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4 (1794) [R - Z]
Entstehung
Seite
739
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ren und gründlichen Gefchmaks amHerzen liegt, auf nichts mehr wa-chen, als auf die Hinlertrcibnng desMißbrauchs, der insgemein vondem Witze gemacht wird, so bald dieschonen Knuste bis zu einer gewissenVerfeinerung getrieben worden.

Da der Witz eigentlich dazu dienet,daß gewisse Vorstellungen, die inihrer wesentlichen Beschaffenheit dieAufmerksamkeit nicht genug reizen,dadurch Leben und ästhetische Kraftbekommen: so versteht es sich vonselbst, daß sein Gebrauch bei). Gegen-ständen, die an sich Lebhaftigkeit undReizung genug haben, übcrflüßig,auch wol gar schädlich scy. Wie ereinen gemeinen Gedanken erhebt, sobenimmt er einem starken und wich-tigen etwas von seiner Kraft, indemer die Aufmerksamkeit von dem We-sentlichen auf etwas Zufälliges len-ket. Wo der Verstand durch großeund wichtige Wahrheiren zu erleuch-ten, oder wo das Herz durch pathe-tische oder zärtliche Gegenstände zurühren ist, da bleibt der Witz aus-geschlossen. So unumgänglich er zublos unterhaltenden Werken, zu demlustigen Schauspiel und zu der spot-tenden Saryre ist, so übel wäre erin dem Trauerspiel und in andernpathetischen Werken angewendet. Jefeiner er ist, je mehr beleidigt er denguten Gcschmak, wo das Herz blosempfinden, oder der Verstand bloserkennen und beurtheilen will.

Von dem Witze handeln, unter meh-rern: K.or, Graciau (Hrre sts Inge-uio, rr.ircssto sts la bstsst.

j 1642. z. Oas Merk ist unstreitig dasausführlichste, was über diele Materie ge-schrieben worden ist. Es enthält;o Ab-schn. oder Diicurlos, deren Jnnhalt aberhier zu viel Platz einnehmen würde. In-dessen dürfte andern das, was dem Ver-fasser Witz ist, leicht falscher Witz schei-nen.), L. Morris (tLn Lila? rv»

Vorsts ssxi'ag rlie rrue ftznstsrstsotVVicanst lstumvur, ftoiilar)', Lzr^r onstldisticule 1744. 8 ) -H. Home (Imlztcn Kap. s, lUemencs vt' Liillsijlii,Bd. 1. S .Z78. Auög. v. 1769.) S.Campbcl (Im -tcn Kap. des erstenBuches s. pdilutopi>7 ot idircroi-. Bd. 1.S.4> u. f.) I. Pricstlep (In dersqten s. Vöries. S. -oz. d. Hebers.)P. Gang (Im zten Absch». des -tenHauplst. s. Acsthetik, S. 27z.) S.übrigens die Art. Comisch, ^.acherlicvu. d. m.

W o l k l a n g.

(Redende Künste.)

Es ist schon an mehrern Stellen die.ses Werks angemerkt worden, daßdgs Gehör weit lebhafter und nach-drüklichcr empfindet, als das Gesicht;daß angenehme und widrige Tönestärker auf uns würken, als derglei-chen Farben und Figur. Hieraufgründet sich die Nothwendigkeir. denWerken der redenden Künste Wol-klang zu geben. Schon die gemeineRede des täglichen Umganges verlie-ret einen großen Theil ihrer Kraft,wenn sie nicht wenigstens mit einergewissen Leichtigkeit stießt; und siewird sehr unangenehm und widrig,wenn sie alles Wolklanges beraubt ist.Wo das Ohr sieh beleidiget fühlt,da merkt man nicht auf den Sinnder Rede. Man kann angenehme,sogar wichtige Sachen sagen, unddoch, wenn es in einem holperigenAusdruk geschieht, damit dem Gehör,das gar sehr empfindlich ist, beschwer-lich fallen *). Der Wolklang räumtnicht nur jeden Anstoß des Gehöres,der die Aufmerksamkeit auf den Sinnder Rede stöhren würde, aus demAaa 2 Wege

5) (^Illmvis enim slieves, Al'avesquessttlemiae, ramen, ss lnconsiris Ver-dis esserunrur, okeo.clsnr »ures, cjua-run, «lt juälciumft-xerdillunum. (Ks.Ol«,