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4 (1794) [R - Z]
Entstehung
Seite
702
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Vor

V o r

z) Müssen die Accente des Gesan-ges fühlbar gemacht werden. Hier-unter werden erstlich die Töne gerech-net, die auf die gute Zeit des Taktsfallen. Von diesen erhalt die ersteNote des Takts den vorzüglichstenDruk, damit daS Gefühl des Taktesbestündig unterhalten wkrde, ohneden kein Mensch die Melodie verstehenwürde. Nächst der ersten Taktnotewerden die übrigen guten Zeiten desTakts, aber weniger stark, marquiret.Hiebey aber muß der Unterschied wolbeobachtet werden, den die Einschnitteunter den Takten machen. Die ersteNote eines Takts, der nur ein Theiltiner Phrase ist, kann nicht so starkwarquirl werden, als wenn die Phra-se mit ihr anfangt, oder wenn sie derHauptton einer Phrase ist. Diejeni-gen, die dieses nicht beobachten, son-dern in allen Stüken durchgängigdie erste Taktnote gleich stark mar,quiren, verderben das ganze Stük;denn dadurch, daß sie von dieser Sei-te zu deutlich sind, schaden sie derDeutlichkeit des Ganzen, indem siedadurch außer Stand gesetzt werden,die Einschnitte gehörig zu marquiren,welches doch von der größten Noth.wendigkeit ist. Dieses wird aus demFolgenden noch deutlicher werden.Die schlechten Zeiten werden nur als-dann marquiret, wenn eine NeuePhrase auf ihnen anfangt, wie her-nach wird gezciget werden.

Zweytens werden unter die Acccn-te solche Töne gerechnet, die in jederPhrase einen besondern Nachdruk ver-langen. So wie in der Rede vieleWorte blos zur Verbindung dienen,oder ans das Hauptwort des Rcde-satzes ihre Beziehung haben, die derRcdnsr ohne merkliche Erhebung derStimme ausspricht, damit er dasHauptwort desto hörbarer machenkönne: so sind auch in jedem melodi-schen Satz Haupt- und Nebcntöne,die im Vortrag wol voneinander un-ttrschieden werden müssen. Oft, und

vornehmlich in Stüken. die durchgän-gig einerlei) Notcngattungen haben,treffen die Haupttöne mit den vorer.wähnten Accenten des Takts überein.In solchen Stüken aber, wo mehrMannichsaltigkeit des Gesanges ist,zeichnen sich die Haupttöne fast alle-zeit vor den übrigen Tönen aus, undmüjftn mit vorzüglichem Nachdrukmarquiret werden. Sic sind darankennbar, daß sie insgemein langeroder höher als die vorhergehendenund kurz daraus folgenden Töne sind;oder daß sie durch ein der Tonart,worin man ist, fremdes A oder d er-höhet oder erniedriget sind; oder daßsie frey anschlagende Dissonanzensind; oder daß sie eine an ihnen ge-bundene Dissonanz präpariren: siefallen überdem meistens auf die guteZeitdesTaktcs, außer wenn ein neuerEinschnit mit ihnen anfangt, oderwenn der Tonsetzer, um sie desto nach-drüklicher zu machen, eineVerrüknngvornimmt, und sie um eine Zeit zufrüh eintreten läßt; in solchen Fällenkommen sie auch auf der schlechtenZeit des Takts vor, und sind in demletzten Fall wegen ihrer zugesetztenLänge am kenntbarsten, wie in deinfünften und sechsten Takt des folgen-den Bcyspicls:

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