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4 (1794) [R - Z]
Entstehung
Seite
689
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Voll

overj eine Pflanze fty, so wurden wirdoch urtheileu, daß es zu der Classeder Dinge geHort, die erzeugt wer-den, allmählig wachsen und einen in-ner« Ban haben, der dies allmäh-ligc Wachsen verstattet u. s. f. Undin sofern wäre es möglich, Vollkom-menheit oder Unvollkommenheit dar-in zu entdekcn.

Durch Beobachten und Nachden-ken bekommt jeder Mensch eine MengeGrund - oder Urbcgriffe, (pronome,sntioipatiunes, wie die alten Philo-sophen sie nannten.) gegen die er dennalles', was ihm vorkommt,! hall, umzu beurtheilen, was es fty, zu wel-cher Classe, Gattung, oder Art derDinge es gehöre. Je mehr einMensch des Nachdenkens gewohnt ist,je mehr deutliche Begriffe er hat, jegeneigter ist er, überall Vollkommen-heit oder UcbercinstiwMnng dessen,was er flehet, mir seinen Urbcgriffenzu suchen und zu beurtheilen.

Die Entdekung der Vollkommen-heit ist natürlicher Weise mit einerangenehmen Empfindung begleitet.Dieses können wir hier als bekanntund als erklärt oder erwiesen anneh-men , um daraus.den Schluß zu zie-Heu. daß die Vollkommenheit ästhe-tische Kraft habe, folglich ein Gegen-stand der schönen Künste sei). Dochist sie es nur in sofern, als sie sinn-lich erkannt werden kann. Eine Ma-schine von großer Vollkommenheit,als zi B. eine höchst genau gearbeiteteund richtig gehende Uhr; die rich-tigstc und genaueste Auflösung einerphilosophischen, oder mathematischenAufgabe; der bündigste Beweis einesSatzes, sind vollkommene Gegenstän-de ; doch nicht Gegenstande des Gc-fchmaks, weil ihre Vollkommenheitsehr allmählig und mühsam durchdeutliche Vorstellungen erkannt wird.Nur die Vollkommenheit, die man an-schauend, ohne vollständige und all»mählige Encwiklung, sinnlich erkennt

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und gleichsam auf ein n Vlik über-sieht, ist ein Gegenstand des Ge-schmaks. Wird sie nicht erkannt,sondern blos in ihrer Würkung cm'-pfunden, so bekommt sie den Namender Schönheit.

Es giebt verschiedene Arten deSVollkommenen: eine Vollkommen-heitinZuftttnmenstimmung der Theilezur äußerlichen Form; eine Vollkom-ineuheit in der Zusammenstimimmgder -Wirkungen; eine absolute Voll-kommenheit, die aus nothwenvigmewigen yrbcgriffen beurtheilct wird;und eine relative, die.man aus oor-ausgefttzten, oder hypothetische Ur-begriffcu beurlhcilet. So sind msge-mcin alle Reden, die Homer seinenPersonen in den Mund legt, nach derKenntlich, die wir von- ihren Charak-teren und der Lage der Sachen ha-ben, höchst vollkommen.

Mch Wahrheit, Ordnung , Rieh-tigkeit, Vollständigkeit, Klarheit, sindim Grunde nichts anders als Voll-kommenheiten, und gehören in dieselbeClasse der ästhetischen Kraft, weil siedie Vorstellungskraft gänzlich undvöllig befriedigen. Was wir aberüber alle diese Arten des Vollkomme-nen zum Gebrauch des Künstlers zuerinnern fanden, ist bereits i» demArtikel Rrafr, und in einigen anderuArtikeln angemerkt worden *).

Vollkommenheit, von welcher Artsie fty, ist allemal ei» Werk des Ver-standes, und würkt auch unmittelbarnur auf den Verstand. Wie viel Ge-schmak und.Empfindung ein Künstlerhaben mag, so.muß noch Verstand undBeurtheilung hinzukommen, wen» eretwas machen soll, das durch Voll-kommenheit gefällt. 7^-7

- ' Vor--

") S. Ordnung; Richtigkeit: Äl«r-bcit.

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