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4 (1794) [R - Z]
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Wege und macht dadurch die Rebefließend; sondern er thut noch mehr,indem er verursachet, daß man siemit Lust höret, und daß die empfind-same Lage des Gemütyes, die denEindruk sehr befördert, unterstütztund verstärkt wird. Dieses habenwir bereits-an andern Stellen diesesWerks außer Zweifel gefetzt ').

Der Wolklang ist demnach in Wer-ken des Gcfchmaks nicht blos als ei-nc Annehmlichkeit, sondern als eineUnterstützung der in der Rede lie-gcndcn Kraft anzusehen. Es ist be-kannt genug, daß Vorstellungen undGedanken von mittelmaßiger Kraftdurch einen Höchst wolkliugendcn Ton,besonders durch ein gutes Sylben-uiaaß, sehr große Rührung hervor-bringen können. Wenn Haller sagt:

O selig ! wen sein gut lseschike'

Bewahrt vor großem Ruhm und Glüke,

Der, was die Well erhebt, verlacht!

so macht der Wolklang des Ausdruks,daß die Gedanken desto lebhafter rüh-ren , und leicht im Gcdachtmß blei-ben! daß der, der dieselben Gedan-ken schon oft mag gehört, oder selbstgehabt haben, ohne sonderlich davongerührt zu werden, itzt ihre volleKraft empfindet. Mancher Vers desHomers, dessen Inhalt wenig Auf-merksamkeit würde nach sich gezogenhaben, ist durch den Wolklang zurWürde eines Denkspruchs oder gareines wichtigen Sprüchworts erho-ben worden.

Was ein schönes und lebhaftes Cs-lorir in der Maklerei) ist, das ist derWolklang für die Werke der redendenKünste. Für das Gedicht insbeson-dere ist es so wesentlich, daß der Man-gel desselben allein es von dem Ge-biet der Poesie ausschließt. Ist ernicht die erste und wichtigste Eigen-schaft der Werke der Beredsa ukeituno Dichtkunst, so ist er doch einenorh-vendige; denn die besten Geoan-

") <s. Klang; Ton; Rhythmus: M«

irisch.

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ken können durch übel klingenden Aus-druk ihre Kraft verlieren.

Darum ist es sehr wichtig, daßRedner und Dichter besondern undernstlichen Fleiß darauf wenden, ihreWerke wolklingcnd zu inachen.

Ohne große Weitlanftigkeit, undohne sehr schwerfällig zu werden,laßt sich nicht alles , was zur Errei-chung des Wolklanges gehört, anzei-gen*). Wir müssen uns nur auf dasMgcmcineste und Wichtigste dieserMaterie einschränken. Das meistehängt ohnedem mehr von einem fei-nen Gehör und einer fleißigen Ucbungim Hören, als von theoretischenKenntnissen ab. Deswegen giebtauch Quintiliau dem angehenden Red-ner den Rath, sich fleißig im münd-lichen Vortrag zu üben, und andernaufmerksam zuzuhören. Mail glaubtoft nicht übelklingend geschrieben zuhaben, bis man versucht, das Ge-schriebene gut vorzutragen. Da zci-gct sich dann gar oft, daß mau nurzu sehr gefehlt habe.

Der Wolklang hangt, wie Cicerowol angemerkt hat, vom Klang unddem Numerus ab **). Den Klanggeben die cinzcleu Sylbcn und die ausdiesen zusammengesetzten Wörter, diean sich mehr oder weniger Wolllingendsind; und ihre Stellung. Denn die-selbe Sylbe und dasselbe Wort klingtvoller, besser, nachdrükiicher, nach-dem seine Stellung neben den übrigenihm Nachdruk oder Flüchtigkeit giebt,seine Aussprache erleichtert, oderschwerer macht. Der Redner machtdie Wörter nicht, er muß sie nehmen,wie sie ihm von dem eingeführtenGebrauche gegeben werden. Dochbleibet ihm in gar viel Fallen die

Wahl

') De verkäs componenriis, s^II-di»propemoUum Uinumer«rii!is er Uime»licnrtis loguemur, qu»e criemli suncnccell'.ii'ii>, rsmcn tiunr mzzmlieen-rius, izu^m ciicunrur. Lie. Nr Orec.

Oussiunrres, quge peimulceänrsu-rci, tonus er numerus. I.c.