Vor
dieses Mtkcr dem Wort Actio« be-griffen.
Die vollkommene Declamationmuß drey Haupteigcnschaften Huben:Deutlichkeit,Wolklang, und einen demInhalt gemäßenAnsdruk. Wir ha-ben über jede dieser Eigenschaftenverschiedenes anzumerken.
i) Die Deutlichkeit des Vortragescrfodcrt erstlich eine helle und volltö-nende Stimme, die zwar größtcn-theils von dem Bau der Werkzeugeder Sprache abhangt, aber durchfieißigeUcbung zu größerer Vollkom-menheit kann gebracht werden. Zwey-leus, eine gute Aussprache der Buch-staben, Sylben und Wörter, diedurch fleißiges kleben ebenfalls zu er-halten ist. Wir empfehlen denen,die sich in diesen Heyden Stäken übenwollen, das, was Plutarchus in demheben des Demosthcnes von den He-bungen dieses großen Redners, seineStnnmc und Aussprache zu verbes-sern, anführet, mit Ueberlegungnachzulesen. Den Lehrern und Vor-stehern der Schulen aber, ist die tag-lieheUcbung derIugend zur Verstär-kung der Stimme und zur deutliche»Aussprache auf das nachdrüklichstezu empfehlen.
Drittens wird zur Deutlichkeit desVortrages erfodert, daß die Worteeines Satzes, und die einzeln Rcdc-sätze einer Periode in einem unzer-trennlichen Zusammenhang vorgetra-gen werden, so daß der, der auch denSinn der Worte nicht verstünde, dieEintheilung der Rede in kleinere Glie-der und größere Perioden vernehmenkönnte. Dieses hangt von dem Gang,oder der Bewegung der Rede, vonder genauen Beobachtung der orato-rischen Accente, der größern und klei-ner» Nuhepunlte und der Clauselnoder verschiedenen Cadcnzcn ab. NurdieWorte fallen als ein unzertrennli-cher Redesatz ins Gehör, die in einergenau zusammenhangenden und nir-gend unterbrochenen Bewegung, als
Vor ßöZ
Glieder einer Kette in einander Hr-flochten sind, so daß das Gehör beyjedem Worte noch etwas folgendeserwartet, bis endlich ein Ton vor-kommt, der es etwas beruhiget, undihm einige Verweilung verstattct.Ohne große Weitläuftigkeit und einevöllige Entwiklung der mechanischenBeschaffenheit des Gesanges ist cSnicht möglich, diesen Punkt des deut-lichen Vortrages gehörig zu erläu-tern. Wer aber aus der Musik weiß,wie es zugeht, daß auch Unerfahrnefühlen, welche Töne zusammen einenTakt, und welche Takte ein rhythmi-sches Glied ausmachen, der wirdauch begreifen, wie mehrere Wörterblos durch den Ton, ohne Rüksichkauf die Bedeutung, als ein Satz derRede ins Gehör fallen. Man mußwissen die Töne so zusammenzuhän-gen, daß man bey keinem stille stehenkann, sondern etwas nothwendig fol-gendes dabey empfindet, bis man auf«ine gewisse Stelle gekommen, die ei-nen größern oder kleiner» Ruhcpunktversiattet. Da dieses in dem Gesimsweit deutlicher zu bemerken ist, alsin der Rede, so könnte der Tonsetzerdiesen Punkt des deutlichen Vortra-ges dem Redner am besten erklären.Deswegen setzen auch die Griechenmit Recht dicMusik unter dieWissen-schaften, darin der künftige Rednerwol sollte gcübet werden *). Wer das,was wir über den Takt und Rhyth-mus gesagt haben, wol überlegt,wird einsehen , worauf es in Anse-hung dieses Punkts ankomme...
Endlich gehört auch ein richtigesMaaß des Geschwinde» und Langsa-men zur Deutlichkeit des Vortrages.Zu schnelles Rede» macht cinzcle Syl-ben und Wörter undeutlich, zu lang-sames aber macht die Einchcilnngin Worte und Sätze unvernehmlich.
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*) Man sehe,' wa« Quintilian im raCap. deö l B. seiner mitimrioae« or«-
. « onile davon schreibt.