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4 (1794) [R - Z]
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744
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744 Wulst Wun

in solchen, die zur Verbindung derBegriffe, zum Schwung und zurWendung der Gedanken dienen.Und wo sie aus Noch die Verbin-dmigswörter aus der gemeinen tagli-chen Sprache des Umganges braucht,weiß sie ihnen doch durch fremdeStellung und einen nachdrüklichenGebrauch einen höheren Ton zu ge-ben.*)

Wulst.

(Baukunst.)

Ein großes, oder auch nur mittel-mäßiges Glied, das nach einem un-terwärts laufenden Viertclksreis ge-brauchet isi. Seine Ausladung wirdinsgemein G der Hohe genommen.Die Figur des Wulsis-isi im ArtikelGlieder nachzusehen. Insgemeinwird er von einem Band und einemRiemen eingeschlossen.

Wunderbar.

(Dichtkunst.)

Ist eigentlich nach dem gemeinenSprachgebrauch alles, was Bewun-derung crwekt, oder verdienet. Dochscheinet das Wunderbare, das ins-gemein für den höchsten poetischenStoff gehalten wird, und was manin der hohen Epopöe anzutreffen ge-wohnt ist, von einer besonder!, undvorzüglichen Art zu seyn. Wir be-wundern alles, was unsre Erwar-tung und unsre Begriffe, oder dasgemeine Maaß, nach welchem wirdie Dinge schätzen, oder für die Auf-merksamkeit abwägen, merklich über-trifft. Jedes ungewöhnliche Talent;jede Tugend und jedes Laster, dessenGröße weil über die gemeincnSchran-ken geht; kurz jedes außerordentlichein der körperlichen oder sittlichenWclterwckt Bewundrung: aber des-wegen wird nicht jedes außerordcnt-

*) S. Ton.

W u-n

liehe zu den. Wunderbaren gerechnet,wovon hier die Rede ist.

Einige Kunstlichter scheinen diesesWunderbare blos in dem Uebernatür-lichen zu setzen, das durch würklicheWunderwerke der Allmacht geschieht.Aber dadurch schranken sie dicscnBegriff zu eng ein. Auch natürlicheDinge können so außerordentlichund so sehr über unsre Erwartun-gen seyn, daß man sie zum Wun-derbaren rechnet. Miltons Himmelund Hölle, und die unermeßlichenätherischen Weltgegendcn, dieKlop-stoks reiche Phantasie erschaffen hat,scheinen zu dem achten Wunderbarenzu gehören.

W>r würden außer diesem auchnoch das zum Wunderbaren rechnen,was uns Gegenstände schildert, diezu der würkiichen Welt oder Naturgehören, oder zu gehören scheinen,aber so völlig unerwartet und außer-ordentlich sind, daß sie uns die Na-tur in einer zwar nicht widerspre-chenden, aber völlig neuen, außer-ordentlichen und höheren Gestalt zei-gen, und dadurch" die Bewundrnnghervorbringen, von der wir in ei-nem eigenen Artikel gesprochen ha-ben; was zwar die Begriffe, die wirvon der Welt und dem Lauf der Na-tur haben, nicht geradezu aufhebet,aber sie sehr weit übertrifft. Dennso außerordentlich und ungewöhnlichauch die Dinge sind, die man unserzählt oder beschreibt, so setzen sieuns nicht in Vewundrung, wennwir gar keine Wahrheit oder natür-lichcMöglichkeitdarinentdckcn. DieAnfschncidereyen, dergleichen in K,u-cians wahrhafter Geschichte vorkom-men, und die unfern Begriffen ganzwidersprechenden Erdichtungen inHolbcrgs unterirdischen Reisen, wer-den schwerlich von jemand zn dcmWunderbaren gezahlt werden, wo-durch der epische Dichter seinen Stofferhöhen könnte. Wir bemerken gleich,daß sie völlig willkührlich und gar