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Witz vornehmlich in Rükficht seinesj Einflusses auf die Werke des Ge-schmaks zu betrachten.
Man kommt durchgehcnds darinübcrcin, baß eine lebhafte Einbil-bungskraft die Grundlage des Witzesausmache, und daß der, den manvorzüglich einen witzigen Kopf nen-net, in feinen Vorstellungen mehrvon einer lebhaften Phantasie, alsvom Verstände im eigentlichen philo-sophischen Sinne dieses Worts, ge-leitet werde. Wie nun der Verstandüberall auf deutliches und entwikel-tes Denken zielet, so scheinet der-> Witz auf sinnliche, aber lebhafte, sehrklare Vorstellungen zu lenken. DerVerstand zergliedert und betrachtetjeden Begriff, jede Vorstellung nachdem Einzelen, das darin ist, undfindet seine Befriedigung in vollstän-diger Zergliederung; der Witz aberfaßt den Begriff gern im Ganzen,mit sinnlicher Klarheit, und bestrebtsich, ihn lebhaft zu fühlen: darumverfahrt er schnell, da der Verstandlangsamer geht. Die lebhafte Ein-bildungskraft des witzigen Kopfes er-weket bey jedem Begriffe eine Mengeandrer Vorstellungen, die nach denl Gesetzen der Einbildungskraft einigeBeziehung darauf haben. Aehnlich-keir, Contrast, und jede andere, in-nere oder äußere Beziehung, bringtdem witzigen Kopf, indem er eine Vor-stellung lebhast empfindet, jene an-dere damit verbundene zugleich in diePhantasie. Dadurch wird die Leb-haftigkeit der Vorstellung erhöhet;sie gefällt oder mißfällt dem witzigeni Kopf niehr, als dem Menschen vonVerstände.
Da die Einbildungskraft sich mehrmit dem äußerlichen Ansehen derDinge, mit ihrer Form und Gestalt,als mit ihrer inncrn Beschaffenheitbeschafftiget, so dringet der Witzauch nicht tief in die Sachen hinein;der Schein befriediget ihn, wo derVerstand Würklichleil oder RealitätVierter Theil.
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sucht. Indessen kommt es auch hie-be«) auf den Grad des Scharfsinnsau, der mit dem Witz verbunden ist.Fehlet sie ihm, so artet dieser in Al.beruhest ans. Nichts ist verständi-gen Menschen ekelhafter und abgc-schmakter, als die Aeußcrungen einerlebhaften Einbildungskraft, die ganzvon Beuriheilung verlassen ist.
Es scheinet, daß die Hauptneigungdes witzigen Kopfes darauf gehe, daßer sich mit dem, was die Dinge, dieer sich vorstellt, gefallendes, odermißfallendes haben, beschafftige. Wiedie Kinder mit dem Gelde spielen, undkeinen Unterschied zwischen gemünz-tem Gold und den sogenannten Zahl-oder Rcchenpfenmgcu machen, gera-de so geht der Hang des Witze? aufdas , was die Vorstellungen an sichergötzendes haben, ohne auf den an-derweitigen Gebrauch derselben zusehen. Eine Begebenheit, die sichauf Glük oder Unglük bezieht, unddie andern ihrer Folge halber merk-würdig ist, rührt den witzigen Kopfmehr durch ihre Beschaffenheit, alsdurch ihre Folgen; er lacht biswei-len über das, was andern Thräncnauspreßt, und ärgert sich, wo an-dere sich freuen. An sich selbst be-trachtet , ist der Witz leichtsinnig,indem er die Dinge nicht in ihrenFolgen oder Würkungcn, sondern inihren Beziehungen auf die Bcschaff-tigung der Einbildungskraft, beur-theilt; er ist uneigennützig und er-götzt sich an Dingen, die der nach-denkendeVerstano für schädlich haltenwürde. Es ist daher nicht selten, daßbey Menschen von recht herrschendemWitz wenig Herz, das ist, wenigvon den sonst gewöhnlichen Empfin-dungen zärtlicher Art, angetroffenwird.
Dieser starke Hang jedes Dingin dem, was es in seiner Beschaffen-heit oder Form lustiges, gefälligesoder ergötzendes hat, zu betrachtenund zu genießen, macht de» Witz er-
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