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4 (1794) [R - Z]
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694
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6^4 Vor

Wer uns die Sylben langsam einzelnvorzahlt, sagt uns keine Worte, son«dcrn blos Sylbcn, so wie der, derbuchstabiret; und die so langsameAuszahlung einzelcr Worte machtkeine Redcsätzc, sondern blos nnzu-sammcnhangcnde Worte.

Von den Accentcn und der Bewe-gung hangt eigentlich das Rhythmi-sche der Rede ab. In den Tonstü-kcn laßt sich die Deutlichkeit, oderFaßlichkeit des Rhythmischen amleichtesten bemerken. Also konnteniemand besser und gründlicher überdiesen Punkt des Vortrages schreiben,als ein Tonsctzcr. Ich halte dafür,daß es wol möglich wäre durch dieArt der Notirung, die wir zur Be-zeichnung des Rhythmus gebrauchthaben *) , die Declamation jeder. Pe-riode, wie die größte Deutlichkeitdes Vortrages es crfodert, anzudeu-ten; und es ist nicht unwahrschein-lich, daß die Alten sich bisweilen einersolche» Notirung bedient haben. Et-was von dieser Bezeichnung, ist durchden Gebrauch der kleinern und grös-sern Unterscheidungszeichen der Ru-hepunkte bereits eingeführct; aber dieZeichen, deren wir uns bedienen, rei-chen bey weitem nicht hin, die Man-nichfaltigkeit der Nuhepunkte be-stimmt auszubrüten..

Wenn wir dieser Punkte blos Er-wähnung thun, ohne sie weiter aus-zuführen, so geschichet es deswegen,weil es schon nützlich ist, dem,Rednerdie verschiedenen Dinge, denen erzum Vortrag nachzudenken hat, an-zuzeigen, da denn sein eigenes Nach,denken ihm das Nähere an dieHand geben wird. Ohne unendlicheWeitläufigkeit- wäre es nicht, mög-lich, diese Sachen auszuführen.Wir müssen hier mit Quintilmn sa-gen: klaeo czusm brevillimo potui,ncm ut omni» sicersm leÄatus»gucul wtlnitum erat; loci ut maxi-vre necellsria.

S. Rhythmus, IV TH. S. i«if.

V o r

Die Deutlichkeit des Vortragesüberhebt den Zuhörer alles Bestrebensdie Rede richtig zu vernehmen, undvcrstattet ihm die Muße, die volleKraft derselben desto stärker zu cm-pfinden; und in sofern ist die Deut-lichkeit eine ästhetische Eigenschaftder Rede.

2. Die zweyte Haupteigenschaftder Declamation ist der Wolklang.Dieser hängt nun erstlich wicdepvondem Klang der Stimme überhaupt ab.EinMcnsch hat vordem andern einenaiigcnehmcru Ton der Stimme; wor-in er bestehe, läßt sich leichte fühlen,aber unmöglich beschreiben. Alsohaben wir über diesen Pnnkt nichtsanderes anzumerken, als daß wirdem künftigen Redner empfehlen,sich die äußerste Mühe zu geben, dieFehler seiner Stimme zu verbessern,oder ihm rathen, wenn er es durchkeine Bemühung dahin bringen kann,seine Stimme angenehm zu machen,nie öffentlich aufzutreten. Dennwenn er auch die vortrefflichsten Sa-chen sagte, so würde eine unange-nehme Stimme jedermann abschre-ken, ihn zu hören. Wir müssen dcnSangmeistern überlassen, die Mittelanzuzeigen, wodurch die StimmeAnnehmlichkeit bekömmt.

Aber der Wolklang hängt nichtblos von der Annehmlichkeit derStimme ab» auch die Aussprachemuß angenehm ftyn. Hiezu wirderfodcrt, daß die Mitlauter, oderdie sogenannten stummen Buchstabenleicht und flüchtig, die Sclbstlautcraber hell und nachdrüklich, dochohne Schleppen und ohne Verdrehenausgesprochen werden. Die Redewird ungemein rauh und hart, wennman sich auf dcn stummen Buchsta-ben verweilet, und ihnen zu vielDeutlichkeit giebt. Wer die Wörter:GrunSsay; Nehmen u. d. gl. aus-spricht, als ob sie wie Gr-r-m,-n>ostatüg; N-n-ehm-men-n, ge-schrieben wären, wird mit der schön-