Sache gefühlt habet. Hac dieses noch mehr Klarheit als jenes, so setzet ein Mißtrauen in das Urthcil des Kunsirichters; es konnte gar wol scyn, daß er ein bloßer Sophist wäre. S p i tz l e i st e. (Zeichnende Künste.) Dieses Wort ist gcschikt, dasjenige auszudrüken, was die Franzosen «ml. keuden Ausdruke rechneu wir, erstlich: daß die Rede eine bald langsamere, bald geschwindere, bald sanft- fließende, bald fröhlichlaufende, bald rauschende, bald pathetisch einher- gehende Bewegung annehmen könne. Dazu müssen Sylben und Wörter schon gebaut seyn, weil diese Ver. schiedcuheit in der Bewegung nur zumThcil von dem Vortrag des Redenden herkommt. Denn man würde vergeblich unternehmen, eine Reihe kurzer Sylbcu langsam, oder lauger schnell, oder harte und rauhe Wörter sanft auszusprechen! dieses Charakteristische muß schon im Schall der Wörter liegen. Ferner gehört zum Charakter des Schalles auch das Sittliche und Leidenschaftliche des Tones, wenn er auch ohne die Geschwindigkeit, oder Langsamkeit der Bewegung genommen wird. Es ist offenbar, daß ein Wort vor andern zärtlich, oder traurig, oder ungestüm klingen, daß es etwas gemäßigtes, oder lebhaftes, etwas feines oder rauhes an sich haben könne. Wer dieses in den Wörtern seiner Sprache in gehörigerMannichfaltig- keit 5) S.Formz GM; Gruppe» Schön. S P r kcit flndct und bemerkt/ der kann . schon durch den Ton allein, ohne die Bedeutung, vielerlei ausbrüten, so I wie die Musik. Ob nun gleich Redner und Dichter die Sprache finden, wie der Ge. brauch sie gebildet hat, so können sie doch, wenn sie das Genie dazu haben, durch eine guteWahl und durch kleine Veränderungen uns Neuerungen in der Stellung der Wörter, durch kleine Freiheiten in Veränderung des Klanges, durch neue und I dennoch verständlicheWörterund Redensarten, ungemein viel zu Vervollkommnung des Körperlichen der Sprache beytragen. Dieses haben auch alle große Redner und Dichter würklich gcthan. Aber es crfodert ein mühsames und langes Studium des Mechanischen der Sprache. Man sieht aber hieraus auch, daß eine Sprache schon sehr lange und mannichfaltig muß bearbeitet und mit neuen Tönen bereichert worden seyn, ehe sie zu jedem Ausdruk und zu jeder Schönheit, die die verschiedenen Zweige der redenden Künste so- dem, dienen kann. Man höret zwar ofte sagen, daß die Sprache, die noch am wenigsten bearbeitet und der Natur noch am nächsten ist, zur Dicht- kunsi die beste sey. Dieses kann für einige besondere Fälle wahr seyn, besonders für den, wo heftige Leidenschaften auszubrüten sind. Aber daß die Sprache des Enning, oder die noch ältere, die man z.B. in den Ue- beeblclbseltt der alten römischen Gesetze antrifft, so bequem zur Beredsamkeit und Dichtkunst sey, wie sie zur Zeit des Horaz oder Virgils gewesen ist, wird sich niemand bereden lassen. Indessen kann frcylich eine Sprache durch die Länge der Zeit, und die Veränderung im Gcmüthscharakter des Volks, das sich derselben bedienet. so wol verlieren, als gewinnen: «nd ich will nicht behaupten, daß un- Spx 44? sre Sprache itzt für die Beredsamkeit und Poesie überall schiklichcrfty, als sie znr Zeit der Minnesinger war. Aber gewiß besser ist sie, als sie zu Grrfrieds Zeiten gewesen. Nach dem Körperlichen der Sprache kommt das Bedeutende derselben in Betrachtung. Hier ist nun wieder die erste nothwendige Eigenschaft die volle Klarheit der Bedeutung. In den redenden Künsten taugt kein Wort, das nicht sogleich, als man es vernimmt, einen sehr klaren nnb faßlichen Begriff erwckt; denn die Sprache der Künste muß völlig klar und faßlich seyn, da die Begriffe nur insofern würken, als man sie klar faßt. Eben dieses gilt auch von ganzen Sätzen. Eine noch nnausgebil- dete Sprache kann gar wol einen Vorrath an Wörtern von klarer Beden« tung haben; aber daß ganze Sätze klar werden, dazu wird schon mehr xrfodert. Die Sprache muß schon Bengsamkest, das ist, Mannichfal« tigkeit der Wortfügung, inanchcrley Endigungen der Hauvt. und Zeitwörter, auch vielerlcy Verbindung, Tren« nung und andre Verhältnisse bedeutende Wörter dazu haben. Weil in den redenden Künsten die Begriffe vorzügliche Sinnlichkeit habe» müssen, so muß die dazu schikll- che Sprache reich an Metaphern und Bildern seyn. Je mehr Wörter sie hat, klare sinnliche Empfindungen der äußern Sinnen auszubrüten, je mehr in der Natur vorhandene, leicht faßliche Gegenstände sie mit besondern Wörtern nennen kann, je reicher kann sie an Metaphern werden. Wenn aber diese klar, lebhaft und richtig bestimmt seyn sollen: so muß die Sprache schon lange in dem Munde genau und richtig fassender, scharfsinniger Menschen gewesen seyn. Denn sonst möchten bcy viel Metaphern die Aehnlichkeiten nur schwach seyn, oder mehr aufNcbensachen, als auf das Wesentliche der Begriffe ge- 44« SPr S p r hen. Die Sprache eines etwas dum« Nim Volkes mochte so reich an Worten seyn, als man wollte: so würde sie doch sehr viel schwache, den Begriffen wenig Lebhaftigkeit gebende Metaphern enthalten. Hingegen muß sie auch nicht von gar zu subtilen und zu spekulativen Kopsen bereichert worden seyn; weil sie durch diese einen großen Theil ihrer Sinnlichkeit verlieren konnte. Die hohem Wissenschaften tragen viel weniger zur Bereicherung einer ästhetischen Sprache bey, als gemeinere Künste und Mannichfalrigkeit sinnlicher Beschäff- tignngen. Auch in der Bedeutung können Worter und Redensarten mancherlei) sittlichen und leidenschaftlichen Charakter annehmen; und je mannichfal- kiger dieser ist, je vorzüglicher ist die Sprache für die redenden Künste. Diese Verschiedenheit des Charakters aber bekommt sie nur durch die Man- nichfaltigkcit der Charaktere, Lebensarten und Stände der Menschen selbst. Personen von einerlei) Familie, die etwas eingeschränkt nur unter sich leben, haben auch insgemein' einen ihnen allen gebräuchlichen Ton des Ausdrnks. In der Sprache der schonen Künste aber muß man sich'n sehr vielerley Charakter auszudenken wiffen: bald sehr einfach und geradezu, ein andermal geistreich; ihr sehr gelassen, ein andermal feurig! einmal edel und mit hohem Anstand, ein andermal in dem bescheidensten gemeinen Ton, u. s. f. Diese verschiedenen Charaktere hat nur die Sprache eines schon großen, und am Vorzug- liebsten eines großen und zugleich freydenkcnden Volks, da sich keiner scheuen darf, sich in seinem eigenen Charakter zu zeigen, und nach seiner eigenen Weise zu handeln. Denn wo die Menge sich schon nach wenigen, die den Ton geben, richtet, da verschwindet auch die Mannichfaltigkeit des Charakteristischen in der Sprache. Dieses erfahren die französischen Dichter genug, die in gar viel Fällen den Ton, der der schiklichste wäre, nicht zu treffen vermögend sind. Indem wir hier die Eigenschaften einer guten ästhetischen Sprache anzeigen, geben wir zugleich angehenden Rednern und Dichtern Winke, wie sie ihre Sprache zu studiren haben , und worauf sie dabei) vorzüglich Acht haben sollen. Es wäre aber unendlich viel besonders hierüber zu sagen; und da wir uns in keinem Erük in dieses Besondere einlassen können, so macz es an dem Allgemeinen, was hierüber angemerkt worden ist, für diesen Ort genug seyn. (*) Von der Sprache, in Beziehung auf den Jnnhalt des vorhergehenden Ar- " tikels, handeln, unter yiehrcrn, -H. Homo (Im igten Kap. s. lllemciuü ok Lririeism, und zwar von von Schönhei- tcn dor Sprache; von der Schönheit der Soracbe in Absicht auf den Klang dcc Wörter; von der Schönheit der Sprache in Absicht auf die Bedeutung; von dcc Schönheit der Sprache, die auS Achnlich- keit und Bedeutung entspringt) — Auch gehört noch, zum Theil, die Einleitung zu I. C. Adelungs Werke, Ucbcr den deutschen Styl hicher. Sprache. Wird auch oft in einer Bedeutung genommen, die fast ganz mit der übereinkommt, die man durch Schreibart ausdrükt. So sagt man, die Sprache des Herzens; die Sprache der Natur, der Leidenschaft. Nämlich sowol die Leidenschaften, als die Sitten haben einen eigenen Charakter im Ton und Ausdmk; ein eigenes Gepräge, das sich den Reden cin- drükt. Wenn man irgendwo folgende Verse fände: Libi lue. bsbesnr regua reges, üb! «Uviriss llivices, Lll»i Spr Sibl tiorivi-ess llbi vlerures, üb! pU- gnss, tili! przeliz. lZnm miki »dllinegnc inviliere, tibi gull-gue Iilsbeenr guoä tuum etk 5). ss würde man ohne nähern Bericht sehen, daß hier ein vor Freude halb wahnwitziger Mensch spricht; und es wäre allenfalls zu crrathen, daß ein junger Verliebter in der ersten Hitze einer erhärten Liebe schwatzt. Denn dies ist die Sprache derNatur in solchen Umstanden. Alles was leidenschaftlich und sittlich ist, theilt der Sprache seine Natur mit. Daher Redner und Dichter den Ton und die Art jedes leidenschaftlichen und sittlichen Charakters genau zu stndiren haben. Denn so wie es ein sehr anstößiger Fehler ist, wenn der Ton der Rede mit ihrem Inhalt nicht übereinkommt, so tragt die Uebereinsiimmung dieser Heyden Sachen ungemein viel zur Schönheit und überhaupt zur Würkung der Rede bey. Dieses scheint das größte Talent des Dichters und Redners zu seyn; dadurch zeiget er, daß er die Nacur und die Menschen kennet, und seine Materie wol überlegt hat. Es lassen sich hierüber wenig allgemeine Regeln geben. Man muß jede Leidenschaft, und jeden Charakter der Menschen wol studirt haben, um hierin allemal glüklich zu seyn. Es wäre aber doch gut, wenn man die allgemeinsten Beobachtungen hierüber sammelte. Ueberhaupt kann man anmcrk-u, daß einige Leidenschaften etwas stumm, andre etwas schwanhaft sind. Jene Eigenschaft haben alle tief ins Herz dringende Leidenschaften; diese ist denen eigen, die mehr Ausdehnung, als eindringende Kraft haben. Dies ist der erste Unterschied, ans den man Acht zuhaben hat. Hernach unterscheide man vlzut. Lurcul. I. 8«. Z, Piertex Theil, S P r 449 die heftigen von den sanfteren. Ein sanfter Schmerzen kann so tief in die Seele dringen, als ein heftiger; aber der Ton seiner Sprache ist doch sehr viel anders, als der, den der heftige Schmerzen annimmt, wenn gleich beyde wenig Worte brauchen. Ich gebe nur einen Wink zu näherer Ausführung dieser wichtigen Punkte. Hier sind noch einige cinzeleBeob, achtungen über die Sprache der Leidenschaften. Starke Leidenschaften, von welcher Art sie seyen, lieben einen starken, etwas übertriebenen Ausdruk; und alles Abgemessene, alles genau Zusammenhangende in der Rebe ist ihnen entgegen. Man fühle darin zu viel, als daß man auf die Art feilt Gefühl zu äußern Acht haben sollte. Man nimmt die Worts, wie sie kommen. O tleorum in roels rezftt terrss et llumemum ^enus? sagt Horaz im großen Schecken *) ganz gegen die Grammatik. Sind die starken Leidenschaften von vergnügter Art, ss wird der Ton elwaS trotzig oder ausgelassen, wie die oben angeführte Stelle aus dem Plaurus; schwatzhaft, wie die Clytemncstra bey ihrer Ankunft in Aulls "). Sind sie verdrießlicher Art, so wird der Ausdruk bey seiner Stärke kurz, sehr uachdrüklich, und bekommt auch die Steifigkeit des Verdrusses. Philokrct sagt deym Sophokles r En (Ulysses) würde mich eben so gewiss bereden, vom Tod wieder nisEe- ben 5u kommen, als mir »hm^nach Troja ?u gehen. Bald Varaufdrükt sich sein bitirer Haß noch stärker ans. lieber wollte ich Oer Nacur, dis mich so elend gemacht hat, G.'hov geben, als ihm. Rcdnel--und Dichter haben die genaue Beobachtung des und des nicht nur zum Gefallen nöthig; sondern ') LpolZ.z. S. trurip. tchich io /rul.'Vs, 607 l-z. Ff 45» S t a sondern vornehmlich, so oft sie rühren, ooer überzeugen wollen. Was insonderheit dieses letzte betrifft, so giebt es eine Sprache der Ueberzcugung, die mehr als alle Be- wcisthümer würkr. Der Redner mag seine Beweise noch so schließend machen, wenn ihm die Sprache der Ue- berzeugung fehlt, so ist alles, was cr sagt, vergeblich. Diese ist kurz und sehr einfach *). Nichts verrat!) hingegen eine zweifelhafte Sache mehr, und hindert folglich dieUebcr- zeuaung starker, als das gekünstelte, das gesuchte, das umschweifcnde in der Sprache. Staffirung. (Zeichnende Künste.) Scheutet sowol in der Baukunst, als lahlerey, die Verzierung einer allenfalls ferrigen Sache, um ihr etwas mehr Leben oder Ansehen zugeben. Die Staffirung eines Zimmers ist die Anbringung einiger Zicrra- then tc. In der Mahlerey bedeutet die E .affirung der Landschaften die Figuren , Statuen, Ruinen, die man allenfalls erst nachher darinnen mahlt. Weil zur Staffirung mehr Zeichnung, als zur Landschaft an steh gehört, so findet man viele gute Landschaftmal), ler, die nicht im Stande sind, ihre Stüke zu staffircn, daher ist die Staffirung sehr oft von einem andern Mcisieb. Die Staffirung ist bisweilen das Wichtigste in der Landschaft, wenigstens kann es ihr einen großen Nachdruck geben. Wir haben aber das, was dabei) zu überlegen ist, schon an einem andern Orte naher berühret '*). Miven, v. 472. S. Landschaft IU TH. S.i-rS. S t a (5) Von der Staffirung handeln, unter mchrcrn, G. L.aireste ( Im 6ic», iZtcn, izten und iqten Kap. des sechsten Büches, im ?tcn u. f. Kap. des achten Büches; und im oteu u. f. Kap. dcS cilf, ten Buches s. großen MahlerbuchcS.) — Be feiles (in f. Lourz che lleiur. psr principe5, S. l?9. AuSg. von -766.) — T. v. Hagedorn (In s. Betracht. über die Mahlerey, S. zz? und Z4S-) —' S. übrigens den Art. ^.anö, schaft. Start; Starke. (Schöne Künste.) Es ist in den schonen Künsten nicht genug, daß jedes Werk, oder jedes Einzele darin das sey, was es nach der Art und der Absteht ftyn soll: man muß auch versichert seyn, daß es die Würkung thue, die man er- j wartet. Es giebt Werke, an denen > der Verstand, oder die Critik nichts auszusetzen findet, die aber der Ge- schmak wenig achtet, weil sie gar ge- ! ringen Emdruk machen: sie sind schwach. Starke schreibet man dem zu, dessen Würkung vorzüglich groß j ist. Ein starker Gedanken ist der, den wir nicht nur Mit voll er Klarheit fassen, sondern der so vorzüglich auf die Vorstellungskraft würket, daß ! wir ihn mit ungewöhnlicher Lebhaftigkeit, als etwas, das uns gleichsam erschüttert, empfinden, oder fühlen. Daher pflegt man auch von der Starke der Wahrheck zu sagen, man fühle sie, man könne sie mir Hände» greifen. Wenn jemand sagt: ich bin ehrlich und halte Treu und Glauben, so ve-stchcn wir sehr klar, was er sagt, finden aber in dieser Versicherung nichts, das eine vorzügliche Kraft auf uns hätte; wenn aber Shakcspcar einen sagen läßt: noch habe ich nie mein gegebene» I )lvort gebrochen, mit? würde selbst Sen Teufel seinem Gesellen mchl ' ver« S t a S t a 45 r verratbci, *); so fühlen wir da eine ungewöhnliche Starke'des Ausdruks. Die Stärke liegt, wie die Größe, nicht in dem Wesentlichen der Dinge, sondern blos in der Menge gleicher Theile. Von der Größe ist sie darin unterschieden, daß sie die Menge in einem engen Nanm vereiniget, da sie bey jener auseinander verbreitet ist. Wenn man das Licht, das ans eine große Flache, z. B. ans einen Tisch fällt, durch ein geschliffenes Glas in einen weil enger» Raum zusammendrängt, so drhält man nicht mehr Licht, aber es wird starker. Also ist ein starker Gedanken der, der durch wenig Haupibcgriffe eben so viel sagt, als gewöhnlicher Weise durch viel Begriffe gesagt wird; ein starker Auödruk, wo ein Wort so viel sagt, als sonst mehrere sagen würden; eine starke Empfindung, die uns auf einmal so viel zu fühlen gicbt, als eine andre nach und nach würde gethan haben. Uebcrhanpt, was schnell eben so viel würkt, als in längerer Zeit durch andere Mittel wäre bewürfe worden, wird in Ver- gleichung des letzter» stark genannt. Ein Gedanken kann durch verschiedene Mittel stark werden: blos durch die Kürze des Ausdruks, wie das bekannte suimus Broes. Durch Sinnlichkeit, wenn man statt allgemeiner Begriffe, die man erst nach einigem Nachdenken völlig fassen würde, besondere, den äußern Sinnen vernehmliche braucht. Wenn Tcrcnz sagen will, daß nur die äußerste Noch einen dahin bringen kann, gewissen Leuten zu schmeicheln, so sagt er es stark, vermittelst eines sinnlichen Bildes: »— (^ai huic sllcnrsri snimum inlluxeris, — — — I have tZa no rime brocke ssilll, voulst nor Tb« äsvil io bisfeüovv. Im >l»cbsrl» hl tlzmmz re Polle cibum peeero ar» birior ,,U?enn Vu diesem sckmeickcln kannst, so Sackte ick, müßtest du auch Sein 25roV aus einem Leuer herausholen können." Auch wird ein Gedanken stark, wenn man anstatt eines zwar vicibedeutenden, aber durch den täglichen Gebrauch schon' zu bekannten und gleichsam abgenutzten Ausdruks, einen eben so viel, oder mehr bedeutenden nimmt, der weniger geläufig ist, folglich die Aufmerksamkeit auf das, was er sagt, schärft. Ein Veyspiel hicvon giebt folgende Stelle des Cicero, da er vom Berrcs sagt: »Wir haben euch, ihr Dichter, nicht einen Dieb, sondern einen Räuber; nichteinen Ehebrecher, son- der» einen Bestürmet der Keuschheit: nicht einen Kirchenranbcr, sondern einen Feind alles dessen, was heilig ist;; nicht einen Meuchelmörder, sondern den grausamsten Büttel der Bürger und Bundesgenossen vor Gerichte geführt Auch kau» ein Gedanken durch die Wendung., wodurch er in ein besonderes Helles Licht geseht wird, stark werden. Unzählige Bcyspicle findet man hievon beynr Shakespear, der hierin alle Dichrcr übertrifft. Als ein Bcyssicl kann aust) folgendes vom Cicero dienen. ,.O! des Ansehens und der Würde des römischen Volkes, die Königen, fremden Nationen und den entlegensten Völkern furchtbar ist! Dieser aus gedungenen Sclavcn, aus Bösewichten und aus Bettlern bestehende Häufe soll das römische Volk seyu s)! Ff 2 Ein -) Lunucb. III. sc. 2. ") dton enim k-rein , kell ereowrem; non süulierum, leg expuAnziorem pa- cheia-s; n'on s,crUe^nln, leci lliceorum reliz;ianun>i>ue; nun ll a. rium, seü c, ucjeblllmum csrnMcem ci- vium sacioi'nmque in veitrui» jnäi» cium züüuximus. tZic. in Ver>cm. f) tZ speciem ll.^nirsrewqne ?c>p. It. gu»m , qunn nzrionrs exrerze, gu»m xenrss ulnmie perumelcunri mutü. 45» S t a S t a Ein ganz besonderes Mittel, etwas den. Die Stärke hingegen ist von allstark zu sagen, ist dieses, da man ihm gemeinerer Würkung. Was man rieche Wendung giebt. die es zu schwa- gentlich hinreißende, überwältigende chen scheinet, um seine Starke desto Beredsamkeit nennt, besteht größten- fühlbarerzu machen. Dahingehört theils in der Starke der Gedanken die Frage, die im Grund eine ver- und dcsAusdruks, die auch auf Zu- stärkte Bejahung, oder Verneinung Hörer von mittelmäßigem Verstand ist '). Dahin gehörtauch die Figur, und Gefühl ihre Würkung thut. die die Griechen die Ver« Sie ist aber durch Kunst nicht zu Minderung, nennen, wie das Hora- erreichen, sondern hat ihren Grund zische non korächus uutor. Ein de« in der lebhaften Ucbcrzeugung und sonderes Beyspiel hievon ist folgen- starken Rührung des Redners. Ein des. Als Alexander die Geten durch guter ehrlicher Professor oer Bcrcd. Drohungen zur Unterwürfigkeit be- samkeit fragte euismals den Genfer wegen wollte, ließen sie ihm sagen: Rousseau, wie er es doch mache, daß sie fürchteten sich in der Welt vor er immer so überzeugend und so hin- nichtiZ, als vor Sem Einstürzen des reißend schriebe. »Ich, that er hin- -Himmel». Dies ist stärker, als wenn zu, bin ein Lehrer der Beredsamkeit, sie gesagt hätten: sie fürchteten sich der seit so vielen Jahren alle Figu- schlechterdings vor gar nichts. rcn, Tropen und Wendungen derRe- Die Starke dienet sowol zur Ue- de studiret; und dennoch ist es mir berzeugung, als zur Rührung. Wo noch nie geglükt, mit dem Nachdruk man keine Beweise für die Wahrheit und der Starke zu schreiben, die Jh- einer Sache anzuführen hat, sondern nen so natürlich scheinet." — „Ich ha- blos durch Bejahung oder Versiehe- be weiter kein Gehcimniß und keine rung sie glaubwürdig machen kann, Regel, antwortete Rousseau, als da ist die Stärke des Ausdruks das daß ich nichts behaupte, als das, einzige Mittel, die Zweifel zu vertrei- von dem ich selbst lebhaft überzeuget den. Denn man ist geneigt zu glau- bin, und nichts äußere, als was ich den, baß das, dessen man uns mir bey jeder Sache würklich empfinde." ungewöhnlicher Starke versichert, Darin besteht allerdings das ganze nicht erdichtet seyn könne. Eben so Geheimniß: aber diese lebhafte Ueber- gewiß rühret man auch, wenn man zeugung und dies starke Gefühl selbst sein eigenes Gefühl stark an den Tag liegt in dem Genie des Redenden, legen kann. Es giebt zwar auch Eine Seele, der es an Kraft und Fälle, wo bcydes Ucberzcngnng und Energie fehlet, selbst der größte Geist, Rührung blos durch die höchste Ein- der blos an subtiler und höchst gc- falt und den natürlichsten Ausdruk nauer Zergliederung der Begriffe sei- vollkommcn bewürkt werden, und wo nc Nahrung findet, diese können durch es der Stärke nicht bedarf. Aber kein Studium zu der Stärke gelan- diese rührende Einfalt ist noch schwe- gen, wovon hier die Rede ist. Doch rcr zu erhalten, als die Starke; sie muß allerdings mit der natürlichen scheinet auch nicht von so allgemeiner Kraft des Geistes und des Herzens Würkung zu seyn. und kann nur vor auch Uebung im Denken und Empfin- ganz verständigen Zuhörern mit Si- den verbunden werden. Erst dann, chcrheit des Erfolges gebraucht wer- wenn uns das, wovon wir sprechen, muivkucünem dominum ex lervis conNuLvi, ex kzcinoruiis, ex eZenli- dus conj;l'cZ,l!NN! Lic. xro llvmo. *) S. Frage. völlig bekannt und geläufig ist, daß der specularivc Verstand dabei) nicht mehr^zu arbeiten hat, bekommen Verstand und Herz die völlige, ganzliche Ska kiche Freyheit, lebhaft zu denken und zu empfinden- ES giebt auch eine falsche Starke, die eine Art der Schwulst ist, und der Rede keinen Nachdruk giebt. Sie entstehet daher daß mau sich bcy geringen, gleichgültigen Dingen grosser, nachdrüklichernnd so gar hyperbolischer Ausdrüke bedienet, und von gemeinen Dingen mit einer Art von Heftigkeit spricht, die nicht aus dein Gefühl entsteht, sondern eine blos durch üble Gewohnheit angenommene kindische Gebchrduiig (Gesiicnla- tion) ist. In der französischen Sprache haben sich so viel übertriebene Ausdenke in die alltaglichen Redensarten eingeschlichen, daß man oft bcy ganz gleichgültigen DingenWor- te höret, die Bewundrung, Entzü- knng, Dezauberung ausdrüken, und da der Redende beeheuert und schwort, wo kein Mensch an dem, was er sagt, zweifeln würde, wenn er es auch noch so schwach und so nachlaßig sagte. Eine solche gar unzcitige Starke macht die Rede völlig abge- schmakt. Es verdienet auch noch angemerkt zu werden, daß es eine blos äußerliche und gleichsam körperliche Starke giebt, diedarum, weil sie die äussern Sinnen mit Gewalt angreift, von ausnehmender Kraft auf die Ge- inüther ist. Ein einziger fröhlicher, trauriger, oder fürchterlicher Schrei), von cuiem Menschen, kann schon großeWürkunganfnns haben: aber wenn wir ihn von hundert Stimmen zugleich hören, so bekommt er eine völlig hinreißende Stärke. Daher kommt es, daß man bisweilen in der Musik blos durch sehr starke Besetzung der Stimmen mit einem mittelmäßigen Srük ungemein große Wnr- knng thnn kann. Man kommt in der That dem Herzen am leichtesten durch Rührung der äußern Sinnen bey. Und dieses verdienet auch besonders in Ansehung der theatralischen Vor- Stü 45Z stellungen überlegt zu werden, wo gar oft ein sehr starkes Erleuchten der Schaubühne, oder in entgcgengesetz- ten Fällen große Dunkelheit, dieWür- kung gewisser Scenen ungemein verstärket. Eben dieses gilt auch von der starken Erhebung der Stimme auf gewissen Stellen. Dieses aber erfodert eine genaue Bcurtheilung. Denn gar oft wird der größte Nachdruk durch das Gegcntheil, durch eine schwache sinkende Stimme, erhalten; so daß nicht alles, was stark rühren soll, auch mit starker Stimme nmß gesagt werden. Aber was würk- lich erschüttern soll, scheinet diese Stärke zu erfodern. Statue. (Bildhauerkunst.) A?it diesem lateinischen Worte, für weiches man auch das deutsche Wort Bildsäule brauchen könnte, benennt man die Werke bildender Künste, welche die menschliche Gestalt körperlich, das ist, in ihrer völligen Bildung darstellen. Doch wird das Wort auch von solchen Abbildungen der Thiere gebraucht. Unter welchen, Volk und bey welcher Gelegenheit zuerst der Gebrauch aufgekommen sey, die Gestalt des Menschen in Holz, Stein, oder ci- nex, andern festen Materie durch die Kunst zu bilden und als ein Denkmal aufzustellen, ist ungewiß. Aus den Nachrichten des Herodotus *) sollte man schließen, daß die Aegypticr die ersten Statuen gemacht haben. Von der ersten Veranlassung dazu finden wir aber keine Nachricht. Schon in dem hohen Alteithum finden sich aber doch Spuren, daß verschiedene andre Völker, sowol im Orient, als in Kieinasten, Griechenland und Italien. durch Kunst verfertigte Bilder gehabt haben. Es schei- Ff? »tt ») Im il. B. 454 S ta ' net aber, daß die Liebhaberei) an Statuen, und die Kunst der Bearbeitung derselben in Griechenland zuerst in einen vorzüglichen Kloo gekommen scy. Anfänglich wurden die verschiedenen Gottheiten in menschlicher Gewalt gebildet, nachher die berühmteren Helden älterer Zeit, und endlich <.uch. kürzlich verstorbene und noch lebende Menschen, die man dadurch «hren wollte, daß ihre Gestalt in -Statuen abgebildet und an öffentlichen Orken aufgestellt wurde. Der Gcschmakan Statuen derGottcrund Menschen nahm unter den Griechen nach und nach sosehr überhand, daß nicht leicht eine andre Kunst mit dem Elfer und Aufwand getrieben worden, die man aufdie Bildhauerei) ge- wendet hat; so daß Griechenland zuletzt nur einer unzählbaren Menge von Statuen der Götter und Menschen angefüllt worden. Die Römer scheinen in den ältcrn Zeiten der Republik nur einen mäßige» Gebrauch von Statuen der Götter und verdienter Männer gemacht zu haben. Nachdem sie aber mit den Griechen naher bekannt worden, und ZbeyGelegenheit verschiedener in Grie- tchenland gemachter Eroberungen viel griechische Statuen nach Rom gebracht hatten, wurde auch die Lieb- habere,) an diesen Werken der Kunst „llmählig lebhafter, und stieg sogar „ach und nach bis zu einer Art von Raserei?; so daß ein alter Schrift« Heller sagt, man hätte zu einer Zeit mehr Statuen, als Einwohner, in Rom zählen können. Allein da es hier nicht um historische Nachrichten von den Statuen zu thun ist, so verweisen wir den Leser, der hierüber Unterricht verlangt, auf das, was Pli- „ins im zg Buch seiner Naturgeschichte hiervon sagt, und auf Winkelmanus Geschichte der Kunst des Alterthums. Unsrc Absicht sseht hier auf allge- nieine Betrachtungen über den Werth S t a und Rang, den die Statuen unter andern Werken der Kunst behaupten können, und über das Eigcnthnm- llche ihres Charakters lieber ihren gottesdienstlichcn Gebrauch haben wir hier nichts zu sagen. DieAbbildnng der Gottheiruntee menschlicher Gestalt ist gegenwärtig nach dem Maaß der Erkenntniß unter uns nicht mehr erträglich; und ich fühle auch nicht den geringsten Beruf, dein Bilderdienst der imKa- lcnder stehenden Heiligen und Märtyrer das Won zu reden. Also werden sich unsrc Anmerkungen dlos auf den allgemeinen sittlichen, und auf den politische» Gebrauch dieser Werke der Kunst einschränken. Da die Statue ein Werk ist, das schon beträchtlichen Aufwand crfo- dcrt *); so ist auch itzt der Gebrauch sehr eingeschränkt, kann aber eben deswegen desto wichtiger werden. Wir halten es für unnöthig von Statuen zu sprechen, die heidnische Gottheiten, oder andre allegorische Wesen vorstellen. Diese letzten, könnten zwap wegen der geistreichen Erfindung und guten Ausführung ihren Werth haben. Wenn man aber die Kostbarkeit eines solchen Werls bedenkt, so scheinen sie eben nicht sehr zu empfehlen zu seyn. Der beste und edelste Gebrauch, der von Statuen zu machen ist, besieht ohne Zweifel darin, daß sie zu öffentlicher Verehrung großer Verdienste um ') Eine Statue, die nicht viel über Le- bcnsg-bße und von Mein weiße» Mar, nwr ist, kann in einem lande, dos den Marmor nicht selbst hat, untcx fünf bis sechs lausend Tbaiern nickt wo! fettig gemach, und gcseyt werden. Ist sie von Erz, so sind die Köllen noch weit betrstchtlnckrr. Von schirch» ten, aus gerinacin Sandstein, und oben hin noch Antiken copirr, oder sonst ohne Genie gemacht, diß man für zwen bis dreübmidcr, Rchlr baden kann, ist kiec nicht die Rede, weil wlr sie für gar nicht» halten. um ein ganzes Volk, »nd zur Reizung einer edlen Nachciferung gebraucht werden. Zwar könnte man diesen Zwck auch schon durch andre Ehrenmäler erhalten; aber die Statue bar vor jedem andern Denkmal beträchtliche Vorzüge wegen der ausnehmenden ästhetischen Kraft, die in der menschlichen Gestalt liegt, wodurch die Statue nicht blas ein Zeichen, oder ein todtcs Sinnbild der Tugend ist, sondern einigermaßen die Tugend selbst sichtbar abbildet. Dadurch kann sie außer dem Ehrenvollen, das sie hat, noch in andern Absichten nützlich werden, wie schon anderswo angemerkt worden ist *). Wir setzen hier voraus, was wir schon einmal""") ausführlicher angemerkt haben, daß ein wahrer Künstler große Seelen in der menschlichen Bildung könne sichtbar machen. Geschieht dieses in der Statue, so ist sie nicht ein bloßes Denkmal, sondern würket auch auf die, die ihrcnAus- druk zu empfinden im Stande sind, große Gedanken und Empfindungen, die ein anderes Denkmal nicht erwe- ken kann. Aus diesen Anmerkungen folget von selbst alles, was wir übkr die Art und Beschaffenheit dieses Werks der Kunst zu sagen haben. Sie stellt einen Menschen vor, der durch außerordentliche Verdienste, verehrnngs- wcrth ist. Also muß sie an einem öffentlichen Orte, wo sie.den Augen der meisten Menschen ausgesetzt ist, ans ein genugsam erhaben Postament gesetzt werden, und eine verhaltniß- maßigc Größe haben. Gemeine Lebensgröße ist zu gering; wie weit man aber darüber gehen soll, muß durch den Platz »nd die Erhöhung des Postaments bestimmt werden." Doch dieses betrifft nur das Aeußerliche. Nach dem inner» Charakter muß die Statue zwar, so viel ohne Ab- ') S. Schönheit. ") S Bildhauerkunst l.TH. S.41?.! bruch des wichtiger» Teiles geschehen kann, die Leibesgestalr und Gesichtsbildung der Person vorstellen; aber das, wodurch sich dieselbe hauptsachlich verdient gemacht hat. die hohe Sinnesart, die eigentliche Größe des Geistes, oder Herzens, die den Hanptzug in dem Charakter macht, -muß vorzüglich darin ausge- drukt seyn, weil dieses wekentlichec ist, als die Aehnlichkeit. Also würde es hiebey hauptsächlich auf das Ideal ankommen, dem die Aehnlichkeit, wo es nöthig ist, weichen muß. Es muß sogleich in die Augen fallen, was man an dem Menschen, dessen Bild man sieht, zu verehren habe ob es ausnehmende Redlichkeit und Güte, oder Standhaftigkeit in grosser Gefahr, oder eine andere hohe Tugend und Sinnesart ist. Daß dergleichen bestimmter Ausdruk möglich sey, sehen wir an einigen antiken Statuen der Götter und Helden, die das Ideal eines ziemlich genau bestimmten hohen Charakters ausdrü- ken. Viele antike Statuen der Gottheiten sind in der That nichts anders, als allegorische Vorstellungen ihrer Eigenschaften. Diese nusizten durch menschliche Bildung ausgedrükt werden, weil außer der menschlichen Gestalt in der Natur nichts sichtbares ist, das durch eins natürliche, nicht hieroglyphischc Bedeutung Eigenschaften eines denkenden Wesens aus- drükt. So ist Jupiter ein Bild der ernsten Hoheit mit Güte verbunden; Pallas ein Bild des höchsten Verstandes und der höchsten Weisheit u s. f. Plinins sagt von einer Statue des Apollodorus, die Silanio gemacht hatte, sie habe nickt einen zornigen Menscken, sondern den zornigen Charakter selbst ausgedrükt *). So Ff 4 sollten 55ec dommem(^poII>Zllvrllm) ex sei? tecie, irscullätsm. llilt, dliN. l.. XXXIV. c.8. 456 St a sollten die Statuen großer MarMer seyn, Weiseln Charakter, wenn man ihn ganz fühlen soll, besser erkannt wird, wenn die Person in Ruhe, als wenn Pe in einer einzclen bestimmten Handlung begriffen ist: so würden wir ruhige Stellungen, ohne bestimmte Handlung, zu den Statuen vorziehen. Dieses scheinen die Alten auch vorzüglich beobachtet zu haben. Nur in gewissen Fallen, wo die Große des Charakters sich am besten in der Handlung zeiget, müßte Handlung gewählt werden. So würde Achilles besser fortschreitend, Ulysses aber besser stehend, oder sitzend gebildet werden. Bey ruhiger Stellung ohne Hand, lung wird man auch natürlicher Weise auf die Beobachtung des ganzen Charakters, nichtai'scine einzige Handlung geführet. Man stehet aber hieraus leicht, daß eine vollkommene Statue das höchste Werk des Genies und der Knust scy. Darum haben auch die Griechen einen Phidias eben so bewundert, als irgend einen andern großen Geist. Aber da es gegenwärtig so ungewöhnlich ist, Verdienste vortrefflicher Manner durch Statuen zu verehren, und wenn es noch geschieht, der ganzen Veranstaltung die Hoheit und Feyerlichkeit, die zu solchen öffentlichen Handlungen nothwendig erfodert wird, mci- sentheils fehlet, folglich die Bildhauerkunst bey uns nicht in dem Glanz erscheinet, der ihr nothig wäre, um große dazu tüchtige Genies in die rechte Würksamkeit zu setzen: so dürfen wir es uns nicht befremden lassen, daß in dieser Art so sehr selten etwas erscheinet, das den gntcn Statuen desAl- terthnms könme zur Seite gesetzt werden. St 6 St e i f, (Schöne Künste.) Es Wird im eigentlichen Sinn von Menschen und Thicrcn genommen, denen ein Theil der Gelenkigkeit fehlt. Also braucht man es in den zeichnenden Künsten von den Figuren, wel. che so gezeichnet sind, daß man ihnen die Unbewcglichkeit, oder den Mangel der Leichtigkeit der Bewegung ansehen kann. Hernach kann der Begriff auf alle Dinge, in denen Bewegung, oder etwas der Bewegung ähnliches ist, angewendet werden: steife Schreibart, ein steifer Vers, eine steife Melodie. Mau braucht es auch von der ganzen Gemüthsarr, die man steif nenns, wenn der Mensch nie, wo es seyn sollte, nachgeben, oder sich ans eine andere, als ihm gewähnliche Seite lenken kann. Daß das Steife des Korpers der Schönheit entgegen fey, fühlt Jedermann, und der Grund davon ist auch anderswo von uns augezeiget worden In den zeichnenden Künsten hat man sich also sorgfältig vor allem Steifen zu hüten, es fey denn, daß man nach der Absicht des Werks einen häßlichen und nngcschikten Menschen vorzustellen habe. In rcdcttdm Künsten wird man steif, wenn ivan entweder seine Materie nicht vollkommen besitzt, und etwas sagen will, was man selbst nicht mit voller Klarheit sich vorstellt; oder wenn man sich zwingt kürzcr zu seyn, als es der Gedanke verträgt; oder endlich auch, wenn man die Sprache nicht völlig in seiner Gewalt hat. Aehnliche Ursachen bringen auch das Steift in der Musik hervor. Eine steife Modulation, ein steifer Gesang, entstehen gemei- niglich daher, daß der Tonsctzer keine hinlängliche Keimtniß der Harmonie -) S. .Schönheit. S t e monie hat, und deswegen Töne, oder Harmonien aufeinander folgen läßt, zwischen denen die genaue Verbindung fehlet. Eine sehr genaue und vertraute Bekanntschaft mit der Materie, die man zu behandeln hat, ist das sicherste Mittel das Steife zu vermeiden. Wer von Sachen spricht, die ihm selbst noch etwas neu und unbekannt sind, muß sich nothwendig bisweilen etwas steif ausdrüken. Man versteht insgemein das Hvrazische ncmum prämatur in annum nur von der Ausarbeitung der Werke des Ge- schmaks; es ist aber noch wichtiger, es auf das Ueberdcnken dcrMatcrie, oder des Stoffs anzuwenden. Zwar haben leichtsinnige Kopfe die Gabe, von Dingen, die sie nur halb erkennen, mit Dreistigkeit und einer scheinbaren Leichtigkeit zu sprechen, so daß man sie keiner Steifigkeit beschuldigen kann. Aber dann fehlet es an Richtigkeit und Wahrheit. Es ist nicht wol möglich, ohne Steifigkeit sehr bestimmt und gründlich zu seyn, wenn man nicht zugleich seine Materie lang und vollkommen überdacht hat. Steinschneider; Stempel- schnetder. N5ir nehmen diese bcyden Arten der Künstler hier zusammen; weil unter ihren Künsten eine genaue Verwandtschaft ist, und, wenigstens in den neuern Zeiten, Viele beyde zugleich getrieben haben, auch in bcyden groß gewesen sind, obgleich die Behandlung der Arbeit sehr verschieden ist. Won diesen beyden Künsten und ihren Werken, den geschnittenen Steinen und den Schaumünzen, haben wir bereits in besondern Artikeln gesprochen, also bleibet uns hier nur übrig, von den Künstlern selbst zu sprechen. S t e '457 Daß das Alterthum viele sehr große Meister in bcyden Künsten besessen habe, ist aus der beträchtlichen Menge vortrefflicher Werke, die noch vorhanden sind, hinlänglich abzunehmen. Ob aber dgs Stempelschnei, den bey den Alten eine besondere Knnst gewesen, oder ob die Steinschneider auch die Stempel zu den! Münzen gemacht haben, ist mir nicht bekannt. Aus dem Edikt des Alexanders, dessen Plinius »nd andere gedenken, welches ein Verbot enthielt, daß ein anderer als Apclles ihn mahlen, ein andrer als Lysippus (Apnlcjus nennt den Polyklet, statt des Lysippus,) seine Statue machen, und ein andrer als Pyrgoteles ihn in Stein schneiden soll, mochte man bcynahe schließen, daß auch die Münzen diesem letzten allein aufgetragen gewesen. Denn aus den Münzen dieses Eroberers und seiner Nachfolger, die sich bis auf unsre Zeit erhalten haben, kann man sehen, daß große Künstler dazu gebraucht worden. War ihm nun daran gelegen, daß sein Bildniß nur von großen Meistern verfertiget würde, wie sich allerdings aus jcneiü Edikt schließen laßt, so siebet man nicht, warum nicht auch der Stempclschneidcr darin gcnennt worden, wenn dieses Schneiden eine besondere Kunst gewesen wäre. Es scheinet allerdings, daß unter den Wörtern caolameii und toreuma sowol in Stein geschnittene, als aufMünzcn geprägte Werke müssen verstanden werden. Aber wir wollen es den Gelehrten überlassen, diesen Punkt auszumachen. Mir ist wenigstens bey den Alten, die über die Kunst geschrieben haben, kein Stempclschneidcr vorgekommen, da hingegen der Steinschneider sihr oft Erwähnung geschieht; und doch sind viel griechische Münzen in Absicht aufdie Schönheit der Zeichnung, eben so schätzbar, als die schönsten geschnittenen Steine. F f 5 Wenn 458 S t e Wenn es mit der Behauptung der Kenner alter Münzen, daß man nir. gend zwcy von -vollkommen gleichem Gepräge finde, seine Richtigkeit hat, so sollte man daraus schließen, daß die Alren ihre Münzen nicht so gcprä- get haben, als die Neuen, lhun. Vielleicht waren ihre Stempel nicht so hart, als sie gegenwärtig sind; in diesem Falle scheinet es nothig gewesen zu sepn, ihnen oft nachzuhelfen; und daher ließe sich erklaren, warum man keine vollkommen gleiche Gepräge findet. Der älteste griechische Steinschneider, dessen namentlich gedacht wird, ist Theodor von Gamos, der auch Bilder aus Erz gegossen hat->); der berühmteste aber war, wie aus dem vorher angeführten abzunehmen ist, Pprzorelcs, dessen Namen auf zwei) noch vorhandenen Steinen angetroffen wird. Daß aber der eine, der auch den Namen Pfiocion trägt, nicht von diesem Künstler sey, hat Winkclmanngezeiget*); auf dem andern, den der Graf von Schonborn in Wien besitzt, ist der Kopf des Alexanders; es ist aber auch nicht ausgemacht, daß es die Arbeit dieses berühmten Künstlers sey. Der Baron Stosch har die antiken Steine, auf denen die Namen der Künstler eingeschnitten sind, so viel er davon auftreiben konnte, sicbenzig an der Zahl, in Kupfer stechen las- scn **). Einige der besten dieser Steine sind aus den Zeiten des Augustus und seiner ersten Nachfolger, von DioscorioetZ, Avovus, Hyllnu und Solon. Der Herr von Murr hat sich die Mühe gegeben, ein alphabetisches Verzeichniß der alten Steinschneider, deren Namen man auf den Steinen findet, zu verfertigen. s) lieber den Theodor s. den Art. Ge- schnirrene Steine S.Z86. ») Geschichte der Kunst S- z;i. c;>nnm»s zntchute ciel»tiie leilpro» cum nommibus inüchnse, » klul. äs Scostk, /emll. >70 4, kol. S t li Man findet weit mehr römische darunter *). Der berühmte Natter, der sich in unsetn Tagen in dcrKunstdes Stcin- schneidens besonders hervorgcthan, hat ans sehr genauer Untersuchung verschiedener antiker Steine bewiest:,, daß die Alten diese A 'best mit eben solchen Werkzeugen ve. fertiget haben, dergleichen noch itzt im Gebrauch find und die er ans eine Kupfer, platte abgezeichnet hat. Wie die Künste des Stein - und Stcmpclschneidcns im fünfzehnten Jahrhundert wieder zu einer beträchtlichen Vollkommenheit gekommen stycn, ist an einem andern Orre bereits angemerkt worden f). Wir müssen aber hier die berühmtesten Künstler in beyden Arten noch anzeigen. Der älteste Stein - und Stempel« schneide,' neuerer Zeit, von dem man Nachrichten findet, ist Vstcore Pija- nello, der sich im Jahr ,406 in Florenz aufgehalten ff). Unter L.an- reu5 So N7c0ici dein alrern, thaten sich zwey Künstler hervor, davon der c' sterc unter dem Namen Giovanni Volle Cargmoic, der andere unter dein Namen Domen. oa'Tamci berühmt worden. Aber umer dem Pabst Leo dem X. erschien eine beträchtliche Anzahl *) S. Libliorbegue äs peinruie see. 'I, I. p, -48. ch. S.'lriikL äs I, Xeckoäe sntigue äs xravee en pierres firies sie. l.zur. st-rlsr. l-onäre» 17^4. svl. f) S- geschnittene Steine, ff) S. iVleworie äezlj Inraxlistori mo- äsrni. In l.ieoen» 17:4. 4, p, 1:1. Oicics Werk, in welchem man die ineisten Nachrichten über die neuern Steinschneider findet, enthält erstlich das Leben des Valerio Meentino aus dem Vasari abqedcukt; hernach die Geschichte der neuern Steinschneider aus des t^lzeiLire rr»«e Usz pierres ^rs- vee« überstst: und endlich ziemlich weitiäuftigc Suppü'lneiitc und Anmerkungen des Ucoersekers zu der Mas nelusthen Abhandlung. S k e zahl vorzüglicher Künstler in Stein und Stahl, davon Sior>, Bcrnaröi, Valsrio Belli, insgemein Val. Vi- cencino genannt, und Marreo Oo Nasiaro, Aless. Cesari und Pierrv Mac. da Pestis tue vorzüglichsten waren. Die Arbeiten des Val. Vi- cenrino sind meistenthcils schöner, als die Antiken vom zweytcn Rang, und viele seiner Münzen und Steine nach antiker Art werden eben deswegen, weil sie zu schon sind, sür nachgemachte, oder nachgeahmte Werke erkannt. In der zweytcn Halste des scchs- zchnten Jahrhunderts scheinet die Anzahl der guten Künstler in dieser Art in Italien abgenommen zu haben: doch verdienen Jac. von Treno und Birago, zwei) Maylandcr, die für Konig Philipp II. in Spanien gear« beitet haben, genennt zu werden. Der Birago soll zuerst unternommen haben, in Diamant zu schneiden. Damals fiengen auch deutsche Stein- ui'.d Stempclschneider unter dein Kayser Rudolph dem U. an sich her- vorzuthun. Gandrart gedenkt zwar ?ines L5>,gelharSs aus Nürnberg, der ein Freund des Alb. Dürers soll gewesen scyn, als eines großen Künstlers; aber er sagt zugleich, er habe sich durch Petschafte hcrvorgethan. Unter Kayser Rudolf machte sich Caspar Lehmann berühmt, nach ihm Christoph Schwaiger. Und gegen Ende des sechszehnten und Anfangs des siebenzehnten Jahrhunderts fiengen auch in Frankreich einige an, berühmt zu werden. Von Cpldoree hat man einige schone Kopfe von Heinrich dem IV; und in dem Cabinet des Herrn von Crozar, das itzt der Herzog von Orleans be« sist, ist ein Cameo von ihm, der den Kopf der Konigin Elisabeth von England vorstellt, und von Mariette gerühmt wird. Auch wird ein Julien de Fonrena'y, Kammerdiener Heinrichs IV, gcncnnt; aber der eben S k e ^59 erwähnte Schriftsteller halt ihn mit dem Coldorce für eine Person. Ueberhaupt aber liefert das sieben- zehnre Jahrhundert wenig berühmte Namen der Steinschneider; hingegen haben sich in demselben viel sehr gute Stempclschneider hcrvorgethan. In der ersten Hälfte desselben verdienen. XVarin "), dessen Köpfe von den Konigen Ludwig XIII. und XIV. sehr schön sind, Thomas Simon >'), der unter Carl I. in England gearbeitet hat, vorzüglich angemerkt zu werden. Von der andern Hälfte desselben bis auf unsre Zeit hat sich die Anzahl sehr guter Stempclschneider sehr vermehret.- Die Liedhadcr schätzen besonders die Alicen der Römer -Ha- merani H, (vst eicht Hammer, denn sie scheinen deutschen Ursprungs zn seyn;) eines Joh. Crokers H, aus Drcßden, der in London Königl. Stcmpelschneider gewesen, eines Roc- tiers, eines Rarlsreen e) aus Schweden, dein man die Erfindung des erhabenen Stempels zuschreibt, eines Ra/munv Fal;k), der in Berlin unter Friedrich I. gelebt hat, und vorzüglich meines unlängst verstorbenen Landsmannes Hedlinger H. Von den neuern Steinschneidern sind vorzüglichDorscb ausNürnbcrg, Llavio Sirlaro, Carlo Cosrauzi, Domenico ttanSi, Gortfr. Grafft, Jac. Guay, und vornehmlich Laur. Natter, bekannt. Was ->) (s 167-.) K) G, Vertue hat sein ganzes Werk im I. l/;z. in Kupfer herausgegeben, c) S.übcr sie die Vorrede zu dem Ncn Thcil »on LochncrS Sammlung merkwürdiger Medaillen, s) «) (s »7-8.) H Es ist nicht nur leichlec und sicherer, erhobene, als vertiefte Arbeit zu machen; sondern wcnn man, wie oft geschieht, die Fatalität hat, daß ein Stempel im Harten, oder ivährcndcm Prägen springt, so kann man, vermittelst des erhabenen Stempels, bald wieder einen andern vertieften prägen. O L) (t I77l.) -z6c> S t 6 S k e Was die Steinschneiver anbctrist: sv siehe den Art, Geschnittene Steine, S. 4-» u, f. Als Stempelschneiver sind »och vorzüglich bekannt: VittorcPi, san» oder Pisancsso (1429-1448. Herr Sulzer hat ihn bereits als Steinschneider genannt. Durch ihn lebte die Kunst der Schaumünzen in Italien wieder auf. Wenn es gleich schon frühere Schaumünzen gicbt, z. B. mit den Köpfen des Dante, Petrarch, Doccaz, auf Hussens Verbrennung (In kichere kssuinilmor, klcmrit. htum. S. 76.) Ü. d. NI. so sind doch die scinigcn, mit Recht für die ersten eigentlichen Kunstwerke anzusehen. Seine Schaumünzen sind indessen nurgegossen , und zwar entweder ans Pley, oder aus so genanntem lAlocfengut. Die Messe derselben ist auf den Pabst Martin den zten und wie es scheint, ums Jahr ,429 verfertigt. Ein Verzeichnis seiner sümmtlichen Arbeiten dieser Art findet sich in I. C. W, Moehscns Beschreibung einer Bcrlinschen Medaillen ».Sammlung, S. .1 ig -1-0. >-g - ,26.) — Petrccini (>4öo. Scheint zuerst einen eigentlichen Medaillon gegossen zu haben.) Vict. Gam- bello oder Camelio (1471 -1484. Wird, von Hrn. Mochscn a. a. O. S. -8Z u. f, für den ersten, eigentlichen Stempclschnei« der erklart. Die erste, geschnittene Medaille scheint auf den Pabst Sixtus den 4tcn gemacht worden z» seyn ) — Valerie de' Wessi, Vtecntino gen. (ch 1546. Seine, und die Kunst einiger der mlchst folgenden, in der Nachahmung alter Kaiscrmünzen, veranlaßtc asserhand Betcügerepcn damit.) — Aless. Lesart (>5k». Machte den ersten Versuch in zweperley Metass zu prstgcn. Auf einer seiner silbernen Schaumünzen ist das erhobene Brustbild des Card. Aless. Farncse von Golde.) — Ambe. Foppa, Caradossa gcnanut (>;;o.) Giov. Jae. Laraglio (i;;o.) Feder.und Giov. Bonsügna (1550.) Lvr. Carteron, Parmigiano gen. (i;;o.) Leo Leoni (15;«.) Fco. Raiboiiin! (>;;o.) Fre. von Parma (1550.) Giovb. Suardo (>555 ) Giov. Bernardi di Cassel Bolognese (ch 15?;.) Mov. Caoitiv (ch 1Z70. Ein Bcrzelchniß sckner Schaumünzen, 5k an der Zahl,- findet sich im igten Bd. S. 107. von Köhlers Münzbclussigungen.) Bcnv. Cellini (ch,570. In dem ersten seiner l)us Vrorroci, Kap, 7 -10. S. 65 u. f. issir. i7Z>. 4. hat er seine, bey Verfertigung der Schaumünzen gebrauchten Handgriffe beschrieben.) Jae. de' Trczzo (>578.) Alb. Hamccani (ch 1670) Giov. Hame- rani (ch 170;.) Otto Hamerani (h 1768.) l— ,—> Beeühmte franxosisclic Stcm- pelschneider: Jean Gouscon (chi;?^.) Abrah. undGuil. Ouprc (i-kgo.) J.Va- rin (ch >672. Gehört zu den größten Münz- vcrbesserern der neucrn Zeit. Von ihm scheinen die ersten, eigentlichen Medaillons, geprckgt worden zu scpn.) Jean Parlsc (1655.) C.l. Bassin (ch -678.) Ch. Jean FccS. Cheron (ch 1696) Nie. Rous- scl (1717) Jean Maugec (f >722.) Jean du Vioiec (ch 1761.) Jac. Ant. Dossier (t'75S.) Jean Oassier (f 176z.) Mit ihnen will ich den Lothringer, Ferdinand de St. llrbain (ch >7Z8.) verbinden, von dessen Arbeiten in dem Lll-i Iiiüur. für ies progres sto Is gravuro en tckocioil- lez ckcz liu; ^rcitteo lbnrrssus . . . lKonc^ 178Z, 8. Nachrichten gegeben werden. — NieSerlänöischc Stem- pelschncidcc: Joh. Schmclzing (ch >?"Z) Joh. Voskam (1700.) Joh. Jos. und Jos. Carl, Gebrüder Noettiers (1700.) — Deutsche und Gehrueizer Stem- pelschneidcr: Bern. Behem(chi;r>7 Dir, »on ihm, mit dem Bildnisse des Erzherzoges Sigism. von Oestrcich gcprstgten Thaler sind, für seine Zeiten, nicht schlecht.) Lor. Roscnbaum (ch 1546.) Christ». Maier (16:0.) Pct. Paul Borner (1690,) Joh. G. Seidlitz (>7>>.) Joh. Crokcr (ch 17,0.) G.Hautsch(>7>2.) Friede. Kleincrt (ch 1714.) Phil. Heinr. Müller (ch 171;) P. P. Werner t>7Zc>) Ben. Richter (17zo.) Joh. L. Orchslc (>?zo.) Chrstn. Wermut!) (ch i7Z9.) G. Wiih. Vestnec (ch 1740.) Joh. Crokcr (ch>74«.) Ph.l. Chrstph. von Becker (ch 174z.) Nie. Snelcknder (ch 1744. ) Matth. Donner (>?;c>.) Äart. Holhhey (>750) Fdr. A, Schega (>77«.) J °h- C. Hedlin- Hchllnger (f -77k. S. Art. Schaumünze S- 8dr. W. Dübütt (f 1779. S. G. Meusels MiScrli. tt. S.-i. III. S. 54.) G. Chrstph. und Joh. G. Wächter(1780,.) I. k. Oechslci» (1-1787.) Abramsvn (S, G. Meusels Mieeell. V. S. S-. VIII. 1-4. XIX. 59.) Jos.Bc- rez — H. Bollsbauser (S. Meusels MiScell.XI. S. s8?.) I. M. Bückte .— Jgn. Donner (S. Meusels MiseeU. XXX. S. z6i.) — I. S. GStzinger (S. Meusels MiScclI. II. S. 19. Mus. I. S. ;>.) — K. L. Hvlzeuier (Meusels Mioe. XIV. S. uc>.) — Für. H. Krüger — Ehrst». 8dr. KruII — D. 8dr. kooo — I. H. Meil — I. Chrstn. Reich — G. Tob. Rosa — I. 8. Stieler — I. I. G. Stierte — I. Weber ( S. Meusels Miscell. XXV. S. ;S.) Chrstn. Sig. Weruiuth — I. N. Wurth (S. Meusels Misecll. XVI. S. szo. XXII. 1^8. XXX. zöq.) — U.a.m.— ILuglische Stemoelschncider: Th. Simon ^166;. S. bäelllilz, Loinz, Li csc Le-lis . . . otl'ti. bimvn . . . pulil. i>7 Q. Veetue 175z. 4. Verb, von R. Gough >78o. 4.) Uebrigsns haben auch die Gebrüder Roetticrs und uorzüftlich Joh. Lroker daselbst gearbeitet, und der letztere ist daher von mchrcrn Engländern für einen Engländer ausgegeben worden. — Schwedische Stcmpclschneidcr: Raym. Falj (f i?vZ.) Arsried Karlsteen (s 1718.) Nie. Gcorgi — I. 8. Baur — Lundbcrg — C. Keermann. — Dänische Stempelichneider: Jvh. Heinr. Wolf — Dan. Jen. Adzer..— S. übri. gcns Phil. Will). Ludw. Fiabts berühmte Medailleurs und Münigraveurs, nebst ihren Zeicken, Hcidclb.17si.-1. — Samml. berühmter Medailleurs, Nürnb. 1778. 4. und den Art. Schnmnüme. > Stellung. (Schöne Künste.) Es liegt in den verschicdenenStcllun- gen des Leibes eine so große Kraft, daß fast jede Vollkommenheit und jede Schwachheit, jede Leidenschaft, jede GemüthSart und jeder Charakter durch die Stellung allein kann aus- gedrükt werden. Zuneigung, Hoch« achtung, Mitleiden für andere Menschen, oder Verachtung, Furcht und Abneigung gegen sie, können durch die bloße Stellung des Leibes bcwürkt werden. Auch die Unachtsamsten wissen es, daß es freche und bescheidene, hochmüthige und demüthige, fröhliche und niedergeschlagene Stellungen giebt; die sich aber besonders darin grübet haben, die menschliche Seele in dem Körper zu sehen, euk. dcken bisweilen in der Stellung des Leides ihre ganze Beschaffenheit. Deswegen.ist die bloße Lcibesstcllung ein wichtiger Gegenstand in den Werken der schönen Künste. Mahlen und Bildhauer, Schauspieler, Tanzer und Redner befinden sich gar oft in dem Fall, den größten Nachdruk ihrer Vorstellungen durch dieses Mittel zu erhalten. Darum ist es eben so wichtig für sie, den Menschen in seinen verschiedenen Stellungen zu beobachten, als auf die inncrn Bewegungen und Regungen des Her. zens Achtung zu geben; und verkennt den Menschen gewiß nur halb, der blos sein Inwendiges kennt. Gar oft überzeuget uns die bloße Stellung von der Aufrichtigkeit oder Falschheit der Versicherungen, die man uns giebt; und oft empfinden wir durch die Stellung mit weit mehr Zuverlaßigkeit, oder mit star- kerm Nachdruk, was in dem Herzen der andern vorgeht, als ihre Worte uns sagen können. Es würde sehr unnütze, oder wol gar ungereimtsten, dcmKünstler die verschiedenen Stellungen nach der darin liegenden mamiichftiltigcn ästhetischen Kraft mit Worten zu be. schreiben, oder ihn belehren zu wollen, wie er in besondern Fallen den Eindruk, den er zu machen hat, durch Stellung bewürfen soll. Man muß dieses nothwendig aus eigener Beob- achtung 46s S t e achtung wissen. Die Theorie Ver Künste kann in diesem Punkt nicht weiter gehen, als daß sie die große Wichtigkeit der Sache vorstelle und den Künstler von der Nothwendigkeit «bcrzcuge, sich ein eigenes und angelegenes Studium daraus zu machen, die Menschen in den verschiedenen Stellungen des Leibes genau zu beobachten, und siel) zu üben, ihre Kraft zu empfinden. Hat er hinlängliche Kenntniß darin erlanget, so wird er auch die Nothwendigkeit einsehen, sich darin zu üben, daß er jede Stellung, die er ilöthig hat, in si'iner eigenen Person annehmen, oder durch richtige Zeichnungen darstellen könne. Norschriftcn helfen hiczu gar nichts. Wenn man sie gelernt hatte, so würde man sie doch bey der Ausübung wieder vergessen müssen, wenn man nichts unnatürliches machen wollte. So urrheilct ein Meister der Kunst sogar über die fünfHanpt-odcrEle- mcntarstcllungen des Tanzes *). Bey dem mündlichen Vortrag des Redners hat gar oft die Stellung eben sovielKraftzn überzeugen, oder zu rühren, als die Worte selbst; und es geschieht! auch nicht selten,' daß das, was Redner oder Schauspieler sprechen,! durch ihre Stellung vollkommen widerlegt wird. Der Schauspieler besonders hat, in feiner ganzen Kunst nichts wichtigeres, als die Stellung. Wenn er dieser Meister ist, so wird ihm alles übrige leicht werden.! Man kann beynahe dasselbe von dem Zeichner sagen. Es giebt Stellungen, die uns, wenn wir auch die Gesichtszüge nicht sehen, so bestimmt und so gewiß von dem Charakter, oder von einer vorübergehenden Gcmüthslagc der Personen nnter- ") 1.-5 zZlilirions konr bnnnes i lavoi» , er meillruies encore 5 oublici'; >1 ,N cis l'srr 6a zr-nei Oimkeu, 6s x'sn ecs^sr »A7ei>lzlsmcnc. reke wms» celles oü Ic carps ett serme er bisn äcilme tonr sxceücniez. dlovcrie Innres lur x. 27z, S c L richten, daß wir kaum mchr mWg haben, auf das Gesicht zu sehen. Dergleichen höchst lebhaft schildernd« Stellungen trifft man vorzüglich an Raphaels Werken an, deren sieißiges Betrachten nicht nur dem Zeichner, sondern auch dem Schauspieler und Redner höchstens zu empfehlen ist. -H- --H- (*) Von der Stellung handeln: Jost. Andr. Ä. llöevgftrüsier (Von dce Stellung de» Redners, Hanau 1771. 4.) — S. übrigens die W. Anstand und Vortrag. Stim ln e. (Musik.) Nicses Wort hat mehrere Bedeutungen. Es bedeutet >) die menschliche Stimme an sich; und 2) jede geschriebene Partie eines Stüks, die den Gesang enthalt, der gesungen oder gespielt werden soll. In diesem Verstand ist ein O.natuor ein vierstimmiges Gtük, das aus einer Vio- liu - einer Floren. einer Bratsche - und einer Baßstimme, oder wem? es ein Singsiük ist, aus cinerDiscant- Alt- Tenor - und Baßstimme, die mau auch Smgstimmcn nennet, bestehen kann. Selbst die verschiedenen Töne, die zu einem Accord gehören, werden auch so viel Summen genenuct: so sagt man, daß zu einem vollkommenen Dreyklang vier Stimmen gehören. Daher auch die Benennungen: Hauprstimine, Oberstimme, Solostimme, Mittelstimmc; oder zwei)- stimmig, dreystlmimg, vielstimmig, vollstiminign. Acußerste Stimmen sind die Oberstimme und der Baß gegen einander. Es ist für die Tonse« ycr eine Regel, daß jede Stimme der Natur ich'S Instruments gemäß, und besonders in Staken, wo sie mehr als einfach beseift wird, leicht vorzutragen scyz daß die Hauptsiimme nicht durch die Mitttlstimmen verbind» S t i dunkelt werde; und daff in ben'ans- fersten Stimmen die vollkommenste Remigkeit beobachtet sei). In Ansehung der menschlichen Stimme gehören physikalische Unter- suchuugen, Uber ihre Entstehung und über die Ursachen ihrer Verschiedenheit in den Altern und Geschlechken, nicht in den Plan dieses Werks. Wer davon unterrichtet seyn will, findet in Tosis Anleitung zur Singkunst *) hinlänglichen Unterricht davon. Wir merken nur überhaupt an, daß die weibliche Stimme wegen ihrer Annehmlichkeit und Dauer einen Vor- zug vor der männlichen habe. Die Stimme der Castraten, zu geschwei- gcn, daß sie durch grausame und die Menschheit schändende Mittel erzwungen wird, und selten geräth, verbindet, wenn sie auch am vollkommensten ist, mit ihrer Annehmlichkeit doch so viel unnatürliches, daß sie mit einer schonen weidlichen Stimme nicht in Vergleichung zu ziehen ist. Deutschland zeugt vor vielen anoern Nationen vortreffliche Baßstimmen. Die Stimmen werden überhaupt in hohe und tiefe eingetheilt. Hohe sind: der Discant und Alt; tiefe: der Tenor und Baß. Knaben und Frauenzimmer singen den Discant; Jünglinge von noch nicht reifem Alter haben insgemein eine Altstimme; Männern ist der Tenor und Baß eigen: Der natürliche Umfang jeder Stimme, den ein Tonsctzer, der für die gewöhnlichen Menschenstimmen setzt, in Chören nicht überschreiten muß, ist von einer Occime, höchstens einer Undecime in allen Stimmen, wie aus dieser Vorstellung zu sehen ist: st ') Nach des Herrn Azrlcvla Neben scizung S. f. Ssi 46z In Arien ist ihm eher vergönnt, noch einen Ton höher oder tiefer zu gehen, weil nur ein Sänger,, der den Umfang der Stimme habe, dazu uö- thig ist. Wenn die Musik von einer Orgel, die im Chorton gestimmt ist, degleitet wird, so ist auch hierauf Rüksichc zu nehmen; der Umfang jeder Stimme ist alsdann »uu einen Ton tiefer. Aber nicht alle Stimmen sind in den Umfang einer Dccime oder Undecime eingeschränkt. Einige gehen noch um einen oder etliche Töne höher; andere tiefer. Mancher hat eine Summe, lue dritrehaib Occaven im Umfange hat. Es giebt Discant« stimme», die bis ins drcygestrichcne 0 und noch höher gehen; es giebt auch hohe oder riefe Altstimmen. Zur solche Stimmen aber setzt derTonfttzce nur in defondern Fällen. Daß der Klang der menschlichen Stimme großen Vorzug vor jedem Instrument, von welcher Arc es scy, habe, fühlt jedes Ohr. Man empfindet bey einer guten Stimme mit dem Klang, der das Gehör rühret, etwas von der Seele der singenden Person; sie hat etwas mehr als körperliches; was eine Statue gegen einen lebenden Menschen ist, das ist der Ton eines Instruments gegen den Ton der Menschcnsiimme. Daher sind die Singstüke die wichtigsten Werke oer Musik; und es ist nicht möglich, durch Instrumente, so gut sie auch gespielt werden, so tief in die Herzen zu dringen, als durch Meiischensiimmen. Und doch sollte man aus der Beschaffenheit der gewöhnlichen Eoncerre das Ge- gentheil schlüßen. Sie sind durchgehend so beschaffen, daß man den. kcn sollte, die Toukünstlcr sahen das Eingen als eine Nebensache an; denn mau hört allemal zehn Instru- nicliralstüke gegen ein Singstük, und gegen hundert öiebhaber, die auf Instrumenten spielen lernen, findet man kaum 464 S t i kaum cinen; der sich auf das Singen legt. -H» -H- (^) Obgleich, wie H. S. bemerkt hat, phpsikal. Untersuchungen über die Entstehung der Stimme, über die Ursachen ihrer Verschiedenheit, u. d. m. eigentlich nicht hicher gehören: so mögen diejenigen Schriftsteller, welche davon besonders handeln, denn doch hier eine Stelle einnehme», als: Bapr. EonVrochius (De vitiis vycls, Illb. II. ?ecü. 1597. x.) — Inl. Egsierius (Oe vocis vu- äinisque orgsni billoe. znsrvm. User. 16«irs in s. Marmvnic universelle, IN 5Z Ptvpostt.) —' Z. Maccheftn (Unters, und P siege menschlicher Stimme, das ite Kap. in: -ten Th. s. vollkommenen Kapellmeisters.) — Den. DoSart (tvlcm. lue les csnscs äs Is voix äs lUrumme er ei« sos eüK'ercns ronr, in den iViem. äs t^csä. kd-07. äez Lcicncsr eis l^sriz v. I. 1700. S. 2Z8. Ei» Zupplemenc daju, cbcnd. v. I. >70,6. S. >z6. Oe la äill'eesucs äs« ronü eis Is ?srole er äs ft voix cju cftanr, psr rops.»rc au rc- ciraclv, er par oecsiinn äes expres- sions äs Is Uufiqus ane. er äs I» Vlus. knueierne, cbcnd. S. z!io. Ein zweyteS 8upplem. cbcnd. v. I. >707. S. 66.) — tk?0rell (dlouv. I'beorie pb^liqueäs la voix, ?ar. 1746. 1:.) .— I. E. Runge (viäerr. äs voce esuzqne or. gsnis, (.uzä. L. 1755.4.) — Tlsict (Im >7ten Bde. des Hamb. Magaz. S. 605 findet sich ein, aus dem Franz.übcr- sctztcr Versuch von ihm über die Veränderung der Stimme.) Stimmen; Stimmung. (Musik.) Von der richtigen Stimmung der Znstrumente hängt bey der Aufführung der Tonstüke die Rcinigkeic der Harmonie, folglich ein beträchtlicher Theil der zum, Würkung eines S t i Stüks ab. Wir Habendeswegen für nöthig erachtet, in diesem Artikel das, was zur richtigen Stimmung der verschiedenen Instrumente gehört, ausführlich vorzutragen. Zuerst wird in jedem Instrument ein Ton festgesetzet, mit dem die übrigen Töne in ihrer Hohe oder Tieft verglichen werben. Dieser Ton kann bey einem einzelnen Instrument will- kührlich seyn; wo aber mehr Instrumente zugleich spielen sollen, ist nothig, daß alle nach einem Ton, nämlich gleich gestimmt ftyem Es ist aber bey dem Mangel der vollkommenen Reinigkeit verschiedener Intervalle unftrs heutigen Systems H, und bey der verschiedenen mechanischen Einrichtung der Instruments nicht gleichgültig, welcher Ton zum Stimmton gewählt werde, wenn die Spieler in allen Tonarten gleich rein zusammenstimmen sollen. Da dieses in einem Orchestre von der aus- fersten Wichtigkeit ist, und so wenig bestimmt worden, daß jeder sein Instrument nach Gutdünken zu stimmen pstegt, und den ersten den besten Stimmton, der ihm bequem ist, Wähler, ohne zu bedenken, baß dieser Ton temperirt, und gegen andere Instrumente zu hoch oder zu tief seyn könne, wodurch denn für jedes seine Gehör oft die übelste Würkung im Ganzen entsteht: so wollen wir hier eine leichte und richtige Methode an- geben, nach welcher zuerst die Orgel, oder dasClavicembal, gestimmt seyn müssen: und dann die Stimmtö'iie anzeigen, nach denen die übrigen In« sirumenlc gestimmt werden müssen. Uebcrhaupt muß die Stimmung, so weit es möglich ist, durch ganz reine consonirende Intervalle geschehen, weil diese am leichtesten gegen einander zu vergleichen sind. Bei) den Clavicrinstrumenten, wo jeder Ton des Systems gestimmt werden muß/ *) S. System; Temperatur S t k muß, ist eine Temperatur' zu wählen , die so beschaffen ftp, daß, indem man durch reine consonireude Intervalle fortstimmt, sie jedesmal genau getroffen werden könne. Die Nichtigkeit der Temperatur, die auf folgende Art im Stimmen allemal genau getroffen werden kann, ist an einem andern Ort erwiesen worden S t i 465 -K- I-« n Man nimmt nämliche auf einer richtigen Stimmpfeift zum SlimmtoN, stimmt die Octave desselben, dann die reine Quinte von F die reine Quinte 6 und dessen Unreroctavc. Darauf paßt man dee reine Terz e in denDrcyklang von e. Von dem erhaltenen e verfahrt man vorgeschriebener maaßcu bis N t, wie in dem ersten Absatz vpn 0 bis ci. Nach dem erhaltenen Ks fangt man mite an, und stimmt durch reine Unterquintcn und Oekoven bis bci. Alsdcnn fehlt nur noch das einzige 2, weiches zwischen st und e so eingepaßt wird, daß es gegen beyde leidlich klingt, welches sehr leicht bewerkstelliget werden kann. Von c bis Kl sind nun alle Tone gestimmt; nach diesen werden die übrigen Tone octaven- oder quintenweise fortgestimmt. Auf einem nach dieser Temperatur gestimmten Clavierinstrument hat jeder Drey- klang oder jede Tonart ihren besondern Charakter der mitdem, den ') S. Temperatur. ") S- Tonart. Vierter Theil. man auf den übrigen Instrumente» so leicht unterscheidet, aufs genaueste übereinstimmt. Diejenigen, die der Violinen wegen dieQuintcn^L^^^ rein stimmen, erhalten in L dur eine Tonleiter und einen Charakter, der nur dem Lls dur eigen ist, und Las dur wird umgekehrt zu L dur. Es ist je« doch bey jeder Stimmung Hauptsach. lich darauf zu sehen, daß die gebräuchlichen Kirchentonarten vorzüglich rein erhalten werden. Soll nun ein ganzes Orchester wot zusammenstimmen, so müssen die Violoncellisten das große ) — lL>areb. Frirz (Anweisung, wie man Claoicre, Claoeeins, Orgeln, nach einer mechanischen Art, in allen zwölf Töne» S t r Scr 467 nen 'glclch rein stimmen könne' l I : keipz.1757.4. Ist die -teAust.)— G.ArSr. Tempelhof (Bcp seinen Gedanken über die Temperatur des Hr». Kirnbcrgcrs... Beel. 1775. 8- findet sich eine Anweisung, Orgeln, Claviere, Flügel aufeinc leichte Art zu stimmen.) — Dar. v. IViese tAnweisung der mechanischen Behandlung, das Clavier nach einer vorgeschlagenen neuen Temperatur zu stimmen, Drcsd. »790. g. Formular. Handbuch für den ausübenden Stimmer der Tasteninstru» mcntc, DreSd. >79-. 4.) — Fd>r. W. Marpurg (Neue Methode allcrley Ar. tcn von Temperaturen dem Claviere ausS bequemste mirzutheilcn, auf Veranlassung einer, von Weiss H. V. v. Wiese vorge» schlagencn meuen Stimmungeart, Bcrs. >79->. g.) — Unzen. ( Versuch eines formularisch und tabellarisch vorgebildeten Leitfadens, in Bezug auf die Quelle des harmonischen Tinungkausstusses, und auf die Stimmungsübertraguiig so wohl der Rationalstimmung, als der ungleich schwebenden fixen Temperaturstimmung, Drcsd. 5790. —> Auch findet sich, bei) des Frc. Loulie d>»uv. Ue dkussgue, ?sr. 169z 4. eine Oeicripnvn UuLo» nvinoree, luilrumeiir ü corUes U'une nnuvelle inoencion p»ur s„prcnllre li sccarUer ie Olovecin. —- Und, in den Wahrheiten, die Musik betreffend, Fest. >779. 8. findet sich ein guter Artikel von der Stimmung. S. übrigens den Aet. Temperatur u. d. m. Strophe. (Optimist.) Ursprünglich bedeutet das Wort in den chrischen Gedichten der Griechen eine Folge von Versen, die von einem Chor in einem Zug, oder Marsch ge. sungcn wurde; weil das Singeu mit einem feycrlichcn Umzug oder Gang des singenden Chores verbunden worden. Wenn der Chor sich in seinem Zug wendete: so sieng emc zweyte Folge von Versen an , deren Anzahl und metrische Einrichtung eben so war, wie in der ersten ; also mußte der Chor eben so viel Schritte lhim, um die zweytt Strophe zu singen, als er zur ersten nothig hatte. Die- sc zweyte Folge wurde Antisirophe genannt. Wenn der Chor hierauf stillstehend noch etliche Verse sang, so wurden diese zusammen Epodos geiiennt, und waren in der metrischen Einrichtung von Strophe und Antisirophe verschieben. Wenn mit oje- sen drey Sätzen daS Lied „och nicht geendigct war: so wurden in derFol- ge Vit Verse genau nach demSylven- maaß und dem Metrum der vorhergehenden Sätze wiederholt. Dieses kann man in den strophischen Choren der griechischen Tragödien und in den Oden des Pindars sehen. Itzt giebt man den Namen der Strophe in unfern Oden und Liedern einer Periode von etlichen Verse?!, die allen folgenden Perioden in Ansehung deSSylbenmaaßcs und der Veroart zur Lehre dienet. Nämlich drey, vier, oder mehr Verse, womit das Gedicht.ansaugt, dienen durch das ganze Lied in U'sichr auf daS Syibcn- maaß und die Länge der Verse dergestalt zur Lehre, daß hernach die Folge des Gedichts in jedem Abschnitt von drey, vier, oder mehr Versen, genau so seyn muß, wie in dem ersten. Folgende vier Verse: Fecund! die Tugend ist kein leerer v Name, Aus dem Herzen keimt der Tugend Saaine, Und ein Gott ists, der der Berge Spitzen Röthet mit Blitzen. machen eine Strophe der sappbischcit Vcrsart ans; so lange das Lied dauert, machen immer vier folgende Verse eine Strophe, die in Absicht des Sylbenniaaßes und der Lange der Verse genau so ist, wie diese. Gg 2 Es '468 S ! r Es giebt einfache und Doppelstropben. Die einfachen machen, wie die so eben angeführte, nur eine einzige Periode aus, die am Ende einen Hauplruhepunkt hat. Die Doppel- sirophe besieht aus mehr Versen, die zwey rhythmische Hauptabschnitte ausmachen, wie folgende: Welche Fluren! Welche Tänze! Welche schon gcflochtnc Krause! Welch ein sanftes Pmpurlicht! Sanfter mar die Achrgcnröthe, On des Wäldes Grün erhöhte, Mir im schönsten l'enze nicht *)! Obgleich die zweyte Hälfte genau dieselbe metrische Beschaffenheit hat, als die ersie: so empfindet man doch, daß der Ton sich etwas abändert. Bisweilen aber har der andre Thcil der Strophe ganz andre Verse, und alsdann unterscheiden sich die bepdeu Abschnitte noch merklicher, wie hier: Hier, auf diesem Aschcnkruge, Weint die Freundschaft ihren Schmerz, lind mit diamantncin Pfluge Zieht der Kummer Furchen in mcinHerz. Finsteruiß und Stille! linker eurer Hülle, tad'lch Erb' und.Hinimel ZUM Gehör. Klagen will ich: Ach mrln Liebling Ist nicht mehr Diese Doppelsirophcn gleichen den Tanzmclodicn, die insgemein eben- falls aus zweyTheilen besiehe», die sich im Ton unterscheiden. Bisweilen unterscheidet sich die zweytc Halste der Doppclsirophe von der ersten auch durch das Sylbenmaaß. D>c Ovppelstrophen geben den Liedern große Annehmlichkeit, wegen der Veränderung des Tones, besonders wenn im zweyten Theil auch der Rhythmus sich ändert, wie in der so eben angeführten Strophe. Die eigentliche Ode scheinet 5'v das dritte durch Uebung erlanget. Wir verstehen also durch Stno um alle Bemühungen, die der Künstler anzuwenden hat, um die Kenntnisse jeder Art, die ihmnöthig sind, zu erlangen. Bisweilengiebt mandcmWort auch eine weitere Bedeutung, und begreift auch die Uebung selbst mir sar- unter; wir sprechen aber von dieser besonders. Doch schließen wir di« Uebung nicht ganz vom Studium aus; denn es gehöret noch einiger- niaaßen mit zumStudiren, daß man sich in der Fertigkeit zu sehen und zu empfinden übe. Der Mahler muß sein Auge, der Tonsetzer sein Ohr, und jeder Künstler überhaupt Verstand, Gcschmak und Empfindung an allen Gegenständen der Kunst üben: und dieses ist von der eigentlichen Uebung, das, was man empfunden hat.auszudrüken, unterschieden , und kann noch zum Studium gerechnet werden. Wenn man Natur und Kunst gegen einander stellt, in der Absicht zu erforschen, was jede zum vollkom. wencn Künstler bcytragc, so gehört auch das Studium zur Kunst: und so hat es Horaz ohne Zweifel verstanden, wenn er bcyo.,l einen gleichen Antheil an der Vollkommenheit eines Werks zuschreibt. Das Genie, und was man überhaupt Gaben der Natur nennt, sie bestehen in äußerlichen oder innerlichen Fähigkeiten, machen eigentlich die Grundlage des Künstlers ans; aber man würde sich sehr betrügen, wenn man glaubte, daß außer dam dann weiter nichts, als äußerliche Uebung in dem Mechanischen der Kunst hinzukommen müsse. Man S t u Man betrachte nur die Werke der Künstler, die vorzügliches Genie zeigen, wie Homer, oder Shakespeare so wird man steh bald überzeugen, daß sie die Gegenstände ihrer Kunst mir weit mehrFleiß und Genauigkeit betrachtet und überlegt haben, als andreMenschcn thun, und daß eben dieses ihrGmie in Stand gesetzt hat» sich in den, hellen Lichte zu zeigen, das wir bewundern. Aus jeder Schilderung sichtbarer Dinge, die Homer mit Fleiß einmischt, bemerkt man einen Menschen, der mit außerordentlicher Aufmerksamkeit jeden Gegenstand betrachtet, auf alles, was darin vorkommt, genau Acht hat, und es recht geflissentlich darauf anlegt, ihn in der höchsten Klarheit und Lebhaftigkeit zu sehen. Eben so deutlich erhellet aus Shakespears sittlichen und leidenschaftlichen Schilderungen, daß er sich ein ernstliches Studium daraus gemacht hat, jeden Charakter von einiger Kraft, jede Leidenschaft, bis auf das Innerste ihrer Beschaffenheit zu erforschen. Es ist deswegen eben so wichtig zu studiren, als Talente zu haben; denn beydes muß da scyn, wenn der Künstler groß werden soll. Aber es ist bey der Theorie der Kunst nicht genug, daß man dcn Künstler von derNothwendigkeitdes Stubirens überzeuge, man muß ihm auch sagen, wie er sein Studium am vorthcilhaftcsten einzurichten habe. Mancher geht lange in der Irre herum, und gicbt sich viel Mühe, die ihm zuletzt wenig hilft, weil er auf Nebensachen studirt har. Diejenigen Kunstrichter und Künstler, die gründ- liehen Unterricht zu der vorthcilhaf- testen Art, in jeder Kunst zu studiren, gaben, würden dadurch jungen Künstlern einen sehr wichtigen Dienst erweisen. Wir halten eine aus der Natur der Sachen hergeleitete Anweisung zum Studiren für mützlicher als alle Regeln, weil das wahre S t u 469 Etlidl'nm jeden die Regeln selbst er« findet läßt. Von dem allgemeinen Studiren, das überhaupt die Aufklärung deS Verstandes und Erweiterung dcrVor- stcllungskrast zum Zwck hat, und wodurch nicht nur der Künstler, sondern jeder andere Mensch, der sich künstig in Geschafften, die vorzügliche Gemüchsgaben erfodcrn, Hervorthun soll, zu seinem Berufe vorberei- tet wird, wollen wir hier nicht sprechen, weil es den zukünftigen Künstler nicht allein angeht. Doch können wir nicht unangemerkt lassen, daß jede Ucbung, wodurch die verschiedenen Anlagen des Genies überhaupt entwikclt werden, und jede Kemitniß, die dcn Gesichtskreis des Menschen überhaupt erweitert, auch dem Künstler höchst nützlich sey. Es hatzwat große Künstler gegeben, die von den Schulstudicn völlig entblößt gewesen. Aber es laßt sich allemal vermnthen, daß Unwissenheit und engere Schranken des Verstandes, die aus Mangel gründlicher Schulstudien herkommen, auch solche große Künstler in manchem Stük in der Kunst selbst einschränken. Man sagt, daß dem grossen Raphael die Einsichten einiger vortrefflicher Manner von großer Gelehrsamkeit, die er sich zu Freunden gemacht hat, in manchem Werke, wobcy der Mangel an Studien sein Genie etwas würde gchcmmet haben, sehr nützlich gewesen. Darum würden wir allemal rächen, dem künftigen Künstler, so viel es, ohne den Kunstübungen Abbruch zu thun, geschehen kann *), eine sogenannte gelehrte Erziehung zu geben. Wenn sie nur gründlich ist, so wird sie ihn gewiß künftig in der Kunst selbst einige Grade höher heben, die er ohne dieselbe nicht würde erreicht haben- Wir haben aber hier eigentlich npr das Studium zu betrachten, das der Gg z Kunst- S. Hebungen. 4?o S t u Kunstler Key reifen, Jahren und blos in Absichc auf seine Kunst zu treiben hat, Dieses geht ausfolgende Haupt' punkce: l, Auf allgemeine Kenntniß des Menschen; auf Kenntniß der he ondern Charaktere und Sitten ganzer Völker und einzcler Menschen; z. ans Kcunrniß der sichtbaren Na. tur. und 4. auf Kenntniß der Kunstwerke und der Künstler. r. Im Grunde sind die schonen Künste nichts anders, als Knuste, gewissen Absichten gemäß auf die Gemächer der Menschen zu würken ch: und hieraus erhellet hinlänglich, wie Wesenilieh nochwendig jedem Kunst- !er die Kenntniß der menschlichen Natur ist. Wie konnte er ohne sie wissen, was in jedem Fall crfodcrt wird, Eindrütc von gewisser Art auf die Ge- mürherzu machen? Dieses Studium muß der Künstler mit genauer Beob. achtung seiner selbst anfangen. Er muß sich angewöhnen, auf alles, was in ihm selbst vorgeht, Acht zu haben, und vornehmlich jede Rührung, die mit merklicher Lust oder Unlust verbunden ist, folglich Begierde oderAb- tieigung erwekt, genau zu beobachten. Ein Mensch, her sich selbst nie klar und bestimmt bewußt ist, was er denkt und empfindet, kann auch andre nicht kennen lernen. Wie so viel tausend Menschen täglich ssorechen, ohne je- mals auf die Sprache, deren fie sich ' bedienen, Acht zu haben, um zu nute! scheiden, wie vielerlei) Arten der Worter vorkommen, und wie eini- ge davon die Dinge, von denen man spricht, blos bezeichnen, andre ihre sortdaurendc Beschaffenheit, noch andre vorübergehende Veränderungen darin ausdenken u. f.f.: so geht es auch überhaupt denen, die kein be- solideres Studium daraus machen, mit der Kenntniß ihrer selbst; sie reden, handeln, fühlen sich bald angenehm, bald unangenehm ge- tübrct u. s. w. ohne sich jemals der S. Künste. Stu Dingt, die in ihnen vorgehen, deutlich bewußt zu scyn. Sie empfinden jede Leidenschaft, ohne von einer einzigen sagen zu können, was sie eigentlich ist, und wie sie entsteht: sie haben Gefallen oder Mißfallen an vorkommenden Dingen, und wissen nie zu sagen, was ihnen eigentlich daran gefallt, oder mißfallt. Solche Menschen gehören zum gemeinen Haufen, der überall mechanisch handelt, wie die Umstände es veranlassen, ohne recht zu wissen, was er lhut, oder warum er so und nicht anders handelt. Der Künstler, der sich selbst so wenig beobachtete, würde noch weit weniger wissen, was in den Geuiükhern andrer Menschen vorgeht, folglich zu de» wichtigsten Werken der Kunst untüchtig seyn. Durch ficißigcs Nachdenken über scine Gedanken, Empfindungen, deren Veranlassung und Beschaffenheit aber wirb er auch in Stand gesetzt, andre Menschen kennen zu lernen. 2. Allgemeine Kenntniß der menschlichen- Natur ist dem Künstler noch nicht hinlänglich; er hat mehr, wie jeder andere nöthig, die mancherlei) Charaktere und Sitten der Menschen zu kennen. Denn diese sind der wichtigste Stoff, den jede Kunst bearbci, tet; darum muß er ein besonderes Studium daraus machen, so vieler» lep Menschen, als ihm möglich ist, kennen zu lernen. Er muß sich die Gelegenheit machen, viel mit Menschen von allerlei) Art, Stand und Charakter umzugehen, vornehmlich abör diejenigen besonder!» Gelegenheiten zn Nutze machen 5 wo interessante Geschäffte sie in volle Würksamkeit st^en, da sich die Stärke des Genies und die Warme des Herzens frey cntwikeln können. Es ist nicht möglich, die Kenntnisse dieser Art, die dem Künstler nothwondig sind, anders, als durch «inen ziemlich ausgearbeiteten Um.« gang S t u Stü 471 gang zu erlangen; aber auch dieser nie aller Thesit, der Wahrheit und würde wenig nützen, wenn der Vollkommenheit, und kurz jeder Ei- Künstler nicht unaufhörlich die Auf- gcufchaft eines igauz vollkommenen merksamkcit gleichsam gespannt hielte, Werkes, wird durch fleißiges und um alles, was das Innere derben- überlegtes Beobacht'-n der mannich. sehen verrath, auf das genaueste zu faltigen Werk, der Natur nothwcn« bemerken. big geschärft. Zu diesem allgemeiner» Dieses Studium der Charaktere Vortheil kommt noch der besondere, der Menschen wird aber erst alsdenn. daß die meisten Künste ihren zu bear. recht nützlich, wenn man hinlängliche beitenden Stoff, die redendes aber Kenntniß der mancherlei) Arten der ihre Bilder, zu Gleichnissen, Ver» Gcfchäffte, der Angelegenheiten und gleichungen und Metaphern, in gros, manchn ley durch einander laufenden fem Reichthum und Mannichfalrig« Interessen, des öffentlichen und Prl. keit darin antreten. Darum erleich« vatlebcns hat. Darum sollte der tcrt die Kenntniß der Natur dem Künstler sich auch angelegen seyn las- Künstler die Erfindung, und gicbt ihm sen, diese Kenntnisse zu erwerben, einen Neichthum finnlicher Vorfiel. Er kann damit anfangen, daß er erst lungen, die er auf das vortheilhaste. das Volk, oder die bürgerliche Ge- sie brauchen kann. Man wird daher fcllschaft, in der er lebt, nach den fast immer finden, daß vorzügliche verschiedenen Ständen, Geschafften Kunstler sehr genaue und fleißige und Angelegenheiten jedes Standes, Beobachter der ganzen sichtbaren Na- genau kennen lernt; dann kann er tur find, die ihr Auge auf alles, was ans der Geschichte andreVölker und ihnen vorkommt, mit einer Art von Staaten damit vergleichen, und so uncrsattlicherGierigkcit werfen. Und allmählig zu einer guten Kenntniß es geschieht nicht selten, daß man das der Welt und des menschlichen Ge- Vergnügen hat, Dinge, die uns in schlcchts gelangen. den Werken großer Künstler am mei. z. Hiezu muß nun auch das Stu- sten gefallen, und die wir ihrer Er« diu»! der sichtbaren Natur kommen, findungskraft zugeschrieben haben, Man ruft dem Künstler von allen Or- endlich in der Natur anzutreffen, ten her zu, die Natur sey die wahre 4- Endlich ist auch besonders daS Schule, wo er seine Kunst lernen Studium der besten Kunstwerke selbst, könne: aber er muß auch wissen, wie eine sehr vortheilhaste Sache für den er in dieser Schule studircn soll. Die Künstler. Es ist eine allgemein er- Natnr ist im eigentlichen Verstände kannte Wahrheit, daß Beyspielc, dieLchrmcisterinn desKünstlers; weil wo nicht besser, doch schneller unterste gerade ans den Zwek arbeitet, den richten, als Regeln: diese Beyfpicle auch die schönen Künste sich vorse- nun findet man in den Werken der tzcn *). Der allgemeine Charakter besten Künstler. Wer Genie zu einer der Werke der Kunst"-) ist ig allem, Knust hat, bekommt sogleich bei) was die Natur hervorgebracht hat, Betrachtung vorzüglicher Werke mehr anzutreffen. Durch tägliches Be- Licht über das Praktische derselben, n achten derselben wird der Geschmak als ein langer Unterricht ihm geben gebildet. Gefühl des Schönen, der könnte. Zu einem vollkommenen Einheit und Mannichfaltigkeit, Ue- Werke der Kunst gehören so sehr vie- bereinstimmung der äußern Form mit lcrlcy Dinge: es ist auch von dem dem »nnern Charakter, der Harmo- besten Kunstgenie nicht zu erwarten. ") ? Künste. ") S. Werke der Kunst. daß es gar alle von selbst erreichen werde. Ein Künstler ist in einem Gü 4 Punkt Punkt 47» S t u Punkt vorzuglich, ein andrer in einem andern. Darum werden nicht eher Werke, die in allen Thcilen vollkommen sind , an den Tag kommen, bis große Künstler vielerlcy Werke ihrer Vorgänger gesehen haben, in denen sie stükweise jeden einzeln Theil der Kunst in seiner Vollkommenheit er. dliken. Man sagt von dem großen Raphael selbst, daß er nicht eher zu der Hohe gekommen, in der wir ihn itzt bewundern, bis er die Gcmählde des Michel Angcio gesehen hatte. Für junge Künstler konnte nichts wichtigeres Zcthan werden, als daß jeder vorzüglich große Künstler aufrichtig öffentlich bekannt machte, was er in einem oder dem andern Thcile der Kunst, aus Betrachtung fremder Werke, gelernt hat. Eowol in dieser, als in andern Absichren ist es nützlich, wenn gute Lebensbeschreibungen berühmter Künstler bekannt gemacht werden. Ihre Methoden zu studiren, die Umstände, in denen sie sich befunden, ihre Bekanntschaften, und alles, was überhaupt etwas zu ihrer Bildung beygetragen hat, kann andern zu wichtigen Lehren dienen. Stukkatur. (Baukunst.) Aas Wort kommt vom italiänischen Ltucco, welches eine Art Mörtel bedeutet, der aus Kalk und fein geflossenem Marmor gemacht wird. Aus diesem Stuk werden allerhand Zier- rathen der Baukunst, als Laubwerk, Fesivne, Blumen und Früchte, Car- tnschen n. d. gl. verfertiget» die man überhaupt Grnköalurarbeit nennt. In den Gebäuden werden vornehmlich die Gesimse und Dcken der Zun. nier mit Etukkaturarbeitcn verzieret; man kann sie aber auch an den Aus- senftitcn anbringen, wenn sie nur dem Regen nicht allzusehr ausgesetzt sind. Hier zu Lande wird blos aus dem gc- S t u Meinen Kalkmörtel, wie die Maurer ihn brauchen, und gebranntem Gyps ein Stuk gemacht, der auch außen an den Gebäuden sehr dauerhaft ist. Es scheinet, daß Virruvius von der Stukkaturarbeit untet dem Namen Loronarium opus spreche. Der Stuk ist weich, wie Thon, und läßt sich also mit kleinen eisernen Spateln bearbeiten. Wenn er frisch angemacht ist, wozu weiter nichts erfodcrt wird, als daß man unter frischen Maurermörtel etwa die Hälfte (auch mehr oder weniger) gebrannten frischen Gyps mischt, .so ist er ganz weich, und wird allmählig auf die Stelle, wo man Zierrathen anbringen will, aufgetragen. Nach einer kurzen Frist wird er etwas stei« scr, so daß man ihn entweder in Formen drükcn, oder auf andre Weise nach Belieben bilden kann: währender Arbeit aber wird er im- r wer steifer, so daß man ihn zuletzt mit verschiedenen eisernen Instrumenten beschneiden, und bcschaben kann, um allerhand feine Zierraihen herauszubringen. Nach wenig Tagen ist er schon so hart, wie ein trokencr Thon, und mit der Zeit nimmt er auch eine mittelmäßige Steinharte an. Wird er fleißig und sorgfältig, auch zu einer Zeit gemacht, da er völlig A hart werden kann, che Frost oder Regen darüber geht, so ist er auch von außen sehr dauerhaft, wie an vielen Häusern in Berlin zu sehen, wo dergleichen Arbeit zu Verzicrun. gen der Fenstereinfassungen sehr gewöhnlich ist. Diese Arbeit ist deswegen schätzbar, peil sie in Vergieichung dessen, was ähnliche Zierrathen, in harten Stein, oder auch nur in Holz geschnitzt, kosten, sehr geringen Auswand erfodert. Aber wenn sie auch so gemißbraucht wird, wie seit etii- ^ chen Jahren in Berlin geschieht, daß man die Außenseiten der Häuser ganz damit S t u damit überladet, so wird sie dem Au, gc des Keuners sehr zum Ekel. -H- -k- Von der Stukkatur überhaupt handeln: Joh. Aug. Corvimu« (/^rciz8culpto- risc, vulgo 8cucc,ror!se, pzcsllißms- »z, Vinkel. 1708.) — Jvl). !Hlelc!i. Croeker (Das sotc - 2?tc Kap. der jlveptcn Abthcil. s. wohlanführcndcn Mahlees, handelt von Gipsaebeitcn.) — Anclais Ve Moncamp (Bep s. ?»ir- 660.) Giov. Fil. Bezzi (1690.) Giovb. Artario (>700.) Giovb. Genvne (1700.) Ant. Disegna (1710.) Sant. Bus» (17ZO.) Abond. Stazio — Mich. Tofia (f ) CIcriei (1745) Carpof. Mazzetti, Ten» chola gen. (1750.) Gius. Artario (1-1769.) Benign. Boss» u. a. m. Stumme Spiel. Der Theil der Vorstellung des Schauspieles, der ohne Reden geschieht. Man wagt es noch selten, einen etwas beträchtlichen Theil der Handlung auf der Bühne stillschweigend fortgehen zu lassen; daher das stumme Spiel nach der itzigcn Beschaffenheit der Bühne vornehmlich Key den Personen statt hat, welche wahrender Zeit, da andre sprechen, entweder als Zuhörer, oder in andern Bcschafftigungcn aufder Bühne sind. Die Furcht vor dem Stillschweigen hat indessen gar oft bey Dichtern sehr schwache frostige Sce- ncn veranlasset. Es trifft sich bis- S t ü ??Z weilen , daß die Leidenschaften auf das höchste gestiegen sind, oder daß sich ein unvermutheter, aber höchst merkwürdigerZufall ereignet, da das Stillschweigen sehr natürlich wird. Dieses zu verhindern, laßt der Dichter bisweilen Nebenpersonen reden, aber so schwach und so frostig, daß ein ganzer Auftritt dadurch verdorben wird. In wichtigen Auftritten geschieht es ganz natürlich, daß die Hauptpersonen in einem etwas langen und wichtigen Stillschweigen sind. Laßt man alsdann Nebenpersonen reden, so wird unsre Aufmerksamkeit von dem abgezogen, worauf sie allein sollte gcric' let seyn. Daher scheinet es schlechterdings nothwendig, daß bisweilen ganze Auftritte, oder doch Theile derselben stumm ftyen. Es sey aber, daß ein Auftritt ganz oder nur zum Theil stumm ist, so ist allemal das stumme Spiel ein sehr wichtiger Theil der Kunst des Schauspielers. Denn es kommt gar oft vor, daß wenigstens ein Theil der vorhandenen Personen eine Zeitlang entweder blos zuhören, oder sonst keinen Antheil an der Unterredung haben. Alsdenn kann ihr stummes Spiel viel verderben oder gut machen. Es spricht entweder gar keiner; oder nur einer, und alle andre hören zu; oder es unterreden sich zwey, und andre hören zu; oder es sind Personen da, die weder reden noch zuhören, sondern für sich in Gedanken beschasstiget sind. Dies sind die vier Falle des stummen Spiels. In den drei) ersten Fallen muß schlechterdings alles auf den Inhalt der Rede übcreiustimincn. Die, welche nicht reden, müssen den Redenden zuhören, und an ihren Stellungen, Minen, Gcbchrden und Bewegungen muß man den verschiedenen Eindruk der Rede sehen. Das stumme Spiel muß eine Achnlichkeit mit der Begleitung der Instrumente bcym Ge- Gg,5 sang 474 S t u sang haben. Vot allen Dingen müssen dw Schauspieler sich davor in Acht nehmen, daß ihr Spiel die Aufmerkst,mlcit auf die Hauptpersonen, welche cht reten. niiAt schwache. Deswegen -NUß jede Mine, jede Stellung und Gebchrdc gemüßigt ftyn, daß sie nicht hervorstehe. Stumme Personen muffen sich immer erinnern, daß sie cht den Redenden untergeordnet sind. Es darf kaum gesagt werden, daß das stumme Spiel nichts gegen den Geist des Auftritts enthalten müsse; denn dieses ist jedem offenbar. Aber dieses muß den Schauspielern auf das nachdrükllchste empfohlen werden, daß sie nichts.gezwungenes und nichts künstliches machen. Meit besser wäre es, wenn sie gar Mehls machten, und unbeweglich zuhörten. Nichts ist unerträglicher und der Tauschung, die beym Schauspiel sosehr «othwcndig ist, mehr entgegen, als wenn man Zwang und Kunst sehen laßt. Der Zuschauer muß gar nicht gewahr werden, daß der Schauspieler auf sich selbst Achtung gicbt. In den Auftritten, wo eine stumme Person für sich steht und keinen Anrhcil au der Handlung nimmt, die alsdann die Hauptsache des Auftritts ausmacht, wäre zu wünschen, daß der Schauspieler ganzlich vergäße, daß noch jemand außer ihm auf der Bühne stehe. Er muß völlig so handeln, als wenn er ganz ohne Zeugen wäre. Aber vorher muß er genau nachdenken, wie weit sein Spiel den andern Personen untergeordnet ftp. Sturzrinne. (BaukuiF.) Ein großes Glied, das an demKranz der Gesimse, auch an dem Fuß der Sän'eusiühle gebraucht wird. Man findet Zeichnung davon im Artikel Glieder. Sub Subsemitonium. (Musik.) Tie große Terz der Dominante, oder der untere halbe Ton söwol des Haupttoncs, als überhaupt je- des Tones, in den ausgewichen wird. Dieser Ton hat etwas von der Eigenschaft der wesentlichen kleinen Septime an sich; er unterhalt, wie diese, den Ton, darin man ist, be. fördert jede Ausweichung ch, und erregt allc^it das Gefühl des folgen- den Accords der Tonica, bcy dein er einen Grad über sich in die Tonica geht. Z.B. 5??—>' Dl st——^ 44 — ^ . i- -tt Ohne das Subsemitonium, welches auch Semitouium modi genennet wird, kann kein vollkommcnerSchluß weder m der Moll - noch Dur-Tonart bewerkstelliget werden; mit ihm hingegen kann der Schluß auch ohne die wesentliche Septime vollkommen ftpii, ans folgende Art: -d ,, . -l- jsi Man hat in vielstimmigen Sachen wol darauf Acht zu geben, daß das Subsemitonium nicht verdoppelt werde; nicht allein, wenn der Fundamentalton im Baß angeschlagen wird, sondern auch bep den Verwechslungen S- Ausweichung i Th. S. -8z und -84. S y l gen des Dominantcnaccordcs; weil jede Verdoppelung desselben hart klkk. get, und entweder verbotene Octa- vcnfortschreitungen oder einen sieiftn Gesang verursachetDaher kann bei) dein Sextenaccord des folgenden Bcyspiels die Sexte des ersten Exem- pels verdoppelt werben, im dem zwey- tcn nbcr nicht, weil sie das Subse» niitonium ist. >5 S y l 47s ,,Q - -i Sylbenmaaß. Äas Wort scheinet in verschiedenen Bedeutungen genommen zu werden. Ucberhanpr drükt cs daS regelmäßige Abmessen der Sylbcn aus, in sofern es auf ihre Lange und Kürze geht; wie wenn man sagte: die gebundene Rede unterscheide sich' von der ungebundenen dadurch, daß in jener ein Sylbenmaaß beobachtet werde. Nach dieser Bedeutung wird es auch gebraucht, wenn man von einem Gedichte sagt, die Verse haben ein jambisches, oder trochaisches, oder ein nach einem andern herrschenden Fuß bencuntes Sylbenmaaß. In diesem Sinne wird es ofte mit dem Worte Vcrsart verwechselt; denn man sagt bisweilen auch eine jambische, tro- chaische u d, gl. Vcrsart. Man dehnet die Bedeutung bisweilen so weit aus, daß man die ga rze metrische Beschaffenheit des Gedichts durch das Wort Sylbenmaaß ausdrükt. Diese Bedeutung hat es, wenn man vom elegischen, heroischen, dramatischen und lyrischen Sylbenmaaße spricht. Wir schranken hier die Bedeutung blos auf die Beschaffenheit der Füße des Verses, ohne Rüksicht auf seine Lange und andre Eigenschaften, ein, und schreiben allen Versen einerlei) ") S. keiltoll. Sylbenmaaß zu, wenn die Beschaffenheit ihrerFüße einerlei) ist. wie verschieden sie sonst in ihrer Lange ftycn. Nach dieser Bedeutung sagen wir also, die Alven, die Salyren und die meisten Oden von Halter haben dasselbe Sylbenmaaß; in sofern nämlich die Füße der Verse dnrchgehcnds Jamben sind. Das Sylbenmaaß nennen wir gleichartig, wenn der Vers ans gleichen Füßen, als Iamben, Trochäen u. s. f. besteht, ungleichartig, wenn mchrcrt Füße, als Spondaen, Daktylen u. a. in demselben Vers zusammenkommen. So viel sey von der Bedeutung des Worts gesagt. Unste deutsche Dichter voriger Zeit, das ist, die, welche vor dem vierzigsten Jahr dieses laufenden Jahrhunderts geschrieben haben, waren gewohnt meistentheils in gleichartigem Sylbenmaaß zu dichten, und zwar vornehmlich in dem jambischen und trochäischen, welchem sie aber bisweilen einen Spandaus mit einmischten. Zum lyrischen Gedichte wählten sie kürzere jambische oder trochaischc; zum erzählenden und lehrenden aber längere, und blos jambischeVerse. Die lyrischen Stro- phen aber setzten sie bisweilen aus Versen von verschiedenem Sylbenmaaße zusammen. Aber von Versen von ungleichartigem Sylbenmaaße wußten sie wenig, und glaubten vcr- muthlich, daß unsre Sprache sich dazu nicht schike. Da sie in der lyrischen Art weit mehr Lieder, als Oden dichteten, zo war es in der That auch schillich, bey gleichartigem Sylbenmaaße zu bleiben. Denn es scheinet, daß die durchaus gleichartige Empfindung, die zum Charakter des Liedes gehöret *), auch ein solches Sylbenmaaß crfo- dcre. Nur in den Liedern von solchen Doppel- S. kied. 476 S Y l Doppelstrophen, da immer der zwey- leThci! der Strophe der Empfindung eine veränderte Wendung gäbe, könnte es schiklich seyn, jeder Hälfte der Strophe ihr eigenes Sylbenmaaß zu geben. Doch wäre dieses auch nicht allemal nöthig > weil bisweilen blos die veränderte Länge des Verses dazu hinlänglich seyn könnte. Es ist stl)on anderswo erinnert worden, *) wenn unsrc Dichter angefangen haben ungleichartige Shl- benmaaße in dem Lyrischen und an» der» Versen zu versuchen. Es ist wahrscheinlich, daß die nähere Betrachtung der besonder» Beschaffenheit der Ode diese Veränderung vcr- anlasset habe. Man inachte lyrische Verse, in denen mehrere Arten der Füße abwechselten, da in eiuemVers bald ein Spondäus» bald ein Daktylus, bald ein Jambus oder Trochäus vorkam; und dieses ungleichartige Sylbenmaaß wurde auch in den zu einer Strophe gehörigen Versen abgeändert, da man vorher den Strophen nur durch die verschiedene Län- ge der Verse die Abänderung verschafft harte. Nachdem die ersten Versuche von Pyra, Langen, Ramlern und einigen Verfassern der bremischenBey- träge Bcyfall gefunden, wurden all- mälssig alle Arten des griechischen Syldenmaaßes von unsern lyrischen Dichtern versucht. Aber Klopstok und Ramlcr sind darin am glüklich- sten gewesen. Dem erster» haben wir auch den Heranieter zu danken. Dem Tonsetzer machen zwar diese Sylben- maaße sehr viel mehr zu schaffen, um seinem Gesang dazu alle rhythmische Vollkommenheit zu geben, als da er blos Lieder von gleichartigem Syl- benmaaße in Musik zu setzen hatte. Doch wissen sich gute Tonsetzer auch aus diesen Schwierigkeiten heraus- zuziehen. Das ungleichartige Sylbenmaaß hat fiiiicr Natur nach mehr Mannich- S. Lyrisch. Syl faltigkeit, als das gleichartige; eS gehört aber auch ein feineres und geübteres Ohr dazu, die Annehmlichkeiten desselben zu fühlen, als zu unfern alten gewöhnlichen Sylben- maaßen. Darum würden wir immer noch rathen, solche Gedichte, die auch für unwissende, völlig ungeübte Leser bestimmt sind, nach unscrn ehemaligen Sylbcnmaaßen einzurichten. Herr Schlegel hat unscrs Erachtens wol bewiesen, daß einerlei) Sylbenmaaß dennoch gar verschiedene Cha- rattere des Tones, vom Sanften und Zärtlichen bis zum Starken und Fürchterlichen, annehmen könne-") Man muß sich darum noch nicht einbilden, baß das trochäische, oder jam- bische, oder ein anderes Sylbenmaaß sich mit Ausschluß anderer zu gewissen Charakteren allein schikc. Von den Gylbenmaasten der Al. ten handeln besonders:. Hephasiiou (lle ,VIerri«, ex eciir. piiucv, t/Irrsj. 17:6. 4. gr. n. tat. b. A ) — Unter den Lateinern : Der Grammatiker Diome- des < im zteu Buche, in der Ausgabe der alten Grammatiker von Putsch, nc>v. 160;. 4. S. q?L u. s.) — pris. ciauus (l)e vertibu» comicis, ebcnd. S. >z>!>.) —> Marc. Serv. Honora- tus (/ws 8>5. einzeln von L.v. Suiten, b»Z4??. k»!. Par, i;z>. 4. Ikx vi?, 3rg»lir. 1584. 8. gedruckt.) — Marius Victormus (l)e Orcbogr. er kckecriz, I_U>. IV. a. a. O. S. 245°.) — Mar. Plorius (Ls^kecriz, ebcnd. S. s6iz.)— Taes. Nassus *) In seiner Abhandlung von der Harmonie des Verses. Sym S y m 47? NassttS (De bereis, ekcnb. S. -6t>z.) — Aril. FoctunalianuL (l)e Ivlcrris, cbcnd. lA, ,671.) »— Rustnus (Oe KZerris ^«.renrii, I^Isuri cc slior. Oomicor. cbcnd. S. ,710.)— Lensorinus (De dlerrie, krsgm. cbcnd. »7LZ.) — Fl. ZNallius Theoborus (Oe ^lerrii Oib. ecl. lsc. keifier. kfieuii»Aer> Ougfi. Lsr. 1756 und 1766, z.) — Nie. Perorri (Lpis. De fi,coe>ibus Terror, sc 6c Ifiarsr. er Scvcr. Uccrbii mecris, Opus, Vsn. 1497. 4.) — Gab. Laernus (Bei) s. Ausg. dcS Tcrcnz, Flor. >5ü>>8. findet sich ein. 60 vcrNbus comicis libei. aber unvollendet, welches F. W- Reiz seinem ltuficns des Plnurus, Öipt. 17 89- 8. wieder bcydrllcken lassen.) — Phil, parcus (Oc mecriz comic. sc praeci- xue l'lsurinis, Lommcnr. merkiofi. I'rcir. lSzg. z.) — I. G Scale (e^n /^nai^ils ut rkc xrecie ölleriez, l.. 1784. 8.) — llcbeigens kommt eben diese Äaierie, natürlich i» den Prosodien der filtern Sprachen, und Bemerkungen darüber in mchrecn SchriftficUern. als, unter andern, in der Vorrede von Heati? Ifiur. sfi I r-^ic. Vcr. Oram, U. d. M. vor.— Auch gehört, im Ganjen, noch das 6te und ?te Buch von dcS Salinas Werke Oc diutica , . . 8itlin.1577.fi. hieber. — — Wegen der Svlbenmaße verteuern, s. den Art. Versa«. Symmetrie. (Zeichnende Kulisse.) Aas Wort bedeutet zwar nach seinem Ursprünge duo gute Verhaltniß derTheile eines Ganzen gegen einander; man braucht es aber gemeiniglich in zeichnenden Künsten, um die Art der Anordnung auszubrüten, wodurch ein Werk in zwei) gleiche, oder ähnliche .halsten gctheilt wird. Diese Anordnung hat die Natur durchgeheuos in der äußern Form der thierifchcu Körper beobachtet. Niemand zweifelt daran, daß sie bc» den khierischen Körpern die vollkommenste sei). Wenn man z. B. voraussetzet, daß dem Menschen gewisse Glied-- maaßen paarweise, hingegen andre nur einzeln nölhig gewesen: so läßt sich leicht begreifen, daß gleiche und ähnliche Thcile auch gleiche Stellen, jeder der cinzelen aoer auch seine ausschließende Stelle haben mußte, wenn die Form umadelhaft scyn sollte. Aus eben belli Grunde, warum der eine der Heyden Aerme auf der rechten Seite, so wie er ist, gesetzt worden, mußte der andere linker Seite so gesetzt werden; und dieses gilt auch von andern Gliedern, die doppelt nöthig waren. Daher ist die Symmetrie in der Gestalt der khierischen Körper entstanden. In den Werken der Kunst wird sie deswegen überall, wo gleiche und ähnliche Thcile uochwendig sind, ebenfalls beobachtet. So sicher man, baß an Häusern die Fenster eines Geschosses, die gleich und ähnlich ftyn mußten, auch pcwrs und links aus der Mitte des Gebäudes gleich ausgerheilt find. Weil die Symmetrie aus den zu einem Werke norhwcndig gehörigen gleichen und ähnlichen Theilen entsteht, so muß sie nicht aus die Werte ausgedehnt werden, die nicht noch- wendig solche Thcile haben. Es ist deswegen gar nicht nölhig, daß z.B. auch in der innern Einrichtung eines Gebäudes die eine Halste der andern gleich sey, um Symmetrie zu erhalten. Dergleichen unnütze und willkührliche Regeln verrathcn vielmehr einen völligen Mangel an Verstand und Uebcrlegnng. Man muß nicht der Symmetrie halber ohne Noch gleiche und ähnliche Thcile machen, sondern erst da»», wenn diese nochweudig stno, auf symmetrische Anordnung derselben denken. Darum ist es auch einfältig, wenn man in Anlegung der Garten eine so ängstliche Symmetrie sucht, als bey der Außenseite der Gebäude. Hier ist gar 473 SY M gar kein Grund dazu vorhanden, daß zu Heyden Seiten einer Allee gleiche und ahnliche Theile seyen sollen! folg. jich fallt auch da die Symmetrie weg; sie schiket sich da eben so wenig, als in einer Landschaft. Auch der schlechteste Mahler wir' sich hüten, eine solche zu mahlen, die ans zwey gleichen und ähnlichen Halsten de- stehet. Eben so wird sie auch in den gewöhnlichen Balleten, da die Figuranten allemal rechts und links auf gleiche Weise vertheilt sind, gewiß- braucht. Daraus entstehet ein eben so steifes und gezwungenes Wesen, als man in einigen alten Gcmahlden, steht, in denen die Personen symmetrisch gestellt worden. Ueöcrhaupt ist also die Symmetrie diese besondere Art der Ordnung, da gleiche Theile^ auch gleich gestellt werden. Daher entstehet in den Merken, wo dieses Statt hat, eine Mitte, die gleichsam den Augenpunkt ausmacht. Es ist aber für die symmetrische Anordnung vortheilhast, daß das Auge sogleich nach dieser Mitte gerichtet werde, ans welcher das Ganze mit der größten Leichtigkeit zu übersehen ist. Daher kommt es, daß die Baumeister insgemein die Mitten der Außenseiten an Ge- bänden durch besondere Zierrathcn unterscheiden, damit sie sogleich bemerkt werden. Symphonie. (Musik.) Ein vielstimmiges Instrumentalstük. das anstatt der abgekommenen Ouvertüren gebraucht wird. DieSchwie- rigkeit eine Ouvertüre gut vorzutragen , und die noch größere Schwie. rigkeit, eine gute Ouvertüre zu machen, hat zu der leichteren Form der Symphonie, die Anfangs aus ein oder etlichen fugirten Sinken, d>c mit Tanzstüken von verschiedener An ad» Sym wechselten, bestand, und insgemein Parrie genennt wurde,Anlaß gegeben. Die Ouvertüre erhielt sich zwar noch vor großen Kirchensiüken und Opern; und man bediente sich der Partien bios in der Kammermusik: allein man wurde der Tanzstüke, die ohne Tanz waren, auch bald müde, und ließ es endlich bey ein oder zwey fugirten oder unsugirten Allegros, die mit einem langsamcrn Andante oder,Largo abwechselten, bewenden. Diese Gattung wurde Symphonie gencnnt, und sowoi in der Kammermusik, als vor Opern und Kirchenmusiken ein- gcführct, wo sie noch itzt im Gebrauch ist. Die Instrumente, die zur Symphonie gehören, sind Violinen, Bratsche lind Baßiiistrumen- lc; jede Stimme wird stark besetzt. Zum Ausfüllen oder zur Verstärkung können noch Horner, Hoboen und Flöten dazu kommen. Man kann die Symphonie mit einem Jnstriimcntalchvr vergleichen, so wie die Sonate mit einer Iustru- mcntalcantate. Bey dieser kann die Melodie der Hauptstimme, die nur einfach besetzt ist, so beschaffen ftyn, daß sie Verzierung vertragt, und oft sogar verlanget. In der Symphonie hingegen, wo jede Stimme mehr w>e einfach beftyc wird, muß der Gesang oen höchsten Nachdruk schon in den vorgeschriebenen Noten enthalten und in keiner Stimme die geringste Verzierung oder Coloratne, vertragen können. Es dürfen auch, weil sie mehr wie die Sonate ein Uedungsstük ist, sondern gleich vom Blair getroffen werden muß, keine Schwierigkeiten darin vorkommeil, die ntchc von vielen gleich getroffen und deutlich vorgetragen werden können. D>e Symphonie ist zu dem Ans« drnk des Großen, des Feyerlichcn und Erhabenen vorzüglich geschikt. Ihr Enozwck ist, den -zuhörcr zu einer wichtigen Musik vorzubereiten, oder Sym oder in ein Kammerconcert M'Pracht der Instrumentalmusik aufzubieten. Coli sie diesem Endzwek vollkommen Genüge leisten, und cin mit der Opcr oder Kirchenmusik, der sie vorhergeht, verbundener Theil styn, so musz sie neben deni Ausdruk des Großen und Feyerlichen noch einen Charakter haben, der den Zuhörer in d,c Gcmüthsvcrfassung setzt, die das folgende Stük im Ganzen verlange, und sich durch die Schreibern, die sich für die Kirche, oder das Theater schlkt, unterscheiden. Die Kammersymphonie, die ein für sich bestehendes Ganzes, das auf keine folgende Musik abzielet, ausmacht, erreicht ihren Endzwek nur durch eine volltonige, glanzende und feurige Schreibart. Die Allegros der besten Kammersymphonie» enthalten große und kühne Gedanken, frcyc Behandlung des Satzes, anscheinende Unordnung in der Melodie und Harmonie, stark marquirte Rhythmen von verschiedener Art, kräftige Baßmclobien und Unisoni, conccrurmde Mittclstimmen, fteye Nachahmungen, oft ein Thema, das nach Fugcnart behandelt wird, Plötz, üchc Ucbergange und Ausschweifungen von einem Ton zum andern, die desto stärker frappiren, je schwacher oft die Verbindung ist, starke Schat« ltrungeii des Forrc und Piano, und vornehmlich dcsCi escendo, das, wenn es zugleich dey einer aufsteigenden und an Ausdruk zunehmenden Melodie angebracht wird, von der größten Wurkung ist. Hiezu kommt noch die Kunst, alle Stimmen in und mit einander so zu verbinden, daß ihre Zusainmcntöimng nur eine einzige Melodie hören läßt, die keiner Begleitung fähig ist, sondern wozu jede Stimme nur das Ihrige beyträgt. Ein solches Allegro in der Symphonie ist, was eine pindarischc Ode in dcrPoesie ist; es erhebt und erschüttert, wie diese, die Seck des Zlchö,- SYM 479 rers, und crfodcrt denselben Geist, dieselbe erhabene Einbildungskraft, Uyd dieselbe Kunstwissenschaft, um darin glüklich zu styn. Die AllegroS in den Symphonien des Niederländers Vanmaloere, die als Mustce dieser Gattung der Instrumentalmusik angesehen werden können, haben glkc vorhin erwähnt« Eigenschaften, und zeugen von der Größe ihres Verfassers, dessen frühzeitiger Tod der Kunst noch viele Meistcrstüke dieser Art entrissen hat. Das Andqnte oder Zargo zwischen dem ersten und letzten Allegro hat zwar keinen so nahe bestimmten Charakter, sondern ist oft von angenehmen, oder pathetischen, oder traurigen Ausdruk; doch muß es eine Schreibart haben, die der Würde der Symphonie gemäß ist, und nicht, wie es zur Mode zu werden scheinet, ans bloßen Tändeleycn bestehen, die, wenn man doch tändeln will, eher in einer Sonate angebracht werden, oder in Symphonien vor komischen Operetten einen guten Platz haben können. Die Opcrnsymphonien nehme« mehr oder weniger von der Eigenschaft der Kanuiiersymphonie an,, nachdem es sich zu dem Charakter der vorzustellenden Oper schikc. Doch scheint es, daß sie weniger Ausschweifung vertragen, und auch nicht so sehr ausgearbeitet seyn dürfen, weil der Zuhörer mehr auf das, was folgen soll, als auf die Symphonie selbst, aufmerksam ist. Da dtemeh- rcstcn unserer großen Opern denselben Charakter und eine bloßcOhren-und Augcnverblcndung zum Gl und zu haben scheinen, so rhut die Symphonie schon ihre Würkung, wenn sie auch nur blos wolklnigeiid lärmet- Wenigstens haben die Opcrnsymphonien dcrJtaliancr niemals eine andre Ei. geuschaft. Die Instrumente lärmen in den Allegros über einen Trommel- baß und drey Accorden, und tändeln 48» S Y M in den Andantinos ohne Kraft und Ausdruk; auch achtet kein Zuhörer in Italien auf die Symphonie. Graun hat ungleich mehr Kunst und Charakter in seine Opernsymphonicn gebracht! doch fehlte seiner zartli- chen Seele das hiezu nöthige Feuer. Der schöne Gesang, der ihn nie verließ, so schätzbar er, auch ist, ist in jeder Symphonie doch nur von matter Wartung. Man glaubt eine feurige Opernarie zu hören, die von Instrumenten vorgetragen wird. Graun würde in diesem Fach von feinem Bruder, dem verstorbenen Concrrtmeistcr, übertreffen worden ftyn, der i» einigen Kammersymphonien den wahren Geist der Symphonie getroffen hat. Auch hat Haffe ihn hierin übertroffen, obgleich dessen Opernsymphonicn auch viel aricu- mäßigcs haben. Die Franzofen suchen in ihren Symphonien vordenOperetcenTan- deleyen mir erhabenen Gedanken abzuwechseln. Aber alle ihre Erhabenheit artet in Schwulst aus; man darf, um sich hievon zu überzeugen, nur die erste die beste französische Symphonie in Partitur sehen, oder anhören. Da die Operetten überhaupt mehr Charakteristisches, als die gros- sen Opern haben, so ist es nicht ausgemacht, baß es jedesmal eine Symphonie seyn müsse, womit das Stük anfängt. Manche Operette kann einen Charakter haben, wozu sich das Große der Symphonie gar nicht schikt. Hier wäre Gelegenheit, neue Formen zu erfinden, die jedem Stük angemessen waren, und denen man den allgemeinen Namen Inrroou- ccic»i geben könnte, damit sie nicht mit der Symphonie, die eigentlich immer nur die Pracht und das Große derJusirumentalmusik zum Endzwek haben sollte, verwechselt wurden. Die Kirchensymphonie unterscheidet sich von den übrigen vornehmlich durch die ernste Schreibart. Sie Syst besteht oft nur aus einem einzigen Stük. Sie vertragt nicht, wie die Kammersymphouie, Ausschweifungen oder Unordnung in den melodischen und harmonischen Fortschrei- tungcn, sondern geht in gesetzten und nach Beschaffenheit des Ausdruks des Kirchenstüks geschwinderen oder langsamem Schritten fort, und beobachtet genau die Regel des Satzes. Sie hat statt des Prächtigen oft eine stille Erhabenheit zum Endzwek, und verträgt ain besten eine pathetische und wol ausgearbeitete Fuge. Symphonien haben, unter mehrcrn, gesetzt: Ioh. Adam, C. F. Abel, Azais, C. P. E. Bach, I. C. Bach, George und Franz Bends, Am. Bailieux, Frz. Beck, L. Boccherini, I.J.C.Bode, Bo, ncsi, Bronchi, Am. Bulant, Gins. Cambini, Chcstn. Cannaluch, Gaud. Co- mi, Czarth, Oesormcry, Devicnne/ Dittersdorf, E. Cichner, Mich.,'Wer, Anc. Filz, Förster, Flor. L. Gaömami, I. I. G. Gaper, G. Gcbel, Fre. Jos. Gvffec, I. Th. Grrincr, C. H. Graun, F.G.Graun, Ioh. Harrmann, Haffe, Haydn, C. F. Hennig, Hoegk, beop. Hosmann, Frz. AM. Hofmeister, Horn, Jgn. Holzbauer, I. W. Hrctel, Ja- nitsch, Frz. Jgn. Kaa, A. Kammel, I. F. Klöster, v. Kvspvth, G. A. Äreust. ncr, Frz. Kraft, Kürznigcr, F. P. Milzen, bampugnam, LeehmannS, C. G. üdarti, Loeenzili, Anbr. Luchesi, L. Maier, G. B. Marrini, A. W. F. MiSliweczek, Miraglio, Mozart, Nr- ruda, G. Pugnani, Raab, Richter, Riebt, Rose, Stamitz, Schwindel, M. G. Treschi, Vanmalder, Wagen- seil, u. v. a. m. — System. (Musik.) Aas Wort hat mehrere Bedeutungen. Die Griechen nannten jedes Intervall, in soseru es als aus zwey, oder S y st oder mehr andern zusammengesetzt betrachtet wird, System: in diesem Sinne kann die Octavc so genennt werden, in sofern sie aus einer Quart und. einer Quinte zusammengesetzt ist; die Quinte, in sofern sie ans einer kleinen und einer großen Terz zusammengesetzt ist u. s. f. In besonderm Sinne wurde der Name der Quarte gegeben, in sofern sie auf verschiedene Arten ans kleinern In« tcrvallen zusammengesetzt wurde, deren Beschaffenheit die sogenannten tiener», oder Gattungen des Systems ausmachten, nämlich das cn- harmvnische, chromatische und diatonische. Auch die ganze Reihe der Tone, die von den freyen Sayten eines Insirnmenrs angegeben wurden, hieß das System; daher denn endlich auch die Bedeutung des Worts gekommen ist, nach der es die ganze Reihe aller in derMnsikbrauchbaren Tone vom tiefsten bis zum höchsten anzeiget. Zu allen diesen Bedeutungen kommt in der heutigen Musik noch die, nach der man auch den fünf Linien, aufweiche die Noten gesetzt werden, den Namen des Systems gicbt; insgemein aber werden diese Linien das Llkorens/siem gcnennt. Wir werben in diesem Artikel drey zur Theorie der Musik gehörige Punkte betrachten, von denen das Wort System gebraucht wird, i. Das System einer diatonischen Octavc: 2. das System aller im Bezirk einer Octavc liegenden, in der heutigen Musik brauchbaren Tone, und z. die Reihe aller Tone uiiftcr Musik vom tiefsten bis zum höchsten. i. Ohne Zweifel haben die Menschen lange gesungen, che es cincin nachdenkenden Kopf einfiel, eine Reihe bestimmter Tone für den Gesang festzusetzen. Die Geschichte sagt uns nichts Zuve» laßiges von der Erfindung eines Tonsysiems; aber da der menschliche Geist sich in allen Zei- kn in dem allgemeinen Gange, auf Vierter Thcil. Syst 48t dem er seine Erfindungen macht: gleich bleibet, so haben wirhicrnicht nöthig, uns in der Dunkelheit des höchsten Alterthnms um Nachrichten von dem Ursprung desselben umzu- sehen. Wir kennen noch genug halbwilde Völker, die ohne festgesetztes Tvnsystem Lieder singe»; und es ist zu vermulhcn, daß die Griechen und andre Völker des Alterthnms, bey denen die Mustk zu einer ordentlichen Kunst geworden, es-eben so werden gemacht haben. Der natürliche Sänger wählt die Töne, wie die Empfindung sie ihm in die Kehle legt, und weiß von keinem System, aus dem er sie zu wählen hätte. Wenn man einigcn Neisebeschreibcrn glauben sollte: so müßte man aus die Ber- muthung fallen, daß unser heutiges diatonisches System der menschlichen Kehle natürlich und gleichsam ange- bohren wäre. D>nn sie geben uns von verschiedenen Völkern, die bloße Naturalisten sin Singen sind, Lieder nach unser,» diatonischen System in Noten gesetzt. Aber man kann sich darauf wenig verlassen; und ver- muthlich würde ein heutiger Neger oder Irokese sein von einem Europaer diatonisch aufgesetzresLied, wenn es ihm vorgesungen würde, eben so wenig erkennen, als Cicero seine Reden, von einem heutigen Schüler de- clamirt, erkennen würde. Es ist höchst wahrscheinlich, daß der Gebrauch der Instrumente den Einfall, gewisse Töne festzusetzen, er- zeugt habe. Sowol Pfeifen, als be- saytcte Instrumente sind Erfindungen, auf die auch halbwilde Völker leichtfallen. Wollte nun der Erfinder eines solchen Instruments etwas singbares darauf herausbringen, so mußte er nothwcndig ein System von Tonen darauf festsetzen, weil das Instrument nicht so wie dieKehle jeden Ton angicbt, den das Ohr des Spielers verlangt, sondern nur die Hh fesig»- 48» Syst festgesetzten, die seine Beschaffenheit aliein hervorbringen kann. Wenn wir also setzen, Mercurius, oder wer der sonst seyn mag, der zuerst den Einfall gehabt, zwischen die Horner eines Sticrschädcls einige Say- tcn zu spannen, und diese Lyra zur Begleitung seiner Lieder zu brauchen, sey nun in der Arbeit begriffen, diesen Saytcn eine Stimmung zu geben, die sein Gehör befriedige: so entsteht die Frage, was er etwa für Gründe haben mochte, diese Saytcn so und nicht anders zu stimmen; oder man kann fragen, wie wird dieser Erftn- der wahrscheinlicher Weise seine Say- ten stimmen? Da man natürlicher Weise voraussetzen kann, er habe schon lange vorher sich im Singen geübct: so wird man auch annehmen können, er werde die Tone, die ihm in seinen Liedern am meiste» gefallen, auf das Instrument zu bxingen su- chcn, nämlich die gefälligsten Conso- nanzen. Es kann aber zu unsrcr Absicht hinreichend seyn, wenn wir uns hier dlos an die alrc Tradition der Griechen halten, und die allgemeine Frage an diesem besonder» Fall untersuchen. Die Erfindung der Lyra wird dem Mercurius zugeschrieben; und mait sagt, er habe sie mit vier Sayten bespannt, die so gestimmt gewesen, daß die tiefste gegen die hoch» sie die Octave, gegen die zweytc die Qtmtt«, und gegen die dritte die Ominle angegeben habe. Folglich hätte das erste System ans vier Tonen bestanden, die sich so gegen einander verhalten, wie in unserm System die Tone tl, II (Z, a. So großes Mißtrauen ich sonst in die Sagen der Griechen setze, so kommt mir diese dock) wahrscheinlich vor. Ich glaube, daß in jedem Lande der Welt, wo die Menschen einiges Gefühl für Wolklang haben, ein System, das nicht mehr als vier Saytcn haben sollte, nach einigen Versuchen gerade so würde gestimmt Syst werben; weil diese Intervalle die sind, die man durch Probircn bcy allmahli- ger Erhebung der Stimme am leich. testen cnrdcken und ins Gehör fassen kann. Es ist ganz natürlich, daß der Sänger, der seinem Instrument vier Tone geben will, mit feiner Stimme vielfältige Versuche machen werde, um die vier Töne zu eittdcken, die ihm als die angenehmsten vorkommen. Nun weiß aber jedermann , daß es nicht möglich ist, ein System von vier Sayten zu finden, die überhaupt mehr Harmonie geben, und sich zum Einstimmen bey dem Gesang, oder zur Begleitung besser schiken, als gerade diese vier, die eine Octave, zwey Ouinten und zwey Ouarten enthalten. Hiezu kommt aber noch, daß jedes dieser Intervalle, wenn man es durch Probiren der Stimme einmal getroffen hat, sich sehr leichte wiederholen und ins Gehör fassen läßt. Deswegen waren die angezeigten vier Töne am leichtesten zu cnt- dekcn, und auf dem Instrument zu stimmen; und aus diesem Grunde halten wir die griechische Sage für so wahrscheinlich, daß wir alles fernere Nachforsche» über die erste Beschaffenheit des cinfachcsten Tonfystems für überfiüßig halten, da dieses der wahrscheinlichsten Erwartung hinlänglich genug thut. Nun war freylich mit diesem ersten Tonfystem wenig auszurichten. Indessen soll doch die Lyra eine ziemliche Zeitlang nur diese vier Töne gehabt haben. Wenn dies ist, so müssen wir vermuthcn, daß die Sanger nicht auf jede» Ton, den sie gesungen, auch eine Saytc der Lyra werden angeschlagen , sondern es so gemacht haben, wie noch itzt geschieht, da man auf einen Baßton viel andere Töne in der Höhe singt. Also werde» die Sänger ihren Gesang nach Gutdünken ans der Kehle herausgebracht, und etwa bisweilen, wo sie glaub, ten, daß es sich am besten schile, die eine S p st eine oder andre Sayte ihrcrLyra dazu angeschlagen haben. Dieses ist, nach unserm Vermachen, die älteste Weise zu singen, und den Gesang mit einem Instrument zu begleiten. Nun wurde dieses System von vier Saytcn allmählig durch neue Tone vermehret. Boethius sagt, Chore- bus, des Lydischen Königs Achis Sohn, habe die fünfte, Hpagnis die sechste, TerpanSer die siebente, und FbpchaonausSamos die achte Say- tc hinzugethan. 'Andre schreiben die allmähligcn Vermehrungen des Systems andern zu; keiner aber sagt uns eigentlich, wie eS vermehrt worden. Da wir es für überftüßig, auch wol gar für unmöglich halten,diesen höchst zweifelhaften Punkt der Geschichte der Kunst aus Vergleichung der alten Nachrichten in ein volles Licht zu setzen, so begnügen wir uns, blos einige wahrscheinliche Muthmaßungen über den Ursprung des alten diatonischen Systems hier beyzubringen. Vorläufig merken wir an, daß man die Erfindung oder Zusetzimg neuer Sayrcn nicht so verstehen müsse, als wenn die Erfinder blos in der Höhe oder Tiefe der Lyra eine neue Say- te hinzugefügt hätten, um ihr einen weitern Umfang zu geben. Die Erfindung bestund darin, daß die grössern Intervalle, nämlich Quart und -Quinte, in dem System des Mercu- rius allmählig durch dazwischen gesetzte Töne ausgcfülltworden. Dieses läßt sich aus dem Namen abnehmen, den die Griechen der Octavc gegeben haben*), verdeutlich anzeiget, daß sie den Bezirk derOctave für den Umfang des ganzen Systems gehalten haben, der gar alle Töne in sich begriffe. Sayten, die über die Ocka- ve herausgicngcn, gaben also keine neue Töne, sondern wiederholten nur die schon vorhandenen, eine Octave höher, oder tiefer. Dieses kann man S. Octave. Syst 48Z so wenig eine Erfindung nennen, als man einem Orgelbauer eine Erfindung zuschreiben würde, der seiner Orgel in der Höhe, oder Tiefe über den gewöhnlichen Umfang noch ein paar Töne zusetzen würde Demnach bestund die Erfindung neuer Saytcn darin, daß zwischen die ursprünglichen Sayten andre gesetzt wurden, die gut einpaßten. Zufolge der vorher angeführten Sage bestund das älteste System des Mercurius aus vier Sayten, die zwey Tetrachorde, oder Quarten ausmachten. Wir wollen uns dieses System, nach unsi er heurigen Art die Töne zn bezeichnen, so vorstellen: ^ — 0 I k - g. Es bestund also aus zwey Quarten, ^ — l), und L — s, und aus zwey Quinten, 4 — lö und I) — Daß aber die Alten dieses System als ein System von zwey Quarten angesehen haben, ist daraus klar, weil es hernach, als sich ihre Töne sehr vermehrt hatten, zur beständigen Gewohnheit worden, sie nach Quarten zu stimmen. Die oberste und unterste Say- te eines Tclrachords, als ^ und D» wurden zuerst nach einer reinen Quarte gestimmt, hernach stimmte man die dazwischen liegenden Töne. Nun entsteht also die Frage, nach was für einem Grundsatz die Erfinder neuer Töne mögen verfahren haben, um zwischen/i, und !), oder zwischen lL und a, neue Saytcn zu setzen. Da die Quarte das Hauptintervall dieses ersten Systems war, so scheinet es natürlich, daß dem ersten Vcr- mehrer eingefallen fty, dem zweyren Ton des Systems I) auch eine Quarte zu geben. Wenn wir diese durch öt bezeichnen, so hat das System nun fünf Sayten, ^ lö — L—s. Will man diese Töne in Zwllen ausdrillen» und für den tiefsten Ton ^ die Zahl Z setzen, so würden nun H h 2 die 484 S Y si S y st die fünf Sagten dieses Systems fol- gmde Verhältnisse haben: '. i — j) l C —^ — -» ^ KL Nun kann einem zwcyten Verinchrer eben so leicht cingesauen seyn, auch den: Ton si eine llnrerquarte zu Heben , so wie seder der andern Töne seine Unterquarte hatte. Nämlich -> hatte lö zu seiner Unterquarce, O hatte l), und b) halte V. Giebt man nun dem Ton si. auch seine Unter- quarle, und nennt sie si, so bekommt man ein System von sechs Sayten, in folgenden Verhältnissen: , L-Ü-a. »- K- z- Dieses machte nun ein System von vier Ii» einander geschobenen Teilvr- chorden aus, nämliche — v; k— Ich v —V; d.—Hier hatte jeder Ton. seine reine Quarte, nur der Ton (5 ausgenommen. Wollte man diesen! auch seine Quarte geben, die das Dechaltniß von Zss haben müßte, so käme man schon über das zweyte der ursprünglichen Tctrachorde bl—-> her. aus. Wir können aber setzen, der Erfinder dieser neuen Quarre habe diesen Ton ßss um eine Octave herun- tergcstimmt; alsdann bekommen wir zwischen ö und I) den neuen Ton L in dem Verhältnis: von f-Z-. Wenn man nun auch diesem noch seine Ober, quarre giebt, die das Vcrhältniß von haben muß, so bekommt mau folgendes System von acht Sayten: k. Q si>. ks. si. g. , 8 A'? ? 2 «I 9 , > 9- ^ 4» ^'6' 2» Setzet man nun dieses System wieder in einer zweylcn Octave oder noch weiter fort: so hat jeder Ton seine reine Ober - und Unterqnarte, den einzigen Ton si ausgenommen, dem in der zwcyten Octave seine Oberquarre fehlet. Wollte man aber auch diese einschieben, so würde sich die neue Unbequemlichkeit finden, daß auch dieser Ton nun keine Obel qua te hätte; und so fand man leichte, daß es nicht möglich wäre ein System zu machen, darin jede Sayte feine Quarte bekäme. Man mußte demnach irgendwo stehen bleiben, und dem System diesen Mangel au einer ! einzigen Quarre lassen. Doch wurde hernach dieser neue Ton ^?^würkiich noch eingeführt, und auch in o.e erste Occavc in dem Vcrhaltniß von Ns heruntergetragen; aber seine Sayte bekam keinen neuen Namen, sondern behielt den Namen derzwey- ten Sayte ö. Diese wurde also im System als eine doppelte Sayte betrachtet, die in späten, Zci- i ten den doppelten Namen des runden, und vicrekigten lZ getragen hat. Die Neuern aber bezeichneten hernach das vicrckige LZ mit dem Buchstaben ll. Es sey nun, daß die Erfinder der neuen Saytcn nach der Arr, die wir beschrieben, oder nach einer andern verfahren haben,. so ist doch dieses gewiß, daß in dem diatonischen System der Alren, wie Ptolcmäus es ang-cbt, die Töne die Verhaltnisse der oben angezeigten Zahlen gehab,. Demnach hatte das System folgende Beschaffenheit: ä. L. tz. c. o. L. Q. Q. .1. Laßt man hier die zwey untcrstcnTö- ne weg, so machen die andern zwey gleiche und ahnliche durch einen ge- meinschafllicheii Toil verbundene Te- trachorde. c ^ z K4.Z, 5 2 5b 9 9 L. . Q. ll. k. b. cz. Ä. 24.? 8 8 ^ 2 5b 5 9 ^ Aus diesein Gcsichrspunkc sahen in de» Thai die Griechen das System «n; Syst «n! denn den untersten Ton ^ bc- lrachcten sie als nußer dem System liegend, und nannten ihn deswegen jstroslsmdornenon, von (zur Erfüllung der Octave) b'Mugeuomme- nen; der Ton ö crbor gehörte nur IN bcsondcrn Zöllen, wo H nicht brauchbar war, zum System. Deswegen gaben die Griechen zu völliger Bestimmung ihrer Systeme, allemal nur vier Sayreu an. Wollten wir nun dieses System nach der itzigen Art bcy L anfangen, so würde es also stehen. c. I). x. ?. L. c. l» s- S?' ?- V- In diesem System haben die Stufen von einem Tone zum andern folgende Verhaltnisse: c. v. L. ?. 6. ^7 . i > H N -4Z » « 2.4?. S 24^ 5>» S' 2F ö' 0» S» 2 j S> S- T>S' Alle ganze Töne hatten das Ver- hältniß von A, und die halben bon In diesem System kommen unfte reine kleine und große Terzen nicht vor; denn hier haben alle kleine Terzen das Verhältnis: von f-Z, die grossen das von Die Quarten und Quinten aber sind durchaus völlig rein, die Quinte von » ausgenommen, die in diesem System gar nicht vorkommt. Wie die Alten dieses System nach Tetrachorden einge- theilt, und wie weit sie es in der Höhe und Tiefe fortgesetzt haben; ferner, wie ihr allgemeines System, das aus Verbindung des diatonischen, chromatischen und cnharmonischcn zusammengesetzt war, ausgesehen habe, können wir hier ohne beträchtliche Weitläufigkeit nicht anzeigen, und unterlassen es um so viel lieber, da man für unsre heutige Musik keinen Vortheil daraus ziehen kann. Wer ohne große Weitläufigkeit hier- S Y st 48, über zuvcrlästige Nachricht verlangt, wird sie bcy Rousseau finden Wir merken nur an, daß dieses alte diatonische System, wenigstens dem Ansclwin nach, bis in das ivte Jahrhundert ist beybehalten worden. Ich sage dem Anschein nach, weil ich verinuthe, daß die Sänger, auch ohne Absicht das System zu ander», die ineisten kleinen uns großen Terzen durch das bloße Gefühl werden rempcrirt, und gar oft anstatt der Terz die reine kleine Terz fimd anstatt Z4 die reine große Terz gesungen haben. Marlins wird insgemein für den ersten Verbesserer dieses alten diatonischen Systems gehalten. Es scheinet, daß unser diatonisches System aus den harmonischen und arithmetischen Theilungcn, von denen man seit Zarlinos Zeiten st> viel gehalten hat, entstanden sey. Zuerst also thcilre man die Octave tio harmonisch: dadurch bekam man die Quinte L; hernach arithmetisch: dieses gab die Quarte b'**). Nun thcilte man wieder die Quinte (i-Q harmonisch, und bekam dadurch die große Terz L; diese, nochmals harmonisch getheilt, gab die Secunde Q. Weder die Quinte noch die große Ter; wurden arithmetisch getheiit, weil dieses nicht mehr diatonische, sondern chroma, tische und noch kleinere Intervalle würde gegeben haben. Auf diese Weise nun fand man folgende Töne in den darunter geschriebenen Verhaltnissen : 0. 1). Q ti. . . . o. , 8 4 Z 2 l 1. ?- z- 4- V Nun nahm man auch die harmonische Theilung der obern Quinte k'-c vor. Diese gab den Ton -r, in dem Ver- bal/niß von Nun blieb noch die kleine Terz äc. u übrig, die mit einer Hh z Mittel- *) viÄ. 6e klug ^i-t. Svlleme. ") S- Harmonische Theilung. 486 Syst S y st Mittels,,yte anzufüllen war. Hier half nun weder die arithmetische noch die harmonische Theilung, weil durch beyde weder ganze noch halbe diatonische Tone herauskommen. Man füllte deswegen diesen Raun: mit einer doppelten Seite aus,! davor, die eine lst, eine reine große Terz gegen die andre Ist, eine reine Quarte gegen ss, als den zwei) Haupttonctt zwischen (st und c, nämlich der Obcr- »nd Untcrdominante des Grundtoncs ausmachte. Daraus ist nun das heutige diatonische System cntstan- c. v. Stufen des alten Systems. Stufen des neuen Systems. Der Vorzug dieses Systems vor dem alten besteht darin, daß jeder Ton seine ganz reine entweder große, oder kleine Terz hat , den einzigen Ton I) ausgenommen, besten Terz O-st nur ist. Hingegen hat das alte den Northeil über dem neuen, daß in jenem jeder Ton, den einzigen Ton ist ausgenommen, seine völlige reine Quinte, und jeder seine reine Quarte hat, da in deni neuen, System die Tone I) und Ist keine reine Quinten, folglich ^ keine reine Quarte haben. Daher würde es noch immer zweifelhaft bleiben, welches von beyden Systemen vorzuziehen wäre, wenn nicht die Frage durch die Nothwen- digkeit entschieden würde. Sobald man nämlich mit den Ncuern ein System voraussetzet, in dem jede Sayte zum Grundton, oder der Tonica soll gemacht werden können, aus welcher sowol in der harten, als weichen Tonart zu spielen ist: so wird ein System noth- wendig, das eigentlich zwischen dem alten und dem neuen in der Mitte liegt, aber dem neuen naher als dem alten kommt, wie hernach soll gezei- gel werden. den,' darin die Tone folgende Verhältnisse haben: c. r>. e. cz. k. ist. ^ > 8. 'TS' , L. 4 ? 2 ^ 9' 5' 5^ 5. Dieses System also, wie das alte, acht Sayten, oder, da die eine, II, doppelt ist, neun; aber die Verhältnisse derselben sind anders. Da- mit man sogleich den Unterschied zwischen diesem und dem alten diatonischen System übersehe, wollen wir beyde nach den Verhältnissen der ein- zelcn Stufen vorstellen: st. (st. II. L. 8 8 9' 2 5 H' 8 3' K "3' 8 3' 24 ? 2 5^ 8 9 8 3' 9 8 3' V § 7?' 2. Nun wollen wir sehen, wie das itzt gewöhnliche System, »ach welchem die Octave (st-c aus dreyzchn Sayten besteht, da das alte nur neun hatte, entstände», und allmählig zur Vollkommenheit gestiegen sey. Die Tonsctzer voriger Zeit bedienten steh sowol der alten, als der neuen diatonischen Leiter so, daß sie von den verschiedenen Sayten des Systems, nur Ist und H ausgenommen, ohne Unterschied bald eine, bald die andere, zum Hauptton, oder zur Tonica machten , aus der das ganze Stük gesetzt wurde. Wie aber für jeden Hauptton seine durch das System festgesetzten Intervalle lagen, so mußten sie auch genommen werden. Aus (st konnte man nicht anders, als in der harten, aus ist>, stst u. s. f. konnte man nicht anders, als aus der weichen Tonart spielen. Folglich war auch für jeden Ton die Modulation durch das System bestimmt, und jeder hatte seine eigene Schlüsse, Dies waren also die sogenannten Kirchcntöue der Alte», in denen wegen Mangel der erfoderlichen Sayten nie ein Intervall, das einzige L oder N aus- S » st kk ausgenommen, vergrößert oder verkleinert werden konnte. Nun trafcs bisweilen, daß ein aus einem gewissen Ton gesetztes Lied für diejenigen, die es singen mußten, zu hoch oder zu tief gieng. Da mußte nun nothwendig das Stük in einen andern höhern, oder liefern Ton versetzt werden. Allein dieses konnte selten so geschehen, daß die Intervalle dieselben blieben; der ganze Gesang mußte nothwcnbig seinen Charakter verlieren, wenn der Ton, in welchen das Stük herauf oder herabgesetzt wurde, im System andre Intervalle hatte, als der ursprüngliche Hauptton. Wir wollen z. B. setzen, man hatte einen Gesang, dessen Hauptton t) war, aus dem Ton v singen wollen: so gab diese Transposition dem Erundton eine andre Sexte, als die war, die der Grundton L hatte. Andre Trauspositioncn hatten so gar die Terz verändert, und statt der kleinen eine große gegeben u. s. f. Es ist sehr zu vermuthcn, daß dieses die Organisten veranlasset habe, auf Einführung mehrerer Tone zu denken, wodurch sie die Bequemlichkeit erhalten konnten, den transpo- nieten Gesang dein ursprünglichen ahnlich zu machen. Wir wollen;. V. setzen, ein Organist habe auf ein Mittel gedacht, den Ton (Z dem Tone L ahnlich zu machen. Da begreift man leichte, daß er darauf fallen müssen, zwischen ss und (i noch einen halben Ton einzuschalten/um in ss auf eben die Weise zu schließen, wie in cl geschlossen wird. Und ans diesem Vey- spiele wird man auch die allmahlige Einführung der übrigen Semitouicn eis, vis und eis leicht begreifen. Dadurch wurde also allmahlig das System mit neuen Tönen bereichert, und man bekam anstatt der ehemaligen acht oder neun Töne in der Octavc nun dreyzehen *). ') Ehe diese Semltonien auf den Orgeln eingeführt worden, konnten zwar Syst 487 Cs ist aber ein Jrrthum, wenn man diese neuen Töne für chromatische Töne ausgicbt; sie können chromatisch gebraucht werden*): aber sie wurden anfänglich blos diatonisch gebraucht, vis als die große diatonische Septime von v, so wie die Septime von 0 war u. s. f. Wie aber übrigens diese neuen Töne in ihren Verhältnissen gegen v beschaffen gewesen, läßt sich nicht genau bestimmen; weil vermurhlich jederOrganiste nachdem Gehör, und wie es die Absicht, in der er jeden neuen Tön angebracht hat, crfoderte, wird gestimmt haben. Nachdem man einmal so weit gekommen war, ficng man in der neuem Zeit an, auf eine ganz andre Anwendung dieser vier neuen Sayten, oder Töne zu denken. Denn nun bemerkte man, daß das System von dreyzehn Tönen so könnte eingerichtet werden, daß jeder zu einer To- nica, und zwar sowol nach der harten, als nach der weichen Tonart gemacht werde» könnte; so daß man anstatt der zwölf alten Töne, deren einige die harte, andere die weiche Tonart hatten, nunmehr vier und zwanzig haben wollte, davon zwölf die harte und eben so viel die weiche Tonart hätten. Ob dadurch die Musik gewonnen, oder verloren habe, wollen wir hier nicht untersuchen; es ist heftig darüber gestritten worden. In dem Artikel über die Tonarten der Alten wird dieser Streit berührt werden. Wir H h 4 - müssen die Sänger dlc Jnternalle des tranS- ponirtcn Tones so trcffcn, w!c siein dem msprünglichen waren, aber die Orgel haue sie nickt. Daher findet man noch Stäke, da sogar die Terz, wcil sie der Orgel fehlte, aus dem Drcgklang weggelassen worden. Man begnügte sich, daß die Sänger sie angeben konnten. Hieraus wird cs sehr wahrscheinlich, daß dieses die Einführung der fehlenden Scmitvnicn vH.aa- lasser habe. ') S. Chromatisch. 4S« Syst Syst' müssen hier, wo es blos um die Er- festgesetzten Stimmung unmöglich -flärung des Systems zu thun ist, ist,) doch so spicken konnte, dost auch voraussetzen, man wolle jede Sayte ein empfindsames Ohr sich dabey de« des Systems zum Hauptton, sowol friedigen würde, für die harte, als für die weiche Ton- Allein über die beste Einrichtung ort, machen. dieses Systems hat man sich bis auf diesen Tag nicht vergleichen kennen. Diesem zufolge müßte nun das Sy- Vielen dünkt die Einrichtung die stcm so eingerichtet werden, daß jede beste, da die zwölf Stufen des der «2 Sayten von L bis bl ihre reine Systems durchaus gleich genom- sowol kleine als große Terz, ihre mcn werden, so daß von L bis c, reine Quart und Quinte hätte. Man durch Eis, I), O!s, bl, u. s. w. wird aber bald gewahr, daß dieses immer mit demselben halben Ton unmöglich angehe, wenn man nicht fortgeschritten werde, welches man uoch mehr Saytcn oderTöne in das insgemein die gleichschwebcndcTcm- System bringt. Alsdann könnte es pcratur nennt. Was aber andre leicht einigen einsaßen, diese neuen dagegen einwenden, und wie cnd« Töne auch wieder zu Hauprtöncn lich eine Einrichtung vorgeschlagen zu machen; dieses würde wieder neue worden, die in allen Absichten die Töne crfodcrn, und so müßte man beste scheinet, ist an einem andern das System bis ins Unendliche ver« Qrte weiter ausgeführt worden*), mehren *). Man fand also für gut, Dieses System ist das, was Herr dey den dreyzehn Tönen stehen zu Kirnbcrger vorgeschlagen hat, und bleiben, und diese so zu stimmen, daß was wir in diesem Werke durchaus jeder davon zum Hauptton konnte ge. angenommen haben, weil wir es macht werden, aus dem man sowol für, das beste halten. Die Verhält- in der harten als weichen Tonart, wo niste der Töne sind so, wie sie hier nicht ganz rein, (welches bey jeder stehen: c. I). 1?. st. «ss. 6. *6. H. L. ll. c. > ???- s- -z4- -5- T??- 1^- Dies ist also das System, welches ben. Wenn man also die Länge der aus vier und zwanzig in einander Befstcn Sayte > setzet, so hätte die geschobenen diatonischen Tonleitern kürzeste dieser Länge. Man besteht, davon jede sowol in der pflegt aber am gewöhnlichsten die harten, als weichen Tonart so rein ist, Verhältnisse nach der Lange der Oral? es^ bey einem System von so gclpfcifcn anzugeben. Der tiefste viel Tönen möglich war. Aus diese Ton der Orgeln kommt von einer Art ist das System von einer Ociave Pfeife, die z-Fuß lang ist; zuin entstanden. höchsten aber wird eine Pfeife gc« z. Nun haben wir noch das Sy- nommcn, deren Länge ^ eines Fns. stem in seinem ganzen Umfang zu be- ^ >st- ^>ber zum würklichen Gc- »rachten, nämlich die Reihe gar aller <"i,g, ^ sey, daß die Menschensiim- Töne, die gegenwärtig würklich ge- "'en, odcrJnstrumenle ihn hören las- brauchtwttdcn. Dieses System cnt- s"'' iü'd d'ese Töne bey weitem nicht hält zehcn solcher Octaven, oder in alle branchbar. Die zwey untersten allen l-l Saytcn, die in jeder Octa- und die drcy obersten von bcmeldttn re die angezeigten Verhältnisse ha- ^b^n S. Temperatur. *) S. Temperatur. s ä e zehen Octaven, werden niemals in dem Gesang, oder der Melodie, sondern blos in der Harmonie gebraucht. Demnach crstrcket sich das ganze System der Töne, die zur Melodie brauchbar find, auf fünf Octaven von dem Tone von acht Fuß, bis auf den von 5 Fuß, oder von L bis welches eine Folge von ein und fechszig Tönen ausmacht. Von diesen aber ist die oberste Octave von a bis e schon außerordentlich, weil wenig Discantsiimmcn sie erreichen, daher der gemeine Umfang des Systems der melodischen Töne eigentlich nur von vier Octaven ist. Tablatur. (Musik.) ar lange die Benennung der musikalischen Zeichen überhaupt, nach denen ein Gtük gespielet werden konnte. Noch lange nach der Erfindung der Noten bedienten sich viele deutsche Tonsctzer, vornehmlich zu vielstimmigen Clavicrstüken, der bloßen Buchstaben und Sylben, womit die Töne noch heute benennet werden, über denen gewisse Zeiche» die Octave, in welcher der Ton genommen werden mußte, umd seine Geltung andeuteten. Diese Art mit Buchstaben zu schreiben, wurde die deutsche, und die mit Noten, die ita« lianische Tablatur genennet. Heut zu Tage versteht man unter der Tablatur allezeit nur die deutsche. Nachdem die Noten den Buchstaben durchgängig vorgezogen worden, hat man sich wenig mehr um die Tablatur bekümmert. Indessen hat man der Bequemlichkeit wegen in Gesprächen oder theoretischen Schriften folgende Benennungen und Zeichen, womit jeder Ton bestimmt und kurz angedeutet werden kann, aus der Tablatur beybehaltcn. Man thcilt nämlich alle Töne des Systems in sogenannte Octaven ein. Jede dieser Octaven begreift die sieben von c bis b und alle dazwischen liegenden Töne in sich. Auf einem Clavier von vier Octaven, nämlich von v- bis lltz——. wird die unterste die große'Octave genennet, und statt der Noten werden die Töne derselben mit großen Buchstaben angedeutet, als CDE :c. Die darauf folgende heißt die unge- strichcne Octave, und die Töne derselben werden durch kleine Buchstaben angedeutet, cde rc. Dann folgt die eingestrichene Octave, Idl rc. dann die zweygesirichcnc ldl :c. und mit dem höchsten c des Claviers fängt die dreygcstrichcne Octave an, c d l.w. Die Töne, die unter dem großen C liegen, werden Contra. Hh 5 töne 49» Tab Ta c töne gcnennet, als Contra >H, Contra-B:c. Die übrigen Zeichen der Tablatur, wodurch dieEclcnngcn der Buchstaben und die Pausen angedeutet wurden , findet man in Walthers musikalischem Lcxicon auf der XXI Tabelle. Es ist nicht unrecht gerhau, dasi man sich mit der Tablatur bekannt mache, damit man die in dieser Schreibart noch vorhandenen Stüke einiger braven alren deutschen Tonsetzer, dergleichen Scheidt, Rmdevmam, u. a. m. gewesen sind, wenigstens in Noten übersetzen könne. abgedruckt.) - Noten. — S. übrigens den Art. Von der Tablatur handeln: Al. Pi'c- ci»l ftl'rsclsriz Wpi z Iz 1'sblzcurg ums I. >;8o. Las Werk iil vorzüglich für Theorbc», Lauten und Pandorcn abgefaßt.) — ?. rOolzen (düvv!! k^uliccs oij-znieoe'I'sdlscurs, Lall 1617. k»I. z Th. Cnthült eine Menge Eompositio- ncn von deutschen und italienlschen Tonkünstlern, i» die deutsche Tabsatur gebracht.) — I.A. P. Schul; (Entwurf clner neuen und leicht verständlichen Mu- siltablatur, deren man sich, in Ermangelung der Notrntvpen . . . bcdicncn kann .. . Beel. (17 86.) 8. Vrrbessrrter Entw. cinrr Musiktablatur .... lm Cramcr- schcn Magazin der Musik vom I. 1788. E. ni. Auch ist die Partitur von des Verf. Oratorium, Maria und Johannes, in diesen Ehlffern. Äopcnh. 1791. 4. T a c t. (Musik.) Es ist sehr leicht zn fühlen, aber desto schwerer deutlich zu erkennen, dasi ohne Takt, oder genaue Ein- theilung der auf einander folgenden Töne in gleiche Schritte, 'kein Gesang möglich sey. Wir müssen, um das Wesen und die Würkung des Taktes zu cutdekeu, nothwen- dig auf den Ursprung der Musik und des Gesanges besonders znrüke sehen. Die Musik gründet sich ans die Möglichkeit, eine Reihe an sich gleichgültiger Töne, deren keiner für sich etwas ansdrükt, zu einer leidenschaftlichen Sprache zu machen. Da vorausgesetzt wird, daß kein Ton für sich etwas ausdenke, welches in der That der Fall jedes von einer Sayte klingenden Tones ist: so muß nothwendig das Bedeutende, oder der Ausdrnk solche Töne, von der Art, wie sie auf einander folgen, herkommen. Ma» kann auS einer kleinen Anzahl von sechs oder acht Tönen, schon eine große Man- nichfaltigkeit von melodischen Sätzen herausbringen, deren jeder etwas eignes empfinden laßt, wie an folgenden Beyspielen, die jeder noch vielfaltig verandern und abwechseln kann, zn sehen ist: .A?. — -Ä— ' j Aus dergleichen einzeln Sätzen, deren jeder von dem andern in Takt und Bewegung verschieden! wäre, könnte mau allenfalls ein Tonstük zusammensetzen, das einige Aehnlich- keit mit der Rede hätte. Jeder melodische Satz könnte einen Satz der Acoc vorstellen, der man wenigstens s° T ac 49 r so viel Bedeutung geben konnte, daß zu merken wäre, wenn ein Satz eine ruhige oder unruhige, eine vergnügte oder verdrießliche, eine lebhafte oder matte Gemüthsfassung ausdrückte. Ein guter Tonsetzer konnte durch eine Folge solcher Satze lange Feit so phautasiren, daß man ihm mit Vergnügen zuhören und sich dabei) vorstellen würde, man horte Menschen mit einander sprechen, deren Sprache zwar unbekannt, aber nicht ganz unverständlich wäre; weil doch zu merken seyn würbe, wenn sie sich erhitzen, oder ruhiger werden; wenn sie sich vergnügt, fröhlich, zärtlich oder ungestüm ausdrüken. Allein dieses wäre nun kein Gesaug. Zu diesem wird nothwcndig Einheit, oder vielmehr anhaltende Gleichartigkeit der Empfindung crfoderl*). Wodurch soll nun diese erhalten werden? Noth- wendig durch Gleichförmigkeit der Bewegung in dem Fortschreiten der Tone. Es scheinet zwar, daß man auch ohne diese Gleichförmigkeit eine lange Folge von Sätzen spielen konnte, die einerlei) Empfindung, z. B. Fröhlichkeit, ausdrüktcn: man wird aber bald finden, daß dieses Gefühl der Fröhlichkeit in jedem Satz doch einen veränderten Charakter annehmen, folglich die Empfindung nicht sogleichartig bleiben würde, wie das Anhalten derselben, das die wahre Absicht des Gesanges ist, es erfodcrt. Dazu geHort nothwcndig eine rhythmische Fortschreitung, wie wir in dem Artikel über den Rhythmus deutlich gczeiget haben. Nun hat keine rhythmische Fortschreitung statt, als durch gleiche Schritte. Zum Gesänge wird also nothwcndig eine solche Folge von Tonen erfodcrt, die sich in gleichlange Glieder eiutheile, damit das Gehör die Einförmigkeit der Bewegung, und durch diese das Gleichartige der Empfindung fühle. Diese glcichlangen Glieder aber müssen auch gleichförmig zusammengesetzt seyn. Denn ohne diese Gleichförmigkeit würde das Gleichartige der Empfindung sich verlieren. Zwey Schritte könnten gleichlang seyn, und sehr ungleichartig, oder von sehr verschiedenem Charakter. Wenn gleich folgende zwey Glieder —— in gleicher Zeit gespielt würden, folglich gleichlang wären, so hätten sie doch die Gleichförmigkeit nicht, die zu der rhythmischen Fortschreitung erfodcrt wird; weil der eine Schritt aus drcy, (oder wenn man will, aus sechs,) der andre aus vier Rükungcn bestünde, welches im Gehör sogleich eine Verwirrung verursachen würde, die das izur Empfindung des Rhythmus nothwendige Zählen der einzeln Rükungcn, oder kleinen Zeiten, woraus ein Schritt besteht, unmöglich machte. Dazu ist die Gleichheit der Zeiten eines Schrittes nothwcndig. Diese gleichlangen und gleichförmigen Glieder nun machen das aus, was man den Takt in der Musik nennt. Sein Wesen besteht also barin, daß er das Gehör reizcch in der Folge der Töne cinzele Fortrükungen von bestimmter Art zu cntdeken, von denen allemal eine gewisse bestimmte Zahl ein einfaches Glied des Rhythmus, oder einen Schritt, den man auch Takt nennt, ausmacht. Der Takt hat, wie wir schon anderswo gezeiget haben*), schon statt, wo noch keine Verschiedenheit der höhern und tiefern, oder der geschwindern und langsamem Töne vorkommt; noch, wendig aber werden dazu die Accente, weil ohne sie das Gehör keine Veranlassung hätte, die Folge von Tönen m 5) S. Gesang; Melodie; Musik: Rhythmus. *) S. Rhythmus. 4Y2 Tae in gleiche und' gleichartige Glieder einzutheilen. Wenn wir also eine Reihe gleichhoher und glcichanhal- tcnder Tone setzen, als: n. f. f. so muß notbwendig, wenn dasGchör einen Takt und Rhythmus darin empfinden soll, diese Reihe dnrchAccente in gleiche und gleichartige Glieder eingctheilt werden, als: oder so: ! ! > » ! l > l i > u. s. f. Im ersten Fall entstehen Glieder von drcy gleichen Zeiten, oder Fortrükungen, davon immer die erste sich durch den Accent von den zwcy andern unterscheidet; der andre Fall theilet die Folge der Tone in Glieder von vier gleichen Zeiten, davon die erste und dritte durch Meente von den andern unterschieden sind, jene durch einen starkem, diese durch einen schwachem. Dadurch wird also das Gehör in einem beständig und gleichförmig fortgehenden Zahlen unterhalten, wodurch auch das Gleichartige der Empfindung hervorgebracht wird, wie in dem Artikel über den Rhythmus deutlich gezeiget worden. Man begreift sehr leichte, daß die Eintheilung der Tone in gleiche und gleichartige Glieder auf mancherley Weise geschehen könne, deren jede, besonders wenn noch die geschwindere, oder langsamere Bewegung hinzukommt, ihren eigenen Charakter annimmt. Daraus entstehen denn also die verschiedenen Gattungen und Arten des Taktes, die wir nun näher ju betrachten haben. Man weiß aus der Erfahrung, daß auch die größten Tonsetzer sich gar v.e! verschiedener Taktarten bedienen. Giclchwoi du eigentlich nur zwey Ar- T a ten, nämlich der gerade und der ungerade Takt, würklich verschieden sind, so scheinet es, daß die Takte von zwey, vier, sechs, achtzc. Zeiten die gerade, und die von drcy, fünf, sieben, neun w. Zeiten die ungerade Taktart ausmachen, und daß es übrigens keiner weitem Eintheilung in Nebenarten bedürfe. Dieses würde allerdings seine Richtigkeit haben, wenn man eine gerade Anzahl von mehr als vier gleichen Zeiten zusammensetzen und zahlen könnte, ohne sich eine Unterabtheilung zn denken, wodurch die Anzahl derselben in Glieder oder mehrere Takte cingethcilct wird Man darf, um sich hicvon zu über, zeugen, nur sechs gleiche Zeiten cini- gemal wiederholen, und man wird bald merken, daß man entweder oder: I ! I Iii nämlich Schritte von zwcen ober drey Zeiten daraus mache, die wie Hauptzcitcn anzusehen sind, denen die übrigen untergeordnet sind. Diese Hauptzcitcn bestimmen den Takt und die gerade oder ungerade Taktart; daher gehört die erste Einrhcil.-ing der sechs Zeilen in die ungerade Takt- art von drcy , die zweytc hingegen in die gerade von zwey Hauptzeitm. Wollte man gar so zähle«, daß zwey und zwcy, oder drey und drey gleichstark im Zahlen inarquirt würden, wie hier: oder: , . . i > l > l ! l t I so würde man in dem ersten Fall drey Takrc von zween, und in dem letzten Fall zwey Takle von vre» Zeiten erhalten. Daher kann die gerade Takt- Tac Tac 4SZ Taktart nur aus zween, höchstens aus vier gleichen Zeiten bestehen. Die ungerade Taktart kann niemals weder mehr noch weniger als drey Zeiten in sich enthalten, weil jede höhere nngerade Anzahl von gleichen Hanptzeiten ermüdend, unfaßlich, und daher in der Musik nicht angenommen ist: eben so wenig ist ein ungerader Takt von Einer Zeit möglich, weil er allezeit aus mehreren Zeilen zusammengesetzt ist. Man versuche eine Folge von langen ein- syldigen Worten, die einzigen, die die Nothwendigkeit eines solchen, Taktes erweisen können, wie z. B. 2vrr.fr, Macht, Ruhm, K.ob, Ehr, Preis, in gleichem Abstand von einander auszusprechen, so wird man zwischen jedeinWort eiue kleine Ruhe oder Pause bemerken, die die zwcyte Hälfte des Abstandes von einem Wort zum andern einnimmt, wie hier: Kraft, i" ' II Macht, Siuhm, »c. Dieses wird noch deutlicher, wen« man zwischen zwei) dieser Worte das kurze Vmdungswort: und, setzt; dann nimmt das vorhergehende Wort mit diesem uns gerade so viel Zeit ein, >>ls jedes andere Wort allein, wie hier: -1,^- o— Kraft, Macht, Ruhm, 's — tob, I > Ehr und Preis. Alle ungerade Taktarren werden deswegen Tripeltakte gencnnet, weil sie nur aus drey Zeiten zusammengesetzt sind, 'uno keine andre Zusammensetzung von ungeraden Zeiten ohne Zwang statt finden kann. Um nun alle Takte jeder Art bey einander zu haben, wäre ein Takt von zween, ein anderer von vier Zeiten zur geraden, und ein dritter von drey Zeilen zur ungeraden Taktart hinlänglich: eine deutliche und genaue Bezeichnung der Bewegung, die dem Srük vorgcsetzct würde, würde die Geschwindigkeit oder Langsamkeit bestimmen, in welcher dasStük vorgetragen werden sollte. Mehr, sollte man glauben, würde zu keinem Etük *) Man findet in Rousscaus OiÄ. rie lUMiqu« ?Iiwct>e L. X. ein Slük im A Takt, das, vhngeachtcr Rons, seau darin an cksnr rrSz.diencsöeo. ce zu finden glaubt, uns vielmehr sehr verworren und unfaßlich vorkommt. Telcmann, der nur gar zu gern dem Sonderbaren aiihieng. dar in seinen Kirchenfiückcn sogar ganze Chöre i» diesen, und andern ihm öhv- lichcn chinnlrischrn Takten gcscor, die den Scingern und dem Zuhörer gleich- ermüdend sind. in Ansehung des Takts und der Bewegung erfordert. Aber zu geschweige», daß die Bewegung unendlicher Grade des Geschwinderen und Langsameren fähig ist, die unmöglich durch Worte oder andere Zeichen z» bezeichnen wären, so würden in solchem Falle nochwendig eben so viel Zeichen ober Worte crfodert, die den Vortrag des Stüks bezeichneten, ob es nämlich schwer und stark, oder leichter und moz-sc, kUret-, oder ganz leicht und gleichsam spielend vorgetragen werden sollte. Denn hicvon hängt der ganze Charakter desselben ab. Es ist ein himmelweiter Unterschied, den Jedermann bemerken muß, ob ein Stüh ohne Rüksiche des Zeit- maaßes, auf der Violine mit der ganzen Schwere des Vogens, oder leicht und nur mit der Spitze desselben vorgetragen werde. Hier ist von keinem künstlichem, sondern von dein, in dem Charakter jedes Stük selbst gegründeten Vortrag die Rede, ohne den dieMusik ein steifes und langweiliges Emerley seyn würde, und dcr daher erkannt werden muß, wenn er getroffen werden sott. Nun ist es jede« 494 Tac jedem erfahrnen Tonkunstler zur Ge- -wohnhcit geworden, lange Noten, als Vier-- oder Zweyviertelnoten, schwer und stark, und kurze Noten, als Achtel und Sechszehntel, leicht und nicht so stark anzugeben. Er wird daher ein Stük, wo er höchstens nur wenige Achtel, als die geschwindesten Noten, ansichtig wird, schwer, und ein anderes, wo Viertel die längsten Noten sind, obgleich bey- de Stükc im geraden oder ungeraden Takt gesetzt waren, und dieselbe Bewegung hatten, leichter, und nach Maaßgcbung der in dein Stük herrschenden ganz langen oder ganz kur- zen Noten ganz schwer oder ganz leicht vortragen. Desgleichen hat er steh durch die Erfahrung ein gewisses Zeitmaaß von der naturlichen Länge und Kürze derNotengartungcn erworben; er wird daher einem Stük, das gar keine Bezeichnung der Bewegung hat, oder, welches einerlei) ist, mit 1'emxo giulto bezeichnet ist, nachdem es aus längeren oder kürzeren -Norengattungen besteht, eine langsamere oder geschwindere, aber richtige Bewegung und zugleich die rechte Schwere oder Leichtigkeit im Vortrag geben, und wissen, wie viel er der natürlichen Länge und Kürze der Noten an Langsamkeit oder Geschwindigkeit zuzugeben oder abzunehmen habe, wenn das Stük init aciclo, snllante, oder alle^ro etc. bezeich'- net ist. Hieraus werden die Vor- theile der Unterabthcilunqen der geraden und ungeraden Takrart in verschiedene Takte von längeren oder kürzeren Noten der Hauptzeiken begreiflich; denn dadurch erhalt jeder Takt seine ihm eigene Bewegung, sein ihm eigenes Gewicht im Vorkrag, folglich auch seinen ihm eigenen Charakter. Soll nun ein Stük einen leichten Vortrag, zugleich aber eine langsame Bewegung haben, so wird der Tonsetzer nach Beschaffenheit des leichten oder leichteren Vor- Tac trageS einen Takt von kurzen ober kürzer» Zeiten dazu wählen, und sich der Worte rmclanre, oder lsrcro, oder ssaggo etc. nachdem die Langsamkeit oes Stüks die natürliche Bewegung des Taktes übertreffen soll, bedienen; und umgekehrt: soll c»» Stük schwer vorgetragen werden, und zugleich eine geschwinde Bewegung haben, so wird er einen nach Beschaffenheit des Vortrags schweren Takt wählen, und ihn mit viva. ce, alle^ro oder grelkcz etc. bezeichnen. klebcrsicht ein erfahrner Aus- führcr nun dieNotcngattungen eines solchen Stüks, so ist er im Stande, den Vortrag und die Bewegung desselben genau mit den Gedanken oes Tousctzers übereinstimmend zu treffen; wenigstens so genau, als es durch keine andere Zeichen, durch keine Worte, und wenn flc noch so deutlich waren, angedeutet werden könnte. Es war uöthig, dieses vorausgehen zu lassen, um die Nothwendig- kcit der verschiedenen Unterarten der geraden und ungeraden Takcart aus ihrem Einfluß auf den Vortrag und die Bewegung zu erweisen. Die wenigsten Tonsetzer wissen die Ursache anzugeben, warum sie vielmehr diesen als jenen geraden oder ungcra- den Takt zu einem Stükc wählen, ob sie gleich fühlen, daß der, den sie gewählt haben, nur der einzige rechte scy: andere, die mit Rousseau die Vielheiten der Takte für blos wikl- kührliche Erfindungen halten, und darüber ungehalten sind,*) haben entwc« 5) Seine Worte sind: Silsus cesligne! s6c!c!eture) tonr inliitu6s pnur mar. quer aulanc 6ll 6iffären,es larrcs 6a Nstures, il ^ er> a beaucoup rrop; er s' iis le lvnr pour exprime, les 6j» vers clevres 6c dtauvemsnr; en a pas alte?; puisque, >n6epen- 6re et 6c la 6iviüsn 6ez t'ems, an eir prci» que laujours comrainr 6'ajm>,er un »nol au «ommsnccme»! 6s l'/^ir pour 6er«r. Tac Tac 49; entweder kein Gefühl von dembeson- dem Vortrag eines jeden Taktes, oder verleugnen es, und laufen daher Gefahr, Sachen zu setzen, die, weil sie nicht in dem rechten, dem Charakter des Stüks angemessenen Takte geseht sind, ganz anders vorgetragen werden, als sie gedacht worden. Woher könnten doch wohl Tonkünstler von Erfahrung bey Anhörung eines Stüks, ohne Rüksicht auf die gerade oder ungerade Taktart, jederzeit genau wissen, in welchem Takt es gesetzt worden, wenn nicht jeder Takt etwas ihm Eigen- thümliches hatte? Doch nun ist es Zeit, auf die nähere Betrachtung der Takte selbst zu kommen. Wir wollen mit der Anzeige der verschiedenen geraden Takte, und zwar erstlich nnt denen von zwey Zeiten, den Anfang machen. Diese sind: i) Der Arvcpiweptel - oder der sogenannte Allavrevelakr, dessen Zeiten aus zwey Zwcyviertclnoten bestehen, und der durch dieses dem Etüke vorgesetzte Zeichens, dem man noch das Wort HlKWrevö überzusetzen pflegt, angedeutet wird. Er wird schwer, aber noch einmal so geschwind, als seine Notcngattun- gen anzeigen, vorgetragen, und ist daher zum ernsthaften und feurigen Ansdruk, vornehmlich zu Fugen vorzüglich geschikt, und vertragt in diesem ihm eigcnthümlichen Styl und Bewegung keine geschwinderen No- lcngatkungen, als Achtel. Wir ha- Neierminer le N'cmz. V.. OiÄ, i l > > i I überhaupt lebhafter an Bewegung und Ausdruk sind, als die vorhergehenden. Diese sind: i) Der Sechsvierteltakt, schwer im Dortrag, wie der Alla- brevetakt, mit dem er auch, wegen seines ernsten obgleich lebhaften Ganges, das Kirchcnmäßige gemein hat. Er besteht aus langen Notengattungen, von denen die Achtel die geschwindesten sind. Auf jeden Talt- theil werden drey Viertel gerechnet. 2) Der Sechsachrclrakr, Z, leicht und angenehm im Vortrag und Bewegung, wie der H. Eechszchnthcile sind seine geschwindesten Noten. Und z) Der Sechsstch5ebnrelrakt, -^7, der den allcrleichtesten Vortrag und Bewegung hat, und selten geschwindere Noten, als Sechszehntheilc ver. tragt. Ioh. Seb. Bach und Con- perin, die unstreitig den richtigsten Vortrag in ihrer Gewalt gehabt, und nicht ohne Ursache Fugen und andere Stücke in diesem und anderen heut zu Tage ungewöhnlichen Takten gesetzt haben, bekräftigen es dadurch, daß jeder Takt seinen eigenen Vortrag und seine eigene natürliche Bewegung habe, daß es folglich gar nicht gleichgültig sey, in welchem Takt ein Etük geschrieben und vorgetragen werde. Die Zaktartcn von vier Zeiten sind folgende: l) Der große Viervierteltakt, dessen Zeiten aus Vicrvieltelnotcn bestehen, und der entweder durch A oder besser durch H, um ihn von dein folgenden^ zu unterscheiden, an- gczciget wird. Seine geschwindesten Noten sind Achtel, die sowol als die Viertel und die übrigen langern No- ten auf der Violine mit der ganzen Schwere des Vogens ohne die geringste Schattirung vom Piano und Forte außer dem vorzüglichen Druk auf jeder ersten Taktnotc, der in allen Taktarten nothwcndig ist, vorgetragen werden. Er ist daher wegen seines ernsthaften und pathetischen Ganges nur zu Kirchensiükcn, und vornehmlich in vielstimmigen Choren und Fugen zum prächtigen und majestätischen Ausdruk gcschikt; man bezeichnet ihn insgemein noch mit dem Worte (Zrave, anzudeuten, daß man ihn im Vortrag und in der Bewegung nicht mit dem Allabrcve, oder mit dem folgenden Viervierteltakt, verwechseln soll. Einige bedienen sich statt dieses Taktes eines Vierzwcyteltaktes so wie statt des Allabrevc eines Zweyeiiucltakts wo der schwere Vortrag durch die» noch einmal so lange Noten, noch deutlicher bezeichnet wird. Allein T a c das Unnatürliche dieser Taktartcn, wo zwey ganze Taktnotcn nur einen Takt ausmachen, bewürkt vornehmlich in den Pausen, da dieselbe Pause z.B. bald den halben, bald den vier, tcn Theil des Takts vorstellen muß, eine solche Unordnung, daß jene Schreibart dieser vorzuziehen und auch mehr im Gebrauch ist. 2) Der kleine Vieroiertel- oder der gemeine gerade Takt. Er wird durchgangig mit A bezeichnet, und unterscheidet sich von dem vorhergehenden Takte durch den leichteren Vortrag, und durch die gerade noch einmal so geschwinde Bewegung. Viertel sind seine Hauptnoten, die im Vortrag außer dem vorzüglichen Druk der ersten Taktuote wie in dem großen Viervierteltakt gleich niar- quirt werden, nämlich also: , . . . > . . . -«-o-V-S-j-w-S-S-S-j! ! > I > ! > I i I Ii nicht wie hier: i >i > i > l l > I l l Ii welcher Vortrag nur eigentlich dem zusammengesetzten Viervierteltakt, welcher hernach angezeiget wird, zukommt. Doch wird er, zumal in langsameren Stüken, im Vortrag oft mit dem zusammengesetzten ver- T a c 497 wechselt, und in zwey Theilc, jeden von zwei) Viertelnoten, die auf die letzt angezeigte Art niarquirt werden, eingctheilct. Er vertragt übrigens alle Notengatrungcn, und hat einen zwar ernsthaften und gesetzten, aber keinen schweren gravitätischen Gang, und ist sowohl in der Cammer- und theatralischen Schreibart, als auch in der Kirche, von vielfäl- tigem Gebrauch. z) Der Vierachtcltakt, Z. Eon« penn hat in seinen vortrefflichen Clavicrstüken sich hin und wieder dieses Taktes bedienet, anzudeuten, daß die Achtel nicht wie im D also: gleich sondern schwer, nämlich also: vorgetragen werden sollen, wodurch auch die Bewegung dieses Taktes be. stimmt wird, die nämlich nicht so langsam, als der vorhergehende Takt, aber auch nicht so geschwind, als der H seyn kann. Dieses vorausgesetzt, wird jedermann fühlen daß folgender Satz in jeder andern Taktdezcichnung, die ihm zukommen kann, folglich in jedem andern Vortrag, würklich etwas anders, als hier, ausdrükt: Wird jede der vier Zeiten der letzten zwey dieser Taktarten auch in drey Theile getheilct, wie oben, so entstehen folgende zwey: 1) Der?wolfacbrcl- und 2) Zrvolffeck5ebnreltakr, deren Vortrag, natürliche Bewegung und Charakter leicht aus dem Vorhergehenden erkannt werden kann. Vierter Theil. Mit den ungeraden oder Tripel« takten hat es die nämliche Bewand» niß, wie mit den geraden. Vortrag und Bewegung werden durch die län- gcrn oder kürzern Notcngattungen, die jederTaktarr eigen sind, bestimmt: nämlich schwer und langsam bcy jenen, und leichter und lebhafter bey diesen. Ueberhaupt bringt die un- Ij, gerade ! 498 Tac gerade Taktart wegen der gedrittelt Fortschreitung ihrer Hauptzcittn eine größere Lebhaftigkeit in jeden Aus- druk, und ist daher zur Schilderung lebhafter Ecmüthsbewegungen schik- licher, als die gerade Taktart. Sie besteht aus folgenden Takten: 1) Der Dre)'?we)tteltakr, 4? 2) Der Dreivierteltakt, und z) Der Dreiachteltakt, Z; zu welchen noch 4H Der Dreysechzehmoltakt, gerechnet werden könnte, der, ob er gleich nicht in, Gebrauch ist, doch in der That der einzige ist, der den äns- scrst leichten und geschwinden Vortrag vieler englischer Tanze, die insgemein in -K geschrieben sind, am richtigsten bezeichnen würde. Denn bey der natürlichen Bewegung des Z, oder eines Passcpieds, fühlt min außer dem Hauptgewicht der ersten Takcnote noch ziemlich deutlich das Gewicht der übrigen Zeilen; auch vertragt dieser Takt Sechzehntheüe: hingegen vereinigen sich die drei) Zei« ten des ^ ganz in einer einzigen Zeit, und man kann nnr eins bcy jedem Niederschlag, aber nicht drey zahlen; dies ist der Fall bcy den erwähnten englischen Tanzen und vielen andern Sinken, die in Z geschrieben, und wegen ihres flüchtigen Vortrages keine Sechzchnthcile in sich enthalten können. Werden die Hauptzeiten der ersten drey dieser Takte in ein Gedrittes ge< thcilet, wie oben bcy den geraden Taktarten, so entstehen noch folgende Tripeltakte: 1) Der Neunviertelcakt, Z, aus den, Z; 2) Der Neunachteltakt, I, aus dcm Z; und z) Der Neunsechzehnteltakt, aus dem^, die noch weit lebhafter, als ihre Nebentakre von Charakter, und daher zum fröhlichen Ausdmk vorzüglich gcschikt sind; doch behalt der 5 wegen seiner großem Noten« T a c gattungen und seines schwerem Vor. trags noch cincn gesetzten Gang, der der Kirche anständig ist; der A hingegen ist weit hüpfender, und wird hauptsachlich zu giqumartigen Stufen gebraucht; der^ ist äußerst tändelnd und lebhaft. Alle bisher angezeigte Taktarecn sind von der Beschaffenheit, daß jeder Takt derselben nur cmen Fuß ausmacht, der aus Thcilcn besteht, die unter einander an innerer Länge und Kürze verschieden sind. Eigentlich hat jeder gerade Takt zwey Hauptaktthcile, deren erster lang, und der zweyte kurz ist. Z. B. Herr, mein Gott! Werden die Noten aber in kleinere Gattungen cingctheilet, z.B. Viertel im Allabrevetakt, so erhalt die erste Note des zwcyteu Takttheiles schon > ein größeres Gewicht, und die Viertel verhalten sich unter sich, wie die Takttheile. Z. B- En - gel prci - sen dich. Besteht der Takt aus noch kleineren Theilen, auch Achteln, so sind auch diese an innerlicher Quantität von einander unterschieden. Z. V. —S——G——A—lG—G—G—1— i/ / / / / ^ > Er, der al-lcS ord-nct und cr - halt. Aus dieser setzten Vorstellung wird die Verschiedenheit der langern und kurzem Theile emes geraden Takts deutlich. Die erste Note hat das größte Gewicht, weil jede Notengat- tung über ihr lang erscheinet und gefühlt wird. Da die Schlußnote ei« »es Stüks, oder einer Periode, allezeit eine wichtige Note seyn muß, so kann sie in allen angezeigten geraden Takt- T ac Tac 499 Zustatten nur auf der ersten Note des Takts falle», und den ganzen Takt durchdauern, wenn der Schluß vollkommen ftyn soll. Uebel Haupt muffen die Hauptaccente eines Satzes allezeit auf der ersten Note des Takts fallen; die weniger wichtigen Accente falle» auf der ersten Note der zwey. ten Hälfte des Takts; und auf den übrigen Thcilen nach Beschaffenheit ihrer innern Lauge und Kürze, die Tone ohne Accente und die durchgehenden oder ganz kurzen Noten. Hieraus erhellet, daß dic Theile oder Eylbeu der musikalische» Füße weit mauiüchfaltiger an der innern Quantität sind, als der poetischen; und daß ein Poet, der musikalische Verse machen will, nicht allein auf die Länge und Kürze der Sylben, sondern zugleich auf die Accente der Hauptworte sein Augenmerk richten müsse, damit sie in jedem Vers auf der rechten Grelle vorkommen. Die Verschiedenheit der innern Quantität der Takttheilc in der uuge- radenTaktart ist aus folgenderVor- stellung zu sehen: 4^ D—L i l ! ! ! ! I l Mur-re nicht, lle-bcc Christ! Ist die Bewegung aber geschwind, oder besieht der Takt, aus triplirten Zeiten, wie der der L und die übrigen auf diese Art entstehenden Takte, so hat der-Tripel allezeit die erste Quantität, nämlich — und die übrigen Zeiten verhalten sich unter sich, nachdem sie gerade oder ungerade sind, z. B. /Z Nach dem, was von der innern Quantität der Takttheile angezeigt worden, bedarf es wol keines Beweises , daß der H von dem -A, oder der H von dem -S, obgleich bei,de Takte dieselbe Anzahl einerlei) Norcngatcun- gcn in sich begreifen, durch das verschiedene Taktgewicht unendlich von einander unterschieden sind. Folgende Vorstellung macht diese Verschiedenheit deutlich: '1 Die Anwendung von der Behandlung dieser Takttheile in Absicht ihres verschiedenen Gewichts und der darauf zu legenden Accente ist nach dem, was von den geraden Taktarten gesagt worden, leicht zu machen. Doch ist von dem Tripeltakt noch anzumerken, daß die zweytc Zeit auch lang gebraucht werden kann; doch nur in dem Fall, wenn der Einschnitt auf der ersten Zeit fallt, wie hier: z 1 5 Nun bleibt uns noch anzuzeigen übrig, i) wie zwe»)Takte zusammen« Ii 2 gesetzt » Zoo T a gesetzt Mid in eins gezogen werden können, 2) von welcher Nothwen- digkcit die zusammengesetzten Takt- artcn, und ?) wie sie von den einfachen unterschieden sind. Um sich von allem diesem einen deutlichen Begriff zu machen, versuche man über diese Worte: Ewig in Oer Herrlichkeit! Noten von gehöriger Länge und Kür- ze mit Beobachtung der Acccnte und des Taktgewichts zu legen. Da es lauter Svondaen sind, so scheint ein Takt von zwey Zeiten, z. B. der I Takt, hiezu am schiklichsien zu seyn; folglich stünden die Noten also: E-wlg in der Herr-lich-keil! Die langen und kurzen Sylbcn des poetischen Fußes waren genau beobachtet; die Schlußnote fiele auf die erste Taktnote; und der Rhythmus wäre vollkommen richtig. Aberinan bemerke, daß das Wort in und die letzte Sylbe von Herrlichkeit, die doch in der Aussprache von gar keiner Wichtigkeit sind, hier, da sie auf der ersten Note des Taktes fallen, das größte Gewicht erhalten. Dieses nun zu vermeiden ist auf keme andere Weise möglich, als wenn man zwei) dieser Takte zusammenzieht, und daraus nur einen einzigen macht, also: E-mig In der Herr«lich-keit! Dadurch werden die Heyden Sylben in der Mitte des Takts, und zwar auf dessen schwache oder kurze Zeit gebracht, wo sie zwar auch noch ei. nen Accent behalten, der aber lange nicht so schwer, als der erste, und bcy der letzten, als Schlußsylbe, noth- wcndig ist. Ein entgegengesetztes Bcyspiel wird dieses noch deutlicher machen. Man versetze diesen Satz: . T a c Er ist mein und ich bin sein. in den zusammengesetzten geraden Takt, so werden die Wörter mein und sein allen Nachdrnk verlieren, weil sie nicht Taktgewicht genug er. halten. So wie nun in zwey Versen die übrigens aus denselben Füßen bestehen, das Hauptwort bald vorne, bald in der Mitte, bald am Ende stehen kann, so können auch zwey melodische Satze, die aus denselben Notengattungen, und demselbenTalt- oder Zeitmaaß bestehen, den Accent an verschiedenen Orten haben. In der Poesie bringt dieser Umstand keine Veränderung der Versarl hervor; in dcrMusik hingegen wird dadurch der Takt bestimmt, der den Ort des Ac- ccnts und sein Gewicht allemal an- giebt, die alsdann, so lange das Srük in demselben Takt fortgeht, durchgangig festgesetzt bleiben. Daher wenn der Gesang die Eintheilnng des I Takts hat, aber den Haupt« accent nicht bey jeder ersten Taktnote, sondern nur von zwey zu zwey Takten verträgt, muß er in dem aus zwey K zusammengesetzten geraden Takt geschrieben werden, z.B. «_ G— «5- " Hol t- .z Ware dieser melodische Satz in Z geschrieben, so erhielten die mit a- bezeichneten Noten cm schweres Takr- gcwichc, und gleichsam eine falsche Deklamation im Vortrag. Hieraus erhellet die Nothwendig- keit der zusammengesetzten Taktai- ttn, die wir nun in folgender Vor. stellung Tac T a e stellung anzeigen wollen. Die obr- ren Taktzcichen zeigen die Tactarten O 1.2 .4. 12 Ol' nun gleich jede dieser zusammengesetzten Tatkartcn in andern Umstanden einfach ist, so sind sie doch in Ansehung ihrer innen, Beschaffenheit sehr von einander unterschieden. Der einfache Takt macht durchgängig nur einen einzigen Fuß aus; die Schlußnote kann daher nur auf die erste Taktnotc fasten, und den ganzen Takt durchdauern: der zusammengesetzte hingegen theilt den Takt in zween Thcile, oder zwcy Füße; die Schlnßnotc trifft allezeit auf die Hälfte des Takts, und dauert auch nur die Hälfte desselben durch. Es ist daher fehlerhaft, wenn man in einem Stük die Schlußnote bald auf der ersten Taktnote, bald auf der Hälfte desselben antrifft; dieses kann nur entstehen, wenn bcyde Taktartcn unschicklich mit einander verwechselt, oder irgendwo der Rhythmus verfehlet worden. Eben so fehlerhaft ist es, wenn in einer einfachen Taktart die Schlußnote einer Tonart, in die mau ausgewichen ist, nicht den ganzen Takt, sondern nur die Hälfte desselben durchdaucrt, und der erste Satz in der Mitte des Takts wieder anfangt; dadurch kommen die Taktstriche, folglich das Taktgewicht auf der unrechten Stelle, und das Stük wird entweder verkehrt vorgetragen, oder erschweret demjenigen, der es würklich recht vorträgt, die Arbeit sehr, weil er anders singen oder spielen muß, als ihm vorgeschrieben ist. Bewegung und Vortrag der zusammengesetzten Taktartcn kommen übrigens mit den einfachen, aus denen sie zusammengesetzt sind, über« ein. an, aus denen die unteren zusammengesetzt sind. LZ Zz z. L 5 6 Da das Mechanische des Takts ein wichriger, schwerer, aber überaus würksamer Theil der Setzkunst ist, so ist allen angehenden Tonsctzern zu rathen, sich in Tanzstükcn aller Art aufs sorgfaltigste zu üben, und die Ausarbeitungen der ältern Franzosen, vornehmlich des Tonpcrin, dessen mamnchfaltige Behandlung der verschiedenen Taktartcn und Genauigkeit im Rhythmus fast ohne Beyspiel ist, sich zum Muster zu nehmen. Von dem Tacte oder dem Keitmaße in Oer lNusck überhaupt handeln: Siov. Gpataro Criselsco ä> d-tulic» nel gusle ti rracks eis Is perkcktinns ilc ls Leiguislcers prollutts in Is Xtn- lies mcnlarsts, Vin, i;z t> 5ol.) Agost. Pisa (Nsrrurs (teils keluliqs (Ii- cbisrscs, Korn. 1611,)—> V. Äe- tZellUS (ve l'acku t^ulico, vps. ,698. 4.) — D'ons Enbrap (Oei'cripr. er ulsge cl'un mccromerrc, ou mscki» ne your bsccre les mclurez er lez remps cle roures torces ci'sir, in den chtem, de l^csci. lies ltcienees ele Nsriz, v,J.17Z!. S.lSe. Schon koulic hatte einen Zeitmesser erfunden, der hier verbessert wird.) — Dion Diderot (In s. dkem. lue llisserens tu^ecz elc t(ss- rbem. dls^e ,748 8- wird auch vom mufikal. Zeitmesser gehandelt, der darin verworfen wird.) — Lrdr. N?illb. Mlarpurz (Im Iten Bd. f. kritischen Briefe, S.s?. 105. >!>. findet sieb eine Theorie des Tactcs.) — D. Diov. Sacchi (blells ctivissone gel rcn,g„ neila kelulics, nell Itslln e nclls ?ve- iis, Uisseers^. res, tetil. 1770. 8. 5.N. Ferkels mufikal. krit^ Bibl. Bv.I. S. -67.) — Frc. M. Zanotti, Ii z Giainb. 502 Tac T a f Giamb, Martini, und Giov. Sac- ckl (Gerrere . . . nellc «zusle (! prapou- gnnn e rifolvana alcuni clubbz sppsr» rcncnri al rrarrsro, Dells Nivisiono «Zcl remp« . . . kviil. 178!. 4.) — Saborzt (kvlanucl Utile er curicux für I» mesure «lu remps, Csr. >771.) —- °Harrison (Dcfcrlpr. cancerninZ tucki s meclrsnilm, sz rvill zffar«j s nice snä rrue menfursrion at rimez »s slto i>» sccounr af rkie ^ifcaver^ >ik riie fcsle c>5 muüc, Danci. >775. 8.) — Zdavaur (Dercrc für un inlirumenr ou pcuUule uauvesu ezui s pour bur «je «iecerminer svec Is pliiü grsneleex- söstiruclo lez 6iiierens «legre« «je viresse ou «je Icurcur cic« remp« clsn« une xiece cie mui»z»e, «jcpui« le prellilli. ino zu«czu'su Idsrga . . . im staurn.^n- czcl. v. 1.1784. Mon. Jim. S. ;Z4>) — Abel Dursa (Vrschreibung rincs musikalischen Zeitmessers .. Verl. 1790. 8.) — E. U?eisfie (bey s. 12 geistlichrn prosaischen Gesclngen, lieipz. 1790 findet sich die Beschreibung und Abbildung eines neuen TactmesserS.) — <— S. auch I. Adlungs Anlcit. zur musikal. Gclahrt- hcit S. -q> u. f. Ausg. von 17z;. liebrigens bandeln von dem Tacte, und von den versickiroeiieii Tacrarren, natürlich' noch die mchrcstcn, von der Setzkunst überhaupt handelnden Schriftsteller, als unter andern, Franc. Gafou (Im Lten Kap. des slen Bu«hes s. srsckca Xluücse.) — Anör. Griritbopacckn» (Im qtcn u. 6ten Kap. des -tctt Buches s. «Vluf. praff. Vlicral.) — I. langer (Im 7tcn Kap. des -tcn Thls. s. VraK. Vjusse.) G. Dresleu (Im ztcn Kap. des zten Thls. s. ic-Iud. prsöb. k.lem.) — Steffi. Vannco (Im Sten Kap. des aten Buichis s. ldecsncr. «te muf. surea.) — -H. Glarennu.n 00. K.0- rit (Im ;ten u. ?tcn Kap. des zten Bu< chcs s. Daäeednräan.) — Eiufi. Aar- lino (Im -zyten und-S?tcn Kap. des zten Thls. s. Illirur. armon ) — Fr. Sa- liiian (Von s. De Hausse. l.!d. VII. gehört das ganze sechste Bucb in so fern hie- her, als cö vom Rhythmus überhaupt handelt.) — Job. Magirnn (Im zten Kap. des itcn ThlS. s. Hrr.kriuf.) — P. Cerone (Im -zten— azten, 5a und zpten Kap. des 6ten Buches s. kelel»peo 7 mseliro, «lel ricmpo mussco, uisclo en Lonra cle argzu»; «je las fcnnsle« iullicialez ctc lv« ricmpa«; «jel ricmpo ms« ufsst»; «Ic «er» riciupa m»7 uls» 7tcn Bucdc Del mucla, ffev?/»o 7 dt». Iscian überhaupt. Auch gehören noch verschiedene Kap. des zgtcn u. >stcn Buches hieher.) — A.zc. Tero (Jni iZten U. lyten Kap. deS etcn Zlhls. s. lVlussc» Bessarech --- I. D. Heinickcn (Jni 4ten Kap. der ltc Abthcil. s. Anweisung zum Generalbaß, von geschwinden Noten und manchcrlcy Taetcn.) — Al. Malcolin (Im i:ten Kap. s. ^rcsr. ob d^ulic.) —> I. Matrbcson (Im ?tcn Kap. deS -tcn Thls. s. Kerns melodischer Wissenschaft.) — I. Holvcn (Jni 4ten Kap. des >ten Thls. s. bstfa/ rovviirciz s rstiansl Lz-stem »f Klulile.) — Calv. Gethnn (Im zten Kap. s. ^lelupueis.) — /H.Aacconi (Im itcn Thl. s. ?rzriic» «jl lvlusscz.) — Cr(l- ger (Im zten Kap. s. bvnapf. Klussc.) — GionM. Bononcini (Im ?ten und lztcn Kap. des lten Thls. s. Icialico prstlica.) -— I. A. Scioeibe (Im zten Kap. s. Werkes lieber die musikalische Cvmpositiou.) — ?. s?. VDrnbergcr (Im 4ten Atschn. der ersten Abthcil. des 2tcn Thls. s. Kunst des reinen Satzes.) —> Rock (Im -tenAbschn. der zwey- ten Abthcil. im -te» Th. seines Versuchs einer Anlcit. zur Compvsitivn.) — F. N). Molf (Im 4ten Kap. s. Unterrichts in alle» Theiirn der zur Musik gehörigen Wissensch. — u. a. m. Tafelwer k. (Baukunst.) Wird auch mit dem französischen Worte ?!>r.znsteris gencnnt. 'Die Wörter bedenten einen au6 vierekig- ten Tafeln von verschiedenem Holze zusam- Tan zusammengesetzten Fußboden, auf welchem aller band regelmäßige, aus Drcy - oder Vierekeu bestehende Figuren zu sehen sind. Man braucht nur zwey Arten von Holze von zwcy verwandten Farben, einer Hellern und einer dunklem, um sehr vielerlei) Figuren auf dem Boden heraus zu bringen. Wer sich hievon einen Begriff machen will, kann die Abhandlung des ParerTrüchcc über die Combinationen nachsehen. *) Ein gutes Tafelwerk des Fußbodens gicbt einem Zimmer ein schönes Ansehen; und es macht eine besondere Art des Vergnügens aus, wenn man in einer Folge von Zimmern so sehr verschiedene regelmäßige Figuren auf dem Fußboden stehet, die doch ans einerlei) Drei)- und Bicr- eken zusammengesetzt sind. Tanz. Acr Tanz ist, wie jedes andre Werk des Geschmaks, erst aus nn- überlcgtcm Trieb der Natur entstanden, durch Geschmak und Genie aber allmahlig zu einem Werke der Kunst erhoben worden. Fröhlichkeit bringt ihn überall hervor, wo sie sich einfindet, so daß man kaum ein Volk auf dem Erdboden antrifft, das nicht seine Tanze der Fröhlichkeit hatte. Ob aber gleich der natürliche Tanz blos aus Freude und Fröhlichkeit entstehet, so schranket die Kunst sich nicht blos aufdicse Gattung ein, sondern bedienet sich der ästhetischen Kraft, die in Srellung und Bewegung des Körpers liegt, so weit, als sie reichen kann. Nun ist offenbar, daß kaum etwas in dem sittlichen Charakter der Menschen vorkommt, das nicht durch Stellung und Bewegung des Kör- *) INemmiez Nir les cnmbmuiivnz par le It., ?. 1'rncker. (A> ^tem. clc I'r). c»cl. Itoy. ges Lciences^^our, I'r^n. nee 1704. Tan ' 50z pers verstandlich und lebhaft könnte ausgebrükt werden. Deswegen ist der Tanz in seiner Art eben so falsig, als Musik und die Rede selbst, zur sittlichen und leidenschaftlichen Sprache gebildet zu werden. Wie aber nicht jede leidenschaftliche Rede ein Gedicht, noch jedcFolge leidenschaftlicher Töne ein Gesang ist, so ist auch nicht jeder Ausdruk der Empfindung durch Gang und Gebehrdcn ein Tanz. Also müssen wir vor allen Dingen untersuchen, wodurch ein solcher Gang zum Tanz wird. Die Rede wird durch Einheit des Inhalts und einen abgemessenen Gang der Worte zum Gedicht; und eine Folge von Tönen wird ebenfalls durch den abgemessenen Gang und Einheit des Tones zum Gesänge. *) Daher laßt sich schließen, daß auch Einheit des Charakters oder Ausdruks, mit abgemessener Bewegung oder mit Rhythmus verbunden, den Gang zum Tanz erhebe. Dieses bedarf keiner weitem Ausführung, da es klar genug ist. 'Wir haben also bey jedem Tanz auf zwey Dinge zu sehen, auf den Rhythmus, und auf den Charakter, oder den Ausdruk, in so fern er von dem Rhythmus unabhängig ist. Schon der Rhythmus allein ohne allen andern Ausdruk, kann der Bewegung nicht nur etwas angenehmes und unterhaltendes, sondern auch etwas vom Ausdruk der Empfindung geben. Dieses ist ans dem, was wir über die Natur des Rhythmus angemerkt haben, offenbar.**) Also könnte schon in leblosen Körperu eine Bewegung statt haben, die durch Takt und Rhythmus nicht nur schön und daher angenehm wäre, sondern auch verschiedene Charaktere, als Lebhaftigkeit, Ernst, Artigkeit, Hoheit und mehr dergleichen aus- drüktc. Wollte man diese ästhetische I i 4 Kraft *) S. Gesang. ") S. Rhythmus. §o4 Tan Kraft' einer solchen Bewegung verstärken, so müßte man sie mit Musik begleiten,, deren Takt und Rhythmus genau mit denen, die in der Bewegung sind, übereinkommen; denn das Ohr vernimmt alles Metrische weit leichter, als das Auge. Daß dieses das Wesentliche des Tanzes sey, laßt sich so leicht fühlen, daß auch die Volker, bcy denen der Ecschmak noch völlig unentwikelt ist, ihre Tanze mit Musik begleiten. Setzet man nun noch hinzu, daß durch Minen, Stellung und Gc- behrdcn jede Art der Empfindung in dieser rhythmischen Bewegung könne angebracht werden, so begreift man gar leichte, wie der Tanz zu einen, Werke des Geschmaks werden könne, das an ästhetischer Kraft jedem andern den Vorzug streitig macht. Es ist keineGemüthslagt, kein Gemüths- charaktcr, keine Leidenschaft, die nicht durch den Tanz auf das lebhafteste geschildert werden könne. Aber der Tanz hat, wieder Gesang, vor allen Werken der Künste noch dieses voraus, daß er nicht dlos durch die lebhafte Schilderung würkct, sondern überdem durch die Ausübung eine weit größere Kraft erhalt, als irgend ein anderes Werk der Kunst, das wir blos durch das Anschauen, oder AnHorm genießen. Wie das Lied, das wir selbst singen, ungleich mehr Kraft auf uns hat, als das, welches wir blos anhören: so hat auch der Tanz nur auf diejenigen, die ihn würklich ausüben, die vollcste Kraft. Man wird darum von keiner andern Kunst so augenscheinliche und so lebhafte Würkung sehen, als die ist, die der Tanz auf die tanzenden Personen macht. Denn man hat, wo ich nicht irre, Bey- spiele, daß Menschen sich zu Tode getanzt haben: so sehr groß ist die Begierde die Rührungen zu empfinden, die das Tanzen hervorbringt. Tan Hieraus folget nun, daß man durch die Tanzkunst ungemein viel auswürfen konnte, wenn nur Ge- schmak und Genie die Arbeiten nnd die Anwendung der Kunst leiteten. Man ist zwar gewohnt, das Tanzen als eine bloße Lustbarkeit anzusehen, die keine größere Wichtigkeit hat, als hundert andere Ergoylichkciten, denen Niemand großen Werth beylcgt; und ich zweifle nicht, daß es manchem seltsam, oder gar ungereimt vorkommen werde, wenn er sehen wird, daß wir hier das Tanzen ans einem etwas ernsthaften Gesichtspunkt betrachten. Da wir aber in diesem ganzen Werke gar alle schonen Künste und selbst die geringem Werke derselben, die man durchgchmds nur als Gegenstände des Zeitvertreibes ansteht, in dem vollen Werthe betrachtet haben, den überlegende Vernunft ihnen geben kann; so soll uns das Vornrtheil gar nicht abhalten, auch den Tanz von seiner wichtigen Seite zu betrachten. Wenn man bedenket, was für eine große Kraft Tanze von etwas lebhafter Art haben, die Gesellschaft der Tanzenden vergnügt zu machen, und wie sehr es oft geschieht, daß durch Tanze zwischen Personen, die sich vorher mit gleichgültigen Augen angesehen haben, eine ticfsitzende Zuneigung erwachst, so wird man auch begreifen, daß verschiedene andre Empfindungen durch das Tanzen in den Gemüthern ansgewekt und zu einem beträchtlichen Grad der Starke konnten erhöht werden. Da mm nicht daran zu zweifeln ist, daß durch Minen, Stellung und Bewegung jcde Empfindung auszudrükcn ist, so ist auch nicht abzusehen, warum nicht sollten Tanze verfertiget werden können , die zu Erwekung und Verstärkung jeder gegebenen Empfindung tüchtig seyn sollten. Wenn wir dieses voraussetzen, so müssen wir es auch für möglich halten, Tan ten, daß sowol für dir Jugend, als für das reifere Alter, Tanze von allerhand Art zu erfinden waren, die in der Ausübung als würkiiche Hebungen in edlen Empfindungen anzusehen waren- Warum sollten nicht Tanze möglich seyn, wodurch z. V. die Jugend gegen Aeltern ehrfurchtsvolle Liebe an den Tag legte; oder solche, die Bescheidenheit und Mäßigung, Standbaftigkcit bey Widerwärtigkeiten, Muth in Gefahren, und dergleichen ausdrükten, und wodurch also die Tanzer sich in dergleichen Empfindungen übten- Wir wollen uns aber hier an diesem bloßen Wink begnügen, und Tanzern von wahrem Genie überlassen, denselben weiter zu verfolgen, und nun von den bekannten Arten der Tanze sprechen. Man theilct insgemein die Tanze in zwei) Hauptmassen ein, deren eine die gemeinen oder gesellschaftlichen Tänze (la bell« «laute), die andere die theatralischen Tanze, begreift. Die gemeinen Tanze sind zum gesellschaftlichen Vergnügen erfunden worden ; deswegen müssen sie auch so beschaffen seyn, daß sie von Personen, die kein Hauptgeschaffte aus derTanz- kunsi machen, können gelernt werden. Die hohen Tanze können schon künstlicher seyn; weil sie nur von Tänzern von Profession, die besonders dazu bestellt sind, aufgeführt werden. Die gesellschaftlichen Tanze kom- nien darin mit einander übcrein, daß zwcy, oder mehr Personen gemeinschaftlich nach einer kurzen Melodie, die in Bewegung, Takt und Rhyth- mus ihren eigenen bestimmten Charakter hat, nach bestimmten Figuren eine bestimmte Anzahl zusammengesetzter Schritte machen, und diese so lange wiederholen, als sie Lust haben. Diese Tanze sind in ihrer Art das, was in der Musik die Lieder, die eben so aus einer kleinen Anzahl Takte und Einschnitte bestehen, die T a «f 505 man so lange wiederholt, als man zu singen Lust hat. Bald jedes Land hat seine eigene Art des gesellschaftlichen Tanzes, und wir haben die Charaktere der bekanntesten in verschiedenen Artikeln ange- zeiget-*) Ihr allgemeiner Charakter besieht barin, daß sie, wie das Lied, eine gewisse Empfindung oder eiüe Gemüthsart ausdrüken, die sich durchaus gleich bleibet; so daß dieses Tanzen, wie das Singen der Lieder, den Zwck hat, sich eine Zeitlang in dieser Gemüthslage zu unterhalten. Diese Empfindung ist in einigen hüpfende Freude, wie im schwäbischen Tanz, in andern galante Gefälligkeit, mit Ehrerbietung verbunden, wie in der Mcnnet u. s. f. Diese verschiedenen gesellschaftlichen Tänze haben sich in Europa mehr oder weniger ausgebreitet, und verschiedene sind so durchgchcnds angenommen worden, daß sie bey allen Gelegenheiten, wo in gesellschaftlichen Zusammenkünften getanzt wird, vorkommen, wie dieMenuet und verschiedene englische Tänze. Man scheinet aber darin durchgchcnds übereinzustimmen, daß der Mcnuet der Vorzug über alle Tanze dieser Art einzuräumen sey. Es ist auch in der That schwerlich ein andrer Tanz erfunden worden, worin so viel Zierlichkeit, edler Anstand und höchst gefälliges Wefeu anzutreffen wäre. Man könnte zwey Arten solcher Tänze machen. Die erste würde so, wie die gewöhnlichen, für mehrere Personen zugleich-eingerichtet seyn, und eine Gemüthslage, sie sey sittlich oder leidenschaftlich, zum Ausdrnk haben, in welcher sich natürlicher Weise eine ganze Gesellschaft zugleich befinden kann. Die andre Art könnte etwas naher bestimmte Charaktere ausdrüken. Diese müßten ihrer Na- J i 5 tur ») S. Allemande; Menuet; Pelonvlse u. a- m. 506 T a ti Tan ttir nach nur von einzeln'Personen getanzt werden. Dergleichen Tanze scheinen bey den Griechen gewöhnlich gewesen zu ftyn. Man findet sogar, daß sie Charaktere cinzcler berühmter Personen, einer Phäöra, einer Rho- 0ape, einesAcdiilcs, durchdenTanj geschildert haben. Es laßt sich auch gar wol begreifen, wie bekannte Charaktere durch Musik und Tanz können abgebildet werden. Wie der gemeine gesellschaftliche Tanz, der blos eine vorübergehende Gemüthslagc schildert, nnt dem Lied übereinkommt: so hat ein solcher Solotanz von bestimmten, Charakter einige Aehnlich- kcit mit der Ode; und die Musik müßte dazu so eingerichtet werden, daß bey jeder Wiederholung die Strophe mit Veränderungen gespielt würde, damit der Tänzer Gelegenheit bekäme, den Charakter, den er schil- dert, in verschiedenen Schattirungen s" zeigen. Die theatralischen Tanze werden nur von Tänzern von Profession als ein Schauspiel aufgeführt. Man thei- let sie insgemein in vier Gassen ab. Die erste oder unterste Classc wird Groteok'e genennt! ihr Charakter ist Ausgelassenheit oder etwas Aben- thcuerlichcs. Diese Tanze stellen im Grunde nichts, als ungewöhnliche Sprünge und seltsame narrische Gc- bchrden, Lustbarkeiten und Abentheuer der niedrigsten Classc der Menschen vor. Der gute Gcschmak kommt dabey wenig in Betrachtung, und es wird auch so genau nicht genommen, ob die Cadcnzcn der Tan« zer mit denen, die die Musik macht, so genau übereinstimmen oder nicht. Dieser Tanz crsodert hauptsächlich Starke. Die zweytc Classe machen die römischen Tan;e aus. Ihr Inhalt ist schon etwas weniger ausgelassen, und sie schildern Sitten, Lustbarkeiten und Liebcsinkrigucn des gemeinen Volks. Bewegungen Md Sprünge sind weniger ausgelassen, aber doch lebhaft, etwas muthwillig und stark in die Augen fallend. Sie müsscn aber immer etwas belustigendes und fröhliches haben. Die Hauptsache ist hier Leichtigkeit, schnelle künstliche Bewegung und etwas muthwilliges. Die dritte Classe begreift die Tanze, die man in der Kunstsprache halbe Charaktere chemi L»raököres) nennt. Ihr Inhalt ist eine Handlung ans dem gemeinen Leben, in dem Charakter der römischen Schaubühne, ein Liebeshandel, oder irgend eine Jntrigue, darin schon Personen von nicht ganz gemeiner Lebensart vcr- wikclt sind. Diese Tanze erfodern schon Zierlichkeit, angenehme Manieren und feinen Gcschmak. Die vierte Classe begreift die Tänze von ernsthaftem hohen Charakter, wie die tragische Schaubühne ihn er- fodert. Sie bestehen entweder in Solotänzen, die blos große und ernsthafte Charaktere schildern, oder in ganzen Handlungen von bestimmtem Inhalt. Hier muß schon alles, was die Kunst an Stellung und Bewegung zum Ansdrnk grosser Empfindungen darzustellen vermag, zusammen kommen. Von diesem hohen Tanz, der eine bestimmte Handlung vorstellt, haben wir im ArtikelDallet besonders gesprochen. Jede der vier Gattungen des theatralischen Tanzes kann von zwcyer- lcyArt ftyn. Entweder schildern sie blos Charaktere und Satten, ooer sie stellen eine bestimmte Handlung mit Verwiklung und Auflösung vor. Im ersten Falle haben die verschiedenen Auftritte des Tanzes keine genaue Verbindung n tter einander; es ist schon hinlänglich, daß die Einheit des Charakters durchaus beybebalten werde: im übrigen kann der Ballct- ineister nach Gutdünken die Scencn bald mit mehr, bald mit weniger Personen anfüllen, und hat nur auf Abwechslung und Mannichsalligkcit zu Tan zu scheu. Aber die andere Art erfordert in Ansehung der Anordnung der Handlung die Ücbcrlegung, mit welcher auch der dramatische Dichter seine Fabel zu behandeln hat, und von Seiten der Tänzer ein gutes pantomimisches Spiel, um die Handlung verständlich zu machen;*) daher diese Tanze besonders pantomimische Tanze gencnnt werden. Hohe pantomimische Tänze sind erst seit wenig Jahren von Novcrre bcy Schauspielen eingeführt worden, nachdem er vorher m seinen über das Tanzen herausgegebenen Briefen **) die Theorie dieser Tänze mit vieler Gründlichkeit entworfen hatte. Man kann den Balletmeistern sowohl diese Briefe, als die verschiedenen Entwürfe, die dieser geschikte Mann von seinen in Wien aufgeführten pantomimischen Balletten herausgegeben hat, nicht genug empfehlen. Die theatralischen Tanze werden, wie ihre Benennung schon anzeiget, nur auf der Schaubühne vorgestellt, und zwar insgemein als Zwischenspiele zwischen den Aufzügen, und dann zuletzt auch zum Beschluß des ganzen Schauspieles. Als Zwischenspiele werden sie itzr nur in der Oper durchgcheuds gebrauchte bei)andern Schauspielen aber erscheinen sie gemeiniglich nur am Ende, als ein besonderes Nachspiel, das mit dem aufgeführten Schauspiel keine Verbindung hat. Selten haben auch die zwischen den Aufzügen der Oper vorgestellten Ballette würkliche Beziehung auf das Schauspiel, und sind in der Zhat nichts anders, als völ, ligc hör« ci'cLnvres, die die Eindrü- ke, welche das Schauspiel gemacht hat, wieder ausloschen. Nach unserm Bcdünken Ware es leicht, die Ballette mit dem Schauspiel selbst nicht nur in Verbindung ') S. Pantomime. ") l.ckires kur la Danke par dir. Xo» verre. Tan ZV? zu bringen, sondern sie auch daz» anzuwenden, daß sie den Eindruk des Schauspieles unterhielten, oder auch verstärkten. Die Sache hat an sich so wenig Schwierigkeit, daß wir nicht einmal für nothig halten, uns hier darüber einzulassen, nachdem wir an einem andern Orte die verschiedenen Mittel dazu bereits vorgeschlagen haben. *) Tanzkunst. Äaß diese Kunst eben so viel Recht habe, ihren Rang unter den schonen Künsten zu behaupten, als irgend eine der andern, die durchgcheuds hochgeschätzt werden, ist bereits aus dem, was wir in dem vorhergehenden Artikel angemerkt haben, klar genug. Wer auf die ersten Gründe der Sache zurükgchcn, und überlegen will, was für erstaunliche Kraft in der Form der menschlichen Gestalt liegt,"*) wird leicht begreifen, was diese Form, mit veränderten Stellungen und mit Bewegung verbunden, auszudrükcn vermag: daraus wird er den Schluß ziehen, daß an Stärke der ästhetischen Kraft keine Kunst die Tanzkunst übertreffen könne. Wir betrachten sie aber nicht in dem zufälligen schlechten Zustand, in dem sie sich gemeiniglich auf der Schaubühne zeiget, sondern in der Würde und Hoheit, zu der sie erhoben werden konnte. Wir sind gar nicht in Abrede , daß sie fast durchgcheuds sich in einer Gestalt zeige, in der sie wenig Achtung verdienet; aber eben deswegen ist es wichtig, Männer von Genie zu ermuntern, sie aus der Er. niedrigung empor zu heben. „Es ist eine Schande, sagt ein Meister der Kunst, daß der Tanz sich der Herrschaft über die Ecmüthcr, die er behaupten könnte, begeben, und blos ') S. Ballet. ") S. Reiz; Schönheit; Stellung. 5oZ Tan blos mit der Belustigung der Augen zufrieden seyn soll/'*) Es wurde ein eigenes Werk crfo- dem» etwas ausführlich zu zeigen, wie die Kunst zu dem Werth und der Vollkommenheit, die sie ikrer Natur nach haben konnte, allmählig zu erhöhen sey. Ein Balletmcistcr von wahrem Genie, wie Novcrue, wird aus dem, was wir in dem vorhergehenden Artikel gesagt haben, sich bmlanglich überzeugen können, daß sie einer großen Erhebung über ihre gegenwärtige Beschaffenheit fähig sey; zugleich aber wird er auch das wahre Fundament cntdeken, worauf er zu bauen hat, um diese Würde allmählig zu erreichen. Was wir von dem Einfluß der Musik auf die Erziehung angemerkt haben, **) gilt auch von der Tanzkunst; und diese muß, da sie nicht ohne Musik seyn kann, noch gewisser würken, als die Musik allein. Ungemein leicht wäre es, die Kräfte der Poesie, Musik und Tanzkunst bey der Erziehung zu vereinigen; weil dazu nichts erfodcrt würbe, als daß man nach Liedern tanzte. Sollte es blos leere Einbildung seyn, es nicht nur für möglich, sondern sogar für leicht zu halten, daß zum Behuf der Erziehung eine Sammlung sehr nützlicher Lieder verfertiget, in gute rhythmische Musik gesetzt, und auf jedes ein schiklicher und der Jugend nützlicher Tanz verfertiget würde, der'nicht blos das Rhythmische, sondern auch den Inhalt des Liedes schilderte? Diese Anwendung des Tanzens würde frcylich eine beträchtliche Reinigung der Kunst von allen blos zier, lichen, und besonders von den übertrieben künstlichen Stellungen und ") II est bonreux gus Ig gante renonce g v empne au'slle peur svoir tur er qu elle ne s'srrzctie qu'Ii xlüire aux yeux. teures lur I2 clsnle, ") S. Mustk. Tat! Bewegungen erfodcrn. Denn was allgemein seyn soll, muß auch leicht zu lernen seyn. Man müßte mehr auf Nachdruk, als auf das Künstliche sehen. Es hat damit eben die Beschaffenheit, wie mit der Musik. Wer diese auch nur zur Ausübung so vollständig lernen wollte, daß er die schweresteu Sachen spielen, oder singen konnte, müßte den größten Theil seiner Zeit darauf wenden. Aber dazu, daß man ein Lied und andre leichtere Sachen gut singe, oder spiele, kanssman gelangen, ohne etwas von dem, was sonst der künftigen Lebensart halber zu lernen ist, zu versäumen. Eben so müßte man zum Behuf der Erziehung leichte, aber im Charakter und Ausdrnk wichtige Tänze haben, die jeder, ohne Nachthcil der andern Jugendübuii- gen lernen könnte. In Ansehung des öffentlichen Gebrauchs dieser Kunst getrauen wir uns nicht, die mancherlei) Anwendungen, die bey verschiedenen Völkern ehedem vom Tanzen bey sehr crnsthaf- ten Gelegenheiten gemacht wurden, wieder in Vorschlag zu bringen. lln- sre Zeiten vertragen das Ccrcmonicii- rcichc der öffentlichen Feste, das bey einer größer» Einfalt des National- charaktcrs von so großer Kraft ist, nicht. Je weiter sich die spekulative Vernunft ausbreitet, je mehr erhebt sich der Mensch über die Sinnlichkeit. Ob er im Ganzen dabcy gewinne, oder verliere, können wir hier nicht untersuchen. Demnach bleibet der Tanzkunst gegenwärtig kaum ein andrer öffentlicher Gebrauch übrig, als ans der Schaubühne. Was für großer Verbesserung sie aber auch da fähig wäre, haben wir bereits erinnert.*) Man kann, nach der Natlir der Sachen, von dem Balletmcister mit Recht fodcrn, daß er in Ansehung des *) S. Ballet; Tanz. Tan des Werths und der Wurde dessen, was er uns sehen und hören läßt, mit dem dramatischen Dichter um den Vorzug streite. Zwar wollten wir nicht, daß die alten pantomimischen Tanze in ihrem ganzen Umfange wieder aufkamen. Eine tragische, oder komische Handlung, so vollständig, wie der Dichter sie vorstellt, schiket sich für den Tanz nicht. Das Drama, das ohne Reden vorgestellt wird, ist in Ansehung der Ausführlichkeit nothwendig enger eingeschränkt, als das poetische Dra- ma; und diese Einschränkung muß der Balletmeister nicht aus den Augen setzen. Wir haben in dem Artikel Dallee sie einigermaßen zu bestimmen versucht. Daß die Tanzkunst und die Musik aller Wahrscheinlichkeit nach die Heyden ältesten Künste scyen, ist bereits erinnert worden. Wir wissen auch ans verschiedenen Nachrichten, daß bey den Griechen und andern Völkern alter Zeit der Tan; nicht blos zum gesellschaftlichen Ergötzen, sondern bey allen öffentlichen Festen der Religion und des Staates gebraucht worden. Wir halten es um so viel un- nöthigcr, uns hierüber weitläuftig einzulassen, da wir die Abhandlung des Cahüsac über die alte und neue Tanzkunst, nachdem sie auch in einer deutschen Uebcrsetzung erschienen ist, in den Händen der meisten unsrer Leser zu seyn glauben. Wie weit es dieAlten, besonders die Griechen, in dieser Kunst gebracht haben, laßt sich, da ihre Tänze für uns verloren sind, nicht sagen. Daß aber die alten Tänzer, wenigstens in den spatcrn Zeiten, nämlich unter der Regierung des Augustus, und auch schon etwas früher, das Wesentliche der Kunst, nämlich den sittlichen und leidenschaftlichen Ausdruk, gar sehr in ihrer Gewalt gehabt haben, laßt sich aus vielen bekannten Erzählungen mit Gewißheit schließen. Ich will nnp T a n sog eine Anekdote Hiebon anführen. Der Cyniker Demetrius hatte das pantomimische Tanzen, das er nie gesehen, verachtet, und geglaubt, die Bewun- drung, mit der man davon sprach, rühre mehr von der Musik, als vom Tanz her. Ein damaliger Tänzer unter dein Kaiser Nero bat ihn, er möchte ihn nur cinmahl sehen. Dieses geschah. Der Tänzer hieß die Musik schweigen, und stellte durch sein stilles Ballet die bekannte Liebesgeschichte des Mars und der Venns vor. Der Philosoph kam für Vergnügen fast außer sich, und rufte dem Tänzer laut zu: „ichhöre, was du vorstellst, ich seh es nicht blos; denn du scheinst mir mit den Händen zu sprechen." Man kann überhaupt anmerken, daß die Alten den Begriff der Tanzkunst weiter ausgedehnt haben, als man in den neuer» Zeiten zu thun gewohnt ist. Es läßt sich aus einem Vers in der Jlias,*) und besonders ans einer Anmerkung, die Lucia» in seinem Gesprach von der Tanzkunst darüber macht, abnehmen, daß auch Leibesübungen, die mit unsrer Fccht- kunst übereinkommen, darunter begriffen gewesen; und sowol aus der vorher angeführten Anekdote, als aus viel andern Nachrichten, kann man schließen, daß überhaupt das, was wir itzt das stumme Spie! der Schauspieler nennen, bey den Römern zum Tanzen gerechnet worden. Ueberdem ist bekannt, daß dieAlten gar oft besondere Charaktere berühmter mythologischer Personen, und auch einiger Helden durch Solotänze geschildert haben; von solchen Schilderungen aber wissen n.nsre heutigen Tänzcr wenig. Man findet so gar, daß sie abstrakte Begriffe durch Tänze vorgestellt haben, wie z.B. die Frcyheit. Sextun' der Empiriker erzahlt, daß der Tänzer Sostratns, der ') II. II. vll.Sl/. Tan Tan der Hey dem König Antiochus in Diensten war, sich geweigert babe, aufBefehl seines Herrn die Freiheit zu tanzen, weil dieser des Tänzers Vaterstadt Priens sich unterwürfig gemacht hatte. Der Grund der Wei^ gcrung macht diesem alren Tänzer keine Schande. „Es sieht mir nicht an, sagte er, die Frcyhcit zu tan. zen, die meine Vaterstadt verloren hat."*) Sie haben aber auch solche Tanze gehabt, bey denen es hauptsachlich auf seltsame Sprünge und höchst schwere Gebchrdungen an. kommt; denn Crato sagtbcym Lneian, es fty schandlich einen, Menschen zu« zusehen, der sich über alle Maaße die Glieder verdrehe.**) In den neuem Zeiten haben die Italiener den Tanz wieder auf die Schaubühne gebracht; und dieses scheinet bey Gelegenheit der Opern geschehen zu ftyn.f) In dem letzt- verwiesenen Jahrhundert aber hat man hauptsächlich in Frankreich auf die theatralischen Tänze gearbeitet. Man giebt durchgehends den 2öeau- cbamp, der unter Ludwig dem-XIV der erste Oirsssteur cle t'^oaciemis äe vanie gewesen, für den ersten großen Meister der Kunst aus. Wir haben aber schon anderswo angemerkt,sts) daß die ganze Kunst des theatralischen Tanzes der Neuem, bis auf die itzige Zeit, für Personen von Geschmak eben nichts sehr schatzbares gehabt habe. Man hat erst seit wenig Jahren angefangen ihr eine Gestalt zu geben, in welcher sie sich mit Ehren neben den andern scho. nen Künsten zeigen kann; und dazu hat der berühmte Noverre sowohl durch feine Briefe über den Tanz, als durch die von ihm erfundenen und auf die Schaubühne gebrachten Bal« ') Lexr. Lmpir. aävers. Irlarkem. I.> I. st) S. Opera. Ist) S. im Artikel Ballet. leite nicht wenig beygetragm. Ein Man» von feinem Geschmak und viel Erfahrung in allem, was zur Schaubühne geHort, halt dafür, daß -Hil. verding in Wien den ersten Schritt zur wahren Vervollkommnung des theatralischen Tanzes gemacht habe.'") Man kann demnach hoffen, da nun ein fo guter Grund zur Vcr- befferung der theatralischen Tanzkunst gelegt worden, daß sie sich enb- lich in einer Gestalt zeigen werde, die dem edlen Zwek und der Würd» der schonen Künste gemäß fty. Von der Eanchunst überhaupt, handeln, theoretisch: Rivaldo Eor- fo (Oel Kollo, Oiol.üul. 1557.8)—-» Fabric. Earoso (II llollorluo . . . Veu. 1582. 4. Enthält Anweisungen zn iwlienischcn, französischen und spanischen Tänzen.) — Jean Tabouroc oder Thoinec S'Arbeau (Vroire äs lo Oonks, ?sr. 1589.4.) — Iah. Pasche (Beschreibung wahrer Tanzkunst.. Frfr. 1707. s) — John Wcavcr (ssec- eures ori rds grc «f OoncinZ evirb a Vrear. vn Xcllnn ouä Lcssure, Oonä. 1721. 4.) — Rameau (kl-iine ^ äonfer, gui enfeigne Is msniers äs faire rous les äisserens pss... ec äs conäuire les drss . . . pzr, 17Z4. 8. m.K.) —> E. Ehr. Ä.ang (Anfangsgründe zur Tanzkunst, Erl. 1751. 4.) — Ehr. ") Oa peur slluree bilräimenr quenou» n'svons connu (jusgu'au rems äellil» veeäie.z) gue le simple /Xlpbober äs la Oontc. — Oes LpeÜzreurs froiäs er rrirnquillcsonr »ännie rios pzs, nos srriruäes» nos mouvsmens, norre cs» äsnce, norre S-pIomb, xvec lz mems inäiffsrencs «zu'on aämire äes )-eux, äes boucbes, äes r>S2, äes mnins, »r. rillemenr cea^onnss. S. Rellin äs kierre IZzIIer - pziuomimc, compols pze käe. ^rigioliiri er represeniö ü Vien» ns en vÄob. i/äl. Die angcfübrte Stelle ist aus der Vorrede dieses kleinen Werks, die Hrn. Calzabigi zum Verfasser hat, obgleich derBalictmci- sicr AnMinl hgkiii sp»icht. Tan Tan zu Chr. Pauli (Oes elemenssste la Osn» fe, Oeipf. 1756. 8.) — Chevalier de ähoudeau (Vrgire äu msiiuien clu corps, er cie fe prefenrer ovec ^rsce, ksr. 1760. 12.) — Noverre Lerere tur io Donle er für les Lsiiers, LructA. 1760. 1 2. Deutsch, Hamb. >769. 8. Engl. hond. 1786.) — Giov. 2lnör. Galiui (Lriric. vblervar. 011 rbe /Zrc vf O.iririrA . . . 1761. 8.) — Louu» r>7 Osnces msäe plgln onä egf^. 1764. 12.) — Aug. (Duo Rei- chardc (lieber den theatralischen Tanz, in der Clevischcn Theaterzeitung.) — Bacguo/ Guedon (itteriioäe pour excrcer l orcilie 5 Ig mcfure ägns l'arc zlc la vanle, Amll. 1779. 8.) 1— Den. Magri (Trorigro reorericc» prsrrico «l! L->Iiv . . . blsp. '779- 4> -Th. NI. K.) >— hingen. (Bemerk, über Pantomime lind Ballet, in de» Bäurischen Betrügen zur schönen und nützlichen Litteratur, Münch. >779- 8.) — Compan (Die- tivn, cie Oznfc, conrcnsnr l'liilloire, les reales er lcs principes cle csc srr svec cles rcllex. crir. er cles ^necä. curieufes .. . ?gr. 1787. Ausgeschrieben aus bekannten Büchern.) — Ueber den Tanz, besonders den theatralischen, im ztcn Bde. von I. D. Maucharts Allg. Repertor. für empirische Psychologie, Vürnb. 179z. 8. — l— Schriftem für und lvidcr den Tanz: Jean le Coinre (Apologie cle I» von- fe. pgr. 1752. 12.)— Trsire con. rre les Osittes . . . Nor. 1775.12.) — Davis (1'kougtus cmvgncinz. 1791. 8 ) Von der Geschichte des Tanzes überhaupt: Lllai rocvsrcls rde diliur/ vfOzneing, l-oncl.igix. 12,--» Dan. teRo7(OrcleeIIcuncIiAeAgnmer!cinAell vver cle lZonllere^en To cier ouclc gz lg- lern VvIIceren, ltorcerä. 1722. 8.) " p. Bourdclot (tili, >le Ig Osrifc fgcree er profane, les proAres er fes revvln- rions cicvuis fon orißine susgu ä prs- ienr. . . 5or. 1724. l,.) — L.ouis Cahusac (Vraire che ig chgnle, gnc. er moäerue, cher. 1755, 1». z Thl, Deutsch, im iten Bde. der Samml. vermischter Schriften . . . Berlin >759. u. f. 8- Won dem Ursprünge des Tanzes: Trsire che l'ori^ine che lg lZgitte, IN dcM llxrrgnräingire des öäercuie ggl- lonc, von, I. 1Ü80. Bd. 10. S. 191. Bd. u. S. zi — — Von dem Tanze einzeler Volker, als der Griechen und Römer: Ausser den, dey dem Art. Baller, S.-92U. f. angcführten Schriftstellern: I. I. Brambach (Von der Orchestik, oder Tanzkunst der Griechen, im ztcn Bde. S. 017. s. Ilcbers. der Pottcrschen Archäologie.) — I. A. B. Bcrgstraßcr (Ted. von der Orchestik, oder über den Tanz der Altrn, im z ten Bde. des Schlrachschcn Magaz. der deutschen Kritik.) — u. a. m. Der Inden: Th. G. seltner (Oe cllureis verco. luclseor. Oisserrsc. Air. 1726. 4.) — I. Geb. Ren; hllo religinlis fglroc. verer. luclgeor. I)it- fcn. bipf. 17z 8 .4.) — — Der Chinesen: bäcmoires stur lcs Osnies ebi- volles, in den Vsrieres lirrersir. Bd. 1. S. 472. Bd. 2. S. Z09. — — Von religiösen Tanzen: Von den Tänzen bcyni Dlcnste der Gottheit, im Scdwä« bischen Magazin von gelehrte» Sachen v. I. 1775. — Chrstph. Heinrich Bromes (Von den Festtänzen der ersten Christen, Jena 1701. 4) — Von dergleichen Tänzen wilder Völker, s. Last« tcau leioeurs ches Lguvgges, Bd. 1. S. Ig>. 2ÖZ. 410. — >— S. übrigens den Artikel Choreographie. Tanzstük. (Musik.) Ader Tanz, der ein Ganzes vorstellen soll, verlangt ein Geräusch neben sich, das in rhythmische Glieder ge« theilt ist, nach denen der Tanzer seine Schritte einrichtet, und wodurch die Regelmäßigkeit und Ordnung des Tanzes sinnlich wird. Hiezu wäre ein Instrument.hinlänglich, das wei. ter nichts musikalisches hatte, als daß es rhythmische Schlage hören ließe, z. B- die Trommel, wodurch «ine große Anzahl Tänzer in gleichem Schritt erhalten werden konnten: auch lehret uns die Geschichte, daß einige wilde Nationen blos nach solchen lärmenden Tronimcnschlagcn tanzen. Indessen so vollständig der Tanz auch bey einer solchen Vereinigung ungesitteter Nationen seyn mag, so ist doch dieses nur der niedrigste Grad des Vergnügens, den die Tanzkunst gewahren kann. Der Geschmak hat einen Ekel an einem blos ciuför, migen Schalle, der das Ohr rühret, ohne es zu vergnügen; daher muß der Gesang, oder etwas dem Gesang ähnliches, das mit dem Charakter, des Tanzes übereinstimmt, noch dazu kommen, und indem das Auge an der Bewegung des Tänzers Vergnügen findet, zugleich dem Ohre Belustigung geben, damit der Tanz von Heyden Seiten interessant werde. Der Gesang ist allen Menschen bey jeder Handlung, die die Fröhlichkeit erzeugt, so natürlich, und an sich selbst aller Arten von Rhythmus so fähig, daß man Mühe hat, sich eine Nation, oder eine Versammlung von tanzenden Personen vorzustellen, die nicht Tanz und Gesang mit einander vereinigen sollte. Bey allen gesitteten Nationen alterer Zeit hatte der Geschmak diesen Künsten noch die Poesie zugesellet, und man tanzte nach Liedern, die gesungen wurden. Es sey nun, daß man nach der Zeit mehr Tanze als Lieder erfand, oder daß man bey den mannichfaltigercn niib schwerem Tanzfiguren, der Beschwerlichkeit des Singens wegen, sich begnügte, die Lieder blos von Instrumenten spielen zu lassen, und es hernach übcrdrüßig wurde, immer dieselben Melodien zu hören, und andere an ihre Stelle sehte: so ist doch gewiß, daß die mehrestcn Tauzstüke heutiger Zeit blvs Instmmmtaistüke sind, und daß derselbe Tanz oft nach vich-rley Tauzmclodien, die aber alle dieselbe innere Einrichtung haben müssen, getanzt wird. Es bleibt für die mchrcstcn Tonst- tzcr ein Gcheimniß, gute Tanzstuke zusetzen, weil sie nicht genug in allen Arcen des Rhythmus geübt sind, die in den Tänzen so mannichfalcig und oft so fremd nno ungewöhnlich sind, und die hauptsächlich jeden Tanz cha- raktcrisireu. Die mehiesteu Tauzstüke enthalten gleich in den ersten zwey oder vier Takten alle rhythmische Schlage, die durchs ganze Stük vom Anfang bis zum Ende wiederholet werben. Hierüber muß ein leichter und variirter Gesang zusammengesetzt werden, der einen mit dem Tanz übereinstimmenden Charakter hat, dessen Einschnitte genau, deutlich und ungezwungen mit den Einschnitten des Rhythmus zusammentreffen, der Überbein ein musikalisches Ganzes ausmacht, das auch ohne Tanz seinen Werth und seinen Ausdruk hat. Ein solches Tonstük ist in der Instrumentalmusik, was ein Lied in derVocal- musik ist. Es gefällt allen Menschen, und je mehr, je langer es wiederholet wird. Die Kraft des Gesanges und des Rhythmus wird bey jeder Wiederholung stärker. Ein Tanzstük von acht Takten kann durch vielfältige Wiederholung, zumal wenn die Bewegung allmahliz geschwinder wird, auf den Tänzer so unwiderstehlich würken, bis er kraft- und athemlos zu Boden sinkt.*) Nationaltanzsiüke, die nur einer Nation oder einer Provinz besonders eigen sind, sind am schweresien nachzumachen. Sic haben so viel eigenes in der Melodie, in den Einschnitten, im Rhythmus und in den Schlußfal- lcn, und oft so viel von unserer gewöhnlichen Musik abstechendes < daß man selbst von der Nation seyn, oder sich *) S. Rhythmus. Tan sich ganz in ihren Geschmak versetzen, und den scinigen verläugnen muß, um vier ähnliche Takte hervorzubringen. Jede Nation schildert sich, wie in den Tanzen, so auch in den Tanzstüken. Es wäre für einen philosophischen Tonsetzer eine wichtige Sammlung, Tanzstüke von allen Nationen zu haben, ihre verschiedenen Wendungen des Gesanges und der Modulation oft in einerley AuSdruk, ihren verschiedenen Geschmak und verschiedene Wartung, die sie im Ganzen auf ihn machen, zu beobachten, und dadurch sowol seine Kenntnisse zu erweitern, als auch richtige Schlüsse daraus auf den Charakter und die Sitten der Nation selbst zu ziehen. Es wäre zu wünschen, daß jeder Tonsetzer alle fremde und unbekannte Tanzstüke, deren er habhaft werden könnte, durch den Druk allgemein machte. Mancher Tanz würde einem nachdenkenden Tonsctzer gewiß mehr Neues zeigen, und mehr zu lernen geben, als 8ei 8oruwe in dem aller» neuesten Geschmak. Unter den europäischen Nationen hat die franzosische die mehresten Gattungen von Tanzstüken geliefert. Einige davon sind sehr allgemein geworden, vornehmlich die Menuet; andere sind weniger allgemein, und viele blos theatralisch. Unter diesen giebt es Tmizmelodien, die große Mannichfaltigkeit erfodern, wie die (chsoorins und die pnUeosiile. Diese Mannichfaltigkeit ist eine reiche Quelle von mancherlei) Gcmahldcn, die der Tänzer vorstellen, und womit er eine Mannichfaltigkeit von Empfindungen ausdmkcn kann. Eine solche Tanzmelodie muß, wenn fie vollkommen seyn zoll, einigermaßen dem Tänzer jede Bewegung an die Hand geben. Da kcin Tanzstük ohne vollkommene Regelmäßigkeit der Takte, der Einschnitte und des Rhythmus seyn kann, so haben gute Tvnlehrer ihre Vierree Theil. Tau 5iz Schüler allezeit hauptsächlich juTanp stüken verschiedener Art angehalten, damit sie sich in dem Mechanischen des Takts festsetzen, und ordentlich denken lernen. Auch war es die Gewohnheit der älter» Tonsctzer, ihre Suiten, Partien und Ouvertüre» fast bloS aus Tanzstüken von verfchie« dener Art. bestehen zu lassen. DieS war zugleich die beste Uebung im Vortrag.. Die verschiedenen Taktarten? die mannichfaltigci! Einschnitte. die deutlich marqüirt werden mußten» die jedem Tanzstäk eigene Bewegung und Schwere oder Leichtigkeit im Vortrag; die mancherley Notengat, tungen, und die Mannichfaltigkeit der Charaktere und des AuSdmks, übten die Spieler in den größten Schwierigkeiten, und gewöhnten sie an einen sprechenden, ausdruksvolle» und mannichfaltigcn Vortrag. Heut zu Tage werden die Tanzstüke zu sehr vernachlaßigct. Wie wenige find im Stande, z. E. eine gute französische l^oure zu setzen, öder gut vorzutra» gen? Dieser Vernachläßigung ist «S hauptsächlich zuzuschreiben, daß unsere heutigen Jnstrumentalstüke sich alle so ähnlich sehen, so arm an charakteristischen Zügen» und so oft im Rhythmus fehlerhaft sind, daß ausser den wenigen Formen, an die wie uns halten, und die doch im Grund aus Tanzstüken entstanden sind, keine neue erfunden werden, und daß der ausdruksvolle Vortrag, der die Musik zu einer leidenschaftliche» Sprache macht, so selten, und an dessen Statt eine manierliche, gezierte, ohne Kraft und Nachdruk tändelnde Art vorzmragen, überhand genommen hat. Die Tanzstüke zu pantomimische» Tänzen sind von einer ganz besonderu Gattung, und machen gleichsam de» Text oder die Worte aus, nach welchen der Tänzer seinen Gang und seine Gebehrden einrichtet; daher sie nicht so regelmäßig, als die an- Kk der» 5»4 Tau dem Tanzmclodicn ftyn kennen. Sie leiden weder die Einheit des Charakters, noch die Regelmäßigkeit der Emschnitte, und kommen darin mit dein Recitativ übcrein. Man hat über diese Gattung wenig nachgedacht: aber sie erfordert große Erfahrung über die Kraft der Musik und den ißusdrnk der Modulation, der Forrschrcitting und der 'verschiedenen Bewegungen. Der Tonsetzer muß dazu eine große Geschiklichteit besitzen, jcde Gemülhsbewegung aus- zudrüken. Denn alles, was der Tänzer ausdrukl, muß schon durch die Melodie und Harmonie angedeutet werden. Täuschung. (Schöne Künste.) Aie Täuschung ist cin Jrrthum, indem man den Schein einer Sache für Wahrheit oder Würklichkeir halt. Wenn wir bey einem Gemählde vergessen, daß es blos die tobte Vorstellung einer Scene der Natur ist, und die Sache selbst zu sehen glauben: so werden wir getauscht. Dieses geschieht auch, wenn wir eine Handlung auf der Schaubühne so natürlich vorgestellt sehen, daß wir dabey vergessen, daß das, was wir sehen, blos Nachahmung ist, und die Schauspieler würklich für die Personen halten, die sie vorstellen. Mau sieht sogleich, daß die gute Wartung vielerWerke des Geschmaks von der Tauschung herkommt, die sie in uns bewnrkcn. In den Werken, die natürliche Gegenstande schildern, sie jenen aus der körperlichen oder sittlichen Welt genommen, kommt die Hanvrsache auf die Täuschung an. Weiß der Künstler sie zu bewürfen, so ist er ziemlich Meister über dieGe- mürher "der Mensche»! er kann sie mit Lust oder Verdruß, mit Fröhlichkeit oder Schrckcn erfüllen. Es ist hemnach ein sehr wesentlicher Punkt Täu in der Theorie der Künste, daß die Ursachen der Tauschung untersucht, und die Mittel, wodurch sie erhalten wird, angezeigel werden. Die gänzliche vollige Täuschung, ww die war, da der Ritter von Mancha in dem Marionettcnspiel von Dom Gaiforos und der schonen Me- lisandra, die Marionetten für die würklichen Personen hielt, und den Degen gegen hölzerne Puppen zog. hat großeAehnlichkeit mit demTrau- me, in welchem wir unsre Phantasien für Empfindungen der Sinnen halten. Deswegen kann auch die Betrachtung der eigentlichen Beschaffenheit der Träume, uns einiges Licht über die wahren Ursachen der Tau» schung geben. Die Ursachen der Täuschung in den Träumen sind offenbar. Sie beruhet auf einer gänzlichen Schwächung derjenigen sinnlichen Empfindungen, die in unsVorstcllungen von den äußerlichen persönlichen Umständen, in denen wir uns befinden, er- weken. Wenn wir uns blos innerer Borstellungen bewußt sind, denen nichts bcygemischt ist, das sich auf die Zeit, den Ort und alles, ivas zu unfern äußerlichen persönlichen Umständen gehört, bezieht: so kann es nicht anders seyn, als daß wir die Vorstellungen der Einbildungskraft für würkliches Gefühl halten; weil gar nichts in den Vorstellungen ist, das uns deS Gegcntheils versicherte. Wir müssen nothwendig uns einbilden, wir seycn an dem Orte, in den uns die Phantasie versetzt hat, wenn wir von dem würklichen Orte, da wir uns befinden, nichts fühlen; nothwendig glauben, daß die Personen, deren Bilder nur in der Einbildungskraft liegen, zugegen seyen, wenn unser Äuge alsdann nichts empfindet, das uns des IrrthumS überführen könnte.*) Wenn also gar ') Wer dieses etwas weit« ausgeführt »n T ä u gar alles Gefühl unsers äußerlichen Zustandcs aufhört, und blößc Vorstellungen der Phantasie klar bleiben, so ist die Täuschung vollkommen; ist aber jenes Gefühl bios schwach, und weniger lebhaft als die Vorstellungen der Phantasie, so ist sie zwar nicht vollkommen, aber doch hi»reich.eud genug, daß wir von den Gegenstanden der Phantasie so stark gerührt werden, als von würklichen Eindrü- ken der Sinnen. Wenn also Dichter und Schauspieler durch das Drama so viel bey unS würken können, daß die Vorstellungen und Empfindungen von unseren äußerlichem Zustande, die wir wahrendem Schauspie! haben, schwacher werden, als die, welche die Scene selbst giebt- so haben sie die Tauschung hinlänglich erreicht. Man sieht aber leicht ein, daß dieses nicht blas von der Beschaffenheit der Werke der Kunst, sondern zum Theil auch von uns selbst abbangt. Wer sich nicht in der Gemüthslage befindet, sich den Eindrüken, die von der Kunst herrühren, zu überlassen, oder sonst keine Wärme des Gefühls und der Phantasie hat, der ist schwerlich zu tauschen. Der Künstler muß also Menschen von Empfindsamkeit und einiger Lebhaftigkeit der Einbildungskrast voraussetzen. Hat er solche, so liegt ihm ob, sein Werk so darzu- stellen, daß es hinlängliche Täuschung bewürfet. Hiebe,) kommt es überhaupt auf eine gänzliche Feßlung der Aufmerksamkeit ans den Gegenstand der Kunst an. Denn es ist bekannr, daß das Anstrengen der Aufmerksamkeit auf einen Theil unfter Vorstellungen, die andern, wenn sie gleich durch die Sinnen erwckt werden, so sehr zusehen wünschet, wird auf die Zer- kilcderung der Vcrnunsl verwiesen, die Ich in den ?N«n >l >ires cie i '/Xcü- «iemie iiv^aie ci«. Sciences er KSNes» I-eur«- im I. «75». gegeben habe. Tau z15 schwächt, daß man sie oft nicht mehr gewahr wird. Wenn wir demnach im Schauspiel verleitet werden, die Aufmerksamkeit völlig auf das zu richten, was auf der Scene vorgeht, so vergessen wir den Ort, wo wir Uns befinden, die Zeit des Tages und andere Umstände unsrer würklichen äußerlichen Lage, und bilden uns, so gut als im Traum, ein, wir seycn an dem Orte, den die Sccnö vorstellt, und sehen die vorgestellte Handlung, nicht in der Nachahmung, sondern in der Natur selbst. Und eben so geht es mit jeder Täuschung zu. Die Mittel aber, wodurch die Aufmerksamkeit, so wie die Täuschung es erfodert, gefesselt wird, sind vielerlei), und liegen sowol in der Materie, als in der Form der Werke. Jede Art der ästhetischen Kraft, zu einem gewissen Grad erhoben, kamt die Würkuna thun: und wir haben in de» meisten Artikeln dieses Werks, darin wir die verschiedenen Eigenschaften eines vollkommenen Werks der Kunst besonders betrachtet haben, dasNvthige hierüber angemerkt. In den Werken, deren Stoff aus dell sichtbaren Natur genömmen ist, beruhet die Täuschung größtenthcils auf der vollkommenen Wahrheit dell Nachahmung. Daher in. den Ge- mähldcn die Wahrheit des Colvrits, der Zeichnung und der PcrspektiS die Täuschung hervorbringen. Hingegen wird sie auch durch jeden Fehler gegen die Wahrheit plötzlich ausgelöscht. Jede würkliche Unrichtigkeit, alles Widersprechende, Unwahrscheinliche, Gekünstelte, laßt uns sogleich bemerken, daß will nicht Namx, sondern Kunst voll uns sehen. So bald wir durch irgend einen Unistand die Hand des Künstlers erbliken, wird die Aufmerksamkeit von dem Gegenstand, den wir allein bemerken kolken, abgezogen. So gar Schönheit und Kk s Voll- 516 Tau Vollkommenheit, in einem unwahrscheinlichen Grad, können der Täuschung hinderlich ftyn. Ein Colorit, das schöner und glänzender, eineNe. gelmäßigkeit, die genauer ist, als man sie in der Natur antrifft, sind der Täuschung schädlich. Das Verschönern der Natur, wovon man dein Künstler so viel vorschwatzt, kann also gefährlich werden: da hingegen gar oft überlegte Nachlaßig- keiten selbst sehr viel zur Täuschung beylragen. Dieses siehst man am deutlichsten in den Vorstellungen der Schauspiele. Die Schauspieler, die so sehr pünktlich sind, Gang, Stellung und Ge- behrden nach den Regeln der schönen Tanzkunst einzurichten; die in dem Vortrag jede Sylbe nach den genauesten Regeln des Wohlklanges ausspre. chcn, und dergleichen Pünktlichkeit mehr beobachten, werden uns nie täuschen, weil sie nicht in der schiklichen Nachläßigkcit der Natur bleiben. Demnach^ wird überhaupt zur Täuschung nicht der höchste Grad der Vollkommenheit, sondern der höchste Grad der Natur und die höchste Leichtigkeit erfodert. - -5- Von berTäuschung überhaupt handelt: I. C.Röniz (Im i?tcn Abschn. S. 277. s. Philos. der schönen Künste. Oer Verf. glaubt, daß eigentlich nur strenge ioeali- schc Wahrheit, oder getreue Nachahmung tauschen könne, und theilt die Täuschung in Natur- und Kunsttstuschung ein). — Ein (unoollcndctrr) Aufsatz im Z9trn Bde. S. >. u, f. der Neuen Bibl. der schönen Wissenschaften (vorzüglich in Rücksicht auf das Drama.) — Von der Tstuschung in den bildenden Rünsten überhaupt: Frc. Ruupoli (In cinrr f. Orzzione; in lboste stelle Vvlii 7Ar! Qrvrinne, e Lomgonimcnc! gocrici ... Köms 177/. 4.) — Uedcr die mahleri- scheTstufchung ein Aufsatz in dem 2-.Hefte S. - zö, der Mrusklschca Miseellancen. — T e in Temperatur. (Musik.) Das Wort bedeutet überhaupt eine wol überlegte kleine Abweichung von der höchsten Reinigtest eines Intervalls, um es dadurch in Verbindung mit andern desto brauchbarer zu machen :*) besonders aber drükt man dadurch die Einrichtung des ganzen Tonsystems aus, nach welcher einigen Tönen ecwas von der genauen Reinigtest, die sie in Absicht auf gewisse Tonarten haben sollten, benommen wird, damit sie auch in andern Tonarten können gebraucht werden. Wir haben in dem Artikel Spstcm gezci- gct, wie sowol das alre, als das neuere reine diatonische System beschaffen ftyn müsse. Setzet man nun, daß jcdeOttavc dieses Systems, b), D> L, b", L, 7^, L, kl, 0, so gestimmt fty, wie die dort angezeigten Verhältnisse es erfodern, und daß man stch mit diesen Tonen, deren jeder, nur st und tä ausgenommen, zur Tonica kann gemacht werden, begnüge, so hat man keine Temperatur nochig. Jeder zur Tonica angenommene Ton hat zwar andere Intervalle, als die andern, aber sie sind so beschassen, daß man mannich- faltige und schöne Melodien zu mehrern Stimmen damit setzen kann. So bediente man sich in der That des diatonischen Systems bis in das vorige Jahrhundert: damals aber fieng man an, einegrößereMamiich- faltigkcit von Tönen undModnlatio- ncn zu suchen. Man war nicht mehr zufrieden, blos aus sechs Haupttönen , und zwar aus jedem entweder nur in der großen oder in der kleinen Tonart zu spielen. Die schon vorher eingeführten halben Töne Lis, lb--, lssis und (äis, wurden allmahlig dazu gebraucht, baß man aus einem Grundtonc, der in dem ehemaligen Syst, in ') S. Stimmung. T e in System nur die große, oder nur die kleine Tonart hatte, nun auch in der kleinen, oder großen spielte. Endlich fiel man auch darauf, die neuen halben Töne selbst zu Haupttönen zu machen, und das ganze System so einzurichten, daß jede der zwölfSay. ten der Octave, sowohl in der großen, als kleinen Tonart zurTonica dienen könnte. Dieses war nun mit zwölf Say- ten, deren Stimnnmg auf Orgeln und Clavieren nothwcndig festgesetzt werden mußte, nicht zu erhalten. Denn es ist kcine Stimmung von zwölf Saytcn, die hernach in höhern Octaven wiederholt werden, möglich, die so wäre, daß jede dieser Sayten ihre reine diatonische Intervalle hätte, wie jeder, der Töne berechnen kann, leicht finden wird. Doch sah man, daß diese Federungen beynahe zu erhalten wären, wenn man einigen Intervallen au »Heer diatonischen Rei- nigkeit etwas weniges wollte fehlen lassen. Dieses veranlasscte also die Tonsetzer eine Temperatur zu suchen, die das Spielen aus zwölf Haupt- töncn, sowol in Dur, als in Moll möglich machte. Es sind nun sehr vielerlei) solche Temperaturen vorgeschlagen worden. Wir halten es aber für übcrflüßig sie hier anzuzeigen. Gar viel Tonsetzer erklarten sich für die sogenannte gleichschwebende Temperatur. Und da sie noch gegenwartig bcy vielen in großer Achtung stehet: so wollen wir ihre Beschaffenheit hier beschreiben. Vorher aber müssen wir die allgemeinen Grundsätze, wonach jede Temperatur sich richten muß, anzeigen. Das Fundament jeder Temperatur liegt in der Foderung, daß jeder der zwölfTöne des Systems als eine Tonica sowohl in der großen, als in der klcinenTonart könnegebraucht werden, ohne daß die Anzahl der Saytcn vermehrt werde. Dieser Fo- dcrung zufolge muß jeder der zwölf T ^ m 5! 7 Töne seine Octave, seine Quinte, Quarte, große und kleine Terz haben, weil dieses die wesentlichen Intervalle sind, aufweichen die Harmonie be- ruhet. Nun findet man aber gar bald, daß es unmöglich sey, jedem Tone diese nöthigen Intervalle in ih. rer Reinigkeit zu geben, folglich, daß man gezwungen sey, einige Intervalle etwas höher, andre etwas tiefer zu lassen, als sie in ihrer Voll- kommcnhcit waren. Dieses Abweissien von der Reinigkeit muß aber nicht so weit gehen, daß die Drey- kläuge dadurch ihre consonircnde Natur verlieren. Hier kömmt es also zuerst auf die Frage an, um wie viel eine Conso- nanz höher oder tiefer, als ihre voll- konssiiene Reinigkeit erfodert, könne genommen werden, ohne ihre conso- nirende Natur zu verlieren? Alle Tonsetzer stimmen darin überein, daß die Octave völlig rein seyn müsse, und daß auch die Quinte keine merkliche Abweichung von der Reinigkeit vertrage. Die Terzen aber sind noch brauchbar, wenn sie allenfalls um ein ganzes Comma von ihrer Reinigkeit abgchn. Dieses sind nun die Grundsatze, nach welchen jede Temperatur zu be« urtheilcn ist. Nun wollen wir die- gleichschwebende Temperatur naher betrachten. Sie besieht darin, daß die Octave, als La in zwölf völlig gleiche Intervalle getheilt werde, so daß zwischen L und Eis, Eis und O» I) und visu s.f. bis k-l-c. dicStu- fcn völlig gleich seyen. Hiezu nun würde erfodert, daß die Längender Sayten, in Zahlen ausgcdrükt, eine Reihe von zwölf Proporcionalzahlcn ausmachten. Mithin waren zwischen zwei) Zahlen, lue sich gegen einander verhielten, wie 2 zu >, eilf mittlere Proportionalzahlcn zu bestimmen,' ' Dieses ist nun weder durch Rechnen,, noch durch geometrische Constructio- nen möglich. Doch kann man ans Kk z b-Y- Si8 Ten, beyderley Art die Langen der eilf Mittelsten so bestimmen, daß sie von der sirengsten Genauigkeit wenig abweichen. Da nun die Octave aus fünf ganzen Tönen von dcmVerhält- niß Z und zwey halben Tonen von dem Verhältnis; MK besteht, *) welche zusammen auch einen ganzen Ton, von beynakc ^ ausmachen, so giebt die gieichschwedende Temperatur für die Oetave zwölf halbe Töne, davon zwey ziemlich genau einen ganzen diatonischen Ton von H ausmachen. Ferner hat jede Sayce dieser Temperatur ihre Quinte und Quarte, die fast unmerklich von der völligen Rci- liigkcit dieser Intervalle abweichen. Denn dieQuintcn schweben nur etwa um den zwölften Theil eines großen Lochum unter sich, folglich die Quarten so viel über sich, welches kaum zu merken ist; die Terzen aber wci. chen vhngefehr um 5 eines Comma von ihrer Rciiugkeit ab. Da nun durch diese Temperatur alle Consonanzc» beynahe ihre völlige Memigkelt behalten, so scheinet sie allerdings vor allen andern den Vorzug zu verdienen. Es laßt sich auch erweisen, daß keine Temperatur mög. lieh sei), durch welche gar alleConso- tianzen ihrer Reinigkeit ss nahe kommen, als durch diese. Daher ist es phne Zweifel gekommen, daß sie so viel Peyfgll gefunden hat. Untersuchet man aber die Sache etwas genauer, so findet man, daß diese Vortheile der glcichschwcbcnden Temperatur nur ech falscher Schein sind, ^ Erstlich ist es schlechterdings unmöglich, Claviere und Orgeln nach Kieser Temperatur zu stimmen, wenn Nicht jeder Ton in der Ottave nach einem sehr richtig gctheilten Monochord besonders gestimmt wird. Denn wer kann sich rühmen, nur eine Quinte nach dem Gehör so zu stimme», daß sie gerade um die Klci- Wgkeit, die die glcichschwebende Tem- S Ssstew. T e m peratur erfodert, abwärts schwebe? Was auch die geübtesten Stimmer hierüber versichern mögen, so begreift jeder unportheyische Bcurkheilcr, daß die Sache nicht möglich sey. Wollte man aljo diese Temperatur annehmen, so müßte bey jedem Cla- vier auch ein richtig gctheiltcs Monochord befindlich seyn, nach welchem man, so oft es nöthig ist, stimmen könnte. Wollte man sich aber anch dieses gefallen lassen, so sind noch wichtigere Gründe vorhanden, diese Temperatur zu verwerfen. Es ist offenbar, daß dadurch die Tonarten der Musik nur auf zwei) heruntergesetzt würden, die harte und weiche; alle Durtöne wären transponirte Töne des Ldnr, und alle Molltöne transponirte Töne dcstlmoll. Deswegen fielen durch diese Temperatur gleich alleVortheile, die man ausdcrMan- nichfaltigkcit der Tonarten zieht, völlig weg. Diese sind aber zu schatzbar, als daß Tonsetzer von Gefühl sich derselben begeben könnten.*) Endlich ist auch noch der Umstand zu bemerken, daß in verschiedenen Fällen aus dem reincste» Gesänge, den zweySingestimmen gegen einander führen, Terzen entstehen, die doch merklich höher sind, als die, welche die gleichschwebcndc Temperatur an- giebt, wie Herr Kirnberger deutlich bewiesen hat. **) In diesen Fallen würden also die nach der gleichschwc- benden Temperatur gestimmten Instrumente, gegen die Singesiimmen und Violine schlecht harmonircn. Dieses sind die Gründe, die uns bewegen, die gleichschwebende Temperatur, ihrer scheinbaren Vollkommenheit ungeachtet, zu verwerfen, und ihr die Kirnbergerische vorznzic, hen. Die Stimmung dieser Temperatur, ') S, Poiiarten und Ton. *') S> dessen Kunst des reinen Sützks S. l l. lZ. T e m ratur, die jeder gute Stimmer ohne Mühe treffen kann, ist bereits beschrieben worden.*) Es bleibt also hier nur übrig, daß wir ihre Vortheile deutlich anzeigen. Das Haupt, verdienst derselben besieht darin, daß sie nicht willkürlich, wie so viel andere Temperaturen, einem Tone zum Schaden der andern, reine Intervalle gicbr, sondern solche, die ein vielstimmiger Gesang natürlicher Weise hervorbringt. Wir haben kurz vorher angemerkt, daß, wenn mehrere Stimmen, oder Instrumente ohne alle Temperatur, jede für sich nach den rcinestenIntervallen fortschreiten, bey ihrer Vereinigung würklich Harmonien, oder Accorde entstehen; die in verschiedenen Tonen verschiedentlich tcmperirt sind. Durch einerlei) Fortschreitung zweyer Stimmen entstehen bey ihrer Vereinigung bald ganz reine, bald etwas erhohete große Terzen, und so auch bald ganz reine, bald etwas verminderte kleine Terzen. Dieses ist so fühlbar, daß geübte Spieler ans diesen so entstandenen Accorden den Ton erkennen, aus welchem ein Stük gesetzt ist, die Instrumente mögen höher, oder tiefer, als gewöhnlich gestimmt scyn. Deutliche Bey- spiele von der Verschiedenheit der Terzen, die auf solche Weise entstehen, hat Herr Kirnberger in seinem vorher angeführten Werke gegeben. Hieraus folget nun, daß bey dem reincsten Gesänge ein Gruudron andere große oder kleine Terzen habe, als ein anderer. Demnach wäre nicht die Temperatur (wenn sie auch möglich wäre,) die beste, die jedem Tone seine reine große Terz in dem Ver- haltniß H, und seine reine kleine Terz in demVerhaltniß von 4 gäbe; weil in einigen Tönen solche Terzen würklich nicht statt haben, sondern bey dem rcinesten und natürlichsten Gesänge zweyer Stimmen gegen cinan- ") S. Stimmung. Tcm zig der, etwas höher, oder tiefer werden. Die Hauptsache bey Erfindung einer wahren, in der Natur gegründeten Temperatur kam darauf an, jedem Tone solche Terzen zu geben, die nach der angeführten Bemerkung., ihm natürlich sind. Daß dieses durch die Kirubcrgerlsche Temperatur würklich geschehe, wird jeder, der im Stand ist, Harmonien zu fühlen, von selbst bemerken. Dieses ist der Grund, warum wir sie allen andern vorziehen , und für die einzige natürliche Temperatur halten. Wird eineOrgel, oder ein Clavier nach dieser Temperatur gestimmt, welches ganz leicht ist, *) fo bekommt jeder Ton wegen der ihm eigenen Accorde seinen bcsondcrn Charakter, den er immer behauptet, man stimme die Instrumente im Chor- oder Cam« »nerton, oder überhaupt höher oder tiefer, als gewöhnlich. Die sogenannten Kirchentöne sind nach dieser Temperatur die rcinesten; und von den andern Tönen hat jeder seine Art, so daß ein geschikter Tonsetzer den Ton aussuchen kann, der sich in besondern Fallen für seinen Ausdruk am besten schikct.**) Wer nicht ein- stehet, wie wichtig in gewissen Fallen diese Wahl des Tones fty, der versuche den vortrefflichen Chor auL der Graunisch.n Oper Iphigenie», lVIors, mors Iki^ems etc. in L dur, oder b' dur zu versetzen, und gebe bey der Aufführung desselben Acht, wie, sehr er seine Kraft in diesen Töne» verlieren wird. Erwähnte Temperatur giebt demnach verschiedene Tonleitern, deren jede sich vorzüglich zu gewisse» Cha- rakteren des Ausdruks fthikct. Hiebe») wollen wir beylau ig anmerken, daß sowol das vis als (Iis dur nach dieser Stimmung gerade die diatonische Tonleiter des Pythagoras ha- Kk 4 den,., *) S. Stimmung. ") S. Ton. - KZ0 T e m T e m b«n, die wir an seinem Orte beschrieben haben.") Wer also wissen will, wie dieses alte System klinget, kann es auf einer Orgel, die nach unsrer Temperatur gestimmt ist, im Spielen aus vis und 6is dur erfahren. Ncbrigens haben wir bereits anderswo angemerkt, daß in dieser Temperatur nur drcy tempcnrte Quinten vorkommen, **) so daß die Abweichungen blos auf solche Intervalle kommen, die sie vertragen, oder gar erfodern. Es ist demnach zu wünschen, daß diese Temperatur dmchgehends eingeführt werde. -H- Won der Temperatur handeln, unter wehrern: Nllicb. Praeorinn (Im stcn Thlc. s. z^nr. kAulic. S. >eo. da» III so fern htehcr gehört, als unterdes Verf. Nahmen eine eigene Temperarur bekannt ist.)— I. Phil. Awndeler (Sein ^ersrium inelopooric. küürnd. l688.s. lehrt, wie die schlechten musikalischen Intervallen können verändert werden.) — Andr. Werkmeister (Musikalische Temperatur .. . Frkft. und Leipz, 169.. 4.) — Job. Arn. LokkeroO(Von seinem Musikalischen Unterricht, Mnhih. 1698->7>8-4. At. Th. handelt der »te Th. von derTcmpera- tur.)—tLbstn. Hugenius (ldsmonssrs- LIO 1'empcrsmenri in ll'ono voci« sädii» denäi, im iten Buche s> LosmorN. t. äv rsrriz coeieib. . . bkzA.Lom. 1698.4.) — 6 ^n. ,717. Suppl. S.->4.)— Chrstph. Albr. Sinn (Die aus mathematischen Gründen richtig gestellte musikalische 'Tem- xersrnrs prsökioz, d- i. Grundrichtige Verglcichung der zwölf Lcmironiorum in der Octave, wie dieselben nach Anweisung der Arithmetik und Geometrie, sä Vrsxia, sürnehmlich rn dir tdeacllverke können gebracht werden .. . Wernigrr. 17 «7> 4. Die Vorrede ist von T. Talvir Und enthält so genannte ^rcsn» mute- ») S. Gvstem IV. Th. S. 4»4 f. —) S. Quint«. rs.) — G. H. Thunder (Keine Temperatur flndcc sich inMattbeson-? Vluiic. Lriric. Th. 1. S. l-.) — I. G. kcheecken- beuscr (Die sogenannte allebneueste mu, sikalische Temperatür, oder die von den Herrn Kapellmeister Bümlcr und Matthe» son Communicirte n Rationalgleiche 1°»- ni minore! odcr5emiton!z . . . Quedl. >727.4) — Gerb.Hofmann (Er soll, dem Gcrberschcn histvr. biogr. llerico S. 6s4> ZU-Folge, „die ganze Temperatur des, vom Lommsce p^cds^orico entstehenden Fehlers in der Musik, so bequem eingerichtet haben, daß das ganze Leherns calculi nicht mehr als einen Bogen einnimmt;" aber ob und worin und wo dieser Bogen gedruckt worden, weiß ich nicht?) — Cbrstpb-Gonl. Scbr6- tcr (In s. Sendschreiben an . . Lor. Mist» ler. . . . Nordh. >?z8. 8. und im ztcn Bd. Th. z. S. 464. der Miylerschen Bibliothek wird von der Tcmpcratur gehandelt, und cbend. S. ;8o. ein „vollständiger Plan der Pythagorischcn glcichschwe- bcnden Teiuperatur, welche durch die Verhältnisse der größern Quinte ^ und der größern Quarte H entdeckt ist," mitge» theilt. Auch finden fich bey Ebendesselben Verf. „ regte Beschäftigung mit mnsika- lischen Dingen . . . Nordh. 178-. 8. sechs Temperaturplane, so wie Nacdrichtrn wegen seiner Streitigkeiten über die Tempc« ratur.) — Montvallon (In den öelcm. äe I-öesä. eis« Lcicnc. äc ?sris v. I. 1742. findet sich, G. >17. n.f. Nachr. von s. diouv. Z^sseme äe Antique lur lez intervsllez äcs 1"on5 er (ur Is Proportion äez sccoräz 00 I on expmins tcs i)ik> propoies psr äivcr.-i (iurcur!, welches Nichts, als eine neue Temperatur ist.) — G. AuSr. Sorge (Gespräch .... von der Prätorianischen, Prinzischen, Werkmeisterschen, Nctdhardt« schcn und Silbermannschen Temperatur, wie auch von dem neuen System des H. C. TelemannS .... kohcnst. 1748 8. Ebend. Gründliche Untersuchung, ob die im ztcn Th. der Miklerschcn Bibl.S-457 und 5Zb befindliche Gchröteristde Clavicr» tempergtur für gleichschwebrnd passiren könne? Tem Ten 52, könne? 1754.8. die ln den keltischen Briefen über die Tonkunst geprüft worden ist.)— Phil. Nürnberger (Cvnfiruction der gleichschwcbenden Temperatur, Berk. ,760. 4.) — Job. Dan. Berlin (Anleitung zur Tonemetrie, oder, wie man durch Hülfe der bogarithmischen Rechnung, nach der Geometrischen Progressionsrechnung, die so genannte gielchschwebende musikalische Temperatur leicht und bald ausrechnen kann .... Kopenhagen und keipzig 1767.8.)— Dan. P.Strähle (In dein ;ten Bde. der Abhandl. der K. Schwedischen Akademie der Wissensch. soll sich von ihm „ ein Versuch, eine gleich- schwebende Temperatur mechanisch zu ent. werfen" finden.) — Job. Heinr. Lambert (In den däcm. nouv. eis cle öerlin v. 1.1776. finden sich von ihm Gedanken über die musikalische Temperatur, vorgelesen im I. 1774. und diese deutsch im ptcn Bde. S. 4>7- von Marpurgs hifior. krit. Beyträgcn.) -- G. L. Tempclhof (Geb. über die Temperatur des Hc». KirnbergerS . .. Bcrl. >775- » ) Lriedr. ZVilh. Mar- purz (Versuch über die musikalische Temperatur .. . Beel. >776. 8- mit 4 Kpst.) — Oer Jnnhalt des Werkes, das, ausser einem Anhange über den Rameau- und'KirnSergerschen Grundbaß, in 15 Abschn. abgetheilt ifi, findet sich in N. Ferkels Litteral. der Mus. S. auch daß ntc bis istcÄap. s. Anfangsgr. der theo- ret- Musik, Leipz. >787.4. Moses Mendelssohn^ ^Versuch einer vollkommenen glcichschwebenden Temperatur durch die Confiruction zu finden, im stcn Bde. S. von Maepnrgs hifior. krit. Bey- trägen.) — Unzen. (Versuch in Tem- peraturtabcllen; Gebrauch der Tempera, turtabrllen; über die gcometc. Verhältnisse der -4 musikal. Intervallen; Anleit. zu einer Methode, die Differenzen der diaron. chromatisch« und cnharnionischcn Intervalle, und die aus ihrer Verbindung mir den Intervallen entstehenden Hülfs- intervallen der ungleich schwebenden Temperatur, ohne Eickel und Maaßstab auf dem Clavierp zu finden, im;tcn Bde. S.4N — 5»?. von Marpurgs histor. krit. Bevtr.) — Mill. Jones (handelt in f. kk^ssoingical Oilquilirion! .... bonci. 1781.4. von dcr pkilvliipky ob musscsl 8ounciz, und darin von der Temperatur, u. d. in.) -— Tiberio Tavallo (In den pkilos. t'or lhoVeor 1788- findet sich Bd. 78. ein Aufs, von ihm, lieber die Temperatue musikalischer Instrumente, auf welchcn man die Töne nicht nach Gefallen ändern kann, als Claviere, Orgeln, 0. d. m.) — S. übrigens die Art. Intervalle, Älanz (S. Z8.) Monochord, Stimmung, Ton n. d. m. — so wie das;tc Kapitel, S.-9> u. f. in M. Jae Adlungs Anleit, zur musikal. Gelahrthcit .... Dresden und Leipz. 178z. s.— — Tenor. (Musik.) W?it diesem I!amen bezeichnet man ein« dcr vier Hauptstimmcn dcr menschlichen Kehle,*) die sich durch ihren besonder» Umfang von cinan- der unterscheiden. Der Tenor ist die zweyte von unten, und folget zunächst auf den Baß: sein gewöhnlicher Umfang ist von e bis stens bis s. '*) ^ Diese Stimme ist dem männlichen Gcschlechte von reiferm Alter eigen, doch in Deutschland weit seltener, als dcr Baß: denn von zehen erwachsenen Mannspersonen werden immer neun und mehr Baßstimmen haben, Kk 5 gegen *> S. Stimme. —) Es ist nämlich hier nicht von außerordentlichen Stimmen der Soloiän- per, sondern von dein acwöb.:!ichen Umfange die Rede, den der Tonsekcr vor Augen haben muß, wenn cr für Chöre setzet. Z22 T e r Ter gegen eine, die den Tenor singt. Eine helle und schone Tenorstimmc ist deswegen erwas «elttn; sie wird aber nicht blos der Seltenheit, sondern vorzüglich der Schönheit halber hochgeschätzt. T e r e n z. Acr bekannte römische Comödien- schrciber. Er war aus Carthago gebürtig , und in seiner Kindheit ein Sklave des römischen Rathsherrn Tereiuius Lucanus, der ihn gut erzo- gen, und noch ganz jung frcygespro- chen hat. Er war noch in der Kindheit, ya Plantus starb; und schon in seinem achtzehnten Jahr soll die An- dria, sein erstes Stuk, gespielt worden seyn. Man erzählt bey dieser Gelegenheit eine artige Anekdote von ihn,. A>6 er, wie es in Rom der Gebrauch war, sein Lustspiel Andria den Aebilen überreichte, sagte ihm der Aedil Cerius, der eben an der Tafel war, er sollte sein Etük ihm vorlesen- Weil er unbekannt und schlecht gekleidet war, so wurde ihm neben dem Tisch eine Bank hingesetzt. Er hatte aber kaum einige Werse gelesen , gls Man so viel Achtung für ihn bekam, ihn zur Tafel zu ziehen, und ihn zu bitten, das ganze Stük nach aufgehobener Tafel zu lesen. Er gewann bald große Achtung. Lalins und Scipio, zwey der ersten Manner in Rom, waren seine Freunde, und sollen ihm bisweilen beyVer- fertigung seiner Sinke geholfen haben. Seine Feinde wollten ihm dieses zur Last legen , er aber rechnete siehs zur Ehre, und lehnt deshalb in dem Prologo zu den Adclphis die Bc« schnldignng sehr schwach von sich ab. Einige haben geglaubt, daß die Freunde, von denen der Dichter an angezeigtem Orte spricht, nicht Gcipio und ^älnio ftyn können, weil sie damals »och zu jung gewesen, sondern daß die vornehmen Manner, deren Deystand der Dichter nicht leugnet, O. Faberis Ä.abec> und Mar. Popilms, beyde consularische Männer und Dichter seyen; oder sie mey- nen, Sulp,trug Gallug, ein gelehrter Mann, der diese Schauspiele zu- erst in den conssilarischen Spielen eingeführt, habe nnserm Dichter geholfen. Nachdem er die sechs Ctüke, die wir noch haben, verfertiget hatte, reiste er noch vor seinem zz Jahre nach Griechenland, und ans dieser Reise ist er gcstc- ben. Einige sagen, er sey auf der See bei) seiner Zurük- reise verunglükt. Er soll in'Griechenland log Comödien desMcnan- der übersetzt haben; sie sind, sowie die Originale, verloren- Man wollte ehedem wissen, daß von seinen sechs Comödien der Phornno und die -He« cpra aus demApollodorus, die übri- gen aber aus dem Menander genommen sind. Er hinterließ eine Töchter, die an einen römischen Ritter ver- hciralhet worden- Cäsar scheinet den Tercnz gegen sein Urbild, den Mcnander, schwach gefunden zu haben, wenn folgendes Sinngedicht, wie man sagt, würklich von diesem Dictator ist. IM guoczue, tu !n lumrnix, näimi- äisca ^lensaäer, lchueris, er meriro, pari sermonls smsror. l.enik>U5 srrzue urinsm tcriprls sä-. zunöis furer vis Lomics, ut ! sec scrzuo virrus Polierer k»n»re. Lum Lrsec!«, nc-^ue in bsc äespe- ökus psrre jsrercs. l/uum boL mscerrrr er änleo, ribi äcelle, stchrenr!. Von wem übrigens dieses kleine Gedicht seyn mag, so scheinet das Urthal, das darin von unserm Dichter gefallt wird, ganz richtig zu seyn. Ho vortrefflich seine Comödien sind, so T e r Ter zzz so fehlt es ihnen an dem römischen Salze, wenn man sie auch nur mit den Plautiuischen Vergleiches Seine Schreibart ist höchst gefallig, rein und überlegt; seine Charaktere besser gezeichnet, und ausgeführt, als des Plautus seine; er besitzt sich beständig, laßt sich keinen Augenblik vom poetischen Fcncr oder von Laune überraschen, weder etwas unbedachtsamcs zu sagen, noch gegen den reinesten Geschmak anzustoßen. Aber bey ihm wird mehr geredt, als gechan, welches beym Plautus gerade umgekehrt ist. Er überrascht selten, aber er Hort nicht einen Augenblik ans unterhaltend zu seyn; denn alle Reden und Handlungen, alle Schritte seiner Personen, sind ihren Charakteren, ihrem Stand und Alter angemessen. Wo er ernsthaft ist, nähert er sieh deswegen dem Tragischen nicht, und wo er comiseh ist, ist er es immer auf eine edle Weise. Er ist ein hschstvernünftigcr Dichter; sein ist die römische Anständigkeit in den Reden und Handlungen, so wie der römische Mnthwillcn dem Plautus eigen ist. Seine größte Kunst besieht in Zeichnung der Charaktere; und Donar merkt wol an, daß es ihm sogar gelungen, das schweresie mit Anstand zulbun: Conrtisanen, die nicht anstößig sind, einzuführen, ediam contra praelcrjpra comica meretnces intersium non mala« introllucere.H *) Nur eine Ueobc, daß er auch diese niedrigen Geschöpfe aus dem Schlamm zu Heben gemißt habe, liegt in folgen? gendcr Stelle: Ll cum e^omct nunc mscum in gni» ins vitsm ruom contideio Hlgue voitrum omnium, voigus gul ob lese tegrexonr: klr vvs esss iilius modi ei nos ncn eile, boud mi-obils eli. blom vokis cxpedir eile boo-si nos quibuseum res cit non gnunr; koema dmpuitl nolirg noj »mgrorss goluni. Sein Charakter des Ebromes in dem klesntontimorumenn» ingleichen der Charakter des b'lirio in dcn^clelpbis, besonders die ztc Scenc des lV Aufzuges, sind große Mcistcrstüte. In Sittensprüchcn ist er sehr glük- lich, und zeiget sich als einen großen Kenner der Menschen; er sagt weder alltägliche noch übertriebene Dinge, sondern solche, die ein Mann von großer Vernunst, nach genauer Beobachtung dessen, was m der großen Welt vorgeht, denkt. Er ist weder ein ängstlicher, noch ein alltäglicher Sittenlehre!-. Die Sitten seiner Personen sind in der höchsten Vollkommenycit nach einer schönen Natur gezeichnet. Ein Neuerer, dcsscn Namen mir unbekannt ist, scheint hievon vollkommen richtig geurtheilt zu haben,') wenn er die Liebe, so wie unser Dichter sie behandelt, der französischen Thcatcr- galanrcric vorzieht. Man kann überhaupt sagen, Te- rcnz sey der comische Dichter aller Menschen von feiner Lebensart. Und wenn irgend ein Römer die edle Einfalt der Schreibart, die Cicero den Atticismus nennt, erreicht hat, so treffen wir sie in diesen Comö- dien an. Die ubi boec imminum est, illi suum omnium oiio contmune. Xis ii peolpcÄumelt mrereo oiiguid, deserioc vivimus. Vobis cum uno icmcl ubi oeramm üAere dgcrerum cit viro, Lujus mo;moxume eit conlimilis vo- tirum, bi ieod vos oppiiconr; Hoc bencsci'ci nirique ob uirisgu? veeo dce-iycimini! d?k numguom ullo omori voltro in- ciderc pog'ir coismiros. Ueouronrim. II. ic. z, ') 8i vous »vex des o^mons ^ pcindr», Iise2 i'el'clove otVicoin« scoures vb«- drio dons l'Lnnuque, ei vous ieee^ S jgmois dezourc «je loums cos zo!> u - rci ics miici-oblei «r iroi tes qoi den,, xurcnc Ig piüpoir de nos piec«g» Lgx. Ijer. Off, P, ,57, 5-4 Ter Ter Die bekannten 6 Lustspiele des Tcrenz sind, nach einigen ganz frühen, ohne Iahrszahl erschienenen Ausgaben, May, land 1470. Rom ,47z. f. ohne Abthci« lung in ihre Sylbcnmaßc, so wie noch rftcr aus eben diese Are, und abgcthcilt in die Svlbenmaße, Wen. 1487. 5. ^rg. 1496 k. >;oz. t'. mit dem Commentar dcS Louattis; cbcnd. 1506.4. mit Holzschnitten. und den Commentacen des Pct. Marius und Paulus Malevlus; Wen. 1517. z Par. 1529. f. 15,6. 4. mit dem Commcnt. dcS Donatus; ebend. 155z. f. mit Scholien und Anmcrsungen von meh» rcrn; ltx eci. sViir. Loveani, Dov. 1552. 4. k>ar. ,;;8. 4. Kx est. kl. /Zur. Klnrcri , Venet. 1555. Z. >;;8. 8. äncv. 157z. hrsnecz. 1597. 8. Dx eei. l?cr. ^„rest^iisni, Duzst. Usr. 1560. 8. Liob. dserni, hl»r. 1565. 8. isteistcllz. 1587.8- 1607. z. hrjcst. I.,iiisteiil)ue»ii, i^»r. 1602.^4. Hrc5r, 162z. 4. Osii. kleinst!, ^mücl. rüig. 12. mit s. sst klursrii, De I 'Isu» rc> er ck'eremio zuäicium, OiCerrst. Lx est. I. ?. I'sici, blsp. hkcmer. (Sprocc) 1619. 4. klirr. kke^neceii, 8. lac. Koclccrri, l.ub. 1651. 8. kkenr. lluecleri, ^1-5.1657. 8. IPi, l-armstiü, 1 .0118 .1651.1!. Erlittet. 1669. 12. (Zorn. 8cbreve- lii, Dugst. Lsr. 1644. 8. kstic. Lsoni, sst ulmn Deipk. Dsr. 1675. 4. 0. nar. variar. T^mslel. l6g6. 8. losch. Dcnß. Osiicsdr. 1701 .4. hrc. kksrü, honst. 1724. 4. KIsrc. dlazenii, /hnstel.1710 8. llicli. ltcnrieii, Laiirslir .1726.4. ^mikel. 1727. 4. Dipl'. ^79^- 8- ^rn.kkenr. VVeikcrstovii, kkaA. L. 1726.4. 2 Bd. 17z!. 8. s Bd. Uidin!, 17Z6. t'. bat. «nd Jtai. ferner, Rom 1767. kol. , Bde. mit Kupf. ( Oer Text vorzüglich mach der Aitsgabe des Heinsius; die da- ley beändlichen Kupfer, welche aus den l'arvcn der Personen bestehen, nach einer kin Vatikan d'estndlichcn Handschrift.) 1. ipl. 1 785. 8- Lx rec. Oustm.klsxnsei tt ilii. 178?.. 8-2 Bde. und ^ausser die« seti noch unzählig oft gedruckt. -— -— Heb ersetzt, tn baS Italienische, von einem Ungenannten, Ven 15z?. 8. Von Giov. Fabrini, Ven. 1548. 4- Von Cristof. Rvsario, Rom. 161-. 12. Von Luisa Bergalli, Ven. 17z;. g. Von Nie. Fortiguerra, mit dem Text, llrbinviyzst. st. Dips. 1772. 8. Von Ant. Gagliardi, Lcipz. 1652.12. ( Nur die Audria, die Brüder, und Phormio.) Von Franc. Bellaviti, Vassano 1758.4. und». (Nur die Audria, der Verschnittene, und der Selbstpeinigcr.) Einzeln, die Audria und der Verschnittene von G. Giustinians, Ven. ,544. 8. Der Verschnittene, unter dem Titel, Da Klui s, von Bat. Cal- dcrarl, Vie. ,;88- 8. Die Andria, von Bern. Fillppiuo, bey s. ?ocste, iiom. l6;z>. z. Der Verschnittene, von einem llngen. Ven. i;zz. 8. Die Brüder, von Franc. Corte, Mantua 1554. 8- Von Alb. tollio, Ben. 1554. >2. Phormio, von cinrm llngen. Rom 1727.4. — In das Spanische, von Pedro Sim. Abril, Ale. izzz. 8. Barccl. 15??. 8. (nach deNi FabriciuS zuerst 1577 gedruckt.) — In das Portugiesische: Die vier ersten Stücke von deourl da Costa, schon ums I. ,66s gemacht; aber erst bisb. 1788. 8. 2TH. von Bertraud heraus gegeben.— In das Französische: In Verse und Prosa zugleich (vcrmuthlich von Gilles) Par. f. ( FabriciuSUidl. lar. Bd. i. S.6z. Dichft 177g. 8-folgt dem. uVer- dicr, und setzt die Ausgabe in das Iahe i5zy. Aber der, aus dem Titelblatt genannte Drucker, Aut. Vcrard, starb schon ums I. 1518-1520. Folglich muß sie viel clltcr seyn.) Von einem Ungenannten , Par. (>574) >58). 16. Von Jean Bourlicr, -lurv. 1566. 8. Von Iacq. Vourlc, Par. >;z6.12. Von St. Aubin (d. i. Le Maistre de Sacv, aus welcher FabriciuS, a. a. O. S. 64 u. 65. zwei» Personen macht, und also zwe» lieber« sctzungen anführt) Par. 1647 .1s. Abrrnur die Andria, die Brüder und der Phormio. Von Et. Aigay de Martpnac, Par. 1670. is. Die dre» übrigen, als den Verschnitte, nen, den Selbslprinlgcc und die Hceyra. Von Mich. Marollc», Par. 1659. 8- 2 Bd. Von T e r Don Anna Datier, Par. ,6zz. is z Bd. Rottcrd. 1717. 8. 5Bd. iiiilKpf. Vincke). 1724. l,. zBd. Hamb. 1752.3. Z Bd. mit K. Von Mvnnier, Par. >77>- b. und >z. 5 Bd. Ausser diesen finde ich noch, bey demFabriciuS Libl. lar. S.64. a. a. O. eine Uebersetzung dcS Tercnz von P. Roger Sibour, Strasburg 1637. 12. und eine andre, von Henncbcet, Lambr. 1726. 8. angeführt; beydc sind mir aber nicht nsther bekannt. Einzeln, ifi noch die Andrick vonBonavcntura des PcricrS, Lvon >5Z?. 8. und von LH. Etiennc, Par. >540. 8. Lee Verjchnittene von Jean Ant. de Baif, in s. )cux, bsr. rz/Z- 8- in das Französische übersetzt, und alle Stücke des Teecnz, mehr oder weniger frey, und von verschiedenen, nachgeahmt worden. — Judas tLngiische: War. ton, in s. blick. ot' Lnßi. Loerr)'. Bd. 2. S. 564. Anw. g. S. Z65. führt eine, wahrscheinlich von I. Rastal, ums Jahr 1520. 4. gedruckte Uebersetzung de» Te- renz an; der bioZr. str,m,c. zu Folge ist es aber nur die Andria allein. Völlig haben den Tercnz übersetzt: Stich. Bernard »98. 4.1614. 4. Law. Eachard, umsJ. a?>Z. Th. Look >?Z4. is. z Th. >755. is. 2 Bde. S. Patrik >745. 8. s Bde. 1767. 8. s Bde. Görden 175s. 12. G. Loll- mann 1765. 4. 1768. 8- »Bde. Und in dem Lsrsl. Lil-i. Loäi. findet sich, Art. Tercnz, eine llebers. desselben, by vs- riuus Li,Ulis v. 1.1694. 8. angezeigt. Cinzcle Stücke, als die Anldria; von M. Kyffin i;88. 4- Von Th. Newman >727. 8. Bon einem llngcn. 1629. 4. Von einem Ungen. L. 8. und zwei) andce Uebers. v. I. 1597 und >6->-- führt Warten, Bd. z. S. 449. Anw. u. an. Der Verschnittene, von Th. Ncivman 1727. 8. Von einem llngcn. bcy Warten, a. a. S. v. I. 160s. Phormio, von Ch. Hovle rSüz. 8. (von welchem in der kioßr. eiesmor. überhaupt /L Te Tübingen 1540. r>44- >567. 8. Von Joh. EpiseopiuS, Feksl. -56z. i5ö8. 8. Von Mich. Babst von Rochlitz, Leipz. >596. 8. Von einem Ungen. Cöthcn 162c». 8. Von Mich. Meistee, Magd. 162z. 8. Von Oav. Höschel und Matth. Schcnck, Augsb. 1624. 8-. Von einem Ungen. Weimar 1626. 8. Von Joh. RhcstiuS, Lclpz. >627. >652. 1646. 1658. 8. Von einem Ungen. Hamb. 167s. 8. Von Joh. Chrstph. Müller, bch der ital. Uebersetzung des Eagliaedi (nicht von Gagliardi selbst, wie die UebersetzeeVibliv. thck S. 117. sagt) Leipz. 1692. >2. Von HartnaccluS, Hamb. 1711. 8- Von I. S. Patzke, Halle 175z. 8. Von einem Ungen. (Teeenz zun; Lehrbuch für Schau- spieldichtrr undSchausp. mitDouatsCom- mcntar, undAnm.) Pclersd. 1782. 8. itcr Bd. Von Joh. Lhrstph. Neide, Leipz. 1784. 8. 2 Th. Von I. H. Roos, Gießen 1794. 8. Einzelc Stücke, als die Anbriet, von Joh. Agricvla, Beel. 1544. 8. Von Heine. Ham, Wittenb. 1602. 8. Von Steph. RieriuS, leipz. 160 z. 8. Von Wiih. Lpniberger, Rinteln 1614. 8. In dem zten Bd. dreA.a- demie dcr Grazien, und vonB. 8 Selmne, dee, Halle 1790. 8. Nachgeahmt in der EiigUnderinn zu Beelin, Beel. >777. 8. Der Verschnittene, von HS. Nythart, Ulm i486, t'. Von Jos. Loncr, mit einer Vorrede M. Steph. Rieeji, i. I. i?86. 8. Von B. !?. Schmicdee, Halle >790. 8- Der Selbstpeiniger, in dem Bnrgersreund, Steasb. 1778.8. Won B. F. Schwiedcr, Halle 1791.8. Erlauterungsschriften über !den Dichter überhaupt: Ausser bcn bekanntem Cviiimentarci! deS Donatus, Eu- geaphiuS, u. d. m. und dem Schrift lücn dcs RufinuS, lle Itserris Terenrü (S. den Art. S/lbenmaass.) P. Äenrbo (l)e büliulis 1'eieiicii > Hey den llivcis. k'oeroi-. in I.eilis, Ven. 1517. 8- und in s Vputc. llos. 1556. 8. Einzeln, Flor. 1564. 4. Loili^zr. in slicznvc l'ee. loes.j l5!». L-) Steph. Rlttit, tz (In l'ar. 5?6 T e r ?er. Lom. Vl. Lommenr. Llpf.158!» 1584. 8. Z Ddc.) — Phil. Paccu« (Oitlser-r. lle l'erentisns pisuri Iini- r^lionc bcits, AuSg. des Plautus, Lrctr. lSiv. 8. bl-p. tiem. 1619.4.) — Joh. U?ei) (dio»e, i. Loilecksnog in Lerenr. Lisch 1610. z.) — Dan. -Hemsius (t^ä Lloesrii OePIsuro er 'chciciirio luciiciuin Oillerrar. bei) s. Aasg. des Trrenz, Amst. ,s>». 12. und dn Welrcrhevschen.)— Chrsiph. LVase (In s. Werke De ic^ibu« «c iiceueiii vv. rvi. lloeiar. Oxvn. 1667. z. findet sich vieles über dic Svibeumaße des Tceenz.) — I.'L.-ng (Dey s. Äusg. des Tceenz, Camdr. 1701. 4. findet sich eine Oillorr-ic. lla iseivne ec licenri« riierii chercn- riani.) — Riei). Beutst)? (i)e .Vteriiz i cienriznis bei) f. Ausg. des Ter. Lambr. 17:6. -,. und bc? dem Rubens des Plautus, von Reiz, Lcipj. >789. 8. Waö Buemann dagegen ein« niandtc, ivideelegte Reiz in einer Einla, dungsichrisl, ku,mi>nnum lle LcnrI. ciodtrins nii-teoe. ! «ei eur. sullieare noii ^vruill'c, L>s>i. l?L7- 4>) —- (Lai- licre (/.polo^ie ele l crence, p. 1728. 12. Gegen das Ilethcil des Rellin, in f. lel2nicee ll eiitei-ncr lez dciles Lerrrez öder den Tcreuz)— ldchc. iurchcrcnce, im qtcn Ab. C. 95 der Vsrieees lirre- tZires. — Joh. Lhrlrph. Briegleb (l)o lcckione ler. stliilotosillo 11011 in- tiiZns. Lob. 1769.4.)'— G. Charles (Lebt. 1'crenr. bizieeim. crirics, Lob. 1769. 1771.4. biiipur.I.ectivn. 'Lcrenr. tbend. 1769 u. f.) — I- F. Rovs (Decherenr. lzuibusri. Ivc. LielL 17 z6. 4 ) — Borleest. einzcic Bemerk, in Diderois dramat. Dichtkunst, in tes- singe Dramaturgie, u, a. m. — —. tLrläurerungen einzelcr Stücke, als des Sclb>rpeiniger«: Luc. -Heseln» v'Aitlbignac (l )ilc. sur l» rroilieme Lv- uneckic ele l'orence > inriruiee biesv» toncimorumenos concre ccen« ^ui s'en» tenr gustlle n'elt puinr clanz lez rs- Zleü »ne. llu l'oeme lirsnizeigus, dich f. lstar. «lu 'Lliearre. ldiilerrsr. 2. vu ^j»vle»Aie llu Dzse. lu» l» »roiiiew« T e r Lomech 6e ?erence> Wik der erster», unter dein Titei, chai cuce znllüie . . . zusammen, 1656. 4. und bey der angesühelen 'Ausg. der llrar. llu'Ldesti-c, ^>nlt. >715 8- ---- (Lille« iN'Zenage (Iic>>on!b au Nil., ins. ketiiceil. 1652. 4. Verl», und »ist dem Titel, Dil?, tue l bleauroniimoi unienoü (lr'Lerence, Oer. 1Ü9L. z. und in dem gedachten Werke des Hcdelin.) — Der 2ln0ria: ?. L. Äoos (lieber den Cbaracter deg Costa, Gießen 1784.4.) — De» Verschnittenen : D. Lp, Se/bols (lieber den Eunuch, Pirm. >787.4.) — Das beben des Dichter» haben, unter mchrcrn, geschrieben: G. GvraiduS (In dcrliilt. llvcrar. S. 8L9. bsf. 154;. 8.) Easp. SagittariuS (Lommcur. eic vira ec see.'Lorcnc. . . . Ttleenb. 1671. 8.) 8. Crusius (In den Lebensbeschreibungen lXöm. Dichter, Bd. 2. S. Z4-. d. d. Hebers.) — Littergrischc Notil-m in lad»-, hilil. Ise. Dd. I. L. i. e. z. S. 4Z . Lisch. »77Z. 8. — und dic Unheile mehrerer Litterateren, in Baillets .sux. llc» Sa- vaiie I'. z. ?. lcc. S. zü. chio. iizz. Ausg. v. >72;. >2. — T e r m e n. (Baukunst! Bildhauerkunst.) A>5nnttn eigentlich Bildsäulen gc« nennt werden, weil sie halb Bilder lind halb Säulen sind. Es sind Werke, deren vbere Hälfte die menschliche Gestalt bis auf den halben Leib vorstellt, die untere aber in einen vicrckigcn sich gegen das untere Ende verschmälerndcn Pfeiler ausläuft. In der Baukunst werden sie anstatt der Sanicn oder Pfeiler zu Tragung der Gcbalkc angebracht. In Garten aber werden sie frey anstatt der Sratucn hingesetzt. D>c Tennen scheinen die ältesten Stacucn zu seyn Sie meisten an« tckcu Teruie» haben unterhalb des ge« schnitzten Kopfs, da wo die Schultern angehen, vicrekige -.ochcr, woraus deutlich abzunehmen >st, daß diese Bilder T e r Bilder ursprunglich Pfosten an den Eingängen der Felder oder Garrcn gewesen, durch welche eine Stange gcstekt worden, um das Vieh abzuhalten, gerade wie noch itzt die Eingange solcher eingezäunter Felder verwahrt werden. Gegenwärtig werden solche Pfosten bisweilen mit einem vicrckigen oben abgespitzten Kopfe verzieret. Diesem gaben die Griechen und dieHetruricr die Form eines Mcnschenkopfs. Ob dieses blos mehrerer Zierlichkeit halben geschehen sey; oder ob die Kopfe beschützende Gottheiten haben vorstellen sollen, überlasse ich andern zu untersuchen. So viel scheinet mir gewist, daß solche Ttrmen die ältesten Werke der Bildhaucrtunst gewesen. Man weiß, daß einige alte Volker blos unform- liche Steine als Bilder der Gotter verehrt haben. Nachdem die Bildhauerei) aufgekommen war, wurden Steine aufgerichtet, deren oberstes Ende, so gut es die noch rohe Kunst vermochte, nach der Gestalt des menschlichen Hauptes ausgehaucn ward, um sie von andern gemeinen Steinen zu unterscheiden. Vielleicht aber haben die Granzsteine, die bei) allcnVolkern für etwas heiliges und unverletzliches gehalten werden, zuerst diesen Einfall veranlasset. Es mag einem eingefallen siyn, diese Steine, um sie von andern, die der Zufall auf Feldern aufgestellt, zu unterscheiden, oben etwas abzurunden, und etwa Nase, Augen und Mund darauf anzuzeigen, damit der Granz- fcein zu einem Bilde des Gottes würde, der die Verletzung der Gran- zen rächet. Dieser Einfall hat hernach Gelegenheit gegeben, daß überhaupt alle Granzsteine so bezeichnet worden. Endlich aber ist, wie es init so viel andern Dingen gegangen, eine besondere Zicrrath erst in den Garten, hernach sogar an Gebäuden, aus diesen Gränzstcincn gemacht worden. Ter 527 Terz. (Musik.) Ein consonircndes Intervall, das seinen Namen daher hat, daß in der diatonischen Tonleiter immer die dritte Sayte, von welchem der sieben diatonischen Ts'lic man sie abzähle, eine Terz gegen die erste klinget, alsL gegen L; k' gegen Il>; (, gegen kl u s. f. Weil in unscrni diatonischen System die Stufen von einem Tone zum ander» ungleich sind, und drei) Sayren entweder zwey Intervalle von ganzen Tonen, wie ED, V-L, oder nur vou einem ganzen To» und einem halben, wiel)-k, L-kI ausmachen, so ist auch die Terz von zwey Gattungen, nämlich groß, oder klein; jene besieht ans zwey ganzenTonen*), diese aus einem ganzen und einem halben. Da wir aber zweyerley ganze Tone haben, nämlich eine» nach dein VcrhältinßA, und einen von/^**), so entstehen daher zweyerle» große Terzen; da bisweilen der große ganze Ton K und der kleine bisweilen aber zwey große Tone A aufeinander folgen. Im ersten Fall ist also die Terz § x als lM K, das ist M oder im andern Fall aber ist sie HxH als IZ.-k; das ist-Z4- Aus eben diesem Grund ist auch die kleine Terz nach unserm Epstein von zweyer- lcy Art, da sie entweder aus dem großen, oder kleinen ganzen und dem halben Tone besteht; im ersten Fall ist also die kleine TerzHx^als das ist oder im andern aber ist sie ^ x ^ als O-bI das ist ^4 oder -ßZ. Von einer dritten verminderten Terz, deren Vcrhältniß H wäre, haben wir anderswo gesprochen s). Von ') Daher kommt ihr gricchiMr Raine Oilc>ml5. **) S. Svstcm. D S. Consonani; Dreyklang. 5-8 Ter Von diesen Terzen hat die große Terz, deren Verhälttiiß H ist, den größten Wolklang; weil sie i» der Folge der harmonischen Töne zuerst, und gleich nach der Quinte vorkommt '); zunächst auf sie aber kommt denn die kleine Terz und auf diese die verminderte von welcher die von ohngefahr um 5 eines Comma in die Höhe abweicht. Wie diese dreyArten der Terz in dem von uns angenommenen rempcrirlen System sich durch alle Tonleitern verhalten, ist in dem Artikel über die Intervalle genau angezciget worden. W>r merken hier nur noch an, daß kein Intervall, das kleiner ist als z?, für eine kleine Terz mehr könne gehalten werden. In demDreyklang ist die Ter; das wichtigste Intervall, weil sie die Tonart bestimmt**); daher sie in der begleitenden Harmonie nie kann weggelassen werden. T e r z e t. (Musik.) So nennt man, nach dem italiäni- schen Dersetto, ein Singstük von drey conccrtirendcn Stimmen. Sie kommen sowol in Kirchensachcn, als in den Opern vor. Das Terzet hat eben die Schwierigkeiten im Satze, von denen bereits an mehr Orlen ist gesprochen worden f), und crfodcrt deswegen einen in allen Künsten des Satzes wole» fahrnen Tonsetzer. Da wir keine vollkommnerc Terzette ken- neu, als die, welche Graun in seinen Opern gesetzt hat, so können wir nicht anders, als den Tonsetzern sie als Muster anpreisen. *) S. Coiisonanz. *") S. Tvnaet. f) S. Ducti Quartes. T e> Terzquartaccovd. (Musik.) Dieser Accord besteht aus Terz, Quart und Sexte, und lst die zwcytc Verwechslung des wesentlichen Sep. timenaccordes, wenn nämlich die Quinte desselben zum Baßco» genommen wird. Die Terz ist in diesem Accord die Dissonanz *), die bey der folgendeiiHarmonie einen Grad unter sich geht- Z.B. —W ^8i — S Er kömmt selten anders, als in diesen beydcn Fällen vor, nämlich auf der Secunde der Touica in derDur- tönart« und auf der Secunde der Dominante in der Molltonart; im ersten Fall führt er zu dem Drep- klang der Tonica, oder dessen Verwechslung, und im zweyten der Dominante. In Heyden Fällen wird er oft blos durch b angczciget, und die Quarte wird, wenn sie nicht vorher- gclegen har, weggelassen, und an ihrer statt am besten die Octave vom Baßtoue genommen. Wenn dieser Accord die übermäßige Sexte bey sich führet, wird er der übermäßige Sextcnaccord gcnennct, dessen Behandlung an einem andern Ort gezciget worden **). Der Terzquartaccord kömmt auch noch auf folgende Art vor: *) S. Septimenaccord. **) S. ScxtenacMd. Der Terzquartaccord, der aus der zweyten Verwechslung des uneigent- licheu Septimenaccords entsteht, ist leicht von dem vorhergehenden durch seine Fortschreitung zu unterschciden- Er kömmt in derDurtonart aufdcr- selben Stuft vor, die dem vorhergehenden in der Molltonart eigen ist, und führt zum Accord der Tonica. Zum Beyspiel; l- ——5-4»^—--u und ist in solchen Fällen , wenn die Bewegung etwas geschwind ist, blos durchgehend. Man kann auf folgende Weise vermittelst des Tcrzquartaccordes auf eine angenehme Arr modullren: Die Terz steht hier statt der Sccunde und ist die zufällige None vom Fundamentalbaß, die ihre Resolution bis auf der folgenden Harmonie verzögert: die Dissonanz der Septime liegt im Baß: daher ist dieser Accord ein durch die Terz vorgehaltener Secun- dcnaccord, und muß auch so behandelt werden *). Tetvachord. (Musik.) Bedeutet in der alten Mustk bee Griechen ein Tvnshstem von vierSay- ten oder Tönen, davon die zwey aufforsten eine Quarre gegen einander klingen. Es ist im Artikel Gyticmi gezciqet worden, daß die Alten ibre Tonsysteme nach Tetrachordcn cmge- thcilt haben, so wie itzt das unfri- ge nach Ocraven cingetheilt wird, Wenn z. B. Ptolemäns das diatonische System bestimmen will, i'agc er nur, wie das Tctrachord. oder die Quarte in demselben einqerheilt werde. Dieses war auch hinlänglich, weil die Ockave der Alten aus jwcy glci, chen S, Strunden»«»^ In beyden Fällen ist dcrTerzquartac. cord, vornehmlich in dieser Lage, von einem entzükenden Wolklana, weil man die verminderte Terz (6:7) in ihm zu hören glaubt, Vierter Thest. 5?c» The The chcn und ahulichen Tetrachorden be« clne Sylbe des Textes, oder auf ein stund, denen die Unteroctave des Glied des Taktes, anstatt einer höchsten Tones in derTisfc noch bey- Note, mehrere geseht werden. Der gefügt wurde, wie im Artikel Gx- zierliche, melismatische Gesang un- stem zu sehen ist. Deswegen brauch, terscheidet sich von dem schlechten, ten sie auch in ihren Singeschulen oder ganz einfachen Choralgesange zur Solmisation nur vier Sylben, hauptsachlich dadurch, daß in jenem 7«, 5k, ???, ?-«, da hernach, als oft statt eines einziges Tones, der das System in Hexachorde. oder Sex- nach Maßgcbung des Taktes eine ten cingetheilc wurde, die sechs are- halbe Viertel« oder Achtelnote seyn tinischen Sylben nöthig waren. sollte, mehrere, die aber zusammen« Wir halten es für überflüssig, hier - genommen nur die Geltung dcS einen zu beschreiben, wie die Alten ihre haben, gesungen werden. Tetrachordc angeordnet haben, um Wenn man es auch zur Regel ma- das ganze System aller Tone dar- chcn wollte, daß in dem Sähe auf aus zusammen zu setzen. Wer hier- jede Sylbe, oder in Instrumental- über neugierig ist, kann die nothigen fachen auf jede» Taktthcil, nur ein Nachrichten hiervon in Rvusseaus Ton gesetzt werden soll: so würden OrÄiouusire sie blusuzue finden. doch gefühlvolle Sauger und Spieler sich gewiß nicht daran binden, son- ThiZÜUNH. bcrn gar oft den Ton einer Sylbe des kräftigern Ausdruks halber in meh- ,, ) rcre thcilcn. Ohne Zweifel hat also lUnter diesem Worte begreifen wir die Thcilung in dem affektvollcn Ge. das, was die Tonsetzer insgemein sang ihren Grund. In der That durch das lateinische Wort Diminu. würde man dem Gesang und auch tlc, anzeigen. Es wird nämlich bey den Jnstrumcntalmelodie» die feine« dem Unterricht im Contrapunkt, nach- sien Schönheiten benehmen, wenn dem gezeigt-worden, wie zu einem man keine gethcilten Töne zugeben, Choralgefangc von einer Stimme und in dem H Takt blos Viertel, in noch andre Stimmen von gleichen dem Z oder § Takt lauter Achtel ha. Noten sollen gesetzt werden, hernach den wollte. Man würde dieser Ein« auch gelehrct, wie solche Stimmen fsrmigkeit bald müde werden, dazu zu setzen seyen, da ans eine Note Es sind aber bey dieser Theilunz des vorgeschriebenen Chorals, in den der Töne einige sehr wesentliche Re- andern Stimmen mehrere Noten von gcln genau zu beobachten, wenn der geringerer Geltung kommen. Diese Satz nicht soll verworren werden. Noten sind dann viminuüones ge- Man kann nicht in jedcrTaktartjcbe nennt worden, weil ihre Geltung Thcilung anbringen, sondern nur sol- mußte verniindert werden, da man che, bey denen der Gang des Takrcs gegen eine halbe Taktnote zwey Vier« nicht verdunkelt werde. So leidet tcl, oder vier Achtel setzte. Eben z. B. der gemeine Allabrevetakt nicht so kommen auch in dem doppelten wol eine Thcilung in Achtelnoten. Contrapnnkt Nachahmungen und Ca- Was aber hicvon zu erinnern wäre, nons von Noten kleiner Geltung vor, lst bereits im Artikel Takc bey jedcr die man deswegen lmirarioves per Taktart angezeigt! worden. Damit Oiminutionem gencnnt hat. der Gang des Taktes bey vielsiimun« Wir betrachten die Sache hier gen Stükcn durch die Thcilungen überhaupt als die Thcilung eines To- nicht verdunkelt werde, müssen sie nes in mehrere, und in so fern auf nie in allen Stimmen zugleich ange» bracht Th e bracht werden; es muß allemal eine Stimme durch die der Taktart eigene Taktglicder fortschreiten. Auch ist bey der Theilung in nachgeahmten Sätzen genau darauf zu fthcn, daß dadurch der Nachdruk, den eine Sylbe, oder ein Takrtheil haben muß, nicht verändert werde, und daß nicht das, was in dem Hauptsatz im Niederschlag gewesen, bey der Nachahmung im Aufschlag komme, oder umgekehrt. D-eftr Theilung einer Note in mehrere ist die Verlängerung einer Note (^u^mentatio) entgegengesetzt, da statt'zwey, drey, oder vier Tone, die auf einem Takt stehen solle», nur ein einziger angebracht wird, um ihm desto größeres Gewicht zu geben. (*) Von der Theilung (Olmlnurio) handeln, unter Mehrerin Fr. Gafor (Im Ken und izten Kap. des -te» Buches s. ?,sLt. kvwüc.) Andr. Vrni- toparcdus (Im 8tcn Kap. des -tenBu. cheö f. lVIut. «dt. ?>SicroI.) — Stesf. Vanneo (Im -yten und --ten Kap. des ztcn Hucheö s. Necsn« Uc ,Vtul. Slircs, Und Zwar, tle sindi.arivne t. noeulur. vsrisciiine, und guomvlla gusnrsve gusncirsre lliminurionem er iucre- menrum recipisnr nvrulse lud msio- rn er miunris inscgiisllcsrlz prn^or- rieirie, lubiettüe.) — GlaregiiUS (Im 8ten Kap. deS ztcn BUÄeS s. l)»- ^ccdsrll^n, und Zwar eis suomenrsr. «i >m!nuric >ne sc teiniäirsre.) — Gal. Drcaler (Im 6ten Kap. des ztcn TheilS s. iVlul xrstk. Llemeuc.) s). Co- rone ( INI 6Sten Kap. des -ten Buches s. t^eiops" )-.Vlscllro.) »--, Frc, EkS- parmi (Im loten und uten Kap. s.^r- mouico pesciicu.) u. v. a. M. Theilnehmung. (Schöne Künikc.) Die gute Würkung der wichtigsten Werks des Geschmaks gründet sich T h e zzr auf die Eigenschaft des menschlichen Gcmüthes, der zufolge wir gar oft von dem Guten und Bosen, das andern Menschen begegnet, wie vonun« serm eigenen gerührt werden, und deswegen einen wahren und herzlichen Antheil daran nehmen. Erzählungen solcher Begebenheiten, oder Vorstellungen solcher Handlungen, bei) denen die interessirten Personen in starke Leidenschaften gerathcn, setze» auch die unsrigcn in merkliche Würk- samkeit, auch sogar in dem Falle, da wir wissen, daß alles blos erdichtet ist- Das schon lange vergangene, oder vielleicht gar erdichtete große Leide» des Priamus, oder Phiiokrets, preßt uns Thränen aus, wenn wir die Schilderung derselben in der Jlias, oder beym Sophokles lesenund so fühlen wir Zorn und Unwillen, wen» uns Tacitus die verstnchte Tyrannei) einiger der ersten Cäsarn in seiner Erzählung schildert, obgleich ihre Würkung schon so diele Jahrhunderte lang aufgehört hat. Wir erwarte» dabcy den gewaltsamen und woiver- dienten Tod eines solchen Tyrannen bald mit eben der Ungeduld, alS wenn wir selbst noch unter dem Denk semer so schändlich gemißbraucht!» Gewalt lebcett« Es ist hier der Ort nicht, den Grund dieser Theilnehmung zu erforschen; wir können die Sache selbst als gewiß voraussetzen, um zu sehen, wie die schonen Künste sich derselben mit Vortheil zu bedienen haben. Indessen haben wir bereits an ein paar Orten dieses Werks die eigentliche Quelle, woraus sie entstehet, deutlich an- geze-gct*). Diesen glükliche» Hang an ftembem Interesse Thei! zu Nehmen, und selbst erdichtetes Gutes und Böses sich gleichsam zuzueignen, können die schönen Künste sich mit großem Vorrheils Ll S z» ») S. kcidcwchaft Ill Th. S. s-4. 2SF. nah Sckufchuns. 55- THe zuNutzemachen. JndemHoraz von den Dichtem sagt: >ur xroäelle volunr ,ur äelettsre poecse, ^uc llmul erjucunll» er läone» lli» cerc virse. zeiget er das doppelte Hauptinteresse aller Künstler an. Wollen sie uns angenehm unterhalten, so können sie ihren; Zwck nicht besser erreichen, als wenn sie uns Ecencn schildern, die vermöge derTheilnehmung unsr« Neigungen undLcidenstl>aftcn in lebhaftes Spiel setzen; und wenn sie nützlich und lehrreich seyn wollen, so können sie es eben dadurch auf eine vorzügliche Weise seyn. Dieses ist aber bereits an andern Orten hinlänglich gezeigct worden *). Die Thcilnehmung beruhet hauptfachlich auf der Aufmerksamkeit, die wir auf die vorgeschilderten Gegenstände richten. Je größer sie ist, je nichr vergessen wir unfern würtlichen Zustand, und je starker fühlen wir den eingebildeten, in den wir uns « bey Gelegenheit dessen, was uns vorgestellt wird, setzen. Deswegen muß der Künstler sehr besorgt seyn, daß die Aufmerksamkeit auf den vorgestellten Gegenstand durch nichts ge- schwächt, oder gar unterbrochen werde. Alles was die Täuschung befördert, oder hindert, ist auch der Theilnehmung beförderlich oder hinderlich: darum haben wir nicht nö- thig, was bereits hierüber gesagt worden**), zu wiederholen. T h ü r. (Baukunst.) Unter diesem allgemeinen Namen begreifen wir alle Arten der Oessnungen an den Wänden der Gebäude, die zum Heraus- oder Hcreingchcn, oder Fahren gemacht sind; folglich ,.') A. Empfindung; Leidenschast. ") S. Täuschung. T h ü außer dem, was man im eigentlichen Verstand Thurm nennt, die Portale und Thorwege. Der Baumeister hat in Ansehung der Thüren verschiedenes zu überlegen, das er nicht versäumen darf; besonders den Ort, wo er sie anbringt, ihre Gestalt und Größe. Die Natur der Sache bringt es mit, daß sie müssen in die Augen fallen. Hausthüren müssen mitten an den Außenseiten seyn, weil sie einzele Stükc sind *), und weil auch der Bequemlichkeit halber dieses der beste Platz ist. Die Thüren der Zimmer müssen so angc. brach, werden, daß dadurch nichts unregelmäßiges entsteht. Sind sie an einer den Fenstern gegenüberstehenden Wand, so müssen sie entweder auf einen Pfeiler oder auf ein Fenster treffen. Ucbcrhauptwird ein nachdenkender Baumeister sie allemal so anzubringen suchen, daß weder von außen» noch von innen die Regelmäßigkeit noch die Eurythmic ge- stöhrt wird. Die Größe richtet sich nach der Bestimmung und der Art des Gebäu- des. Das beste Vcrhältniß der Weite zur Höhe ist, wie i zu z. Hausthüren, oderKirchthürcn, die Theile der Außenseiten ausmachen, müssen natürlicher Weise, um das Auge gerade dahin zu koken, eine etwas reichere Bauart haben, als die übrigen Theilc. , So wie wir überhaupt die Ocssnun- gen mit Bogen, wo sie nicht »och« wendig sind, verwerfen, so würden wir blas gerade geschlossene Thüren zulassen. Eine ganz schlechte Wür. kung thun die mit einem vollen Bogen geschlossenen Thüren, wo ou daneben siehcnden Fenster ohne Bogen sind. In Berlin ist der schlechte Gc- schmak aufgekommen, die Gewände und den Bogen der Hausthürcn per- speiti- S. Symmetrie. Ton zzz speklivisch zu machen, welches ganz ungerennt ist. Denn andrer Grunde zu geschweige?,, so macht diese seltsame Veranstaltung entweder, daß die Oeffnung der Thüre zu klein, und so gax kleiner als die Oeffnung der Fenster wird, oder, wenn die Oeffnung ihre rechte Größe hat, so wird der äußere Umriß der Bekleidung zu groß. Die Thürcn können auf viclerley Weise verziert werden. Es würde viel zu weitläuftig seyn, uns hierüber in besondere Betrachtungen einzulassen. Goldmann giebt funfzchen verschiedene Arten davon an, die mit guter Uebcrlegung ausgedacht sind. Die Hauptsache kommt allemal darauf an, daß solche Verzierungen dem im Ganzeil herrschenden Gc- schmak angemessen seyen. -ch- -H- (5) Anweisungen zu den verschiedenen Arten von Thürcn geben, unter nüchtern : Alex. Lrancini (Porres ck inveu- lioni, gr. p. Ilolse, 40 Bl. so!.) — Jacq. Lrc. Blondel ( De lo «kccors- rion lies Porres, ins. Werk cie la cliliri- burion lies dssikons >le ploilsnce, Bd.». Th. 2. Kap. 2. S. 7-1. Des clevelopps- zrieris cics Porres ü placsrcl er cle cel- les 5 tioublcs venreaux er ü cloublo pzrernenr, cbcnd. Kap. 4. S. 164. und in s. Lours ci ^rclilreU. Bd. z. Kap. 5. S. tag. De 1» rlecorarinn cies Porres -> placars, cbcnd. Bd. Kap. z. S.45. Des porrcs cnrsnr gue cl'ouvrSZe cle menuiscrie, cbeild. Bd. 6. S. Z6;, und von Beschlägen, cbcnd. S. 41c».) — LNilitia (im ztcn Buche s. Bürgert. Baukunst, Th.-. S. 88- d.d. llebcrs.) pelletier (Porres cl'llorel« 6 Bl. Qnccf.)— Neufforge (Porres, dt!- ckcs erc. 6 Bl. Querf.) pnisicux der Sohn (Plön er lllevae, «l'une Porte cockerv, 4 Rl. Fol.) — Bel- lixard (PI»r> er plevar. cl'une porre cocberx s. 4 Bl.)— Böttcher (PI-ir er Llevar. cl'une porrc «itstorcl, äe bsaison >le csmpzgne, cle staräin 6Bl» Fol.) — Boucher Oer Sohn (k?le. v»r. cle Porres b placarci, ü 6eux ver.» resux, 6 Bl. Fol. psnnesux »ve<> porre er avcc porre vitree 6 Bl. Fol. klsvar. fie ,vec leurs Profils, k. 6 Bl )—- Profils cie cleux vanreaux 6'une Porte ecickiere, 5. 5 Bl. —» Joh. Xus. Läse!) (Der erste Vers. f. Architcct. Werte handelt von Verzierung der Fcnst. undTbüren, von Portalen u. d. m.) — ü,» L^onde (Des- sus cles Porres 6 Bl. Fol.) llec. äe cielkus lies Porres... 7 Bl, Fol.) "»- ?. wacksmuth (AuSzicrungcn zu Thü, ren. 4 Bl. Fol.) - N. Wallis (In s. Larpenrers 'preosurs finden sich Defi^ns . . . sor Dares, lind Doors, sowie in s. Xloclern )o!ner, clefigri» sor Door-L»ses.) — I. bNiller (In s, Dounrry Lenrlpinans ^rckircsk find clefigns . . . sor ornsmenrsl vvoocierr Lares befindlich.) — S. übrigens die, bep dem Art. Baukunst angeführten, und von derselben überhaupt handelnden Werte. —- Ton. (Musik.) Aieses Wort wird selbst in der Musik, wo es seine eigentliche Bedeutung vorzüglich behalt, dennoch von ganz verschiedenen Dingen ge. nommen. l. Bedeutet es den Klang derJnstrumentc überhaupt, als: den bcsondern Klang einer Flöte, einer Violine u. s. f. Denn man sagt von einem solchen Instrument, es habe einen schönen, hellen, vollen, oder einen schlechten, dumpfigen, unangenehmen Ton. Es wäre der Mühe wol Werth, daß man versuchte, die verschiedenen Arten des Tones, nach dem cigcnthümlichen Charakter jeder Art, zu bestimmen. Der Ton der menschlichen Stimme wird durchge- hcndS mit Recht für den vollkommensten gehalten, weil er jeden Charakter annehmen kann. .Blasinstrn- Ll z mcnte 5Z4 Ton tnente haben offenbar einen ganz andern Charakter des Tones, als Gay- teninstrumente, und von diesen ist der Ton derer, die gestrichen werden, wieder von dem, der durch das Anschlagen oder Zupfen dcrSayten hervorgebracht wird, ganz verschieden. Es giebt Instrumente, die einen klagenden Ton haben, andre haben einen fröhlichen. Wo es darum zu thun ist, den Menschen durch Tone in würkliche Leidenschaft zu setzen, kommt sehr viel auf die gute Wahl des Instruments an, das den fchik- ilichen Ton dazu hat. ?. Durch Ton verstehet man auch überhaupt einen Klang von bestimmter, oder abgemessener Höhe. ^ So sagt man: der Ton Lodere; ein Waßton, ein Tenorton u. s. f. In eben diesem Sinne sagt man von einem Instrument überhaupt, es sey im Chor oder Cammerton gestimmt. z. Besonders bedeutet das Wort ein Intervall von einer einzigen diatonischen Stufe, und da unterscheidet man ganze und halbe Tone. Ganze Töne werden die größern Stufen L-l), O-L; halbe Töne die kleinem C-b', b'-b'i«, u. s. f. genannt. Die ganzen Töne sind wieder zweyer- ley; der große ganzeTsn, L-O, hat das Vcrhaltmß von H, der kleine ganze Ton, wie l> l5, hat das Ver- haltniß von Auch die kleinern, diatonischen Stufen, die man halbe Töne nennt, sind von ungleicher Größe; bald in demVerhäitniß von 5?, bald von 4> Ton bedeutet auch die ganze Tonleiter, oder diatonische Folge der acht zur Octave eines jeden Tones gehörigen Sayten. Wenn Man sagt, ein Stuk sey ans einem gewissenTon gesetzt, oder man spiele aus einem gewissen Tone, so heißt es so viel, man nehme zur Fortschreitung des Gesanges nur die Töne, die in der Hetave desselben Tones nach seiner *) S. System. To» harten oder weichen Tonart liegen. Und weil in größcrn Sinken der Gesang durch mehrere Tonleitern vermittelst der Modulation durchgeführt wird, so wirb der Ton, in dessen Tonleiter das Stük anfängt und endiget, und die auch durch die ganze Modulation hindurch vorzüglich herrscht, der Hauptton des StükS gencnnt'). Ehe die halben Töne zxL, kl). Ab', »Q, in das System eingeführt worden , hatte das ganze System'nur sechs Töne, deren jeder seine eigene diatonische Tonleiter hatte, nämlich L, l), L, k', (ä und ^"). Aber aus jedem dieser Töne war man gewohnt, auf zweycrley Weise den Gesang zu bilden, .indem man die Melodie auf die obere, oder untere Hälfte der Tonleiter einschränktet). Daher entstunden also zwölf verschiedene Töne, von denen man für jede» Gesang den fchiklichstcn auszusuchen hatte. Dieses nennt man insgemein die zwölf alten Tonarten, und wir sprechen in einem besondcm Artikel davon. Nach der heutigen Beschaffenheit der Musik hat jede der zwölf Sayten des Systems ihre diatonische Tonlei, ter, sowol nach der harten, als nach der weichen Tonart. Folglich kann man gegenwärtig von vier und zwanzig Tönen, deren jeder seine eigene Tonleiter hat, denjenigen wählen, den man für den zu setzenden Gesang für den schiklichsten hält. Es ist nöthig, daß wir über diesen Punkt nähere Erläuterung geben; weil wir verschiedentlich bemerkt haben, daß in den Mcynungen der Tonsctzer selbst noch zu viel Ungewißheit über diese Materie herrscht, > Nach *) S. Saupttsa. **) S.System lVZch. S.484f. f) S. Authentisch 5 PlMl'sch. Ton Nach der sogenannten glcichschwe- benden Temperatur ') hätte man in der That nur zwey verschiedene Tone einen nach der großen oder harten, und einen nach der kleinen oder weichen Tonart. Wir haben aber in dem angeführten Artikel gejeiget, daß diese Temperatur, wenn sie auch auf Orgeln, oder Clavicren würklich angebracht wäre, in der Musik überhaupt nicht statt haben könne; weil weder die Sänger, noch die Violinisten sich nach derselben richten können, sondern in ihren reinen Fort, schreilungcn allemal andre Accorde hervorbringen, als die, die nach der gleichschwebcnden Temperatur erfolgen sollten. Es war also schlechterdings nothwendig, eine Temperatur zu finden, in welcher jeder Ton die Intervalle bekam, die durch reine Fortschreilungen verschiedener Stimmen entstehen; und wir haben gezeiget, daß die Kirnbergerische Temperatur so beschaffen sey. Wenn wir also diese zum Grunde legen, so finden wir in der That, daß jede Sayte des Systems darin ihre harte und weiche diatonische Tonleiter hat, die sich bald mehr, bald weniger von andern unterscheidet. Einige dieser Tonleitern haben ihre große Terz in dem Verhältnis; von 4, andre von ZA, noch andre von AA4; in der kleinen Tonart haben einige ihre Terz von Z, andre von und noch andre vonAZAA; und dieser Unterschied findet sich auch in den Sexten , Septimen und Secunden. Da nun jede Sayte ihre eigene diatonische Tonleiter bekommt, die sich bald mehr, bald weniger von allen andern unterscheidet, so muß noch- wendig auch jeder Ton seinen eigenen Charakter bekommen, der gegen die andern mehr oder weniger absticht. Verschiedene dieser Tone sind sich zwar bis auf einige Kleinigkeiten ähnlich; andre aber unterscheiden sich *) S. Temperatur. Ton 5Z5 merklicher von allen andern. Wir werden an einem andern Orte Gelegenheit haben, in einer Tabelle alle vier und zwanzig Tonleitern nach den wahren Verhältnissen ihrer Intervalle anzugeben, und ihre Differenzen deutlich vorzustellen *). Man muß aber bey dieser Verglci« chung der Tone nicht blos die Tonleiter der Haupttöne, sondern auch ihrer Dominanten, und überhaupt aller ihrer Ausweichungen gegen einander halten, um zu sehen, wie verschieden auch der Charakter der Töne sey, in welche man zunächst ausweicht. Daraus kann man denn die Art eines jeden der vier und zwanzig Tone richtig kennen lernen. Diese Kenntniß aber dienet alsdann dem Tonsetzer, daß er in jedem besondern Fall den Ton aussucht, der sich zu seinem Ausdruk am besten schikt. Damit man die Verschiedenheit der vier und zwanzig Tone nach den Verhältnissen der vorerwähnten Temperatur, wenn in jedem derselben seine natürliche Ausweichungen") und die' Dominantenaccorde mit begriffen werden, mit einem Blik übersehen könne, geben wir davon nach ihrer abnehmeudcnRcinigkeitfolgendeVor- stellung: ZVurlono; E. Q. v. am reinsten. L. ki. Ns. härter. L. Eis. vis. ,Lis. am hartstm. Molltöne: L. kj. I). am reinsten, bis. (lis. (us. vis. weicher, c. cä. 1". !ä. am weichsten. O ist der reinste Durton, weil ausser dreyen Donunamenaccordcn alle Ausweichungen desselben rein sind; in L dur kommt schon ein härterer Dominantcnaccord mehr vor; V duv wird durch die Ausweichung in^dur Ll 4 und *) S. Tonleiter. S. Agi-weichung I Th. S.-Sj. 5Z6 Ton T o n und Tis moll noch härter; T kömmt schon dem /) dur nahe, der wieder weniger hart als L dur ist, u. s. f. bis Sis dur, der der allerhärteste Duptou ist. Mit den Molltonen hat es dieselbe Kewandtniß. ^ ist der reinste und L der weichste Mollton. Es ist gewiß, daß die reinsten Tone zum pathetischen Ausdruk wenig geschikt, hingegen, mit Rüksicht auf den dcsondern Ausdruk derMoll - oder Durfonart*), zur Belustigung, zum lärmeudcn und kriegerischen, zum gefalligen, zärtlichen, scherzhaften, oft zum blos ernsthaften Ausdruk am de. sten zu gebrauchen sind. Die weniger reinen Tone sind nach dem Grad ihrer weniger» Rcinigkcit allezeit würksamer zu vermischten Empfindungen, deren Ausdruk in den harte, sten Dur - und den weichsten Molltönen von der gewaltsamsten Wür- kung ist. Hieraus erhellet hinlänglich, daß der Tonsttzcr nicht blos in der Wahl derTonapt, ob er die harte oder weiche zu nehmen habe, sondern auch des Tones selbst, sehr sorgfaltig seyn Müsse, Die Stüke derer, die eine solche sorgfaltige Wahl getroffen haben, lassen sich deswegen nie ohne Schaden jn andere Töne versetzen, deren Reinigkeit merklich von der verschieden ist, nach der sie ursprünglich gesetzt worden, D'cscs kann jeder erfahren, der die anderswo **) vor. geschlagene Probe mit dem Chor INora ans der Oper ^iphigenia, oder mit dem Kcnophon des Herrn Pach aus dem musikalischen Allerlei f) Machen will. -H- Ausser den, de»; dem Art. Alang gu- ßcführten, zum Thcil hirhcc gehörigen, Schriften, handeln pon drin Ton und i?en Tönen, und den Tonarten «ber- H S. Tonart. S. Teinveratuii. , 5) S.tv, Haupt: Ar. aue Toni inociulsliune; cie teprimi otizvicjue Toni cvmpuii- riovc; cie ciiveriis Tonor, liistirren» riis im Zütcn u. f. und im 4?trn u. f. Kap. des tlcn Bucht» s. NccZN. cie rVlut, aurca.) --- Gios. Jarliiw (Uei Tuo- nu msZ^iorc er minore ; clei Lemnonc» MZgZiore e clei minore, IM iLtcn unh ZStrn Kap. de» zten Thl». s, lüirur. ar» nion. Mehrcre» siehe de» dem Art. Tonart.) -- Per. Terone (S. da» fünfte Buch s. htelopeo ^ iAseNro.) — 3ae, Tevo (Im kten Kap. de» -tcn THI». s. dtcilico ccNore) — Alex. tlealeoin; (V5 'sune or relocion vt seureneiii anct gravic), in sonnclz, IUI ?ten Kap, f. Tresr. osr kchuiic. ) —- Tpolfg, Schoirslever Im !°len Kap. de» Ncii Th. f. /XrchireÄ. iViulic.) — E>0V, M. Vonyncini (In» >5tm u. f. Kap, de» 2te» THI». s. trlutic« ^>rsrrico.) Meinr. Spiest (Im «fen und lotcu u. f, Kap. s. Musika!. Tractat».) — L. Vv. jT!arpurg (In der, Emlci't. zum >ttN Th. »'- Handbuch» zum sieneraldaß,) >—> A Scheibe (Im z fcu und qtcuKop. s. Wert?» über die musiral. Compvsi- tion.) I. P. Airnbergec (Im ztcu Abfchn. der ersten Abtheii. de» -leg Tdl», s.iKuisst. .de» reinen Sähe».) Ton H. T. Rock (Im iten Abschn. der er. sten Abchcil. s. Versuchs einer Anleit. zur niusikal. Cvmpvsitivn.) — L. V?. livolf (Im iten Kap. seines Untere, in allen Th. der zur Musik gehörigen Wiffcnsch.) — Thrsrn. Ralkbrenner (Im ?ten, 8trn und sten Abschn. s. Theorie der Tonkunst.) — — S. übrigens den Act. Tonart. Von den Verhältnissen der Tone besonders: Aqninus (Ve numernr. er bonorum proporrion. ums I. >49-1.) — U?. Thelle (De proporrionibus muii- eis, ums I. 15-4.)— Hier. Hangest (Oe vroporrionidus, Ullis I. >;Z8.)-^ Per. Terone (Im -sten Buche s. bke- kopeo ^ A^lsestro, und zwar l)e ioz pro. porcionez mutlc!>le5.) — El. Nathus (l)e inuiico tiieoree, IchiC. ,6;z. 4 ) — tlg. bkftibom (Qe propurcioni- buz. i^lofn. 1656,5.)— Franc.Pia« vcsana (dtillii-e dsrmonicde . . .) — Fr. Durmann (I9e l^ruporr. darmo- nics, Upt. 171;. 4.) — Eiiov. Sacclii (QiiberkS2. llci numero e gelte miiure «teile corcle inuiickc, e loro curriip-inlienre, d4il I76s.4.) — VOill. Jakso» ( I'reliminsr^ lZibc. ro s Oedeme, gemvnllrsnn^ rkc jier- beUjon sng dzrmon/ ob iiounlls, l.. ü a. 8.) — — Auch gehört noch Hither: U?ill. Turner (Sounä sn-ro- nrlz'li i„ z ^'diiob. on blast ic, !7^4. 8.) T 0 n. (Redende Künste,) eigentlich der Klang der Stim. me, in so fern sie für sich, ohne Betrachtung des Bedeutenden der Wärter, etwas sittliches oder leidenschaftliches hat. Man erkennet «ämlich, wenn man auch in einer unbekannten Sprache reden Hort, den kläglichen oder muntern, weinerlichen oder freudigen Inhalt der Rede aus dem Ton, womit sie vorgetragen wird. Man kann aber nach dem Bey- fpicl der griechischen Kunstrichter den ganzen Charakter der Rede, in sofern dieselbe durch ganz undeutliche Vorstellung die Empfindung des. Sittlichen oder Leidenschaftlichen crwekt, den Ton der Rede nennen. Um dieses genau zu versieben, müssen wir bedenken, daß jede Gemachs- fassung und jede Leidenschaft nicht nur eine ihr eigene Slunme, ihren eigenen Vortrag, sondern auch ihre eigene Sprache und eigene Wendung habe. Die Einfalt, die Unschuld, der Schmerz, die Liebe, der Zorn, haben jeder eine Stimme, einen Vortrag, eineWendung, die ihm eigen ist. Alles, was dazu gehört, können wir den Ton der Rede nennen. Wenn man von einem Menschen sagt, er habe in einem hohen Ton gesprochen, so versteht man dieses nicht nur von einer lauten festen Stimme, sondern auch von dem Dreisten oder Kühnen, das in Gedanken und in der Wahl der Worte liegt; und ein pöbelhafter Ton ist nicht btos eine schlechte pöbelhafte Aussprache, sondern alles in der Rede, was uns anschauend die Vorstellung des Niedrigen und Pöbelhaften crwekt. Daher bemerken wir die Art des Tones auch in Reden, die wir blos lesen, ohne ste zu hören. Zum Ton gehört demnach alles, was wir recht sinnlich von dem Charakter der Rede empfinden ; und hieraus laßt sich die Wichtigkeit des Tones erkennen, der vielleicht mehr würft, als die klareren Vorstellungen selbst. Oft macht ein einziges Wort, ein Ja oder Nein, durch den To», den man ihm giebt, einen sehr starken Eindruk. Ueberhaupt liegt in dem Ton etwas ganz verführerisches , dem man um so weniger widersteht. je dunkclcr die Gründe d- r Würkung sind. Es ist ein Ton der Ueberzengnng, der keinem Zwei.el statt läßt, und ein Ton der Falsch, hcit und Verstellung, der den kräftigsten Beweisgründen alleWürknn» gen benimmt. Die. deutlichsten Be, Ll 5 weift 538 To« Ton weift von der Beleidigung, die uns eine geliebte Person angerhan, köim- leu durch zwei) Worte, in dem wahren Ton der Unschuld vorgebracht, gänzlich zernichtet werden. Darum ist der Ton ein höchstwich- tiges Etük der vollkommenen Rede, wenn er mit dem Inhalt und der Absicht der Vorstellungen übereinkommt. Der Redner, der diesen nicht trifft, verliert seine Absicht. Es ist aber höchst schwer, die Betrachtungen, die hiehcrgehören, auseinander zusetzen. Wir werden uns bemühen, diejenigen, die hierüber genauer nachdenken wollen, aus die Spur zu führen. Zum Ton gehört zuerst, als ein ganz wesentliches Smk, die Stimme, oder, was man im eigentlichen Sinn den Ton der Rede nennt. Quinti- Iian, der weiclanftig von der Stimme handelt, theilet das, was er darüber zu sagen hat, in zwei) Punkte. Der erste betrifft die Beschaffenheit der Stimme, der zwcyte ihren Gebranch *). In Ansehung des ersten Punkts unterscheidet er zweycrlei) Eigenschaften : die Starke und die ästhetische Beschaffenheit der Stimme **). Was über die Stärke zu sagen ist, hat wenig Schwierigkeit: aber desto schwerer ist es, den Ausdruk zu Beschreibung der ästhetischen Beschaffenheit der Stimme zn finden. Wir wollen die Benennungen dieses vortrefflichen Lehrers der Kunst in feiner Sprache hersetzen: büi (vox) et osn- ciiäa, «t tu loa, et plena, et exiiis, er lsrÜL, et al'pera, et contraria, et tul's, et ciurs, et slexilis, et eines, oc ohtuls. Und Cicero spricht hievon in folgenden Ausdrükcn: Vecrs Feuers germults, csnorum, fuleum; leve» siperum; Frsve, -) ?>im» c>blerv»«io «ll, ^»a/ei» (vo. xem) /-ödem / tecunä», »soso Inid I..RI. c. z, 14^ »^) Xlliiur» vsci, iscchrlur sc tb. »cutum; klsxibrls, durum °"). Auf. ftr diesen Benennungen findet man noch eine Menge andrer, deren sich beyde Lehrer der Redner bedienen, um die mancherlei) guten und schlechten Eigenschaften des Tones der Stimme anzuzeigen. Weil aber in un- ftcr Sprache wenig über diese Materie gedacht und geschrieben worden, so fehlen uns die Wörter, die nölhig waren, um das, was die Römer hierüber bemerkt haben, in unser Sprache auszudrukcn. Denen, die öffentlich zu reden haben, empfehlen wir ein fleißiges Studium dieses höchsiwichtige« Punktes. Eine genaue Beobachtung wird sie überzeugen, daß in dem bloßen Ton der Stimme sehr große Kraft liege, durch die oft mehr ausgerichtet wird, als durch das, was mau sagt. Es ist nicht schwer zu cntdeken, daß diese, manchem so unbedeutend scheinende Sache tiefen Eindruk auf die Gcmüther mache. Der Ton der Stimme ist allein schon vermögend, jede Leidenschaft in uns rege zu machen. Ein einziges -Wort, das fast gar keine Bedeutung hat, als die, die es durch den Ton bekommt, kann Schrcken, Furcht', Mitleiden, Zart- lichkcit und andre Leidenschaften sehr schnell rege machen. Redner und Schauspieler können nicht sorgfältig genug scyn, desgleichen Würkungen zu beobachten, um hernach durch steis sigcs Ueden diese vielfältige Kraft in ihre Gewalt zu bekommen. Ich ge- trane.mir;» behaupten, daß ein mittelmäßiger Redner, der seiner Stimme jeden Ton geben kann, allemal mehr ausrichten wird, als der beste, dessen Stimme trokcn und zum leidenschaftlichen Ton unlenkbar ist. Nächst der Stimme an sich, ist ihr Gebrauch zu betrachten: das Stärkere oder Schwächere, Schnellere und Langsamere, und dergleichen. Durch tllc, cls Xsl. Oeor. I..II, T o n Durchbisse blos mechanisch scheinen- den Eigenschaften der Rede kann die Kraft deö Inhalts zernichtet, ober aufs Hochsie gebracht werben. Man stelle sich bei) der berühmten Antwort der Mevoa in dem Trauerspiel des Lorncille vor, daß Medea das I^lui! mit einer halb erloschenen weinerlichen Stimme sage: so wird man begreifen, daß alle Kraft derselben wegfalle; ober daß der alre Horaz die bekannte Antwort: gu'il mourüt, mit einer stotternden, oder weichlichen Etinime vorbringe, so wird das Erhabene selbst lächerlich. Es ist bekannt , daß die ernsthaftesten Reden durch eine comische Stimme lächerlich, und TröstmMN durch den spottenden Ton zu Vorwürfen werden können. In einem langsamen Affekt, wie die Traurigkeit, die Zärtlichkeit, die Furcht ist, geschwinde sprechen, oder in einem schnellcn Affekt, wie dcrZorn ist, langsam, würde der Rede alle Kraft benehmen. Hieraus folget nun auch, daß Redner und Dichter die Wörter, Redensarten und Wortfügungen in Absicht auf den Ton so wählen müssen, daß sie natürlicher Weise geschwind, oder langsam flies- sen, so wie der Ton es erfodcrt; und hieher gehört auch alles, was au einem andern Orte von dem leben- VigenAusdruk erinnert worden. In diesem Stük müssen Redner und Dichter den Tonsctzcr und den Sanger zu ihrem Lehrer annehmen. Auch in Rüksicht auf die Bedeutung, auf die Wortfügung, und die Wahl des Ausdruks, schreibet man der Rede cinenTon zu: und dieses ist der dritte Hauptpunkt, den wir hier zu betrachten haben.. Wer von geringen Sachen spricht, der verfehlt de» Ton, wenn er vornehme, hohe Worte» feine Bilder, lebhafte Figuren, dazu braucht. Gemeine Sachen in einem hohen Ton vorbringen, heißt, Wie dcr Cyniker Diogenes sehr witzig Ton 539 bemerkt, ein bleycrnes Schwerdtans einer elfenbeinernen Scheide ziehen; und Horaz nennt dieses ex kulgure üaie iumum. Man bemerke hier bor allen Din- gen. daß bald jede Gemüthölage ihren eigenen Ausdruk hat. Da man in verschiedener Fassung auch verschieden denkt, indem dem Fröhlichen alles lacht, und dem Traurigen alleS finster vorkommt, so darf man es sich gar nicht befremden lassen, daß auch der Ausdruk in Bedeutung der Wörter, in Figuren, Tropen und Bildern, sich nach dem innern Gefühl des Redenden richte. Es gehört unter die Geheimnisse der menschlichen Natur, daß einerley Sache gar sehr verschieden auf uns würkct, je nachdem wir uns in einer Lage befinden. Diese Lage, die man auch die Stimmung vea Gcmüthea nennen konnte, bringt also den verschiedenen Ton in dem Ausdruk der Rede hervor. Ist dieser Ton in Werken des Gcfchmaks wol getroffen, so daß wir gleich die Gemüthslage des Redners, oderDich- ters daraus erkennen, so setzen wir schnell uns in dieselbe Lage; und darauf kommt fast die ganze Wür- kung des Werks an. Man wird dieses sehr leichte begreifen, wenn man bedenkt, daß die Musik, deren Kraft so groß ist, wenn sie gleich nicht durch Poesie unterstützt wird, durch nichts anderes ans uns würkct, als durch das, was wir hier Ton nennen. Da die Melodie ohne Worte uns fröhlich oder traurig machen kann, warum sollte nicht ein Lied, oder eine Ode, selbst da, wo die Worte wenig sagen, durch den bloßen Ton stark rühren können? Darum ist der Ton eine der wichtigsten Eigenschaften eines Werks der redenden Künste. Wir haben in dem Artikel über die Ode Peyspiele von solchen Oden angeführt, die es gewist nicht durch ihren Inhalt, sondern blos durch den Ton sind; der also würk. wurküch oft wichtiger ist, als der Inhalt selbst. Wer den Ton einer rührenden Leidenschaft zu treffen weiß, darf eben nicht sehr besorgt scyn, ob das, was er zu sagen hat, auch würklch rühren werde; denn der bloße Ton wird diese Würkung schon thun. Es ist demnach eines der nothwen- diasten Talente des Dichters, oder Redners, daß er den Ton, der in jedem besoiidern Falle nörhig ist, zu treffen wisse. Dieses würde nicht schwer seyn, wenn der, der redet, oder dichtet, allemal von seinem Inhalt ganz durchdrungen wäre. Wes. sen Gemürh würklich von Freude, oder Traurigkeit erfüllt ist, der wird auch den freudigen oder traurigen Ton treffen, wenn er seine Empfindung durch Reden äußert. Aber wenn man sich auch in die Empfindung gesetzt hat, so geschiehct es nur sehr selten, daß man bey Verfertigung eines Werks von Geschmak sich derselben ganz überlassen könne: das Nachdenken, das gar oftnölhig isi, dem Vers, oder der Periode, die nicht wie von selbst fließt, die gehörige Form zu geben, und was sonst in Absicht auf jeden Gedanken zu überlegen ist, dampfet dieWarme der Empfindung, und macht, daß man dem Ton verfehlt. Da es nicht möglich ist Regeln zu geben, durch deren Befolgung jeder Ton zu erreichen wäre, so kann hier nur durch Beyspiele gelehrt werden. Eine Sammlung auserlesener Stüke, darin der gehörige Ton vollkommen getroffen ist, würde dieses Studium ungemein erleichtern. Wir können, ohne uns in große Weitlaufrigkcitcn einzulassen, diese Materie hier nicht näher ausführen, Wünschen aber, daß jemand sich die Muhe geben möchte, sie in einem eigenen Werk abzuhandeln, da sie in per That höchlt wichtig ist. Man wird finden, daß der Ton Hauptsach. sich durch die Wvrtfügung, durch den Gebrauch derNerbindungs-und Ans« rufungswörter, durch die Wahl der Figuren, Bilder und des Ausdruks, lind durch den Numerus bestimmt wird. Jeder dieser Punkte wird von verschiedenen Gemüthslagen auch ganz verschieden behandelt. Eine unruhige Gemüthslage beobachtet z. B. eine ganz andre Wortfügung, als eine ruhige; braucht ungleich weniger Verbindungswörtcr, als diese; und so in den andern Punkten. DieFeycr- lichkcit des epischen Tones wird oft blos durch den Gebrauch gewisser Verbindungswörter erreicht , deren Bedeutung sich kaum anders, als durch ein etwas dunkeles Gefühl bestimmen läßt. Mancher Homerische Hexameter erhalt durch dergleichen Wörter, als a-ro-p, und mancher Klopstokische durch die Wörter, Also, Und, Aber, Iyo, cincFeyer« lichkcit des Tones, die ohne diese Wörter nicht zu erreichen wäre. Ton. (Mahlerey.) Ast der Charakter, das ist, das Sittliche oder Leidenschaftliche des far- bichten Lichts, das in einem Gcmähl- de herrscht. Daß in dem Colorir eines Gemähldes solche Charaktere statt habew, fallt auch dem unachtsamsten Menschen in die Augen. Der fürchterliche Himmel, der ein naheS Gewitter verkündiget, und der liebliche Frühlingsmorgen, beweisen dieses allzudentlich. Jener würkt Ernst, und dieser Fröhlichkeit. Die sanft in einander fließende Farbe einer Landschaft bey schönem duftigen Herbstwetter, kommt mit dem sanften und Gefälligen einer Gemüthsart; hingegen die helle und etwas harte Haltung derftlbigen Landschaft im Sommer, mit dem runden und geraden Wesen eines Charakters ohne Zärtlichkeit überein. Wenn Ton Wenn dieses nicht blosse Hirngespinste sind, so liegt bloS in der Farbenmischung etwas, das mit dem Sittlichen und Leidenschaftlichen in moralischenGegcnständcncinigeAehn- lichkeit hat. Dieses ist ohne Zweifel das, was man in dem Gcmählde den Ton der Farben nennt, mir einem Ausdruk, den schon die Griechen gebraucht Häven Denn wie in der Musik eine Tonart von der andern sieh ebenfalls durch etwas Sittliches oder Leidenschaftliches unterscheidet, indem eine streng, ernsthaft, wild, eine andre sanft» gefällig, zärtlich ist, fo ist es auch in der Farbenmischung. Es ist sehr schwer, die Gattungen des Tones, oder die Tonarten des Colorits zu beschreiben; einfühlendes Auge, das gewohnt ist, ländliche Gegenden zu allen Jahrszeiren und in allen Arcen des Wetters aufmerksam zu betrachten, kennt sie; aber noch weit schwerer ist es zu sagen, wie der Mahler jeden Ton erreiche. Ohne Zweifel wird der Ton überhaupt durch den Charakter bestimmt, den die gebrochenen Farben von der Hauptsache, von welcher sie ihre Temperatur bekommen, annehmen. In der Natur sehen wir offenbar, daß de? Ton der Landschaft bald von dem blauen Lichte des Himmels, das sich mit den eigcnthümlichen Farben der Körper, worauf es fällt, vermischt, bald von dem weißlichen blaffen Lichte desselben, bald von dem rochen Lichte der Morgen- und Abcnd- wolke», herkommt. Bedenkt man hieben noch, daß gewisse Farben der Kleider mir dem, was die P ysionomie der Personen uns von ihrem Charakter zeiget, übereinkommen, oder dagegen streiten, so wird man geneigt, zu glauben, daß der Wähler den Ton in der Herrschaft, oder dem Einfluß einiger ') eil», xxxv. Ton 54» Hauptfarben in die Mischung des ganzen Colorits zu studiren habe. FolgendeBetrachtung wird vielleicht etwas beytragen, .die gemachten An- merkungen zu erläutern. Das ei. gentlichc Licht, oder das Element, dessen Einfluß uns die Körper fichtbar macht, ist von verschiedener Farbe. Es g>ebr ein weißes Licht, wie das Licht der im heftigsten Feuer gcschmol. zenen Metalle; cm rothcs Licht, wie das LichteinerbrennciioenKohle, oder c.nes nicht heftig glüendcu Metalls; ein gelbes Licht, wie das Licht der Sonne; ein blaues Licht, wie das Licht des Himmels u. s. ft Stellt man sich eme Landschaft in der Natur vor, in welcher jeder Gegenstand schon seine eigcnthnmlichc Farbe hat, so begreift man, daß dieselbe von jeder Alt Licht, das sie sichtbar macht, ein anderes Coloric bekömmt, wenn man gleich setzt, daß jede Art des Lichts in gleicherMenge und von der- selben Seite her auf die Landschaft falle. Jede Art rhcilc dem Colorit der Landschaft erwas von seiner Art mit. Daher scheint das zu kommen, was man den Ton des Gcinahldes uennt- Demnach muß der Mahlcr, der verschiedene Tone in seine Gewalt bekommen will, auf die Art des Lichts studiren, das in seinem Co« lorir herrscht. Dieses kann er dabei) anfangen, daß er eine ländliche Gegend in allen möglichen Arten der Be- leuchtung, in allen Tages - und Jahreszeiten und bcy jeder Art der Witterung aus das genaueste betrachtet. Hernach wird er auch wol thun, wenn er aus die Würkung dcs wieder- scheineliden Lichts Acht hat. Vielleicht könnten folgende Versuche hie- zu etwas beytragcu. . Man hänge ein gut, aber etwas hartgemahltes Gcmählde in einem Zimmer an eine Wand etwas in Schatten. Gegen ihr über an einer Stelle, worauf eine helle Sonne scher- 542 Ton Ton scheinet, setze man eine mit rothem, oder blauem, oder gelbem, oder weissem Tastet überzogene Tafel, auf welche man das Sonnenlicht ganz auffallen, und durch eine gehörige Wendung von da auf das Geniahlde abprellen laßt, und bemerke jedesmal die Würkmig dieses LichtS auf das Gemahlde. Auf diese Art könnte man vielleicht auf eine gute Kenntniß der Zone kommen, und daher auch Anleitung nehmen, dieselben zu erreichen. Das Leichteste in dieser Sache ist die Bemerkung der Regel, daß es zur Vollkommenheit eines Gemahldcs nothwendig ist, ihm den Ton zu geben, den der Charakter des Gemahl- des fodcrt. Eine traurige Vorstellung erfodcrt einen Ton, der den Eindruk des Inhalts unterstützt, und eine reizende Vorstellung macht auch die Lieblichkeit in dem Ton nothwendig. Tonart. (Musik.) ASir nehmen dieses Wort hier in der genau- bestimmten Bedeutung, nach welcher es das ausdrükt, was die altern Tvnlehrer durch das latei^ nischeWort Gallus auszubrüten pflegten; nämlich die Beschaffenheit der Tonleiter, nach welcher sie entweder durch die kleine oder große Terz aufsteiget. Jene wird die kleine, oder weiche, diese die große, oder harte Tonart gcncnnt, welches man auch durch die Worte Moll und Dur ausdrükt. Diese bcydcn Ausdrüke haben abv' einige Zweydeutigkeit. Denn bey altern Schriftstellern bedeuten sie nicht wie itzt, die Heyden lllollos, sondern wurden blos gebraucht, um anzuzeigen, ob in einem Gesänge von der Doppelsaytc L die höhere, die wir itzt mit kä bezeichnen, oder die tiefere, die wir durch ö andeuten, zu nehmen fty. Im ersten Falle hieß der Gesang (latwus äuru?, im andern Canrus molliz. Es giebt also nur zwey Tonarten, die harte und die weiche, die man auch .die große und die kleine nennt; und nach der gegenwärtigen Einrichtung hat jeder der zwölf in dem System einer Octave befindlichen Töne seine harte und scme weiche Tonleiter. Aber sowol die harten als die weichen sind nicht für alle Töne gleich, weil weder die Terzen, noch die Sexten in jedem Tone gleiche Verhalt- niste haben *). Was für ein Unterschied aber auch sich zwischen de» verschiedenen harten, oder weichen Tou- leirem der verschiedene Töne findet, so ist dieses eine allgemeine Erfahrung, daß alle harren Tonleitern sich zu fröhlichen, und überhaupt zu lebhastcu, die weichen aber zu zärtlichen Melodien vorzüglich schllcn. Deswegen bey jedem zu verfertigen, den Stük die Wahl der Tonart zuerst in Ueberlegung kommt, die nach Beschaffenheit des Ausdruks, der in dem Stük herrschen soll, zu wäh- - Icn ist. Von den Tonarten in der Musik überhaupt handeln, imter mchrern: Pier. Tlaron (Tracruro llelis natura e cvjznl- 2ivns lli rurri li I'uoai lli Lanro iigu- rsro . . . Vcn. 1525. f.) — Heior. /horic, oder Glarcanuu (Der Zweck s. Dollecbarllvn, Las. 1547. k. aus z Büchern beliebend, geht auf die Festsetzung der, zu seiner Zeit noch sehr schwankenden, Lehre, von den 12 Tonarten. Claude, ein französischer Tonsiycr, hat ein tluUecbarcie als llcbung l» den IS Tonarten desselben, gesetzt.) Gal. Twosler (Im gtcn und ;ten Kap. de» aren THI6. s. lvjui. piaex. Irleincnc.) Glos. oacliuo (Im aten Th> s. Iltirur. »rmun. als <^uel cbe lla mull» ü I'uono, e llelle tue ipecie; cbe i mulli tuno üaü -) Man sehe den Artikel Tonleiter. Ton T o n 54; Not! nom!n»r! 6s molci 6!ver5zments c per rzuol caßione; 6cl nome e 6el numero 6c' mo6i; 6eA>i invcncor!6s j ^lv6ii 6x11» nsrur» c propriers 6e i Hlo6i; 6cll'or6ine 6c i mo6i> cke j'Dxpcrmilloli6ro 6i Vvlomeo non 6 ^uello che no! ch!»m!»mv 6ec!mo moäo; in rzual msnicr» Ali snrichi scAnsvano le chor6e 6e i loro mo6i; , . . che i mv6i mv6crni sono Ae- celsariamcnce 6o6ici e in rzne! ms- vier» ii 6imollri; »lrro M060 6i 6i- rnoilrar il numero 6e i 6o6ic! mo6i» 6!vis. 6c i mo6i in »urenriclc! e pla- A>»lii 6elle chor6e iiusli 6> cisscun ir>o6oj 6c i mo6i commun! c 6s i milli Z »irr» riivilione 6c i mo6i; . . . 6eli» rr»lporr»r!one 6e i mn6i; r»- Aionsmcnro parr!col-re inrorno sl primu mo6o e 6cII» sua nsrur»; 6s i suu! principü e 6«IIe sue caclcnaie; 6cl lcconeio mo6o; 6cl rcr?o mo6o; 6cl izuarru mo6vj 6ci izuinro mv6o; 6cl leslo mo6o; 6el lerrimo mo6o; 6cII' orrsvo mv6o; 6cl nono mo6o; 6cl 6ecimo mo6o; 6cll'un6ccimo znv6v; 6el 6uo6ccimo mo6v; inrzucl rn»n!er» ti 6chh» tar Aiu6icio 6e i inorli, -r ^uvl ii 66 oll'ervare nelle compvlirioni. Und im sechsten Buche s. Lupplem. mniicsli, in 9 Kap. 6e i lsuoni e 6el numero ioro; in ^u»l M060 i nvmi 6e i suvn! t! piAlianv..; in czuali 6clle Icrr> per un iemiruonn; che hiivAns, cke Ali eUrerni ,4uoni 6e 1 nveri i!»No rcrinin»rn nell 6!i>ps- ^un; . . . czuello che inclulle Kolonien a 6!r, che non v'crsn p!ü 6i terre l'uovi 6 ihlo6i j 6i Evello clrv 6!icorrono slcuni in mster!» 6e i l^uvni 0 H^o6i.) Eiov. An, rusi ( Im 4-te»-45tcn Abschn. s. >^rre 6el Lonrrapunco.) — Frnnc. Sali» naer ( Im «reu u. f. Kap. de» 4tcn Buche» s. Werkes De klulics.) — Lörick, -^ofmann (Ootirina 6e 'I'oniz 1. >lo» 6is inuliciz, Lr^pzw. 1582. Damb. 158;. 8. Handelc, in 7 Kap. 6s 6eli» nirione rei er noininiz; 6c kunstsrnen- ro er ori^ine I'onoruin; 6c numero er 6!vill bonorum; 6c 1"unvr. 6lnplici conliicurionc; 6e 6ilcriin.'Donvrum; 6e cvAnicionc bonorum i 6c lpcci:6i l'onor. rrskl-rionc.)— Selhcts Cal- vlsins (Oie erste s. Lxcrcirsr. lrlulic. Diph. 1600. g. Handell 6e Hlo6>, mu- licis, czuoz vulAo^ono; vociurr, re6te coAnoiccn6is er 6i^ij6ic!>n6i5.) — s?. Lerone (OaS ,6lc Buch s. ?»ielopeo ^ Xlaclirv handelt,, in Zo Kap. 6e los 'Donos ul'arlos cn Lanco 6e OrA»no. Zluch gehören das ;;tc-4c>teKap. dcS -ttn und das zslc-ZLte Kap. des zlen Buchetcdc» dieses Werkes hichcr.)— Pierre Maü- lark (H.S5 l'ons, ou Oisc. ihr les^lo» 6cs 6c d/lulique er Ics l'ons 6e l'ÜAlise» er l» 6>llindhion cnrre cux, lourn»^ 16,0. 4. Oer Verf. erweist, daß die, zu seiner Zeit üblichen, >z Tonarten von den Kirchcntönen unterschieden sind.) — Joh. P?ucms (Im ptcn Kap. s.lvtui-c. poer.) —» . Vuel (Ooölrins 6uo6ecim dsto6oruin b/lulicol. lul. UmK I. iSso. ) — Mar. Mersenne (Im 6lcn Buche s. Darinonicor. und im zten Buche des 4tcn Vrsirs s. Ist-crinvnie universelle handelt von den Tonarten.) — LH. Butler (Äas ite Kap. s-Drin» ciples ok hstulic handelt os che ino6cz, deren der Verf. mit dem Cassiodvr, fünfe apnimmt.) — Lhrstph. Martini (sj »n6boelc v»n 6cn evsrcn l -»op 6er Voonen, Hmll. 1641. 4.) »-» 2lth. Rircliec (Im >;tcn-i7ten Kap. des ilca Buchs, im 7ten und 8ten Kap. dcS ;ten Buches, im 8ten Kap. des itcn ThlS. des siebenten Buches, und im stcn Kap. des zten ThlS. eben dieses Büches s. Ktu» surzi» universalis, 6s 6eLniriono mo6i 544 Ton Ton moä! muiici; äs numerv et orälne rnoäor. spuä verercs; «je msäis mo- äcrnizz . , . äe T'vnls f. b4uäls so» »nmczue numero sc guslirsrez äs mo- äls csncuo rsM Lregorisni c;usm iiZu- isri; . . . urrum äiverlil'vrii äiver» llz sKeökibuz ecipnuäesnr; äs nscura l'onvr. sä coucicsnäi!« sssetstn? spr»- tum.) — Tonv. LNatthai (Kurzer, doch gründlicher Bericht von den ösuäiz inusscis . . . Königsb. >6ss. 4. Der Verf. handelt sehr gut, in y Kap. Was ein Xloäus mulicuz sev: von der Ein« thril. drcchloäurum ! wie viel öäoäi mus. find; von den Namen der bstoäurum; was die .Vloä»z unterscheide, wie die ki->äi »erseht werden; von der' Ordnung der Xlciävrum; von den 8 Oc>n. der Allen; und von de» klväis insonderheit.) — Tl. Thaies (In dem säten 1>sö). f. biunä. kolsrliom. handelt die sztc.-o6te Propst. äs äuoäecim lvloäiz; äs kolvä. »nriczuorum; äe äuoäeciin Vloäis rc- eenrlorum; äs meckoäv äi^notcsnäi XSuäum.) '— Hac. Maller (l)e MV- äis muiic. Ops. 1686.4.) — Eiov. n»ar. Zbononcini (Oei ^uani äeil Lsnro liZursro; ck'slcuue psrciculsrirü äs i suääcrri T'unni^ gusli äe loprs» äecri T^uvai vengvno oräinsrisnrenre prsrricsre äs Lvmpossrori; te il lz inolle sä il Oielid ksbbino kvr'2s äi vsrisre il 1'uono, e per czusl csuls von vicn prsrricsro il cerzo, ^uinro, teil» e kercimo l^uonv; clie i Tuoui äcl Lsnro tiZursco lono äoäici c noä solsmenrc orco; m»äo äi conolcers äi che T'uono tis qnsllivo^Iis Lsuri- Icns mullcsle j äe i T'uoni äcl Lsnca termv, im >;ten u. f. Kap. des sttn Tbl», s. känlicd pisrico.) — tAiovd. 2>0Nl (l)c^!. obkllghi sä osservsz. äs' IVloäi mullcsli, im »teil Bd. S-saS s. Opcre.) ^ Qgc. Teva (Ocili l^uoni ü dstoäi srmniiisli iecouäo Zl'^ncicki; äelli T'uoni 0 btoäi si mön. seconäo li hlo- äcrui; . . . äeli, nsrUrs s propricid äeile Tuoni, im delt von den Tonarten; und von den Wir. kungen der verschiedenen Tonarten das zte Kap. des z ten ThlS. s. Neueröfnctcn Orchesters S. zz>.) -- N?einr. Spiest (Von den unlcrschiedenen Gattungen der Tonarten; von den versetzten Tonarten; von den alten und neuen Tonarten; wie viel dänäi mulic, zu bestimmen; von den i- l'vnis oder 6 Hauptmoäiü mulicls; vom Chvralges. und dessen »Tönen, im ivtcn u f. Kap. s. Nusikal. TractatS.) — U"gen. (Schreiben .... woher eS kömmt, daß einige Tonarten in der Musik anniuthig und sanfter, andre aber stark und rauschender klingen, im stcn St. von I. W. Hertels Samml. musikal. Schriften.) -- Gius. Tarrmi (Im zten Kap. s, 'hrsrrsrn äi bäuilcs.) — Mereadil'r (Im zten Th. besonders im zten und 6ke» Kap. s. dstm.v. Sylt, äs kluliqus.) — I. A. Sckieide (Das 4tc Kap. s. Werkes und die -te Betrachtung handelt von den Tonarten überhaupt.) — u. v. a. m. — -— Noch verdient bemerkt zu werden, daß C. H. Blainville umS I. >704 eine neue Tonart, welche weder Moll noch Dur sryn sollte, erfunden haben wollte; dieses »eranlqßrc unter andern eine Serres 5 kolr. l'^bbe lisynsl von I. I. Roußeau, welche sich im ,6ten Bd- s. veuvr. Oeux ponrs 1782, 12. S. 2Z2 U. f, findekl — — Allerhand Nachrichten über die Gc. schichte der Lehre von den Tonarten finden sich in I. AdlungS Anleitung zurmu. sikalischen Gelahrthcir S. 178. s ;6. und a. a. St. m. — — Tonarten der Alten; Kirchenlöne. (Musik.) Nie Alten hatten bey wenigen, To. ncn mehrere Tonarten, deren Tonlei. ttr in den Tönen der diatonischen Octave Ton T o !, 545 Octave von L! bis - enthalten waren. Nachdem sie die Teilachorde von vier Töneni abgeschafft ^), und dagegen die Tonleitern von acht diatonischen Tönen eingeführt hatten, erhielten sie, indem sie den Grundton derselben einen oder mehrere Tone höher oder tiefer als L nahmen, durch die veränderte Lage der beyden halben Töne ?-? und llo sieben verschiedene Tonleitern und Tonarten, nämlich so viel, als sie Töne in einer Octave hatten. Sie erhielten aber dadurch, daß sie jeder Tonart durch die harmonische Theilung der Octave des Grnndtones, und durch die arithmetische Theilung der Octave der Ouinte des Grundtoncs einen zwey« fachen Wiedcrschlag **) zu geben suchten, noch mehrere Tonarten, obgleich nicht mehrere Tonleitern. Vermittelst dieserTheilung konnte jede Tonart aufzweyerftyWeife angesehen werden, i) indem die Tonleiter desselben von dem Grundton zur Quinte und Octave, und 2) indem sie von der Quinte des GrundtoneszurOcta- ve undDuodecime desselben aufstieg. Jene wurde die authentische, diesb die plagalische Tonart genennet. Hätte jeder Ton seine reine Quinte und Quarte in dem System gehabt, so würden in allem vierzehn Ton« arten gewesen seyn, nämlich sieben authentische und sieben plagalische. Da dem ll aber die Quinte, und dem? die Quarte fehlte, so konnte jener nur plagalisch, und dieser nur authentisch seyn: daher waren nur zwölfTonarten möglich, deren Ton« leirer und Benennung nach der Ordnung, wie sie bey den Alten auf einander folgten, in folgender Vorstellung zu sehen ist: . c— !Auth. äe fFak 71 Die dorische Tonare ^Plag. s. ^Auth. e k A a h 7?7 ^Plag. ll e cl k F a h. ^Auih. k F a h ) Plgg. c U e f g a k c. ^Auth. ^ a h . < Plag. e k ^ a h 7 a e. ^Auth. cöek^ahT < Plag. Man findet hin und wieder bey den alten Schriftstellern einige veränderte Benennungen, doch sind die hier angegebenen die gewöhnlichsten. Man sieht, daß jede authentische oder Hanpttonarc ihre plagalische, S. Tetrachord. *') G. Wiedecschlag, Vierter Theil. Die hypodorische —- Die phryzische —. Die hypophrvgische Die lydische — Die hypolyvischc — Die myxolydische — Die hypomyxolyvische D>'e aolische — Die hypaolische — Die jonische >— Die hypojon,'sche — oder Nebentonart habe, die von dse ersten blos durch den Umfang der Tonleiter unterschieden, und wie ihre Dominante anzusehen ist Diese Eintheilung war nöthig, sowol jede Tonart an sich, als auch ihre melodische Fortschreitungcn und Schlüsse, und vornehmlich in Fugen die Ant- M in wort 546 Toy Wort des Thema, ober den Gefährten des Führers genau zu bestimmen. Ton Ohne dem würde mancher Choralgesang ein zweydentigesFugcnchema abgeben. Z. B. Dieser Satz kann sowol in <3 als O. nämlich in der myxolydischcn oder hypojonischen Tonart geschrieben seyn. Im ersten Fall ist die Zonart authentisch, und die Antwort muß in v. nämlich in der plagalischcn hppo- m>)xol»)dischcn Tonart geschehen; im zwcyren Fall ist sie plagalisch, und der Gefährte muß in <3, nämlich in der authentischen jonischen Tonart antworten. Hierauf haben die Organisten hauptsächlich in ihren Vorspielen Acht zu geben, auch wenn sie den Choral blos harmonisch begleiten. Es gicbt Kirchcngesänge, die durchgängig authentisch sind; es gicbt aber auch andere, die durchgangig plagalisch sind, wie j. V. über das Lied: Ach Gott vom Himmel sich darein ec. Die Melodie dieses Liedes ist in der hypophrygischen Tonart, und nicht aus unserm L dur, wie einige Organisten glauben, die durch ihre abgeschmakte harmonische Begleitung dieser vortrefflichen und den Worten so vollkommen a»genus. senen Ehoralmelodie allen Ausdruk benehmen. Man kann in den Choralgesan- gcn die authentische oder plagalische Tonart nicht verkennen, wenn man nur auf den Umfang der ganzen Melodie Acht giebt. Die authentische Tonart beobachtet in der Melodie den Umfang von dem Grundton bis zu seiner Octave, die plagalische hingegen die Octave von der Ouliite des Grnndtonev, wie die oben angezeigten Tonleitern darthun. Ein oder etliche Tone über oder unter dem Umfang der Octave heben diesen Unterschied nicht auf. Aber nicht allein in den Choralgesangen, sondern auch in vielen unserer heutigen Elngstüke, kann dieser Unter- schied beobachtet werden. So ist folgender Anfang einer Graunischm Opernarit: ^7— vk » ke . laeä im » x!a . c» . bi » !s, cru . äs > teeäcc. authentisch, und folgender plagalisch: -«D -»—» ILI Hlr! pur trox. po, io i'» --- mo r». Manche Arie ist durchgehends authentisch, und andere sind durchgehends plagalisch. Da bey den letztem die harmonische Begleitung nothwendi- S. 8uge. ger ist, als bep den erstem, so käim- te hieraus die Regel gezogen werden, daß man in Liedern zum Singen die oft ohne alle Begleitung gesungen werden, das Plagalische vermeiden, und Ton und durchgängig authentisch verfahren müsse. Man hat vieles für und wider die alccn Tonarten geschrieben, und dem Anschein nach sind sie blos aus Mangel der nachher eingeführten Tone eis, l)is ic. entstanden. Wenn man aber die verschiedenen Würkun- gen erwagt, die jede Tonart aufbw Eemüthcr und selbst auf die Sitten der Alten gehabt, und die große Kraft, die sie noch heute in den Kir- chengesangen haben, so kann man sie wol nicht dloS zufällig und mangelhaft nennen. Es ist unstreitig, daß die verschiedene Lage der halben Töne L-O und tt-a jeder Tonart einen unterscheidenden Ausdruk giebt. Die Forrschreitmigvon o »nc. 8ry!e,Ü!lp!i'- eiuion nk ri>e (Z>eci»n Xulje» in de»! jitcn'Ld. der kbilos. To u Ton 549 l6o?. 4. 'haudclu von den Tinea, Tonarten, Systemen und Klanageschlechtern der kriechen und vvrzstgllch »on dem Gc« beoucd, weichen Pythcnioros von der Mm sik gemacht Hot.) — Fvanck, Gafor (Im ^ten Buche s. W. Oc tl-irmon!» mutlcoe. Initrum.) — ^.uigi Dentici (Im ersten s. Ouc l )i,I. (Zcliz Julies, Ks>>. >551.4.) Eiov. B> Doni (<.oinpenclio steil l'rsrroco ste'tleneri » ste' jVlocli «Zells mustco . . . kam. >615.4. ^nnoksi. tupr» il dompcn» stio ste' Lcneri e ste blvcZ! «Zells b /!a» lies, stovc ii stichisronn i iuoxki piü vstcuri e Ic mailime piü nucive est im» pnrrsnri ii provsnn .... con stus T'rsccsri, l'uno ilopro ! duoni « ver! Iilv«Zi, I'slrev svprs i l'uon! est e^r» inunic stegli ^nticki . . . IInm. >640. 4.) — Franc. Stiles (Lxplsusrinn rkc laustes «irDonez in rke sneient (.Irccion lAutic, in den pkilnl) l'rsnl. sät. vom I. 1760. Bd. zi. S. 69;. in 6 Abschn) — T 0!! i c a. (Musik.) 3??it diesem Worte wird der Grund- ton der diatonischen Tonleiter angedeutet, der in jedem Satz eines Sknks der Hauptton ist, in wel. chcni der Gesang und die Harmonie fortgehen, und den Satz schließen. Die Tonica ist daher vou dem eigentlichen Hauptlon darin unterschieden, daß sie mit jeder Ausweichung ihren Platz verändert, da dieser hingegen durchs ganze Stük derselbe bleibt*). Doch wird sie auch in der Bedeutung des Haupttones genommen, wenn man sagt, der erste Thcil eines Srüks habe in der Dominante geschlossen. Der fünfte Ton der Tonica ist die Dominante. Bcyde Tone haben ihre eigene Accorde, die in der Harmonie Hanptaccorde und von dem größten Gebranch sind. Der *) S. Haupttvn. Accord der Tonica ist allezeit der vollkommene Dreyklang, und unter dem Dvminantcnaccord versteht man den wesentlichen Scptimenaccord. Keine Ausweichung, und kein vollkommener Schluß kann ohne diese beyden Accorde bewerkstelliget werden*). Weil der Accord der Tonic« aber, wenn der Fnndamentalton im Baß angegeben wird, von beruhigender Wurkung ist, so muß man ihn in der Mitte eines Sabes nur in seinen Verwechslungen hören lassen, oder wenigstens vermeiden, daß die Tonica nicht auch «zugleich in der Oberstimme angegeben werde, damit die Ruhe nicht vor der Zeit gefühlt. und die Aufmerksamkeil unterbrochen werde. Tonleiter. (Musik.) Eine Folge von acht stufenweise auf - oder absteigenden diatonischen Tonen von der Tonica bis zu ihrer Octave. Sie ist nach Beschaffenheit der Dur - oder Molltonart von zweycrley Art. In der Durtonart folgen die Täne sowol auf- als absteigend, wie in der diatonischen Octave von L bis c: und in der Molltonart absteigend, wie von a bis^; aufsteigend aber werden die kleine Sexte und Septime des Grundtones durch ein Erhöhungszeichen in die große verwandelt: die Septime, der Nvthwendigkeit des Subsemito« niums wegen **); und die Sexte, um die unharmonische Fortschrci- tung der übermaßigen Secunde von f in Ais ju vermeiden. Beyde Arten der Tonleiter bestehen aus einer diatonischen Octave von fünf ganzen und zwey halben Tänen f), und M m Z sind ') K. Ausweichung; Tc-dcnz: -Fvrts schrcitunz; Geprimcnaccvrb. ") s. GubsemironiUiiI, f) S. Splenisch. 55» Ton Ton sind durch die verschiedene Lage der Ehedem hatte jeder Ton in der dia- bcydcn halben Tone sowol an Ge-> tonischen Octave von L bis oftine be« sang als an Ausdruk sehr von ein- sondere Tonleiter, die, weil die söge, ander unterschieden. Da sie in un- nannten Semitonicn Eis. vis. vis. ferm System in alle Tone versetzt Lis in dem damaligen System fehl« werden können, so sind so viele tcn, nicht in andere Töne versetzt Tonleitern, als es versetzte Tonarten werden konnten. Daraus entsian- giebt, nämlich zwölf Dur- und zwölf den sechs bis sieben durch ihre Ton- Molltonleitern, wovon jede Gattung leitern verschiedene Tonarten, die zwar ihre bestimmten Intervalle vom insgemein Kirchentöne gencnnet wer« Grundton hat, die aber in jeder ver- den ?), und die durch die in jeder Ton» seyren Tonart, den Verhaltnissen leitcr verschiedene Lage der beyden nach, mehr oder weniger an Reinig- halben Töne V-v und kl - c von verkeil vyn einander unterschieden, und schicdcncm und lebhaftem Ausdruk daher dem Ausdruk der Tonart selbst, waren, wie die in dielen Tonarten in jedem versetzten Ton eine veran- uns übrig gebliebenen Kirchcngcsan- derce Schattirnng geben */ In der gc zeigen. Die Einführung der er- untensichenden Tabelle werden die wähnten Scmitonicn in unftrm Sy- Mcrhältnisse jeder Tonleiter angezci? stein hat den Vortheil zuwege ge- gct werden. bracht, daß die Tonleitern in alle Bei) Verfertigung eines Stüks ist Töne versetzt, und jeder Ton zur To- dieTonleiterdesHaupttonesund der nica von sechs Tonleitern, und we- Tonart, worin es gesctzet werden nigstens eben so vielen Tonarten ge- foll» das Hauptangenmerk dcsTon- macht werden kann; man hat sich setzers, Weiler, wenn das Gehör aber dieses Vorcheils begeben, und von dem Hauptton eingenommen außer den qltcn Choralgesängen keine Werden soll**), keine andreTöne hö- andre als die jonischc und aolische xen lassen kann, als die in der Ton- Tonart bcybehaltcn, und dadurch die leiter desselben vorkommen. Die heutige Musik auf die E dur-und Töne dieser Tonleiter müssen daher ^ Molltonart eingeschränkt, die un- jn dem ganzen Stük herrschend seyn, streitig die vollkommensten, aber zu vornehmlich bey dem Anfang und ge- allem und jedem Ausdruk, vornchm- gen das Ende desselben. In der lich in der Kirche/ nicht hinlänglich Mitte ist ihm vergönnt , der Man- oder schiklich sind, pichfaltigkeit wegen hin und wieder Die Vollkommenheit dieser zwcy einen Ton der Tonleiter zu verle- Tonarten liegt in der faßlichen und tzcn, und dadurch in Nebcntöne leicht zu singenden Fortschreitnngih- auszuweichen, deren Tonleiter aber rcr Tonleitern. Die Töne derselben von der Tonleiter des Hauvltones folgen so natürlich auf einander, und nur um einen Ton verschieden seyn haben so viel Beziehung auf den darf b), damit er leicht von ihnen Grundton , daß die übrigen alten zu der Haupttonleiter wieder zurük- Tonarten, denen diese Vyllkommen- kehren kgnn, und diese nicht aus dem heit ihrer Tonleitern fehlet, dagegen Gefühl gebracht werde. Dadurch picht in Pergleichnng zu ziehen sind. Wird Einheit und Mannichfaltig- Tue Molltonleiter hat zwar im Auf« feit in den Tönen des Stüks an- steigen durch die große Scxtc und gebracht. Septime desGrundtoncs abgeändert werden müssen l aber auch dieses ist zu? S. Ton. ") S. Hauptton. s) S, Antweichuv?. S. Trnstt der Alten. zur Vollkommenheit der weichen Tom art gediehen. Ueberdies sind die Tone beyder Tonleitern von dcrBeschaf- fenheit, daß aus ihnen zu jedem Gesänge der harten oder der weichen Tonart die vollkommenste harmonische Begleitung zusammengesetzt werden kann, welches in den übrigen alten Tonarten wegen der Uuvollkom- mcnheit ihrer Tonleitern auch Nicht angeht. Ware das chromatische und cnhar- monische Geschlecht in unser System eingeführet oder einzuführen möglich, so würden wir auch chromatische und enharmonischcTonleitcrnhaben. So lange aber alle Tone unsers Systems blos zur Vollkommenheit des diatonischen Geschlechts da sind, und alles, waswürklich chromatisch undenhar- monisch in unsrer Musik vorkommen kann, blos aus cinzelen Fortschrei- tnngen der Melodie oder Rükungcn der Harmonie besteht, wodurch noch lange kein eigenes Klanggeschlccht hervorgebracht wird, sind alle die verschiedenen Tonleitern von >7 bis 29 und mehreren Tonen, die so unrichtig mit diesen Namen belegs, und oft so weitlauftig zergliedert und un- tcrabgctheilt werden, blos chromatisch und enharmonisch in der Einbildung, weil sie im Grunde aus mch- rcrn diatonischen Tonleitern znsam» mengeschoben, und übrigens an und für sich von gar keinem Nutzen und Gebrauch in unserer Musik sind *). Wir zeigen demnach nur die vier und zwanzig diatonischen Tonleitern nach den zwölf harten und den zwölf weichen Tonarten, mit den Ver- haltinssen ihrer Intervalle von dem Grundton an, da es unstreitig ist, daß die Verschiedenheit der Reinig- keit der Intervalle in jeder Tonleiter auch eine Verschiedenheit in dem Ausdruk bewürken müsse, daß folglich einTon vor dem andern, der zur Tonica eines Stüks gemacht wird, mit Nüksicht auf den befsndern Ausdruk der Moll- oder Durtonart, z» diesem oder jenem Ansdrük am schik- lichsten scyn müsse. Wir beziehen uns auf das, was hierüber im Artikel Ton gesagt worden. Tonleitern Oer zwölf Töne nach Ver harten Tonart. c. v. c;. fl-f) II. i. >>1). s i-L. 4 5 5 5 L. c. i. 0. S. s L. 64 v s I S2 TT??? L. 55 II. 5Z5 *c. i >-e. v 4 ö. 5 »ä. 2.? SS ö. 5 c. IsS? 6. L. 64 5 /r. 2 ? n. r 6 L? 3 1. ?. § (Z. 4v? FI? 5 v. 2 ? 0. cl. , ze 0. 1 9 5 4 ». / ^c. « 7? »e t-k e »f 2 es 407 5-445 »s *8 5 s .S a t>^ !>a » 445 s 7? t>e *k 3 Auf. tcr hat, so hat man der Kil,-,? und Deutlichkeit wcpen nur die Ncrhcklt« nissc der kleinen Terz, Sexte und Septime angczciget. Ton Tos Aufsteigend H st Absteigend 4 -S- -s> (^) Ausser den. bcp dem Art. Intervalle angeführten, im Ganzen hierher gehörigen Schriftstellern handeln von den Tonleitern nnd Intervallen überhaupt noch, unter mchrern, Andr. (vrniro- parcbuo (Im ?ten Kap. des ersten Büches s. dstussc. adiiv. blicrol.) — Steff. Vannns (Im güte» Kap. des llcu Buches s. liecsn. sta.Vlus. »urvo.) — ^.orit Glarcaneii, ( Im glcn Kap. des Iten Buches f. Ouäeoiiorston.) — I. Zanzer (Im >tcn Kap. des Neu Thls. s. ?radt. lVlui'ic.)— Gills. Zarlino (Im > ;ten' -6tcn und mehceru Kap. des?lcn Th. s. Ittirur. arm. Auch gehört noch hierher das zite Kap. dcS zten Thcils eben dieses Werkes, so wie das ite Kap, des zten Buches, daS z/tc Kap. des atcn Buches s. Kupplcm. muiic.) — Lv. Salinag (Im atcu > -9ten Kap. des -ten BucheS s. Werkes De IVluiicz, und im eten.Kap. des gten Buches.) — I. Maglrius (Im uten > >?tcn Kap. des iten Thls. s. ^rr. k-luilc.) —. Pedro Eerone (Im zoten Kap. des -ten BucheS, im ästen Kap. des zten Büches.) — Erasm. Sarrorius (Im zten Kap. des -tcn Buches s. lnitiiur. muiical.) -— Ach.V.ir- cl?cr (Im zten-zten Kap. des zten Buches, im qten Kap. des 4tcu Buches s. AlulurZis univ.) — El. Chalea (Ju der »oien und säten prop. des sstcn TraetatS s. grinst, msrliem.) Aac. Tcvo (Im yten Kap. des aten Thls. l. Il/luticr, 1'eitore.) — I. D. 2licx. Malcolm (Im igten Kap. s. 7>ezr. «k üstuiie.) — I. I. Lux (Im arten Kap. dcS iten BucheS s. Lrast. sä l>aesi.) — I. Matcheson (Im 7tcn Kap. des iten Thls. s. Vollk. Kapellmeisters.) --- Meinr. Spieß (Im zten-yten Kap. s. Musikal. TractatS.)—- Giov.Anroniocto (Oer alt Abschn. des ersten BdS. s. /^rrs sr> e ^s Ii 5 S ? ?? mnnlca enthält die neuern Zvnspsteme, und die verschiedenen daraus hergeleiteten Tonleitern.)— Grus Bartini (Im 4ten und 6ten Kap. s. Broresrei cle Nu- iics.) — Ldr. KV.Marpurg (Inder Einleitung und im »ten Abschn. deö ersten TheilcS, und im zicn Abschn. dcS jwevtcil Thls. s. Handbuchs bcvm Generalbaß p nnd im 2ken - Skeu Abschn. s. Versuchs über die musikal. Temperatur.) — I. Holsen (I>n iten und -ten Kap. dcS iten ThlS. s. rovvzrels a r». ri»n»l 8^iWm ok bleissc.) >— I. Phil. Rirnbcrzer (Von der Tonleiter und der Temperatur derselben; von den Intervallen ; von der Tonleiter und den daher entstehenden Tönen nnd Tonaetn, im iten und -ten Abschn. deS ersten TheilcS, und im -ten Abschn. der ersten Abih.'ilung des zwcyten Thls. s. Kunst des reinen Satzes.) — Mercadier de 2öelcjra (Im ztcu, zten und 6ten Kap. des ersten ThlS. s. diouv. Sxllerne eis h-leiii^ue.) —» L. -kv. rZOolf (Im iten Kap. s. Unterrichts in allen Theilen der, zur Musik gehörigen Wissensch.) — u. v. a. in. — Toscanisch. (Baukunst.) Aie Bauart, welche in den alten Zeiten bey den Hetruskern im Gebrauch gewesen ist. Man hat kein altes Gebäudes, an welchem stc vollkommen beobachtet worden. Die Säule des Kaiser Tristans, welche ohne Gebalke acht SärUendiken hoch ist, und einen connthischenSäulen- stuhl hat, kann für kein Muster der toscanischen Säule gehalten werden. Die Amphitheater zu Verona, Pola nnd zu Nimes sind zu bäurisch, um zu Mustern zu diene». Da nun auch Vitruviuo sie Nicht deutlich genug beschreibet, so ist das, was die Neueim für die toscamsche Bauart ausgeben, M m ; eins 554 Trs eine von ihnen erdachte Suche. Von den Neuem haben sie in Frankreich /i, - Droste und LeMcrcier, dcrerste- re am Pallast Luxemburg, der andere im i'ukus ru) ai angebracht! M'an- saro au der Grotte zu Versailles. Darin kommen alle Baumeister ttbcreiu, daß sie von allen Arten die einfachesic sey, und die wenigsten lind einsachesten Glieder habe. Gold- mauu macht die toscauische Säule lb Model hoch; dem Fuß giebt er eine runde Plinthc und einen Pfühl, jedes von ^Model hoch. DemKnanff giebt er außer dem Hals dreyRicm- lem, einen Wulst und die Platte, und an dem Fries macht er hervorstehende Balkenköpsc, doch ohne Drcy. schütze *). Was sonst noch über die toscani- sche Ordnung zu erinnern wäre, ist bereits anderswo angezeiget worden **). (*) Von der TvScailtscbcn Ordnung handelt, unter mehrcrn, Millzia ln s. Giundl. der bürgert. Baukunst, Bd. l. S. >07, d. Uebers. Tragisch. (Schauspiel.) Aas Wort bedeutet etwas, das der Tragödie eigen ist, oder sich für dieselbe gut schiket. In diesem Sinne chagt man, eine Handlung, eine Begebenheit, eine Leidenschaft sey tragisch. In etwas eingeschränkter»: Sinne werden Zufalle, Begebenheiten oder Handlungen, wodurch beträchtliche Unglüksfalle veranlasset, oder hervorgebracht werden, tragisch gc- ücynt, weil man gewohnt ist, dergleichen in dem Trauerspiel zu sehen. Äir nehmen hier das Wort in dem erster», allgemeinen Sinne, von dem, ») S, Abschnitt 1Tb S. lv s. "7 G- Ordnung Hl Tb. S> 6ao f. Tra was sich zur Tragödie schiket, oder ihr eigen ist. Der Hauptcharakter des Tragi- schen besteht in der innern Große, oder Wichtigkeit der vorgestellten Gegenstände. Die Personen müssen entweder durch ihren inntrn Charakter, oder durch ihren Rang, ihre Würde und ihren Einfluß auf die Gesellschaft, darin sie leben, wichtig seyn: die Handlung muß nicht auf ein geringes, oder vorübergehendes Interesse gegründet seyn, sondern die Wohlfahrt, oder den gänzlichen Untergang großer Personen, oder gar ganzer Familien, oder Gesellschaften entscheiden. Die Alten haben, wie bekannt ist, die Hauptpersonen niemals aus dem Privatstande genommen; und noch gegenwärtig kommt man durch, gehends darum überein, daß die tragische Bühne Personen von hohem, öffentlichem Charakter erfodere. Man hat deswegen dem pathetischen Drama, dessen Hauptpersonen aus dem Privarstand genommen sind, den de. sondern Namen des bürgerlichen Trauerspiels gegeben, dem noch verschiedene Kunstrichter, wir können nicht entscheiden, ob mit Recht oder Unrecht, den Rang der Tragödie streitig machen. Daß auch Privatpersonen durch die Größe des Gcmüths» charakters in bloßen Privmaugele. geuheiten, in einem ganz merkwnrdi, gen Lichte erscheinen, oder von außer, ordentlichen Unglüks allen betroffen werden können, wird Niemand läng« nen. Aber wenn ein großer Charakter sich gehörig cntwikcln soll, so muß doch das Interesse, wodurch er in Würksamkeit gesetzt wird, von Wichtigkeit sey»! und Begebenheiten, die recht tragisch seyn sollen, müssen entweder viel Menschen zugleich, oder Personen von hohem Range betreffen. Soll die tragische Bühne zu etwas wichtiger,,!, als zum bloßen Zeitvertreibe dienen, so scheinet wenigstens so Tra so vicl gewiß zu seyn, daß der Stoff dazu vorzüglich von öffentlichen und Nanonalangelegeuheiten zu nehmen sey. Es ist ohne Zweifel eine für jeden Staat wichtige Sache, daß der Bürger desselben jede Privatangelegenheit in Vergleich»«»-» des allgemeinen Interesse für etwas gcrin- ges halte: ohne diesen Geist kann keine Nation groß, vielleicht nicht einmal stark, und in ihrer Verfassung fest seyn. Durch öftere Vorstellung sogenannter bürgerlicher Trauerspiele aber würden die Zuschauer sich gewöhnen, an Privatangelegenheiten eben so starken und warmen Autheil zu nehmen, als an öffentlichen. Wenn wir dem tragischen Schauspiel fein eigenes Ziel zu setzen hätten, so würden wir es so setzen, daß die Gemüther der Zuschauer dadurch gestärkt, zu großen und männlichen Gesinnungen geführet, und für die wichtigsten öffentlichen Angelegenheiten zu außerordentlicher Anstrengung der Kräfte gereizt würdem -Wir würden vorschlagen, die Tragödie zu einen, völlig männlichen großen Schauspiel zu machen, und die Leidenschaften der zärtlichen Art auf die comische Bühne einschränke». Wir würden die Liebe zur Freyheit, die Begierde nach edlem Ruhme, den Eifer für das allgemeine Beste, Abscheu und Widerfttzung gegen Gewallthätig. keit, Verachtung des Privatinteresse, selbst des Lebens, wenn es auf den Dienst des Staates ankommt, und andre große heroische Gesinnungen zur Grundlage der tragischen Schaubühne vorschlagen. Freylich gewinnen die Trauerspiele von zärtlicher»» Inhalt fast durchgehende, besonders in Deutschland, den allgcmeinesten Beyfall. Denn jeder Mensch ist zärtlich trauriger Empfindungen fähig, und geneigt, die Wollust eines unthätigen Mitlcidens zu genießen. Vielleicht kommt eö eben daher, daß Tr« 555 fast durchgehends im Trauerspiel die Tugend leidend, und durch cine traurige Katastrophe besiegt vorgestellt wird. Sollte man es aber für die tragische Bühne weniger schiklich halten, baß die Tugend nach einem schweren und wichtigen Kampf den Sieg davon trüge, und die ganze Handlung einen glüklichcn, aber doch großen und bcwundrungswürdigcn Ausgang bekäme? Es giebt Charaktere, Leidenschaften, Begebenheiten, Lagen und Un- tcrnehmungeu, die man vorzüglich tragisch nennen kann, weil sie sich sehr gut zur Tragödie schiken. Die finstere Eräusamkeit eineö Tyrannen, die Standhaftigkeit in höchsten Un« glüksfällen, und überhaupt jede vorzügliche Größe der Seele, die sich bei) »vichtigen Gelegenheiten zeiget, sind tragische Charaktere. Zu tragischen Leidenschaften rechnen »vir Haß, Zorn Rachgrerde, Eifersucht, au Personen von großer Macht, oder »venu sie überhaupt sich unter großen, und merkwürdigen Umstanden zeigen. Die heftigste Liebe kann nur unrcr seltenen Umständen wahrhaftig tragisch seyn '). Aber väterliche, oder eheliche Zärtlichkeit kann große tragische Situationen hervorbringen. Tragisch sind die Begebenheiten und Unternehmungen vorzüglich zu nennen, wobey es auf die Rettung oder den Untergang ganzer Gesellschaften, ganzer Staaten, ankommt. Dergleichen Gegenstände haben die wahre tragische Größe, wodurch die Zuschauer unwidcrstchlich hingerissen oder erschüttert »Verden. (*) Hiehee gehören diejenigen Schrift» steiler, welche von dem Vergnügen an tragischen, oder traurigen Gegenständen handeln. Sa, indessen, die Zahl der, selben in so ferne sehr Kroß seyn wurde, älch 5) S. Aebr, s;6 Tra Tra tis dieser Gegenstand auch von sehr vir, lcn Philosophen, bco Gelegenheit deS Mitlcidcos, in Betrachtung gczogrnwor, den ist: so schränke ich mich ans die bc- rühmtestcn, und auf diejenigen ein, welche diese Materie besonders behandelt Halen. Lobbes ( Er findet in s. Schrift De Nomine L. Xil. §. lo. den Grund des Mtlcidens in der ü'urcht, oder viel» wehr in der Einbildung, daß uns ein ähnliches »edel, als was wir an dem Leidenden sehen, befallen könne. Er verdient nur in so fern hier besonders angeführt zu werten, als ein englischer Schriftsteller, Kawkesworth, in dem ^civenrurcr, »». IIS diese Erklärung seinem Aussähe über das Vergnügen an tragischen Gegcn- siänden zum Grunde gelegt, und ein, hieven ausführlich handelnder, in der Folge vvrlouiiiiender, anderer englischer Schriftsteller , Campbeil, auf diesen Rücksicht ge- neinmen hat.) — I. 25. Dubos (Lie ersten vier Abschnitte des ersten Thls. s. lleilex. cric. lue la l'oelie gehören in so fern hieher, als darin das Vergnügen an unangenehmen Vorstellungen, bios ans der Sehnsucht der Seele . bewegt zu werden, hergeleitet wird. Vcrgl. mir dem Beschluß »on N». N'lendeissshii Briefen R ee die Empfindungen, und s ersten Rhapsodie, in s. Schriften, Th. >. S. izz. Th. z. S. >7- Aufl. v. >77>.) — Quitte (Sein Lila^ okl'ro^eci^, in ü iössh)'s ruvr. xolic. snck iiccer. 1742. 1770. Bd. 1. S. 2^70 der leisten Ausgabe, Lcutsch in I. I. Lusch Veen,, kiit. und sat. Schriften, Alt. 175g. 8. besteht blos aus der Untersuchung, wie tragische Gegenstände Vergnügen erwecken können? Die Gründe davon findet er in her Sehnsucht der Seele nach Bewegungen, in der zwar sehr dunkeln, aber doch immer vorhandenen Vorstellung, das die dargestellten Leiden nur Lichtung sind, und endlich i» der Kunst oder Vollkommenheit des Kunstwerkes selbst, das diese Leiben darstellt.) -» -Henr. Franc. Ba- gttesiha» (f 1751. I» s. Oeuvr. psris 170- u. f. 4. findet sich eineAbhandl über die Ursachen des Vergnügens, das die Seele bc» den Vorstellungen von Schauspielen, und besonders von Trauerspielen empfindet) — G. Campbell (Las >>te Kap. des ersten Büches s. pbilolo» pk>^ lik lhfiec. Bd. >. S. 077. handelt, in s AbschN. ok rkie csuse c>5 rk»r pleassure evkick cve receive tr»m nb^stir ar re» preienrarions riisr excire nie^or orber s>a!n5ull icelings. Im ersten AbschN. prüft und widerlegt, oder bestreitet, ce die verschiedenen, vorher angcsührtcn, E>» klärungen dieses Vergnügens; in dem zwcyten findet er den Ursprung desselben in der eigenen Natur des Mitlcidens, oder derjenigen Leidenschaften, ans welchen das Mitleiden zusammen gesetzt ist, nämlich in der eigentlichen, bios peinlichen, Eem- miseration oder Svnipathic mit den Leidenden, in dem Wohlwollen (bonevo» Icnce) oder dem Verlangen, andre glücklich zu sehe», und in der Liebe, oder in der angenehmen Empfindung , welche ein der Seele angemessener Grgriistand (iui» lible obseöb) oder licbcnswürdigr Eigenschaften, in ihr hervorbringen.) — E. plarncr (Leitet in s. Neuen Anthropologie §. 861 u. f. das Vergnügen, welches ans der Nachahmung des llnangcnehmcn durch die Kunst entspringt, aus der Vollkommenheit der Nachahmung und aus der Bcwundruug des Künstlers, und aus dem, die Täuschung unterbrechenden Be. wußtseyn, daß die Vorstellung nur eine Nachahmung der Natur, nicht rme wirklich vorhandene Sache sc», her.) — Von den Gründe» des Vergnügens an traurigen Gegenständen, ein Aufs, iin qztcn Bd. S. 177. der Neuen Bibl. >dcr sch. Wissensch. Lee Verf. findet die Grünte desselben in der Schönheit und Vollkommenheit der leidenden Person, besonders wenn diese durch Liebe und Zärtlichkeit unglücklich ist! in der befriedigten Wißbegierde über wichtige Secnen des menschlichen Lebens,- in der, durch das llebcl lebhafter werdenden Thätigkeir der Menschen; und in dem Vergnügen an der Kunst selbst, welche uns das Unglück darstellt, und in dem Vergnügen an unsere eigenen Em- pfinojamkeic.) — F. Schiller (lieber den T r a den Grund dcS Vergnügens an traglschcli Gegenständen, in dem ikenBdc. S. 9». s. Neuen Thalia, Leipz. 179a- 8.) S- auch noch den ersten von H. Home'» Ncr'uchcn über die ersten Gründe der Sittlichkeit und natürlichen Religion, welcher von der Neigung der Menschen, sich mit unglücklichen Gegenständen zu beschäftige», handelt, so wie den z6ten Al>- schn. in Fomenelle 't» llellex. tue Is I'e»e» riqua, das zre Kap. in des L. Racine Irsire eie ia t^vetie tirsmse. bey s. ktc. «narcj. lnr lcs 1 raj>e>i. cic ge?n ida- civo, und Hurvs Änmeek. über Hvra» zeus Dichtkunst, Th. i. S. >o; und zb?. d. Ueberse — Tragödie; Trauerspiel. 1.!ni den Begriff des Trauerspiels nicht allzusehr einzuschränken, wollen wir jede theatralische Vorstellung einer wichtigen und pathetischen Handlung hieher rechnen. Nach diesem Begriff wäre die Tragödie von der Conwdie dlos durch die größere Wichtigkeit und den hohen Ernst ihres Inhalts ausgezeichnet. Wir halten es wemgstens nicht für gut, daß man ihren Charakter blos auf die C'rwc- kuiig des Mitleidens und Schreiens einschränkt. Aber bei) dcm allgemeinen Charakter einer ganz ernsthaften und pathetischen Handlung, kann das Trauerspiel noch von verschiedener Art sei)». Wir glauben wenigstens, daß es nicht ganz ohne Nutzen seyn werde, wenn wir folgende vier Arten von einander unterscheiden. In der ersten Art rechnen wir solche, darin sin tragischer Charakter den Hauptstoff ausmacht: die zwepte Art würde eine tragische Leidenschaft; die dritte eine tragische Unternehmung, und die vierte eine solche Begebenheitbehandeln. Zwar koniinen Charaktere, Leidenschaste», Begebenheiten und Unternehmungen in jedem Trauerspiel vor; dennoch aber unterscheidet sich eine Art von .der an- Tra jz? dern dadurch, daß eines oder das andere dieser vier Dinge das Fundament der ganzen Handlung ist, wie aus dem folgenden erhellen wird. Es giebt Charaktere, die verdienen, vor einem ganzen Volk entweder zur Bewundrung und Verehrung, oder zum Schecken, Abscheu, overHaß entwikelt zu werden. Dies ist so offenbar, daß es keiner Ausführung bedarf. Hat sich ein Dichter vorgesetzt, einen solchen Charakter im Trauerspiel zu behandeln, so kommt es auf eine kluge Wahl der Hand- lung an. Diese muß nicht nochwen- dig groß seyn -- dcnil auch in gerin- gern Handlungen kann sich ein sehr wichtiger' Charakter cittwikeln. So hat Sophokles den Charakter deS Tyrannen Kreon in seiner Amtigone in einem wahrhaftig tragischen Licht gczeiger. obgleich die Handlung des Stüks an sich keine vorzügliche Größe hat. Eine geringschcincnde Sache kann von wichtigen Folgen sehn; also könnte der Minister eines eigensinntgen Monarchen das Acußerste versuchen, seinen Herrn von einer an sich wenig scheinbaren Sache, wegen der schlimmen Folgen, die er davon voraussieht, abzuhalten, und dadurch könnte der Dichter sich die Gelegenheit machen, einen sehr großen Charakter in ein Helles Licht zu setzen. Zu dieser Art des Trauerspiels würde die Handlung durch die Größe der Charaktere wichtig; und sie ist deswegen schätzbar, weil ste dem Dichter die Wahl der Hamdinng sehr erleichtert. Man findet überall in der Geschichte der V-ökker große Charaktere; aber selten sind große Handlungen oder Begebenheiten, die zur Vorstellung auf der Scha ubühne schiklich waren. So sind z. B. der Tod des Cato, oder die Ent lassung dcrBerenice von demHofc det? Titus keine Begebenheiten, die als solche sich zur Tragödie schikm, wenn sie 558 Tra nicht durch die Arbste der Charak» lere des Cato und Titus dazu erhoben würden. Darin besteht also das Wesen dieser Art, daß sie ihre Größe, oder Würde durch den Charakter der Personen, der sich dabei) in vollem Lichte zeiget, erhalten. So ist der Prometheus des Acschylus! ein sonderbares Trauerspiel, das blos durch den erstaunlichen Charakrcr des Prometheus merkwürdig wird. So könnte der Tod des Sokrates, des Seneca, Stoff zu Tragödien dieser Art geben. Die Handlung oder Bc- gebcnheir würde in keinem dieser drei) Falle für die tragische Bühne groß genug scyn; aber der Charakter des Helden könnte so behandelt werden, daß das Stük die Größe und das Palhos, die zumTrauerspicl erfodcrt werden, dadurch erhielte. Trauerspiele von Leidenschaften wären solche, an denen man die fa- tale Würkung großer, aber vorübergehender Leidenschaften vor Augen legte, des Zorns, der Eifersucht, der Rache, des Neides und dergleichen. Auch hier ist die Begebenheit selbst daS wenigste; nur muß frcylich bcy schädliche» oder gefährlichen Leidenschaften die Fabel so eingerichtet scyu, daß dieselben unglüklicheWürkuugcn haben. In dem Leben des Alepa», dcrs kommen verschiedene tragische Ausbrüche vorübergehender Leiden- schaftcn vor, die für das Trauerspiel sehr bequem wären. Der Zorn, der den Tod des Klirus verursachte; die Reue, die daraus folgte; die Rase- rey, während welcher er Persepolis in Brand sielte, und noch mehr der. gleichen! vorübergehende Ausbrüche heftiger Leidenschaften, könnten ans eine wachrhaftig tragische Art behalt' delt werden. Iii Trauerspielen von Bcgebeühei- ten müssen wichtige Unglüksfalle zu-m Grund der Handlung gelegt werden, die schon an sich intereffalit gcniig sind, und die der Dichter noch ba- T r a durch merkwürdiger macht, daß er die verschiedenen Würkungen derselben auf-Personen von hohem Stand, Rang, von merkwürdigem Charakter zeiget. Dem Staat den Un- lergang drohende Niederlagen der Kriegsheerc, Pest, Verwüstungen ganzer Länder, plötzlich einreißende allgemeine Noch, sind Begebenheiten, die leicht zu behandeln sind, und wobey der Dichter die an der Handlung theilnehmcndcn Personen in sehr merkwürdigen Gemürhsfassungcn zeigen kann. Endlich hat man noch Unternehmungen, die zum Grund-der Hand-, lung können gelegt werden. Veränderungen im Staat, Unrerdrükimg eines Tyrannen, Hintertreibung eines großen Projccrs und dergleichen. Diese Art ist vielleicht die fchwcrcsie sowol in Behandlung der Charaktere, als in Ansehung des Mechanische« der Kunst. Dieses waren also dieHauptgat- tungcn des Trauerspiels. Es ist nicht zu zweifeln, daß ein Dichter, wenn er nur die Beschaffenheit der dramatischen Handlung überhaupt wol stndirt, und die Gattung des Trauerspiels gewählt hat, nicht bald den Weg finden sollte, dasselbe ordentlich und grünblich zu behandeln- Es verdienet hier besonders angemerkt zu werden, auf wie vielerlei) Art das Trauerspiel nützlich styn könne. Vey den bcyden ersten Gattungen ist dieses offenbar genug. Der Dichter hat unmittelbare Gelegenheit dabey, das Eure in den Charakteren und Leidenschaften der Verehrung und Bewunderung der Zuschauer, das Böse der Verabschcuunz und den Haß derselben, darzustellen. Hier ist also der Nutzen unmittelbar, und der Dichter kann leicht vermeiden, daß der Einwurf, den P'aro überhaupt gegen das Trauerspiel macht, daß es durch Nachah- -mung böserSitten dasGemüth nach «n5 Tra und nach an dieselben gewöhnt, Mb den billige» Abscheu dafür schwäche, ihn nicht treffe. Er muß sich hüten, Mitleiden für böse Mensche» zu er. welen; das Laster muß er mir Abscheu, heftige Leidenschaften aber mit Furcht und Schrecken zu begleiten suchen. Dieser Philosoph halt überhaupt die heftigen Leidenschaften für unanständig, und es scheinet, als wenn er auch blos deswegen das Trauerspiel verwerfe, weil man den Menschen nicht zu heftigen Leidenschaften reizen soll. Etwas gründliches ist ohne Zweifel in seinerBedcnklichkeit. Es giebt Leidenschaften, die, wenn man sie oft und stark fühlt, das Gemürh erniedrigen, und die Nerven des Geistes schwachen. Von dieser Art sind die Zärtlichkeit und die Traurigkeit. Sie haben aber in den zwcy ersten Gallungen selten statt; wir werden gleich davon sprechen. Allein Abscheu vor großen Lastern, Furcht und Schreken, als Folgen von übertriebener Leidenschaft, können nicht zu weit getrieben werden. Man muß nur das Weichliche, Weibische oder gar Kindische vermeiden. Nur vor einer Art des Uebertric- bencn muß der Dichter gewarnet werden. Die alten Dichter scheinen in Behandlung der Charaktere und Leidenschaften sich naher an der Natur gehalten zu haben, als die mei- sicn Neuer!» Diese übertreiben die Sachen gar zu oft. Mancher Dichter scheint nur den Menschen für grau, sam zu halten, der alles um sich herum ermordet; nur den für zaghaft, der die Lust mitHeulcn undIammern erfüllt; nur den für standhaft, der wie jene abentheuerliche Ritter in tausend Gefahren sich mit der größten Unbesonnenheit stürzet, und ganze Heere erlegen will. In diesen Fehler ist der große Corneille gar oft gefallen. Man sieht leicht, daß eine solche Behandlung der Leidenschaften T ra z ^ ^ und der Charaktere nicht nur von keinem Nutzen, sondern gar schädlich scy. Eine prahlerische Größe cnvcft keine Bewundrung mehr, und alles Uebertricbene in den Leidenschaften, die man nus vorbildet, wird kalt und ohne Kraft. Liebe, Bewundrung, Haß und Abscheu sind die Leidenschaften, welche die zwey erstercn Arten des Trauer- spiels in dem Zuschauer crwekcn sollen. Sie muffen aber nicht erzwungen, nicht durch übernatürliche Gegenstände mit Gewalt, nicht durch Ueberiistung, wie bey Kindern, sondern auf eine natürliche Weise, auf eine Art, die auf nachdenkende männliche Gcmülher würkt, nach und nach erzeuget werden. Man muß uns das Innere der Charaktere und Lei« dcnschasteil, nicht nur das Aeußcre derselben sehen lassen. Die dritte Art» oder das Trauerspiel der Begebenheiten, kann auf eine ihm eigene Art nützlich werden. Der vcrchrungswürdige Marens Aucelius sagt in seinen moralischen Gedanken, das Trauerspiel sey zuerst erfunden worden, um die Menschen zu erinnern, daß.die Zufälle dcö Lebens unvermeidlich seyen, und sie zu lehren, dieselben mir Geduld zu ertragen.") Dieses ist ein Nutzen, den man aus dem Trauerspiel ziehen kann. Man erhält ihn dadurch gewisser, als durch ine Geschichte, die uns alles von weitem zeiget, da das Schauspiel, weil wir die Sachen vor uns sehen, ungleich stärker auf uns würket. Unglüksfälle, die zu unfern Zeiten in entlegenen Landern gesche- hen, rühren uns wenig, noch weniger die, welche durch Raum und Zeit zugleich entfernt sind. Man hat deswegen den wichtigsten Begebenheiten oft die Kraft der Dichtkunst leihen müssen, welche uns die Gegenstände näher vor das Gesicht bringt. Dieses ') S. in dem XI Buch. 56a T r a Dieses ist die Absicht der lLpopoc'; aber das Schauspiel bringt sie uns würklich vor Augen, und hat deswegen die größte Kraft. Was denniach wichtige Unglüks- fälle lehrreiches an sich haben, sowvl durch sich selbst, als durch das verschiedene Betragen der Menschen, das kann dieses Trauerspiel uns auf die vollkommenste Art verschaffen. Die Ungewißheit und Unftiverläßig- keit aller menschlichen Veranstaltungen: der Heldenmuts, womit einige Menschen das Ungluk ertragen; die Schwachheit, die andre dabei) anft sern; was Vernunft, Tugend und Religion auf der einen Seite, was Leidenschaften und bloße Sinnlichkeit auf der andern Seite, bey ernsthaften Vorfällen in dem Betragen des Menschen würken; was ein Mensch bor dem andern, ein Stand vor dem andern, eine Lebensart vor der andern zuvor oder zurück hat, wird uns tu diesem Trauerspiel nicht gelehrt, sondern unauslöschlich in die Empfindung eingegraben. Aristoteles hat gesagt, daß das Trauerspiel durch Erwcknng des Mitleidens und Schreckens das Ee- müth von diesen Leidenschaften reinige; und seine Ausleger haben sich auf alle mögliche Seiten gewendet, um dieser Anmerkung einen begreiflichen Ginn zugeben. Die Art des Trauerspiels, wovon jetzt die Rede ist, macht uns mit Unglüksfallen bekannt und vertraut, crwekt Mitleiden und Schreken; aber eben dadurch, daß es uns Erfahrung in solchen Sachen gicdt, macht es uns stark sie zu ertragen. Wer viel in Gefahr gewe- sen, der wird standhaft; und wer durch viel Fatalitäten gegangen ist, ist im Unglück weniger kleinmüthig als andere. Sollen aber diese Vortheile durch das Taucrspie! würtiich erhalten werden, so muß der Dichter die Leidenschaften mit Verstand behandeln, Tr a so wie die Griechen es unstreitig ge- than haben, deren Personen überhaupt gesetzter und männlicher sind, als man sie auf der Heuligen, besonders der deutschen Schaubühne sieht. Wer mir weichlichen, zaghaften, durch Unglükefalle außer sich gesetzten Menschen lebr, der verliert alle Starke der Seele; und diese Wür, knng könnte auch das Trauerspiel haben, dessen Personen zaghaft, wei. nerlich und jammernd sind. Man kann den Schmerz, die Furcht, die Bangigkeit, das Schrecken, als ein Mann und auch alsein Kind fühlen. Ans die erste Art »mß der tragische Dichter seine Personen fühlen lassen. Diejenigen irren sehr, welche in dem Trauerspiel den Zuschauer bucch übertriebene Empfindlichkeit, durch Heulen und Klagen zu rühren suchen, da die Großiiiuih und Gelassenheit bey dem Unglück edler ist, als die große Empfindlichkeit. Durch Heulen und Klagen wird nur der Pöbel gerührt, und Plutarchus merkt sehr wöl an, daß diejenigen, weiche die Cornelia, die Murter der Graccchcn, für wahnwitzig gehalten, weil sie den Mord ihrer Söhne mit Standhastigkeit ertragen, selbst wahnwitzig und für , das Große der Tugend unempfindlich gewesen. Wenn der Trauerspiel- dichter nicht blos das Volk ergötzen, sondern ihm nützlich seyn will, so sehe er anfgroßeTugendcn, und lasse seine Helden im Unglük edel und standhaft, nicht aber zaghaft seyn. Es kann sehr nützlich seyn, wenn der Dichter untersucht, woher es doch kommr, daß die Neuer« so gerne Unglüksfälle der Verliebten auf die tragische Bühne bringen, wovon man kann, wenige Spuren bey den Alien findet. Ohne Zweifel waren sie den Alten nicht wichtig, nicht ernsthaft, nicht mannlich genug; ohne Zweifel »irtheilten sie von diesem Tragischen, daß es das Geinürh zu weichlich mache : und daher laßt sich abnehmen, was Tra was für eine Art und was für ein Maaß der Rührung sie zu erreichen gesucht haben. Das Trauerspiel der Begebenheiten kann auf zweyerley Weise behandelt werden: entweder kann das volle Unglük, das den Inhalt der Handlung ausmacht, schon vom Anfang vorhanden seyn; oder es entsteht erst durch die Handlung. Im ersten Fall muß die Handlung so geführt werden, daß sie mit dem Ausgang, den das Unglük hat, mit dem, was dadurch in dem Zustand der handelnden Personen hervorgebracht wird, ihr Ende erreicht; so wie in dem VeGpua zu Theben des Sophokles, und im Hlp- polirbus des Euripidcs, dem Ajax, des Sophokles. Im andern Fall entsteht das Unglük aus der Handlung, welcbc sich eigentlich damit endiget. Diese Art scheinet von gerin- germ Werth zu feyn, als die crstere. Endlich haben wir noch die vierte Gattung zu betrachten: dasTrauer- spiel der Unternehmungen. Die Handlung desselben besteht in einer wichtigen Unternehmnng, wie z. B. die in der Elektra, in der Iphigenie in Taurio und tausend andern. Es ist leicht, die Wichtigkeit dieser Gattung einzusehen. Das Gemüth ist gleich vom Ansang in einer großen Spannung, und von Seite der handelnden Personen werden die wichtigsten Gemüthskraftc angestrengt. Bald ist die höchste Klugheit, bald großer Verstand, bald Verschlagenheit, bald ausnehmendcrMuth, bald Verleugnung seiner selbst, bald eine andere große Eigenschaft des Geistes oder des Herzens, oft mehrere zugleich, durch die ganze Handlung in bestandiger Würksamkeit. Dazu kommen denn die dagegen arbeitenden Kräfte, die zu'übcrwindcn sind, wenn der Ausgang dem Unternehmen gemäß, oder die überwunden werden, wenn das Unternehmen fehl schlagt. Kurz, was in dem Bestreben der Mcn- Vierrsr Theii. Tra 561 schcn groß und wichtig seyn kann, was Zufall und gute oder schlechte Aufführung bcwürkcn oder veranlassen , kann in dieser Gattung vorgestellt werden. » Dieses Trauerspiel kann zur Schule jeder heroischen Tugend werden: zugleich aber kann es jede Gefahr, womit große Unternehmungen verbunden sind, jeden Zufall, der sie befördert oder zernichtet, jede befördernde oder hindernde Ursache großer Begebenheiten vor Augen legen. An der Wichtigkeit dieser Gattung kann niemand zweifeln; so wenig, als an der Schwierigkeit, die sie hat. Denn keine Gattung erfodcrt mehr Verstand und Ucberlcgung, als diese, mehr Kenntniß der menschlichen Ge, schäffte und Kräfte. Aus alle» diesen Anmerkungen erhellet hinlänglich, auf wie viclcrley Art das Trauerspiel nützlich werden könne, wenn es nur gehörig behandelt wird. Man sieht aber auch zugleich, daß die glükliche Ausführung desselben nur von Männern zu erwarten sey, die über das gemeine Maaß der Denkungsart erhaben sind. Niemand bilde sich ein, daß eine interessante Begebenheit, die ernsthafte Empfindung crwekt, ins kurze gezogen, und ans der Schaubühne vorgestellt, eine gute Tragödie ausmache. Es wird dienlich scyu, die Haupteigenschafteu eines guten Trauerspiels hier, in Betrachtung zu ziehen. Aristoteles hat sechs Punkte im Tranerspiel angemerkt, deren jeder eine besondere Betrachtung verdienet: die Fabel, die Sitten, die Schreibart, die Sittensprüche, die Veranstaltungen der Schaubühne, die Musik. Wir wollen von jedem besonders sprechen. Bon der Beschaffenheit des Inhalts, oder dem tragischen Stoff, ist bereits gesprochen worden. Wie merken darüber nur noch dies einzige an, daß es ein großer Vortheil für Nu deu 56a Tra Tra den Dichter fty, wenn er einen be- zuthunhabe. Es konnte nicht an- kannten Inhalt wählt- Er hat als- ders als schädlich seyn, wenn der Zu- dann nicht nöthig, die handelnden schauer zwey wichtige Handlungen Personen so vieles, das der Handlung zugleich überdenken, und jeder in ih- vorhergcgangen, erzählen zulassen; rcr Entwiklung folgen müßte. Eine weit die Sachen dem Zuhörer schon einzige beschäfftiget ihn ganz, daher betonnt sind. Bei) etwas verwikel- sind die Trauerspiele von doppelter tcn Begebenheiten ist es höchst schwer, Handlung als fehlerhaft in der Anden Zuschauer, dem die Handlung läge zu verwerfen. Sie können noch ganz unbekannt ist, auf eine große cinzele Schönheiten haben, natürliche Weise in den rechten Ec- aber cinzele Scenen machen kein sichtspunkt zu setzen. So sind in Trauerspiel aus. Corneilles Äodogüne die Erzahlun- Die Handlung muß vollständig und gen der Laodice, die diesen Endzwek ganz seyn, das ist, man muß ihren haben, fast unausstehlich. Also Anfang und ihr Ende sehen. Wenn kommt hier zuerst die Behandlung der Anfang mangelt, so ist der Zuber Fabel in Betrachtung. Aristo- schauer unruhig und ungeduldig zu tcles verlangt zuerst davon, daß sie wissen, warum die handelnden Per. vollständig, ganz und von einer an- souen in so großer Wirksamkeit sind, standigen Größe sei). Kein Mensch kann sich enthalten, Im Trauerspiel muß also eine wenn er einen Zusammcnlauf von Handlung zum Grund gelegt wer- Leuten sieht, die ein wichtiger Geben, das ist, es muß ein wichtiger genstand beschäfftiget, zu fragen, Gegenstand da seyn, der die Thatig- was die Ursache davon scy. So keic der handelndcnPersonen in einem lang er diese nicht weiß, kann er hohen Grad reizt, Glük oder Unglük, das, was er sieht, nicht gehörig begraster Vortheil oder großer Scha- urthcilcn. Die Begierde, zn ersah- d-.m> oder, wie man sich mit einem rcn, wie dieser Handel angefangen Worte ausdenkt, ein wichtiges In- habe, macht, daß er weniger auf teresse, an dem die handelnden Per so- das, was geschieht, Achtung gicbt. neu Ancheil nehmen. Sie müssen Erst alsdann, wenn man die U>« nicht auf die Bühue kommen, um fache oder Veranlassung einer wich- sich über geschehene oder zukünftige rigen Handlung weiß, hat man die Dinge zu unterreden; denn dieses Aufmerksamkeit völlig auf das gerich- machr kein Schauspiel aus; son- tet, was nun vorgeht, deru sie müssen etwas unternehmen, Dieses ist nicht so zu verstehen, etwas, das sie wünschen, ^n crhal- daß das Tranerspiel »othwendig bey ten suchen, oder etwas, das sie der ersten Vcranlassnng znrHandluug fürchten, zu hintertreiben. Denn anfangen müsse. Denn dieses wäre dadurch werden nicht nur alle See- vielmehr ein Fehler. Die Veranlas- lenkraste der handelnden Personell suug gehört noch nicht zur Handlung gereizt, sondern auch die Zuschauer selbst. Aber man muß sie dem Anwerben in Aufmerksamkeit und Er- schauer zu wissen thun; zwar kann Wartung gesetzt. dieses geschehen, wenn die Handlung Es muß nur ein solches Interesse schon angegangen: aber es muß bald zum Grunde liegen, das die Anfmerk- geschehen. So fängt Sophokles samkeit beständig in der gehörigen seinen Ajax nicht damit an, daß er Spannung unterhalte, und der Zu- uns sehen laßt, aus welcher Ursache, schauer nur mit einem einzigen Gc- und wie er rasend wird; er ist es schon, gcnsiand, der ihn ganz beschäfftiget, Aber wir erfahren gleich, waium er T ra Tra 56z es geworden, und dieses ist der wahre Anfang der Handlung. Der Dichter, der seine Kunst versteht, eröffnet die Handlung gleich damit, daß er uns Personen sehen laßt, die eine große Angelegenheit beschaffriget. Dies fängt an, unsre Aufmerksamkeit zu i-eizen; dann unterrichtet er uns bald, welche Angelegenheit dieses ist, und woher sie kommt, damit wir desto richtiger bcurtheilen können, was geschieht. Der Unterricht von der Veranlassung und den Ursachen der Handlung, den wir durch die han- delnde» Personen bekommen, wird die Anräudigunz genennt, wobei) verschiedenes zu bedenken ist, das wir indem bcsondernArtikel darüber naher bestimmt haben. So sehen wir in dem Äedipus in Theben des Sophokles , daß das ganze Volk mit großer Feycrlichkcit und Trauer sich vor dem Pallast seines Königs versammelt. Dies ist der Ansang des Trauerspiels, aber nicht der Handlung. Wir erfahren aber bald aus dem Antrag des Priesters an den Ks- uig, daß eine schrcklichc Pest seit einiger Zeit in Theben herrscht, daß dieses verderblicheUcbcl eine Strafe der Götter sey, wegen des ungero- chen gebliebnen Mordes des vorigen Königs, und daß das Volk kommt, wo möglich, die Entdekung des Mörders und seine Bestrafung zu bewur- ken: dieses ist der Anfang der Handlung. Die Handlung muß ihr Ende haben; das ist so viel, es muß etwas geschehen, was auf einmal die ThcU tigkeit aller handelnden Personen hemmt oder übcrstüßig macht; etwas, woraus klar erhellet, warum itzt die Personen, die wir so beschaffrigetge- sehen, anfhören z» Handel». Dieses geschieht entweder, wenn sie ihren Endzwek erreicht haben, oder in die Unmöglichkeit gesetzt worden, ihre Wurksamkeit in Absicht auf das Interesse der Handlnng fortzusetzen. Dieses ist nothwendig, weil sonst der Zuschauer in Ungewißheit über den Ansgang der Sache bleibt, welche ihm Nachdenken verursachet, und seine Aufmerksamkeit von den Haupt« gegenständen abzieht; weil er sonst einen großen Theil des Nutzens, de» das Schauspiel ihm geben soll, vermißt, da er nicht steht, was für einen Ausgang die Unternehmungen der handelnden Personen gehabt haben. Wenn man das Verhalten der Men-> scheu bey Unternehmungen beurthei« len soll, so muß man der Sachs bis zum Ende nachgehen. Dieser Theil des Trauerspiels, in welchem die Handlung ihr Ende erreicht, heißt der Ausgang; und wir haben das, was dabey zu merken ist, in einem besonder» Artikel vorgetragen. Endlich gehört auch zur Vollständigkeit der Handlung, daß man den ganzen Verlauf der Sachen erfahre, und über keinen Umstand in Ungewißheit bleibe, woher er gekommen, oder was er in der Sache verändert habe; daß man den völligen Zusammenhang der Sachen erkenne» und daß keine Würkung vorkomme, deren Ursache verborgen geblieben. Denn sonst würde unser Urthcil über die Sachen ungewiß, und wir würden in zerstreuende Zweifel gerochen. Und hieraus läßt sich sehen, daß der Philosoph, dessen Regeln wir hier erläutern, sie nicht ohne wichtige Gründe vorgeschrieben habe. Eben so verhält sichs auch mit dem, was er von der Größe sagt, die er nicht ans,»ißt, fondern blos durch einen Fingerzeig angicbt, indem er sagt, die Handlnng müsse eine anständige Große haben. In der That wird ein verstandiger Dichter hierüber nicht lange in Ungewißheit seyn. Eine Handlung, die in wenig Minuten ihr Ende erreicht, schikt sich zu keinem Schauspiel, weil in so kurzer Zeit die Charaktere und Leidenschaften der handelnden Personen N n 2 sich 564 Tra sich nicht sehr entwikeln können, und weil es überhaupt angenehmer ist, einen intercssaiiren Gegenstand so lange zu verfolgen, daß man einiger- maaßen gesätriget wird. Die Dauer der Handlung, nämlich des bloßen Zuschauens derselben, muß wenig- stens eine Stunde einnehmen, weil sie sonst die Begierde mehr reizen, als befriedigen würde. Auf der andern Seite aber mnß sie auch nicht von einer ermüdenden Lange scyn. Das beste Schauspiel, das unsre Aufmerksamkeit in bestandiger Spannung halt, und das mnß das Trauerspiel thun, dürfte nicht über drer Stunden wabren, so wurde es unsgewiß ermüden; auch die Schauspieler könnten cs schwerlich mit dem nöthigcn Feuer langer aushalten. Aus diesen Schranken, die wir aus guten Gründen der Dauer dcsScbau- spicls setzen, laße steh nun die Größe der Handlung abnehmen. Wenn alles natürlich und ungezwungen seyn soll, welches in allen Werken der Kunst eine Hauptcigensehaft ist, so kann die Handlung keine größere Ausdehnung in der Zeit haben, als ohne Zivang in der Dauer des Spiels vor- gestellt werden kann. Allein eine Handlung von irgend einer Wichtig» kcit ist selten so kurz. Man nimmt cs deswegen auch nicht so sehr genau, und setzt zum voraus, daß der Zuschauer, der mit dem beschäftiget ist, was er vor sich sieht, dem, was ausser der Sccne geschieht, die Zeit eben nicht genau vorrechne. Man findet sich eben nicht sehr beleidiget, daß eine Person, die etliche Minuten laug von dcrScene weggewesen, und nun wieder kommt, inzwischen etwas verrichtet habe, wozu eine dre» oder viermal längere Zeit, alsihre Abwesenheit gedauert hat, erfodert wird. Daher kommt es, daß oftHan'olungen vorgestellt werden, die naiürlichcr Weift einen ganzenTag wegnehmen müßten. Die Älren sind aber in diesem Stük T ra genauer gewesen, als wir sind. Viele von ihren Trauerspielen sind so, daß die ganze Handlung auch in der Natur wahrend der Zeit der Vorstellung hätte geschehen können , wiewol sie doch auch nicht ohne alle Uebcrschrei- tung des Maaßcs sind. Daß sich die Neuern hierin mehr Freyheir erlaubthaben, mag meistentheils daher kommen, daß sie sich nicht getrauen, ohne viel Verwiklnng und Manuich- faltigkeitdcr Zufalle unterhaltend genug zu scyn. Diese trauten sich die Griechen zu, und konnten es auch. Es gicbt dey ihnen Trauerspiele, die höchst einfach, und doch höchst unterhaltend sind, wo die Handlung durch viele Sccnen sehr wenig fortrukt, der Zuschauer aber in bestandig lebhafter ÄZürkfamkcit ist. Daß Ghakespear, der größte tragische Dichter unter den Neuern, so- wol diese, als manche andre Regel übertreten, und doch gewußt hat, zu gefallen, beweist nichts dagegen. Wenn er zu dem großen Verdienst, das er wnrklich hat, noch die Beobachtung der Regeln auch hinzngethan hatte, so wäre er noch größer. mnd würde noch mehr gefallen. Ein go- thisches Gebäude kann einige sehr gute Parthicn haben, deswegen ist es docy cm Werk, das im Ganzen ohne Geschmak ist. Viele Gemählde von Rembrans sind in einigen Stükeit bewundernswürdig, sonst aber jedem Menschen von Geschmak unans- stchlich. Indessen wollen wir gar nicht behaupten, daß nur das Trauerspiel gut sey, das nach den Regeln der Alten behandelt wird: aber diese Behandlung halten wir überhaupt für die beste. So viel von der Beschaffenheit der Handlung. Der zweyte wesentliche Punkt, worauf es beyM Trauerspiel ankommt, betrifft nach dem Aristoteles die Sitten; und darunter scheint er alles zu begreifen,-was zum Ebai akter, derDeiikungsart, und denO-"el- T ra len der Handlungen der Personen geHort. Wenn der Philosoph, wie es scheint, die Fabel würklich für das wichtigste Stük des Trauerspiels ge- halten hat, so können wir nicht seiner Meynung seyn, weil es uns außer Zweifel scheint, daß die Sitten ein wichtigerer Theil seyen. Eine der dornehnisten und wichtigsten Fabeln, die jemals auf die tragische Bühne gekommen, ist die vom VeSipus in Theben. Eine wülhcndc Pest droht der ganzen Stadt den Untergang; die Priester geben vor, sie werde nicht eher nachlassen, bis der Mörder des vorigen Königs entdckt und bestraft sei). Oedipus, der wegen feiner vortrefflichen Regierung angebetet wird, setzt sich vor, alles mögliche zu thun, um den Mörder zu entdecken und zu strafen. Es ergicbt sich aus der Untersuchung. daß er selbst, ohne es gewußt zu haben, dieser Mörder ist; daß der ermordete Konig sein Vater gewesen; daß die Konigin, die er ge- hcirathet hatte, feine leibliche Mutter ist; daß seinen Aeltern vorhergesagt worden, ihr Sohn würde seinen Vater umbringen, und seine Mutter zur Gemahlin nehmen; daß zur Vereitelung dieser Prophczeyung der Vater gleich nach seiner Geburt ihn in eine Wildniß den Thicren auszusetzen befohlen habe; daß alles dessb» unge» achtet er am Leben geblieben, und durch die seltsamste Fatalität alles würklich begangen babe, was vorher gesagt worden. Nach dieser Entdc- kung sticht er sich selbst die Augen aus, verlaßt den Thron und die Stadt, und besänftiget dadurch den Zorn der Gotter. Dies ist die Fabel. Wunderbar, höchst seltsam und sehr tragisch. Man kann daraus sehen, daß der Mensch seinem Schiksal nicht entgehen kann; daß auch de» rechtschaffensten Menschen schrckliche Unglücksfalle betreffen können. Aber alles dieses scheint doch weniger wichtig zu seyn, als die Empfindung und Tra 565 die Aeußerung der Leidenschaften und des Betragens der intereßirten Personen bcy solchen Umständen. W>r wollen den Oedipus, die Königin, seine Freunde, das Volk hiebet) näher kennen lernen, ihre Gedaiiken, ihre Leidenschaften, ihr Betragen nach den kleinsten Umständen wissen; und dieses scheinet uns bcy dieser Sache das Wichtigste zu seyn. Wenn man uns erzählt, daß ein Schiff durch Sturm so lange in der See gehalten worden, bis alleLcbcnsmittel verzehrt gewesen; daß der Hunger so sehr überhand genommen, daß das Volk einen Menschen geschlachtet, und sich von dessen Fleisch genährt habe, und daß in dem Angenblik, da der zweyte sollte geschlachtet werden, ein Schiff in der Ferne entdckt worden, das den Unglücklichen Rettung gebracht: so erstaunt man zwar über einen solchen Fall; aber die nähern Umstände zn wissen, das Jammern der Leute zu hören, ihren Berathschlagungen bey- zuwohlicn, die Empfindungen, Leidenschaften und das Betragen eines jeden zusehen, scheint doch das Wichtigste bey der Sache zu seyn. Das erste, was der Dichter in Ansehung der Sitten zu beobachten hat, ist, ihnen eine gewisse Größe zugeben. Die Menschen, die er handeln läßt, müssen Menschen von der ersten oder obersten Gattung seyn. Nicht eben in Ansehung ihres Ranges und Standes, die ihnen nur eine äußerliche Größe geben, die zwar auch etwas zur Würkung beytragt, aber den Sachen noch nicht den wmhren Nachdruck giebt; sondern Menschen, deren Gemüthskräfte das gewöhnliche Maaß überschreiten. Es giebt unter Menschen vom höchsten Rang kleine schwache Seelen, nnd unter dem gemeinesten Hansen Männer von großem und starkem Gemüthc. Die Größe in den Sitten ist die Größe der Seele, sowol im Guten, als im Bösen. Sic zeiget sich in durchdrin- Nn z gen- 566 Tra Tr a gendem Verstand, in starkem mann- lichenMuth, in kühnen Entschließungen, in Absichten und Begierden, die etwas Großes zum Grunde haben, in gefährlichen oder auf wichtige Dinge abzielenden Leidenschaften. In? Trauerspiel müssen wenigstens sie Hauptpersonen Menschen seyn, bereu Kräfte, von welcher Art sie seyen, große Veränderungen in Absicht auf Glük unb Unglük hervorzubringen in? Stande sind. Es scheinet, als wenn einigcmcncre tragische Dichter das Große in der Hcftigkftt der Leidenschaften setzten, die es allein nicht ausmacht. Auch ein Kind, ein schlechter Mensch, eine schwache Frauensperson kann in heftige Leidenschaften gereichen.- Aber es können vaiiÄL live viribus irso seyn. Ein Kind, das sich über eine Kleinigkeit erbost, ein nichtsbedcntender Mensch, der mit der größten Heftigkeit eine Kleinigkeit zu erhalten sucht, eine schwache Frauensperson, die sonst in der Welt keine wichtigeRolle spielt, aber vor Liebe rasend worden, sind keine tragische Gegenstände. Es ist nicht diese Größe, die wir in den Sitten verlangen. Man muß uns Menschen zeigen, deren Dcnkungsart, deren Absichten, deren Triebfedern .der Handlungen uns wichtig scheinen, und die im Stande sind, Dinge zu bewürken, die auch in männlichen Gemächern Furcht oder Bewundnmg crwelen. Es ist also ganz natürlich, wiewol dicht schlechterdings nolhwcndig, daß man zum Trauerspiel Personen vom höchsten Range nimmt. Denn diese haben natürlicher Weise größere Absichten, als geringe Menschen; ihnen sind gemeiniglich keine Kleinigkeiten mehr wichtig; die größcrn Geschässie, deren sie gewohnt sind, geben ihnen auch eine größere Dcnkungsart; ihre Tugenden lind Laster, ihre Fehler und ihre Klugheit sind von wichtigen! Fslgcn. Da es aber auch unter den Großen kleine Seelen giebt, und auch an Höfen der Monarchen bisweilen Kieinigkeiten durch sehr vcr- wikelte Jntrigucn betrieben werden, so hat das Trauerspiel noch deswc. gen keine Größe, wenn hohe Personen darin aufgeführt werden; denn auch diese können in ihren Sitten ohne alle Größe siyn. Die Menschen also, die man uns im Trauerspiel zeiget, müssen Men- sehen von einer beträchtlichen moralischen Größe seyn. In ihren Reden und Urthciicn muß sich ein großer Verstand, Kenntnis; und Erfahrung der Welt zeigen; in ihren Absich. tcn muß nichts kleines seyn, sondern sie müssen ans Dinge gehen, die kein Mensch von Verstand verachten kann: ihr Gcmüth muß eine männliche Stärke haben, ihre Leidenschaften müssen wichtige Folgen versprechen. Dieses sind die zur Größe der Sitten gehörige Punkre, die wir den Dichtern zu ernsthafter und anhaltender Uebcrlegung anhcim stellen. Vielleicht fällt hier Jemanden der Zweifel ein, warum eine solche Größe der Sitten im Trauerspiele eben nö- thig ist; warum man nicht könnte ernsthafte Handlungen, wie sie etwa unter.einem einfältigen, sanst- müchigcn Volke geschehen, das keine große Angelegenheiten kennt, so wie uns etwa die Dichter die Menschen des goldenen Zeitalters, oder einer Schäferwelt vorstellen, ans die tragische Bühne bringen. Hierauf können wir anmerken, daß dergleichen Sitten in Trauerspielen, die in einer Schaferwelt aufzuführen, waren, sich allerdings recht gut schi- ke» würden. Aber in großen politischen Gesellschaften, Ivo der Charakter und die Handlungen eines Meuschcn das Schiksal vieler Tausenden bestimmen können; wo man schon gewohnt ist, große Dinge zu scheu, große Dinge zu begehren, sehr verwikeltc Gegenstände zu betrachten; T ra. ten; wo man Menschen findet, die großer Dinge fähig sind; wo man Fälle erlebt hat, die von erstaunlichen Folgen gewesen: in einer solchen Welt gehören Sitten von der Große, wie wir sie beschrieben haben, auf die tragische Bühne, um bei) dem Zuschauer ernsthaftes Nachdenken und starke Empfindungen zu crweken. Die Menschen, welche in großen polirischen Gesellschaften leben, sind überhaupt von einer Hb-, Hern Gattung, als jene im Stande der Natur lebenden; sie nehmen in allem, wo sie ihre Thätigkeit zeigen, einen höhcrn Schwung: das, was unter der Größe ihrer Gattung ist, reizt ihre Aufmerksamkeit nicht. Man muß ihnen also Sitten, die nach ihrer Art groß sind, vorstellen. Frcylich muß der Dichter, der für ein besonderes Volk arbeitet, die Größe der Sitten nach der Dcn- kuugsart seines Volks abzumessen wissen. Wer in der Tragödie Na- tioualgegenstande bearbeitete, der müßte dieses nothwendig beobachten. Es wäre ungereimt, einem Staatsmann einer kleinen Republik Gesinnungen eines großen Monarchen, oder die Größe der Absichten eines römischen Consuls zn geben. Aber die schönen Künste sind in Absicht ihrer Anwendung nicht in der Verfassung. daß sie aufNationalbedürfnisse angewendet würden. Daher auch die genaue Abmessung der Größe in den Sitten nicht beobachtet wird. Bey der Größe der Sitten hat der Dichter sich wol in Acht zu nehmen, daß er> nicht ins Ueberlriebcne oder gar ins Abentheuerliche falle; eine ftilschc Größe, die ins Kleine und sogar insAbgeschmakte ausartet. Die Grunzen, an denen das Große aufhört und ins Uebcrtriebene fallt, lassen sich fühlen, aber nicht abzeichnen. Hier helfen keine Regeln; ein gesunder Verstand und eine scharfe Beur- theiluugskrafc des Dichters, können Tr « 567 allein ihn vor' diesem Fehler bewahren. Wenn er nicht merkt, wo die Kühnheit an die Tollheit, der Zorn an die Raserei), Zuvcrsichtlichkttt an Großsprecherei), Verstand an Spitz- fündigkeit, Großmlith an Schwachheit gl änzt, so kann ihn niemand vor Ausschweifungen bewahren. Das Trauerspiel crfodcrt einen Mann, der selbst groß in seinen Sitten ist. Für junge, in der Welt uncrfahrne, in ihrer Lebensart eingeschränkte, mit bloßer Schulkenntniß versehene Leute, für solche, die mehr Einbildungskraft als Verstand haben, die von Kleinigkeiten großes Aufheben machen, sschikt sich der Eothurn nicht, und wenn sie auch alle Regeln der Kritik vollkommen inlic hätten. Dazu gehören Männer, die groß denken, groß füh« ken, und selbst groß zu handeln im Stande sind. Nach der Größe in den Sitten kommt ihre -Wahrheit in Betrachtung, nicht eben die historische, sondern die poetische. Was jede Person redt und thnt, muß in ihrem Charakter und in den Umständen gegründet seyn; man muß die Möglichkeit, daß sie so denken, so empfinden und so handeln, einsehen können, sonst fallt die Täuschung und die Thcil- nchmuiig, die zum Drama so nö« thig sind, ganz weg. Man muß hiebe») , wie Aristoteles angemerkt hat, auf zwei)Dinge sehen, die zurWahr« hcit der Sitten gehören : auf das Nothwendige und auf das Schik- liche. Das Nothwendige in den Sitten ist wie alles andre Nothwendige in den Künsten, davon der besondere Artikel darüber nachzusehen, so wie auch über das Schikiiche besonders gehandelt worden *). Noch eine Hauptanmerkung über die Sitten ist, daß dieselben marmich« faltig und mit guter Wahl gegen cin- N n 4 ander S. Nothwendig! Schiklich. §68 Tra ander gestellt oder contrastirt seyn müssen. Die Verschiedenheit in den Sitte» bringt Lebhaftigkeit in die Handlung, indem sie Schwierigkeiten !ind Bestrebungen hervorbringt, und indem Gegeneinanderstellung die Charaktere deutlicher bezeichnet. Wir kommen nun auf die Betrachtung der tragischen Schreibart, die ohne Zweifel eines der vornehmsten Stüke des Trauerspiels ist. Denn durch die Fehler derselben kann ein sonst gutes Stük verdorben, und durch ihre Vollkommenheit ein schlechtes Stük erträglich werden. Von der Wichtigkeit der Schreibart oder des Ausdruks überhaupt, ist an einem andern Orte gehandelt worden ^). Hier ist sehr leicht einzusehen, daß der Dichter eine seiner vornehmsten Angelegenheiten aus der wahren tragischen Schreibart inachen müsse. Er muß auf zwei) Dinge die genaueste Aufmerksamkeit haben: auf den Charakter der Person, die er reden laßt; und auf den Gemüthszusiand, darin sie ist. Der Charakter bestimmt einen großen Thcil dessen, was zum Ausdruk geHort. Ein kaller ruhiger Mensch, der dabcy standhaft und unbeweglich ist, spricht in einem ganz andern Ton, und in andern Ausbrüten, als ein hitziger und unbeständiger Mensch: der zaghafte, schwache Mensch ganz anders, als der kühne und entschlossene. Nichts ist schwerer, als den Ton, dcrjcdcm Charakter eigen ist, zu treffen; und hierin wird der Dichter seine Starke oder Schwache am deutlichsten an den Tag legen. Eine gesetzte, nachdrukliche und kurze Art zu reden schikt sich für ernsthafte, offene und redliche Charaktere; eine lebhafte, hinreissende oder etwas gewaltsame, etwas mehr wortreiche, für hitzige Temperamente. Durch besondere Regel» laßt sich das Eilt» E. Schreibart. T r a liche der Schreibart nicht wol bestim. mcn. Die beste Gelegenheit, diese Materie zu studiren, gicbt -Homer. Denn bey ihm, vornehmlich in der Ilias, findet man die größte Man- nichfaltigkeit der Charaktere, und zugleich die vollkommensten Muster der Uebereinsiimmung des Sittlichen im Allsdruk mit dem Charakter. Wir müssen bey allgemeinen Bemerkungen stehen bleiben. Da im Trauerspiel ein ernsthaftes Interesse alle Personen beschäftiget, und da allezeit eine gewisse Große in ihren Sitten seyn muß, so muß auch überhaupt die Schreibart diesen bey. den Dingen angemessen seyn. Ueber- haupt muß mehr Verstand, als Einbildungskraft darin herrschen. Witz und Lieblichkeit in den Bildern »nd Gleichnisse schikcn sich nicht zum tragischen Ausdruk; denn es muß schlechterdings nichts gesuchtes, nichts, was de» Dichter sehen laßt, darin seyn. Die handelnden Personen sind allzusehr mit dem Interesse der Handlung beschäftiget, als daß sie den Ausdruk suchen sollten. Bey dieser weisen Einfalt muß der Ausdruk edel seyn, weil die Sitten so sind; edel, aber nicht hochtrabend. Niemand sucht in seinen Reden weniger vornehm zn thun, als würklich vornehme und großdenkende Menschen. Sie verachten de» äußerlichen Schimmer überall, und also auch in ihren Reden. Sie sind sowol mit Vcywörtern, als mit Bildern sparsamer, als andre Menschen, weil in jeder Sache dasWesentlichc ihnen hinlängliches Licht gicdt, und weil sie den geraden Ausdruk mehr, als gemeine Menschen in ihrer Gewalt haben. Sie haben nicht notbig, einen Gedanken» aus Furcht sich nicht bestimmt genug anszudrüken, durch mehrere Redensarten zu wiederholen, weil sie ihn gleich das erstemal bestimmt ans- zudrükeu wissen. Key Kleinigkeiten hakten sie sich nicht auf, folglich sind T r a sie in ihren Reden nicht so ausführlich, als geringere Menschen, am allerwenigsten sind sie in ihrem Ansdruk übertrieben. Das Große ist ihnen groß, nicht ungeheuer; in bedenkst- chen Fallen drüken sie sich ernsthaft, aber nichl zitternd aus; das Schone ist ihnen nicht gleich vortrefflich, und das Widrige nicht gleich zerstörend. Alles dieses gehört zu dem edlen tragischen Ansdruk. In Absicht auf die Leidenschaften hat der tragische Dichter den Einfluß jeder derselben auf die Sprache auf das sorgfältigste zu studiren. Da von der Sprache der Leidenschaften in einem bcsondern Artikel gehandelt worden, so können wir uns hier darauf beziehen. Endlich ist auch das Mechanische desAusdruks zu bedenken. Es sehet- net doch, daß die gebundene Schreibart dem Trauerspiel einen schiklichern Ton gebe, als die ungebundene; wic- wol wir diese eben nicht schlechterdings verwerfen wollen. Nur ist dieses gewiß, daß ein guter lcichtfiicßcn- dcrÄcrs ungemein viclzurKraft des Inhalts bcyträgt. Jeder gereimte Vers, besonders aber der alexandri- uische, scheinet etwas zu kleines für die Hoheit des Trauerspiels zu haben. Die Alten haben nicht immer einerlei) Versart gebraucht, und besonders iLuripioes hat damit öfters abgewechselt. Die Abwechslung des Schnellen und Langsamen scheint insonderheit im Trauerspiel ganz noth- wendig zu seyn. Von den Sittensprüchen, als dem vierten Hauptpunkt, sagen wir hier nichts, weil dieses an einem bcson- dern Orte ausgeführt worden *). Auch von den Veranstaltungen, als dem fünften, ist an seinem Orte gehandelt worden *'). Das sechste Erük aber, nämlich die Musik, hat *) S. Oeukspruch. ") S. Sccne; Verzierung der Schaubühne. Tr 2 569 bey unstrm Trauerspiel gar nicht statt, weil unsreTragödien nickt von Musik begleitet werden. Die griechische Tragödie aber wurde, so wie unsre Oper, durchaus in Musik gesetzt. Dieses erhellet deutlich aus einer Frage, die Aristoteles in seinen Aufgaben aufwirft *). Was aber die Declamation betrifft, davon ist an einem andern Orre gesprochen worden **). Fassen wir nun alles, was zum volltommcnen Trauerspiel gehört, kurz zusammen, so zeiget sich, daß folgende wesentliche Dinge dazu gehören. Die Handlung muß ganz und vollständig seyn, von ernsthaftem Inhalte; cm einziges wichtiges Interesse muß darin statt haben, und sie muß eine eingeschränkte Größe haben: alle» muß darin zusammen hangen; es muß nichts geschehen, das den Ha'.pteindruknicht vermehrt, nichts, davon man den Grund nicht einsieht. Alles muß wolgeschlossen, ohne Mangel und ohne Ucbcrfluß seyn. Der Dichter muß uns die Hauptperson keinen Augcnblik entziehen; es muß nichts geschehen, das die Handlung unvollkommen macht. Die Vcrwiklungen müssen nicht zu künstlich und die Auflösungen nicht widernatürlich, nicht gewaltsam seyn. Die Sitten der Personen müssen groß und edel, und in den Charakteren eine hinlängliche Mannichfaltigkeit seyn. Die Leidenschaften müssen stark, aber nicht übertrieben und den großen Sitten anständig seyn. Die Reden müssen überhaupt den Sitten und den Leidenschaften angemessen seyn. Es muß nichts gesagt werden, was nicht zur Cache gehört, am wenigsten etwas, das den Cinvrnk schwächt; sein Fehler, darein Shakespear oft verfallt;) Nn ; Ton -Vrill. Problem. XXVII. *') S. Vortrag. 5?c> Tra Ton und Ausdruk müssen für jeden Charakter und für jede Leidenschaft besonders abgepaßt seyn. Die Cit- icnsprüche inüssen wichtig seyn, und ohne alle zu bemerkende Veranstaltung von selbst aus der Empfindung entstehen. Ueber den Ursprung des Trauerspiels ist viel Fabelhaftes von den Alten geschrieben, und von den Neuem ohne Ucberlcgnng und bis zum Ekel wiederholt worden. Die gewöhnliche Erzählung, da man ihren Anfang von des Thespis Rarre macht, und dann so. wie -Hera; fortfahrt, ist die gewöhnlichste, aber gewiß fabelhaft. Der Mensch hat eine natürliche Begierde, Zeuge von großen und ernsthaften Begebenheiten zu seyn, die Menschen bey denselben handeln und leiden zu sehen. Darin liegt der erste Keim vom Ursprung des Trauerspiels, das aus eben diesem Grund alter, als die Comodie scheint. Aller Vermnthung nach hat dieses das tragische Schauspiel bei) niedrer» Völkern, ohne daß eines die Sache von dein andern abgesehen habe, veranlasset. Man muß also eben nicht glauben, daß die Griechen es erfunden haben. Aber sehr alt scheinet es bey ihnen zu seyn. Stanlep führt in seinen Anmerkungen über den Aesclip- lus eine Stelle aus einem alten Scho- liasten an, welcher sagt, daß zu des Grestes Zeiten ein gewisser Thomm zuerst dramatische Spiele den Grieche'» sehen lassen, os «Fköps Suidas nimmr für ausgemacht an, daß Tbeapia der sechzehnte in der Zeitfolge gewesen sey; für den ersten gicbt er einen gewissen tSpigencs ans Si- cpon an, der mehr als hundert Jahr vor dem Thespis gestorben. Obgleich nach der gewöhnlichen Erzählung Aeschylus der erste gute Tranerspielcr gewesen, so nennt Gni- daa Stüke, die den phrpniclms, ei. neu berühmte» Dichter, zum Urheber Tra hatten; und auch lLusebirrs nennt andre vor jenem. Plate» sagt aus- drüklich, daß die Tragödie lange vor Thespis im Gebrauch gewesen *). Es ist nicht unwahrscheinlich, daß die feyerlichenBegrabnisse großer Helden das Trauerspiel veranlasset haben, da die vornehmsten Thatcn der Verstorbenen dabey vorgestellt wer? den. Wir finden, daß verschiedene Dichter bey dem Grabe des Theseua um den tragischen Preis gestritten haben. Düse Art des Wettstreites hat sich lange unter den Griechen erhalten. Artemista hat bey dem Begräb- niß ihres Gemahls Mausolns Wettstreite zu scineni Lobe halten lassen, die vermuthlich aus Tragödien bestanden haben; dennA. Gollma sagt, daß noch zu seiner Zeit eine Tragödie, Mausolus, von dem ThooSorces, der einer der Streiter war, vorhanden gewesen sey. Es herrscht also in der Geschichte dieses Gedichts große Ungewißheit. Und wie soll man folgende Stelle des Aristoteles verstehen?',,Dieser (.Ari- starchns) war ein Zeitverwandtcr des Euripjdes, welcher zuerst dem Drama die ihigc Form gegeben s)." Doch stimmen die Nachrichten und Muthmaßungen darin überein, daß die Gesänge des Chors, so wie im Trauerspiel, also auch in andern Gattungen des Drama, ursprünglich der wesentliche Thcil desselben gewesen. Deswegen wurde die zwischen den Chören vorkommende Handlung Cpiloclium genennt. Aristoteles sagt, daß die ältesten Chöre von Satyrcn gesungen worden;, und Ta- saudonus ss) führt eine Stelle ans dem Tuöpmus an, aus welcher erhellet, daß die Chöre des Trauerspiels ") S. Plat. /Acib. n gegen das Ende. ") I..X, c.17 -j') Ot>7-c)5 üv^7?/6^, 65 F/5 7-6 k-vv -j-f) De l»c^r.cs poeli. T r a Tra ??r spicls ursprünglich Dithyramben, oder Lieder auf den Bacchus, abgesungen haben. Wenn mau sich hic- bey erinnert, daß die Alten die Geschichten einiger Götter bey gewissen heiligen Festen durch allegorische Handlungen unter feyerUchen Gesängen vorgestellt haben, wie in Aegypten die Geschichte des Dsiris und der Ich;, in Syrien die Geschichte der Venus und des Aöonls, in Griechenland die Geschichte der Leres und j^roserpina, inglcichen des Bacchus, und noch dabey bedenkt, daß die Trauerspiele sowol als die andern dramatischen Spiele zu den feyerlichcn Handlungen einiger heiligen Feste gehört haben: so wird es wahrscheinlich, daß das Drama überhaupt in seinem Ur, sprung nichts anders gewesen, als die Vorstellung einer geheimen Geschichte aus der Gölterhistorie. Nach vielen Veränderungen hat sich hernach, wie Aristoteles ausdrüklich berichtet, seine ursprünglichc.Natur verloren, und ist das geworden, was es zu seiner Zeit gewesen Und hieraus laßt sich leicht begreifen, woher die so große Verschiedenheit in den alten Nachrichten über den Ursprung des Trauerspiels entstanden. Es ist aber der Mühe nicht Werth, hierüber weitläufiger zu scyn. Vielleicht laßt sich der anscheinende Widerspruch, der sich in den Nachrich- tcn der Alten findet, auch dadurch heben, daß man annimmt, die Tragödie sey in ihrem Ursprung blvs ein Gesang von traurigem Inhalt gewesen, dadurch eine Art Rhapsodisten große Unglüksfällc fürs Geld besungen haben. Lucianns '*) führt ein altes Sprüchwort an, das dieses zu bestätigen scheint, und aus welchem abzunehmen ist, daß einige trojanische ") l.«-. in den Fischen. Flüchtlinge, bcrmuthlich an einem Orte, da sie sich nach Zerstörung ihrer Stadt niedergelassen, einen Tra- gödicnsangcr gemicthet hatten, um sieh die Zeit zu vertreiben, und daß dieser, ohne zu wissen, wer sie sind, die Trauergeschichke von der Zerstörung Troja gesungen habe. Aus den Trauerspielen der Griechen . die wir noch haben, läßt sich sehen, daß sie ihre letzte Form erst zu den Zeiten des Sophokles bekommen haben. Denn die Trauerspiele des Acsebylus, der kurz vor dein Sophokles gelebt hat, sind gegen das, was seine Nachfolger auf die Bühne gebracht haben, noch rohe, blos ans dem groben gearbeitete Versuche, aber Versuche, an denen bereits die Hand eines großen Meisters zu sehen ist. Man hält dnrchgchcnds dafür, daß das Trauerspiel, so wie Sophokles es bearbeitet bat, in der höchsten Vollkommenheit, deren es fähig ist, erscheine. Die Neuem haben auch, so weit ihr Genie und der Geschmak es ihnen »erstattet haben, diese Form, doch mit Ausschließung der Chöre, bcybehalten. Ob durch diese Weglassung das Trauerspiel gewonnen oder verloren, wollen wir nicht untersuchen , da man itzt dnrchgehends darin übereinkommt, daß im Trauerspiel nicht mehr soll gesungen werden, die Chöre aber den Gesang nothwendig machen. Darin bilden sich einige Neuere ein, dem Trauerspiel Vortheile verschafft zu sehen, daß der Raum zwischen den Aufzügen, der chcmals durch die Gcsängc des Chors ausgefüllt worden, itzt besser dazu angewendet wird, daß die Handlung hinter der Bühne inzwischen fortrüket, welches bey den Alten nicht geschehen. Daß aber dieses eine Verbesserung sey, wird nicht jedermann eingestehen. Vielen kommt es als ein elendes Hülfsmittcl vor, die Mängel m der Anordnung der Fabel zu bebe« kcn. 572 T ra ken. Es wäre zu versuchen, was für eine Würkung es thätc, wenn zwischen den Aufzügen Chöre erschie- neu, die durch ftyerliche Gesänge einige Eindrüke des vorhergegangenen Aufzuges noch tiefer einprägten. Frcylich sind dergleichen Aufzüge, da wir gar zu sehr alle ftyerliche öffentliche Handlungen eingehen lassen, etwas fremde. Das griechischcTraucrspicl kommt un.ftiiBcrglcichung des heutigen, besonders des französischen, vor, wie die griechischen Eraluen eines Phi- dias gegen die von Pigalen, oder gegen die gewählten Bilder eines Watteau. Jenes zeiget bey der edelsten Einfalt und in scinernakenden Gestalt eine Vollkommenheit, eine Große, die sich der ganzen Seele bemächtiget; diese scheinen durch Lebhaftigkeit der Gebehrdcn und der Stellungen, und durch redende Minen schon. Aber diese Gcbehrden und Reden drüken ganz gemeine und alltägliche Dinge aus, die im Gcmülhe nichts, als die Lebhaftigkeit des Ausdruks zurükc- lnsscn. Es ist offenbar, daß die Alten in Behandlung der Leidenschaften sich weit näher an der Narnr gchal- teil, als die Neuern. Diese sind gar nicht selten weich, gekünstelt, übertrieben. Die Alten scheinen es sich zur Regel gemacht zu haben, ihre Personen so reden und so handeln zu lassen , wie ihr Charakter und die Lage der Sachen es crfoderten; die Ncuern scheinen mehr den Zuschauer des Trauerspiels, c-ls die handelnde Person vor Augen zu haben, und nicht das Natürlichste zu finden, sondern das zu suchen, was ihrer Meynung nach den Zuschauer am stärksten rühren mochte. Jene lassen gar nicht merken, daß sie für einen Zuschauer arbeiten; diese sehen gar oft allein aufihn, und scheinen die Wahrheit der vorzustellenden Sache aus dem Ge- sichre zu verlieren. Wir müssen deswc- gen de» Verlust so vieler hundert grie« Tra chischer Trauerspiele sehr bedauren. Denn die Griechen haben eine große Menge tragischer Dichter gehabt, de> ren Vcrzeichniß beym Fabricius*) zu finden. Die Anzahl der Srüke, deren die Alccn erwähnen, belauft sich weit über tausend, davon kaum noch dreyßig übrig sind, welche den Aeschplus, den Sophokles und de» lLuripides zu Verfassern habe». Die Römer waren, wie es scheint, auch in diesen, Stük weit hinter den Griechen zurük geblieben. Die ciu- zigen römischen Trauerspiele, die wir unter dem Namen des Seneca noch haben, sind noch weiter hmier der Vollkommenheit der griechischen Stäke zurük, als die guten Stükc der Neuern. Doch scheinet es, daß sie auch gute Trauerspiele gehabt, in deren Vorstellung man sich mit grosser Gewalt gedrängt hat. „Stiebe reich M werdensagt Hör«), „es ft)> mit Recht oder Unrecht, damit du nur die Trauerspiele des Pu- pius in der Nähe sehen könnest'*)." Es scheinet, daß unter den Neuem die Spanier zuerst das Trauerspiel wieder nach der guten Art der Alten einzuführen gesucht haben. Ein spanischer Schriftsteller f) versichert, daß schon im Jahr izzz Fernand Peres de (Vliva zwey gute Trauerspiele, die Rache des Agamemnon, und die becrüble Hekuba, geschrieben habe»). In Frankreich sind die ersten ") Libl. Lr. I. u. c. I?. ") Nor. Lp. I. I. 6;. —. — -kem ticiss, rem, 8i potlis recke; l> non, guocungu« irmsso rem, Vt propiu» fteÄ«! Incrimol» poemsit k'upi. f) Dom >ulkin 8lcn-i-tcn Das größte tragische Genie unter Kap. s. poericar. Inlkiruc. als diluraric, den Nericru, vielleicht auch über« er ckcüuir Vrag. krem qui fiar ur äe. Haupt, haben die Englander an letkec; rsrio er t»ima Dragocäiac; dem bewunörungswürdlge» Shake- Vrag. er cum. lliterimlna; Actcb. speae gehabt, dein es aber bey Lvpk. er Lurip. comparsri i cie sppcl- diesem großen Genie an gereinlg- larionlbus tabular. t. clramarum. Die tcm Geschmak gefehlt hat. In Ursache des Vergnügens, welches das seinen besten Stüken kommen neben Trspl. gewährt, findet der Verf. in der Ecencn von der höchsten tragi- Kunst der Darstellung oder Nachahmung, sehen Vollkommenheit solche, die in dem, der menschlichen Natur eigene», ins Abentheuerliche fallen. In und ihr angenehmen, Mitleiden, und in Deutschland scheinet eine schon ziem- dem Unterrichte, den sie, über die Urlich belle Dämmerung diesem Thcile fachen der Unglücksfälle, uns gewährt.) der Kunst bald einen vollen Tag zu — Paoli Deni (S Art. Drama, Von dcm Trauerspiele überhaupt hau- schrifpen der 17 Kap. des WerkrS sind sol- dcln: Aristoteles (Islepl Tro/z/T-exs/c; grnde: Oeucillr. brgus liottrinae; tura Ucder die Ausgaben, Ueversotzungcn und ?oelis imirario, piaccmi peculiaricer Erklärungen, s. den Art. Dichtkunst, Vragoeeiia .. . l'raZ. -tketkuum jpur- S. 657.) — In lateinischer Sprache: gsrio ; parres Vrag. cllenriales, 6ten periperis er s^niciones; agnirionum Kap. des ersten Buches s. l'oer. als Lom. er tpccies;. cie percurbsrionc, ccrria 1'ragc>cclia;1'rs^c>ccl!a1'rage>eel.tpecies; tabulse implexae parte; .... pertur- Lom. er I'raA. partes; Vrap. partes; bscivnes, i. sstetkus, a guibus, iarer l'racsicae pertonae. Er UNtrrschcidet, guas er czunmocio excirenrur; ... cie verspreche». S. 7l>.) — Dan. Heinsius (OeVra. xoeäise Lonlkirur. l.iber, I.ugcZ. Lac. i6il z. »rem. 164;. ,z. (Die Uebcr« nere puera, guanäo «vres »c per- tona«! 574 T r a Tr a storiae imporicncll, cznancku cc czua rs» rionc incexeiicium llr kkpistorlium, quso conncxio llr, czeiae t->Iur!c>, orcilicium carum, pro csrum rsrions rliverstaa tiici tsloillaz, stob»!. li-npiiciz rroz stps- cicr; rle stniurivrie per mockiiiiom; . . rzuancl» paullorim creveric 'Drogocrli.i, perstonao et czuse ublcrviilirla in iilis, cle narrarionc l. cxpukcinne; ... eis trcunsta parte elstenriali, moridus; . . ckc stonrenria, rerria parte; .... cke czuarra parle, cilKione^ st. eiucuiiooe; .... rcliizuae ckuae parrez, meloäia er appaeama . . .) —' Tür^. (Aclsstuccr (De 'Oragoeclia, Lommcricar. bei) f. Vinclic. Virgil,. . . Itoen, lüal. 4.)—^ (Ikus. Spucce (Oe cvuipvuenela'st'ra- geerlia, lsilstercar. bei) dein aten Bd. der Vragerlie des Ortens. Scamaeei, Pa- termv rüzz. g.) — Friede. Rnppolt (hoccica ^riltocclics, st. verer. I'ra» goecliac cxpoliriv, Hus ex menre Ari- tkoceliz, cusu! czuae iupcrstunr strag- mcirra, unicam karre poelevs partern conriirerrc, urrivcrlae T'ragocckiac ratio cxplieaiur, Oipst. 1678. 12.) —- Jos. Trapp (Die :6tc- -Ate s. hraeleöt. poer. handelt vom Trspl.) — Uebrigens versteht es sich vo» selbst, daß mehrere von den, bcy dem Art. Dichtkunst, S. 6S- u. f. «ngesührtcn, i» lateinischer Sprache von der Dichtkunst handelnden Schriftsteller, ouch vom Trauerspiele handeln. Vosflus ist darunter, meines Bcdünkens, der merkwürdigste.) — In italienischer Sprache: Gian. G. Trrssino (In der duinra ciivilions s. pueriea , Op. Bd.a. S.95. Ausg, von >729. Es verdient übrigens bemerkt zu werben, daß Trifsino bereits, um die lehre des Aristoteles vom Trauerspiele gehörig zu erklaren, auf die übrigen Schriften des griechischen Philosophen Rücksicht genommen hat, und daß er auch nur Furcht (ccma ) nicht Schrecken, durch das Trspl. crw-ckt haben wist.) — Spe- ron Spcroni (Oral. lv^ra il mosto «li compor la ^I'rsgerlis, in s. t)ial. Ven. 1542. 1544. 1552. x. S. auch vo» ihm dir Folge diese« Artikels, bep Eelegenhclt seiner Canaec) — Eiaml». Krr. Tinkio (S, den Art. Dichckunjk S. SSg,) — Sek. Mmcurno (Im oten Buche s. I'oerica, S. 74. dcrÄuig. von 1564.) — Ins Dcnores (Der ste Th. s. p»cr. handelt, in 9 Kap, von dem Traucespiel, welches er, nach dr« pari! cii qualirä c lkume) die Gesinnungen (sterilen/?) und die Sprache oder der Ausdruck; die ich. lern der Prolog, die Episoden, der Ausgang (Cxvstus) und das Chor. Es verdient, noch bemerkt zu werden, daß erde» Zweck des Trspl. auch darin seht, Abichca gegen die Tyeannen und die Mflchtigcu einzuflößen.) Gabr. Amuno (Oist. cersto stopra la Tragerlia, in s. k»c>m. marin rli varie rerrericke greekc, lor. ervvlgari, sttcgg. 1590.3.)— chkic. Aosl (Dilcoril iiirvrno »IIa 'pragcsti,, Vecr. 1^90. z.) -- Agosr. Michels (S. den Art. Bramn, S. 712.) ^,or. Eine. Tebnlücicci Mnlcspini (Iii s. L>ra?,iemi e Uii'cvril, k'ir. 1597. 4. findet sich VI. 29. riu Uibc. lopr? iz pulga/stone ckclla hragväia.) — Lnujt. Summe» (S. den Art. Drama, S.?w.) — Uideno Epistel)- (Mehrere s. lro- ginn. poer. handeln vom Trsple. als, ü» zten Bde. der azte vom tragischen Stist; der zote von den dramat. Episoden; der zitc vom Subjeer des Teauerspicies; der -,7te von deui Äo-zugc zwischen dem Hel- dcnged. und dein Trsple. der Me von der, dem Trspl. zukommenden Größe; der-»9« von der Erkennung; der zote von drm, drn tragischen Personen zukommende!!, Eharactcr; inr izale von der Zeit oder Dauer des Trauerspieles; im 4ten Bde. der z6te vom Stvl der Tragödie; iinzle» dcc täte von dem Trspl. überhaupt, und a. m. abrr der Verst. hat mehr die Mey« nungen Andrer gesammelt, als eigene vorgetragen.) — Giov. Boinfaccio (Oiste, nel Igusls st! crsrca ckel moei» rli bell triomsre a rzualko temp<> una TrZgo- Martins La Farina (Disc. stell» LLaAesti», br.y de» L'rzZestie l'acre e morale, l?al erm. l6zz. 8. z Bd.) pict. chbrr /onarclli (In f. Dilcori! acsst. k. 16z 8. 12. findet sich einer über die Frage; -gual ii» p!ü prnffrrevale »eil» kepudl. ragianev. il kocma rragica 0 il eamirev.) — Innoc. Mar. Liora- vanli (Dilcurio stell» 'Lrazestir, in den ^Icnuvrie, Impreic erc. ste'Lii-ir. ^ca. stenstci Lelari, Lvl, 167z. 4.) — Mar. Crescimbeni (In dem zten f. Gespräche Deila hellet?» stell» vvlgsr 1'(u-st>» werden auch die Grundsätze des ?/rauerspiclcS, aber blos zu Günsen s. Li- rcio > einer tsval» psflorale, entwickelt.) — Piet. Jac. Marrcllo (1) Del versa rragico, e izual stel>l>» ellere welle L'raczestie iralisne, Key s. Lkearro, kam. 170?. 8. 2) Deila'LrsZestisaw- liea e mosterna, Dial. kam. 1715. 8- Las Gespräch ist in sechs 5eliinwe abgc- theiit; und bctrist blos einige Unterschiede zwischen dem Trspl. der Alten und der Neuern, und die Abweichungen Verletztem von den erstem. Oer Verf. behauptet, daß verschiedene der Beschaffenheiten des griechischen Trspls. blos das Werk der Zeitumstände in Griechenland warm, dag nur dir Regeln, welche aus der Natur der Sache selbst fließen, unveränderlich sind, und daß daher die Form und Einrichtung des griechischen TrsplS. nicht durchaus Muster für die Neuem seyn könne. Im Grunde scheint die Schrift gegen die folgende Schrift des Gravina gerichtet, und zu der Vertheidigung des Werf, welcher seine Trsple. nach französischen Stücken gebildet hatte, abgefaßt zu sei?».) — Vincenzno Gravina (Deila 'Lrsgcstia, Dihra uizo, 5l»p. 1716. 4, und nachher bcy den Auflagen seines Werkes, Deila Kanone pavrica, Verl. 17z 1. 4. und öfter. Der Verf. handelt, j» gz Abthell, stell» ii.no stell» kvslis; stell» 1'rsA. e lris cli^ni'rü; stell» ffav. rr»ßics: purzstivn stegli aisecri perl» 'Lra^esti»; concra i mocicrni Lrs^ici; clel periosto 0 cempo stell» tav. c luai viti; stegli »Irri vit! stell» ka vol» ; stell' unic^> stell» tsvvi» ; steZIi epilasti; stell» ksvol» lemplice, 0 ravviiuppar» ; stell» poeuca st'Tzrillorile; stclla icia» Zlimcnrostell» fsvol» ; stei f»rri»rraci; stell cvlluinc; stel callume veriflnrils; stell'irialpcrrsro; stel calt. »»cur. civ. e stomelkicoZ cvnrrv i Mastern! ^l'r»- xici; stell'e^ualic» stel caliume z con- rra i mvsteiwi LigAici; stell» lcurerr» t»z concra i masterni Lrazic!; stell» locutione; vircü stell» ßr. e Isr. kz- vell»; concra l» mustern» locutione; stel numero; ste! verlo maeicu, cive stel gamdo; stel vcrla stell» volgar Lra^esti»; stel nnmero e stel rirma; tacalrü stell» linj-u» icalian»; stell» ri- ma e luo ulo Z st»IleLr»^. stiLeucc»; stell» melosti»; te curc» l» Lr»Z. ls caiir.ills c ballaile; stittiii2. stella ine- lastia e steil'armonia; stell'anrica rüp» prelenca^ivns; canrra alcuni incer» preri; stel Lamra; stell' .apps.'sco; steile parci sti czuanricö; stelle Lraz. br-m-aeii.) — pietro Oe'Conti ötCa- lcpio Vi Bergamo (t^arazone stella kuelia rrs^ica st'ltielia con czueila sti Lrancia, l^uriAa 1752. Z. vcrm. Mit einer Vertheidigung des Verf. gegen das Illams cririco des Gills. Snilio, ksst. >758- 8. und des Sophocles gegen bkn Voltaire, Ven. >770. 8. Das Werk enthält 7 Äap. wovon, in dem erffern, itt 4 Art. 5 'clzminan le tavale rrgAicde ste^li Iraliani e ste' kranceli nella pro- priecü principsle; das jwcyte, iNgAl't. enthält Dllervz^ioni inrvrno le circa- llan2e ctrc renstvna elücsci le Peripetie; das dritte, in z Art. stell» prsrica stegli IZpii'asti, das vierte, in 7 Art. st-'vilnraggi ck'kanna li l rancel! cir- c». malri arrilici spercanri all' orstlne est all» tvrma stella crai-ica rapprelcn- «Uta; das fünfte, in 7 Art. stell' c>L jervants stelle renale lpecrznri a' ca- ltumi; das sechfle, in 8 Art. stell» qua- lir5 576 T r a T r a lirü clello ssile prsricsco 6s pocrill'sm» beeiue te nssioni; das siebente, in 5 Art. 6> vori mecri ulsri llsgl' lesliani in I'rsgellis, e cie rrsgiri vcrt! 6e' Vrsnccss. Ein Allhang handelt von den Trspl. dcs La Motto. In bcn wescutli- chen Theilen bor Fabel scheinen die Franzosen den» Verf. zurück geblieben zu scyn; und die Italiener, durch eine zu treue Nachahmung dcs griech. TrsplS. gefehlt zu haben.) — Becelli (In dein gten Ab. scbn. des iten Buches s. Werkes Deila Novells ?oelis, wird, S. Ig u. f. untersucht te oggicil ls rrsgcllis t'sccis n Polls lsre Ali sncicln e miradili essecri, L le j tsrri 6e' nollri lZstsrriri licno versinenre rrsgics msreris.) ---» A-iav. (ünadrio (Her zle Bd. seiner Llor. e llsg ll 'ogni koetis handelt IN 6 Dillins. cicll' origine e cieil-l props- gsceione llells rrsgics poells; clclls nsrurs lieUa VrsgeeiisZ eicl luggerco lleils "Trsgechis; llclls lsvsls crsg. e 6eUs cotkiruxione cii cils; llell» psrre lli czusucird ciells 'Trsgellisj lleils prs- tics ciel Vcsrro.) — Gorini Corio (Vor s. Vescro crsgicu e comico, Ven. ,7zz.8. findet sich eine Abhandl. über die vollkommene Tragddie.) — Ant. Conti (Vor s. (Zusllro l'rsgellie, Vir. ,751. 8. Duccs >764. 8. finden sich Vorreden über die Theorie des Trspls. und in diesen cinzeie gute Bemerkungen.) — Giov. Anr. da Pucca (Vor den l'rsgellie 6i I-a«»'/)ro, (welches sein Nähme unter heil Arkabiern war) llom. 1761. F. 4 Bde. finden sich Duersggiu» nsinent! loprs Is cornposs^ione llelle 1'rs^eeiie.) — Gianrinaldo Tarli (Deel inüole (c üclst Iltoris) llel Bes. reo rrsgie«. in dem 24ten Bd. S. >47- 2?o der itsccoics ei'opule. tcienr. er liiol.) — Tesarorci (Eine Abhandlung über daS Vergnügen, welches das Trauerspiel verschalt, findet sich bev s. Ol»->2 e KZsoinerrn stet Z. Voleslre, Ven. 1762. z.) — Frc. Maria Zanocci (Die ote Abtheil. s. ilsgionsmenre stell'srre poe- cics. Kol. >763. 8- handelt v. Trspl.) Giov. pi?)i (S. den Art. Drama, S., - Giov. Gamera (Vor dem u. s. Vlovo Besrro, pjss 178-?. 8. Dilervs-. . . luUi Brsgestis.) v. Bcttinelli (Vor seinen Brsgestj, ksilsnu I 771. g, und im ütrn Bd. ere, Ven. >7Zz. 8,s S. 1 U. f. steh. Dllcorlo ivp„ >1 Bczrro irslisno, in auch .voll Trauerspielen, thevret». nd historisch, gehandelt wird. Der l. e Thcil ist der bessere, und dieser finde» h im Aus, zuge iu dem Gvthaer Theare "Uder für das Jahr 1779.) —> — In spnnistlier Sprache: Ieos. Ant. Gonzalez de Salas (Istuevg i-les st« Is Brsgestis, 0 iilulirscion ulrinas ,l I.ibrc> llngolsr ste koerics eie ^riissvre» les, d^aci. i6zz. 4. 1778^ g. z Bde.) — Auznskin de N7onria!>'0 ^.u^anöo ( Vor seinen zwey TrauM spielen, Virgins 1750. und Ataulfo i7fz. finden sich zwcy Abhandlungen über das spanische Trauerspiel, wovon die erste vo-, Hermiily, Par. 1754. 12. s Bd. in dc. Französische üocrseht worden ist.) - Ignacio Se Luzan (Das atc Buch s l^oerics . . . Zgrzg. »7Z7- kol. IviscI. '779. 8> handelt vom Trsplc ) In fran;osisci?er Sprache: Jean de la Taille de Bondaro^ (De lsrc tie Is 1'rsgellie, vor s. Raul le turieux, vsr. 1572.8.)-» Pierre de stk.auSun d'Tlygaliecu (Das 5 te Buch s. A> r 9»er. !5S?. >8. handelt vom Tesple.) — Jean K.ouis Geie; de Balsac (In s. Dilc. 5ur u»e 'prsg. tie tvlr. Ileinllei5 inri- rulse lsteroUe-i Inlsnrieists, Vsr. l6z6, 8- und ins. Qeuvr. lliv. I'sr. 1664. 12, finden sich mehrere, da» Trspl. überhaupt betreffende Anmerkungen.) — ^ipp. Inl. Pilet de la Ntenardiere (Oer größte Theil s. koerii^ue, ksr. 1640.4, handelt von dem Trauerspiele; aber höchst seicht und geschwätzig.) — Franc. Gar- raslN (Dilc. lue ls 1'eSIecile . . . ilt s. W. Par. >656. 4. llouen lüzg. li. bescycisligt sich mehr mit Entwickelung der, in der -Zmour rzriinniczuL des Gcudcri, voegebllch befindlichen Schönheiten, alt mir dem Trauerspiele überhaupt, enthalt ab» T r a Tra 577 aber denn doch elnzelc gute Bemerkungen darüber.) --- Lr. -HeSelin, Abr von Aubignnc (Sein, bcy dem Art. Drama, S. 7>2 angezeigtes Werk bcschäf» tigt sich im Grunde nur mit dem Trauerspiel, und gehört also auch hichcr. Ferner findet sich im 6ten Bde. der öäem. lle Dicrerac. er ä ttist. jz. le ?cre lies öäo» lers, l>ar. 17,8.1». und im ztcn Bdr. der kftbl. träne. ou tlist. lirrer. äe t» Rrance, ein Aussatz von ihm, der von den Oitcours cle piere clans de! I^ra. x-ciies handelt, und worin er sich wider Gegenstände, welche aus der christlichen Religion genommen sind, wider lange moralische Tiraden, u. d, m. erklärt, und gure Nachrichten über die Vorstellungen der Mysterien liefert.) — Pierre Corneille (Oer zweyte Oilcours beyseinen Werken, Par. 166z. t. und allen folgenden Auflagen, handelt von dem Trauerspiele ; Deutsch findet er sich im -len St. der Beytrckge zur Historie und Aufnahme des Theaters, Sruttg. 1750. z. S. 211.) »»» Pierre Se Villiers ( kncreriens tur les RraZeclics cle es rems, ?ar. ,676. 12. und auch in den, von Frcs. Granet herausgegebenen Oisterrar. tur plusteurs l'ra^. cle Lorneilie er cle Ida- eine, l'ar. 1759. 1.2. vorzüglich wider die, in de» französischen Trauerspielen herrschende Liebe.) — Cheo. Se Mere (lZist'crrar. lue la VraZecl. anc. er mo- steine, in s. Veuvr. postk. ä la ttaze 1701.12. S. 188 - 209.)— Rene Se Vacry (Von seinen, im ntcn Bde. der >äein. stet^cast, steslnlcripr. befindlichen rrois Oisterracions tur I- Ichageclie, gehören die Heyden ersten hierher, oü l'on exanftne s'il cid necestaire czu'une rra» xeäie toir er> V Htiez (welche Frage er bejahet, weil Erfahrung, Beyspiel der größten Dichter, und Vorschriften der besten Kritiker es so wollen) und die zweyte 8ur les avancsgcs czue la VraZest. anc. reriroir stes Lkocues (welche er darin setzt, daß durch die Chöre das Trauerspiel regelmäßiger und mannichfaltigcr gemacht, daß ihm mehr Glanz, mehr Majestät, Mehr Pathos gegeben wird.) »-- hingen. Vierter Theil. (Dernes tur les VraZest, cle IVlr. pistron, er sur i'ulsIo ste la )llrsze» ciic lles rnoeurs, in dem dflcrc. steVre- voux Dcvr. 1708.) — Et. Souciet (Deccres conrenanc czueiczues resteöt. tur la Vrax. in de» Xleni. stcl'revoux, Julius und August 1709. Wider die Möglichkeit, daß durch das französische Trauerspiel die Leidenschaften gereinigt werden können.)— Nie SeMalczreiix (Oitc. . . . tur I, Vragest. ste)otcpk» par lösche Dienest, bcy diesem Trauerspiele, Dar. 1711. i2. Gegen die Vermischung des Profanen und Heiligen, der heidnischen und christlichen Mothologic.) — Franc. Salignac Se la Motte Fenelon (Ja s stestex. lue la Rstecur. er tue la poer. ?ar. 171 Z. 12. findet sich auch ein ?ro)er st'un rraire tue la 'DraZestie, (S. 48. der Amsterdammcr Ausgabe von 17;°.) i» welchem er die, in den französischen Trauerspielen herrschende fade Galanterie, den bald übertriebenen, bald gezierten, spitzfindigen Ausdruck, die falsche Darstellung der Cha- racter des Alterthums, z. B. des August, rüget.) — Jean Sapr. Duvo» (In f. Restex, cric. tur la poeste, er tur I» peincurc, ?ar. 1719. 12. 2 Bd UNd Nvch sehr oft, lm ; Bd. handelt der?tc Abschn. des ersten Theils davon, czue la trafest, nous sstedke plus 2 nacurs cies tuzecs czue I» Veazestie rraice; der iqche zum Thcil stes tuzerz propres ü la l'rapestie; der >;te Oes pertonnaZes cte teeleracs czu'on pcuc incrostuire stans les VraZestiesz der >6tc De czurl^ues VräZcst. stoncle tuzer est mal elioiii; der 17t? 8'ii est d propos ste msrcee cle tamour clans les VraAeclies; der >8tc (hue nos voi- lins ciitenc czue nos pveres mercenc ceop ll'amour llans leurs VraAestiesP der 2ot-e Oe czuelizues maximes ^u'il taur obterver en rrairanc cies tuzecs rrsxiczues i der?9tc Li les poet. ceaA. tonc vbliges äe te cvntormer ü cc^ue l» L-eoZr. I ttist. er la Llironol. nou» »pprsnnenc poficivemenr; der 44te (hue les posmes «iramsr. purß-enc le» jL> S xallio»«.^ 578 Tr « Tra xzss.nni,) — LH. ve St. Denis, Sc. ve St. iLvrcmonc (In dem ztcn Bd. s. W. Vvndr. (tar.) 172;. 12. finden sich 1) reilcx. tur I» I'r-Zcd. -uc. er mudeimc. worin cr vorzüglich von bcr Gefahr dcs Schauspieles redet; 2) vis. cours tur les c-rs5te,oi des resZcdies, worin er die großen Schwierigkeiten, Empfindungen richtig auszudrücken, zu zeigen sucht. z) l'cntecs tue les l'rnZ. er le csrnötere de Lurneille.) Tottis Riccoboni (Vey s. ttiik. du Vticsrre irsl. findet sich, Bd. I. S. 247. eine Oisserror. tur Is VesZed. moderne, worin er viele der geheimen Schäden des sranzöstschcnTraucrspicles aufdeckt. Zeutsch, von Ii F. May, findet diese Abhandlung sich im -ten Bd. S. 500. der Schriften der deutschen Gesellschaft.)— Frcs.-Hou- Varr ve la Motte (In dem 4tcn Bd. seiner Werke, ?-ir. 1754. 12. 10 Bd. sinken sich vier Vitcvurs tur In l'rogedie, welche zusammen zuerst mit seinen Ocuvr. delstieocre, i^sr. 17z 0. 8. gedruckt wurden, und worin er die,'in den feanzös. Trauerspielen herrschende Liebe in Schutz nimmt, wider die Einheiten, und vorzüglich dcSOrtcs ulib der Zeit sich erklärt, eine neue Einheit, nämlich des Interesse, anzieht, die gewöhnlichen Expositionen, die Confidcntcci, die Monologen tadelt, und endlich behauptet , daß man auch in Prosa Trauerspiele schreiben könne. Auch über den Dialog, und den Ausdruck sind sehr gute B emerkungcn darin enthalten.) >— Franc. ?.'rotiet Ve Voltaire (Widerlegte einen Theil der Ächauptungcn des La Motte in der Vorrede der Ausgabe seines Ocdip vom 1.17z?. und hat nachher verschiedene seiner Trauerspiele, als den Brutus, die Zayre, u. a. m. mit lehrreichen Vorreden und ZucignungS- schriftcn begleitet. Auch finden sich in seinen Werken noch mehrere Aufsähe über das Theater, als Oes divers ellenZe- mens errives ü torr rroFiczue; ve In ltrsZcdie ongl. Deutsch, in den Beiträgen zur Historie und Aufnahme deS Theaters, S. 96. vul'ke-irresnZiois, in dem 6>len Bd. der Ausg. des Beaumarchais; vo Ii Itrnßedie, im 6-tcit Bd. I.crrre ü I'Tke-d. trsuc. im 6gtcn Bd. welche vorher alle schon, öfter als cinmahl, und zum Theil in anderer Form, als in den verrres tur les »nzlois, ia dem S^ppcl ü roures les dsterions dVu- rvpe gedruckt waren, llcberscht in das Englische ist ein Theil dieser Aufsähe, mit der Aufschrift, Lriricsl Lillys vir dr>- inacic ?oerr/, l.vnd. 1761. 12. Aug gehören hierzu noch seine Oommeurzirez Sur les Oeuvres de Oorneilic, die mit diesen Werken zugleich >764. z. 12 Bd. erschienen, aber auch einzeln abgedruckt wor- j den sind.) — De la Place (llssai tue!« Zour de ls Vi-s^edie, -5mllcrd. I7zz, L. Ein Gemisch von Versen und Prise, das vorzüglich Bemerkungen über, und sogar gegen die Eigenheiten, und die Sprache deS Trauerspieles enthält.) — Atlgttstin Naval ( vizterverions tur Ia "trszedie, und eine verrre d Ickdc. la krciiäcnre d'erronr über eben dcnscl- I den Gegenstand, in dem iten Bd. -s. veuvr. meleez, tir. 17; 8.12. Seichte ist, was er über das Trauerspiel der Alten, ungcgründct, was er von der Wirkunz sehr vieler, in einer Sccnc erscheinenden Personen, und gänzlich aller Erfahrung und Natur zuwider, was er zu Gunsten einer veriiachläßigtcn Schreibart sagt, llebeigcns will er bie Einheit der Zeit sogar auf zwölf Stunden einschränken.) — Ilngen. (Leleircillemenr tur Is mz. nierc donr In rerrcur er Is picis rke>. l rrsle operenr Ii purZsciuu des pzss lions, proputes per trillere, cvmmo le lour ds I» V'raZedie, in den bäem. deVrevoux, finnv. 1740. NlchtS «lS Ocelamation ) " Ungen. ( vlilervsr. ^enerolxs tur le tenrlmenc er tinrerec Frisör. Marmornes (In f. ?ocr. tran^oile, ?ar. 176z. 8. aBd. handelt dasiZteKap. ii» 2ten Dd. S. 9z. von dem Trauerspiel. Und be» den, von ihm herausgegebenen (lbet ch'ueuvres clramaciczues findet sich.im Ucn Bd. eine Abhandlung über das Trauerspiel, welche deutsch, unter dem Tltelc lieber die dramatische Dichtkunst, b'cipz. »774. 8. erschien.) —> Unzen. (l)iile> rscion tue la 1'raZe- chie anc. sc moelerne, ?ar. 1767. 12. worin untersucht wird, >) welchen Vor- theil die Alten von ihren Chöre» hatten, s) Ob die alte Tragödie gänzlich gesungen worden, und worin sie sich von der neuern Unterscheidet? z) Od das Trauerspiel fünf Arte haben müsse?) — Vaudriere (S. den Art. Drama, S. ?,z.) — De Kalle (Ihm wird, in den l'rois Liecles jiccerair. eine l'oeciczuc lur la 1>-izeche zugeschrieben, welche ich nicht näher nachzuweisen weiß.) — Mercier (In f. Werke, Ou lA-arce handelt bat ate und zte Kap. De la ^bcaA. snc. er lnoeierns) — Jean Mar. ^>ecn. Tlement (l)s la 1'ca^eciie. . , Ainlk. 1784. 8> 2 Th. Der Verf. handelt, im ersten Th. »1 7 Kap. ches pcvgres che l acc craziczue er che s-i checachence; che la vrailsmblance rheatrald in Z Kapit. che j 'adrion ou chu inouvemenc cicama» eiczue; che l'sppareil rliearraj; chu pa- rtieciizuc che liruarion; im zwetzten Th. in 8 Kap. chsz chillecenrcs pacrics che j hchonomie chramariczue; chsz Mosens ellenciels ö I lison. chramsriczuez chsz carattercs; chsz inocurs; che» lenci- mens; ches paillons: chu chialoAue; chn ü)-le che ja 'I'roZechis; aber alics in Beziehung auf die Trspl. des H v. Voltaire, um solche herab zu seym.) — Domai- ron (Oer gte Art. des dritten Kap. im «teil Dd. S. Ziq. s. ?rine. j>eneraux che? hejjes jercrez, ?ar. 17Z5. 12. han» delt chu Zeure rrs^i-jue, und zwar che I» rrogechie, che la ceireur er che la pi- lie, cher malk >eur8 propres d Is l'ra- j-eäic, che la table che la IsraZschie, che l'smour chans la l'raeechie, chei A^le che la 'I raAechis, ches poeres rraAiczucs.) — Ausser diesen finden sich bei) DoratS Trauerspiel Ämilca, oder Peter dervöroßc; bei) Arnaudo Ouinre chs Oomiu^c, l^sr» 176z. s. u. a. m. noch Abhandlungen üdec das^Trauerspiel. In englij 'cker Sprache: Rymer (l'ke I'raZeäics ob rssc jaib A-ze conti» cherech auch exacnin'ch l>^' rlic ?raIics ob ciie ans. auch bz- che Lominan lenke ob all AZes, Ooncl, »678. 1692. z. /r skorc Vicvs ob Iragech^, irs vrizin, klxcellens^ anch Oorruprion, cc-ird lums reiledbions on Liialcetpcac, anch orkcr ?r»dlicioners bor rlre 8rg!-e, O. 169;. 8. Beyde Schriften sind zwar eigentlich mehr historisch, als theoretisch, enthalten ab.r doch auch eine Menge einzelcr criti» scher Bcmerkungcn.) — Th. Pope D >lom >t(Was er, in s. Idemailcs upvn hoecr^, über das Trauerspiel, S-45U.f. sagt, ist aus dem vorher gehenden Schriftsteller und «US RapillS keäex. gczo- O» 2 scn.) 58<> Tra Tr a gen.) — LnS. Crusius (Handelt, la teni Trauerspiele.) — Ausser diesen fin- f. LebenSbeschr. römischer Dichter, Bd.». den sich in HurdS Commcntar über die S. 26'. d. ll. vom Tcspl. nach dem Ari» Dichtkunst dcsHoraz, u. a.m. eine Menge stoteles.) — rvilkes (In s. Lenersl hierher gehöriger Bemerkungen. Viev ok rke Lrsxe, honst. 175?. 8. handelt das -tc und zte Kap. des ersten In Scntscber Spruche: Phil. -Hars» Theiis von dem Trauerspiele überhaupt, Vorfcr ( In -tcn Th. s. Poet. Trichters ' und den verschiedenen Arten desselben.) — kommt etwas vom Trauerspiele vor.) — Ungen. (In dem hsssy upon rke pre. Albr. Chrfkn. Rothe (Auch er sagt IM henc ilace ok rke rkesrre in ssrance, Zten Th. s. Vollst, deutschen Poesie etwas kuvlsnst-nstlcsl/ . . Honst^i7.) — G.B. Straube (Ilrsa, jcrtcs in der Tragödie vor.) — Jam. chen warum ein Trauerspiel nvlhwendig Moor (On rke hnst ok rke'hrsgcst?» in Versen geschrieben seyn müsse, cbcnd, zccoesting ro ^riiiorls » SN Lila? in im 28ten St.) — Chr Mplius (Crit. „volar» . . Olaag. 1764.8. Durch Untersuchung, ob, und in wie fern die eine, dem Worte gegebene Gleichnisse in den Trauerspielen Statt fin« andre Bedeutung, will er die, von dem den, cbend. im zttcnSt.) — Av.Ban. Aristoteles, dem Trauerspiele zugcschric« Richter (Zufällige Gedanken von dem benc Reinigung in eine Megraumung Verse und Reime des Trauerspieles ... der Leidenschaften verwandeln. Deutsch Anuab. 174-. 4- Der Verf. crklllrt sich findet sich das Wert bcy G. B. v. Schi- dagegen.) — Joh. El. Schlegel (In räch Uebcrsetzung des Marmontcl, von der dem zten Th. s. Schriften, Coppcnh. >761» Harmonie des Styles, Bremen 1767. >770. 8- 5 Th. findet sich cm Auszug ei» 8.) —» Ungenannter (Ourkor? ke- ncS Briefes an seinen Bruder, welcher niarlca VN hragcst?, on Lkakck^ear, Anmerkungen über die Trauerspiele der Al- snst on ceresin Lrsnck snci Irslisn tcn und Neuer» enthält; und cbend. cin ?oe», xwincipall? Tssrsgestianz, honst. Aufsatz von der Würde und Majestät des 1774.4. Nimmt vorzüglich das sranzö- Ausdruckes im Trauerspiele, der, als Von fische Trauerspiel, besonders des Hrn. von rede zu seinen theatralischen Werken, Erp» Voltaire, gegen die Verthcidiger des Sha. penh. 1747. 8. zuerst gedruckt worden ist.) kespear in Schuft.) — Tvill. CooLe — Mich. Conr. Curling (Bey s. (S. den Art. Urania, S. 714.) — Ilebcrs. dcr Dichtkunst des Aristoteles fin» Jan,. -Harris (S. ebi-nd. S. 71;.) — dct sich cineAbhandl. v. Trauerspiele.)-- -Hugh Blair (Die 45 und die 4ütc s. I. P. Sckraver (Von s. drey Abhandl. I-süuree, Dd. S. 477. handeln von vor dem komischen Theater von Straub, DreSl. T r a Tra 58r Bresl. >75y- 8. handelt eine vomTrsple.) — Fried. Nicolai (Vor dem ltcn Bande der Bibliothek der schönen Wissen, schastcn findet sich »on ihm eine AbHand, lung über das Trauerspiel.) —> In dein 7ten Band eben dieses Werkes S. so», ein Schreiben über die Sittlichkeit der Tragödie. —> Bc» dein Stücke. Leichtsinn und Verführung, ein Gespräch über das heroische und bürgerliche Trauerspiel. Thrstn. -Heinr. Gchmid ( Heber das bürgerliche Trauerspiel, im;tcn Bde. der Unterhaltungen. lieber einige Schönheiten der Emilia Galotti, kcipz. >77;. 8. lieber Götz von Berlichingcn, Lcioz. 177z. 8-) — G. E. Messing (Mehrere der Aufs, in s. Dramaturgie handeln von der Tdcvrie des Trauerspieles.) — L.or. N?estcnrieSer (In s. Reden und Ab- handl. München 1779. 8. findet sich auch eine Abhandlung über das Trauerspiel.) — Ant. v. AUein (lieber Lessings Mep- mmg vom hifiorischenTrspl. und über Emilia Galotti, Fest. 17S1. L- Uebcr dasTrspl. Agnes Bernauerinn, Mannh. 1781.8.) — A. N). lkberhard ( In s. Theorie der schönen Wisscnsch. Halle 178z. z. han, delt das gte Hauptff. §. izy. und — In I. I. lLscl?enburgs Entwurf einer Theorie und Litteratur der schönen Wissenschaften, der 6te Abschu. S. 240 der sten Aufl. von dein Trauerspiele. — F. XV. Götter (Die Vorrede vor dem -ten Bd. s. Gedichte handelt von dem vcrsifi- cirten Trsple.) — F. Gckiiller (Uebcr die tragische Kunst, in dem rten Bd. S. 17S der Neuen Thalia.) Von dem Ursprünge des Trauer« spieles: Rick). Benrley (Oer eilfte Abschn. in s. kelp. zst L. U<,)ck. Dpulc. rkilol. S. 27z. der Leipz. Ausg. handelt De vrigine 1'rsgocäioe: und der Verf. erklärt den Thcspis für den Erfinder derselben ) -—» Tieue de Varv)- (kecker- clics lur I'origine er Ie5 progrüo cks I» Vrog. und luirez clez recherckez, im -ztcn und zoten Bde. der Ickem. cke l/ücsci. cieslnlcripr.) — P. BruMS)- ( l)>sc. lur I'vrigino cke lo Trogcciie, vor dem iten Bande s. Tkeacre ckcs Ore-5.) — I. ?. Maus Valetti (Kum Tkerpiz Trog. 4ultvr liobsri poliic, Diilerr. Lrl. 1788-4- zwep St. Gegen Bcnrlevö Mevnung.) Von der Geschichte, und den l^i« genhcilen des Trauerspieles be/ den Griechen: Fr. Partus (Er handelt, in s. ?rolegvrri. in 8opk. Trog, bstorg. 1548. 4. von dem Trauerspiele überhaupt, seinem Ursprünge, seinem Unterschiede von dem Lustspiel, u. d. m.) Jac. M^cillus (Bey der Ausg. dcS Euripidcs. Las. 156z. 5. finden sich von ihm cke Trog, er esuz porcibus prole» xomeno -zuocfiom.) — Jos. Barnes (Troltaru8 cke Trog, verer. Lroecor. irem cke Tiieorro, er Lccno, er illiu» »ppororu, nec non ckc ksutico rkea- rics, «leyue Verluum rrogicor. legi, duz, in >z Abschn. bep s. Ausg. dcsEu- ripides.) — Joh. Thrseph. Tramev (De Tbelpicke primo culrior. Trog. Auttore, )en. 1754. 4.) —- I. Ad. ILmmerickl (De yuihuickom, Spur! Lroec. ver. Trog. Lcriproribus, ssen. '75S- 4-) Tb. Franklin (Dill«, ror. on oncicnr Trogeäy, honck. 1760. 4. und bcy der sten Ausg. s. Ucbcrs. des Sophokles.) — Th. Chr. v. Mure (hllsi lur l'lliih ckes?oecea rrsgilzuea grecs, Kur. 1760. g.) —- Bens. iHealh (Vor s. Kor. l. hett. in Trog, ver. Dromor. Dxoo. 1762. 4. findet sich eine Dilp. cke rrogicor. groecor, bckcrrio.) — Im 4tcn Bde. der Tare'e. /er //rreealv. ?or. >768. 12. findet sich, 5. SIZ eine Herne lurloTrogcäic grcc» 6! poesse lze. c irzl. kst-p. 1774. 4.) — Pier. Signorelli (Oes 5te Kap. des itcn BucheS s. Krit. Gesch. des Theaters, Th. >. S- 4;. d.. II. handelt vom griech. Trsple.) > — I. I. H. Nnst (Ohservac. i» rem rrazicam Lracc. Lrurr!-. 1778. 4 ) — H. Mecian ( In dem zten s. >äcm. von den Einflüsse der Wissensch, auf die Diidtkunfl, wird von der Tragödie der GriechS», Bd. 1. S. 146. d. U. gehandelt.) — La Harpe (Im itcn Bd. s. Qeuvr pzr. »779. z. fi,ldct sich ein Aufs, über die drev tragischen griech. Dichter.) —> Äoedesorr (8ur l'obzcr che la l'räZechie cke? jcz Lrecs, zwcy Ab- handl, in den XLcm. . dessen Art.) Und die Nahmcnder- lenigcn, deren Wecke nicht auf uns gekommen sind, in kmbrieli LWI. Gr. d.!b. Ii. c. 19. — S. auch die von H. Grotlus herausgegebenen Lxccrpr» ex 1Iag--eci. er Lom. g-aee. . . ?ar. 1626. 4. gr. und lat. — — Von der Geschichte und den Eigenheiten des Trauerspieles be)> Pen Römern: Ant. Sel Rio (87». taxma 'I'räAucrl. Lac. . . . Hnrv. 159z. 4. i^sr. 1S19. 4.) — P. Signorelli (Jni ?tcn Kap. des lten Buches s. Krit. Gesch. des Theaters, Th. >. S. !8?. d. >1.) -— Tsrk.Baden (De csuils negleölae l'ioZcieclias apucl kt»man»5, Lörc. 1790. 8-) — l(rag. vcc. iar. 'I"creli5, cleperclirar. XV. tnrnr, cu^uz üilk. er trvl. rrsstic O. G. Grim, ^nnad. 1790. 4. — — Geschrieben haben Trauerspiele Key den Römern: Seneca (s. dessen Art.) — Die Nahmen der übrigen finden sich in den angezeigten Schriftstellern; »nd die übrig gebliebenen Fragmente von ihren Stücken in Seriverö GvileI. verer. IViZicnr. Imgä. kse. 162-.. 8- Von dem Pacuvius hat An- nibale che» noch besondre ^Icmoric . . . Kap. 176z. g. herausgegeben. — ^ Das eigentliche Trauerspiel der Neuern, hat, im Ganzen, sich, bc. kaunter Maßen, nach dem Trauerspiel der Alten gebildet; und erschien zuerst in römischer Gestalt. Wie nähmlich die, aus den lleberschwcmmunnen der Barba, ren, geretteten llebceblcibscl der alten Dichter allmähiig wieder an das Licht ge. bracht wurde», und die Verfassung der Zeiten das Studium derselben zu gestatten anficug, schrieben diejenigen, welche mit diesen Werke» bekannt wurden, nach den Mustern derselben, Trauerspiele in lateinischer Sprache; und da diese Sprache die Sprache der chemahiigrn Herren der Welt gewesen, da sie ausgebildet, und aus ihr zugleich allein Kenntlich und Wissenschaft zu schöpfen; da die Sprache der nordischen Eroberer kaum schrcibfähig, und doch die Poesie schon Schreiberei) gewesen < und als Knnstwerk bekannt war: so gieng es sehr natürlich zu, daß diejenigen, welche zuerst ansiengcn, sich um Kcnnlniß und Wissenschaft zu bewerben, oder dergleichen zu bcschen scheinen wollten, nicht blos die Form der Kunstwerke der Alten, sondern auch dir Sprache derselben darin, und um desto che bepbe« hielten, da jene Sieger selbst, zum Thell, die Schüler der Besiegten wurden, die Sprache, Sitten, Gebräuche und Religion derselben» zum Tbeil, annahmen, und zu sehr das thäcige Leben liebten, als daß sie viel Werth aus Künste und Wissenschaften hätten legen können. > Wer cin- mahl Kunstwerke liefern wollte, konnte sie, unter solchen Umständen, nicht wohl anders, als in der Form und in dcrSorachc der Alten, liefern. In dem Geiste derselben sie zu verfertigen, davon hielt daS StU' T ra T ra 58z Studium dieser Sprache selbst, die zu ihrer Erlernung crfodcrlichc Zelt, die damit, damals »och, verknüpften größcrn Schwierigkeiten, und der Werth, welchen sie durch dieses alles, in den Augen ihrer Besitzer erhalten mußte, ab; und die, aus der Art der Cultur der Zeit, entstandenen Mysterien, Fastnachtsspiele, Haupt- und Slaatsactiencn zu zweckmässigen Kunstwerken, und aus ihnen ein eigenes, schönes Ganzes zu bilden, dazu mußten diese, sowohl in Ansehung der Form, als der Sprache, in den Augen derjenigen, welche sich mit Kunst und Wissenschaft abgaben, zu roh und unförm, lich und barbarisch, und eine solche Unternehmung selbst, in ihren Augen, ihrer unwürdig scheinen, da sie dadurch nur für den großen, ungebildeten Haufen hätten arbeiten, und den Beyfail der in ihren Augen gebildeten, eben so lateinischen Männer, nicht erwerben können. Und bey diesem, der lateinischen Sprache einmal)! zu Thcil gewordenen Vorzüge und Ansehen, war eS denn auch eben so natürlich, daß diese Sprache noch, wie die neueren Volkssprachen schon weiter gebildet waren, hin und wieder, im Besitze der Dichtkunst blieb, und auch noch später in ihr Kunstwerke abgefaßt, sowie die Form der, in ihr abgefaßten Werke, mit einigen kleinen Veränderungen, allgemein angenommen wnede. lind ihr EI», lluß ist noch weiter gegangen. In den crstcrn, in den neuern Sprachen selbst, verfertigten Trauerspielen, zeigt sich die Manier des Sencea durchaus, und geringe Spuren davon sind noch gegenwärtig in vielen Trauerspielen, besonders der Franzosen, zu finden. — Die ersten mir bekannten lateinischen Trauerspiele der Vcuern sind in Italien von Albertus Mussums (h >zzo) geschrieben worden; sie sind ganz nach Senccaischer Art, rühren den Titel, EcceriniS, und AchillciS» Und finden sich in s. vperibus, Ven. i6z6. 5. S. , u. f. — Zu seinen Nachfolgern gehören, unter nichrcrn: Greg. Carrari (f ,464. Pcognc, gedruckt, Ven. >;;z. 4.) — ^.gudivivi (l)o czpti'virore Oueis )scobi, des Generals Jacob Pirmins.) — C. Vcrardi (149». k>ernanäus tervarus.)' —Nic. Bartholomaus (Lbrilkus Xiionicus, ?ar, >529. 8. .4ncv. 15z 7. 8.) '— Carlo« lanus Marriranus (VraZoeä. Vlll. dckeäea, LIeJis, UUppol. Uscchse» Ubnen. L^cl. pcvmecb. cc (lkcükus... dst?p.'i;6z. 8>) — S. Buchanan Oepkre, 1557.4. fezsch. von Flor. Chretien, Orl. >567. 4. kZapcisses, 5. Lslumnis, I,nnä. I 578. Z. UNd bey s. ic.te^iar. Uber. l,ur. 1579. 16. Aus der Vorrede erhellt, daß der Verf. diese Stücke mit dem Vorsätze geschrieben, den Geschmack an allegorischen Vorstellungen, oder den so genannten Moralitäten, dadurch zu verdrängen.) Car. Govra- nius (8ulsnnac ccagica LoiNncäis, Oiv. ts/i. 4.)— Nie. Lrisehlin In s. Oper. lcen. iViAcnc. 1604. 8. finden sich zwcy lateinische Trsplec) —> ^UZ0 Grotius ('f >645. c^äamus exul. in s. pogm. loa. ksssA. 1601. 4. 80- pbompancas und Lbriikus psciens, sümck. 1655.4.) Dan. Heinsius (^165;. -üuriacus, si Ubercss iaucis, l,uZä. lZ. 160z. 4. lstcrockcs Inkanri- ciäs, das letztere Stück veranlaßt- zu seiner Zeit eine Menge Kritiken; Balsac schrieb eine, vorher angeführte, Abhandlung dagegen, welche Heinsius selbst, in einer Upilkuls ... I.uZä. k. 1656. 8. und de Croy in einer Ihepoyle . . ?sr. 1641. 12. widerlegte. Auch Salniasius ließ eine, sä )üegiä. bäcnsc-iuin Hp !lk. . . . ?se. 1644. 8. dagegen drucken. Der Tadel gründete sich vorzüglich auf die darin vermischten heidnischen und christlichen Gottheiten, Furien und Engel.) — B>ernh. Stephan: ((Nispus, l .uxä. L. 1609.12. > ?»r. 1622. 16.) — HaOr. Joroanus (Susanns, Usr. 1654.12.) — Ch. 0e la??ue (f>725. In s. l'oemar. ?sr. 1680. 4. finden sich lateinische Trsplc. l.yli >nscbus und (^rus.^i u. v. a. m. — . Trauerspiele 9, ipalieniscker Sprache: Vcttinelli, in dem Oisc. äei l'esrro icsiiano, lZpers, Bd. 6. S. 2. und Oo 4 Signa- 584 Tra T ra Eignvrelli, ins. krit. Geschichte des Theaters, Bd. >. S. Z47. d. U. finden in der, in den I. 1470,1480. verfaßten favvla ch Orten des Poliziano den crtien Keim des italienischen Trauerspieles. Nun ist es zwar wahr, daß das Stück sich tragisch endigt (Orpheus wird von den Bac. chantiunen zerrissen) aber, abgerechnet, daß Hirten und Schäfer darin erscheinen, daß Orpheus ein lateinisches Gedicht darin singt, zeigt sich keine Spur, daß der Dichter die Begebenheiten zu einem, unter sich verbundenen Ganzen habe ordnen wollen, und keine einzige Situation ist darin ausgeführt. Dem Orpheus, wie er sein lateinisches R-dkchr singt, wird von einem a?irtcn erzählt, daß, wie seine Geliebte vor seinem Nebenbuhler Aristäus geflohen, sie von einer Schlange verwun- dct worden, und gestorben scv ; nun singt er, ein italienisches Klagelied; dadurch w rd Pluto, der als gegenwärtig angc» Nammen wird, erweicht, und giebt sie ihm wieder; Orpheus stimmt wieder ein, auS dem Ooidius nachgeahmtes, lateinisches kicd an; mit einem Mahl klagt Eucidiee, daß sie ihm entrissen werde; eine Furie widersetzt sich, wie er ihr nach will; er bricht in Klagen auS; nun ermuntert eine Bacchante ihre Gefährten zum Morde de» Orpheus in Einer Octavc, und erscheint auch gleich mit seinem Kopse, und >aS Släck schließt mit einem tobliede auf den Bacchus, und nimmt überhaupt nur drcyzehn Duodezseiten ein. Ob das Stück In der, von dem P. GrenäuS Affo dr Bussetto besoegten Ausgabe, Ben. >776. '« >st: auf sie folgte der k'ilvll-'Zto »t-anfil- und Oe- metrio, lie cii 1">t>>e, Ven. 1508. Z. kn Terzine» des Ant. Si Pistoja, und endlich, tm I. ,516. die bekannte So« phoninbe des Giov. Georg. Cris. sino (s- >;!6. gedruckt, Sicnna 152z.8. Oonär. 1779. 4. niit K. Orelte, erst gedruckt im itcn Bdc. dcS Vcocrn iral. von Mas« fri, Ver. 17-z. 8.) — Bongiau» Erattarolo (kulisseng, Von. 1525.8. Hlrea, 1556. ^iliauare. Vi«. 1589. 8> und im 1'eareo i»i. des Masses ) —- !ss»aris G»a;;o (Oiicorllia tliimvrc, Ven. 1,28- 8->nTerzinen,)— )i>u>gi Alamaiini (1° 1550. ^nrigonc, im-teil Bde. s. O^ere, 1-ion, >;;z. 8.) — AuS. lNarrelli (,1'oilis liom. > 5 zz. 8. lind in s. Vpere, k^ie. 1548. 8 ) —- Ejovb. Giralvt Cinrio (l-orbecclre, Ven, 154z. 8. >564. 12. 1. Alcilc, d.Vukmis, 1.2 Leiene, l/kpiria, I2 Oiclune, ia Lieopsrra, O^rrenopio, Lisi ^nrivolomcni , sämmtlich mit der crstern, Ven. 158z. 8. (und nach dem Quadrio, Bd. IV. S. 67. zum Theil bereits 1590 einzeln.) — )!.u0. Dolce (Kcuba, Vin. 154z. 8- Dielle, Vin. I54Z.8- »icione, Ven. 1547- 8- I.a Oiocalls, Vin. 1549.8. liigeni!., Vin. 1551 .8. 1 .2 Vkellc-, Vin. 1557.8. Diese se .»6 zusammen, Vin. 1560. i:. ,c^6. 8. 1 .2 ssst2li2lin2, Vin. 1565. 8. l.e Vro^ane, Vin. 1566. 8 ) — Pier. Arerino (s .'Or»rii>, Ven. 1546.8.) Speron Gpenoni (f i5;8. 1 .2 Lon-. ce, l^ir. (Ven.) 1 546. 8. Ven. 1 ;6z. 8. welche, wegen der ungleichen Verse (verü^orri) der häufigen Reime, und ihres Tra T r a 585 ihres scheußlichen Jnubaltes ein QIul1!?i» . . . eon molrc nrili coniistei-zzmioni circo I'zrrc rrZ^iez, Duc, 1550. 8. Ven. i ;66. 8. das dem Bart- Cava!« cautl zugeschrieben wird, vcranlaßte, wo« gegen Spervni eine, erst be» s. Canace, Ben. >597. 4. gedruckte Hpoloßis und sechs De^ione zu seiner Veetheidiguug schrieb. Auch Faustino Summo nahm sich in s. Ouc cliscoii, . . . ?Zlj. 1590. 4. des Spcroni an, und Giamb, kivicra schrieb, unter dem Titel: ^poiogjz in» toriio olle l'rzgeciie cii liere iine, ?a. 4, dagegen, worauf noch eine riipostz des Sumiiio, und eine kepilc-r des t'ioiera in eben diesem Jahre erschienen. Mit vielen Verminderungen findet sich übri» gcns dieses Stück in der neuen Ausgabe der sämmtlichcn Werke bcS Spcroni, Ven. 1740. 4. ; Bd. — Giamb. Para- bouco (Da proZnc. unter der Aufschrift, Lomrneciiz nunvz gedruckt, Ven. 1548- 8.) — Angelo Leonico (ll Svläaro, Ven. iz;c>. 8- Die spielenden Personen sind aus dem bürgerlichen Leben, und mithin in das Stück, da es sich tragisch endiget, als der erste Versuch eines bürgerlichen Trauerspieles anzusehen) — AI. Spinello (Dz Lleopzrea, Vin. 1550. 8.) — Cesare ve Cesari (Dz Komilclz, Ven. 1551.8. Dz LIco- pscrz c Iz Zciilz, Ven. >552. 8>) Eiov. Andr. Anguillara (I/Lstippo, Dast. 1556. 4. Ven. 1556. 4.) —> Gttav. ?ara (D'Ippolito, ?sci. 1558. 8 ) — IHatt. Galavei (I.a üleciez. Ven. ,558. 8.) —- Nie. Carbons (D'älrez, dkap, 1559. 8.) —> Rin. Corso (Dz I'znrdi,, kn!. 1560. 8.) — LuSov. Domeniclii (Ds Lrogne, ?ir. i;6i. g.) — Iac. Casiellini (D^z- -irud-Ic, p'ir. 1562.8) — Erafvoil Hlonte Vicanlino (k/sz.nrißnno, Ven. 156;. 4.) — Anello Paolillo (I.'In- ccnciin
  • ^l!»ci Oizmzrurgiz, t^rr. Lisnipp», Ven. > 75 5. 4.) -- Celso pislorcllt (vlzi-c. Änronio c Llcopzrrz, Ver. »576. 8.)— Paolo Trapolini (DD- incno, ?sä. 1575. 8- I'keticlz, ?Zci, 1576. 8.)— Corq. Tassö (Ii l'or» rismonsto, Xssnr. >577. 8> Lerg. 1587. 4. indem Ve»rroirzI.dcSMaffci, in dcn Werken des Verf. Dir. 1724. f. 6 B. und öfterer.) — Lran; V05M (Da Decirs, Vin. 1578- 8.)— Aör. Vaierini (D'^frociire, Ver. 1578.8.) — Giro!. Aoppio (D'.4r»mznre, V!s- ccr. 1579. 8>) Vinc. Giustl (D I. rene, Ven. 1579. 8- Der Chor deS Stückes ist in zwco Thcile abgetheilt, welche mit einander den Dialog führen. D'AIcmenne, Ven. 1583-18- D'Dr- ineri, Ven. 1608. 12.) Gins. TeoOoli (II vemeiiio >4oscovirg, Ven. i;8l. 8> Lei. 16;,. 8 )— Ces. deila Porva sDs l)eits, dlzp. '581.8.)" (Ltt. PlgnareUl (Dz (Szriciez, bizp. 15 82. 8) — Franc. INonSeUa (D'Iiiiile, Ver. 1582. 8.) — Ant. Cavalerino (Ii Lonrc 31 IVInäenz, Ds kotimnnstz, II J'eletvnre, D'jno zusammen, Ven. 1582. 4)— kDeonoro Verlato (Dz Id»ü»peiz, Vew. 1 5 82. 8.) — Girol. Ginlnniano ()etre, l^zrm. I58Z.8.) — Gnivob.Mercati (D'Orsolz cii Lerczgnz, fir. 1585. 8-) — Nie. INasucci (Dz D»l!2n?s„ Lir. 1585.8.) — Carlo Tnrco (I -> ^.,» lestri, Ve». 1 58;. 8.) paol. .L>oz;i (Dz Luckeriz, Ven. 1588- 8.. Dz Lrzrzslclcz, Ven. 1591. 8.) —" Glt. Asinari (ll "Dzncreäi, kerß.. >;88- 4.) — Giamb. SDioiera (>.! Dres- sonre, pzst. >588. 8.) — V >al. Fn- ligni (II IZczgzciino, l'es. 158:». 4.) —' Cl. Forzate (Dz ktecinstz, ?z 8. 1590. 4.) — Gabr. Zinano (D's> chmerigo, Oo 5 keg-z. 586 T ra Tr a keAg. 1590. 12.) — Alef^. lillgri (II drinci'pe 'digriäoro, lieg. 1591. 4.) — Inc. Dccio (d'Acr!pun6z, dir. 1591. 8. 1592. 4.) '— Pier. Cresci (jd- ?ui!ia fcroce, Ven. 1591. 8.) — Giac. Guiooccio (da telacil6a, ?sd. 1592. z.) — Nluzio iNanfreoi (1.2 Lemirsiniclc, kerg. 159z. 4. imd in dem l'ear. iral. des Manfred!.) — Ein!. Saliner» (dAIccde, Qen. l 59Z. 4.) — (Drl. Pesceili ( Ii de- sare, Ver. 1594..4.) '— Nic. deglt Anzeli (d'^riinoc, Ven. 1594. 12.) Franc. Albecti (d'Oiotcrne, kerr. I z 94. 4.) — Giamb. Mariii (d'd. roUiarc, dir. 1594. 4.) — Giov. Villifrancbi (d '^iramore, dir. 159;. 8.) — Masses Veniero (d'l6aibs, Ven. 1596. 4.) — 2lgofs Micbiele (Liznij'po, Lcrg. 1596. 4. in Prosa abgefaßt.) — Fab. Closio (d'dlila, ^leid 1598. 4.)— Vinc. Pancialicbi (Orinckia, dir. 1600. 8- Ii He IVr» remiilaro, dir. 1604. 4.) — Pomp. Torelll (da ^lerope, darni. 1589.4. II 'dancre6i, dorm. >597. 4. da Lalares, Ii dolicloro, da Vircoria, mit den vorigen zusammen, Ven. 1605 und 160;. 8.) — Angel. Ingegnieri (1.2 'somiri, blap. 1Ü02. 1607. 4.) —» Melcli.ooppio (da kvlegea dtule, Kol. 1602. Z. dAUrncro, I2 dreula, II ^leamiro, Mir der vorigen, Kol. 1629. 4.) — Dra?. Pcrsio (doms,c)o ö^agno, Kap. 160z. 12.) — Carlo Ruggiero (da keina äi 8coT,a, dla^. 1604. 8.) — Aurel. CyrbeUini (II klirriäare, ^01.1604.12.) — Franc. Vinta (1.2 kcgina Iliilin, Ven. 1605'. 4.) — Agol?. Dolce (d'^lmicia, I/ciine 160z. 4.) — Correse Corres! (da düuilina, Heina eli da6ova, Vic. 1607. 4 ) Tib. Gambaructi (1.2 KeAing s°eano, dom. 1609. 8) " Rio. 614. x.) — Franc. Bracciolini (d'Lvanäro, dir. 1612. x. I.'^rpa- Iice, dir. 1612. 8- da dencclileg, dir. 16,5. 8.) —> Giamb. DIdoni (d'dclcinon>lu, VZil. 161z. 12.) —- Jac. Grisaloi (d'Oränia, der, 161 s. 8.) —' Val. Marria;;o (d'Ircnc, Vic. 16,5. 8.) — Silv. 2oranchi (I,? Srarira, Kol. ! 6 l 7. 4 II Qnilcar- elo, Kol. 1627. 4.) — Giul. Cam. Cavallini (d'gfronia, Larpi 1617. 4.)"^ Fil. Finella (da delonia, Kap. 1617. 8.) AlefsSalvio (daZcac- caitle, Kap. 1Ü18. >2.) — Scip. Francucci (Ii L-Iiiario, Ven. 1619. 12.) — Giorb. Albari (1.'d!is>snäg, Lrem. 1619. 8.) — Anvr. Santa« Maria (d'Ippolico, Kap. 1619. 12.) — Prosp. Äuonarclli (II kolimano, dir. 1620. 4. Zuletzt in dem "dcarr. iral. deö Maffeil da» crlie Trauerspiel ohne Chor. Sein Vieäoro!ncoror>2r», ^nc. 162z. 4. hat einen fröhlichen Aus< gang, und Intermezzo'».) — Giul. Ces Ulalmignati (1. Obiaura, 'pree. 1620. 8 )— ü.oü. Rota (It ke Qcr- N2nelo, keig. 162z, 4.) —- Giovb. NIaniiano (1.2 bucre^ia, Ven. 1625. 4 ) — Tobi» Oe' Ferrari ( 1 .2 lio- iilels, Ven. 1629. 4.)— Gioo. Ant. Ansrloo (da Tcnobia, ^dor. 1626. 8.) —> Vic. Sella Rena (II deronre, dir. 1626. 12.) — Nic. Pavaroni (da Ilomilela, Ven. 1626. 4.) ^ett. pizn'atelli (Lsricctiia, blapul. 1627. 8 ) — Azoff. /(uzz-ago (d d. liei(a, Ver. 16-7. 4.) — Giov. Cap- poni (^.a d'Icoparra, Kol. 1628.12.) — Angel. Gabriel: (II Liro» Ven. 162z. T ra T r a 587 162z. Ii.) --- Girok. Rocco (live- mcrrio» liom. 162z. g.) — Franc. Cerari (Po kolane, lüzo. p/zrlsce, Ven.16z8.12. ^Ires.Ven. «6zz. 12. Linevra, Ven.l6z8 12,)—Giamlo. Manzini ( l.2 pleriäa tzelola > Parin. i6zi. 4.) Grrens'. Scamacca (1° >648. Einer dcr fruchtbare» trag. Schriftsteller der Italiener i seine Stücke, welche sich aus 49 belaufen, und wovon ein Thcil aus so genannten hcillgen Tragödien besteht, sind, Palermo lözg- >üzz. L. in ixBdc. gedruckt.)— Girol. Bar- tolo?nmei (T^Irainone UNd Lrel», kom. 162z. 8.) — Franc. Bernaus» (dullavo, ke cli Zue^ia, dstllp. »6zz. 12.) — Giov. GnScSer (p /)lmon. clo, Vau. lözz. 8.) — Giov. pict. Oe' !7egri (pa delrrustg, dstsp. 16Z4. 12.) — Bern. Marescotli (p'^ra- inanrs, Kol. 16z;. 8 ) — Franc, pona (pz Lleoparra, Van. 1 6 z I 2.) — Anr. Mac. Cospl (II öckuüsta» per. ,6z6. 4.) — Ä.uigi Manzini (b.Wr>itol>olo > Koni. 1657.4. p-'Or- runc, Lol. ,652. 4.) — Sforza pallavicino (p'Lrmini^iirio, jivm. »644 .8. in gereimte» Versen, welche dcr Verf. in einein angehängten kazio. nan.enco verthcidigt.) — Giul. Aani (ll L-siloa, k»m. 1646.8.)— Giov. BeltranSo (pa Vickna coilanrc, drein. »648. 8.) — Giamb, Ghirardelli (Lolianrino, koin. 165z. 8. in Prose. Agost. Favoriti lieh, unrcr dem Nahmen Jppolito Schiribandolo einen Brief darüber drucken, worin er die Abfassung desselben in Peosa tadelte; der Verf. verthci« digte sich in einer, den dem Stücke befindlichen lZifela, gegen welche Gicv. Dat. Savarro dcl Pizzo s. parrenlo. visl. K. >6z;. 8. herausgab, worin er die, von Ghirardelli gebrauchten Gründe zu widerlegen sucht.) — Mar.Ceuli (p'Vr. inonclo, kam. »650. 8.) — Giov. BelftNt (1656. pa Llcoparrs, tmztcn Dd. des l'earro iral. des Maffei; pa pucrszis, il däciloro und Lreso, crst, mit der vorigen zusammen, knm. »7Z;> 4- k>»ä. 17ZZ. 4. gedruckt.) ^ Carls Garacino (pz 8rraron!cz, 1'renrc» 1652. z.) — Bcrlinzero Gefsi (ll t>lino piglio, Kol. 1655.4.)-— Mauro RugZtvri (Vesjisiian» Impersrriee, Ven. 1656. 12.) — Carlo Sc' Dor- rori (l. Ariffockemo, kack. 1657. 4» und im 1 earr« iraliano des Maffei, das, was der epischen Poesie dcr Italiener in diesem Jahrhunderte begegnete, war auch das Geschick der dramatischen; sie wurden beydc lyrisch, und haben beyde vielleicht dieses dem herrschenden Geschmackx an dcr Mnsik zu verdankeu. So gut das Stück sonst ist, »dcr so gute Wirkungen es auf dem Theater hervor bringt: so ist doch dcr Styl, eben jenen Fehlers wegen, unerträglich.)— LLm. Tesauro (p'Kr. inenegilcko, p,'pilippn, l Ippoliro, l'or. i<56l. st. die Heyden letztem aus dem Se- neea gezogen.) — Giov. Franc. Sa- varo (Lrilpo. Kol. »662.12. pmiel» clis, kom. »666, I 2. ) — Girol. Graziani (Il Lromuele, Xlacl. 1671. 8.) — A»r. Caraccio (II Lnrrsllino, kom. 1654 4.) — Giul. Azostl (p'Aeralcrle, kczg!» 1700. 8-) ^.uizi Riccc'^onl (pico kckaniio, Kol. 1707. 12. In Prosa.) — Pier. Jac. Martello (In s. Vearro, kom. 1709. 8. 2 Bd. und in dem8eguiro clei Vearro, Kol. 172z. z. 2 Bd. so wie nachher in s. 0;>crc, Kol. 1755. 8- 7 Dd. finden sich überhaupt fünfzehn Trauerspiele in gereimten Alexandriner», die nach ihm verss marrelliani genannt Ivorden. Er scheint sich das französische Trauerspiel zum Mu. stcr genommen zu haben.) — Lor.^.uc- clzesini (cilostoalilo und svlauriiio Im- sierackorc» kam. 1711. 8>) — Vinc. Eravina (Zervo ^pullio, dlauckio, Il psxiniano, ll palamecke, p. ^nckrvmecia , dlap. 1712. 8- Vorgeblich nach de» Mustern der griechischen Bahne abgefaßt; aber ohne den Geist derselben.)— Scip. Maffei (pa iZstcropo, kloäens 1714.4. »nd überhaupt in diesem Jahre drcymahl, so wie nachher noch sehr oft, als Ver. 1745-4. Ven. 1747. 4. (wobcy die darüber erschienenen Kritiken »cbst ihren Widerlegungen befindlich 588 T r a T r a sind.) — Ueberseyt, ln alle'mögliche Sprachen, als in das Franz?, bereits im I. 1717 »nd von dem Abt Dubourgi74Z. 8. Von Frcrct; in das Englische, von G. Jeffrey» 17z«. 8. (jedoch mehr Nachahmung, als llebcrs.) Von Ayrei^o. 8. In das Deutsche^» von Wolter. Las Anfsehn, iv^chcS daS Stück machte, ist bekannt. ES veranlagte, indessen, auch einige Kritiken, als Oilcrvzzions . . . von dem Abt Domen, Lazzacini di Morro, It. 174z. 4. Aber die, in der Anweisung der vornehmsten Bücher in allen Thei. len der Dichtkunst, Lechz. 1781.8. S.;;2. angeführte Parodie des Zac. Valarcsso ist nicht die Parodie der Merope, sondern des Illyßcs von Dom. Lazzarini. Das richtigste Urtheil darüber findet sich in G. E. LessingS Dramaturgie.) — Poinpeso Vi Montevecchio (It Lkilperico, IIa!. >714. 4.) — Ann. Marchcso (poliffenz und Liickpo, disp. 1715.8. Auch sind von dem Verf. noch ckch-igcckie crickione, dlap. 17,0. 4. , Bo. gedruckt.) — Fulv. Tessi (1.^rlinck2, Ver. 1719. 8.) -- Anr. Ghlstlicri (Liovsnnz I. keZ. cki dlspoii, Kol. ,719. 12.) — Saverio sd u. a. m. überhaupt zwölf Stücke.) — Gim. Mar. Pogzi (k'Ickomcneo, ktom. 1722. 8 ) '—' Giov. Äiavi (Ks dstorre -Ii Liulio Leksre, dlsp. 1722. 8. 1l kolinice, cbend. 172z. 8.)— Carlo Pagancesa ^nciockicke, Ven. 8 )— Mus. Sa« lio (Ks kenelojie, ?sck. 172 4. z. 1'emicko, ?sck. 1728. 8- Lsivio vr- rone, ksck. 17z 6. Z.)— Ant. Conti (II Lelsre, ksen?s 1726. 4, kucio Liunio kruro, Ven. 174z. 8- kcksrco kruro 1744. 8. Oruto, Ven. 1748. 8. zusamr-en, kir. 1751.8. Ven.1765, 8. mlt einer theoretischen Vorrede.) — p. Carrara (II Leisrv, Kol. 1727. 8.) — Man. Alf. Montanaro (k^. ctiille in ckVoch, Ven. 1728.4.) Giul. Cef. Äecelli (kchZrelle Vcncki. c-rore, Ver. 1728. 8 ) ^uisa Sergalli (Ks l'edz, Ven. 1728. 8.) — Mich. Mus. .Morni (II 'kcmi. tloclc, jtoin. 1728- Z. I'eockoiio, kam. 8 ) — Dom. Xosll (II Kar- ienns, Itom. 17z 1. 8-) — Giov. Granelii (l)ione Tirscussno, Kol. 17z 4. 8. Auch hat der Verf. noch ei» Paar aus dem alten Testament gezogene Stücke geschrieben) —^ Gius. Gorini Corio (In s. 'kescro rrgxr. c coinico, Ven. 17z-. 8. s Bd. finden sich sTrance- spicle, alS: k'Lcuds (Vlil. 1750. 8.) I,» klorce cl Tlgi ippin», II kruro (dckil. 1724.8.) kz)c?sbe>S, II Ivieemer, 1.2 Itolimoncks venckioscs, (öckock. I 724. 8.) II vucs cki L-uiss, (IVlil. 1728. 8.) UNd Ks ö^orre ck'/inuil>sle. Einzeln hat er noch eine ltolimonc!», dckvil. 1720. 8, liiicroreo, dstil. 1724. 8- kolistar», ebcnd. 1724. 8. tllarlcre, ^lil.i7z8 8. kslägsarc, tckil. 1740. 8. drucken las- , scn, welche nachher, mit den vorigen, und einigen Opcen zusammen, unter dem Titel, Icarro tropica, Vlil. 1745> 12. ; Bd. erschienen sind.)— Sebas?. Vegli Antonil (1.2 Oongiura cki kruro, Vic. -7-Z ScipisneCigala'sl., Llcopacra, dlap. i/zö. 4.) — Carl Eoldoni (drrico de cii Licilia, Ven. 1740.8.)— Gasp. Gozzi, (dl-Nra, Ven. 174z. aus der Electra des Longe, picrrc gezogen; Kerles, Ven. 1746.1z. däipo» cbend. >749. >2. sclnimtl. in s. vpcre, ebend. >759. 8. 6 Bd.) Carlo Sanseverino (Liro in iZabilo» nia, Lvl. 174z. 8. Tlnnibale LarraZi- nente, dol. 1749. 8.) — Alfons» Varanno (Oemcrrio, Kol, 1745. 8. t-iovanni üi Qizcala, Ven. 1754. 4« ^Znei'e, ^lareire üei Lispvnnc, Id. I7SZ. 8. Sämmtl. im zten Th. s. Gperc, darin. 1789. >?- z Bde. Das erste ist da» beste, und ein vorzüglich gutes Stück.) — Scraftno Giustiniani (täumirore, Lenos 1750. 8.) — p. Ringhieri (8slckasare, dacl. 1754. 8- Auch Hot er noch mehrere, mir nicht bekannte Stücke geschrieben, welche viel Beyfall erhalten haben sollen. Nach diesem Stücke zu urtheilen, können sie auf dem Theater allenfalls wirken; Prüfung halten ste nicht aus.) — Giov. Giocz. Alberti (Ihm werden drcy Trauerspiele, das Lecemvirat, Mahomet der 4te und die Amerikaner zugeschrieben, welche ich nicht näher anzugeben weiß.) — Gius. Farsetti (da irinrre it'drcole . . .) -^ Giov. Zfnt. SaLucca, unter dem Nahmen /(aurisio (l'raßcciie, dorn. 1761. 8. gBde.)— Chiari ((drsAeü. Kol. 176;. 8.) — C. Gius ^«nfranchi ?5ossl (Seine Opere üram. dir. 1766. 8. enthalten auch ein paar Trauerjhiele.) Duranle Duranti (Virginia, Lrete. I76jj> 8. -Vrilio degvlo, l'or. 177t. 4 ) — piet. Picchierai (da Virginia e la Llcone, dir. 1767. 8.) — Drusftno Clfteo (ein angenommener Nähme, Vlarianna, Len. 1767. 4.) Ilügcn. (Oii American!, dir. >76Z. z.) Gius Angelelli (Drageclie e xvciie, dom. 1768. 8. eS sind drep, Gottfried, Zenobia, und Hubert von Berg.) —. Alefs, Carli (Cii donga» dsräi und l'slane e drmelinits > v^er. ^765. 8-) Espol. Poyipei (Lsl. liroe, Ver. 1769. 8. Iperinctlra, ebend. 1'amirs, ebend. Sämmtlich im gtcn Bde. f. ttpere, Ven. 1791. 8-) - Fulvio Mauro (ll Oenrurione, dir. 1770.8.) — Asachardi (Longiurs conrr» la Lata Vlcclici, krul'. (dlap.) ,770. 4.) — Zlnr. Parabo (Wolfes, oder der Schottische Held und Svpho, NiSbc.) — Ungen. (dianca eü Lnricv, öüoci. 177 1. 8 ) — 2lnr. /(andi (In der dsccolra cli poetle reacrali, dir. 177 1. 3. a Bd. finden sich verschiedene niirrelmclstg'' Trauerspiele.) — Maria Fortuna (Tatdra, 8iena 1771. 8. Latdo.) — Vra). Callini (Tclinüe, darma 177z.) — Franc, Otts Magnocavalla (tüorraclo, darin. 177a. doil'ana, Vlanc. >776, IZ.)' — Sav. Dertinelli (VragLÜic, Kais. 1771. 8. Es sind ihrer drcy, Jonathan, Demetrius, und Z-erpes ohne Liebe.) — Mich. Sarcone ((deocloNo il Qranüe, Iclap. I77Z. 8.) — Scarsetli (Pausanias, Bol. >774. 8- Orcsio und Egcria.) --- Paolo Camp! (Liblia, klocl. 177;. 8.)--- Catanie (Bianca Capelia, D. Garcia, und die Verschwörung der Pazzi, in den Jahren 1778 >1779.) — Andr. llVilli (In s. vpere clramar. >778. >7 8z. 8. 5 Bde. wovon, der erste, Halle >788- 8. Deutsch erschienen ist, finden sich drey Trauerspiele.)— Ungen.(lägu. lino lZonre 8e' Lücerarüetci, Lais. 1779. 8 ) — D. Juan Colomes ((Zaz-o Idlsrcio Larivlano, d. 1779. Ticgncte eii Latkro, l.iv. 1781. Lei- pione in Larcaßine, Lol. 178z.) — Man. ä!.asl'ala (liigenia in ^uliite. Vol. l 779. 4. Nach dein St. des Racine. Ormilincla, Lol, 178Z.8. du- ci» kclirsnsta, Lot. 1784. 8-) — Mo- resclzi (Oarln primo, 8ol. 1784- 8.) — Vitt. Alfters ('dragestie, Vo,!. 1785.8- zBde. dar. 1788-8. 6 Bde.) — Vinc. Monti (h'Arilloclerno. darm. 1786. 4. Lalerr» kclsnticctie) — Aless. popoli CVescro, Ven. 1787. 8. sBde. Trsp. und kustsp.) — Giov. de Gamerra (S. diovo 1>Ä» rrv, dift 1790. x. s Bde. enthält, ans- ftr 590 T r a Tra ser mchrcrn kustspielen, verschiedene, heroische und bürgerliche Trsplc.) — Bes. fani — Somiglia — u. a. m. — — Sammlungen von italienischen Trauerspielen: Ve»no loaliano, von Massel, Ver. i?!;-!/-«. 8. zTH.— Lceirs äl I'ra^eäie, Ven. 17Z1. 8- Wirr St. '— dsesreo rrZA. lrsi. knr. 1784. 8. 6 Bde. — Auch besten die Italiener llcbeesctznngcn ven sehr vielen Stücken des Racine, (sorneille, Voltaire, u. a. m. Llachricbten von Oem rragiscken Theater Oer Italiener geben: Xao. Guadcio (In dem zten Bde. f. Sr»r. e I^üg. ckd-gni Losiia.) — Signorclli (Im zten und gten Kap. des ersten und im tten und aten Kap. deS zten Buches s. Krit. Geschichte des Theaters.) — Cef. Ursini (l. Spione iniorno ii Icnevpro. ßecisse, äella Vrs^eäiz in Iraiia, 1»r. 1789.4.)— Wegen mehrerer hleher gehöriger Werke, s. den Act. Drama, S. 7>y. IlebrigenS stimnicn die italienischen Kunstrichter aste darin übcrein, daß ihre ersten Trauerspiele nichts al» ängstliche Coolen der Griechen und zwar steche c Isn^ucnti, daß sie äcclama^icmi in iisens, äilleers^icm!, compvlleioni rercoriche (s. den IZisrursu des Betti» nesti) sind; und mich dünkt, als ob diese letztem Fehler auch noch den neuesten Stücken derselben anklebten. In diesen haben sie nach den Franzosen sich zu bilden gesucht! und hier dünkt mich ist die eigentliche dramatische Wahrheit und Natur nicht zu finden. Siufdcm Theater selbst haben ihre Stücke, einige wenige abgerechnet, nie Glück gemacht. — >— Trauerspiele in spanischer Sprache: Die ältesten, in dieser Sprache, geschriebenen Trauerspiele, sind von Fern. Pe- re; Oe Vliva (s >;zz. L» vengsnesäs Agamemnon, und Llecubs riilie, in s. t)bra5, Lorä. 1 5Z6 4. UNd im Stell Bde. S. >91 u. f. des Harn, List. befindlich. Beyde sind in Prosa. und aus der Eicctra des Sophokles, und der Hekuba des Euripidcs gezogen.) — Ger. Ver« MUheZl (>580. chiite Lslkimoi» und dstile lsurezäa, Mit dem Titel pnmer^IVs. xeä. Lipanolzs, Alaä. 1577. 8- und im Sten Bde.. der angeführten Samml. abgedruckt. Sie sind in reimsteven Verse» abgefaßt; und jede derselben hat zwey Chöre, welche mir der Handlung nicht weiter verbunden sind, als Laß sie jeden Akt, deren sünfc sind, mlt Bctrachtun. gen in verschiedenen lyrischen Siilbe». maßen, schließen. Etwas mehr Thell nehmen solche indessen an der Handlung des zweyten Stückes. Dee Jimhalt ist die bekannte Geschichte dee JneS de Castro.) — Juan ide la Tucva (Lv; iisie ieelauee? äs Lars; La lvlvrie äs A,ax T'eiamon; la muerre äs Virginia ^ Apsiio Lianäi-i, und ei hrineipe II'ranno gedr. im I. i;88. Es sind die ersten, l» vier JornadeS abgcthcilttn Stücke, und die Charaktere, besonders der Charakter des Tyrannen im letzten Stücke, höchst übertrieben.) — Juan So Malara (Zeitgenosse, oder gar Vor« gängcr des letzter», wie sich aus dessen Arce pserie-z zeigt. Vclazquez, S. z68. d. ll. schreibt ihm nur ein Stück, Abs»- lvn, zu; auch findet, in den bekannten Verzeichnissen von der spanischen Bühne, sich keines, als dieses von ihm ; aber eben nach jenem Gedichte zu urthcilen, muß er deren viele geschrieben, und mancher- lev Neuerungen in der tragischen Darstellung eingeführt haben. Cueva, a. a. O. ( Larn. List. Dd. z. S. 66) sagt von ihm: Ll Xäaelkro Jcha/ar» Tue losäo ?or ^ue eu slAuns csi'a slrerst et ulo suriczuo con el v.ueslroconistrmaäo Ln el Vearrc- mil LraZsäjzz pul» Lon czue äio uuev» Iu2 , la ruäe2Z, Oc ella sparcanäo el kermine conkusii. Aplica el verl<> cesgicc- la slre2» epics, 7 äpls liriea äuieura con sksökoz luavez iin ckure??», Oder sollte alles dieses nur Poesie scyn?) --- Anör. Rest Sc ArcieSa (Los Amaurcz, v^al. I58>. 8.) — Gab. ^asso (La Ickvur» eis Dick» rostsuraäa. und T ra Tra 591 und la Destrucion cke Oonssonrinopolli, in f. Domoncero, ^!c. 1587. 8-) — Gnillem. de Caskro (Diclo 7 Daess, im otcn Bde. s. Lameciizs, Vsienc. 1625.4.) — äTupercio diArgcnsola (f ,6lz. Itäheils und ^iejznäes, adge- druckt in» üten Bde. S. zez. dcS Dar». Dlp. Vcpdc Stücke sind bereits in deep Jonenadcn abgetheilt, und also wahrscheinlich später, als die folgenden gc» schrieben; sie sollen indessen bereits ums I. >585 abgefaßt worden seyn. In Rücksicht auf Schreibart überhaupt haben sie allerdings Werth; aber ? bei und Cha- ractere sind unnatürlich und übertrieben. In der ersten kommen zehn, in der letzter», welche nur cilf Personen hat, neun um; überhaupt sind diese Personen sehr blutdürstig; und besonders die Hauptperson in der letzter« ekelhaft; auch ist das letztere Stück in sehr vielerlei) abwechselnden , rcimfreven Versartcn abgefaßt, welche die Täuschung äußerst stören. DaS Lob also, da» Cervantes ihnen in O. Qnirvte, Th. 1. Kap. 48. giebt, scheint zu beweisen, daß sein dramatischer Geschmack nicht eben sehr gebildet war. Noch wird, ebend. cineDilis, wahrscheinlicher Weise von eben diesem Bcrf. gerühmt, welche noch nicht aufgefunden worden ist.) — Chris?, de Virues (In f. Dbr-s rrZZie. . . . dckaci. 1609. 8- finden sich fünf so genannte Trauerspiele, l-> gr-a Lemiromis, ls crucl Lillsnärs, ^rila turiala > la inkelii ^lsreelo und Lüh» Diclo; und in den Jahrbüchern der spanischen Bühne werde» dem Verf. noch drei) andere, Li s^mor, /Vdlalon und Loul ^ )onara« zugeschrieben. Bonden Eigenheiten derselben im Ganzen, ist bereits bey dem Art Comodie, S. ;z? gehandelt. Die Oido ist unstecitig daS beste, wenigstens regelmäßigste, Stück, lletrigens verdienen, meines VedünkcnS, die von dem Verf. feine» Heiden und Heldinnen gegebenen Veywörtcr auf dem Titel, in so fern bcmcekt zu werden, als solche sichtlich darauf zielen, das Interesse der Stükc zu erhöhen, und also erweisen, baß der Vers, selbst solche nicht durch sich allein hat ihr Glück wollen machen lassen.) — Chris?, de Mosa (DI Pompe;,«, bei) s Hebers, der Ekl. dcS Virgil, dckocl. i6>z. z. ein sehr mittelmäßiges Et.) — /Hope de Vega (st i6zz. Unter seinen s» zahlreichen Stücken, werden mehrere, als DI Duczuc cie Viseo, Doms adra- stocko, la hello »urors (die Geschichte von CephaluS und Proccis) ei csikiZvlin vcnAsn^s, I» inciccnco ianzre, el ms. rici« MZS Arme (Orpheus) und Is drille» für Trsplc. ausgegeben, und den Nahmen von Tragikomödien führen, unter mehren;, cl ^stolro cle Vksikri^ue, el Hz- iksrcku häuciorrv, /Drzuco «iomsäu, la nuevz viökaris ciel kckürczuez cle Lanka Cru^, la hello i)nclk«mecia, ei mczor m«2« (sc Dipsna,- cl Vlzrczuez cke häan» rua > ls cleiciichsilz Dikestoniz, ei ulcim« L-«äo, e! Laiicke Dernun Lon?.ale?, el De/ An Dc^no, Derihanc?. und cl Oomenäacior cle Ocan». Alle haben gleiche Fehler und gleiche Schönheiten; das Uebeeeaschende, Außerordentliche, Uebeetriebcne, Abenteuelichc herrscht i» allen; aber in allen zeigt sich auch glücklicher ErflndimgSgcist, und cinzrie glückliche Situationen.) — st1>epia de la Ccrda (D. Ines cke Oalkr«, in derMa- Nier dcS Hope geschriebenes Stück, in dem ztcn Bde. der Oameäios des Bcrf.) ^uccado Vciarde (Das Aece Int'on- res cle Dars, welche unter den Stücken des Hope gewöhnlich mit abgedruckt ist.) Franc, /Hope» de Zarace (st 1658. kckerculez Aurenke in f. Dhrss, ketsck. 1651.4. aus dcm Scncca gezogen; in einem nur zu hochtrabenden Stole abgefaßt.) —> Th. de Anorbe (DI Dsalin« im I.. 1740. Oer Verf. wollte mit diesem Trspl. ein Stück in der französischen Manier liefern; aber eS hat eben so wenig französisches, als tragisches überhaupt.) T>. Augus?. de Nssonciano y /hn- stando ( VikAini» 175«. ^rsulph« 175z. Vcydc nach französischen Mustern, und Regeln; auch schön veesisiciet; aber doch nichts, als kalte Kunstwerke.) — Z>. stststan. /hassala (stvlepk ckescuhicrro » ?U! hermairos, Vah 1761. Don Laucki» 592 T r a T r a Zsncko ^barca, Vsi. 176;. Z ) — Nie. Fern. Se Morarin (bucrecia 176). Ormestnäo 1770. Sic vcran- faßten mancherlei) bittre Kritiken; dos letzte Stück hat unstreitig das größere In» teceste; nur wird dieses dadurch sehr vermindert, daß die Heldin» von einem Mohren geschwächt wird.) — D. Jos. Tav- hnlso Vnlle (L>. Laneko Lsrciz tonnst« ste OzÜcliii 1771 UNd >784. ln gereimten Versen.) — D. Thom. Gebastinn z- ähacre ( ?roZnc ^ I?k>!. lomcla 177z nach einem Stücke des Fr. LioxaS.) — D, Ign. ^.opez de Apala slstumancis cicssruiäs 177;.)-» VlNc. Garzia de la 'Hucrta (l-a k-itzuel und /lZomemnoii venAzsto, in s. Ohrss, öck.>ä. 1778. 8. sBdc. und als Supplement jU s. 'ckliescru Istctp. Xsyr» eine ltebcrs. des Volt. Stückes. OaS erste ist vielleicht das interessanteste Stück der Spanier; daS zweyte ist aus dem Sophokles gezogen.) — Marques de Palacios (^.iexznstra il »vhie, Uoiens, cke Llcves, /lpocouque, TZerghencs, «I Loncia Lsrci Lancken, el Lonste ckeLare, cl Ouque ste Lomersec, el Duque tlo ^Ihuqnerque, Isternan Corres, Lemirsmis und Hhstolomino.) — D. Seist. Mar. Corres (/Zr-> chuaipz, delsst. 1784.4. k^elaz-o.) — Gasp. Melch. Jovellanos (pclo^a.) Tciqucro (LZilona.) — Noch führt Huerta in s. DK. tstsip. einige Stücke an, deren Verf. mir nicht bekannt sind, als j-l )akel, los tlc»2 Luznnannes, Klo- rincls veirZosta, U. a. III. Auch dürften sich noch manche so genannte Tragikomödien hieher rechnen lassen, so wie so gar Stücke, welche den Nahmen Lomeäias führen; wie z. D. der, aus Hessings Dramaturgie bekannte Lonäe cie Sex, welcher mit dem Titel Lomcstia abgedruckt ist. — Nachrichten von dem spanischen Trauerspiele geben: T>. Auzustin de Manciano y L.n)-'ands (Dilcurio subre las D-oZeciiss Ilfp. . . ^ä-ä. 1750. Enthält ausführliche Veur- theilungen der frühern spanischen Stücke, ober gänzlich nach französischem Maßstabe.) — T>. äh. Joseph Velazque; (In, ütrn Abschn. der zten Abthcil. S. z6o d. ll. f. Gesch. der spanischen Dichtkunst; gänzlich aus dem vorher gehenden gezv, gen.) — s>. Signorelli (In s. Krit. Gesch. des Theaters, Th. 2. S. 47. 84. und zi6. b. U. mit größtcntheilS sehr verkehrten, einseitigen ober nachgeschriebene» lirthcilcn. — — Trauerspiele ln französischer Sprache. Mehrere Gcschi'chtschrclbcc der französischen Bühne, z. B. Fontencilc, in s. «ist. stu Dssesrre tüsnc. im zten Bd. s. veuvr. AuSg. von 174-. S. so finden schon mit Ausgang des Igten Jahrh. ums I. IZ8Z das Trauerspiel in Frankreich. Um diese Zeit schrieb nähmlich ein Provcnzalischer Dichter, Linaus helles DrüZeckies stcz Zeltes cke )col-ris keine ste hloplez; «der sie hüben sich durch die Wörter, Lo- mecüe, 1'esZeeüe. kohulg, U.d.M. versührru lassen, das, was Erzählung ist, und cntwedrr wcgen der Schreibart, wie das Werk dcS Dante, oder wegen seines Jnnhaltes, wie die angeführte Schrift des Parasol, Lomeciie oder(fragest!» gencnnt wurde, in ordentliche Dramen zu verwandeln. ES ist jetzt ausgemacht, daß, wenn gleich die so gcnann. rcn 1'eouveres (S. den Act. Comöbie S. 5k;.) schon frühzeitiger eine Art dramatischer ConiPositionen verfertigt haben, doch so frühzeitig keine Spur von eigentlichem Trauerspiele in Frankreich zu finden ist. Dieses scheint zuerst durch Ue- bcrfctzungcn griechischer Dichter, dort bekannt geworden zu sepn. Die erster» dieser Ucbcrsctzungen wurden von hazarc de Baif verfertigt (die Elektro des Sopho. klcs, Kar. 1x57. 8. die Hekuba des Eu- ripidcö, Par. 1550. g.) Von Th. Si- bilet (die Jphigcnia, Par. >549. ;;o. 8.) allein dos älteste, und wücklich aufgeführte, Üriginaiwerk ist die Dleopsrra caplivs des Elienne Ioöelle (f I5 7Z) gespielt im I. i;;a. deren vier erste Acte in zchnsolbigten, und der zte in alexandrini, schcn Versen geschrieben sind, und auf welches T ra T r a sgz wrlchcs scinc Oido folgte, der eS wirklich nicht an einzeln Schönheiten fehlt. Wey der Menge französischer Trauerspiele, und der Nvthwcudigkeit, den Raum zu I schonen, schränke ich mich auf die bloße Vahmenanzeige ihrer Verfasser ein. La Peruse (1554. Seine im I. >554. er» schienene Mcdea ist in abwechselnden, nnliinlichen und weiblichen Alexandrinern geschrieben, und also das Musser der tra» zischen Autoren zu nennen.) — tNelin 0e Sc. Gelais (f >;;8. Seine Svpho» nisbe verdient nur in so fern bemerkt zu werden, als sie das erste französische Trauerspiel in Prosa ist.) — Jean Breroy (Hat cineTchzaallie 5 lluir per- svnliaßer geschrieben, worin nicht allein ein paar allegorische Personen vorkommen, sondern auch eine Person aus dem Theater gehangen wird.) — Jacg. Grevin (>570) Jacg. de la Taille (f >562.) Gabr. Voun^n ('s i;6s.) Frcs. le Duehacs-fijSz.) Nic. Fillcul(f>570.) Guil. le Äreron (f >;s6.) Ican ou Maines >536.) JeanOeDaubreuil (f >590.) Robert Garnier (f 1590. Er führte den Titel l'rsßlcaniestis auf dem sranzös. Theater ein ; sein erstes Stück, Poreia, ist vom I. >;68. sei» bestes, Hi. polyc, vom I. >57). Ilebrigcns brachte er mehr Regelmäßigkeit in das französische Trauerspiel, und solches der gegenwstrti- gcn Form nsther.) Rol. Drisfet (f >5?6.) Jean Zöehourt (iöoi.) Jacq. Ou Ha- mel (f 1608.) Nic. Ve Llstlontrcux (s >6>o.) Er. Sellone (s >6u ) Fr. Derrrand (f >6u.) Tl. EftllarO ff >6,5.) Nie. Gret Oes Tcoix (f'6>5.) Jean Prevost (f 1618.) Th. Vautcr (1620.) Pierre Drinon (f >620.) P. LNarthieu (f 1621.) Ant. Oe Mlonrcl?retien (f 1621.) Fr. iL>ern. de .Vronsse(sl62z.) Tlüeopb. ViauS (f 1626.) lVorns (f >6zo.) Alex. Harv^ (f iszo. Er soll der theatralischen Werke über 80-- geschrieben haben. Aber, in einem seiner Stücke werden zwcp Mstdchen von dem Theater entführt, und in der Coulisse geschstndct. De Ärosse (f 1Ü4-.) Thapotoi, Vierter Therl, (esiäqll.) Regnault (^ >642.) Guyon ve Douscal (s 16; 0.) Jean de Rotes» (f >6;o. Wer sollte es glauben, daß, bis zu seiner Zeit, noch kein tragischer Dichter der» Personen in einer Sccne zu verbinden wußte? ES wird dem Ro» lrvu als Verdienst angerechnet, daß er zuerst das Gcsprstch unter drcp Personen za verthcilen verstand. Sein Wcnccslaus, der den Titel IlraKicvwcstic führe, und sich noch aus dem Theater crhcklt, ist im I. >647. zuerst gespielt worden. Aber hieraus erhellt zugleich, daß er mit Unrecht oer Lehrmeister de» Corneille genannt wird: denn nur vermittelst diese« Stücke« hcktte er es allrnfalls sevn können, und der Eid des Eorneiile erschien bereit« im I. i6z6. und auch die Horazicc und der Linns frühzeitiger, als der Wcnces» laus.) Lucs. Tristan (f 1655.) Pierre du Ryer (f iü;8.) Jean Magnoy (ch iHüa.) Jul. de la LNesuacoiers (f iüüz.) Gaur, de la TalprcneOa (f l66z.) Jean de la Serre (ch 1SÜ5. Auch er hat ein Trauerspiel in Prosa, Thomas Morus, verfaßt.) George So ScuOer^ (s 1667. Er war einer der er» sten, welcher sich strenge an oje mechanischen Theacerregeln hielt, oder zu halte» glaubte, welcher die sogenannte vier und zwanzigstündige Einheit, u. d. m. einführte, obre eingeführt haben wollte.) Frcs. Hedclin d'Äubignac (f 167z.) Gab. Gilber« (f 1675.) Jean Des« marets (f >676.) Pierre Corneille (f >684. Mir seinem, in, I. .Sz6. erschienenen Eid fieng sich eine neue Epoche für das französische Theater an. Auf dieses Theater wurde dadurch der Kampf der Leidenschaften zuerst gebracht. Die Eng- lstndee hatten es schon durch den Hamlet im I. 1608. keimen gelernt. Von de» Ausgaben seiner Werke begnüge ich mlch mit Anzeige der Parisee von 1682. iz. lo Dd. >722. la. 10 Bd. wcbevdie.Werke seines Deudces, Thomas, bestndlich sind, und der Ausgabe des Hrn. von Voltaire, 1764. 8. isPd. Daß Corneille viel Lob, rcdner gesunden hat, ist sehr natürlich; Gaillard, Langlae, Bitaube u.a. m. ha. Pp den 594 Tri, Tra bcn deren und Fontencste sein Leben gea schrieben. Eine vortrcfliche Zergliederung seiner Rodogune findet sich in Hessings Ora, maturgic.) Jacq. de Moncauban ff isg;.) Jean de Maz-ret (f l6g6.) Phil. Cininanlt (f >688.) Is ve Zöenseraoe (f >6?>.) Mick, le Clerc (f >691.) Antoinecre Deskoulicres (f 1694.) P. 0'Assc;an (f 1696.) Cl. Doyer (^1698.) Nic.Praoon (5,698. Er ist durch seine Phüdra berüchtigt werden; aber das Urtheil über ihn füllt minder strenge aus, wenn man ihn nach s. Tamcrlan und Rcgulus beurthcilt.) Jean Racine (f 1699. Sein erstes Stück, phebsidc, ou les treres ennemics ist vom I. >664. ZZic besten Ausgaben seiner Wecke sind, llar. >700. is. 2 Bd. /.mck. 17-2. >1. 2 Bd. l-ond. »707. 4. sBd. p-r. 176g. 8. 6 Bd. 1770.12. 7 Bd. (mit einem seichten Tvmmcnrar vonVois- gerniain) 178z. 4. z Bde. >8. 5 Bde. erschienen. Nachrichten zu seinem heben dieser» die bekannten, von seinem Sohne geschriebenen Viani, iür >a via eia )ean kselne, zuletzt l.auf. ecLcn. 1747.12. gedruckt, aus welchen Hr. Schmid das Leben desselben in der Aligcm. Biographie gezogen hat. Erläuterungen verschiedener seiner Stücke finden sich in den bekannten kestax. tur la ^ociie, p»r. 1747. 12. s Bd. ebenfalls von seinem Sohne, die zuerst in den Vlem. de I Academic des Inläripr. erschienen waren. Vermehrt, und auf aste Stücke ausgedehnt sind sie, unter dem Titel: llemarczues für las l'ragedies eis stean Ibacine, fuivis ck un Nraice lue la zioelie dramariizue sncicnuo er moderne, /^mll. 1752. >z. 2 Bd. gedruckt ivordcn. blores Fiammaricsles lur les "Tragedies de Ib. gab der Abt Olivet heraus, wogegen Oes Fontaines einen iiacine ven»e schrieb. Auch hat tvngcpicrre noch eine paralitzle de Oornellle er delbacine UNIS 1. 169z. 40 wie, um eben diese Zeit, Fontencste und endlich auch Vauvenargues eine dergleichen in s. fnrroduüion ü la con- noistance de I'elpric llumain 1746 drucken lassen, die, mit Ausnahme her erstem, aber mit Aussülzen elhfilichcr Ars, in der parallele des rruis j'rincigaux poeccs NrsA. franc. par. 1765. iz. gesammelt worden sind. Ferner findet sich in Le Franc Pompignan Ocuvr. eine Oerrrc ü Vir. llscins le ssls, für Icz l'raved. de fon pcre, Und Obfcrvse, für I'Lsther im i2ten St. des stourn. llnc^el. V. I. >79Z. Ob da» llxamcn impsrrial des meilieures Trazedlesde llaelne, par, 1768. der Comnicntar des Boisgcrmain ist, weist ich nicht.) Urb. Chevrean(f 1701.) lLSm. Bour. seault (f iL---.) Jean Frcs. Ducke (s>7->4.) Theos. Oe Riuperoux (s 170S.) Anr. oe la Fosi'e (f 170t.) Peckanrrcs (f >709.) Th. Corneille (f i7->9.) PAnt. 0c la Place (f 1709.) Jean 2oelin (st i?,,.) Carbarinc ^»ernaro (f 1712.) Gasp.-Abeille (f >7>8.) Cl. Genes? (ch 1719.) Louis Lerricr (51721.) Hilde Longepierre (5 >72>.) Jean Campisrron (ch 172z.) Jean Oe la Chapelle (ch 172z.) Ann HouSacO oe la Motte (5 17,1. Doß ka Motte die Prosa in das Traueripicl wieder einführen wollte, ist bekannt. Seine Ines de Castro hat Hr. Bertrich in daS Deutsche übersetzt.) Gilles 0e Caux >7ZZ.) Aug. Nasal <51741.) Mar. Anna Äarbier (5 174z.) Sim. Jos. Pellegrinsf>74;.) Franc. Deschamp >747-) Hen. Ricker (5 1748.) Ann Dancket (5 >748) Linant (f 175° ) Louis Se Dolssh (f >758.) Pierre Morrano (f 1758.) Jos. 0e Chance! Sc la Grange (f 1758 ) Louis Ca- hufac (f >759.) Ci. oe la Touche (f >7^0.) Jean Ve la Noue (f 1760) Mar. Anna Ou Doccage (f -760.) Pcosp. Jols'or Se Crebillon (f >76-. Sein erstes Stück, Jdomcmius, ist vom I. 1705. Seine Werke sind, Par. 17-0. 12. 2Bd. 1749. 12. z Bd. 1750.4. 2Bd. gedruckt.) Alex. Piron (ch>77Z- Ovuvr. par. 1776. z. 7 Bde.) P. Laur. Bni' rel 0e ^oello^ (f 1775. Ocuvr. >775- 8. s Bde. Er war der erste, welchcrei- ncn national Gegenstand, die Belagerung von Calais auf hie Bühne brachte) Jean Tra Tra 5SZ Jean N. de Lhatcaubrull (s ,775.) Pierre LH. Aolardeau (f 1776. »euvr. ,779. 8-l -Bde.) Jean B. Grefset (s >778 ) Frcs. Arouet de Voltaire (s 177«. Sein erstes, in seinem neunzehnten Jahre geschriebenes Stück ist der, im I. 1713. gespielte Oedlp und sein letztes AgathoxleS, erst ein Jahr nach seinem Tode aufgeführt. Von den vielen Ausgaben seiner Werke ist die von Hrn. Beaumarchais wohl die bessere. Seine Trsple. nehmen die sechs ersten. Bünde derselben ein. Von den vielen, über seine theatralischen Werke, erschienenen Schriften, begnüge ich mich mit Anführung des Ami che ia verirc o» Genres imparrisies . . . inr roncez lcs picccz ste Vireorrs ste Xlr. ste Volroire, ?,rr. 1767, la. von Hrn. Dourxigne, und der vorher angeführten Schrift von Clement. Nie mchrcsten seiner Trauerspiele, besonders der frühem, sind in das Italienische (von Gozzi, Barctti, Ccsarotti, Conti, Cap- pacclli u. a. m.) in das Englische, in das Deutsche (aber grSßccnthcilS schlecht, die Arbeiten von den Herren Esthenburg und Gotter ausgenommen) und zum Theil in das Spanische, Dstnifche, Holländische, Polnische, Sch-vedischc, übersetzt worden. Wegen der, von dem beben des Verf. Nachricht gebenden Schriften, s. den Art. Heldengedicht, S. 55>.) Ll. Jos. Dornt (ch>7So.) Franc, de Pompignan (Oeuvr. 1784 8. 4 Bde.) — LH. Palifsoc de Montcnoy — Mangcr — Fr. Th. Arnand — Bern. Jos Saurin — Anc. Marc, ^.e Mierre (s 179z.)— sL0ni.de Sauvignp — I. Franc .Bafnde — Jean de la Harpe (Deuvr. 1778. 8. e Bde.) — Sei? Nic. de Lhamp- forr — I. Fred. Marmonrcl (f 1789. Seine Trsple. finden sich im >5tcn Bd. s. W.) — Ducis Loröicr >— ^onin Poinsinet de Sivr? — LH. I. Franc. Henaulr (f 177--. In s. llieces ste Lllesrre, ?ar. 1770. g. findet sich ebenfalls ein Trspl. in Prosa, ?rsnx,>is II) I. B. Robert Boi- fkel S'Mslles — Lhabgnon Du Llairon — Bursa/ — Mo- reau^— Ziraignon — G. Masp. de Fontanelle —> Lheo. Vacan — Soubr/ — Moline — Traversiev I. Fonraiire Malherbc — 2lnt. de Fsanres — De Mire — Lo Fcvre — Maksonncuve — ^.s Blanc -- Bohaiu — Lourcial Ganeau — Rosoy — Boinmarrin — Pelletier — Renou — Blin de Sainmore Douin —» Turpin — d'Ussieux —. Sabaricr de La- vailhon — Pe/ranö de Beauffol (Seine Ari'sciste« welche im I. 1776 erschienen, sind in 6 Aufzügen abgefaßt, uNd auch gespielt worden.) — Gudin de la Branelliore — Balze — .L.e- gouvee — Vic. de Gravcn — Lle, mcnt — Rochcforr — Ma/öierr — STaignelot - Fallet — SLo Grand — Bussard!» — Buisibn — Ronsin — Imbcrc — De la Monragne — Murville — St. Pierre — Mar. Jos. Lhenier — A.uce — Ronfsin — u. v. a. m. —' Sammlungen von französischen Trauerspielen: be Vliese ste^, I rog. Trsoc. llvueo I Z98 - iSll. I 2. 2 Bde. — S- übrigens den Art. Drama, S. 74> u. f. Von der Geschichte, den (Lizenheicen u. s. w. des französischen Trauerspieles, handeln, ausser den, bcy dem Art. Drama, S. 719 u. f. angeführten Schriftstellern: P. Brumo/ (vite. sor le lloroliele stes .TAearres, im iten Bd. s, Viie.icre stez Lrcc5.) — Franc. Ant. Lheoricr (visserr. sur loa p-ogrez ste I- "Trog. I^gr. 175», 12.) — L.. Ia-zuer sii'-rol. stez rraß. grccs er trsne. b/on 1760. 12. Scheint der Parallele des Brumo» entgegen gesetzt, und zu Gunsten des französ. TrsplS. geschrieben zu scyn; aber sehe gründlich und bündig ist der Verf. nicht dabcy zu Werke gegangen.) — Ungell, (b'omi eis» srcs vu lerere cric. st un vicnx Lvmestien ist- I ec.ic prelcor eis is poefis, er tstr les 1'rsgest. moster- »es stonnees stepuiz 1757 suzgu ü co )our, Leo. 17S». Eine, meines Pp 2 Bcdün- 5Z6 Tra Tra Dedünkenst richtige Beurtheilung der, in dem angezeigten Zeitpunkt erschienenen Stükc.) — Merciec (Bcy s. Schrift, De Lirrersr. er 78i findet sich eine liiss.eiu chheae. reuZique krsn^vis. ---- '— Trauerspiele in englischer Sprache: Das erste, regelmäßige Stück, (welchem, so viel ich weiß, keine llcbersetzung von Trauerspielen der Alten vorakgieng,) ist, meines Wissens, die, im I. >;s». gespielte, von ksr. SakvMe und Norton geschriebene Ikrsßiche ok chcrrex Änä t^vr. rex, oder Gordvbue, welche neucrdingS in dem itcn Bd. der Lctekt Lollektion vi .iäTlays, l-vnä. 1744 und 1780. «. »Bde. (S. 59. der eten Ausg. von 1780.) wieder abgedruckt worden ist, und wovon sich in -Warlon'S kliliory ok Lnxlikk ?oerrz>, Bd. z. S. zs; u. f. ein weitiäuf- tiger Auszug findet. Es hat einen Chor. In der angeführten Sammlung finden sich die bessern der vor ShatcspcarS Zeiten geschriebenen Trauerspiele.-— Tvill. Shak- speare (s 1616. Sein erstes Stück soll der. ihm gewöhnlich zugeschriebene Titus Slndrvnikus, und im I. >;»?. geschrieben worden scpn. Ausser den einzeln Quart- abdrücken und denFoiionusgabcn von 162 z. i6zs. 1664. >685. sind seine Werke von Nie. Rvwe, 1709. 8. 7 Dd. Don Pope, »72z. 4. 6 Bd. Don k. Theobald, 17ZZ. 8- 7 Bd. 177z. 8.8 Bd. Von Th. San» mec, Orf. 1744. 4. 6 Bd. 1771. 4. 6 Bd. Von Warburton. ,747. 8. zBd. (welche viele Streitschriften veranlaßtc. ) Von Johnson, ,765. Z. 8 Bd. Vvn GtccvenS, 1765. 4. - Bd. 1766. z. 4 Bd. (nur zwanzig Stücke.) Von Capcll (1767.) 8. 10 Bd. 1778. 8.10 Dd. Von Johnson und StecocnS, 177z und 1778. 8. 10 Bd. Supplemente dazu, 1780. ». -Bd. Von Reed, 178;. 8 >->Bd. Von Bell 1785-1788. >2. -0 Bde. mit.ssupf. Von Edin. Malone, >786. >2. 7 Bde. !7S?SZ. 8. IL Bde. Dke ?Ixzr vk LH. as rkex sre noev perkvr>neä . . . 1774. 8. 8 Bde. Von der prächtigen Ausgabe durch Bordell sind, so viel ick weiß, erst 4 Hesle, f. jedes von zwei) St. abgedruckt, lind ausser diesen eine Menge Handausgaben, dergestalt, daß dieser Dichter öfter a!S vierzig Mahle jetzt gedruckt ist. Er- läulcrungnschciften. Die Anzahl derselben ist so groß, daß ich mich «af die ime bekannten cinschränre; eine der ersten derselben ist der schon vi» hin angesührle Lkorr Vieev ob Dia^eeiz' ... . h/ iöz'mer, Lonä. 169z. 8. kemsrlcs vir rke TIa)-s vk Lkaic. b/ L, Lilcion, Hey der Rowischcn Ausgabe. k^n Lsssz' on che Lenius snel^Vi ilinZs ot Li»..., Hz-dir. Dennis, Lonä. l? > 2. 8. Beh F. BcckS diem. o5 che likc vk ). diil- rvn 1740. 4. finden sich Lxplznar. anä crir. rem. ou LH. Liirie. Odkervar. vn LH. H7 /. Lpcvn, Lvnä. 1746 und 1748. z. /Zn Lngeirz- inrv rk« Lezeninz ob Lk. . . . 6/ T. Wkallez', Lonä. 1748. 8- 'The Leauries vk LH. . . . V7. Doää, Lonä. 1752, »erm. >780. IZ. z Bd. Lksicsp. iiluitrz» reel» or che dstovel« snä h>K»ries vn rvhich che ?iszs ok LH. are kounäeä, Lvnli. 175z und 1755. 12. 2 Bd. vcn Mist, ßenop, Lriric. kliitvr. anä Lx- s>ianaror^ dx'ores vn LH. . . . H^Taeh. Lrez-, l .vnä. 1755. 8. «Bde. Dkker. vor. snä Lnnjekt. upon kvme pass'aAes ok LH. Oxk. 1766.8. von Th. Tprwhilt. Lilz/ on che Leai-ninZ ok LH Hz' Ii. T'srmer, Lsmhr. 1767. 8- eZn Llla/ on che ^ricinßs anä Lenius »k LH. . . .1,^ dies, divnragu, Lonä, 1770. 8. 1784. 8- Deutsch, durch I. I. Escheuburg, Lcipz. 1771. z. mit eh nlgen Zusätzen. Frzsch. Par. 177?. 8. Luekor/ licmsrics on Trogeck)-, vn 8K. .... Lunch 1774. 8- I»rrc>- ciuktion ro the lchvol vk LH. . . 1774. 8. von Keiirik. philok. SZnZlylissnil IIIuKrskion ok LH, remarlesdle eh»- raktees d/ W. iiicharstkoai» L. 1774. 1734. T r a T ra 5S7 ,784.1,,. Deutsch , keiH. ,77s. Von eleu diesem Verf. sind noch: Lil-yr on 8K. «iromoric ckorokkerr okitickorä III. XinA l-eor onci limon ok^rkenz, vo v-kick zee ztjlicä on elk»z-on tke toulr« vk 8K. onä sliitirionsl okkerv. on rke ckor. ok kkomlcr, I^onä. 1784. >2. Und Liloz' on 8K. ström. ckorokker ok L-Ilkotk onst on kis imiror. vk kemole ckarokiero to wkick ars sststcst koms z«ner,l odlervor. on rke ilustz- ok 8K. 2788. 8- lkeklorslii/ok8k.s)r»m» iliuikrorcst, kz' östr. Lritkck, l,onst. 1775. Z. klorcz anst vo^iou« keost- in^z on 8kolc. k^ Lst. Kapell, honst. 177;. 4. Verin. mit der 8ek«n> ok8K. or extrokk; krom stiver; engl. boolcs . . . kke^ving kro.n vkence ki» ke- versl takles vere rolcen such kome porcel ot kiz stioioßuc . .. (>78Z.) 4. z Bde. Hn Lsto^ on rke ström. ck»- rokker ok hollloss >777- 8- von Morgan : Deutsch in der OUa Potrida v. I. 177s. Kn Lll's^ on rke ckoroktcr vk Istomler, or perkormest kz» Klr. listen, stcrkon (1777.) g. 8ix vlst Lloys on rvkick Lksk. tounstcst kix meokurc kor meolure, Lvmcstz, ok IZrroro» 1'ominA rke 8kreev, King stokn, K. Istenrv I V. ix. lstenry V. Xin» Herr, h. 1779. 8. Z Bd. Drimucic kstikcellonseo, con- siliiiiiz ok criricsl Obkcrv. on keverol k'Ia^i ok 8kolc. . . . k^ l'K. llovics, honst. 1784. 8- Z Bd. Istcmorlcs on kvMe vk rke horoklerx ok Zkoic. honst. '78;. 8. von Whcarlev. klocbcrk ro. «oulisterest 1788. 8. gegen die vorher« gehende Schrift. Lvncorstonce ro 8K. 2787. 8. >7?l. 8- k)» rke incric »k 8k. tn den Lik. pkilok. killor. onst li» rerar/ 178p. 3. Uclicr Hamlets Cha- ract. ein Aass. von Th. Rod-ctson. in dem sten Bde. den hrsnzokk. ok rk» ko/. 8vc. ok Lstinb. 179s. 4. lnstex 8K. von A»Scough 1791. 8. Zur Verzierung Shakipearc's: 8K. illullroccst, Keinz Lorrroirz ok-II rke eminent ckorskkero, inst V^iervs vk ol! Peine, place;» mcn- rionect in ki; pla^s, kol. 140 Bl. l'K« xitkurek^uc Le»uries ok8K. bj- ?az. lvr. Sieben Hefte, jedes von 4 Bl. l'K» Lee, or a Lomponion ro rk«5k. Lif- ieez>, conr. »Lsesl. ok »II rke pikkur«» . . »789. ^ Lsc-l. ok rke ^ikk. in rk« 8KoI<. LzIIer^ 1790. 8. >792. 8. Auch gehört hieher noch das Gedicht von Jerninz» ham, ikke 8kol79'» 4. Erlsuterungen in franzäjisclicu Sprache: l.ecrrs cie klr. 6e Votc-nr» ö l^caäcmie krunz. . . . Lar. 1776. 8. und im ögtcn Bd. seiner Werke, Ausg. von Beaumarchais. Englisch, kond. >777- 8. Deutsch, mit (schsalcn) Zu» ssyen, von Albr. Wittenberg, Hamb. >777- 8- und von I. I. Eschenburg, im ttcn Bd. des deutschen Museums vom I. >777. mit Berichtigungen. Oike. kur 8K. er kur Kkr. rie Volrsirc, p. ^ok. Larecci, l.onci. 1777. 8- In veur« jeder Sprache: Verglelchung Sh. unb Gryphs, von I. El. Schlegel, im-8tüi» St. der Crit. Dryträge von Gottsched, und im zten Bde. S. -7. f. Werke. Oer >4->8te Br. in den Briefen über Merk« Würdigkeiten der titteratur, Schlesw. >766. g. S. 21; u. f. Ein Aufsatz tn den Siegenden Blsttcrn von deutscher Art unk Kunst, Hamb. 177z. g. S.71 u. f. Ucbee Ehak. von J»h. Jac. Eschenburg, Zür. >787. 8- Ueberjeyr in das Lranzosl» jede: Mehrere Stücke in dem lkeocre ^oxloi» des de la Place, Par. 174;» >748. is. 8 Bd. Vollständig Par. 1776» >78Z. 8- 2» Bd. von dem Gr. Catuclaa und i>e» HH. Fontainemalhcrbe und Le Tourneur. In das Holländische, fünfzehn Stücke, Amst. >778»178-. 8. »Dd. In das Deutsche, von Wieland, Zür^ >764,1766. 8- 8 Bd. Neu heeausgegc« Ken von H. Eschenburg, nebst den von Hrn. W. übergangenen, und Auszügen aus den, dem Sh. gewöhnlich zugcschric- bcncn Stücken, so wie kritische Anmerkungen und Erläuterungen, ebend. 1775- >7«,. >z Bd. — Fram sVeaumone und Ioh,r Ll.ctscber (s >61; und >629. Wecke 1647. f. ,750 und>758. 8. ro Bd. Ueberseyr in das Deutsche ist die Braut von H. W. von Gcrltcnberg, Kvpcnh. >76;. 8. bcy welcher Ucbecs. sich auch Th. Pp z Srwards 5<)8 . Tr a Tra Sewards Abhandl. über das Genie und die Schriften bcpdec Lichter, so wie I. SpmpsonS Nachr. von beydrr Leben und Genie, und Langbains Nachr. von ihren Schauspielen findet.) Den Ionson ts lüz?. Werke >6z>. 5. Von Whalicy >756.8. 7 Bd. Die, bei) dieser Ausg. befindlichen Abhandl. und Nachr. dcsHcr- ausg. von Jensons Genie, und von s. Leben, sind, bei? der vorhin angeführten llebeesetzung der Braut, mit ins Deutsche übersetzt morden.) Phil. Mkssinzcr ('s i6z?. Werke, Land. >779. 8. 4 Bd. von I. M. Mason, b. A. Be» ihr findet sich ein Slufsatz über den Lichter von Cvllmann i und im zten Bde. der dsem. ot rire 5ocif Vsonchester 1790. 8. einer von I. Ferriar.) Narh. Tke >6 . . .) Th. Gcwav (f i6yc>. l'Isys 1768.,-. z Pdc ) JohuDry- Ven (s 1701. diiom. W. <762. 8. 6 Bde.) Nie. Rowe (f i-iz.) I. Aosison (-f 1719) G. 2hillo (f >7s?. Works>775. i-.sBd. Lcutsch ,L. >776. 8. - Bde.) Th. Sourhertr (f >746. phys 1775. >2. z Bde.) Ambr.Philipps (f >748.) I. Thomson (f-748. Works 1762. 4. 2 Bde. 1788. 12. z Bde.) iLc>. I?0t!Ng('sl765. Works 2779. 12. ü Bde. 176z. 4. 4 Bde.) LöV. Moore (f . . . .) Henry Brooks (st . . . Ooiicktion od L4. ö. kieces 1778. 8- 4 Bde.) Hugh Relly (f -7?7<) Mason — 'John Hume 2lrth. Murphy (Works 1786. 8- z Bde.) — Xvill, Shirley — Len- ton — I. Hoole — Alex. Dorv — LLörv. Howarv --- T. Tcrcs '—' Misrr. Barry — John — -Home — XVill. XvhiteheaS — Hannah Moore — Äob. Iephson — Dorvnmann (Trogest. 1792. 8.) — Pratt — sLSrv. 2lyscough — Mf?rst. Brook — Gr. Tarlisle — Miskr. Telcsia — G. Tockings —- Mfrr. Towley — . I. Trao>?>T — Ziich. Tumberland — Delap — Franc. Dsbbs — I. Gambolo —> Franc. Gentleman — Green —> INill. Harrst—Anvr. Henverscii — G. Edm, Horvarv (In s. dliscell. Works Lubl. >782. 8. z Bde.) —> Th. Hull — H. Jones — Mountforr Abr. Porrall— I. Holvenporc — Pratt — Jus ManSeville — R. P. Jodrell — Th. Boyce 2li. Bickwell — 2ö. GrerheaS -» Rod. Porrcr — Perc. Gtocküale — 2l. Macvonalv — John Sc. John — I. T. Villiers — Th. Marrrice — Jan. Mylne (In s. L-nems >790. 8.) RobcnSson — Richardson u. v. a. m. Sammlungen von Trauerspielen: S. den Art. Drama, S. 742. -- — Bon der Geschichte, Ven Wgen« heilen u. f. m. des englischen Tt'aucrspic- leS handeln, ausser den, bcp dem Art. Drama, S. 721 II. f. angeführten Schriftstellern) und ausser mchrcrn, vorher angezeigten Conunentatoren des Chat» speare, und einigen, ebenfalls vorher schon benannten Auffsttzeu des H. v. Voltaire, unter andern: N?. Guthrie (hssay vn englif'ii Tragestie, I.. (1747.) 8. Gegen die Behauptungen desLeBlane, in seinen Herr, es, concernanc les 7)n» gicsts.) Trauerspiele in deutsckev Sprache. Auch unter uns scheint das eigentliche Trauerspiel zuerst durch Opitzens llebcr- setzung der Antigene des Sophokles, und der Trojanerinnen des Seneea bekannt geworden zu scpn. Bon den frühesten Ori- ginaistücken kann man sich aus dein Hemdes der Kindermörder, Nürnb. 164?. 8. wovon sich ein Auszug in dem S7te» Stück der Gottschcdischeu Veptrstge zur krit. Historie der deutschen Sprache, Poesie und Beredsamkeit, Leipz. 1741. g. findet, machen. Wegen der folgenden tragischen Lichte-'verweise ich, unter mchrcrn, aus d>r Chronologie des deutschen ThealerS (Leipz.) 177; 8- auf den Theatcrkalcnder, Gotha t?7Z. 24. soctaesenr bis jetzt, und überhaupt aus die. bep dem Net. Drama- S. 7-4> «mgezeigten Schriften. Trio« T r i Trio. Tri 599 (Musik.) ge ihrer Fortschreitung alle Menschen rührt, hat in einem Kamniertrio, wo jede Stimme nur einfach besetzt ist. Ein Jnstrumcntalsiük von drey obli- außer auf den Kenner, dem die Kunst gate» Stimmen, z. E. einer Flöte, allenthalben willkommen ist, keine Violin und Violoneell. Es besteht Kraft auf den Liebhaber von Gefühl; insgemein, wie die Sonate, aus drey weil er durch keine Veranstaltung zu Stuten von verschiedenem Charak- großen Empfindungen vorbereitet ist, ter, und wird auch oft klouata » rrö und weil es blos auf das Einzele des genennct. Es giebt aber auch drey- Gesanges aufmerksam ist, der ihm in stimmige Sonaten, die aus zwey der Fuge nothwendig ohne Geschmak Hauptstimmcn und einem begleiten- und Ausdruk vorkommen muß. den Baß bestehen, und oftblosTrios Daher erfodcrt das Kammcrtrio geuennetwerden. BcydeGattungen eine Gcschiklichkeit des Tonsetzers, sind in Ansehung des Satzes sehr von die Kunst hinter dem Ausdruk zu ver- einander unterschieden, und sollten bergen. In den besten Trios dieser daher in der Benennung nicht mit ein- Art ist ein sprechender melodischer ander verwechselt werden. Satz zum Thema genommen, der Das eigentliche Trio hat drey wie in der Fuge in den Stimmen ab- Hauptstimmen, die gegen einander wechselnd, aber mit mehrerer Frey, concertiren, und gleichsam ein Ge- heit, und nur da, wo er von Aussprach in Tönen unterhalten. Jede druk ist, angebracht wird; oder es Stimme muß dabey intcrcßirt seyn, sind deren zwey oder drey, die oft und, indem sie die Harmonie ausfüllt, von entgegengesetztem Ausdruk sind, zugleich eine Melodie hören lassen, die und gleichsam gegen einander streiten, in den Charakter des. Ganzen ein- Singende und jedem Instrument gestimmt, und den Ausdruk befördert, maße Begleitung des Thema; freye Dies ist eine der schwersten Gattun- Nachahmungen; unerwartete und gen der Comvosition. Nicbt dieje- wolklingende Eintritte, indem eine nigcn, die den drcystimmigcn Satz Stimme der andern gleichsam in die allein verstehen, sondern die zugleich Rede fallt; durchgangig ein faßlicher alles, was zur Fuge und dem dop- und wolcadenzirter Gesang und Zivi- selten Eontrapunkt gehöret, völlig schcnsatze in allen Stimmen, ohne inne, und daneben einen fließenden daß eine durch die andere verdunkelt und ausdruksvollen Gesang in ih- ' werde; auch wol zur Abwechslung rcr Gewalt haben, können darin Schwierigkeiten und Passagen von glüklich seyn. Bedeutung, füllen den übrigen Theil Es giebt Trios, die im sirengen des Stüks aus, und machen das und gebundenen Kirchcnstyl gesetzt Trio zu einem der angenehmsten sind, und förmliche Fugen in sich Stüke der Kammermusik, enthalten. Sie bestehen insgemein Gute Trios dieser Art sind aber aus zwey Violin - und einer Baß- selten, und würden noch seltener seyn, stimme, und werden auch Kirchen- wenn der Tonsetzer sich vorsetzte, ein trios genennet. Diese müssen mehr vollkommen leidenschaftliches Ge- wie einfach besetzt seyn: ohnedem sind sprach unter gleichen, oder gegen ein- sie von keiner Kraft. Die strenge Fu- ander abstechenden Charakteren m ge, die bcy feyerliehen Gelegenheiten Tönen zu schildern. Hiezu würde und stark besetzten Musiken durch das noch mehr crfoderc werden, als wol« Bolltölüge, Fcyerlichc und Einförmi- klingende Melodien auf eine künstliche S. Dreysimimi». und angenehme ins Ohr. fallende Art Pp 4 drey- 6oo Te! dreystimmig zusammenzusetzen. Nur dcr, welcher alle einzcle Theile der Kunst mit einer fruchtbaren und lebhaften Phantasie verbände, und sich übte, jedenZug cineSCharakters oder cjner Leidenschaft in den schildernden Gesprächen cincs Heldengedichts, oder eines Drama, oder "im Umgänge, musikalisch zu empfinden, und in Tonen auszubrüten, würde eines solchen Unternehmens fähig werden, und das Trio zu dcr höchsten Vollkommenheit erheben. Eben dieses läsit sich auch auf die uncigentlichen Trios, oder vielmehr dreystimmigcn Sonaten von zwey Hauptsiimmen mit einem blos beglei. tcndemBaß anwenden, die übrigens in Ansehung des Satzes wie Duette, die von einem Baß begleitet werden, anzusehen, und denselben Regeln unterworfen sind *). Unter diesen giebt es einige, wo die zweyte Stimme dcr ersten mehrcntheils terzen - oder sex- tenwcise folgt, oder blos die Stelle einer Mittclstimme vertritt, und m dcr Bewegung neben dem Baß fortschreitet : diese Gattung ersodert einen überaus reizenden und ausdrnksvol. len Gesang in der Oberstimme, und fremde und künstliche Modulationen im Satz, ohnedem gerath sie ins Langweilige und Abgeschmakte. Niemand, als wer schon weit über die Lehrjahre der Composition hinweg ist, sollte es sich einfallen lassen, Trios zu fetzen, es sey in welcher Gat- tung es wolle; da so gar viel dazu ersodert wird, ein gutes Trio zu ma- chen. Unsere heutige junge Cvmpo- nistc« setzen sich über diese Bcdenklich- kciten Weg. Daher werden wir von Zeit zu Zeit mit so viel schlechten Trios heimgesucht, in welchen oft nicht einmal dcr reine dreystimmige Satz beobachtet ist, wo jedes Stük insgemein aus etlichen nichtsbcdeu« tenden Eolopassagcn, wozu die bey- den andern Stimmen eine kahle Be- S. Lüctt. T r i glcitung hören lassen, zusammenge. setzt, und im Ganzen nicht ein Funken von Ausdrnk oder Studium angetroffen wird. Welchem Zuhörer, dcr nur die geringste Kunstwissenschaft besitzt, muß nicht die Haut schaudern, wenn er hört, daß das Violoncell abwechselnd den Hauptgc- sang, der gar nichts baßmaßiges hat, führet, und die Violinen den Baß dazu spielen? Z. B. Trio bedeutet auch von zwey Menuetten, die zusammengehören, die zweptc, die dreystimmig gesetzt scyn muß, nach welcher die erste, die am besten nnr zweystimmig ist, wiederholet wird *). Trios für das Tlavicr sind von Abel, C. P. E- Bach, Rolle, Wagcnscil, Hchi- dcl, Rameau, I. Agrell, Guenin, I. A. Hambcrger, Vambini, Fr. A. Hvs- meikcr, Fr. 2l. Baumbach, I. Ä. Juli, I. B. Kolb, Bottl, Bart. Brutti, Muz. Clcmrntl, Colombe, Fodcr, S. Havdn, Lachnith, I. G. Lang, G.B.Martini, Zoh. Martini, Michaelis; — für die Violine von Corelli, Tartini, Pianta- nida, Tcleman», C. P. Bach, Hoekh, Graun, Fr. Bcnda, Hertel, Sevffarch, Czarih, Janitsch, Stamiy, Besozzl, Leo». Hosniann, Säuvanenbcrger, Heiden, Tocscbin, Cannabisch, Filz, Pugna« ni, Tampioni, Lemachl, L. Bocchcrini, Aappa, Thcvd. Smith, ZIgus, Frz. A-pclmcyer, Joh. Braun, C. Breunig, Cannaictti, I. Lervctto, Thatrain, Chre. tien, I. Tiampi, G. B. ^Cirri, W. Ccawer, S. Mcnuet. T r i Tri 6or Cramcr, Tröner, Olttcrs ». Dittersdorf, Dolphin, keduc, W. Flakton, Jgn. Frssnzl, I. Gehst, Fe. Gcmlnianl, Fcl.dcGiardini, kanetti, I. A. Aatthicu, M. I. Matthicu, B. Mciiesmi, I. I. Mondvnvillc, L. Mozart, Alb Grincmann, Fr. Glierint, Gab. Guillemaln, Hcldcrt, Holzboden, Jabln, Jaiifon, Ant. Kammel, C. G. kidorki; — für die Flore von Krebs, Kleinknecht, Kirnberger, Riebt, Rezcl, Quanz. Schofrath, Abel, Schale, Graun, Hasse, Fe. Bcnda, C. P. G. Bach, l.'. Hofmann, Mich, de la Barre, Anna Bon, Jos. Canal, Floriv, C. W.Glöich, Eoldbertj, Gins. Martini, G. Metzger, Geanani, I. Fe. Grenzer, I. Fr. Kloster, Mussard; — für die Lame; I. Kropfgans, P. C. Olieant, C. Kehvtt >— u. v. a. m. gefetzt. T r i o l e. (Musik.) ^st die Benennung von drcy auf einander folgenden gleichen Noten, die den Zeitraum von zwcen einnehmen, wenn z. B. drey Achtelnoten auf ein Viertel, oder drei) Ecchs- zchntclnoten auf ein Achtel angebracht werden. Sie werden, wo es des Vortrags wegen nälhig ist, daß man sie sogleich erkenne, durch die Zahl z über der mittelsten Note an- gezeiget. Dir Triolen sind eine Erfindung der Neuern, nnd bey Gelegenheit des verzierten oder bunten Contrapunkts entstanden. Sie verrüken die natürliche Einthcilung der Zeit, ohne darüber unfaßlich zu werden, und brin- gen dadurch, daß drcy Noten nicht länger dauern , als zwey, viele Lebhaftigkeit und Mannichfaltigkeir in die Glieder derTaktbcwcgung. So ist z.B. in folgendem Satz der zwcy- te Takt, der übrigens eine blos veränderte Wiederholung des vorhergehenden Taktes ist, weit lebhafter an Bewegung und Ausdruk, als der erste: '—A— ,Z Wird die Triole aber statt vier geschwinderer Noten angebracht, z. B. statt vier Scchszchnthcilcn auf ein Viertel, so bcwürkt sie gerade das Gegcnthcil, nnd erschlafft gleichsam die Bewegung, wie hier: Dieser Fall ist aber selten, und der zusammengesetzteren Einthcilung wegen schwerer zu spielen und zu verstehen, als in dem vorhergehenden Fall, weil es weit leichter ist, zwey, als vier Theile in ein Eedrittes zu bringen. Ob nun gleich die Triolen fast wie die Tripelnvtcn des ff, ff und anderer ähnlicher Takte anzusehen sind, so sind sie dost) von diesen vornehmlich durch die harmonische Behandlung unterschieden. Bey den Triolen kann die Harmonie sich nicht bey dcr zwcy- ten oder dritten Note verändern; bey den Tripelnotcn hingegen kann je- de Note eine andere Harmonie zum Grunde haben; stt sind daher auch schwerer im Vortrag, als die Noten der Triole, die ganz leicht vorgetragen werden. In zwey - oder mehrstimmigen vornehmlich Clavierstüken hütet man sich, zwey Noten gegen eine Triole zu setzen, wie bcy a. weil die gegenseitige Bewegung widrig, und schwer zu treffen ist: zu den Tri- pelnotcn hingegen können jederzeit zwey Noten angebracht, und ohne die Pp 5 gering- 6sz T r i Tri geringste Schwiit'igkeit getroffen.werden, wie bei) b. Wollte man auch die erste und dritte Baßnotc des ersten Beyspicls durch einen Punkt verlangern, und die zweyte und vierte zu Sechszchnthci- lcn machen, so trifft die Sechszehntelnote doch nicht auf die letzte Note der Triole, sondern erst nach ihr; doch ist die Zusammensetzung leichter zu treffen und zu verstehen, als die vorhin angezeigte, und kommt auch hin und wieder in Clavicrsiükcn vor, ob sie gleich da noch ihre Schwierigkeiten im Vortrag behalt. Die Triolen haben vermuthlich zu den Gexlolcn Gelegenheit gegeben, die mit der Zahl 6 bezeichnet, und statt vier Roten auf einer Zeit angebracht werden, z, B- sechs Scchszehn- tel statt vier auf ein Viertel. Man unterscheidet sie aber im Vortrag auf eine merkliche Art von den Triole». Diese werden, wenn auch ihrer zwey zusammengezogen werden, wie die Achtel im h Takt marquirt, nämlich drcy und drey; jene hingegen wie die Achtel im '4' Takt, nämlich zwey und zwey. Zu zwey zusammengesetzten Triolen können auf dem Claviere zwey Noten in der Baßstimme ganz bequem angeschlagen werden, zur Sextotc aber nicht. Z. B- Daher sie genau bezeichnet werden müssen, wenn sie recht vorgetragen werben sollen. Man hat in Solosachcn noch mehr dergleichen Glen von 5,7,9 und weh, rerm Noten, für die man noch keine Namen hat, eingefuhrct. Sie er- foberu aber einen gefchikren Spieler, und sind bey dem allen, zumal wenn sie von keiner beträchtlichen Gefchwm- digke t sind, und ihrer etliche auf einander folgen, von widriger Wür- kun i auf den Zuhörer, weil siedle nutmüchc Taktbewegung ganz aufzuheben scheinen,, da die Triolen und Scholen hingegen sich leicht in jede Taktbewegung fchik n, und, wenn sie mit Gefchmak und Uebcrlegung angebracht werden , dem Gesang ein großes Leben geben. (*) lieber den Vertrag der Triolen, s. unter mehrern, da? 6te Hauplstück in L>. Mozart'«; Vivlinschule. Triton. Tri Triton. (Musik.) Aic Alten haben die übermäßige Quarte Ti-ironusgcnennt, weil sie aus drey ganzen Tönen besiehe, folglich einen halben Ton höher ist, als die reine Quarte. Da man in dem damaligen System von keinem andern, als großen ganzen Tönen wußte, so war das Vcrhaltniß desselben von ,In dem heutigen System sind die zwey falschen Quinten »(TL und von diesem Ver- hältuiß, und unser Triton, der ans zwey großen und einen? kleinen ganzen Ton zusammengesetzt ist, hat das Verhältnis' und isi folglich um AH tiefer, als der Tritoraus der Alten. Dieses Intervall wurde vor Alters wegen seiner Harte und wegen der Schwierigkeit, es im Singen zu treffen, unter die umnelodischen Forr- schrcitnngen gezählt, und an dessen statt mußte allezeit die reine Quarte ls - lZ gesungen werden, wodurch denn auch die wörtliche Einführung des ö in der altern Musik veranlasset worden *). Auch in der heutige» Mu> sik gehört sowvl der Triton als seine Umkehrung, die falsche Ouinre, unter die verbotenen melodischen Fortschreitungen, doch nur im strengen Kirchenstyl; außerdem aber, und vornehmlich in Rccitativeu, werden bey- de bey uachdrüklichcn Stellen ohne Bedenken gesetzt» und -sind oft von der größten Kraft und Schönheit in der Melodie. Der Triton kömmt in allen unfern Durtonleitern von der vierten zur siebenten Stufe vorman muß ihn aber von der großen Quarte, die in dem verminderten Dreiiklang von der Qninre des Grnndloncs zur Octave desselben vorkommt, wol unterscheiden. Erstcrer ist die eigentliche übermäßige Quarte, die in der ltmkeh- S. B. T r » 6oz rung zur falschen Quinte wird: die große Quarte des verminderten Drey- klanges aber wird in der Umkehrung zur verminderten Quinte. Jener isi cin dissonircndcs, diese aber ein mehr cvnsonirendes Intervall, deren Behandlung in der 'Harmonie sehr von einander unterschieden ist, wie an seinem Orte gezeiget worden "). Triumphbogen. (Baukunst.) Hilter den Ucberbleibscln der ehemaligen römischen Pracht befinden sich einige, denen man den Namen Triumphbogen gegeben hat! weil sie die Gestalt großer gewölbter Stadt- thore haben, und zum Andenken wichtigerEwbcrungcn gesetzt worden. Sie werden auch Ehrenpforten gc- nennt. Man stehet in Rom noch drey Denkmäler dieser Art, die den Kaisern Titus, Septimius Severus und Constantinus zu Ehren gesetzt worden. Sic sind alle drey nach einerlei) Form: ein sehr großes nnd hohes Portal, zu dessen beyden Seiten sich noch zwey kleinere befinden. Die vordere und Hintere Hauptftikcn sind mit Säulen verzieret, die ein vollständiges.Gebalke mit darüber gesetzter Atcike tragen. Uebcr den Bogen und ein dem Fries des Gebalkes findet nun, die Abbildung der grossen Thaten, wodurch das Denkmal veranlasset worden, in Stein aus- gehauen. Es scheinet, daß diese prächtigen Gebäude in Rom unter der Regierung der Kaiser aufgekommen seyn. Sie gehören überhaupt in die Classe der Denkmaler, von denen wir in einem besondern Artikel gesprochen haben. In den newer» Zeiten werden dergleichen Ehrenporten bey fcycrlichcn Einzügen grosser Monarchen bisweilen nachgeahmet, aber meistcntheils auf ») Stuart«; Quint«. 604 Tro auf eine sehr leichte Art gebaut, und hernach wieder eingerissen. Das große Portal an dem Königlichen Schloß in Berlin, ist nach dem Muster des Triumphbogen des Kaisers Eeptimius Severus gebaut. (5) Nachrichten vvn den , in diesem Artikel angeführten Triumphbogen der Zilien, finden sich bey den Art. Bauart, S. zc>4U!>d zc-S. und Flaches Schniiz- rverk S. -40. Entwürfe zu Triumphbogen haben, von Neuem, unter mehrcrn, geliefert: Ä.e Brun (tlic cie Triumphe en Obeliz. «zue pour lo ?Iaee Ozupkrine, gest. v. Chauoeau. e^rc llc ^riomphe d ! hon- nrur cle Collis ic fronst. Oeux /^rca «je l'liompke, gest. von ?e Pautre.) T r 0 k e n. (Schöne Künste.) Es ist schwer, den eizcmlichen metaphorischen Sinn dieses Worts, wenn es von Werken d es Geschmaks gebraucht wird, zu bestimmen. Es scheinet überhaupt einen Mangel ästhetischer Annehmlichkeit eines Gegenstandes nnszndrüken. Sehen wir auf die eigentliche Bedcmtung zurüke, in der das Wort ebenfalls etwas mangelhaftes bedeuten Hann, so finden wir, daß es mich d en Mangel der Safte anzeiget, wodmrch die natürlichen Körper des Pflanzen. und Tierreiches ein gesundes und wol- gcfalliges Ansehen bekommen. Eine trokene Wanze ist zwar keines der ihr zukommenden wesentlichen Zhcile beraubet; aber der Lebens fast, daher sie die volle Schönheit der Gestalt und das Gefällige des -Ansehens erhalten sollte, fehlet ihr. Hievon scheinet die Be-dcutung des Wortes, wenn es von Gegenständen des Geschmaks gebraucht wird, hergenommen zu seyn. Tr 0 Diesem zufolge würde die Troken- heit zwar keinen Mangel des Wesentlichen »der des Nothwendigen, son. dem blos Armuth, oder gänzliche Beraubung des Annehmlichen aus- drükcn. In der That sagt man von einer Erzählung, sie sey troken, wenn sie auch bey der genauesten Nichtigkeit des Wesentlichen der Ec. schichte, bey Anführung der kleinestcn Umstände, weder die Phantasie, noch die Empfindung angenehm unter- hält: und so wird überhaupt jeder Gegenstand des Geschmaks, der nur dem Verstände Richtigkeit zeiget, für den sinnlichen Theil unsrcr Borstel, lung aber nichts reizendes hat, tro« ken genennt. Und hieraus läßt sich 'unmittelbar abnehmen, daß die Trokenhcit in Werken des Geschmaks ein sehr schwerer Fehler sey, weil sie dem Zwek derselben gerad entgegen steht. Eben der Annehmlichkeiten halber, in deren Mangel das Trokene besteht, wird ein Gegenstand ästhetisch» oder für die schönen Künste branchbar: daher würde das schönste Gedicht, die Aeneis z. V. in einer trokciien Uebersetzung arsshören, ein Gedicht, ein Werk des Geschmaks zu sey». Man verfällt leicht ins Trokene, wenn man blos mit dem Verstand arbeitet und weder der Eindildungs. kraft, noch dem Herzen einen Antheil an der Arbeit giebt. Was in Absicht auf strenge Wissens ' aft ein glüksi- cher Schwung des Genies ist, sich immer blos am Wesentlichen der Begriffe zu halten, und alles bis zur höchsten Deutlichkeit zu cutwikeln, wird in schönen Künsten verderblich. In Werken des Geschmaks kommen die Säfte, wodurch sie ihr Ansehen, ihre Annehmlichkeiten und ihre Reizungen bekommen, von glüklichcr Mitwürkung der Phantasie und des Herzens her. Wessen Phantasie bey der Arbeil nicht crhstzt ist, oder wenigstens lacht: wessen Herz nicht Wärme T r ». Warme dabey fühlt, der läuft Gefahr troken zu werden. Bei) den mühsamen Arbeiten ist man iw diesem Falle; deswegen jeder Künstler wohlthut, das Werk von derHand zu legen, so bald ihm die Arbeit mühsam wird. In Werken des Ge- schmaks alles nach Regeln abpassem anstatt dem Feuer des Genies zu folgen, macht ebenfalls troken. Nur die, die ihrer Materie völlig Meister sind, und die Mittel zur Ausübung gänzlich in ihrer Gewalt haben, vermeiden die Trokenheit. Tropen. (Redende Künste.) Könnte im Deutschen durch Ableitungen gegeben werden. Denu die Tropen sind nichts anders, aleä Ableitungen der Wörter und Redensarten auf andere Bedeutungen *). So wird in der Redensart: Sie g;an;e Stadt ist bestürzt, das Wort Ejtadr von feiner eigentlichen Bedeutum; auf die Bezeichnung der Einwohne e abgeleitet, und ist in dieser Redensa ,rt ein Tropus. Es giebt, wie wir bald sehen werden, sehr viel Arten dieser Ableitung; jede Sprache hat e ine un- jahlige Menge derselben, und sie entstehen. aus verschiedenen U rsachen. Eine der gewöhnlichsten ist diwMan- gel eigentlicher Wörter. Mein sagt: vicserMensch hat eine harr^? Seele, weil man kein eigentliches W ort hat, dasjenige auszudrüken, was iser Tropus Karthier bezeichnet; anftrcMale entstehen sie, weil man in der Eil, und um kurz zu styn, einen Ausdruk statt einer Umschrribung, vdcr auch nur, weil er sich der Einbildungskraft eher, als der eigentliche darstellt, gebraucht; wie in dm Redensarten: Europa har mehr Künste, als jeder andre U?cl ircheil; er ") Verhi vU seemoniz a prvpriz iizni» nc»uone in aüsm cum virtule mutH« tio. VM.6. Tro führt hundert Pferde an, anstatt hundert gewaffnete Reuter. Gar oft entstehen die Trope» aus dem Bestreben, nachdrüklich zu sehn, und das, was man sagen will, dem anschauenden Erkenntnis' vorzubilden. So sagt man : !Lr brennt vor Aorn. Es ließe sich leicht zeigen, daß der größte Thcil jeder Sprache aus Tropen besteht; davon aber die meisten ihre tropische Kraft verloren haben» und für öle eigentlichen Ausdrüke gehalten werden. Wir wollen aber hier keine Abhandlung über die Tr», pen schreiben; wer diese Materie m ihrem ganzen Umfang gründlich behandelt sehen will, kann darüber baS Werk eines französischen Schrififtel- lers lesen*). Wir betrachten sie hier nur in Absicht auf ihre ästhetische Kraft, in sofern sie der Rede eine ästhetische Eigenschaft geben, die (Uuimilian in angezogener Stelle Vn-rucem nennt, und die unser Daumgarren zu sehr eingeschränkt, da er sie unter das ästhetische Lackt setzt. Wir halten uns aber hier nur bei) dem Allgemeinen auf; weil wir die Kraft der besonder» Gattungc» der Trope», in dem jedem besonders gewidmeten Artikel betrachten. Alle Tropen haben das mit einander gemein, daß der Begriff oder die Vorstellung, die man crwckcn will, nicht unmittelbar, sondern vermittelst eines andern erwekt wird. Diese Verwechslung geschieht entweder aus Noch, weil mau kein die Sache unmittelbar ausdlükendes Wort hat, odcr ausAbstchtc». Aus Noch nennt man unsichtbare Dinge nur Namen der sichtbaren. So bald man aber dieser Tropen nur in etwas gewohnt wird, so verlieren sie ihre Kraft und sind wie eigentliche Ausdrüke. Vey den Ausdrüken, fassei,, sehen, begreifen, sich vorstellen, erwägen, fällt ') r-Aile ckes levxes z>i>r Klr. «Zu Kl»r. kl». 6o6 Trs fällt uns gar selten ein, daß sie Tro. pcn find. Man kann aus gar vielerley Absichten die Begriffe verwechseln. Entweder scheuet man sich die Sache geradezu zu sagen, weil sie etwas anstößiges oder beleidigendes, oder auch blos etwas zu rohes hat. Daher entstehen mancherlei) Tropen. So halt man für anstandiger von einem Menschen zu sagen, er habe errvaa eilig gelcbr, als geradezu zu sagen, er habe sich mancherlei) den Körper schwächenden Wollüsten ergeben. Durch dergleichen Tropen kann man manches sagen, das'sich geradezu gar nicht sagen ließe. Diejenige Art Menschen, die ein besonderes Studium daraus machen, in dem gesellschaftlichen Leben alles rohe, anstvs- sige, widrige zu vermeiden, die überall Gefälligkeit und Zierlichkeit auzu> bringen suchen, haben ungemein viel tropische Redensarten, die ihnen eigen sind. Sie fallen aber auch leicht in das Gezwungene und Gezierte. Man braucht aber auch Tropen in Absichten, die jenen gerade entgegen gesetzt sind z nämlich weil der unmittelbare Ausdruk nicht stark, nicht treffend, nicht wählerisch genug ist; oder mit einem Worte, weil er die Sache nicht nahe und kräftig genug darstellt. Im vorhergehenden Fall werden alle Sachen mit einem Schleyer bedekt, der das Unangenehme verbirget, und nur das Artige darin sehen läßt! in diesem aber werden sie in ihrer nakenden Gestalt gezeiget; und wo dieses noch nicht genug ist, wird ihnen sogar die Haut noch abgezogen, damit alles und jedes noch deutlicher und treffender möge gesehen werden. Der unmanierliche Mensch wird alsdann zum Baren, der grausame zum Tiger. Endlich hat man be» Verwechslung derAusdrüke bisweilen auch blos die Absicht, die Vorstellung leichter und sinnlicher zu machen. So sagt Tro man von einem Menschen, der vor- theilhaftc Verbesserungen seiner Glüksumstaiide zu hoffen hat, er habe schöne Aussichten. Aus diesen verschiedenen Absichten entstehen so unzählige Arten derVcr. wechslnng in den Vorstellungen und Ausdrillen, daß es ein kindischesUn- terneymcn wäre, sie alle herzählen und bestimmen zu wollen. Noch im, gereimter würde es ftyn, die Erfindung und den Gebrauch der Tropen durch Regeln lehren zu wollen. Alles, was hievon überhaupt mit einigem Nutzen kann gesagt werden, besteht in allgemeinen Anmerkungen, welche einige Kraft haben können, den Ge- schiuak in dem Gebrauche derTropen zu lenken. IMrTropus hat etwas ähnliches mit einem Zeichen. Denn ans der Vorstellung, die er unmittelbar cr- wekl, muß eine andre hervorgebracht werden, so daß die erste einigermaas- sen tms Zeichen der andern ist. Aus dieser Vorstellung lassen sich verschiedene nützliche Anmerkungen herleiten. Die Zeichen müssen verstandlich, auch nicht Aar zu weit hergcsucht scyn; sie müssen von Dingen hergenommen seyn, die allgemein bekannt sind, nicht aus Gegenständen einer besondcpn Lebensart, am allerwenigsten aus solchen, womit allein die geringste Claffe der Menschen sich beschäftiget, sondern aus solchen, die etwas schätzbares, etwas edles haben; aus den Würkungcn derNatur, aus National- gcschafften, aus allgemeinen menschlichen Verrichtungen, aus Künsten und Wissenschaften, die etwas allgemeines und edles haben. In Ansehung ihres Gebrauchs muß man auf die Ursache, die sie hervorbringt, sehen. Wie die Roth nirgend ein Gesetz erkennt, so ist es auch hier. Wo sie aus Noch gebraucht werden, da sind sie unvermeidlich, und in diesen Fallen dienen allein die vor« T ro vorhergehenden Anmerkungen. Nur muß man diese Roth nicht zur Tugend machen wollen. Immer Zeichen, anstatt der Sache selbst gebrauchen, crwekt in die Lange Ekel, und macht Ermüdung. Man würde abgeschmakt werden, wenn man allezeit in Tropen rede» nwllte. Braucht man die Tropen in der zwevlen Absicht, so hat man sich vornehmlich vor der Weichlichkeit und der Ucppigkcit in ihrem Gebrauch, die im Grunde eine blos kindischeZic- rcrcy ist, in Acht zu nehmen. Alles geradezu zu sagen, ist ftcnlich oft grob, oft anstoßig und manchmal beleidigend: aber auch immer viel verblümt zu -seyn, alles zu schmüken, oder zu bcräuchern, ist vielleicht noch widriger. Wenigstens können männliche, freye Seelen eher die erstere, als diese Ausschweifung vertragen. Es giebt Leute, die so übertrieben zärtlich sind, daß sie bald gar nichts mehr mit seinem Namen nennen dürfen, kleinmüthigc, kindische, aller Nerven beraubte Seelen, die überall etwas finden, das ihnen Scheu macht, Sybaritcn des Gcschmaks. Solche Seelen verrath ein ausschweifender Gebrauch schonender Tropen. Auch in der dritten Absicht muß man sich vor der Unmäßigkeit hüten, welche hier allzugroße Heftigkeit ver- räth, so wie die vorhergehende zu viel Weichlichkeit anzeiget. So wie ein Mensch, der nichts ohne Fechten mit Händen und Füßen sagen kann, und die Erzählung der gleichgültigsten Dinge mit den seltsamsten Verdrehungen begleitet, abgeschmakt wird, so wird es auch der, welcher beständig in verstärkenden Tropen spricht, und zum Theil auch der, welcher ohne überhäufte Menge derselben sie übertreibt. Man muß hier öie besondere Absicht, in welcher man spricht, oder schreibt, genau vor Augen haben, und die Lage, nebst dem T r o bo? Charakter der Personen, für welche man schreibt, damit man die allein untadclhafte Mittclsiraßc zu wählen im Stande fty. Auch in der vicrten'Absicht kann der Gebrauch der Tropen gar sehr übertrieben werden. Dieses scheinet besonders seit einigen Jahren in Deutschland aufzukommen, wo zu befürchten ist, daß man, wie ehedem in Griechenland und Rom, auf den ausschweifenden, sophistischen und rhetorischen Geschmak des Schönschreibens verfalle, ohne zuvor, wie bei) jenen Völkern geschehen, jemals die schöne Einfalt der Natnr erreicht zu haben. Man kann von gewissen Gegenden Deutschlands bald keine deutsche Schrift von Geschmak lesen, wo nicht die Tropen, die am sparsamsten als feine Würze sollten gebraucht wer. den, in der größten Verschwendung vorkommen. Insonderheit scheinet man sich in diejenigen verliebt zu haben, die von den zeichnenden Künsten hergenommen werden. Man hört von nichts, als von der Grazie, dem Loncour, dem Loloric, dem schönen Ideal u. d. gl. Man muß also nicht nur überhaupt im Gebrauch der Tropen sich zu »lässigen wissen, sondern auch m der Wahl derselben alles Affectirte, alle Ucppigkcit und asiatische Zärtlichkeit vermeiden. Die griechischen Grammatiker haben mit einer übertriebenen Genauigkeit die Gattungen ocr Tropen ans einander gesetzt. Nur die vornehmsten Arten machen eine Liste von Namen, die dem guten Geschmak Gefahr drohen. Wir überlassen jedem Liebhaber, der hicvon Unterricht haben will, die Mühe, sie bep jenen Schriftsielleen nachzusuchen. Was von bciondern Tropen uns anmerkungswürdig geschienen, ist unter folgenden Artikeln zu fiuden: Allegorie, Metapher, Spott, -Hy. perbel, Ko8 T r o T r o perbel, Umschreibung oder ?eri- xbrasis. -Ä- Do» den Tropen handeln, unter meh- rcrn: ciäuinctilianus (JmStcnKup. des ztcn BucheS s. Iiiikirur. ) — Test «Thesneau Ve Marsais (ves l'rope» liu cles ciill'ereos kcns cisns lesguels vQ peur prcollre un memo mar und sz; d. U.) — Domairon (Im «teil Kap. des eten Abschn. vom ,tcn Bde. s. ?r!iie. gc». llcs belies lereres, S. IZ8) — G. Campbell (Im -ten Bande S. 176. s, pbilvlopb/ od Kberorill.) — Ch. 2batteux (In s. Elnleit. Bd. 4. S. 8?, d. II. Ausg. v. >774-) ?. C. Adelung (Im iten Bd. S. Z71 uud -soo f. WcrteS über den deutschen Styl der --ten Aufl) — u. a. m. — S. übrigens den Art. Figur, S. -za u. f. Tropfen. (Baukunst.) Sind kleine Zierrathcn an dem Unterhalten der dorischen Ordnung. Nämlich unter jcdcnDreyschlitz kommen sechs solche Tropfen in Form abgestutzter Kegel. und in eben dieser Ordnung werden sie auch an dem Kinne der Kranzleisie angebracht *). Es ist blos ans Neigung zum Gc- wohnlichen, daß man sie in der Baukunst bcybehalren hat, wo sie eben nichtö zur Schönheit bcyttagen. *) S. Kranzleiste. Einige halten sie für Vorstellungen der Tropfen von Pech oder Wachs, welches die alten Baumeister auf die Drepschlitze (die ursprünglich Val> kenköpfe waren,) geklebet, um sie vor dem Eindringen der Nasse zu bewah. reu; andre halten sie für Kopfe der Zapfen, wodurch die Queerbalken an die Unterbalken befestiget worden. Gegenwärtig sind sie in der That nichcsbedcutende Zirrrathen, die ein Baumeister ohne Schaden dcS guten GefchmakS weglassen könnte. Tropheen. (Baukunst.) Ursprünglich waren sie von eroberten Waffen zusammengesetzte Denkmäler, die (an dem Orte des Sieges gesetzt wurden. Zur Nachahmung derselben hat man hernach in der Baukunst allerhand in Holz oder Stein ausge- haucne Waffen als Zierrathen angebracht, und sie entweder in den Giebelmanren, oder auf den Gcbalken und Gallerten, oder auch an den Wanden und Pfeilern der Gebäude angebracht, wie verschiedentlich an dem berlinischen Arsenal zu sehen. Die Tropheen an den Wanden sind aus Nachahmung einer Gewohnheit der Römer und vermuthlich auch anderer Völker entstanden, bei) denen es bisweilen geschah, daß ein aus dem Krieg zn- rükgekommener Bürger die Waffen des von ihm erlegten Feindes an der Außenseite seines Hauses aufgehangen, wo sie nach den Gesetzen, wenn auch ein solches Haus durch Kauf in andre Hände gekommen war, nicht durften weggenommen werden. Diese Zierrathe» sind hernach auf andre Arten nachgeahmt worden, da man sowol in den Außenseiten einiger Gebäude, als inwendig in den Zimmern, andre Sachen, als Iagdgerä. the, musikalische Instrumente, Weckzeuge der Künste und Wissenschaften in wvlgezcichnetcn Gruppen, wie angehängt, u e b U e b 609 gehängt, anbringet, die bisweilen, wiewol sehr uneigentlich, auch Tro- phecn genennt werden. Dergleichen sieht man in Berlin an dem Gebäude der Academie der Wissenschaften und der Academie der Künste, wodurch die Bestimmung dieses Gebäudes schon von außenhcr erkannt wird. -H- (5) Entwürfe zu Trvphcen haben, un, ter mehrcrn, geliefert: lLrrarO und Aochon ( lZiv. ?ropkses , F. 6 Dl.) Jean L.e Pautre Crropb. nies » 1659. 4. 6 Dl.)— Sa» lambier (Lskier sc Lsrce>!» pkees erc. t. 6 Dl. t'rvpk. lies /trkr UNd t'rvpti. sc dtaligue, f. ? Bl.) —- Loste (8uire sc Larrels cc se 't'rupliees, st 42 Dl, ) --- DUMSIW (stivre lle nvuv. 'stropli. st 7 Bl. ) —^ Charpenrier (Qcux stiv. clc äilker. I'ropk.st. -4 Dl.)— -Huquiersdlouv. stiv. sc 1'ros.b, st. >»Bl.) — Eaun —- Tardieu — u. v. a. m. — S. übl'l» genö den Art. Ver;icrunFen. — u. Uebereinanderftellung; Uebetstelliing. (Baukunst.) >?n großen und hohen Gebäuden, hauptsächlich bey Thürmen, geschieht es bisweilen, daß jedes der übereiuanderstehenoen Geschosse seine eigene Säule hat. In diesen Fällen hat der Baumeister verschiedenes zu bedenken, um mehr gegen dieNe- geln anzustoßen. Was zuerst hicbey in die Augen fällt, sind die zwey Grundsätze, auf welche das Wesentliche in der Ueber« einanderstellung ankommt: daß die schwächere Ordnung oben, und die stärkere unten komme; und daß die Säulen gerade übereinander stehen, so daß die Apen der übercinanderste- henden Säulen m eine einzige senkrechte Linie fasten. Beydes sind noth- Wcndige Regein, deren Verabsäu- nmng den Geschmak und das Auge beleidigen würde. Vierter Theil. Insgemein wird die dorische Orb, nung zu unterst gesetzt, darüber die jonische, und wo drcy Geschosse sind, über dieser die corinrhische oder rä- mischc. Auf diese Weise ist die gehörige Abstufung der Starke und Festigkeit von unten bis oben wol be» »buchtet. Die starke Ausladung der Gebälks konnte verhindern, daß man die Füße der darüberstehenden Säulen nicht mehr sehen konnte. Diesem wirdent« weder dadurch abgeholfen, daß die untern Gebälke weniger Ausladung über den Fries haben, als ihnen zukäme, oder daß die obern Säulen auf eine über dem untern Gebälke weglaufende Plinthe gesetzt werden. Ei« niae Baumeister fetzen ste ans eben diesem Grunde auf Saulenstühle. Allein zu geschweige», daß sie, weil man die Füße dieser Saulenstühle nicht sehen kann, versiümniclt aussehen , so haben sie noch dieses Nachteilige, daß dadurch die edle Einfalt zu sehr aufgehoben wird. Qq ' Aus 6io ueb Aus der andern Regel folget auch «orhwendig, daß die untere Dike des Stammes der Säule, die auf einer andern steht, nicht größer sepn könne, als die obere Dike des Stammes an der darunterstehenden. Daher bekommt nothwcndig jedes Geschoß seinen Model, der aus dem Model der untersten Ordnung und der Regel der Verdünnung der Stamme bestimmt werden muß. Wenn also der untere Saulenstamm um 5 verdünnet oder tinqezogen wird, so ist der Model der zweytcn Ordnung dessen, wonach die untere abgemessen ist. Ist noch eine dritte Ordnung über der zweytcn, so ist deren Model H dessen, der in der zweyren gebraucht worden, oder dessen, der zu unterst angenommen worden Dieses ist schlechterdings noihwendig. Sollte es sich finden, daß dadurch eine der obern Ordnun- zen in andern Absichten zu niedrig würde, so weiß ein verständiger Baumeister sich durch andre Mittel, als durch Uebertretung einer so wesentlichen Regel zu helfen. Er kann die Plinthe höher machen, oder anstatt derPlinthe einen hohen, gerade durch das ganze Geschoß laufenden Fuß anbringen, um die Höhe zu erreichen. Ein Hauptumstand ist hier noch zu bedenken. West die Apen der Säulen nothwendig auf einander treffen müssen, die Model aber in der Höhe immer kleiner werden» so wird auch die Saulenweite in jedem Geschoß anders. Wenn sie z. B- unter 8 Model ist, so ist sie in der nächsten Ordnung 10, und in der dritten i-H Model. Dieses kann in den Fallen, wo jede Ordnung Balken - oder Spar- rcnköpfc, oder Zahnschnittc hat, den Baumeister in große Verlegenheit setzen; weil auch die Mitte dieser Thei- le durch alle Geschosse aufeinander, und allemal eine auf die Axe der Säulen treffen muß. Dal>er kommt es, daß auch vom guten Baumeistern H E. Modch U e b häufige Fehler, die daher entstehen, nicht vermieden worden sind. Um so viel mehr hat man Ursache, wegen der Ausmessung dieser Theile die GoldmannischcnRegeln anzunehmen, welche allen diesen Schwierigkeiten am sichersten abhelfen *). Don der Uebcrci'nandcrsteltung der Säulen, bandeln unter mchrcrn: Sam. Locke (Die Verbindung und Uebcrcinandcrstcl« lung der Säulen, oder Anweisung, wie bcy der Baukunst die fünf Säulcnoronun- gcn, auf eine sehr leichte und bequeme Art, nach einer gegründeten Regel, sowohl bcy geraden, als auch clrkelrunden Figuren übereinander zu setzen und zu »cc- binden sind, Dresden i?8z. f. mit So K.) — Militia (Im itcn Bd. s. Grunds, der bürgert. Baukunst, S. >48 d. II.) u e b e r fl u ß. (Schöne Künste.) Aer Rcichthum in Werken der Kunst, der ihrer Würkung schadet. Es ist eine bekannte Anmerkung, daß man auch des Guten zu viel thuu könne. Wrr wollen dieses besonders auf die Werke der Kunst anwenden, und einigen Künstlern, denen dicsesnütziich seyn kann, begreiflich machen, daß man auch zu viel Schönes zusammen hänfen könne. Die Künste haben hierin vor den Veranstaltungen des gemeinen Lebens nichts voraus, noch der Geschmak am Schönen vor dem grobem Gefthmak, der auf die Befriedigung der natürlichen Bedürfnisse abzielt. Der Ueberfluß schwächt überall die Annehmlichkeit des Genusses. Diejenigen, denen die Wahl der Mittel zur Befriedigung der natürlichen Bedürfnisse schwerer wird, als die Anschaffung derselbe», genießen unstreitig weniger Vergnügen, als die, S. Ordnung. ueb die, deren Begierden durch einige Schwierigkeiten sie zu befriedigen gereizt, und deren Geschmak durch Mäßigkeit in seiner natürlichen Lebhaftigkeit erhalten wird. Eben so geht es in Sachen, die blas auf die feineren Bedürfnisse der Seele abzielen. Was für ein entjükendes Vergnügen ist es nicht, sich der Wollust, der Freundschaft und der Zärtlichkeit zu überlassen, wenn die Gelegenheit dazu etwas selten ist ? Mit was für durchdringendem Vergnügen wird man nicht eingenommen, wenn man sich in einer guten Gesellschaft befindet, wo Geist, Munterkeit und Vcr- gnügen mit Verstand und Kcnntniß herrscht, wenn man sie selten genießt? Eine reiche Bildergallerie rührt anfänglich durch den Reichlhum und die Mannichfaltigkeit, aber der Geist wird bald durch die Menge der Gegenstände zerstreuet; man hat Mühe, seine Aufmerksamkeit zu sammeln, um das Vergnügen von einem Mei- sierstük ganz zu genießen. Ein Gc- niahldc von der ersten Art in einem Zimmer sammelt alle unsre Sinnen zusammen, und wir genießen es ganz. Ein einziger Diamant an dem Hals, oder auf der Brust einer Schonen, reizt das Auge ungemein; aber die Menge derselben macht einen Augen- dük erstaunt, und verliert bald allen Reiz. Der Künstler versteht seinen Vor- thcil gewiß nicht, der das Schone in seinen Werken aufzuhäufen sucht; denn je hoher seine Gattung ist, je sparsamer muß es vorkommen. Die vortrefflichsten Gleichnisse, die hausig sind, verlieren ihre Kraft: in einem Gemahlde von viel Figuren, wo jede eine Hauptfigur zu s.yn verdienet; im Drama, wo jede Person unsrer ganzen Aufmerksamkeit werrh wäre; in einem Tonstük, wo jeder Ton mit allen Vorrheileu des Reizes und des NachdrnkS vorgetragen wird, wo ueb 6Z, jede Figur tief inö Herz bringet: an allen solchen Werken ist ein schädlicher Ueberfluß. Nichts ist vortrefflicher, als die Metaphern und die starken Gedanken des englischen Dichters Foung; aber ihr Ueberfluß macht sie. ermüdend und gebiehrt Ekel. Es scheinet, als wenn die erste» Kenner, sowol unter den Alten, alS unter den Neucrn die vornehmsten Werke der Bildhauer mehr bewunderten, als die ersten Werke der Mahler. Sollte der Grund hievon i« der Sparsamkeit des Schonen liegen, die in jenen großer ist? Daß die sei- nesten Kenner den Schriften aus den Zeiten des Augustus und Ludwigs des XIV vor denen, die unrer Tin- jan und unter Ludwig dem X v erschienen sind, den Vorzug gebe», kommt großtcnthcils daher, daß die letztem an Schönheiten überfließen, die in jenen mit kluger Sparsamkeit angebracht sind. Es ist ein ungemein schädliches Vorurtheil, zu glauben, daß » an Schlag auj Schlag uuaus örlich oen Geist und die Empsinduüss aiigreif.u müsse. Denn dieses ist d. r gewisseste Weg, nur schwach zu ruhten. Der Künstler versteht sein Interesse ain besten, der jeden großen Elt.druk so weit von andern entfernt, daß er Zeit hat, sich völlig dem Gcmulhc emzu- drüken, und sich darin ganz auszubreiten. Je großer die Schönheiten in einem Werk sind, je sparsamer müssen sie vorkommen, Ist diese Sparsamkeit auch bcy der höchsten Schönheit nöthig, so ist sie es noch sehr viel mehr bcy Dingen, die blos als Zierrathen anzusehen sind, wo der Ueberfluß schnellen Ekel gebichrc. Die Anmerkungen, welche wir in dem Artike über die edle tLmfalr vorgetragen, können hicher gezogen werden. Diese ganze Betrachtung aber ist für de» deutschen Künstler vorzüglich »othwendig, Ast « damit 6is Ueb damit er nicht. durch den Schein geblendet, die Werke andrer Volker aus dem Zeitpunkt der Ueppigkeir zu Mustern annehme, wie die ersten italiani» sehen Baumeister gechan haben. Uebergang. (Redende Künste.) ^)ie verschiedenen Arten, wie Redner und Lichter von einem bedanken auf den folgenden, von einem vor- gerra wricn Punkt auf einen andern übergehen, verdient in der Theorie der redenden Künste besonders betrachtet zn werden; weil sie sehr viel zu Annehmlichkeit, Klarheit und d m Charakter der Rede überhaupt b ytragen. Dieser Uebergang geschieher entweder unmittelbar, so daß zwey ganz verschiedene Gedanken, ohne e>was dazwischen gefetztes auf kyiander folgen, oder mittelbar durch Bindeworter, oder kurze Bindcsäye und Formeln, wodurch der Grund, oder die Art der Verbindung ange- zeigct wird. Wir betrachten hier vornehmlich die flcbergangc, die mittelbar durch emzcle Woncr oder Formeln geschehen, was von den römischen Lehrern der Redner cravstcu«, und trsnlstic, gencnnt wird *). Was die Bindewörter, oder Consunctionen, in ein« zelen Perioden sind, das sind die Ue- bcrganasformeln in Absicht ans die ganze Rede. »Ohne die Bindewörter, sagt ein großer Kunsirichter, kamen in der Rede nur abgerissene zer- stükte Glieder heraus, die nichts festes ausmachten. Die Rede würde, Oer Verfasser der IV Bücher über die Rhetorik an kteuerin-us sagt: l'rsnsuio vocsru , quse, cum olicnctir brevlrer, gu»cl äiüum iir, pro^vnir irembrevi q^vci te^uzeur, tmcmoM'i, Iii /»e-rt, /i-atct-i; Quiiitilian soricht von den Üebergssngen an iiiedr Orten unter dem Namen »»nMu-. u e b wie eine Liste von gesammelten Aus- drüken und Redensarten aussehen. Sie dienen zu verknüpfen, zu erweitern, zu vermehren, zu bedingen, entgegen zu setzen, gegen zu hallen, zu entwikeln, den Zeitpunkt, die Ursache, den Schluß anzuoeucen, die Rede fortzusetzen und abzuführen *)." Der historische, der lehrende, der un- terhaltende Vortrag, und überhaupt die Schreibart, darin mehr Verstand, als Einbildungskraft und Cic fin- dung herrscht, können den mittelbaren Uebergang nicht entbehren; und gewiß hängt ein großer Thcil der Deutlichkeit und Annehmlichkeit des Vortrages davon ab. In dem Vortrag einer ganz strengen Lchrart, wie z> V- in mathematischen und philosophischen Beweisen, ist man sorgfaltig, jeden zum Beweis dienenden Satz durch ein Bindewort an den vorhergehenden zu hangen; man findet da immer die Wörter: darum, nun aber, also, deswegen, folglich u. d. gl. Denn da ist es sehr wesentlich, daß der Leser überall den genauesten Zusammenhang aller Sätze vor Angen habe. Zum erzählenden Vortrage schiken sich diese Formeln nicht, weil da die Sachen nicht einen wesentlichen, sondern mehr zufälligen Zusammenhang haben. Deswegen findet man da ganz andere AirendesUebcrgangcs: hierauf; inzwischen; dessen ungeachtet; nunmehr; darauf u. s. f. Andre Gattungen des Vortrages haben wieder ihre Formeln. In Hein lyrischen Gedicht aber fallen sie fast ganz weg, und der Uebergang geschieht, der Emsin« dung gemäß, meistencheils un> it- telbar- Doch kommen auch da noch Uebergangswörtcr vor, dic aber mchr die Art der Ausrufungswörter (In- teriectionen) als der Bindewörter haben. Man 5) Bvdmer in den ErunkMen der deutschen Sprache im Vlll Abschnitt- u e b Man kann überhaupt anmerken, daß die verschiedenen Gcmüthblagen, darin die redende Person sich befindet, auch die Verschiedenheit des lieber- ganges natürlicher Weise verursache, und daß deswegen drei) verschiedene Gattungen desselben vorkommen müssen, nachdem die Folge der Rede durch den Verstand, oder durch die Einbildungskraft, »der durch die Empfindung bestimmt wird. In Werken, die blos auf deutlichen Unterricht gehen, werden zum Uebergang Formeln gebraucht, die auf eine gerade einfache Weise den Zusammenhang der Gedanken anzeigen; sie zeigen uns zum voraus, ob das Folgende ein Schluß scy, der ans dem Vorhergehe! den gezogen Wied; oder ob es eine Erweiterung, eine Einschränkung und nalere Bestimmung, ein Gegensatz des Vorhergegangenen scy; ob es wesentlich zur Sache diene, oder nur bcylaufig augemerkt werde; ob es eii e Fortsetzung der vorgetragenen Materie, oder etwas davon verschiede nes scy u. s. w. Kurz, diese For- n eln lassen uns die ganze Methode, nach welcher der Redner denkt, in völliger Klarheit sehen, und der Vortrag bekommt dadurch ein sehr Helles Licht und mancherlei) angenehme Wendungen. In Werken, wo schon mehr auf Annehmlichkeit, mannichfaltige Befriedigung des Geschmaks gesehen wird, kommen künstliche, dem Ge- schmak schmeichelnde Formeln des Uebergangcs vor, die in dem Witz, oder in der Laune des Redenden ihren Ursprung haben. Es giebt zierliche, lustige, satytische, poßirliche und andere Arten des Ucberganges, die vielleicht eben sowol, als die Figuren, über die so sehr viel geschrieben worden, verdienten in der Rhetorik betrachtet zu werden, da sie gewiß viel zur Vollkommenheit der Schreibart beytragen. Ueb Kiz Ein unmittelbarer Uebergang von einem Hauptpunkt, oder von einen» geeudigten Haupttheile der Rede auf einen neuen, hat oft etwas Harles. Man erwartet einen Wink, daß ein Hauptpunkt geeudiget sey, und nun etwas neues anfange. Die Grie« chcn bedienten sich in ihrem lehrenden Vortrag gar oft der kurzen Formel: so viel hievon, oder eines diesem ähnlichen Schlusses, oder zeigten alsdann, ohne Umschweif den neuen Punkt an, auf den sie übergiengen. Diese Art pflegte auch Winkelmann bisweilen nachzuahmen; z. L. Nach der Betrachtung über die Bildung der Schönheit ifi 5um zwe/tei» von dem Ausdrnk 5u reden. In dem einfachen lehrenden Vortrag dienet dieses zur Deutlichkeit. Die Redner pflegen auf eine ahnliche Weise von einem Hauptpunkte zum folgenden überzugehen, worüber die vorher angeführte Stelle aus den Ubetoricis aä tiereunium jUM Bcy- spiele dienet. Die epischen Dichter bedienen sich bisweilen sehrftyerlichcr Uebergange, wobcy sie wol gar eine neue Anrufung an die Muse thun. Em merk« würdiges Beyspicl eines solchen hochstpathetischen epischen Ucberganges ist der Anfang des dritten Buchs im verlornen Paradies. Diese Art ist sehr schiklich, die Aufmerksamkeit aufs neue zu erwcken, und dkn Leftr in große Erwartung zu setzen; daher fast alle Dichter in der Epopoc sich derselben bedient haben. Hingegen sind Uebergange, die erzwungene, blos eingebildete Verbindungen der auf einander folgenden Materien enthalteil, sehr frostig und kindisch, welches Quintilian an den rhetorischen Schulübungen seiner Zeit, und ain Vvioius tadelt *). Qq Z Von -) Uli vero hixiä» er puerilis est ia sekolh skkeUia'w, ur iple rsniwus ek- kciit iMguiin ubigae temeaci»m ---- u» 5»4 U e b U e b Von dem Uebcrgange hanbcln, unter mcprem: ?v. Per. Adolphus (dkeclulls oricor. conrinens omnium T'rsniilionum tcirmulsz, ^mtk. 1656. 12,)--» Jac. Augurs (De srrillcio H7r2li<>t, Klox. . . Viceb. 1657. z.) S. auch das dritte Buch, in der Kunst zu schreiben, von Condillae, im »ten Th. S. zzz d. llebcrs, s. ttnterr. aller Wissensch. —- die Steven Peicfflcys Vorlesungen --- u. a. in. S. übrigens die, bey dem Art. Anordnung, S. >?ou.f. anöcsi'chrtt» Schriftsteller. Uebergehung. (Musik.) Es geschiehet bisweilen, daß in einem Tonstük ein Ton, oder auch wol ein ganzer Aceord, der »ach einem vor- hergedenden natürlicher Weise und nach den gewohnlichen Regeln folgen sollte, übergangen, oder ausgelassen, und an seiner Stelle der, der erst auf ihn folgen sollte, genommen wird. Dieses geschieht hauptsächlich in den Fällen, wo ein Schiaß erwartet wird, aber nicht erfolget, wie in diesem Beispiele:. Septime. Hier ist also nur ein ein» ziger Ton übergangen, den das Gehör aber leicht erfetzet, so daß steine würklichc Trennung des Zusammenhanges dadurch verursachet, sondern vielmehr die Fortschrcitung desto gc» drungcner wird. Auf eine ähnliche Weise werden ganze Harmonien, oder Accorde übergangen, wie in folgendem Petzspiel: 6 — vdtr in der Umkehrung: -bS- ^— Die wahren Grundtonc sind hier Dominanten mit dem Scplnoiicriaccord. Dieser Satz entstehet aus diesem 7 da das Gehör nach dem ersten Ac- rord einen Schluß in die Tonica L erwartet- Die große Terz der Domi- nante Q sollte, als Leitton, ihren Gang über sich in die Ocrave der Tonica nehmen. Dieses geschieht hier nicht! denn diese Terz tritt um einen halben Ton unter sich in die kleine ur vviälui >2lcivi7e in Ustzmol'vboli soler. lolt, I..IV. c.z. durch Verwechslunge» der beyden Dommaiitcnaccordc und Auslassung des ganzen Drcyllangeö auf L, und dieses Grundtones selbst. Ucbcrhaupt kann hier angemerkt werden, daß jeder Dommantcuaccord, dessen Erwartung durch die vorhergehende Harmonie berettseiwekt worden ist, übergangen, und an seiner Stelle sogleich der Accoro der Tonica genommen werden kann, da sie in so enger Verbindung stehen, daß der Zusammenhang durch die Auslassung nicht unterbrochen wird: als worauf es bei) der Uebergehung hauptsächlich ankommt. FolgendeBcyspiele kommen häufig vor, und sind von an« genehmer Wm kung: 5 6 _ . -s - a b Bey a ist der E. aceord, und bey b dcr.L aceord übergangen worden. Uebsr? u e b U e b 6-5 Uebermaßig. (Musik.) So werden mit Ausnahme der Terz alle diejenigen Intervalle genennt, welche um einen halben Ton hoher genommen werden, als sie in der Tonleiter des Tones, !darin man spielt, liegen; als *i, die übermäßige Pri- nie, *2-Secunde, *4-Quarte, *5- Quinte, und die in neuern Zeiten angenommene *6 übermäßige Sexte. Alle dissoniren gegen den Hauptton. Die übermaßige Terz und übermäßige Septime sind von keinem strengen Tonlchrer für brauch, bar angenommen worden; und daher glebr es auch weder eine durch die Umkchrung der übermäßigen Terz verminderte Sexte, noch eine durch die Umkchrung der vermcyntcn übermäßigen ^7 verminderte Sccunde »kl-c. Da die übermäßige ^2, ^4, *5 und *6 außer der natürlichen Tonleiter liegen, und daher widrige Verhaltnisse hervorbringen, so sind sie aus diesem Grunde im Singen sehr schwer zu treffen, und dieserwege« zusetzen verboten; esseydenn, daß mau sie als Leittöne in andere Tone der Tonleiter betrachte. In diesem Falle wird das Verbot nicht so strenge genommen, daher kann man von L durch llis nach e, durch km nach L» und von As nach a gehen. Aber von L durch nach k kann man schwerlich gehen, und man wird nicht leicht von guten Meistern in der Melodie Beyspiele davon antreffen. Man kann auch von L dur gewohnlicher Weise nicht nach kl nioll modn- liren. Doch kann vor kl vorkommen, wenn dieses kl die Dominante von L moll ist. Dergleichen ehedem verbotcne^ort« schreitungen, z. B. bey der übermäßigen Sccunde von L durch nach e, lassen sich dadurch entschul, digen, daß man sie so betrachtet, als wenn man einen Tausch mit einer andern Stimme Übernahme. Z. B« ^ - ———-ü -n n Wenn man sich der übermaßigen Fortschreitungen enthält, und sie nur auf gewisse besondere Falle spart, so kann man außerordentliche Wür- kung damit hervorbringen. Im Recitativstyl kommen sie aber häufiger vor, besonders die übermäßige Quarte. Die ordentliche große Septime ist eben so, wie die übermaßigen Jnter- volle, im strengen Styl melodisch zu setzen verboten: ehedem betraf das Verbot auch die große Sexte, die doch gegenwartig in der Melodie unentbehrlich ist. Man findtt alte Lehr- büchcr, wo unsere große Septime die übermäßige gcncnnet wird. Weder die übermaßige Quinte, noch die übermäßige Sexte kommen melodisch im Absteigen vor ; wol aber im Baß zuweilen die *5, zumal wenn der Baß nicht gesungen, sondern von Instrumentistcn gespielt wird. Zum Beyspiel: Qg 4 6i6 U e S U e b ^ 5 5 ? 5 -51 -51 Weil jedes übermaßige Intervall als ein Leitton anzusehen ist, so folget, daß man nach demselben im Aufsteigen einen halben Ton über sich treten müsse, und im Absteigen einen halben Ton unter sich. Zum Bcyspiel: " — — 4i ^ -N Der letzte Fall bey t hat nur im Re- citativ statt, und ist also so zu ver- stehen; . s . i- ^ u Ueberredung. (Beredsamkeit.) Wir machen einen Unterschied zwi. schcn Ueberredung und Uebcrzeugung. Jene setzen wir in dem Beyfall, der mehr erschmeichelt, als erzwungen wird. Von oer Uebcrzeugung ist sie darin unterschieden, daß diese aus unumstößlichen und völlig unzweifel- haften Gründen nothwendig erfolget. Die Ueberredung würfet Veyfall und Glauben, die Ueberzeugnng unum« siößliche Kenntuiß der Wahrheit. Man kann, ohne sich in tiefe psy- chologischcBetrachtungcu einzulassen, aus der Erfahrung annehmen, daß die Menschen sich von jeder Sache, gegen die sie kein Vorurtheil haben, sehr leicht überreden lassen. Wer in Absicht auf die Wahrheit oder Falschheit einer Sache ganz ohne Vorurtheil ist, kann, wie eine im Gleichgewicht stehende Wage, durch jeden scheinbaren Grund überredet werden. Hingegen ist auch der, der durch Vorurthcile gegen «ine Sache eingenommen ist, kaum zu überreden*), es scy denn, daß die Vorurrheilc ihm vorher benommen werden. Also kommt es bey der Ueberredung vornehmlich auf Wegraumung aller vorhandenen Vorurthcile gegen die Sache, der man die Menschen bereden will, au. Ist dieses Haupt- hinderuiß gehoben, so ist das übrige sehr leicht. Das erste, dessen sich ein Rebner zu versichern hat, ist die genaue Kenntmß der Meynungcn und Vorurthcile seiner Zuhörer, über die Sache, deren er sie zu überreden hat: eher kann er weder Plan, noch Anordnung für seine Rede machen. Mansichtaber leichte, was für große Kenntniß des Menschen überhaupt, und was für genaue Bekanntschaft mit denen, die man zu überreden chat, hiezu crfodert werden. Wer nicht in die Gemüthcr seiner Zuhörer hineinschauen, und mit seinen Büken sogar in die dunkeln? Winkel derselben zu dringen vermag, kann nicht sicher se>?n, sie zu überreden. Die schcin- barestcn Gründe für eine Sache sind ohne Kraft, so lange das Vorurtheil gegen sie ist. Nur eine gründliche Psychologie kann dem Redner die Mittel au die Hand geben, wie er die Vorurtheil« der *) dtidil k»c!Ie p-i-suzZetur mviiii, Hmacil. Inlt. I.. IV. c.4. u e b der Menschen erfahren könne, und wie er sie zu heben habe. Mit wenigen, läßt sta, eine so sehr wichtige und schwere Sache nicht abhandeln: darum können wir uns auch hier in diese Materie nicht einlassen. Wir bemerken nur» daß der Redner sich ein besonderes Snidium daraus zumachen habe, die Natur, und die verschiedenen Arten der Vorurtheilc überhaupt, und die besondere Sinnesart seiner Zuhörer genau zu kennen. Fehlet es ihm hieran, so ist alle seine Bemühung, zu überreden, vergeblich, es sey denn, daß er ganz freye und un- eingenommenc Zuhörer habe. Setzen wir nun voraus, daß die Hindernisse der Ucbcrredung geHobe» sind, so braucht es in der Tdat sehr wenig, die Ueberredung zu bcwürken. Dieses kann durch zweyerlcy Wege geschehen. Der eine geht gerade gegen den Zwek, durch Gründe, die die Sache wahrscheinlich machen. Von den Beweisen, Beweisartcn und Beweisgründen haben wir in besondern Artikeln gesprochen. Wir merken hier nur noch an, daß in den Bewei- sen, die blos Ucberredung bcwürken sollen, dje Hauptsache auf Klarheit, Sinnlichkeit und Faßlichkeit der Vorstellungen ankomme. Diese Eigenschaften bedekcn das Schwache derselben. Wo man sich einbildet, eine Sache zu sehen, oder zu fühlen, da braucht man weiter keinen Beweis ihrer Würklichkcit. Man muß also bey diesen Beweisen mehr auf das Anschauen der Dinge, als auf das deutliche Erkennen derselben arbeiten. Gar oft liegt ein zur Uebcrrcdung schon hinlänglicher Beweis blos in der Art, wie die Sachen vorgestellt, oder in dem Gesichtspunkt, aus dem sie angesehen werden. „Wenn du auch mit Mühe und Anstrengung etwas gutes und ruhmliches thust, (sagte der Philosoph Musonius,) so vergehe: die Mühe, und das Gute bleibet. Thust du etwas schandliches Ueb 617 mit Vergnügen, so ist auch dieses vorübergehend, aber die Schande bleibt *)." Diese Art gute und böse Handlungen anzusehen, führet schon ohne wcirern Beweis auf tueUeberre« duug, daß man sich jener befleißigen, und daß man diese vermeiden soll. Höchst wichtig zur Ucberredung ist es/ daß die Gründe nm einem Ton der Zuversichtlichkcit, mit Lebhaftigkeit und Würde vorgetragen werden. Denn oft thut dieser das meiste zur Ucberredung. Der große Haufe, so gar schon ein großer Theil derer, die selbst denken, gerraur sich selten an einer Sache zu zweifeln, die mit großer Zuversichtlichkeit und eindringender Lebhaftigkeit versichert wird. Man glaubt die Sache zu fühlen, die, als würklich, mit lebendigen Farben geschildert wird. Ein andrer Weg, zur Ueberredung zu gelangen, besteht darin, daß man die Sache gar nicht beweist, und sich sogar nicht einmal merken laßt, als wenn der Zuhörer daran zweifeln könnte. Man setzt stillschweigend voraus, das Urtheil des Zuhörers sey der Sache günstig, und spricht so davon, als wenn man blos das, was er selbst davon denkt, vorzutragen habe. Da merkt er nicht, daß man ihn führen will; er glaubt seinen Weg zu gehen, und den Redner blos zur Begleitung bei) sich zu haben: und so kann man ihn, da er selbst kein Ziel hat, und blos dahin zu gehen glaubet, wohin die Phantasie ihn leitet, unvermerkt dahin führen, wo man ihn haben will. Man setze, ein Geschichtschreibcr erzähle in derGcschichtePetcrs des I. seine Hcyrath mit Catharina. Wenn er, ohne die Frage zu berühren, ob es anstandig oder nützlich sey, daß ein großer Monarch eine Person von niedrigem Stande zur Gemahlin nehme, und neben sich auf den Thron Qg 5 fttze, «) S. LeU. Noll. ätt. l.,XVI. c.!. öi8 U e b setze, die Sache dem Ansehen nach blos historisch behandelt, aber mit einiger ^Lebhaftigkeit sich bey der Erzählung verweilet, um den vortrefflichen Charakter der Catharina zu schildern; wenn er erzahlt, daß dieser Schritt den Beyfall des Hofes und der ganzen Nation erhalten habe u. d. gl.: so wird kein uneingcnom- mcner Leser sich leicht unterstehen, von der Sache anders zu urthcilen, und jeder wird stillschweigend ans diesem Falle sich überhaupt bereden, daß der größte Monarch ohne Verletzung seiner Ehre, ohne Unanständigkeit, aus der niedrigsten Classe seiner Unterthanen sich eine Gemahlin wählen könne. Würde man aber im Gegentheil die Geschichte von der geheimen Vermahlung Ludwigs des XIV. mit der Maimenon so erzählen, daß man die Bestürzung des Hofes lebhaft schilderte; daß man beschriebe, wie der Minister sich dem König zu Füßen wirft, und ihn in pathetischem Tone beschwöret, seinen Zbron nicht zu bcfleken u. d. gl. so würde bey dem Leftr gerade die entgegengesetzte Wür. kung folgen. Er würde nun dafür halten, daß ein gr ßer Herr nichts schimpsiichers thun rönne, als eine so ungleiche Heyrath einzugehen. So leicht ist es, das Urtheil der Menschen zu lenken, wenn sie noch nicht eingenommen sind. Es kommt also bey der Uebcrre- dnng nicht sowol auf die Richtigkeit der Beweise, als auf die Lebhaftigkeit, womit sie vorgetragen werden, an. Gegen Vorurtheile kommt nicht leicht ein blos wahrscheinlicher Beweis auf; und wo diese Nicht sind, da läßt man sich auch durch schwache Beweise, durch bloße Versicherungen, und sogar auch ohne diese, durch Er- schleichung bereden. Sehr wichtig ist es dabey, daß der Redner die Kunst besitze, dem Zuhörer in seinem Unheil vorzugreifen, ohne daß er es U e b merke, und seinen Verstand durch die Empfindung zu lenken. Er muß schlechterdings wissen, jede Sache in dem seinem Zwek günstigen Lichte vorzustellen, und das Herz dafür zu intereßiren. Es muß aber so natürlich, so gar ohne Zwang geschehen, daß der Zuhörer den Gesichtspunkt, aus dem man ihn die Sache sehen laßt, für den eigentlichsten halt, um die Sache richtig zu beurtheilen. Denn muß Ton und Ausdruk genau auf diesen Gesichtspunkt paffen. Was in ein günstiges Licht gestellt worden, muß auch mit dem vorthcil- haftcsten Namen genennt, und mit einnehmendem Ausdenke beschrieben werden; und was in ein widriges Licht gesetzt worden, muß auch in einem Ausdenke vorgetragen weiden, der ihm angemessen ist. Dieses hat vornehmlich Cicero verstanden, dessen Ausdruk allemal einnehmend, scho« nend, vergrößernd oder verkleinernd, hart oder sanft ist, nachdem er für, oder gegen eine Sache einzunehmen sucht. Uebertrieben, (Schöne Künile.) 3??an übertreibet eine Sache, wenn man ihr etwas zuschreibet ober zumu- thet, das die Schranken ihrer Art überschreitet, und entweder unmöglich, oder doch unnatürlich und der Art, wozu die Sache gehört, zuwider ist. Es wäre eine übertriebene Zumiithung, von einem Menschen so viel Arbeit zu verlangen, als nur mehrere zu leisten im Stande sind; darum wäre es auch übertrieben, wenn man von ihm sagte, er habe so viel Arbeit gcthan. Auch das ist übertrieben, wenn man das, was einer Sache zukommt, ihr in solchem Uebermaaße dcylegt, daß dadurch die Art derselben geändert, und dieWür- kimg, die m m zu vermehren gesucht hat, dadurch vermindert wird. Man sagt ueb sagt im Sprüchwort: wer zu siel beweist, Oer berveiscr gar nichts; «nd wo des Gewürzes zu kielgcnom mcn wird, da wird die Speift dadurch widrig. Es gicbt also zwcy Arten des Ue- berti iebencn: die eine macht den übcr- tritbeiienGegenstaiid schimärisch, oder unmöglich; die andere verändert seine Art, und benimmt ihm dieWürkung, die man ihm durch Übertreibung seiner Eigenschaften zu geben gesucht hat. Beyde Arten sind in Werken bcs Geschmaks sorgfaltig zu vermci- den, weil sie von sehr übler Wartung sind. Zu der erstem Art rechnen wir die abenthcuerliche gigantische Größe der Helden in den Ritterromanen, da ein einziger bisweilen ganze Heere in die Flucht schlagt: von der andern Art ist unmäßiges Lob, oder Tadel, und andre imzeitige, die verlangte Wür- kung vielmehr hindernde, als befördernde Anhäufung des Guten und Bösen, des Angenehmen oder Widrigen. Wenn jemand geringer Sachen halber mit hohem Lob, oder schwerem Tadel überhäuft wird: so verfehlt das Lob oder die Rüge den Zwek, und anstatt davon gerührt zu werden, wird man verdrießlich. Überhaupt bestehet dieses Übertriebene darin, daß man zu Erreichung seines Zwcks mehr thut, als man thun sollte, und sein Geschütz überladet, daß es entweder zerspringt, oder sonst seine Wartung verlieret. Mancher will uns vergnügt machen, und schweift so aus, daß wir verdrießlich werden; oder er will unser Mitleiden erwekcn, und bewürkt nur Abscheu. Das Übertriebene der erstem Art entstehet aus Mangel der Bcurthci- lung. Wer die Schranken, die in der Natur jeder Art der vorhandenen Dinge vorgeschrieben sind, nicht zn bemerken im Stand ist, wird von einer lebhaften Phantasie leicht verleitet, ihnen Eigenschaften anzudichten/ u e b 6 l 9 die das Maaß ihrer Kräfte überschreiten. Es ist also vornehmlich ein Fehler schwacher Köpfe von etwas wilder Einbildungskraft, daß sie alles über dieMaaße vergrößern, oder verkleinern, weil sie die wahren Kräfte der Natur nicht kennen. Doch kann auch ein allgemeines Vorurtheil der Zeit scharfsinnige Köpfe zu diesem Übertriebenen verleiten. Wenigstens kann man den Corneille, der die Charaktere seiner tragischen Hb- den sehr oft übertreibet, nicht des Mangels an Einsicht und Scharfsinn beschuldigen: aber der Gcfchmak sei. ncr Zeit war noch etwas romanhaft und abenthcuerlich. Die andere Art des Übertriebenen scheint aus Mangel des feineren, oder des richtigen Gefühles zu entstehen. Es gibt Menschen von so schwachem Gefühl, daß ihnen kein Gegenstand in seinen natürlichen Schranken groß oder schön genug ist; sie merken nicht, daß ei» Mensch betrübt ist, wenn er nicht kindisch klagt und weint; oder daß er zornig ist, wenn er nicht raset und alles um sich herum zerstöret. Darum übertreiben sie auch alles, wenn sie andre in Empfindung setzen wollen. Ein lautes Geschrcy machen, heißt bey ihnen verständlich reden; heulen nennen sie weinen; gewaltsame Sprünge und Gbehrdcn sind ihnen Tanz. Hingegen ist stille Größe, nach ihrem stumpfen Gefühl, Mangel an Leben; ein tiefsitzcnder Schmerz Uncmpfind- lichkeit; ein sanftes, aber innigliches Vergnügen Gleichgültigkeit. In diesem Fall artet das Übertriebene ins Grobe und Pöbelhafte aus; denn insgemein fehlet dem Pöbel das feinere Gefühl, das Große, das mehr den inncrn, als den äußern Sinnen empfindbar ist, zu bemerke». Daher kommt i» den Tragödien das Heulen und Wehklagen, wodurch einige rühren, das Abscheuliche in Schandthaten, wodurch sie Absehe: erw. «20 Ueb crwcken, und das Entsetzliche lind Gewaltsame in den Unternehmungen, wodurch sie Furcht odcr Pewundrung erregen wollen. ü. as Ucbercricbene kann aber auch ans einem verzärtelten Geschmak und Weichlichkeit herkommen. Wie es Menschen von stumpfem Gefühl gicbt, deren Seele ein hartes Gehör hat, das nichts vernimmt, wenn man nicht übermüßig schreyt: so giebt es auch im Gcgcnrheil solche, die den Blvdsichtigcn gleichen, die vom hellen Tageslichte geblendet werden und nicht eher, als in der Dämmerung die Augen aufthun. Diese sind gewohnt, die Sachen inS Kleine zu übertreiben, und alles so zu verfeinern, daß es seine natürliche Kraft verlieret. Es geht ihnen, wie den Wollüstlingen, die keinen Geschmak an natürlich wolschmekendcn Speisen mehr haben. Sie wollen nicht vergnügt, sondern sinnlich cntzükt feyn; statt einer ruhigen Empsindung der Zärtlichkeit, sehnen sie sich nach ganzli- cher Zerfiießung des Herzens. Deswegen suchen sie alles so sehr zu vcr- feinern, daß sie nur noch die Quintessenz der Dinge behalten. Daher kommt so viel übertriebener Witz, so viel übernatürliche Spitzfündigkeit der Empfindung, so viel wollüstige Künstele») in Wendung und Ausdruk, so viel shbaritische Schonung, wo das Herz mit einigerDreistigkeit sollte angegriffen werden. Am meisten zeiget sich diese übertriebene Verfeinerung in der gegenwartigen Musik, besonders in den Opern, wo der einfache das Herz einnehmende Gesang gänzlich verdrangt ist, und einem blos wollüstigen Kü- tzeln des Gehöres hat weichen müssen. Es scheinet, daß mancher Sanger völlig vergessen habe, daß er die Ge- inüther dcr Zuhörer in Empfindung zu setzen habe, und daß er sein Verdienst oarin suche, wie eine Nachtigall zu gurgeln, oder seine Stimme so U e b hoch zu treiben, als ein Canaricil- vogel. Dieses ist die schlimmste Art des Ucbertriebcnen, weil es dcnMenschn» allmählig des natürlichen Gefühles beraubet, und ihn gewähnt, gleichsam , von Lust zu leben, oder sich von Dun. sien zu nähren, die doch keine Nahrung geben. Insgemein schleicht sich dieses Uebcrtricbenc allmählig ein, nachdem die schonen Künste den hoch- - sten Grad dcr Vollkommenheit cr> 1 reicht haben. Denn die hernach kommenden Künstler suchen alsdann ihre Vorgänger, die sie auf dem geraden natürlichen Wege des Keschmakcs nicht mehr übertressen können, durch allmahligc Verfeinerung zu übertreffen. Darum ist es eine seltsame Erscheinung in Deutschland, daß sich die übertriebene Verfeinerung bereits hier und da äußert, ehe wir die höchste Stufe der Vollkommenheit würk» lich erreicht haben. Aber wir sind nicht ohne Hoffnung, daß die Kritik sich dem einreißenden Ucbel. noch zu rechter Zeit mit gutem Erfolg widersetzen werde. Man erlaubt dem comischen Dichter und dem Schauspieler, und ra- thet ihnen sogar, die Sachen erwas zu übertreiben. Der Schauspieler muß allerdings in Stimme und Gc- behrden etwas auf die Entfernung, in der er von dem Zuschauer steht, rechnen, wcil.diesc sein Spiel etwas schwächt. Deswegen thut er wol, wenn er durchaus etwas über die Natur herausgeht; und der Zuschauer wird ihn nicht übertrieben finden, wenn er nur nicht die Glänzen zu weit überschreitet. Der Dichter scheinet nur da aus den Schranken heraustreten zu können, wo die Charaktere der Personen und die Handlung selbst etwas matt ist. So hebt das etwas Ueberrriebene der Charaktere in dem poistug das ganze Stük, das in den bloßen Schranken derNa- tur wenig reizen würde. Ucbcr- u e b Uebcrzeugung. (Beredsamkeit.) Mir sind von dcr Wahrheit einer Sache nur alsdann überzeuget, wenn wie durch inneres Gefühl empfinden, daß kein Zweifel dagegen statt habe. Bey der Ueberrcdung können noch Zweifel, oder Ungewißheiten statt haben! aber entweder zeigen sie sich uns nicht, oder sie sind nicht stark genug, unsere Mehnung, oder unser Urtheil zurükzuhalcen. Die wahre Uebcrzeugung eil, steht blos aus demwürk- lichcn Gefühle, daß die Sache nicht anders feyn könne, als so, wie wir sie erkennen. Sie wird aber selten anders, als durch strenge, förmliche Vcrnunftschlüffc vewürkc; es sey denn, daß sie aus Gcgcneinanderhalrung blos zweyer ganz einfachen Begriffe folge, wie die Grundsätze, die man Axiome nennt, als z> B. dieser! Saß Vas Ganze größer ist, als einer seiner Theile. Es gehöret nicht hicher zu zeigen, wie die strengen Beweise, die zur Uebcrzeugung führen, zu geben feyn. Für den Redner schiken sich die strengen philosophischen Beweise, die in dem wissenschaftlichen Vortrage nöthig sind, nicht. Für seine eigene Ueberzeugnng aber muß er sie, wo sie statt haben, zu geben wissen. Nur als Redner muß er sie ganz anders vortragen. Wahre Ueberzeugnng der Zuhörer kann nur der Redner bewürben, der selbst überzeuget ist. Wir sitzen also hier die Ueberzeugnng des Redners vorans. und habe» nur zu betrachten, wie er sie andern mittheilen soll. Ist er durch den mühsamen Weg einer genauen Untersuchung zu der Richtigkeit und Vollständigkeit der Begriffe, sodann zu ihrer deutlichen Ennvik- lung, und dadurch zur Ueberzeugnng gekommen: so muß er nun diesen Weg, den er mit vieler Mühe zw uk- zelcgt hat, wie von einer Höhe über- Ueb 62l sehen; alle seine Krümmungen und steile Sprünge bemerken! um zu er- forschen, wie er sie gerade und eben zu machen habe. Denn das, was ihm schwer gewesen, muß er dem Zuhörer leicht machen. Im Grund hat also dcr Rcdncr zur Uebcrzeugung seiner Zuhörer keinen andern Weg zu nehmen, als den, durch welchen dcr Philosoph geht! beyde geben Beweise, die im Wesentlichen dieselben sind. Was aber der Philosoph allgemein, abstrakt und kurz gedrungen sagt, wird von dem Redner durch besondere klare und leichtfaßliche Vorstellungen dem Anschauen ausführlich vorgebildet. Ein solcher Beweis ist im Grunde nur eine rhetorische Erweiterung eines strengen philosophischen Beweises. Wie der Philosoph die Begriffe durch Erklärungen deutlich und bestimmt angiebt, dcr Redner aber durch Abbildung oder Vorzeigung der besondern Dinge, aus deren Betrachtung sie sinnlich gefaßt werden: so unterscheiden sich beyde in ihren Arten zu beweisen. Dcr Redner hat also zur Ueberzeugnng seiner Zuhörer weit mehr zu thun, als dcr Philosoph; er muß den Beweis, gerade so wie dieser, erfinden und vortragen: alsdann aber hat er erst den Text seiner Rede, oder wenn man will, den Grundriß derselben. Nun muß er aus diesem Grundriß ein Gebäude aufführen, dessen Festigkeit und andre nach dem Zwek erforderliche Vollkommenheiten nicht blos Kenner einsehen, sondern jeder Mensch von gesunder Beur- rhcilung ohne große Mühe bemerke. Ich halte dieses für das Höchste in der Kunst des Redners, weil er hiezu sowol seine Materie, als das, was zur Kunst der Rede gebort, in einem hohen Grad in seiner Gewalt haben muß. Das S22 Ueb Das Uebliche. Costuule. (Schöne Künste.) ^st in Vorstellungen, die aus der Geschichte der Volker genommen sind, das Zufällige, in sofern es durch die allgemeine Gewohnheit des Volks und dcrZeit, woraus der Gegenstand genommen ist, bestimmt wird; oder daö, was mit den Moden und Gebrauchen der Volker und der Zeilen übereinkommt: wenn Romer als Römer, Griechen als Griechen, gekleidet sind, römische und griechische Gebrauche beobachten, und überhaupt in dem wahren Charakter ihrer Zeit vorgestellt werden, so sagt man, das Uebliche sey dabei) beobachtet. Die Beobachtung des lieblichen ist bisweilen nothwcndig, allezeit aber schiklich. Nothwcndig kann sie in Gemahlden werden, weil sie oft das beste Mittel ist, dcnJnhalt des Stüks Henau zu bezeichnen. Man erkennt oft aus dem lieblichen sogleich das Volk, die Zeit, den Stand der Personen, und dadurch den Inhalt. Schiklich ist es überall, weil es der Vorstellung Hilst, wenn man sich in die Sitten der Zeiten setzet, und weil Äuch die Neuigkeit, die das Uebliche einer Vorstellung aus entfernten Zeiten oder Orten giebt, die Slufmcrk. samkeit reizet. Grobe Fehler gegen das Uebliche sind sehr anstößig. Unter den Mahlern hat keiner schwerer dagegen gesündiget, als Paul der Veronefer, der die Jünger Christi allenfalls in Kleidern, die den spatern Mönchsorden eigen sind, vorstellt. Selbst der große Raphael, der sonst in allen Stäken soviel Verstand zeiget, ist nicht von Fehlern gegen das Uebliche frey. Er hat eine heilige Familie in einem Stall gemahlt, der mit corinthischen Säulen ausgeziert ist. Der Mahlcr ist aber nicht der einzige Künstler, der sich an das Ucbli» che zn halten Hätz sie müssen eS alle U e b thun, wo sie Dinge aus der Geschichte fremder Völker vorstellen. Es ist eben so anstößig, wenn die französt. schen Trauerspicldichter einem König von Sparta oderN?)-ccne den Pomp und die Sprache eines persische», oder eines heutigen großen Monai» chcn bcylegen, als wenn ein Mahlcr ahnliche Fehler begebt. In der Aufführung der Trauer, spicie ist es ungereimt, die alten Hel. den Roms und Griechenlandes i» der gothlschen Tracht, aus deu Zeiten dcr irrenden Ritter, oder ihre Gcmah. liuucn in großen Fischbeinrökcu zu sehen. Ich möchte zwar hierin keine pedantische Genauigkeit empfehlen; denn die Schaubühne hat nicht den Zwek, uns in alten Moden und Gebrauchen zu unterrichten: aber das Uebliche muß dost) nicht bis zur Be- leidigimg übertreten werden; weil in diesem Falle die Zuschauer, die Keunt- niß dcr Sachen haben, in ihrer Aufmerksamkeit auf die Hauptsachen gestört werden. Es gehöret aber weitläuftige historische Kcmitiiiß dazu, wenn der Kunstler das Uebliche überall beobachten soll. Doch werden auch die Hülfs. mittel dazu nach und nach allgemei. ner verbreitet. Die Kenntniß dcr griechischen, römischen und andrer Nationalalterthümer hat sich bereits ziemlich weil in das lesende Publikum ausgebreitet; und es würde gegenwärtig keinen sehr großen Aufwand erfodcrn, zum Gebrauch der Kunstschulen fast alles zusammen zu bringen, was zum Unterricht in dem Ücblichcn der berühmtesten alten Völker erfodert wird. Dcr Herr von Hagedorn hat in seinen Betrachtungen über die Mahle» rcy eine artige Wendung gewählt, seine Gedanke» über die Wichtigkeit dieses Punkts an den Tag zu legen, da er den Abschnitt, der davon ha»« delr, Erinnerungen an das lieblich« überschrieben hat. Dadurch u e b scheinet er anzuzeigen, daß man dem Künstler hierüber keine strenge Gesetze vorschreiben soll. Es ist freylich nicht alles, was zum Uebllchen gehört, gleichwichtig, und man kann dem Künstler darin immer mehr übersehen, als dem Gelehrten, der in einer tobten Sprache schreibt, und gegen das Uebliche darin anstößt. Angenehm muß es aber allemal für Kenner seyn, wenn sie es auch in Kleinigkeiten genau beobachtet finden. Don dem Ueblicbcn überhaupt handeln, unter mevrern: Ame Claude Gr. Caplus (Vor s. I'sdl, rirez cle l'Ijiiiste, par. 1757. 8. finden sich Ob. servar. sur je Lollume.) C. tb. v. Hagedorn (Von dem liebliche» überhaupt, und den HülfSmitteln zur Kennt- nid desselben! von dem lieblichen nach der Fabel; von dem lieblichen nach der Ge- schichte, die i5tc->7te s. Betracht, über die Mahlerey, S. >96 u. f.) — Lrc. Algarotti (Im 8ten Abichn. s. Versuches über die Mahlerey, S. n; d. U.) — Der 9te Adschn. in der Theoret. Av- haudl. über die Mahlerey, Fest. 1769. 8. — A. Tischbein (Im ztcn Buche des ersten ThlS. l. Unterr. zur gründl. Erlernung der Mahlerey.) — Frz. Lhrjrph. v Scheyb (Im -9tcn Abschn. des itc» TblS. S. 212. s. Ore- strio.) — C. Junker (In s. Grunds, der Mahlcrry, S. 6z.) — Xv. Decker (Vom Lostumc an Oenknicllecn, Lcipz. 1776.8.) '— A. H. Mertens (In der 9ten s. Vorles. über die zeichnenden Künste, E. Z7Z.) Tbrsiph. K.ud. ReinholS (Im iztcn Abschn. s. Zeichen- und Mah- lcrschulc) — Ein Auss. über das Studium des Kostüme, im -zten Hefte, S. Z9 dcrMeuselschcn Misccllaiicett.—> Auch finden sich »ort'-eflichc Bemerkungen dar. über in Jos. RcynvldS Leven Oitcour. kez. — — Don den Fehlern rvider das Uebliche in einzeln Füllen, mit besonder» e b 62z Anweisungen ans richtige Darstellung: Giovand. Gilio da Fabbrinano (Der etc s. Du« Oialo^ki . . Lanier. 1564. 4. handelt llsgli error! lle' ?ir- cori circa le iiorie, con molrc snno- raa. soprs il giuäicio universale risl kuons.oru . . .)— Joh. Molanus (L>c kibtur. er Im,g!n. tacriz . , . rto viranclis circs esz abulibus, er esrurn llgnlticirionibuz, Oeüv. 1570. 1594. L-) -- Hilscher (Curiösc Gedanken von den Fehlern der Mahlcr, bey Abbildung der Geburl Christi, aus dem Lateinischen durch M. M. Dresden ,7°-. Das Original ist mir nicht bekannt.) — Pelletier de Ronen (In den klein, so Trev. v. I. 1704 und 1705 finden sich verschiedene Abhandl. von ihm über die Fehler der Mahler bey Darstellung von gcistl. Gegenständen.) — H. Horn, unter dem Nahmen Lalrniceni!.? (Erbauliche Nachr. von allerhand Jrrthümern der Mahler, In der biblischen Geschichte . . Fest. 17-z. 8.) -» I. Eh. von Delitz (Jrrlhümcr und seltsame Einsclile der Mahler, in Abbildung der Lechens und Stcrbensgcschichte I. Ehr... Wittenb. >7Z»- 8.1749. 8 ) — Jos. Merz? de la Canorgue (KAeoloAie Uc5 pcinrre», Lculzireurs, Lrsv. er Oelssnar. . . . kar. >76;. Aus dem Werke des Molauus gezogen.) — Ungen. (Obier- vsr. kiltor. er crir. sur les erreuis rlez peinrrez, Lculpc. er lletlinsr. ci-ns ls repretenrsrion stcs tü^ers rires che I blilloire izinre . . . psr. 1765. 12. -Bde. Deutsch, Leipz. 177-. 8.) — Phil. Rohr (Sein, unstreitig schon viel clllerer, Victor erransistmit Nicht weiter bekannt, als daß darin die, von den Mahlern, in Abbildung christlicher,Geschichten, begangenen Fehler gerügt werden.) Abbildungen vom Ueblicben überhaupt haben, unter mchrcrn, geiiesert: Cef Veeelli ( chsccolca tlegli sbiri sti rilverle na^iune, Ven. 1554 8. Verm. Ebend. 16S4. 4.)—-- Fero.Der« tel (Omniuin tere Oenrium LtÄbirus, Ven. lLSz.H. 6s Bl.) »— Piet. Der. »M 624 Ueb Ue b telli (Viverlorum dlorlon. bsdiru» . l Vc„. 1594-1597-Z TH. S 54 B>.) — Zdern. s-^icarl ((.'crem, ec Cnururnez i-eligieiiicz cie rvus ics peuples 6u nioncie . . . Amik. 17ZZ- k. 9 Bde. i'sr. 1762. 6 9 Bde. >78z> t"I. 4 Bde. überh. Z;4 Bl. Od die Uilk. gen. ec z,-nri<7. cles religio»? er cia culce cie rouz >ei peuple« cln mnncie, welche, nach Zeichnungen vonMorcau aufzosBl. erscheine» und an die Stelle dieses Werkes treten sollte, vollendet worden ist, weiß ich nicht.) — Ans. ÄarSön (Colk. cie? snc. t'euplcs . . l>sr. 1772-1776. 4. z, Lagen, über zoo Bl. Itociig. z,. cooNin 1785. 4- l??!- 4- 4 Bande. Stachgestschcn zu keipz. 1776 u. s. 4. »ier Hoste, jedes zu 12 Bich — And. K,ens (ve Coliume, ou cillii lue le« tialzille» mens er Ice ullige? 6e plulieurs pea-, silcs eis I ^iiriquire, prouve p-ir cie? kelciiumens, viege 1776. 4. Deutsch durch G. H. Martini, Oecsd. 1784. 4.) kccucii ci^ilomp. reprcteiie. le? Lrscics, le? ltong? er ie? vignire? cie tvuce? ic? idloricin? cxit>»nre?, i^sr. 17K0. 5. — Silv.Marechal (CoNu- nie? civ. stkuel? cie loa? le? peuple? connus, l>-r.4. gVde.) — I.C.Dar (liec. cie rou? lesCoNuine? cie? Vrcire? rcli^ieux er milirsires . . l>->r. »778. Von einzeln Völkern: vi- vcrs llsdiltemeii? tuiv. le Lolkume ciNrslie, cksprös le? cielleia? cie Vir. Lreune, gr. P. Vlc-irrc, psr. 176g. k. »4 Bl. — ?. Strntt (Vieev? of riie Xstsnners, Lullom?, S5rm?, l-lsbirs cik ciie Iiitioloironr-i c>t Lngl-nst, trcim riie Ssxc-n? ro itie p-iciear l^me, 1775. 4. z Bde. mit 15? Kupfern.) — Ina» de la <4cur Co,10 7 -Hoime- diil« (Lolleccion cie sUrsze? cle Hl- psns, rsiico siiciguo? cnme moclernn? . . . kelocl. 1777. t. - Bde.) — De- vere (Loii. LspaZiiules, »nc. er 1110. clerne? . . .) — Beschreibung aller Nationen dcS Rußische» Reiches . . . Pctersb. 17 75. 4- mit K. Vom Uedlichen, in Ansehung des Drama, Handel», unter meprcrn: Vinc. Gravlna (Im i4ten, iztcn, i7tcn, ! igten and >9ten stdschn. s. Schritt V77-s-W) — Che. Ny-, lius (Von der nöthigen Wahrn cinlich, > keit bey der Vorstellung von Schauspielen, im zoten St. der Beptr. zur Erst. Historie der deutschen Sprache, Poesie und , Beredsamkeit, S. -97.) u. a. m. uebunge n. (Schöne Künste.) Sind Arbeiten des Künstlers, die keinen andern Zwek haben, als die Erlangung der zur Kunst norhige» Fertigkeiten. Man weiß aus gar viel Beispielen, daß Ucbnngen zu bewundrungswürdigen Fertigkeiten führen. Die Kunstsiükc der Gaukler, ^ der Seiltänzer und Taschenspieler j sind bekannte Beweise davon. Daher sagt ein schon altes Sprüchwort, daß Uebnnz den Meister macht. Fleißige und tägliche Uebungen sind demnach mit dem Studium der Kunst nothwendig zu verbinden, wen» man ein Künstler werden will. Wie aber zu den Künsten innere und äussere Fertigkeiten crfoderl werden, so 'giebt es auch zweyerlcy Uebungen. Durch die inuern erwirbt man sich die Fertigkeiten des Geistes und deS Herzens, z. V. die Fertigkeit, schnell zu fassen, richtig zu bcurrheilen, viel auf einmal zu übersehen, richtig und fein zu empfinden. Durch äußert Ucdungen der Sinnen und andrer Glicdmaaßen des Körpers erlanget man die Fertigkeiten, genau zu sehen, das Augcnmaaß, ein feines und viel ninfasscndes Gehör, eine leichte und zu jeder Bewegung geschiktt Hand u. s. f. Es wäre sehr über- ftüßig, hier jeder zu den verschiedenen Künsten nöthigen Fertigkeit besonders u e b ders Erwähnung zu thundie Sachen sind bekannt. Aber wichtig ist es, jungen Künstlern zu sagen, daß das größte Genie zur Kunst die Uebung nickt entbehrlich mache) daßApellcs selbst es sich zur Regel gemacht, keinen Tag, ohne eimge Penselstriche zu thun, vorbey gehen zu lassen, und daß durchgehendö die größten Künstler in jeder Art dieselbe Regel beobachten, und ihre Grösse zum Theil dadurch erlanget haben. Ist aber die Uebung selbst fürMei-. sier so nothwcudig, so mag der Schüler und der noch junge Künstler die Nothwendigkeit fleißiger Uebrut- gen daraus abnebmea. Die Bildung des künftigen Künstlers muß in der frühesten Jugend, ich möchte bald sagen, in der Kindheit mit äußern Uebungen anfangen. Zu den zeichnenden Künsten muß die Hand und das Auge, zur Musik die Finger, oder nach Beschaffenheit der künftigen Ausübung der Mund, oder die Kehle, und zugleich das Ohr, zu den Künsten der Rede die Werkzeuge der Sprache, und auch das Gehör, zuerst grübet werden. Später wird man zu vielen Uebungen zu verdrossen, weil das Gemüth schon zu sehr mit andern Gegenständen beschäftiget ist; sie werden schon schwerer, weil die Gliedmaßen schon anfangen, etwas von ihrer Geschmeidigkeit zu verlieren, und vielleicht auch deswegen, weil der Eindruk, den jede einzele Uebung macht, und davon etwas fortdauernd seyn muß, schon etwas von seiner Lebhaftigkeit zu verlieren anfängt. Wichtig ist es dabei), daß man all- mählig vom Leichtern ans das Schwerere steige. Es wäre zu wünschen, daß man für jede Kunst so vollständige und so wol überlegte Anweisung für die ersten Uebungen der Kunst hatte, als die sind, die Quintillan für den künftigen Redner gegeben hat. Vierter Theil. U eb 625 Bey den inncrn Uebungen muß matt bey den sogenannten untern Seelen- krästen, dem Gedächtniß, der Einbildungskraft, und der Kraft zu fassen und zu empfinden anfange», und hernach die höhern Kräfte zu beobachten, zu vergleichen, zu entwikcln, zu bcurtheilen u. s. w. durch Uebung anstrengen. Zu wünschen wäre es, daß einer unsrer besten Psychologen sich die Mühe gäbe, eine allgemeine Asketik oder Wissenschaft der Uebungen zur möglichst vollkommenen Entwiklung der Fähigkeiten der Seele zu verfertigen. Dann könnte man daraus auch die dcsondern Anweisungen zu den inuern Uebungen der Künstler herleiten. Durch eine gewöhnliche Metonymie werden auch solche Werke, die Künstler zur Uebung verfertiget haben, Uebungen gencnut. Man gicbt ihnen auch den Namen der Studien, weil sie im Französischen etuclos genennt werden. Bergleichen Uebungen großer Meister werden von Kennern sehr gesucht. Insgemein übertreffen sie in besonder!, Theilen der Kunst die würklich nach allen Theilen ausgearbelteten Werke. Denn bey de» Uebungen stehet der Künstler insgemein nur ans das Eine, darin er sich übet, verfährt deswegen fteyer, und wird durch andre zu einem völlig ausgearbelteten Werk der Kunst gehörige Theile in dem Feuer der Arbeit nicht gehemmt. Wer sich blos in der Zeichnung des Einzelen übet, wirb weder durch das Eolo- rit, Noch durch die Anordnung, die der äußersten Vollkommenheit der Zeichnung bisweilen hinderlich sind, in Verlegenheit gesetzt. So wird der Tonsetzcr, der sich in Harmonien übet, durch die Schwierigkeit der Melodie, des Takts und des Rhythmus nicht gehemmt, und kann deswegen auf Erfindungen kommen, die er nicht würde gemacht haben, wenn R t er 626 u n, f er bey der Arbeit auf alles zugleich hatte sehen müssen. Umfang. (Musik.) Bedeutet den Abstand des tiefsten Tones eines Instruments, oder einer Stimme, bis zum höchsten. Von dem Umfange des ganzen Tonsystems haben wir am Ende des Artikels System gesprochen. Wichtig ist für den Tonfetzcr die genauere Kcnntniß de» Umfanges jeder Stimme und jedes Instruments, damit er nichts setze, das ste nicht erreichen können. Denn in diesem Falle, der öfterer vorkommt, als man denken sollte, fallen entweder einige Stimmen in einzelen Stellen ganz aus, oder die Sänger und Spieler nehmen anstatt der ihnen vorgeschriebenen Tone andere, wodurch die Harmonie verdorben wird. Von dem Umfange der vcrschledcnen Singestimmen ist am gehörigen Orte gesprochen worden *), also ist hier noch der Umfang der vornehmsten Instrumente zu betrachten. Zuerst vom Waldhorn. Der Umfang dieses Instruments, und seine L, L. c. e. Z. b. c. ,ch e. f. I. 2. z. 4. 5. ü. 7. L. 9.10. II. IS' Hiebey müssen wir anmerken, daß die mit * bezeichneten Töne nicht gerade die sind, die in unfern: diatonischen System nnt diesen Buchstaben bezeichnet werden, sondern etwas niedriger, oder höher; so daß der Waldhorniste, um die wahren diatonischen Töne b, k, 2, k>, herauszubringen, sein Instrument im Blasen rcmperiren muß. Merkwürdig aber ist es, das in der untersten Detave^I-L, dem Spieler alle halben Töne unfers zusammengesetzten Systems eben so leichte werden, als ') S. Stimmen. u m f natürlichen Töne in jeder Höhe desselben, sind vielen Tonfttzern, und s» gar manchem Waldhornisien selbst, nicht hinlänglich bekannt. Er ist von fünf vollen Octaven; nämlich von c, (16 Fußton) bis c G Fußton) Aber die zwischen den beyven äußersten Graiizeu liegenden Töne des Systems sind nicht mit gleicher Leichtigkeit zu erhalten. Ueberhaupt muß man be. merken, daß das Waldhorn, sowie die Trompcre», die Töne, wo nicht besondere Kunst sie verändert, natm. iicher Weise nicht nach unserm diatonischen System, sondern nach der harmonischen Progrcßion der Zahlen, angicbt. Nämlich, wenn man die Töne durch das Vcrhalrniß der Lange der Saytcn ansorükr, und den tiefsten Ton i nennt: so verhalten sich die Töne im Aufsteigen, wie die Zah- lcnprogreßion 1, 5, 5, 5, u. f. f., odeb nach den Schwingungen der Saytcn , wie die Folge der natürlichen Zahlen i. 2. z. 4. 6. 7. u. f. f. Man kann sich also die Töne, die in dem Umfang des Waldhorns liegen, folgendcrmaaße» vorstellen: * * _ - a. b. lr. n. f. f. bis c. . rz .14. >5. l6. - . » in der obersten Octave 00, da sie in der zweylcn L-e, nur mitgroster Mühe und Hunsi herauszubringen sind. Indessen bedient man sich der untersten und obersten Octave lii Ri- picnstlininen nicht, sondern nur für Solofpieler. Der Tonsctzer thnt überhaupt wol, wenn er für die Ri< piensiimmen dem Waldhorn keine Töne vorschreibt, als die sich von 2 bis l ü in dem vorstehenden Verzeichnisse finden. Es wird auch nicht überflüßig sei)», hier anzumerken, daß das Waldhorn seine u m f umf 627 seine Tone um eine Octave tiefer an- gicbt, als der für dieses Instrument gebräuchliche Violinschlüssel sie anzeiget; weil mau nicht nöchig gefunden, einen eigenen Schlüssel für das Waldhorn anzunehmen. Von der Trompete gilt alles, was hier über das Waldhorn angemerkt worden, mit der Einschränkung, daß sie in der Tiefe um eine Ocrave hoher anfangt, und in der Hohe eine Octave mehr hat. Ihr Umfang ist also von Lbis c, oder in Zahlen von 2 bis 6q, nach den Einschränkungen, die wir fiber die Tone des Waldhornes bemerkt haben. Dcr Umfang der Violine ist in der Tiefe vom ^ ohne Einsetzung einer höhern Applicatur bis ins b. In Ri- piensachen geht man selten über 6. Von Hasse hat man sowol Arien als Sinfonien, wo er für die erste Violine bis ins ö gefetzct hat. Das Violonccll fängt in der Tiefe vom großen L an, und gehet ohne höhere eingesetzte Applicatur bis ä oder e. Man findet aber häufig Sachen, in welchen bis Z gesetzt ist, so gar von Hasse, welcher doch am al- lerbcquemstcu für Ripienstimmcn ge. setzet hat. Bey diesem Instrument hat man sich vornehmlich in Acht zu nehmen, daß in der ganz untersten tiefsten Octave keine geschwinde Paf- sagicn gesetzt werden; weil erstlich bey kleinen Intervallen daraus nur ein undeutliches Poltern wird, zweytcns bey weitem die Töne nicht gespannet werden können, besonders Octaven in Sechzehnthcilen, als: c- — da—0— Die Viola hat die Gleichheit des Umfanges mit dem Violoncell gemein, nur daß sie um eine Octave höh r -st: weil die Mensur des Instruments aber kürzer ist, so fällt auch die Regel weg, Octaven in Menge nach einander zu setzen. I- ' Im— RS « " oder T oder: Dcr Umfang der Flöte ist von ä bis A, auch wol bis -»: indessen pflegen gute Componisten selten über s zu fitzen, besonders in Ripiei-- sachen. Die Hoboe geht von c' bis ll in Ripiensachen; Solospieler gehen, wie die Violinisten, viele Töne höher. Das Fagot geht von IZ bis auch wol b in die Höhe. Der Umfang der Ripicnsingstimmen ist schon an andern Orten angezeigct. Umkehrung. (Musik.)- Aleses Wort hat in der Musik verschiedene Bedeutungen. 1. Das, was wir an verschiedenen Stellen dieses Werks die Verwechslung eines Accords gencnnt haben, wird auch Umkehrung desselben gencnnt. Davon sprechen wir in einem bcson- dcrn Artikel *). 2 Durch die Umkehrung emes Intervalls verstehet man die Versetzung eines der bey- den Töne um eine Octave höher, oder tiefer, wodurch die Natur des Intervalls verändert wird. Durch diese Umkehrung wird die Octave zum Unisonus, die Terz zur Sexte, Rr 2 > die ") S.Verwechslung. 6-8 U mk U m r die Quinte zur Quarte, und die Septime zur Secunde u. s. f. 8 » 3 6 wie aus dieser Vorstellung zu sehen ist: 5 4 7 - Hierauf gründen sich die Regeln von der Veränderung der Intervalle, die durch den doppelten Contrapuukt entstehen z. Bisweilen werden ganze melodische Satze so umgekehrt, daß von zwey Summen die obere zur untern, und die untere zur obern wird. Dieses sind die Unikehrungen der melodi- fchen^ätze durch den doppelten Contrapunkt, da von zwey Stimmen eine um eine Octavc, Decime, Duodenale u. s. f. höher, oder tiefer gesetzt, und also gegen die andere umgekehrt wird, wie an den in de», Artikel Nachahmung gegebenen Beyspielen **) zu sehen ist, wo die untere Diskantstimme des ersten Satzes 0) bey (b) durch die Umkehrung, oder Versetzung der ganzen Stimme in die Octave, zur obern wird: bey (c) ist die untere Stimme des ersten Satzes um eine Terz erhöhet, und bey (.ll) durch Her- aufsetzung um cincOcrave wieder zur obern Stimme gemacht. In diesen Umkehrungen der Stimmen besteht die ganze Kunst des doppelten Eon- tra punkts. 4. Cinzele kleine melodische Gänge werden auch so umgekehrt, daß eben die Töne, die in dein einen Satz auf- oder absteigend auf einander folgen, im andern in umgekehrter Bewegung folgen, wie in diesem Beyfpiele: -ss—css- -W- -cs- — .—. ^ n Ii B Durch dergleichen Unikehrungen wird vornehmlich in eontrapunktischcn Etükcn, wo oft nur ein einziger knr- *) S. Cvntrapuukt. S. lliTl). S.qsq. zer Satz ausgeführt, oder zu jeder Note des Choralgesangcs angebracht wird, Mannichfalrigkeir in die Melodie gebracht, die sonst sehr arm und mager klinget. Sic müssen aber von der Art seyn, daß der Gesang dadurch nicht unförmlich werde. In Singstüken sind dergleichen Umkehrungen, vornehmlich über die nämlichen Worte, allezeit von schlcch. tem Erfolg, weil sie eine falsche De- clamation der Worte verursachen. Der berühmte Duononcini hat ein Singstük über die Worte: Wer sich selbst erhöhet, soll erniedriget, und wer sich selbst erniedriget, soll erhöhet werden, gemacht, wo diese Art der Umkehrung ves Thema sehr glücklich angebracht ist. Man findet ganze Stüke von grossen Conlrapunktisien, die auf diese jetzt angezeigte Art umgekehrt werden können. Diese werden nach.den Regeln des doppelt - verkehrten Contrapunkts gemacht, die in Marp-.wgs Abhandlung von der Fuge ange- zciget stehen. Umriß. (Zeichnende Künste.) Die äußersten Linien, wodurch die Schranken, folglich die Form eines Körpers bestimmt wird. Vorzüglich versieht man dadurch die äußersten Linien bey Zeichnung der menschlichen Gestalt, die den wichtigsten Theil der Zeichnung ausmachen. Jede bebildere Ansicht des Körpers laßt einen besonder!! Umriß sehen, und m jebee möglichen Ansicht verändert er sich nach der Stellniig oder Bewegung der Gliedmaaßcn. Also kann eme Figur u m r Figur nach unendlich viel verschiedenen Umrissen gezeichnet werden. Bei) jeder Zeichnung des Umrisses ist auf zwei) wesentliche Punkte zu sehen, aufRichtigkeit undaufSchöu- hcit. Die Richtigkeit des Umrisses entsteht aus Beobachtung der wahren Verhältnisse, und der wahren Wendung einzcler Theile. Nämlich, der ganze Umriß besieht aus unzähligen krummen, aus - und eingebogenen, mehr ober weniger gekrümmten und immer in einander fließenden Linien. Die Erhöhungen und Vertiefungen dieser Linien entstehen aus den unter der Haut liegenden Muskeln und Knochen. Jene sind nicht nur in jedem einzelcn Korper, sondern bey jeder Stellung und Bewegung, sowol in Verhältnis;, als in Form anders. Es giebt aber auch allgemeine Verhältnisse und Formen, die ganzen Gattungen eigen sind. Menschen von gewisser Lebensart zeigen Umrisse, die ihrer Gattung eigen sind. Ein Kampfer, der sich täglich in gewaltsamen Bewegungen übet, bekommt an allen Theilen andere Umrisse, als ein weichlicher und meist stillsitzender Mensch. Dergleichen Veränderungen entstehen auch durch dasTempe- rament und das Alter. Man erstau- net bey einigem Nachdenken über die Schwierigkeiten, in jedem Falle die Richtigkeit der Umrisse zu treffen. Ohne sehr gute Kenntniß der Ana- tomie, ohne ausgebreitete Beobachtung der Bewegungen an nakenden Körpern von allerlei) Alter und Temperament, ist es unmöglich, einige Fertigkeit in Zeichnung der Umrisse zu erhalten. Und doch wird die ausgcbrcitctste Kenntniß hierin für tausend Fälle noch nicht hinreichen, wenn man nicht die Natur selbst vor Augen hat. Es ist nötlstg, die Schwierigkeit der Sache ins Licht zu setzen, damit besonders junge Künstler die dringende Nochwcadig. keit des Studiums und der Ucbung Umr 629 in ihrer Kraft empfinden. Einem guten Zeichner des Nakenden mük'en die: Muskeln des menschlichen Korpers so bekannt seyn, als die Buchstaben des Alphabets dem, der Wor. ter zu schreiben hat. Das allgemeine Kleid, oder die Haut, die den Korper bcdekt, giebt eigentlich der menschlichen Figur die Schönheit, in sofern sie von oee Richtigkeitdcr Verhältnisse unabhän- gend ist. Sie mildert alles Harte und Steife, bringt alle Linien des Umrisses zur Einheit der Form, und giebt ihm die liebliche Harmonie, und das sanfte Wesen, wodurch die menschliche Gestalt, auch blos in Absicht auf den Umriß allein, die höchste Schönheit der Form erhalt. Die Einheit der Linie des ganzen Umrisses scheinet die erste nothwendige Eigenschaft der Schönheit des Umrisses zu seyn. Eine einzige unab- gebrocheue Linie muß die ganze Figur umschließen. In dieser Linie muß nichts gerades seyn; alles muß sich wellenförmig bald mehr, bald weniger runden; aber mit so sanften Abwechslungen, daß man vom ansgebogencn auf das eingebogene, von dem mchrgekrümmten auf daF gerade laufende, durch unmerkliche Stufen kommt, so daß das Auge um den ganzen Umriß sanft fortglitschen könne. Einer der wichtigsten Punkte der Schönheit liegt in der abwechselnden Starke und Schwache, in der Kühnheit, womit einige, und der bescheidenen Vorsichtigkeit, womit andere Theile gleichsam ausgesprochen werden. Im Umriß kann nicht einerlei» Ton herrschen, wenn es ihm nicht ganz an Kraft fehlen soll. Wer den vortrefflichsten Umriß, wie ihn Raphael gemacht hätte, mit einer dünnen, überall gleichen Linie nachzeichnen würde, benahme ihm dadurch fast alle Kraft; er würde nur den Schatten eines schönen Umrisses, Rr z wie. 6Zo U IN v Und wicwol in der größten Richtigkeit der Verhältnisse, darstellen. So wie die Wörter der Rede, die Rede- sähe und ganze Perioden ihre verschiedenen Acccnte, Hebung und Abfall der Stunme haben müssen um wolklingend zu scyn, so muß auch der Umriß Ton und Stimme abändern Einiges muß sich durch Kühnheit, anderes durch das Sanfte auszeichnen. Aber es wäre Tollheit, eine Sache, die man blos zu fühlen, nie aber zu erkennen im Stand ist, und wozu die Sprache keine Worte hat, ausführlich beschreiben wollen. Der Künstler übe fein Auge an derNatur, an den besten Antiken, an den Werken des Raphaels, M. Angclo und andrer großer Männer, und lerne zuerst fühlen; dann suche er das, waS er fühlt, auszubrüten. Neue Schwierigkeiten zeigen sich in Absicht auf den Umriß, wenn der Zeichner statt der Reißfeder den Pen- sel fähret. Da muß er cinigermaaf. sc» zaudern können, um uns Sachen sehen zu lassen, die nicht da sind. Denn wir sehen Begranzung, ohne die Granzer; zu sehen Aber ich enthalte mich von einer Sache zn sprechen , die für die Meister der Knnst selbst zum Theil noch ein Gcheim- niß ist. Einige Lehren hierüder giebt Leonh. da Vinci in dem gz? und zzz Eapirel seiner Beobachtungen und Anmerkungen. Plinius merkt an, daß auch von den alten Mahlcrn wenige in diesem Stäke der Kunst glük- lich gewesen. Lxtrema oorpvrum kucers st «lolinentis pidsturas mo- Zum inLiucisre, rsrurn in lcmoestu srtis invenicur. ^mbire rion lieber ss extremitas ipsu et sto steliners, ut promittat skia post so, ostenNat- czus etiarn, izuae occultat. blano karrhalio ^ioriai > concestere -gnti» x-nuus et Xenocrstss, ^ui üe pi- Aura lcriplerunb °"). «) Min. I..XXXV. c.io. Von dem Uinriß handeln, unter mchi rcrn: Itv. Soeren (In der i-tcn Ab- theil. s. Reiß, und Kcichcnkunst, S. d. liebers. Aufl. von >756.)—> H. Tesle« lin (In der otcn der lsttnüircnccü sts l'^cotl. cie llcinr. er bcuipr. S. ;2. u. f. bey dcm Gedicht dcS LcMierrc) — C. D. v. Hagedorn ( Von der Wahrnehmung sanfter Hinrisse in decNii» , turz von dem Tharacter der Umüsse und den verschiedenen ZeichnungSarkcn inSbe, sondre; und von verhältnismäßiger Andeutung der Muskeln, die zgte - gotc s. Betrachtungen, S. 55z. u. f.) — Lr). sskrstpl). v. Gchexb (Von der Richtigkeit des Umrisses, und von den zierlichen Hinrissen der antiken Bildhauerkunst; ini loten und iMm Kap. des iten Bds. s. Körcmon. Und im Anhange eben dieses Bds. S. zs; eine Abhandl. von der Art und Weise die Umrisse zu verfertigen und zu zeichnen.) >—S. übrigens, die, bey dem Artikel Aeichenkunft, angcs, Schriften. Undccime. (Musik.) Tieses Intervall ist von der Quarte bivS dem Namen nach unterschieden, weil es eine Ottave höher liegt. Sie ist eine wahre, reine, verminderte oder übermäßige Quarte; und alles, was von dieser in einem eigenen Artikel gesagt worden ist, gilt auch von dcrUndecime. Einige haben zwischen derQuarte und der Undeeime den Unterschied machen wollen, daß die er« stcre consouirend, die andre aber bis- sonnend scy: aber wir halten es nicht der Mühe Werth, dieses zu widerlegen. Der größte Harmoniste I. G. Bach wußte von keiner Un- ' decime; und was itzt von einigen so genennt wird, kommt dcy ihm nie anders, als unter der Bezeichnung der Quarte 4, vor. Man hat deswegen nie nölhig, dies Intervall Mit >i zn bezeichnen, uns findet auch davon bey keinem guten Har- moiii- Geschieht die Veränderung mit einem N oder b in einer Stimme 5 s« sind bey den Terzen und Sexten fol> gende Fortschreitungcn gut: dessen untere Stimme bey d cineOc- tave hoher versetzt ist. So wie das vorhergehende Bcyspicl eine Quarte hoher versetzt ist, so kann dieses auch eine Quarte tiefer geschehen, auf fol» gende Art: - ^—s—s Der Triton wird als eine unharmonische Fortschreitunz von allen sirengen Tonlehrern verboten: wi mi t's k, und sie nennen dieses IVIi gegen k°a *). Es ist öfters nicht möglich, dieses zu vermeiden, und man hat sogar Vorfalle, wo zwey Tritons ngch einander vorkommen. und so mit Iben umgekehrten Sexten. Bcy den ganz alten Tvnsetzcrn waren zwei) große Terzen nach einander gänzlich verboten: und in der Thac halten sie dazu Recht, well sie nur große Terzen von hatten, die um ^ höher als die reinen Terzen, folglich harter sind *). Noch viel weniger gaben sie drey große Terzen nach einander zu. In neuen, Zeiten, da die Terzen 5 angenommen sind, fallt diese Härle weg, und wird ftlrcn als ein übler Qncersiand betrachtet, zumal wenn bcy zwey nach einander folgenden großen Terzen die Jorrschrcirung in der Tonleiter, nämlich von der Quarte zur Quinte der Tonart ge« schiehet, als in folgendem Bcyspui in (il dur **), " ' i > ' " i i l " t-i4Ä—^ l-j—l t -v Am allerwenigsten gilt dieses Verbot Zu melodischen unharmonischen Fort- vcy Fortschrcitungeu folgender Art; schrcitungeu rechnet man alle Uber- wi maßige Intervalle t). ^ Unterbalken. (Vaukunß.) Tollte eigentlich Hauptbalkc» heis- sen, wie er denn im Französischen Nach einem Einschnitte sind die wirklich ^rollirrave genennt wird, »nharmoiuschcn Fortschrcitungeu er- Er ist der unterste Theil des Gebäl- lanbt, wie hier; der Balten, welcher langst . ' I ^ > über die Säulen oder Pfeiler eines "s ^ ^ Gebäudes gelegt wird. Er dienet, — Z—ZiUZ lAS"- - alle in einer Reihe stehende Pfeiler - ! " j s" s j ^ oder Säulen mit einander zu vcrbin- ' den, und dann hauptsächlich zur Um > tcrlage der O-M'crbalkcn, worauf die ^! _ Dcke des Gebäudes kom-ut. Also -.T ^—K —! —V—A ^ ji? ^ . , , ") S. Ter,. Man sehe darüber den Artikel Fa. ') S. Mi F«. - t) S. UcbcrmSßlg. u n r ist cr i» allen Gebäuden ein ganz wesentliches Glied. Er muß so liegen, daß cr nicht mber den Schaft der Säule vorstehe. Seine Dikc oder Hohe wird von l bis >5 Model ge- nommen. Er wird entweder ganz glatt gc- lassen, wie in den meisten antiken Gebäuden, oder in Bänder nbgeihcilt. Golomann setzt allemal einen Ueber- schlag aufdenUntcrdalken und unter dem Uebcrschlag einen Riemen in der toscanischen Ordnung, eine -Hobl- lcilre in der voriscbcn, in der soui- setzcn eine Rehlleiste, in der römischen eine Kehlleiste und einen Stab, und in der corinchischen eine Hohl- leisie nebst Kehlleisten und Stab. In antiken Gebäuden von feinem Ge- schmak findet man ihn auch mir in einander geschlungenem Laubwerk verziert. Der dorische Unrerbalken hat dieses eigen, daß unter den Tri- glpphen des Frieses Tropfen an dem Unterhalten hangen. Da man itzc keine grvße Gebäude mehr von Holz aufführet, so braucht es bey großeil Snulenweiten Kunst, dem Unrerbalken die gehörige Stärke zu geben, daß cr von der darüber liegenden Last nicht cingedrukt werde, Die Alten machten deshalb solche Unterbalkcn an Haupteingängcn, wo die Säulen weit auseinander waren, von gegoßiiein Erze. Sie gaben den Unterbauen am Portal des Tempels der Diana zu Ephesus für ein grosses Mcistcrstük aus, wicwol cr nur 15 Fuß lang war. An dem Fronton des Louvre in Paris sind die Unterbauen aus einem Stük Stein und 54 Fuß lang. Unterhaltende Rede. (Beredsamkeit.) Eine förmliche Rede, wobey man keine höhere Absicht hat, als den Zuhörer über einen Gegenstand ange. nehm zu unterhalten, und wobey Unit n t 6zz terricht und Rührung nur beyläufig vorkommen. Wenn es bei) dem allgemeinen und hohem Zwek der schonen Künste andern erlaubt ist, bisweilen blos zu ergötzen, so muß man auch der Beredsamkeit dieses nicht verbieten. Bey der öffentlichen Anwendung der Pocste und der Musik wird gar oft blos aus angenehme Unterhaltung gesehen. D>ese kann auch die Beredsamkeit verschaffen. Aber in unfern Zeiten sind wenig Länder, wo maii für diese Kunst Ge- schmak genug hat, um sie zu derglci- che» öffentlichen Unterhaltungen anzuwenden. In Frankreich machen sich doch viele ein großes Fest daraus, eine blos unterhaltende acadc- mischc Rede zu hören. Es scheinet auch, daß ehedem in Athen und in Rom manche Rede, ob sie gleich einen andern Zwek zu haben schien, vou einem großen Thciie der Zuhörer blos als untcrhalceno angehört worden; und es läßt sich nicht zwei- feln, daß nicht in den Odem der Alten manche blos u>ircrhalte»deRede vor großen Versammlungen gehalten worden. In Deutschland giebt es noch ver- schieden« Feyerlichkeiten, bey denen eine unterhaltende Rede ein wesentlicher Theil der Feycr seyn sollte. Wären die Veranstaltungen dazuibes- ser, als sie zu seyn pflegen, so konnten sie voi lhcilhastcn Einfluß amf die Beredsamkeit haben. Man ist aber an viclcnOrten gegen dieseKunsi überhaupt so kaltsiumg, daß ein schleich- tes Concert weit mehr Zuhörer anlott, als die beste öffentliche Rede. Von dein Hauptcharaktcr der unterhaltenden Rede haben wir beiecirs anderswo gesprochen *). Ihr Stoff bestehet hauptsächlich in Schilderung interessanter Gegenstände, wobey mau weder Unterricht ode? Be- Rr 5 lehi.ung, *) S. Rede. 654 U U t lchruna, noch besondere Rührung zum Zwek Hut. Von der ?kt waren z.V. Lob des Landlebens, oder einer andern Lebensart; Schilderungen der Jahreszeiten; verschiedene Arten der Lobreden auf Personen und Sachen. Was ein blos angenehmes Schauspiel, ein blos zum Vergnügen gemachtes Gedickt, eine Landschaft u. d. gl. das ist in ihrer Art die unterhaltende Rede, wozu mehr Wolredenbeit, als eigentliche Bered. samkeit nochig ist. Unters a tz. (Baukunst.) Ein vierekiger Körper, auf den die Säulen oder Pfeiler bisweilen gefetzt werden, damit sie eine größere Hohe erreichen. Es geschieht bisweilen, daß die Säulen nach dem Verhältnis der Ordnung, wozu sie gehören, noch mehr hoch genug reichen, und doch andrer Gründe halber der Mo- dcl nicht kann größer geiiviiunen werden; ober man besorget, daß der Säulenfuß durch cm Gebalke, über dem die Säulen stehen, bedekt werde. In beydeu Fällen ist uöthig, baß die Säule durch einen Untersatz, oder durch ein Postament höher gestellt werde. Wenn nur eine geringe Erhöhung nöthig ist, so wählt man das u t Ben erste Mittel, oder den Untersatz. A wird insgemein i Model, im Noth- fall Model hoch genommen. Ut. (Musik.) Ast 'in unserer harten Tonleiter, nämlich der jonischcn, der erste To», nach welchem die übrigen Intervalle gerechnet werden, und also jederzeit die Tonica, oder eine Nebeiuoiuca, wenn die Mutation, wie es die Evb misation beyVerlassnng eines Tones erfoocrt, gcschichct O. Die Octaoe von diesem Ut verändert den Namen Ut in Fa. Die Beiicnmmg Ut ist in neuern Zeiten, sowol in Italien, als auch in verschiedenen katholischen deutschen Gegenden inLo verändert worden, unrcr dein Vorgeben , Do sty Heller und bequemer zu singen, als Ut. Allein Ut scheint mit gutem Bedacht von den Alten darum gewählt zu ftyn, damit angehende Sanger alle Bocalcn deutlich und verständlich vortragen lernten, und wenn Wörrer mit dem Vo- cal u vorkommen, nicht u in o verwandelten, ein Fehler, der nur gar zu vielen Sängern anklebt, die alle Vocalen entweder also oder a hören lassen, weil sie am bequemsten auszusprechen sind. V. Venedische Schule. von den Schulen dcrMahlerey ^ diejenige, die sich durch einen großen Geschmuk im Eolorit hcrvor- getlMi hat. Die Lebhaftigkeit sowsl, als die Wahrheit der Farben, die vollkommene Austhcilnng des Lichts und Schattens, die Kühnheit des Pensels, der wahre Ton der Natur, sind S. Solmisatiou. V c n V e it 6z 5 ^ sind vorzügliche Eigenstk?aften dieser Schule, die aber weniger Große und weniger Richtigkeit derZeichnung hat, als die römische oder die lombardische Schulen. Eine kurze Geschichte der Mahlerknnst in Venedig findet man in den! Werk, welches alle in und um Venedig befindliche vorzügliche Gc- mählde beschreibt *). Cs dienet auch denen, die alle in öffentlichen Gebäuden befindliche Gemahldc sehen wol. lcn, zuin Wegweiser. Titian ->) ist ohncWiderredc der erste Meister dieser Schule, und der größte Colorist, der vielleicht jemals gewesen. Ob man ihm gleich in verschiedenen Stüken den lRuben» und den Van2>>'k an die Seite setzet, so muß man doch gestehen, daß das Bezaubernde in seinen Farben mehr Wahrheit hat, als das Colorit des Äuvenn, und mehr Bewundrung er- wert, als das von Van Dvk. Man findet in allen großen Gallerten etwas von ihm; aber um ihn recht zu kennen, muß man die Gcmahlde sehen, die in Venedig von ihm sind. Tintoret d), ein andrcrgroßcrMah- ler dieser Schule, kann nur in Venedig gekannt werden Sein großes Talent war, im Großen mit vollkommener Kühnheit zu mahlen. Paul von Verona c), eines der größten Genies, wegen vollkommen verständiger Anordnung der Ee- mahlde, sowol in Absicht auf die gcsehikte Verbindung aller Theile, als auf die Ansthcilnng des Lichts: Wahrheit und Stärke sind überall in seinem Colorit. Man wirft ihm vor, *) Oelciimone 6i turcs I« publicbe pir- rare Ueil» cinä cli Veneria ell Ilols ci csnvici«». Vcner. l/zz. 8vo. (7 -576.) b) (eigentlich Robusto f 1594. Ein besonderes Leben von ihm gab Carlo Ri- dvlfi, Pen. 1642^ 4. heraus.) c) (eigentlich Caliari f -588. Ein besonderes Leben von ihm, hat der vor- hcrgcdachtc C. Riholsi, Ben. 1646. 4. drucken lassen.) daß alle seine starke Schatten etwas Violettes haben; aber seine Halbschatten sind desto vortrefflicher. Die Leichtigkeit seines Pcnseis geht über alles, und die Pracht in Kleidung seincrPersonen giebt seine»Ge- mahlden euren Reiclilhum, der ihnen eigen ist. Aber das Große in den Charakteren findet man nicht bey ihm; er hat allezeit sich genau an die Natur gebunden, und kein Mahler hat das Ucbliche so sehr aus den Augen gesetzt, als er. Von den nenern vencdischenMahlern sind vorzüglich zu merken: Tie- polo, ein Manu von schönem Genie, der ein sehr angenehmes Colorit mit einer großen Leichtigkeit in seiner Arbeit verbindet; Pellegrini, Pia- zerca, Laxarini, LNolmari, Ee- lesti, Aombclli, Liberi. -H- -Ss- Zu den berühmten Meistern dieser Schule gehören noch: Georg. Glorgione (fizii.) Giov. Ant. Licillo oder Regillo, Pordcnonc genannt (f ixg.'.) Sebast. dcl Piombo, Erm. Bastians gen. (>>547.) Giov. Nanni da lidine (f 1564.) Andr. Schiavone (f >;82.) Jac. Palma, der ältere (f i;83.) Jac. da Ponte, Bassan» gen. (f >592. Eine Abhandl. übcrs.mah- lerischcS Verdienst findet sich im -tcn Bde. der vpere des Abts Giainb. C. Robertl, Vass. 1789. s.) Jae. Palma, dcr jüngere (f IÜ -8-) Aless. Turchi, oder L'Or- bctto, Veronese gen. (f 1670.) Sebast. Ricci (f >?Z4.) Von welchen, und ihren Werken, so wie von mehccrn, Nachrichten geben : ll.e msrsviglie -Zell' ö^rre ovvcrc, le vire lle llirrori Veneri . . . llsl Eav. Eael» Itielnlii, Von. 1648.4. 2 Bd. Evm^enllio «lclle vire cle' ?irrori Vene^iani illarici piärcnvmsri llcl presenrc lecoio . . . . lls ^lelll l.ongki, Ven. 1762. k. — Auch gehören hierher noch: k.s riebe mineee Zella llicrura Vene^ians, Ven. 1664. 1674. 12. Bcrm. 17Z0. 8. " Ii grau Zfllcsrro äi Veneria, ovvero llsccolro «Zeile vz6 V e r I. 2 Bd. — Vsrie pircure ^ trctco cle' principsli tclsessri Vene^iziii , . . cii ^nr. ,Visr. icsncrri, Vcn. 1760. t. »— Ocllz llir- lurs Venciisni, e clclle npci-c i-ubl!- -de äe' Venezisni d^zellri, l.ib. V. Ven. 1771. 8. — kzccnl» cli cenrc> e ilici rsppres. Illor. läcrc, tiipinre tis' pin celedri ?ircuri lleiiz Lcuola Vener-izna . . . 1772.^0!. —- U. a. M. — — Veränderungen; Variationen. (Musik.) N?an kann zu einer Folge von Harmonien, oder Accorden mehrere Melodien setzen, die alle nach den Regeln des harmonischen Satzes richtig sind. Wenn also eine Melodie von Sangern, oder Spielern wiederholt wird, so können sie das zwcytemal vieles ganz anders» als das erste- mal singen oder spielen, ohne die Regeln des Satzes zu verletzen: geübte Tonsctzer aber ve>'fertigen bisweilen über einerley Harmonie mehrere Mc- lodicn, die mehr oder weniger den Charakter der ersten bcybehaltcn: für beydc Falle braucht man das Wort Variation , das wir durch Veränderungen ausdrüken. Die alrern Tonsctzer pflegten insgemein ihre Melodien in einfachen, oder etwas langen Noten zu setzen, und also nur das Wesentliche auszu- drükeiw Dieses gab denn, besonders in Stäken von langsamer Bewegung, geschiktcn Spielern und Saugern Gelegenheit, diese einfachen Töne mit Gefchniak lind Empfindung etwas zu verzieren. Weil aber viel Sanger und Spieler dieses nicht ohne Verle- tzung der Harmonie, oder des Ausdrucks zu tbun vermochten: so gewöhnten sich die Setzer nach und nach an, die schikllchstcn Verzierungen, Ve r schon als wesentlich zur Melodie gehörige Verschönerungen, selbst zu sitzen. Nun werden diese Verzierungen von üppigen Sangern wieder mit neuen Verzierungen, die bey der Wiederholung noch vielfaltia verändert werden, verbrämt. Dadurch entsieht denn der, zwar eine sehr fertige und bis zurVcrwundrung künstliche Kehle anzeigende, aber aller wah- ren Kraft und alles Nachdruks gänzlich beraubte Gesang, der itzt bcy- nahe überall gesucht wird. So wie die meisten Melodien der sogenannten galanten Musik gegenwärtig von Tonsetzern ausgearbeitet und verziert geschrieben werden, sollten sie, wenigstens das erstemal, ohne weitere Zusätze gesungen oder gespielt werden. Bey der Wiederholung stünde dem geschiktcn Sänger noch immer frey, schiklrche Veränderungen anzubringen. Es ist aber kaum nöthig, zu erinnern, daß dieses nur solche Sänger und Spieler thuii können, die wahre Kenntniß der Harmonie und des melodischen Aus- druks haben. Da diese etwas selten sind, so höret man inSgemem in Opern Veränderungen, wodurch Melodie und Harmonie' nicht blos verdunkelt, sondern völlig verdorben werden. Es gicbt sogar Sänger, die gewisse Verum ungen, die sie von ihren Sangmcistern gelernt haben, bey jeder Gelegenheit, selbst da, wo sie sich am wenigsten schikcn, wieder anbringen. Dieses ist cm Mißbrauch, dem sich die Capellmci- ster aus vollen Kräften widersetzen sollten, weil in der That der theatralische Gesang dadurch völlig verdorben wird. Die meisten Arien werden itzt so gesungen, daß sie den reichen gothischeu Gebäuden der mittlem Zeiten gleichen,' an denen das Auge nichts glauer- sieht, sondern überall durch geschnitzte Zierrachen, die alle Theile wie cm Spinngcwcb überziehen, gleichsam gefangen wird. V « r V e r 6z? Die Sangmcister sollten es sich zur Pflicht machen, ihre Schüler zu überzeugen, daß das wahre Der. dienst eines Sangers in dem richtigen, jeder Empfindung angenieste, nen Vortrag der vom Tonsetzer vorgeschriebenen Tone bestehe, und daß sie bey verständigen Zuhörern dadurch mehr Ruhm erwerben, als durch die künstlichsten Veränderungen. In Liedern kann es nothwendig werden, Veränderungen anzubringen, denn es trist sich vfte, daß die auf einerlei) Töl-e fallende Worte in cinerStrophe etwas mehr Nachdruk und einen empfindsamen« Ausdruk crfodern, als in einer andern. Alsdann kann ein Sänger durch schikliche Veränderungen die Melodie, die der Tonsetzcr für alle Strophen gleichgemacht, für jede besonders nach Er- fodeimß abändern. Jnstrumentlsien schweifen insge. mein in Veränderungen eben so ans, wie die Sänger. Mancher glaubt, die Kunst des Spielcns bestehe blas darin, daß zehnmal mehr Tone gespielt werden, als auf den« Papier ausgcdrukt sind, oder daß er die Arbeit des Tonsetzers als einen Text anzusehen habe, über den er eine Zeitlang spielen soll. Wir empfehlen den Spielern, das, was der vortreffliche Bach in seinem Werke von der wahren Arr das Clavier zu spielen über die Veränderungen angemerkt hat, wo! zu überlegen H Kleine Melodien für Instrumente, als Sarabanden, Courantcn und andre Tanzstüke, sind zu kurz, um ohne Veränderung etlichemal hintereinander gespielt zu werden. Daher habe» verschiedene berühmte?onsetzer dergleichen Stüke mit mancherley veränderten Melodien gesetzt, die immer auf dieselbe Folge von Haimo, nie» passen. Die besten Veränderungen in dieser Art, die man als °) In dem Capitel vom Vortrage, Muster anpreisen kann, sind die von Eouperii«, und von dem großen I. Seb. Dach. Eine noch höhere Gat> tung von ganz veränderten Melodien sind die Sonaten mit veränderten Reprisen. Herr C. P. Em. Dach hat deren sechs für das Clavier herausgegeben, die er der Prinzessin Amalie von Preußen dedicirc hat. Der Vorbencht zu diesem Werk enthält einige nützliche Anmerkungen über die Kunst zu verändert!. Die höchste Gattung von Veränderungen ist unstreitig die, da bey jeder Wiederholung andere auf den doppelten Eontrapimkt beruhende Nachahmungen und Canons vorkommen. Von I. Seb. Dach hat man in die. ser Art ein-Arie für das Clavier mit dreyßig solcher Vcrandci ungen; und eben dergleichen über das Lied: Vom »Himmel hoch, Sa komm ich her, die man für das Höchste der Kunst ansehen kann. Bewundernswürdig ist dabei) dieses, daß bey jeder Ver- ändcrung die erstaunliche Kunst der harmonischenVersetzlingen fast durchgängig mit einem schönen und fiicf- scnden Gesang verbunden ist. Von eben diesem großen Mann hat man auch eine gedrukte Fuge aus dem l) moll, die einige zwanzigmal verändert ist, wobey alle Arten des einfachen, zwey- drcy- und vierfachen Contrapunkts in gerader und verkehrter Bewegung, auch mancherlei) Arten des Canons vorkommen. In dieser Art verdienen auch die Fugen des französischen Tonfttzei-s Ö'Änglcbrrc, inglcichen verschiedene Arbeiten eines Frohbergcrs, Johann Kriegers/) desgleichen aus den vortrefflichen >2 Violiusolo, und die kolis H Dieser war Musikdirektor in Zittau. Die e?tnke von denen hier Re e ist, sind im I ihr >69«. unter dem Tttel: „Änmuihige Clavierübuiigen; bestehend in unterschiedenen Ricercarien, Präludien, Fugen ic.° herauögckviw »nen. 6)8 V e r Lolis ä'LipaZne des berühmten Corelli, als Muster angeführt zu werden. Wir wollen hier nur noch anmerken, daß bei) Symphonien und Ouvertüren selbst die ersten Violinisten sich schlechterdings aller Veränderungen enthalten, und sich nicht einmal durchgehende Noten zu Ausfüllung einer Terz erlauben sollen; weil dadurch in dergleichen Stäken gar leicht O.uinten und Octaven entstehen. Begleitende Jnsirumenti- sicn, besonders die Ripienisten, sollen sich aller Veränderungen gänzlich enthalten. (^)Aon den'VcränVerungen handeln, Unter mehrern: Cbrph. Simpson dlinuririlmum, oe rlle Ol- vltion Viol. l .on«i. 1667. f. lat. und engl. Das Werk enthält eine Anweisung zu melodische» Veränderungen üdcr einen Grundbaß für die Viol da Ganiba, und besteht aus z Thl. wovon der ,teeine Anweisung zum Spielen dieses Instrumentes giebt, der -te den Gebrauch der Eon. und Dissonanzen, und der z tc die Kunst, Variationen über einen Grundbaß zu machen, lehrt.) — Lrdr. NDilh. Rieür (Betracht, über die will- kühri. Veränderungen musikal. Gedanken bev Ausführung einer Melodie .... im aten Bde. S. ). Die Art dieses Baumeisters ist diese, daß er den Scamm bis auf den dritten Theil der Hohe gleichdik macht, von da ihn so abnehmen laßt, daß das Verhältniß der untern Dike zu der obcrn in den niedrigen Ordnungen wie 5 zu 4. in den höbern wie 8 zu 5 wird. Die meisten neuem B ltimeister nehmen dieses letztere Verhältniß für gar alle Säulen an. Die Art der Verdünnung, welche fast durchgehcnds angenommen ist, und die den Säulen eine schöne Form giebt, besteht darin, daß sie nicht nach einer geraden, sondern krummen Linie geschieht, deren Zeichnung nach den Regeln verschiedener Baumeister mehr oder weniger mühsam ist. Vergleichung. (Redende Künste.) A-s Wort hat zweyerley Bedeutungen ; aber beyde drüken die Neben- oder Gegeneinanderstellung zweyer Dinge aus, in der Absicht, eines durch das andere zu erläutern. Was bey den römischen Lehrern der Redner insgemein slomparstio genannt wird, ist die Vergleichung zwcycr Dinge von einerlei) Art, wodurch die Größe, oder die Wichtigkeit des einen gegen das andere abgewogen wird; man könnte sie die logische Vorglei, chung nennen. Eine andere Art, die eigentlich 8imilituclc> heißt, setzet Dinge von ungleicher Art, in der Absicht die Beschaffenheit des einen, aus der Beschaffenheit des andern V e r anschauend zuerkennen, neben eiyan- der: sie kann die ästhetische Vergiß, chung gencnnt werden. Die logische Vergleichung gehör! unter die Beweisarten; denn sie dir. net, uns anschauend vvndcrWahr- heit eines Satzes zu überzeugen, wie folgendes: „Es ist ein Verbrechen, , einen römischeli Bürger binden zu lassen, ein noch größeres, ihn zu geis- ftln - - Was denn, wenn er gor gekreuziget wird?"*) Ueberhaupt sind drcy Arten aus Vergleichunq zn beweisen, die Cicero so bestimmt! Lx oomparatioue — v»!ent, (Ms ejriZmocii sunt; guocl in ro »mgoi-e vslet, valeat in niinoie; guoä in minore valet, vslent in majore! guocl in re pari vslet, vnlest in bne, gu-ce pur eii.*') Wenn es nämlich darum zu thun ist, andre zu überzeugen, daß etwas gut oder böse, erlaubt oder unerlaubt sey, so führet mau bei) dieser Vergleichung einen Fall an, dessen Veurtheilnng keinem Zweifel unterworfen ist, wvbcy zugleich in die Augen fallt, daß der andere Fall, über de» wir urtheilen sollen, jenem völlig gleich, geringer, oder wichtiger sei). Wenn gezweifelt wird, ob jemand fähig sey, eine gewisse böse That zu begehen, und mankann eine unstreitig eben so best, oder noch bösere, die er würklich begangen hat, anführen: so ist der Zweifel gehoben. Diese Vergleichung ist im Grünte nichts anders, als die Anführung eines Beyspieles, oder eines ähnlichen Falles, und hat die größte Kraft, überzeugend zu beweisen. Oft fallt es in die Augen, daß die verglichenen Fälle ähnlich sind, und das Urthal über den einen ist völlig entschiede»! alsdann bedarf die Sache keiner weiter» Ausführung! es ist da genug, daß die Vergleichung kurz angeführt werbt. *) Lic, v,sk. in Verrein V. ") Lie. in l'vgie. V er werde. Wo es aber nicht in die Augen fallt, daß die Falle völlig ähnlich sind, da muk der Redner die Aehnlichkeitdcr Falle beweisen. Als- dann ist die ganze Rede im Grunde nichts anders, als eine ausführlich behandelte Vergleichuug. Hier ist nur die Rede von kurzen Vergleichungen, die keiner Ausführung bedürfen. Sie sind also die kürzesten und leichtesten Arten zu beweisen, die allen andern Bcweisarten vorzuziehen sind. Diese Vergleichuug aber ist mehr ein Werk des Verstandes, als desGcfchmaks, und gehört mehr in die Logik, als in die Aesthetik. DieasthctischeVerglcichnng ist ein kurzes, und gleichsam im Vorbey- gehen angeführtes Gleichni-ß, *) als wenn man faat: Sckonheil verblühet wie sie Rose; oder etwas ausführlicher, wie wenn Haller von der Ewigkeit sagt: Wie Rosen, die cm Mittag jung Und welk sind vor der Oöniineeung: So sind vor die der ZlngehZeni und Magen. Zur ästhetischen Vcrglcichung wird also ein Bild genommen, das nur genennt, oder in dem, was den eigentlichen Punkt der Vergleichung (das sogenannte teifiuw compara- tionis) betrifft, kurz beschrieben wird, in der Absicht, daß aus dem Anschauen desselben die Beschaffen- hcit des Gegenbildes richtiger, oder sinnlicher, ober lebhafter erkannt oder empfunden werde. Von dem Glcichniß unterscheidet sie sich sowol durch die ihr eigene Kürze, als besonders dadurch, daß man bey der Vergleichuug Bild und Gegenbild unzertrennt neben einander stellt, und von jenem nichts mehr sehen laßt, als was man in diesem will sehen lassen: da hingegen in dcm Gleichmß die Beschreibung des Bildes ausführlicher ') S. Bild; Gieichniß. Ver 64; und über die Nolhdurft ausgedehnt ist, so daß man eine Zeitlang das Bild allein mit einigem Verweilen und von dem Gegenbild abgesondert, betrachtet, als wenn man schon daran allein Gefallen hatte. Doch gicbt es auch Vergleichungen, die etwas langer gedehnt sind, und sich vom eigentlichen Glcichniß mehr durch gewisse Enthaltsamkeit in der Zeichnung des Bildes unterscheiden. Folgende Vergleichung scheint gerade auf der Granze, wo das Glcichniß anfangt, zustehen. „Warum fragst du,großmülhiger Sohn des Tydeus, nach meinem Geschlechte? Wie die Blatter der Baume, so sind die Geschlechter der Menschen. Jtzt wehet der Wind alles Laub ab: dam. treibet im Frühling der grünende Baum wieber neues hervor: so ist die Fortpflanzung der Menschen; ein Geschlecht wird itzt gcbohren, das andere vergeht."*) Es scheinet überhaupt, daß bey dem Glcichniß die Einbildungskraft von dem Bilde lebhafter, als bei) der Vergleichung gereizt werde, und daß bey der Vergleichung das Gegenbild, als daS einzige Norhwcndigc, die Vorstellungskraft mit dem Bilde zugleich beschäftige. Daraus würde dann folgen, daß zum Glcichniß mehr poetische Laune, mehr angenehme Schwatz- hafrigkeit, wenn wir dieses Wort in gutem Sinne nehmen dürfen, als zur Vergleichung crfodert werde. Bey der Vergleichung gehet man den geraden Weg zum Ziel fort, und zeiget ohne stille zu stehen, oder einige Schritte aus den: Wege herauszu- thun, einen in der Nahe liegenden Gegenstand; deym Glcichniß aber stehet man bey diesem Gegenstand etwas still, oder man gehet, um ihn naher zu betrachten, wol einige Schrille von dem Wege ab. Nur Schwatzer verweilen sich zu lange, Ss 2 und ') n. ?. vk. 14; ff. 644 Ver und über dieNothdurft bey der Ver- glcichung, wie in diesem Beyspiel: t^usti pifciz, iribcm ett smzccir Icnse; ncgusm eü n>i> rccenz : Izksberkuccum, is lusvir-rcm, cum czuovis pskko Vel p»rinsrium, vel stkum vcrrc« i^uci pskic> luker *) Der erste Vers ist zur Begleichung völlig hinreichend; der Zusak der Heyden andern verroch ein garstiges, schwatzhaftes Weib von niedrigem Gclchmak, das der Dichter hier schildern wollte. Die ästhetische Begleichung ist in Absichtaus ihreWürkungvon dreycr- ley Arr . sie dienet zum klaren richtigen Sehen, als eine Aufkläraug, und ist alsdann ein Werk des Verstandes : oder zum angenehmen, Sehen, als eine Verschönerung, und hat ihren Grund in der Phantasie; oder endlich zun, lebhafter» Sehen, als eine Verstärkung, und rühret von lebhafter Empfindung her. In allen Fällen muß das Bild sehr bekannt und gelaufig seyn, damit es seine Würkung schnell thuc. Für die aufklarende Vcrgleichung muß die Beschaffenheit des Bildes, aus der wir das Gcgcnbstd, wie in einem Spiegel sehen sollen, vollige Achnlicdkcit mit diesem haben, und sehr hell in die Augen fallen. Haller sagt von den ehemaligen rauhen Scandinavlern, daß sie die friedlichen Einwohner des südlichen Europa als eine Beule ansahen, die von der Natur für sie geschaffen wäre, wie für den Sperber die Taube geschaffen sey.") Diese Vcrgleichung ist überaus geschikt, die Begriffe, die er uns geben wollte, in vollkommener Klar- heit darzustellen. Sehr bekannt und gelaufig ist das Bild des Sperbers, der die Taube, als einen ihm von der Natur bestimmten Raub hascht. -) ?i»ur. H>tmar. l.,,le> j. ") Alfred I. B. Ver Die halb thierische Rauhigkeit der I Scandinavier, ohne Bedenken, und ohne die geringste Rüksichl aufRccht oder Unrecht auf unbcwehrte Nachbarn loszugehen, wird mit völlger Richtigkeit und Klarheit in dem Bild > sinnlich erkannt. Diese Vcrgleichung hat überall statt, wo inan auf eine populäre Art zu lehren hat. Die umständliche Entwiklung der Begriffe durch den eigentlichen Ausdruk hat j immer etwas schwerfälliges, und ist, wo man nicht mit Personen, die im abstrakten Denken geübt sind, spricht, ! dunkel. Darum ist es, wo man für viele schreibt, sehr nothwendig, die Begriffe durch Vcrgleichungen ! aufzuklären. Man muß aber dabcy den Grad der Aufklärung, oder die Kenittniß ! und die Fähigkeiten derer, mit denen man spricht, vor Augen haben. Sehr geübte Denker lieben nicht, daß ^ ihnen das, was sie ohne Bild bc- ! stimmt und genau genug sehen, durch ! Vergleichungci, aufgeklärt werde. Für diese kann man nicht schnell genug denken; sie wollen alles gerade- ! zu und auf das Kürzeste vernehmen. Z Deswegen haben die Vcrgleichungen ^ im strengen dogmatischen Vortrage selten statt. So bald man aber mit Menschen zu thuu hat, die mehr des I anschauenden, als des entwikelteii ! Denkens gewohnt sind, muß man sich der aufklärenden Vergleichungcn öfters bediene». Doch ist in sofern darin Maaßund Ziel zuhalten, daß man sie nur bey etwas schwerer» Hauptbegriffen zu Hülfe nehme. Wenn sie zu oft ohne Roth vorkam- ! men, so veukt der Zuhörer, man ! traue seiner Fähigkeit zu begreifen gar zu wenig; deswegen werden sie ! ihm anüößig. Dieses erfahrt man bcym Lesen des Ovidius nur allzu oft. ! Diese Lergleichung erfodert auch noch die genaue Sorgfalt, von dem Bilde nichts zu zeichnen, als was wesentlich zu dem eigentlichen Punkt der Vcr der Vergleichung geboret. Bey der Wahl und Erfindung der zu dieser Vergleichung dienendcnBilder kommt es hauptfächlich darauf an, daß ihre Achnlichkeit mitdemGegenbilde vollständig sei), oder daß sie uns dieses ganz mit allen dazu gehörigen we- senlüchenBegriffen abzeichnen. Man siehct bisweilen, daß zu Aufklarung eines einzigen Begriffes mehr Vergleichungen gebraucht werden, wo eine einzige besser gewählte hinlänglich gewesen wäre. Die verschönernde Vergleichung ist das Werk der Einbildungskraft, an dem der Verstand keinen Anthcil hat. Bild und Gcgcnbild sind mehr in Ansehung ihrer Wurknng , als in ihrer Beschaffenheit einander ahnlich. Bey angenehmen, oder überhaupt bey interessanten Gegenständen, bey denen wir uns gerne verweilen, bringt die Einbildungskraft uns andere, die ähnlichen Eindruk auf uns gemacht haben, ins Gcdächtniß; und die Begierde diesen Eindruk zu genießen, oder ihn andern mitzutheilcn, macht, daß wir auch auf diese blos in der Einbildungskraft schwebenden Gegenstände die Aufmerksamkeit richten. Daher haben Vergleichungen dieser Art ihren Ursprung. Oßian singt von Nathos: .Reizend erschienst du dem Auge Oarthu- lenö. Dem östlichen Lichte Glich dein Gesicht, der Schwinge des Raben dein Haupthaar. Die Seele War dir erhaben und mild, wie die Stunde der scheidende» Sonne. Sanft wie die Lüftchen im Schilfe, wie gleitende Fluren im Lora War dein Gespräch. Loch wenn sich die Wuth des Gefechtes empörte. Glichst du der stürmenden Scc.^) Hier sind eine Menge Vergleichungen hinter einander. Jede schildert nicht den Gegenstand, den der Dichter zeichnen, sondern den Eindruk, ') Darthula. Ver K45 die besondere Art der Empfindung, die ex wollte fühlen lassen. Nicht das Gesichte des Jünglings glich der aufgehenden Sonne; sondern die fröliche Empfindung, die Darthula bey dein Anschauen fühlte, glich dem Eindruk, den die aufgehende Sonne macht, u. s. w. Empfindungen sind etwas so ein» faches, daß es nicht möglich ist, sie andern zu erkennen zu geben, als wenn man sie in ihnen erwekt. Wo mau also denkt, sie würden sie bey Vorzei- gung eines Gegenstandes nicht haben, da zeiget man ihnen einen andern gewöhnlichen Gegenstand, von dem man mit Gewißheit denselben oder einen ähnlichen Eindruk erwarten kann. Sie dienen also überhaupt, Empfindungen nach ihren besondcrn Charakteren zu erweken, und man wählet dazu sehr ' -kannte Gegenstände, die in ihren Würkungen auf das Gcmüthe mit dem Gegenbilde übereinkommen. Hier kommt es mehr auf ein ganz feines Gefühl und eine sehr lebhafte Einbildungskraft, als auf Beurthcilung an. Darum lieben die Dichter diese Vergleichungen vorzüglich. Sie schiken sich auchmur da, wo man angenehm unterhalten und rühren will. Die Bilder müssen sehr bekannt seyn, drmit sie mit wenig Strichen sich der Einbildungskraft lebhaft darstellen, und man muff des ganz besondcrn (specifischcn) Ein- druks, den sie auf empfindsame Gc« müthcr machen, sehr gewiß seyn. Sic scheinen sich mehr zu Reden und Gedichten von einem etwas gemäßigten Ton, als zu denen von ganz heftigem Affect zu schiken. Denn in diesem ist das Feuer zu stark, um sich bey Vergleichungen zu verweilen; die Bilder gehen in Metaphern oder Allegorien über. Wo man eine Vorstellung oder Em« pfindung nicht blos schildern, sondern nachdrüklicher sagen will, da fällt man auf Vergleichungen der dritten Ss z " Art, 646 Ver Zlrt, die darum etwas hyperbolisches oder übertriebenes haben. Man braucht Bilder, die starker rühren als das Gegcnbild. So vergleichet man einen in Widerwärtigkeiten standhaften Mann mit einem Felsen, der gegen die tobenden Wellen des Meeres unbeweglich steht; von einem Menschen, der heftig erschrikt, sagt man, er sey wie vom Gewitter getroffen; und so sagt Horaz von dem rechtschaffenen Mann, er fürchte sich mehr vor einer schändlichen Handlung als vor dein Tode. Die Vcr, gleichungcn dicscrArt können bis zum Erhabenen steigen. Sie müssen aber etwas sparsamer, als die andern Arten gebraucht werden, es sey denn, daß durchaus in der Rede, oder dem Gedichte, wo sie gebraucht werden, ein ganz heftiger Affect herrsche; denn dieser vergrößert alles. Es gicbt auch poßirliche Ncrglci- chungcn, die das Lächerliche verstärken, wovon ein großer Rcichthum von Beyspielen in Buttlers Hudi. bras anzutreffen ist. Sic sind mei- stenlheils so beschaffen, daß bcy der Nerglcichung etwas widersprechend scheinendes vorkommt, das ihnen das Lächerliche gicbt: große Sachen werden mit kleinen, ernsthafte mit scherzhaften verglichen, oder das Bild hat etwas so gar sehr von der Art des Gegenbildes verschiedenes, daß nur eine seltsame, poßirliche Einbildungskraft die Aehnlichkcitentdckt. Sie geben den Cpottrxdcn eine besondere Schärfe. Was wir überhaupt von Erfindung der Bilder angemerkt haben,') gilt auch von Erfindung der Vcrglci- chungen, daher wir uns hiebey nicht besonders verweilen dürfen. -K. ^ (') Die, zu diesem Artikel gehörigen Nachmessungen finden sich bei, dem Artikel Eleicbmst. — Zu den daselbst a»gc> *) S. Allegorie; Bild. V er führten Schriftstellern gehört noch, C. Adelung (Im iten Bde. S. ??4. s- W> lieber den deutschen Styl, ztc Aufl.) V e r h ä l t n i ß. (Schöne Künste.) 5)ie Größe oder Starke eines Thcils, in sosern man ihn mit dem Ganzen, zu dem er gehört, vergleicht. Größe und Stärke sind unbestimmte Dinge, die unendlich wachsen und unendlich abnehmen können. Mau kann von keiner Sache sagen, sie sey groß oder klein, stark oder schwach, als in sofern sie gegen eine andre gehalten wird. In einem Gegenstände, der aus Thcilen besteht, herrscht ein gutes Verhältuiß der Theile, wenn keiner, in Rüksicht auf das Ganze, weder zu groß noch zu klein ist. Unser Urthcil über das Verhältuiß der Theile entsteht entweder aus der Natur der Sachen» oder aus der Gewohnheit. Diese hat uns gewisse Mausten der Dinge so bekannt gemacht, daß die Abweichung davon etwas widersprechendes oder übertriebenes in unfern Vorstellungen hervorbringt. Denn wir können uns nicht enthalten, in einem uns ganz bekannten und gelaufigen Gegenstand, so bald wir ihn sehen, alles so zu erwarten, wie wir es gewohnt sind. Ist nun etwas darin merklich größer oder kleiner, als das gewöhnliche Maaß erfodert, so crwckt derselbe Gegenstand zweyer- ley Vorstellungen, die einander in einigen Stükeu widersprechen. In Dingen, die blos durch die Gewohnheit bestimmt sind, können die Ur- tbeste der Menschen über die Verhältnisse einander entgegen scyn. Es gicbt aber auch ein Urrhcil über Verhältnisse, das ans der Natur der Sache selbst entsteht. Wenn ein Theil des Ganzen eine Große hat, die seiner Natur, oder seiner Bestimmung widerspricht: so wird uns die- V c r fts Mißverhältniß nothwendig anstoßig. Eine sehr hohe und dabey stbr dünne Säule erwckt gleich die Vorstellung, daß sie zu schwach ist, die darauf gesetzte Last zu trage». Zwey ähnliche Glieder einesKörpers, die zu einerlei) Gebrauch dienen, wie die Arme, die Füße, die Augen, müssen ihrer Natur nach gleich groß seyn. Ein Fehler gegen dieses Vcrhältniß widerspricht diesem Grundgesetz. Ein Gegenstand wird für wol pro- portionirt gehalten, wenn kein Thcil daran in seinem Maaße weder der Gewohnheit »och der Natur widerspricht. Alsdcnn zieht kein besonderer Thcil wegen seiner Große die Augen aufstch; man behält die vollige Freiheit, das Ganze zu fassen, und den Eindruk desselben zu fühlen. Man empfindet also vermittelst der guten Verhältnisse die wahre Einheit der Sache, wodurch der Eindruk, den sie machen soll, vollkommen werden kann, weil von den Theilen, woraus das Ganze besteht, keiner die Aufmerksamkeit besonders auf sich zieht. Hingegen schadet der Mangel der guten Verhältnisse sowol dadurch, daß die unproportionirten Thcile unsrc Vorstellungskraft auf sich lenken, folglich sie vom Ganzen abziehen; hernach auch dadurch, daß sie durch das Widersprechende, das jedes Mißver- hältniß hat, beleidigen. Ohne Vollkommenheit der Verhaltnisse kann also kein Gegenstand schon sepn. Das Verhältnis; zeiget seine Wür. kung in allen Arten der Großen, nicht nur in der Ausdehnung. In jedem Gegenstände, wo mehr Dinge zugleich in ein harmonisches Ganzes zusammenfließen sollen, kann Verhältniß oder Mißverhältniß statt haben. Auch inDingen von ganz andrer Art, die blos die innere Empfindung reizen, kann ein Theil zu viel oder zu wenig Reizung in Absicht auf das Ganze haben. Mithin hat die Betrachtung der Verhältnisse überall statt, wo Ver 647 Theile sind, deren Würkung Grade zuläßt. ^ In sichtbaren Gegenständen haben Verhältnisse statt: in der Große der Theile, indem einige zu groß oder zn klein seyn können; in dem Lichte, indem einige zu hell, andre zu dunkel seyn können; in der Art der Kraft oder der Reizung, da ein Theil schöner, oder reizender, rührender, überhaupt kraftiger seyn kann, als es das Ganze vertragt. In Gegenständen des Gehörs haben Verhältnisse in der Dauer, in der Stärke des Tons, in der Höhe und Tiefe, in dem Reiz oder der Kraft derselben statt. Es wäre demnach einJrrthum, zu glauben, daß nur in zeichnenden Künsten und in der Baukunst die guten Verhältnisse zu studiren seycn. Jeder Künstler muß sie beobachten; denn dadurch entstehet das Ebenmaaß, oder die Harmonie, oder die wahre Einheit des Ganzen. Hier entsteht also die Frage, was der Künstler in jedem Werke, das Vcrhältniß der Theile erfodert, in Ansehung derselben zu überlegen habe? Verschiedene Philosophen und Kunstrichter haben bemerkt, daß die Verhältnisse am besten gefallen, die sich durch Zahlen ausdrüken lassen, die man leicht gegen einander abmessen kann, so wie die sind, wodurch in der Musik die Consonanzen ausge- drükt werden.") Man muß aber hierin nichts gcheimnißvolles oder unerklärbares suchen. Der Grund davon wird siel>-bald offenbar zeigen, wenn man nur die Sache in ihrem gehörigen Gesichtspunkt betrachtet. Das Verhältnis' setzt zwei) Größen voraus, weil es in Vergleichung oder Gegencinandcrhaltung derselben besteht. Num kommt es bcy der Größe jedes Thcils darauf an, mit was für einer andern Große man sie vergleichen solle. Sind diese Größen zu Es 4 weit *) S. Consonanz; Harmonie. 648 Ve r V e r weitaus einander, so hat ihre Ge- Nothwendig muß hier auch noch geneinanderhaltuug nicht mehr statt, angemerkt werden, daß bey Schä- Man verglicht die Größe des Mun- tzung der Größe die Natur des Ge- ! des oder der Nase wol mit der Größe genstandes, an dein wir sie sehen, in des Gesichts, aber nicht mit der Betrachtung zu ziehen ist. Man würde Größe der ganzen Statur. Wenn ein Fenster sehr unproportionirt sin- also ein Gegenstand der Theil eines den, wenn es acht oder zehennial Haupttheils ist, so vergleichet man höher, als brcitwarc; und doch findet ihn mit seinem Haupttheil, und mit man an einer Säule dieses Verhält- den Theilcn, die zugleich mit ihm „iß der Höhe gegen die Dike gut. Theile eines Theils ausmachen: die Bcy dem Fenster haben Höhe n»d Finger mit der Hand, dieHand mit Breite einerlei) Zwek, die Vcrmeh- dem Arm, diesen mit dem ganzen rung des Lichts; bey der Säule kom- Körper und seinen Haupttheilcn, den men zwcy Sachen in Betrachtung, Schenkeln und dem Rumpf. Also die Erhebung, oder Erhöhung des vergleicht man einerlei) Theile mit aufliegenden Thüles und die Fcstig- einander, oder die Theile, die unmit- keit der Unterstützung. Hiebcy entstc- telbar zusammen ein Ganzes ausma- hct die Frage, ob die Dike gegen die chcn sollen. Dinge, deren Größe einmal festgesetzte Höhe groß genug weit aus einander ist, können zusam- sty. Ware bey dem Fenster gar „icngenommcn kein Ganzes ausma- nichts festgesetzt, als die Menge des chcn. Eine Stadt macht mit einigen einfallendes Lichtes, so wäre unstrci- darum liegenden Feldern, Hügeln, tig dieses das beste Verhaltniß, wenn Büschen, eine Gegend aus. Aber eine die Breite der Höhe gleich wäre, weil Stadt mit einem kleinen daran stos- heydc gleichen Anthcil an Vermeh- sendcn Garten macht keine Gegend rung des Lichts haben. Daß aber aus, sondern eine Stadt; der Gar- die Höhe insgemein größer, als die ten kann wegbleiben, sie bleibt im- Breite genommen wird, hat seinen wer eineStadt. So könnte bcy einem Grund in der Höhe des zu crleuchten- M enschen ein Finger zu groß, oder zu den Zimmers, und nicht darin, daß klein feyn, oder ganz fehlen, und die ein langes Vierek schöner scy, als das, Person noch immer ein schöncrMensch dessen Höhe der Breite gleich ist. seyn; aber die Hand, an der er fehl- Man stehet hieraus überhaupt, daß te, wäre keine schöne Hand mehr. das Urrheil über Verhältnisse nicht so Wir sehen hieraus überhaupt, daß einfach scy, als sich mancher einbil- man bey dekn Urthcil über Verhält- det, und daß es eben nicht blosdar- nisse den Theil, worüber man urlhci- auf ankommt, Zahlen gegen einander let, nothwendig gegen einen andern zu halten. Theil, der mit ihm in gleichem Ran- Man hat zu asten Zeiten erkannt, ge steht, halten müsse. In der Mu- daß der menschliche Körper das voll- sik werden die Töne eines von dem kommcnste Muster der guten Ver» Grundton sehr entfernten Accords Hältnisse sey. In der That sind alle nur unter einander verglichen, und Regeln der vollkommensten Harmonie nicht mehr gegen einen sehr tief unter oder Uebcrcinstimmung daran zu er- ihncn liegenden Grundtou gehalten, kennen. Diese vollkommene Form im In der Baukunst vergleichet man die Ganzen betrachtet, bietet gleich cini- ^ kleinem Glieder nicht mit dem Ge- geHauprtheile dar, von denen keiner bäude, sondern mit dem Gesims, oder über den andern herrscht, keiner die dem Haupttheile, dessen unmittelbare Aufmerksamkeit so auf sich zieht, daß Theile sie sind. sie den andern entgienge. Je kleiner ein V e v ein Hauptthcil ist, je mehr hat er Mannichfaltigkeit und Schönheit, wodurch das, was ihm an Größe abgeht, ersi tzt wird. Der Kopf, als der kleineste Theil, hat die größte Schönheit, der Rumpf, als der größte, hat die wenigste Schönheit; dadurch wird das Gefübl gleichsam gezwungen, das Ganze immer auf einmal zu fassen. Eben so genau sind auch die Theile der Hanpthcile abgepaßt, daß man niemals weiß, welchen man vorzuglich.betrachten soll. Die Theile des Gesichtes, Stirn, Wangen, Augen, Nase, Mund, Kinn, folgen derselben Regel; die Augen gewinnen an Reiz, was ihnen an Größe fehlet, um die Aufmerksamkeit an sich zu ziehen, die Stirn und die Wangen, die wegen ihrer ansehnlichen Größe starker ins Gesicht fallen, haben weniger Reiz, und so alles übrige, daß man niemals bcy einem Theile stehen bleibt, fondern immer auf das Ganze gefuhrt wird. Anstatt also dem Redner, dem Dichter, dem Tonsetzer, dem Mahlcr und dem Baumeister wcitlauftig zu sage», wie er in jedem Werk die Hauptthcile unter einander, und dann die Theile der Theile unter einander in gute Verhältnisse bringen soll, nicht blos in Verhältnis der Größe und Starke, sondern auch in die Verhältnisse der Schönheit, der vollkommenen Bearbeitung, des Hellen und Dunkeln, und aller andern Grade leidender Eigenschaften, damit keiner über andre von feiner Art herrsche, wollen wir sie alle auf eine fleißige und mit genauer Ueberlcgung begleitete Betrachtung des harmonischen Baues im menschlichen Körper verweisen. Indem er aber dieses vollkommene Muster aller guten Verhältnisse stu- diret, muß er nothwcndig die eigene Natur und Bestimmung eines jeden Tbeilcs genau vor Augen haben, che er von seinem Verhältnis? gegen das Ganze sein Urthctl fallen kann. Ver 649 Verhältnisse. (Zeichnende Künsie.) Es wäre ein völlig ungereimtes Unternehmen , allgemeine und doch bestimmte Regeln für d^e Verhallnisse der Theile der schönen Form zu suchen , da unendlich vielerlei) Formen bey ganz verschiedenen Verhältnissen schön seyu können, »nd überhaupt die Schönheit, folglich auch die Verhältnisse der Form, von der Nalnr der Sache, der die Form zugehorct, abhängen- Elne Schlange ist mit ganz andern Verhältnissen schön, als ein viersüßiges Thier, und dieses als ein Vogel, (zu der Natur giebt es keine tobte Formen, dergleichen die Figuren der Geometrie sind: die Formen natürlicher Körper sind nur wie Kleider anzusehen, die einem schon vorhandenen und seiner Bestimmung gemäß eingerichteten Körper gut angepaßt sind. Bcy der Form also muß nothwcndig aus die Sache, der sie als ein Kleid zugehöret, ihre Natur und ihre Bestimmung gesehen, und daher die Verhältnisse der Theile der Form bestimmt werden. Ohne dieses wäre in den zeichnenden Künste» nichts gewisses mehr. Wer ein Trinkgeschirr macht, muß uothwcudig dabey aus den Gebrauch desselben sehen, daraus das Allgemeine der Form bestimmen, und dann ihr die Schönheit und denThei- leu die Verhältnisse geben, die sich zu jener durch das Wesen bestimmten Form am besten schiken. Davon aber läßt sich außer den allgemeinen Grundregeln, die in dem vorhergehenden Artikel berührt worden, nichts näher bestimmtes sagen. Wo aber die zeichnenden Künste die Gegenstände nicht erfinden, sondern aus der Natur nachahmen, da bleibt ihnen auch die Erfindung der Form nicht frcy; sie müssen sie nehmen, wie die Natur sie gemacht hat. Da diese gleichwol bcy Formen von Ss 5 einer- 6za V ec einerley Art die Verhältnisse der Theile verschiedentlich abändert, und einer Fotm mehr Schönheit giebt als andern von ihrer Art, so kommt es darauf an, daß der Zeichner das beste für jeden Fall zu wählen wisse. Wir wollen hier, um uns sin der unermeßlichen Mannichfaltigkeit der Dinge i! cht zu verirren, die Betrachtung der Verhältnisse blos auf die wichtigste aller Formen, der menschlichen Figur einschränken. Man schreibet dem Zeichner insgemein genau bestimmte Verhältnisse vor, nach denen er jeden Theil des menschlichen Körpers zeichnen soll, um ihn schön zu machen. Aber mau bedenkt dabcy nicht genug, daß selbst für die menschliche Gestalt kein absolutes Maaß der Schönheit gesetzt ftp. Wie die weibliche Gestalt eine and^c Schönheit hat als die männliche, die Kindheit eine andere als die mannlichen Jahre, so erfodert auch jeder Charakter des Menschen andere Schönheit, folglich andere Verhältnisse. So mancherlei) Charaktere zu schildern sind, so vielerlei) Verhältnisse müssen auch beobachtet werben. Die griechischen Bildhauer, die das Gefühl des Schönen in einem hohen Grad besaßen, bildeten ihre Gottheiten nicht nach einerlei) Verhältnissen; Jupiter, Apolls, Herkules, und andre Götter, bekamen jeder andere, nach dem ihnen zukommenden Charakter, und so auch die Göttinnen- Es fehlet unendlich viel daran, daß wir für jede Art des Cyaractcrs die genaue Form des Körpers sollten bestimmen können, die sich am besten für ihn sehiket. Also besitzen wir auch keine bestimmte Wissenschaft der Verhältnisse, die man dem Zeichner vorschreiben könnte. Da die Charaktere der Menschen aus so mannichfalrigen Vermischungen iyrec Eigenschaften bestehen, daß es unmöglich ist alle zu bestimmen, V e r so ist eS auch nicht möglich, die Verhältnisse der verschiedenen schönen Formen des Körpers anzugeben. Doch scheinet es, daß die Griechen darin das meiste gethan haben. Sic legten ihren meisten Gottheiten be. stimmte Charaktere bcy, deren jeder in seiner Art das Höchste war, was man etwa an Menschen beobachten konnte; ihre Bildhauer beflissen sich in dem B>ld jeder Gottheit ihren Charakter auszudrüken, und dieses nö- thigte sie, die menschliche Gestalt ans das genaueste zu betrachten, damit sie entdcken konnten, wie die Natur die vorzüglichsten Charaktere der Menschen in der Gestalt des Körpers sichtbar gemacht habe. Durch dieses Studium entdekten sie, wie die Verhältnisse seyn müßten, wenn die Gestalt eine Venus, oder eine Juno nach ihrem Charakter abbilden sollte. Die Gestalt der Königin der Götter mußte bei) der weiblichen Schönheit auch Hoheit und Ernst, das Bild der Göttin der Liebe alle Reizungen zur Wollust darstellen. Wir können also nichts besseres thun, da unsre Begriffe von menschlicher Vollkommenheit, überhaupt betrachtet, eben die sind, die die Griechen gehabt haben, als die Verhältnisse annehmen, die sie in der Natur durch vieles Forschen entdckt haben. Es ist ein großer Verlust für die zeichnenden Künste, daß dieWftke der Griechen, die über die Verhältnisse geschrieben haben, veriohren gegangen. Philostrarui, führt in der Vorrede zu der Beschreibung seiner Bilder einige davon an. Doch ist dieser Verlust dadurch in etwas ersetzt, daß noch verschiedene schöne Werke der bildenden Künste übrig geblieben sind, woraus man die Verhältnisse, denen sie folgten, abmessen kann. Man hat die besten Antiken vielfältig abgezeichnet, und nach allen Verhältnissen ausgemessen. Aber zum Studium der besten Verhältnisse V c r V er fehlet es nun noch an einem Werke, darin die Charaktere, die die Griechen in ihren Bildern haben sichtbar machen Wollen, genau beschrieben waren. Ein in den Schriften der Alten durchaus erfahrner Philosoph müßte uns den Charakter des Jupiters, Mars und aller Götter, Göttinnen und Helden, deren Bilder wir haben, beschreiben. Diese gegen die vorzüglichsten Bilder gehalten, würden uns ziemlich bestimmt sehen lassen, durch was für Verhältnisse jeder Charakter am sichtbarsten ausge- drükt wird. Es wäre eine geringe Mühe, diesen Artikel mit verschiedenen Tabellen von würklich ausgcmcsscnen Verhältnissen dcr Thcile des menschlichen Korpers zn verlängern; wir halten es aber dcm Zwck dieses Werks nicht gemäß, uns in diese Wcitlaustigkci- tcn einzulassen, zumal, da der deutsche Künstler in dcsHerrn von Hagedorns Betrachtungen über die Mahlcrc!) das meiste, was hier anzuführen wäre, bereits finden kann. Von den Verhältnissen handeln: Luc. Paüoli di Borgs S. Sopulcro (chs Uivins prvpoe^ione, Vcn. l 508. s.) — Alb. Dürer ( Vndcrwelisung der Messung mit dem Zirkel und Richtschcpt, in Linie», ebenen und ganzen Corporcn, Nürnberg iz-5 und >,;z8. k. mit F. bat. par. I5Z2. k. Arnh. 1605. f. mit 6oKpfr. Ebendesselben vier Bücher von menschlicher Proportion, Nürnb. 15-8. k. k. und in allen seine» Büchern, Arnh. 160z. s. kat. von Joach. Camcrarius, dstor. ,;z2« >5Z4- k. ?sr. 15Z7. 1567. f. Jtal. von Eiov. P. Galueei, Ven. 1591 und >594. 5 Französisch, Arnh. 1614. si Holl, ebcnd. 1S22. s. Engl. >666. T.) Hier. Rodler (Tin fthven nützlich Büchlein und Unterivemmg zur Kunst des Messens für Maler, Bildhauer . . . Sie- mercn >;zi. f.).— Heinr. Läurensack (Unterweisung der Perspective und Proportion der Menschen und Rosse, Frkft.'i;6q. s.) — Vinc. Dati ( II primo libro Uelle parbcrke propor?.iom Ui rucre ts coke, cl>c imirsr e rirrsr li potlnno, coll'srre ciol eiiteAne, ?ir. i;67> 4.) — Giov, P. Lonlaz.ro (Oas >te Buch ins. Visrrseo cloii ^.ece ciells t'icrurs Ivlil. 1584. 4- handelt Ido in l'ropor- und dieses kam einzeln, französ. Toulouse >649. t. hceaus. Auch handelt er in sriner leios Uel Dcmpio cleilspic- rurs . . . kbend. 1591. 4. »och De I» propor^ivne 69;. 8.) » UOillh. Gocre (In seiner I^steiurlvb en 5okil(ivrkoa. tiig Onreverp Uer d-lonsckenkoiicie . . Amst. >682- 8. mitKpfrn. G. Heu Art. Mahlere)-, S. zza.) — Abr. Bosio s8ur las pooporrions lic IV scs plus belles ssZures cla I'/Znrigue, l'sr. is. 22 Bl.) — Ger. 2ludra» (k.es pro- porrions Uu corps tiumsin, mekurecs sur lcs plus Keiles sszures cie t'^nri» czuice, t>sr. l6zz. toi. zo Bl. Dclttst!) von Sandrart, Nürnberg 1689- toi. und vermehrt im 4trn Bde. der »enen Aust. s. W. S. 12- u. f.) — P. Lasur (Lompstio eil t'rvpor2ioili, Lol. 1685» 4.) — ?oh. G. Borgmüller (/än. rkropomerris, oder Statur des Menschen, Augsburg 172z.-s. 12 Bl.)— G. Lichtcnlreger (^ius der Arithmrtik und Gconictric herausgchohlte Gründe zur menschlichen Proportion, Nürnb. 1746. si) — kW. H. ^vatelet (Von s. kestex. sur l» lleinc. bev s. Arc cle peillstre, ?sr. l/6o. 4. Handell die erste ves pro- porcions.) — Jean de ItVltt (?ro- porrions Uu corps kumsin, gr. psr s. t'unc, eZmst. 1747. I. auch mit einem holländischen Titel adgednicta.) —' L.. von Hagedorn (Von 652 Ver (Don s. Betrachtungen über die Mahlert» handelt ble fünf und dr-yßigste svon der Ausammenssimmung der Verhältnisse überhaupt, und die z6te von Verhältnissen insbesondre.) — Jost. 2?. Hagenaucr (Untere, von der Proportion des Menschen . . . Wien 1791. mit 6K.) Verhältnisse. (Baukunst.) A)?it den Verhältnissen in der Baukunst hat es eine ähnliche Bewandt, niß, als mit denen im menschlichen Körper. Da man einmal vollkommene Muster vor sich hat, so müssen die Verhältnisse derselben als erwiesene Regeln angenommen werden. Sic sind zwar nicht so bestimmt, daß man nicht vielfaltig, ohne den guten Gefchmak zu beleidigen, davon abweichen konnte, und würklich abgewichen Ware. Da aber zu befürchten ist, daß dergleichen Abweichungen nach und nach zu großen Ausschweifungen Gelegenheit geben möchten, so scheinet die Erhaltung des guten Eeschmaks zu erfodeni, daß die genaue Beobachtung der von den besten Baumeistern gebrauchten Verhältnisse, als ein unveränderliches Gesetz angenommen werde. Denn wo man einmal die Regeln aus den Augen setzet, da wird dem schlechten Gcschmak die Freyheit gelassen, nach und nach das Schöne zu vertreiben, wie ans unzähligen Bcyspiclen der Baukunst kann dargethan werden. Was ein alter Philosoph *) bei) einer andern'Gelegenheit angemerkt hat, kann auch hier angewendet werden. „Wenn du einmal vergessen hast, sagt er, daß der Schuh blas zur Verwahrung des Fußes gemacht ist, so hast du bald einen verguldetcn Schuh, hernach einen von Purpur, und dann einen ausgeschnitzten. Denn wenn mau einmal das Ziel der Na- ') LxiÄscus, V e r tur überschritten hat, so hat man auch keine Schranken mehr gegen die Ausschweifung." Es scheinet als» besser gcthan zu scyn, wenn man durch eine genaue Befolgung der einmal vorgeschriebenen Verhältnisse, die Baukunst in dem Zustand laßt, worein sie von den größten Meistern ge. setzt worden ist, als daß-man durch Abweichungen von denselben deni schlechtem Gcschmak die Freyheit lasse, das schon cnldckte Schöne zu verderben. Da von den allgemeinen Grund, sätzen über gute Verhaltnisse vorher gesprochen, in verschiedenen Artikeln über die Theile der Gebäude auch ihre Verhältnisse angegeben, in den, Artikel GrSnunz aber die wichtig, stcn Werke, woraus die Verhältnisse der alten Baumeister gelernt werden können, angezeiget worden, so enthalten wir iiiis hier fernerer Wcit- läuftigkeit über diese Materie. >5- (*) Von den Verhältnissen in der Baukunst, handelt unter inehrern: Der Abc Rangier (In s. vbservsr. lue I'Hrcbirekk, INI ilcn Abschn. derselben, in 6 Kap. als, worin das Verh, besteht; von der Proportion, in Ansehung des Innerlichen der Gebäude; von dem allgein. Verh. bey dem Ausriß der Gebäude; ren dem Verh. der Theile mit dem Ganze» in Ansehung des Innerlichen der Gebäude; von dem Verh. der Th'eilc mit dem Gm zen in Ansehung deö äußern Ausrisse» der Gebäude; von dem Verh. der Theile um tec einander.) —> Milikia (Im -teil Buche s. Grunds, der bürgerl. Baukunst, in 6 Abschn. als, von den architcet. Verhältnissen; vom Sehen in Absicht «lusSlr- chitecturvon den alig. Verh. der Fast-, den; vom Verh. der Theile mit dem Gm« zen der Fassaden; von den allg. Verh. im Innern der Gebäude; -vom Verh. der Theile niit dem Ganzen im Innern der Gebäude.) — u. a. m. Ver- V er Verminderter Drey- klang. (Musik.) Er besteht aus der Octave der kleinen Terz und kleinen Quinte. Diese Quinte kommt allemal in der Moll- tonleiler von derSecunde zur kleinen Sexte der Tonica vor, z. B- ^ moll: kl-o ll-e-k; sie bestehet aus zwey halben Tönen ti -c unde-k undzwcy ganzen e - 6 und ä - e. An sich ist sie dissonirend, sie wird aber bey diesem * Accord als eine Consonanz behandelt, und ist, wie schon anderswo gezciget worden, von der falschen Qumre, die in demQuintsextaccord vorkommt, sehr unterschieden *). In der Uin- kchrung wird sie zur großen Quarte, anstatt daß die falsche Quinte zum Triton wird **). Je naher die kleine Quinte in dem verminderten Dreyklangc dem Vcr. halrniß 5: 7 kömmt, je besser ist sie in diesem Accord zu gebrauchen, und je weiter entfernt sie sich von dem Klang der falschen Q-Uluce: eben so verhält es sich mit ihrer Umkchrung. Dieses scheint übrigens paradox zu scyn, weil die kleinen Quinten dieser Art in der Umkchrung als große Quarten höher wie die Quinten selbst sind. Indessen ist das Gehör in Heyden Fällen sehr mit diesen Verhältnissen zufrieden, statt daß alle übrigen, die der Vernunft nach richtiger zu scyn scheinen, nicht von dieser Würkung sind: in solchen zweifelhaften Fällen ist das Gehör allemal ein besserer Richter, als die speculativi- schen Zahlenrechnuiigen oder Liaien- adzählungen. Unser tt-f, das von dem Verhaltniß 45 - 64 ist, klingt als kleine Quinte in dem verminderten Dreyklang am schlechtesten,- hingegen vollkommen gut als falsche Quinte, die die Septime des Fundq- ') S. Falsch; Qulnte (falsche). *") S. Quarte; Triton. Ver 6;z mentaltones ist; so auch ihre Umkehrung. Die Ursache dieser Verschiedenheiten liegt darin, daß das 5 gegen die über ihr liegende Sccunde, als Octave vom Grundron, 8:9 ausmacht, folglich dissomrt, und das Q des Fundamentalbasscs gleich ins Gefühl dringt, wozu noch die reine große Terz und Quinte vom Grundton das Ihrige beyrragcn; da hingegen von 7 nach 8 kl.'me wesentliche Septime ins Gefühl gebracht wird. Der Gebrauch des verminderten Drcykianges ist weit eingeschränkter, als der beyden andern »). Er kann weder ein Stük anfangen, noch endigen. Er hat seinen Sitz auf der Secundc dcrMolltonleitcr, und führt am natürlichsten zu dem Accord der Dominante; wenigstens wird dieser Accord bey jeder andern Fortschrci« tung übergangen, wie z. B. 6 Zwischen diesen beydeu Accorden ist derkuduraccord als derDomiuaiiten- accord von moll übergangen worden *»). Die Verwechslungen des verminderten Dreyklanges sino in der dem Artikel DreMang nachstehenden Tabelle unter den Buchstaben lc und n angezeigct. Verrükung. (Musik.) Aurch dieses Wort bezeichnen wir eine nur eine kurze Zeit dauernde, oder aus gewissen Absichten glüklich veranstaltete Zerstörung der Harmonie, oder Ordnung, da ein oder mehr Töne aus ihrer Stelle entweder völlig oder zu früh wcggerükt werden. Dcr- *) S. Drcvklang. ") S. Ucbcrgang. Kz4 Ver V eü Dergleichen Verrükungen oder Weg- rükiingen kommen sowol in der Harmonie, als in der Melodie vor. Die harmonische Verrüknng kann auf zweyerley Weise vorkommen: 1. indem man die Grundharmonie auf einen Augcndlik zerstört, aber auch sogleich wieder Hersteller; und 2. indem man den Accord nicht gleich in seiner Vollkommenheit Hören läßt. In Heyden Fällen aber geschieht es so, daß die Grundharmonie darum nicht aus dem Gefühl gebracht wird. Im ersten Fall ist die Nerrükung in der Harmonie das, was der Durchgang in der Melodie ist, und in den Stimmen, wo die Verrükung geschieht, geht ein Durchgang in der Melodie vor *), Z. B. I -x,— I _S Ä. 5 s-n —N II <5 5 Qi Verrükungen dieftr Art geschehen ohne alle Vorbereitung; sie zerstören die vorhergehende Harmonie auf der schlechten Zeit des Taktes, und stellen sie auf der folgenden guten niit doppelter Annehmlichkeit wieder her. Sic dienen außerdem bald zur Verbindung des Gesanges in den cinzclen Summen, bald zur Unterhaltung der Bewegimg, oder das Stillestehen derselben zu verhindern. Die Intervalle, mit denen diese Art der Verrükung bewerkstelliget wird, sind insgemein gegen die Grundnotc dissoni« rcnd, und werden mich durchgehende Dissonanzen gcnennct. In, zweytcn Fall entstehen die zufällig dissonireuocn Accorde, die nur auf der guten Zeit des Taktes vor- *) S. Durchgang. kommen können, und deren Dissonanzen vorbereitet und aufgelösekwer- dcn müssen. Hievon aber ist in ver- schiedenen Artikeln hinlänglich gesprochen worden H. Wir merken nur noch an, daß die harmonische Vn. rükung in beydcn Fällen nur bey solchen Accorden, die von einer betracht- iichen Lange und Gewicht sind, au- gebracht werden kann. Eine andere Art der Verrükmig, die aber nur in der Melodie statt hur, ist die, wenn ein oder mehrere Töne durch Vorausnähme oder Verzöge- rung früher oder später, alsse sollten, eintreten. Hievon wird iu einem besondcni Artikelgesprochen)). Zeit, Rhythmus und Bewegung können auch auf mancherlei) Weis verrükt werden. Wenn z. B. im ^ Takt drey Viertel gesetzt werden, die den Zeitraum von zwey Takten einnehmen, und gleich schwer vorgetragen werden, wodurch die Taktbewc- gung auf eine kurze Zeit ganz zernichtet wird. Diese Art der Verrükung kann in Unentschlosscnheit, oder in dem Ausdruck der Furcht, oder in einem Singsiük bey überaus starken und nachdrüklichen oder trotzigen Worten, oder wenn man den Zuhörer nach einer einförmigen und langweiligen Fortschreitung der Dense- gnngunvcrmuthct durch etwas fmn- dcs und ungewöhnliches erschüttern und wieder aufmuntern will, von der größten Kraft seyn, wenn sie nur mit Ueberlequng angebracht wird; oder wenn in einem Allegro ein paar Takte Adagio angebracht werden;' oder beyde Bewegungen in entgegengesetzten Leidenschaften mit einander abwechseln; oder wem die Bewegung auf eine kurze Zeit gar stille sieht, wie bey Fermaren ff). Hiehtt ') Dissonanz I Th. S. 637; Auflösun« ebend, S. 2Z8; Vorhalt. ") -znricip«n'o; Nerseclitris, ss) S. Verzögerung, tt) S. Fermate. Ver Ver 655 Hieher gehören auch die nnvermu- thete Ruhe mitten in einem Takt; der ungerade Rhythmus von drey oder fünf Takten; oder die Art der Vcrrükung, nach der bey nachdenklichen Worten wesentlich lange Noten zu kurzen, und kurze zu lan« gen Noten gemacht werden, wie in diesem Bcyspicl einer Graunischen Opernarie: l (Zuer -s-- ^ « for.ts iion per » äo » ua 'S- Jedermann erkennet gleich, daß diese Art der Vcrrukung in Singsiükcn nur uder solche Worte oder Sylben angebracht weiden kann, die sie vertragen. In dem 8t»bac msc«r des Pcrgolesi , das der großen Bcwun- druug, womit so viele davon sprechen, uncrachtet von uns für ein sehr fehlerhaftes und schlechtes Werk gehalten wird, findet sich folgende Arie; -i— tu - ch» wo diese Verrükung so unschiklich angebracht ist, daß jedem Sprachkcn- ncr bey Anhörung derselben die Haut schaudert. Alle diese Verrnkungen der Zeit, des Rhythmus und der Bewegung geben über das Gewöhnliche hinaus, und bringen, wenn sie svarsam und mit Ueberlegung angebracht werden, viel Freycs undGroßcs in die Schreibart. Große Meister bringen damit die größten Würkungen hervor; Stümper legen damit ihre Unwissenheit und ihre Ungeschiklichkeit an den Tag. Bey jenen stehen sie allezeit am rechten Ort, und die Ucber- tretung der Regeln wild in ihren Werken oft zur größte» Schönheit; bey diesen stehen sie niemals recht, sie zerstören die Ordnung, und bringen Verwirrung und Unsinn hervor. Anfangern der Setzkunst ist zu ra- then, daß sie sich strenge an die Regeln halten, die die Ordnung zum iu <> msm xe - meinem Endzwek haben, und sich vollkommen darin festsetzen, che sie anfangen, die Aufnahmen großerMeistcr nachzuahmen, und sich dieser letzt angezeigten Arten der Verrükungen zu bedienen. Vers. Ver Vers ist in der Rede gerade das, was der Rhythmus imGcsang ist: was wir also in einem besondcrn Artikel vom Rhythmus gesagt haben, gilt auch von dem Vers, und kann hier vorausgesetzt werden. Wie ein rhythmischer Abschnitt der Melodie (ein Rhythmus) aus einer kleinen Anzahl Takte bestehr, die so zusammenhangen, daß das Ohr sie als ein kleines Ganzes auf einmal faßt und am Gnde einen merklichenCckluß- fall fühlet: gerade so besteht der Vers ans einigen Füßen, die zusammen einen dem Gehör auf einmal faßlichen Satz 6z6 V e Satz mit einem merklichen Schlußfall ausmachen. Indem wir den Ursprung, die Natur und Würkung des Rhythmus erklärt haben, ist zugleich eben dieses auch von der gebundenen Rede erklaret worden. Also bleibet uns hier eigentlich nur die Betrachtung der Dinge noch übrig, die dem Vers als einer besonder» Art des Rhythmus cigenthümlich sind. Er ist ein Rhythmus ohne Gesang, durch den bloßen Ton der Rede erzeuget; und ein Gedicht, dessen Versbau rich- tig ist, muß durch den Vortrag, der der Sprache und dem Inhalt ange- messen ist, von selbst in vernehmliche Verse gerheilt werden. Jeder Vers muß diese zwey Haupt- eigenschastcn haben, daß er i. aus gleichlangen und gleichartigen Füßen bestehe, "die durch richtigen Vortrag merklich werden , und 2. einen merklichen SchlußM habe, wodurch er sich von! dem folgenden Vers absondert. Dadurch wird also der Gang oder der Fluß der Rede in glcichlange Glieder (Füße), derenjedcszwcy oder mehr Sylben hat, abgethciiet; in jedem Gliedc kommen dieselben Accente in derselben Ordnung immer wieder, und einige solcher Glieder machen einen Abschnitt aus, so daß das Gehör währender Rede sich beständig mit Abmessen und Zahlen beschäftiget, und dadurch üi der Einheit der Empfindung unterhalten wird, wie - Ver an seinem Orte ausführlich gezeigei, worden *). Der Tonsetzer zeiget sein Metrum dadurch an, daß er im Anfang seines Stüks die Taktart und Bewegung andeutet, durch deren richtigen Aus- druk dcrRhythmus vernehmlich wird, Der Dichter hat aber dieses nicht nöthig; wer ihn so, wie die Natur der Sprache und der Inhalt, oder dcr.Sinn derRede, es crfodert, liest, trifft die rhythmischen Abthcilunge», ohne weitere Kunst schon dadurch allein. Man lese folgendes, so wie die deutsche Sprache und der Sinn es crfodert: Fangt an! Ich glühe bereit«. Fangt an holdselige Sayten! Entzükt der Echo begieriges Ohr! so wird man natürlicher Weise die hier durch Striche bezeichneten Sylben mit Nachdruk aussprechen, die dazwischen liegenden aber leicht. Dadurch aber entsteht die Cintheilunz des Ganges derRede in gleiche Füßr, oder Takte, gerade so wie wir es vom Rhythmus gezeiget haben. Fangt j an! Ich j glühe bc j reit! Fangtsan holdjseligejSayrcn! Entszütt derjEcho bejgierigenjOhr! In Musik gesetzt, würde das Metrische dieser Verse so aussehen: -f-—A—"D-——O-Ad-D -— —D— II Iii ^ II !, i, I I 1 Der Takt, oder die Eiiithcilnng in gleichlange Füße, ist hier jedem Ohr empfindbar. Nach dem siebenten Takt ist der Schlußfall durch das Ende des Sinnes merklich. Doch konnte er es auch ohne dieses seyn, wenn statt des Trochäus Gaycen, ein wahrer und reiner Spondäns stünde; weil alsdann die Bewegung sogleich anzeigte, daß die folgende schwache Sylbe Enr, nicht nie he zu dem vorhergehenden Fuße könne ge- noni- -) S. Rhythmus. V e r V er 6;? nommen werden, indem dadurch die Gleichförmigkeit der Bewegung zerstört würde. Eden so wird jeder in folgendem Verse den Nachdruk allemal auf die Sylden legen, die mit Strichen bezeichnet sind. l Iii ^ Der Schlußfall wird im sechsten Takt dadurch merklich, daß nach der letzten kurzen Sylde nothwendig eine Pause muß gemacht werden; weil in dem folgenden Worte Dieser, die erste Sylbe ocn Nachdruk!)ar, folglich mit der letzten des vorhergehenden Taktes nicht in eines gezogen werden kann, ohne daß die Einförmigkeit der Bewegung zerstört würde. Diese Bcyspicle sind hinlänglich, die Natur des Verses überhaupt zu erklaren, und zu zeigen, wie jeder Leser, dem die Sprache gelaufig, der Inhalt verständlich ist, und der zugleich einiges Gefühl im Gehör hat, den Gang der gebundenen Rede metrisch und rhythmisch abtheilen wird. Das Wesen des Verses besteht also darin, daß er in gleichartigen Füßen fortgehe, und einen merklichen Schlußfall habe; feme Vollkommenheit aber darin, daß beydes bey dem, der Sprache und dem Inhalt völlig angemessenen Vortrag, ohne den geringsten Anstoß leicht merklich sey. Beydes bedarf einiger Erläuterung. Gleichartig sind die Füße, die aus gleichviel Zeiten bestehen, und die Accentc auf denselben Zeiten haben. So sind der Spondäus und Daktylus gleichartig, weil sie aus zwey gleichlangcu Zeiten bestehen, davon die erste schwer, die andre lcichr ist: k i oder ch? » » In unserer Sprache kann der Trochäus, wenn nur der Zusammenhang der Worte und der Sinn es verträgt, ohne dem Ohr anstößig zu feyn, wie ein Spondäus ausgesprochen werden, besonders da, wo er am Ein« Vierter Theil, Wißt es: jenseit des Grabs ist ein zwei?« fachcr Fußsteig sebahttet. Dieser u. s. f. Folglich wird jeder diesen Satz metrisch so lesen; > > 11 i/ / !! / ' l schnitt in den Sinn der Worte steht. In dem vorher angeführten Verse; Wißt es, jenscit des Grabs u. s. f. kann und soll man lesen rvißt es; würde man in einem andern Zusammenhang sagen: Ihr evistr es schon; so würden dieselben Splbcn nothwendig wie ein Trochäus, der eigentlich drei) Zeiten hat, auszusprechen seyn; Ihr wißt es schon *). Der Jambus und der Trochäus sind ungleichartig. Denn obgleich beydeaus drey Zeiten bestehen, davon zwey m eines zusammengezogen sind ^ —, und — ^ (beyde so viel als : so sind sie darin völlig verschieden, daß die schwere Sylve in Heyden nicht einerlei) Stelle hat. Gleichartig sind also die Füße, die ans gleichviel Zeiten bestehen, und den Nachdruk auf ci- nerley Stellen habe», als ^ und ^^i-z^^undV^. Esscheinet zwar, Wer daran zweifeln wellte, daß der Jambus und Leochsus drei) Zeilen h.--- j , und bey- dc sind gleichlang, und durchaus gleichartig. Indessen konnten dergleichen Verse ohne langweilige Monotonie nicht viele hinter einander folgen. Ohne ganz ermüdende Weitläufigkeit können nicht alle Fälle der gleich- und ungleichartigen Zusammensetzungen angezeigt werden. Wir begnügen uns, überhaupt anzumerken, daß der Dichter den Tonsetzer zum Muster zu nehmen habe, der nicht zweycrley Taktarten in einem Rhythmus verbindet, es sey denn, daß er etwa dem Ende desselben durch die Taktänderung einen besonders merklichen Schlußfall geben wolle. Der Schiußfall des Verses kann auf sehr verschiedene Weise merklich gemacht werden. Ehedem bedienten sich die deutschen, und auch andre Dichter, des Reims, und des merklichen Einschnitts im Sinn, als der bequemsten Mittel hiezu; aber ein feineres Gehör gab den Griechen und den Römern andere Mittel an die Hand. Sic wußten jedem Vers dadurch einen Schluß zu geben, daß die erste, oder die zwei) ersten Sylbe» des folgenden Verses unmöglich mit der letzten des vorhergehenden konnten in einen Fuß zusammenfließen, ohne daß der ganze Gang .der Rede zerstört würde: und dieses haben auch wir nun von ihnen gelernt. Wer folgendes, ohne Abtheilung gcschrie- den fände: Und ein liebenswürdiges Paar, zwo befreundete Seelen, -) Uor. Lxoä, XV. V er Benjamin und Dudaim, umarmten einander und sprachen. würde bald merken, daß es zwcy Hexameter sind. Denn es ist nicht möglich, weder eine, noch zwcy Eni/ ben vomAnfange des zwcyrenVerses mit zum ersten zu ziehen, ohne de» metrischen Gang ganz zu zerstören, Alles leitetuns natürlich darauf nach dem Worte Seelen, das Ende eines ^ rhythmischen Abschnitts zu empfinden. Die Alten wußten dieses so bestimmt fühlen zu machen, daß sie so > gar den Vers mitten in emem Weit i endigten. Doch mag dieses eine blos geduldete poetische Freyhcit gewesen seyni denn es komme doch, gegen die andern Falle, wo der Vers sich mit einem Wort endiget, nicht oft ' vor. Denn ist auch die Pause, oder eine im letzten Fuß fehlende Sylbe, oder wenn man lieber will, eine »ach dem letzten Fuß angehängte Sylbe, ebenfalls ein Mittel den Schluß fühlbar zu machen : als: Komm Do j eis komm s zu jcjm Buchen — Da nach dem Gange des Verses auf die letzte Sylbe nothwendig wieder eine lange Syibe folgen muß, die cr- , sie Sylbe des folgenden Verses aber offenbar kurz ist, so fühlet man hier die Pause, welche die Stelle der noch fehlenden laugen Sylbe einnimmt. Eben so würde man das Ende merken, wenn man den Vers trochaisch, mit vorgesetzter kurzen Sylbe lesen, oder wie man in der Musik spricht, im Auftakt anfangen wollte: Komnfi Doris I komm zu j jenen > Bnchcnj. Wollte man den Vers durch cum Fuß des folgenden verlängern, so paßte cr, als ein Jambus, nicht in die Bewegung. Also fühlet man auch das Ende des Verses. Wir begnügen uns, dieses wenige über den Schlußfall des Verses angemerkt zu haben, und überlassen es einem geübten Dichter, die Materie peak- Ve r Ver ^5S praktisch auszuführen, da die Ausübung selbst uns völlig fremd ist. Zur Vollkommenheit des Verses, in sofern mau sie vom Ausdrnk unabhängig betrachtet, wird verschiedenes crfodert. Erstlich muß der wahre metrische Gang unfeine völlig Ungezwungene Weife, so bald man dem Geiste der Sprache und dem Inhalt gemäß liest, dem Ohr leicht vernehmlich feyn, so daß man, ohne den wahren Vortrag zu verletzen, ihn gar nicht nnmetrifch lesen könnte. Jeder Redcsatz hat nach der Verbindung der dazu gehörigen Wörter, und nach dem Sinn, den er aus- drükt, seine bestimmte grammatische und rhetorische Accente. Werden diese gehörig beobachtet, so muß gleich das Metruin da stehen, wenn der, welcher liest, es auch nicht gesucht hatte. Hiezn dienet nun sehr die Vorsichtigkeit, die Worte so zu wählen, daß sie durch die Füße des Verses an einander gekettet werden, damit man nicht irgendwo nach einem Fuß eine Pause setzen könne. In der freundschaftlichen Sprache des taglichen Umganges könnte eine Mutter, die mit einem Kind auf dem Felde wäre, zu ihm sagen: V.omm Doris, komm; — xu jenen Barben, so daß diese Worte ihr Me- trnm völlig verlören. Der Grnnd davon ist, weil mit dem dürren Worte sich auch ein Fuß endiget. So genau kann uns der Vers selten gemacht werden, daß gar alle Worte durch die Füße an einander gekettet würden; aber darauf muß der Dichter wenigstens mit Fleiß sehen, daß kein Einschnitt im Sinn gerade am Ende eines Fußes siehe. Haller sagt: Hier spannt, o! Sterbliche, der Seele Sehnen an, Mo Wissen ewig m'iiit, und Jrecn schaden kann. Nach dem Worte Sterbliche kann man, obgleich der Fuß zu Ende ist, nicht stehen bleiben, man muß fort, eilen, lind dadurch das Metrum empfinden, weil der Sinn noch nicht bestimmt ist. Im zweytcn Vers aber kannman bcy dem Worte nüizc, stehen bleiben, so lairge man will; weil der Fuß und zugleich der Sinn vollendet ist. Deswegen zerfalltauch dieser Vers in zwey Halfrcn, da er blos einen kleine» Ruhepuukt in der Mitte haben sollte. Der Vollkommenheit des erstem dieser Verse schadet eS aber, daß man die letzte Sylbe des Worts Sterbliche gegen seine wahre Aussprache nachdrüklich oder schwer machen muß. Zweylens gehört zur Vollkommenheit des Verses ein so genau bestimmtes Metrum, daß man ohne Verletzung deswahren Vortrages ihn nicht auf zweierlei) metrische Weise lesen könne. Herr Gcl?!egol, der dieses auch anmerkt, führt von die- ser Zweideutigkeit des Metrums folgendes Beyspiel an: Ich sah, wie wir vordem, ansein Oran» genblatt. Der Vers ist ein gewöhnlicher, aber schlechter Alexandriner: Ich sah j wie wir j vordem I auf einj Oraiijuenblatt, aber er ist auch ein choriambischer Vers: Ich saß j wie wir vordem I auf ein sj rangrndistt. Diese be»den zur Vollkommenheit des Verses erforderlichen Punkte hat Herr Scklegel sehr gründlich abgehandelt, und mit Beispielen hinlänglich erläutert *). Drittens muß der Vers auch flies« send iind wolklingend seyn. So wird er, wenn jedes Wort nicht nur fü» sich, sondern auch in dem Zusammenhang, darin es vorkommt, leicht Tt 2 ans- ") In seiner Abhandlung von der Harmonie des Verses. Vee auszusprechen ist; wenn öer Sin» desselben jedem Leser von Geher das Schwere und Leichte der Sylben so darbietet, daß er, ohne Suchen, je. des Verhältmß in Dauer und Nach- denk genau trifft; und wenn die Folge der Sylben so ist» daß das Gehör bey jeder die folgende schon erwartet, so daß man nirgend stille stehen kann, bis man das Ende des Verses erreicht hat. Alle diese Dinge betreffen aber nur die mechanische Vollkommenheit des Verses, die jedes Ohr empfinden würde, wenn man auch den Sinn der Worte nicht verstünde. Zur in- nern Vollkommenheit des Verses wird nun auch erfodert, daß sein metrischer Gang uns etwas empfinden lasse, das den Eindruk des Sinnes unterstützt. Man kann die ästhetische Kraft des Rhythmus am besten in der Musik fühlen, wo sie auch ohne Worte richtig empfunden wird. Da es nun kaum möglich ist, Regeln zu geben, durch welche für jeden Ausdruk der eigentliche Rhythmus zu finden wäre, so können wir hier nichts mehr thun, als dem Dichter das Studium der Musik empfehlen. Da wird er erfahren, wie man blos durch Rhythmus und ohne Worte verständlich mit dem Herzen sprechen könne. Zugleich aber wird er auch überzeuget werden, daß einerlei) Rhythmus, nach Beschaffenheit der schnellen oder langsamen Bewegung, verschiedenen Ausdruk bekommt. Wer sich die Mühe geben will, das, was wir in zwey änderet Artikeln davon angemerkt, und mit Beyspielen erläutert haben, genau zu siudiren, wird hierüber ziemliches Licht bekommen. Da ich mein Unvermögen fühle, dem Dichter über diesen wichtigen Punkt etwas bestimmteres zu sagen: so muß ich mich begnügen, ihn ans die angeführte Abhandlung des Herrn Schlegels, und vornehmlich auf das, *) S. Mußt; Richmut. V e e was Herr Klopstok über diese Materie bis itzt bekannt gemacht hat, zu verweisen. Das einzige, was sich vielleicht bestimmt sagen läßt, betrifft die Länge und Kürze der Verse. Demi es scheinet ausgemacht zu seyn, daß eine Folge von ganz kurzen Versen sich zu einem leichten, fröhlichen, tändelnden, scherzhaften, auch zart, liehen Ausdruk; eine Folge vonlan- gcn Versen aber sich zu ganz ernstl,asten und feyerlichen Empfindungen vorzüglich schike. Das kürzeste Maaß des Verses scheinet von zwey, und das langße von sechs, höchstens von acht Füßen zu seyn. Wäre der Vers kürzer, so würde das Ohr ihn nicht als etwas Ganzes, sondern als einen Theih als ein Fragment empfinden; wäre er länger, so könnte es ihn nicht mehr als ein Ganzes fassen. Wir sehen daher, daß schon ein Vers von sechs Füßen, so kurz sie auch seyen, zur Erleichterung des Gehöres einen kleinen Einschnitt haben muß, damit man nicht nötl,ig habe, alle Füße einzeln im Gefühl zu behalten, sondern den Vers in zwey Gliedern fassen könne. Da man zu einem Verse mehr, oder weniger Füße nehmen kann; da diese von einerlei), oder von verschiedenen Arten seyn können; da endlich in diesem zwcyten Falle die Füße in verschiedener Ordnung stehen können: so entstehet daraus eine erstaunliche Mannichfaltigkeft der Verse, davon nur einige wenige Arten besondre Namen, bekommen haben. Einige werden nach dem darin durchaus, oder vorzüglich gebrauchten Fuß ge- ncnnt, als jambische, trochaische Verse; andre haben ihre Namen von der Zahl der Füße, wie der Pentameter , Hexameter; andre von der Art des Gedichts u. s w. Von einige» Arten haben wir in besondern Artikeln gesprochen; wir überlassen abrt eine umständlichere Betrachtung »llcc gewöhn- V e r V e r 66l gewöhnlichen Arten der Verse denen, die besonders und ausführlich über den Bau der Verse zu schreiben Lust haben. -H- Von dem Verse überhaupt Handel»: ein Aufsatz im chenBde. S. 565 derVs- ricces licrer. (unter dem Titel, Oitc. lue I'origine er Ice vicillirudes du verü.) — L.. Äacine (vs lo vertiii- c»r!un das qte Kap. in s. reüex. iur ls ?»ei!e, S. 14a. par. 1747. >2.) --- F. Marmsntel (vu meclrsnilmedes verz. das 7le Kap. iin Iten Bde. s. pver. träne.) — ^ome (Oer 4te Sibschn. des i«tcn Kap. s. Grunds. derKri. tik handelt von der Vcrsification.) — Iah. Ad. Schlegel (Von der Harmonie des Verses, die >ote s. Abhandl. bei) s. Battcur, Th 2. S.4t>. AuSg. >>.177-».) -— Jos Priestle/ (Von der Harmonie des Verses, die z^te s. Vöries. S. z>8. d. ll.) — Giov. Sacchi (Die ztc seiner drei) Oiilercozioni, kcüil. 1770. 8. handelt, dell» diviiionc del rempo Neils poetis, und unter andern, del picde poerico, del mcrro, edel ric- lno; dclls reoria univerlsle dclio vcr- üstca^ione; d'slcune ditlrcolcü cnnrro 1'eiholto listemo U. d. IN. Vcrgl. Mit den Gerrere del 8. Zonorr!, del p. hlorrini, e del p. Loccbi . . . dlil. ,781.4.) Anweisungen zur Vcrskunst in den verschiedenen Sprachen, sind sehr viele vorhanden. Für die italienische haben deren, unter mehrcrn, geschrieben: Cl. Tolomei (Verl! eregole dcllo nun- va poeiis Vulcono, Kvm. r;ZY. 4. Enthüll die Vorschriften der von Tolomci I5Z9 zu Rom gestiftete» /Vcsdemio dells nuav» poelis, welche darauf ausgicng, den Heramcrcr und Pentameter drr Alten iN die Poesie der Italiener einzuführen.) — Altar. Eguicola (Inüiruauoni ollcom. porre in oZni sorce ei! rimo (cvn un dilcorln dcllo piccuro) . . kdil. >541. 4. Ven. ,555. 4. — Eir. Ruscelli (Vrocroro stet modo eli cömporre in Verl! Irslion! . . . Ven. 15 sy. 8.) »» ^.ud. Dolcc (In s. vlkervschoni de'- I» valgor l.inzuo, Ben. 156z. is. handelt das 4W Buch vciio volgor poesto, e ciei modo eil ordine cii comporro diverle moniere cii rime.) ---- Tom. Stigliani (T^rrc del veriö Irsliono . . . Kam. 1658. 8.)—Gius.Gaet. Salvador! (poerico 'choscons .. . . dlop. ,691. lZ.)— Giov. Bar. E»isto (Inrrvdu?.!oneko!Io volgor poelio . .. . Palermo 1749. 12. Kon,. >777- 12.) — Und Nachrichten von den Versartcn der Italiener geben noch : G. Trescim« bcni (im iten Bd. S. >°2. s. litor. d«ll» voigor poclio, Ausg. von 17z I.) — Aav. Gnadrio (Im iten Bde. S. ;?L U. f. s, 8ror. 0 rag. d'ogni poesia.) —v — — Für die spanische Sprache: Franc. Ve Uleda (Er hat s. l.ibro de Lnrrenimienco che lo pieors )uilinz « . . üled. 1605.4. eine Poetik bcpgc» fügt, worin ;i verschiedene Versartcn on- geführt werden. — Und Nachrichten von den spanischen Veesarten, gicbt Velax- guc; (Im 2ten und ztcn Abschn. der zten Abthcil. s. Gesch. der span. Dichte kcmst S. 270 u. f. d. U.) Für die franzostsche Sprache: '7^rr de Itks- roriczue pour opprendre s dirrer cc ri- mar en pluiieurs moniere», 4. (ohne Druckort und Jahrsz.) — Jacq. de ltt Taille (üo moniere -e er portoire connoillonce de lo pnelio trongoite, ?sr. 1610. 8.) —» Esprit hs>auocrt (isrr pverigue divits cn crois porries, i'invenrion, dilpvstcion, er etocurion, in s. ddarguerires poe- rigues, rireez de; plus tomeux ?r>e» res tranzoiz . . . reduirez en lieux communz . . . l^on lül z. 4 ) — Ilngen. (Inrroduclion d lo poelie, por. 1620. 12.)— Gull. Tollerer (chlZt- cols des duales, dun?, ioguetle tvnr enleigneee coucer les rügles gui cc>n- Tt Z cer- 66s ^ Ver V e r cernent lo poctie (vcrslsseoti'an) fion» xaife, ?or. i6;6. ,i.) -— Cl. ^.Nil-> celot (Droire de lo versincoriirn fron» ^oil'e, bey s, Droires für Is pvelie lo» rine erc ?or. 166z. 12.) — Mich. Morgnes (l^rsire de Ig grelle fron- ixes vers . . . por.ld/i. Z2. Auch, Auszugsweise, chor s. vich de rimes.) —l A. PH. de la Croir (v ort de lo pseste frzn^rrite . . Dz-orr 1694. I2>^ M. Liot ((.eDoinoste tlovolier, ou lo moniere c!e fsire rres hicn . . , roures lbrces de vers fron- ^oi? ... f. i. er z.) —- ü,. et. B. ve Chnlons (steiles de lo Poesie fron» xoiic, ovec de» obfervsr. ciici^uesiur fes reZIes de lo versisicorinn frone.. . kor. 1716. 11.) — Jos. Se Mer- vejin (Abrege des regles de io vcriisi- corion tron^oito, bei) seiner bistoirede lo Poesie fron^oise, Amst. »717. 12.) »— Dion. H»gull/er (Mroice de Is versisicorinn . . . frone, als der gtc Thcil der Kegles pour Is Isnzue . . . frone..,, fsr. i/iZ. Ii.) — Cl. lBussiev (Abresze nouvcou des reZies «se lo puefie fronxriife, bep seiner Grammatik, k^or. 1714. II.) — Restant (Abrege des reglos de 1o versisicorinn frone, dep s. krincipes generoux er roif. de loLirsrnmoiie frone, por. 17z!. 12.) -»-» Jos V'thlivet (Droice de io ?rniodie tronc. »/z6. 1767. 11.) — sind Nachrichten von den VcrSarten der Franzosen geben, unter andern, Cl. Joannet, (im Itcn Bd. S. 6 u. f. s. Ltemens de ig ?neke frone.) — —> Für die englische Sprache: ES. B^she (Art »k pnerr/ . . . vond. 1701.12. 177;. 12, 2 Bde. Ursprünglich ist da» Werk aber noch früher erschienen.) —> Und Nachr. von den englischen Vcrsarten giebt, unter mehecrn, I. HIowbor^, jm iten Bde. S. 8 u. f. s. Arr nf?ne» 117 vn s nerv pion.) —> Auch gehört hiehcr noch ein Aufs, von F. Ga^er, ig s. Oisizuisir. meropkyf. ond lirrer. I 179z. 8-^ über die englischen Sutbr»» k maße. Anweisungen zur VcrSluiiß l in der Ventschen Sprache: Jm Gründe sind a uch unsre frühesten Anweisungen zur I Dichtkunst selbst, wie der Art. Dicht- k k-.inlt, S. 67; u. f. zeigt, nicht mrl l anders oder mehrere». Ich will, indes» k scn, hier noch die mir bekannten Schrstr- I steiler darüber hinzufügen. Mnrt. Rin- k farc (Suunnar. Diskurs und Durch» i gang von tcutschcn Versen, Fuvreitlea s und vornehmsten Neiuiarien, beipz. >^5. 8.) — Just. G. Schottel tTcmsche s VerS- und Reimknnst . . . Frst. a. A. ,6;6. 8. in drep Büchern. Hier sinket man, unter andrem auch, Klaprriwc, Rcimwchler, u. d. m.) — Joh.-Heinr. s Hadewig iWohlgegeündrte dcutschcVers. kunst, Brrm. ,üSo. ß.) — Bnilh. ! Ri»0ermaim, unrrr dcm Nahmen Rii- raiiSec (Der deutsche Poet, Witt. »SSz. s 8.) — Joh. Albr. Möllen (chzuoc. povf. chemc. d.i. Eine kunst-undgtund» richtige Einleitung zur deutschen Vers» ! und Relm.'unst, Brschw. f. 0. 8. Helmsi. 1675. 8.) ^—> I. fl.uS. Prascke (Gründl- Anzeige von Fürtreflichkeit und ^ Verbesserung deutscher Porsic, RcgcnSb. lbgo. ii.) — Thcod. Aoviifcid (Selbstlehrcndr alt - neue Poesie oder VcrS» kunst der Edlen deutschen Heldensprachc» darin grundgrüntlich aller gcbrcluchlichr» Sölden, shedtim, Rehmen, Vcric», Gedichten, Strophen, Boschaffenhcitcu, ncbenst guter Jnvrncion der Gedickter deutlich vorgestellt werden, Brem. >686, 8. DaS Werk ist in Frag - iMd Antirort abgefaßt; und unter den Gedichten ko>w mcn auch Mandclgedichtc, Jrrgedichtc, Eancrinlsche Nersr, Wicdertritte u-dun- vor.) — Ivh. Per. Bitze (Zwe» Bücher von der Kunst, hochdeutsche Vcrsc und bieder zn machen . Banz. >692. L>) — Jac. Lü>r. Reiuniann (?ckl>z Lermonor. coirvü. ct s-incr^pbo: Be- ! kannte und unbekannte Poesie der Deutschen, darinnen, im itcn Th. die bekannten und gemeinen Lonones von dce dcut- W Ve r schcn Elveptivn, Sierra und llkytkmo, .imgl. von den Qen. )amv. Nrocb. er vLttyl. kürzlich entworfen und mir Et', erlittet werden; in dem 2tcn Th. die um bekennten, und bis cierc, noch von Nie» ! wand untersuchten Grundregeln, von den l^aem. Lmblem. Lvmb. dkiernAi. ?sr!i!z. ltsyckic. und ll-u-üNig. vorgetragen und mit 6r. bewehrt werden, Lcipz. 170z. ,z.) — Fried ReStel (Nothwcndigcr lln- teer. von der deutschen Vcrskunff, Stettin 1704. g.) — Chrftph. lweisienborn (Gründl. Einleit. zur tcutschen und lat. Orat- und Poesie, Fest. 171z. 8.) — Dan. Heino. Arnold (Vers, einer sy- stemat. Anleitung zur deutschen Poesie überhaupt, Königsb. 17z?. 8.)— Vorzüglich gehört aber hieher das ;tc Kap. des zten Abschn. i>n itcn Bd. von C. ltV. Ramlers llcbcrs. der Einleitung des Bat- krux, S. >Sz u. f. Ausg. 1774. das von der deutschen Verskung handelt. —> — S. übrigens die Art. Hexameter, pro- sodie, Reim, u. d. m. — Versar t. Bluter diesem Werte verstehen wir nicht die metrische Beschaffenheit eines einzigen Verses, wodurch ersieh von andern unterscheidet, sondern die metrische und rhythmischeEinrichtung eines ganzen Gedichtes. Man müßte ein sehr hartes Gefühl haben, um nicht zu merken, daß die Vcrsart für den Inhalt und den Ton des Gedichtes gar nicht gleichgültig sc>). Wer würde eine epische Erzählung in der kurzen anakreoutischcn Versart, oder ein tändclndesLied in demfeycrlichcn Hexameter vertragen können? Wenn also das Gedicht auch in seiner metrische!: Sprache vollkommen scyn soll, so muß eine schiklichc Vcrsart für dasselbe gewählt werden. Aber weder die Arten der Gedichte, noch die Versarten können alle bestimmt werden : und wenn dieses auch angienge, so würde doch allem Ansehen nach Niemand im Stande scyn, Ver 66z für jedes Gedicht gerade die Versart zu bestimmen, die sich am besten dazu schikte. -Man muß sich also hier blos mit allgemeinen Anmerkungen begnügen; aber auch dabei) hat man sich »och sehr in Acht zn nehmen, daß man der Versart weder zn viel einräume, noch ihre Kraft für gar zn gering halte. Man hat sich bis dahin in Ansehung der Gedichtartcn damit begnügen müsse, sie in gewisse, nur einigermaßen bestimmte Sassen oder Gattungen cinzuthcilcn: als lyrische, epische, dramatische n. s. w.: und naher, oder genauer lassen sich auch die Vcrsarten nicht bestimmen. Vilsers Eraehtcns kommt es bey dcrBc« urthcilung, wicschiklich oder unschik- lich eine Vcrsart für diese oder jene Gedichtart sey, darauf an, daß man, so glik es angeht, sich richtige Vorstellungen von der Art der Empfindung mache, die in dem Gedicht' herrscht, und hernach die Empfindung dagegen halte, die durch die Vcrsart geschildert, odererwektwird. Die verschiedenen Tanzmelodien sind im Grunde nichts anders, als Versarten, deren jede eine besondere, oder doch besonders schattirtc Empfindung erwekt, und unterhält. Nun ist offenbar, daß es fröhliche, komische, zärtliche, ernsthafte, heftige, gemäßigte, Tanzmelodien zieht; und schon daraus muß man den Schluß ziehen, daß es auch dergleichen Vers- » arten gebe, daß folglich ein trauriges Gedicht eine andere Vcrsart erfodere, als ein lustiges. Doch muß man hiebey als eine sehr wesentliche Beobachtung anmerken, daß die blos tobte Stellung der langen und kurzen Syiben, und der daher entstchcndeRhythmus die Sa» che noch nicht ausmache. Bey den Tonstüken kommt es hauptsächlich auf dcn jedem Stük eigenen nnd genau bestimmten Grad der geschwinden, oder langsamen Bewegung, und Tt 4 die 664 Vev die geringere oder stärkere Lebhaftig» kcit in Anschlagnng, oder dem Vortrag der Täne an. Eine Mennechört ganz auf das zu seyn, was sie seyn soll, wenn sie merklich geschwinder, oder merklich langsamer, lebhafter oder matter, als ihr zukommt, vorgetragen wird. Und eben dieses zeiget sich auch in der Versart. Folgende einzele Verse: Gebt meiner PhyM de» Kranz! LNd: Dämpfet die schrckliche Gluth! haben, wenn man nicht auf den Vortrag sieht, vollkommen einerlei) Metrum, und machen einerley Rhythmus. Durch den richtigen Vortrag wird der erste fröhlich, der zweyte fürchterlich; jener har eine fröhliche, dieser eine traurige Lebhaftigkeit. Hieraus kann man abnehmen, daß es bcy der Versart nicht blos auf Hie mechanische Anordnung ankomme;! und daß ein und eben dieselbe Vcrsart sich zu ganz verschiedenem Ausdruk schiken könne, nachdem der Elim der Worte einen Vortrag veranlasset. Wir finden auch in der That, daßHora; dieselbe Versart zu Oden von sehr verschiedenem Charakter gewählt hat. Also läßt sich aus der tobten Bezeichnung der Vcrsart, die jeden Vers nach der Beschaffenheit und Folge seiner Füße durch Zeilen ausdrükt, noch sehr wenig schlies- sen. Man kann die Probe mit Klop- stoks Oden machen, deren Versart insgemein auf diese Art vorgczcichnct ist. Niemand wird aus den Vorzeich- uungcn crralhcn, was für ein besonderer Ton oder Ausdruk in jeder Ode herrsche; dieser wird erst durch den Vortrag bestimmt. Deswegen kann man dem Dichter über die Wahl der Versart keine besondere Regeln geben ; man ist durch die Natur der Sache gcnöthiget, be» wenigen allgemeinen Anmerkungen stehen zu bleiben. V er Eigentlich unterscheidet sich die gebundene Rede von der Prosa dadurch, ! daß sie in ihrem metrischen Gange l gleichförmiger stießt. Sobald eine i Sprache etwas ausgebildet ist, nimiiit r zwar auch die prosaische Rede in der- I selben etwas rhythmisches an sich, 1 indem allemal einzele Redesätze nach 1 einem gewissen Wolklang geordnet t werden. Aber zwischen den vcrschic- ! denen auf einander folgenden Glie- » dcrn der ungebundenen Rede, wen» gleich jedes ein wolklingcndcs Me> trum hat, findet man nicht die Ue- bcreiiisiimmung, die ihnen die Gleich» i heit des Charakters gäbe, die in der ! gebundenen Rede allemal angetroffen > wird. Die beste Prosa, in einzele > Glieder abgesetzt, zeiget uns eine Folge, in der wir kein gleichartiges Metrum, keinen anhaltenden Rhythmus ! cntdcken. Wenn auch jedes einzele Glied ein würkücher Vers wäre, so ist es metrisch und rhythmisch betrachtet von andrer Alt, als die nächst vorhergehenden und folgenden. Also ändert sich der Charakter, oder das Aesthcrischc des Klanges von einem Gliede zum andern; und wenn gleich jeder einzele Satz einen sehr guten Vers ausmachte, so würde doch in der Folge der Satze das genau abgemessene, und in gewissenZei- ten wiederkommende vermißt werden. Der natürliche Grund dieses Unterschieds zwischen der gebundene» und ungebundenen Rede scheinet daher zu kommen, daß der Dichter in Empfindung, in einem höhern, oder geringer» Grad der Begeisterung, spricht, die er an den Tag zu legen, ^ und durch den Rhythmus zu miter- l halten sucht, da der in Prosa redende blos auf die Folge seiner Begriffe sieht, und die Unterstützung der Empfindung durch das Abgemessene dee Rede nicht sucht. Da nun die gebundene Rede überhaupt aus einer, wenigstens eine Zeit» V e r Zeitlang gleich anhaltenden, Empfindung entstehet, so folget da, aus überhaupt, daß man den Werth, oder die Echiklichkcit jeder Versart aus der Natur der Empfindung, oder Laune, die im Gedichte herrscht, de- urtheilen müsse. Beyspicle werden dieses begreiflich machen. Wer blos lehren, oder zum bloßen Unterricht erzählen will, kann zwar von seiner Maceric in einem Grad gerührt ftyn, daß er sie in gebundener Rede vortragt, aber das Rhythmische derselben wird natürlicher Weise schwacher scyn, nnd der nnge- bundenen Rede naher kommen, als wemr er starker gerührt wäre. Da seine Rede mehr vom Verstände, als von der Empfindung geleitet wird, so wird wenig Gesang darin seyn. Zu dergleichen Inhalr schiket sich dem- nach eine frcye Vcrsart. Die schwache Laune des Dichters wird ohne genau bestimmten Rhythmus durch metrische Gleichförmigkeit schon gc- nug unterstützt. Kürzere und längere Verse, wenn auch keiner dem andern rhythmisch gleich wäre, können auf einander folgen. Aber im Eylbcnmaaße wird, wo nicht eine ganz strenge, doch eine merkliche Gleichförmigkeit herrschen; sie wird allemal ganz, oder eine Zeitlang jambisch, oder trochaifch fortstießen. Der epische Dichter, auch der lehrende, der seine Materie schon mit gleich anhaltender Feyerlichkeit vortragt, fallt natürlicher.Weise auf eine schon mehr gebundene Sprache, und sucht schon mehr einen anhaltenden Rhythmus. Er spricht durchaus, oder doch immer eine Zeitlang in gleichen rhythmischen Abschnitten. Von dieser Art ist imsre alcxandri- msche, nnd auch die griechische nnd lateinische epische Versart, die in Hexametern fließt. Noch bestimmter und tiefer ist der lyrische Dichter gerührt, dessen Ma- V e r 66; terie selbst durchaus gleichartiger ist. Er äußert blos Empfindung, und alles, was er sagt, entstehet nicht sewol aus Nachdenken, oder aus dem Verstände, als ans Empfindung. Darum ist ihm eine genauer abgepaßte, oder strengere Versart natürlich, die, wie wir von gleichem Rhythmus angemerkt haben, die Empfindung nicht nur unterhält, sondern verstärkt. Soll die Empfindung lang in einem Tone fortgehen, so schiket sich die strophische Eintheilnng vollkommen gilt dazu, wie aus dem erhellet, was wir im Artikel vom Rhythmus über die Tanzmelodien angemerkt haben. Denn starke Empfindungen pflegen nicht lang anhaltend zu seyn, wenn sie nicht immer neu unterstützt, oder genährt werden. Der Odcndichter befindet sich schon in einer merklich andern Gcmüths- läge, als der ein Lied dichtet;*) darum ist es auch natürlich, daß die Versart verschieden sey. In beyden Fällen ist die strophische Emrhcilnng natürlich; aber unter den zu einer Strophe gehörigen Versen wird im Rede mehr Gleichförmigkeit ftyn, als in der Ode, weil das Lied eine vollkommen gleich anhaltende Empfindung voraussetzet. Diese Anmerkungen scheinen mir wenigstens aus der Natur der Sache zu folgen. Ob sie aber einer noch nahern Anwendung auf die Beschaffenheit der verschiedenen Versartcn fähig sey», getraue ich mir nicht zu sagen. Niemand scheint fähiger zu ftyn, diese Materie gründlich'auszuführen, als unser Klopstok, wie die von ihm bekannt aemachten Fragmente über die Theorie des Versbaues nnd der Versartcn hinlänglich beweisen. T t 5 Vcrse- *) Dieses ist im Artikel Lied gczciget werden. 066 Ver V e r Versetzung. Musik. Die Versetzung keines ganzen Ton- süks, die insgemein Traimposirion g encmtt wird, besteht darin, daß ein ganzes Stük mit allen Stimmen um einen, zwey, drey, oder mehrere Tone höher, oder tiefer gesetzt wird. Diese Versetzung wird zuweilen bey Wiederholung einer Over »oth- wendig, wenn clwa ein Sopranist eine Arie, welche sonst ein Altistc zu singen hatte, singen soll. Bey diesem Vorfall hat man nur darauf zu sehen, daß man bey dieser Versetzung statt des ersten Tones, darin die Arie gesetzt gewesen, einen Ton wähle, der dem ersten in Ansehung der Intervalle am ähnlichsten ist. Die in dem Artikel Tonleiter befindliche Tabelle der Tone dienet, die Achnlichkcit der verschiedenen Tonleitern zu erkennen. Wenn ein Stük aus dem Ldur ins v dur versetzt wird, oder aus dem Ll dur gar um cineO-Uinte hoher ins 6 dur: so ist die Versetzung wegen der Aehnlichkcit der Tonleitern dieser verschiedenen Grundtöne erträglich; hingegen ein Stük aus dem^L ins II oder aus dem 5 ins verbunden, während dem Spielen zu transponlren., An einigen Orten beobachten die verschiedenen Instrumen- tistcn folgende Art zu versetzen. Die Violinisten spielen nach dem Tenor. ! schlüsscl, aber um cme Octave hö- her; die Altistcn oder Bratschisten nach dem gemeinen Baßschlüssel »ni eine Octave höher; und die Basi- I sten, nämlich Violoncell und Violen, nach dem C Schlüssel, auf der zwey- ten Linie des Notensystems, um eine Octave tiefer. Diese Versetzungen geschehen dein Organisten zu gefallen, um ihm das Spielen des Gencralbas- ! ses nicht noch schwerer zu machen; da ohnedem in den Kirchcnstükcn, besonders in Fugen, alle Augcnblik an> dere Zeichen vorkommen, die einen; schwachen Organisten, wenn er gc- nöthigt wäre, die Begleitung eine Secundc tiefer zu nehmen, die Cache sehr sauer machen würden. An l einigen Orten sind alle zur Kirchen- ! musik erforderliche Instrumente nach dcrOrgcl im Chorton gestimmt, haben-aber die große Beschwerlichkeit, daß wegen der Höhe alle Augenblik bald hier, bald da dieSaytcn springen. Uebcrdies klingen solche Instrumente wegen ihres rauschenden Tones höchst unangenehm. Weit besser wäre es, wum derHr- ganist allein transponiere: darin kann er durch die tägliche Ucbnng endlich eine, hinlängliche Fertigkeit erlangen. Die Mittel sich dieses zu erleichtern sind folgende": r) Den 2baß spielt er Altzcicheu um eine Octave tiefer. 2) Den Tenor, Discantzci- l chen um eine Ockgve tiefer. Z)Dc>; Alt, Baßzeichen um eine Octave höher. 4) Deii Discant, den sogenannten französischen hohen Baß, wo der kSchlüssel ans der dritte?. Linie des Notensystems stehet. 5) Das Vio- linzcichen, den Tenor um eine Octave höher. Auch die Choräle werden oft höher oder tiefer versetzt. Dabey hat man besonders daraufAcht zuhaben, daß die Lage der halben Töne, oder das Mi Fa, in dem versetzten Toi: gerade Ver Ver 66? radc so sey, wie in dem nrsprüngli- chen, weil sonst die Tonart wurde verändert werden. ' Alles, was man hiebe») zu bcob. achten hat, und w e man bcy einem Choral erkennen könne, ob er in einer der gewöhnlichen Kirchentonar- ten gesetzt, oder in eine andere trans- ponirt sey, hat Mnrsclchaufer mit hinlänglicher Deutlichkeit auseinan« der gesetzt. *) Von großem Nutzen ist es, wenn junge Spieler sich fleißig üben, ein ^ StükauS vielen andern Tönen, wo nicht gar aus allen Tönen, durch . Versetzung zu spielen; weil dadurch ihnen alle Töne und Tonarten geläufig werden. Eure Art der Versetzung kommt . auch >m Contrapunkc vor, über die wir uns etwas umständlich erklären müssen, damit man Versetzung und Umkehrung unterscheide. Wenn man beym doppelten Contrapunkt saget, die Umkehrung sey in diesem oder jenem Contrapunkt, so verstehet man, daß die zwey Stimmen durch die Umkehrung vertauscht werden, so, daß die oberste Stimme , zur untersten, und die unterste zur obersten wird. Wenn also durch den Coiurapunkl in derOctave, Dccime, Duodecime, eine würkliche Umkehrung geschehen.soll: so müssen die Stimmen vorher nicht weiter als eine Octave, Dccime, oder Duodecime aus einander stehen; stehen sie weiter, so entstehet durch den Contrapunkt nur eine Versetzung. Diese contrapunktischen Versetzungen sind nichts anders, als Wieder- umkehrungen des doppelten Contra- puukts in derOctave, oder Doppcl- octave.' So entsteht aus dem Contrapunkt der O-Uinte durch die Wie- derumkehrung in die einfache Octave, die Versetzung in der Ouarte, und in der Doppeloctave die Versetzung in *) S. dessen Hobe Schule der musikali« schcn Ccinpvsuien S. izz ff. der Undccime, wie im folgendem Dcy» spicl zu sehen ist: 5 I l Hier verdient angemerkt zu werden, daß alle nur mögliche cvntrapunkti- sche Versetzungen aus de» drey Con- trapunkten derOctave, Decime und Duodecime herzuleiten sind, und daß. alle übrige Contrapunkre nicht ursprünglich sind, sondern in den Versetzungen der obbenanntcn drey, die so mamüchfaltigcr Umkehrungcn und Versetzungen unter sich fähig sind, ihren Grund haben. So entsteht z. B. eine Versetzung in die Sexte, wenn der Contrapuukt der.Dccime wieder in den der Duodeciche umge- kehrct wlrd, der alsdann durch die Versetzung in der Octave, die Versetzung der Sexte hervorbringt; oder näher, wenn man den Coutrapunkt der Decime gleich in den der Quinte umkehrt: denn dieser hat seinen Grund in der Versetzung des Contrapunkts der Duodecime, so wie der der Tcrz in der Versetzung des Contrapunkts der Dccime. Es wird nicht unnöthig seyn, hier noch zu zeigen, wie man im doppelten Contrapuukt, sowol bcy Umkeh- rungen, als bey Versetzungen, am leichtesten zu Werk gehe, um die dadurch verursachte Veränderung der Intervalle zu erkennen. Vey würklichen Umkehruugen in den Coutrapunkt der Octave, Decime und Duodecime verfahre man also: Man setze zu der Zahl, die den Contrapunkt anzeigt, eins zu, und nehme also für den Contrapunkt in der Octave die Zahl c), für dciss in der Dccime i i, und für den in der Duodecime >z, zum Grund an, und ziehe Versetzung in der Secunde in der 7, und von dieser Diese contrapnnktlschen Versetzungen unterscheiden sich von den Nachahmungen aller Arten, z. B- in der 2. z, 4. z. 6. w. darin, wß bey den in der ober» Septime. letzteren die zweyte Stimme gehe» kann, wie sie will; da bey den coii- trapuuktischen Versetzungen eine Stimme, wie bey allen Cvntrapiink- tcn, ziehe davon die Zahl, die der Name des Intervalls anglebt, ab: so zeiget der Resr das Intervall an, das durch die Unrkehriing entsteht. So wird z. B. in dem Contrapunkt der Octa- vc die Terz zur Sexte, nämlich: ^ und die Quinte zur Quarte: ?. In dem Contrapunkt der Decime gicbt die Octave eine Terz, die Quinte cme Scxte^; 'l u.s. f, in dem Con- lrapunkt der Duodecime die Octave eine Quinte, 'I: die Terz eine Decime ^.1 u. s. f. Geschehen abcrkcineUmkchrungcn, sondern Versetzungen, so verfährt man hierbei) auf folgende Art. Setzet man die unterste Stimme um eine Terz naher an die ovcre Stimme, so ziehet man von der Zahl, die das Intervall anzeiget, s ab, so ist der Nest die Zahl des durch Versetzung entstehenden Intervalls; so wird z. B. aus derDecime die Octave, aus der Sexte die Quarte u. s f. Eben so verhält es sich, wenn die oberste Stimme um eine Terz naher an die untere gesetzt wird. Entfernet sich aber die eine Stimme von der an. dern um eine Terz, so wird die Zahl 2 addirt. Dadurch geschieht es, daß die Terz zur Quinte, die Octave zm Decime wird. Hieraus siehst man, daß bey Versetzungen um eine Quarte, Quinte, Sexte, auf eine ähnliche Weise die Zahlen z, 4 oder 5 zu ad. diren, oder zu subtrahiren sino. Sowo! die Umkehrungcn der Cvn. trapunktc in der Octave, Decime und Duodecime, als auch die Versetzungen, welche aus jenen entstehen, müs. sen denen, dieKirchensiüke setzen wvl. len, sehr geläufig seyn. Zum Fugen, satz ist dieses völlig nothwendig, Diejenigen, welche sich in den drcy Hauptcoutrapiinktcn der Octave, De. cime und Duodecime vollkommen ge> übet haben, werden ohne Mühe und Suchen immer andere Versetzungen finden. Uebrigcns merkt man noch, daß die contrapimktischen Veräude. rungen, da eine Stimme unverändert bleibet, die.andere aber um zwey, drey, oder mehr Stufen gegen sie herauf, oder von ihr herabgerült wird, Versetzungen, und nicht M kehnmgcn sind. Folgende Beyspiele dienen zur Erläuterung: Ve r Ver 669 ten, nnvcrsetzt bleiben muß, od.ee höchstens nur eine Octave versetzt wird. -4- -4» Von der Versetzung in Ver Musik handeln, unter mehrcrn : l .'srr liecrsns- xoiör rouce torte lle Xtullczue, tanz örcc obliZs öe conaocrre ni ie ron, ni te muäe .. . ?sr. 17 11. I ?. — Alex. Frere (Vrsniyl-iicioris Ar büufigue, reüuices su ascurel pur Ie tecvurs eis tz btoäulsrion, »vec une prsrchue Ar» rcauipoiicioas irreAulieiemenr eccires, er i^ maxiere ci ex turmoxrer les üiill» culres, TVmK. st 2. z, Das Werk besteht aus 2 Thl. deren Inhalt sich in I. N. Jockels Allgem. titterat. der Musik S. z6o findet.) — Franc. Lampion Cistraice A aecompagxemenr er üe com- poilrion . . . ouvrage Aeneislemexr Utile pour ta I)raxspviiliox. . . >710, 8.) — Lelaxciiicmcxr ll ux pro- vieme che kAulitzue prsriczue, pour- «zuoi I on employe tzuel^uet'uis Aaxs l» compostriox, les coxz ou moüesrrsns- xust-s pretersbiewenr sux kons c>u mo» «les xarurels? in den Klem. Ae Vrev. v. I. 1718. Mou. Aug. S. zio. und im ^ouen. Aes 8sv. V.J. ,719. S. 69.) — I. Matrheson (llctlex. stur I eclair» ciistemcxc ä'un Probleme eis kAust. ^>ue . . . stlamb. 17:0. 4. lieber die vorhergehende Schrift.) — I. P. A. Flst'cher (Korr ex zruntiig VxAer- vax üe Vraxspoiirie . . , stlrr, 1728-4) — >!.Jc>b. Heinr. Halr- meier (Anlrit. wie man sriien Generalbaß, oder auch Handstücke, in alle Töne transpvniren könne ... Hamb 17z?. 4. und auch im atcn Bde. S. -5S.' dcrMitz- lerschen Mbl.) Auch gehört, im Ganzen, hieher die keibniyischc Schrift, Oe srre combixacoris, stipi. 1666.4. unö w> aten Bde. S. ZZ5. f. Qper. Deutsch, Frankfurt 169g. 4. — — S. übrigens Adlungs Anleit. zur musikalischen Gelahrtheit, S. -S; und ZS?. der -ten Aust. —. —. Versetzungen. (Äcdende Künste.) Es giebt auch in ausgebildeten Sprachen, die schon festgesetzte Re- geln der Wortfügung haben, allemal noch viel Redesätze, wo die Ordnung der Wörter ohne Veränderung des Sinnes verändert werden kann. Haller sagt von der Jugend: Der Wollust sanfte Glut wstcmt ihr die Adern auf, Kein Einfall von Vernunft hemmt ihrer Lüste tauf. Der Sinn dieser Heyden Redesätze ist völlig derselbe, wenn die Worte so gestellt werden. ' Die sanfte Glut der Wollust wllrmt ihr die Adern auf, Ihrer Lüste tauf hemmt kein Einfall der Vernunft. oder so: Ihr würmt die sanfte Glut der Wollust die Adern auf, Den taufihrer tüste hemmt kein Einfall der Vernunft. Veränderungen der Ordnung der Worte werden Versitzungen gencnnt. Es giebt aber Versetzungen, die den Sinn ändern. Wenn der erste der augeführten Verse so versitzt würde: Würmt der Wollust sanfte Giut ihr die Adern auf, so würde es dem Satz seine absolut bejahende Bedeutung benehmen, und ihn zu einer Frage, oder zu einem bedingten Satze, Wenn ihr die Wollust :c. machen. Andere Versitzungen aber ändern den Sinn nicht, sie geben ihm nur eine verschiedene Wendung. Derselbe Gedanke bekömmt in dieser Stellung: Der Wollust saufte Glut wckrmt ihr die Adern auf, eine andere Wendung, als in dieser: Ale Adern ivllrmt ihr die sanfte Glut ver Wollust auf. Nach 670 Ve r Nach der ersten Wortfügung ist die Wollust der Hauptbegriff, auf den es hier ankommt; und der Sinn ist so gewendet, daß man zuerst die Ur- fache, dann ihre Starke, und zuletzt ihre Wirkung sich vorstellen muß. Nach der andern wird die Würkung alö die Hauptsache zuerst vorgestellt, hernach ihre Ursache angezeigct. Dergleichen Versetzungen haben aber nur statt, in sofern sie den grammatischen Regeln der Wortfügung nicht entgegen sind; denn wenn sie dieses waren, so würden sie au. stößig seyn. Man kann, ohne barbarisch zu reden, anstatt: Gestern ist er de)- mir gewesen, nicht sagen: bep mir gestern -st er gewesen, wol aber, er ist gestern be/ mir gewesen. Ungrammatische Versetzungen sind überall zu vermeiden, weil sie in jeder Rede dem Ohl" anstößig werden. Aus den Versetzungen aber, die ohne Verwirrung des Sinnes, und ohne Beleidigung des Gehörs können vorgenommen werden, ziehen die redenden Künste so große und so mannich- faltige Vortheile, daß eine Sprache zur Beredsamkeit und Dichtkunst um so viel tauglicher ist, je mannichfal- tigere Versetzungen sie zulaßt. Es qicbt Versetzungen, die blos den Wolklang befördern, einen Satz keick)t und wohlfließmd, und eine ganze Periode wolklingend machen. Auch wird oft ein Redcsatz blos durch Versitzung zum Vers/ ohne sonst irgend einen andern Ton, oder eine andere Wendung anzunehmen. Es ist dem Sinne nach vollkommen gleichgültig zu sagen: Jeder bringt den Mutterwitz auf vie levolt; der Gcchulwilz wird nur durch Bücher gegeben, oder: Den Mutterwitz bringt jeder auf die Weit. Oer Schulwitz wird durch Bücher nur gegeben. V e r Andremale dienen sie zum Nachdrni und zur Lebhaftigkeit der Rede: Was wahre Tugend ist, wird nie da Pöbel kennen; ist weit lebhafter, als dieses: Der Podel wird nie kennen, was wahre Tugend ist. Bisweilen geben sie der Rede de» feurigen, oder feycrlicken poetische» Ton, der uns mit großem Naclsiruk rühret. -Hagedorn sagt im Ton der edelsten Begeisterung: Verlotzren ist der Tag und schändlich sind die Stunden, Die, wenn wir fähig sind, Bedräng, ^ ten beiizustehn, Veym Anblik ihre» SarmS uns unen» pflndlich sehn. Ein großer Thcil der Kraft würde diesem Satz entgehen, wenn man mi! denselben Worten sagte: Der Tag ist verlobrcn, und Sie Stunde» sind schändlich, die uns, wen» wir fähig sind u. s. w. Bios in den Versitzungen liegt so mannichfaltige und so wichtige ästhetische Kraft, daß es der Mühe Werth wäre, die Beyspiele davon zu sammeln. Denn anders ist es nicht wol möglich, weder die verschiedenen Arten derselben anzuzeigen, noch ihre Mücklingen zu erkennen. Wir würden diese Sammlung etwa nach dieser Eintheilung ordne»! 1. Versitzungen, deren Würkimg sich blos ans Wolklang erstrekt. 2. Die zur Deutlichkeit des Sinnes, oder zur Kürze dienen z. Die dem Ton der Rede einen gewissen Charakter geben. 4. Die den Nachdruk verstärken. und das Leidenschaftlicherer Rede fühlbarer machen. Es ist offenbar, daß für redende Künste die Sprache, die die meisten Vorzüge hat, zu allen Arten der Versitzungen die biegsamste ist. Wenn uiisre Sprache der griechischen und lateinischen hierin nicht gleich kommt, so stehet sie doch nicht leicht einer der Ver ' tzigen europaischen Sprachen nach. Aber diese Materie ist an sich so schwer, so wcitlaufrig, und für unsre Sprache besonders so wenig bearbeitet, baß ich mir nicht getraue, ihre Behandlung hier vorzunehmen. Von Versetzungen überhaupt handelt Consillac, in s. Lllai inr I Ori- gmc llez connoissances bumnines, V. 2. Lcök. l. Lbsr,. >2. P. 164. Amtk. 1746. 12. und eben derselbe, in dem Unterricht aller Wissenschaften, Bern >777. !Z. Th,2. S. z6». — I.C.Adelung (Im iten Bd. S. 289. s, Werkes, Ueber den deutschen Swi, Auflage von 178Y ) — S. auch das zte Buch des !ten Bandes von dem Oechin. vull pro» grebs vt k-siil-noZe, Leiinb. 1774. s. z Bde. Versetzungszeichen. (Musik.) Sind solche, die den Noten vorgesetzt werden, wenn sie hoher oder tiefer, als ihre Stelle anzeigt, oder als die Tonleiter des Tones, aus dem das Stük geht, erfordert, ge- 'nomnien werden sollen. In unsern» angenommenen Notcnsystem haben nur die Tone cllef^aki, durch alle Octaven ihre eigenen Noten. Alle übrige höhere, oder tiefere Tone werden durch Versetzungszeichen, die diesen Noten vorgesetzt werden, an- gezeiget. Sie sind entweder zufallig, und stehen unmittelbar vor der Note, die erhöhet oder erniedriget werden soll; in diesem Fall bestimmen sie die veränderte Hohe oder Tiefe der einzigen Note, vor welcher sie stehen, oder höchstens aller derer, die in einem Takt auf der nämlichen Stufe stehen, wenn nämlich kein anderes Zeichen, wodurch ihre Geltung wieder aufgehoben wird, vorhergehet: oder sie werden am Anfange des Sküks neben den Schlüssel gestcllek, Ver b?t und gelten alsdann durchs ganze Stük.*) Sie sind folgende. s) Erholnmgszcicben: 1) das Kreuz, oder Doppelkreuz, welches einen halben Ton**) erhöhet. 2) x, das einfache Kreuz, welches die Stelle des vorhergehenden bcy solchen Tönen vertritt, bey denen ein vorausgesetzt wird, oder die iu der Vorzeichnung schon ein ^ haben. b) Erniedrigungszeichen: 1) d, das Be, oder das runde Be, welches einen halben Ton erniedriget. 2) b> deutlicher bd, das große oder zweyfache Be, welches statt des vorhergehenden d nur solche Ton« um einen halben Ton erniedriget, die schon cin d in der Verzeichnung haben. r) Wie. *) S. Verzeichnung. ") Mristcnthcils sollte dieses der kleine halbe Ton -Z* scyn, nümlich der Unterschied zwischen der großen und klcl- ncnTcrz. Auf unser» Clavicren und Orgeln, wo dieser kleine halbe Ton in andern Umstanden zu klein, und daher unbrauchbar scyn würde, kommt statt dessen -Z-ßA oder vor. Die Erhöhung des einfachen Kreuzes sollte ebenfalls nur K? betragen, weil bey diesem Kreuz allezeit ein durch ^ döhter To» vorausHcseyt wird; es ist daher lalsch, wenn einige sagen, daß das x einen ganzen Ton erhöhe, weil eS unsinnig scyn würde, von L in XO>s, oder von t? in xxjs überzugehen. Gleiche Bcmandniß Hut eS mit ben Erniedrigungszeichen. Von einem durch « erhöhten Ton zu seiner kleinen Sceundc, wie von nach ci, von 5t nach s w, ist all.zcit ein großer halber Ton: desgleichen von einem durch t> erniedriaten Ton zu seiner kleinen Untersccnnde, als von dz nach K, von t-A nach öK. Ü72 Ver c) Ndiederherftcllungg - oder Xvieverrilfungszeichcn H, das vicrekige Be, oder Bs gua- drat, welches sowol die in der Vor- Zeichnung durch « erhöhten Töne um einen halben Ton erniedriget, als auch die durch d erniedrigten um einen halben Ton erhöhet. In diesen Fallen zerstört das H bei) einer oder etlichen auf einander folgenden nämlichen Noten eines ganzen Takts die Verzeichnung, wenn seine Geltung nicht vorher durch das « oder d vor denselben wieder aufgehoben wird. Es wird aber auch vor solche Noten gefetzt, die kurz vorher ein « oder d, das nicht in der Verzeichnung befindlich ist, gehabt haben, und hebt alsdann die Geltung desselben wieder auf, indem es den natürlichen Ton der Tonleiter wieder herstellet. Es ist nicht gar lange, daß man si ch in dieserletztcn'Absicht des Hauch nach einem x oder d d bediente, und dadurch das oder d der Verzeichnung wieder herstellete. Dieses war der Eigenschaft des Wiederherstel- lungszeichens vollkommen gemäß; aber es verursachte, zumal den Ungeübteren, einige Verwirrung im Spielen. Man hat daher nach der Zeit für gut befunden, die durch x zufällig erböheten, und durch dd erniedrigten Töne« durch das « und b der Vorzcichnung wieder herzustellen. Im Grunde streitet dieses wider die Eigenschaft des Erhöhungs - und Erniedrigungszeichen, es fällt aber deutlicher in die Augen, und ist bey unserer Einrichtung der Versetzungszeichen, da das H zu mehreren Absichten gebraucht wird, der ersten Art vorzuziehen. Die Alten bedienten sich ohne Ausnahme des zum Erhöhen, und des b zum Erniedrigen, auch da, wo unser H angebracht wird. Sie setzten z .B. vor Leein wenn esL, und V e r vor IAs ein h, wenn es ? werde» sollte. Unstreitig ist diese Bezeichnung wegen ihrer Simplicität der um srigen vorzuziehen. Auch bedeutelc in ihren Bezifferungen das s allezeit die große, und das d die kleine Terz, statt daß aus einer natürlichen Fol. ge unserer Einrichtung die große Terz bald durch «, bald durch jh und die kleine ebenfalls bald durch i>, bald durch H angezeigter werden mnß. Es ist zu verwundern, wie mm diese simpIeArt hatverlassen, und da. für die unsrige, die durch die vir- schiedene Bedeutung des H so zusam, mcngesetzt ist, hat einführen können. Dieses H sollte eigentlich niemals etwas anders als ein Wiederhersiel. lungszeichcn derVorzeichnnng, wenn dieselbe durch zufällige Kreuze oder Vces zerstört gewesen, vorstellen. Verwandschaft der Töne. (Musik.) ^fn dieser Benennung wird das Wort Ton für Tonleiter gesetzt; dcnn wenn man sagt, ein Ton stehe mit ei- nein andern in Verwandschaft, so meynet man, die Tonleiter des einen Tones, als Tonica betrachtet, habe Uebereinknnft mit der Tonleiter des andern. Also bestehet dieVcrwand- schafc der Töne darin, daß die Tonleiter einer Tonica mit der Tonleiter einer andern nahe übereinstimme. Diese Verwandschaft, oder Uebcr- einstimmung aber wird in einer doppelten Absicht betrachtet, in Rüksicht auf die Ausweichungen, oder a»f die Versetzungen. In Absicht auf die Ausweichungen besieht die Verwandfchaft der Töne darin, daß der Ton, in den man ausweicht, das Gefühl des vorhergehenden nicht plötzlich auslösche; hingegen sind zwey Töne in Absicht auf die Versetzung ') verwandt, *) S. Versetzung (Transposition). Ver wandt, wenn die verschiedenen Intervalle der Toxica in beyden nicht sehr unterschieden sind. In einem, nach der glcichschwcbenden Temperatur gestimmten Clavier sind gar alle Töne in Absicht auf die Versetzungen gleich verwandt, und völlig einerley; denn jede Tonica hat genau dieselben Intervalle, wie die andre:*) aber auch auf einem solchen Instrument sind nicht alle Töne in Absicht auf die Ausweichungen gleich verwandt. Wenn von der Verwandschaft der Tone gesprochen wird, so verstehet man insgemein die Vcrwandschast, die in Absicht auf die Modulation betrachtet wird. Von dieser ist hier allein die Rede, da von der andern in dem Artikel Versetzung gesprochen wird. In etwas längern Tonstüken, wo zwar dieselbe Hauptempfindung durchaus herrscht, aber doch in ihrer Stimmung, oder ihrem Ton verschieden, oder oft gleichsam anders schatrirt wird, kann der Gesang nicht in einem Tone bleiben, sondern wird durch Ausweichungen in verschiedene andere Tone hcrübcrgeleitet. Dieses kann nun so geschehen, daß allemal der nächste Ton, in den man ausweicht, in seinem Charakter mehr oder weniger Uebereinkunft, das ist, mehr oder weniger Verwandschaft mit dem vorhergehenden hat. Wenn itzt die Empfindung durch merkliche Schartirung sich von der vorhergehenden unterscheiden soll, so muß man in einen etwas entfernten, das ist, wenig verwandten Ton ausweichen j soll aber die Schattirung weniger merklich, oder abstechend seyn, so weichet man in einen naher verwandten Ton ans. Also muß man bey der Modulation die Vcrwandschast der Tone norhwendig vor Au. gen haben. Deswegen muß man ') S. Temperatur. Vierter Theih e r 67z auch die Grade dieser Verwandschaft bestimmen können. Also entstehet hier die Frage, wor^ aus diese Verwandschaft zu erkennen sey. Weil in jedem Ton die drey wesentlichen Sayten, Tonica, Domi- nante und Mediante, am öfteren gehört werden, folglich das Gehör gleichsam stimmen; so sind überhaupt die Töne verwandt, deren wesentliche Sayten in beyder Töne Tonleiter vorkommen: wo aber eine oder mehrere der wesentlichen Sayten des einen Tones der Tonleiter des andern fremd sind, folglich ihr Gefühl auslöschen, oder verdunkeln, da ist keine Verwandschast. So. sind dem Ton Ldur die Töne L dur, H mvl, L mol, ? dtrr und I) mol verwandt. Denn keiner dieser Töne hat eine wesentliche Sayte, die nicht in derTon- leiter des Tones Ldnr enthalten wäre. Hingegen sind demselben Tone L dur die Töne Li mol, ^ dur n. s. f. gar nicht verwandt, weil die Terzen dieser Töne nicht in der Tonleiter des Ldnr liegen, folglich, da sie oft vorkommen, das Gefühl dieser Tonleiter gleich auslöschen. Die Grade der Verwandschaft zu schätzen, muß man außer den Tonleitern der beyden Töne auch auf die sehen, die ihren Dominanten zuge- hören, weil man gar oft in einem Ton den Accord seiner Dominante hören laßt. Daraus wird man z. ,B. sehen, daß L dur dem L dur naher, als Lmoll, verwandt ist, weil auch die Dominante von L dur in ihrer Tonleiter dem Ldnr naher kommt, als dicTonleitcr der Dominante von L molk , Wir haben an einem andern Orte *) einen Canon, oder ein Formular gegeben, woraus man leicht für jeden Ton die Grade der Verwandschast mit andern erkennen kann. Ve» Artikel Ausweichung ITH. S«-86. 6?4 V e c Verschiedene Harmonisien haben gczeiget, wie man aus jedem Ton durch alle 24 Tone hindurch in einer Folge so moduliren könne, daß im- nicr der folgende mit dem vorhergehenden in naher Verwandschaft siehe, zuletzt aber die Modulation auf den ersten Hauptsn wieder zurük komme. Dieses wird der harmonische Cirksl genennt. ') Verwechslung. (Musik.) Vas Wort wird auf mehr als eine Weise als ein Kunstwort gebraucht. Durch Verwechslung der Harmonie, oder eines Accords, verstehet man eine solche Versetzung oder Umkehrung des Grundtones, und eines dazu gehörigen Jntervalles, wodurch dieses Intervall in den Baß, und der eigentlich in den Baß gehörige Grundton dcsAccordes in eine obere Stimme kommt, wie wenn anstatt dieses gesetztwird: -z—^ Der Dreyklang leidet eine doppelte Verwechslung, weil statt des Grundtones entweder die Terz, oder die Quinte in den Baß kann gesetzt werden; im ersten Fall entsteht der Sex- tenaccord, im andern der consonirende Q-uartscxtenaccord. **) Der Septü menaccord aber kann dreymal verwechselt werden, weil außer der Terz und Quinte auch die Septime statt des Grundtones in den Baß kommen kann: durch die erste Verwechslung Man sehe Hcinichcns Anweisung mm Generalbaß, Man scbe die Tabelle im Artikel Vxcvkla,ig. Ver entsteht derQuintsextenaccsrd; durch die zwcyte derTcrzquartaccord: und durch die dritte der Secundenaccord, wie in den Artikeln über diese Accordr ist gezeiget worden. Vey allen diesen Verwechslungen wird der Accord in seiner vollkommenem Gestalt, da nämlich der Grnndton im Basse steht, der GrunSaccorO gencnnt. Diese Verwechslungen sind aus dem doppelten Contrapnnkt in der Octave entstanden, und so alt als dieser: hernach aber hat man sie auch verschiedentlich, ohne zwey Stimmen durchaus gegen einander umzukehren, nur in einzeln: Accorden gebraucht. Die Verwechslungen des Dreyklan- ges werden weit öfter, als dieser selbst gebraucht, der wegen seiner vollkommenen Harmonie überall, wo er vorkommt, Ruhe, oder einen Einschnitt verursachet. DieWerwecbs. lungen des Scptimenaceordes werden gebraucht, um die Kraft einer Cadcnz etwas zu schwachen;') end. lich werden auch beyde Accordc oft in ihren Verwechslungen genommen, um dadurch bessere melodische Fort- schreitungen zu erhalten. Man muß aber immer dabcy voraussetzen, daß der Verwechslung ungeachtet der eigentliche Grundaccori» dem Gehör doch fühlbar bleibet; weil es durch die Art der Fortschreitunz leicht unterscheidet, wie es den Accord nehmen soll. Ob also gleist? dieser Accord einzeln oder allein anzc- schlagen gerade so klingen kann, wie die erst Halste dieses Accords, <55 ') S. Cadcnz. s° so thut er im Zusammenhang doch eine ganz andre Würkung; indem eben daraus das Gehör im ersten Falle den Accord (?, im andern adcr den Accord dl fühlt. Der verwechselte Accord thut überhaupt die Würkung seines Grund» accordes, nur mit einiger Vermin- . rung der.Harmonie. Bey diesen Verwechslungen hat man in dem vielstimmigen Satz und bey der Begleitung genau darauf zu sehen, was für Intervalle können verdoppelt werden. Man muß dabei) allemal auf dcnGrundaccord zu» rük sehen, und nur die Intervalle verdoppeln, die in demselben verdoppelt werden können. Da nun in dem Dreyllang die Octave am sichersten und öftersten verdoppelt wird, die Terz felrcner, und die Quinte noch seltener, so muß eben dieses mit den Intervallen geschehen, in welche bey der Verwechslung, Octave, Terz und Quinte verwandelt werden. Im vierstimmigen Satz, z.B. imScxten- accord, ist die Verdoppelung der Sexte, als der Oerave des eigentlichen Grundtones, am sichersten und öftersten zu nehmen! bey demQuart- sexlenaccord gilt dieses von der Quarte. weil sie da die Octave des eigentlichen Grundtones ist. Daher stehet man auch, warum bey den Verwechslungen des Septi- menaccords, die darin liegenden Con- sonanzeu oft gar nicht können verdoppelt werden, z. B- die Quinte in dem Quintsextenaccord; weil sie die Dissonanz des wahrenGrundtones ist. Eine andre Art der Verwechslung ist die, da eine Dissonanz nicht in der Stimme, wo sie vorbereitet gelegen hat, sondern in einer andern aufgc- löset wird. Es geschieht also dabei) gleichsam ein Tausch, so daß eine Stimme die Dissonanz einer andern, ehe die Auflösung vor sich gehet, übernimmt, und hernach auch die Auflösung in derjenigen Stimme geschieht, welche die Dissonanz übernommen hat, wie hier: M—D— -j j-? Es geschiehtauch, daß eine Dissonanz in einer andern Stimme aufge- löset wird, wenn sie gleich vorder in diese Stimme nicht ist aufgenommen worden, wie hier: Auch kann die Resolution noch langer verschoben werden, wenn zwey Verwechslungen vor sich gehen, ehe die Resolution erfolget, wie bey Eben dieses kann nach drcy Verwechslungen geschehen wie bey L, und dennoch kann am Ende, bey der Re. solution, noch eine Verwechslung der Dissonanz durch eine andere Stimme geschehen, wie bey L. Dergleichen Verwechslungen sind in big, um einen Satz zu verlangern. den Recitativm oft höchst nothwm- Man hat in Rccitativen, wo mehr ft u 2 atS H76 V er als eint Stimme recitiret, solche Verwechslungen in allen Stimmen angebracht; und gemeiniglich werden auch die Auflösungen in diesen Zöllen übergangen, daß also nach einem unresolvirlen Satze gleich ein anderer disftnirender erfolget; dadurch wird «in Zuhörer in beständiger Unruhe und Erwartung ciner'Auflvsung oder Kuhc unterhalten. Marc.llo in Venedig hattc.es zu seinen Zeilen, da diese Hlrt gewöhnlich war, so weil damit getrieben, daß geschiktc Eomponisten Mühe hatten, deren Richtigkeit auf dein Papier zu entdeken. Eine ganz gewöhnliche von vielen unbemerkte Verwechslung geschiehst bey dem Ccrtcnaccord, in welchem die Terz, anstatt daß sie unter sich treten sollte, über sich tritt, und der Baß die Resolution hat: ! 5 z . _—K— ^ « Verwiklung. sSchönc Künste.) HRir sagen, eine Sache sey verwikelt, wenn es uns einige Mühe und Anstrengung der Aufmerksamkeit verursachet, ihre Art und Beschaffenheit einzusehen; plan und einfach aber nennen wir das, dessen Art und Beschaffenheit wir leicht erkennen. Eine Handlung ist plan und einfach, wenn ein einziges Mittel, oder gar wenig Veranstaltungen gerade zum Zwek führen; verwikelt ist sie, wenn man zu Erreichung des Zwcks mancherlei) Anstalten zu machen hat. Jene gleicher einer Reise, auf der man den geradesten Weg geht, und ohne Hindernd zum Ziele kommt; diese hat Aehulichkeit mit einer Reise, die durch Ver mannichfaltige Umwege, und durch Wegranmung vielerlei) Hindernisse zum Ziele führet. Handlungen und Unternehmungen ohne Verwiklung haben wenig Reizung; und wenn sie eine beträchtliche Zeit erfodern, so werden sie langwei. lig und verdrießlich. Man üb-rsie- hec gleich im Anfang alles, was dabei) zu thun ist, und in der Ausführung selbst geht alles ohne Schwierigkeit fort; man muß nirgend stille stehen, um sich zu bedenken, wie man dein Ziel naher kommen soll; man trifft keine Schwierigkeiten an, deren Ueberwindnng Anstrengung der Kraft crfodcrt- Also beschäftiget die Handlung selbst den Geist nicht, und das Verlangen, das Ende davon zu sehen, ist das einzige, was wir da. bey fühlen. Daher entstehet der Verdruß der langen Weile dabey. Eben so geht es uns auch, wenn wir die Handlungen andrer Menschen sehen. So bald wir gar nichts Verwikeltcs darin bemerken, finden wir sie langweilig ; mit Vergnügen aber folgen wir den handelnden Personen, wenn wir sie m mancherlei) Schwicrigkei. ten verwikelt sehen, die sie nach und nach überwinden. Wir haben bereits anderswo gczei- get, wie in den epischen und dramatischen Handlungen aus Verwiklung der Unistände Knoten entstehen) die unsre Aufmerksamkeit auf den Fortgang der Dinge kräftig reizen, und wie die allmählige Auflösung der Knoten durch die Befriedigung unsrer Erwartungen Vergnügen macht.*) Im Grund entsteht unser Vergnügen nur aus dem Gefühl unsrer Kräfte, und deren Würknng. Wo wir also eine beständige Spannung der Kräfte fühlen, die allniählig ihre Würkunz erreichen, da empfinden wir auch Vergnügen. Die Kräfte selbst aber fühlen wir nicht anders, als durch die ') S. Kneten z Auflisung. die Anstrengung. Es fcy also, daß wir durch Betrachtung der Dinge, rdcr durch Handlungen, die wir verrichten. Vergnügen empfinden sollen, so muß in den Dingen, womit wir uns beschäftigen, Verwiklnng vorkommen , die sich allmahlig auflöset. Da wir aber die Würkung der Knoten und ihrer Auflösung in den Werken des Geschmaks an den angeführten Orten hinlänglich betrachtet haben, so wollen wir diesen Artikel blos auf solche Anmerkungen einschränken, daraus der Künstler beurtheilcn kann, wo er das Einfache und Plane, und wo er das Verwikclte vorzüglich brauchen soll. Es gicbt Falle, wo das Gerade und Einfache großes Wolgefallen cr- wekt, und wo es sogar bis zum Ent- züken gefällt; aber auch solche, wo der Mangel der Verwiklnng die Sachen völlig gleichgültig und langweilig macht. Die einfache Pracht verschiedener Monumente der alten griechischen Baukunst, entzükt das Auge eines Kenners: aber ein Lustgarten, dessen Plan und Anordnung wir auf einen Blik ganz übersehen; die Aus- senseite eines großen Gebäudes, die innere Anordnung einer großen Menge der darin befindlichen Zimmer, die wegen ihrer Einfalt gleich so in die Augen fallen, daß man aus einem kleinen Theile die Beschaffenheit des Ganzen erkennet, sind völlig gleichgültige Dinge, bey denen wir ohne merklichen Ücbcrdruß uns nicht verweilen können. Verwiklnng scheinet überall noth- wcndig. wo ein Gegenstand blos die Vorstellungskraft eine merkliche Zeit- lang anhaltend beschäftigen soll; denn sie verursachet Nachdenken, Veob- t»ug, Vergleichung der Dinge, um ihren Zusammenhang zu fassen. , In der Epopöe und in dem Drama muß so viel Verwiklung seyn, als nöthig ist. die Aufmerksamkeit auf den Verlauf der Sachen gespannt zu halte». Denn wenn auch gleich d»e ganzeHandlung aufRührnng, oder Erwekung der Empfindung abzielte, so wird dieser Endzwek doch nur in sofern erhalten, als wir den Verlauf der Dinge mit Aufnierksamkciö beobachten. Wir werden von dem leidenschaftlichen Zustand der handelnden Personen nur in sofern gerührt, und empfinden, was sie selbst empfinden, nur in sofern, als wir uns in ihre Umstände versetzen. Dieses thun wir aber nur, wen» wir alles, was ihnen begegnet, und alle Lagen, wo» in sie sich durch die ganzeHandlung befinden, mit Aufmerksamkeit beobachten. Wie man mit bloßen Füßen so schnell über glühende Kohlen weg. eilen kann, daß man ihre Hitze nicht empfindet, so machen auch die leidenschaftlichen Eccnen keinen Eindruk auf uns, wenn die Aufmerksamkeit sich nicht dabei) verweilet, wenn wir nicht Zeit nehmen, oder uns dicMühe nicht geben, sie zu fassen. Mit Aufmerksamkeit aber können wir keine» Gegenstand der Erkeiintniß betrachten, wenn nichts vcrwikcltes darin ist. Weil also im Drama und in der Epopöe die Empfindung aus der Aufmerksamkeit erfolget, mit der wir die Lage der Sachen, und den Fortgang der Handlimg beobachten, so muß norhwendig Verwiklung darin fcy». Liegt sie nicht schon in der Art, wie die Sachen geschehen, so muß der Dichter sie durch wolüber- legte Anordnung hereinbringen, er muß Ulis die Würkung beschreiben, oder sehen lassen, ehe wir die Ursa- che davon erkennen; oder er maß uns die Ursache groß und wichtig vorstellen , ehe wir die Würkung davon sehen. In Heyden Fällen entsieht eine Verwiklung; denn wir se- hen etwas, dessen Ursach, oderWür- kung uns eine Zeitlang verborgen ist, und dieses reizet die Aufmerksamkeit sehr kräftig zu genauer Beobachtung des Zusammenhanges. - Uu z Uber 6?S V e r Ve r Aber die Verwiklnng kaim auch so groß scyn, daß sie der Empfindung schadet. Nachdenken und Rührung »csHerzens können nicht wol neben einander bestehen. Je mehr der Geist bcfchäfftigetist, je weniger fühlt das Herz. Wir haben nicht Zeit, zu empfinden, wenn wir unaufhörlich beobachten müssen. Wenn demnach eine Handlung so sehr vcrwikclt ist, daß wir alle Kräfte der Aufmerksamkeit vöthig haben, sie zufassen, folglich blos mit Erkennen und Erforschen bcfchafftiget sind, so fühlen wir wenig dabei). Ein Trauerspiel, oder eine Epopöe, wo die Aufmerksamkeit auf den Vtrlauf der Dinge unauf- hörlich so gespannt ist, daß man keine cinzcle Lage mit Leichtigkeit übersehen oder fassen kann, thut wenig Wür- ^ fung auf das Herz: man hat genug mit Erforschung und Beobachtung des Zusammenhanges zu thun, und bey dieser Anstrengung, bei) dieser Hitze der Vorstellungskraft, bleibet das Herz kalt, weil man nicht Zeit hat, bey irgend einer Lage der dachen still zu stehen, um ihren Ein- drnk zu empfinden. Darum ist ein einfacher Plan dem verwikeitcn vorzuziehen. (*) Bon der Verwickelung im epischen Gedickte handeln unter mehrern; Rene le Dossu (Im ,?t. — iztcnKap. des eleu Buches s. 'I>sire s epiczuc, und jwar.llu noeuci er äu 6e. Nvuemenr; lle ia moniere clc kz?re le noeucl; rle I» moniere cie Faire le (le- naucmenr.) — Von der Verwickelung im Drama: Oer Verf. des Lissy Upen rbe prekenr klare c>t rlle Vtisz- rrez in prsnce, ecc. Im ptcn Kap. -»» Cailhava (Im 8tcn Kap. des itcn Bds. und im i!tcn u. f. Kap. des -tcn DdS. f. slirc cke I» Lnmcikic, Ausgabe von >??!.) — S. übrigens die Artikel Auflösung, Label, S. >6g. u. b. w. Verzierungen. (Schöne Künste.) Eind cinzcle kleine Thcilc, die nicht zur weseinlichcn Beschaffenheit eines Werks der Kunst gehören, sondern blos zur Vermehrung der Annehmlichkeit ihm beygefügt, und gleich, sam angehängt sind. In der Bau. knust sind die Statuen, Vasen, Laub- iind anderes Schnitzwei k, womit we- seutliche Thcile des Gebäudes ge- schmükt werden, Verzierungen. In der Beredsamkeit und Dichtkunst iver- dcn alle Nebenbegrissc, eingeschaltete Gedanken, Episoden, die dem Wesentlichen mehr Annehmlichkeit geben; iu der Musik die verschiedenen Manieren und Veränderungen *), die blos eine mehrere Annehmlichkeit zur Absicht haben, zu den Verzierungen gerechnet. Sie können überall, wo sie angebracht sind, weggenommen werden, ohne das Werk mangelhaft zu machen, oder seine Art zu verändern Die Verzierungen haben ihren Ursprung in dem allen Menschen angc- bohrncn Gcschmak für das Schöne. Es ist kaum ein Volk auf der Erde so roh, daß es für Verzierungen ganz unempfindlich wäre. Der noch halb, wilde Mensch findet Gcschmak am Geschmeide, womit er seine halb-oder ganz nakcnde Glieder verzieret; und der in der höchsten Einfalt der Natur lebende Hirt zieret seinen Stab, oder seinen Becher mit Schnitzwcrk. Dieser Gcschmak zeiget, daß in der menschlichen Natur etwas höheres und cdlers sey, als in der thierischen, die keine Empfindungen kennt, als die aus körperlichen Bedürfnissen entstehen. Völlige Unempfindlichkeit für alle Verzierung würde thicrischc Ro- higkeitcN verralhen; ans der andern Seite hingegen zeiget ein unmäßiger Gcschmak an Verzierungen etwas klci- *) S. Manieren; Veränderungen. V e r ' kleines und kindisches. Wie die Vernunft bey kleinen Geistern in Spitzfündigkeit ausartet, so artet der Gcschmak am Schonen bey kindischen Gemächern in Ziererey aus. Co gewiß es ist, daß ein maßiger und von gesundem Geschmak begleiteter Gebrauch der Verzierungen, den Werken der schonen Künste Annehmlichkeit und Reizung gicbt: so gewiß ist es auch auf derandern Seite, daß überhäufte und ohne Geschmak angebrachte Verzierungen das beste Werk verächtlich machen. Wenig und mit gutem Geschmak gewählter Schmuk, kann auch der schönsten Person noch Annehmlichkeit beylegen; aber wo alles von Gcschmcid und Schmuk strotzet, da wird die natürliche Schönheit verdunkelt. Ein vortrefflicher Kunstrichter scheinet die Verzierungen' in den Werken der Beredsamkeit für Dinge zu hat- tc», die man mehr dem gemeinen Liebhaber als dem Kenner zugefallen anbringt.*) Wahre Kenner sehen überall auf das Wesentliche der Dinge, und finden das größte Wohlgefallen an Vollkommenheit; wer aber nicht Gefühl genug hat, durch die wesentliche Vollkommenheit der Dinge gerührt zu werden, ergötzet sich an angehängten Zicr.athen. So viel scheinet gewiß zu seyn, daß die größten Künstler in jeder Art auch die größte Sparsamkeit in Verzierungen zeigen. An den griechischen Gcbäu- den, die aus der guten Zeit der Kunst übrig geblieben sind, findet man nur wenig Verzierungen; äußerst verschwendet sind sie aber an den so genannten gothischcn Gebäuden der Mittlern Zeiten, die man durch Schönheit und Pracht unterscheiden wollte. *) OIru er vrnaru ke comrnen6,r !ple, qrii äicir, er in cereris juMcium äc>- Üorum, in doe vero eriirm pepuls- rein lau lern ocrir. Ouintil. Inlt. l.. VIII. e. Z. Ver 679 Es ist kaum ein Theil der Kunst, der mehr Geschmak und Beurthei- lung erfodcrt, als dieser. Der Künstler thut wol, der es sich zur Maxime macht, in Ansehung der Verzierungen lieber ;u wenig, als ?u viel zu thun, da der gänzliche Mangel der Verzierungen kein Werk mangelhaft macht, die Ueberhäufung derselben aber es gewiß verstellt. Es giebt Werke der Kunst, die kaum irgend eine Art der Verzierung zulassen. Wo starke, oder tiefe Ruh« rung des Herzens gesucht wird, folglich in pathetischen und zärtlichen Gegenstanden, scheinen sie gar nicht statt zuhaben. Man kann überhaupt dieses zur Grundregel der Verzierungen setzen, daß ein Werk um so viel weniger Zierrath vertragt, je mehr wesentliche ästhetische Kraft es befitzt. Man findet in den Philippischcn Reden des Dcmosihencs, und in den Catilinarischen und Philippischen des Cicero nichts von Schmuk, den der römische Redner sonst, wo er weniger ernsthaft war, vielleicht nur zu viel liebte. In blas unterhaltenden Werken, und überall, wo derJnhalt, oder die Materie an sich weniger wichtig, weniger ernsthast ist, können die Verzierungen zu Vermehrung der Annehmlichkeit viel beytragen. Der Künstler, dem es ein wahrer Ernst ist, zu unterrichten, oder zu rühren, denkt nie an Verzierungen, die dazu nichts beytragen können; aber der, der belustigen will, muß, wenn sein Stoff dazu nicht hinreichend ist, seine Zuflucht zu Verzierungen nehmen. Die griechischen Fabeln, die dem Aesopus zugeschrieben werden, und die lateinischen des Phädrus, sind fast durchaus ohne alle Verzierung, weil es den Verfassern im Ernst um Unterricht zu thun war: hingegen stehet man aus den häufigen Verzierungen in den Fabeln des La Fontaine, daß er mehr gesucht hat zu belustigen, als zu unterrichten. Uu 4 Der 68o Vet Der Künstler hat aber nicht blos zu bcurtheilen, wo sich Verzierungen fchiken, sondern auch wie sie beschaffen seyn sollen. Quintilian hat in wenig Worten gesagt, was sich hier- über sagen läßt: Ornatu« virllis, sortis, läuätus lit; nee eKemina. tarn levicgtem, nec sueo eminen- tem colorem smer; sanAuine et viribus niceot. Die Verzierungen sollen männlich, kraftig und keusch seyn ; sie sollen nicht weibischen Leichtsinn verrachen, auch nicht bloßen Schimmer geben, sondern wahre astheujche Kraft und Bedeutung haben. Die meisten in der reinen grie- chischen Baukunst gebräuchlichen Verzierungen, können als Benspiele zur Erläuterung dieser Fodcrungeu angeführt werden. Mau begreift bcy- nahe bey allen, wie sie entstanden, oder warum sie da sind, wie wir größtentheils in den Artikeln darüber angemerkt haben:*) und meist überall dienen sie, das Ansehen der Festigkeit zu vermehren. Also sind sie nicht leichtsinniger Weise, oder aus bloßem Eigensinn angebracht: fast überall sind sie einfach und von faßlicher Form, also nicht ausschweifend oder üppig; sie haben eine Bedeutung, indem sie entweder zum Tragen, oder Unterstützen dienen, wie die Kragsteine, oder zum festern Verbinden, wie die Schlußsteine und die durchlaufenden Bänder und Gesimse, oder sonst schikliche Nebcnbegriffc er- weken, wie die Trophäen, Fcstonen und dergleichen. Nirgend sind sie bloßer Schimmer, der ohne bestimmten Zwck blos das Auge an sich lokte: nirgend verbergen sie die natürliche Form und einfache Gestalt der wesentlichen Thcilc, an denen sie angebracht sind. Hingegen sichet man in den spa teren Gebäuden der Alten, die unter *) S. Gesims i Sparrenkopfz Krag, stein u. s. w. V e r den Nachfolgern der ersten Kaiser aufgeführt worden, Verzierungen, die nichts von den erforderlichen guten Eigenschaften an sich haben. Thcile, die stark und fest seyn sol« len, bekommen durch ausgeschnitztes Laubwerk das Ansehen, als oh sie schwach und zerbrechlich waren. Man sieht Laub- und Schnitzwerk, dessen Grund man nicht einsehen kann; ausgchaueneBildcr an Schlußsteinen, die ein bloßes Ohugcfähr, oder eine völlig ausschweifende, abentheucrlichc Phantasie dahin setzen konnte. Was seinerNatur nach gerade oder glatt seyn sollte, ist zur vermeyntcn Zierde zerbrochen oder vcrkropft, oder durch Schnitzarbeit kraus gemacht. Man kann kaum sorgfältig genug seyn, zu verhüten, daß die Verzierungen nicht am unrechten Orte angebracht, nicht zu überhäuft seycn, nicht gegen die Art und gegen den Charakter des Werks, oder der Thei- lc, denen sie zur Zierde dienen sollen, streiten. Was nicht einen wesentlichen Theil hebt, oder unterstützt, oder angenehmer macht, was blos angehängt ist, scheint verwerflich. Aber es wäre vergeblich, eine Materie, wobcy es mehr auf gründlichen und feinen Geschmak, als auf cnt- wikeltcs Denken ankommt, umständlicher zu behandeln. Verzierungen (Decorationen) nennt man auch die Veranstaltungen, wodurch auf der Schaubühne der Ort der Handlungen durch Mah- lerey vorgestellt wird: aber uueigent- lich; denn diese Verzierungen sind nicht Nebensachen zur Verschönerung, sondern wesentlich zum Schauspiel gehörige Sachen. Von den Veranstaltungen der Schaubühne, wodurch die Vorstellung des Orts der Handlung i» jedem Falle kann bewürkt werden, und von zder Wahl der Scene haben wir bereits gesprochen. V e r V er 68» chen.*) Uebcr das Besondere in der Kunst des Schauspielmahlcrs bin ich nicht im Stand, hier etwas befriedigendes zu sagen. In Ansehung des Geschmaks ist das Wichtigste, was man dem Mahler der Schaubühne zu sagen hat, dieses, daß er den Zwek seiner Arbeit bedenken, und nichts vorstellen soll, als was nothwendig ist, die Wahrheit der Vorstellung zu unterstützen. Er muß schlechterdings blos darauf bedacht seyn, daß das Auge des Zuschauers die Scene für den wahren Ort der Handlung halte, und sich sorgfältig hüten, daß das Auge keine Gelegenheit finde, durch etwas unnatürliches, oder unschikliches, oder gegen das Uebliche streitende, oder allzusehr hervorstechende, sich von der Handlung selbst abzuwenden, um die Decoration zu tadeln, oder zu bewundern. Er hat das Seinige zum Schausoiel am besten gethan, wenn der Zuschauer gar nicht an seine Arbeit denkt, sondern nur auf die handelnden Personen sieht, und glaubt, daß er sich würklich an dem Ort der Scene befinde. Von den Verzierungen überhaupt, oder einzelen Arten derselben, handeln: Girol. Va Pozzo (i6;-z. Ihm wild in den Vice cle'piu celcbci Hrcbir. Idvm. 1763. 4. S. 424. eine Abhandl. stcgii Ocnamcnri stell» Accbic. civil« teconsto gl! Hnricki zugeschrieben, die ich aber nicht näher nachzuweisen weiß.) — Nie. Goldmann (Abhandlung von den Vepzicrden der Architectur, welche durch Mahlert» und Vildhauercy zuwege gebracht werden . . . Augsb. 17-0. 5. mit ; Kpfen. Auch gehört hiczu, F. I. Schüblers noch mehr erweiterte Stürmisch-Gvldmannische Baukunst mit Sachen und Mcublcn, welche zu innwcn- digcn Auszierungen dienen können, in L Heften, AugSb. k. mit 54 Kpfcn.)—> *) S. Schaubühne: Scene. uppl!c». rivn sux vrtevrcz, ciielcurx, sculp- reurs en bois pour Ics . . . . und die bcrreo st'un>e icciers st'/Zrcbircbd. welche ursprünglich in dem däcccurc crl'chienen, und in denc ftcc. eie Huelgues ^ieees conceensnc 1er srrs. i'ae. 1757. 12. gcsamivekl. und im -ten Dd. S. l. u. f. der Samml. vermischter Schriften zur Beförderung der sch.Wisscnsch. u. sr. Künste, Deel. 1760. 8. ins Deutsche übersetzt worden sind, zugeschrieben.) <— L. A. Rrubsacius (Gedanken von dem Ursprünge, WachSchum, und Verfalle der Verzierungen in den schönen Künsten .... beipz. 1759. >77?. 8.) --- Mouliu (bist-lis kur l'-icr st« checorer le« I kesttez, ?»r. l/so. 8. ein Gedicht.) — Luc.-Vocl? (Etwas von Bauziccratcn, nach modern «m- tiquen Geschmack, AngSb. 178). 8- mit aiKpsrn.) — Frz. v. Schexb (Lee tzlc Abschn. im stcn Bd. s. Kveemvn, S. 4;>. handelt von Verzierung ö I» Lrecgue. Der 5?te-6ite Abschn. im -ten Thl. s. Orcstrio, S. -gq m f. von Verzierungen der Architectur; von Verzierungen in den übrigen Künsten-der Zeichnung, und von grotesken Verzierungen. — In den Untersuchungen über dm Chara- ctcr der Gebäude, keipz. 1788. 8. bandelt das chteKap. S. 87. von den Verzierungen. -- Von den Arabesken, ein Aufs, im aten St. de» tcutschcn Merkur!» v. I. »78?. — C. L. Stieglitz (Ucber den Gebrauch der Grotesken und Arabesken, im 4°ten Bde. der Neuen Bkbl. der scb. Wissensch ) >— A. Riem (Nelbcr die Arabesken, in der Monatschr. der Berliner Academie der Künste, Bd. i. St. 6. S. 276. Bd. 2. St. 1. S. öS. St. z. S. 11?.) — R. p. Moriiz (Uebec die SIrchit. Zicrrate der Säulen»rd>üungen, ebend. Dd. z. St. 1. Vvrbegrif zu einer Theorie der Ornamente, Beel. 179). 8.) — Auch gehören noch mehrere Kap. aus des kaiccsse großen Mahlcr, buch hichcr, welche be» dem Art. Ne- benrvcrtz, S. ;i6. angeführt worden sind. — Uu S 682 Ver V e r Entwürfe 5» Verzierungen von allerhand Art, sind von sehr vielen Künstlern geliefert worden. Sie alle anzuzeigen, würde zu viel Raum einnehmen; ich schränke mich daher auf die merkwürdigsten unter ihnen ein. Polyose Tal- Sara, Caravaggiogcn, (Vpere .... stit est intaZI. sta Oiovb. Oaiessru??!. 8. 12 Bk. Auch sind mehrere derselben von Cy. Albert, u. a. m. gestochen.) — Steps), delln Bellt? (priles, peuillcs er Lrocetczues I Bl. Lapriees iz Bl. Ornsmeriri cii tregi e togliani >6 Bl. Oiv. Oapricci! iq Bl. Ornament, o Lroccsclie 12 Bl. Oilegni vsrii st Ornat!, inragl. stal Oiarrres, 5. U.d.M.) — /^..Btirnacci (Verseh. Verzierungen von ihm hat Mclch. Kussel gest.) — 2ön!v. Bi,?»tst)i spreßi st^rckiteccura 1645.6 4z Bl.) — Gaet Brnnetti (Orna- menri gest. von Vivarei-, q. 12 Bl. von Rogun und Fletswer, 4. 60 Bl.) — Dom. SttNti (Oampi ornsci st'^r- cbir inragl. sta Oom. Xiarrioli, Lul. 169;.) — Fil. Pasinrini (In- vcnzioni st'ornamenri st'/trc!>irecrurz, c st' iriragli stiverti, urili si ^.rgenrieci, Intzalistori, Iticsmarori erc. Pom. 1698.6) — Fers. Bibiena (In f. Vsric Opere 6 finden sich Entwürfe zu mchrcrn Arten von Verzierungen.) — Lr. Aguila (kdac. sta vali stiverli for- rnari sta illuilri arreiici anrieb! , c sti varie rsrgbe loprspolte alle: taiiricbs p!ü iniigni sti Koma .. . . p. 171z. Qfol ;> Bl.) — Gnet. Thiaveri (Ornamenti stiverti sti porcc eiinetlre in prosperriva . , . Oresst. 174z. toi. zc> Bl.) — Ginc. Albertoli (vr- namcnri stiv. . . . ine. sta Oiac. Itter- coli, dstit. 6 06 Bl.)— Giov. Eiar« Oini ^i'rompruar. arris srAcncariae, «x «zun cenrnrn exquisscs ttustio in» venris» stet sc aere inc. rsb. elegan- riilimae sc innumerae estuci potlunr novillimae istea . .. Pom. 1750. 5ol. 2 5hl.) —' Tnrlo Antoinitt (Via. nuaie sti var! ornamenci, rrarc! stelle tabricke e t'rsm. anricki .... Pom. 1777.178! 4. gThl.) — — I. Tatelse (6!vre ste stivers ornemesz puur plasonstz, Oallerics etc. gr. p. )s. poilly 1640. p 21 Bl.) — Th. Lerarö (Oiv. Orncmsris .... Ar. 9. pocbon. 1651. f. 14 Bl. — Ts», le Brun (Oiv.stesseinz ste stecoracions ste Pavillons f. 11 Bl.)— Jean le pamre (ssriles er Ornem. mostcrnes. 25 Bl. I^onv. Oesssins st Orncniens. Wegen s. übrigen Arbeiten f. den Laral. ste kstr. kstarierre, ?ar. 1775. 8 ) — Ä.oire (tstvuv. stesseins st'ornemens ste pan- neaux, lambris, carossss 6) — G. Vppenorr (Ocsseins, courronne- mens ec ammorrisscmens psr stcssus yorres, croisees, niclies etc. 46 Bl.) — I. Tl). ve la Losse (penstules, l'ables etc. toi. 6Dl. Oiranstoles, Lrzx ste clierninecs k. 6 Bl. Vslc« aniil). k. 6 Bl. pocics, picstclt-iux» ^clieniennes, et kriles, f. öBl. Poe- les ou pjestelraux, 6 4 Vl. 8ecre- raires, pneviZnurcs, Oueristons, t. g Bl.) Auch ist, so viel ich weiß, die Loire st'Iconoiogis kitlor. pour tervir it la stecorarion, t. 108 Bl. von ihm.) -»»- Ä.N t^onSe (llvrsturez ec Lastres ste stisserenres kormcs, t. 6 Bl. Lorstu- res ä l'uisze ste la tculprure, 6 12 Bl.) — 0e la Jone (Vales, 6 7 Bl) — Plneau (Oecororions pour roures tor- res ste cliambres, 6 z6Bl.) »»» ^rc. Boucdee (6ivre ste Vales . . . 12 Bl. ldlouv. l .ivrs propre ä ceux czui veu» lenc apsirenstre ^ stessiner I ornemcnr, 6. is Bl. pivre st'pcrsns, 12 Bl. gest. von Huguier.) — Ser jüngere25ou- istzer (piestelksux, 6 6 Bl. t sblerres st ssipui ste croites, f. 6 Vl. Oippes, gaines ec piesteilaux, 6 6 Bl. Oal- nez ec piestellsux, k. 6 Vl. Lroisees en platte banste, 6 6 Vl.) — Jean Züerain (Ein Vcrz. der von ihm gelieferten Verzierungen findet sieh i» dem Oibtion. stes »rrifies, Bd. 2. S. 459 u. f.) — Demartean (Onocre t-i- vres ste l.ezons st'Ornernens, stans >e gouc stu cca^on, f. 24 Bl. nach Huet u. a. in.) — Germ. Audran lkec. ste stivers vrnemens .... z;Bi. nach G. Char- V s r Ver 68z O. Tharinrton. I.ivre 6e Vates, 6 Vl. I.ivrs 6c ?annc2ux 6 Dl. I-ivrc 6e ?rilcz, nach la ^age u. d. m.) — Bac- gueville (iZertx I^ivr. 6'Ornemenü, jrtzt von 12 Dl.) >— -Huet (Bonnct hat nach ihm Neun Hefte von Arabesken, 5. jcdesq Vl. geilochen.) — Babel (bivre 6'Orncmen5 6 Dl. grsl. von Vivarcs.) --- And. Th. Boule (l.ivrs ff'Ornemen?, öBl.) — Bourauel (8iiire 6'ornc- mc»5 6'urtevrcric.) — BelNs' (ldit- teicnres pentccz 6'srnemen8 srabcz- c^uci; Übcrh. >2 Dl. ldcux iivrcs 6e ?znncoux 14 Dl. I^ivre 6'ff.crzns ciii- nois und koräurcz ä'l-crsnr; Ocux ibivrez pour principe^ 6'ornemen5, p-mneaux erc. jedes zu 12 VI.) — G. s). Cauvet (Ncc. 6'orncmens ö l'u- hzAc 6ez )cuues orriltes czui te 6elli- nenc ö l» 6ecsrsnvn 6cü kacimcox. ?sr. 1757. t.) '— Ncc. 6'vrnemeil8 ö l'utage 6es srriltes pour lo 6ccora- r!on 6c5 Lorimcns , 1777. hol.) — ^.Bourdon (l.!vre 6'ornemeil5 pour iez oetcveez ccica )ousiiliers 179Z.) — --- Tbc priilcipicz »t 6rorvin!- veno- rncnrz ma6e estp I>p proper kixsmpicz vt lcsvcz tor mouI6ings, cspirsls, tcroll8, butlcs, tolisge ccc. t. 0.) ^ S.Alken ncrv booic vF nrnsmenrs, 6 Bl.) — I. Peehc,: (/z booie ot k2l,Iers, 6 Vl.) — T. Law (tz nerv hoole ot ornzinenrs, 6 Bl. booic vt Vstez, ü Bl.)— Adrian (vr- nzincnrz in /^reliiretluec ) — Loluinbain (rt booic ot Vztcz, 6 Bl.) Geraro (dlcrv booli ot tviisße, eBl.)— G. Edwards(^tmsil booic ot ttrnnmcnrs, 6 Bl.^ — l^a- skorini (/t ncvv booli vt 6cl>^ns tor ßirzn6olc^ sn6 Zloxtromcz, ioBl.)--- Vrnzrncnrnl Iron rvories, vr 6clivns tor tzn ligilks, ttoir-cotc railinx, evin- 6orv guor6 ironx, lomp irvnscrc. 4. ->Vl.) — Chippendale (veligns ot rlle molk etcAznc on6 utctul hon» tebuI6 kurnirurc 176z. f. 200 Bl.) — ^epplcnahitc (Oeiigns ot lioutckol loli» ri . . . llom. 1776. t. Oelcripr, 6ce Lzins 6e l'irus ... xr. touz lo 6!rec- rion 6c lolr. ponce, ?or. I7ZP. t. — Oollcötion ffez tcinr. onr. czui vrnoicnr les l^olair.l'kermcx, ltszutalcer, LiiZin» l>rsz tepulcrolex 605 Lmp. Diec, Drs- )on, Häriün er Lonttancin, gr. en z z pl. ll. 1782. t. — ^rsbeffzue.? z„r. 6es koins 6e l.!vie er 6c In Villc >z6rienne, gr. parDonec, ?sr, 1789. toi. — U. a. M. — — S. übrigens die Art. Baukunst, Tar- toucloe, Lruebcscknur, Groteske, Trophaeil u. d. m. Verzögerung. (Musik.) Es geschiehst bisweilen, daß in der Musik cineStiinnie ihre Tone früher oder spater angiebt, als der Ganz des Gesanges, oder die Bewegung und Takt es erfodertcn. In sofern dieses aus Ueberlcgung geschieht, um den Ansdruk zu unterstützen, wird es unter die Kunstgriffe gezahlt, die unter den lateinischen Namen lletarsn. tio und Hnticipatio bekannt sind. Man kann sich beydcs an folgenden Bcyspiclen vorstellen. Wenn zwcy Stimmen auf folgende Art mit ein» ander fortrüken: 44 »6 ^-1 wird der Gang ungleich. In den in dieser Form zwei) ersten Fällen bleibet die obere Stimme auf jeden Schritt um ein Achtel hinter der untern znrüke, und dieses wird Verzögerung, ket-n-äs- tio, gcncnnt; in den bcydcn andern aber treten zwar im Niederschlag bey- de Stimmen zugleich ein, in den folgenden Taktzelten aber tritt die obere Stimme auf jeden Schritt früher, als die untere ein; dieses nennt man Voreilnng, ^ntioipstio. Es ist offenbar, daß das Verzögern und Vorcilcn die Harmonie auf jeden Schritt verändert; es entstehen dadurch verschiedene Dissonanzen, die aber im Generalbaß insgemein nicht angedeutet werden. Nur bcy ganz langsamer Bewegung.werden die daher entstehenden Dissonanzen als Vorhalte mit Ziffern bezeichnet, und müssen in dem begleitenden Basse würklich angeschlagen werden. Also müßte folgendes mit Anfchlagung aller Quinten in der Begleitung gespielt werden. Denn obgleich hier auf den guten Takrzei. ten Quinten auf Quinten kommen, so ist eine solche Fvrtschrcitung doch gut, weil bcy der 6 eine eigene gute consonirende Harmonie steht. Im Absteigen aber wäre dieses unrichtig, weil nach den Quinten keine consonirende Harmonie folg c, wie diefcS Beyspiel zeiget: - 5 o—4 I-nH 5 4 5 4 l l - n 5 vs i V Z 4 In folgenden zwcy Fallen ist dieVor- eilnng der obern Summe nicht j»' laßig: V e r so haben beydc einen gleichen Gang: in beyden Stimmen werden die zusammengehörigen Töne auf jeden Schritt zu gleicher Zeit angegeben: aber in folgenden Beyspielen Ver l < 5 " ""Ii, —i—-l-M-V-»- -iL-!—>— - ^ s—Mi— ' G- Vs - weil unvorbereitete Septimen und vorgehaltene Quinten ohne Vorbereitung auf einander folgen. Die Sänger und Spieler bringen oft Verzögerungen oder Vereisungen an, die der Tonsetzcr nicht angezeigt hat, und gar oft sind sie von sehr guter Würkung. Aber wer dieses thun will, muß eine hinlängliche Kenntniß der Harmonie haben, damit er nicht gegen die Regeln des reinen Satzes dabey anstoße Ueberdem muß man auch darauf Acht haben, ob die andern begleitenden Stimmen solche Veränderungen in dem Fortschreiten zulassen. Wenn die Violinen, oder Flöten die Haupcstimme im Unisonus begleiten, kann diese weder verzögern, noch voreilen, weil sie mit den andern Stimmen lauter Secunden machen wurde. Mit den schiklichen und den Aus- druk habenden Verzögerungen und Voreilungen muß man das sogenannte Schleppen und Wien, das aus würllichem Mangel des Gefühls der wahren Bewegung entsieht, nicht verwechseln; denn dieses sind wahre und schwere Fehler, die die ganze Harmonie eines Stüks verderben. Wer durchaus mit seiner Stimme je- den Ton um ein Achtel zu früh, oder zu spät angiebt, verursachet eine völlige Verwirrung in der Harmonie. Doch ist das Eilen noch erträglicher als das Schleppen, weil die eilende Stimme die andern bald mit sich fortreißet. Vle ükz Vielstimmig. (Musik.) So nennt man den Satz, der aus mehr als vier Stimmen besteht, deren jede ihre besondere Melodie har. In sofern bey dem Dreyklang ein Intervall desselben verdoppelt werden muß, sollte der vierstimmige Gesang, der aus Baß, Tenor, Alt und Discant besteht, auch schon zum vielstimmigen gerechnet werden; denn eigentlich ist der Satz vielstimmig, der die Verdoppelung eines oder mehrerer zum Accord gehörigen Intervalle erfodert. Da nun der couso- nirende Accord außer dem Grundcon, der zum Fundamentalbasse gehört und für keine besondere Stimme gerechnet wird, nur drcy Intervalle enthalt, die Qctave oder Primc, deren Terz und Quinte, die in d-ey Stimmen können vcilhcilt werden, so erfodert die vierte Stimme bey jeder consonireilden Harmonie schon die Verdoppelung oder Wiederholung eines der consonircnden Intervalle. Indessen wird nach dem gewöhnlichen Gebrauch des Worts nur der Gesang, der mehr als vier Stimmen hat, vielstimmig genennt; daher im vielstimmigen Gesang auf jeden Accord, wenn er gleich, wie der wesentliche Septimenaccord, aus vier Intervallen besieht, wenigstens ein Intervall muß verdoppelt werden. Bcym vielstimmigen Gesang hat man außer den allgemeinen Regeln des Satzes besonders noch nöthig zu wissen, was für Intervalle zur Vermehrung der Harmonie sollen verdoppelt werden. Wir haben deswegen hier vornehmlich zu zeigen, wie diese Verdoppelung am schiklichsten ge« . schche. Hier ist vorerst dieses zur Grundregel anzunehmen, daß bey disso- nirenden Accorden die Dissonanzen Nicht können verdoppelt werden; weil 686 V i e weil dieses offenbar verbotene Octa- vcn verursachen würde. Denn da die Auflosung der Dissonanzen ihren Gang völlig bestimmt, so müßte die verdoppelte Dissonanzen beyden Stimmen, wo sie vorkommt, ciner- le-y Gang nehnien, folglich würden dadurch nothwendig Octavcn entstehen. Es ist also eine allgemeine Regel, daß nur die Cousonanzen können verdoppelt werden. Dabei) ist dieses die natürlichste Ordnung, daß die Verdoppelung nach der Ordnung, in der die Consonanzen erzeuget werden, geschehe. Wir haben anderswo *) gezeigct, da'ß diese harmonische Progression i, 4, ?, 5, ? ». s. f. alle con. sonirenden Töne oder Intervalle in ihrer natürlichen Ordnung enthalte. Daher kann man den Schluß ziehen, daß, wo »ur eine Consonanz zu verdoppeln ist, am natürlichsten ldie Octave H verdoppelt werde; wo zwey zn verdoppeln sind, Octave nnd Quinte ^ und 5. Wo drey zn verdoppeln sind, Octave, Quinte und die doppelte Octave Z-, j, und so fort. Dieses ist die wichtigste Grundregel zur Verdoppelung. Doch kann sie nicht allemal genau beobachtet werden, weil dadurch bisweilen in irgend einer Stimme unharmonische Fortschrcitungen entstehen könnten. Auch kann man aus der angezeigten Erzeugung der Consonanzen zum vielstimmigen Satz diese wichtige Regel herleiten, daß in den tiefen Stimmen die Consonanzen weiter aus einander, in den obern aber naher an einander zu bringen sind, wie schon anderswo angemerkt worden Das Wichtigste aber, was hker- nächst anzumerken ist, ist dieses, daß man bey verwechselten Accorden allemal die wahre Grundharmonic vor Augen habe; weil ohne dieses nicht ') S. Sayte; Klang. '») S. Lag. V i e kann beurtheilt werden, ob ein In- tervall könne vcrdoppeltwerden, oder nicht. Durch die Verwechslung nimmt eine Dissonanz oft das Ansehen der Consonanz an, und kann dennoch nicht verdoppelt werden. So ist z. B- in dem S Accord die Quinte die eigentliche Dissonanz *), und kann folglich nicht verdoppelt werden. Wenn man also sagt: daß nur die Consonanzen können verdoppelt werden, so ist dieses von den Consonanzen des eigeurlichcn Fun- damentalroiics zu verstehen, auf den man also beständig Rüksichr zu nehmen hat. Bcy den Accorden, die zufallige Dissonanzen haben, muß die Verdoppelung der Consonanzen, in welche die Dissonanzen sich auflösen; vermieden werden. Wo z. B. 98 vorkommt; verdoppelt man erst Quinte und Terz, die Octave aber nur, wenn dieses noch nicht hinlänglich ist, alle Stimmen zu versehen; bcy 4 5 verdoppelt man erst Quinre und Octave, und nur bcy sehr viel Stimmen die Terz des Baßtones; bcy Z ß verdoppelt man erst die Quinre, und nur, wenn man noch mehr Töne nöthig hat, hernach die Ocrave, und dann die Terz; bey dem Scx'tciiac- cord, der die Septime zum Vorhalt hat, wird auch erst die Octave des Basses verdoppelt, ehe man die Sexte dazu nimmt. Eine wichtige Anmerkung zur Lehre des vielstimmigen Satzes, kann aus den sogenannten Mixturen der Orgeln gezogen werden. Denn daher kann man lernen, daß zu einem con- sonircndcn Accord in gehöriger Entfernung und Schwache des Tones, mancherlei) Dissonanzen mitgenommen werden können, ohne den Gesang dissonirend zu machen. Wenn in einem Tonstük so viel Stimmen wären, als Register in einer großen Orgel ') S. Quintsexteiiallocd. V i e Orgcl sind, so könnten die Töne in den verschiedenen Stimmen nach Maaßgcbniig derMixturen der Orgel sehr füglich vertheilt werden. Der vielstimmige Gesang hat an sich etwas ftyerliches und großes, und ist also vorzüglich bei) solchen Gelegenheiten zu gebrauchen, wo die Eemüther durch große Pracht und Feyerlichkeit außerordentlich zu rühren sind Es ist vielleicht nicht ausgemacht, aber doch höchst wahrscheinlich, daß die Alten keinen vielstimmigen Gesang gehabt haben. iJnsgcmein schreibet Man seine Eins 'hrung einen« englischen Bischof Dünstan, der im zehnten Jahrhundert gelebt hat, zu. Uber Der große Galilai sagt, daß nach allen von ihm angestellten Untersuchungen sich ergebe, der vielstimmige Gesang sen nicht früher, als 150 Jahre vor seiner Zeit aufgekommen. Diese Epoche würde gegen das Jahr >gzc> fallen *). Der Abbe Lc- Beuf, der sich sehr tief in Untersuchungen über die Beschaffenheit der altern Kirchenmusik eingelassen, versichert, daß man die ältesten Spuren des vielstimmigen Gesanges erst gcgen das Ende des zwölften Jahrhunderts finde '*). Er soll daher entstanden seyn, daß aufgewis- scn Stellen der Lieder, besonders am Ende, zwcy Stimmen, die sonst durchaus im Unisonus giengen, Terzen gegen einander gesungen haben. Dieses nannre man Or^snixare in lluplc». Wollte man den Schluß auf daS Wort Amen, oder Ailelujal), dreystimmig machen, so bekam ein dritter Sanger eine Stimme, die um eine Octavc höher als die erste war, und zum vierstimmigen Schluß wurde auch die zwcyte Stimme um eine Octave höher genommen. S. dessen I) »Ivxo gell» lelussc» »mi. e m vern», ") S. dessen 1>i>ii6 Iiiss<'r!que ec pi'gr!» qus tue le ck,nt ccclesssltigue. kui» I74-. L. S.74. V i e 68? Noch im vierzehnten Jahrhundert wurde der vielstimmige Gesang, wie der angeführte französische Schriftsteller beweiset, von vielen für einen Mißbrauch, und für eine Verderbung des alten guten Gesanges gehalten; daher Pabst Johannes XHill in einer Bulle vom Jahre i zZ2 denselben einzuschränken suchte *). Im Grund aber kann doch die Bemerkung des Galiläi, nach welcher der vielstimmige Gesang erst um die Mitre des fünfzehnten Jahrhunderts aufgekommen ist, ihre Nichtigkeit haben, denn dasOrAairixsrs in lluplo und triplo, war eigentlich nicht vielstimmig, da dieselbe Melodie von allen Stilnmcn um eine Terz und um eine Octave höher, als die Haupt- stimme, nachgesungen wurde. Vierstimmig. (Ausik.) Der Satz, der aus vier verschiedenen Stimmen besteht. Weil der vollständige consonircnde Drcyklang, außer dem Grundtone noch drey audere Töne in sich begreift **), so gründet sich die Kunst des vierstimmigen Satzes, insofern er von andern Zlrtcn des Satzes verschieden ist, darauf, daß durchaus die volle Harmonie genommen, und die verschicdeneu Töne derselben so in die vier Stimmen vertheilt werden, daß jede einen reinen und fließenden Gesang habe. Doch geht es nicht allemal an, die Töne der vier Stimmen aus der vollständigen Harmonie zu nehmen; man muß bald wegen der Auflösung der Dissonanzen, bald des leichtern und schönen Gesanges halber^ bisweilen ein Intervall daraus weglassen, und dafür ei» anderes verdoppeln. Selbst bei) dem Seplimenaccord, der einen Ton H S. S. ?c>. in den, angezogenen Wecke ") S- Drezstlang, 688 Voll Ton mehr hat, als der Dreyklang, ist es bisweilen nothwendig, daß die Quinte weggelassen, und dagegen die Qceave des Basses verdoppelt werde. Wo Key '»ein vierstimmigen Satze Verdoppelungen nothwcndig werden, muß mall sich nach den Regeln richten, die im vorhergehenden Artikel hierüber gegeben worden *). Uebrigens ist anzumerken, daß zur Fertigkeit der Kunst des reinen Satzes überhaupt eine fleißige Uc- bung in vierstimmigen Sachen das nothwtndigste sey. Wer in dem vierstimmigen Satz so geübet ist, daß er alle Stimmen nicht nur rein, sondern zugleich leicht und singbar zu machen weist, hat die meisten Schwierigkeiten der Setzkunst überstiegen. Die wahre Vollkommenheit eines vier- und mehrstimmigen Tonstüks bestehet darin, daß würklich jede Stimme einen schon an sich wolklin- gcndcn, leichten und von den andern würklich verschiedenen Gesang enthalte. Denn wo eine Stimme mehr die Art einer bloßen Ripienstimme hat, oder öfters mit emer andern im Unisomus, oder in der Octave fortgeht, da wird der Gesang mehr drcy- als vierstimmig. Diese Vollkommenheit trifft man in den Werken der Z?cuern weit seltener an» als bey den aKern Tonsctzern, die strenger auf den guten Gesang jeder der vier Stimmen hielten, als man gegenwärtig zu thun pflegt. Die besten Muster, die man dem angehenden Tonsetzer empfehlen kann, sind unstreitig die Kirchenlieder des unnachahmlichen I. S. Lachs. Vollkommenheit. (Schöne Künste.) Vollkommen ist das, was zu seiner Volle gekommen, oder was ganzlich, ") S. auch Verwechslung S. 674. f. V 0 ll ohne Mangel und Uebcrfluß das ist, was es ftyn soll. Demnach besteht die Vollkommenheit in gänzlicher Ue- bercmstimmung dessen, das ist, mit dem, was es ftyn soll, oder des Würklichcn mit dem Idealen. Man erkennet keine Vollkommenheit, als in sofern man die Beschaffenheit einer vorhandenen Sache gegen ein Ur- bilb, oder gegen einen, als einMu- stcr festgesetzten Begriff hält. Es giebt zwar Falle, wo wir über Vollkommenheit urtheilen, ohne völlig und gänzlich bestimmt zu wissen, was ein Gegenstand, in allen möglichen Verhältnissen genommen, ftyn soll; aber alsdann beurthcilen wir auch nicht die ganze Vollkommenheit solcher Dinge, sondern nur das, davon wir einen Urbegriff haben. Wenn uns etwas vonGeräthschaft, cinJn« sirumciir, eine Maschine, zu Gesichte kommt, deren besoiidcreArc oder Bestimmung uns völlig unbekannt ist, so halten wir doch etwas davon gegen festgesetzte Urbegriffe; wir sagen uns, dieses ist ein mechanisches Instrument, oder eine Maschine, u. s. f> Oder naher zu wissen, was es fty» soll, sehen wir in vielen Fällen, daß etwas daran fehlt, daß etwas daran zerbrochen, oder etwas, das mit dem übrigen nicht zusammenhängt, oder irgend etwas, das unftrm Begriffe von der Sache entgegen ist; und iil sofern cntdekcn wir Unvvll- kommcnhcit darin. Eben so kann es auch ftyn, daß wir eine uns in ihrer besonder» Art unbekannte Sache vollkommen finden, weil wir sie, gegen den Urbegriff einer etwas höheren Gattung, oder einer allgemeinem ClasscderDmgc haken »Wenn wir ein nns unbekanntes Thier sehen, das wir zu keiner Art zähle» können, so erkennen wir doch überhaupt, daß es ein Thier ist, und bc- urtheilen, ob es das an sich hat, was zu einem Thier gehört. Wären wir in der Ungewißheit, ob es ein Thier Voll overj eine Pflanze fty, so wurden wir doch urtheileu, daß es zu der Classe der Dinge geHort, die erzeugt werden, allmählig wachsen und einen inner« Ban haben, der dies allmäh- ligc Wachsen verstattet u. s. f. Und in sofern wäre es möglich, Vollkommenheit oder Unvollkommenheit darin zu entdekcn. Durch Beobachten und Nachdenken bekommt jeder Mensch eine Menge Grund - oder Urbcgriffe, (pronome, sntioipatiunes, wie die alten Philosophen sie nannten.) gegen die er denn alles', was ihm vorkommt,! hall, um zu beurtheilen, was es fty, zu welcher Classe, Gattung, oder Art der Dinge es gehöre. Je mehr ein Mensch des Nachdenkens gewohnt ist, je mehr deutliche Begriffe er hat, je geneigter ist er, überall Vollkommenheit oder UcbercinstiwMnng dessen, was er flehet, mir seinen Urbcgriffen zu suchen und zu beurtheilen. Die Entdekung der Vollkommenheit ist natürlicher Weise mit einer angenehmen Empfindung begleitet. Dieses können wir hier als bekannt und als erklärt oder erwiesen annehmen , um daraus.den Schluß zu zie- Heu. daß die Vollkommenheit ästhetische Kraft habe, folglich ein Gegenstand der schönen Künste sei). Doch ist sie es nur in sofern, als sie sinnlich erkannt werden kann. Eine Maschine von großer Vollkommenheit, als zi B. eine höchst genau gearbeitete und richtig gehende Uhr; die rich- tigstc und genaueste Auflösung einer philosophischen, oder mathematischen Aufgabe; der bündigste Beweis eines Satzes, sind vollkommene Gegenstände ; doch nicht Gegenstande des Gc- fchmaks, weil ihre Vollkommenheit sehr allmählig und mühsam durch deutliche Vorstellungen erkannt wird. Nur die Vollkommenheit, die man anschauend, ohne vollständige und all» mählige Encwiklung, sinnlich erkennt V.'rpser Thejl» Voll ßstz und gleichsam auf ein n Vlik übersieht, ist ein Gegenstand des Ge- schmaks. Wird sie nicht erkannt, sondern blos in ihrer Würkung cm'- pfunden, so bekommt sie den Namen der Schönheit. Es giebt verschiedene Arten deS Vollkommenen: eine Vollkommen- heitinZuftttnmenstimmung der Theile zur äußerlichen Form; eine Vollkomineuheit in der Zusammenstimimmg der -Wirkungen; eine absolute Vollkommenheit, die aus nothwenvigm ewigen yrbcgriffen beurtheilct wird; und eine relative, die.man aus oor- ausgefttzten, oder hypothetische Ur- begriffcu beurlhcilet. So sind msge- mcin alle Reden, die Homer seinen Personen in den Mund legt, nach der Kenntlich, die wir von- ihren Charakteren und der Lage der Sachen haben, höchst vollkommen. Mch Wahrheit, Ordnung , Rieh- tigkeit, Vollständigkeit, Klarheit, sind im Grunde nichts anders als Vollkommenheiten, und gehören in dieselbe Classe der ästhetischen Kraft, weil sie die Vorstellungskraft gänzlich und völlig befriedigen. Was wir aber über alle diese Arten des Vollkommenen zum Gebrauch des Künstlers zu erinnern fanden, ist bereits i» dem Artikel Rrafr, und in einigen anderu Artikeln angemerkt worden *). Vollkommenheit, von welcher Art sie fty, ist allemal ei» Werk des Verstandes, und würkt auch unmittelbar nur auf den Verstand. Wie viel Ge- schmak und.Empfindung ein Künstler haben mag, so.muß noch Verstand und Beurtheilung hinzukommen, wen» er etwas machen soll, das durch Vollkommenheit gefällt. 7^-7 - ' Vor-- ") S. Ordnung; Richtigkeit: Äl«r- bcit. Xr 69? Vor Vorhalt, (Musik.) Eine Dissonanz, die in einemAccord eine Zeitlang die Stelle einer Conso- nanz vertritt und bald in dieselbe -übergeht. Es ist bereits anderswo erinnert worden, woher es komme, daß in der Fortschreicung der Harmonie ein Ton oder mehrere, die zn einem vorhergehenden Accord gehören, noch aufdem folgenden eine Zeit, lang liegen bleiben, und die Stelle anderer zu dem Accord gehöriger Töne einnehmen *). Wir haben diese Vorhalte zufällige Dissonanzen ge. nennt, weil sie zu der Harmonie, oder zu dem Accord., in dem sie stehen, nicht gehören, sondern zufalliger Wei- se, weil sie schon da liegen und der Uebergang von ihnen auf diedemAccord wesentlichen Töne eine gute Würkung thut, beybchalten werden. Dadurch unterscheiden sie sich von der wesentlichen Dissonanz, die als ein nothwendiger Ton zu dem Accord gehört und vor sich da steht, da die Vorhalte nur eine Zeitlang die Stelle andrer Töne vertreten. Z. B. —^ — u V - ' — l 6 9 s statt 6 ——« — n n -v ^ ^ ' ssZ-'j ^ § - ättf ^ U 1, ^ 4! S. Dissonanz; Bindung. V o r Ein Vorhalt kommt immer auf der guten Zeit des Takts, damit das Dissoniren fühlbarer sey, und tritt auf der darauf folgenden schlechten Zeit in die Consonanz über, deren Stelle er vertreten hat, als die Quarte in die Terz, die Rone in die Octave u. s. f. Der Vorhalt ist von dem Vorschlag darin verschieden, daß dieser nicht von der vorhergehenden Harmonie liegen bleibet, sondern ohne diese Vorbereitung von dem ei. gentlichen Ton, den man hören sollte, angeschlagen wird, und diesem hernach Platz macht. Die Vorhalte kommen nur in dem sogenannten schweren oder strengen Styl vor, wo sie wegen des empfindlichen Dissonircns starke Würkung thun. Es ist aber dabei) in Acht zn nehmen, daß der Vorhalt nicht länger daure, als die Consonanz, an die er gebunden ist. Mau kann wsl eine kürzere Note an «ine längere, aber nicht eine längere an eine kürzere binden. Auch ist es eine wesentliche Eigenschaft des Vorhalts, daß er nur um einen einzigen Grad von der Consonanz, an deren Stelle er steht, entfernt sty. Vorschlag. (Musik.) Ein Ton, der in der Melodie zur Verzierung, als eine Stufe, von der man auf den eigentlichen Ton, der folgen sollte, kommt, ange- schlagen wird. Er ist allezeit die Ober - oder Untersccunde des Tones, auf dm man gehen will. In der Harmonie kommt der Vorschlag nicht.in Betrachtung; denn er dienet blos zu den melodischen Verzierungen. Der Vorschlag hat keine bestimmte Dauer, sondern wird; nachdem der Vortrag dem Charakter des Stüks zufolge es erfodcrt, bald länger, bald kürzer gemacht Vor Er wird deswegen auch mit kleinen befondcrn Noten angedeutet, -.».D Vor 691 deren Geltung selten bestimmt wird. Zum Bcyspiel: s^-.. MW Gar viel Vorschläge aber werden von Sangern und Spielern ohne Vorschrift des Tonsetzers gemacht. Sie haben sich aber dabey in Acht zu neh- mcn, daß sie nicht zur Unzeit und nicht zu oft hinter einander kommen. Was hierüber anzumerken ist, findet man in Herrn Dachs Versuch über die wahre Art das Clavier zu spielen, vollkommen gut angezeigct *). Wir merken mir noch au, daß der Vorschlag unausstehlich sey, der von der Rone zur Octave vom Basse ganz am Ende genommen wird, besonders wenn man ihn, wie öfters von gefühllosen Spielern geschieht, stark angiebt, und so lange halt, daß man den letzten Ton, der eigentlich den Schluß machen, und alles in Ruhe fetzen soll, kaum mehr vernimmt. (*) Von dem Vorschlage handelt, unter mchrcrn: Mozart (Im slen HauMücke s. Violinschule.) — T. P. iL. Dach (In der aten Abthcil. des stcn Hauptst. s. Versuchs über die wahre Art, das Clavier zu spielen.) — L.U). Marpurg (In dem -ten Artikel des 9ten Hauptst. s Anleit. zum Clavierspie- lcn.) -- T>. G. Türk (Im ztcn Kap. s. Klavierschule, und zwar von den Box-, schlügen überhaupt: von den verändert!, chen Vorschlägen; von den unveränderlichen Vorschlägen; von den Nachschlä« «en.) — — Vortrag. (Redende Künste.) Ist der Ausdruk der Rede durch Stimm und Gebchrdk, oder dasVer- ') S. 0, ff. nehmliche derRede, das.nicht indem Sinn der Worte, sondern in dem Ton, in den Gcbehrdcn und in dem Gesichte des Redners liegt. Dieses ist die Erklärung, die Cicero von dem Wort -gäbic, gicbt *). Jedermann weiß aus der täglichen Erfahrung, daß dieselben Gedanken, derselbe Sinn der Worte durch die Ver- schiedeiihcll des Vortrages ganz verschiedenen Eindruk machen; daß folglich der Vortrag ein wichtiger Theil der Beredsamkeit sey. Es verdienet aber hier besonders angemerkt zu werden , daß die zwey größten Redner des Alterthums, Demosihcncs und Cicero, ihn für den allcrwichtigsten gehalten. „Der Vortrag,k' sagt Cicero, „ist das, was in der Rede die größte Kraft hat. Ohne ihn kann der größte Redner nichts ausrichten; aber ein mittelmäßiger, der ihn in seiner Gewalt hat, kann dadurch öfters die größten übertreffen. Man sagt, daß Demosthenes, als er gefragt wurde, was das Wichtigste in der Kunst zu reden sey, dem Vortrag die erste, und auch die zwcyte und dritte Stelle eingeräumt habe **)." Darum verdienet die Betrachtung des guten Vortrags in der Theorie der redenden Künste, eine besonders Xx 2 genaue ") ?ecir (sÄi'o) stiluciäsm oreeionsm er illustrem, er p!vl>»!st!em, er iue.em, «on , /i -'.'i II», ,cralc I>oc«»>, »uot» v»/t» Cic in l'up. "') in ciicenäo UN» äominsrur. Sine stsc lummu5 or-ror eile in nu- mero nullo porcst: mecliocris liec in. struüns, lummos ise.e kuperzrs. ttuic primae (lest lle lZ-inoltdencs gl- cirur, cum rvAererur, guicl m äi- cenän eller primum; lruie kecun仫, Iduis lerri»«. 6l),> Vor V sc genaue Ausführung. Aber die Sa- gen; so wie man gegenwärtig in der che ist fast unüberwindlichen Schmie» Musik Künstler hat, die selbst keine rigkeiten unterworfen. Man müßte Tonstüke setzen, sondern blos fremde bcynahe die ganze Theorie der Musik Werke vortragen. Dieser Kunst ge. und der Pantonnme deutlich vor Au- denken einige Alten unter dem Namen gen haben, um alles, was zum Vor- klmplollia; und wie gegenwartig die trag der Rede gehört,! anzeigen und Jnstrumentisten sich in Gesellschaft bestimmen zu können. Man müßte tcn hören lassen, so ließen sich in zeigen können, wie eine Folge von Athen die Rhapsodistcn hören. Es Tönen auch ohne den Sinn der Worte gab solche, die. sich blos auf den Vor- das Gehör angenehm zu unterhalten, trag eines einzigen Dichters ein- und das Herz kraftig zu rühren ver- schränkten; weil sie glaubten, daß mögend s«); und wie es zugehe, daß die Kunst zu schwer fey, als daß ein «in Mensch, ohne zu sprechen, durch Mensch sie in allen ihre» Zweigen Stellung, Gebchrde und Mine ver- befitzen könnte. Ich besinne mich in stündlich und hcrzrühreud sprechen einem der Werke des Aristoteles gele- könne. Daß bcydes täglich geschehe, sen zu haben, daß ein Rhapsodist de« wissen wir aus der Erfahrung; aber sonders über den Vortrag der Werke deutlich zu zeigen, wie es geschehe, von klaglichem Inhalt geschrieben und jede Kraft, die in dem Hörba- habe. Plato hält dafür, daß der reu der Rede und in dem Sichtbaren Einfluß des Himmels, oder die Be- des Redners liegt, genau zu bestim- gcisterung dem Rhapsodisteu eben so wen und psychologisch zu erklären, nöthig, als dem Dichter *); und es wäre -ein Unternehmen, dem zur Zeit läßt sich aus einer Stelle des Euri- kein Philosoph gewachsen ist. Denn pidcs schließen, daß zu seiner Zeit wenn er auch alles, was er durch den die Kunst des Vortrages zu einem Wortrag fühlet, genau unterscheiden, hohen Grad der Vollkommenheit ge- und den Grund sedcr besonder» Wür. stiegen scy: wenigstens vetmuthe ich, kung einsehen könnte: so fehlten ihm daß folgende Worte, die der Dichter die Worte, das, was er erkennt und der Hekuba in den Mund legt, die fühlt, auszudrüken. Wer wird z.B. Schilderung irgend eines Nhapsodi- um von hlinderten nur einen bcson- stcn derselben Zeit seyn sollten : „o! dcrn Fall anzuführen, mit Worte» daß ich durch die Kunst dcSDädaliis beschreiben können, in welchem Ton« oder dcnBcystand irgend einer Gott- nian das Wort Gott aussprechen hcit den Ton der Stimme in den Ar- müsse, wenn es ein Ausrufungswort, men und Händen, oder in den Haa- dcs Schietens, oder der anbetenden ren und in den Füßen hätte **)!" Bewunderung , oder der geduldigen Wir können hier nicht viel wehr Unterwerfung ftyn, und die Kraft thun, als daß wir einen Entwurf ma- haben soll, «ine dieser Empfindungen chen, nach welchem die wichtige Lehre fühlen zu lassen? vom Vortrage abzuhandeln wäre. Wenn also der Vortrag der wich- Zum Vortrage gehören zwei) sehr tigste Puiilr in der Beredsamkeit ist, verschiedene Dinge, das Hörbare der so ist er gewiß auch der schwcrcste, Rede, und das Sichtbare an dem in der Theorie der Kunst abgehandelt Redenden. Jenes wird insgemein besondere Kunst daraus gemacht haben, die Werke der Dichter (vielleicht *) Im Gcspr. Jon. auch der Redner) geschikt vorzutr«» Lurix. «ecub. vk. ?zs - »n- zu werden. Es scheinet, daß die Griechen eine unter dem Namen der Deklamation, dieses Vor dieses Mtkcr dem Wort Actio« begriffen. Die vollkommene Declamation muß drey Haupteigcnschaften Huben: Deutlichkeit,Wolklang, und einen dem Inhalt gemäßenAnsdruk. Wir haben über jede dieser Eigenschaften verschiedenes anzumerken. i) Die Deutlichkeit des Vortrages crfodcrt erstlich eine helle und volltönende Stimme, die zwar größtcn- theils von dem Bau der Werkzeuge der Sprache abhangt, aber durch fieißigeUcbung zu größerer Vollkommenheit kann gebracht werden. Zwey- leus, eine gute Aussprache der Buchstaben, Sylben und Wörter, die durch fleißiges kleben ebenfalls zu erhalten ist. Wir empfehlen denen, die sich in diesen Heyden Stäken üben wollen, das, was Plutarchus in dem heben des Demosthcnes von den Hebungen dieses großen Redners, seine Stnnmc und Aussprache zu verbessern, anführet, mit Ueberlegung nachzulesen. Den Lehrern und Vorstehern der Schulen aber, ist die tag- lieheUcbung derIugend zur Verstärkung der Stimme und zur deutliche» Aussprache auf das nachdrüklichste zu empfehlen. Drittens wird zur Deutlichkeit des Vortrages erfodert, daß die Worte eines Satzes, und die einzeln Rcdc- sätze einer Periode in einem unzertrennlichen Zusammenhang vorgetragen werden, so daß der, der auch den Sinn der Worte nicht verstünde, die Eintheilung der Rede in kleinere Glieder und größere Perioden vernehmen könnte. Dieses hangt von dem Gang, oder der Bewegung der Rede, von der genauen Beobachtung der orato- rischen Accente, der größern und kleiner» Nuhepunlte und der Clauseln oder verschiedenen Cadcnzcn ab. Nur dieWorte fallen als ein unzertrennlicher Redesatz ins Gehör, die in einer genau zusammenhangenden und nirgend unterbrochenen Bewegung, als Vor ßöZ Glieder einer Kette in einander Hr- flochten sind, so daß das Gehör bey jedem Worte noch etwas folgendes erwartet, bis endlich ein Ton vorkommt, der es etwas beruhiget, und ihm einige Verweilung verstattct. Ohne große Weitläuftigkeit und eine völlige Entwiklung der mechanischen Beschaffenheit des Gesanges ist cS nicht möglich, diesen Punkt des deutlichen Vortrages gehörig zu erläutern. Wer aber aus der Musik weiß, wie es zugeht, daß auch Unerfahrne fühlen, welche Töne zusammen einen Takt, und welche Takte ein rhythmisches Glied ausmachen, der wird auch begreifen, wie mehrere Wörter blos durch den Ton, ohne Rüksichk auf die Bedeutung, als ein Satz der Rede ins Gehör fallen. Man muß wissen die Töne so zusammenzuhängen, daß man bey keinem stille stehen kann, sondern etwas nothwendig folgendes dabey empfindet, bis man auf «ine gewisse Stelle gekommen, die einen größern oder kleiner» Ruhcpunkt versiattet. Da dieses in dem Gesims weit deutlicher zu bemerken ist, als in der Rede, so könnte der Tonsetzer diesen Punkt des deutlichen Vortrages dem Redner am besten erklären. Deswegen setzen auch die Griechen mit Recht dicMusik unter dieWissen- schaften, darin der künftige Redner wol sollte gcübet werden *). Wer das, was wir über den Takt und Rhythmus gesagt haben, wol überlegt, wird einsehen , worauf es in Ansehung dieses Punkts ankomme... Endlich gehört auch ein richtiges Maaß des Geschwinde» und Langsamen zur Deutlichkeit des Vortrages. Zu schnelles Rede» macht cinzcle Sylben und Wörter undeutlich, zu langsames aber macht die Einchcilnng in Worte und Sätze unvernehmlich. Xx z Wer *) Man sehe,' wa« Quintilian im ra Cap. deö l B. seiner mitimrioae« or«- . « onile davon schreibt. 6^4 Vor Wer uns die Sylben langsam einzeln vorzahlt, sagt uns keine Worte, son« dcrn blos Sylbcn, so wie der, der buchstabiret; und die so langsame Auszahlung einzelcr Worte macht keine Redcsätzc, sondern blos nnzu- sammcnhangcnde Worte. Von den Accentcn und der Bewegung hangt eigentlich das Rhythmische der Rede ab. In den Tonstü- kcn laßt sich die Deutlichkeit, oder Faßlichkeit des Rhythmischen am leichtesten bemerken. Also konnte niemand besser und gründlicher über diesen Punkt des Vortrages schreiben, als ein Tonsctzcr. Ich halte dafür, daß es wol möglich wäre durch die Art der Notirung, die wir zur Bezeichnung des Rhythmus gebraucht haben *) , die Declamation jeder. Periode, wie die größte Deutlichkeit des Vortrages es crfodert, anzudeuten; und es ist nicht unwahrscheinlich, daß die Alten sich bisweilen einer solche» Notirung bedient haben. Et- was von dieser Bezeichnung, ist durch den Gebrauch der kleinern und grössern Unterscheidungszeichen der Ruhepunkte bereits eingeführct; aber die Zeichen, deren wir uns bedienen, reichen bey weitem nicht hin, die Man- nichfaltigkeit der Nuhepunkte bestimmt auszubrüten.. Wenn wir dieser Punkte blos Erwähnung thun, ohne sie weiter auszuführen, so geschichet es deswegen, weil es schon nützlich ist, dem,Redner die verschiedenen Dinge, denen er zum Vortrag nachzudenken hat, anzuzeigen, da denn sein eigenes Nach, denken ihm das Nähere an die Hand geben wird. Ohne unendliche Weitläufigkeit- wäre es nicht, möglich, diese Sachen auszuführen. Wir müssen hier mit Quintilmn sa- gen: klaeo czusm brevillimo potui, ncm ut omni» sicersm leÄatus» gucul wtlnitum erat; loci ut maxi- vre necellsria. S. Rhythmus, IV TH. S. i«if. V o r Die Deutlichkeit des Vortrages überhebt den Zuhörer alles Bestrebens die Rede richtig zu vernehmen, und vcrstattet ihm die Muße, die volle Kraft derselben desto stärker zu cm- pfinden; und in sofern ist die Deutlichkeit eine ästhetische Eigenschaft der Rede. 2. Die zweyte Haupteigenschaft der Declamation ist der Wolklang. Dieser hängt nun erstlich wicdepvon dem Klang der Stimme überhaupt ab. EinMcnsch hat vordem andern einen aiigcnehmcru Ton der Stimme; worin er bestehe, läßt sich leichte fühlen, aber unmöglich beschreiben. Also haben wir über diesen Pnnkt nichts anderes anzumerken, als daß wir dem künftigen Redner empfehlen, sich die äußerste Mühe zu geben, die Fehler seiner Stimme zu verbessern, oder ihm rathen, wenn er es durch keine Bemühung dahin bringen kann, seine Stimme angenehm zu machen, nie öffentlich aufzutreten. Denn wenn er auch die vortrefflichsten Sachen sagte, so würde eine unangenehme Stimme jedermann abschre- ken, ihn zu hören. Wir müssen dcn Sangmeistern überlassen, die Mittel anzuzeigen, wodurch die Stimme Annehmlichkeit bekömmt. Aber der Wolklang hängt nicht blos von der Annehmlichkeit der Stimme ab» auch die Aussprache muß angenehm ftyn. Hiezu wird erfodcrt, daß die Mitlauter, oder die sogenannten stummen Buchstaben leicht und flüchtig, die Sclbstlautcr aber hell und nachdrüklich, doch ohne Schleppen und ohne Verdrehen ausgesprochen werden. Die Rede wird ungemein rauh und hart, wenn man sich auf dcn stummen Buchstaben verweilet, und ihnen zu viel Deutlichkeit giebt. Wer die Wörter: GrunSsay; Nehmen u. d. gl. ausspricht, als ob sie wie Gr-r-m,-n> ostatüg; N-n-ehm-men-n, geschrieben wären, wird mit der schön- V o r sten Stimme sehr unangenehm sprechen. Auch ist das Schleppen, oder zu lange Ziehen der wolklingcndstcn Selbsilauter, um so viel mehr der weniger wolkiiiigcndcn, zu vermeiden. Man höret bisweilen die Wörter: Uno, GrunS u. d. gl. so aussprechen, daß das U darin lang und geschleppt wird, wie in dem Worte Huhn. Auch das Verdrehen dcrVo- calen, als ob sie Doppellautcr vorstellten, ist einer der größten Fehler gegen den Wolklang der Aussprache. Man höret bisweilen Hano ausspre- chen, als ob es wie Ha-and geschrieben wäre. Ferner gehört zur guten Aussprache ein angemessener Grad derFlüch- tigkeit, oder Schnelligkeit, und einige Mannichfaltigkeit der Accente, wodurch die zu einem Worte gehörigen Eylben ihren Zusammenhang bekommen, daß sie als ein Wort und nicht als einzele Eylben vernommen werben. Alle Annehmlichkeit der Rede fallt weg, wenn die Shlben und Worte glcichtölicnd, oder monotonisch sind, und wenn nicht eine gefallige Abwechslung des Hohen und Tiefen, desNachdrüklichen und Leichten, des Langen und Kurzen in der Folge der Eylben und der Worte beobachtet wird. Aber diese Abwechslung muß flüchtig und leicht bewerkstelliget werden. Der schönste Vers verlieret, durch langsames Scandiren, alles Angenehme des Klanges. Eben dieses ist auch von den cinze- len Redcsatzen, woraus die Perioden bestehen, zu merken. Daß einige Satze leichter und schneller, Mdere etwas schwerer und langsamer, einige mit steigender, andere mit fallender Stimme, einige mit kaum merklichen, andre mit mehr fühlbaren. Clauseln, oder Abfallen ausgesprochen werden, giebt der Rede eine Art von Melodie, wodurch sie sehe angenehm werden kann. Bey der Unmöglichkeit, alles, was hiezu er- Voe 695 federt wird, durch deutliche Bey- spiele zu zeigen, können wir nichts weiter rhun, als dem künftigen Red« ncr eine tagliche Uebung der wolklin- genden Declamation zu empfehlen^. Er nehme zu solchen Uebungen einige von guten Rednern geschriebene wolklingende Perioden vor sich, versuche jede davon auf mehr als einerlei) Art herzusagen, und bemerke bey jeder Veränderung die Verschiedenheit der Würkung auf den Wolklang. Noch besser wäre es, wenn er.diese verschiedentlich abgeänderte. Declamation einer Periode durch andere vornehmen ließe, und durch aufmerksames Anhören den Gral» des Wolklanges bey jeder Wiederholung zu empfinden suchte. z. Die dritte Eigenschaft der vollkommenen Declamation ist der gute Ausdruk, oder die Ucbcreinstimmunz des Klanges der Rede mit ihrem Inhalt. Die Musik beweiset, daß jede Leidenschaft und jede besondere, so- wol ruhige als unruhige Lage des Ge« müthcs durch Ton und Bewegung könne geschildert werden ; und man höret auch täglich, daß in dem Ton der gemeinen Rede in gar viel Fällen mehr Kraft liegt, als in dem Sinn der Worte. Man stelle sich vor, daß folgende Worte in dem wahren Ton der tiefsten Wehmuth ausgesprochen worden: — Wehe'. Wehe! Nicht Ketten, Bande nicht, ich seh'e Gespitzte Keile! So wird man begreifen, daß des, der den Sinn der Worte nicht verstünde, dennoch durch den bloßen Schall weit schmerzhafter würde gerührt werden, als der, der ohne Ton den Sinn der Worte vernähme, Die Worte, Xvche! Lvchel bedeuten nichts, als daß sie uns schlechtweg anzeigen, der Mensch, der sie spricht, leide; aber der Ton macht, daß wir sein Leiden würklich empfinden. . X x 4 Der L96 Vor Der Redner also, der den Vortrag völlig in seiner Gewalt hat, kann nns durch Ton und Bewegung der Srimme in jede Gemüthsfassung setzen; er kann uirs ruhig und gelassen, zmn Nachdenken ammerksam , munter und fröhlich, zärtlich, traurig, unrubig, verzagt, Herzhaft oder angstlies machen. Stimmt also diese in To» und Bewegung liegende Kraft n it dem Sinn der Worte genau übereilt, so bekommt die Rede selbst eine unwiderstehliche Kraft. In der Beredsamkeit ist also nichts wichtiger als die Kunst, die Kraft der Rede durch den Vortragen unterstützen. Dieser besondere Theil dcrDcclama- twn kann aber so wenig, als die andern durch Worte gclehret werden. Alles, was man hiebey lhun kann, und was in der That von großem Nutzen ist, besteht darin, daß der Redner auf das Besondere5 was zu diesem Ausdruk gehöret, aufmerksam gemacht werde. Zuerst kommt also der Ton der Stimme selbst in Betrachtung. Ein eiuzeler unartikulirrer Laut kann fröhlich oder traurig , heftig oder sanft und gelassen klingen. Er bekommt seine ästhetische Kraft rheils von dem Grad der Starke, von der Langsamkeit und Schnelligkeit, von dem Rachdruk oder der Flüchtigkeit, womit er ausgesprochen wird; theils von dem Ziehen, oder Stoßen, oder Anschwellen, oder andern Arten semcr Erzeugung; theils von dem Ort, wo er-gebildet wird, oder wo er zu entstehen scheinet, da er bald tief aus öcrBrust, bald aus der Kehle zu kom- m bald nur in dem Munde, oder gar nur auf den Lippen selbst gebildet zu stA« scheinet. Es ist völlig unmöglich, alle Verschiedenheiten, die der Ton,einer einzigen Sylbe annehmen kann, und jeden Ausdruk» den diese Verschiedenheiten ihm geben, zu beschreiben. Dieses kann nur empfunden wtldsn. Aber eS ist für den Vor Redner wichtig, daß er sich im genauen Beobachten und Empfinden dieser Verschiedenheiten fleißig übe. Die vorher angeführten Worte des Klanges können so ausgesprochen werden, >daß sie blos zärtliche und gleichsam schinachtende Traurigkeit ausdrüken. Dies würde geschehen, wem« man die Worte A?ehe! rvehe! aus der Kehle sanft und gelassen, langsam und mit einer allmähligen Wendung oder Jnflcxion des Tones auf der ersten Shlbe jedes Worts ausspräche. Tiefere Wchmuth würden sie ausdrüken, wenn der Ton auf der ersten Sylbe tief aus der Brust, mit einem blunpfigen To», allmahlig etwas verstärkt und sich in bcrzwcy« ten Sylbe verlierend, ausgesprochen würde. Schrekhaft würden sie klingen, wenn sie mit lautem, offencm Schrcyen, einem hellen Ton, schnell hintereinander, als wenn man um Hülfe rufte, vorgebracht würden. Es zst aber unendlich viel leichter mit der Stimme solche Veränderungen des Vortrages vorzunehmen, und ihre verschiedene Würkung zu beobachten, als sie zu beschreiben. Also müssen wir uns begnügen, nur dieses emzigeBeyspicl angezeigct zu haben; das übrige muß dem eigenen Fleiß des angehenden Redners überlassen werden. Weil es hier blos auf Erfahrung ankommt, so muß er sich angelegen ftyn lassen, jede Gelegenheit, wo er Menschen,, die in Leidenschaft gesetzt sind, sprechen höret, sich zu Nutze zu machen, um seine Beobachtungen zu vermehren. Dadurch wird er fühlen lernen, wodurch ein Ton fröhlich, zärtlich, schmeichelnd, kriechend, demüthig, oder traurig, klaglich, scheltend, zornig, streng, wodurch er flüchtig, gleichgültig, ernsthaft, feyerlich wird. Denn es ist außer Zweifel, daß blos der Ton der Rede alle diese Eigenschaften annehmen könne. Nach V o r Nach dem Ton» seiner Bildung und Stimmung kommt die Bewegung der Stimme zum Ausdruk in Betrachtung. Die Tonsetzcr unterscheiden nicht nur die verschiedenen Grade des Geschwinden und Langsamen in der Bewegung, durch ihre Kunstwörter Allegro, Andante, Largo, u, d. gl. sondern auch noch den besondern leidenschaftlichen Charakter, den sie durch die Worte Vivace, Modcraro, Grave, Granoso, con Teuere;;« und dergleichen ausbrüten. Die Tanzmclodicn beweisen, daß die Bewegung allein ungemein viel zum Ausdruk der besonder» Arten der Empfindung beytrage. Da sie insgemein ohne Worte nur durch Instrumente vorgetragen werden, so muffen die Tonfttzer nothwcndig alle mögliche Veränderungen des Aus- druks, der aus der Art der Bewegung entstehet, in ihrer Gewalt habe», da Redner und Dichter sich zum Theil auch auf den Sinn der Worte verlassen können. Deswegen kann der Redner nur in der Schule der Musik alles lernen, was er über die Bewegung der Stimme zu beobachten hat. So klaglich die vorher angeführte Stelle aus der bekannten Ram- lcrischcn Cantatc dcm Sinne nach ist, so wird sie jeder Tensetzcr in einer solchen Bewcgnng, und Taktart setzen können, die, des kläglichen Sinnes ungeachtet, Gleichgültigkeit, oder gar Leichtsinn ausdrükt. Es ist um so viel wichtiger, die wahre Bewegung für jeden Ausdruk zu treffen; da sie die leidenschaftliche Bildung der einzclcn Töne, wovon vorher gesprochen worden, entweder erleichtert, auch wol an die Hand giebt, oder gar unmöglich macht, Denn wo irgend eine Sylbe nach Art der Bewegung auf eine schlechte Takt- zcit fallt, so ist es nicht möglich ihr einen leidenschaftlichen Nachdruk zu gcben, weil die Bewegung ein leichtes Anschlagen derselben erfodert. > Vor 697 Dem Redner ist also zur kräftigen Declamation eine, genaue Kcnntniß von den Eigenschaften und Würkun- gcn des Rhythmus unumgänglich norhwcndig. Er muß für jede Periode der Rede, nach dcm in dem Sinne liegenden Ausdruck, den schik- hchsten Rhythmus zu wählen wissen, sonst ist es nicht möglich, daß er überall die wahre Declamation treffe. Da die Theorie des Rhythmus selbst noch so wenig bearbeitet ist, so kann man auch dem Redner keine bestimmte Regeln über die besonder» Fälle der Declamation geben. Wer indessen zu wissen verlanget, was etwa hierüber von den besten Lehren der Redner gesagt worden, den verweisen wir auf das dritte Capitel des eilf- ten Buchs dcr Institution des Ouin- tilians. Jede Leidenschaft und überhaupt jede besondere Gemüthslagc hat nicht nur ihre eigene Art, sondern in dieser Art auch ihren Grad der Würksam- keit; und beydcs kann durch rhythmische Bewegung ausgedrükt, oder geschildert werden. Das ruhige, gelassene, sanfte, zärtliche, das lebhafte, heftige, stürmische, und mehr dergleichen Eigenschaften unsrcr inncrn Wlirksainkcit, können durch vhythmi- sche Bewegung fühlbar gemacht werden; dieses ist durch die Musik völlig außer Zweifel gesetzt. Also muß der Redner, so genau als ihm möglich ist, diese Ucbercinstimmung zwischen der rhythmischen Bewegung der Töne, und den Gemüthsbewcgungen, sorgfältig bemerken. Dieses ist der Weg, auf dem er zum wahren Ausdruk der Declamation kommen kann. Dannftommr es in jedem besonder» Fall noch darauf an, daß er sich befleiße, die-wahre Gcmüthslage, m welcher jede Periode der Rede muß vorgetragen werden, genau zu treffen, und daß er Empfindsamkeit genug habe, sich in dieselbe zusetzen.. Hat er diesen Punkt gewonnen, so wird er Xz- 5 auch «98 Vor auch Ton und Bewegung treffen ; die Kunst aber, oder die genauere Kennt- niß der Beschaffenheit der rhythmischen Charaktere, wird das, was die Empfindung ihm bereits an die Hand gegeben hat, noch vollkommener machen. So viel sey von dem ersten Punkt des Vortrages der Deklamation gesagt. Soll der Vortrag ganz vollkommen seyn, so muß auch das Sichtbare an dem Redner mit dem, was man von ihm Hort, übereinstimmen. Es ist unnorhig hier zu wiederholen, was schon an so mancher Stelle dieses Werks angemerkt worden, daß Stellung, Gebchrden und Gesichtszüge bald jede Empfindung der Seele vermthcn, oder vielmehr mit solcher Kraft ausbrüten, daß empfindsame Menschen durch das bloße Anschauen dieselben Empfindungen fühlen, die sie ait andern sehen *). Wie dieses Sichtbare bcy jeder verschiedenen Ge- müthslagc beschaffen sey, kann Niemand beschreiben; auch kann das Wenigste, was das Auge dabeyent- dekt, nur geueünt werden. Man kann als» dem Redner nichts sagen, als: er solle sich die verschiedenen Kräfte der Stellungen, Gebchrden, und der veränderten Gesichtszüge bekannt machen; sich fleißig üben, sie mit Leichtigkeit nachzuahmen, und dann, wo er zu reden hat, sie am rechten Orte anbringen. Aber Stellung, Gebchrden und Mine können sehr verstandlich und nachdrüklich, und dessen ungeachtet schlecht und dem Redner unanständig seyn. Sie müssen nicht blos wahr, oder natürlich, sondern auch so, wie es einem wolcrzogenen, gesetzten und wolge- sitteten Menschen anstandig ist, von Anstand und Gcschmak begleitet seyn. Denn die natürlichen Aeußerungen ") Wan muß hier das vor Augen haben, was in den Artikeln Stellung, Gebchrden, Schönheit, hierüber ge» sagt worden. Vor der Empfindungen, durch das Sichtbare des Korpers, sind zwar bey allen Menschen verständlich: aber bey vielen haben sie etwas ungesittetes, übertriebenes, oder grobes, oder gar zu rohes, das Menschen von feincrm Geschmak anstößig ist. Ueberhaupt ist eine gewisse Mäßigung der Leidenschaften, und ein gewisser Anstand in allen Bewegungen der Gliedmaas- sen und veränderten Gesichtszügen, Menschen von ausgebildetem Geist und Herzen eigen. Die Freude würkt bcy kleinen, kindischen Gemüthern ein Hüpfen, Springen und Gebchrden , das gesetztem Menschen lächerlich ist. So kann jeder andere sichtbare Ausdruk der Empfindung zwar verstandlich, aber auf manchcrlcy Weise dem guten Geschmak und feinern Sitten anstoßig seyn. Wollte man dem Redner alles sagen, was hierüber zu sagen ist, so müßte man sich in umständliche Ausführung dessen, was Lebensart, Sitten, Nachdenken, Kenntniß und angebaute Vernunft in den Bewegungen und Gebchrden der Menschen andern, einlassen. Ueberhaupt aber merke man sich, daß bey gesitteten Menschen alle Gebchrden, Bewegungen und Minen weit gemäßigter und weniger auffallend sind, als bcy rohen und ungesitteten. Diese haben weniger Nachdenken, und bilden sich ein, daß andere, so wie sie selbst, den Sinn ihrer Reden nicht genugsam fassen, wenn sie nicht alles durch sichtbare Zeichen unterstützen. Daher reden sie mit Händen und Füßen selbst da, wo sie nicht im Affect sind, sondern blos unterrichten wollen. Dies ist eigentlich das, was man Gcfticuliue,, nennt, und ist der unangenehmste Fehler der Action. Man muß dem Zuhörer zutrauen, daß er den Sinn der Worte, ohne andre Bezeichnung verstehe. Nur da, wo das Herz empfindet, würkt der innere Sinn auch auf die äußern Eliedmaaßcn, .deren Bewegung die Stärke Vor Vor 699 Starke der Empfindung anzeiget. Daist also Actio» nothwcndig; doch nur so weit, als sie auch einem gesetzten Manne von der Empfindung gleichsam abgezwungen wird. Verschiedene noch hicher gehörige Anmerkungen sind bereits in andern Artikeln angeführt worden.*) Von dem Vortrage überhaupt handeln, unter Mehrerin Rene Barr? (bflcrtiacle p»ur dien prononccr un öilcoues er le dien snimcr, k>sr. 1679. 1708.12.) -— Restex. tur >s stecls- w-cion; in dem 24te» Bde. der ttist. stes vcivr. cle5 Lavans. — )^eon. de Gallois, S. de Griinarest (l'r-ics stu Recicarit stanz 1a l.eciure, st»n» i'aötiun pulst. stans 1a steciamarion er stanz le clianc, avec un reairs stea ,c- cens, stc la czuanrire . . . Rar. 1707. iz. Rorcerst. 1740. 12. Deutsch, im qtc» Bde. S. sz?. der Samml. »rem. Schriften zur Beförderung der sch. Wissens!). u. der fr. Künste, Verl. 1761.8.)— Riccoboni (pens-cz tur la stecla-- marlon, ?ar. 17Z8. 8.) — V ?attS s/Xrc c,t Reasting ... .) — I. Ma- sön (lsttais on Klvcurion, orRronoun- clsrivn, t,. 1749. 1761.8-) — Tl). Gl7cridau (/^. cuurte ok (.eökurez on Llvcurivn, 1762.4. l,etkurcz ön rke srcot Reastlng, 1744- 1775. 8-aBde. >787 8. 2 Bde. Deutsch, von R. G. Lö- bcl, Lcipz. 179;. z.-Thl.) — I Rice (^n Inrrost. ro rkc Sic o5 reasting ivirk proprierp anst cncrgp, l.onst. 1765. 8.) — Jos. Steele (Rroto- stia rsriunslis, or an Lst's^ rorvarstz establitsting rlie meinst^ snst mcature ot tpcccb, cv de cxprestest anst perpe- ruarest pcculiar t^mbolr, t.c>nst. >775.4. Verb. u. verm. 1779. 4») — xv. Enfiels (Bey s. Spealcer 177;. 8. findet sich ein Lss-zr on RIoeucilin. Lxercitez ori Llocurion, 1780.8.) — *) S. AuSdrnk in der Schauspielkunst, ITH. S. 268 f. Eebehrden; Anstand; Stellung. ltelp ro Llocurion, 1780. 8.) —» I. üpalker (lilemencz ok Mocurion, or l_cötures <>n rdc arr ok reasting, I^onst. 1781. 8- 2 Bde. tlinrz kor im- proving in rde arr okrcastlng 1782.8. Rstcrorieal Lrammar, or Oourte ok leltonz inclocurivn, 1784 4. "ki-e melost^ vT kpealcinZ stelinearest .... -787-8 ) — I. C.F.Rellstab (Vcr- such über die Vereinigung der musikal. und oratorischcn Occlamation . . . Berk. 1786. t. Vorzüglich für Tonkünstlcr geschrieben.) —Istie juvenile Zpeaicer, or rde -irr ok Reasting» 1787. 8.) " Mainab (/V d'ynopsss ok !> courka ok RIocurion, 1787. 8-) — N. G» A.obck (Einige Bemerkungen über die Occlamation, im zten Bd. S. 45. von K. A. Cstfars Denkwürdigkeiten aus der philos. Welt.) — M. slliac)' (^ststr. on Reasting znci b/lulic, 1788-8.) H. G. Ä. Franke (lieber Oeclamativn, Gött. 1789.8.) Ungcn. (lieber die Action angehender Prediger auf der Kanzel, WIttenb. 1791. 8. eine ganz gute Compllatlon.) — C. G. S6?ockev (Soll die Rede immer ein dunkler Gesang bleiben, und können ihre Arten, Glinge und Beugungen nicht anschaulich gemacht, und nach Art der Tonkunst gc- zcichnet werden? Lcipz. 1791. 4.) —- Unzen. (Grundriß der körperlichen Beredsamkeit für Liebhaber der sch. Künste, Redner und Schauspieler, ein Versuch, Hamburg 1792. 8.) -— I. G. D. SckmieSlgen (lieber die Euphonie, oder den Wohllaut auf der Kanzel, LeipZ» -794- 8-) Auch handeln hiervon noch: C. Zöattcux im qten Bde. S. azo. seiner Einleitung, Auflage von 1774. — A. V?. EbevbarS, in s. Theorie der schönen Wissensch. S. 151. Aufl. von 178z. — -H- Blair, in der zztcn s. t-etburer, Bd. 2. S. 20z. der Quartausgabe. ----- u. a. m. — — S. übrigens die Artikel Anstand und Stellung. -- — Vor- 7vc> Vor Vortrag. (Musik.) Ist das, wodurch ein Tonstük hör- bar wird. Von dem Vortrage hängt größtentheils die gute oder schlechte Würkung ab, die ein Stük auf den Zuhörer macht. Ein mittelmäßiges Etük kann durch einen guten Vor. trag sehr erhoben werden; hingegen kann ein schlechter Vortrag auch das vortrefflichste Stük so verunstalten, daß es uukennrlich, ja unaussteh. lich wird. Da die Musik überhaupt nur durch die Aufführung oder den Vortrag dem Ohr mitgethcilt werden kann, und der Zonsetzcr bey Verfertigung eines Etüks allezeit auf den Vortrag desselben Rüksicht nimmt, und dann voraussetzt, daß es gerade so, als er es gedacht und empfunden hat, vorgetragen werde» so ist die Lehre vom Vortrage die allerwichtigste in der praktischen Musik, aber auch die allerschwcrcste, weil sie gar vitle Fertigkeiten voraussetzt, und die höchste Bildung des Virtuosen zum Endzwck hat. Jede Gattung von Tönstüken der. langet eine ihr eigene Art des Vor. trags, die wieder in Ansehung des Vortrags der Hauptstimme und der Begleitungsstimmen unterschieden ist. Da von dem, was bey dem letzteren zu beobachten ist, hinlänglich an ei, nein andern Ort gesprochen worden,") so haben wir es hier blos mit dem erstem zu thun, und zwar nur in sofern unsre Anmerkungen, die das Wichtigste, was bey dem gutenVök- trag einer Hauptstimme zu beobachten ist, enthalten werden, auf alle und jede Instrumente und die Singestimme angewendet werden können, ohne uns in das, was bey jedem Instrument in Ansehung des Mecha. Nischen, als der Führung des Bogens bey der Violine, des Anschlags *) S. Begleitung. Vor auf dem Clavier, des Windes und Znngcnstoßes bey der Flöte :c. be. sonders zu beobachten ist, ciuzulas. sen, weil davon allein ein großes Buch geschrieben werden könnte. Auch haben die Manner Back, Guan; und Mo-art hierüber der Welt die wichtigsten Vortheile an die Hand gegeben;*) und es wäre zu wünschen, daß man auch von allen übrigen Instrumenten solche Lehrbücher hätte. Es verhält sich mit dem Vortrag einer Hauptstimme, wie mit dem Vortrag der Rede. Derjenige, der blos die vorgeschriebenen Note» liest, und alles gethan zu haben glaubt, wenn er sie nur rein und im Takt singt oder spielt, hat so wenig einen guten Vortrag, als der Redner, der blos deutliche Worte ausspricht, ohne den Ton seiner Aussprache zu verändern. Wer an einem solchen Vortrag ein Wohlgefallen findet, Herrath eine gemeine oder nnausge- bildete Seele. Zuhörer von Ge. schmak und Empfindung haben davor einen Ekel. Jedes gute Tonstük hat, wie die Rede, seine Phrasen, Perioden und Accente; außerdem hat es ein'bestimmtes Zeitmaaß, nämlich den Takt; diese Stüke müssen im Vor. trag fühlbar gemacht werden, ohnedem bleibt es dem Zuhörer unoer- stündlich. Daher ist Deutlichkeit das erste, was bey dem guten Vortrag zu beobachten ist. Dann kömmt der! Ansdruk und Charakter des Ton- stüks in Betrachknng: ein anderes ist ein fröhliches, ein anderes ein pa- theti- 5) S. Die Capitel vom Vortrag in den bekannten Wecken: Bachs Versuch über die wahre Act das Clavier zu spielen; Onanzens Versuch einer Anweisung die Flötraversiere zu spielen: Mozarts Violinschule; und tür die SinBtmmc das schöne Werk der Agri- colaischcn Ilcberscynng des Tost Änlei- ttmg zur Singkunst. Vor Vor 701 thetischcs oder trauriges Stük; ein üsnte, allexro, proste, etc. zeigen anderes ein Lied oder eine Opernarie, nur überhaupt an, ob das Stük landein Tanzstük oder ein Solo; jedes sam, oder geschwind, odermittclmas. verlangt einen ihm angemessenen sig langsam oder geschwind vorge« Dortrag; daher wird zu der Deut, tragen werden solle. Bc» den uw lichkeit des Vortrages nochAusSrnk endlichen Graden des Geschwinderen erfodert. Endlich verlangt der Ge« oder Langsameren ist dieses nicht hin« schmak Zierrathen, in so fern sie sich länglich. Der Spieler oder Sanger zn dem Charakter und Ausdruk des muß sich schon durch die Erfahrung Stüks schiken; daher muß in den ein gewisses Maaß von der nacürli« Dortrag gewisser Stüke noch Schon« chcn Geltung der Notengatlungen er« heir oder Aicrlichkeir kommen. worden haben; denn man hat Stüke, Dieses sind die drey Haupteigen, die gar keine Bezeichnung der Vcwe. schaften des guten Vortrags, die wir gung haben, oder blos mit l'emp» nun , «0 weit es die Einrichtung die. ßiasto bezeichnet sind. Er muß da« ses Werks erlaubt, naher betrachten her die Notengattungen des Stüks wollen. übersehen. E>n Stük mit slleZro bc- Eo darf wol nicht angemerkt wer- zeichnet, dessen inehicste und geschwinden, daß bei) dem guten Vortrag eine dcste Noten Achtel sind, hat eine ge« gewisse erworbene Fertigkeit im No- schwindere Taktbewegung, als werm tenlesen, und vornehmlich in dem Me» diese Noten Sechzehnte! sind, und chanischen der Ausführung voraus- eine gemäßigtere, wenn sie zwei) und gesetzt wird. Der Redner, der seine dreyßige Theile sind; so auch in den Aussprache und seine Gebehrdcn nicht übrigen Gattungen der Bewegung, in seiner Gewalt hat, hat keinen An- Auf diese Art ist er im Stande, die spruch auf einen guten Vortrag zu Bewegung des Stüks ziemlich genau machen ; so auch der Virtuos, der zu treffen. Sie ganz genau zu tref- scin Instrument oder seine Stimme fen, wird erfodert, daß er zugleich nicht in seiner Gewalt hat. Hiemit auf den Charakter und Ausdruk des wird aber nicht gemeynct, daß man Stüks sein Augenmerk habe: hievon alle Schwierigkeiten, die in den Solos wird hernach bc» Gelegenheit des oder den Bravurarien vorkommen, Ausdruks im Vortrag, das Notlüge auszuführen im Stand seyn müsse, angemerkt werden. Zur Deutlich- Nicht älle Stüke enthalten solche kcit des Vortrages ist hinlänglich, Schwierigkeiten, und man kann ei- daß man die richtige Bewegung des neu guten Vortrag haben, ohne eben Stüks einigeristaßen treffe, ein Solospicler, oder ein Sanger von 2) Daß jeder Ton rein und distinct Profeßion zu seyn; ja man hat Bcy- angsgebcn werde. Vey einigen kreischt spiele, daß bey der fertigsten Ausfüh- der Ton, wenn sie forte, oder bricht ruug oft ein schlechter Vortrag ver- sich, wenn sie piano spielen oder stni- banden ist. Aber jedes Stük, es sey gen ; dies ist höchst unangenehm. I» übrigens so leicht oder schwer, als es geschwinden Stüken oder Lauferm wolle, verlangt einen gewissen G_rad muß jeder Ton rund, und deutlich der Fertigkcitin der Ausführung; die», von den andernabgesondert vernoim, scn muß man nothwendig besitzen, mcn werden; ohnedem wird der Vorwenn inan es nicht verstümmelt, oder trag undeutlich, welches vornehmlich doch angstlich vortragen will. geschieht, wenn ein oder mehrere ZurDeutlichkcit des Vortrages ge- Töne aus Mangel der Fertigkeit weg. hört: 1) daß man die.Takth.ewcgung gelassen, oder, wi? man sagt, Verdes Stüks treffe. Die Wörter an- schlnkt, werden. 3) Mus- 7l"l "s. —z— Alle V o r M mit 5 bezeichneten Noten sind so viele Hauptrone dieses Satzes, die weit nachdrüklicher als die übrigen vorgetragen werden müssen. Die syncopirten Noten des siebenten Taktes sind zwar keine eigentlichen Haupt- töuc; man hat hier aber nur Anzeigen wollen, daß man dergleichen Noten wie Hauptkone vorzutragen habe, nämlich fest und nachdenklich, und nicht, wie häufig geschieht, mit Nullungen, indem die ersie Halste der Note schwach angegeben, und die zweyte Halste derselben durch einen Nuk verstärkt wird, um die guten Zeiten des Takts fühlbar zu machen. Der Gcschmak hat die syncopirten Npttn eingeführt, um dadurch, daß die natürlichen Accente des Takts auf eine kurze Zeit würklich verletzt werden, Mannichfaltigkeit in die Bewegung zu bringen, und durch die Wiederherstellung ihres natürlichen Ganges denselben doppelt angenehm zu machen. Dieses mag hinreichend scyn, diejenigen, die ein Stük deutlich vortragen wollen, auf die Accente desselben aufmerksam zu machen. Man begreift leicht, daß die Beobachtung derselben dem Vortrag außer der Deutlichkeit ein großes Licht und Schatten gicbt, zumal wenn unter den Haupttänen wieder eine Verschiedenheit des Nachdruks beobachtet wird, indem immer einer vor dem ändern, wie die Hauptworte in der Re. de, mehr oder weniger Nachdruk verlanget. Dadurch entstehen denn die feinen Schattirungen des Starken und Schwachen, die die großen Virtuosen in ihren Vortrag zu bringen wissen. Aber zu sagen, wo und wie dieses geschehen müsse, ist so schwer, und denen, die nicht eigene Erfahrung und ein feines Gefühl haben, so unztweichend, daß wir für überflüßig halten, uns län-' ger dabey aufzuhalten. Vor ?oz 4) Müssen die Einschnitte aufs deutlichste und richtig marquiret werden. Die Einschnitte sind die Coin- mata des Gesanges, die wie in der Rede durch einen kleinen Ruhepunkt fühlbar gemacht werden müssen. DüS geschieht, wenn man entweder die letzte Note einer Phrase etwas absetzt, und die erste Note der folgenden.Phrase fest wieder einsetzt; oder wenn man den Ton etwas sinken laßt, und ihn mit Anfang der neue» Phrase wieder erhebt.*) Härt die Phrase mit einer Pause auf, so hat dieses keine Schwierigkeit; der Einschnitt marquirt sich von sich selbst. Endigt die Phrase aber mit keiner Pause, so crfodert es mehr Kunst, den Einschnitt jederzeit richtig zu marquircn, weil er schwerer zu entdcken ist. Dem Sänger zwar macht eS, außer in den Passagen, keine Schwierigkeit, weil er sich nur nach den Einschnitt» der Worte, über die er singt, zu richten hat, mit denen die Einschnitte der Melodie genau zusammen treffen müssen: aber dem Spieler. Die Hauptregel, die hiebey in Acht zu nehmen ist, ist diese, daß man sich nach dem.An- fang des Stüks richte. Ein vollkommen regelmäßiges Tonstük beobachtet durchgängig gleiche Einschnitte: nämlich, mit wclcherNote des Takts es anfangt, mit eben der Note fangen auch alle seine Phra- *) Das Wort Pbrase wird hier In der umsa'nglichsten Bedeutung genommen, indem sowol die Einschnitte, als auch Abschnitte und Perioden des Gesanges darunter verstanden werden. Im Vortrage werden alle diese Einthei- lungcn duf einerlei? Weise marquirt L. und wenn würklich von groscn Spielern oder Sängern eine Gchaltirun« unter ihnen beobachtet wird, so ist diese doch so subtil, und so weit- läuflig zu beschreiben, daß wir uns mit der blsßen Anzeige derselben bt? «nügen. Phrasen an. Daher ist in folgen- st aufhört, und die mit 5 bczeick- dcn Beyfpielen die mit o bezeichnete netc. mit welcher die neue Phrase Note die, mit welcher die erste Phra- anfangt: Wenn der Einschnitt wie bey dem dritten und vierten Beyspicl zwischen Achtel oder Sechzehnte! fällt, die ch der Schreibart gewöhnlich zusammengezogen werden, so pflegen einige Ton- sitzer die Noten, die zu der vorhergehenden Phrase gehören, von denen, womit eine neue anfangt, in der Schreibart von einander zu trennen, um den Einschnitt desto merklicher zu bezeichnen, nämlich also: Diese Schreibart macht die Einschnitte sehr deutlich, und verdiente wenigstens in zweifelhaften Fallen, der'gewöhnlichen durchgehends vorgezogen zu werden. Aber bey Vierteln und halben Taktnotcn könnte sie nicht angebracht werden, man müßt» sich denn des Strichleins l über der letzten Note der Phrase bedienen, wie auch hin und wieder von einigen geschieht. Vor Vor 705 In vielen, zumal großen Stüke 'N von phantasierelche,n Charakter, kommen verschiedene Einschnitte und man- cherley Gattungen von Phrasen vor, die man notbwendig aus der Beschaff fenheit des Gesanges erkennen imiß. Man sehe folgenden Anfang einer Bachischen Claviersonate: Wir Kaden der Kurze wegen blos die Oberstimme ohne den Baß hergesetzt, weil sie zu diesen Anmerkungen hinreichend ist. Die Zeichen 0 und k zeigen an, wo die Phrase aufHort, und eine neue anfangt. Daher wäre es höchst fehlerhaft, wenn mauz.D. den sechsten Takt so vortragen wollte, als wenn mit der ersten Note desselben die Phrase anfienac, da doch die vorhergehende sich damit endiget, wie die Aehtelpause des vorhergehenden Takts anzeiget,^ so auch von der folgenden Abänderung des Einschnitts im achten und letzten Takt. Es ist unglaublich, wie sehr der Gesang verunstaltet und undeutlich wird, wenn die Enschnitte nicht richtig oder gar nicht marquiret werden. Man darf, um sich hicvon zu überzeugen, nur eine Gavotte so vortrage», daß die Einschnitte in der Hälfte des Takts nicht beobachtet werden. So leicht dieser Tanz zu verstehen ist, so unfaßlich wird er dadurch allen Menschen. Hicwieder wird am häufigsten in solchen Ststken gcfchlct, wo die Phrasen in der Mitte des Takts, und zwar auf einer schlechten Zeit desselben anfangen; weil jeder gleich anfangs gewobnr wird, nur oie guten Zeiten des Takts, auf welche die verschiedenen Accente des Gesäuges fallen, vorzüglich zu niarguiren, und die schlechten überhaupt gleichsam wie nur durchgehen zu lassen Dadurch wird denn in solchen fallen die Phrase zerrissen, und ein Theil derselben an die vorhergebende oder die darauf folgende aiigehänget, welches doch eben so widersinnig ist, als wenn man in einer Rede den Ruhepunkt vor oder nach dem Cvmma machen wollte. In folgendem Beyspiel ist, wenn der Einschnitt margunt wird, die Melodie an sich gut; werden aber blos die Accente des Takts marqnitt, so wird der Gesang äußerst platt, und thut die Würkung, wie wenn einer, statt zu sagen: wol das Ganze als jcderThcil desselben, muß gerade in dem Ton, in dem Geist, dem Affect und in demselben Schatten und Licht, worin der Ton- sctzcr es gedacht und gesetzt hat, vorgetragen werden. Wem ist unbekannt, wie man in der Rede einer Folge von Worten durch den verschiedenen Ton der Aussprache einen verschiedenen, ja oft einen entgegengesetzten Ausdruk geben, oder durch eine eintönige kalte Aussprache gar allenAusdruk benehmen könne? Daß dieses bcy einer melodischen Folge von Tönen eben sowol angehe, ist außer Zweifel, und nur zu oft wahr. Jedes gute Tonstük hat seinen eigenen Charakter, und seinen eigenen Geist und Ausdruk, der sich auf alle Thclle desselben verbreitet; diese muß der Sänger oder Spieler so genau in sei- neu.Vortrag übertragen, daß er gleich» gleichsam aus der Seele des Ton- selzers spiele. Daß es hier nicht auf bloßes richtiges Notcnlcsen ankomme, ist leicht begreiflich. Die Zeichen, die den Ausdruk eines Stüks bezeichnen, sind sehr wenig und unbestimmt. Die Taktart, die Anzeige der Bewegung, die Wörter utlcttuolo, mesto, jpiricolo etc. die nicht einmal von Jedem dem Slüke vorgesetzt werden, und einige wenige andereZeichen, die den Vortrag einzelcr Noten oder Satze bezeichnen, reichen zu allen den Schattirung, deren der Ausdruk fähig ist, lange nicht hin, und fetzen doch noch allezeit einen Virtuosen voraus, der das Eigenthümliche der Taftart kennt, der die Bewegung genau trifft, und der da weiß, wie er das mesto, das spirieolo etc. vorzutragen habe, damit es würklich so traurig, so fcu- rigw. klinge, als derTonsctzercs empfunden hat. DerSanger hat noch eher ein Zeichen, das ihm den Ausdruk durchs ganze Stük bestimmt; er darf mir auf den Ansdruk der Worte Achthaben: dennoch hangt es immer noch von seiner Gcschiklichkeit ab, wie genau er diesen Ausdruk treffe; dann könnte es auch seyn, daß der Zonsetzcr selbst ihn nicht genau gc. troffen hatte. Daher ist sowol dem Sänger als Spieler in Absicht auf denAusdruk des Vortrags nothwcn- dig, daß er außer der Fertigkeit und einein richtigen Gefühl eine hinlängliche Geläufigkeit in der musikalischen Sprache selbst habe, nämlich, daß er nicht allein Noten, Phrasen und Perioden fertig lese, sondern den Sinn derselben verstehe, den Ausdruk, der in ihnen liegt, fühle, ihre Beziehung auf einander und ans das Ganze bemerke; und baß er das eigenthümliche des Charakters des Tonstüks schon aus der Erfahrung kenne. Mancher trägt eine Menuet wie ein Ario- so, oder ein Lied wie eine Opernarie vor; dergleichen Fehler wider den Charakter eines Stüks sind Zuhörer;» von richtigem Gefühl höchst anstößig. Es würde ein thörichtes Unrernch. men seyn, zu bestimmen, worin sich der Vortrag, wenn er jeden Charakter und jeden Ausdruk insbesondere genau darstellen soll, unterscheiden müsse, da das Anhören richtig vorgetragener Stüke dem jungen Künstler von Gefühl hierüber in wenigen Mi- nuten mehr Licht gicbt, als alles, was hierüber, nicht ohne ermüdendeWeit- läuftigkeit, bestimmtes gejagt werden könnte. Aber die Mittel, wodurch der Ausdruk im Vortrag überhaupt erhalten wird, wollen wir anzeigen, und sie mit einigen Anmerkungen begleite». Diese sind: r) Die richtigste Bewegung. Ohne diese kann das Stük unmöglich den völligen Ausdruk des Tonsctzcrs ^ gewinnen. Es ist daher eine Hauptsache, die Bewegung genau zu treffen. Bey ii?tükcn, die vorher geübt oder wenigstens ein paarmal durchgespielt werden können, bemerkt man das Tempo bald, worin sie vorgetragen werden müssen; und hat man erst einmal die richtige Bewegung eines Stüks getroffen, so ist es leicht, sie allezeit wieder zu treffen. Aber die Bewegung solcher Srüke zu treffen, die gleich vomBlarr gespielr oder gesungen werden sollen, ist künstlicher. Außer der natürlichen Geltung der Notengattungen wird noch ersodert, daß man auch die jeder Taktart natürliche Bewegung im Gefühl habe. So sind z. B. die Achtel im Z Takt nicht so lang, als die Viertel im aber auch nicht so kurz als die Achtel desselben; daher ist ein Stük mit vivace bezeichnet, im A Takt lebhafter an Bewegung, als es im H seyn würbe; mansche, was hierüber bereits im Artikel Takt angemerkr worden. Dann muß auch der Charakter und die Schreibart des Stüks in Erwägung gezogen werden. Ein ^Ale- Ar« für die Kirche verträgt keine so geschwinde Bewegung, als für die Ky 2 Kam- 7oZ Vor Kammer oder das Theater, und wird in einer Sinfonie geschwinder vorgetragen, als in dcrsclbcnTaktart und mit denselben Notengattungcn in einem Singstük oder einem gearbeiteten Trio. Hat der Künstler erst die hiczu nöthigc Erfahrung, und versteht er daneben in dem Sinn der Noten zu lesen, so ist er im Stande, jedem Scük, das ihm vorgelegt wird, wenn er es nur einigermaßen aufmerksam übersehen hat, die richtige Bewegung zu geben. Stüke von sehr lebhaftem und fröhlichem Ausdruk nehmen oft noch eine geschwindere Bewegung an, als der Tonsetzcr ihnen gegeben hat, und gewinnen dadurch an Ausdruk, zumal wenn sie ein oder etlichemal wiederholet werden ; nur muß die Geschwindigkeit nicht soweit getrieben werden, daß die Deutlichkeit darüber verloren geht. Aber sehr langsame Stüke von pathetischem oder traurigem Ausdruk können leicht allen Ausdruk verlieren, wenn sie zu langsam vorgetragen werden. In einigen Städten Deutschlands ist es zur Mode geworden, das ^cla^io so langsam vorzutragen, .daß man Mühe hat, die Taktschritte zu bemerken. Solcher Vortrag macht das vortrefflichste Stük langweilig und ermüdend, und gleicht dem Vortrag eines Schulmeisters, der den Psalm buchstabirer. s) Die dem Charakter und Ausdruk des Stüks angemessene Schwere oder Leichtigkeit des Vortrags. Hie- von hangt ein großerTheil des Aus- druks ab. Ein Stük von großem und pathetischem Ausdruk muß aufs schwercsie und nachdrüklichste vorgetragen werden: dies geschieht, wenn jede Note desselben fest angegeben und angehalten wird, fast als wenn ts- nata darüber geschrieben wäre. Hingegen werden die Stüke von gefalligem und sanftem Ausdruk leichter vorgetragen; nämlich, jede Note wird leichter angegeben, uich nicht so fest Vor angehalten. Ein ganz fröhlicher oder tändelnder Ausdruk kann nur durch den leichtesten Vortrag erhalten werden. Wird diese Verschiedenheit im Vortrag nicht beobachtet, so geht bey vielen Etüken ein wesentlicher Theil des Ausdruks verloren; und doch scheint es, als wenn heut zu Tage hieraus wenig mehr Acht gegeben werde. Gewiß ist es, daß die Manier, alles leicht und gleichsam spielend vorzutragen, so überhand genommen, und auf die Eetzkunst selbst so mächtig gewürkt hat, daß man von keinem großen und majestätischen Ausdruk in der Musik etwas mehr zui wissen scheint. Man com- ponirt für die Kirche, wie fürs Theater, weil der wahre Vortrag guter Kirchcnsiüke verloren gegangen, und kein Unterschied in dem Vortrag eines Kirchensolo oder einer Opcrnaric gemacht wird. Statt des uachdrükli- chcn simpeln Vortrags, der Herz und Scel ergreift, strebt jeder nach dein Niedlichen und Manierlichen, als wenn die Musik gar keinen andern Endzwck hätte, als das Ohr mit Kleinigkeiten zu belustigen. Uu- glükiich ist der Tonfttzer, der würk« lich Empfindung fürs Große und Erhabene hat, und Sachen setzt, die schwer vorgetragen werden müssen; er findet unter hundert nicht einen, der sich j in die Simplicität des Gesanges zu schikcn, und jeder Note das Gewicht zugeben weiß, das ihr zukömmt. Auch findet der verwöhnte Gcschmak keinen Gefallen mehr au solchen Sachen, und hält es wol gar für eine Pedanterie, mit der Musik mehr als das Ohr belustige» zu wollen. Die Schwere oder Leichtigkeit wird großrenthcils aus der Taktart des Stüks bestimmt. Je großer die Notengattungcn der Taktart sind, je schwerer ist der Vortrag, und je leichter, je kleiner sie sind. Dieses ist bereits an einem andern Orte hinläng- Vor lich gezciget worden."') Wir merken hier nur noch an, daß man auch auf die Bewegung und Notcngattungcn desStüks sehen muß, um dem Vortrag den gehörigen Grad der Schwere oder Leichtigkeit zu geben. DcrATakt z. B- hat einen leichten Vortrag; ist aber ein Stük in dieser Taktart mit ^claFio bezeichnet, und mit Zwey- unddreyßigtheilen angefüllt, dann ist der Vortrag desselben schwerer, als er ohnedem scyn würde, aber nicht so schwer, als wenn dasselbe Stük im ^ Takt gesetzt wäre. Ferner muß man aus der Beschaffenheit oder dem Zusammenhang der Melodie solche Stellen oder Phrasen bemerken, die vorzüglich schwer oder leicht vorge- tragen seyn wollen; dadurch wird der Ausdruk verstärkt und dem Ganzen eine angenehme Schattirung gegeben. Nur in strengen Fugen und Kircheustüken fallt diese Schattirung weg, weil sie sich nicht wol mit der Würde und der Erhabenheit des Aus- druks derselben vertragt. In solchen Stüken wird jede Note, nachdem die Takrart ist, gleichfest und nachdrük- lich angegeben. Ucberhaupt wird jede Taktart in der Kirche schwerer vorgetragen, als in der Kammer, oder auf dem Theater; auch kommen die ganz leichten Taktarten in guten Kircheustüken nicht vor. z) Die gehörige Starke und Schwache. Ein Mensch, der niedergeschlagen ist, wenn er auch die nachdenklichsten Sachen sagt, spricht in einem schwachem To», als ein anderer, der fröhlich oder zornig ist; hie- von ist jedermann überzeugt. Da die Musik nun hauptsächlich die Schilderung der verschiedenen Gcmüths- bewcgungcn zum Endzwck hat, so ist der gehörige Grad der Stärke oder Schwäche, worin ein Stük vorgetragen wird, ein Haupttheil desAus- druks im Vortrage. DieZeichen p.t, und cmige andere, die zur Bczcich- *) S. Takt. V o r 7^9 nung des Starken und Schwachen dienen, reichen so wenig wicdieWor- te, die die Bewegung bezeichnen, hin, alle Grade derselben zu bezeichnen: siestchen oft nur da, damit nicht ganz grobe Unschiklichkeiten begangen werden möchten, indem man stark spielte, wo der Ausdruk Schwäche verlangt, oder schwach, wo man stärker spielen sollte: sie würden, wenn sie würft lich hinreichend waren, oft unter alle Noten eines Ctüks gesetzt werden müssen. Dem Sänger werden sie selten vorgeschrieben, weil von ihm verlangt wird, daß er den Grad der Stärke und Schwache ans den Worten und der darüber gelegten Melodie erkennen soll. Jedes Stük verlangt im Vortrag einen ihm eigenen Grad der Starke oder Schwache im Ganzen, auf den sich die Zeichen p, f. ec. beziehen: dieser muß aus der Beschaffenheit seines Charakters und Ausdruks erkannt werden; und eine mehr oder weniger merkliche Abänderung desselben in seinen Thcilcn, die aus der Beschaffenheit des Gesanges erkannt wird. Einige Stüke wollen durchgängig nur me??c> forte vorgetragen seyn; andere hingegen korrilllmo. Wo hicrwider gesehlet wird, verliert der Ausdruk einen großen Theil seiner Kraft. Es ist falsch, wenn man glaubt, daß die Stüke, die schwer vorzutragen, auch stark, und die leichten schwach vorgetragen werden müssen. Um den Grad der Stärke oder Schwache des ganzen Stüks zrz treffen, muß man den Ausdruck, der in ihm liegt, aus den Noten lesen können, oder es einigemal in verschiedener Stärke oder Schwache durchspielen, und auf die Verschiedenheit merken, die diese Abänderungen in dem Ausdruk zuwege bringen, bis man den Grad getroffen hat, der ihm zukömmt. Aber die höchste Vollkommenheit des Ausdruks beruht auf den schiklichstcn Ay z Abäu- Vor Abänderungen des Starkern und Schwächcrn in den Thcilen eines Stüks. Oft verlangt der Ausdruk schon bey einer einzigen Note eine solche Abänderung. Ein geschiktcr Sänger oder Violinist preßt uns oft durch einen einzigen ausgchaltenen Ton, blos durch das allmahligeZu- und Abnehmen seiner Starke und Schwache, Thrancn ans den Augen: wie vielmehr müssen wir nicht hingerissen werden, wenn er jeder Periode, jedem Satz und jeder Note desselben, durch die richtigsten Schattirnngcn des Piano und Forte, sein eigenes Licht oder Schatten giebt, wodurch Wahrheit und Leben auf alles verbreitet wird, jeder Theil des Etüks sich von den übrigen unterscheidet, und alle'zur Erhöhung des Ansdruks im Ganzen beytragen? Dann glauben wir eine überirrdische Sprache zu hören, und verlieren uns ganz in Entzüken. Diese AuStheilung des Lichts und Schattens im Vortrag ist nur das Werk solcher Virtuosen, die die musikalische Sprache und den Ausdruk des Vortrags völlig in ihrer Gewalt haben: denn hier ist es Nicht genug, Starke und Schwäche abzuändern, sondern sie muß durchgängig an Ort und Stelle, und allezeit in dem rechten Grade abgeändert werden. Die Regel, die der Mahler bey Austheilung seines Lichts und Schattens beobachtet, muß auch hier die Regel des Virtuosen styn. Die Hanptnoten. die Hauptphrasen, die Hauptperiodcn, muß er im Lichte stellen, das ist, er muß sie mit vorzüglicher Stärke hören lassen; allein übrigen hingegen, nachdem es mehr oder weniger einem Haupttheile nahe kömmt, muß er mehr oder weniger Schatten geben, nämlich in verschiedener Schwache vortragen. Bestimmteres läßt sich hierüber nichts sagen. Wer seinen Vortrag in Absicht auf diesen Theil des Ansdruks bilden will, muß hören, fühlen und lernen. Vor Da die Stärke und Schwache so viel zu dem Ausdruk im Vortrage beytragen, so ist leicht zu erachten, daß die Instrumente, auf denen gar keine, oder doch nur geringe Abänderungen des Starken und Schwachen gemacht werden können, zum ausdrnksvollen Vortrag sehr unvollkommen sind. In dieser Absicht ist das in allen andern Absichten so vollkommene Clavicembal eines der unvollkommensten Instrumente. Dieses und alles übrige, wodurch der Künstler, wenn er die übrigen Fertigkeiten besitzt, seinem Vortrag Ausdruk giebt, faßt die einzige Regel in sich: er muß sich in den Affekt des Stüks setzen. Nur alsdann, wenn er den Charakter des Stüks wol begriffen, und seine ganze Seele von demAiisdnlk desselben durchdrungen fühlt, wird er von diesen Mitteln zu seinem Endzwek, und tausend andern Subtilitäten, wodurch der Ausdruk oft noch über die Erwartung des Tonsetzers erhöhet wird, und die unmöglich zu beschreiben sind, Gebrauch machen; sie werden sich ihm wahrend dem Spielen cdcrSin- gcnj von sich selbst darbieten. Er wird die Noten so ansehen, wie der gerührte Redner die Worte; nicht in sofern sie Zeichen von den Tönen sind, die er hörbar machen soll, sondern in sofern eine Anzahl derselben ihm ein Bild von diesem oder jenem Ausdruk darstellet, dcwcr fühlt, und den er seinen Zuhörern eben so empfindbar machen will, als er es ihm selbst ist. Er wird einige Töne schleifen, andere abstoßen; einige beben, andere fest anhalten; bald den Ton sinken lassen, bald ihn verstärken. Er wird fühlen, wo er eine Note über ihre Lange halten, andere vor derselben absetzen soll; er wird sogar, wo es zur Verstärkung des Ansdruks dient, eilen oder schleopen ; sein Instrument oder seine Kehle wird in einem traurigen VäsAro lauter rühren- V o r de klagende ToncZ und Fortschreitun- gcn hören lassen, und in einem fröhlichen Allegro mir jedem Ton Freude verkündigen.. Welchen Zuhörer von Gefühl wird ein solcher Vortrag eines ailövrukvollen Stüks nicht unwiderstehlich mit stch fortreißen? Ein sol. cher Vortrag ist es, der auch oft mittelmäßigen Stufen Kraft und Ausdruk gicbt. Aber er ist auch höchst selten. Die Sucht, blos zu gefallen, wovon unsre heutigen Virtuosen so sehr angcstekt sind, laßt ihre Seele kalt bey jedem Vortrage; und werden sie würklich in Empfindung gesetzt, so treiben sie Galanterie mit ihren Empfindungen. Die rührendsten und nachdrüklichsten Stüke nehmen in ihrem Vortrag einen unmännlichen, tändelnden und manierlichen Schwung. Der feine Geschmak, sagen sie, verlange, daß das Ohr geschmeichelt werde; dieses könne nicht anders, als durch mancherley ncucrsonneuc, artige und gefallige Wendungen des Gesanges, und>durch gewisse angenommene Favorit- oder Modepassagen erhalten werden; als wenn das Ohr nicht geschmeichelt würde, wenn das Herz gerührt wird. Es ist daher kein Wunder, daß es der heutigen Musik so sehr an Kraft, Nachdruk und Mannichfaltigkeit des Ausdruks gebricht, und daß sie der altern Musik in dieser Absicht um vieles nachstehen muß, ob sie dieselbe gleich in dem sogenannten feinen Geschmak übertreffen mag. Dies sind juvcrlaßig die Früchte der Vernach- laßignng der Ouvertüren, Partien und Suiten, die mit Tanzstükcn von verschiedenem Charakter und Ausdruk angefüllet waren, wodurch die Spieler in allen Arten des Vortrags und des Ausdruks geübt, und festgesetzt wurden. Denn nichts ist würksa- mcr, den Vortrag des Spielers in dem Wesentlichsten, was zum Ausdruk erfodert wird, vollkommen zu bilden, als die fleißige Ucbunz m al- Vor ?ii len Arten der Tanzstükc *). Es versteht sich, daß hier von dem richtigen charakteristischen Vortrag derselben die Rede ist; denn si» wie man heut zu Tage, hin und wieder auch von großen Capellen, eine Ouvertüre, oder die Tanzstükc eines Kallers vortragen Hort, erkennt man die Pracht der Ouvertüre nicht, die daraus entsteht, daß der erste Satz derselbe» aufs schwerste vorgetragen, und die kurzen Noten, die darin vorkommen, aufs schärfste gerissen und abgestoßen werden, statt daß man sie heute der Bequemlichkeit oder des feinen Ge» schmaks wegen, vermuthlich auch aus Unwissenheit, zusammenzieht, und schleift; noch unterscheidet man in den Balletcn weder die Passcpied von der Menuet, noch die Mcnuct von der Chaconnc, noch die Chaconne von dcrPassecaille. Wer seinen Vortrag so bilden will, daß er jeden Ausdruk annehme, lasse sich von einem hierin erfahrnen Lehrmeister, oder auch allenfalls gcschiktcnTanz- mcister, in dem richtigen Vortrag aller Arten Tanzstükc unterrichten Die Tanzstükc enthalten das mehreste, wo nicht alles, was unsere guten und schlechten Stüke aller Arten in sich enthalten : sie unterscheiden sich von jenen blos darin, daß sie aus vielen zusammengesetzte Tanzstükc sind, die in ein wol oder übel zusammenhängendes Ganze gebracht worden, Man sage nicht, daß die Tanz- stüke keinen Gcschmak haben; sie haben mehr als das, sie haben Charakter und Aushruk. Hat der angehende Künstler erst inne, was dazu gehärt, seinem Vortrag Deutlichkeit und Ausdruk zu geben, dann wich ein richtiges Gefühl und die Anhörung guter Musiken, von gcschiktcn Männern vorgetragen, bald seinen Geschmak bilden. Was den feinen Geschmak betrifft, in sofern er blos die Ii) 4 Kitze- S. TanzffSke. ?IZ Vor Kitzelung des Ohrs zum Cndzwek hat, den kann er sich leicht nebenher erwerben; er ist so schwer nicht; und die Gelegenheit dazu wird ihm in den wöchentlichen Conccrten, oder an Hofen, nicht fehlen. Der gute Gcschmak verlangt aber, daß er von diesem nur einen sehr mäßigen Gebrauch mache. Dem angehenden Sauger rächen wir, sich unablaßig in dem guten Vortrag aller Arten von Liedern zu üben; sie sind malle» Absichten für ihn eben das, was die Tanzstüke den Spielern sind, und bedürfen daher keiner weitern Anpreisung. Die Schönheit, als die letzte Eigenschaft des guten Vortrages, die wir noch zu berühren haben, ist zum Thcil schon in jedem Vortrag, der Deutlichkeit und Ausdruk hat, inbegriffen: denn wer wird einem solchen Vortrag alle Schönheit absprechen? Sie macht aber eine besondere Eigenschaft des Vortrages aus, in sofern sie auf gewisse von der Deutlichkeit und dem Ausdruk unabhängige Annehmlichkeiten abzielt, die dem Vortrag überhaupt einen großem Reiz geben; oder in sofern sie Verzierungen in der Melodie anbringt, die dem Charakter und Ausdruk des Etüks angemessen sind, und wodurch die Geschiklichkcit desjenigen, der ein Stük vortragt, in ein größeres Licht gesetzt wird. Die Annehmlichkeiten der erstem Art sind: «) Ein schöner Ton des Jnstru- mcnts oder der Stimme, der, wie eine klare helle Aussprache in der Rede, den Vortrag ungemein verschönert. Mancher hat einen schonen Ton, ohne daß er sich viele Mühe darum gegeben hat; andre erlangen ihn erst durch vielfältige Bemühungen; und andere erhalten ihn niemals ganz schon. Der schönste Ton ist aber der, der jeden Ton des Ausdmks annimmt , und in allen Schattirungen des Forte und Piano gleichklar und B o r helle bleibt. Diesen muß der Künstler durch unablaßige Uebungen zu erlangen suchen. 2) Eine Ungezwungenheit und Leichtigkeit des Vortrages durchs ganze Stük. Der Künstler thut allezeit besser, solche Stüke vorzutragen, denen er vollkommen gewachsen ist, als solche, die er nur mit Anstrengung aller seiner Kräfte gut vorzutragen im Stande ist. Zu geschweige!?, daß er nicht allezeit gleich aufgelegt, oder auch wol furchtsam seyn kann, wodurch er leicht alles verderben konnte: so ist überhaupt ein völlig ungezwungener Vortrag jedem Zuhörer so angenehm, daß er weit lieber ein leichtcrcsStük so, als ein schweres Stük mit Mühe vortragen Hort. Er faßt überdcm in dem erster» Fall einen hohem Begriff von der Geschiklichkeit des Künstlers, weil er aus der Leichtigkeit seines Vortrages auf seine übrigen größern Fertigkeiten schließt, als in dem andern, wo er bald bemerkt, daß seine Kräfte sich nicht weiter erstrcken. z> Kann zu diesen Annehmlichkeiten des Vortrags füglich eineanstan- dige Stellung oder Bewegung des Körpers gerechnet werden. Es ist höchst unangenehm, wenn man den Mann, der uns durch scine-Töne bezaubert, nicht ansehen darf, ohne zu lachen oder unwillig über ihn zu werden. Ist diesem der größte Virtuos ausgesetzt, wie vielmehr der mittelmäßige? Man schütze nicht die Schwierigkeiten vor, die ohnedem nicht herausgebracht werden können. Bach, der große Ioh. Seb. Bach, hat, wie alle, die ihn gehöret haben, einmüthiglich versichern, niemals die geringste Verdrehung des Körpers gemacht; und man hat kaum seine Finger sich bewegen sehen. Was sind doch alle heutigen Schwierigkeiten auf allen Instrumenten und allen Singstimmen g-gen die, die dieser Mann vor drcpßig Jahren auf dem Clavier Vor Vor 7^; Clavier und auf der Orgel vorgetragen hat? Eher ließen sich gewisse leichte Bewegungen, die die Empfindung, wovon der Künstler beseelt ist, ihm ohne sein Wissen ablokt, entschuldigen. Aber weit gefehlt, daß wir den jungen Künstler hierauf aufmerksam machen sollten, rächen wir ihm vielmehr, sich gleich anfangs an eine ruhige und anständige Stellung zu gewohnen, und sich nicht mehr zu bewegen, als unumgänglich zu den: Vortrag nothig ist. Jedermann wird ihm alsdann, wenn sein Vortrag sonst gut ist, mit desto mehr Vergnügen zuhören, und zusehen. Daß diese Anmerkung den Theatersanger nicht angehe, bedarf wol kei- ner Erklärung. Diese Annehmlichkeiten gehen den Vortrag überhaupt an, und sind bey allen Stäken von allem und jedem Charakter und Ausdruk von gleicher Erheblichkeit. Ganz anders verhalt es sich mit den Verzierungen. Hierunter gehören: i) alle Manieren, die der Tonsetzcr nicht angezciget hat, und Veränderungen ganzer Satze; diese können nur m gewissen Stäken, wo sie würklich zur Verschönerung des Ausdruks dienen, angebracht werden: dergleichen sind die von zärtlichem, gefälligem, munterm Charakter und Ausdruk. In solchen Stäken können gute Verzierungen wesentlich werden. Sie müssen aber mit Maaße und unr da angebracht werden, wo der Tonsetzcr einen schik- lichcn Ort für sie gelassen hat: sie müssen von Bedeutung seyn, und den Charakter und Ausdruk des Ganzen annehmen, nicht alltägliche Schlendrians, die allenthalben angebracht werden können, und nirgends von Bedeutung sind: sie müssen ferner nicht wiederdieRegeln des reinen Satzes stoßen; sie müssen endlich mit der größten Delikatesse vorgetragen werden. Hiezu gehört aber Wertigkeit, Geschmak und Kenntmß der Harmonie.' Wer diese nicht in einem hohen Grade besitzt, sollte es sich niemals einfallen lassen, Veränderungen in einem Stük anzubringen» statt den Ausdruk zu verschönern, wird er ihn vielmehr verunstalten. Der Zuhörer von großem Geschmak hält sich überhaupt au dem, Wesentlichen des Ausdruks, und hörtauf die Verzierungen der Melodie nur obenhin, wenn sie gut sind; aber er wird aufs höchste unwillig, wenn sie nur einigermaßen schlecht sind. Dann giebt es Melodien, die schon an und für sich so schön sind, daß der geringste Zusatz von treu.der Schönheit ihnen alle eigenthümliche Schönheit benimmt. Ja einige Tonsetzer sind in ihrer Schreibart so exacc, daß sie alle und jede Verzierungen selbst anzeigen, und in Noten aussetzen: werden hier Manieren gnsManicren, Veränderungen auf Veränderungen gehäuft, so kömmt eine baroke Schönheit zum Vorschein, die mit Schellen und ransend bunte» Farben behängen ist. Uebcrhanpt vertragen alleStüke von pathetischem, großem und ernsthaftem Charakter uno Ausdruk, die schwer und nachdrüklich vorgetragen seyn wollen, durchaus keine Verzierungen. Key diesen ist es Schönheit, daß sie gerade sovor- getragcn werden, als sie geschrieben sind; zumal strenge und ausgearbeitete Stäke: desgleichen alle Stäke von sehr rührendem Ausdruk; es sey denn, daß der Tonfttzer eine nachlässige Schreibart asscctirt, wo gewisse kleine Veränderungen der vorgeschriebenen Melodie, und hinzugefügte Manieren, des guten Gesanges wegen, nothwendig werden. 2) Die Fermaten und Cadcnzen. -Wir wollen hier weder untersuchen, in wiefern sie überhaupt natürlich oder unnatürlich, dem Ausdruk zum Schaden oder Nutzen sind, noch darüber seufzen, wie sehr ihr übertne- Z)y ; bener 7»4 Vor bencr Gebrauch wider alle gesunde Vernunft streitet'). Das Ucdel ist einmal eingerissen. Jeder Sanger oder Spieler will zeigen, daß erFcr- maten und Cadcnzcn machen kann. Es ist wahr, sie werden ihm insgemein von dem Tonsetzer angezeiget; aber da die Ausführung derselben lediglich seiner Phantasie überlassen ist, so ist offenbar, daß der Tonsctzcr bey den Zeichen derselben nichts weiter denket, als: da doch Fermaten und Cadcnzcn gemacht werden müssen, so inag es hier geschehen. Sie sind folglich zum Ausdruk nicht nolhwcn- dig, und gehören unter die Verzierungen des Gesanges. Will der Sanger oder Spieler nun würklich einen gurcn Gebranch hievon machen, so muß es ihm nicht gleich seyn, wie er sie mache, vielweniger muß er'dabei) blos die Fertigkeit seiner Kehle o-der seiuer Finger zeigen wollen, denn dadurch wirb er den Seiltänzern ähnlich: sondern er muß ihiien den Charakter und Ausdruk des ganzen Sniks geben, und alles weglassen , was in diesen Charakter und Ausdruk nicht einstimmet; daneben müssen sie einen wolklingcnden, singenden und harmonisch richtigen Gesang haben, der das Gefühl der anschlagenden Harmonie, wenigstens dcs Baßtoues, über den die Fermate oder die Cadenz zusammengesetzt wird» nicht aas dem Gefühle bringt; sie müssen an sich so voller Affekt seyn, und mit so vielem Affekt vorgetragen werden, daß der Mangel der Taktbewegung ihnen ganz natürlich wird; und endlich müssen sie nicht zu lang seyn, damit die Taklbewegnng des Stüks nicht aus dem Gefühle ge- bracht werde. Bey Fermaten ist oft ein einziger effektvoller Ton, der etwas lange ausgehakten wird, und auf den ein paar kürzere folgen, die die Fermate beschließen, hinlänglich. Diese Eigenschaften geben den Ca- S. .Labenz IZP. S.qzi. Vor denzen und Fermaten einen Werth, und machen sie zu einem übereinstimmenden Thcil des Ganzen; alsdann können sie als Verstärkungen des Ausdruks angesehen werden, und der gute Gesehmak wird sich nicht mehr durch ihren Gebrauch beleidiget findeni Wie viel Spieler oder Sau- ger von Profeßion sind aber Tonsetzer genug, dergleichen aus dem Stegreif zu machen? Hieraus erhellet, daß die Schönheit des Vortrages nur alsdann von Werth scy, wen» sie der Deutlichkeit und dem Ausdruk zugesellet wird. Man begreift leicht, daß, wer diesen Stüken in allem, was er spielt oder singt, es sey leicht oder schwer, vollkommen Genüge leistet, nicht allein eine zur Musik geschaffene Seele, nämlich eine solche, die die verborgensten Schönheiten der Kunst zu ent- dckcn und zu fühlen im Stande ist, besitzen und von der Setzkunst selbst, wenigstens von den Regeln der Harmonie unterrichtet seyn muß, sondern auch erst durch unabläßige ttebung und große Erfahrung seinen Vortrag zu dieser Vollkommenheit gebracht haben kann. Doch ist hier allerdings ein Unterschied zu machen, umer solchen, die blos einige auswendig gelernte Stüke, die i men von guten Meistern gclchret worden, gut vor. zutragen im Stande sind, außerdem aber weiter keinen ihnen eigenen guten Vortrag haben; und unter solchen, die ihren Vortrag schon gebildet haben, und im Stande sind, alles, was ihnen vorgelegt wird, und »»cht außerordentlichcKräfte erfodert, deutlich, ausdruksvoll und schon vorzutragen. Jene sind entweder noch Schüler, die sich in dem guten Vortrag unterrichten lassen, oder aus der Schule gelaufene Halbvirtuose», die die Welt mit ihrer eingebildeten Virtü zu blenden gedenken: diese hingegen sind es, die den Namen der wahren Virtuosen verdiene»; und unter diesen V o r Vor 7lZ scn gebühret denen der höchste Rang, die »eben dem guten Vortrug t»e mehreste Fertigkeit im Rotenlehm und in der Ausführung Huben. Was bei) dem Vortrag des Acuta« tivs, der eine eigene Art ausmacht, besonders zu beobachten ist,! ist schon im Art. Gingen angezeigcc worden. -Ä- Von dem Vortrage in Vcr Musik überhaupt handeln: Gedanken über die Erecution, oder Ausführung musikal. Stücke, cjn Aufs, im Knt. Musikus an der Spree, S. 207. 1,5, ,zz. <—. An- merk. über den musikal. Vortrag, in A. Hillers Wöchcnt!. Nachrichten, v. I. 176s. S. >67. Vom I. 1767. S. 8? und i>c>. — Ein Aussah im itcn St. der Wahrheiten, die Musik betreffend, Fest, '779- 8. — Wegen des Vortrages, in Ansehung cinzeler Instrumente, s. den Art. Instrumentalmusik. Verzeichnung. (Musik.) Aie Art, wie man in geschriebenen Tonstuken durch die Zeichen * und b, im Anfang jedes Notcnsystems den Hauptron bezeichnet, in dem das Stük gesetzt ist. Nach der einmal eingeführten Art die Noten zu schreiben , stellen die auf und zwischen die Linien gesetzten Noten, wenn keine andere Zeichen dabey sind, blos die Tone der diatonischen Leiter L, I), L, ss, L, N, c u. s. f. vor; braucht man andere Tone, so müssen sie durch oder b, die auf oder zwischen den Linien stehen, angczeiget werden. Aber derselbe Ton kann so» wo! durchs, als durch K angezci- gct werden: denn sowol als bezeichnen die vierte Sayte unsers zusammengesetzten Systems, die einen halben Ton hoher als O, und einen halben Ton tiefer als L ist. Daher kömmt die Vcrschmdtichcit der Vorzeichnung. Folgende Methode, die Verzeichnung jedes Tones am natürlichsten zu bewerkstelligen, scheinet den Vorzug vor allen andern zu verdienen. Um zu wissen, wo und wie viel * vorzuzeichnen seycn, so fange man Key dem Ton Sdur, der gar keiner Vorzeichnung bedarf, an, und gehe davon auf die Durtone in der Ordnung der steigenden Quinten,, nämlich von S dur nach (ä dur; von da nach O dur; denn ^ dur u. s. f. und setze mit Beybehaltung der Vorzeichnung des vorhergehenden Tones, vor die Septime jedes Tones, ein so bekommt man der Ordnung nach die wahre Vorzeichnung aller dieser Töne in der großen Tonart, unh zugleich die Vorzeichnung für die weiche Tonart ihrer Untertcrzen, wie aus folgender Vorstellung erhellet: ^ ^ Lduc A mol. Ldur ssmol. vdur mol. A dur ssismol L dur Lis mol. dur Lis mol. ssis dur vis mol. Sis dur mol. Das letztere ist schon etwas äußerer, deutlich. Mit der Vorzeichnung durch b, nimmt man die Töne, wie die Ordnung nung der absteigenden Quinten siean- giebt, und setzet jedesmal vor die Quarte des Tones ein d; wie aus folgender Vorstellung zu sehen ist: so bekommt man wie vorher die beste Verzeichnung dieser Tone in verhärten, und ihrer blnterterzcn in der weichen Tonart. d^dur tDdur k mol. L mol. Ungewöhnlich ist folgende Verzeichnung. höchsten Vollkommenheit der Kunst einen Gegenstand mahlte, den kein Mensch in der Natur zu sehen verlangte, hat seine schatzbaren Talente so übel angewandt, als jener Thor, der die Kunst gelernt hatte, ein Hir- scnkorn allemal durch ein Nadelöhr zu werfen. In gleichem Falle wäre der Redner, ober> Dichter, dermis in den schönsten Worten und Perioden, oder in den wolklingcndsren Ver- ftn und mit der höchsten Leichtigkeit des Ansdruks, Sachen sagte, die kein Mensch hören möchte. Auf der andern Seite würde der beste Künstler sich vergeblich bemühen, einen unästhetischen Sroff zu einem Werk der Kunst zu bilden. Die an sich vortreffliche Geschichte des Herodstns, in (Schöne Künste.) »^s ist zu einem vollkommenen Künstler nicht genug, basier alle Talente und Fertigkeiten besitze, den Gegenstand, den er sich zu bearbeiten vPrgenommen hat, auf das genauest-.' darznstcllen; er muß auch den Werth des Gegenstandes, und seine Tüchtigkeit m Rüksicht auf den Ge- schmak zu bcgrtheilcn wissen. Es gicbt Gegenstände, die der Bearbeitung der Kunst nicht Werth sind; und andere,, die zwar nach dem inncrn Werth schätzbar, aber so beschaffen sind, dnsi sie durch keine Bearbeitung zu Werken des Geschmaks werden tonnen. Der Mahler, der in der W a h in den schönsten Versen vorgetragen, würde, wie Aristoteles sagt, dennoch kein Gedicht seyn. Hieraus folget, daß der Künstler sowol seinen Stoff überhaupt, als jeden Theil dcsselbcu in einer dopcl- ten Absicht zu beurthcilen, und zu wühlen habe. Einmal muß er darauf sehen, daß er keinen der Bearbeitung unwürdigen Stoff Wahle. Man muß für alle Künste zur Hauptuiariine der Wahl machen, was Vitruvius von Gcmahlden sagt: sie sepeu nichts lvcrrk, rvenn sie nur durch B.un!k gefallen "H. Hicvon haben wir im Artikel Run. ste hinlänglich gesprochen, und wollen unfre Künstler zum Ueberfluß noch auf die gute Lehre verweisen, die Cicero dem Redner giebt. **). Hernach abcr inuß der Künstler auch überlegen, ob der Stoff überhaupt, und jeder Theil desselben sich ästhetisch bearbeiten lasse, um ein Gegenstand des Geschmaks zu werden. Zu jenem wird Verstand und Veurthei- lung, zu diesem Geschmak crfodert. Mcngs hat angemerkt, daß Albere Dürer die Kunst der Zeichnung eben so sehr in seiner Gewalt gehabt, als Raphael, aber in Absicht auf den Geschmak nicht so gut zu wählen gewußt habe, als dieser. Oft findet ein Dichter ein Gleichniß, das vortrefflich paßt, und dennoch nicht kann gebraucht werden, weil es dem guten Geschmak entgegen ist. Darum sagt Horaz vom guten Künstler: — czuse ") ttegu« enim p!Üur?e prob-ri a«. kenr — s>s»gäe I'untelexüiiiesiibzrte. V>rr. I.. VII. c, 5. . ") 8umene res ei unr aut msxnikuäi. ne piselhviles. su, nnvilsrs pnm-e, «ul ipso sw^»I»,ee. Keque enim p,fv»e, nec usuarse, n°gue vul- xzr-z »clmi zcione, zut omnino Izuciiz ckxnüs viäsri solcar» Lic. in Lrur. Wah 717 — guzs Oelperzi rrstisirz iilcelcers poiks, relinguir. Der Künstler muß also nirgend leichtsinnig, oder unbcdachtsam das erste, was sich seiner Vorstellungskraft darbietet, nehmen; sondern al» lemal mit Sorgfalt untersuchen, ob es das ist, was es seyn soll, ob eS schon in seiner natürlichen Beschaffenheit hinlängliche, ästhetische Kraft hat, und ob es so ist, wie Vergüte Geschmak es erfordert. Je mehr Be- urtheilnng und Geschmak er hat, je besser wird er in beyden Absichten wählen. Noch ist bcy der Wahl der Materie überhaupt auch darauf zu sehen, ob sie zu der bcsondern Gattung des Werks, wofür sie dienen soll, bequem und schiklich sey. Es giebt Handlungen, die sich sehr gut zur Tragödie schiken, und schlecht zur Epopöe, und umgekehrt; Empfindungen, die man vortrefflich in einem Liede, und nicht wol schiklich in einer Ode vortragen könnte. Ist der Stoff nicht nur überhaupt interessant, zur ästhetischen Bearbeitung tüchtig, sondern auch noch für die Form des Werks schiklich, so wird einem guten Künstler die Ausführung nicht mehr schwer werden, --- Lu! lcA» porence, ecke res, dtec tacuuclw llelcrec buric nec lu- ciclus orllo. Die Dichter haben größere Sorgfalt bey der Wahl nöthig. Der Mahler, der übel gewählt hat, gefällt noch immer, wenn die Arbeit vollkommen ausgeführt, oder wenn der Gegenstand vollkommen dargestellt ist. Nicht darum, wie Du Dos nieynt, weil es schwerer ist, gut zu zeichnen, und zu mahlen, als einen guten Vers zu machen; sondern deswegen, weil eine vollkommene Nachahm,vng der Aehnlichkeit halber Wohlgefallen er- wekt S)> 7^8 W a h wckt *). In sofern aber der Dichter schildern will, hat er eben den Vvr- lhcil, daß gute Schilderungen auch von schlechten Sachen gefallen, mit dem Mahlcr gemein. Die Schilderung des alten Buches in Boile-'.us Amrin gefällt gerade aus dem Grunde, warum eine vollkommen gewählte Kröte gefallen würde. Der eben angeführte Schriftsteller rmtersuchr in einem besondern Abschnitt seines vortrefflichen und überall bekannten Werks über die schönen Künste*^), was einen Stög für die Dichtkunst und für die Mahlercy vorzüglich tüchtig mache. Aber er scheinet diese Materie nicht in das Hellesie Licht geselzt zu haben. Man kann die vorzügliche Brauchbarkeit eines Stoffs für jede Kunst durch das, was jeder Kunst wesentlich ist, genauer bestimmen. Für die Musik schikct sich nichts, als Aeußerungen der Leidenschaften ; sie kann ihrer Natur nach weder Gedanken, noch sichtbare Gegenstände schildern **'°). Für den epischen Dichter ist die Schilderung einer Sceue, wo viel Menschen zugleich müssen beobachtet werden, wenn man den zwekmaßigcn Eindruk davon haben soll, ungleich weniger schiklich, als für den Mahler; und die Aussicht, die ein Landschaftmahlcr vorzüglich wählen könnte, weil sie im Ganzen übersehen die beste Würkung thut, möchte sich sehr schlecht für den schildernden Dichter schiken. So hat jede Knust etwas, das die Wahl des Gegenstandes bestimmen kann. Wir habenabcr das, was wir hierüber anzumerken hatten, theils in den Artikeln über besondere Künste, theils in denen über die besonder» Gattungen der Kunstwerke, bereits angeführt. *) S. Achnlichkcit. ") Ncklexian» lur I» poelie et!, pein. rure, Lcü. XIII. -*) Man sehe, was aus diesem Grund über die Wahlwcs Stcffs für die Oper, in dem Artikel wper ilt erinnert werde», W a h Wahrheit. (Schöne Künste.) Ast Richtigkeit unsrcr Vorstellungen. Diese sind wahr, wenn das, was wir für möglich oder würklich halten, in der That so ist; falsch und irrig sind sie, wenn das, was wir für möglich oder würklich halten, es nicht, oder nicht in der Art ist, wie wir es uns vorstellen. Wahrheit ist also Vollkommenheit, Irr. thum Unvollkommenheit unfrer Erkenntnis: durch jene bekommen miste Begriffe, Gedanken und Urtheilc die Realität, Wirklichkeit oder Wahrung »), die den Probierstein aushalten; durch diesen sind sie schimärisch, eingebildet, ungegründet, oder gar widersprechend. Wahrheit wird mich von der Vollkommenheit einer Schilderung, Abbildung oder Beschreibung gebraucht. Bcydc Bedeutungen kommen im Grund nur auf eine. Denn unste Vorstellungen sind auch Abbildungen aus einer möglichen, oder wörtlichen Welt. Daher nennt Leiblich die Begriffe und Gedanken, Abbildungen Oes Zusammengesetzten in Sem Einfachen. Ehe wir von dem Vcrhaltniß der Wahrheit gegen die schönen Künste sprechen können, müssen wir sie in ihrem allgemeinen Vcrhaltniß gegen den Geist betrachten. Von unfern Vorstellungen hängen die meisten, wenigstens die wichtigsten unsrcr Empfindungen ab, und unste Handlungen bekommen ihre Richtung von ihnen. Jrrthum oder falscher Wahn erzeuget eitle, wie von leeren Phantomen verursachte Empfindungen. Vergnügen und Verdruß, die sie mit sich ") Währung bedeutet auch die völlig« Richtigkeit des Inhalts der Mecalli und Münzen. Wähvung, Wahrheit, und Gewähre, sind Wirker von einer Gt«inmwurjel. Wah sich führen, sind vergeblich; und vcr- lohrcn sind die Handlungen, die von Irrthum ihre Richtung bekommen. Umsonst und eitel ist Freude und Traurigkeit, die von Aberglauben und fal- schein Wahn erzeuget wird, wie die Freude eines Dürftigen, der im Traume reich geworden; Handlungen und Unternehmungen, die von Irrthum geleitet werden, sind mühsame Reisen nach eingebildeten Ländern, sie führen nicht zum Zwecke. Höchst wichtig, vielleicht allein wichtig ist also die Wahrheit dem Menschen; und seinem wahren inneren Interesse kann nichts mehr entgegen seyn, als Irrthum. Keine Wohlthat ist größer, als den Irrenden zurccht zu weisen; keine Misse- that strafbarer, als Menschen in Irrthum zu verleiten. Der Geist des Menschen kennet kein anderes Gut, als Wahrheit; und Irrthum ist das einzige Uebcl, das ihn betreffen kann. Alles sittliche Elend hat seinen Ursprung darin. Weil die Wahrheit das einzige Gut des menschlichen Geistes, seine würk- liche Nahrung ist: so muß auch alles, was die schönen Künste dem Verstand und der Einbildungskraft vorlegen, auf Wahrheit gegründet seyn. Der unmittelbare Zwck der schönen Künste ist Lebhaftigkeit, oder Stärke der Vorstellung; durch die Bearbeitung des Künstlers bekommen unsre Vorstellungen Kraft, Leben und Würksamkeit. Waren sie falsch, oder zielten sie aufJrrthum ab: so würden sie um so viel schädlicher, je lebhafter wir sie gefaßt haben. Darum ist Kenntniß und Liebe der Wahrheit eine wesentliche Eigenschaft eines rechtschaffenen Künstlers; und sehr richtig urtheilte jener Spartaner, der einem Sophisten, welcher sich rühmte, seine Zuhörer alles glauben zu machen, was er wollte, antwortete: Deym Himmel! es giebt keine Runst, und es wird nie eine Aunsk W a h 7«<> seyn, deren Grund nickt Lvahrkelt sey *)! Der Künstler, der die Wahr- heit nicht kennt, oder sie gering schätzt, ist ein desto gefahrlicherer Müsch; weil das, was er uns sagt, oder vorhält, starken Eindrnk auf uns macht. Je größer die eigentlichen Kunst- talentc sind, je wichtiger ist es, daß der Künstler die Wahrheit erkenne und liebe. Zwar liegt die Erforschung und Entdekung der Wahrheit außer der Kunst; sie ist dcr Zwck der Philosophie: aber wichtige Wahrheiten fühlbar zu machen, ihnen eine wür- kende Kraft zu geben, sie dem Geist unauslöschlich einzuprägeu, dies ist die edelste 'Anwendung dcr Kunst. Es ist noch zweifelhaft, ob der Philosoph, der wichtige Wahrheiten cnt- deket, oder der Künstler, dcr sie dcr Menge fühlbar macht, und sie zum Gebrauch ausbreitet, dem menschlichen Geschlecht einen wichtiger» Dienst leiste. Die Werke der Kunst, die Irrthum, falsche Meynungcn oder Vorurrheile über wichtige Gegenstände begünstigen, gleichen einer äußerlich schönen und Lüsternheit erwekew- den Frucht, die vergiftet ist; den Künstler aber, der seine Talente auf einen schimärischen, nicht auf Wahrheit, ober Realität gegründeten Stoff verwendet; der seine Vorstellungen aus einer nicht würklichcn, sondern blos eingebildeten Welt nimmt, und ihnen keine Beziehung auf die würk- lichc giebt, köchncn wir in keinen Hähern Rang stellen, als den, den wir den Dienern dcr Ueppigkeit anweisen, die die Tafeln dcr Reichen mit Früchten versehen, die aus Wachs gemacht sind. Damit wollen wir dem Künstler den blos erdichteten, aus einer nur in seiner Phantasie vorhandenen Welt genommenen Stoff keinesweges verbieten. Er kann uns Sccnen aus einer 5) ?Iui,rcb. 7 so W a h einer Feenwclt schildern, kann Thiere reden lassen, kann ein Elpsium und einen Tartarus, ein Paradies und eine Holle bilden, wie es seine Phantasie verlangt; aber unter dieser äussern Schale muß Wahrheit liegen; wir müssen in dem Bilde der erdichteten Welt die wahre sehen können. Nur der Stoff ist schimärisch und ohne Wahrheit, in dem wir nichts von der Beschaffenheit der wahren Welt erkennen; der ein bloßer Traum ohne Deutung ist. Dieses bedarf keiner umständlichen Erklärung; denn für den Künstler, der hieraus noch nicht merken kann, was wir durch einen erdichteten, aber sich auf Wahrheit beziehenden Stoff verstehen, ist dieses Werk nicht geschrieben. Wahrheit muß also bey jedem Werke der Kunst zum Grunde liegen; und je wichtiger, je brauchbarer diese Wahrheit ist, je schätzbarer ist sein Stoff. Der Künstler also, der auf die Hochachtung der Welt einen Anspruch machen will, frage sich selbst, so oft er ein Werk an den Tag legt, was wirst du nun damit ausrichten? Wozu wird das, was du andern so lebhast in den Geist und in die Phantasie einprägest, dienen? Ueber welche Angelegenheit werden die Menschen nun richtiger, oder würksamcr denken, als vorher; welchen nützlichen Begriff werden sie sich nun lebhafter vorstellen, welche heilsame Empfindung wird ihnen gewöhnlicher werden? Was wirst du überhaupt in den Vorstellungen der Menschen berichtiget, oder aufgeklärt, oder würkfam gemacht haben? Ist der Künstler ein Mann von Verstand und Kenntniß, so werden dergleichen Untersuchungen ihm über den Werth seiner Arbeiten das nörhige Licht geben. Wahrheit, auch ohne Rüksicht auf ihre Brauchbarkeit, in sofern sie Vollkommenheit der Schilderung oder Vorstellung ist, gehört zum ästhetischen Stoff, weil sie Vergnügen W a h würkt. Ein an sich gleichgültiger in der Natur vorhandener Gegenstand, den ein Mahler nach der völligen Wahrheit geschildert hat, macht allemal Vergnügen; und es ist um so viel größer, je schwerer es ist, die Wahrheit der Schilderung zu erreichen, weil dazu mehr Talent, mehr Vollkommenheit im Künstler erfordert wird. Wenn es also Vergnügen macht, eine Landschaft i» der völligen Wahrheit der Narur von dem Mahlcr geschildert zu sehen , und wenn das Vergnügen noch größer ist, einen lebenden Menschen nicht blos in seiner äußern Gestalt, sondern nach seinem Charakter, und mit seinen Gedanken im Gcmähl- de zu crbliken, so muß das größte Vergnügen daraus entstehen, wenn die redenden Künste schwere, sehr ver- wikcltc Begriffe, und schwer zu ent- dekende Wahrheiten, leicht und einleuchtend darstellen; denn dazu schellten die größten und wichtigsten Talente H'fvderc zu werden. Wenn wir gewisse sehr verwikcltc Gegenstände der sittlichen Welt lange mit Aufmerksamkeit und Nachforschen betrachtet und untersucht haben, ohne ihre wahre Beschaffenheit erkannt zu haben, oder ohne daß es uns geglükt hat, unser Urchcil darüber auf eine befriedigende Weise festzusetzen: so macht es uns ein ausnehmendes Vcr- . gnügen, wenn ein tiefer denkender und. glüklichcr forschender Kopf uns auf einmal den Gegenstand in einem hellen und faßlichen Lichte zeiget. Kein Künstler hat es so wie der Redner und Dichter in seiner Gewalt, uns durch Entdekung oder Vortrag der Wahrheit mit Lust und Vergnügen zu durchdringen. Mich dünkt, daß man den Dichtern, die uns abstracte oder spccula- tivc Wahrheiten, deren Entdekung selbst dem Philosophen die größte Mühe macht, sehr einleuchtend vortragen, zu wenig Recht widerfahren läßt. Nach meinen Begriffen istPope W a h in seinem Versuch voin Menschen kein geringerer Dichter, als Hemer in seinen mit Recht bewunderten Schilderungen der Menschen und der Sitten. Man muß bedenken, was für erstaunliche Schwierigkeit es hat, Wahrheiten von der Art, wie die tiefen philosophischen Spcculatjonen über die sittliche Beschaffenheit der Welt sind, sich einfach, hell und höchst faßlich vorzustellen. Wir treffen oft bey Pope, Hallcr, Iuvenal, Horaz und andern Dichtern kurze Denksprüche, Lehren und Bilder an, die uns eine Menge Gedanken, die wir lange sehr unbestimmt, verworren, dunkel und schwankend gefaßt hatten, in einem überaus hellen Licht und in der höchsten Einfalt darstellen , und die wir für bewundruugs- würd-ge Schilderungen der Wahrheit halten muffen. Daß sie als ästhetische Gegenstände weniger geschätzt werden, als poetische Schilderungen sichtbarer Gegenstande, kommt blos daher, daß weniger Menschen im Stande sind, ihre Wahrheit einzusehen, als die Wahrheit dieser andern Schilderungen bekannterer Gegenstände. Von der Wahrheit, in Beziehung auf Sie schonen Rünfte überhaupt, handeln, unter mchrern: I. Riedel (Im,-reu Abschn. s. Theorie decsch.Kfie. von Wahrheit, Wahrscheinlichkeit und Erdichtung.) — I. C. Ä>onig (Im ;tcn Abschn. S. 019. s. Philosophie der sch. Künste von der ästhetischen Wahrheit) Von der dichterischen Wahrheit: Vinc. Gravitia (Im >rcn Abschn. de» ersten Buches s. ltog. pver. äel ver» e sei talw, sei resle e gel linro.) — A. Muratori (Im -Jen, ntcn u. iscen Kap. des ersten Buches, und im 4ten Kap. des oten Buches s. llertecrs pnefio.) -» Racine (Im 6tcn Kap. s. lietlex. tur Is poetie, S.-5Q. AuSg. v. 1747.) Im sten Vierter Theil. W « h Bande der Iris findet sich ein Aussatz über die poetische Wahrheit. — lLd. Tarham (In s. Llisre. ans Lcole ok Vrurb, l.vuä. 179». 8. » Bde. handelt ein Abschn. von der poct. Wahrheit.) — Bon der Wahrheit in der Mahle- rey: de Piles ((In seinem tchui-5 äs ?sinr. S. oz. Amst. 1767. Ii. äu Vr-i cisns 1s ?cinnire.) — C. Junker (In seinen Grundsätzen der Mahle, rev, S.u;.) -- Wahrscheinlichkeit. (Schöne Künste.) Aas Wahre ist für die Vorstellungskraft, was das Gute für die Begehrungskraft ist. Wie wir nichts begehren können, als in sofern wir es für gut halten, so können wir auch in die Masse unsrer Vorstellungen nichts aufnehmen, als was wahr scheinet. Darum ist Wahrscheinlichkeit in dem, was die Werke der Kunst uns vorstellen, eine wesentliche Eigenschaft. Es ist nicht genug, daß das, was der Künstler uns sagt, oder vorstellt, wahr, oder in der Natur vorhanden sey; wir müssen es auch für etwas würkliches, oder mögliches; oder glaubwürdiges halten; denn sonst wenden wir gleich die Aufmerksamkeit davon ab, als von einem Gegenstand, den wir weder fassen, noch für würklich halten können. Deswegen soll die erste Sorge des Künstlers darauf gerichtet seyn, daß der Gegenstand, den er uns vorzcich- net, wahrscheinlich sey, daß wir ihn für etwas gedenkbarcs, oder würkliches halten. Diese Wahrscheinlichkeit ist im Grunde nichts anders, als die Möglichkcir, oder Gedenkbarkeit der Sache. Es kann dem Künstler gleichgültig seyn, ob der Gegenstand, den er schildert, in der Narur würklich vorhanden sey, oder nicht; ob das, was er erzahlt, würklich geschehen sei), oder nicht. Es ist nicht seine Absicht, uns vori dem, was vor« 3 Z Händen? 722 Wah Händen, oder geschehen ist, zu unterrichten; sondern die Vorstellungskraft, oder die Empfindung lebhaft zu rühren. Ist das, was er uns vorstellt, nur gedenkbar, nur möglich, so kann er unbekümmert seyn, ob es auch in der Natur irgendwo vorhanden sey. Ein paar Beispiele werden hinlänglich seyn, uns eines mühsamen Beweises, daß in den Künsten das Mögliche die Stelle des Wörtlichen vertreten könne, zu überheben. Der unmittelbare Zwek des Künstlers ist allemal, entweder die Vorstellungskraft, oder die Empfindung lebhaft zu rühren. Hiezu ist das Mögliche eben so schiklich, als das Würkliche. Klop- stok will uns einen sehr lebhaften De-' griff von der Gcmnthslage geben, in der sich Raiphan nach einem satanischen Traume befindet, und bedienet sich dazu des Gleichnisses eines in der Fcldschlacht sterbenden Goueslaug- uers: Wie tief in der Fcldschlacht Sterbend ein GoäteSläugncr sich wälzt; u, s. f. ') Hier ist es völlig gleichgültig, ob jemals ein solcher Fall wörtlich vorgekommen sey, oder nicht; genug, daß das Bild gedenkbar und paffend ist. Ware nie ein Atheist in der Welt gewesen , oder wäre nie einer in diesen Umstanden umgekommen, so dienet dennoch das Bild, da wir es uns lebhaft vorstellen können, um das Gc- genbild mit großer Lebhaftigkeit darin zu erblikcn. Zum Zwek des Dichters war Möglichkeit und Würklich- keit völlig eincrley. Eben so verhalt es sich, wenn Empfindungen zu cr- wckcn sind. Ob ein solcher Mann, wie Homer den Ulysses schildert, in der Welt vorhanden sey, oder nicht: genug, daß wir uns ihn vorstellen können; die bloße Vorstellung ist hinlänglich, unsre Bewundrung zu cr- wekcn. "*) Also können durch das blos ") Meßias IV Ges. S. -Täuschung. Wah Mögliche Vorstellungskraft und Empfindung eben so lebhaft, als durch dasWürkliche gerührt werden. Das Erdichtete ist so gar oft weit sebik- licher, als das Wörtliche; denn oft ist dieses wegen Mangel einiger Umstände, die darin verborgen bleiben, nicht gcdenkbar. Es geschehen bisweilen Dinge, die unmöglich scheinen, da man seinen eigenen Augen nicht traut, wo eine Würkung ohne Ursache scheinet. Dergleichen Dinge, wenn sie auch noch so gewiß wären, nimmt die Vorstellungskraft ungern an. Darauf gründet sich die Vorschrift des Aristoteles, daß der Künstler oft das erdichtete Wahrscheinliche dem wörtlich Wahren, aber Unwahrscheinlichen vorziehen soll. Der Künstler hat demnach, ohne die mühsamen Untersuchungen, die der Philosoph und der Geschichtschreiber nvthwcndig vomehmcn müffn, wenn sie die Wahrheit finden wollen, nöthig zu haben, nur diese einfache Regel zu beobachten: daß alles, was er vorstellt, in der Art, wie er es vorstellt, wörtlich gcdenkbar sey. Er darf nur darauf Acht haben, daß in den Dingen, die er als vorhanden vor, stellt, nichts widersprechendes, und in dem, was er als geschehen beschreibt, nichts ungegründctes vorkomme. Es ist aber nicht genug, daß die Sachen ihm selbst gcdenkbar seyn, sie müssen es auch für die seyn, für die er arbeitet. Deswegen muß in der Darstellung der Sachen keine wesentliche Lüke bleiben. Man kann eine wörtlich vorhandene, oder eine geschehene Sache, die man selbst gesehen Hat, folglich nicht nur als möglich, sondern auch als würklich begreift, so bösehrci- bc», daß es andern unmöglich fällt, sie sich vorzustellen. Dieses geschieht, wenn man aus Unachtsamkeit in der Beschreibung oder Erzählung einige wesentliche Dinge weglaßt, die man doch dabey gedacht hat; oder wenn die Worte und andere Zeichen, deren man W a h man sich bedienet, etwas anderes ausdenken, als wir haben ausdeuten wollen. Darum ist es nothwcndig, daß der Künstler, nachdem er sein Werk entworfen hat, es hernach mit kalter Uebcrlegnng betrachte, um zu cntdeken, ob kein zur Faßlichkeit oder Glaubwürdigkeit nöthiger Umstand übergangen worden, und ob er jedes einzcle würkiich so ausgedrükt habe, wie er es gedacht hat. Man sollte denken, daß kein verständiger Mensch, und ein Künstler muß doch nothwendig ein solcher seyn, etwas vortragen, oder schildern werde, das er selbst nicht begreift, oder das so, wie er es vortragt, nicht begreiflich ist. Es scheinet demnach ganz unnothig zu seyn, dem Künstler weitläustig von der Beobachtung des Wahrscheinlichen zu sagen, das so leicht zu bcurtheilen ist. Da es aber auch dem verständigsten Künstler aus mehr als einer Ursache begegnen kann, daß er unwahrscheinliche Dinge vorträgt, so scheinet es uns wichtig genug, daß wir vier Hauptquellen dieses Fehlers anzeigen. i. In der Hitze der Arbeit versäumet man gar oft, gewisse Dinge zu bemerken, wodurch eine Sache unmöglich, oder unwahrscheinlich wird, und man glaubt etwas zu begreifen, das andere nicht annehmen können; weil ihnen Zweifel dagegen entstehen, die der Künstler in der Hitze der Einbildungskrast übersehen hat. Wir finden beym Plautus gar oft, daß Sklaven ihre Herren auf eine völlig unwahrscheinliche Art betrügen; und es ist uns unmöglich, die Aufführung dieser Leute zu begreifen. Denn da es ihnen nothwendig das Leben kosten müßte, wenn der Betrug an den Tag käme, dabcy aber nicht die geringste Wahrscheinlichkeit, oder Ver- mnthung vorhanden ist, daß er verborgen bleiben könne, so laßt sich Wah 72z auch nicht gedenken, daß diese Leute sich so unbesonnen der augenscheinlichen Gefahr gehenkt oder gckreuziget zu werden, blos stellen sollten, wie doch wirklich geschieht. Der Dichter hatte schon einen außerordentlichen Fall, wodurch der Betrug verborgen bleiben sollte, sich vorgestellt; und die ganze Jntrigue kam ihm so comisch und sosehr unterhaltend vor, daß er versäumt hat, die Ueberle- gung zu machen, daß der Sklave ganz unnatürliche und unglaubliche Dinge thue. Kein Mensch wird so unsinnig seyn, einen andern, dessen Gewalt man unterworfen ist, auf das ärgste zu beleidigen, in Hoffnung, daß ein Werrerstrahl ihn tobten werde, ehe er Zeit habe, die Beleidigung zu rächen. Und doch handeln die Sklaven in den Comödicn des Plautus nicht selten so; und dadurch wird die ganze Vcrwiklung oft völlig unwahr. Eben so unwahrscheinlich ist es, daß jemand sich in eine gefahrliche Unrer- nehminrg einlasse, der nur ein plötzlicher, höchst ungewöhnlicher Zufall einen guten Ausgang geben könnte. Darum merkt Dauoignac wol an, daß ein plötzlicher Tod durch einen Schlagstuß, oder Wetterstrahl, so möglich auch der Fall ist, ein schlechtes Mittel wäre, die VerwUluug des Drama aufzulösen. Aber in der Hitze der Arbeit denkt der Dichter nicht allemal an diese Bcdcnklichkeilcn. Eben so ist es gar nicht ungewöhnlich, daß Mahler solche Fehler gegen die Perspectiv begehen, dadurch ihre Vorstellung völlig unmöglich wird. Sie haben in der Hitze der Arbeit vergessen, die Wahrheit der Zeichnung in Rükficht auf die Perspectiv zu untersuchen. Deswegen -st kaltes Prüfen eines entworfenen Planes eine nokhwcndige Sache. 2. Oft verwechselt man die Zeichen, wodurch man seine Gedanken ausdrükt, glaubt etwas auezudrü- kcn, das man würklich sehr klar und Zz 2 bestimmt 724 W ah bestimmt denkt, und drukt doch etwas anders aus. Ich erinnere mich, daß einem sonst ganz verstandigen Manne, bey einer im Frühjahre lang anhaltenden Dürre die Worte entfuhren : Xvenn uns doch Oer Himmel bald mit einem rvarmen, rrokenen Regen erfrecwn wollee! Cr dachte etwas Würkliches und Wahres; sagte aber etwas Unmögliches und Ungereimtes. Dieses kann auch jedem Künstler in der Warme der Empfindung begegnen. Darum ist es nicht genug, daß unsre Gedanken oder Vorstellungen der Wahrheit gemäß seyen; wir muffen auch versichert seyn, daß wir gerade das ausgcdrükt haben, was wir dachten. Und der Künstler hat sorgfältig zu untersuchen, ob auch andre bey Betrachtung seines Werks das denken, oder empfinden werden, was er dabey gedacht und empfunden hat. z. Der Künstler drükt nie alles aus, was er sich bey der Sache vorstellt. Geschichet es, daß er etwas wesentliches, oder etwas, wodurch die ganze Vorstellung begreiflich wird, wegläßt, so hat er etwas wahres gedacht, und stellt uns etwas, das wir nicht annehmen, nicht für wahr halten können, vor. Oft wird eine ganze Handlung durch einen einzigen kleinen Umstand wahrscheinlich; wird dieser ans Versehen weggelassen, so verwerfen wir die ganze Erzählung davon, als etwas falsches. Darum muß der Künstler sorgfältig untersuchen, ob er anch von allem, was er bey Schilderung der Sache gedacht hat, nichts Wesentliches weggelassen habe. Was wir leichte von selbst zur Wahrscheinlichkeit hinzudenken können, kann er ohne Bedenken weglassen; aber wo ein nicht zu errathcn- der Umstand zur Glaubwürdigkeit der Sache nothwendig ist, da muß er ausdrükltch angeführt werde». Ein in den Sitten und in der Staatsverfassung der Römer unerfahrncr Wah Leser des Livius, oder Tacitus, wird manche wahrhafte Erzählung dieser Gcschichtschreibcr als unglaublich verwerfen. Diese Männer schrieben für Leser, denen das, was zur Glaubwürdigkeit solcher Erzählungen notb- wendig ist, völlig bekannt war; darum hatten sie nicht nöthig, dieser Dinge zu erwähnen. Dinge, die an sich, wenn man Zeit und Orr und andre Ncbenum- stände nicht in Betrachtung ziehet, Unglaublich sind, werden ganz begreiflich, wenn man jene zufällige Dinge dabey vor Augen hat. Nur geht es nicht allemal an, dieser Dinge da, wo sie zur Glaubwürdigkeit uothwendig sind, zu erwähnen; und in diesem Falle müssen sie vorher an einem schiklichen Orte ausdrüklich angeführt, oder doch durch Winke angedeutet werden. Ist etwas ausserordentliches, das ein Mensch thut, aus den Umständen der Sache selbst unbegreiflich, so kann der Grund in etwas, das vorhergegangen ist, oder in dem ganz besondcrn und seltenen Charakter der Person liegen. Zn solchen Fallen muß man vorher, ehe der Sache erwähnt wird, auf eine schikliche Weise das, was zur Be- greiflichkeit der Sache dienet, irgend- wo einmischen, und so die Glaubwürdigkeit der Sache vorbereiten. In einem Trauerspiel retten sich zwey Personen durch Schwimmen aus einem Schiffbruch, die eine fragt die andere, ob sie auch ihre Schätze gerettet habe: ja! antwortet sie, o« sie nur in ^urveelen bestehen, so habe ich sie in Scn Düsen gesteckt. Durch Erwähnung der Inweelen wollte der Dichter die Rettung des Schatzes begreiflich machen. Aber er hätte dieses Umstandcs eher, an einem schiklichernOrte und überhaupt ans eine natürliche Weise erwähnen sollen. Denn so, wie er es hier thut, ist die Sache völlig unnatürlich. Wenn Wah Wenn die Erzählung oder Vorstellung einer Handlung in völliger Wahrscheinlichkeit erscheinen soll, so muß man die Veranlassung, die Charaktere der Personen, das Interesse jeder derselben, und überhaupt alles, was als würkcude Ursache dabei) schn kann, genau kennen. Der epische Dichter kann uns gar leicht und sch-klich von allen diesen Dingen unterrichten, aber dem dramatischen wird dieses oft sehr schwer. Daher entstehen die wichtigsten Fehler gegen die Wahrscheinlichkeit. Es ist höchst anstößig, wenn Personen, die in wichtigen Angelegenheiten handeln, Reden in den Mund gelegt werden, die dlos für den Zuschauer dienen. Denn sie führen den offenbarcsten Widerspruch mit sich; wir sollen einen Menschen für den Orestes, oder Agamemnon halten, und seine Reden verrathen einen Schauspieler! Man lasse lieber den Zuschauer in einigem Zweifel über die Gründe und Ursachen depen, was er sieht oder Hort» als daß man auf eine so schr unschik- liche Weise die Zweifel hebt- Man muß sich durch die Sorge, wahrscheinlich zu seyn, nicht zu der größten Unwahrscheinlichkcit verleiten lassen. Der Dichter muß dem Zuschauer zutrauen, daß er verschiedenes von selbst einsehen und bcgrci. feu werde. Verschiedene dramatische Dichter beweisen darin eine so übertriebene Sorgfalt, daß sie gar oft, wenn eine neue Scene bevorsteht, auf die unnatürlichste Weise uns durch die handelnden Personen sagen lassen, wer der sey, der nun erscheinen wird. 4. Mangel an Erfahrung und Kenntniß der Welt, ist auch eine der Quellen des Unwahrscheinlichen. Eine blos philosophische, oder psychologische Kenntniß des Menschen ist nicht hinreichend, Personen von allerlei) Stand und Lebensart nach ihrer besondern Art zu denken und zu han- Wah 725 dein, natürlich zu schildern. Keine Theorie ist dazu hinreichend. Nur durch langen Umgang mit solchen Menschen gelanget man dazu. Jeder Stand, jedes Land, jedes Zeitalter hat seine eigene Begriffe, Vorur- theile, Maximen und Handlungsart; wer sie nicht genau kennt, muß noth- wendig in manchem Stük unwahrscheinlich werden. Ueber das Wahrscheinliche im Drama setze ich noch diese allgemeine Anmerkung hinzu. Man muß bcy der dramatischen Handlung zwey Arten von Wahrscheinlichkeit wol unterscheiden; man konnte sie mit dem Namen der physischen und metaphysischen bezeichnen. Zil jener gehören die Einheit der Zeit, des Orts, die Dauer der Handlung und dergleichen zufallige Dinge; zur andern die Handlungen, Entschließungen, Reden, Charaktere u. s. f. Die Erfahrung lehret, daß dix Verletzung der physischen Wahrscheinlichkeit weniger anstoßig ist, als ein Fehler gegen die metaphysische. Daß eine Handlung, wozu nach dem gewöhnlichen Lauf der Dinge 24 Stunden crfodert werden, in drcy Stunden vorgestellt wird, beleidiget so nicht, als wenn ein Mensch ge- gen seinen Charakter handelt, oder etwas sagt, das er natürlicher Weise in den Umstanden, worin er sich befindet, nicht sagen konnte. Die Ursache hievon scheinet diese zu seyn, daß wir uns leicht eine Welt vorstellen können, wo alles geschwinder gcschiehct, als in der gegenwärtigen; da wir im Gcgcnthcil uns keinen Menschen vorstellen konneil, der sich entschließt, oder der handelt, ehe der Beweggrund dazu vorhanden ist. Diese zwey Arten der Wahrscheinlichkeit gründen sich auf die zwei) Arten der Wahrheit, die zufällige und die norhwenSige. Das Un- Zj z wahr- .726 W ah W e ch wahrscheinliche der ersten Art ist möglich; das von der zweylen Art scheinet unmöglich; daher ist es so anstößig, daß keine Nachficht dafür statt findet. Von der dichterischen N?abrschcin. lichkci't überhaupt handeln, unter Mehrerin Vinc. Gravina (vcl vcriümi- je e gel convenevole» im ztcn Abschn. s. llsgiune poec.) — Ant. Ä.. dl^ura- tori (Im 6tcn und 7teil Kap. des -teil Buches s. Ferreira pnclls.) — I. D. Dubos (Im -ztcn Abschn. des iten BdS. f. llcstex. (?rir. tue !z llnciic crc. S, L-9 der Dresd. Ausg.) — I. C. Gottsched (Das 6le Kap. des iten Theils s. Cril. Dichtkunst handelt von der Wahrscheinlichkeit in der Poesie.) — I. ?. Vreitinger (Im 6ten Abschn. des ersten BdS. S. leg. s. Critischen Dichtkunst.) — F. Marmomel (Im ><-tcn Kap. des ersten BdS. s. llucr. llisnc.Sc Z74. der Ausg. von 176z.) — )oh. 2ld. Schlegel (bey s. Vatteux, S. syz. Slnmcrk. ,-z. AuSg. von >770.) — — Won der Xvahrschcinlichteit im epischen Gedichte: N. le Dossn n!re »in koeme exigue. Auch gehören noch im Ganzen das igte und izte Kap. in« ersten Buche dieses Werkes, llvs skkions ve,i» rsbics clonr les recirs konr »lcs tsbles, Und »kes sdkiuns steinees, »konr les rccirs konr dillorigues hicher.) — — Bon der U?ahrscheinlichiicrt in dramatischen Gedichten: Frc. Hcöclin (Im sten Kap. des aten Büches s. llr-r. clu llkbesree; mit welchem das 6te Kap. des rrsten Buches, ciu melsnge cie le rc- prekenrgriou svcc la verirc cle I'etiion rliesrrsle zu verbinden ist.) — Ch. Battenx (In d. -ten Bde. s. Einleitung, S. 218. AuSg. von 1774.) — Das ?5te Kap. des külszi upon rde prclenr klare ok rkielAc-irrex, handelt ok rrurk -niet «robsdllir)- in ckrzmsric llocms. — I. Äern. M. Clement (J>n -tcn bls 4t«a Kap. h. erst. ThlS. s. Schr. äe l» 1°rs- g^stie.) — Cailhava (Das -6te Kap. dcS iten BdS. s. s^rc 4tcn s. Betracht, über die Mahlcrcy.) — S. übrigens die, bey dem Artikel Wahrheit angeführten Schriftsteller. —- Wechselnoten. (Musik.) Dieses Wort ist eine Ucbcrsetzung des italiäiiischenAttsdruks Note csm. brüte, »nd bedeutet die Noten oder Töne, die den unregelmäßigen Durchgang machen, wovon an seinem Orte gesprochen worden.*) Es scheinet, man habe durch diesen Ausdruk anzeigen wollen, daß die Töne des unregelmäßigen Durchganges mit andern verwechselt worden, oder die Stelle andrer Töne einnehmen. Man kann sie als Vorhalte der gleich darauf folgenden Töne ansehen. Aber von den eigentlichen Vorhalten, denen wir den Namen der zufälligen Dissonanzen gegeben haben, fiild fie doch sehr verschieden. Denn die Wechselnoten müssen ans der Zeit des Takts, auf der sie vorkommen, in die Töne übergehen, an deren Stelle sie gestanden haben, da die eigentlichen Vorhalte erst auf der folgenden Zeit aufgelö- set werden. Dann können die Wechselnoten frey angeschlagen werden, da die wahreil Vorhalte nothwendig vorher müssen gelegen haben; und endlich können die Wechselnoten so- wol ans guten, als schlechten Tatzeiten vorkommen, da die Vorhalte nur an die gute Zeit allein gebunden sind. Das *) S. Durchgang. Wer Das Dissoniren der Wechselnoten wird bey der Bezifferung nicht angedeutet, und sie werden in dem begleitenden Generalbaß nicht mitgespielt. Ueber den Gebrauch dcrWcch- ftlnoten, und die dabey zu beob- achtende Vorsichtigkeit empfehlen wir den Anfangern das 14 und 15 Ca- pitel in Murschhaufcrs hohen Schule der Composition nachzulesen, da wir kein Buch kennen, darin das, was von richtiger Behandlung der Dissonanzen zu beobachten ist, besser als in dieftm angezciget und ausgeführt würde. Werke des Geschmaks; Werke der Kunst. Nus den von uns angenommenen Begriffen über das Wesen und die Bestimmung der schonen Künste muß auch der Begriff eines vollkommenen Werks der Kunst hergeleitet werden. Ein Werk also, das den Namen eines Werks der schonen Kunst behaupten soll, muß uns einen Gegenstand, der seiner Natur nach einen vortheil- haften Einfluß auf unsre Vorstellungskraft, oder auf unsre Neigungen hat, so darstellen, daß er einen lebhaften Eindruk auf uns mache. Demnach gehören zu einem Werke des Geschmaks zwei) Dinge: eine Materie, oder ein Stoffvon gewissem ümern Werth, und eine lebhafte Darstellung desselben. Der Stoff selbst liegt außer der Kunst; seine Darstellung aber ist ihre Würkung: jener ist die Seele des Werks; diese macht ihren Körper aus. Nicht die Erfindung, sondern die Darstellung des Stoffs, ist das eigentliche Werk der Kunst. Durch die Wahl des Stoffs zeiget sich der Künstler als einen verständigen und rechtschaffenen Mann, durch seine Darstellung als einen Künstler. Bey Beurtheilung eines Werks der Kunst müssen wir also zuerst auf den Stoff, und he» Wer 727 nach auf seine Darstellung sehen. Dieser Artikel hat die Festsetzung der allgemeinen Grundsätzej nach welchen ein Werk in Ansehung dieser Heyden Punkte zu beurthcilen ist, zur Absicht. i. Hier ist also zuerst die Hrage, wie der Stoff, den der Künstler zu bearbeiten sich vornimmt, müsse beschaffen seyn. Nach unfern Grundsätzen muß er einen vorthcilhaftcn Einfluß auf die Vorstellungskraft, oder aufdie Neigungen haben. Dieses kann nicht anders geschehen, als wenn er unser Wolgefallen an Voll- kommcnheit, Schönheit und Gute befördert, oder nährt und unterhalt. Hat der Stoff schon in seiner Natur, ehe die Kunst ihn bearbeitet, diese Kraft, so hat er die Wahrheit, oder Realität, die bey jedem Werke der Kunst muß zum Grund gelegt wer. den.*) Wählt der Künstler einen Gegenstand, der keine von diesen Kräften hat; stellt er das nicht Vollkommene, nicht Schöne, nicht Gute, als vollkommen, schön und gut vor: so ist er ein Sophist; sein Werk wird ein Hirngespinst; ein Körper von Nebel, der nur die äußere Form eines wahrhaften Werks von Ge- schmak hat. Anstatt unsre Neigung zum Vollkommenen, Schönen und Guten zu nähren und zu bestärken, zielet es darauf ab, uns leichtsinnig zu machen, und uns-dahin zubringen, daß wir uns an dem Schein begnügen. Wie die alten Philosophen aus der Schule der Lrisiikev durch ihre subtilen Vernunftschlüsse, ihre Schüler, nicht zu gründlichen Forschern der Wahrheit, sondern zn Zankern machten: so macht ein solcher Künstler die Liebhaber, für die erarbeitet, zu eingebildeten windigen Virtuosen, dienie aufdasJnncre der Sachen sehen, wenn nur das Acus- sere da ist. 3; 4 Es S. Wahrheit, 728 Wer Es ist uM so viel wichtiger, daß der Künstler die wahre Realität seines Gegenstandes mit Ernst suche, da der Schaden, der aus der frevelhaften Anwendung der Kunst entsteht, höchst wichtig ist. Ein Volk, das durch sophistische Künstler verleitet worden, steh an dem Schein zu begnügen, verliert eben dadurch den glüklichen Hang nach der Realität, den die schonen Künste vermehren sollten. Ein angenehmer Schwätzer wird für einen Lehrer des Volks, ein artiger Narr oder Bösewicht wird für einen Mann von Verdienst angesehen. Wären die Werke des Ge° schmaks der ehemaligen Künstler in Eybaris bis auf uns gekommen: so würden wir vcrmuthlich darin den Grund finden, warum ein Koch, oder eine Putzmacherin bey diesem Volk höher geschätzt worden, als ein Philosoph. Ich kenne keine freventlichere, verächtlichere Geschöpfe, als gewisse Kunstliebhaber sind, die mit Entzüken von Werken des Geschmaks sprechen^ die nichts als Kunst sind; die 'in Eemählde von Tcinicrs, blos wegen der Kunst, den unsterblichen Werken eines Raphaels vorziehen. Sie sind Virtuosen, wie jener Narr bey ^.iscov durch seine Abhandlung über eine gcfrorne Fensterscheibe sich als einen Philosophen gezeiget hat. Also wird die Kunst allein, wenn sie in der Wahl des Stoffs von Vernunft verlassen ist, höchst schädlich; weil sie Wolgefallen au eitelen und unnützen Gegenständen crwekt. Es ist eine citele Verthcidigung solcher Kunstwerke, daß man sagt, sie dienen zum Vergnügen und zu angenehmen Zeitvertreibe. Der Grund hätte seine Richtigkeit, wenn dieser angenehme Zeitvertreib nicht eben so gut durch Werke von wahrem Stoff könnte erreicht werdeg. Darin besteht eben die Wichtigkeit der Kunst, daß sie uns an nützlichen Dingen Vergnügen finden läßt. Wer nnsre W e r Meynung über den Werth der Kunstwerke von schimärischem Stoff übertrieben findet, dem antworten wir mit dem Quintilian: Sollten wir das Landgut für schöner halten, wo wir lauter Lilien und Violen und er- götzendeWasscrkünste sehen, als das, das uns Rnchthum von Feldfrüchtcn und mit Trauben beladenc Weinreben zeiget? Sollten wir den unfruchtbaren Platanus und schön geschnittene Myrten, den mit Weinreben prangenden Ulmen und dem fruchtbaren Oelbanm vorziehen?*) Man kann die Werke der Kunst in Ansehung des Stoffes m dreyClassen abtheilen. Er ist nämlich l. ergötzend, oder unterhaltend; 2. lehrend-, oder unterrichtend; z. rührend, oder bewegend. Von diesen ist der ergötzende am Werth der geringste; choch deswegen nicht ver. ächtlich. Er ist nicht blos darum schätzbar, daß er, wie Cicero in Rnksicht auf die redenden Künste bemerkt, gleichsam das Fundament der Kunst ist, **) sondern auch deswegen , weil jedes Vergnügen, das auf wahre Vollkommenheit und Schönheit gegründet ist, seinen wahren inncrn Werth hat, indem es un- ste Lust an dem Vollkommenen und Schönen unterhält: der lehrende Stoff scheint der wichtigste, weil Kenntniß oder Aufklärung das höchste ezo funclum cMriore-n purem, in quo m>ki qui- ollenclerir Ulis er violss, er umoenoz tonres surxenres, quam udi pieriu metlis, >>ur grzves sru- etu vires erunc? Lerileoi plumnum, rontus^uc m^rrsz. quzm muiiism ul- nnim er oberes o!eus prucopruveiim? c^ivr, Inr. I., VIII. c. z, L>us rorius xenens, quc>6 zruece d.-r-'tk.-»!'/»-»- oommuiur, quoä quul» zrl intpicirnitum, seleUunonis caul» compururum eli, (kormum) nun com» plcÄ-rr hoc remporc?io?i ?»o-t «ee/i- Leiiits /it i r/? eiiim ,//a ejus oruroris > quem inkolmare vvlu- wus. Lic. Oraivr. W e r sie Gut ist: der rührende gefällt am durchgangigsten, und scheinet in der Behandlung der leichteste. Wer ein Werk des Geschmaks in Absicht auf seinen Stoff bcurtheilcn will, darf nur, nachdem er es mit hinlänglicher Aufmerksamkeit betrach- >tet hat, auf den Gcmüthszustand Acht haben, in den es ihn versetzet hat. Fühlt er sich von irgend etwas, das vollkommen, oder schon, oder gut ist, stärker gereizt als vorher; cm, pfiiidet er einen neuen, ungewöhnlichen Schwung etwas gutes zu suchen , oder sich etwas Bösem zu widersetzen; hat er irgend einen wichtigen Begriff, irgend eine große, edle, erhabene Vorstellung, die er vorher nicht gehabt; oder fühlet er die Kraft einer solchen Vorstellung lebhafter als vorher: so kann er versichert seyn, daß das Werk in Ansehung des Stoffs lobenswerth ist. 2. Nach dein Ctoff kommt die Darstellung desselben in Betrachtung, wodurch das Werk eigentlich zum Werke des Geschmaks wird. Sie crfodert eine Behandlung des Stoffs» wodurch er sich der Vorstellungskraft lebhaft einpräget, und in dauerhaftem Andenken bleibt. Beydes setzet voraus, daß das Werk die Aufmerksamkeit stark reizen, und durchaus unterhalten müsse. Denn die Lebhaftigkeit des Emdruks, den cin Ge. genstand auf uns macht, ist insge. mein dem Grade der Aufmerksamkeit, mit dem er gefaßt wird, angemessen. Das Werk muß demnach sowol im Ganzen, als in einzelenTheilcn uns mit unwiderstehlicher Macht gleichsam zwingen, uns seinen Emdrükcu zu überlassen. Darum muß weder im Ganzen, noch in den einzele» Thei.'en nicht nur nichts anstoßiges, oder widriges seyn; sondern alles muß Ordnung, Richtigkeit, Klarheit, Lebhaftigkeit und kurz jede Eigenschaft haben, wodurch die Vorstellungskraft vorzüglich gereizt wird. Wer 729 Es muß ein einfaches leicht zu fast sendcs unzertrennliches und vollständiges Ganzes ansmachcn, dessen Thcile natürlichen Zusammenhang und vollkommene Harmonie haben. Man muß bald sehen, oder merken, was es seyn soll; weil die Ungewißheit über diesen Punkt der Aufmerksamkeit gefährlich wird. Je bestimmter man den Hauptinhalt ins Auge faßt, und je ununterbrochener die Aufmerksamkeit vom Anfang bis zum Ende unterhakten wird, je vollkommener ist das Wert in Absicht auf die Darstellung. Dieses sind allgemcincFvderungen, die aus der Natur der Sache selbst fließen, und gar nichts willkürliches haben. Für welches Volk, für wcl- ches Wclcalter, ein Werk gemacht fty, muß es doch die erwähnten Eigenschaften haben. Allster dem muß auch die Kritik nichts fodcrn, und dem Künstler weder in Ansehung der Form, noch in Rüksicht auf das besondere der Behandlung, Gesetze vorschreiben. Tsitlt er jenen Federungen genug, so hat ihm über die besondere Art, wie er es thut, Niemand etwas vorzuschreiben. Jedes Volk und jedes Zeitalter hat seine Moden und seinen besondcrn Ee- schniak in dein Zufälligen; und der Künstler thut wol, wenn er ihm folget. Aber dieses Zufällige läßt sich nicht durch Regeln festsetzen. Wie man von einem Kleide als nothwen- dige Eigenschaften fodcrn kann, daß es die Zheile^ die einer Bcdekung bedürfen, bcdekc, daß es commode sey, und gut sitze, übrigens aber keine Art der Kleidung, die dieseEigcn- schasten hat, verwerflich ist, sie sey franzosisch, englisch oder polnisch: so muß mau es auch mit den Werken des Geschmaks halten. Ein Ge- mählde kann in seiner Art vollkommen seyn, ob es in Wasserfarben oder mitOelfarben gemahlt sey; und eine Ode kann eine hebräische oder gric- Zj 5 ch^e 7Z0 W i 5 chische Form haben, und in der ei« neu so gut als in der andern vor, trefflich fty». Wiederholung. (Redende Künste.) Eine Figur der Rede, die darin besteht, daß in einem Satz eln Wort, oder ein Gedanken des größern Nach- druks halber wiederholt wird. Mir müssen, sagt Cicero, sie Sacke mit Viesen: Mann Ourck Rriez ausma- ckcn; ja ourck Rriez, cmvzwar ohne Verzug.''') Diese Wiederho- lung hat hier die Würkung einer zuversichtlichen Behauptung ! als wenn der Redner dadurch einen Einwurf dlos durch nochmalige Behauptung widerlegt hatte. Die wenlgcnWor- tc sagen eben so viel, als diese: Durch Krieg — ?ck übereile mick „ickt; ick weiß, was ick sage; so hitzig es sckcincn mockle, es bleibt »ms kein anvcr Mittel übrig. In starken Leidenschaften, wo man mir Heftigkeit etwas wünschet, oder verabscheuet, ist die Wiederholung sehr natürlich, Meg, weg oamir! ist eine sehr gewöhnliche Formel derer, die etwas lebhast verabscheuen. Von ausnehmendem Nachdruk ist die Wiederholung in folgender Erzählung von der Niobe. Dlcim» relrsdsr, guzm coro corpore m?cer, l'orn velke rcgenz: ?///»/- relinijuej De mulris potco, clsma. vir, er «»a»?. Wenn in dem Vortrag bey der Wiederholung auch die Stimme starker, oder affectreicher wird; so kann sie große Würkung thun. .Aber eben deswegen muß diese Figur sehr sparsam und nur da ge- 5) Lum doc tt, dello, belloinquzm» iZeceriznäum eit, istgus conkeltim, Viulipp. V. »Z. W i e braucht werden, wo der Affect am höchsten gestiegen ist. Es gicbt noch andere Arten der Wiederholung, die auch andere Würkung thun: sie scheinen uns aber nicht wichtig genug, daß wir sie hier anzeigen sollten.^') st Summarische Wiederholung. (Beredsamkeit.) Ast das, was die griechischen Lehrer der Redner nannten, und was auch im Lateinischen ssecs- pitulatio heißt, nämlich eine bcpm Beschluß der Rede vorkommende kurze Wiederholung dessen, was in der Abhandlung vollständig ausgeführt worden. Quintilian beschreibt die Sache nach seiner Art, kurz und bündig. „Eine Wiederholung und Zu- sammcnhäufung der abgehandelten Sachen, die das vorhergehende wieder ins Gedächtniß bringt, und den Inhalt der Rede im Ganzen darstellt, und wodurch das, was einzeln nicht hinlänglich gewürkt hat, ilzt zusammengefaßt, seine Würkung thut.'*) Diese summarische Wiederholung ist ein höchst schweres, aber sehr wichtiges Stük des Beschlusses. Man muß nicht nur das, was weitläuftig ausgeführt worden, in seinen wesentlichen Theilcn kurz zusammenfassen; sondern den Sachen auch eine neue Wendung und größere Lebhaftigkeit geben, damit es nicht scheine, als wenn man das Gesagte noch einmal, so wie es schon gesagt worden, wie- derho- ") S. !nr. Inikir. 1^. IX. c. z L, -z. tecz. ") Kerum rcperirio er conArezruiu c>uiie ßrzecc avaxkDsXool-i,/, » quidusciiun lariucnmm c»»,»crnt,i>, er meninrizm juüicls reticir er ror»m limu> crruftm psnir »ire oeuins, er, crirrmli per ünxul» min»? moverru, lurb» vüier. In lt. v. Vl. c. i. W i s verholen wolle, welches langweilig und verdrießlich seyn würde. Bei) dieser Wiederholung muß der Redner weder sich in eine neue Erzählung oder Beschreibung, noch in ei- ncn neuen Beweis einlassen, sondern voraussetzen, daß der Zuhörer das Vorhergehende hinlänglich gefaßt habe, und nun alles mit einem einzigen Blik, und aus einem neuen Gesichtspunkt, wieder übersehen wolle. Darum berührt er bey dieser Wiederholung nur das Wesentlichste, mit großer Kürze, in dem zuversichtlichsten Ton und mir voller Wärme des Ausdruks. Dieses crfodert gerade den stärksten Redner; denn es ist viel leichter, einen Beweis methodisch zu führen, oder eine umständliche Erzählung zu machen, als das kräftigste davon in wenig Worten zusammen zu fassen. Duintilian führet die Peroran'on, oder den Beschluß der letzten Rede des Cicero gegen den Verres zum Muster einer vollksmnic- nen summarischen Wiederholung an: sie ist in der That höchst pathetisch. Jungen Rednern ist eine ganz besondere Uebung in diesem Tbcile der Kunst zu empfehlen. Sie können die Reden des Demosihcnes und Cicero dazu nehmen, und versuchen, den darin abgehandeltcnMatericn, durch summarische Wiederholung, neue Kraft zu geben. Sie müssen dabey voraussetzen, daß die Zuhörer durch die Abhandlung hinlänglich überzeuget, oder gerührt scheu, und bedenken, daß es nun darum zu thuu sey, dieser Ucb;rzeugung oder Rührung den letzten Nachdruk, und das wahre Leben zu geben. Dieses kann nicht anders geschehen, als wenn sie selbst in volles Feuer der Empfindung gesetzt sind. Denn im Grund ist die- serThcil der Rede nichts anders, als eine sehr schnelle und lebhafte Aenße- rung dessen, was man itzt, nachdem der Redner dasEcinigc gethan hat, fühlt. Wie 7Zi Wiederlegung. (Beredsamkeit.) M?an wiederlegt einen andern, wenn man die Falschheit dessen, was er gesagt, oder behauptet hat, zeiget. Eigentlich ist jeder Beweis, und jede Verthcidignng eine Wicdcrlcgung. Wir betrachten aber hier die Sache nicht in diesem allgemeinen Gesichtspunkt, noch ist nnsre Absicht hier ausführlich zu zeigen, wie eine förmliche Verthcidigungsredc beschaffen seyn müsse. Wir nehmen das Wort in dem eigentlichem Sinn, und sprechen von der Widerlegung, als einem besonder» Theil einer Rede, der gegen einen bcsondem Theil einer andern Rede gerichtet ist. Diese Bedeutung geben die Lehrer der Redner dein W orte *). Es wird durchgchcnds für schwerer gehalten, etwas zu wie« dcrlegen, als einen Satz geradezu zu beweisen. O.uintilian sagt, es sey eben so viel leichter, einen anzuklagen, denn zu verlheidigcn, als es leichter ist, zu verwunden, denn zu heilen. Wir haben bereits anderswo**) angemerkt, daß es sehr leicht sey, die Menschen von etwas zu überreden, wenn sie gänzlich unpartheyisch, oder uncingenommcn sind. Bey der Wiederlegung wird immer vorausgesetzt, daß man schon ein Vorurthcil gegen sich habe. Dieses muß durch die Widerlegung völlig zernichtet werden, ehe der Zwei der Widerlegung kann erreicht werden. Es ist aber unsre Absicht hier gar nicht, den sophistischen Rednern zu zeigen, wie eine würkliche Wahrheit könne verdächtig gemacht, oder so verdreht werden, daß der Beyfall, den *) Nii'utstw Ucberredunii. 7Z2 W i e den andre ihr gegeben, jh? genommen werde. Nichts macht einen Redner bei) Verständigen verächtlicher, als wenn er offenbaren Wahr, heilen falsche Vernunftschlüsse cntgc. gen setzt, oder sie durch ein schimmerndes Wortgeprängc verdächtig zu machen sucht. Wir setzen voraus, daß b'os der Jrrthum wicderlcgt, und das ungegründete Vorurtheil soll gehoben werden. Cicero setzetdrc>) Arten derWieder- legnng. >. Entweder, sagt er, verwirft man das Fundament, worauf der zu widerlegende Satz gegründet ist; 2. oder man zeiget, daß das, was daraus geschlossen worden, nicht daraus folge; z. oder man setzetdem Vorgeben, oder dem Satz etwas entgegen, das noch mehr, oder doch eben so viel Sehe»! har. Hernach merkt er an, daß oft der Scherz un- gemein viel zur Widerlegung bey- trage *). - Die bcydcn ersten Fälle der Wiederlegung haben statt, wenn das, was man wiederlegen will, den wirklichen Schein der Wahrheit, oder einen scheinbaren Beweis für sich hat. In diesem Fall ist entweder das Fundament, worauf der vermcynte Beweis sich gründet, oder der Schluß, der daraus gezogen wird, unrichiig; folglich muß die Widerlegung auf eine der zwcy ersten Arten geschehen. Ist aber das, was man wiedcrlcgen soll, ein bloßes Vorgeben, eine Behauptung, die durch keinen Beweis unterstützt ist: so kann es auch nicht wol anders, als aus die dritte Art widerlegt werden. So wicderlcgt Hckror den Polydamas, der wegen H Xelillenäum - zur iis, guze campro- b-näi eju-czulii sumuurur, repieben- clenäis; zur UsmuiUte-Nlle, iä quvll conclurlc e illi velinr non effici «x pi n. pl'tnis, uecelle c-nlcguens; »urzft-. renrlum lr> contrsrism pzrrem, guus sir zur ^rzviuz. zur zcrjue Ai-zve. —. V-lieminrerr szepe uülis jecus, er kz- ceuiie. In 0r»r. W i e eines bösen Zeichens die Fortsetzung des Streits abrathet, durch zwei, Worte: Dan beste Zeichen für uns ist, daß wir für da» Vaterland streiten *). Zu dieser Art der Widerlegung sind die Machtsprüchc vortrefflich**), die mehr würkcn, als wcitlauftige Gegenbeweise. Was Cicero von der guten Würkung des Scherzes anmerkt, bezieht sich hauptsächlich ans diese Art der Widerle- gung. Denn wenn man eine Mey- nung lacherlich machen kann, so getraut sich nicht leicht jemand, ihr beyzupfiichtcn. Als ein gutes Vcy. spiel hivon kann die Antwort angeführt werden, die Hannibal dem Gisko gegeben, der eine fürch.'crllche Beschreibung von dem römischen Heer gemacht hatte. „Das ist frorst cl> merkwürdig, sagte der Heerführer ; aber das Sonöerbaroste da« bcp ist dieses, daß unter so viel tausend Römern keiner CZisko heißt!" Freylich macht der Spott oder Scherz allein keine Widerlegung, und muß auch nirgend gebraucht werden, als wo völlig ungegründete zugleich ungereimte Meynungen, oder Behauptungen, die schädliche Wirkungen haben konnten, abzuweisen sind. Pey jeder Widerlegung hat man sorgfaltig zn bedenken, worauf eigentlich die Wahrscheinlichkeit, oder Glaubwürdigkeit dessen, was man wiederlegen will, beruhe. Denn dieses ist der eigentliche Punkt, worauf es bcy der Wiederlegung ankommt. Man ist geneigt, etwas falsches für wahr, oder etwas unwichtiges für wichtig zu halten, entweder weil scheinbare Gründe dafür vorhanden sind; oder weil die Sache mitnnsern Vorurtheilcn, oder Neigungen übereinstimmt; oder endlich, weil man für die Person, die die Sache behauptet, eingenommen ist. Hat man ent- ") II.XII. vs. :4z. ") S. Machlsprüch. W i e entdeket, aus welcher dieser drey Quellen die Glaubwürdigkeit entspringt: so weiß man auch, wogegen man bey der Wiederlegung zu arbeiten hat. Widerschein. (Mahlercy) Ein Schein, oder eine Farbe, die nickt von dem allgemeinen eine Scene erleuchtenden Lichre, wie das Sonnenlicht, oder das Tageslicht ist, son- dern von der hellen Farbe eines in der Nahe liegenden Körpers, verursachet wird. Wer das, was wir von dem Lieble überhaupt angemerkt haben*), gefaßt hat, weiß, daß die Farben der Körper nichts anders sind, als das von ihnen zurükprallende Licht, das in unscrin Auge das Gefühl ihrer Farben verursachet. Nun kann die Farbe eines Körpers so helle seyn, daß sie nicht bloS auf unser Auge, sondern auch auf die Farbe der nahe gelegenen Körper ihre Würkung lhut, und diese in etwas verändert. Man kann nämlich jede helle Farbe als ein Licht ansehen, das auf andere, ohnedem schon sichtbare Körper fallt, und auf deren Farben mehr oder weniger Einfluß hat. Dassel- bige Kleid verändert seine Farbe um etwas, wenn die Wände des Zimmers, darin wir sind, sehr weiß, oder sehr gelb, oder sehr rolh sind! weil die helle Farbe der Wand als ein Licht auf das Kleid fallt, und also norhwendlg eine Acndcrung darauf verursachet. Wenn also Gegenstande von man- chcrley Farben neben einander liegen, so bekommt jeder nicht blos das allgemeine Licht des Tages» oder der Sonne, das auf alle zugleich fallt; sondern einige empfangen auch das besondere Licht der Farben der neben ihnen liegenden Körper, oder Wieder» ') Im.Artikcl Licht. W i e 75; scheine. Deswegen ist dieKenntniß der Wicderscheine ein wichtiger Thcil der Theorie des Mahlers. l Zwar möchte mancher denken, der Mahler, der nach der Natur mahlt, und seiner Kunst gewiß ist, harre keine Theorie des Lichts und des Wiedcr- scheincs nöthig; er dürfte nur mahlen, was er sieht. Aber die Sache verhalt sich ganz anders. Wenn wir den Landschastmahler ausnehmen, so wird kein Gegenstand gerade so gewählt, wie der Zufall in der Natur ihn den Augen des Mahlcrs darstellt. Er wählt Stellung, Anordnung. Einfallen des Lichts, und auch die Dinge, die als Nebensachen zu Hebung der Hauptgegcnstände ins Gemählde kommen. Je richtiger seine Kcnnt- niß des Wiedcrschemcs ist, je besser wählt er jcden Umstand zur Verschönerung des Colorits. Auch da, wo der Künstler sich ganz an die Natur hält, kann er ohne thcoiccischcKennt- niß des Lichts und der Wnderfchcine nicht einmal alles, was zur Farbe der Körper gehört, sehen; wenigstens bemerkt er es nicht so, daß er >m Stande wäre, die Naruc genau nachzumachen. Also ist schon zu völlig genauer Beurtheilung ocr Fackelt, die mau in der Natur vor sich sieht, cine Kcunlniß des Lichts und der Wiederscheine nolhwendig. Sehr richtig hat Cicero bemerkt, daß die Mahler in den Schatten und in den hervorstehenden Theilcn der Körper viel mehr sehen, als andere *). Da cS aber unnölhig ist, die Wichtigkeit der Lehre von den Wiederscheinen wcit- läustig zu beweisen, so gehen wir, ohne uns langer hiebe,) aufzuhalten, zur Sache selbst. Der Grundbegriff zur Theorie des Wiedel scheines ist d,. Vorstellung, daß jeder Gegenstand von Heller Farbe als ') (Zuzin mulii vlllenr piÄnres in um- br.5 er in eininenris, czuae nos nvn vi^LMUS! I». IV. 7Z4 Wie als cm Licht anzusehen sey, das seine Farben gegen alle Seiten verbreitet. Nun muß aber alles, was zur Theo- rie der Kunst von dem Licht überhaupt angemerkt worden ist, auf jeden hellen Gegenstand zur Kenntniß der Widerscheine besonders angewendet werden. Da kommt nun hauptsachlich die Stärke des wiederscheinendcn Lichtes, und seine Würkung auf die Farben der Körper, darauf es fallt, in Betrachtung. Eigentlich und die Sache mit mathematischer Genauigkeit betrachtet, verbreitet jeder sichtbare gefarbteKor- per sein Licht, das ist, feine Farbe, auf alle um und neben ihm stehende Gegenstände, so wie ein angezündetes würkliches Licht alles umstehende erleuchtet: aber die Würkung des Widerscheines ist nur unter gewissen Umstanden merklich. Dieses muß aus der allgemeinen Theorie des Lich.ts beurthcilct werden. Die Erleuchtung eines Körpers ist um so viel größer, i. je Heller und brennender das Licht an sich selbst ist; 2. je näher es an dem zu erleuchtenden Gegenstand liegt, und z. je geraderes auf scine Flache fallt. Dieses ist aus der Theorie des Lichts überhaupt bekannt *). Hiezu kommr 4. bei) dem Widerscheine, als einem zweyten Lichte, noch die Beleuchtung des Gegenstandes von dem Hauptlichr in Betrachtung. Denn je Heller das Hauptlicht auf einer Stelle ist, je schwacher ist daselbst die Würkung des Widerscheines. Das Licht einer angezündeten Kerze, das bey Nacht große Würkung thut, ist beyrn hellen Tag« von keiner Würkung. Ucberhaupt muß in Ansehung dieses vierten Punkts festgesetzt werden, daß das widerscheincndc Licht nur auf die Stellen einen merklichen Einfluß hat, die Merklich dunkcler sind, als dieses widerscheinende Acht selbst. E. Licht. W i e Diese vier Punkte sind die wahren Grundsatze, aus denen der Mahler abnehmen kann, wo der Einfluß der Widerscheine merklich werde. Eine genaue mathematische Ausführung der Sache würde ein eigenes Werk ei sodern ; und ein solches Werk seh, lct »och zur Vollständigkeit der Theorie der Mahlerei). Wir wollen also nur zur Probe einige Hauptfälle, wo jene Grundsätze können angewendet werden, anführen. Alis dem vierten Punkt folget über. Haupt, daß die Widerscheine nur in den Schatten und halben Schatten recht merklich scpn können. Zwar nimmt jeder helle Körper, von einem nahe an ihm liegenden merklich helleren etwas, Licht an; abcr der Unterschied der Helle zwischen dem wie- derscheincnden, und dem schon vorher vorhandenen Lichte muß schon sehr beträchtlich fey», wenn die Würkung des Widerscheines in die Augen fallen soll. Je dunkler also die Schatten sind, je merklicher ist auch der Einfluß der Wiederscheine. Sie sind also das Mittel, den Schatten einige Klarheit und Annehnilichkcit zu geben. Ohne sie würde» die ganzen Schatten schwarz, und die halben Schatten kalt und matt seyn. Daher muß der Mahler sorgfältig sey», die'Anordnung so zu machen, daß die dunkeln Stellen desGemähl- des natürlicher Weise durch Widerscheine belebt werden können. Dieses ist einer der wichtigsten Punkte der Kunst des Mahlens, dcr allein umständlich ausgeführt zu werden verdiente. Nach dieser allgemeinen Bemerkung, wo die Widerscheine de» besten Dienst leisten, muß nun die besondere Theorie derselben aus den drei) ersten Punkten, als den eigentlichen Grundsätzen dieser Lekre, hergeleitet werden. Wir wollen nur einiges davon zum Beyspiet, wie man zu W i e, ztssdiser Theorie gelangen kann, anführen. Aus dem ersten Punkt folget, daß die hcllesten Farben, nämlich die, darin das meiste Weiße gemischt ist, die stärksten Widerscheine geben, weil das weiße Licht das stärkste ist. Es versteht sich aber von selbst, daß auch die Grüße der hellen Masse zur Stärke derWicderscheine in Betrachtung kommen müsse. Hat also der Mahlerirgend eine inounkcl.iSchattenliegende Stelle zusseleben, so muß er eine» hellen Gegenstand so setzen, daß er durch seinen Schein die dunke- len Schatten durch Wiederscheine beleuchte. Wer nur cinigcrmaaßen mit der Ausübung der Kunst bekannt ist, degreift leicht, was für Schwierigkeiten dieses in der wählerischen Anordnung dcrGcinahlde verursachet. Denn eben diese hellen Stellen verbreiten auch ihre Wiederscheine auf halbdu'nkele, auf die sie leicht zu starken Einstich haben können. Aus dem zwcyten Punkt muß die Entfernung des bellen Gegenstandes von dem Dunkelen, das den Einfluß der Widerscheine gemesten soll, be- stimmt werden. Was dem Hellen an Stärke fehlet, kann durch die Nähe ersetzt weiden. Eine mittelmäßige helle Stelle nahe an einer dunkeln, wie z. B. eine helle Stelle auf der ^Schulter gegen den Schatten gm Halse, kann schon hinlängliche Widerscheine geben.. Der dritte Punkt muß ebenfalls zur Vermehrung oder Nei Minderung dcrWiederscheine in Betrachtung gezogen werden. Ware die helle Stelle zu stark, oder zu schwach, als zur Beleuchtung der Schatten erfodert wird, und der Mahler könnte sich nicht anders helfen, so müßte er die Schwächung durch schiefere Einsal- lungewinkel dcrWiederscheine bewürfen; die Verstärkung aber durch gerades Einfallen derselbe!?. W ie 7ZZ Also stehen dein Mahler allemal drcn Mittel,! seine Schatten durch Widerscheine zu beleben, zu Dienste; und von seiner Bcnrthcilung hängt es ab, welches davon er in jedem be^ sondern Fall wählen soll. Es gibt Fälle, wo genaue und mit mancherlei) Betrachtungen verbundene lieber« legung nöthig ist, um das beste zu wählen. Wer diese Theorie hinlänglich erläutern wollte, müßte die man« nichfaltigen Anwendungen discrMit- tel an würklich vorhandenen Beyspic^ len erläutern; weiches aber ohne große Weitläufigkeit nicht geschehen könnte. Wer sich die Müht giebt, die Werke der größten Eolo. rissen genau zu prüfen, wird fast allemal die Gründe cntdeken, warum Licht und Schatten, Helles und Dunkeles, nebst den eigenthümli- chcn Farben, so wie er es steyt, und nicht anders von dem Mahler gewählt worden. Nach der Stärke des widerschci- nenden Lichts kommt sein Einfluß auf die Farben in Betrachtung. Jedes widerscheinende Licht hat seine Farbe, die sich mit der cigenthüm- liehen Farbe des von dem Hauptlicht erleuchrecen Körpers vermischt, folg- lieh in dieser eine Veränderung verursachet. Die durch den Widerschein verursachten Farben entstehen aus Vermischung dcrcigcnrhümllcheit Farbe des Gegenstandes, auf den der Widerschein fällte und der Farbe, die der Widerschein gebende Körper hat, so daß z. B. der von einem blauen Körper auf einen gelben sal- lcnde Wiederschein eine grünliche Farbe verursachet, und so auch in andern Fällen. Besonderer daher entstehender Erscheinungen haben wir bereits an einem andern Orte erwähnet *). Da man bey dem Mahler eine gute Kenntniß der durch Mischung -) S. Schotten gegen jaS Ende d-, Attikels. 7Z6 W i e schung zweyer Farben entstehenden Veränderungen voraussetzet, so ist in der Theorie über diesen Punkt wenig zu erinnern. Verschiedene scharfsinnige Bemerkungen über die Widerscheine hat auch oa Vinci gemacht*), auf die wir den Künstler verweisen. Eine besondere Art des Widerscheins ist die Abbildung einiger Gegenstände im Wasser, die in Landschaften »st so angenehme Würkung thut. Wenn der Mahler blos nach der Natur arbeitet, so zeiget ihm diese, welche Sachen er im Wasser als Widerscheinen!) zu mahlen hat. Arbeitet er aber aus Erfindung, so niust er fich genau an Regeln binden, die die mathematische Kenntnis; des von Spiegeln zurükgeworfenen Lichts an die Hand gibt. Die Lage des Auges kommt hier vor allen Dingen in Betrachtung. Ist diese genau be- stimmt, so kann der Mahler allemal nach den Regeln derRaroptrik leicht bestimmen, welche Gegenstände im Wasser sichtbar werden müssen, und wo jeder Punkt des wahren Gegenstandes in, Wasser sich zeigen wird; denn dieses laßt sich mathematisch bestimmen. Indessen wird diese Materie von den Lehrern der Perspectiv insgemein übergangen, ob sie gleich eine besondere Ausführung verdiente, ^.airesi'c giebt dem Mahler, dem die Theorie dieser Sache fehlet, ein mechanisches Mittel an, sich zu helfen. Nämlich man setzet auf einen Tisch, der die Fläche der zu wählenden Landschaft vorstellt, ein Bcken voll Wasser; und hinter demselben in der verhaltius mäßigen Hohe und Entfernung werden kleine Bilder von Baumen , Gebäuden, u. d- gl. die man zn mahlen hat, hingesetzt. Sicht alsdann der Mahler von dem cigcnt- liehen Orte des Auges gegen das Wasserbcken, so kann er erfahren, ») 'I>gile ile peinrure im I.XXV Ulid den folgenden Capittin. W i e was und wie viel von den Gegenständen durch den Widerschein sichtbar wird. Das widerscheinende Bild ist um so viel Heller, je weniger Licht auf das Wasser fällt, und um so viel dunkler, je Heller das Wasser erleuchtet wird. Auf Wasser, das ganz im Dunkeln steht, sind die widerscheinende» Bilder bcyuahe so hell, als die Urbilder selbst. Aber diese ganze Materie verdiente genauer und umständlicher abgehandelt zu werden, als es hier geschehen kann. -H- Von dem Widerschein handelt unter mehrcrn: G-^.airejse (im ;in Buche seines großen MahlerbuchcS, vorzüglich im zten und ;tcn Kapitel.) —- E. von -Hagedorn (in der qyin s. Betracht, über die Mahlcrei), S. 695. — und in der l.errrc 5 un zmsceur eis psinrure, vieiclo 1755. s. S. Zjo U. f.) — —- Witz. (Schöne Künste.) Aas Wort bedeutet ursprünglich überhaupt, was man itzt im allge- memen Sinn Verstand, oder einen guten Kopsiiennt; und ehedem nennte man einen Menschen von vorzüglichen Gaben des Geistes, einen witzigen Menschen. Gegenwärtig hat es einen etwas eingeschränkter« Sinn, und man stellt sich itzt, wenigstens in dev gelehrten Sprache, den Witz als eine besondere Gabe des Geistes vor, die vornehmlich in der Fertigkeit besieht, die mancherlcy Beziehungen und Verhältnisse eines Gegenstandes gegen andere schnell einzusehen und lebhaft zu fühlen. Doch scheinet diese Erklärung den Begriff nicht bestimmt und vollständig genug auszudrükcu. Da es aber hier nicht um eine psychologische Zergliederung des Witzes zu thun ist, so begnügen wir uns, den W i H Witz vornehmlich in Rükficht seines j Einflusses auf die Werke des Ge- schmaks zu betrachten. Man kommt durchgehcnds darin übcrcin, baß eine lebhafte Einbil- bungskraft die Grundlage des Witzes ausmache, und daß der, den man vorzüglich einen witzigen Kopf nennet, in feinen Vorstellungen mehr von einer lebhaften Phantasie, als vom Verstände im eigentlichen philosophischen Sinne dieses Worts, geleitet werde. Wie nun der Verstand überall auf deutliches und entwikel- tes Denken zielet, so scheinet der -> Witz auf sinnliche, aber lebhafte, sehr klare Vorstellungen zu lenken. Der Verstand zergliedert und betrachtet jeden Begriff, jede Vorstellung nach dem Einzelen, das darin ist, und findet seine Befriedigung in vollständiger Zergliederung; der Witz aber faßt den Begriff gern im Ganzen, mit sinnlicher Klarheit, und bestrebt sich, ihn lebhaft zu fühlen: darum verfahrt er schnell, da der Verstand langsamer geht. Die lebhafte Einbildungskraft des witzigen Kopfes er- weket bey jedem Begriffe eine Menge andrer Vorstellungen, die nach den l Gesetzen der Einbildungskraft einige Beziehung darauf haben. Aehnlich- keir, Contrast, und jede andere, innere oder äußere Beziehung, bringt dem witzigen Kopf, indem er eine Vorstellung lebhast empfindet, jene andere damit verbundene zugleich in die Phantasie. Dadurch wird die Lebhaftigkeit der Vorstellung erhöhet; sie gefällt oder mißfällt dem witzigen i Kopf niehr, als dem Menschen von Verstände. Da die Einbildungskraft sich mehr mit dem äußerlichen Ansehen der Dinge, mit ihrer Form und Gestalt, als mit ihrer inncrn Beschaffenheit beschafftiget, so dringet der Witz auch nicht tief in die Sachen hinein; der Schein befriediget ihn, wo der Verstand Würklichleil oder Realität Vierter Theil. Wiß ?z? sucht. Indessen kommt es auch hiebe«) auf den Grad des Scharfsinns au, der mit dem Witz verbunden ist. Fehlet sie ihm, so artet dieser in Al. beruhest ans. Nichts ist verständigen Menschen ekelhafter und abgc- schmakter, als die Aeußcrungen einer lebhaften Einbildungskraft, die ganz von Beuriheilung verlassen ist. Es scheinet, daß die Hauptneigung des witzigen Kopfes darauf gehe, daß er sich mit dem, was die Dinge, die er sich vorstellt, gefallendes, oder mißfallendes haben, beschafftige. Wie die Kinder mit dem Gelde spielen, und keinen Unterschied zwischen gemünztem Gold und den sogenannten Zahloder Rcchenpfenmgcu machen, gerade so geht der Hang des Witze? auf das , was die Vorstellungen an sich ergötzendes haben, ohne auf den anderweitigen Gebrauch derselben zu sehen. Eine Begebenheit, die sich auf Glük oder Unglük bezieht, und die andern ihrer Folge halber merkwürdig ist, rührt den witzigen Kopf mehr durch ihre Beschaffenheit, als durch ihre Folgen; er lacht bisweilen über das, was andern Thräncn auspreßt, und ärgert sich, wo andere sich freuen. An sich selbst betrachtet , ist der Witz leichtsinnig, indem er die Dinge nicht in ihren Folgen oder Würkungcn, sondern in ihren Beziehungen auf die Bcschaff- tigung der Einbildungskraft, beur- theilt; er ist uneigennützig und ergötzt sich an Dingen, die der nach- denkendeVerstano für schädlich halten würde. Es ist daher nicht selten, daß bey Menschen von recht herrschendem Witz wenig Herz, das ist, wenig von den sonst gewöhnlichen Empfindungen zärtlicher Art, angetroffen wird. Dieser starke Hang jedes Ding in dem, was es in seiner Beschaffenheit oder Form lustiges, gefälliges oder ergötzendes hat, zu betrachten und zu genießen, macht de» Witz er- Aaa finde- 7Z8 Witz finderisch bey jeder Vorstellung, aus dem ganzen Vorrath der in der Ein? bildungskraft liegenden Begriffe alles herben zu rufen, was zur Belebung der Hanptvsrstellnng dienet. Daher kommen die vielen Bilder, die mannichfaltigen Verglcichnngcn, die Nebenbegriffe und seltenen Einfälle in den Reden des witzigen Kopfes. Es erhellet hieraus, daß der Witz eint der Grundlagen des zur Kunst nothigen Genies sey. Denn da die lebhafte Rührung der Einbildungskraft eine der »othwendigsten Wür- kungen der Werke des Geschmaks ist, der Witz aber gerade dahin zielt, so ist er eines der Hauptwittel, einem Gegenstand, der an sich nicht Reizung genug hatte, ästhetische Kraft zu geben. Eine an sich unbedeutende Begebenheit, von einem witzigen Kopf «rzahlr, kann sehr unterhaltend werden. Der gemeinste Gedanken, die Schilderung des unerheblichsten Gegenstandes , gewinnt durch den Einstich des Witzes einen Reiz, der ihn für Menschen von Geschmak höchst angenehm macht. Wenn er aber in Werken des Ge- schmaks diesen Dienst leisten soll, so muß er mit Scharfsinn verbunden und von Verstand und guter Beur- theilung geleitet werden. Ohne Scharfsinn wird er leicht falsch, ausschweifend, und sogar abgcschmakt; und wenn ihn nicht eine richtige Bcurtheilung begleitet, so wird er unzeitig abentheucrlich, übertrieben und schädlich. Man muß überhaupt die Musterungen des Witzes als ein Gewürz ansehen, und gerade den Gebrauch davon machen, der bey Zurichtung einer Mahlzeit von diesem gemacht wird. Ganz von Gewürze wird kein Gericht gemacht; doch etwa ein kleines Schalchcn mehr zur Wollust als zur Nahrung hingesetzt. Aber jede zur Nahrung bestimmte Speise wird damit etwas erhöhet; eö fey denn, W i tz daß sie schon an sich hinlänglichen Reiz für den Geschmak habe. Gc. rade so verhalt es sich mit dem Witze. Vlos witzig können kleinere, zur Ergötzung und zum Scherz gemachte Werke der Kunst scyn: aber in großem Werken, die schon eine höhere Bcstiinnmng haben, muß er niemals herrschend seyn, sondern blos der schon an sich wichtigen Materie einen etwas erhöhcren Geschmak geben. Zu viel Witz, auch da, wo sein mäßiger Gebrauch nöthig ist, ermüdet, unterdrükt die den Geist und das Herz nährenden Kräfte, die schon in dem Stoff liegen, und macht, daß das, was nützlich seyn sollte, blos angenehm wird. Ist er einmal im Reiche des Geschmaks herrschend geworden, so thut er eben die verderbliche Würrnng, die der unmäßige Gebranch des Gewürzes in der Lebensart der Wollüstlinge thut, die allen Geschmak an nahrhaften und gesunden Speisen verlieren, und deswegen in cineWeichlichkeitversinken, in der alle Starke des Körpers verloren geht. Verschwendung des Witzes zeiget allemal den Verfall des Geschmaks; und ein Volk, das m den Werken des Geschmaks sich vorzüglich nach Witz umsieht, ist schon so verdorben, daß die schönen Künste die heilsamste Würkung, die man von ihnen zu erwarren hat, an ihm nicht mehr thun können. Die gründlichste Rede, darin ein solches Volk zu ernstlicher Ueberlegung dessen, was zu seinem wahren Interesse dienet, ermahnet würde, thäte weniger Würkung, als ein witziger Einfall. Weit mehr richten die schönen Künste bey einem Volk aus, dessen Geschmak noch rauh und ungcläutert ist, als bey dem, dessen Geschmak durch übertriebenen Gebrauch des Witzes die Schwächung der Weichlichkeit erfahren hat. Darum sollten Kunstrichter, denen die Ausbreitung des wahren W i tz Wo! 7Z9 ren und gründlichen Gefchmaks am Herzen liegt, auf nichts mehr wachen, als auf die Hinlertrcibnng des Mißbrauchs, der insgemein von dem Witze gemacht wird, so bald die schonen Knuste bis zu einer gewissen Verfeinerung getrieben worden. Da der Witz eigentlich dazu dienet, daß gewisse Vorstellungen, die in ihrer wesentlichen Beschaffenheit die Aufmerksamkeit nicht genug reizen, dadurch Leben und ästhetische Kraft bekommen: so versteht es sich von selbst, daß sein Gebrauch bei). Gegenständen, die an sich Lebhaftigkeit und Reizung genug haben, übcrflüßig, auch wol gar schädlich scy. Wie er einen gemeinen Gedanken erhebt, so benimmt er einem starken und wichtigen etwas von seiner Kraft, indem er die Aufmerksamkeit von dem Wesentlichen auf etwas Zufälliges lenket. Wo der Verstand durch große und wichtige Wahrheiren zu erleuchten, oder wo das Herz durch pathetische oder zärtliche Gegenstände zu rühren ist, da bleibt der Witz ausgeschlossen. So unumgänglich er zu blos unterhaltenden Werken, zu dem lustigen Schauspiel und zu der spottenden Saryre ist, so übel wäre er in dem Trauerspiel und in andern pathetischen Werken angewendet. Je feiner er ist, je mehr beleidigt er den guten Gcschmak, wo das Herz blos empfinden, oder der Verstand blos erkennen und beurtheilen will. Von dem Witze handeln, unter meh- rern: K.or, Graciau (Hrre sts Inge- uio, rr.ircssto sts la bstsst. j 1642. z. Oas Merk ist unstreitig das ausführlichste, was über diele Materie geschrieben worden ist. Es enthält;o Ab- schn. oder Diicurlos, deren Jnnhalt aber hier zu viel Platz einnehmen würde. Indessen dürfte andern das, was dem Verfasser Witz ist, leicht falscher Witz scheinen.) —, L. Morris (tLn Lila? rv» Vorsts ssxi'ag rlie rrue ftznstsrstsotVVic anst lstumvur, ftoiilar)', Lzr^r onst ldisticule 1744. 8 )— -H. Home (Im lztcn Kap. s, lUemencs vt' Liillsijlii, Bd. 1. S .Z78. Auög. v. 1769.) — S. Campbcl (Im -tcn Kap. des ersten Buches s. pdilutopi>7 ot idircroi-. Bd. 1. S.4> u. f.) — I. Pricstlep (In der sqten s. Vöries. S. -oz. d. Hebers.) — P. Gang (Im zten Absch». des -ten Hauplst. s. Acsthetik, S. 27z.) — S. übrigens die Art. Comisch, ^.acherlicv u. d. m. — — W o l k l a n g. (Redende Künste.) Es ist schon an mehrern Stellen die. ses Werks angemerkt worden, daß dgs Gehör weit lebhafter und nach- drüklichcr empfindet, als das Gesicht; daß angenehme und widrige Töne stärker auf uns würken, als dergleichen Farben und Figur. Hierauf gründet sich die Nothwendigkeir. den Werken der redenden Künste Wolklang zu geben. Schon die gemeine Rede des täglichen Umganges verlie- ret einen großen Theil ihrer Kraft, wenn sie nicht wenigstens mit einer gewissen Leichtigkeit stießt; und sie wird sehr unangenehm und widrig, wenn sie alles Wolklanges beraubt ist. Wo das Ohr sieh beleidiget fühlt, da merkt man nicht auf den Sinn der Rede. Man kann angenehme, sogar wichtige Sachen sagen, und doch, wenn es in einem holperigen Ausdruk geschieht, damit dem Gehör, das gar sehr empfindlich ist, beschwer- lich fallen *). Der Wolklang räumt nicht nur jeden Anstoß des Gehöres, der die Aufmerksamkeit auf den Sinn der Rede stöhren würde, aus dem Aaa 2 Wege 5) (^Illmvis enim slieves, Al'avesque ssttlemiae, ramen, ss lnconsiris Verdis esserunrur, okeo.clsnr »ures, cjua- run, «lt juälciumft-xerdillunum. (Ks. Ol«, 740 W o l Wege und macht dadurch die Rebe fließend; sondern er thut noch mehr, indem er verursachet, daß man sie mit Lust höret, und daß die empfindsame Lage des Gemütyes, die den Eindruk sehr befördert, unterstützt und verstärkt wird. Dieses haben wir bereits-an andern Stellen dieses Werks außer Zweifel gefetzt '). Der Wolklang ist demnach in Werken des Gcfchmaks nicht blos als ei- nc Annehmlichkeit, sondern als eine Unterstützung der in der Rede lie- gcndcn Kraft anzusehen. Es ist bekannt genug, daß Vorstellungen und Gedanken von mittelmaßiger Kraft durch einen Höchst wolkliugendcn Ton, besonders durch ein gutes Sylben- uiaaß, sehr große Rührung hervorbringen können. Wenn Haller sagt: O selig ! wen sein gut lseschike' Bewahrt vor großem Ruhm und Glüke, Der, was die Well erhebt, verlacht! so macht der Wolklang des Ausdruks, daß die Gedanken desto lebhafter rühren , und leicht im Gcdachtmß bleiben! daß der, der dieselben Gedanken schon oft mag gehört, oder selbst gehabt haben, ohne sonderlich davon gerührt zu werden, itzt ihre volle Kraft empfindet. Mancher Vers des Homers, dessen Inhalt wenig Aufmerksamkeit würde nach sich gezogen haben, ist durch den Wolklang zur Würde eines Denkspruchs oder gar eines wichtigen Sprüchworts erhoben worden. Was ein schönes und lebhaftes Cs- lorir in der Maklerei) ist, das ist der Wolklang für die Werke der redenden Künste. Für das Gedicht insbesondere ist es so wesentlich, daß der Mangel desselben allein es von dem Gebiet der Poesie ausschließt. Ist er nicht die erste und wichtigste Eigenschaft der Werke der Beredsa ukeit uno Dichtkunst, so ist er doch eine norh-vendige; denn die besten Geoan- ") , rsmcn tiunr mzzmlieen- rius, izu^m ciicunrur. Lie. Nr Orec. Oussiunrres, quge peimulceänrsu- rci, tonus er numerus. I.c. Wo! Wo! 74! Wahl derselben. Giebt es nicht ganz- der nicht sehr viel Abweichungen von lieh gleichgültige Wörter, so verstat- den gewöhnlichen grammatischenRe- !et doch dicWendung, die einem des gcln, blos des Wolklanges halber bessern Klanges halber gewählten vorkommen. Man dürfte nur alle Worte die gesuchte Bedeutung giebt, diese Falle sammeln, so würde man gar oft eine Wahl. Und wenn auch sehen, wie vielerlei) Mittel es giebt, diese gar nicht statt hatte, wenn ein den Ucbclklang cinzeler Wörter zn mmder wolklmgendes Wort ausNoth verbessern. Hieher gehört auch, was zu wählen wäre, so kann es allemal wir über den Klang derWörter, und so gestellt werden, daß es dem guten über das unangenehme Zusaminen- Klang keinen merklichen Schaden stoßen einiger Buchstaben anderswo lhut. angemerkt haben *). Man muß sich nur dafür in Acht Eine zu öftere Wiederholung der« nehmen, daß nicht Wörter von selben, oder ähnlich klingender Wör- schlechrcm Klange da stehen, wo der ter, besonders gleicher Endungen, oratorische Accent liegt, sondern da, ist des Wolklanges halber so viel wo der Ton sinkt, und die Bewegung möglich zu vermeiden. Ersodert es leicht und schnell ist. Man muß sich die Norhwcndigkeit, ein Wort in ei- hüten, harte Sylben aufharte folgen nein kurzen Umfang der Rede mehr- zu lassen. Ist irgendwo eine Sylbe mal zu brauchen, so muß man dar- von harter oder schwerer Aussprache auf sehen, daß. das Unangenehme unvermeidlich, so geht es doch fast derWiederholungdurch dieMannich- allemal an, die Aussprache derselben faltigkeit des Rhythmischen in den durch eine vorhergehende, oder nach- verschiedenen Sätzen, da es verfolgende fchikliche Sylbe sozucrlcich... kommt, verbessert werde, lern, daß das Rauhe oder Schwere Wir müssen aber nicht unbemerkt fast unmerklich wird. lassen, daß der Klang nicht, wie es So viel möglich ist, muß man sich doch scheinet, von. dem bloßen Schall dafür hüten, daß der Accent nicht auf der Wörter allein abhängt,' sondern Sylbcn von schlechtem Klang falle, durch den Sinn derselben merklich un- Und meistenthcils kann dieses vermie. terstützt wirb. Ist dieser leicht, und den werden; denn wir haben eine sind die Gedanken angenehm, so fin- Mcnge blos cinsylbiger Wörter, die det man auch einen mittelmäßigen vor oder nach einem zwcysylbigcn gc- Klang gut; hingegen würde der vollsetzt, in diesem den Accent verändern, kommcnste mechanische Bau der Rede Mehr einfylbige Wörter, deren jedes nicht wolklingend scheinen, wenn der eincn Accent hat, hintereinander ge- Sinn schwer zu fassen, oder wenn setzt, würden einen sehr Übeln Klang sonst etwas beleidigendes oder anstös« machen; aber zwcy oder drei) lassen siges darin wäre. Wie eine mittcl- sich oft so stellen, daß eines den Ac- mäßigeFarbc auf einem Gesichte von ccnt allein auf sich zieht, und daß sie großer Schönheit angenehm ist, Hinzusammen wie ein einziges jWort gegen das schönste Colorit auf einem klingen. häßlichen Gesicht wenig gefällt, so Wir können uns aber nicht in alle verhält es sich auch mit dem Wol- Kleinigkciten einlassen, wodurch der klang der Rede. Den besten Klang Klang derWörter im Zusammenhalt- giebt allemal ein reizender Gedanke, ge mit andern kann verbessert wer- wenn nur der Ausdruk desselben nichts den, ob wir gleich wünschten, daß . anstößiges, oder holpriges hat. jemand sich die Mühe gäbe, sie zu Aaa z Der sammeln. Es ist keine Sprache, in S. Klang; büke. 74» W 0 l W o l Der andere Hauptpunkt, worauf Mahler ernsthafte Gegenstände nicht es bey dem Wolklang ankommt, ist mit der höchsten Lieblichkeit der Far- derNnmcrns, oder das Rhythmische den mahlen; und wie sie einen Uthledes Ganges, Von diesem sprechen ten nicht mit so sanften und verfließen- wir in einem besondern Artikel. Wir den Umrissen zeichnen, die der weib- mcrkcn hier nur als eine Hauptsache lichcn Schönheit eigen sind, so muß an, daß erst dann die Rede recht wol- man es auch mit dem Wolklang ma- klingcnd wird, wenn ihr Gang dem chen, der allemal mit dem Inhalt Inhalt derselben vollkommen ange- ubereinstimmend seyn muß. messen ist. Die genaueste Uebcrle- ^ ^ auug des innern Tones, oder der Stimmung des Gemnthes, in der Von dem Wohlklange handeln, unter sich der Redende befindet, muß die mehrcrn: LH. Dactpux (Von dec rcbne- Art des Ganges der Rede bestiinnien. rischcn Harmonie, die in Worten liegt: Das Sittliche und Leidenschaftliche von der Harmonie der Schreibart, im dieser Gcmüthslagc, der Grad des- qten Bde. S. >72.!». Uebers. s. Einleitung, selben, das Gelassene, das Lebhafte, -pteAufl.) — stO Racine (Im gten Kap. das Zärtliche und das Strenge, oder s. kcstcx. tur la sincstc, S. >49, Ausg. was sonst das und das v, >747-) — I. Mason (tlss-7!! VN das in der Rede herrscht, naher be- ynsricol ans yroioic numbers, Öoncl, stimmt, muß dem Ansdruk die wah- 1749. l?6l. 8) -- tSom. Mallet re Bewegung und den rechten Ton (Oer -tc Abschn. deSztenHauptst. im zten geben. Buche f. llriacipcs pour Iz IcUure clez Für so nothwcndig wir den Wol- Vrsceui-5, handelt von der Harmonie und klang halten, so wünschten wir doch Ordnung der Worte.) — I. Zt. Schlo- nicht, daß er als die vornehmste Ei- gel (Von der Harmonie des Verses, die gcnschaft der Werke redender Künste >--te Abhandl. be» s. Battcux, Th. 2. S. angesehen würde. Man muß ihn im- 4z» Ausg. v. 1770.) — Lr. Mariner wie ein Kleid betrachten, das mir montel ( Das 6te Kap. des ersten Bds. dann etwas gilt, wenn die Person s. Noer. tran^niw handelt von der Harunsrc Aufmerksamkeit verdienet. Wer monie des Styles; deutsch, mit Amoen- die größte Schönheit im Wolklangc dung auf die deutsche Sprache, von I. sticht, lauft Gefahr, wichtigere Feh- V. v. Gchirach, Brem. 1768. 8.) — ler zu begehen, als wer ihn ganz SonSillac (Von der Harmonie drs Sty- versaumt. Man kann ihm Wol et- lcs, im -ten Th. s- Unterrichts aller Wis- was von dem Sprachgebrauch ans- senschaiten, S. ;z6. d. Uebcrs. ) — I. opfern; aber ihm zu gefallen, soll Mirford (bist'07 upv» r!>e man nie den Gedanken schwachen, vk loii°uag<- . . . 1774.8. vorzuglich oder auf andere Weife verstellen, in Rstclsicht auf englische Sprache.) — Auch muß man seinen Werth nicht so Jos. ssuiesklep ( Die zgtc und z;tc s. bock setzen, daß man ihn für hinlang- Vorlesungen, handeln von der Harmonie lich hielte, die Werke des Geschmaks des Verses und der Harmonie der Prose.) schätzbar zu machen. Wer alles dein — I- C. Adelung (Im Lten Kap. des guten Klang aufopfert, wird nie et- itcn Bd. s. Werkes lieber den dcursclen was wichtiges schreiben. Man muß Stpl, S. -21. der ?ten Ausg.) — Auch das Ohr nicht zu sybaririscher Weich-- gehört noch ein Theil des igten Kap. lichkeit aewöhnen. Eine ernsthafte von H. Home'S lllom. »l Oriricism, und von wichtigen Dingen angefüllte Rede die i4tc Boeles. von H. Blair hiehec.— könnte durch übertriebenen Wolklang verdorben werden. Wie die Wörter. W ö r Wörter. (Redende Künste.) W>>' betrachten hier die Worter nicht in ihrer -ganzen Beschaffenheit und Bedeutung, als die Elemente der Sprache, sondern blos nach der besonder» ästhetischen Kraft, die in einigen derselben liegt. Der Sprachlehrer zeiget, wie die Worter gewählt, zusammengesetzt, und wie das Veränderliche darin müsse bestimmt werden, um für jeden Fall das anszndrükcn, was man zu sagen hat. Von diesem allgemeinen Gebrauch der Worter ist hier die Rede nicht; sondern blos von dem, was Redner oder Dichter in gewissen Fallen, in Absicht des ästhetischen Gebrauchs besonderer Worter zu überlegen haben. Redner und Dichter müssen sich so verstandlich und so richtig ausdrüken, als es zum gemeinen Gebrauchnothig isi; also kommt hier eigentlich nicht die Wahl der Worter, in Absicht auf Verständlichkeit und Richtigkeit, sondern in Rükstcht auf die ästhetischen Eigenschaften in Betrachtung. In den redenden Künsten werden die Worter in Rükstcht auf den Klang und auf das Acsthetische der Bedeutung beurtheilet. Von dem Klang ist bereits gesprochen worden; *) also ist noch das Aesthctischc der Bedeutung zu betrachten. Was wir darunter verstehen, ist bereits anderswo hinlänglich gezeiget worden.**) Die Redner und noch mehr die Dichter müssen sich ein besonderes Studium aus der Erwägung der ästhetischen Eigenschaften der Worter machen. Denn erst alsdann ist der Ausdrnk vollkommen, wenn die Worter den Charakter haben, der mit dem Inhalt übereinstimmt; wenn sie edel, hoch, comisch, pathetisch, angenehm, nachdrücklich und überhaupt genau in *) S. Klang und Wolklang. S. Auüdruk l Wöv 74; dem Ton und Charakter der Materie sind, zu deren Ausdruk sie gebraucht werden. Em hohes Wort zum Ausdruk eines gemeinen Gedankens, wird lächerlich, und ein niedriges Wort zu Bezeichnung eines hohen oder edel» Begriffs, ist anstoßig. Die genaue Kcnntniß der ästheti- scheu Eigenschaft eines Wortes crfo- dert nicht nur eine sehr genaue Bekanntschaft mit der Sprache, sondern auch Kenntniß der Welt, oder der verschiedenen Stande der Menschen, und einen sehr feinen Ecschmak; denn oft hangen sie von kaum merklichen Kleinigkeiten ab. Die Beredsamkeit folget in der Wahl der Wörter nicht eben denselben Maximen, nach denen die Dichtkunst sie wählet. Zwar vermeiden beyde alles gemeine, niedrige, durch den gemeinsten Gebrauch abgenutzte; alles was unangenehme oder widrige Ncbenbcgriffe crwekt. Die Beredsamkeit aber begnüget sich, auS den bekanntesten Wortern die edelsten und besten auszusnchen. Die Dichtkunst hingegen liebt das fremde, ungewöhnliche, das ihrem Ausdruk etwas außerordentliches giebt. Da Ton und Sprache des Dicbftcrs schon an sich etwas außerordentliches und enthusiastisches haben, so schiken sich auch dergleichen Wörter für die poetische Sprache. Schon die Griechen haben uns Beyspicle dieser bcsondern Wahl poetischer Wörter gegeben. Wir haben aber schon anderswo von der Nothwen« digkcit, und von der nähern Beschaffenheit der, der Dichtkunst eigenen Sprache unsere Mcynung geäußert.*) Nicht nur in Wörtern, wodurch man Hauptbcgriffe ausdrükt, oder einzele merkwürdige Dinge bezeichnet, sucht.die Dichtkunst etwas eigenes zu behaupten, sondern auch Aaa 4 in *) S. Press; poetische Sprache. 744 Wulst Wun in solchen, die zur Verbindung der Begriffe, zum Schwung und zur Wendung der Gedanken dienen. Und wo sie aus Noch die Verbin- dmigswörter aus der gemeinen taglichen Sprache des Umganges braucht, weiß sie ihnen doch durch fremde Stellung und einen nachdrüklichen Gebrauch einen höheren Ton zu geben.*) Wulst. (Baukunst.) Ein großes, oder auch nur mittelmäßiges Glied, das nach einem unterwärts laufenden Viertclksreis gebrauchet isi. Seine Ausladung wird insgemein G der Hohe genommen. Die Figur des Wulsis-isi im Artikel Glieder nachzusehen. Insgemein wird er von einem Band und einem Riemen eingeschlossen. Wunderbar. (Dichtkunst.) Ist eigentlich nach dem gemeinen Sprachgebrauch alles, was Bewunderung crwekt, oder verdienet. Doch scheinet das Wunderbare, das insgemein für den höchsten poetischen Stoff gehalten wird, und was man in der hohen Epopöe anzutreffen gewohnt ist, von einer besonder!, und vorzüglichen Art zu seyn. Wir bewundern alles, was unsre Erwartung und unsre Begriffe, oder das gemeine Maaß, nach welchem wir die Dinge schätzen, oder für die Aufmerksamkeit abwägen, merklich übertrifft. Jedes ungewöhnliche Talent; jede Tugend und jedes Laster, dessen Größe weil über die gemeincnSchran- ken geht; kurz jedes außerordentliche in der körperlichen oder sittlichen Wclterwckt Bewundrung: aber deswegen wird nicht jedes außerordcnt- *) S. Ton. W u-n liehe zu den. Wunderbaren gerechnet, wovon hier die Rede ist. Einige Kunstlichter scheinen dieses Wunderbare blos in dem Uebernatür- lichen zu setzen, das durch würkliche Wunderwerke der Allmacht geschieht. Aber dadurch schranken sie dicscn Begriff zu eng ein. Auch natürliche Dinge können so außerordentlich und so sehr über unsre Erwartungen seyn, daß man sie zum Wunderbaren rechnet. Miltons Himmel und Hölle, und die unermeßlichen ätherischen Weltgegendcn, dieKlop- stoks reiche Phantasie erschaffen hat, scheinen zu dem achten Wunderbaren zu gehören. W>r würden außer diesem auch noch das zum Wunderbaren rechnen, was uns Gegenstände schildert, die zu der würkiichen Welt oder Natur gehören, oder zu gehören scheinen, aber so völlig unerwartet und außerordentlich sind, daß sie uns die Natur in einer zwar nicht widersprechenden, aber völlig neuen, außerordentlichen und höheren Gestalt zeigen, und dadurch" die Bewundrnng hervorbringen, von der wir in einem eigenen Artikel gesprochen haben; was zwar die Begriffe, die wir von der Welt und dem Lauf der Natur haben, nicht geradezu aufhebet, aber sie sehr weit übertrifft. Denn so außerordentlich und ungewöhnlich auch die Dinge sind, die man uns erzählt oder beschreibt, so setzen sie uns nicht in Vewundrung, wenn wir gar keine Wahrheit oder natür- lichcMöglichkeitdarinentdckcn. Die Anfschncidereyen, dergleichen in K,u- cians wahrhafter Geschichte vorkommen, und die unfern Begriffen ganz widersprechenden Erdichtungen in Holbcrgs unterirdischen Reisen, werden schwerlich von jemand zn dcm Wunderbaren gezahlt werden, wodurch der epische Dichter seinen Stoff erhöhen könnte. Wir bemerken gleich, daß sie völlig willkührlich und gar W u n W u >, 7st5 nicht im Einste gcmcynt sind. Es kostet der Einbildungskraft nichts, dergleichen außerordentliche Dinge zu erfinden, die gar keine Beziehung oder Verbindung mit der wörtlichen Welt haben. Aber höchst anßeror- i deiuliche Nachrichten, oder Dichtungen, die noch Realität oder Wahrheit zum Grund haben, die sich mit der wörtlichen Natur vertragen, aber unste Erwartungen sehr weit übertreffen, die bey allem Außerordentlichen, das sie haben, möglich und einigermaaßen wahrscheinlich sind, setzen uns in Bewunderung. Wunderbar wäre für Unwissende eine wahrhafte Beschreibung der unermeßlichen Große und höchst ordentlichen Einrichtung des Wcltgebäu- dcs, die den großen Begriffen gemäß wäre, die die Astronomen davon haben. Wunderbar, wicwol aus natürlichen und vorhandenen Ursachen begreiflich, ist die Sündfluth, wie sie in der Noachide beschrieben ist. Wunderbar wäre auch für die Einwohner eines ebenen und anmurhi- gcn Landes, die wahrhafte Schilderung der Lander, die aus aufgechürm- ten Alpen bestehen. Ebendarum, weil das achteWun- derbare, so außerordentlich es ist, sich noch mit unfern Begriffen vertragen , und noch Wahrscheinlichkeit behalten muß, ist es schwer zu erreichen, obgleich jede wilde Phantasie an außerordentlichen Vorstellungen reich ist. Die Einbildungskraft allein ist zur Erfindung des Wunderbaren nicht hinreichend; sie muß von Kenntniß der wörtlichen, körperlichen und sittlichen Welt, und von guter Urtheilskraft unterstützt werden, sonst werden ihre außerordentlichen Vor, stellungcn schimärisch, ausschweifend und abgeschmakt. Wie ausgebreiteter.die Kenntniß ist, die der Dichter von der wörtlichen Natur hat, so viel leichter wird ihm, wenn es ihm sonst nicht an Erfindung und Dichtungskraft fehlet, die Schöpfung des Wunderbaren. Wenn er schon mehr als die, für die er arbeitet^ weiß; wenn cr tiefer als sie in die körperliche und geistige Welt hineinschaut: so giebt ihm dieses Gelegenheit, seine Vorstellungen noch mehr zu erhöhen, und sie bis ins Wunder, bare zu treiben. Hätte Klovstok so wenig von der unermeßlichen Größe des Wcltgcbäudes gewußt, als Homer, und hatte er von der Gottheit so eingeschränkte Begriffe gehabt, wie der griechische Barde, so wurde ein großer Theil des Wunderbaren in seinein Meßias weggeblieben seyn. Der Dichter, dessen Kenntnisse schon weiter reichen, als die allgemeinen Kenntnisse seiner Zeit, der eben dadurch Gelegenheit gehabt hat, die höhere Wollust des Geistes, die Bcwundrung zu fühlen, wird da. durch angereizt und auch in Stand gesetzt, andre durch das Wunderbare zn röhren. Wir finden deswegen das Wun. derbare weit seltener in Oßians Gedichten, als in den andern uns bekannten Epopöen; denn der Barde lebte unter einem durchaus unwissenden Volke, und seine Kenntnisse erstreiten sich eben nicht merklich weiter, als die allgemeinen Kenntnisse seiner Zeit giengen. Er fand in dem, was cr mehr wissen mochte, als dasVolk, unter dem er lebte, wenig Veranlassung, seine Vorstellungen bis ins Wimderbare zu treiben. Aber Homer scheint ungleich mehr Kenntnisse der körperlichen und sittlichen Welt gehabt zu haben, als die, für die cr seine Gestänge dichtete. Er scheinet viel fremde in seinem Lande noch verborgene Kenntnisse gehabt zu haben. Eben deswegen fiel er darauf, sie durch eine Menge außerordentlicher Dinge, deren Erfindung ihm feine Kenntniß erleichterte, seine Zuhörer mBewnndrung zu setzen. Es erhellet hieraus, daß die blos körperliche Aaa 5 Natur 746 W u n W u n Natur eben sowol, als die unsichtbare Gcistcrwclt, auf Erfindung des Wunderbaren führet. Denn jede unerwartete und sehr erhöhte Kennt- mß des Möglichen ober Würkliehen aus Heyden Welten, setzt uns in Be- wundrung. Das Wunderbare ist eine der vorzüglichsten ästhetischen Eigenschaften. Es hat einen großen Reiz für die Ge> niürhcr der Menschen, die es mit ungemeiner Begierde vernehmen. Kom-isi denn irgend ein merklicher Grad der Wahrscheinlichkeit dazu, so sind sie sehr geneigt, das Erdichtete für wahr zu halten. Darum ist es ein sehr kraftiges Mittel, sowol auf die Vorstellungskraft, als auf die Empfindung zu würkcn. Der Hang zum Außerordentlichen ist so stark Key dem Menschen, daß er es nicht nur mit dem größten Ausgefallen anhöret, sondern in der Trunkenheit der Bewundrung sich auch willig dahin leiten läßt, wohin man ihn führen will. Wenn aber das Wunderbare feine Würkung thun soll, so muß es, wie wir schon angemerkt haben, glaubwürdig und auch begreiflich seyn, damit man es nicht sogleich verwerfe. Deswegen muß der Dichter dabei) genaue Nu ich cht auf die Kenntnisse der Personen, für die er dichtet, nehmen. Kindern, und einem Volke, dessen Zustand in Absicht auf Kenntnisse mitder Kindheit übereinkommt, kann die äsopische Fabel gar wol durch das Wunderbare der vernünftig denkenden und redenden Thiere gefallen: uns find diese Thiere nichts Wunderbares; wir wissen es, daß es der Dichter in diesem Stük nicht im Ernste mcynet. So ist bcym Homer manches, das zu seiner Zeit ein ach- tcs Wunderbares war, für uns nichts, wenn wir uns nicht in seine Zeit versetzen. Man kann gegenwärtig das Wunderbare, das aus der alten Götterlehrc geschöpft wird, so wenig mehr brauchen, als das, was sich ans das System der Gnomen und Sylphen gründet. Aber es war eine Zeit, und bey vielen unwissenden Volkern ist sie noch, da wahres und ach. tes Wunderbares daraus konnte genommen werden. Hingegen würde manches Wunderbare in dem Mcßias, das uns in angenehmes Erstaunen setzt, bey einem ganz unwissenden Volke seiner völligen Unbegressiichkcit halber nicht die geringste Würkung thun. Unsre Begriffe niid Kenntnisse von dem herrlichen Bau der Welt, die wir den Entdekungen der Astronomen zn dan- kcn haben, und die schon an sich wunderbar sind, erleichtern das Begreifen der erstaunlichen Vorstellungen des Dichters, dw bey keinem ganz unwissenden Volk Eindruk machen könnten. Von dem Hdunderbapen handeln, unter mehrcrn: I. I. lDodnicr (Eric. Abhandl. »on dem Wunderbaren in der Poesie, und dessen Verbindung mit dem Wahrscheinlichen, Zür. 1740. 5. Ist nichts als ein Cvmmcntar über Millens verlornes Paradies.) — ?. I.Äreitin- ger (Im 6tcn Achschn. s.Lettischen Dichtkunst.) — Lollep Ti'vber (e^ ilbop- Gstp upvn rbc bkorvolb-uz 1751.4.) —> D. A. Schlegel (Abhandlung von dem Wunderbaren in der Poesie, besonders in der Lpopec, im -tcn Bde. S. -99. s. Vatteur, ztc Aufl.) — I. Riedel (Im yten Abschn. s. Theorie der schönen Künste und Wisscnsch.) — Dicaube (In den bstvuv. bkem. sts I'/Veiistemie cle. Lcrlin chcn Abschn. S. f. Philosophie der schönen Künste.) — Z. Zahn- Z a-h Z e i ?4? ^^^^ ^H ^^-H. 4 ^-K-^ ^ Zahnschnitt. (Baukunst) ind kleine Zierrathcn an dem Bande, den sich in einigen Gehalten Zwischen dem Flies und dem Kranz befindet. Man sehe die Abbildung davon in der ersten Figur des Artikels Rranr, wo die Zahnschnitte durch die Zahl 9 bezeichnet sind. Man macht sie insgemein so, daß die Höhe eines Zahnes seine Breite um auch wol gar um übertrifft; die Zwischentiefcn aber, oder der ausgeschnittene Raum zwischen zwcy Zähnen, verhalt sich zu der Breite des Zahnes wie 2 zu z. Diese Zierrath hat frcylich nicht viel auf sich; doch dienet sie, die Mannichfaltigkcit und das Ansehen des Rcichthums zu vermehren, und das Glatte zu unterbrechen. Und da man es einmal gewohnt ist, sie an ganz zierlichen jonischen und co- rinthischen Saulenordnungcn zu sehen, so würde man diese Gebälke ohne die Zahnschnittc zu leer finden. -Ohne Zweifel hat irgend ein ehemaliger Gebrauch an dieser Stelle hervorstehender Latten die Baumeister veranlasset, dieZahnschnitte alsZicr- rathen anzubringen. AndenGicbel- gesimscn stellen sie in der That die hervorstehenden Latten vor. Es ist aber eben deswegen dem guten Ge- schinak entgegen, daß man sie da senkrecht herunter stehen macht, da sie natürlicher Weise mit dem Gicbcl- kranz selbst einen rechten Winkel machen sollten. Zeichnende Künste. üntcr dieser allgemeinen Benennung begreift man die ganze Classe der schonen Künste, die durch Darstellung sichtbarer Formen auf die Gc- müther würken, bcy denen folglich die Zeichnung dieser Formen das Wesentliche der Kunst ausmacht. Diese Knuste haben ihr Fundament in der ästhetischen Kraft, die in den Formen der Körper liegt, von welcher an seinem Orte gesprochen worden.*) Ein feines und lebhaftes Gefühl für alle Arten dieser Kraft, und ein scharfes Auge, das die manmchfaltigcn Formen in der Natur sehr bestimmt und getreu faßt, sind die wesentlichsten Talente zu diesen Künsten. Man hat auf so vielfältige Weise versucht, die sichtbaren Formen als Gegenstände des Geschmaks darzustellen, daß der Hauptstamm der zeichnenden Künste sich m sehr viele Zweige verbreitet hat. Zuerst sind zwei) Hauptaste zu unterscheiden. An dem einen hangen die Zweige der zeichnenden Kunst, die die Formen körperlich bilden, und an dem andern die, welche sich nur flach, aber durch dieZauberkraft der Vermischung des Lichts und Schattens so darstellen, daß das Augc die würkliche körperliche Form zu sehen glaubt. Jene werden auch die bildenden Künste genennt- weil sie unsormllchc körperliche Massen zu schonen Formen bilden. Doch scheinet der Sprachgebrauch die Baukunst ») S. Form. 748 Z e i luiist nicht mit unter diesem allgemeinen Namen zu begreifen, ob sie gleich nur den andern dieses gemein hat, daß sie aus unförmlichen Massen schone Formen zusammensetzet. Die bildenden Künste theilen sich wieder in viele besondere Zweige, die man aber mehr durch die Behandlung und durch das mechanische Verfahren, als durch den Geist oder den Stoff, den sie darstellen, unterscheidet. Wir haben der Hauptzweige schon besondere Meldung gcthan *) Man konnte noch mehr Arten derselben unterscheiden, wenn an einer subtileren Zergliederung dieser Sache was gelegen wäre. So konnte man z-B- die Dossirninst, die Schuilz- inustk und die Drehkunst auch noch als besondere Zweige der bildenden Künst ansehen. Die letztere hat in der That bey den Griechen ihren eigenen Namen und Rang behauptet. Der andere Hauptast thcilet sich wieder in verschiedene Zweige, die !N ahler Lp, die mosaische Äunst, die Rupferstecherkunst Und das Loum- schueiOeu. Die große Mannichfaltigkeit der zeichncndcn Künste giebt einen sehr überzeugenden Beweis von dem grossen Wolgcfallen, das der Mensch an schönen Formen findet. Es scheinet nur außer Zweifel zu seyn, daß dieses natürliche Wolgefallen an Schönheit der Form, schon in seiner ersten Nüchternheit und Einfalt diese Künste hervorgebracht hat; ob sie gleich mit derZcu vielfältig blos zur Ucppigkeit und zur Unterstützung einer citcln Pracht angewendet worden. Es giebt zwischen der ersten Anwendung dieser Künste, die blos auf ein unschuldiges, weiter nichts auf sich habendes Ergötzen des Auges abzielte, und ihrem Mißbrauch, der sie blos zur Unterstützung einer übcrmüthigen Pracht *) S, Bildende Künste. t.'^rr äa citeleur. Z e i angewendet hat, eine Mittclstraße, die uns die zeichnenden Künste in ihrem höchsten Werthe zeiget, da sie so. wol zu allgemeiner Erhebung ober Erhöhung des Gemüthes, als zu kräftiger Lenkung desselben in bcso». dcrn Fallen können angewendet werden. Davon aber haben wir an andern Orten hinlänglich gesprochen.*) Wir berufen uns hier nur deswegen darauf, damit man sich überzeuge, daß die Aufnahme und Vollkommen, hcit dieser Künste, da sie dasJhnge zu Vervollkommnung des menschlichen Geschlechts bcyträgt, keine gleichgültige Sache sey. Die strengcrn Sittenlehre!', die die zeichnenden Künste ihres Mißbrauchs halber völlig verwerfen, bedenken nicht, wohin ihre Grundsätze führen. Wenn man alles, was blos unfern Geschmak am Schönen nährt, miter- drükcn sollte, so würde der Mensch gerade die Vorzüge verlieren, die ihn am höchsten über die Thiere empor heben. Man macht uns reizende Schilderungen von der Glükseiig- keit der noch an der ersten rohen Natur Hangenden Völker, die, bey gänzlichem Mangel jener Künste, die nächsten und dringendsten Bedürfnisse der Natur in sorgeloftr Ruhc befriedigen. Aber man bedenkt nicht, wie nahe solche Menschen den Thieren sind, die eben so sorgefrcy gerade die Bedürfnisse, die man für die wichtigsten hält, befriedigen. Die so mamüch- falligcn Talente des Menschen geben einen offenbaren Beweis, daß er zu einer Vollkommenheit bestimmt fty, von welcher der höchste Wolsiand, der blos Ruhe und völligen Genuß aller Nothdurst versiattet, noch unendlich entfernt ist. Aber diese Betrachtung kann hier nicht weiter ausgeführt werden. Die H S.Baukunst; Bildhauerkunst; Mahlert»; Stein- und Slempclschncidcr- kunst. Ze i Die allgemeine Benennung der Künste, von denen hier die Rede ist, zeiget an, daß die Zeichnung das Fundament derselben ist, und daß sie ihren eigentlichen Werth daher haben: deswegen haben wir diese besonders zu betrachten. Zeich n u n g. (Zeichnende Künste.) Aaß die Zeichnung bei) den bildenden Künsten die Hauptsache sey, ist zu offenbar, als daß es eines Beweises bedürfte; nur in Ansehung der Mahlerey sind deswegen Zweifel entstanden, weil es einigen geschienen hat, daß das Colorit eben so wichtig, als die Zeichnung sey. Es ist nicht sclren, daß Gcmählde, darin die Zeichnung unter dem Mittelmäs- sigen ist, wegen der Vortresslichkeit des Colorits unter die ersten Werke der zeichnenden Künste gesetzt worden. Wenn man die Sache genau beur- theilcn will, muß man nur bedenken, ob durch Zeichnung, oder durch Colorit das meiste ausgerichtet werde. Daß in der Form der Körpc» überhaupt mehr Kraft liege als in ihrer Farbe, ist wol keinem Zweifel unterworfen. Die Form hangt aber größ- tenrhcils von der Zeichnung ab. Aber in den Gemähldcn scheinet eben diese Kraft der Form ihren Nachdruk vom Colorit zu bekommen. Die vollkommene Täuschung, der zufolge man im Gemahldc nicht einen blos abgebildeten, sondern vorhandenen Gegenstand zu sehen glaubt, erhöhet und vollendet die Kraft der Formen. Wer wird sagen können, daß ein blos gezeichnetes Portrait bey der höchsten Vollkommenheit der Zeichnung so viel Eindruk auf ihn mache, als wenn zu dieser Zeichnung die völlige Wahrheit der Farben, und die daher entspringende Haltung und das Leben noch hinzukömmt? Man kam, das Colorit mit der Schönheit Z e i 749 des Ausdruks, die Zeichnung aber mit dem Sinn, oder dein unkenden Gedanken vergleichen. Der richtigste und wichtigste Gedanken thut erst alsdann seine volle Würkung, wenn er in einem vollkommenen Ausdruk erscheint. Es gicbt Gemählde, die bey einer sehr mangelhaft.!, Zeichnung, blos wegen der ungemeinen Wahrheit, die das Colorit ihnen giebt, nicht die Bewunderung der Kunst, (denn davon ist hier nicht die Rede,) sondern den lebhaftesten Cin- druk des Gegenstandes selbst bewürfen. Doch davon haben wir bereits anderswo gesprochen *). Wir wollen hier nur so viel anmerken, daß dem -Wähler Zeichnung und Colorit, eines so wichtig wie das andere seyn muffe, und daß er bey merklichem Mangel sowol des einen, als des andern, kein vollkommener Mahler seyn könne. Wie der Redner mit den vortrefflichsten Gedanken, die er elend vortragt, nichts ausrichtet; und wie der beredteste Mensch durch den höchsten Glanz des Ausdruks das Gedankenlose der Rede nicht würde verbergen können: so verhält ee sich auch mir dein Mahler, den, es an Colorit oder au Zeichnung fehlte. Zur Vollkommenheit der Zeichnung gehören Richtigkeit und Gcschmak. Da die Zeichnung nichts anders ist, als eine Bezeichnung sichtbarer Gegenstände, so ist sie um so viel vollkommener, je genauer und richtiger diese Bezeichnung geschieht. Die höchste Richtigkeit bestünde darin, daß schlechterdings jede zur Form des Gegenstandes gehörige Kleinigkeit gerade so, wie sie ins Auge fällt, gezeichnet würde. Diese vollkommene Richtigkeit hängt theils vom scharfen und richtigen Sehen, rheils von der Fertigkeit der Hand ab. Von jenem haben wir besonders gesprochen 'H. Wir ^) S. Colorit. S.Augeinnailß. ?;-> Z e i Wir wollen hier nur noch anführe», daß selbst zum richtigen Sehen schon einige Kenurnifi der Optik und Perspectiv crfodert werde. Man glaubt insgemein, daß das Sehen blos von der Scharfe des Auges herkomme, folglich ein angcbornes Talent sey. Aber Philosophen, die die Sache naher untersucht haben, versichern uns, daß man erst nach langer Uebuug so weit kommt, als nöthig ist, um sich der wahren Gestalt und Entfernung der Dinge mit einiger Klarheit bewußt zu seyn, oder genau zu wissen, was man sieht. Das Gesicht ist mancherley und wunderbaren Tauschungen unterworfen, die zwar durch Uebuug allmählig berichtiget, aber nur durch Theorie völlig unschädlich werden. Wir wollen nur eines einzigen besondern Falles erwähnen. Wenn wir einen Menschen mit aus- gestrekren Armen von der Seite, aber in der Nahe sehen, so daß eine Hand merklich entfernter vom Auge ist als die andere, so müssen sie nothwendig in sehr ungleicher Große ins Auge fallen. Aber weil wir einmal wissen, daß natürlicherweise eine Hand so groß ist, wie die andere, so finden wir sie auch ungeachtet ihrer verschiedenen Entfernung gleich groß. Der Mahler, der über perspcctivische Verjüngungen nie gedacht hat, würde gewiß auf seiner Leinwand der einen eben die Große geben, wie der andern, und dadurch seine Zeichnung für geübte und unterrichtete Augen unrichtig machen. Und so verhalt es sich in mehr Dingen, in Ansehung des richtigen Sehens. Verschiedene Kleinigkeiten entgehen der Aufmerksamkeit des Sehenden ganz, wenn ihn nicht gewisse andere Kenntnisse darauf führen. Sehr geringe und zarte Erhöhungen und Vertiefungen im Umriß des Nakenden wird der, der eine gute Kcnutniß der Anatomie hat, und weiß, daß irgend ein Knochen , oder ein Muskel hier oder da Z e i eine kleine Erhöhung verursacht, auch besonders bemerken; da sie einem andern entgehen werden. Hieraus wird man begreifen, daß auch das beste Auge zum richtigen Sehen nicht hinlänglich ist, sondern daß viel Hebung, eine lange Bekanntschaft mit den Gegenständen, und Keunmiß der Perspectiv und Anatomie, dazu nothwendig sind. Die Fertigkeit der Hand scheinet blos eine Sache der langen klcbung zu seyn. Es ist erstaunlich zu sehe», zu was für Fertigkeiten die Glied- maaßcn, besonders Arm und Hand, durch anhaltendes Ucben gelangen können. Diesen Thei l der Kunst kann jeder lernen, dessen Fleiß anhaltend und hartnäkig genug ist. Und hieraus kann ein angehender Zeichner sehen, was er zu thun hat, um zur Richtigkeit der Zeichnung zu gelangen. Sie ist das Fundament der Kunst; weil ohne sie der Ge- schmak, und das höchste Gefühl des Schönen, nicht vermögend sind, bcy der. Ausübung ihren Zwck zu erreichen. Darum dringet Mengs darauf, baß Anfänger, mir Hintansetzung alles übrigen, sich der Richtigkeit befleißigen. Seine Lehre verdienet hier angeführt zu werden. „Ich ermahne," sagt dieser große Künstler, „die Anfänger der Mahlercy, daß sie sich nicht zu viel auf solche Subrili- täten, wie hierin geschrieben, ^.nämlich über Geschmak und Schönheit,) verlegen; denn im Anfange taugen solche nicht. Die erste Bemühung eines Anfangers soll seyn, das Auge zur Richtigkeit zu gewöhnen; so daß er dadurch fähig werde, alles nachmachen zu können. Zugleich soll er sich der Handübung befleißigen, damit die Hand gehorsam sey, zu thun, was er will, und nach diesem erst die Regeln und das Wissen der Kunst erlernen Aber In der Vorrede zu den Gedanken über Z e i Aber durch bloße Richtigkeit der Zeichnung kann der Künstler nicht groß werden. Die Vollkommenheit der Kunst besteht nicht darin, daß man jeden Gegenstand in der höchsten Richtigkeit zeichne, sondern darin, daß man den nach dein besondcrn Zwek wohl gewählten Gegenstand so zeichne, daß er in seiner Art die höchste Wirkung thue. Er muß also leicht, mit Geist, und nachdrüklich gezeichnet seyn, damit er das Auge zur näheren Betrachtung reize. Winkelmann, dem anch Lessing bcystimmss sagt, der erste Grundsatz der zeichnenden Künste sey, alles widrige zu meiden, und überall Schönheit zn suchen. Dieser Grundsatz aber ist meines Erachtens den zeichnenden Künsten nicht eigen, und muß von dem Zeichner nicht weiter ausgedehnt werden, als von jedem andern Künstler. Der Dichter muß alles schön, wolklingend und nachdrüklich, oder auf sonst eine Art mit ästhetischer Kraft vortragen: der Tonsetzer muß immer Harmonie und Rhythmus beobachten, und der Wähler auch da, wo weder Farbe noch Ton die angenehmsten sind, ihnen Harmonie geben. Wollte man jenen Grundsatz so verstehen, daß im Zeichnen alles Unangenehme der Formen zu vermeiden fty, so würde er zu weit führen. Raphael der größte Zeichner unter den Neuern, hat gar oft widrige Formen, weil sie zu seinem Inhalt nöthig waren. Aber auch solche Gegenstände müssen in ihrer Art nach guten Verhältnissen, mit fließenden leichten Umrissen, mit Geist und Leben, gezeichnet seyn. Wie in Gcmählden die Zeichnung die Hauptsache ist, so ist in der Zeichnung der Geist und das Leben das Vornehmste. Richtigkeit befriediget; Anmurhigkeit und Schönheit gcfal- über die Schönheit und über den Gcschmak in der Mahlerey. S. Xlv und XV. Zel len; aber das Leben, der mit den wenigsten wesentlichen Strichen fühlbare Charakter jedes Gegenstandes, rührt auf das lebhafteste. lieber diesen höchst wichtigen Punkt der Zeichnung gicbt Mengs in dem angeführten Werke den richtigsten und bestimmtesten Unterricht. Jeder Zeichner sollte dieses vortrefflichen Mannes Anmerkungen hierüber, als die ächten Glaubensartikel seiner Kunst täglich vor Augen haben. Da wir zu dein, was er über den Ge- schmak und die Schönheit der Zeichnung sagt, nichts hinzuzusetzen finden, so begnügen wir uns, den Künstler blos dahin zu verweisen. -A- -H- Don der Zeichnung überhaupt handeln, unter mrhrrrn: G. Vasari (Im tIten Kap. f. Inrroäu^ione slle rre srri llel ditegno, bry s. Vire -le piü ccceil. ^rcll. picr. eic.) — Giovd. Arnie- nini (Im qtcn Kap. dcS neu Büches Vor! Ureeeiri Neils pirrurs, und zwar clie cots lis il clilegno, gusneo e<-Ii tis vniverlslmenie neccllsrio sgli uo. mini, e s gusl li vo«lis minor sreo gusnrungue in Ipceisls egli Iis plü Ueilinsrv sils Uicrurs.) >— Aless. Al- lori (Oislogo . . . toprs I'srre ciel cls, llgnsrs le figure, princiyisinlo ste' mulcoli, olle, nervi, veno, memdrs e tigurs pert'ercs, Uir. 1590. 4.) — Lleon. da Hinci (Im 25tcn, sytenu.f. Kap. s. 'Ursire cle 1s Ueink.) — Andre Felibien (Im zten Kap. des ztcn Buches s. Urinc. cle l ^rcd. cle 1s kleine, eec. und in der ersten der Lonterencc5 cle presch Uo)'. . . . yemlsnc 1 snnee 1667.) —- Franc, löana (In dem zteu Kap. der, bey f. llrociromo sils Arrc mseilrs befind!. Äbhandl. von der Maylcrep.) — Geraro van Brügge (Ihm ivirö die „Änmcifung zu der allg. Reist- und Arichenkunst, darinnen die Gründe und Eigenschaften, die man, einen unfehlbaren Verstand in der Zrichcn- kuust zu erlangen, uothwendig ivifien Miss, 75- Z e i mux, kürzlich uud doch kläriich angewic- sc» werden," zugeschrieben, weiche ich im Originale nie gesehen, wovon aber eine engl, Hebers. o. I. 1674. 4. u. eine deutsche de» der auch aus dem Holländische» übersetzten, Anweisung zur Mahlerkunst von Will. Gocree, Hamb. 1678. Leipz. 1744. >750. als -te Abthrilung (S. lzy der letzter» Aufl.) vorhanden ist; sie handelt von dem, was die Aeichen- kunst sc» und worin dieselbe beflehe; von dem ersten Anfange der Zcichenkunst; von den Dingen, die bey jedweder Staffel der Zcichenkunst nothwendig in Acht zu nehmen sind; von der zten Staffel, nähmlich von dem Nachzeichnen der in Wachs oder in andern Dingen gebildeten nnd gegossenen Nundwerke; von dem allgemeinen Zeuge, damit man zeichnet, und ivorauf man zeichnet; von der Handlung und Weise, die man im Zeichnen gebrauchen muß; von dem Ganzen oder Allgemeinen und seinen Thcilen und wie dieselbe» angesehen und verstanden werden müssen; wie man flach, kantig und schnell zeichnen soll; von den Erhabenheiten; von dem Widerschein; von dem Verschießen, oder Perspectiv der Dunkelheit u. deö Lichtes; von den Umzügen oder Ubcrrisscn, deren Lvstgkcit und des Wohlstandes, benebenst der Bewahrung der Thcile; von dem llcberzcichncn und Ausführen.) — Tesselin (die erste der, von ihm herausgegebenen Oon- terences eis l Acori, svec les tsnri- mcnz eles plux bsdiles k'cintres .... handelt eie I'ulsßs ciu lüsic er eiu äst- sein.) — Oe Piles (In s. Ovurx äs Is Leine. S. 116. und IN s. Lieme»! äs Is seine. S. Zu Z5Z. 400. der AuSg. von 1766.) — Dnsu/ dir Trez (In der oten Oissertat. s. lAsies iur Is Leine. Toni. 1690. 4. S. 8Z. u. f.) — Richnrdson (In s. Lila/ on rbe T'beoe^ ot Lsinc. »14. der franz. Uebers. Amst. 1728. 8-) — iVwltt (bsts^ NN Oelign. 1749. 8.) — 2>. »Dcbb (In dem 4ten f. Gespr. über die Mahlerey, S. 40 der licbcrs.) — — In der Theoretischen Abhandlung über die Mahlere/ und Zeichnung, Leipz. 1769. 8. wird, in 14 Ab, schnitten, von der Zeichnung gehandelt, als was die Zeichnung seyz in wie fern die Zeichnung den Rang vor der Färbung behaupte; vom den verschiedenen Manieren im Zeichnen; daß cS nicht rathsam sey, nach Marmor und Stein das Genie zu bilden; vom Erhabenen in der Zeichnung; auö welchen Theilcn die Zeichnung besteht; vom Zusammensetzen im Zeichnen; von deu Stuffen und Wachs» thum der Zeichnungen; . . . von der nachahmenden Zeichnung u. d. »1. aber sreylich höchst oberflächlich.) — Frx. Thrstph. v. Schsyb (Im iztcn Kap. des tten ThlS. s. Köremon, u. zwar vom besonder» Geschmak, u. einer glücklichen Wahl im Zeichnen. Im -L-ten n. 6;tcn Abschn. s. Orcstrio, Th. I. S. zoi. Thl. 2. S. zZ5. unter der Aufschrist: Nichtswürdige Schule der Zeichnung u. Schule der Zeichnung.) — Ant. Tischbein (Im zten Buche des itcn ThlS. s. Untere, zur gründl. Erlcrmmg der Mahlerey. — Thrffn. Ludrv. Reinhold (Im iten-stcn u. izten, >9ten, roten, -tten, roten, szten u. -6ten Abschn. s. Systems der zeichnenden Künste.) — Thrsrn. Fdr. Orange (Von der Gco« Metrie in der Zeichnungskunst; von der ersten Stnffe der Zeichnungskunst (in 9. Kap.). Von der zweyten Sruffe in der Zeichnungökunst, handelt der erste, zmcytc u. neunte Abschn. des tten BdS. seines Entwurfs einer Academie der bildenden Künste, Halle 1778. 8. Ueber den Unterschied u. die Verbindung deS mathematischen Zeichnens mit der Zcichenkunst aus sreycr Hand, Halle 1784. 8.) — Rctsh. Mengs (In s. ritlcllioni to- pro . . Usit. L'oeeeg. e Tizisno, im lten Bde. S. iz6. löz. u. 176. s. Opeee und in s. bc?ic>ne prsriclie, im 2tcn Bde. S. 2Z5.) — 2l. H. Mertens (In der 6ten seiner Vorlesungen über die zeichnenden Künste, Leipz. 178z. 8.) --- L. D. H. (In den vier ersten Abschn. s. Theo, Z e i ?5Z, Theoret. u. pract. Anweisung zur Zeichen- u. Mahlcrkunst, als, von der Zci- chenkunst überhaupt; von den erfreu An- sangsgr. der Jeichenkunji; einige Gcue- ralanmerk. über die Zeichenkunst; über das Zeichnen nach dem Leben-) —> I. G. Pnhlmann (lieber Zeichnung und Com- positisn, in der» ztcn und 6lcn St. des itcn Bds. der Mvnatts.hr. der Verl. Aca- dcmic der Künste S.ir? und -67.) — So genannte oeichenbücber: Nach Raphael sind deren folgende vorhanden: Idvre de Peres er depiAures, eir. des plus beaux vuvr. de ld. Ar. p. Hill. de la blaye, psr. 1706. s. 40 Bl. ldec. de XLPeres rir. des Larroos de ld. 1722. Querfol. 21 Vl. Berm. Mitdcn llmr. der Köpfe, "einigen Blättern von Ansangögr. anatom. Figur, und einigen alten Statuen, unter dem Titel: Phe Ichool od Id. or che tludenrs Auide ro exprellion, Lond. 1759. top 102 Bl. mit 14 Bl. Tert. kvlcrhode pour ap- xreudre le Gestein, enr. de L pl. da- ^res ldaphael, p. L. A. Domherr, Poe. e 75 5- 4- ldec. de di v. picces (l eprös Id. Ann. Lörrach, crc. per. Lbuerfol. 1; Vi. Livre de distercnres ecndes d'spres Id. er aurres Arands däaicres . . p. A. Auberr, par. 4- >2 Bl. Pclde tcelre di perlonnaAAi illustri... da paol. pidanea, ldom. 1757^1767. f. 144 Bl. die ober alle schlecht gerathen sind, u. a° m. wovon sich im otenBd. S. zda. der Nachr. von Künstlern und Knnffsachcn Auskunft findet. — Nach Parmczgiano (f 1540. Lcelra di dil'eAni aAii 8cu- denri picrori, inraAl. da dranc. Lurri, Lol. 5.) — Nach Azoff. Earraccio (1619. Ldemplare del dideAno, 8-24 Bl. Livrs d'lZrudes, Ar. p, L. Liamber- lini er b. kricci 82 Bl. 8cuoia per- ikerr» . . . p. p. LcÜAnon 8. 24 Bl. Livrv nuov» da dileAnare, per II Va- lelio gest. von ebend. 8. 20 Bl. Clempl. del ddeAuo copiaro dal' lZriAinals dAAoikino, 27 Bl. Livre de ?or- rraicure . . . p. poiil^, zo Bl. Auch gehören hieher noch die penner! div. lin. od inraZI. da Annib. Lsrrscci, 40 Bl. Vierter Theil. u. a. m.) — Nach Guido Rani ('s 1642. 8celra di dileAni aAli Zrudenri picrori, Kol. s. a.s.) — NachAbrgh. Bloemnrr (s 1S47. Livre dPcudes, p.p. Lloemarr, zoBl. Ein ähnliches von 15 Bl. Idee, de principes pour detliner p. p. Illoewarc 17z Bl. Livrs ü detiiner rnis en ordre p. Ü. piearr, Amlt. 1740. f. 170 Pl. Li vre d Krudes, p. pr. Louckcr 12 Bl.)— Nach Nic, Sollerr (lüio. Livre ü deiliner, von I. ke Llerc, ;6Bl. 4.) — Nach Pouf'siu (f 1665. Zeichenbuch, Nürnb. 14 Vl. L) — Nach Hub. Golzius, von I. C. Bischer (pundamenr. IdeAuI. arris piddyr. er lculpr. zo Bl)--- Nach und von Giov. Fr. Barbieci hf iü66. Primi LIemenri perindurre I Lioearil al dilegno, Kol. 22 Bl. t. Auch sind nach diesem Meistee noch von mchrecn, als von VanvitcUi L Bl. von Pieancs» >8 Bl. von Bartolozzt 4. 44 Bl. ühnli« chce Art gelicserc worden. In dem Atig. Künstlexieon wird gesagt, daß man so gar zehn Zeichenbücher von seiner Art habe.) — Nach und von Srcsfano SellaB>ellfl (1670. Idee, de div. pieces, lerv. ü parr de la porrrsicure j8Bl. I priie- cips del dilegri», F. zo Bl. Livrs pour apprendrs ü detiiner, mit er» iumiere, p. Israel, 12 Bl. 12.) — Nach sd. sd. Rubens (Livre ö u.eiiiner, cvnr. 20 inorc. Ar. p. ? ponrius, Bncv. . . , Livre de priuc. de ded- sein, Ar. p. ?. e^vcüne, 4Z PI.) Nach Scb. Bourdon (Ibivuv, iivrs des princ. du detiein, Ar. p. I.I. Pas- quier, 12 Pl. t.) — Nach Ch. ^.e B>run (h 1690. Laralteres de» pst- üons, von Le Cicce^ 2° Dl. 8. Bon Vivarcs, von Engelbrecht, u. a. m. Livre de porrrairure, von Simonncau >8 Bl. Von Bonnart, >4 Bl. Li vre pour apprendrc ü detiiner, von F. Poiily 12 Bl. Die Kunst zeichnen zu ter» neu, in iz Kpsrt. nach dem Muster des El), le Brun und Roberts, Leipz. 1770» t.) — Nach G. Hoefnagel (Arche- r^pa lkudiatjuc von I. Hvesnagel, Prc5r» 1692. 4. 5, VI. Blumen, Früchte, Bbb 3»-- 754 Jnsccren.) <— Nach Ger. -Host (hex princ. tondemenr «ja dcil'ein, danz lelizuelr »r> voir plus de L excmplcs Iwruret>c de diverses grrirudes er?es- res, von Bvdart, he^de 172z. s»l. i°gBl.) — Noch Franc. Veudicr (Kec. de div. higures d^egdemic, von I. P. de Poill», f. 17 Bl. Bon Sandra« 14 Bl.)— Nach MoriaEi- MOrr ('s >707. lriZ. er polirus vgri! kveminsr ex llaruis anc. coir». hier, toi) — Nach F. Boucharovn (hivre de div. hrudes unter dem Titel Quid» «rmonica, von Anbcrc >741. t. ig Bl. hleuv. livre lies principe!, eis deisein, von I. I. Posquicr, z Bl. Oeuxlivr. de div. ÜAures dTieademie, von Avelino, Ändert und Huquicr u. 0. psr. -758. t. -4 Bl.) — Noch Fr. 25ou- kbcr (hivre ü deiliusr, von te Bas, »0 Bl. vsux hivr. d'Lrudes, von Hngnier, jedes 4 Bl. hivre d'/^cade- mies, von sbend. ig Bl. hivre dAcs- demies, von de lo Ruc, >2 Bl. hiv. d'h-.udes, von Rylond, 6 Bl. 4. und einzcle Akademische Figuren von onoern mehr.) >—> Noch Ch. Naroire (hivre d^eadcmie, vyn I. I. Pasguier, Ig Bl. t.) — Von Fr. AquilK (hiv. pvur dediner, 16 Bl.) — Von E. Ruzendas und I. Rieoieger (Neues Zcichcnb. von wilden und zahmen Thie- ren, ;o Bl. t.)— VonI. P./(.eB>os (hivre de delseins czui reprelenreuc les Norries ein corps bumain, 8 Bl. hivr. d erudes de diKsi eures li^ur. mi- liroiiex, 8 Bl. 4.) — Noch piazerra (8cudii dipicrurs, gcü- v Pikteri, Ben. 1760. s.) — Noch V. Zs?. Ae Sueur (Peine. du delsein, von O. Berger, 176;. Quersol. üderh. i;Bl.)— Auch sind dergleichen Zeichenbücher noch noch sehr vielen andern Mechern, als noch Gioc. Palma, Jos. Ribera, Salvador Rosa, Witte u. 0. m. vorhanden. — Eigiutliche Auwmj'ungcn;ur Zeicizen- kunst: Sed. 2öehom (S. den Art. Mohlerey, S. zz;.) — Silo. Belli (hibro del milursr c»n Ig villg, Von. 156s. 4.) Jost. Ammon (S. den Art. Mablerey, S. zZ5.) — Jecln Cousin (s >590. h'src de delliner, Lnl.) Vvo. Lialcrti (16; 8. IN primi elcmeuri deil» pirrurs, cive II modo per dilegusre evn sacilrü rurre le pgrri del corpo rimauo, 4.) — Chrstph. Sclieiner (hgnrogrgpbi», s. Ars delineaudi res czugsliber per ?». rslleluArsmmum lineare, s. llavum mccban. mobile, hib. II. expl. er il- lulir. ldom. ibzi. 4.) — Crisp. van Paß (ha prima parte clella iuee del dile^nare e del dipinZere,. Amliel. 164z. s.) — Adr. Boise (shrgiredcs inauieres de delliner lex urdres de I'ArctriceJ. anr en ronrer leurz psr- lies, l'sr. ,664.1672. 1684.1.) — Mich. A.'Äü»e (ch »667. krincipi del dilegno 7 . .) —- I. ^.«NgloiS (d, moniere er I'ulaßc de la binA« er dn cnmpas de preporkion, kar. ,68s.) — Joh. B'.sthop (f >686. hsrsaig- mar» Lropkices, T. 57 Bl.) --- 1ln< gen. 1'rsice du dellein er du laviz, psr. 1656. z. — h'srr de deüiner prupremenr lez pians, proütx ere. de l'T),,cbirediure, p»r. 1657.8.— h'arr de deiliner leg plsna, prolils, eleva- rions xevm. er perlpedl. llai. 1697. 8. — Schuster (Neues Reiß - und Zeichenbuch, Nürud. 1699. 5.) — G.-H. (NeurS vollü. Reißbuch, Nürnb. 1707. l)) ^— Joh. Lhrstph. XVeigcl (Nützliche Anweisung zur Irichnungstunsi, kol.) — Ger. ll,oicess'e (priuc. du deiliin, 1719. 1746. 5. Deutsch, Nürnb. 1727. 4. hcipz. 1745. t) JnS Kleine gebracht von I. A. Kraus , Qsol. ro- Bl. — Engl. lond. >7Zo. 4- >7IZ. h) — Et. Trouquer (h arr de tairs une iu- linics de deiwins, psr. 1722, 4.) — I. D. Her; (Gründl, und voilkonunene Anleitung zinn Zeichnen, und kumimüßig völiige AuSaedcirung menschlicher Stoiur, Augöb. 17-z. k. 60 Bl.) — EoS. Niol- tioli (hrim, Llem. della purura per uio de'principgnri, llul. 1728. Asol. -g Bl.) — I. D. Preißler (Die durch Theorie ersunvene Praktik, oder Regeln, Herrn nion sich als eine Anleitung zu bc- rühm? Zei 755 rühmtet Künstler Zeichenivcrken bedienen kann, Nürnb. 1728. b. 1759. t. (9trAufi.) z Th. Sliileirung zum Nachzeichne» schöner Landschaften oder Pevspeete, Nürnb. ,759. f. mit 26 Kpsrt. (zteAufl.) — Jos. XVisrmaisser (S. den Art.Mai?- lerey, S. zz6.) — Fr?. Dankerr (Deutsche Akademie der Mahlcrey, Reiß- und AeichnungSknnst, Nürnb. >7Z i.Qfol. 1754. Qsvl. 1-8 Bl.) -» I. Gsbbs (Knies ob cirarvin^ riis ieversl psrrs ot ^rciiircbi. i-onst. 17Z2. 175z. b. 64 Bl.)-— LLdva. Gable^ (Lsh ru» las t'oi Ai Swing in ^rciiireöture . , .) — I- I. Gcbübler (ErsindungSkunst . . . und wie alles, was die fre?« Hand- Zeichnung sonst gewöhnlicher Maßen begreift, unter sicher Grünzcn kann pro- jectirt werden . . . Nürnb. 1754. f. mit z; Kpfrn.) .— Tl?. Äorvles (?rinci- ples ob stiavviiig 17Z9. 177z. bot, 60 Bl.) — Istngc'ii. (dtzonv. meckolle ponr vpprcolireö liel/iner ssnz msicre, ?sr. 1740.4. Mit iSc-Bl.) — 2?U- cbotte (il.es reales llu licssein er cin lsvis >>onr Ies silans )>arricu. iiers lies ouvrsgcs er lies Iisrimens, ?ar. 174z. 1754- 8) Du paiil (Ks icicnce lies ombres, psr rspporc su clcsscin, Necessaire ö ceux czui veu- leur liesstner en l^rciiir. er en i?einr. ?sr. 1750. 8. mit K. Deutsch, Nürnb. >786. 8.) — I. K.. Einler (Gründl. Anweisung zuin Laub-unoGrvteSkenwerk, LZ? Bl. O.svi.) — Job. Jac. Marinem: ( l)e re ic !>ns >nics, Vicn. 1751.4.)—. F. L. tirisen (D'smour ciu liesscin, ou couis >Iu liessein, stgns ic gour ciu crsyon, Kar. 1/;?. kol, 12 Bl.) — UliASil. ( sstie coinpiere Orswing iiooic, 1755.) — Bke 7)rc «k llrswiiii- snst )?sinr. in VVsrereo- iours 1755. 12. — Neue Anlcit. zur Zeichcnkunst, ?s Vl.) -- Andre Äar- don (l.eseiemeuslie i srccie lieiiiner, ?sr. 176,. 4.) —> G. -H. Werner (Die Erlernung der Zcichenkunst durch die Geometrie und Perspectiv, Erl. 17S4. 8. Nützliche Anweisung zur Zeichcnkunst der Blumen 1765. 8. Auwels, zur Zeichcnkunst der vi'crfüßigen.Thscre, ebend. 1766.. 8. mit is Kps. Nützlicher Untcrc. zu dcm Landschcsrzcichncn, 1767. 8. mit 21 Äpf. Anweisung in der Zeichenkunst, wie die .Theile des Menschen durch geometrische Regeln und nach dem vollkommensten Ebenmaße ganz leicht zu zeichnen 176z. 8. Nerm. 1776. 8. mit 8 Kpfrn. Anweisung alle Arten von Prospccte» nach den Regeln der Kunst und Perspectiv von selbst zeichnen zu lernen . .. Erf. 1781. 8. mit 17 Kpfru. Anweisung alle Vertieal ^ und Hokizvntalgcmlllde nach den Regeln der ; Sciulettvrdnungen zu zeichnen . . Erf. 1782. 8. mit 9 Kpfrn.) — Fdr. W. Rrayenstein (Pract. Abhandlung von Verfertigung schöner und acrurater Zeich- nungen und Risse, Nürnb. 17S6. 8.) — Jouberr de la Hiderdcrie (1e veb- ssnsreur pour ies t-hri^ucs li'crvsscs ci or, li'segeur er cle io^e . . . Kar. 1765. 1774. 8.) — ^.anfallen (i.c> ^ons ste liesscin er lielsvis, Kar. 1767. 8-) " Jamner (kes vrsis principe, Nu liessein» buivis «in csrstiere liespsi- iions p. 5. ie Llcrc, ?sr. l?7Z. 8. ;oBl.) —. G. Äiebham (Iiis lirsev- ing-d,1sster, 4. . . .) — Ungen. (Anfangsgründe zur Zeichcnkunst für Anfänger, in XX Kupserr. Nürnb. >768. 4.) — I. G. Scbenb (Die Zeichnung dcS menschlichen Körpers, rheoret. und pract. vorgetragen, Jena 1769.4. mit i7.Kpfrt.) — Ungen. (Vorschlag zu einer neuen Lchrart, in der seeoen Hondzeichvungs- kunst, Brest. 1774. 8,) — G. Gcbmidc (Bessere und untrügliche Kunst nach der Natur zu zeichucu, durch ein llniversalinstrumenr rrfundeii, Werl. 1777. 4.) — sfnzeil. (dlouv. iivre üe prin- cipcs rsitonnsz cie liesscin, liepuis ies vcux )usl)u^ I scsliemie cc i'ecorciie» li's^ics Ics ineiilcurs rnsirres, snc. er Moli, er lisns icizuci vn s isir cncrer ies ceccs ti'exprciiion lic le Krün, ksr. (1779.) kvi. üa Bl. — F.-Heczverg (Änieic. zum gründl. Uuterr. in derHaud- zeichnungskunst für Anfstngrr, BeeSl. 1780.8.) -- I. K.eo>ih. Hofmann (Anweisung zur Vcrsertzgung und. Gr« Bbb Z dvauch 756 Z e 5 brauch des allgemeine» Zeichcnlnssrunicnts ohne Gläser, mittelst dessen jeder, auch ein der Acichenkunst Uncrfahrncr, ohne weiterii Unterricht, »ach der Natur alles geichwind und pünetlich zu zeichnen vermag. Ansp. >78o. s.) — Ungen. (An- fangsgr. der ZeichnungSkunst für Eltern und Kinder mittler» und geringen Standes, Hanau >780. x,) — Unterhaltungen für Anfänger in der Acichenkunst, DeeSd. >780 u. f. Qfdl, so Hefte. — PH. äL. parizeau ( princixes llu äcs» tein . . .)— I.Rleinhart (Zeichenbuch für Liebhaber der feeycn Landschaft- zei^nung, Prag 178?. f. 41 Bl.) — I.LUetZ (lZruelies tör äezevinx-, cliicssz» brom cke ^nri^ue, honä. 1784. k.) >— Stnrt (lZraevstng Uo»I<4. 52 V!) >— G. tN. Rraus (A. B. L. dcs Zeichners, Leipz. -786.8. mit io Kpfrn.) -— T/rof's, Rnorrs undDämmels gründl. Anleitung, schöne Landschaften und Ueospecte zu zeichnen, Nürnb. 1787. k. Ungen. (Neues Blumen und Zeichen» buch, Nürnb. (1788.) 8. -6 ist. Bl.) — Sonr. Beruh. Me/er (Der Trans- parentspiegcl, oder Beschreibung eines neuen, sehr einfachen und nnglichcn Instruments für Zeichner, Botaniker u. f. m, Aurich. 1788. 8 mit - Kupfern.) — Ungen. I'de 7^rriss. Bde z-oung OrsCrmans guiäs rc> che lrue ouriines vk rbe Uuman ssgure , . . L. >8 Bl. —- J7be principlcr »k eiraee ing Ornsmenrs mscle est'/ b/ z-roper exsiiiples ... 4. 16 Bl. ---- ?. H. tlNeil (Unterr. ini Zeichnen für Kinder, Beel. 1789 u. f. s. Zwey Lecl. mit 27 Kpfrn.) — I. S. Richter (Unterweisung für Anfänger .... im Zeichnen, Leipz. (1791.) toi.. 12 Vl.) — Ungen. (Nothwcndige Anweisung in der Jeichcnkunst . . . Alt. »792. L. -te Aufl. Nach Lairesse und Prcipler, aber schlecht.) — Handbuch für Zeich, nee, Schnccb. ,794. Quecfol. — R. G. Rügers ( Der Zcichenmcister. . für die Jugend und alle Stände, Leipz. 1794. L, mit 15 Kps.) Zeichnung; Handzeich- nung. (Zeichnende Künste.) All ein mehr oder weniger ausge- führter Eutwiirf eines Werks der zeichnenden Künste, auf-Papicr mit der Feder, oder einem andern Srift gezeichnet, auch bisweilen mit Licht undSchatten etwas mehr ausgeführt. Dergleichen Zeichnungen werden von den Künstlern gemacht, entweder blos um sich zu üben, oder um Gedanken und Erfindungen, die sie ha. ben, zum künftigen Gebrauch zu entwerfen. Sie sind in Ansehung der Ausarbeitung von verschiedener Art. Einige enthalten blos den allgemeinen Entwurf einer Erfindung, mit großer Flüchtigkeit gemacht, dadurch der Künstler sich entweder der Zeichnung feiner Formen, oder der Zusammensetzung und Anordnung feines Werks, die er in ei. nein glüklichen Augenblik erfunden, versichern will. ^ In andern ist die Zeichnung schon mehr ausgeführt, auch wol bereits Licht und Schatten, oder wol gar die Hauptfarben angezeiget. Die Handzeichnungen großer Meister werden von Kennern und Künstlern sehr hoch geschätzt, und nicht selten zum Studium der Kunst, , den nach diesen Zeichnungen vollendeten Werken selbst vorgezogen. Denn da sie insgemein in dem vollen Feuer der Begeisterung verfertiget werden, dem wahren Zeitpunkt, da der Künstler mit der größten Lebhaftigkeit fühlt, und am glükiichsteu arbeilet: so ist auch das größte Feuer und Leben darin. Zeiten; Ä e t Zeiten; TaktZeiten. (Musik.) E'ind die Theile, in welche der Takt eines Tonstüks cingethcilt wird. In den einfallen Taktarten, als 4, Z, z, und 4, z, zahlt man zwei), vier, oder drey Hauptzeitcn, oder Taktftliläge; in zusammengesetzten Taktarrcn aber muß man außer die» scn Hauptschlägcn, oder Hauptzciten, noch die kleinern Zeitenunterscheiden, deren drey oder vier eine Hauptzeit ausmachen. So sind im Sechsvier- tel und Sechsachteltakt zwey Hauptzciten zu unterscheiden, deren icde wieder in drey kleinere Zeiten avge- theilt wird; im Takte sind vier Hauptzciten, deren jede wieder in dreyklcinere gethciltwird. JmZund Z Takt sind drey Hauptzeitcn, deren jede drey kleinere begreift. Die Hauptzeiten sind die, auf deren jede eine besondere Harmonie angeschlagen werden muß, die entweder eben die seyn kann, die schon in der vorhergehenden Zeit geHort worden ist, oder eine neue. Wo durchgehende Tone vorkommen, entstehen noch kleinere Takttheile, die aber nicht mehr für Zeiten gerechnet werden. Diese Zeiten sind, wie die Sylben der Worter, lang oder kurz, das ist, einige werden durch den Nachdruk des Vortrages schwer, andere durch leichten Vortrag leicht. Man nennt die schweren Zeiten auch gute, die leichten schleckte Zeiten. Von der genauen Beobachtung des Schweren und Leichten der verschiedenen Takt- zcircn hangt der Charakter und Geist dcrMelodie hauptsachlich ab, wie anderswo ausführlicher gezeiget.worden Nichts ist deswegen sowol bcym Satz, als beym Vortrag wichtiger, als daß die Einrichtung oder Beobachtung der verschiedenen Zeitsysteme auf das genaueste übcrlcgtund *) S. Takt. e l 757 abgepaßt werde. Wie das Schwere und Leichte der Zeiten im ersten Takt ist, so muß es durchaus in allen folgenden seyn. Es ist aber eine allgemeine Regel, daß in allen Taktarten die erste Zeit schwer sey. In den geraden Taktartcn wechselt das Leichte und Schwere meistentheils so ab, daß die erste, dritte, fünfte, und überhaupt die Zeiten, die auf ungerade Zahlen fallen, schwerer sind, als diezweyte, vierte, sechste, und alle auf gerade Zahlen fallende Zeiten. Im ungeraden Takt aber hat dieses beständige Umwechseln des Schweren und Leichten nicht statt; sondern da ist insgemein die erste Zeit lang, die Heyden andern aber sind kurz. Doch tonnen die kurzen Zeiten durch Anbringung sowol wesentlicher als zufälliger Dissonanzen lang gemacht werden. Aber da diese mit mancherlei) Schwierigkeiten verbundene Materie im Artikel Takt ausfuhrlich behandelt worden, so können wir uns hier darauf berufen. Die genaue Unterscheidung der guten und schlechten Zeiten ist nicht blos des Vortrags halber, sondern wegen der schiklichen Anbringung der dissonirendcnTone, nothwcndig. Wo zufällige Dissonanzen, oder Vorhalte vorkommen, müssen sie mit ihrer Auflösung allemal zwey Hauptzeite» einnehmen, eine gute für die Dissonanz und eine schlechte für die Auflösung; die blos durchgehenden Noten hingegen nehmen in allen Fällen nur eine halbe Zeit an. Was hierüber noch zu merken ist, hat Murschhau- ser am deutlichsten und vollständigsten angczeiget.') (*) Die, von dem Jnnhake des vorhergehenden Artikels umsnlndlich handcln- Bbb z den H S. dessen hohen Schule der musikalischen Csmposition S- ZZ. 8Z und ?6. ?58 Z i e den Schriftsteller, finden fich bei) dem Art. Takt angezeigt. Zierlich; Zierlichkeit. (Schöne Kulisse.) Wir nehmen diese Wörter in dem Sinne, den die Wörter Liegaus, und LIeFsntin in der lateinischen Sprache haben. Zierlich bedeutet hier nicht das, was sich durch Zicr- rathen auszeichnet, sondern was durch eine gute geschmakvolle Wahl des Einzelen, das zu der Sache gehört, sich in einer schönen und ange. uehmeren Gestalt zeiget. Zierlichj ist die Rede, darin die einzeln Wörter, »der Redensarten wohl gewählt sind, um das, was sie auSdrükcn sollen, nicht nur in völliger Richtigkeit, sondern auch mit Annehmlichkeit und Geschmak auszubrüten; darin ferner auch auf den Wolklang, und überhaupt auf alles, was ohne Veraude- ruug des Sinnes den AuSdruk angenehmer machen kann, gesehen worden. Zierlich ist das Gebäude, darin nur Vermeidung alles Ueberflüßigeu,- oder blos zur Pracht dienenden, alles nach den besten Verhältnissen genlacht, dazu die angenehmsten Formen gewählt sind , und jede Kleinigkeit mit gehörigem Fleiß ausgearbeitet wird, so daß der feinste Geschmak nirgend Mangel noch Austoß dabcy empfindet. Ueberhaupt bestehet die Zierlichkeit in Schönheit, die nicht durch Einmischung besonderer schönerThci- lc, sondern durch die beste Wahl des Nothwendigen hervorgebracht wird. Auch die nakende Schönheit, ohne Verzierung, ist zierlich, wenn jeher, und auch der kleineste der nothwendigen Thcile, mit Geschmak gewählt ist. Die Zierlichkeit wird gegen Reichthum und Pracht in Gegensatz gestellt,*) und dadurch wird zu vcr- *) So sogt zum R. Cor». NcpvS vom AtlieUs: Llexsns, von mozrukeus. stehen gegeben, daß sie'nicht in Anhäufung des Schönen, sondern in der Schönheit des Nothwendigen zu suchen sey. Ein Gegenstand, der durch vorzügliche ihm wesentliche Kraft stark rühret, bedarf der Zierlichkeit nicht: wenn er nur Nichtigkeit hat, und alles Anstößige darin vermieden ist. Ein Gebäude, das durch Größe, mit Einfalt verbunden, das Auge in Erstannen setzen soll, darf nicht zierlich seyn. Ein Gedanken, der sich durch große Wahrheit auszeichnet, oder der groß, erhaben, oder höchst pathetisch ist. brauch: nicht zierlich ans- gcdrnkt zu seyn ; man würde dasAn- genehmc der Zierlichkeit bey der stärkeren Empfindung, die seine vorzügliche wesentliche Kraft erwckt, nicht bemerken. Zierlichkeit ist also hauptsächlich da nöthig, wo größere wesentliche Kraft fehlet. Für den blos unterhaltenden Stoff ist sie am nokhwen- digsten, weil sie ihm die wahre Annehmlichkeit giebt. Schon durch sie allein wird ein Werk, das sonst keine ästhetische Kraft hatte, zum Werke des Geschmaks. Stark, nachdenklich, rührend und pathetisch kann man ohne Kunst schcchen; aber Zierlichkeit wird schwerlich ohne Kunst und Uebung, wemgstens nie ohne feinen Geschirmt erweicht werden. Daher ist die Zierlichkeit vorzüglich die Eigenschaft der Werke des Geschmaks, die sich nicht schon durch irgend eine höhere Kraft auszeichnen. -H- -H- (*) Von der Zierlichkeit, in Rücksicht auf Baükunst, handelt dos erste Buch des Neu Thls. von des Militia Grunds, der bürgerlichen Baukunst, Bd. i. S.5. u. f. , Zier- Z u r 759 Zierrathe n. (Schöne Künste.) » i Luke, oder Zwischenzeit bliebe.*) Darum ist es eine durchgchcnds angenommene Regel, das; wahrend einem Aufzug die Schaubühne nie soll leer gelassen werden. Hingegen bleibet sie zwischen zwey Auszügen allemal eine Zeitlang leer. In den griechischen Schauspielen geschah dieses nicht. Die Zwischen, zeit, in der die Handlung würklich stillstund, war von dem Chor ausgefüllt, und dieser unterhielt den Zuschauer mit Gegenständen, die zur Handlung gehörten. Bcym neuen Aufzug wurde die Handlung gerade da fortgefetzt, wo sie am Ende des vorhergehenden geblieben war, und der Zuschauer durfte sich den Zwang nicht anthun, sich einzubilden, daß zwischen dem Schluß des vorhergehenden, und dem Anfang des neuen Aufzugs eine beträchtlichere Zeit verflossen sei), als würklich geschieht. Vielwcniger wurde diese Zwischenzeit von dem Dichter zu einem Thcil der Handlung hinter dem Vorhang angewendet. Die beträchtlichen Zwischenzeiten, die sich die ncuernDichtcr nicht selten erlauben, geben ihnen zwar die Bequemlichkeit, manches hinter dem Vorhang geschehen zu lassen, wo- durch die Vorstellung selbst sehr abgekürzt wird. Aber selten geschieht es mit Vortheil für das Ganze. Wahrender Zwischenzeit beschafftiget sich der Zuschauer meisientheils mit ganz fremden, das Schauspiel gar nicht angehenden Gegenständen, und *) S. büke. Z w i 7«" dieses kann nicht wohl ohne-Schaden der Würkung gesehen. Geschieht inzwischen etwas wichtiges in der Handlung selbst, so hört man beym Anfang des neuen Aufzuges die Sache erzählen, die man lieber gesehen hatte, oder mau muß gar erst aus dem, was itzt geschieht, crrathen, was in der Zwischenzeit vorgefallen ist. Es scheinet demnach, daß auch in diesem Etük die Einrichtung des griechischen Schauspiels der unsrigen vorzuziehen sey. Die Schaubühne wurde nicht nur nie leer, sondern man sah auch zwischen zwey Handlungen, wenigstens im Trauerspiel, nichts fremdes, und so wurde der Zuschauer iu eiuer ununterbrochenen Aufmerksamkeit auf die Handlung unterhalten. Die ungeschikteste Anwendung der Zwischenzeit aber geschah ehedem durch die Zwischenspiele, oder Intermezzi, die eine besondere, die Haupthandlnng gar nicht angehende, meistens poßirliche Handlung vor- stellten. Aber nicht viel besser sind in unsern Opern die Pallete zwischen den Aufzügen. -H- -s- (*) Von der owischenwitimDra« m» handelt, unter mchrcrn: Frc.-He- Selin (Im 6ren Kap. des zten BucheS s. llu 1'dszcre.) — D. Diderot (Im 14NM AbschN. s- Oilö. clc- I» I'oetic llrsmarchue.) »— CailhavN (Im i6len Kap. deS ersten Bds. s. tlrc lle la Lomellle, Ausg. von 1772.) Bbb 5 Zusätze Zu sä ß e Ztlsiitze und Berichtigungen. benthetierlich. S.;. Dir k>lem. lle I'suc. Lkevslcrls, von St. Palayc sind <4 von I. L. Klnber, keipz. 1786- 1788. 8. z Bde. inS Deutsche übersetzt. — Zu den daselbst angeführten, vom Rikterwesen handelnden Schriften gehören noch,-ein Aufsatz in> Tonischen Merkur, v. I. 1777- stes Vierteljahr, S. 2? und das Echnftchcn, lieber den Geist und die Geschichte dcS Rittcrwesens, Gotha i/sü. z. S. übrigens den Art. Helbeugediclit. Acabemic. In Spanien findet sich noch eine, im I. 1787 gestiftete Mahlcraca- tcmie zu Barcelona. ^— In Frankreich ist die, von den Künstlern zu Paris ,Z9> gestiftete, unter der Regierung budcwig des röten ausgehoben, und zu Toulouse ist eine, bereits >726 gestiftet worden. — Die Dänische Aeadeniie zu Roppcnhagen hat im I. 1767 mehrere Peivilegi'en, und !m I. >771. ihr letztes Reglement erhalten. —> In Demsehlani) ist noch zu Freyburg INI Breiögau eine Zeichcns.bnle befindlich. tlebee die framösiscite Mahieracabemie zu Rom hat Algarotti einen Versuch geschrieben, welcher sich französisch im grcu Bde. S. 19; der Vorieres lirrsi-ziree findet, und worin er den Nutzen dieser Anstalt zu zeigen sucht. — Zu den Schriften über die Ä.onidncr Academie gehören noch: Ttm tNe, or riie exbibicion exdibiccll 178.8- 4- Obtervar. un rde prejcuc bcare od rde Idoz'ai -stearl. . . . b^ im oici rXrrili 179s. 4. —- ZU den Schriften über dir Nürnberger Academie gehört noch die abgcnöthigte Ehrenrettung von I. B. Jhlc, Nü-nb. >788. 8. — Zu deu Scdrifteu über dir Berliner Academie: ttniervac. crir. tue i'expoficion ö iAcacismie lies bcaux 2>rx ä. Lcriiu 1789. kZi.-1-I. 1790.— Von den Ausstellungen der Academie zu Augsburg sind, bis jetzt, dreyzehn Stücke erschienen. -- Im ltcn St. der MonatS. schritt der Berliner Academie der Künste findet sich, von I. I. Enge!, ein Aufsatz über die Frage: „wenn die rechte Zeit sc», da man der Verfeinerung der Künste durch Errichtung einer Academie zu Hülfe kommen müsse. — Accenc. S. >8. Zu F. W. Reih Schriften über deu Accent in der griechischen Sprach? sind, bichs. 1791 >«. auch Zusätze erschienen. — Eben davon handeln noch der >2te, -7te und >9le Brief in LH. Davies berrers r» a ^ocmg Qenrlc» man. bomi. 1790. z. s Bde. — Zu den Schriften über den Accent in der öeutsthen Sprache gehören noch: Vom Tomnaaöc der cinsylbigcn Wörter, eine » Rede von G Behrnsr, im i7tenSt, S. 48 der Veytr. zur Ecitiscben Historie der deutschen Sprache, und ein Aussatz von G. L. Steuider, in den Schriften der teutschen Gesellschaft zu Köttingen. — Ucber die Acecitte in der hebräischen Sprache, s. den Art. Nsinsik. AccorS. S. 2z. Von Aceordcn handeln, noch? I. G. Aeivler (In s. Beinarius ^uficur, kclisn. 1615. 4.) — F. TV. Marpurz (ilnteesuchungderSorgischcn Lehre von der Entstehung der dissonirrndeu Sätze, in dem ;ten Bde. S. >z>. f. Histor. kcit. Bcotr. Berk. >75-1. 8.) ?. 2lvlung (Musikalisches Siebengestirn. d. i. Sieben zue edlen Tonkunst gehörige Fragen . . . Verl. ,76z. 4.) — In Hillens Wöchcntl. Nachr. v. I. 1770 findet sich, S. z-; einc „Vorzeige, wie die Eon. und Dissonanzen von veränderlichen Stussen und Nahmen aut den Notenicicern entstehen, wenn man cincrie» Grund und cinericy Obccklang mit einander verbindet, u. f. m.) — Rlaas Dourves (VroncliA Omicrtoclc vzn eis booneu cier Xäuz^Ic, rvsarin vsn cie cv^äre ob Acooclceici van Oölav, lchuiur. (Luarr. en Isoltieu lleele hzlve l'c-vn.en . . , xetianäclc vooicic, BAm- und Berichtigungen. ?6Z l'-Hmck-rck. 177z. 8- Ist bereits die 2te Aufl.)— G. F. ^ingke (Kurze Mnsik- lchrc, iu lvelchcr nicht ollein die Verwandtschaft aller Tonarten, sondern auch die jeder zukommenden harmonischen Sätze gezeigt, und mir praktischen Bcyspiclcn erläutert werde». beipz. >779. 4,) — — Las französische Werk rwn Bemetzricder ist, in das Englische von Giffard Vernarb, 177?. 4. übersetzt worden. — S- übrigens die Art. Ausweichung, Eonsonnn?, -Hauptsatz, -Harmonie, u. d. m. Acneis. Zu den angeführten italienischen llcbcrsetzungcn derselben kommen noch, die von Mar. Candido, Neap. >?6z. 8- -Bde. in reunsc. Versen; und uon Clem. Bondi, Parma >790. 8. ebenfalls in reimst. Versen. — In das Portugiesische ist solche von I. Fr. Baccto, bISb. 1759. 8. übersetzt. — In das Französische, noch von Fontaine de St. Fecville, Par. 178a. 12. z Bde. in Versen. Auch wird in dem Lsral. Lihl. knckl. Art. Virgiftns, Bd. 2. S. 644. l). noch eine französische Ilcbcrsekung von P. O. Mouchaut, Par. >577. 8- angrsührt. — Die englische Ucberscyung von Gvwcn Douglas ist, tond. r;;z. 4. Edcnb. ,710. 5. gedruckt. llebrigcns kommcn zu diesen Ueberscyungen noch, eine von I. Viears, liond. i6z-. z. in zehnsylbigten Versen. Auch sind noch mehrere prosaische llcber- setzungen vorhanden, als von Stirling 17g,. 1779. 8. Von Covke 1741. 8- Von Jos. Davidson 174). ,790. 8. 2 Bde. lind angezeigt habe ich noch eine von Jackson, v. I. 1775. z. so wie von W. Hawkins 1764. 8. (in reimfr. Versen) und von Melmoth 178". 4. gefunden. Die erste oder älteste englische Parodie der Ae- ncis ist von Ch. Corton, und erschien, unter dem Titel, Lcarreoickcs >664.8. Sic enthält blos das erste Buch; vermehrt mit dem 4tcn erschien sie >667. 8. und das 2te >692. 8. Eine andre Parodie des sechsten Buches erschien, unter dem Titel: Oirapftis or Hcncos liis ckelecnc inln lieft 1672. >2. — Zu dcnhput- scheu Ueberfttzungen derselben kommt noch, eine neue, zu Fest. 179). 8. erschienene. Fragmente einer bessern von Hottingcr finden sich in dem Schweitzer Museum: und das -te und ein Thcil des 4ten Buches, in Octavcn übers, von F. Schiller im iten und -ten St. der Thalia ». I. >792. Parodien derselben sind nech von I. B. Michaelis (doch nur- der Ansang des ersten Buches, Werke, S. 97.) und von H. Verkhahn (eine Fortsetzung des vorigen, im Alm. der deutschen Musen v. I. >779 und im deutschen Museum v. I. >782.) vorhanden. Die Travesti- cung von Al. Blumaucr veranlaßte ein anderes Gedicht: Vlumauer bep den Göttern in Olympus angeklagt . . . Wien >792. 8. — Zu den Ecläuterrings- schviften: De cn czuock nimism eck iu imirsrione Ickomeri Virgftions, Dick. Auift. H. L. ^Valclr, Scftieuft 177z. 4. —- De Virgil!«, Dvrnee. imirance, Dickert. I. lck. Bicrinann, Viceb. 17Z7. 8. — In de» Gerrere des Algarvtti, ein Brief über V. militärische Kenntnisse; frzsch. im >ten Bde. S. 447 der V-rie- res iirtcroir. — . Dickvrrar. sul'hpiivck. ckcgli onrnri ckLnea c Dickone .... ckaftHlrors I. Hückers, Oes. 178z. 4. --- Lcr S. Z7> -I. angeführte Dilcuurs von Rapiu ist ins Deutsche vv» Fr. Graf von Wildenstcin, Wien >766. 8. übersetzt worden, — lrcka^s . . . up«» tun lrooles vi V. Herr. )zmas Dar- rington, >6;8> 8- — In Warburtons bekanntem Werke, u-bcr die Gesetzgebung Mösls, findet sich, im 2ten Buch des iten Bds. eine Abhandlung über doS 6tc Buch der AcnciS, gegen welche zum Thcil die sechste der Dickmcac. on ckickc- renc luftzetts des Jortin, Donck. 17;;. 8- und vorzüglich die Oricic-l ohser. var. NN riie iixtir Iinnle vktkis Hcn. 1770. 8. gerichtet sind. -»-» Im :tcn Bde. der Vranssbi. «zf rira kdn^-al 80c. vt'Lckinizurg 1790. 4. finden sich Bemerkungen über einige Stellen eben dieses Buches von I. Bcattic. S. zg. b. Z. 25. statt Gie, l. Gin. — Lbeud. I. 47. st. d'Orville, l. d'OrvillicrS. S. Z5. ?54 Zufaß« S. Z5. a. Z. y. st. >6zz. l. >48Z. — S. Z7. b. Z. 54 sind blc Worte: „im sten Bde/« wegzustreichen. — Ebend. Z. z?. statt Rce, lies Nur. Acschz'lus. Oer Prometheus ist in das Italienische noch cinmahl im 2tcn Bde. der (j»pi ä'uperz eis! N'car. »ur. s moä. Vcr>. 1789. 8. übersetzt, und Mich. Mastis hat, Rom 1788. 8. den ersten Band der Nrogeckie sti Licliil», Sutuci« ecl Luripiste herausgegeben. — Der Anfang einer neuen deutschen Hebers, des Prometheus findet sich im sten Th. der Neuen Thalia, Lcipz. 17s-. 8. — Zu den Schriftstellern, welche den Dichter erläutert haben, gehören noch: R. I. Besendeck (Speick,. lzuorunci. locor. explicar. Url. 1788. 8-) " Ä. Leeren (Bemerk, über die dramat. Kunst des Acschylus, in dem 8tcn St. S. l. u. f. der Vibl. der alten Litterat. und Kunst.) — Lex. ^aed/ (NliouZKrs on loms porliculor pzfi-i^es in ckc /tZZmemnon, im -ten Bde. der Nrausock. cck rlie IriLIi ^c-iäcm^, ob nähmlich die Griechen und Trojaner ein und dieselbe Sprache gesprochen.) --- In A. ZsnLeW's Nrzg. Aet'ch. 8s>ecim. hugst. 8. 1746. 4. finden sich Bemerkungen über die Eumeniden. — Auch gehört noch zu dem Aeschp- lus die Erklärung eines alten Reliefs, im Klus. Varia, uon A. H. L. Heeren, im zten St. S. i. u. f der Dibl. der alten Littcrat. und Kunst. —> In den hlucices er hxcr. fies dälcrprs. elo >z Uihl. riu lltti, Bd. I. S. 28>. u.f. hsr. 1/87- 4. wird eine Nachr. von fünf Handschr. des Aeschplus gegeben, welche, deutsch, Hildburgs!). 1790. 3. erschienen ist. — Aesopus. S. gz.--. Z.49. st. 75z l. 2)?. >— S. 44. ». Z. z; ist nach S. >c>8 u. f. einzurücken der vdlorvar. milccll.-— S. 4S. h. Z. 26. st. Bänner, l. Boner. — S. 44. In dem 2ten Bde. S. 687. u. f. der hluriccs er kxtrzics äs ja L,bl. liu Idoi hat Rochesorc 2z noch vorher nicht gedruckte Acsvpischc Fabeln, griech. und franz. mit Anm. und einer Einleitung von der Geschichte dieser Fabeln, herausgegeben, — Zu den iral. llebersctzungen kommt noch eine, im igten Jahrh. gemachte, aber erst Flor. 1778. >2. gedruckte. — >I. 4;. b. Der Titel der daselbst, aus dem Maittaire angeführten spanischen llebcrs. ist, Hey dem Art. Fabel, S. >8; zu finden. Die liebers. deö Villafrauea ist, zurrst, Sevilla >682 gedruckt. , -— In das Portugiesische ist Aesop von M. Mendcz, Evora 160z. 12. Lisb. l6ii. 8. Coimbra 17s,. 8. übersetzt. — Zu den französischenilebcrsetzungcnkommen noch die von Guil. Haudcnt ( Neuis cenr luixoncs fix srpul. cickilupc mites cn rirfimc franz. klvuen 1547. lr.) Von Ant. Dn MouliN, Rouen >578. >6. in Versen und mit K. Von einem Ungen. in den Oeuor. Poe, 1670. ,z. Von Palaidor, unter dem Titel, h'elliu. nuprial. 1700. 8. in Vers. Bon einem Ungen. Par. ,718. 12. Von Le Rop 177a. 8. (Nur 40 St.) Von Chvlet und Mnlot 1790. 8. Auch hat sie Fre. Nau in Lieder und Vaudcviste gebracht, zu ivelchcn La Eassaqne die Musik >754.4. gesetzt hat.' Auf ähnilchc Art erschienen sie, mit dein Titel, licrenaes ci'hlupc ZUX frsnzois 1774. l2> Jnglcichen ist Aesop, von Bonrsault, in zwe» verschiedenen Stücken,, als lcs fzdlcs ci hfi und Ll'upe ä I» cour in den I. 1690->701 auf das französische, und das erste dieser Stücke von Vanbrrigh im I. >597 auf das englische Theater gebracht, so wie dieses wieder von Sheridan, ums I. 1778 in eine Farce verwandelt worden. Auch Eust. Lc Noble hat für die Bühne >691 einen Hrlequin Llupe, so wie Nau einen hfupe ZU villüge, Oper. cum. geschrieben. — Zu den englischen Uelersepun» gen die von Eaxtvu 148z. (aus dem Französischen gezogen.) - Von Rod. Hcncison, umS I. ,571, aber noch nngedruckt und imSchottischrn Dialect. Von W Bullöser >585. 12. Von William (Nfie hfir^izn Okulist 1650. 8.) Von einem Ungen. ( hzbles g,»rspl,r. i6;z. 8.) Von Th. Philippot, Lond. 666. f. mit Kupfern nach Ieichil. heö Barlow. VonAgre, nach dcm Franz. dcv B.udvin>7°-.8. Von und Berichtigungen. Von Edm. Acwakcr, L. 1708. 8. Von Dodslry 176z. 1787. >Z. mitK. Von Jakson 1775. 8. Die Arbeit dcö LlEstrange ist 1714. 4. mit i» K. ins Franz. übersetzt wortcn. — Zu den deutschen llebersetzungcn, die von Huldric Wolgemmh, Fest. iSsz. 8. »Th., Auch ist zu Warschau 1780.8. eine deutsche und polnische Uebers. erschienen. — Zu de» chrläurrrungnschriften: Ein Auss. von E. A. Hcumaun, in den klcch lckiivs. Bd. i. LH. 6. S. 944. '— F. G. Frcvtagö vis- serrar. cle iniixni k^esop! cietormicare, Hips. 1717. 4. I. Brücket, in s. ' vilk. crir. philo!. Bd. I. S. 45z. der Zten Aufl. — Aeskbecik. Zu den Schriften darüber kommen noch: T. L. D. Schubarts Vor« les. über die sch. Wissensch, für ilnfludirte, Augsb. ( Münster) 1777. «. Uingearb. und verm. Münster 1781. 8. Vorlesungen über Mahlere», Kupfcrstecherkunst, Bildhauerkunst, Stcinschneiderkunst und Tanzkunst, Münster 1777. 8. — Verschiedene einzele Auss. von Ä. -Heinr. Hevbenreich, als „Skizze einer Einlest, in die Aesthetik, im üten Bde. S. ozz. der Oenkw. aus der philos. Welt von Cäsar; lieber die Principien der Aesthetik, und über den Grundbegriff der schönen Künste, in der Amaltdea, Bd. >. St. s. und Bd. 2. St. 2. Eine Abhandlung über Entstehung der Aesthetik, Kritik der Baumgartcnschen, Prüfung des Kanti- scheu Einwurfs u. s. m. im ateu St. S. 169 des Neuen philos. MagazincS von I. H. Abicht und G. F. Born. —> Grundsätze der Aesthetik, deren Anwendung und künstige Entwicklung von Carl v. Dalberg, Erfurt ,791.4. — Skolien oder Fragmente der Philosophie und Eritik, vv» I. Ascher, Berk. 179s. 8. — For. Willl). Dan. Snells Darstellung und Erläuterung der Kanrifchen Kritik der'ästhetischen IlrthrilSkrast, Gieße» ,791. 8. — I. C. ?abns Acsthctisch peaeti« scdcS Handbuch zum Beste» der Schulen, Frft. 1792 8. —> Resultate der philo- sophicruden Vernunft über die Nalur des Vergnügens, der Schönheit und des Erhabenen, von G. Droves, Lcipz. 179z. 8- — A- porschke Gedanken über einige Gegenstände der Philosophie des Schönen, Lieba» 1794 g. — Acsthr- tiscbc Fragmente über das Schöne, insonderheit in den bildenden Künsten, Verl. 1794, 8- — vhiervar. ni. ) Voir einem llngen. (vogarrk morsii/eä, 1768. 4.) Von Ireland (voZarch ,ilu- strsraeä 1791. 8. 2 Bde.) Von G. C. Lichtenberg (HogartdS W. mit Erläutcr. Göttingcn >794. 8. vielleicht am glücklichsten.) — — Zu ben Verzeichnissen von Kupferstichen: vclcriir. clella racenlcs eii Lrampc äel «ü. lae. vu- rsrra . . . Parma 1788- 4- — Neues Museum von I. G. Mensel, Lcipz. ,794. 8-Zwey St. — — Zu Scn Werben, rvorin L.abensdcscl?reibu»- gen uns Nachrichten von Aezbünstlern sich stnven:.-v,öli»n. cles /^r- rit^es, zi. .Vir. (v. -^bc!) ponrena^ 1776. 8. 2 Bde. — H. Hüsgcn Nachr. von Frankfurter Künstlern und Kunstsachen . . . Frft. a. M 1780. 8 Verm. und mit dem Titel, Artistisches Magazin, ebcnd. 1790. 8. — Nachrichten von größtrnthrils Hamburgischen Künstlern . . . Hamb. >794- 8. Alcove. Ausrisse zn Alcovcn haben, unter mehrern, geliefert: ?. Schübler Vorstellung unterschiedlicher LabinttS und Alcoven mit kuriöscm Camin > — I- S. ?66 Zusätze I. S. Marot (l.ivro äs äeckeins äs^Icovez, in s. Ocuvr.) —- Caun (I'I.in erLisviir. ächl.Icvves, ff. 4 V!.) Zsllegorie (redende Rüisire.) S. ü6.->. 1.40. st. Trauergesichte, l. Teaumge- sichte. Allegorische Gedichte, bcy dm Italienern, haben, unter uichrem, noch gci hieben : 2lnr. Conti Cffempio ä'/ßpollone, in s. Vpere, Veu. 1744.) — Fr. Alzarocti (Sein Lvnßrecko äi ffücerp s. Art. Heldengedicht, gehört unstreitig noch hieher.) Bcy den Lransosen : Jean de la Fontaine (l.» boursins äe!> omoureux äs ffcience nnF dem >4ten Jahrh. gedruckt, Lyon 1547. S. Goujcts ü!bi. ffn>»c. Bd. IX. S. 67 u. f.) — Easton de Foi.r (f 1Z91. Der etc Th. s. t'Iiebus äes l_)eäui2 äs la ffckiocke . . . tck-r. ff. s. 4. iff gäNt- llch allegorisch. G. Goujet, a. a. O. S. 11s u. f.) — I. Froiflarr (>400. lln- tcr s. Gedichten iff das 1'sroäiz ck'smour, in Form eines Traumes abgefaßt, gänzlich allegorisch.) —- Unzen. (l.2 ffonrm'ne ^esiiisuffe, gedruckt, ^27.1972. S. Goujet, a. a. O. S. >8>.) — Pierre Micbanlc (1466. bs vanffe äoz «veu^ies, Lyon I55Z. 8.) —> Vcravien Se Gr. Gelais (f 150-. Der größte Th> s. Gedichte unter dem Titel i Ltiscke sc äepsrc ä-mourx . . , ?->r. izjZ.4. iff in einen allegorischen Traum eingewebt. Eben so verhält es sich mit dem andern Theile, weicher den Titel, Lezour äkonnsurü, psr. 1519. 4, führt. S. Goujet, a. a. O. Bd, X. S. -40 u. f. — P. Gringoire (-544. Das Lllz- «cau äs läbour, das Marlon ins. Dichtkunst, bey Gelegenheit zwcycr englischer tlcbcrseHurigen, v. I. 1506 und >519. (blick, off buzl. pocrr^, Bd. -. S. 047.) anführt, und deni St. Gelaiö zuschreibt, iff nicht oen ihm, sondern von Grin« goire, S. Goujet, a. a. O. S. -82. und Bd. XI. S. -12 u. f.) — Frc. Hubert (>;6>. ff.c vo^iize äe l'ckvlnme rickc, Vroz cz 1 94Z. 8-)— P.Ronsard (In s. Wecken findet sich auch ein, in Form eines Traumes abgefaßtes Gedicht, ?romecke, woriu der Dichter mit dieser ei» langes Gespräch führt.) — — Bey den »LnZlanöern: I. Thomson (ffcke cackle off inäolcnee, in 2 Ges. im 2tm Th. s. (Vöries, Ausg. v. I. 176z.) '— Unzen. (ffcke bzniffkmenr off tsupiä. 1756. 4. ) — Ungen, (ffcke lsnä uff libsrr^ 177;. 4.) — ffscke remple off cnmpslsioii 1771. 4. —> ffcke Lockle uff 1780. 4. — G. Johnson (Ichs remple off ffgffckivu I?8l. 4 ) — UnZen. 8ir 8slvsäore I7«l. 8. — ffemple off wir -nick ffolly 1784. 4. — Miß Mar. Robinson (Ichs csvcrn off rvoe 179z. 4.) — I. Iöidlake (ffcke proZreffz off ffoerrz-, ffsinffinz snä .Vlutile, 9 Ges. in s. ?oemx 1794. 4.) — — E. übrigens die, de» den Art. Fabeln, ^.ehrgeoicht, u. d. ni. angeführten Gedichte. Allegorie (seicdnende Rünste.) Zu den Werken, welche zur Kenuruiß und Darstellung so genannter allegorischer Figuren dienen können, kommen noch: Iche neu- kanrckeon, or tiickor, ffZiötionzrz-off rcke tllväs, Oemizocks, fflcroei . . . . 1790. 4. 2 Bde. mit K. aber nicht eben sehr zuverlässig. — Sin Anhang zu K. W. Ramlers Allegor. Persvue», Beel. 1791. 8. — — S. ><-8. A 21. st. Personen überhaupt, l. Handlungen iu der Mahlere». — S. ck. Z. zg. st. Bah« lcrhuch, l. Mahlerbuch. — Alten. S. HS u. f. Zu dm Werken, welche zur Verständlichkeit des Innhaltea der alten Schriftsteller überhaupt führen können, gehören noch: Handbuch der griechischen Altcrthümer, in Rücksicht aus Genealogie, Geographie, Mythologie, Kuuff und Geschichte, beipz. 1790. g. (ein ziemlich seichtes Werkchen.) — Pcschr. des häusliche», gotteSdicnsrlichm, sittlichen, politischen, kriegerischen und Wissenschaft l. Zuffandcs der Griechen, nach den verschiedenen Zeitaltern und Völkerschaften, von P. L. 2l. Nätscv, Cef. 1791-1794. z. -Th. aber noch nicht vollendet. Ein Auszug daraus, Altenb. 4791. s. <— — Römische Kricgsaltcrthunicr, von I. I. Nast, Halle 1782. 8. -- ilomsn Hnriczuicies . . . d>7 HIe-e. Häsm 1791. 8. Verb. '7?^- 8. Deutsch, von I. L. Mayer, mit Zus. Erl. >794- 8. — p. F. 2l, Nirscl? Befchr. des häuslichen, Wissenschaft!.' sttll. gvttes, dienlil. politischen und kriegerischen Zustaudcs der Römer, nach den verschiedenen Zeitalter» der Nation, Erf. ,788-1790. 8. aBde. Ein Auszug daraus,??,. 8. — Einleit. in die classilchcn Schriftsteller der Griechen und Römer . . . Altenb. >790. 8- Erster Theil, die Römer (Sehr mittelmäßig gerathen. ) — Aidnoci,. vlsilics, vr s clsblics! Oiölion. . . . rviek, ravles ok coino, cveigkro such meslures, k/st. hsmprifts,. honst. 1788. 8- —' Ii, den Schriften über Xes ligion, Genkel, u. s. !v. der Alten: Llszi iur ls ldeliAion stev SUN. Liees, von 8e Clcrc Septchene, Haus. 1787 8.2TH. Im,gl. l?88. 4 — De Apost. line ^nr!s perico Dil!. Ist. leres , hips. 1748. 4. und in s. Opuio, ksrurti. l?8;. 8. S. 1. >— V^insticise Orsculor. s vsemonum imperio se lseerstorum Dsustilzus, Huöb. /. L./ro/>/-e, lZncr. >774- 4. — HülGOIJH, ober Roms Ällerthümec ... die heil. Gebräuche der Römer, von K. PH Morl!?, Beel >791. 8. Mit K. — Oiftcrrsr. VN cfte HIculinisn such üscciiic keil/- ilei ies, l>7 Id. Vs^lor. 1792. 8. Zu den Schriften von der Geographie Oer Alten: Leogr. che? Liecs snsl^'iee, vu las L5-K. st'tlisroiicnc', che Lrriidon er che ?rvlomee, compsre enrre eux, er svcc nos cdnnoillsnces inosternes . . . p. I9lr. Lolleliu . . . Nsr. 1790. 4. M,t ,0 Karten. —- Entw. der alten Geographie, von L A. Nicsch, Leipz. 1792. 8. -ieAufl. —> — Zu den Schriften, welche Erläuterungen ein)eler Sckrif.likelier der Alten entHallen: /aü, lches. Kvötes Acsst. tst.-l. 1727 u. s. 8- vier St. Oblcrvgrs elsliic» ouidus in vcrer. t'cripror. conimenrsrui > von I. A Bergsträßer 1771-1774. q vier St. — 5pec. emenstsr. in »ucorev sc, cum Ar. rum Isr. . . . Hur. Inco^t, (lorliz 17L6 8. — chle?ktü/nv Di>- lerv-ir. crir. . . . Qorr. 1789. 8- — Kpift. crir. . . . Nenn. 1790. 8- von N. Scl)0U?. — De incerpiecsc. verer. terijiror. er monumencor. schient. IN veri er pulcri tsciiem et tulirilein exelrsnstuin scueustuiuijue ledle inlij- rnensts, Lomenrsr, II, scr. L/av. On». Aee^/»e, hipt. ,790-1791. 4. Vorlesungen über die elastischen Dichter der Römer, von sch L. A. htitfcl?, teipz. 179z. 8. - Bde. — — Zu den Werken, welche litrcrarifthe N.iehr. von den Schriften der Alten enthalten, Museum der neuesten deutschen liebcrs.uud anderer in die Archstol. der Gr. und Römer einschlagenden Materien «und Ocnk- mahler . . . von I. A. 2ö. Bergtkraßer, Fest. i?8> >78 Z. 8. vier St. —> Vollst. Samml. aller lieders. der Gr. und Rönier, vom iSten Jahrh. bis au!e I. 178a. von 5?. Schlüter, Frft. 1785.8. — Vers, einer vollst, dilrerat. deroeut- schen licbers. der Römer, von Ist. L. Degen, Altenb. 1794. 8. — — Zu den Journalen: Züdl -nrk. crir. Henkel. 1777 u. f. 8. bis jeht deey Bde Zu den Schriften übee IVerti?, Eigenheiten u. s. tv. der Alten: Olneivsc. vn riie Aioelc such romsn Llsiiiev, von A- »?ill, lgZ Z. >2. — O" cistlicsl lesrniiiA, !ui. Lnrnitk 1784- 8. —' Dn rfte compsisrive mciir ol rks Aneienix such xi,c ivlvsterns will: reiftcöl rn riie iinirsrive srrs, von Th. lZderjsthaw, im iten Bde. S. 405 der iVIein. vk rüs iirccr. such Piniol'. Koc. ot htsnciiefter, hooch. 1785. 8. Deutsch, in der liebces. dielet Scheinen, Leipz. 1788. 8- — Parallelen vom griechischen und modernen Genius, von For, Äomerrveck, Gött. 1791. 8. Ampht'thenrer. veicri?. eleXIirci, psirlcvlsrmcnre
  • ?6. 4. — Ein richtiges llrthcii, nebst allerhand Nachrichten darüber findet sich in D. Ilior- hofs Untere, van der deutschen Sprache und Poesie, S. 697. ?tc Aufl. -- In Eundlings Uciie handelt das üte Kap. von Liebhabern der Anagrammcn. — Ferner gehört, im Ganzen, noch hichec die Rechtfertigung der Chronvdistichcn, in der N. Bibl. der sch. Wissensch. B. 5. S. 201. — Ucbrigens gab es, zur Zeit, Ivo sie Mode waren, ganze Sammlungen davon, als lok. Xlamnsri Kola Ver- uiacs, I. h^caeuin ldultock. ansßrammar. liolt. lüz6. 12. Luria ldoliocli. Idoll. iüz6. i2. von cbcnd. (die zu den Veßten gehören.) ^nsZr. sur ls n„m ste Vlr. Lolhci-c, p. Alexis, t". — elcnsAr. lue l'anZulie nom stel-onisXIV. p. I. Ovuec 1651. 4. Auch Hey uns hat F. L. Stcnder eine dergleichen Sammlung herausgegeben. Anakreon. Zu den Ausg. des Tert, kommt die von F. E. Born, hips. 178s. z>. ge. In Ansehung der italienischen Uebers. will ich hier bemerken, daß die in Vahr. öit)l. gr. Vol. II. S. 101 u. f. 4le Aufl. angeführte Anzahl derselben, einige Ausnahmen leidet, weil die K z. und 4. unter den übrigen noch cinmahl vorkommen, dst. z. z. B. ist keine andre, als die von Bart. Cvrsinl. — — S. iZ2. Die fran5. Hebers, von Capperronier ist nichts, als eine Verbesserung der von Ga^ou, sie veranlaßte den elnacreon venge, ou lecrres . . . Lricvp. (par.) 1755. 12. von I. B. Fr. Cl. David. — C. Seistans hat eine besondre Iinirarion stes Ostes st'7Ini>crec»i, ?sr. 1754. 12. herausgegeben. — Der S. I)Z. h. angeführte, ungenannte llebcrsetzer des Anakr. ist Fre. Fawkes; indessen ist auch noch eine Uebers. >758. 4. erschienen. >—> — Zu den deutschen Uebers. Don CaSp. F. Triller mit dem Text, Nordh. 1698. (1702.) 12. Don Joh. Fdr. Brumlcu, Ocss. 178z. 8. — — Zu den Lclaurccungsscliriftcn: F. G. Varth Lrritiurse oliczuoc aiiimostvcrf. sä elnacreonrc»!, dstuinh. 1777. 4. '— V.L. Schmiedet: Llornnienrar. II. in 28 priores Ostos »nacr. lrial. 1782 - 178z. 4. — H. A. Grimm Aunicrk. übflr einige Oden des Anakr. Duisb. 1778. -- Erlautcr. über den Anakr. von I. G. S. Schwaben, Weimar i?8>- 178;. 4. Zwcp St. S. >zz. Iz.l Z. 4. st. flickest, l. Tickest. Anatomie, h'e^nsromie a 1 usage stu stell'ein, stesfl. p. k. Louchsrston, gr. p. h-ssarst, I. 17 Bl. — Anleitung zur anatomischen Kenntnis des mcnschl. Körpers, für Zeichner und Bildhauer, von Joh. Heinr. flavater, Zür. 1790.8. (Nach cincm Holl. Werke des H. v. Amstcl, aus den Albinischcn Tafeln gezogen.) — Anmuthigflcir. Der Künstler am Altar der Grazien, von Joh. Pet. Melchior, im 8ten St. des Pffllzischcn Museums. — — Don der Anmuthigkcit und flieb- lichkcit im Gartenhau, Hirschftld, in s. Theorie der Gartenkunst, Bd. l. S. >74. — Anordnung. Von der Anordnung der Rede handelt noch: Jac. Strebans (De eleöt. er orscor. colloc»cione verhör. Oih. II. ?or. I5Z8- 4> Cot. l;82, 8.) — Chr. Schräder (Oiipossr. oracor. ast stuJunr Idsteror. /Irilioc. com cinnaroe > hlelmlt. t66z, 4.) ---- Anschlag. (Baukunst.) I. L. penther (Bauanschlag, AllgSb. >765.1, ztc Aufl.) — I. C. Hmh (Allgcm. und gründliche Unterweisung zu Bauanschlflgen, Halberst. >777- 177?. 1. -Th.) Anstand. Dtie arc vk speslcing in public, or «n Lila/ on rde aölion ok rke orocar, s,o»st. 1727. 8- — Anstandig. Von dem Anstflndigen überhaupt, handeln noch: A. TO. ücberhard, in> 2ten St. S. zyy. des >ten BdS. der Nachträge zu Sulzecs allgem. Theorie, Leipj. 1792. 8. Von dem Anstände, oder dem Anständigen, im Lustspiel: Last« und Berichtigungen. 76? 790. — —» S. >88. s. Bon dem b^lukeo ?io - (UeMenrino ist 179z der zteBd. erschienen. — Ebend.b. Von der Anrickieö d krcoiano im I. 1792. der 8tc Bd. welcher Abbildungen von Leuchtern und Lampen enthält; von den drei) ersten Bänden im I. 1790. eine neue Ausg. Oel'cri^, del Ivlukeo snciczuorio . . . del 8. principe cii Lileari (in Sicilien) t'orra del 8. O->m. Lessini, Vier. 1776, z. l.iv. 1787. 8. (Statuen, Büsten (50) Vasen (840) Münzen (8000) Geschn. Steine, u. d. m.) Von der deutschen liebers. der Vleuum. ainicki des Winkelmann von C.P.Brun ist der -te Bs. B-rl. 179z. 5. vollendet worden. Französisch hat Grainville solche 1788. 4. herausgegeben. Lslcoorzlia deile plü bellt: Lrsrue anriebe, Ii. 1779. 4. 4L Bl. — Vlanumens kß ^prienz . . , keine 1791. 5. 2 Bde. Und sao Bl. — Aus der Vo^a^e pirrvrellzue de dstaples er äe 8ieilc ist ein deutscher Auszug, Gotha 1789 - >7?). st. 5 Th- erschienen. — Die Veya^e pirrer. x-ir Istouel ist in 4 Bden. vollendet, welche überhaupt Kupfer enthalten. — Lißnor. vercr. Iconcs per I). Lcr. kennst. coli. räl>. aen. incilse Ainliej. 5 z.5. >10 Bl. Von lLcrarken der Alten: Ausser dem 8tcn Bdc. dcr^nri. cliitö d 'Lrcolsne: Vati, Laudelabri » Vlppi , Lareelagi, Vripodi , von Pis ranesl, t'el. sTH. '— kec. de Arsvures d'apres lies Vale» snr. . , . cir. ein Lablner du Lbev. biamliren. Ar. p. L. 'kilebbcln, ssrctr. 1794 .5. (Bisjetzt nur ein Band.) — Italien. de' Vati bäurrini von dem Prinzen Biseari, 1781.4. 8ur les Va5es murrtiinr. zwcy Äbhandl. von Lcblond und Larcher, in dem 4zten Bde. der Vlem. de I'Acad. des Intcripr. — lieber die v«5> däurrlnz, von A. F. v. Veltheim, Heimst. 1791. 8. — Oelcriprion v5 rlie porrland Vase ... st. VVeAdevood, Lnnd. 1790. 8. — VcrMUthungeN von der Barbarini, jetzt Pvrtland Vase, (von A. F. v. Veltheim) Heimst. 17?'. S- Von den Mälileres'en der Alten: Lee kecueil de peinr. anricz. imirceI üdelemenr pour lei coulcnrs erc. ist Mit den Leinr, de la Pyramide de L» Leitus er des öains de Lenssaucin, ?ar. 17 84' 179V. 5- vermehrt worden, UNd besteht überhaupt aus 54 Bl. — Ttrabciques snr. des kalns de Livie er de I» Ville sidrisnns, d aprös les dslleins de kapbael, Kar. >789. 5. '—- Les pcinrures de la öäall'en d'Anrenln, stecouverces eians Is Ville d>Iegrc>ni» p. Camllln öuri, t. — I.» Ville cl Märien r . . tol. — Auch wird IN dem OiA. des Arcilkes, Bd. z. S. 59z. noch eine Sammlung von 7- Bl. welche dlt Mahlereyen in dem Hauw des Titus, und in den Bädern des Constantin darstellen, ' gez. und gest. von Maria Carloni , Rom i78d. T. augeführt. Von Münzen der Alten: (stsr. el 'une c»IIcA. de iTledsilles anr. t'ormee p. le L. dc Isen- rink, Amü. 1787. 4. a TH. mit K. von Wcisbrod. Cor. IVumizmac. I >u- reor. srgeurevr. er xcrevr. Arsecor, remanor. burboricvr. ecc. s I. Liirilst «olleAvr. 1.14,5/1764. 8. Lac. da öäad. -nri biumopkzl. b!«1äisnum, Lrem. 1764. 8. —- ddumopkzl. Rinlcivnum, Lips. 1766. g, — Dkel. blumismvr. <^u»e calleA. Ort» cks l'koc, .4arn. 1790. z. 2 Bde.) Issum, ^cA)ptii Impcrac. proik. in, ^luleo Lurgisno . . . Kom. 17Z7. 4. Mit ZZKpft. von G. Zocga. — Ktiik. Osrkena sc Läeilens sä tick. numismxc. Auök, l^k. Lkr. La^er, sierrop, >7Z7- 4- — öZa kelinnisini vliorumczue /Vrmcnise re-um nuiuis sc ^riaei» äirum Spöcks, 4 .UÄ. Lst. liorfini, Lib. 17 54- 4- wogegen G. Frölich Dukui, Vien. -7 54- 4. drucken ließ. — Römische Münzen finden sich in der 6ren Aich, dcc Kovins äeila llirrü äi Lelio . . . K. 1784. I. abgebildet. — ttiik, äs (lorgullus, Lmp. äs I» Llr« LreraZne, (»'oiic^ue äs Oioeieuen prouvee p. äes öleäiullss, p. Qenebrie, , Lar 1740. 4. iksestollic Hi!'l»r7 ofi Larou- I>u», t>7 dck. Lrustele^ 1757. 4. 2TH. Dke kiitorz- os Lzrouiius in wkick NIZN7 errors ot Qenekrier onä Truste!/ vre äeretteä 1762. 4. ' — Schaumünzen auf einzeln blättern sind noch von med rem Künstlern geliefert worden, al6 von dem Ge. Cavlus eine Folge kaiserlicher Medaillen in Quart, 08 Bl. — Vleciailles äes Importeurs rom. 4. szi Bl. — u. a. NI. Aristophanes. Die Ausg. desselben von Ph. Jnoernizzi ist Dipll 1794. 8. - Bde. gr. nach einer Handschrift aus dem loten Zahrh. erschienen; die Scholien werden einen dritten Band einnehmen. — Die angezeigte spamscbe Ucvers. der Wolken ist von I. David, Antw. >609, 8. herausgegeben worden. — In das Franz. sind die Wolken noch von C- M. Plouqurt, Tüb. 1788. überfetzt worden. — In -das lLuziische, der Plutus, von LH. Randolph, unter dem Atel, He/tor knneü/, elovvn rvirk Knover/ 1651. 4. — WaS die TrzZc ot Tzritkopksncs >777. 4, enthalt, meig ich nicht zu bestimmen. — In das Dentsehe, der Plutus, von einen, ungen. Rothenb. 1779. Z. — Zu den ürrläuterungsschriften: Die angef, ^i'vlo!-ia von ?tic. Frischlin ist gegen den Plutarch gerichtet. — Franc. Davassor (Das gce-6te Kap. de» ersten Abschu. s. Schrift äs luäicra äidk. S .68. La. Kapp, handelt cie comieis Locus, /zrissopk. d-lenonäro.) — A. Boeltizer (T^riltopkoncs impunicus Qeor. geucil. »rillor, L!p!', >79°. 4.) — (Attfschrifr. Oavön handeln noch: Joh. Labor (De Inieripr. Oifierrsr. 8or. 1657. 4.) — F. Joach. Borger (Tcisccra Intcripc. orgursr. kerol. 1691. 8.) — Dan. PiNlecr (De srxuris Ini'cripr. clvczucnriae noxüs, len. 1726. 4.V— Bern. K.ami (I)eßli Llogi tunersli, l'or. 1724. 8.) ' — Gam. Johnson (Lsto/ on Lpirspks, in f. ^Vorsts.) — I. Newberr)? (In dcar Gilten Kap. f. t^rc ok Loerr/ ) — C. S. Sckurzfleisch (De lociNts Inlcripc, rerinenciis, äiilerror. bei) f. Vrer. Vireb. 1697. 4.) — — Zur Verftani?- lickikeir dee alten Jnnfchrifrcn: Joa. GcrarO (LiZiar. romsn L Lxplic. IKorar. »c Lirersr. czuaetlsttenus reperiri pocuerunr in ^sarm. Kapiä. blum, /^uötor. zliisczuc ktomsnor. Verse. Keiicz.- . . » boncl. 1792. 4.) Zu den Sammlungen von neuern 'Aufschriften: s?anr. CanSiOns (Lpicaphia snr. er rscenr. Komin» 771. Nov. S>. >IZ. -— Ein Aufs, in den Wahrheiten, die Musik betreffend, Fest. 1779. 8. -— Einer der lAi'rc/ heccers on vgriouz 5uk)ecks, 1782. 8. aTH. — G. M.Tamdiui (Dilsereni Lulteges st'une stifiioulce grsstuelle, pour I'cxercice clu pkrgse, clu ilzle er eis , svec stea remsrg. necefizires .... par. '78 8.) — Aussenseite. Davon handelt noch: LNilicia (Im zten und gten Abschn. dcS zwcy- ten BucheS f. Grunds, der Bürgert., Baukunst, Bd. 1. S. 190 u. f. der Ucbers.)—^ — Zeichnungen zu Austenseiten haben, unter mchrern, geliefert: Pnisieux (pz^gsteg ste oeux dlorrls er steux kiailuns, tol. 4 Bl.) Oer lungere Koucher (fig^gstc ci UN Pavillon, f. üBl.) Ausweichung. Phil. Jos- Lrick (Ausweichungstabellen für Tlavicr und Orgelspieler, Wien 1772. Qfol.) — Kaller. Von dem, was in dem Artikel Ballet der Alten genannt wird, handeln noch: dl?. d'Aulna^e (Oe Ig islrsrion rkesrrgie, ou rcckeeekes tur l ori- ginc, los propres, er lez efiecs cle ls pguronnme, st>e2 l.s 4neicnz, ?zr. 1790, z. mitÄ.)— Von dem Kaller der mirrlern Zeilen: God. de Keau« cdamp (In dem zten Th. s. lleckeick. tur ies ckchsgnsz ste lliitnes, abee nur von den feanzistscheii.)— Eine Sammlung derselben, mit dun Ttt.l. ttce. stcs plus sxce1isn5 kgilers eis ce rsmr erschien, Par. >6>s. 8. — Von dem theatralischen Tanze übeehanpt: Lr. Algarorti (In s. Versuch über die Oper, S. 2Ü8. d. !!,) — Anr. Planelli (,Im 6ten Abechn s. Scheift, l-eli' vp-ra in Xtuiic-, S. 2>o u. f.) — Marreo Korsa (In drei) Briefen in de»0pulc. lcelri cli ^liigno, 1781. 4-) Sref. Arteaga e,Im >6ten Kap. s. Gesch. der ital. Oper, Bd. 2. S. 42° u. f. d. U.) S. 294. g. Z. 29. St. Gesang, lies Gang., —> Kauarc. Von der Bauart der Aegypter: T. v. pauw (Der 6tc Abschn. f. Iveckerckes tur lea er lcs Olnuuis, Bd. 2. S. >. handelt von dem Zustande der Baukunst bey ihnen.) — ktvuumeus Lgyprieuz, Oiielil-zuez, ?7- ramistez, Lksmk. lepulcrgies orc. ll. 1791. t. 200 Bl. — ldieercke tull' ^rckic. Lgi^isus, e tu cio cke i Lreei pars gbblsno prclo ^ ^uellg na- aiione . . . tllor. 1787. 4. (Eine Beantwortung der angeführten lBfierc. stell' Zrcleic. kgi^ign».) — PauclSN ( Bkl) s. t i.eoric stes toix ste lg ZVa- rure, pgr. l 7 8 l. s.-findet sich eine ttiil'errar. tur leg ?7>gmist-x st'kzypre.)— — Von der Bauart der Griechen und Roiner überhaupt: Rod. Nrorris (Lllaze in stetence ot sneieuc ttrctiireckure, or g pgrallel ot rke sne. huilsting wirk rlie mostern, 1728. 4.) — Viril. Oe Gl. Nzaux (Oerrres (?)tur l'4r- ekir. ste« ^.ucisnz , , . par. !7Zs- 1785. 8.) — Von den Tempeln der, Ccc 2 lclbeu: 77» Z u sa tz ß selben: Nie. Beatrice (Von dem Pantheon, dem Tempel des GlückcS, u a. m. Fol.) — piranesi cpeinpio äi Veits tot.) — I. L Äouchcr (Vue ein Vemple cle däincrve er l'emple ltTtuguite.) --» Von den Ändern: l^ee Ttiermes lies liomsiri!, «Zell', p. psllsciio, er pvbl. L'spre, l'exemplsire 60 k.orcl LurlinZron svee «zuci-^nes 'olnecvsc. p. 8csmozcri, V!c. 1785. F. — Von ihren Erabmah- sern: ltilt. crit, Le Is I^rsmiils lte (is^U5 Lcltius . . . p. ! .^bbe tiive, ?sr. 1 790. F. mit K. — Von ihren Triumphbogen und Ehrenpforten: Unter den Werken des Piranefi finden sich mehrere Triumphbogen unv Trophäe«; und eben derselbe hat auch die Trojanische und Antoninische Ehrenfaule gesiochr». -- Won ihren Theatern: Oas Theater zu Herkuianum, von Piranrsi — — Won Italien überhaupt: I. Androuer (bivce cleo Lciif. snriq. r»ms!n», ?-r. IZ8Z. F. mit 50 Kpfrn.) — Von einzeln Städten, als oon Rom: Ant. Äbacco (bibro . . , spsrtenenre g I'Ttrckic. nel gusle ii ii^ucsno sjcuni noUili /^nr>et>ird äi ftoms, lt. lzzz. Veo. 1576, toi.) — Kilijelc Blätter von alten römischen Gebenden haben, unter mchrern geliefert: tV. Austin (Viecvx ok snc-enr Roms in irr Fplenclour kol. 6 Vi.) Von der gokhi- sehen Bauart: I. Murph/ (ldelign. ok rke Lkurck sncl Vlonsitcr7 ot' Ls» rslks in Lorrußs!, reich sn inrrvUudtoi^ Idüc. on Llortiie ^cckirett. 179^» Fol.) . Don der neuecn Bauart in Italien: I. TV. Bauer (Anmutige Lslscis .. . gcfi. von Melck. Kusel 1670. f. ig Bl.) —- ITlcsIic illuitres conr. Ics Vucx clos Lslsix, Lsr, ceiebres, PIsees erc. äe l» Villa äe Veniie er Lex prine. Villcs ä'Irslie . . . l^eiäe 1757. F. >Z5 Vl. — — Von dem ncuern Rom: I. tT. Becnini F. 80 Bl. Views ot (islllcr, Xsonsiteries, Lslsccs snä ^ri'ne. Liricr in Lng- lancl anä Wsloz, 1,7 8. sncl hl. Lncic, k. z Th. »— ?Ion5 Llevsnono etc. vt' tke psvilionz »c Ckisrvik, f. — Llono snci Llevsr. of rtie Oorclens ancl polare sc Kenlinßron, t>7 Lkocie 1761. f. z Vl. — Viervs ok diobtemen snä (ivnc. 8ears, Vlr. VVarrs, 1779. k. 84 Vl. — LolleK. vf ielerb Viccvr in (ircar Lrirain, b> Vliclciimanz 1784. f. 9Hefte. — Leleöt, Viewz ok ri>e principal 8esrs o5 rtie dlobiln^ anct Lencr/ in LnZlonä snci Wo!?.?» b^ W. ^ngus, t'. 6 Hefte. — Vicvvz of ttis principsl 8ears o5 rbe hsol>ilic/ »nä Lenrczc in heicelteri'liire, b^ ). T'hcoüby, -79.1. » Vde. —- hirs Visrvz rvird a Plan vT rtie ^ail ot knrlinZcon's bioule sc Cliisrvilc, 1,7 ). Idoc-zne F. ; Bl. — Viervs ot Lvrrsges, Vsrintioulcx snci Lounrr7 Villsx, t?7 Icäiliäleron, 179z. F. —- pisnx ot rke blouie» Lsi-cienx snct Lsr!< ot VVcncrrorlb bloule, b7 Cole, kol. ;Bl. — VopoZrspbiosl Vliicellsn7 , . vvac. vefcripr. vt ^nüonx, Lfturebes, hjonumanra »rc. 1792. 4. " Sglt. und Berichtigungen. Baukunst. Vittlivlus ist in das Spanische zuerst von Mig. de Uerca, Alc. isija k. übersetzt worden. — Die abcntcncliche kst^pneroromockio wurde bereits im I. 154S von I. Martin in das Franz. übersetzt, und erschien mit den» Com, mcntar des Bcroaldc bereits iin 1.1600. —. Franzos Schriften von der Baukunst: her loix stcz ljzcimenz p»r Oesenstet:, ovce lez norex ei? Kä. OoupZt 1748. 8. — Da I ^rckiceöture, p. cht. I. h. Lobr^, 1776. 8- '— ha iecree stc I ^eckicetines . . . . 9. däarkur, )ousse, Hz stecke »64!. st. —— Englische Schriften: l'kc iirsl snst ckick Orouristo est »rcllircöb. . . . i>/ Skuce 1)6;. st.— Launicl snst zstvic« ro »II stuilclers, l>7 halt. Oer!)! er, i66z. 8. Oistc. on insznistcenr I5uiIäinAe, von cbendems. 1661. 8. --- shieor vt ^rcliireöt. . . . hl. hlzceler 1669. st. mit 69 Äpsrn. Lsta/ vn ^rckiceöl. >752. 12. »»» Oenllemon onst Luiistcrr stircötor^, b^VV.Uo» binion 1774. S ) — Slcecckcs in ^rckircöl. cont. corrsges, Viilos erc, l>/ ). Sonne >79Z. st. - In Seulscher Sprache: lieber Geschmack in der Baukunst, Leipz. 178». 8. --- C. von Dalderg (Vers, einiger Bcytr. über die Baukunst, Lrf. 1792. 4. Sie bestehen aus drei) Aufs, welche von feuerfeste» Wohnungen, vom Geschmack der Baukst. und von der Aesthetik der Baukunst handeln.) — Akrah. Leuthner (Gründl. Darstellung der 5 Säulen, mit Gründe, von Lusthäusern, Kapellen, Klöstern, u. s. w. Prag »701. st.) — ). Groning (Bollkvmmcner Baumeister . . . oder drcy Bücher von der Civil - Militär-und Navalbaukunft . . . Hamb. 170z. 8.) -- G. Borhock (Entw. etncr An, »veisung zur Lanbbaukunst, Gött. »779. 179z. z. mit 17 K.) Samml. zur Baukunst, enthalt, in Z4 Kpfrn. Pallckste, Schlösser, Hotels, Lustschlösser, bürgerl. Häuser, u. f. m. und eine neue Baukunstordnung, die so wohl in Frankreich alö Deutschland, nach den Rissen des H. Jsnard ausgeführt worden, Strasb. 1791. st. — L. Ü.. v. Eancrin (Von der Anlage und dem Bau schöner, gesunder neuer, oder der Verbesserung alter übel gebauter Städte, Fest. 1792. S. Won der Anlage und den, Bau schöner und gesunder Bauerhöfe, cbcud. »792. g. Gründl, der bürgerl. Baukunst, nach Theorie und Erfahrung, Gotha,792.4.) —» Pract. Lehrbcgriff der Baukunst auf dem Lande, Wien 179z. z. ;TH. ?. p. Birkncr (Theorct. pract. Untrer, über die bürgerl. Baukunst, Nürnb. ,794. 8.) Von F. C. Schmidt Bürgerl. Baumeister ist der -te Th, >7Ss. k. crschic» ncn. — — Von der Geschichte der Baukunst: 5. äh. Stiegliy (Gcsch. des Baukunst der Alten . . . Leipz. 1792. 8-) — Wörterbücher: In italienischer Sprache: vic. stelle helle arri . . conr. cucci in nomi proxi stell» hier. Scnir. est ^rckicerrur,, ZcAov. 1788. 8. (eigentlich spanisch geschrieben.) — In fran;, Sprache : Diät, abreze ste ?e!nr. er st'^rekiceöture p. Hr. bä. stc lolarsx, ?ar. 1746. 12. » Bde. - In deutscher Sprache: Encpclop. der bürgerl. Baukunst, in welcher alle Fächer in dieser Kunst nach alphabeth. Ordnung abgehandelt sind ... von C. L. Stieglitz, Leipz. i7S2-»7?4> - TP. (welche bis zum Buchst. I gehen.) — Bebung: Lhrstn, F. Ariderici (Avertiss. eine Bebung auf dem Clavecin anzubringen >77°. 8) " . > Begeisterung. In lateinischer Sprache: E. I. Sucro (hat noch ein Program darüber drucken lassen, das ich nicht näher nachzuweisen weiß.) —> In italienischer Sprache: A.sr. Giaconnini (Oiic. stell 5uror poerico. hir. 1597. 4.) — I» englischer Sprache: Lsssy on rke Oestrum, or hnrliuliosm ob Or- xkeus ,760. I,. — In deutscher Sprache: ?. W> Streilhorst ( Die ,ote s. Pspchol. Vorlesungen in der litterarischcn Gcftllsch. zu Halberstadt, Leipz. >78?. 8.) — Ccc z Bered« 774 Zu saß e Beredsamkeit. ^ca»c. Revergcktl (OecomporariilaLlogueritig, ffurer. 1541. 4.) Rod. Britain (Oc rorione conleg. ffioguenr. psr. 1544. 8.) !LdM. Richer (Oe Anslogio, coulis Llog. cc ding. porr. locupl. I'»r, 1601. 8. Oeorce cc coulis rbecor. 1629. 8.) --- Äug. LcrS. .Pfeiffer (Oe Ingenio orsrorio, ffrl. 1770. g.) —- (ffh. F. LrNnbe (Oorruprsm per ^uoeck. iafinicos fflogucnr. stemonlir. Vicceb. 1788- 4-) — I» franz. Sprache: Rez'rac (ffecrre für t'fflog. äe io ckoirs . .) Simon (fforrrs für I'fflog. sie I» Ltioire 175 5. 12.) — I?ean Siffrcin Maurzi (klifsi für fffflogueoce, bey s. ponegyr. sie 8r. ffouis 1772. 8.) — In englischer Sprache: I. Langhorne (ffercers on rke ffioguenco ot cke Vulpir.) —> Aich. Sharp (Oll rke nocurs onä ulc of fflorz. in dem zten Bde. derkckcm. c>f che ffircror^ snci philoff Zoe. of dcksnclicffer 1790. 8.) — In deutscher Sprache: ?. ?. Bsdmer (Von der Natur der Beredsamkeit, Zür. 1725. 8.) --- — Don der Geschichte der Beredsamkeit: S. z?y.der Herausgeber des bekannten Oiol. 6e couils coro. fflog. ist I. H. A. Schulz und I. I. Nast der Verf. einer deutschen Uebers. Halle 17L7. 8. — Dan. Leopold (Varior. Aeror. IZIolz. focr. er prob. ^Fs^em-Z/Cie, Aug. Vinci. 1708- 12.) — 'Andr. Goepel (Lenfuro . . . ste ouror. Cloguenr. romon. gui vixerunr in oriulco, ff -ures oerore . . . Isen. 1710. 12.) lieber daS Studiuni der Beredsamkeit bcy den Alten, in M. Engels Magaz. der Phil. und schönen Litterat. IV. 2. --- Lerri (De I biogucnce er cics Orot. onc. er moä. l'sr. 1789- 8.) Dffe fofhionsble prcoctier or moelero kulpir. ffloguence clifplo^eä 1792.8, -— lieber den Mangel großer Redner in Deutschland, im -tcn Hefte des Pfalzbair. Museums, v. I. 1786. — Der zteTH. von I. W. Schmids Anleit. zum populären Kanzelvortrag, Jena 1789.8. enthält eine Characteristik der alten und neuen Kanzclredncr. — LN. P. H. Schuler (Gesch. der Veränderungen dcS Geschmacks im Predigen, besonders unter den Protestanten in Deutschland . . .. Halle 1794. 8. zTH.) — Beiwort. Davon handelt unter mehrcrn I. C. Zldelung (In s. W. über den deutschen Styl, Bd. 1. S. Z2;.) — Ein Aufs, im ffcn Heft des Pfalzbaierischen Museums v. I. 1789. (Udber die so genannten verzierenden oder müßigen Vey- wörter in der Poesie.) — Bezifferung. Davon handelt noch: Hß. llvillh. v. Gerstenberg (lieber eine neue Erfindung, den Generalbaß zu beziffern, im iten Jahrg. des Göttingschcn Magaz. der Wlssensch. und Littcrat. St. 4. S. > u. f. 1780. «> — 5nmin. Jenn Bernin (Luire sie Lkcrninecs . . . ^r. p. Zcocin, ; Bl. Orcy andre ähnliche Folgen, jede von fünf Bl.) CantKte. Theoretisch handeln davon noch: Jul. ve la Micsnardiere (Im taten Kap. s. ?oer. frone. S 420.) — Dc>mairom(Jn s. b'rinc. cics Helles f.ecr. Wd. I. S. zo.) — Dan. Marhof (Im >;trn Kap. f. linterr. von der d. Sprache und Poesie.) I?. F. Lome (Anmerk. über die Odenpoesic, und Anmcrk. über die geistliche Tantatcnpoesie, nebst einem Schreiben an H. Ramler, im iten und 2ten St. vou Hertels Samml. Musik. Schriften, S. r und iz?.) — I. dlVeißmam, (Abhaudl. über' die Cantate, bey einer Ode auf das Gcburtsfest der Prz. von Rudolstadt 1782. 8.) Geschrieben haben deren noch, in franzosischer Sprache: H. Richer (f 174z. Acht St. bey s. Uebers. der Herolden deS Ovldius, 172z. 12.) — Lr. Bern. Coguart (In s. ?oesies 17;;- 1-. 2TH.) — Sobrp (Lonrsrcs pocriorigues 1790. 8.) — Auch findet sich ein kicc. 7>9. In s. W. finden sich mehrere Canta« tcn.) — Srvift (Ben ihm schreibt sich eine satirische Cantatc her, die Erclin in Musik gesetzt hat.) — In deutscher Sprache: I. F. ä!.ower (Oic Musikal. Erdichte im -tcn Th. s. Schriften bestehen aus dcey Cantateu.)— N. D. Giseke (In s. Pect. Werken finden sich, S. -s? u. f. fünf Eautaten.) — C. A. Bnr- chardi (Ted. für die Musik über Gegenstände der Religion, Koprnh. 178-.«.) — !1?. G. F. M- (ReiigionScantatcn . . . Leipz. 178?. 8. In dltusid haben deren noch gesetzt Morin (der erste welcher ums 1.170? fco»?. Cantatci» setzte.) — Fr. Hartm. Graf Richlangdon (Lollettion oi' Lsnrsros.) — Ant. kegat, u. a. m. — Capelle, Capellineister. Von dem Jnnhaltc dieses Artikels handeln noch: p. Bendeler (LZircttor. mullc. oder Erörterung derjenigen Streitfragen, welche zwischen den Schul Ivettor. und Concor, über dem Oirett. mulie. movirt werdet» ,706. 4.) — Ein Schreiben im qtcn Bde. S. >78 der »Nitzlerschen B>bl. übee die Anfrage, ob einem Kapellmeister die mufikal. Theorie schlechterdings nethwendig scy? — LLrnst G. Baron (In s. Zufälligen Gedanken über versch. musikal. Materien, im -ten Bd. S. >24- von MarpurgS Hikov. krit. Bcyträgen, wird voi» den Naturgaben und den Wichten eines Capellmcistcrs gehandelt.) — Carricatur. stecrerz Nil Corricoruruz »759,8. — Zu den ncucrn Künstlern, welche deren geliefert haben, gehören noch I. C. de Carmontcl (f. den Art.indem Vitt, ciez Hrciilsz.) — Wells (z Vl. gest. von Nixon.) -— Auch gehören hiehee noch die sonderbaren Einsähe des Prinzen von Patagonien, von welchen auch ii» Hovels Vv)c. pircor. Bd. I. S. 41 Nachr. gegeben wird. — Carrouche. Ocren haben noch geliefert: L Boncher (Oou?e ciikfer. 8ujer5 er Lorcoucke! ollcAor. von P. Aveline, st Einzeln, gest. v. Huquier.) — Balch» Bianchi sJn s. ?reg! U ^rckicercuro 1645. st finden sich eine Menge Car- tvuchcn.) — Lerd. Bibien.a (Unter s. Vörie Spere cii l?rnspccrivz finden sich mehrere Cartuschcn.) — P. F. Babel (stivre —- Borch (stiv. nouv. cie st-rroucties, ö Bl.) ?^anson (fte- cueil eis Lsrrouctie,> hleurs, Vzst Ornem, »778- st) Carpariden: LH. Carrache (Einzelc Blätter zu zwey und dre» Figuren.) —» Azostino Vcnetiano (Unter s. Werken finden sich auch 12 Vl. bcrgl. in 4.) Cor». Bon ( Unter f. Vl. sind mehrere Carpatiden S- Vitt, lies ^rc. Bd. z. S. 187.) — Choral. In lateinischer Sprache handeln noch davon: Geb. v. Felstin (Spule, häulic. . . . (Erse. 1x15.) Ebend. >;Z4. 4. Der Jnnhalt findet sich im M» und 8tcn St. von I. G. Mcuscls Histor. llttcr. bibliogr. Magazin, S. Z09.) —- P. Cl. le Vol (Ukilomela Qrezor. Von. 1669.) — L. Brunncl (ve bie. Iwcnriz däulicoe pi-noe, vps. 1728.4.) " In italiemsclier Sprache: Ai« guino Bresciano (st- Illuminorz cie rurci i vuoni cii Coirro stermo . . . Ven. »562. i;8i. 4. Bestehtaus z Büchern, und jedes derselben au» nichrcri, Kap.) — Ä.or. Frisoni (vrsccsco llel Canco fcrmo, kcäil. 1628.) — Gcrok. Canrone (/irmonia Qrcßoriau-, 1"or. 1678. 4.) —^ Gins. Fedeli (IleZols cii Lonro termo . . . Erem. 1757. st.) " In spanischer Sprache: Alfons» Sc Castillo (s^rce ä! Csnro stl-no, 8ali>m. 1504. 4.) — Dom. de Artufel (C-ucc» stl-no, V-I-ä. »57-. 8) — Th. Gome? (kckormscion ciei stsnro stl-uo, ums I. 1660.) — Ig". Ramoneb» (^rce cie stl-no en compenliio breve . . däoci. 1778. 4.) —^ — ^Jn portugiesischer Sprache: Joa. N^artins (t^rre cio stsuco Lksc> . . . Loicndr. rüc>z. 8. »6:;. 8. Wahrscheinlich aber nur Ucbersctzung aus dem Spanische».) — Pedro Ccc 4 Talesto 7?6 Zu sä HL Tasesio (^rke do Osnto Ok,o . . . Ooimbr. 1617. l6zs<4.) Matth, de Sousa Villabolos s^rre do Lanto Lkso . , . Ooimbr. 1688. 4.) — Iva. Vaz. Bavradas Muito pam 7 Morsto (preceicoz cccles. do Osnto lfiroae . . l-izb. >7ZZ-4» Vcrm.i7z8.4- isiores loukicaez . . s.i^l>. 17z 5. 4. Lrevs relumo de O-oro Olaso . . . Vizb. 17z x. 4.) —! Lr. Gab. Sa 2ln- nunciacam (^ce do Lanro Lhao . . I-isb. 17zs. 4.) — Vitt. Lrz. Oa Costa (/Vrre do Oanro Lbs6 . . .) —> D. Carlos Ve?esiis Maria (^rcs 60 Oamo Lk-V, c»imbr. 1741. 4-) — — In französischer Sprache: Tottis Bourgeois (Oe droit cbemin de öäuligue, ou moniere de cbaucer tsz ?le,ume! par ulsge, ou ruse, t-^on 1550. 4.) --- AOrien Cacguercl (vs mctkode universelle pour apprendre Is plcin ckanr kons mairre, par. ,647. 4.) — Sache' cvraire des ?0NZ 60 l'ssßlise selon I'uszZe rolnain 1676.) --- Unge». (lprsice claeorec. et prar. da plcin Lkanr, sppcllc Lre- xoricn . , . ?sr. 1 750, 8.) -- t.'arc du plcin Okianc . . . 1765.8.) — Imb. Sens (bkouv. chäetk. NU princ. rzisonner du plain Ckanr dans s-r xcrt'eckion . . . l'sr. 178°. Iz.) —- — In englischer Sprache: Eöm. Glbson (Bey f. Direktion« to cbe Clerg^ findet sich a ölerbod, or course «s dinginff in ckurcbcs.) >— R Garrison (8acred Idarmon/, or a Lolleck. ok ?s»Im Vunez anc. and-madern . . . .1784.) —' — In vcutscher Sprache: ?Heinr. Gotting (Bc» s. CatechiSm. Lutheri von Wort zu Wort in vier Stimmen componirt, .. Fest. 1605. z. findet sich ein „Bericht, wie junge Knaben und Mägdlein innerhalb ,z Stunden die Musicam begreifen können.) — G. Guit» schrcibcr (Ein kurz Musikbüchlcin . . . Jen. 1607. g.)— Jos. Joach. Münster (Der Titel seines, S. 471-«. angeführten Werkes ist eigentlich folgender: Lcala ^»cob »scendendo er desccndendo, d. i. Kürzlich, doch wohl gegründete Auleit. und vollkommener tlntcrr. die edle Choralmufik ... zu lernen, AugSb. 174;. 4.) — I. Müller (Kurze und leichte Amveismig zuni Singen der Choralniclodicn, Fest. 179z. 4.) — —- Choralbücher haben noch herausgege» den: I. Becker (Chvralbuch, Cassel 1771. 4 ) G- G. Günter (Kirchenges. Lcipz. 17S;-s.) — R. Gpayier (Zwanzig viorfi. Chöre . . . Leipz. 1785. si) »— ?. Chr. Rühnau (Vicrfi. alte und neue Choralges. . . . Beel. >786.1790. 4. a Th.) — F. Ch. Rrcbs (Samml. einiger der »ornehniikcn Kirchengef. mit Wcrändcr. Altenb-. 1787. f) — I. M. Rshler (Einige bekannte Choralmclo- dien,. nach neuem Geschmack, Nürnb. 17Z7. 4.) — I. G. Vierlinz (.Choraltuch . . . Cassel 1789. 3. mit einer Vorr. von der Verbesserung des Kirchengc- sanges.) >— I. C. (llhle/ (Variicte Choräle für die Orgel, Qucdl. 1792. 5ol. 4 Th.) --- ZLeßler (Neues vierstimmiges Choralbuch, StUltg. -79-. 4.) —' u. a. m. — Choreographie. Devon handeln noch: N. MalpieV (sslcm. de CkoreoZr. kor. 1762. 8.)-— perrin und ä!.a ^anle ( LKöreoZe. nouv. ou bdeckvdo pour kormer ee danser soi-memc lez Conrredinses, ?. 1762.) — MagNjt (?rine. de Cüoreogr. suivi d'un (pi-aice sur la cadoiiee, ?ar. 1765. 8 ) —» C. Chr. äi.ang (Chorcogr. Vorstell. der engl, und frzs. Figuren in Contertänzen, Erl. 176z. 4.) S. auch F. G. Nagels neue englische Tänze, Halle>?6ü u. f. - Th. -- u. a. m. — Colorir. Handgriffe bey dem Jlluminicen, Gotha 1776- 8. -— Comovie. In lateinischer Sprache handeln noch davon: LeS- Ceruti ( In ei« ncm s jwcy vialog. . . Ver. 159z. 8.) — I» italienischer Sprache: Der Verf. der S. ;oz angcf. vlleevaz. ist nicht Giov. Antonio Bianchi, sondern E)pv. Bianchi, her auch noch einen vilcorlo in lode dcll srre comics, Ven. 175z. und Berichtigungen. 777 ,75z. z. drucken lassen. — In spanischer Sprache: Zdiegs de^olmcnarc» (Lcnlura 6? d. llchers.) — Abt Sarchclemy (In (Vo^oge Znscbsrt>s.) — -— Romodien in italienischer Sprache haben noch geschrieben: Al. Popoli (S. I'eacru , Vcn. 1787. 8. 5 Bde. besteht aus Trauer - und Lustsp.) — Giov. de Gamcrra (S. dSvvo Veono, kifi. 1790. L. 8 Bde. cnthcllt Komödien von allerhand Art.) — Sammlungen: l'czrrc, eumicv biorcnrlno, lnr. 1750.8. 6Bde. — Romoöien irr spanischer Sprache: Nie. Lern. Moralin (Seine pecimerrs 176:. 4. ist eine der ersten , ganz regelmäßigen spanischen Komödien.) — Am. Valadcres de Soto- ma^'sr (Tl Vinoreio cie ketaäriä 1684. 4.) — Romodien in franzosischer Sprache: Famin — Lebrun — Laya —> Villctergue — Mosgien — Picard — Beffrop de Rcgny — Julie Candeillc — Marsolliec — Armand Charlcmagne — Vigne — Doguay — Dumaniant — La Salle u. v. a. m. Ilcbeehaupt hat die Licbhabcrey dcS Theaters so wenig abgenommen, daß seit Jahr und Tag mehr als zwcp hundert neue Stücke geschrieben und gespielt worden sind, und daß Paris jetzt wenigstens ein Dutzend Deutliche Theater hat. Aber sreylich dürften die wenigsten dieser neuen Stücke eine Prüfung aushalten, oder für irgend ein anderes Volk, als das gegenwärtige französische, und die, mit ähnlicher Sucht befallenen Ausländer, Interesse haben. — S. 561. Oer el« gcntlichc Urheber der proveibez Ursmar, ist die bekannte Mde. Durand (f >756.) in deren Werken sich bereits acht derselben finden. — Romodien in englischer Sprache haben noch geschrieben: Fr. Reynolds — Edw. Morris — Ch. Maklii» — Jos. Richardsvn — Vourgoync. — Tonccrt. Davon handeln noch, unter mchrcrn: P. Cerone (Im -itcn Buche f. klelopcv 7 Xizclkeo, unter der Ausschrift: l)o lc>5 Lnncieecos 7 convenien. cia cie 1(15 Inileumcnro« muticsles in 26 Kap.,) — I. L7. Lorkel (In der gcnancru Bestimmung einiger musikal. Begriffe, 'Gött. 178°. 4. 1^. 4.) — Sh. Davics (In der zSten s. l.errer-1787. 8. 2 Bde.) — — In Frankreich soll I. A. Vaif (f 1591.) zuerst die sogenannten musikal. Akademien, oder Concert- vccsamml. eingeführt haben. — Eonsonanz. I. de Muris (De bkumcris, czui mulicar rccincnr cnnsonon- rioz, tec. ?rc>Iomzeum cie porisiiz, im Ztcn Bde. der Lcripr. eccleb. äs iolu- siez.) — Valer Sona (Lssempi «Zelle k>sss>M cielle Sonlonin^e e Oillo. non2o .... Xil. 1596. 4. — UebrigenS kommt die Lehre von den Consonan» zen^, in den von der Theorie der Musik, und von den verschiedenen Thülen derselben, so ivle von der Sctztunst handelnden Werken, von Gofors ?raöl. Ickulic. an, bis gus H. C. Kochs Versuch ciner Anlcit. zur Compositivu, vor. — Ccc 5 Contra 778 Zusätze Coiitrapittict» Der ckltcffc hieher gehörige Schriftsteller würde eigentlich Francs von Co!» (iozz. S. Art. Musik, S. 4;-.) styn. UcbrigcnS handeln noch vom Contrapunct: Gull. Gerson (Lrililt. ^tufie. klezul. eunöbis tucnmoperc nc- cettarie plani canru« fimpl. cvurrapunöki rerum tatlar. conor. er orrii ao cenruaneii rom exemplaeirer czuam prstlice, ?ar. t. s. auS dem Ilten Jahrb. S. Hawkins Len. Illillory ot ^stut. Bd. z. S.2ZS. ZINNI.n.) — Graz. Tigrini (Sein Lompcnclio clclla hstufic» nell czusle bcevernenrc l> rcarrs üell'acre clel Lonrc-punro, Vcn. «588. lS->z. besteht aus vier Büchern.) — Äocco Äsdis (kezole üi k»sufica . . . inrorno alle varie opinione cle'Loncrapon. ritt!, cnn ja cümoslra?ioni sti rurci i Lanoni topra il Lanro tcrrno . cvn Ii Lontrspunri lloppii, e rivolcaci e loro regele . . . dlap. 1509. (S. Bur, neys kstilk. ot Klus. Bd. z. S. Zw.) cbend. >620. ,626.) — Angal. Äerardi (Ausser dem, von Ihm bereits angeführten Werke gehören noch hieher dessen kr» cani mnficali . . . ne' izuali appariteono stiverii tstuaii srrcficioli, cnolre vficrva^ione « regols concernenr! »IIa cesslcura ste' conigunimenri armo» nici . . . Lol. 170S. 4.) — D. 7lnt. Eximcno (Dubbio topra il Laggio üi Lonrrapunro ciel ?süre ^larrini, Ilom. 1775.) — — In englischer Sprache! El. Äevin (/^ briet anci tkorc intlruttinn ob rbe .irre otbstufilce, ro reacb bocv ro malce elilcanc ot oll proporcion« rliar sre in rite , . . 16z 1. 4.) —- Th. EampISN nerv ot malcing torvrc parrs in Lounrre. pvinr by s molk k-milisr anä intaljible rulc , t. -r. Z. Mit AniII. von Thrstph. SImson ,674. z. und auch bcy einigen Ausg. von Playfsrd's Inrroüuölion.) llcbrigcnS findet sich im -tcn Th. von MarpurgS Abhandl. von der Fuge (S. Art. Luge) eine Geschichte des Contrapunctcs. Von der Frage, ob die Alten den Contrapunct gekannt: Phil. >L.ouis de Chasrvllux ( Lercro . . . »NX SGreurs 6n ssourn. Knebel. Deutsch in Hillers Wöchentl. Nachr. v. I. 1768 crkistrt sich wider die Alten.) — Chabanou (Lon^ctlure« tue tincro- ltntiion ües ^ccorils clans la Xllut. eiez ^ne. im Zsten Bde. der XZcrn. cie l'.^csrl. ä-z Intcripc. QuartauSg. ist eben der Meinung, als unser Marpurg, daß der Gebrauch der pacaphvnischen Töne, deren Gaudcntins gedenkt, als erster Anfang des Contrapunctcs anzusehen ist.) — Rocheforr (lleeberebc« tur la K^mptranis äc« .4nc. in dem 4>tcn Bde. von ebend. iVlem. worin den Griechen zwar die Kenntnis des Contrapunctcs in solchem Umfange als die Ncnern solche haben, abgesprochen, aber doch behauptet wird, daß sie damit nicht so unbekannt geivesen, als man gewöhnlich glaubt.) — Lopiren. Schlüssel zur Kopirknnst ... von H. L. I. Lcipz. >785. 8- — Auch gc» hört noch hieher: „der TranSparentspicgcl, oder Beschr. eines sehr einfachen und nützlichen Instrumentes für Zeichner, Kupferstecher u. d. m. von L. Mayer, Aur. 1788. 8. -- C'.tpel. Cecchiin (vue IlaAgion. topr» ls Lupole, bcy de» Nclll Oitc. 6s/^r» cliirerc. fir. 175z. 4.) — Dante. In das Französische ist er noch von Rivarol, 1785.8-'—> In das Englische, von T. Rogers 1782. 4. in Prvse übersetzt. Au den Erlaurerungs- schriften gehören »och : Liiucli^io äegii snricki ?oeri topro la moüeina ccn- tura üi lZonre, orrribui» inAiuslsinenre 0 Veegiilo, Vsn. 1758.4. (Gegen Bcttinclli.) — Sicerck ot rke Live« anä VVncili^z ot Dance anei hcrrarcb . . . >790. 8. (Mit Kenntniß und Einsicht geschrieben.)— Ein Aufs, im 7tcn St. deS Teutschcn Merkurs, >v. I. 1785. — S. 59z. l>. Z. 44. statt Eretino, l. Aretino. — Ebcnd. sind dic'Aortc: „von Leon. Bruni," gcknzlich wcgzustrei. chcu, und Berichtigungen. 779 chen, weil er mit Arctlno ein und dlcsclbe Person ist. -— Ebend. St. Chamfort, l. Chabanon. — Die lyrischen Gedichte des Dante finden sich in den San. e Osn?. fii cliversi sncicki ^urori 1 'okc. ... hir. >; 27. z. Vcn. l5Z -. 8- I7Z > - 8. —> Decke. Von Oeckenverzierungen sind noch in Kupfer gestochen: Vier Plafonds von den CarracheS, gest. von O. Dauphin. >— Der Pias, des PallasteS Justiniani, von 'Ar. Albani, gest. von Canale. — ktskoiiU ciu Arsnci kkcslier tie Verksillez, von de Brun, gest. von E. Eimonnrau Qsoi. — k>Iskonä stu peric csbincr, von ebend. gest. v. St, Andre. — kiskaNils äu bislan'äe Is Oucrre, er äu ssloll äe Is ksix. von ebend. gest. von Hvrtcmclö und Eochin. — klvk. ciu Eksresci fie Vsux'Is Vicomre, 4 Bl. — Viere von Carlo Carldne. — Zwcyvon Feam ceschini, gest. von W. Baistie. — Oer Plaf. des Saales Barbarini von P.Be- rclin», gest. von Bloemaert, u. a. m. 9 Bl. — 8ix klskonäs cisus Is Zone krsuc. von I. G. Bergmüllcr. — Oefieius pour lies plskoncis, von Ferd. Vis bicna, öbcrh. 1; Bl. — Auch sind noch Erfindungen dazu von I. le Paurrc, u. v. a. in. vorhanden. — liebrigcns wird Pausias (aus der losten Olymp.) gewöhn» lich für den Erfinder dieser Act von Mahleecy ausgegeben. — Denkmal, lieber Denkmale der Vorwelt, von I. G. Herder» Gotha 179z. L. und -in der vierten Samml. s. zerstreuten Blättern, S. 18; u. f. Nachrichten und Beschreibungen von Denkmälern geben: I. I. Gberlin (Sein Orbis snriUiscilc kekesrebes . . . Osic. 1788.4. -Bde.— Ucbrigens gehören mehrere, bei) dem Art. Aauarc angeführte Werke hieher. — Dettlliciokeit. Davon handeln, unter mehrcrn : H. Home (Im eten Zlbschn. dcS Igten Kap. f. klein, ok Lriricism.) — (h. Campbell (Äm 6tcn -z>tcn Kap. s. hbilok. ok Itberorilc. ) — Jos. pcielile/ (In der Z2len s. Vöries. S. zc >2. d. U.) — I. C. Abelunz (Im 4ten Kap. des itcn ikhls. s. Werkes Vom Style, Bd. >. S. rs:.) — Deutsche Schule. A. Düecrs Leben findet sich noch im -tc» Bde. S. -4 der Leben großer Deutschen, Mannh. 1787. k. und in den Lcbensbefchr. incrkw. deutschen Gelehrten und Künstler, Leipz. 1794. 8- — Dichtkunst. (Poesie.) Von der Poesie überhaupt, ihren Eigenheiten, u. s. w. handeln noch, in lateinischer Sprache: Girol. Fracastor (Nsugerius, k. cle rc puer. Oisl. Vcn. 1555. 4. und IN s. Oper. 1555 und 1584. 4.) —> A.or. Gambara (Oe perkekks?oek. rsrione er cur sbstinencium sie s kcrips. pocmsr. rurp. sur kslkor. Itom. 1576. 4.)^- Ch. Corres ( Oe TVnriq. er Oi^n. ?oek. er Poetsr. stifierenris, lt. 1586. 4.) — Hrd. Ceruto (Oe ro poerics, iibcilus incerri suktoris, Ver. 1588. 4.) Vit. Oering (Oe srr, xoer. nsrurs er conklicur. klstn. 1650. k.) '—> Joa.Broaeus (ksrail. Poes er 78» Zusaße et )ur!sprustenti»e, l,ut«t. 1664. 8.) — Vinc. Gcavl'na (De pveü kipik. Itzeap. 1716. 4. und bcy s. IZzg. pocr.) — Gerinn (De peccarie 1'ociar. astv. kdkierot. pracccpra, Los. 1741. 4.) — I. G. S!.inOner (8rro> rnzsa acssticr. iinprimi» ste auAmentie poeleo» , kdex. 4.) — Lsirsipl). Jos- SucrosDe rei poec. racionibus, l>rogr. Lab, 1750. 4.) L> G. Äartl? (De sti^rcssion. pocr, Port. 1766. 4.) — I. G. U7cusel (De Interpret. I'ncrar. blal. 1766. 4.) — I.D. Gchirach (De si-rnpsrk. pver. lstal. ,767.4 )— pet. Sucdelius (De al>ulii licentiae posr. Ups. 1787,4.)-— I. G. I. Hermann (De pocleo« xeneriiiue . . . Dips. 1794. 4.) — In italienischer Sprache: Lros. Napini (Derclonc nelia quäle Ii ragion» stel tinc stelle poelia . . . knor. 1567. 4. — Gab. Jinano (II ZoZno» ov» vcrv lI-.Ha pocsts, In s. 8omrnsr. sti vor. IZcccor. gr. lac. e voix. I^ez^. 1 590. z.) — Ant. GarOino (Ucber den Einfluß des Platonismus in die Poesie, in den! aten Pdc, der Laggi lcienc. e lirrer. stelia ^cast. sti pastova 1789.4.) -»-» Giov. Lojra (Wie die Moral in der. Poesie, vermittelst phvsischcr Gegenstände gelehrt wirb.) — — In französischer Sprache: Gull. Colletcc (De i'LIo» ^ucnce poecigus, 1657, 4.) ---- 2). T. (De bstnnc parnasss, ou ste is pre. kerence enrrc ia prole oc la pnelie, I'ar. l66z. 4.) — Lsiabanon (8ur Is torc cie la I'ocile en ce liecle piiiloloplie, I^ar. 1764. 8-) In spanischer Sprache: Juan ve Xanregu^ ( Dsscorso poer. contra cl kiabiar cniro 7 elcuro, dstast. 16,5. 8.) — —-In englischer Sprache: iLOua. Ta- tsiam (llssa^ VN journai poerr^ 1778- >2.) ---- I. Armstrong (ssemarlcz VN puerr^, bei) s. )uven. poernc 1789. 8.) —- I» Oeutscher Sprache: F. A. LUicOeburg (Ucber den Verlust der Dichtkunst bro der Ausbildung der Prose, und der titteratur überhaupt.) — I. G. Herder (lieber Bild »und Dichtung, in de» ztcn Samml. s. Zcrst. Blätter, S. 87 u. f.) Von dem ÜVerche undUnwcrtbe, Schädlichkeit oder Nützlichkeit der Poesie: piet. ^sranc. Dottazoni (Detrere stitcoriivi inkorno iist aicuni poerici sbuss preßiusticievoli si sl stecaro steiia reiißion csrolica, coine slia buona morsie» P1.1P. >7ZZ. 4. D. Etttiere, Marg.deLarcaga(Da poeiiastekenstista ystitinists, l. i. cca. 4.) — I. H.Lampe (Ucber Zweck und Nutzen der Poesie, wogegen ein ttngen. eine Berrhcidigung der Poesie in dem gemeinnützigen Magaz. geschrieben hat.) " I. O'Isracli (>z stckence ob poecr^ 1790.4 Ein gutes Gedicht.) — — lieber Ursprung Oer Poesie: N. Nachtigal (Warum sind die Dichter bei) allen Nationen älter, als die Prosaisten, in der deutschen Monatsschr. v. I. 1794. Mon. Februar.) -— — Von der Geschichte Oer Poesie be/ den Griechen: L. E. Hezmc (Dc Qenio 5aec. sirojemaeor. !u f. Dputc. /Zcack, Vd. I. S. 76.) — H. Mlerian (Voll s. schon augeführten klem. handelt der ;te §. des ersten von der ersten Poesie der Griechen; das zwcyte von dem Homer; das dritte von der Poesie der Gr. nach dem Homer, bis auf die Zeiten der Pto- lcmäer.) — ?.-H. I. Noppen (lieber Sprache und Dichtkunst der Griechen, vor dem zten Th. s. Griech. Blumcnlcse.) — — Von der Geschichte Oer Poesie Oer Romer: Die, S. 6z6. ». angeführte Dissertation von Addison iß Ursprung!, lateinisch geschrieben, von Th. Hayes ins Englische übersetzt und zuerst 1718. 4- gedruckt.) — H. V- tNerian (Von seinen schon angef. ^l-m. handelt das vierte, in ; Abschn. von der Poesie der Römer, bis auf die Zeiten des Trojan.) — I. G. purmann (De Ingeniv ?oerar. livmanor. ?'rc5c. 178z. 4- brey Prolus.) — — Von der Geschichte unö den Wgenheiten der italienischen Poesie: I. Millag (Lopra il ciiicgno c lo ssils stel lsrwon Poet. Icaliimo, Ver. »78/6. tz.) Eiovb. Vgrd»))i (Del carercere Nation, clel ßull» und Berichtigungen. 78» zuss» ilsüsno j . . Via. 1756. 8.) D. Gattl'nars (Del bnon xusss i»ci!s lingus lrslisns, l.!ps. 1790. 8-) " '-^on bcr GcschiAle UNS Vcn Ligenhelten öcr spanischen Poesie: I. L. Butenfcliön (Vers, über die schölle Spanische Littcrat. bcp s. aus dem Span, übersetzten Liedern zivrper klebenden, Heidelb. >788. 8.) " Auch liefern Beptrelge dazu: Ant. Ve Cap» MNN7 7 öekl'lontpalau, in s, l'esrro killor. cririco eis Is klcxz. Llpsu. ^ls>i. 1786-1788- 8- 4 Vdre — D. I. RoSrigue? Ve Casiro, in s. lUbl. Lipsnvls . . . klsü. 1786. h -Bde. -— I. B. Conti, in s. Loile^ivn ela l^ociis? Gssscllsnss . , . klsci. > 789.8. z Bde. —» —» Ton der Geschichte uns Oen Eigenheiten Oer französischen Poesie: Pierre öe Cajeneuve vrigine e>e!> )eux blorsux . . . Vuul. 1659. 4.) — De la ^onoere Cprsirs I'origine eles )eux ilor. Voul. 17, 5. 8.) — R. B. SchmielZ (lieber die Grunds, der Spr. Schreibart und Dichtkunst der Franzosen, Münch. ,790. 8.) —' " Von der Geschichte und Ligenheitel» der englischen Poesie: Jos. XValker (dliitor. deiemoirs vt ei,e lriki, ll»r^5 . . . > 786. 4.) — Ch. Vallance^ (8ev. slccounrs ok che snrienr leiste Lsräz, in den Collect. ele Uct>. tlideen. di.XIV. 1786. z.) — Auch gehören dazu einige Merc, in neuern Zeiten herausgegebene Gedichte, als l'ke deroic Llc^. ok l.l7wsrcl» Ilan, wirk s licersl rrsnsisrivn, »790. 8. (AUS dem 7tcn Jahrh.) — Lsrel- ^oniiiech vstyä sk Lwilym, 1792. herausgcg, von Owen, und aus dem Igten Jahrh. — —- Von der Geschichte und den Ligenheiten der Poesie der Dänen, und der gordischen Völker Überhaupt: S. 642. Von der Edda ist Noch die Läüs Ilkyrkrn. i. snri^. vulgo Ä'semuuelins ciitls lk 1. Ociss chvl. » lleloniu nan eclics; conr. . , bisch. 1787. 4. so wie von Kagcn noch Vigs-LInmz Ssßs . . . Kllp. >786. 4. herausgegeben worden. — Nachrichten geben: l)e ?oel! binnics, /lbo 178s. 4. Vier Dissertat. " Bragur, oder kiltcrar. Magazin der deutschen und nordischen Vorzeit von Beckh und Greller, Leipz. »79> u. f. 8. bis jetzt 4 Bünde. Von der Geschichte u. s.-w. der deutschen Poesie: B.C. Sanövig el.etl. Vki-orila, Zzrec. Lsruemiz snri- ^ui cla 8. Qeorg. bragmeor. . , , llach. »78z. 8.) — F. g^crup (8),ml>. sei bicrcrsr. Veuconic. snri^uivr. . . . tumr. ?. I. Lukm, llsin. 1787. 4 ) — lieber die altdrutschen Ged. aus dem Schwäbischen Zeitalter, in dem iten Quart, des zwcvtcn Jahrg. der Quartalschr. für ültereLitterat. und neuere Leccüre. — I. C. 7ldelung (Jgcvb Pütcrich voll Reichcrzhauscn, ein kleiner Vepcr. zur Gesch. der deutschen Dichtkunst im Schwäbischen Zeitalter . . . Lechz. 1788. 4.) '— Fortpflanzung der hochl. fruchtbringenden Gesellschaft, Nurnb 1651.4. — C. L. VSilisch (Von den Bemühungen der Poeten, bis Geschichte alter uud neuer Zeit zu beschreiben, Lechz. 1760. 4. — Von der Aehnlichkcit der Englisch en und Deutschen Dichtkunst, im d. Museum, v. I. 1776. Man. November. — Gottfr. Brun (Vers, einer Gesch. der deutschen Dichtkunst, Dichter und Dichterwerke, von ihrem Ursprung bis auf Bosnier und Vreitinger . . . Danzig 1782. 8. Handbuch der drutschen Litterat. Wien 1786. 8. (sehr schlecht gerarhan.) — vkiervss. hissor. lur is bircersr. Tollem, psr un brsnc. Ilsrisb. 17:82. L. — I. I. Bodmer (Die sechs Zeitpuncte der Geschichte deutscher Poesie, im zrrn Heft des ztcu Jahrg. von dem Schweizerischen Mus.) — L. I. Roch (Co m- pcndium der deutschen Littcraturgesch. von den Ülteffcn Zeiten bis ans d. I. l?gi. Werl. >7yo. s.) — Ungsn. (Kurze Ilcbcrslcht der Gesch. der deutschen Poesie, in den Nachrr. zu Sulzers Allg. Theorie, Bd. >. S. 197.) — lLul Schnerver (lieber den gegenwürtigen Zustand und die Hindernisse der schönen Litterat. im. ka» tvlischen DeuWlande, Bonn 1789. 4- und bey s-Ged. 8rft. 1790. g.) — ^ ÄZe? 782 Zusätze Von der Poesie Ver (Lbräcr: R. Dav. Jesinsa ( blbelluz 6e ^Isrris ttebroeor. . . h-r. 1562.8. Aus s. Hcbr. Gramm, gezogen,) >— Ä,aur. Lnbri- cius (bsterric» Istcbrsevr. ram verue i ^usm novo, ^Vicreb. 162z. 8,) —- I. A. Trainer (Bcy s. Poet. Ucbers. der Palmen, Leipz. 176-. u. f. z. 4 Th. finden sich verschiedene hieher gehörige Abbandl. als vom Wesen der bibl. Poesie, und ob die bibl. Geh. in abgemessenen oder gereimten Versen versaht find.) Von her Poesie Oer Araber: Torre u. Garcia Auccnsio (Lnloyo . . . kobre Ii Hoests cic loz T^eabeo, bcy s. Lnio^o lobrc la Gram. 787. 8. z Bde. Deutsch, von PH. W. G. Hausieutncr, KönigSb. 179s. 8. 2 Th. worin, indessen, sich nur wenige Nachr. von der Poesie finden.) — >— Sammlungeil von Poesien: Goliezion cic Hoests; Osstellsasz, von dein Gr. I. B. Conti, mit irai. Uebcrs. in Versen, dcksst. 1789. g. z Bde. Die Beyspi'clsammlung zur Theorie und Ltttcral. der sch. Wissensch, von I. I. Eschenburg, Verl. 1786 u. f. 8. 7Vdc. cnt- hcilt ausgesuchte griechische, tat. ital. franz. engl, und deutsche Gedichte. kec. Uei snc. hoere; krsii^oiz . . . hsr. 172z. Z. 8 Bde. — — eXnc.ho- zrnlar. I^verr/, honst. 1792. 4. — — Sammlung deutscher Dichter aus dem >-ten, iZten und igten Iahrh. Verl. >784. - Bde. (besorgt von Chrfiph, H. Müh lcr.) — H. v. Hosmannswaldau und andror tcutschc» Auserlesene und überhaupt ungcdruckte Gedichte, Lcipz. 1697. 8. 7 Th. >705. 8. (von V. Noukirch.) — Auserlesene Geö. unterschiedener berühmter und geschickter Mcinncr, Hallci7i8u.f. 8. z Bde. (von Chefin. Heinr. Hunold.) — Poesie der Nicdcrsachscn, Hamb. ,72,-1748. 8. 6Bde. (von Chr. Fr. Weichmann) und ein Vcytr. dazu, Hamb. ,782. z. — Allgemeine Blumenlcse der Deutschen, Zür. 1782-1788. 8. 6 Th. (von H. H. Füßli.) — Dichtkunst. (Poetik.) Der Brief des Horaz an die Pilonen, ist in das Portugiesische von Frc. Jos. Ecricre, LiSb. >759. 8. und von Mig. de Conto Quer« rciro >772. 8. in das LLnglische zuerfi von Srant 1567. 4. in das Deutsche noch von G. W C. Starke, Halle 1790. z. und von M Engel, mit einem durch- gängigen Commcncar, Maynz 179!. 8- übersetzt. — Das G. 662. s angeführte Werk des 2l»t. va Tempo ist wirklich, Ben. 1509. 8. gedruckt. — — Anweisungen zur Dichtkunst haben noch geliefert, in englischer Sprache: Th. lTampion (Obicrvar. 'in rste src ok hnAliik hoeiie 1602, g.) — — In deutscher Sprache: F. st!.. Tvalcher (Anweisung . . zur Dichtkunst, Hof. >7x5. 8. Für Schulen geschrieben.) — Lbr. XViUH. Merzet (Anleit. zur Bildmig jzcs Geschmacks für alle Gattungen der Poesie, Hildburgsh. 1791. g. - Th. Ausgeschrieben und schlecht ausgeschrieben ) — Distichon. Die Bramsche Ucbers. des Cato ist in F. G. Freytags sVstgse. lirrer. lSd. 1. S .Z ?c> u, f. beschrieben. — Auch sind davon so gar griechische Uebersetzun- j,cn von Max. PlaundeS, Jos. Scaliger, M. Zuber und Job. Mylius, die sich, »icbst der Opitzischen, in der Ausgabe derselben, von Chr. Daum, Zwickau >672.8. jindcn. <— Als tLrlauterungsschrifren gehören dazu ein paar Aufs, von M. Aue« rilns Boxhvrn und H. Cannogicrcr, boy der angef. Ausg. v. I. 17Z5. ^— Iva. 2!>cnnins (Oiikcrtsr. . . . czuost stithcks er peseceprs morsl. czuse . . Ls- eorü tribuunrur, num^usin «k> i^>I» xrotstts kunr» kstst'n. 1702.4.) -»» «nd Berichtigungen. 78Z Aug. Buchner ( Eine s. vrae. S. 14z. Ausg. v, >727. handelt ve O»r. VI- Kick. — — UcbrigcnS haben Verse der Art in lateinischer Sprache noch mehr rcre abgefaßt, als: Seb. Brant (l.idcr tscerus 88. Maynz 15s?. 4. Ob, indessen, das Lateinische von Braut selbst ist, ist wohl noch nicht ausgemacht. S. das Nürnb. Littcrar. Wochenblatt, ldl. -9. Bd. 2. S. zy.)-— Laust. Andrelinus (f>5>9. Lieczcoclilliclion, Lsr. 1ZI2. 4. L. I. Xlauri enarrse. O^on I5Z7. l;49- L. Frzsch. V. I. Parradin, Lyon >546. 8. Von Prive 1604. ,2.) — Herc. Griselli (Oissickor. XXXVI. Oec. kbr. 16Z4. 8.) — Ben. perazzo (Oillicstor. cenr. XV. Ven. 1684. 12.) — Lr. Guvin (f 1752. Lilva Oiitictior. morsl. Lar. 1719. 8.) — Die Cluarrains des Pibrac erschienen zuerst, Lar >574. 4. und die vollst. Ausgab«, sind vom I. 1667. >746. 12. Uebersetzc sind solche in das Griechische und K.aleinischc zugleich von Flor. Chretien, 1584. An das Griechische allein von P. du Moulin >641. In das lateinische von Aug. Prevost >584. 4. Von I. Richard i;z;. Von Chr. Lössel 160». In das Deutsche von Ant. Steltlcr, Bern. 1Ü42. 4. Von Mark. Opitz, in s. W» Bd. 1. S. zoo. In« dessen ist er ivcdcr der Erste noch der Einzige, welcher deren geschrieben: Seine Vorgänger und Nachfolger sind: Guil. Ve la Pcrricre (Seine Ooustcleiae. cleo gusrie Xloucles . . . Lzmn 1552. 8. sind in Huarralnz abgc'f.)— P. Hadert (Sein Xlnoir cle verru, Lar. 15Z9. 16. besteht «US (Biarrains.) — ll. Normet (In s. Lalle remps, Lyon i ;8;. 8 ) — Jean de la Iejsee (S. Lstilolopstie murale er civiie, Lar. 1595. 8. besteht au» Oluatrains.) — P. Jos. ve la Pimpie t>e Golignac ^ (^usrrsins ou Xtsximez tue I'cclucscion, 1728. 12.) -— Sammlungen: Itec. cle Laerez lliorslilte-, ou Lhoix cle (^usrraiux nouv. Lsr. 17 8d. 12. - Bde. — Dithyramben. französischer Sprache haben deren geschrieben: Ambr. Ve la Porte (s!;55. Olrkzcrambe- an bouc ci'Lrienue stculclle, in s. Oivrcc cle tolaitrie-, L. i;zz.) — I. A. Baif ( OirN/r. pour la pompe ein bouc 6lr. )osselle und noch mehrere einzcle, in s. Oeuvr. 157z. 8. 2 Bde.) — la -Harpe (hat aus Voltaire einen, im I. 1779' und, wofern ich nicht irre, auch in neuem Zeiten, einen auf die Feepheit geschrieben.) — Drama. Davon handein noch, in italienischer Sprache: Visconti (In einer Abh. über die Regel des Horaz; ldlec qusrrs iaboree, crc. übers. im ztcn Bde. deS Idee, cle pieees . . . concern. les elcnracauirez erc. Lsr. 1786. 8. 4 Bde )—- Giov. ve Gamerra ( Ostcrvaa. Lull» bpcötscolo iri generale, stilla trag, fulia Lrag. clomellico panrnm. lull» Oomecbs, tugli lrcori erc. vor dein Itcn Bde. s. ldlav» 'Lesum, List. 1789. 8.) In franzosischer Sprache: P. Zllex. leveque Ve la Ravaliere (s 1762. der aber nicht Bischof war, wozu einige deutsche Schriftstellee ihn gemacht haben: Llsta, clecompsr-istonencre la Oeclamariou er la Leeste clramarigue, 1729. 12.) stngen. (ste (lststeatre oueerc au public, ou I'ralre sts laVstrag. er cle la Lomecile 1750. 8.) — laron ve Beaumarchais (Llstal stur le Orame sterieux, bei) s. Lu- geuie, Lsr. 1767. 12. Deutsch bctz der Uebers. derselben von Pfeffel.) — p. I. B. Nougarer (De I'src clu Vstearre, vu il ctb parle cies clilstcren! ßenrcs cle stpedtscle-, et cle la Xlustgue aclnpree au Lkearre , Lsr. 1769.8. 2 Bde.) — I. I. Rousteau (De Limitation rstearrale, etl'si rire clez Oi-I. cle LIaron. im uttn Bde. s. W. Zwcvbr. AuSg.) — Domairon (Oes czualire, cle l ablion clrsmaric^ue, cle la coucluirc cle l'aölion Oramar. und clez perlon- nsgcL cirsmar. im Zten Abschn. dcs Zttn Kap. s. Lri-!-. Ken. «les belle!lettre-.) — 784 Zusätze <— In englischer Sprache: ?. Belsham (Ein Auss. im -te» Bde. s. KT. pkiiof. tiiltnr. arcst lirrerar. I,. 1791. 8-.) — — In Oeütscher Sprache: Jss. Zimmermann (Von der »ramat. Dichtkunst, kue. 177z. 8.) — A. W. Island (Fcagm üdcr Menschendarfiestung auf deutschen Bühnen, Gotha 1784-8») Mr. Dlumhofer lUebcr den Theaterdichter, Lcipj. 1786.8 ) — A. Wein- reich (lieber eine neue Art dcö Drama, im ytcn St. des N. T. Merkurs, ». I. 179a. Erlckuter. darüber, ebend. im sten St. v. I. 179z.) Von der Geschichte Oes Drama überhaupt: Charnois (lkeebercli. für Icz Lostumes ^ er lue lez Lkeacres ste roures lez dtac. snc. er musterne»;, ?sr. 1790. 4. s Bde. mit K.) — -- Von der Geschichte Oes Drama in Griechenland»: Gav. Mattet (Bcv s. 6aggio «Ii t'ocf. lar. est iral. dtap. 1777. 4. » Bde. findet sich ein neues System, die griechischen theatral. Schriftsteller zu erklären. Eines ähnlichen Werkes gedenkt Signorclli in s. Krit. Gesch. des Theaters, Th. >. S. 40z. d. U. in der Änm. als eines von ihm selbst abgefaßten.) — lieber die öffentlichen Spiele und das Theater der Griechen , in der bitterat, und Völkerkunde, v. I. 1788. Mon. Zlugust. — T. Rälcr (lieber das Thcatcrwesen der Griechen und Römer, bei) s. Ausgewählten Stücken aus den dramat. Dichtern der Römer.) — — Von der Geschichte des Drama, bc^ Sen neuen Völkern: T. D. Ebeling (Nachr. von auSländis.henftind einheimischen Theatern, in den Unterhaltungen.) — Joh. Frd Schmie» (Journ. der auswärtigen und einheimischen Bühnen, Wien >778 u. f. 8.) — AS. Walser (Bey f. dramatischen, dramaturgischen und andern Aufsätzen . . Freyb. 1789. 8. finden sich Nachr. von der spanischen und feailjöflschen Schaubühne.) — — Von der Geschichte des Drama in Frankreich : Leckres kn'fiur. für rour les Lpekkacles ste Paris 1719. 12. — Aug. Tcheod. Vinc. Se Schosne (Lecrre ö Nr. Lrebillon 1761. 12. lieber die Vereinigung der komischen Oper mit dem Jtal. Theater.) -»-> jSijon (Lcs Nul'es franc. conrenauc UN rableau stes lpkiearres ste Kranes 1764. 12.) — Dirmcrie (Lecrre für I -cor prekenr stö nns S^eclacles I 765, 12.) — lieber die Theater zu Paris, in dem N. T. Merkur v. I. -790. Mon. Januar und Februar. -- Lramery hOe l'organiiacion stes Sxekkackes ste Paris . . . pgr. 1790. z.) — lieber die Einrichtung der Schaubühne in der Republik, im aten Bde. S. zxs. der Friedenspräliminarien. >— — Von der Geschichte des Drama in England: Rich. Steele (Ichs Lkeane, eine Wochenschr. im I. 1700. Dcrm, mit dem k^nri - Dkearrc und mit Erläutcr, von Nichols, 1701. 12. 2 Bde.) '— ikestekb. UN cke kngliiti Drama, im 4ten St. des kuroj>, Naga2. fürs I. 173z. -- Iss. Walker (vn tüe Iriib LcaZe, in dem 2tcn Bdc, der kransakk. ut che lk. Irit'ti äcast, Oubl, 1788. 4.) — —' Schriften für uns wiSer das Thearcr, in Italien : Giov. Anr. Biasichi Unter dem öiahmcn kaurisi Traginese (De! vir.) er «sei stitccch stei mosterno - 'kearro, ltum. '7ZZ. 4. Grgcn die, S, 728 angef. Schrift des Eoncinnch) —- Idels. Valsajiri (8ull' instuen^a stegl! ftiecracoli stelle nacrinne einer seiner Due Olle, tiioiolici poliriei, Nüst. 1739.4.) " JnFrankreich: Lettre» für je« t rag, er tur I uisge ste la 'Lragestie ste reformer les nioeurs, iN den Kuuv. däem. ste l'revoux, v. 1.1708. Mon. Februar. »»» Vor Gueudcvilles französischer Ucbers. des Plaulu» findet sich eine Abhandl. über die Sittlichkeit der Komödie. — De la Font ve St. Uenne (Leccre ä Nr. Greifer au tujer sts cell« czu'il a publ. für I» Lomestie 1759. 12.) — -Hucrne Se la Motfts (Ausser der, von ihm, S. 7-2. b. angcsührtcn Schrift, hat er auch »och ciuc Apologie stu i heacre 17Ü2. 12. drucken lassen.) — Tb Rousseau (Lerrrefur h», Lz>eötscle! st«, Loulevsrsts 1731. 12.) «Lubiere de sSalme)ieux ^ " Lila» und Berichtigungen. 78; Kita! Moral lur I? Ovmöäie, vor s. INicaxrc moral . . . 1784. >2 ) keirre ä un pcee 6c tZniiiie kur loi per!» tpcdiaclcz 2789. 8. — — In EnglanS: Sic, S. 7>8. 2. anges. Schrift des Älvericns Genrilitt, welcher Professor zu Oxford war, gehört eigentlich hicher; sie erschien einzeln, Oxon. 1597» 4- — Rich. Baker (I'ticari um leiumpkanr, vr 2 Olle, vk kisz-s, III vinstiparioii >,k Iiis 1670. 8>) — — In 2Zenri'cl?Ian0: Oer Bean, dendurgischc Chursürst, Georg Wiihelm, lieg ein Verbot der Schuikvmödicn er. gehen, das sich in PlümikcnsThiacergcschichte von Berlin findet. — I. P. Gum» precbr (lirtheil von Komödien, k'cipz. 171;. 4. Gegen die Schauspiele.) — Gam. Grosius Eiipcranus (Bedenken von der Zuläßigkeit der Komödie, Halle 1728. 8.) — iL. Steffen» (Von der Moralist der Schauspiele, Zelle 1746. 4.) — Philos. polit. Betrafiit. über den Einstich der öchauspicle in c:e Politik und Regieruugskunst, in R. Wckheriins Chrono!, v. I. 17g,. >!. ic>. — A. H- Sintenis (Von dem Unnützen, Schädlichen und Lächerlichen der Schul» bichnen, Zitt. 178-.) -- R. P. M. Snell (Vom mocal. Werth der Schauspiele, in den Bcytrclgen zum Theater und zur ditteral. Stendal 1785. 8.) — 4iuch gehört im Ganzen, noch I. F. Schinks Theater von Addern 1788. 8. 2 Bde. hieher. — >— LdreManz. Eric!?, Burmann (Zpecim. sczstem. 6- Erlasse IiZrmonic» . . . dffil. 1727. 8. Äer Jnnhail findet sich iu Forkeis AUgetti. kitterat. der Musik, S. Z5Z.) — Duschen. I. L. Stadl (Uaiterw. zum Duschen, Nürnb. 1790 lt. f. 8. Vier Hefte, mit KO —' Einbllvtingskraft. I. G. Maaß (Versuch übrr die Einbildungskraft, Halle ->79-. 8.) - Einheit. Von der Einheit, in Rücksicht auf St/l, handelt I. C Zlöelung im loten Kap. des iten Thls. f. W. vo>n Style, Bd.,. S. 52z. Ausg. von >7!l?>) — — Von der Einheit, in näherer Beziehung auf Musik, sagt Acrcaga ctwaS, in f. Geschichte der italienischen Oper, Bd. 1. S. 224. in der Anni. >— Einheiten. Obteevzr. vn rkie äismaric Onicies, im ?ten St. des kurop. fürs I. 1789. — Safers (In einem Aufs. in s. Oittzniilr. mergsift. auch lieeor. 179g. L-) ^ Elegie. Davon handeln noch: Ll. Joannet s In s. klein. 60 lftiosse ftanc. Bd. III. K. 4. S. SS.) —> R. -H. -Hc/öenreicl? (In s. System der Aefihctik, S ?4Z.) — — Ueberseczr ifi Pcopertttu; noch in das Deutsche von K. G. Hosmann, Cef. 178Ü. 8. (Nur das erste Buch und schlecht.) — Pvioiun, die I.ili. II!. ^>»or. von einem Ungen. Bcri. 1786. 8. in Prosa; von F. L'. Possrlt, keipz. 1789. 8. metrisch; travefiirr von C. W. F. Schaber, Verl. 1794. z. z Bde. — — Elegien in lateinischer Sprache, von neuern Dichtern: K.. Sanken (Kiez, /zmftol. 1776. z.) — ))an.Helvrtiuü (S>ineh»om. l.ugä. 1782. 8. bestehen aus Elegien und Oden.) — ?. >0. Hoeufl (Seme l-oiiculs pvcr. kae. 178;. 8. enthalten einige sehr gute Elegien.) — Ger. Bau. Jor- den/Z (In s- kuft pnee. kußä. It. 178z. 8 find.n sich eils Elegien.) Jos. Larsetti (S. s Oarm. i ib, II. knizä. li. 1785. 8 )— I. B Premlcchnee ^79> -786 Zusätze 1779. 4.) Mil?r. Robinson (In ihren Poems 1791. 8. Auch Hai sscnoch eine Monody auf Hof, Reynolds 1792. 4, drucken lassen.) — VviU. (Larr (In s. Poems 1791. 8.) — (ö. Dycr (In f. Poems >792.4.) — u?. E.Kborries (b ^onoety evrirren !>r ^-larioele 1791. 4.) — - sZ. Rolf (In f. tcliireii poenis 1791. l.2.) -- Misir. Larrel (vstailorre or - iegus! ro rbe lmroevs of Werrer . . . 1792 8 ) — G. sSajsmore ^ vvincer ur vowaiü ,n cbe sssscles 179z. 8^) — — Elegien in deutscher Sprache: R Lb. Engel der Ebschied, Vandalia an Charlotlen, Schwer. 1785, 4-)— C)rro ehr. v. sbaug- rvitz (In s. Gedichten, Brest. 1790. z.) — Gophis Älvreebc (chic Elegien sind der bessere Thcil in ihren Gedichten 1791. 8. -Bor.) > — Sopb. Eicii. v. Roryfleisch (In ihren Gcd. Vresl. 179-. 8- Verl. -792. 8. In der letzte» Samml. die kessern.) Encaufiisch. Sin Aussatz über diese Art von Mahlerey findet sich noch im ;ten St. des ersten Bandes des Neuen hamburgsschen Magazu.es S. Z87. — Bos. Tom» maselli (voll» Leroll-atia . Ver. >785- 8.) Auch sollen noch nichrree Chemiker als der Adl Fvrtiö von Vmeenza, der Graf della Torre, u. a. m. Compq-- sitivnen zu dein so genannten punischcn Wackle g. liefert haben, ErfinSung. Für. v. Dalberg (Vom Erfinden und Bilden, Erst. 1791. 8.) — Erhaben. R. Grosse (lieber Gröste und Erhabenheit, im ,ren Bde. d. oenu.tzen Monatsschrift.) — Ä. H. HeySenreich (Grundrist einer neuen Unicef, über die Empfindungen des Erhabenen, im uen St. S. «6, des Neuen phisos. Magaz. von J.K. Wicht und 8.G. Born.) — F. PlatnersJndcm rozleuu.fg.j.j. f. Neuen Anthropologie.)— F. TV. D. Snell (lieber das Gefühl des Erhabenen, KankS Kritik der Urtheilskraft> in I. G. Abichts und 8. G. Borns Neuen philos. Magazin, Bd 2. S.426. -— G Dceues (In st Resultaten der philvs. Vernunft über die Natur des Vergnügens, der Schönheit und beS Erhaoenen ji»d G. 199 u. f. die Meinungen clncS Vurkc, Home, Mendelssohn und Kant geiammelt.) — — Von dem Erhabenen in Scr Schreibart besonders- Elkeve (In f. prairs lie la Vittion, S. >;6. Ausg. v. 1755 ) — ch. L. Aoelung (Ini zlenKap. des ztcn Abschn. deS oten Thlö. f. W vom Style, S. >;8.) — — Von dem Erhabenen in Sem HelSengeSichr: H. Pcmberron (Im 8ten Abschn. S i;>. s. vbiervsr. on poerey, in näherer Beziehung auf Heu teonibas.) — Von dem Erhabenen im Trauerspiele: I. I. Äoömer (Untres. in wie fern das Erhabene in dem Trauerspiele Statt haben könne . . . bey f. Briesiv.chsel von der Natur des poetischen Geschmackes, S. 9; ) - — Von dem Erhabenen in Ver Mahlerey: L. L.. Juniier (In f. Grunds, der Mahlerey, siür. 1775. 8. S. 8Z.) Erzählung. (Dicl?tknnst.) Von der Erzählung im Vramatischen Gedicht, handeln: -HeSelin S'Aubignac (Im zren Kap. des qrcn Buches s. pr»r. eiu spliesrr» ) — Von der Erzählung im'Hcloengeoichr: Rene le Äossu (Im zten Buch s. 'prairö äu Poeme epiczue.) —> — chie Metamorphosen des chvl- siun sind, in das Englisctae zuerst von Laxten, aus dem scanz. 1480 über.etzt. -— Voll der deutschen Uebers. derselben, Dresden ,789 u. f. 8. >ind .0 Bucher, und von den verwandelten Ovihischeu Verwandlungen 12 Bücher vi» jetzt scrug geworden. Von Neuem haben solche übersetzt Aug. Rode, Beel. 1791. 8. 2 Th. Eine GesellsG. in Wien 179;- 4 z Boc. — Poetische Erzählungen von französischen Dichtern: Marlange (Bs Idoi eie Portugal, lu.vj ckes Ueax Ackillcs 1788. 8 ) — Uilgen. ( bkipp-rcssis er (.'rares, porsei. i?87- 8. Deutsch, Beel. >787. 8.) — Gerieya ((.'Amour er ps/cbe eii kuic vii. 1790. . Von Englischen Dichtern; Mistr. Corvley CTbe maul ok Aragon. und Berichtigungen. 78? Aragon. 178°. 4.) — Miß Morc (HIoriv -mä che IZzz Llerv 1786.4.) —- ^noia Striclclaiiö ((ckiiitiuiuiz in s ^vrrsAe 1790. 4.) — HD.Lolc (i.xul'l.-.» silcdisrion vr 8-zpkio hiin^Ie >789. 8.) — iiälis-HanidS (ll iie Ueacii er Tlinuon 1789. 8.) U?ill. Golben (ck'tio reium^h vt trieucithip 1791. 4-) — /l.ad>7 Manners (Ihre l'eems 1790. 4. enthalten inchrcre gure, obgleich etwas lange Eezsthl.) — A. Jos. Thorne (Liire uu.i dsuiw 179z. 4.) — tLrzahlungen in Pros«. T. perroniun ist in das llängl.sche von T. Buk, nabp 1094. 8. und von dem so genannte» 'Addison 1775. 12. überseht worden. — Apulesl!» deleramvrpk. in das chnglische von W. üdington 1ÜZ9. 4. Von C. Monde 1708. 8. In das DentsGe, zuerst von I. Si.der, V-ürzb. >,z8 r»I. Fest. 160;. z.— — Erzsthlnngen in Prose, in italienischer Sprache: Glovb. lhiüclli ( -Vmorote dsovelle, h l. er !>, ES sind derer, nur zwep.) — ^.oS. Guicciarbini (h'tuieL eil recreo^ioNL, Ven. i;6o. >58». 16. Fez. von Bcilcsorest, Lyon 1578. 16. Von Pompe,609. iü.) — Los Guioicci (-eoeir- iure e eiiiavencure ci'omore, Uiv. in iei nuveiiecre, Ven. 1720. 12.) — —- Erzählungen in Pros«, in spanischer Spruche: Al. Ger. d>e Sa'asÄar» dadillo (Lsts stel piscor kvnoli», I^luel. I ü 20. 8 ) — Frc. So »züeievess ()uzueres eie lu i>i.ne2 7 rrsveiluia^ ele et InAeiuu . . . Lzrc. röz;. 8. i»vv. 1641. 8.) Fr). Sanche) Ajsensio (idiveriim. üel vcie . . .vtucl. 1728. 8.) — " Erzählungen in Prosa, in sra»5ostscher Sprache: he iivre chei Lvuuuillcs tsir ii l'kvnneur er exuutlemenc eies Da.nez (L-^on >49Z.) 4.) — Franc. le paulchre (he pöstü remps, h-r. 1652. 1697. 8.) Fr. Marmoncei (Seine nuuv. Lenrez uroranx sind biej-c 1792 8- 2TH. zusammen gedruckt und in das Englische >792. >p. - TP. übers, worden.) — Mcrciec (lstetiiilis nrnrstes 1792. g. zBde.) — Lhev Florian (8ix neuv. tdlou- veiie'5 1792. 8. Deutsch von K. Müchler, Beel. 1792. 8.) Erzählungen in Prosa, in englischer Sprache: ^.ncia Peacor (VN- ramUtss od 1786. z.) — Misir. Oerrel (Dalez ob imuAiusrinn 1790, 12. 2 Bde.) —- Ann« Mar. Porler (^i-elesz 17sle5 179z. 8-) — XV.Franklin (Vke lovcz ok Lamsrupa suel Ornsisco, au auc. tustian I'aie :79z, z.) --- —- Erzählungen in Prose, in Seuescher Sprache: Aug. cha Fontaine (Die Gewalt der Liebe, in Eczcihi. Beel. >791. u. f. 8. q Bde. Moral. Erzcihl. Bert 1794.8.) — R. Müller (.Erzchl. nach MustluS, Bresl. 1791. g.) — R. Stille ^.Erzähl. Riga 1792. 8.) — Komische Eezsthl. aus dem mcnschl Leben . . . Kopcnh. 179-. 8. — Gcmsthldc nach der Natur, Bresl. >79-. 8. — C> s!.. V. (.Erzähl, lür Liebende, Wien 1792. 8.)— Erzstyl. aus der Urwelt, Wiltenb. >79-. 8. — Komische Eezclhl. im Geschmack des La Fontaine, Halle 1792.8. — Romantische Geschichten der Vorzeit, Leipz. 179z. 8. z Bde. Auswahl romantischer Gemsthlde, Zittau 179z. 8. — Prinzessinn Sicta, Leipz. 179z. 8. — u. v. a. m. Label. (Äcsopische.) Davon handeln noch: Gebhard (im deutschen Mus. v. I. 1784. Mon. Dec. S-55Z- von dem Ursprünge derselben.) — Jakob (In der Berliner MvnatSschr. v. I. 1735. Mon. Aprill. S. zoo) — Nachahnmngen unv Sammlungen orientalischer Fabeln: /(.. L.angleL ('Luures, tal>lez er Leureuces cir. cie UiLeeeuz /^ueeurz 1789. 8. illshlea er tsourcs iueiion- nes nouv. reael. avec uu eiilc. tl>r les hhuckuus, l^ar. 1790. 12.) — phabrrrs (S. iL->. a.) ist noch in das Fcanzbslschc von Bourgeois 1757.12. überseht; und Franc. Nau hat ihn in Vaudeviile gebracht; aber Maupas und l'ülle« manr sind nur eine Person. In deutscher Sprache hat I. F. SchUmerbeck Fabeln nach Phstdrus . . Stuttg. 1790. 8. herausgegeben. — Fabeln in italienischer Sprache: G. Berrola (Seine Fabeln erschienen zuerst schon Baffan» Ddd 2 i?8;. 788 Zu säße >78;. 8.) — A. de'Tonti L.ovoli (kVpolnZhi lmmac-!nsri , IZiiss. l/87- 4 ) — Unzen. tivole cenr» aei ui» Folio ltustiuis zuvenru, Vcn. 1789. > 2. —> Jos^ tV>ater»l (hsvule e Novelle, l^illuzs >789. 3.) — ?. Sit), ide Xosjl (bsvole, li"0i. 1788 1790. 8.) — R. Lelice (Psvolc esvpiclie, k. >790. z.) Von den fabeln des La Fontaine hat S. H. Eatri, Beel. 1791 - >794- 8. 4 Tk cmr deutühr ticbers. in Verscn gclirsert. — Saouln in französischer Stracke haben noch geschrieben: ?> P. Valette (ltec. Fe t'shl. cboili 1746. -4 ) — De !a Tour Dninouvills (hsbl. nivralilees en Ou»crs>n° >7; 12.) Rnh. Marrelli (bKbl. nunv. ,736. 12.) — Thcv. Sloriau (b^blc, . . . >79». I- ) — S. 190. s. Di- daselbst angezeigte erste Samm- luna französischer Kabeln von Bonlanger fällt wrz, weil sie mir der folgenden eine und dieselbe ist. — — Fabeln in e»zlis»i?er Sprache: Chr. Smart ('s >77'- ?!>r,h>cs in komiii-1-veeies 1763. II. verni. in s. Locms 1791. 8- 2 Bde. welche an Originalität und Witz vielleicht die Fabeln von Gav übertreffen.) — Sur. Trimmer (b'abulous hilivr. >788- 8. Deucsw, Zittau 1788. 8- Es >ind Nicht so wohl ergentliche Fabeln, als Sceucn aus dem häuslichen bebest einer Brut von Roihkelchrn, in welchrn diese, und andrer Thiere redend riugrsührr werden.) — langen. (Tales snF tühles . . . >788. 4.) — Sammlungen: >zn- rbologis, v> z Loll. vt toblcs, öäenr2. >786.8. Deutsch, cbeub. 1786.3.) — Lizhe^ nine fngiriva tobles in verle 1792. 8. (Aus altern Zeitschriften gezogen.) Fabeln in oeutscher Sprache: Der Rcinrcke Fuchs ist von F. W. v. Goethe in 12 Gesängen, Beel. >794. .8. bearbeitet worden. — Camillus a I'ri 'elencarion«- (Fabeln und Schausp. Rastabt ... 8.) — -Heinr. Gorrfr. v. Brcrschneioer (Fabeln, Romauzcn und Sinngedichte 1781- 8.) — Thrstn. 2l lg. BurchacOi (versuche in Fabeln . . . Kopenh. 17z,. 8.) — N Go- ring (Gei'stcSuntei Haltung . . in ganz neuen Fabeln uud Erzähl. Fest. >786. L.) S. SeklorcerbecL (Fabeln und Lieber, Schwab. Gemünd i?«ü. 8.) — I. Sero. Schletz (Fabeln und Sinnged. Marktbreit. 1787. 8- Fest. 17S-. 8.) Unzen. Politische Jabel» . . . 1791. 8. —> Fabeln, Geb. Erzähl, und Lieder, Prag >791. 8- — A, G. Meissner (Acsop. Fabeln für die Jugend, nach verschiedenen Dichtern bearbeitet, Prag >791. 1794. 8.) — Unzen. Fabeln, Erz. und Jdvllrn . . . für Kinder, Bert- >792. 8 — M. (Neue Fabeln zum Gebrauch der Jugend, mir tat Uebcrs. Brest. 1792. 8.) — Ungen. Fabeln . . . für junge Leute, Nürnb. 1792. 8. — Sittenlehre in Fabeln und Erzähl. für die Jugend . . . Wintcrthur 1794. — Bachof von Echt (Fabeln, als Manuscript für Freunde.)— Sammlungen: Auserlesene Fabeln von Geliert, Gleim und Hagedorn, Verl. 1786. 8. — T. T. LrllroSt (Neue Fabellrsc für die Jugend, Hof 1794 8. Sarben. Die KeliM des Tholesius (S. ->-.) ffudet sich allerdings in Gronovs Thesaurus, und handelt, in iz Kap. von zwölf Farben, aber blos für Philologen, dir, wir der Verf. sagt, Isrini ieilnonis clegsnrism fstustiose inquirunr. — Nie Schrift des Rov. Boyle erschien ursprünglich init dem Titel: bx>>eriinenrs conccrninß colours >^64, 3. — Uebrigens Handel» noch davon: Srisch (lieber die Harmonische Farbentoulriter, und die Wirfung uud Verhalt». der Farben im Cclorit, im 8ten St. der Monatsschr. der Brrl. Acad, der Künste, v. I. 1788. —»TS A. -Hochheiiner (Ehemische Farbenlehre, ober.ausführliche Unterr. von Bereitung der Farben zu allen Arten der Mahlert!), Lripz. 1792. 8.) — Handb. sür Mahler, Jiluminicer, u. s. w. worin man den Gebrauch der Farben sehr leicht lernen kann, Lctpz. 1792. 8- Die Kunst, zwölf Sorten Farben« tusche mit ihre» Schmiemige» und Mischungen für die Mahtcrcy und Zeichcnkunst selbst und Berichtigungen. 789 selbst zu verfertigen, Ulm 179z. g. — Wiener Zarbencabinct, oder »Mündiacs Musterbuch aller Natur» Grund - und Zusammensekungsfaeben . . . mit 500a nach der N«tuk vbacbildeten Farben und der Bestimmung des Nahmens einer je« den Farbe . . . Wien >79.. 4. Zu den S>l'Men von dem Farbencla» vier (S. 212.) R. v. i^ckartshausen (Augenmuslk oder Harmonie der Zarben, Münch. 17g-». jj,) —> Airniß. (t)n stspsnninA anä VarnibkinA . . . 1688 s. mit K ) I. ?- >5. Bücking (Gründliche Abhandlung von Lackicrflrnissen, Stend. '78s. 8 ) — Feeuco. Davon handeln noch: G. N. Arinenini (In f. Veei ?reeerr!, l.ib>. II. c. 7. S.64 u. f. Ausg. v. 1K78.) — Ein Aufs, im Itcn Th. des 2tcn Bds. voll G. Huths Magaz. der bürgerl. Baukunst, Weim. 1792. 8. — (Valerie. Zu den Beschreibungen und Abbildungen von Gemühlde-Sammlungen kommen noch: Oolcri?. üo's-rineipsli (^nslili chol ?2l. Ii. eli tviastnst, von R> Mcngs, Spanisch, im Sten Bde. S l«8vonPonzVi2Ze sti LssigiiZ: Jtal. in s. s)z>or« Bd. 1. S. 6z. Deutsch, Wien 1778. 8. Engl, beo DillonS dkerckes ok rdo »rr ot tt»inrinj- 1781. iz. — Dav. Klökee von Ehecnstrahl vornehmste Schilde« reyen, welche in den Pallüsten des Königes von Schweden zu sehe» sind, Stockh. 1694. s. — Beschreibung der Gemühlde, welche sich in der Bildcrgallerie . . . im K. Schlosse zu Berlin befinden, von I G Puhlmann , Berlin 1790. 8. Deez, der Gemühlde in der Herzoglich Mrklenburg -Schwcrinichrn Gallcrie Zll Schwerin, von I. G. Groth, Schwerin >79». 8. Von Privarsamm» silngen: Li.iliinocc<> k'irmiznu, 0 i!a Larai. (solle pitture (.h'erznv presto il «ictuncu L. Lad» lii hirmign in Vhlzno, d-lil. 1782. 4-— he (.'zbiner 6n Ouc istc Lkuiltml . . . i^ar. >711. f. — l'-bl. clu cWiner clc dür. poullsin r?8i. 4. — Beschreibung der Gemühlde-Gallceic des Ferch- v. Brabcck zu Hil« desHeim . . . »on F. W. B. v- Ramdohr, Hau. >792. 8. vcrgl. mit cincm Schreiben an H. Volpato in Rom . . tcipz. >789- 8. -- Gnrtenhuns?. Uiiceilanies c»> sncienc onst inoclern (llseüeninA sncl rlre Lccnery ot diizruro 1785. 8- — he )srüin snßloi» p. keu tele le roueneue, herausg. v. Pujos ,788. >Z. 2 Bde. — Ideal eines deutschen GorienS, im zren St. des Wirtrnbergischen Repcet. S Z94. — Einzcle Gedanken über dcn Gar« tcnbau im itcn St. der Neuen Lirterat. und Völkerkunde, ». I. 1789.— R.'H. ^es'Senreic!) (lieber das höchste Schone der Gartenkunst, bey s tlebces. von dem seanz. Gedichte des Marnesia, von der lündl. Natur, keipz. >792. 8.)— Lres'b. von Rnckcniiz (Gcd. über die regclmüßigcn franzvfischcn und so genannte» englischen Garten, in der Beel. Monatssche. v. I. >79;. Mon. Jannae.9 — '— Won der Geschickte der Gartenkunst: hss-y on rke eise -nü ^ogi-esz ok Larcienin^ in Ircianst, von I. E. Walker, im gten Bde. der I'ranzsbb. ok rtie Irit tt 1792. 4. — Beschreibung und IbbilOung von Gürten: ^-»S. Pistors Beschreibung deutscher Gürten, Fest- >7?4 4- un't K. OemählSc ( redende?(uns?e.) Beschreibende Gedichte haben noch geliefert: Itngen. (hez ttromensliez elc l^ucomne und I'eruprinn cle Ihrna, beo Lal- rkon er (Ness-moe 1791. 8-) — ? C. I- CertM (he- staxiins stc Lc^s 1792. 8. N7. Sorhelc/ (Seine Poems 1790 4 enthalten eineBcichr. von Wales.) — Rod. Alves (kiüinburß, in trvo Parts, -nä tsse vcepinK Larel in (ixrecn Lanto« >790. 8.) »-»- UnsscilKNNte: kvem on a vs üiicvver)' 1792.4.— lktto morninZ (Volk >7?2. 4- — Ltonolicnge 1792. 4. hvcms rvlierein iz arremz>rcst ro clelcrilze cerrsin Viervs ob Istarvre snel ot ruttic nasnnerz 1791. — l'be 8ouck Dorvnci I79Z-8 Ddd Z Gene» 79» Zusätze Gencralbaß. ?oh. Clicssn. Bert. Rossel (Untere. ,'m Generalbaß . k . Leipz. >7S°. 8.) B G. Türe (Kurze Anweisung zum Generalbaß, Halle 1791. 8. Li> Necension dieser Schcisr in dcrAllg, t. Bibl. Bd. i oz. veranlagte eine „Beleuchtung taciec A.censioii, Halle 179-. 8.) — Genie. Davon handeln noch: I, <5. Avclunz (Im iten Kap. des ztc» Thls. s. Weckes vom Scale, Bd. 2. S .Z59.) — Ungcn. (Vom Genie, ein Aufs. im qtcn St. oer Phckvs. und kitteror. Mvnatsschr. 1787.) — Beweis, daß das Genie in der RUüung der Aufmerksamkeit bestehe, im Jul. des deutschen Magaz. von Eggers, v. I. >792. — Geschmack. Giovb. Corniani (Ikiaceri stclio 8pirirc>, 0 tis An-lil! Ue principi ckcl j-alko e eleils koloesle, Uoss. 1790. 8. Für Frauenzimmer.) — R. N>. Aobel (lieber das Studium des Geschmacks, eine Vorl. de» s. Schrift, von der Gemeinnützigkeit der Wissensch. Fest. 177z. 8.) — R. P. M. Sncll (lieber frühe Bildung des Geschmacks . . . Gießen >78-. 8. — I. S ASelunz (Im ztcn Kap. des zten TH. s. W. lieber den deutschen Stvl, Bd. 2. S. z ?5.) lieber die (öej'chicdte des Geschmacks: Pshchol. Unters, über dle Ursachen des Geschmacks UnserS Zeitalters an den Geschichten der Vorwelt, im -tcn Bde. des Allgem. Repcrlor. für emphrische Pshchol. von I. L. Maucharl, Nürnb. 779-. 8- —- Geschnittene Steine. Joh. V. Bell (Einige Geb. über die Kunst des Stein» schncidcns, im izten St. des Meuwlschcn Museunis, vcrgl. mit dem aalen Hefte f. Miseell.) — A. F. v. Veltheim (Etwas über Mcmnons Bilds. Neros Smaragd, Toreutik, und die Kunst der Alten, in Glas und Steine zu schneiden . . . Heimst. 1794. 8-)— S. Z96. Zu den Beschreibungen und Abbildungen dcö chcmahligen Stvschischcn CabinetS: Eiif eiuzcle Bl. von I. A. Schwei» kardt, gest. in den I. 174z - 1756. k': lleicripc. eiez picrres gr. . . . eivss. ckKpies 1er cmpecinrez er gr. p. I. A. ScUweilcsrr, Nürnb. 177;. 4. Abbild. Acgypt. Gr. und Römischer Gottheiten mit Erklstr. Nürnb. 1792-1794. deutsch und seanz. t. und 4. bis jetzt 2 Thcile. — Zu den neuer» Steinschneidern gehören noch : Sirlcti— Vinc. Santarclli—Ant. Pazzagii— Fabbri— Per. Hess (ch >78-) Chrstph. Labhart — G. V. Tcttelbach — Joh. Fdr. Müller — Puh- len — Jenffcoy — W. G. Varnrtt— Bcnfiiet— C.Brown — W.Brown — R. A. Burch — Lean — W. Fräser — I. Frcwin — W. Lane Law — Marchant — Zh. Pownall — W. Pownall — Whitlev — Wickstand — Wray — Glasmahsere^. lkValt. Gcdöe (ck'kic manner Iiurv cu snneiie or painr in Ql-sse, 16 .6. 4.) — »Hcttwicctlicr ve Blancourr (l)e I'srr Us la Vecrecie 169°. 1697. IZ.) — G. Ä. Hochgesang (Von Verfertigung dcS Glases, Gotha >780. 8. mit K.) — Groteske. Fr;. Chr. v. Scheid (Schreiben über die so genannten grotesken Mahkrcyen, im -te» Bd. des Körcmvn, S. 4Ü0.) — SÄ,. Stieglitz (Urbec den Gebrauch der Grotesken und Arabesken , im goten Bde. S. z. der N. Bibl. der sch. Wissensch. Einzeln, Leipz. 1790. 8.) -— I, D- Fiorillo (lieber Groteske . . . Gött. 1791. L.) — lieber Arabesken und Grotesken, im iten Th. des olen BdS, von C. Huths Magaz. der Baukunst, Wie» 1792.8. — S Flogel, (Geschichte des Groteske-Ccmischen, Leipz. ,788. 8-) Zu den Künstlern, welche Groteske! verfertigt haben: Giovb. Lerubaiia (hat deren in Stahl geschnitten.) — An h gehören die sonderbaren Zusammensetzungen des Prinzen von Patagonien, wovon Bchösne, Bvrch, Hovel (ins. Voz'ggc gicrc-r. Bd. 1. S. 41.) Nachrichten geben, hichcr. Hclven- und Berichtigungen. 79- Heldengedicht. Davon handeln noch: ^ened. öell'Nvg (Bey s. kime . . . tir. 15«». jj. stndr't sich ein i),lc. lleüz i^vesia Lpicz ) — M. Tindal (VtUccii. remurlcs un cpic p^err^, gegen die Theorie des Aristotele-, in s. guveniic rixcuii. <791. 12) — Belvham (Ein Aufs, im otrn Bde. f. lllss. ptilloi. Nlkur iiNil iirrcr. 1791. 8, — — Hero und Leander ist noch in das Italieiriiche, von Salier! . . . und von Giros Ponipei, im stcn Bde. s. Opera, Vor, >790 8. — Tryphiodornn, von Bandini, Flor. 176;. und ebrewers. u, das Englische »och von Tb. Äiorthmore, Lond. >792. 8> — Bon oiant> Raub der Pees rpina zwey Bücher von Rieb. Polwhric in den l'Ovi», Hz ^enrdemen»t OevoniKi^c .'792 8- und das ganze Gedicht ins Deutsche von C. H. Schübe, Hamb, 1784. 8. metrisch überlebt. — — Epische Gedichte in englischer Sprache: Ungen. (1'ke tan« ok kriroin . . . 1786. 4, in erey Ges. lehr mütcimäßig.) — l'he (lonil^Acoriori 1786.8. — I. ^ioberrs(Tbe ljeiuße 1789. 4,) — Jol). Srvai» (llcUcmpcic 'n IN V.Loulci 1789. 4'.-^ M. GnloianL (t Ne ot ?enrecost . . in Xlä Nnvicz 1789. 8,) — ddn- gen. (l'iiL eloach okLain 1790. 12. In der Gcßnerschen Manier; aber dem Tode Abels so wenig ähnlich, als Cain selbst dem Abel.) —> Ä>ch. Cuinberland (Oelvar^ or rhe clasrh of Lbriü in eigbr kuvtcü 1792. 4.) — Mlstr. ^öuninng (Vir^inius »nel Virginia in s!x Uaolcz 1792. 4,) — All den alten Serirschen epische» Gedichten: Nanaloss und Valentin (Niederdeutsch und aus dem i4tcn Jahrh. abgcdr. in Nie, Staphor,» Hamb. Kiredengesch. und wahrscheinlich nach der franz. bkiis. cles Ucrix i>2Nle5 er vsillons Lkcvaliers, Valentin, er Vrivn, gedr. Lyon 1591. 8. S übrigens deutsches Mus. v. I. 1784. Mon. Jui. und Bragur, Bd. 2. S.44> und 447.) — Hann Folo; (Ein teutsch poc- tisch Mori von wannen das H. romisch reiche seinen vesprung ... Hab Nüenb. 1480. 4. S. Panz. Annalen S. 114.) — Ungen. von Heilbrnn (Eine gereimte Vcschrclbmig des Bauernkrieges in Franken umS I.1500 im 4tcn Bdc, S. 6Zi von Scnkcnbcrgs SeleJ. gur. er ktill.) — llngen. (Geneal. und kurze Ehronita der Landgr. so Thüringen und Hessen bey einander gehabt, im ztcn Bde. S, 241. von Kuchcnkeckers /snnal. biastiac,) — Shurfsr. Ludrv. der gtc v. 0. Pfalz (Gcneal. des Bayer, und Pfälzischen HauseS, im itcn Bd. S,z? von Fischers Script, Oerm.) — Ungen. (Bcschr. des Ursprunges der Stadt Bibcrach, in S. W. Detters Histor. Vibl. Th. 2. S.-82.) '— Fürst Ludc- rvig v. Anhalt (Reiscbcschreibung, in Becmanns Tcccass. sä t4irt, Anbalr. S. 1Ü5.) Zu den neucrn deutschen epischen Dichtern: I. C. Lavaler (Pontiuö Pilatus 1782. z. Jesus McsiaS, oder die Evangelien und Apostelgesch. in Ges. Zur. 178Z-1786. 8. 4. Bde. Joseph von Arimathia, in 7 Ges. Hamb. t794- 8.) — F. Lr. Mich. Ziathkeff ( Scrklaidc, eine von der Belagerung von Magdeburg ausgehende und mit der Schlacht bey Breitcnbach sich endigende Handlung, Lemgo 1788. 8-) — Der Unsen. S. ;68 heißt: Fdr. Aug. Müller, und hat außer den dort angeführten noch ein ähnliches, interessantes Gedicht, Adelbert der Wilde, in 1- Grs. Lcipz. 179z. 8. geliefert. — Heroide. Die Herolden des Ovidius find noch von Girol. Pompci, Bassano>785. 8- in das Italienische überseht worden. Hceoiden haben noch geschrieben, in englischer Sprache: Icrningham (Abel^rll rc, Llviia 1792. 4.)— Lad/ 2öurrel (In ihren ?»ems 179,. 8. 2 Bde.) In deutscher Sprache: L. T. Rosegarten (In s. Ged. Leipz. 1788, 8, 2 Bdc. führen mehrere den Titel von Herolden ) — R. v. Lackncr (Ritter Baycnne an Emma, in der N. Thalia, Th. 1. S. 4>Z.) »— Ddd 4 Hcxa- 79» Zusätze Hexameter. lieber den deutschen Hexameter, nach der Prosodle, und dem Genie untrer spräche, in den Fragm. über die Neuere deutsche Litteratur, >te Samml. Iiig. >767. x. S. 10L. — — In italienischer Sprache hat L. B. Albem (f >-,?-) bereits einen Versuch gemacht, die Vcesarten der Alten einzuführen. (S. EceS- cimbeni Istur. stelia veilg.er poefia , Bd. z S. 271.) -— iHirlcngeVickte. Sic Äbhandl. des Rapin (S. 585.) hat Th. Crcech 1684. 8. inS Englische, den llilcnuiic des Pope (G. ;K7-) Laechce >7;o. 8. in das Französische — den Thcotrir G. Pagnini, ums I. 176z. und Cef. Gacrani ,77;. 8. in das chir.Uiciiiselae — und F. L. Bindemann 179s. 8. in das deutsche metrisch übers. Au den lLrl.ntrerunzssckir. desselben gehören: Ein Auss. von C. A. ElodeuS lieber den Geist des Theosrits und der Idylle, im ;ren Th. s. Neuen Vermischten Schriften; lieber Thcokeits dichterische Fadaiscn, Arten und Piumpheilen, in den Ana, lekren für Politik, Philos. und Litterat. Lcipz. 17L7. 8- kB Z- Dommeursr. per- per. u, rfieocr. Lfiarires er ü^rac. sscr. Ttihr. lieber, Lei. 1790. 8. (ivcit- schweifig und nicht eben befriedigend.) — G. 59s. a. die deutsche uebers. von deS Mosspus Entführung der Europa, ist, durch ci» Versehen, dorr dem Bivn zuge» strichen, und dafür das Grabma! des Adonis weggelassen worden. —- —- Vir» gits Hirtengedichte sind noch in das Französische von einem llngeii. Par. 179z. 8. in Verec; in das AnAl-sehe, von Hamilton 17g-. 8. Bon einem Ungen. i?üz. 8. in das Deutsche von I. G. y. Mühlh. >79;. 8. übersetzt worden. -- H eien, gedichtc n itniimiissider Sprache haben noch geschrieben! Tav, Pindemonte (Süj-p-i» eii priest-c-mpestrc, k>sem. 1788. 8.) — In franzosischer: Ti- ros'cn (ieizstcs, »u mes gours 179s. L,) — In engilscher: W.Haw- fins(la,ems, ckiesty postvral, beulst. 1787. 8.) — Nsslstr. West (In ihren khsseeii. peiems 1791. 8.) — Draroc (Inden Poems i-7 Qenrlem. c>5 Oev»nlfiue sust Lornveoiiis 179». 8- aber burlesk.) — In deutsche«: Sprache: Thrsr. Dorothea Aillen (Jdolien und Lied. Drcsd. 178g 8.) — In GliiccrcnS Vstunenkranz, Zitt. >791-179z- 8. finden sich mehrere Hirtcngc» dielte. — holländische Schule. L. W B. v, Ramdohr (lieber die Kunst, das Schöne in den Gcma'hiden der Niedert. Schulen zu sehen, eine Adhandl. bey der Besehe, der Brabeckschen Gallcrie^ Hau. 179s. 8.) — ^onrer. Au den ihn überhaupt celstuterndcn Schriftstellern und Schriften: lieber die Aeit der Handlung der Jliade und der Odvssee, ursprüngl. in den üstcm. eis 9ssicvvnx, und daraus in den kstem. st'une Lucicte celcfire . . Poe. 1792. 8. z Bde. — linken Ohlervae. tue Ics poemes st'ssssumere er ste X'irg. piir. 1769. 12, — -H. Merlan (Das -tc s. ,viem. über den Einfluß der Wissensch, pus die Lichtkunst, in den ttstem. der Bcrl. Akademie handelt vom Homer; Oeutsch, in der Hebers, dees. Bd. 1. S. ;8 u, f.) — Fried. Ferd. Druck (l)e eioczucuc. Zstomeri, 8ruiA. 1779. 4. ss)e viiruridus virüsczue ssssomcr, cc V!r^, ex tec, ipssoe. iustolß /Zsitunsnstis, cbend. 17K0. 4. — (hl). Jehnickeit (l)c fiste hiomeri fiistur. v^ssorr. >i. Viral), 1786, 8 )— sk>. (ssh. henrick (Uestustiu fiumer. prol, ,Zlr. >787. 4.) — tö M. hcprinann (t)e ssrucku ex macueg sslem. leck, capienei», Oaur. 1788- 4.)— T. A. 2hottici?er ((stusln vjm .ist reliZ cuirue. fiafiueric sstum. leckio spust Lraecus, (stuli. 1789. 4.) — Will. Tindai (lieber das Pathos des Homer, in s. stnveuile stxcurfious 1791, 12.) — Albin A. Mlilln (Uiueraloj-is fiomcri^ue, vu eissei iur ies rninc- raux stunc ei est toic ipeurnin cisns Ies pvemes ctkstumere, psr. 1790. 8, Deutsch »VN F, T, Rink, Königsb. 179z, 8.) — vp. Taster (l.errers (s) üiu. klrar. ike snarusn. sust inesticln. ssnvevieei^e pl tstomer, Hey s, Leleck »elez und Berichtigungen. 7VZ 179z. 4.) — — Von der Theologie des Homer: Grodvek (lieber das bos kal der Unterwelt, de» Homer, im 8ten St. der Bibl. ders alten bitkerat. und Kunst.) — — lieber die Wag: Ucbcr das bagcr der Griechen vor Troja, im ;ten St. der Militär. Monatsschr. v. I. 1786. — At. D. Ilgen (>lettnr« kciicitk keniz exemplo bloozer. non mogis ^cleIzre guom proclesse. l ,i ^,s. 1789. 4.) — Kechevalier (Ockcripr. ot rde piain okTro^ . . . 1792. 4. Deutsch mit Änm. und Zus. von C. G. Heyne, Lcipz. 1792. 8.) — Avw. Aed» . rieh Oilkerrar. <>n » pslkage in rkie kixrb II. im qteN Bde. der Vran5»kd. vkrizelrikl, Acacicm^.) — Lr. Jacobs (Verbot Priamus de» Troianern zu weinen? aä Ii. kl. V. 424 u. f. im 8ten Et. S. Z4. der Bibl. der alten bitterat. und Kunst.) — Hora>. Clor. Kange (Oe klorarii piölur», progr. III. Lar. 1768- >770. k.) —' I. Anger (Odieevar. in Unrsr. Poem. Lrexl. 178;. 4. (lieber die Gat. und Briete) Mit Zus. über einige Oden, cbend. 178s. 4. zwey St.) —- Chrfsn. -H. Sehniid (Apologie des Hora; gegen einige neuere Schriftsteller, im >te» St. der bittrem, und Völkerkunde für das I. >78?. —> I. H. IDithof (Krit. Ainneek. über Hvraz, Süsseld. 179«. 8- Dre» St.) — L Sägers (Ucbce den vortischen CdarMter des H. die neunte Abhandl. s. lZikguifie. merüplzz'tic. anr! iirterar^ >79Z. 8.) — -Hymnen. Kaiümachus ist, in das Anglische von H. W. Tytlcr 179z. 4. in baS Deutsche von C. W. Aylwardt, Verl. >794. 8- übers. — Hymnen haben noch geschrieben in französischer Sprache: Ka-Harpe (klymne ö !»iiizerre 1792. 4.) — In deutscher Sprache: T. Ädoscgarten (Im iten Bd. f. Geb. beipz. >788- 8. finden sied mehrere Hymnen.) — Aul. Schneider (Ein Hymnus aufPublicität, in s. Gedichten, Fest. 1790. z. ) Sie itai. liebcrs. der Psalmen von Xav. Matter ist bereits, 1780. 8. zu Neapel erschienen. — Ilias. Ist in das Spanische, nicht von Gens. Peres, sondern von I. Garcio Mal», Mab. 1788. 8. zVde. und die vier ersten Grs. von Th. de Unarte, im ztrn Bde. der Samml. s. Werke, Mad. >787. 8- 6 Bde. und — noch in daS Deutsche, von I. H. Boß, Altona 179z. 8. 2 Bde. übersetzt. Instrumentalmusik. lieber Jnstrumentalnuesik, ein Aufs, im 48tcn Bde. S. I u. f. der Neuen Bibl. der sch. Wissenschaften. — Anweisungen dazu: I -Herbst (lieber die Harfe, nebst einer Anweisung, sie zu spielen, beipz. 179-. 8.) --- Tutor kor rtic Quiror. — Tutor kor che Haurboiz. — Turm- kor che Ol,- rinet. Turor kor rtie Qerman tlure. — I. Sunn (TNe arr ok^Iaz-ing che Liermsn (Iure on nerv principlez . . . 179Z. t.) — I. S- Tromlitz (Ausführlicher lind gründlicher Unterricht die Flöte zu spielen, beipz. 179,. 4. in is Kap.) — I. F. -C. Aürzingcr (Bcy s. getreuen Untere, zum Singen . . . Augsb. 176z. q. findet sich auch, S. sz u. f. ein Untere, die Violin zu spielen.) — I. Ah. Hiller (Anweisung zum Vivlinspiclen für Schule», und zum Selbstuntcr» richt, beipz. 179z. 4.)» — Tutor kor che Violin. --- Tutor kor rk.e Violincello. — I. Eunn (Tbe ort snc! proölice ok iinßering che Violoncello . , 179s ^-) '— -Hookcs (InllruS.chor che klsrgiicurl! 4.) — singen. (Vers, eines Unterrichts zum Clavierspiclcn, bcipz. >78;. 8.) —- Wh. Rohlcder (Er» lcichterung des Ciavierspielens, vermöge einer neuen Einrichtung der Csaviatur« und eines neuen Notcnsystems, Königsb. 179z. 4.) " Das Werk des Bedas S. 689. b.) b srr clu ksöleur 6es Orgues hat I. C. Vollbcding, deuisch, in eil ncm Auszuge, Bcrl. 179z. 8. herausgegeben. Job. Gobelins, oder Pel« schlage! (Kurzgefaßte Geschichte der pneumatischen Kirchenorgcln, luv s. Beschreib, der in der Pfarrkirche des PrämonstratenserstistS befind!. Orgel, Prag iM. 8,) Ddd 5 m-ß 794 Zusätze Ailst Ford (knstru^tiou kor on rkie museal glallez . . I . 1762. 8.) — Interessant I. 2l. I Serutti (lNnrerec ä'uu ouvrsze» Uilc. I/6z. 1:.)—. Rirttienmusik. Beyirage zur Geschichte derselben finden sich in Franc. Pagi Vre- VIS,. tuitoe. clirvnoj. ceiric. illuitrivr. l'onristc. Asltr res. compls rirs risctsncu,, birseA, !7°>z. 4.) — Von Kirchenmusiken, im S. Museum, v. I. >780. Mon. Oetover S. zö8. An den Vers, des Auss. »on Kirchenmusiken, evend. v. I. 1781. Mon. Octoser S- Z5>. — — Fun und rvioer die Kirchenmusik: Jos'. .Brosbbanlk (Vtis cveli. kuneei orgsn, or s clitsailion on ckis czusltion cvkertter or no inürumenral snci »c^anics! däustü bs lacvtui in U0I7 puttiist. All'cmblisz 1660. 4.) —' Ben. Beron. Fe)ttoo 7 llZontenezro (Osclsmscivn conrrz la in- rroäuccion eis la tviulics prolsns en Los cempins, im iten Bde. s. Vsarro criric 1726. 4. wogegen D. Enst. Eeevclion einen Oialoz» Usrmonico SN äs- Lsnls cis dkuliejus Ue Ins Vsmplos 1726. 4. drucken ließ.) —- —> Uebeb das Singen der Eporschnier und der Currcnde, mik Gründen für und midcr, im zten Bde. der Äagoeburgischc» gemeinnützigen Blätter >79». 8. — l^lanA. 7k. Suremain Mlsser^ ( I'kcoris scouitico-muiicale, on eis la cloJcins rree zux peincipez che leur cvmbmsiton, 179z. 8-) — Von Ales^'. Äarca Inrroch. sch uns nuovs Bsoeis chi lvluüca (S. E. 40. U.) ist die ücorrsetzuug in dein »tenBde. derangcf. SsgZi, ?zch. 17L9. 4. er, schienen, worin er mit keinen, s. Vorgänger, weder mitGaiilci, DrScartcS, Eulcc noch Ramcau zufrieden ist.) Aun/re. (schone) Von dem Nutzen und Uinflust derselben handeln noch: V. C. ^>0ler (.Oillsrrsr. 40,8 siribus eleAanrior. morse cieUesnr chischuir. (Üp5. 1789.4. DreySt)— R-H.-He^venrcicto (Warum urthcilen die Neuer» so ziveydcurig über die Nützlichkeit der schönen Künste für den Slaar und die Mensch» Heu, im tten Boe. S- zla. der Amalchea,) — R. K.. H. Reinholi) s iirbee den Einflug des Geschmacks auf die Cultur der Wissensch. und der Sitten, im zten Bde. dco T. Merkurs v. I. 1788.) — R. Mornz (lieber den Einfluß des Studiums der schönen Künste auf Manusacture» und Gewerbe, im Januar 179z der deutschen Monatsschrift, tti, z,) — Rupfersrecker. Nachrichten von ihnen siebt »och G. Tiraboscl?! (dkoci?.ie . Ouca chi jelo» chemo 1786. 4 ) — Aacbevlitto. P. Eon; (lieber das Lächerliche, in dem zten Bde. des allgcm. Repe, toriams für empittschcPwcho!. von I. D. Mauchart, Nürnb. 179z. 8.) " Psochol. uno phi)!!vi. Unrersuchnng über das Lachen . . . nebst einer Ashandl. in welcher Kants Erklär, dco rachens erläutcrt uno Plattlers Theorie dcS Lächerlichen geprüft ivlrd, Wolfens. >794. 8- (.die Untersuchung selbst ist aus dem Fcanjösuchen übersetzt, aber das Original ist mir nicht bekannt.) — ^.ittidlckafr. AOitt. cöilsoin (Ou sIeercnii>Z l-snchscajze, ln s. l'Utee Lilsir i7>,2 8.) — Lebrgeoickr, Davon handeln noch, in iralienisckier Sprache: Giamd. Ro» beeil (In einem Aufs, über den Gebrauch der Narurgcsch. in der Ptzilos. in gren Pc. Vj.sic, viiss. 1789. ». worin er dem didacrischen Dichter Regeln giedt, wie er seinen Gegenstano zu behandeln hat.) — — Zu den erlaurernoen Sa.eutstcüei-n des Hciiooug gehören noch: F. Sclilictttegroll (lieber den Schild des Hercules »ach dem Pesiod. . . > Gotha >788. 8.) — XVackler (lieber und Berichtigung«^ 795 (Nrbec HesivduS Vorstellungen von den Göttern der Welt, den Menschen und den menschlichen Pflichten, Rinteln 1789. z.) — Virgils Gcst'gika sind noch in das Deutsche, von I. A. H. Mühlh. >7-,;. z. und OvidS Kunst zu lieben von I. G. C. Schlüter, Lcipz. ,79z. z. überseht. — M. ManiliuS ist von Pingre, mit einer franz. licbcrs. Par. ,736. 8. - Bde. herausgegeben. > Lateinische Lehrgc, dichte haben, von Neuern, noch geschrieben: B. Oe la Troix (Oonnul>!o üo- rum, ?sr. 17ZO. 8. honst. 1791. z. jedoch »lehr Beschreibung als Lehrgedichte.) — Ant. Janoni (DeLolinis Lervicnlstzuz, hib>. Iii. Oes. >786.8.) — EooOs Toopinann (Vzri5, s. stc Voeioliz, hugst. L. 1787. 8.) -- Jos. Dcsdillons (slrs hene volensti, Heistclb. 1788. 8.) — El). N. ^cerlicns (/Ives tristcoe, Nor. 1787. 8- De vslerustine hirceror. Hill. III. Lrun. 1792. 4.) — "»zier. Oe Bosci) (De oeguoliror. Hominum, >79Z. 4») — — In italienischer Sprache: Lomenelli (I'oclic tiloLos. . . hucco 1786. 8.) — Ungen. (II hensotore . . chssp- 1787. 8.) —' üölpino, ein Arcadier (ho colruro stegli Orr! 1787. 8.)'— Tormierc (h» csccio steile ollostole cot porsbs^o, Vic. 1787. 8-)^- G. Martina (ho kircuro »st Oliv, ss'ur. 1/87- 8>) — T>. G. 25. (h inlelicird . . . hiv. 1788. 8.) —' Ladrucci (he sterri, 0 iiono xt'ingonni e Irosti sti olcuni srrizisni e ie pene int'ernoii oci elii stovuri, Vor. 1788. 4) — Ungen. Delle stivine Oper» . . . hör. t 789. 8. 2 Bde. — Tam. Brunovi (Ii kelcstico poero, »vv. I» Istesticino elpotl,, Los 1790. 8.)— Jos Tarletti (ho morre stel ti-liul» prostigo, II. 1789. 8.) — Tp. Muzani (he coccie, Host. 1789. 8') — Ungen. Ii rrsvoAlx, (ie'bocki lio iecs, hsv. 1789.4. - — In französischer Sprache: M. T-Rousseau (le! szstc- ciu commerce en XII. ck. I ?88- 3.) — Cognition Sc Chanssepicrre (he coste ste lo norure, ?. ste Lvnt'ucius. rrost. >78Z. 8.) — Thamderr (Oemerriuz NU l'estucsrion st'un prince 1790. 8. -Th.) — Ungen. ho liderre ciu cioirre 1789. 8. — ha liloerre, ou lo I'ronce re^eneree 1789. 8- »— Thabanon (s >792. Ktloi sur lo Trogest. I^r. in drei) Episteln, in s. Oeuvr. ?or. 1789. 8. eines der bebten neuer» Gedichte in dieser Art.) — Ungen. Oes gerues poiirigues >790.8.-»' Sacomloe (ho hucinioste, vu l'src ster sccoucchemens 179z. 8.) — —» Pope's Vers, über den Menschen (S. 199) ist noch in deutsche Verse von Fr. H. Bote, Berl. >79), g.. — Z?oungs Nachtgedanken, in das Italienische von koSchi, Ben. 1780. g. z Bde. und von einem llngcn. nach dem Französischen des Pcy, Rom 1739. 8. In das Französis. von Pe» (aber mehr Nachahmung, als Hebers. 1787. und von I. F. Hardouin, in Verse 179z. 12. 4 Bde. überseht. —> Armstrongs (S.-o>) ärr of prcserving heoirk, erschien bereits 1744. 4. 1Ac occonomy ot iove ums I. l?z8. — Neue Lehrgedichte in englischer Sprache: Ungen. lstoppioest 1790. 4. — Vhc priion 179s. 4. — I. v'Israeli (H Oetence ot poeriv . . 1790. 4.) — Mar. Locke (Virruo in retiremenr 1791 .4.) — Ungen. tiorionol reli-ion, or rbe tonst ot inen I79>. 8. Reime.) —> llngcn. (poinring in tour Lonroz >792. 8.) — I. Dalmer l.TI>e tote ot hmpiee 1792. 4.) — T. i^rall (Loperstilivii 1792.4.) — Tim. Touchstoiie ( heo snst Snßor, or rlie IKodvb» onci rirs Oreule 1792. 4. Zivcy Bücher.) — Ungen kllo)> VN ö.Ioa in n>5 nsrurol SN,I poi>r>col 8rore ok Ooveinmcnr 1790.4. — — In Deutscher Sprache: Daß Ruö. Me)'er (S. 206. l>.) nicht Verfasser der ihm dorr zugeschriebenen Reime ist, 'erhellt, meines Bedünkens, schon daraus, daß seine Kupfer dazu mit „neue» dazu dienenden moralischen Versen," Hamb. (Zürich) 1759. s. wieder avgedeiicht morden sind, liebcehaupt sind die letztern, die Kupier, mohi da» Haupt- 796 Zusätze Hauptwerk. — Das S. -io. b. cincm Ungenannten zugeschriebene Gedicht, das Glück der Liebe, Besch,u. 176s. 8. ist von N. 4). Gieseke (S. S. .08. ->.) — g!u den Lehrdichtern kommen noch: I. C. A. Aeuinelburz ( Der Mensch . . . iu ,5 Lcheged. Bas. 17z-. 8-) — ?gu. Cornava (Än Böhmens junge Bürger, in 4 Äe>. Prag >78z. z.) — Al. Blnmauer (Glaubensbekenntnis eines nach Wahr, heit Ringenden, Hcrrenh. 1786.8) —» per. h?eus (Der Werth der streunb- schaft. Slugsb 1787. s.) — R. S (Oer schöne Garten, Verl. >788 8.) G. D. iMaibel (Oer Glaube des Christen, Mannh. >790. 8.) —> C. s^fesfel kehren an Eglc . . . Tüb. 179s. g.) — A. Ticdze ( Oic Einsamkeit, eine Epistel, Lechz. (179-.) 8.) — Fr). 0. Rleist (Zamgri, oder die Philosophie der Liebe, Beel. ,79z. z.) — llngcn. (Die Kunst zu liebe» in drey Büchern, Berl. 1794. 8. Eines der feinsten Gedichte über diesen so mannichfaltig behandelten Gegenstand.) Episteln haben noch geschrieben, de» den Italienern: Ct. Vcknettl (hzistnl, (ozra Is villa cli Iu! üipinra üi Orzzio VI. sl /Ware Xav. IlLrrinelli, Id. 1790. 8 ) Bcy den Spaniern: G. de Monte. ma^or (f i;6>. S. ?^,r>. Vth. Bd. IX. S. zgo ) — Diego -^ucrado de Mendoza ('s i;7;. Ebcnd. Bd I V. S. l. Dd. VIII. S. 97.) — Est Man. de Villegas (>614. Vep der letzten Ausg. s. iZr„cic», KiW. 1774. 4. »Bde. und im Vsrn. Llh. Bd. IX. S. z und lo.) — ^.uis de Eeon (In s. 0l>rs5, chjW. 1761.4. und im Vsrn. Lstp. Bd. IV. G. 266.) .— Zbalch. Eiisio dl MediniUa (1617. Im >ten Bde. der neuen Ausg. des Lopez, und u» V,rn. Lch. Bd. IX. S. zxg) -- E>. ^.eorvarda Sa Arg.,sola (f lüzq,. In der letzten Ausg. von seinen und seines Bruders W. I^»cl 1788. 8- Z Bde. und im Varn. hst> Bd. i. S- 226 und zzz.) — Al. Esguerra (Im Vorn. Llp. Bd. i. S. zzo.) — Fr. Se Äorsa (f 1658. In s. Weeken, Vlscl. 16)9. /)mb. 1654. 166z. 4. und iin Vorn. Kip. Bd. VIII. S. -5. Bd. IX. S 2zo. 240.) -— Eiern. So Aedollcdo (1670. In s. Ocic-r, Amb. 1661. 4. und im Vorn, k.sp. Bd. IX. S. >r;.) — A. Vs Ulloa Pcrez'ra (>674. Im Vlp. Bd. VII. S. ZZ4.) In französischer Sprache: Morel (hpirre -te(u. timo tür los inconvenierir ein luxe 1788. 8-) — Tostanö (Tercres en vers . . . IVonci, ,789. z.) — Unzen. (In den kdee. ele gsiste er lianus (In den beyden ersten Kap. des 6ten Buches f. Inliirur. vrar.) — Melcl). IttNIUS (Animor. concilionstor. ec rnovenstor. rslia, b4,>nrelzolz. IZ96. 8.) »— Vaient. Thilo (?i >rs >l >jc>z!s »rgtor. s. üKcKuurn ngovencior. rzrio. Itstszst. rö6;. 12. MI, l666. 12 )— Ls. Mallet (Im zten Buch f. Vrine. puur la ieöture lies Grsrcurs, Bd. 2. S. s »4.) — ^ome (In dem isten und >7ten Kap der Llemenrs of Lriricirrn, iind zwar «t rlre exrernol tigns ok cinociovs »nä paiüonz, und ot rhe I^nxasze c>L pallions,) I, Camplaell (I» den: 4ten u. f. Abschn. des ?ten Kap. im ersten Buche f. ptiilut, <>f Idkcr. Bd. i. S 199 u. f.) In nclhcrer Beziehung auf das epische Gedichte: U. le E>ostu Im 9ten Kap. des zten Buches f. AMir« In nstheeer Bczichuiig aus das Trauerspiel: I. ^ipp. de Mcsnardicre (In zwcp Kap. l. t'oac. 1Ü40. 4.) Heselin V'Aubignac ( Im 6tcn Kav. de» und Berichtigungen. 797 des 4ten Buchet s. peak. 6uVkeorre, S. 298. der AliSg. von 1715. und zwar . «les ilitv. pard» liejues ou cics pailivns er muuvemem cielpiik.) — Cle« meül (Im üten Kap. des »rcn This. f. Schrift lle Is TroizeUie, S. 225. jedoch vvezuoiich in Zuziehung auf die Voitairschcn Trauerspiele. — — In Beziehung auf die hiiSenven Künste: «ein Auf,, im rrcu St. des Schwäbischen Museums, Kempten 1786 8. — Lieh. Von den liedern der Griechen (S. 26°) handeln noch: H. H. Cludius (etivos ovn de, Skoiien der Griechen, mi nen und zten St. der Bivl. der aitcn 1'itn rat. und Kunst, S. 54 und 52. wo jedoch die Nahmen emcher griechischen Stvlieiidichter, als der chliragoea (.nicht des Cillagvras, wie neulich fcinang wollte) und des Teiamvn spei, ,r!istvpti, H^Iilie. ch. I2Z7, Vefp, V, 12 g;. seh» ^„.9 — Snnre» (.Sdteevsr. lie 6chc>nßz trom rlie rime vt King tteue^ liec ctiiru co riro reveiluriun 1792,8. — T^cräus (S. 25i) in noch IN das Sculsche von sdr, H. Bote, Beel. »79Z. 8, metrisch. — so wie Lscuü von Je. -ii. Msyr, mir Tiduu und Properzzuf. Wien >706. 8. 2TH. und von K. G. Namier, deipz. 179z. 8. (in einem Auszüge) inö Deutsche, und von Äareues >6;z. 8. in das Franz. üveefryl. AUch hat Rofenseid noch jwe» Bromges. des Cntuli. reipz. >78;. und 1.1». Gurlilt die Vermahlung desPcleuS und der Thetis, reihj. 178?. 8- und Ä. D. Koler cvenv. in f. Äue.rw. Poesien, LeiN»o 1788. 8. Deutsch geliefert. — Nedee lN italienischer Sprache haben noch geichrnoen: Giere, DittoreUi (K,me, hsis. 1784. 8.)— Fortunata Fmi- rnsilc! (Le>Ms> puvi. I ie. 1787. 4.) — Vom. Iorefil (.hueliv, «ceZ. 1788, 8 zlc Äufl 7 Jos L. Vonle sheiiegrini (hl-emerri, Lull' 178;. 8.) —' IIJich. Mallio (Veen, id. »785. 8.) ^ Hier, Tarcarotti (Kune iceire, Iduvee. 178,- 8.) — T. Iöchuoeltini (ldune 1786. 8 ) -— Dom. Ravi);a (hoel. eiesmsl. e iieieke, i>ssp. 1786. 8. 2 ü!).j — sSenliv. jAaieortl (Kl- cune l?uene , «Sil. 1787. 8.7 —- Franc, F icch'.rott (Kscculcs eil veeü, keim. 1787 8.7 —- F Zedrueoil (Kime piseevoli, Hille. 1787. 4. ^ Alex, Sappa (.iiime, ViiNl.ee. 1787. 4. - Bde.) — Frc. Vasall (Sompiin, poeriei. «all'. 1788. 8 ) — T?5- Uronri (.Veeii, «arm. 1788. 8 ) — Vl. Filomacino Toree (Kuc-ne, dingi-e 1789-^2 - Bde.) — Gav Fontana (K.iiuii, S>e. >7^89. 8-7 I. L. Passeroi,i (Kims, Vl>1. 1790. s. z Bve.) Vajj'oia (.«sei. milirar«, iVlil. 1789. 8 ) — Euer. Golri — /hör. Fuucom — Angel. LNazza — u. u. m. — — tieder in fcchniosi. sclier Gpea8)e: Ungen. SNonionz onaeeeuirr. 8u Lceösce .^leain 178b. 12. «» ,V!e.« tuuvemrii» Sora 17«». 8- — ^öernnrv (t'i vluäes xoer. Uonel. 1786.3)— D>rioel e.SeislIeni>-iis poec. t.>,ul 1788-8.) — Aum . . . (h-iini ll Lior,.', t. ii. 12.)— Mof'ii. Ficcher (hssäy pner. h». 179s. ,z ) — Guleraro Aiv. hör. 1790. 8.) — Sammlungen heSKon- fnnnier pareince- 179Z.12. Ucder in englischer Sprache: Al.2örome (1 i66ü. SvnZs 16K8. 8- Äw mehesten stehen in Beziehung mit de» Begebenheiten «einer cheu, und u»d gegen das Kump hseiwmenr geeichtet.)— G-eh- veufocs (In s- 9sim^Aunäi 1791-1792. 4.) — Summlungen: 1 stc po. trioric tion-iler, dy delr. Smver 1792. 12. — A"de d^-een, vr inuilc. tlou- «zuec 179z. »2. r'iedee in oeutjcher Sprache - Anidr. Gottl. -Hört» mann (Kleine c»icd. P'öeten 1777. 8. 2 Bde.) — Vier. AmaS. Bmhre (Kleine Gei>. Tübingen >78l. 8 ) ^ Ciirstn. I>?c. Wagenseil (Vermischte wedichle . . Kempten >785 - >786. 8. z Th. Neder bei) frohen Geiklifch. Kausbeuem 1786. 8.) — N. L. /hossius (t'ieder, Erf. l?«?. 8-) " Amchlig SerteptA) (Pdesteii, Etil. 798 Zu sä ß e Gött. >787. 8.) ikul. Schneider (Ged. Frfst >790. 8. -teAufi.) ^ Lilioor d. h. H. L. C. Senf (Gedichte, Leipz. 17K8. 8.) — Chrstn. FSr. Dan. Scbubarlh (Gedichte, Fest. 1787.8. -Th.) — Gl. Leon (Ged. Wien 1788. 8.) — IVernh. Huber (Funken vom Heede seiner Laren, Bas 1787. 8.) — G. N>. C. Starke (Gedichte, Bernd. ,788. 8.) — I. M. Arm. bruster (Ged. mit Musik, Kempten 1785. 8- 2 Th. Neue Lieder für Kinder, Nürnb. 1791. 8. u. a. >n.) >— I. L. Gericke (Melpomcnc, mit Musik, Hamb. (1788.) Qfol. 2 Hefte.) —- TheoS. 2öeck (Gedichte, St. Gallen 1789. 8.) G. R. RlauSius (Lieder mit Melodien, Pest .789. Qf.) — I. G. Schaller (Vermischte Gedichte-, Kehl >789. 8-) — Joh. R. IVinlller v. Mohrcnfela (Ged Wien 1789. 8.) — Inst. Fried. Zehelein (Vermischte Ged. Payr. (1790.) 8.) — Grto Gr. v.Haugrvitz (Ged. Brest. 1790. z.) — I.I. Ihle Ged. mit Musik, Fest. 1790. 8.) — lLberh. Lr;. Hübner (Ged. mit Meto, dien, Stnttg. >79°->79>. 8. -St.) — C. F. 1V. 25uri (Gedichte, Sffenb. 1791. 8.) — Sophia Albrcclir (Gedichte . . . Dresden 1794. 8. 2te Aufl.) — Ungen. (Mysterien »euer Bacchanalien, Weim. ,791. 8. Sind Rcdoutenlic» der )—> 1V. Schcoer (Kleinigkeiten, Fest. 1792. 8.) — V. 1V. Neubeck (Gedichte, Licgn. >7?-. 8.)Sammlungen: Astgcm. gesellschaftliches Lieder, buch, Hamb. >790. z.— Ländliche Gesänge . . . Leipz. 1790. 8. — Lieder für fröhliche Gesellsh. Hamb. 1791. 8. — Deutsches Liederbuch, Sluttg. 179» 8- — >—> ÄesonSre Sammlungen: Bollständiges Liederbuch der Freymaurcr, Ko« pcnh. 178;. 4. - Bde. — Dreymahl fünf Freymaureelieder, Han. 178;. 8. Freymaureelieder ... st 1. 5786. 8. —- Gesangbuch für Freymaurcr, Königsd. >787. 8. — Freymaureelieder von Al. Vlumauer 1786. 8. — Vermischte Sammlungen: Zu ihnen kommen noch: Flora für d. I. 1785. Hamb. 12. — Prcßburger Musenalmanach 1785.8. —' Schwäbische Blumcnlcse, Tüb. 1732- 179z. 8.— Salzburger Musenalm. 1787 u. f. — Oberrheinischer Mmenalm. Worms 1788. 8. — Berliner Muscnulm. Berl. 1790 u. f. — Blumenlese der Musen, Wien 1790 u. f. — Preußische Flora, Berl. >791. 8. — Gunomia, Verl. 1792. 8. — Taschenbuch für Dichter und ihre Freunde, Magd. >790. 8» Zwey (schlechte) Samml. — u. a. m. Lies. (Musik.) Lieder haben noch in Musik gesetzt: Auberle (Lieder zum Singen, St. Gallen »785. 4.) — A. C. Aglhe (Lieder eines leichten und stiebenden Ges. Dessau 1782. st) — I. AnSre (Weißens Schcrzh. Lieder, Offenb. 1774.(0!. Auierl. schcrzh. und zärti. Lieder, cbend. 1774. Lieder, Arien und Duetten, Berl. 1780. 4. Vier Hefte. Neue Lieder, ebend. 178z. 4. -Th. Lieder, Offenb. 179z. st 2 Th.) — R. P. iL. Aach (Odcnsammlung, Verl. >761. 1774. 4. Neue Licdcrmeiodicn, Lnb. 1789. 4-) —' B. T. Äreitropf (Neue Licdee, Leipz. 1770. Qssvl) — F. C. Dreßiec (Lieder für das sch. Geschlecht, Fest. 1771.4. Frcundsch. und Liebe in melod. Liedern, Nürnb. 1774. 4.) — I. ^7- A. Efden- fscin (Lieder von beliebten deutschen Lichter», Wien 1782. O.fol.) — I. H. (Egli (Singcompositivnen, Aür. 1786. 4. -Th.) — G. )dV. Gruber (Bürgers Ged. sürS Llavier, Nürnb. 1780. O.f°l. sSamml. Lieder von versch. Lieblings- dichtcrn, ebend. 1785. st) — LuS. MaifelS (Drcyßig Lieder, Leipz. 179z. 4.) — MuSe (Lieder, Leipz. 179z.) Fr?. Chr. Neubauer (Ges. Zür. 1788. st) — L. A. Naumann (Samml. von z6 Acierten . . Leipz. 17LZ. 4. Vierzig Frcymaueerlieder, Berl. >784- 8-) — A 1V. Nopirscl) (Mui. zu den Ged. Bürgers, Ramlcrs und der G. Stvlbcrg, Dessau 17Z4. 4.)-^ H. S. GurvalS (Lieder für das Cl. Bresl. 17Z2 u. f. 4. Zwey Th. Neue Samml. von Liedern »78Z- Qsvl.) -- Chr. Av. Gverbeck (Lieder und Ges. Hamb. 178'. Qf»l «?. und Berichtigungen? 7S9 ZV. Pobl (Llcdcr, Brcsl. ,78; u. f. 4. Zwcy Sainnil.) — Maria Theres. Paradies (Zwölf lieber, Lechz. >786.) — I. F. Reieloardt (Ausser den, de« rcils angeführten: Ges. fürs schöne Geschlecht, Bert. 1776. 4. Oden und lieber »vn Kiopssock, Slollberg, Claudius, Hvlty, Verl. 1779.4. Dr-y Samml. Oben und lieber von uz, Hagedorn u. s w. Grvtk. 178-. 4. lieber von Jacob» und Gleim, Gvt»a >78;. 4.) — I- 'ö- 2ioUo(tiedec nach dem Anakreon, Bcrl. ,774. 4.) — (L, Preuß (Vermischte Oben und Lieder, Han, 178z. t.) — I. A. Sclinrillbauer (liedeisaniml. Speier >78;.) —- v. Seckendorf (Volks - und andre lieber, Oessau 1778 u. f. Orey Samml.) — Jos. Anc. Sreffan (Samnil. beutscher lieber fürs Cl. Wien »780 u. f. Vier Samml.) T. T. Grurm (lieber sür ^arienfreundc und Liebh der Natur, Bert. 179;. QI.) D. Türk (lieb, uns Geb. aus Siegwaer, Leipz. 1780. 4.)— F. A. Tütseh- »nann (lieber, lcipj. >?9Z<) — >>ö. p. Weimar (Lieber, Reval 1780.) —- T. L. A0lUing (bieder mit Melodien, Lech, 1786.) — F. W. Wolf (Wie- genlieberchen, Riga i?üü. Qsol. Ein und fünfzig lieber der dessen benuchen Oich- ter, Weimar 1784. Qsol.) — G. -) — T. S. Tag (lieber bepm Clavicr, leipz. >?8Z->?8;> Z.ory Samml.) —> — Sammlungen: Genau» Clasier von Änglolmi, Vachmann, Reichardt, Schulz ir. Verl. »787. f. Vier Hefte. — Claviersachen, enthaltend Ges. von llngiolini, Bends, Oitcers, ebend. 17L7. f. Vier Hefte.— Claviers. enthaltend Ges. von Hsydn, Kaufmann, Künzell, Reichardt -c. Bcri. 178L. 8. — Ges. am Cl. von Glesch, Hallcr, Jssger, Kanncngleßcc, Verl. 1787. t. Zwey Hefte. — Flora, enth. Comp»,', für «esaitg und Clavirr v. Green, Äiuck, Bach, Hamb. >787. 4- — Kllliic Claviressnckc mit Gcsang, Brrl. 1789. 4. — Musskal. Potpouri . . . Srutrg. 1790. 4. — Lobrede, lieber Loveeben, mit Anwendung auf Friedrich den Gr. und Rousseau, im >ren Jahrg. oes cwutschrn gemeinnützigen Magaz. — I. G. Schlssjev (Vorschlag, wie die Trauerreden, de» den Todesfcverlichkeitca verstorbener Regen, ten, am dessen einzurichten seyn dürsten: im loten St. des deuiseden Mus. v. I. ,790.) Ote lvorcde des Plinius aus den Traja» iss in das Uhigliscde von Rvo. Scapplcton, Oxf. »644. g. Von White Kennet >686. Z. und von Smith 170z. 8. nberietzt.— Vitt. Alfter» da Asii hat eine, vorgeblich neu aufgcsun- dene robrcde de» Ptinins , Par. -787. 8- italienisch drucken lassen.) Leisel?, p. üe Morand l .I 'ei^er pour le proZrüii che lo puelle iz-rilzue, IM 41. n Bde. der Amut. clu coeur er che lelpeir.) — Zu dcn, von der lyrischen Poes.c der Alten handelnden Schriften gehört, im Ganzen noch, de» A. 25ar- Vosa Lpvmecno, 8ulom. 4. Lev. (l520) 4. worin von den Singwriscn und den lyrischen Sylbenmaßen der Alten gehandelt wird. — 25. Mecian (Von der tyrsschcn Poesie der Griechen, in s. Abhandl. von dem Einflüsse vcr Wissensch. auf b>c Oichtkunss, Vd. >. S.1-8. b. U.) — S. 805. a. Z. >7. it. J»nha!t, l.Gesanges , oder der Singweisc. — Mohlerey. In italienischer Sprache: Saggio pircorico. 1) Lanc-Iii chella ?ir. tue-, z) llillell. lull llere ceirie»- pirroe. . . Ii. 1786. 12, lchuüruma chi uno x.ncyel, meroclies Feile belle -irci lpeirsnri sl chitegno, Varm. 1789. 12. >Jr> englisci?cr Sprache: I. 25ares (Vbe oer uf l)rowi»g, hima» ing, WofbinA, i^llilVg such klußesving, bey s. ö/l^llerie!, ut .ier such uz. eure, 16Z4. 16)^.4.) —. H. Peackam (l'b« Lenrlemsn'-i Lxercile cet' Ororvillj-, l^ainciuZ, himninZ, 16Z4. 4.) — I. Sroire (^ lüjz. Ihm wird, in Walpolc'S f).»ecF. »! l-iimr. Bd. 2. S. ;-> der OctavauSg. eine Are ut' k>,incing, tvl. zugeschritten, weiche ich nicht naher nachjuweifeii weiß.) — will. 8c>s Zufaßt XNill. Ganderson (Lr-Iphice, or rke molb öxcellenr srr o5 psioring in rrvo p-nr«, honst. 16)8. 8 ) -»» klnzen. B lloolc ot Oracvinz, Lulourinz, kuinriiiA 166S. 8. — Flehrzedichret hainrinß, in IV Lanr. 1792. 8. —, In Seurschcr Sprache: I. F. v. SGlickcen (Etwa» zum Untere, für ange, hcndc bicdhaber der Mahlcrey, im zlen Hefte des Pfaizbaicr. Mus. v. I. 1786.) — Unzen. Briefe über die Mahlercy, ebend. im ttcn Hefte v. I. 1788.) —. Ze. stheop. Paner (Grundllnien einer spstemac. Gneoel. der zeichnenden Künste . . . Wien >790. 8>) — A. I. Anconi (Unterr. für angehende Künstler der Mahlcrey, Drssd. 1790. 8.) — Jos. Lbr. zu Räcknitz f. Briefe über die Kunst, Sresd. »7?-. 4 mit K.) — In der Encyelop. für Künstler, Beel. 1794 8- findet sich eine praer. Aii.vcn'ung zur Oel« und Pa/ielimahiercy und zum Emaistiren. — — Vermischte Schriften über die Mahleeey: Flor. Maloelii ( Grs/. per I» T^rü stel stiieizno, hui. 1786. 4.) — Vallemanni ( I UieZi steile hefte zrrB ceiekrsii nel h'ain^isto^iio > li. >789, 4.) —» Jos. Machaoo htüfte. Iol>rs las ucilirast»« sto ststenno, hisd. >788. 4.) —- (LH. Cappel ( ÜaiAiielv eis I'Ll->qneaee er «je la pemrnre, bei) de» Sellfaric /irr ste pemstro s t'elprn.) ??z. 8. bis jekt s Bde.) — — Von der Geschichte der Mahl, reo überhaupt: Rod. Ant. Äromie^ philoi. gnst cricie. blift. »I rke iine srrs, iftiinriii^, Lculpr. -rnst Krekir. . . . honst, :79z. 4. Ol» Werk soll vier Bünne stark werden; dieser erste cnthstlt sehr seichtes Gcfchwütz.) — Th. «Hitkef? (ch'he Hill, of ftiiinrin^ snst h'culpr, Iftom che earlieft i -cconnrz, tialc. 1788.4. Größtenthcüs aus der, S. Z52. angezeigten hecrer-, de» Adrian! gezogen.) Bey den AeMplern: C. v. I-auw (Uei'crzr ste ia peinruie er ste la Leukzoc. cke? ies hz^pciens, 1er h'kinoiü er cou« les (strienraux en zs- ncrsl. in s. keckercii. pkiiot. für lex Lgypc. Bd. l. S. 20z. ÄUög. v. >77Z.) — — Bcy den Grieche»: C. v. pauw (Lanfisterar. lnr l'ecac stes beaux arcz d TVrftcne!, in s. liecherck. z,h!i srir les Lirecs, Bd. Z. S. 67.) Van der Geschichte der Mahlcrep in »euer» Zeiten überhaupt: Gedanken über den neueen Kunstverfast, und über das Verderben de» Geschmstcks, im ivten St. des Jonen, von und für Oeutschland, v, I. 178;. — und oaS fünfte Stück von C. K. Prange'S Abhandl. über verfch. Gegcnsta'nde der Kunst, Halle '785. 8. ^ Bon der Gesckickte der Mahlcrey in Italien, und zwar zu Rom: Driiefe aus Rom, im tentfchen Merkur v.J 1786. Mvn.Januar, Februar, Äärz. — IZiame snalir. sti >ftft celebri czuastri stelie cüiess e stelle piü rnao. msre pirrure s srel'eo ste' ziala^^i sti ftoma, br>) dem vorher angef. Ü-oZzio pircor. —- dstcmorie stelle helle arci mosterne, liom. ein Journal, das noch fortdauert. — Zu Sicnna: hsrrere Sunsl, . . . sopra lc helle Krri, Ii. »78Z. 4. 2 Bde. — Zu sderuzia: xz. Mariotti (herrcre t'irroriche I'eiu. ß!ns, s'er. 1788 8.) -- Zu sftsa: l)fl. Morona seilst iiiuftrol!> »eile arci stei stiie^no, ftis. 1788. 8 ) '— — In lirnzlanh: Carter (8peci>n. ok anc. 8culpr. »nst ?ainrinzs t'rom riie eariieli Periost ro .'tenr^ rbe V liltli. t. Z8 Hefte. — I» Deutschlanv, und zwar zu Manchen: 2Zermüller st^hreZe ste cour ce zu'il ^ a ste remarzuobie b szststnieli» ^lun. 1789. 8.) ' — sthebensbeschreibunzen von italienischen Mahlern : G. Tirabonchr (5soci-ie cke'?iccori, Soulc. lucis est ^rcftic. naci neZIi Srari stel Dura sti Xstosten», und Berichtigungen. dklosieno, klocl. 1786.4.) — — Von englischen Ändern: Graham (Hill,/ ro,Vincis an hnßlii k tckuvl, bey s. Uebers des de Pilcs, koad. 1706. 175Z- 8.) — — Don Veurschen Mahlcru: Nachr. von größtentheils Hambur- gischeu Künstlern . . . Hamb. ,794. z. — Masken. Die, davon handelnden Schriftsteller sind Key dem Alt. Schausoiel- knnsi, S. 2S7. a. angeführt. Zu ihnen kommt »och: L. A Böertiger (pcoluss cis pcrivnik seenie. vuig» chaeviz . . . Vimse. >794. 4.) — Melodie. Die bcy diesem Art. angeführte Schrift von C. Nichelmann, veranlahtc „Gedanken eines llicbhabees . . . Nordh. 17;;. 4." darüber, auf welche e.ue Antwort, Mit dem Titel: „Sie Vortreflichkelt des H. Casp. Dünkelfcinds, 4." erschien. — Mittclfarbcn. Von den Mittelfarbcn überhaupt handelt LH. Ä.. r>. -Hagedorn (In der asten f. Betrachtungen über die Mahlerey, S^ 679 u. s.) — Musik. Der, S- 44?. 2. dem Ooni jugeschricbene lditcorsc», ist von Glon. Barvi, Gr. v. Verino. -— Au den von der theoretischen Musik handelnden Schriftstellern: ein Ungen. (hkiinü hfizyz »5 Xilniik, hnnll. 1677.4 ) — Adams (h-iniii-c lntcociii6tic>ci r» che nciueigie, «k Vluiile, chuust. t. ) — — Von der pracrischen Musik: I. Hier. Grav (kuäim. lvlulie. Lrem. 1685. 8 ) — stVill. Salmon (K, prcip»i»1 c» pectchrm Vlutilc in nee- kcäl anli matksni. gcopocrionz, coirli remaclcz l>/ i)r. zVallm, I-onci. i6xz. 4.) Ant Bailleur (ZvitcgAsz gour sgpccncice fze,iemenr I- Ivlaiigue voc. er inllrum. nü rouz lev pcicieij'ce innr cievsi«gpes -voc bsaueousi cis ciarre, ?ar. 1770. 1784.) I G. Portmann («urzee musikal. Untrer, für Anfllnger und Liebhaber . . . Darmst, 178;. 4 ) — — Vermischte Scdrlstrn: Frx. Lriedr. S- ?l. v. Boeckim (Briefe über die Musik, Brcisg. 1791.) — — Von der Geschichte der Musik überhaupt: Aich lLasicott (8i<«-rci>e5 vk rde origin, prngreis ancl etkekls c>k dstuiist, n-ilst an aecounc c>s rlis on- cisnr korcts snä iVlinilreiv 179z. 8 ) — Der Hindus (In dem zten Bde. der Aiisrik kteie.irehss findet sich eine Abhandl. über die Tonarten ihrer Münk.) — lieber die Musik in Italien: BenvenmoSaS. Aafaele (Zwei? Bncfe, in dem -8ten und ssten Bde. der kaccoira cl'c>pu5c. ei! Xliis»», über den Zu« stand derselben, da Tortini erschien.) — — Zu Dan;ig: lieber Dauzigcr Musik und Musiker, E!b. 178;. 8- — Briefwechsel über Banz. Mus. und Musiker, Beel. 178;. 8- — —> Der Verf. der S, 477. angcf. llsurimene ci un klar- manigkilo war nicht M. C. Laugier, sondern Ant. Jarq. Labbct de Mo- rambrrt. — Mythologie. Zur Vcrststndlichkclt derselben: G. Boccaccio (Lenealogm Qeoc. hib. XV.> . . . (Vcn. 147a.) k. Laik. ixzs. Ital. von Gius. Betussi 0547. 1x69.4.)— kl.il. Greg. Gsralöus (lstiilor. veoc. gcnriiium, ins. W. Las, 1580. hußli. k. 1696. k. 2 Bde.) — Ger. I. Vossius (Iciolzrcio^en- tili«, im xtrn Bde. s. W') — Lhr. Ge^'bold (Einlcit. in die gr. und röin. Mythologie, Lcip!. 1779. 8.) — Nachahmung, LH. Ttvining (On pvecc/, conkifiececl !>z SN imirativo Her, bcy s. ilebers. der Poetik des Aristoteles, Deutsch im 4-tcu Bde. der N. Bibl. der sch. Wissensch.) — Noten. Ein Bcytr. zur Littcrargcsch. der ersten Drucke mit musikal. Noten findet sich ilN stell St. von I. G. Mcusels Kistor. litterar. bibliogr. Magaz. G. iz6. — Getane. Sieben Schriften über die Frage: warum zwrn unmittelbar in der gern, den Bewegung auf einander folgende Quinten und Getanen nicht wohl ins Gehör fallen? ... in Miylers musikal. Bibl. Bd.-. Th. q- S, 8. -- Gonrna/ Vierter Theil. Ece (hercre 802 Zusätze (lettre tur une nouvello regle 6e l'VIsvc gue propoie le ^targuii 6c Lu- lour, ?or. 1785. 8-) — Ode. 'öle Oden des -Horaz sind noch übersetzt, in das Italienische, von Fr. Aenini, Mcyl. 178S. 8- in Versen; von I. Dezzoli, Berg. 1789. 8. (für Schulen.) Von Ant. Lesari, Vcr. 1788. Bass. 1789. z. (nur zo Oden.) — In das Französische, in Wersen, von einem Ungen. Orl. >789.8. 2 Bde. (sehr frey.) In Prvsc, von einem Ilngcn. mit den sliniinli. Werken des H. 1787. 8. s Bde. — In das Englische: von. Dunster, nebst den Episteln 1712. L. Von Eoxwcll, Oxs. >7 >8. Von I. Hanway, i?zc>. z. Von Hare >7Z7-». 2 Bde. Von einem Amerikaner, 17L6. 8. Von Will. BoScavcn 179z. 8. In das Deutsche: von CaSp. Abel (das >te Buch und einige aus den übrigen, de» s. Uebcrs. des Vvllcau, GoSl. 1729-17;?. s. 2TH.) Bon Vröstedt, Lüneb. 1745. 8. (daS ite Buch, in Reime.) Von N. Rocslcr Zwölf Oden, Leipz. 1785. 8. Von K. Long, Erl. 178ü. 8. (Zwei) Bücher.) Zu den Erlsutcrungtschriften über denselben: Vii. O. bst-rlciii OcKisn. Venus Lrl. 1778 ». s. 5 Zehn St. — Oden von neuern lateinischen Dichtern: Jan. Helvctius (In s. posmsr. I^uz6. L. 1782. 8 ) — ?oh. D. Prcmlechncr (In s. Ducubr-ir. xucr. Vinstub. 1789.8) — — Oden in italienischer Sprache: Fr. Lranccschi (O6i . . . Duce. 1788.8.) — Vitt. Alfters (America libcrs, 06i V. Kckl >784. z.) — Lulgi Eodard — Angel. Mazza. In französischer Sprache: Aug. Ximcnes (In dem Oo6iciI1c 6 un Vcillorst 1792. 8. — — In englischer Sprache: I. Dennis (Ein Verzeichnis seiner so genannten Pindarischen Oden findet sich in Eibbcrs Lebensbeschr. desselben, Bd.V. S. -z6. Vcr bekannten Oivcs.) — I. Score (In s. poer. I V. 1731.8.) — D. Hnmphrics (7Z pucrn a66reiss6 ro rti« srrniez »k rbe unire6 tiarcs ust America 1785. 4. Frzsch. Par. 1786. 8.) — Th. llVarton (In s. Coemo 179>. 8.) >—^ U?ill. )W. Earr (In s. Poems 1791. 8.) — G. Richards (8ongs »5 rlre sliori- xiaal ksrstz ok öriroin 1792. 4. Zwey schöne Gedichte.) — G. Dyer (Acht Oden in s. Poems 1792. 4 ) — Nath. Drake (In s. poems^ 179z. 4.) — I. Divlake (In s. l'oems 1794. 4.) — — In Veucscher Sprache: lvcrner (Lyrische Gedichte, Wien 178s. 8.) — I. I. Drinkmann (Oden und Ges. Schwerin 1787. 8.) — Jos. S. lwinklcr v. Mohrenfels (In s. Gedichten, Wien 1789- 8-) — Odyssee. Ist in das Englische noch von I. Ogilby, 1669. übersezt. Oper. Davon handelt noch: C. D. Ebelinz (Ucbcr die Oper, im Hanöverschen Magaz. v. I. 1767.) — n6r. 8.) — --In England: Sh. Durney (Jmztcn und StcnKap. des 4ten BdS. s. Dikk. o5 Viufic.) — Operette. Von der sranzöfischcn Operette handeln noch: Jerome Sarre' (pss-y iur io Poesie lzri -com!que, p ,r. 1770. 8— — Deutsche Operetten haben, unter mehrern noch geschrieben: K. Müchlcr — I. A. Meppen — I. H. Weißmann — Isenburg von Buri) — A. W. V. Leipziger F. W. Groß- man» und Berichtigungen. mann — G. A. Vulpius (Operetten, Pape. ,79?. 8.) — G. M. Lanibrccht — W. A. Schoepfel — L. v. Batzko (Operellen, Königsb. 1791. g.) GM». Ii! in das Spanische von Jos. Al. Orlez, Vastad. ,73z. 4. übersetzt. — Noch hat F. V. Harold l'oems vt Olkan larel/ lkleaveieli, lSullelst. 1737, 8. und eine deutsche Uebcrs. derselben, ebend. 1787.8. herausgegeben — parosic. Von niehrcrn deutschen Parodien giebl öiögel in s. Geschichte des Bure testen S. >90. Nachricht. — Pinvar. Ist noch in das Italicnische, von Ant. Jerocades, Ncap. >790. 8. übersetzt. — In das lLnglische, von Jam. Banistee ,79!. g. (Mit Ausnahme der von West übersetzten, und der 4ten u, eleu Pythis'bcn.) — In das Ben:jede, die yte Pvthische, im 4tcn Jahrg. des Schweiz. Mmenmü. — — Zu den Lörlaurerm,Zuschriften: Oe eiiZrellivn. ?inst. OiT. stuK. 1. k'rz-kllelir, Dpi. 179--.4. —- Plan. Zu diesem Artikel gehören, in Ansehung der UZahlcrep: Die ,-tc der Ha- gcdornschcn Betrachtungen. >— In Ansehung des Drama: Oer /te und rote Abschn. von DiderotS Schrift elc la ?oel>e liramsriljue, l)euvr. Bd. 5. S. 20 und 29. — PlantUS. Die chinans und Liltellaria sind noch von Fortiguerri in das Italic« »tische Oer Krinummus von Ricklefö, im zten St. dcS zlen BdS. von Wicdcburgs Humanistischen Magazin, in das Deutsche übersetzt worden. — Au den Arl^nterungsschr. J'encsmen ttriöiurar. in quasli. XI. K. Itt. Lom. «4uöt. lost, ikinstea, liak. 1789 4-— Auch gehört, im Ganzen, eine Einla- dungöschr. von K. G. Ruhkopf, über die Methode, den PlauiuS mit der studircN« den Jugend zu lesen, Stade 178;. 4. hiehcr. — Poetisch. Davon handeln noch: I- Trapp (In der 4lcn-7ten s. ?raclcch) — TonOillac (Im 5tcn Kap. des 4tcn Buches s. eörc cl'eerire, Bd. 2. S. 484. d. U.) — I- T. AidcluitZ (Im -ton Bde. S. -49 s. W. vom Stvlc.) — Ein Aufsatz im ölen Quart, des -ten Jahrg. dcS Journ. für stirere Litterat. und neuere lcctüre. —- Auch gehört da» Progr von A. G. Waich, iiegula ttvl. poer. ex Virß. sö.L». evolv. Lekleuk. 1787. 4. hieher. — Portrait. Von alten Grieche» uns Roinern: Lsel-r. omnium lmag. ex oniilz. numism. Oib .I. Vi». 154z. ?arm. 1554.4. von En. Vico. — Knr. ^aucsni XII. prior. Impcr. Imog. 155». 4. c. Ken. Vici »5Z;.4. — Imag. , . . Impersr. llvmonor. . . ex oi?. planr. 1599. 12. — — Von neuer» berühmten Männcen : pvrrilzue snc. er Mali. ou Remple i!e Xstemoirc. lieclis iiux Xstanes 6es Lavans ill. er cies Krrilies cel. 1784. Zwölf Hefte, jedes von s BildN. — ilee. äes porrrsics lies Kammes er t'emmes iil. ste ronres les dstarians counues, von DufleS, k. Vierzig Hefte, jede» zu 6 Bl. Ein Lcconst Idee, erschien IM I. 1786. — hcz üiuüi'. Xstllllernes t. >783. (hat aus IIa Büdn. bestehen sollen.) — Don berühmten Theologen: lae. Verkcistcn Praest, slicz, Jskevlogar. qu> Itomae Knciekrittum appugnsrunc einlies, Klag. Oom. 1602. k. (Sic Kupfer sind von H. Hondius; und eine neu-.'Ausg. besorgte Fr. AothscholZ 1726. t'.)— Abbild, berühmter .GorttSgelchlten, Leipz. 8. Neun Hefte. — Von berühmten BnchVrnct'crn : Iran. IKKÜopvI. er Tz-p 'iZrapKor. ab incun. T/pogr. ast noltra ukgue rem>-ura estist. l-rel. tto .llisckoir2, klar. 1726 ft z Bde.—' — Von verühiNte 'N Franzosen: ?arrrairs lies Kammes ill. Krane, svec les sbrS^ös lie leur v!e, p. Vollen ste ('alumkieies» 1669. 8. —- Zdcc. rie ?orcrairs gui ke Kanc «iiitinZuecs clans les /Zrmes, les Keiles kertre« erc, p. 8. I. Ocsrockcrs, ?ar. 4. — kknrr. lies zransts Kammes» Kemmes »Ilusir. et Küfers mem. äe Qance, von Blie, 4. 27 Hefte. — Eine Samml. Eres »on Zu sä ß e von franz. Schauspielern und Schauspielerinnen, von A. de St. Anbin, nach Sauvage. — — Bon berühmte» firnglänöern: Vlic lÄr-Kar Llub, a cot- lebt, vt korresitz ok rbe >rrinc. tingl. (Skiarabtsr!! in rbie laib age, trorn nrii«. kainr. ). Kncller, toi, — Verrue'a bleaüs ob rtie principal Liijzi. ?oers, t. -- VUe sonnrierr ot rl>e Goile^ez ar Qxk'orst anri (.'ainbriciZe, li)- kat>cr, F. — Ilio^r. östirror . . . com^rilin-z a leriez ut snc. anst nioileru lirirriiti korcrail, 179!. 4- Vis jetzt 6 Hefte. — Von berühmte» Deutschen: Samml. von Bild».^gelehrter MUanee und Künstler, heeauSg. von E. W. Bock und I. P. Möscr, Nürnb. 1790 u. f. bis jetzt ein Band. — — Verzeichnisse von Biid- vissen: 24 Larai. »f eneravcst lieirrilli korrr. feoin liebere rbe ^reac ro rbs presenc Bimc, lzy ». vromie/ 179z. 4. — Veez. v»n Nürnbergischen Porte, aus allen Stünden, von G. W. Panzer, Nürnb. 1790 4. — Ein Verz. von Künstlcrbildnissen findet sich be» dem Mg. Künstlcrlexieon, Zür. 1779. t- — Pofiierlich. Dahin gehört noch ein Theil der-zten Vöries, von Priestlcy, S. 2-;. d.U. S. übrigens die Art. lächerlich und Paroüie. Pralnoirc». Etwas über das Preilndircn überhaupt . . . von I. H. Knecht, in der Boßlerschcn Mnsikal. Rcalzeitung v. I. 17L8. S. 98. ^ Anweisung, Pralu- dia zu machen, von Vicrling, Leipz. 179g. — Ehoralvorspiele haben noch her« ausgegeben: I. E. Kühnau —> I. W. Große — I. H. Knecht — I. C. Kellner — I. P. Knecht — R. P. Metsch — H. N. Gerber — I. C. Eonrad — Gius. Giordani, u. v. a. m. —> l. ?lanotri, Liamb. telarini u.a.m. ?M. 1782.4. finden. — Uebrigcns war es C- Hugcn, welcher das Verbot der auf einander folgenden Quinten zuerst aus der dadurch verursachten Ungewißheil in der Modulation, in f. Gosmorbevios, crklürte. <—> Z(eSe. Von den Reden deS Isokrareg S. -8 u. f. ist die Rede im AreopaguS noch von I. M. Aschering, Arft. 1784. 8. ins Deutsche— und m n den Reden des De- moffkencs, S. 29 u. f. sind die drcy Dlynthischen, die vier Philippischen, die Reden über den Frieden, über Haloncsus, über Ehersvuesus, der Brief von Philipp und die Rede darüber, unter dem Titel, blaranxuez pollriczuez, von Gin ,791. x. ins Franz. übersetzt worden, und zu den Erläurcrungnschr. gehören noch das;te Buch im 5ten Bde. von Menbvddv'S Qri^in ot lanizuaue, welches ob lbe arsrorz'ob Deinostii. cvnr. obleevae. vn tiie marrer anri liz'Ie, handelt. — Don deS chibaniun Reden (S. zz.) ist der ate Bd. Altrnb. 179z. erschienen. — Die Reden des Cicero sind noch in das Französische von Element (mit den sümmtl- rhetor. Schriften) 17LZ. >2. 8 Bde. und die Eatilin. und die für den Marcel und tigurius, von BnSnell, Rouen 178Z. >2. übersetzt. Don der deutschen llcbcrs. der Reden deS Cicero von I. B. Schmitt ist der 8tc und letzte Th. 1794. und die Reden für den Archivs, den Marcellus, das Manil. Gesetz, und die -te Philippische siad von einem Ungen. ßcipz. 1791. 8- erschienen. — —> Zu den italienischen S- 5ü u. f. Reden kommen die t)eac. aeacicm riel ts.Bc,. mini Uoeoiil, kerA. 1786. 8. (ztr Aufl.) — — Zu den französischen, gerichtlichen Reden: dtzouv. klec. rie kiaz'-io^erx traue. p. I'.4t>t>s 1e dSoie lirr karr. 1786. 12. — ^enr. Lrc. Dagtrcjsean sf >751. In s. tteuve. kae. 1756. 12. 2 'Bde. 1761. 4. ;Bde.) — tLnZltsche Reden S. Z9 u. f. Oebares gnrl keoc. ok burti tiouicr ot karl. tevm >74Z- I77'4. >792. 8, 7 Bde. karlam. IteAttiee tevin 1774-1780. 8- >6Bde. — s'srlamenc idealster t'ron» 1780-1784. 8 >4 Bde. — kael. IteZiiier teom 1784- '79°. 8. IZ Bde.— ksrl.licßlsiertroi« 1792-1792. 8. 6 Bde.»» Btie beauricv ot'che brirrilchSenate, laleeri und Berichtigungen. 805 rslcen sirom rke clekares o5 rke Hnistz snci Lommnns , Crom rke beg!nn!nz vt ike aclcninisirsrion vf 8. klvberc Walpole, r<> rke cncl o5 rke fccnnci sieisinn »t rke astministrarion c>k lV. ?!rr, 1786. 8- 2 Bde. — KIcmorable Lpeeckes ok Tk. Lificinc 179z. 8- — Lullet, ot Kkr. pox anci KIr. Uirc z Lpeeckss 179 z. 8. — G. Z9. b. Z. 12. st. 17z;. l. -74Z- Ebend. I. >Z. st. >74'- l. 1771.— Zu den deutschen Reden: Reden und Beteacht, über Gegenstände der Natur, der Wissensch, und der Sittenlehre von I. Ch. F. Krohne, Beruh. 1788. L. — Der >tc Th. von C. O. Scybotd Kl. Schriften, Lemgo >79-- 8. cnt» heilt zehn pädagogische Reden. — Redekunst. Au des Aristoteles /Vrs Idkec. I.!b. III. sind I. 8. Vaccr! Einmaster, c. auölar. sirä. kVolsii, I.!ps. 1794. 8. erschienen. — De» Cicero De 0r,r. ch.ik. III. find noch von G. Parcp, Land. 172z. 8. in das Englische übersetzt. Zu den deutschen Werken über die Redekunst kommt noch der dritte Thcil von I. I. Eschcnburgs Entiv. einer Theorie und kittcratur der ftp. Wisscnsch. S. -67. der Ausg. v. 1789. 8. — Romanze. Einer der erstem Schriftsteller, welcher In Frankreich, in neuem Zeiten, das Wort Romanze wieder gebraucht hat, war St. Palayc, in f. Uoniane« ,1 ilucsisin er äo däicalerre 1752. 12. Unter den Nahmen von Balladen aber schrieb lauge vor Voiturc, schon Christine von Pisa» (>4>>) Gedichte (S. Gvuicts üibl. frsnc. Bd.IX. S. 15s) so wie AI. Charlier (ebend. 171. 174) u. v. a. NI. Und Warton, in der kill. c>f lrnzl. ?ocrr)', Bd. 2. Umenclzr. kol. A. 2 führt französische Gedichte von Gower (iz5v)an, welche den Titel Ualzäes, orLoncrs führen, wovon die Stanzen Refrains haben, und deren Jnnhalt kiebc ist. Der Eremit von Waekworth ist (N17) aufs neue ins Deutsche, Bresl. 1790.8. (schlecht) übersetzt. — — Zu den alten deutschen Romanzen können wir noch manche gereimte Marienlegende, als die, in Tenzels Unterredungen Tb. 9. S. 540. und mehrere, wovon im deutschen Mus. v. I. 1780. S. zgo u. f. Nachricht gegeben wird, rechnen. Auch gehört noch die so genannte känvclk,! War scmsncl!- äcr nevv mar kegokrr, s. I. er .1. 4. hiehcr. Auch finden sich deren noch in P.W. Hcnslers Gedichten, Alton. >78-. 8. — Rondeau. In deutscher Sprache sind mir keine, als im zten Th. von J.N.Götze Gedichten, Mannh. 1785. 8. bekannt. Satire. Theoretisch handeln davon noch: I. A. Vipcrani (Am zten Buch f. Ik>er. Tliirv. >;;8. 8.) — Chrstn. Wiese (Sein kurzer Bericht von dem politischen Nä,eher, keipz. lüzo. 8. soll, Merhof zu Folge, eine Anweisung zur Vec, fcrtigung von Satiren sepn; aber das Buch selbst habe ich nie zu Gesicht bekommen.) — Dan. Marhof (Im >6ten Kap. S. 677. des ztm ThlS. s. Unterrichts.) — A!k>. Chrstn. Roche (In, zten Th. s Vollständigen deutschen Poesie) ' — Goltfc.'Duöcwig (In s. deutschen Poesie dicsee Zeit, keipz. 170z. 8.) Chrstn. Lör. ^unoli) (Im itcn Th. ft ollerncucstcn Art zur reinen und galanten Poesie, Hamb. 1707. 8.) — Joh. Chrstph. Gottsched (Im Stcn Kap. deS atm Th. ft Crit. Dichtkunst, S. ;Sö. der zten Aufl. Auch handelt das zote St. ini 2tc Th. der vernünftigen Tadlerinnen von dem Unterschiede Zwilchen der wahren Sal. nnd ehrenrührigen! Pasquille,) — Jos. Trapp (In der iztcn und igten s. hrselcch pncrie.) — Cl. Joannet (Im iztm Bd. s. Klemens äe Poesie siranc.) — I. Newberrs! (Ini -tcn Bd. S. 99. ft (lrr ok Uocrrzc on 2 nccv plan.) — Ungcn. (Lsszz' on8iuire an«I?Zncß)nic 1764. 4.) — Alcp. Slee» vens (KU27 on 8ar. bcy der I-cökure on Heaiis, 1785. 8') Domairon (Im 2ten Bd. S.91. ft ?r !nc. ücs Keiles kerrres.) — L.or. Welkenriedec (In s. Einleit. in dir sch. Wissenschaften . - . München >778- L.) — II. Eee z Eschen- Zusätze Aldenburg (In f. Tntw. einer Theorie und Littcrat. der sch. Wisscnsch. S. >>4. der Aufl. v. 1789.) ^— -— Für u»c> rvivor die Satirc: 0n rtze utc snäabuse od Lstirc I?8l. 4- — Auch gehört hieher noch iui Ganzen der uilc. ihr 1» La» tirc clc la Lom. rlcs ptzilotophes, in den Vcnvr. deS Ooycr, ?or. 2764. 22. -Bde. — Die Tat. des Hora, (S. 144) sind noch in das Deutsche, von I. G. v. L. Franks. 178,. z. — und von den Sat. deS Iuvenil (S. >4; u. f.) ist die 4te und >4te in das sirngl-scho, von Th. Morris ins. Llilccli. b,onst. 17S1. 8. >—- Lcs Seueca (S. >47) Apotolokonth. in das Deutsche, von st. G. Sonntag, in den Unterhalt., für Freunde der alten Litterat. R>g. 1790. 8. (ursprünglich im T. Merkur) überseht, — — Zu den neuer» larermschcn Sali- rcnjchreidern g'-höreu »och: Paciskcus Maximus (In s. hlcc, tzior. 1489» 4' finden sich invsök. in czuustisne,) — Das (Äcd. des Siovd. Spaznolo (S. >4?) Oe( cslzmirar. icmpor. ist zuerst Kon. 1489. 4. und nach- h.r einzeln, lZavcnrr. 149:. 4. 14?;. 4. Ven. 1499. 4. gedruckt. Las Gedicht /Uphonlus hat nur einige saiir. Stellen, z. B. auf den weiblichen Pabst Johannes, und die Ausschweifungen der röinischen Bischöfe; eigentlich ist es pro rr^s dli^panNie stc vidtoria aci Granaram a Loraccnis roporcaca geschrieben. Aber, von seinen übrigen Gedichten gehören unstreitig noch mehrere hieher, alS das isarmcn clcA. conrra pcioras impuciice lonucnrcs, kam. 1487. 4. u. a. m. Bon s. Lucol. giebt Freotag, in dem ^stparar. lirrer. Bd. S. 947. Nachr.) — thiis. Salcntiuu (Seine vpulc. kom. 250;. t'. enthalten unter andern, eine Las. conrro poccas: ans) wird ihm noch eine Kar. quost N0I2 iir locus-miciri-s zugeschrieben.) In den Zeitpunct, wwrin Hutten (S. 149 u. f.) lebte und schrieb, fasten noch eine Menge anoniimer Satiren, als die Ichranis Qcrrnanor. und die hamenisr. Germonicac nzrionis v. I. 15!:. die im 7tcn B>dc. des Patriotischen Archivcs für Deutschland, Mannh. 1787. 8. aufbewahrt worden sind. D>. sk'irshelmcrg (S. rzo) Lclcii cleciolsri ast Lach östa). magiskriills »rari», ist auch i» den Beytr. zu den R.'sormationsurknuden . . . von I. B. Niederer, Alt. 176-. 4. S. m. abgedruckt. — CiktaSclla (Vcy s. kdlocl. cou» »cmplancii, Von. 1555. 8. findet sich eine Lac.) -- S. >;°. l>, Sie erste, ohne Jahrszahl erschienene Ausg. der hpistol. otztcur. viror. ist eigentlich u. I. >;>6. die letzte, h'rct'r. 1757. z. z Bde. aber sehr incocrect. S. übrigens Meusels Histor, littcr. Magoz. Th. 1. S. z8 u. f. wo, S. Z9. aste die Schriftsteller genannt sind, welche davon Nachricht geben. Ucbrigens veranlabten diese kpilk. noch mancherlei) Nachahmungen, als die Golloczuis ohkcuror. Icheolog. izöo. 8. (S. Schwindels ,4no1, licrcr. dstor. l?z6. g. Bl. 217.) — klorilcuiuin cx cii- vcrfis opukculis 1520. (S. Ricderers Nachr. Bd. 4. S. >70.) — Lpilk. ciockor. cr clolzucirrior. cartzolicor. viror, ast varia lucmdra cr iuppofira, 1715.8, u. a. m. »— Des Ja». Aiilsius (S. 151. b>.) Vor. koem. enthalten Trotz des Titels, keine Satiren; diese sind einzeln, hlcog. 15z?. 4. gedruckt. — Evenb. Z >5. st. Lflärisc l. .Vloriac. Zu den Sat. deSchch.. Captluppi (S. >52, k>.) gehören die tlörmins »522. h l. cr a. 4, t. I, «ja:. 8- Dem Joh. Major (S. 15;. s.) wird auch noch die Satire ausden Samcrarins, chuci! Vjnjiii sclurbii ))c»Io->2 blsAnon, h I. (2554.) 8. und tey der Anög. s.Lg'iiost. ^vium 1558. 4. zugeschrieben. Auch s. i'srcnkalia, so wie sein lstorrus hitzanon, oder hibani, bep eben dieser Ausgabe, sind satirisch. — Zu Val. Anvra salir. Schriften gehören noch: Burris llztzel, l. suciicior. rlc trarcin. rolaecse crucis Lkaos, Tlr?. >619. >z. t^pop proclirus, in s. Opukc. clo rotkirur, reipubl. ctzritk. t. I. lüaz. 12. Xcnorae marris cunr hiikoica tilia colion. ebcnd. S. »9. klercujis clrritt. luctac XXIV. Urgent, 161 und Berichtigungen. 807 1615, l2. bäprbol. Lbrilllans k. vircuc, er vlcior. vnse lium. ima^lnurn l-ib. III. 1619. II. — Is dtvolinar oder Volkmar (kibliocb. Lizllo- 6uccici>, s. b^Iisbus oper. belebior. czuibus Lsllor. Luccorumczue belli pro- lereiilli pscis evercenstae ilullis publico cxbibencur . . . lllropia s. .1. 4. Ist wohl nicht, wie es in F. I. Koch Oompcost. der Litteralurgcsch. S. 161. heißt, Acrz. und Jnnhaltsanzeige der meisten, durch den zosllhr. Krieg veranlaßten Sat. sondern besteht nur aus erdichteten Titeln, und ist gegen den Card. Mazariu gerichtet. S. Buders Libl. ^ur. beleöli, S. 6z?. Ausg. v. 174z. und Oclrichs Vevtr. zur Gesch. und kitteeat. S. Zs.) — Ilngcn. (Vvcici'niz barpr. kuper cieploraco Orbis Liiriliisni blarn, Slncv. 16Z4. 8.)— S. l;y. a. Frank ». Frankenau Lac. mell. falle» gänzlich weg; weil sie nicht» weniger, als eigentliche Satiren sind. Oes A. Scctainis (ebcnd.) Sermoncs, erschienen, in ccrxs rime übersetzt, ^urigo 1760.4. und veranlaßten eine kleine italienische Schrift: I piikeri sti XsoncsFNn, cbe zncisrono per iuonare c lurono luonsri , eis Lcil'clio silo- rnüiiiZe, Heists e l-onstr. 4. —- Dies von l). parr (S. >60) den Werken des Bellendini vorgesetzte Vorrede veranlagte eine poetische Beantwortung In olenren, Lctieneiin! eciieorcm 1787. 4. mit einer englischen Vorrede. — Ubalds Ber» Zolin: t^ve ccübnru, mit einer ital. llebers. von Angel. Oalmistrv, Den. 1794. 8.) Zu den Satirenschreibern in italienischer Spracde: Tarsia (Lscir» lopr» IKice -le'hestsnci, ?ior. 156;. 8.) — Die Sat. de» Arioss (S. 761.) sind von C. W. Ahlwardt, Beel. 1794. 8. ins Deutsche übersetzt worden. — — Zu den spanischen Satirikern gehören noch: st(ope de Vcga (Seine, unter dem Nahmen des h!ccnc!>i, Obomc ste Ilnrgustlos gedruckten lllmss l6:g. cnihalten mehrere, in Form von Sonette» abgefaßte satirische Gedichte, wo» von mehrere in den -ten Bd. S. zo<- u. f. des Harn. Lisi, aufgenommen worden sind.) — Zu den Satiren des Man. de Villegau (S. >6z) kann auch noch die, im 9ten Bde. S. z. des hsrn. h/p. abgedruckte Lpillol» cdnrrr los 787. 8- nachgeahmt worden. — In dem Zeitpunkt, worin Eust. lc Noble (S- 178) seine politischen Satiren schrieb, gehören mehrere, ähnliche Aussätze, von Bise (im hstcrc. gaianc) von dem P. Sc. Marthc (Lnrrecieos rcmcbsnc I'cnrreprils ein priiiee st Orsnge lur l'^NAlc- rene . . . 1689. 8-) von Arnavd (l.e vrai l^orcisic ste Cuii!»uo>e klenr^ste dilssssu 1689. 8-) n, a. m. — Ferner eine Menge satirischer Beochüren, wclch- die, aus Feankeeich vertriebenen Rcformietcn damahls in Holland drucken ließen. — Satiren finden sich noch bc» den hicces t'u^irives, bonstr. 1771. 12. —- hpicres, biac^ies, Lonres stu ?oeie hbilolopbe, honstr. 1771. 8- — Lon- jervsrions stes gcns stu monste clans tous les rems ste I'snnee, sar. l?86. s. — Bracteole (hloze pbilok. clc iimparcincnce, ?zr. 1788- 8.) — 2lrmand de Charlemagne (In dem 4yten Bde. der Neuen Bibl. der schönen Wissensch. S. z 62. finden sich, unter diesem Nahmen, einige satirische Gedichte, auf den gegenwärtigen Zustand der Sitten in Frankreich.) Satiren in englischer Sprache: AnS. Barde (SaS erste Kap. in s. Incroolukiion ok Icr.owIellZe 1542. ist eine Sat. auf die tlnstatigkeit und VcrSndcrlichkelt des englischen Charactcrs.) — I. Bale (i;4?> Vbe .Vszsz ob che Oluccons, und 'chbe TUcoron ok ehe ?rcl-res, gegen Pabstthum.) — G. llVithers (Slbuses ttripc .anci wkipxc, or Ssrir. Lssays -614. 8. ^ 8»r. llcsticaceck co bis lbl-. ^eü)' 16:4. 8- ?ocms,620. Z.' Ob s. Speculum specularivum, or » Eee 4 con- LoL Zusätze conssclerinZ A>zf5 I<<6s. 8- auch noch zu den Sat. gehört, weiß ich nicht.) — Unzen. (>z 8,r. szaintt liz'pvcrircz >6;;. 4.) — >Jn dein Blutes h'arevveil 1690. 12. finden sich Satiren. — Vke l»z?ol znck imjwrriol Lsr^rii) . , . 169,,. 8- — Der Zivils. Ring (S. >8?.) zugeschriebene Vcwss fällt weg; er ge» hört einem andern, in, I. 176z. gciivrbcneni W King. — Swifts Mährchcn von der Tonne ist zuletzt von Kp. Rirsbeck, Zur. 1787. 8. »0 wie sein Gulliver, von ebend. Zur. 1788.8. und Gulliver in bilipm noch von K. H. Kregcn, Kovcnh. >786. 8. übers. ---» Cefnr Oe Utlsf^ (ch 1775. Diclo onel Vim, und Lrihcrz', - 8ar. 1750. 8 ) — Oer, S. >90. Will. Keimck zugeschriebene t.exij>hznez, ist eigentlich. von einem gewissen Campbell. — Zu Peter PinSars Satiren (S. >92 u. f ) gehören noch dessen hacdoric Ochez 1794. 4. — Iii Smirl) pe>e,ns 1790. 8. findet lieh, hssssion, 2 8zrire.— Unzen, tvszror, s poiiricsl Lei. 179z. 4. — Deutsche Satiriker: Wenn S. 199. s. gesagt ist, daß Joh. Geiler Predigten über da« Niv. oder Narrenschis gehalten: so ist dieses nicht so zu verstehen, als ob er es, wie Text, zum Grunde gelegt, sondern daß er es nur bcy s. Predigten vor Äugen hatte. — Zu Murnsrs Sat. S. --»o ist, in F. I. KochS Comvendium der deutschen Litteraturgesch. S. 065. noch die „Andechtig geistliche Badcnsart . . . Steasb. ,5,4. 4. (S.Panzers Ännalen, S. z?,. ldlo. 798.) gerechnet worden, aber absichtlich, als eine Satire auf die christl. Religion, ist sie denn doch wohl >ncht geschrieben, wenn sie es gleich vielleicht scheinen kann. — Von des Simplicius (S--02) Schriften, ist auch der Springinsfeld, Wien 1791.8. modernisier erschienen; der neuere Bearbeiter des Simplieissimus ist T. I. Wagenscil, und das Buch erschien schon, s'cipz. >785. 8. — Simplicius gedenkt, in s. Sache. Pilgram, einer zu Strasburg gedruckten satirischen Schrift, „der Mannverderbcr," welche ich nicht näher nachzuweisen weiß. — Zu C. ZVei- sens (S. 20z.) Satir. Schriften gehören auch dessen Ueberflüßigc Gedanken. — val. Piersci) (f -yzz. In s. Gcd- Königsb. 1740. 8. finden sich mehrere Straf- gcdichle oder Satiren.) — S. h. Eben der Ungenannte, welcher Weißlingern antwortete, schrieb noch, als Satirc: Schutzschrist für die päbstlichcn Con, troversistcn . . . Const. 175z. 8^ und des Katol. LaycNj'Glückwunsch und Trostschr. an den 'Autor der Controversschrift, Duclkcr ZVirrehciz. (Mich. Äucn) Freys. 1752. ». — Die Sarir. Abbildungen (S. -06) sind von Castus. — Zu I. A. Dllnidels (S. aoö. l>.) satir. Schriften gehört noch dessen Stummer Advokat, welcher unter dem Titel, der Prokurator ohne Hände fortgesetzt wurde, und wovon der Verf. selbst den ersten Theil ins Jtal. übersetzte. UcbrigenS veranlaßtc seine Schmähschrift eine Menge Gegenschriften und Antworten, als den Kleinen Bändel, von Klett 175z. 8. Den redenden Advokaten von Jungcndres, Schwab. -761 .-1766. g. Sieben Austr. ( gegen den stummen Advokaten. ) — — Zu C. U3. Zviclllnids Satirischen Schriften (S. 2-8.) gehören vorzüglich dessen Ab> deriten, ursprüngl. im Aeekur erschienen. — Zu Deöa tNa)'r's ( S. 208) der Spatzicrffock iu seinem Glänze, d. i. Dank und Ehrenrcdc auf die Spatzier- stöcke, Müncken 1769. g. — Unzen. Beweis, daß O Bahrdt Schuld an dem Erdbeben in Calabrien sey, 8. — A.eber. Spurer (Zivey Sat. über drn Ge- schniack, und an dir Göttin der Gerechtigkeit . . . >782,».)— Zu A. L.Crllnz Satir. Schriften: Die Bockiade, Fest, am M. 1779. 8. Dieneue Bvckiadei/»'. 8. Sileu und sein Esel, Verl. 1781. 8. Der gebührende Beeg l?8Z, 3. Cvr- respondenz mit und aber eine Verl. Hais, Verl. 178z. 8. u. a. ni. ^> Du .Albr. Cranz (Kraut und Rüben durcheinander, Bresl. 1784 u. f. 8. Vier Portionen.) — Unzen. Grönländische Prozesse, oder satir. Skizzen 17L;. 8.— Timvv, eine prächtige Sat. aus eine Menge von Schurken, Narren und Bösewichter 1787.8.— Kritik und Berichtigungen, 809 Kritik der schönen Vernunft, Foy und Maroeco 1790. g. (Auf die Kantsche Philosophie.) Von unfern Romanen (S. 21:.) gehören noch sehr viele hichcr, als die Geschichte einiger Esel, Hamb. 1782. 8. z Bde. (ein nicht schlechtes Buch, welches ganz unbekannt geblieben ist.) — Der empfindsame Maurus PancraziuS Ziprianus Curt. . E>f. >781-178?. 8. 4TH. von T. L. Timme, und ebendesselben Lustbaumeister, eine Wochenschrift, Erf 1785. 8. 2 Bde. -— Von dem Artikel selbst handeln noch: Schreiben eines guten Freundes. . . worln er ihm einen Beyirag zu seiner edircnden kibl. laririco morsl! mltthcilct, 1746. 8. — und I. Riedel sechster Brief an das Publikum, S. 10z u. f. — Von satirischen Schaumünzen, s. den Art. Schaumünzen.— Von saririschen Mahlerten, oder Gcmähldcn, ob es deren gleich mannichfaltig ebenfalls giebt, Nachrichten zu geben, verbietet der Raum. — Sacz-risches Drama. Davon handeln noch: Uocno Nisiely ( Im ztcn Bde. f. prvßlnn. pocc. S. 1Z4 u. f.) — llcbrigcns ist der CvclopS des Eurip. in da< Italienische, von Zanctti, Päd. >749. 8. überseht; — und S. 21z. d. A. 4. statt C- T. Kuinvcl, ist Joh. G. Chefin. Hoepsner zu lesen. — Schaubühne. Die, S. 240 angeführten Dspi 6'Opcrs sind von I. Vmc. Fellini; sie bestehen aus zwev Thellen, wovon nur der erste Vorschlüge zu einem neuen Thcatergebstude enthält. — UebrigcnS gehört »och ein Thcil der, bey dem Art. Bauliuns?, S. Z27. a. angezeigten architect. Werke dcS LerS. Galli Dibiena hierher. Schaumünze. Die Abhandl. dcS Jac. Spon (S. 245. s.) ist zuerst bereits von I. M. Hcusingcr, bey (. Ausgabe von Julians Oaes. Gotha 1726. 8. ins Lateinische übersetzt worden. — S. 247. a. Die saniere cie stitcerner ere. von (Gull.) BeauvaiS, ist nicht bey einer kliss. cles hmirs, sondern bei) s. Dill. sbrezcs äez Lmper. klom. . . p»ur lefiguels »n s trappe cles Xleäailles 1767. 12. zBde. abgedruckt. Auch gehört von den Schriften dieses Verf. noch seine Oisserrsr. lur la margue er contremarguez (les ,Vleä. eles ILmpereurz > Ilvm. 8. hiehcr. »»» S. 247. Oer daselbst dem Addison zugeschriebene Lrirical essay ist nicht von ihm, ftmdcrn von Cuningham. — Von der Verfertigung von Schaumünzen handeln noch: 2öenv. Tellini (Im 7ten-roten Kap. des ersten s. vue Brarrar!» S. 65 u. f. pir. 17zr. 4.) — Marc. Marcin (Kunstreicher Münzmeistcr und wohlcrsahrner Münzwardein, Verl. i?;2. 8.) — Gsrrfr. Uhlig (Verf. einer Numismatik für Künstler, oder Vorsehe, wie auf alle Zällc Münzen im römischen Geschmack zn entwerfe», und histor. Gegenstände in anpassende Allegorien einzukleiden sind . . . Lcmb. 1792. 4.) >— — Zur Rennrniß der Schaumünzen: Joh. Chr. Blearius (Lpec. re! numar. leienrifice rrsäenäae . . lcn. 1698. 8. Verb. Gött. l. s. g. Curiose Münzwissciischaft . . Jena >79,. 8.) — Nic. I^eurice (Plan — Gottl. ?vi»ii (De verer. dstumizm. porenria er gualirare lucubr. l-!pss. 1701. 4.) — Joh. Dav. Rohlcr (ssem. lrillor. lur Icz däcciaillcs cc Xävn. Kerl. 1740. 4.) — Joh. Frieö. Joachim (Ilntcrr. von dcm Münzwesen, worin so wohl der Austand und Beschaffenheit der Münzen bey den Juden, Griechen und Römern, als auch die Einrichtung des Münzwcscns in den vornehmsten Europäischen Ländern vorgestellt wird, Halle 1754. «-) — Fr. pcrez Ba^eu (I)s dlumiz blebr. Kamariionis, Vstenr. 1781. 4.) Dom. Scslini (bcrr. e strllerca^. »umiemar. lvpra slcune öäeäaglie stella culle^. ^inslicans, > >v. >789. 4.4?h.)—- Jos. lLcd'hel (DuA. Istnlno!. ver. Vinäub. 1792 .4. Ece z bis Zusähe bis jetzt nur ein Band, welcher die Münzen von Spanien, Gallien, Britannien, Germanien, Italien und s. Inseln enthält.) Zur Kcnntniß der nencrn Schaumünzen: Sal. Ncugebauer (Z^mbol. heroics recenrior. dstumism.in, sverstx Isreribuz vccur. krcstr. 1619. 8 ) — Von den Jetton» (S. 2;:. b.) »der Gcdächtnißmünzcn, Gcdenkpfennigcn, I. C. W. Mvehscn, im cken Bde. S. Z77. s. Beschr. einer Berl. Mcdaillcnsamml. — —- Zu den Schaumünzen unter der Regierung Ludwig des fünfzehnten (G. 250. s.) VIeäsillez äu regus «tu Idoi houiz XV. clepuis le commencemenr jusczu's I'sii 1727. h. tili..—' S. 2; l. 2. Der Titel des daselbst «ngef. Werkes von W. F. Tcnzel ist folgender: Laxon. hlumismsr. d. i. Historie des Hauses Sachsen auf den Medaillen und Münzen .. . Jena 1700. f. Ferner 8sx. blumiim. st. kstumopstyl. Istumirmsr. mnemonicor. er iconicor. sb> HIeölor. IZucüz. 8sx. linese rsm Lrnest. gusin ^iberc. cueli sulstii. stg. sei,, orusc. Orexci. 170;. 4. 6 Th. — Schauspieler, Schauspielkunst. Die S.-S6. s. angezeigte Schrift von S. H. Ewald steht im -rcn St. des stmBds. des Gvthaischen Magazines, 1778.8.^ Xv. A. Iflanv (Fragmente über Mcnschcndarstellnng auf den Deutschen Bühnen, Gotha 1785. g.) — Was kann eine gute stehende Bühne wirkend ein Aufs, im ltcn St. der Rheinischen Thalia — lieber die Achtung, welche der Schauspieler verdient, in den Versuchen, Dessau 1782. 8. — Warum stehen die Mitglieder der Schaubühne noch jetzt in einem so geringen Grade der Achtung, im zlcn St. von Knüppels und Menke Philos. und bitterer. Monatsschr. 1787. 8. — I. S. Grüner (Uebce die Wahl des Schauipielerstandes, in der Litterat. und Völkerkunde v I. 1788. Mon. Oetoder.) — MMn Ve Granomaison (Sur ls listeire «Zu 'ckstesrie 1790. z. lieber die Theatcrpolicep.) — ZsS. XvalSer ( Dramatische, dramaturgische uud andre Aussätze und Skizzen, Freyb. 1789- 8. gchn geöß- tcntheils die Schauspielkunst an.) Zur Geschichte der englischen Schauspieler: Nachr. von Garriks Tode, aus dem Franz. des Linguet von A. Wittenberg , Hamb. 1779. g. — Dir Apologie der M. Bellami) hat A. Wittenberg, Hamb. 1786. 8. ins Deutsche übers. — VIemoiis »5 Anus kelism/ 1785. >2. Lila/ 01, rke preemincuce ost cemic Llen!u5, cvirk ohsteivsr. ön rtic ste- versl cstaisckeis ^kstiist )orck.an stss sppesreci in 1786. 8- — hüe snä lvlem. vk Vüks Knns Lsrley 1790. 8. — — Der deutschen Schauspieler: Ernst M M. Rathlef ( Die letzter» Tage der jüngern Dem. Ackermann, Hamb. 1776. 8. wozu auch noch ein Beytrag, ebeud. 1776. 8- erschien.) — Morton (Charlotte (Ackermann) ans authentischen Quellen, Jen. 1778. 8.) — Ant. Perba (Gallerie der deutschen Schausp. und Schauspielerinnen, Berl. 178Z. 8. wozu I. F. Schuck Zus. und Berichtigungen, Wien 178;. 8- herausgab.) —- M. Müller (Brote, zur Lebcnegcsch. des Schauspieler Abt, Fest. 1784. 8-) — Thr. G. L7eefe (Karolinr Groilmanu, Gött. 1784. 8.) — Schink (Katharina Jaequet. Wien 1786.8 ) — Reinecke (Biograph, einiger deutschen Schau« spicleeiunen, ,787. 8.) Auch gehört im Ganzen I. F. Schlicks Theater von Addera, Verl. 1787 -1789. 8. »Bde. hierher. >— — Scher;, Scher;haft. Zu den, von dem Scher; überhaupt handelnden Schrif- stellern, gehören noch Cicero (Im viscoi. c.-6. und im stcn Buch clc- vis- rore e. 54 u. s.) — F. Guincrilianu» (Im ztcu Kap. des 6tcu Buches s. in- Kiruc. vrsror.) — — De la Goriniere (ltestcx. Gr l'zhus er le msuvais ulsge, gus Ion ksir stu stiie insrorigue. im Vlerc. äe Francs, vom I. >742- Mon. Junius.) — Cl. Jeanninet (Im 2ten Bde. s. H.Iem. äe hoeste trsnc. Bd. 2. V. 79 und zwar äe Is poeste bsclinL er cusouee, und äe ls Hoests bursest^ue; die letztere thcilt er in drevcrley Arten , in diejenige, gu! Hess psr I läse und Berichtigungen. 8" t'ickcc beule zu! salr le suzcc ckcz vrrx'» diejenige zu! Leib psr lex !steox ckispz- rarex, ou par l'oppofirion ckez iciees er ste ftexpression Und diejenige, Uonr 1c burielzue cid sonst? sur le peu ste rapporc encre lex senc!inenz er Icur vksec, er lex pertonncx er Icur lanzage) — — Scherzhafte lalcinischo Gedichte unter den Neuern: s?ec. Gnliisavd (Lncom. Luücix, LuZst. L. 1550. 8. und im >ten Bde. von Casp. DornavS ^mpkirkearr.) — Jos. Tsdvison (s?U7.u«w ^c^oivou«^-« und ^lacliinse zefticuiancez, in s. HV. Äd. >. S. 121 und 14z. Ausg. von 17S;. 8 ) — Scherzhafte italienische Gedichte, in der Manier dca Burchicsto- Von Am. Bucci (S. -74. b.) findet sich ein Gedicht überseht in Schmidts Jtal. Anthologie, Th. >. S. 8s. — Von den Gedichten des Aurchicllo (cbend.) ist eine Samml. mit dem Titel, Svnerri riel Lurcftiello» Leilincioni cci slrri l'ocri pior. alla Lurckieilcsca, I.onst. 17 Z 7. 8. vorhanden. — Von den Geb. des Lor. ve'MeOici (S. 275. a.) find Sammlungen unter dem Titel, Loeüe voigare, Vcn. 1554. 8. Lerz. 176z. 8. gemacht. — pietro Arerino (Oer verstorbene Flöge! hat, in f. Geschichte des Burlesken S. 90 auch s. Sonnerri iuilurivie unter die Berncskischcn Gedichte gesetzt, und ich will als» genauere Nachrichten von ihnen hier geben z sie wurden zuerst unter die bekannten, verloren gegangenen Bisttter des M. Antonio, 16 an der Zahl, gesetzt, und erschienen mit ihnen im 1.15^4. Eine besondre Ausgabe derselben, aber mit vier vermehrt, scheint Aeetin selbst, Ums I. 1554. veranstaltet zu haben; eine andre, aus eben so vielen bestehend, ist Vcn. ix;6. >6. eine andre, Par. 176z. 12. erschienen; in der letzter» finden sich aber 26 dergleichen, und unter diesen fehlen von den achten Aretinischcn IN 15. ig. >9. 21. Auch die lat. Ucbels. des la Monnoye von iü dieser Svn. ist gedruckt 5. l. er a. UebrigenS waren die Platten zu den Blckttern des M- Antonio, wohl schvn lange vorher, che Jollain solche zu kaufen glaubte, vernichtet.) — Die Lime des Giovb. Fagivoli (S. 277.«.) find Im. 1729- 17Z4. 4. 6Bde. An>st. (Vcn.) >759. 6Bde. zusammen gedruckt. —> Die ftime ^'iacev. des Gasp. Go;;i (cbend.) find Lucca 1751. 8. Ven. >758.8. s Bde. zusammen gedruckt. —> >—> Zu den Macaronijclicn italienischen Dichtern: Giov. G. Avione (nicht Aglione, wie Flöge!, a. a. O. S. >>?. verleitet von Mazzuchclii, oder Adelung, der aber seinen Jrrthum Art. Arionc, berichtigt hat, sagt, lebte ums I. i;6°. hlackaronca conrrs kckaclrsroneam Lassan! sä speötabiiem st. Lairasarem Lupum Taften. Lcustenrem Lapiae z. 7 Vi. und in s. tlpcr. molro piacevole, Vcn. 1560, 1624. 8- Einzeln Aili 1601. Isor, 1628. 8. Oer Seltenheit wegen, mag der Anfang hier stehen: v ssu zui zuonstam ste Orienrc venill'ez Oiserre muncrn, vncÄrix nomine >tagi Lc ste cvznominc spavcnrax pccora camp! etc, ---> Oer S. 292. angeführte deutsche Ameisen und Mückenkricg in z Büchern ist zuerst schon >600. 12. unter dem Titel Mückenkricg, erschienen, und ist aus der ^Solches des Holengi (S. 279. z.) gezogen. —> Das Macaronische Gedicht des Dorn. Gtcphoniua (cbend. b.) führt den Titel dstacirsroniz bor2s. — Unzen. (Vlacaronica ste ü^nsticarn er constcmnarione stoöt.Lsmlonix bctlii.) — Ungcn. (l)ial. saccrux er finznlsris, nun minus crustirionis zuam dstacaroni- ccs amplcödenx, ex obscuror. viror. salibus cribracus, s. l. er s. 8.) - Andr. ^Ü>nsgnug (1624. Lsrnevsle, sab. Vlacsronea . . . Lraccisni »puck e^nstr. pkacum 1620. 8.) — Giovb. Gre.scri (f 17x6. S. Llem. Vanerri Lvmmenrariol. ste I. L. Gräser. Uost. 179s. 8-) — typische scl?erzi- hafrs Poesien in Jcaiicniscdre Sprache: U"Zc>r. h» Gornciste, l'ocma croic. com. Lornip. :77z. 8. 'tick K, — Ank, i?i Gennnro, ^er5> v. ^clforr 8l2 Zusähe (Ocl Linro sti Vcn-re, z.) — Der Verf. des, S. -81. ,. angef. Ber« toldo ist Girol. Baeuffaldi, und das Gedicht erschien zuerst, Vol. ,?a6. 4. >— DaS Qiuco stelle Lsree des Bcttinelli erschien zuerst, Crem. 1774. 8. — --- Lraitzäslsche Dichter in der sNacaronischen Manier: Jean Äcrmain (stli- sstnr. tuavilsims Lsroii V. Iiu>>. g ?rov!ne!slik>us ps^ssuis rriumpdsncer tu- gsri, stesssissr! ... i;;6. 8.) — ?. Ed. SuMonin (s N86. In s. vcuvr. t^sr. 1582. l2. soll sich ein Carmen srensieurir ste guuruustsm nugigciolururu xissta intu>rzi(>rcsb>i!i finden.) — Unzen, (stlsrenzs mscsroniea kshirs >u örlo- nslteriu Liuniscenii . . . sst Lsrstin. ste l.nckisrinZis . . . prc> re>'ereust» corvus surea gusrn sliistulic s Iscodirio urbis lojecciisto, kkem. i;üü. 8.) »--» At. Tndourvt (f ^59°. Lscssznzu lste)ristrr> - Luyls» st-sui^ueuecurum . . . ?ar. i;L8. 8) — Inn. Cec. Frey (s >6;>. Fiögel, in s. Gesch. deS Burlesken, S. 2-7. setzt ihn, unter die deutschen Makaroniker; aber dadurch, daß er ein Deutscher war, wird sein Gedicht, Isteeirus verirslzilir iu^er rerri- dili Llmeuca l's)'ssnnurunr ste Istuelliv, s. I. er s. 8. noch nicht deutsch ma« kaeonisch.) — — Die Zahl der so genannten Zöurlcsben, französischen Dichter und Schriftsteller (S. -8z) würde sich, ohnstreitig noch sehr vermehren lassen; K. H. Flöge!, in s. Geschichte des Burlesken , hat S. >;? u. f. deren eine große Anzahl angeführt, unter welchen aber wohl einige mit Unrecht, als eigentlich Bur» Icskc angesehen werden. — — S. 28;. s. die daselbst angeführte englische Uebers. des ßulrin, ist von Ozcll. — Gedichte von der heroisch komischen Art haben noch geschrieben: Unzen. (st.s Lsvsiilunsste, NU Ic sscAS ste Lsviliuu jrsr Ic« ^vijznvis. . . (lsvsillun l79>. 8.) — — Zu den Burlesken vdeeinder Hu- dibrastischen Manice schreibenden Lichtern der Engländer gehören noch: Ein U», gen. Dkie tcmsle st'rosel^ce s 8sstbsc!< LIister . . . l.onst. 17;;. toi. —- Rorvland Ru^elz? (Seine zchscell. suems 1764. 8. sind fast alle in diesem Style abgefaßt) — Unzen. cousslstinz ob 'I'slez, k^slilez, Lpizr. 1770. ii. ebenfalls in dergleichen Versen. — Wenn übrigens S. -87. a. Haw- kins Brown wegen s. l'ipe ok1sul,zccc> (in OodsleyS Samml. Bd. 2. S. 2go) unter den Burlesken Dichtern steht: so ist deswegen das Gedicht nicht in Hn. dibrast. Manier. Zu den scherzhaften frühern englischen Dichtern gehören noch: Jech.>5e)'u700d(chcheSpistersnstrliekch l;;6.4. nu'tK. wovon Warron, in der Hilst. ut'Luzi. l^ocr. Bd. z. S. 92^ u. f. einige Nachricht giebt.) — Fcuvldcs (Lsriel deiween stluzs sust steile l6c>z. 4. Ob dieses nur Ucbcrsetzung des bekannten Homerischen Gedichtes ist, weiß ich nicht zu bestimmen.) — Unzen, (lachen, c>r rstic Qisnco-rvsr, s mucle-pvem 16S5.8. — ?dl?N Ducgnp Zöreval (ch r?z?. Ii».' src ok streß? >7,7. g. Ein anderes s. schcezh. Gedichte, das ich aber nicht kenne, soll den Titel, der Rcifrock, führen. Uebrigens prangt der Nähme deS Verf. auch in der Dunciadc, L. II. V- 126 und 2Z8.) ^— New- burnl (1 kc ßveleiast. g.) — Unzen. dstostern Lsllsucerz?, vr rire newsrc ob love 1768. 4. — Xlch. Tlcch'el (Dire vvresrstl ot tsßiiiou» vr che Sic okßeurimeural pverr)' 1778- 4. Btrc prvzeöst 1778- 4. 'Lire snricijwriun 1778-8. gehören , indessen, in gewisser Art, auch zu den Satiren.) — G. Colman (Zslre kstoliisst, im 2ten Bde. s. Leuste sust Verse 1778. 8. z Bde.) — stlnZen. sticliouisU , su ker. pc>em. iulcr. co s ^uunz »sstrcer 178 5. 4-" Dem, S. 290. h, angezeigten kstew CounstiioZ-stxzspicsi erc. ist ein ssuunstlinz. Istuspirsl 174z. 8. voran gegangen. Zu den deutschen scherzhaften Dich, tcrn überhaupt: Daß in unseru frühern Dichtern sich mehrere hichec zu rechnende Gedichte finden, ist sehr gewiß; die mehrsten Hvchzeitgcdichtc sind von dieser Art; aber wer mag solche kennen oder lesen ! Indessen will ich wenigstens Paul Fiem- mings und Berichtigungen. minzs lieflclndischc Schneegrciflnn (im zten Buch s. Poetischen Wälder) nennen. So gar Leichcngedichtc dieser Art, als in Eh. Betulius Niedersächsischen Lorbeer- ha»», das Lpiccel. auf einen Hoflcuhcnd. — S. -9-. Oer Verf. des Grenadier hieß eigentlich Meier, und das Gedicht erschien im zren St. des zlen Bds.S, 457 der Erweiterung des Erkenntnisses und Vergnügens. — Unzen. Scherze, Heinist. 1762. 8. -Th. (Sie enthalten kvm. Heldengedichte u. d. m.) —. I.F. Rarschky (Melchior Striegel . . Wien 179z. z. Auf die Freoheitsschwärmcr.) — — Au den prosaischen Scherzen in englischer Sprache: Traguelano (stalts, or stcsr Nllgz VVitricism. s. s. 12.)— ^xiopkrczmcs, rksr iz r<> iaie, zerompre, vicriu Lsi^nz«! verie plcccssuiir 1564. 12. — Wirr recrearinns, vvirii in. xeiuvus cvnccirs kor elre ZVirrie, sncl merrz- Xteeiecinez tc>e rkc Vlelün- clialie 1641. 12. — In Seurseher Sprache: Gerv. Gottsehalk (Prosaische Schwanke aus dcii Zeiten der Minnesinger, Lcipz. 1794. 8. 2 Bde.) — Ungen. Schivänkc und daunen, Beschiv. >794. 8. Von drn S. -97 erwähnten /dna ist eine Auswahl, niit dem Titel, /Zna, »u l?<>II cies bun mors . . par hurerierc, ?ozze, kräensze, Klarville, (skiarpenrier erc. 1791. 8. I 2 Vd-, erschienen. — Sclomelzinahlere)'. Au den guten Wählern von dieser Art gehört noch, C. G. Morasch. — Von dem S. Z04.IZ. erwähnten Nielliren handelt noch: .Veno. Cellini (Im Zten Kap. des ersten s. IZue Brorrari, S. 02.) —> Schon. Der S. zi-. 2. genannte Heinr Beaumont, ist eigentlich Jos. Spence. — Das S. Z19 angeführte Werk des Poniliy gab Vernct zuerst, Genf 1746. und verm. der Akt du Saulr, Par. 1774. 8. heraus. — llebrigcns handeln davon noch: St Arreaz.r (Nicerche sslososteke iulla I3eII«222 icicalc, cuniitieeür» cnnic »zcrr>> eli rurre I'arce imiraeive, 1789. 8.) — s'et. Campen (Ueber die Schönheit der Formen. Deutsch, in s. Vorlesungen, Verl. 179z. 4. S. 5z. und im 4sten Bde. der N. Bibl. der sch. Wissensch. S. 179. Auch gehört hieher noch das >te Kap. des zten Thls. s. Abhandl. über den natürlichen ilnterschicd der Gesichtszüge . . . S. 48. d. d. liebers.) — T. Roscgartcn (lieber die wesentliche Schönheit, in s. Rhapsodien, Lcipz. 1790. 8. S. 5.) — Schrastirung. Nicht im ?tcn sondern im i ztcn Buche handelt Laircsse hicvo».— Schreibart. Don K. P. Moritz Vorlesungen über den Stvl ist, der 2te Th. Verl. >794. 8. — und von I. rv. A. Rosmann Vers, einer vollständigen Theorie des deutsche» Styles, Verl. 1794. «, erschienen. — Sinngedicht. Zu den Verf. derselben gehören noch: Hier. Dalbus (Lpizr. il l. cc a.4. Vieri. 1494.4. Berüchtigt wegen ihrer llugcsittcthcit.) — Tanzkunst. Davon handelt noch: Joston (Braue sbrezs äe la vanse. 176z. 12.) — Täuschung. Darüber findet sich noch ein Aufs, im iten St. des gtcn Bds. von Eberhards Phllos. Magazin. — Teren;. Die eZnstria ist noch in das Jtal. von Nie. Macchiavcl übersetzt, aber erst in der Pariser Ausgabe s. W. gedruckt. >—^ Tonart. S. Z44 .H. A. -9. st. ,7°4. l. >751. Auch veranlaßt- diese vermeintliche Erfindung des Blainvillc mehrere Kritiken die sich im käercure des I. ,7;,. und 1752. finden. — Vers. Von den italienischen VerSarten handeln noch: Aud. ouccolo (lZisc, eieile rssivui eist numero stsl veri» icslianc», Vsn. 162z, 4.)^» s^ict.Hella V.itte Ll4 Zusätze und Berichtigungen- Välle (Ol tre nuovcjmsniere äi versa särucciolo, Visc. ktom. 16Z4. 4.)---- L.orett0 Matte! (17e»r. äcl versa valx-re . . . Verl. 1695. II.) —- —« To» dcn spanischen: Maut. Saumiento (In f. >4em. p»r» dilt. äc l, pocti» hsp. S. >66 u. f.) Verzierung. Entwürfe zu dergleichen baden noch geliefert: Gver (Orn-menr-l TZrckicett. sor Lsräens, 8- 54^l-)-" I^orgsfesl (OeliAnr svr arnimenczl ^rckireöt. s 7 Hefte.) — Zeicknung. Au dcn Zeichenbüchern gehören noch : l'be sckiaol „5 srk5» or rke malt camplece vrovvinz- kavlc 176;. s. — Ein Zeichenbuch, von Vol« paro und Morgpen, N. 1786. s. z6Bl. — Zeichnung, -Hanvzeichnung. Von dem Wcrthe, und den Vorzügen dcrfelben vor dcn Mahlerevcn handelt, unter mchrern, Richarvson (In f. Lilsi sur I, l'keoric äe I» ?einr. S. 1Z> U, f. UNb in der Schrift sur 1'srr äs criri^ue ecc, S. 26. AUS», v. 17-8.)