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vergleichen; wo wir ungewiß wer-den, wie die Sache fortgehen, oderwie das Folgende entstehen wird:da liegt ein Knoten, wobcy die Ge-danken sich zusammen drangen undgegen einander streiten, bis einerdicOberhand bekommt und der Sa-che einen Fortgang verschafft.
Knoten sind also bei) Unternehmun-gen, wo Hindernisse aufstoßen, dieman aus dem Wege zu räumen hat;bcy Untersuchungen, wo sich Schwie-rigkeiten zeigen, die eine neue An-strengung des Geistes erfordern, umsich aus denselben heraus zu wikeln;bcy Betrachtung der Begebenheiten,wo die würkende Ursache durch großeund ungewöhnliche Kräfte, die unfteAufmerksamkeit an sich ziehen, all-mahlig die Starke bekommt, denAusgang der Sachen zu bcwürken.Ein solcher Knoten bewürkt in denbey den Sachen interessirten Perso-nen eine neue bisweilen außerordent-liche Anstrengung der Kräfte; bei) de-nen aber, die blos Zeugen oder Zu-schauer dabei) sind, reizet er die Auf-merksamkeit und die Neugierde, wo-durch die Sache weit interessanterwird, als sie ohnedem würde gewe-sen seyn.
In den Werken der schönen Künstehat der Knoten eben diese doppeltesehr vorteilhafte Würknng. DasWerk selbst wird dadurch reicher anVorstellungen. Handelnde Personenz. B. strengen ihre Kräfte meyr an,ihr Genie, ihr Gemüth und ihr gan-zer Charakter zeiget sich dabei) in ei-nem vollen Lichte; der Künstler hatnöthig auch sein Genie stärker anzu-strengen, um Auswege zu finden:dadurch wird also für den, der dasWerk der Kunst genießen soll, allesinteressanter und lebhafter. Darumist es nöthig, daß wir über eine sowichtige Sache uns hier etwas weit-laustig einlassen.
Man hat hiebey auf drei) DingeAcht zu geben: auf die Natur des
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Knotens, ans seine Knüpsung, undauf die Entwiklung desselben-
Zuerst muß man auf die Beschaf-fenheit des Knotens Acht geben,der bep Handlungen, oder bei) Unter-suchungen und dem lehrenden Vor-trag vorkommen kann. Bey Hand-lungen kann er von zwcyerley Artseyn. Erstlich kann die Handlung ansich selbst ein sehr gefährliches odermit außerordentlichen Schwierigkei-ten begleitetes Unternehmen seyn,wodurch der Knoten sich von selbstknüpfet, indem es höchst schwer ist,der Unternehmung einen glüklichenAusgang zu geben. Von dieserArt ist der Hauptknoten der Odys-see, wo die Heimreise des Ulyssesund die Wegschaffung einer gan-zen Schaar mnthwilligcr und zumTheil mächtiger Liebhaber der Pe-nclope für einen einzeln Menschenein höchst schweres Unternehmenwar. Auch gehört der Hauptknotender Acneis hichcr; worauf der Dich-ter gleich Anfangs unsre Aufmerk-samkeit lenket:
l'snrze molis crsc Uomünam coa-clere gencem.
Je größer der Dichter diese Schwie-rigkeit zu machen weiß, je mehr Ge-legenheit hat er die Fruchtbarkeit sei-nes Geistes und die Größe seinesHerzens zu zeigen. Hier liegt alsodie Schwierigkeit in der Bcwürknnzdes Ausganges.
Es gicbt noch eine andre Art desKnotens, der nicht von Hindernissenentsteht, die sich einer Handlung inWeg legen, sondern wo die Schwie-rigkeit darin liegt, daß uns die Größeder würkenden Ursachen, das Fun-dament, worauf sie sich stützen, dcut-lich vor Augen gestellt werde. GroßeDinge rühren uns entweder durchden Erfolg selbst, den sie haben, oderdurch die Kraft, wodurch er hervor-gebracht worden. Daß Lconidasmit seiner kleinen Schaar bcy Ther-mspplä von einem unermeßlichen
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