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Kitzelung des Ohrs zum Cndzwekhat, den kann er sich leicht neben-her erwerben; er ist so schwer nicht;und die Gelegenheit dazu wird ihmin den wöchentlichen Conccrten, oderan Hofen, nicht fehlen. Der guteGcschmak verlangt aber, daß er vondiesem nur einen sehr mäßigen Ge-brauch mache. Dem angehendenSauger rächen wir, sich unablaßigin dem guten Vortrag aller Artenvon Liedern zu üben; sie sind malle»Absichten für ihn eben das, wasdie Tanzstüke den Spielern sind, undbedürfen daher keiner weitern An-preisung.
Die Schönheit, als die letzte Ei-genschaft des guten Vortrages, diewir noch zu berühren haben, ist zumThcil schon in jedem Vortrag, derDeutlichkeit und Ausdruk hat, in-begriffen: denn wer wird einem sol-chen Vortrag alle Schönheit abspre-chen? Sie macht aber eine besondereEigenschaft des Vortrages aus, insofern sie auf gewisse von der Deut-lichkeit und dem Ausdruk unabhängi-ge Annehmlichkeiten abzielt, die demVortrag überhaupt einen großemReiz geben; oder in sofern sie Ver-zierungen in der Melodie anbringt,die dem Charakter und Ausdruk desEtüks angemessen sind, und wo-durch die Geschiklichkcit desjenigen,der ein Stük vortragt, in ein größe-res Licht gesetzt wird. Die Annehm-lichkeiten der erstem Art sind:
«) Ein schöner Ton des Jnstru-mcnts oder der Stimme, der, wie eineklare helle Aussprache in der Rede,den Vortrag ungemein verschönert.Mancher hat einen schonen Ton, ohnedaß er sich viele Mühe darum gege-ben hat; andre erlangen ihn erstdurch vielfältige Bemühungen; undandere erhalten ihn niemals ganzschon. Der schönste Ton ist aberder, der jeden Ton des Ausdmks an-nimmt , und in allen Schattirungendes Forte und Piano gleichklar und
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helle bleibt. Diesen muß der Künst-ler durch unablaßige Uebungen zu er-langen suchen.
2) Eine Ungezwungenheit undLeichtigkeit des Vortrages durchsganze Stük. Der Künstler thutallezeit besser, solche Stüke vorzutra-gen, denen er vollkommen gewachsenist, als solche, die er nur mit An-strengung aller seiner Kräfte gut vor-zutragen im Stande ist. Zu ge-schweige!?, daß er nicht allezeit gleichaufgelegt, oder auch wol furchtsamseyn kann, wodurch er leicht allesverderben konnte: so ist überhauptein völlig ungezwungener Vortragjedem Zuhörer so angenehm, daß erweit lieber ein leichtcrcsStük so, alsein schweres Stük mit Mühe vortra-gen Hort. Er faßt überdcm in demerster» Fall einen hohem Begriff vonder Geschiklichkeit des Künstlers,weil er aus der Leichtigkeit seinesVortrages auf seine übrigen größernFertigkeiten schließt, als in dem an-dern, wo er bald bemerkt, daß seineKräfte sich nicht weiter erstrcken.
z> Kann zu diesen Annehmlichkei-ten des Vortrags füglich eineanstan-dige Stellung oder Bewegung desKörpers gerechnet werden. Es isthöchst unangenehm, wenn man denMann, der uns durch scine-Töne be-zaubert, nicht ansehen darf, ohne zulachen oder unwillig über ihn zu wer-den. Ist diesem der größte Virtuosausgesetzt, wie vielmehr der mittel-mäßige? Man schütze nicht dieSchwierigkeiten vor, die ohnedemnicht herausgebracht werden können.Bach, der große Ioh. Seb. Bach,hat, wie alle, die ihn gehöret haben,einmüthiglich versichern, niemals diegeringste Verdrehung des Körpers ge-macht; und man hat kaum seine Fin-ger sich bewegen sehen. Was sinddoch alle heutigen Schwierigkeitenauf allen Instrumenten und allenSingstimmen g-gen die, die dieserMann vor drcpßig Jahren auf dem
Clavier